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Essen & Trinken
Jahrgang 24 · November 2013
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Foto: Hannes Auer
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Die Freestyler „Rodeo Riders“ Plose
Der neue Spaß im Schnee INTERVIEW: Landesrätin Sabina Kasslatter Mur vor ihrem Abschied von der Politik PORTRAIT: Der Brixner Liedermacher Markus „Doggi“ Dorfmann KULTUR: Wo liegt die Grenze zwischen Handwerk und Kunst? DISKUSSION: Wie kann man die Qualität der Maturabälle verbessern?
Editorial
Politik & Gesellschaft 4 | INTERVIEW: Sabina Kasslatter Mur 12 | Eisacktal: Nach der Wahl 20 | Soziales: Das Inklusionscafé vis@vis 22 | Brixen: Initiative „art-container barrierefrei“ 23 | Brixen: Resilienz als Immunsystem der Seele Menschen & Meinungen 28 | MARKUS DORFMANN: Tiefsinnige Rampensau 33 | Pro & Contra 34 | Gastkommentar: Roswitha Dander 36 | Umfrage: Wer soll Koalitionspartner werden?
>>> 4
„Ist denn heut scho Weihnachten?“ >>> 28
Kunst & Kultur >>> 38 38 | KUNST: Die Grenze zwischen Kunst und Handwerk 41 | AUSSTELLUNG: Giovanna Piol und ihre Kunst-Werk-Stadt Veranstaltungen 51 | TIMER: Dezember 2013
>>> 51
Freizeit & Sport 58 | FREESTYLE: Die RodeoRiders
>>> 58
Wirtschaft & Umwelt 66 | DISKUSSION: Maturabälle im Blickpunkt
>>> 66
Extra 80 | Essen & Trinken
>>> 80
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Nein, bis zum Christkindl dauert es noch ein paar Tage, und trotzdem haben wir jetzt schon ein kleines Geschenk für unsere Leser: Alle Nutzer von AndroidGeräten können nun den durch multi mediale Inhalte angereicherten „Brixner“ auch auf ihren Handys und Tablets lesen. Es reicht, die App „Brixner“ kostenfrei auf Google Play herun terzuladen – und los geht’s! Wir freuen uns, dass nun neben den AppleUsern auch die Android Fans zum Zug kommen – dutzendfach sind wir in den letzten Monaten danach gefragt worden. Es freut mich zudem, Ihnen wieder eine interessante Ausgabe des „Brixner“ präsentieren zu dürfen – mit lesenswerten Berichten, die ich Ihnen ausnahmslos empfehlen darf. Einige Beispiele? In der letzten Redaktionssitzung haben wir ziemlich heftig über die Qualität der Maturabälle in unserem Land de battiert – mit dem Ergebnis, dass eine Diskussions runde mit Vertretern der Schule, Studenten, Eltern und einem Arzt etwas Licht in die Debatte bringen könnte. Die Runde wurde dann von unserer Mar lene Kranebitter geleitet, ich selbst war als Vater Teil der Runde. Am Ende gab es vielleicht kein verwertbares Ergebnis, aber vielleicht schaffen wir es, damit eine Diskussion auf breiterer Basis anzu stoßen. Ein äußerst interessantes Gespräch haben wir letzte Woche mit der NochLandesrätin Sabina Kasslatter Mur in ihrem Büro in Bozen geführt. Die Landesrätin hat sich über zwei Stunden Zeit für uns genommen – eine Einladung zum Mittagessen hat sie dann freundlich abgelehnt: „Ich esse mittags kaum, arbeite meist durch“. Präventiv entschuldi gen möchte ich mich für die Länge des Berichts zu den Landtagswahlen: Als Autor fiel es mir schwer, mich beim Schreiben einzubremsen.
Ihr Willy Vontavon
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Politik & Gesellschaft ABSCHIED MIT WEHMUT: Sabina Kasslatter Mur freut sich trotzdem auf neue Aufgaben
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SABINA KASSLATTER MUR IM GESPRÄCH
„Mit Kopf und Herz“ Vier, vielleicht noch fünf Wochen bleibt Sabina Kasslatter Mur Landesrätin – dann verabschiedet sie sich nach 20 Jahren von der Landespolitik. Wie ihre Zukunft aussehen wird, weiß sie heute noch nicht. Im Gespräch mit dem „Brixner“ kommt allerdings klar zum Vorschein: Die Leidenschaft zu ihren beiden Ressorts ist nach wie vor gegeben. Frau Kasslatter Mur, viele Politikerinnen und Politiker werden in ihren Entscheidungen davon beeinflusst, dass in ein paar Jahren ihre Wiederwahl ansteht und sie dafür die Zustimmung der Wähler brauchen. Wie erlebten Sie diesen Grenzgang zwischen persönlicher Existenzabsicherung, innerer Überzeugung und öffentlicher Rechtfertigung von politischen Maßnahmen? Zum Verhalten anderer möchte ich mich nicht äußern, aber ich glaube schon, dass ich meine innere Überzeugung nie über Bord geworfen habe, um Karrie re zu machen. Manchmal ist es
mand geradlinig und authentisch ist und zu ihren Auffassungen steht. Andererseits bringt dies, wenn überhaupt, dann erst spät Anerkenn ung und Zustimmung, und karrierefördernd ist es auch nicht. Es wird der Morgen kommen, an dem Sie aufstehen und nicht mehr Landesrätin sind. Freuen Sie sich auf diesen Augenblick, oder fürchten Sie sich davor? (Lange Denkpause) Mein Ab schied ist ein selbstgewählter und einer, den ich selbst gestalten kann. Das ist angenehm, auch für meine persönliche Integrität.
Landtagsabgeordneten Martina Ladurner. Die Alternative wäre gewesen, für einen Parlamentssitz in Rom zu kandidieren, um mir dann sagen zu lassen, ich würde vorzeitig den Sessel wechseln, nur um weitermachen zu kön nen. Oder ich hätte mich bei der Landtagswahl bewerben können, um Abgeordnete, aber nicht mehr Landesrätin zu werden. Das wollte ich aber beides nicht. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen habe ich entschieden: 20 Jahre Landes politik sind genug. Klar, dieser Abschied ist mit Wehmut ver bunden, zugleich freue ich mich auf die Zukunft. Jahrzehntelang lebte mich mit einem verplanten
„Ich kann meinen Abgang selbst gestalten, und darauf bin ich bei allem Abschiedsschmerz auch ein bisschen stolz“_ Sabina Kasslatter Mur eine Gratwanderung, inhaltliche Überzeugungen angesichts des permanenten Drucks von außen und der öffentlichen Bewertung aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig muss ich meine Inhalte nachvoll ziehbar vermitteln, was angesichts der medialen Geschwindigkeit und Verknappung der Botschaften nicht leicht ist – da bleiben oft nur ein, zwei Schlagzeilen zur Erläu terung eines komplexen Themas. Sachkritik ist dabei für mich völlig in Ordnung, oftmals driftet die Bewertung aber ins Persönliche ab. Ja, es ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite wird als Tugend gepriesen, wenn je
Trotzdem habe ich ein lachendes und ein weinendes Auge: Es wä re schon sehr spannend, in der Ära Kompatscher mitmischen zu dürfen. Inwieweit hat die Mandatsbeschränkung zu dieser Entscheidung beigetragen? Die Mandatsbeschränkung als Landesrätin hat sicher dazu bei getragen, dass ich nicht mehr kandidiere: Ich bin nach Luis Durnwalder die Dienstälteste hier, wenn auch die jüngste in der letzten SVPFraktion, abge sehen von der nachgerückten
Terminkalender, und nun ertap pe ich mich manchmal bei der Frage, was ich wohl im Februar tun werde. Und was ist Ihre Antwort darauf? Gib a Ruah, Sabine! Du hast dir fest vorgenommen, abzuschlie ßen und nicht am Tag danach wieder voll eingespannt zu sein. Ich möchte mir ein paar Monate lang eine Auszeit nehmen, etwas völlig Neues für mich. Wie ich damit umgehe, muss ich erst se hen. Wobei meine Situation eine privilegierte ist: nicht alle können sich diesen Luxus leisten. Nach
der Pause brauche ich allerdings eine Aufgabe: Als Rentenbeziehe rin bin ich mit 50 zu jung, und ich will auch arbeiten. Ich werde die Dinge auf mich zukommen lassen, Augen und Ohren öffnen. Und ich hoffe, dass ich zum richtigen Zeitpunkt das Richtige entscheide – eine völlig ungewohnte Le bensart für mich. Ich bin ja bis her eine absolute Planerin, sonst hätte ich es nie geschafft, Familie und Politik unter einen Hut zu bringen. Bislang war mein Leben total getaktet, dies fällt jetzt weg. Vielleicht kommt jetzt eine Zeit der Ungewissheit, kann sein. Aber ich bin dankbar für mein bishe riges politisches Leben: Zwanzig Jahre haben die Wähler mir ihr Vertrauen geschenkt, zwanzig Jahre lang konnte ich viel errei chen, habe auch Fehler gemacht. Meiner Ehe geht es gut, meinen Kindern ebenso, ich bin gesund und habe als Landtagspräsidentin und als Landesrätin eine Unmenge an Erfahrungen und Kompetenzen erworben, tagtäglich dazugelernt. Politiker haben heutzutage nicht gerade ein positives Image. Warum sollten sich Menschen trotzdem dafür entscheiden, was hat Sie daran gereizt? Politikerinnen und Politiker sind ähnlich wie Lehrer einer hohen Sozialkontrolle ausgesetzt: Beide Kategorien müssen sich sagen lassen, was sie alles falsch ma chen – und die meisten wissen es besser. Trotz der anspruchs vollen Herausforderungen und der großen Verantwortung ist der Auftrag, Politik machen zu dür 5
Politik & Gesellschaft
fen, ein sehr schöner: Ich würde jede und jeden animieren, in die Politik zu gehen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Das Schöne daran ist, dass Gesellschaftsgestal tung wirklich passiert. Ich muss es nicht beim Diskutieren oder Empören oder Wünschen belas sen, sondern kann bewirken und umsetzen. Als Politikerin sitze ich am Hebel, um vom Denken zum Handeln zu kommen. Ist dies der Reiz der Macht? Ja, schon. Ich stehe zur Macht und habe mir nicht selten mehr davon gewünscht. Ich brauche Macht ja nicht ÜBER etwas, sondern ich brauche sie FÜR die Anliegen meiner Wählerinnen und Wäh ler. Sie und meine Werte sind die Richtschnur. Sie haben mich beauftragt, die Gesellschaft zum Besseren weiterzuentwickeln. Hat sich die Gesellschaft in Bezug auf die Wertschätzung der Politik in den zwanzig Jahren Ihres politischen Tuns verändert? Manchmal habe ich den Eindruck, bei der Wertschätzung fehlt ein gesundes Mittelmaß: In der Ära Magnago wurden Politiker auf Podeste gehoben, nahezu angeh immelt und als unfehlbar angese hen. In den letzten Jahren erlebte ich das Gegenteil: Wir eignen uns bestens als Sündenböcke und sind konstruierte künstliche Feind bilder, an denen undifferenziert Wut und Aggressionen ausge lassen werden. Zum Positiven hingegen hat sich die Teilhabe an Politik gewandelt: Menschen reden mit, organisieren sich, sagen und betonen ihre Meinung, auch die abweichende. Wir müssen allerdings lernen, sachlicher und fairer zu diskutieren, damit wir nicht ins Persönliche abrutschen.
Manchmal hatte ich den Eindruck, sobald meine politische Integrität unantastbar und die Argumente meiner Gegner entkräftet waren, wichen diese auf den Angriff auf meine persönliche Integrität aus. Dies ist verletzend und grenzt an Schmähung. Gerechtfertigte Kritik sollte niemals in Verantwortungs losigkeit abgleiten. Gerade dies mag ja auch dazu beitragen, dass sich fähige Menschen gar nicht mehr in der Politik engagieren wollen. Das finde ich schlimm. Im histo rischen Vergleich ist die parla mentarische Demokratie für mich immer noch die beste Staatsform – vielleicht gibt es eine andere ge sellschaftliche Organisationsform, mit der wir zufriedener wären, aber noch haben wir sie nicht gefunden. Politikverdrossenheit ist gefährlich, weil sie letztlich unser demokratisches Gemeinwesen aufs Spiel setzt. Dessen sollten sich alle Bürger bewusst sein. In Ihren zwei Ressorts Bildung und Kultur hatten Sie es vor allem mit den zwei Zielgruppen Lehrpersonen und Kulturschaffende zu tun. Waren dies schwierige Zielgruppen? Spannende und lehrreiche Ziel gruppen sind das. Wobei bei spielsweise die Maßnahmen im Bildungsressort ja nicht nur das Lehrpersonal, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen: Wenn der Schulkalender verän dert wird, hat dies Auswirkungen auf alle Familien und außerschu lischen Angebote. Wahrscheinlich gingen deswegen die Wogen so hoch. Ich versuche zwar weit möglich, Entscheidungen im Konsens zu treffen, aber wenn dieser aussichtslos ist oder alles
Sabina Kasslatter Mur: „Politikverdrossenheit ist gefährlich, weil sie letztlich unser demokratisches Gemeinwesen aufs Spiel setzt“
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verwässert wird, treffe ich eine Entscheidung, sage hü oder hott: Das ist meine Aufgabe als Politi kerin. Sicher, Lehrerinnen, Lehrer und Kulturschaffende haben sich öfters über mich geärgert und ich mich über sie, aber es gab viele interessante Diskussionen. Manchmal ging ich verärgert nach Hause und zerbrach mir den Kopf über deren Unmut, Unzufrieden heit oder unangemessene Forde rungen, aber schlussendlich habe ich durch die Auseinanderset zungen gelernt. Speziell die Fünftagewoche in den Schulen hat ja einen lauten Aufschrei provoziert. Jetzt ist dieser Schulkalender eingeführt, und viele haben gemerkt, er bringt auch Vorteile. Sind wir Südtiroler veränderungsresistent?
Dies würde ich nicht allein auf die Südtiroler beziehen. Es liegt wohl in der Natur und Bequem lichkeit des Menschen, dass er Veränderungen mit Skepsis be gegnet: Wenn ich nicht unbe dingt muss, stelle ich mich nicht in Frage oder ändere etwas, das mir bis dato mehr oder weniger gepasst hat. Veränderungspro zesse sind mühsam: man muss sich selbst in Frage stellen und zugeben, das bisher Vertretene geht auch noch anders und vielleicht besser. Interessanter weise rufen zeitgleich zu dieser Resistenz viele Menschen auch in Südtirol nach Veränderung – aber bei den anderen, nicht bei sich selbst! Gelten diese Verbesserungsmöglichkeiten auch heute für die Fünftagewoche?
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Ja sicher! Der neue Schulkalender war ein erster großer Schritt und gehört jetzt weiterentwickelt: In den nächsten Wochen sind die Schulgremien in einer Umfrage gebeten, eine erste Bewertung abzugeben und rückzumelden, was gut geht und was wie verän dert werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, danach die der Lehrpersonen und der Eltern. Nun ist unsere Schule zwar keine Kinderbetreuungseinrich tung für berufstätige Eltern, aber das Bildungssystem muss den Alltag der Familien unterstützen und erleichtern statt ihn zu be lasten und zu verkomplizieren. So gesehen kann ich nicht ver stehen, dass Eltern heute ihre Kinder bis zu dreimal täglich von der Schule zu Freizeitangebo ten fahren müssen, die allesamt von Steuerzahlern finanziert und zum Teil vom Ehrenamt geleis tet werden. Ob Jugendzentrum, Sportvereine, Musikschulen oder andere Organisationen – all die se Partner müssen sich mit der Schule an einen Tisch setzen und auf Ortsebene absprechen, wie sie die Wochentage und ihr An gebot über die Woche gestalten. Dann erst und damit hätten Eltern die Wahlfreiheit, ob ihre Kinder meistens mittags nach dem Un terricht heimkommen oder eine verlässliche, qualitätsvolle und be zahlbare Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen – und zwar oh ne den Taxidienst der Mutti. Das erwarte ich mir von einer guten gesellschaftlichen Alltagspolitik, und wenn dies nicht klappt, ist bei der Finanzierung Druck zu machen, bei aller aufrichtigen Wertschätzung für alle Anbieter. Das Subsidiaritätsprinzip im Sinne, dass die Landesregierung zunächst eine Grundsatzentscheidung trifft und danach die Schulen und Vereine jeweils auf ihrer Ebene, funktioniert demnach nicht wirklich? Für mich ist die Familienfreund lichkeit des Südtiroler Alltags das oberste Prinzip, und diesem hat sich für mich im Zweifelsfall auch das Subsidiaritätsprinzip unterzu ordnen. Die Autonomie der Schu len habe ich ja vor fünfzehn Jah ren eingeführt, nach der Englisch pflicht an den Mittelschulen war dies mein zweites Gesetz. Diese Autonomie der Schulen wäre jetzt gemeinsam neu zu überprüfen. Wenden die Schulen sie wirklich im Interesse der Bildungsqualität für Kinder und Jugendliche an?
Autonom sein heißt nicht nur Rechte zu haben, sondern auch die Pflicht, bestmöglich die Be dürfnisse aufzufangen – und damit meine ich nicht zuvorderst die Bedürfnisse der Lehrpersonen, wenn ich das mal so provokant sagen darf. Als Bildungspolitikerin muss ich das Ganze im Blickfeld haben, also Lehrpersonen, aber auch die Bedingungen für Kinder und Familien.
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Wie würden Sie denn die Bildungsqualität in Südtirol beschreiben? Die Bildungsqualität steht und fällt mit der Professionalität der Lehr personen. Die Politik kann schöne Häuser bauen, gute finanzielle Zuwendungen erteilen und Ar beitsplätze bereitstellen – schluss endlich ist aber entscheidend, was in der Klasse passiert. Gut ausgestattete Schulen, genügend Arbeitsplätze und Geld hat die Landesregierung immer zur Ver fügung gestellt, und ich bin stolz darauf. Das Bildungsbudget ist in fünf Jahren bei den finanziellen Zuwendungen an die Schulen nur um dreieinhalb Prozent gekürzt worden, keine einzige Lehrer stelle wurde abgebaut. Das ist nicht selbstverständlich: Zeitgleich wurde beim Land Verwaltungsper sonal nicht mehr ersetzt, andere Ressorts mussten wesentlich mehr einsparen als meines. Eine weitere Verbesserung unseres Bildungs systems geht nur über die Profes sionalisierung und Unterstützung des Personals. Dazu muss die Lehrausbildung besonders an der Bildungswissenschaft in Brixen verbessert werden und vor allem die Wertschätzung der Bevölke rung für diese Berufskategorie auch in den Medien zunehmen. Alle Unterrichtenden in einen Topf zu werfen, ist ungerechtfer tigt und gefährlich: Irgendwann denkt sich die motivierte und engagierte Lehrperson: „Warum soll ich mich anstrengen, wenn mein Image ein schlechtes ist und ich am Ende des Monats dasselbe verdiene wie jene, die weniger tun?“ Wenn es nach mir ginge, würde ich den Direktoren mehr Freiheit und mehr Verantwortung bei der Auswahl ihres Personals geben. Ich bin aufgrund schlech ter Erfahrungen keine Anhängerin des auf Lebenszeit unkündbaren Plandienstverhältnisses mehr. Da wird jetzt viel Leidenschaft für den Bildungsbereich spürbar. Der Reiz weiterzumachen wäre also doch da?
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Politik & Gesellschaft Sabina Kasslatter Mur: „Die Schule ist keine Kinderbetreuungseinrichtung für berufstätige Eltern, aber das Bildungssystem muss den Alltag der Familien unterstützen und erleichtern statt ihn zu belasten und zu verkomplizieren“
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Ja, selbstverständlich! Die Ober stufenreform, das Lehrlingsgesetz, die so genannte Berufsmatura, der Ausbau der Sprachenzentren für Kinder mit Migrationshinter grund, die probeweise Einführung des Sachfachunterrichtes in einer anderen Sprache ... All das sind Errungenschaften der letzten Jahre, deren Erfolge oder Fehlerquellen ich gerne noch begleiten würde. Ich hätte auch noch viel Neues im Kopf. Aber andererseits ... fertig wäre nie! Es gibt Gottseidank die Mandatsbeschränkung, die mich zum Nachdenken gezwungen hat. Alles im Leben hat eben seine Zeit. Trotzdem gibt es viele, die den idealen Zeitpunkt zum Aussteigen verpassen. Ich kann meinen Abgang selbst gestalten, und darauf bin ich bei allem Abschiedsschmerz auch ein bisschen stolz. Ich bin wohl eine der Wenigen, wenn nicht die Ein zige, die ihren Abschied aus der Landespolitik selbst entschieden hat, und dies bei gleichzeitig rela tiv guter Aussicht, die Wiederwahl zu schaffen – ich habe schließlich in der vergangenen Legislatur kei nen Frosch gehabt... Wie würden Sie sich denn heute in der Causa Frosch verhalten? Mich ärgert nur, dass ich nicht ge schickter und in einer Art Schock starre zu passiv war. Ich bin mir auch nicht sicher, ob es wirklich um den Frosch gegangen ist. Die Tatsache, dass meine Beliebtheits werte in jenem Frühjahr vor der Wahl sehr hoch waren, gleich nach jenen des Landeshauptmannes, veranlasst mich schon darüber 8
nachzudenken, ob da nicht auch noch andere Dinge dahinter ge steckt haben mögen. Aber, wie sagen die Italiener so schön? Das sind „acque passate“. Wie hoch war damals die persönliche Belastung? Vom 24. Mai bis zur Wahl Ende Oktober tagtäglich damit konfron tiert zu werden und diesen „Makel“ angelastet zu kriegen, war schwer auszuhalten. Menschen haben sich auf der Straße bekreuzigt, wenn sie mir begegnet sind. Es gab Bitt prozessionen. Ich habe Dutzende Postpakete mit Fröschen aller Art und Beschimpfungen zuhause er halten, meinem Mann und unseren Kindern wurde gedroht. Heute würde ich das nicht mehr so über mich ergehen lassen: Ich konnte der Öffentlichkeit nicht vermit teln, weshalb der Frosch hängen bleiben musste. Das hat heftige Widerstände hervorgerufen und mein Image lädiert. Es ärgert mich, dass ich die Verantwortlichen des Museion nicht zu mehr Vermitt lungsarbeit gezwungen habe oder dies mit Diskussionen über zeitgenössische Kunst und ihren Auftrag nicht selbst in die Hand genommen habe. Der Künstler Martin Kippenberger hat bis an sein Lebensende Kirchensteuer be zahlt und ist am Alkohol zugrunde gegangen. Wenn die Religiosität einerseits und der Alkoholismus andererseits keine Themen der Zeit sind, ja was dann? Der langjährige Kulturlandesrat Anton Zelger wird häufig mit seiner Aussage „Je besser wir trennen, desto besser verstehen wir uns“ verbunden. An was
werden sich die Leute in zehn Jahren erinnern, wenn sie an die Landesrätin Sabina Kasslatter Mur denken? Da müssen Sie die Leute fragen. Zu Anton Zelger möchte ich an merken, dass jede Zeit ihre Poli tiker hat und dass jeder Politiker ein Ausdruck seiner Zeit ist, und für seine Zeit hat Zelger aus mei ner Sicht sehr gute Kulturpolitik gemacht. Ihm ist beispielsweise zuzuschreiben, dass für Angehö rige der deutschen Muttersprache Beiträge für Italienischkurse und umgekehrt eingeführt wurden. An ton Zelger ist in manchen Dingen missverstanden und auch miss braucht worden. Was wäre Ihr Wunsch, was sollten die Menschen mit der Landesrätin Kasslatter Mur verbinden? Sie sollten mich als Politikerin sehen, die das Gemeinwohl im Auge hatte. Als eine, der die Teil habe und Chancengerechtigkeit für alle Menschen im Lande wich tig war. Eine, die mit Kopf und Herz Politikerin war. Und die für eine Öffnung nach Europa und zu anderen Kulturen einstand. Der Bildung und Kultur habe ich jenen Stellenwert zukommen las sen, der ihr gebührt – aber damit werde ich wohl nicht in Erinne rung bleiben, weil dies bei den Leuten manchmal gar nicht so angekommen ist – oder vielleicht ist es zu selbstverständlich, solange alles klappt. Ist aus Ihrer Sicht der Bildungspolitikerin der Artikel 19, die muttersprachliche Schule, reformbedürftig?
Ja, wäre er. Aber wir müssen daran festhalten, solange unser Koaliti onspartner PD nicht imstande ist, uns mehr Autonomie in Bildungs fragen von Rom zu besorgen. Für mehr Mut brauchen wir mehr Spielraum und Eigenständigkeit. Solange ich für jeden Beistrich in der Bildungsgesetzgebung einen römischen Segen einholen muss, bin ich als SVPVertreterin nicht bereit, eine Weiterentwicklung des Artikel 19 anzugehen. Rom kontrolliert und gibt alles vor: jedes Schulfach und sein Stunden ausmaß, die Wettbewerbsklassen im Widerspruch zur Lehramtsaus bildung in Österreich, das Dienst recht und die Berufsqualifikation des Lehrpersonals, die gesamte Schulordnung, die Prüfungsregeln bis hin zu den Aufnahmetests zur Lehrausbildung, die sich anstelle der Eignung zum Lehrberuf auf einen MultipleChoiceTest mit Fragen zur Allgemeinbildung be schränken. Wenn wir mehr Kom petenzen erhalten, können alle drei Schulsysteme im Land, das deutsche, das italienische und das ladinische, sehr viel freier agieren. Stichwort Kultur: Über welche Maßnahmen oder Veränderungen freuen Sie sich besonders? Mir fallen mehrere Initiativen ein, die für eine Öffnung nach außen und für eine Erneuerung von Tra ditionen stehen: die Unterstützung unserer bunten und vielfältigen Kulturlandschaft, die Manifesta, die Landesausstellung, die Bele bung der Franzensfeste, den Bau und die Eröffnung des Museion, die Europäisierung des Andreas HoferMuseums in Passeier, die Gründung des Geschichtsfor schungszentrums, die Dokumen tationsstelle am Siegesplatz, die nach jahrzehntelangem Streit aus dem unantastbaren faschistischen Protzbau hoffentlich ein Mahnmal werden lässt. Wir leben im Grenz raum zweier bedeutender euro päischer Kulturräume, mit dem Ladinischen als Kirsche auf der Sahnetorte sozusagen. Das eröffnet Chancen, birgt aber gleichzeitig Risiken, weil die Grenze ja auch immer Randständigkeit bedeutet und eine Abnabelung droht. Wir müssen deshalb über den Tel lerrand schauen und mitkriegen, was in den Zentren des deutschen Kulturraumes diskutiert und gelebt wird. Das stärkt unsere Identität und lässt uns unbefangener auf die Nachbarkulturen zugehen und von ihnen durchaus auch profi tieren. Eines schließt das andere nicht aus.
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Ist die Nabelschau in Sachen Kultur in Südtirol zu groß? Wir haben als ganzes Land die Größe und Einwohnerzahl einer Vorstadt von Wien oder München oder Berlin. Nur weil jemand bei uns zu den Besten zählt, heißt dies noch nicht, dass er oder sie exzellent ist. Unsere Kulturschaf fenden müssen sich auch im Aus land mit Ihresgleichen messen, so wie wir im Land die auswärtigen Entwicklungen angeboten kriegen sollen. Das passiert beispielsweise mit aktuellen Kunstdiskursen im Museion, mit den exzellenten deut schen Sprechtheaterimporten des Kulturinstitutes oder mit Austausch projekten unserer Kulturverbände, Museen und Institutionen. Mit dem Förderungsprinzip sind aber nicht alle Kulturveranstalter glücklich, oder? Unsere Kulturschaffenden waren es gewohnt, jedes Jahr höhere Zuschüsse zu erhalten, weil der Haushalt jährlich anwuchs. Vor vier Jahren hatten wir das erste Mal kei nen Nachtragshaushalt für zusätz liche Finanzierungen im Sommer,
das Jahr darauf ist der Haushalt erstmals nicht gewachsen, und seitdem wird das Steuergeld jähr lich weniger. Damit ist jetzt die Zeit der notwendigen Priorisierungen gekommen. Die Politik muss, mehr als dies früher der Fall war, klären, was unsere Gesellschaft weiterhin braucht, was neu dazukommt und was ersatzlos gestrichen wird. Das ist sehr anspruchsvoll, birgt viele Angriffsflächen, aber auch sehr viel Spannung und Herausforderung – verbunden mit dem Blick aufs Wesentliche. Ich betrachte auch mit Wehmut, dass ich da nicht mehr dabei sein kann. Im Zweifelsfall habe ich immer entschieden, vom reinen Gießkannenprinzip abzuse hen, obwohl es nicht unbedingt Freunde macht. Allerdings führt das Gießkannenprinzip auf Dauer bloß dazu, dass irgendwann alle zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben haben.
verfolgen, und es ist klar, dass sie enttäuscht sind, wenn sich ihre Erwartungen nicht erfüllen. Aber ich habe auch viel Zufriedenheit erlebt: Das Bewusstsein, dass die Förderungen nicht unendlich sind, ist im Kulturbereich vorhanden. Wobei – und das gereicht ihnen zur Ehre – gerade Kulturschaf fende nun mal auf Steuergelder angewiesen sind, im Gegensatz zu einzelnen Beiträgen für Unterneh men, die verzichtbar wären. Für eine gewisse Planungssicherheit habe ich gesorgt: Wer rechtzeitig ansucht, weiß zu Jahresbeginn,
Eine Priorisierung dürfte aber nicht leicht fallen.
womit er rechnen kann. Wir müs sen aber auch zusehen, dass wir die Wertschätzung für Kultur als Lebensqualität in der Bevölkerung steigern, deren Steuergelder Kultur erst möglich machen.
Nein, ist sie tatsächlich nicht, das habe ich ja schon öfter erlebt. Es spricht ja für die Kulturtreibenden, wenn sie ihre Sache mit Herzblut
„Die Bildungsqualität steht und fällt mit der Professionalität der Lehrpersonen“_ Sabina Kasslatter Mur
Sind die Bereiche Bildung und Kultur so genannte „dankbare“ Ressorts? Sie sind chronologisch gesehen nicht so legislatur- und wahlter minfreundlich wie andere Res sorts, weil es so genannte wei che Bereiche sind. Als zuständige Politikerin kann ich mir da nicht immer innerhalb von fünf Jahren Anerkennung holen. Ob meine bildungspolitischen Maßnahmen wie etwa die Oberstufenreform oder die Neuerungen im Sprachen unterricht für diese Gesellschaft gewinnbringend waren, lässt sich wohl erst in zwanzig Jahren sagen – aber da gibt es mich nicht mehr als Politikerin.
Lieber Manuel! Wir gratulieren dir ganz herzlich zu deinen zwei erfolgreichen Facharztausbildungen in Innere Medizin (2009) und Kardiologie (2013) und wünschen dir viel Freude bei deiner Arbeit als Oberarzt in Zürich und alles Gute zu deinem 34. Geburtstag am 26. November. Deine Eltern Hannelore und Antonio Zipponi sowie dein Bruder Daniel, seit 2012 Facharzt in der Gefäßchirurgie am Krankenhaus Brixen
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zu überzeugen, zu überreden, zu argumentieren, um dann am Ende eine Stimmenmehrheit für mein Anliegen zu haben, ist zumindest vorläufig nix damit. Dann geht das Webersche Bohren harter Bretter eben wieder weiter. Für mich ist wichtig, dass auch der Weg zum Ziel gehört und ich meine inhalt liche Überzeugung nicht über Bord werfe oder werfen muss. Dabei können sich auf dem Weg zum Ziel durchaus verbesserte und neue Positionen oder Erkenntnisse er geben – das ist zulässig und ein Lerneffekt.
Inwieweit kann man als Politikerin seine Überzeugungen durchsetzen, und inwieweit sind Kompromisse notwendig? Wie viele Ihrer Vorstellungen konnten Sie schlussendlich umsetzen? Meine Partei hat ein Wahlprogramm erstellt, und diese Leitlinien und konkreten Vorhaben werden um gesetzt – eigene Überzeugungen zu hundert Prozent durchzuführen geht fast nie. Als Politikerin bin ich nicht die alleinige Inhaberin eines Unternehmens, sondern angewie sen auf den Zuspruch anderer. Ich kann noch so viele gute Ideen haben; wenn es mir nicht gelingt,
Sollten das italienische und deutsche Kulturressort zusammengelegt werden? Es ist klar, dass es mit zwei Res sorts zu gewissen Zweigleisigkeiten kommt – aber ich kann mir ande rerseits nicht vorstellen, dass bei spielsweise die italienische Sprach gruppe eine deutsche Bildungs landesrätin akzeptieren würde. Oder dass einige deutsche Kultur einrichtungen einen italienischen Kulturlandesrat willkommen hei ßen. Bildung und Kultur sind die einzigen im Subsidiaritätsprinzip nach Sprachgruppen getrennten politischen Bereiche. Wir haben einen gemeinsamen Kulturbeirat, der Merkwürdigkeiten abbremst. Zu diesem Zeitpunkt sehe ich eine Zusammenlegung als nicht sinn voll: Die sprachgruppenrelevanten Belange in Kultur und Bildung soll jede Sprachgruppe nach ihren Notwendigkeiten und Wünschen gestalten, was ja auch bereichernd ist. In der Verwaltung der Ressorts hingegen gibt es sehr wohl Mög lichkeiten der Zusammenlegungen. Die SVP hat nun erstmals nicht mehr die Regierungsmehrheit. Welche Auswirkungen wird dies aus Ihrer Sicht für die Gesellschaft haben? Ich glaube, dass die Auswirkungen nicht so relevant sind wie andere Phänomene dieser Wahl. Ich emp finde die SVP als Sammelpartei und große Koalition, die fast alle Strömungen in sich vereint. Rom gegenüber war dieses geschlos sene Auftreten sehr erfolgreich, „innenpolitisch“ waren und sind
Sabina Kasslatter Mur: „Ich bin aufgrund schlechter Erfahrungen keine Anhängerin des auf Lebenszeit unkündbaren Plandienstverhältnisses mehr“
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wir immer wieder der Gefahr de mokratiepolitischer Defizite ausge setzt, weil wir im Unterschied zu einer echten großen Koalition nicht aus mehreren sichtbaren Parteien bestehen und Meinungsverschie denheiten hinter verschlossenen Türen ausgetragen haben. Da war und ist nicht immer sichtbar, wer wofür steht. Für mich ist es äußerst bedauerlich, dass es erstmals kei ne absolute Mehrheit für die SVP gibt, aber ich denke, bei guter und überzeugender Arbeit in den kommenden fünf Jahren ist dies bei den nächsten Wahlen gar kein Thema mehr. Die größere Heraus forderung liegt für mich darin, dass mehr als ein Drittel der deutsch sprachigen Südtiroler ihre Stimme rechts von der SVP abgegeben haben. Ich glaube nicht, dass dies allein den volkstumspolitischen Forderungen zuzuschreiben ist, sondern ein Gutteil auch auf den Eklat in der Energiepolitik und den Eindruck einer Vettern oder Klüngelwirtschaft zurückzuführen sind. Ich wünsche mir halt, dass die Bevölkerung der SVP nicht ausschließlich ihre Fehler unter die Nase reiben, sondern gleichzeitig die Erfolge für unser Land und seine Leute anerkennen. Wie wird sich die dezimierte Vertretung der italienischen Sprachgruppe auswirken? Es ist schlecht, wenn die italie nische Sprachgruppe nur fünf von 35 Landtagsabgeordneten stellt. Dies setzt eine schon länger be kannte Situation der nur relativen Verlässlichkeit eines Regierungs partners fort, weil ihm die Gefolg schaft fehlt. Die alte Democrazia Cristiana aus den Zeiten Magnagos war ein sehr viel verlässlicherer Partner als jener, den Durnwalder hatte, weil hinter der DC die Mehr heit der italienischen Sprachgruppe stand. In den letzten 15 Jahren gab es dann einen Aufschwung der italienischen Rechtsparteien, mit denen die SVP keine Koalition ein gehen wollte und diese zu Recht mit den italienischen Mittelinks
Parteien suchte. Allerdings war es ein schwierigeres Arbeiten – und jetzt ist die Vertretung der italie nischen Sprachgruppe neuerlich dezimiert. Wie bewerten Sie die viel zitierte Erneuerung im politischen Geschehen Südtirols? Soviel ist ja nicht erneuert. Es hat ja während jeder Legislatur Wech sel gegeben, sonst wäre ich nicht die Dienstälteste nach Landes hauptmann Luis Durnwalder. Die eigentliche Erneuerung besteht im Wechsel zum designierten Landes hauptmann Arno Kompatscher. Ein solcher Wechsel fand in Südtirol bisher nur in langen Zeitabständen statt. Ich denke, das wird sich in Zukunft ändern. Derzeit finden gerade Sondierungsgespräche statt: Wie würde denn Ihre Koalition aussehen? Auf den PD wird die SVP nicht verzichten können – weniger auf Landesebene als vielmehr wegen dessen Unterstützung in Rom. Es sind nunmal die Linksparteien, auf die wir in Rom zählen können. Arno Kompatscher und Richard Theiner stehen nun vor folgenden Herausforderungen: Der Wähler wille spricht für die Freiheitlichen, eher mehr inhaltliche Übereinstim mung gibt es bei den Grünen, und mit beiden müssen Koalitions gespräche geführt werden. Wir werden sehen.
Guten Appetit. * Statt in den Kindergarten zu gehen, darf ich heute bei Mami bleiben. Dafür koche ich auch etwas Leckeres. Schön, zu Hause zu sein!
Von Berufs wegen sind Sie Journalistin bei Athesia. Gibt es jetzt eine Rückkehr, oder ist dies vollkommen ausgeschlossen? Es gibt noch keine Entscheidung, in keiner Richtung. Zunächst nehme ich mir eine Auszeit, ich werde mich neu orientieren – alles ist offen.
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Nach der Wahl Foto: Othmar Seehauser
Die Landtagswahlen vom 27. Oktober haben einige Überraschungen gebracht – und die Stadt Brixen hat nun drei Landtagsabgeordnete: Magdalena Amhof, Hans Heiss und Walter Blaas. Auch das Eisacktal darf mit der Wahl von insgesamt sechs Abgeordneten zufrieden sein. Eine herbe Enttäuschung ist das Abschneiden der italienischen Parteien.
Erneuerung, vor allem in den Reihen der SVP: 14 der 35 Landtagsabgeordneten sind Neulinge, neun davon im Edelweiß
E
s war eine Landtagswahl der besonderen Art, vor allem für die Südtiroler Volkspar tei: Der LangzeitLH Luis Durn walder trat, wie geplant, nicht mehr an, und die Partei hatte nach einigen handfesten Skandalen einen Erneuerungskurs einge schlagen, den man ihr noch vor zwei Jahren eigentlich in dieser Dimension gar nicht zugetraut hätte. Mit Arno Kompatscher prä sentierte die SVP noch dazu einen LandeshauptmannKandidaten, der einen „neuen Stil“ versprach. Die Frage stand vor den Wah len im Raum: Sollte der „Effekt Kompatscher“ aber für die SVP reichen, um die schon bei den Landtagswahlen 2008 nur noch hauchdünne absolute Mehrheit an Mandaten wieder zu schaffen – 12
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oder würde die Absolute erstmals verloren gehen? Heute wissen wir: Die Landtagswahlen 2013 waren auch aus dieser Sicht historisch, die SVP hat erstmals die absolute Mehrheit verloren und muss sich nun mit 17 von 35 Abgeordneten begnügen.
„Blaues Auge“ für die SVP. Frei
lich – in der Zeit unmittelbar nach dem SELSkandal hätte die SVP wohl sofort unterschrieben, wenn man ihr auch nur 15 oder 16 Mandate zugesichert hätte. Dann aber rüttelte sich die Partei auf: Bei der Landesversammlung 2012 überraschte der Terlaner Bürgermeister Klaus Runer ge meinsam mit Arnold Schuler und einigen rebellischen Kolle gen die Parteispitze mit einem
offiziell und in letzter Minute eingebrachten Vorschlag, den nächsten Landeshauptmannkan didaten über eine Basiswahl zu bestimmen. Nach einer ziemlich hitzigen Diskussion wurde in Meran abgestimmt – und Runers Vorschlag erhielt die Mehrheit. Das war de facto der Beginn einer parteiinternen Palastrevo lution, die Anfang 2013 mit der Wahl von Arno Kompatscher als SVPLandeshauptmannkandidat ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen sollte. Denn Kompatscher war von der Parteispitze eigentlich gar nicht vorgesehen gewesen. Ob man insgeheim an Siegfried Brugger oder eben an Thomas Widmann, Richard Theiner oder gar an Elmar Pichler Rolle oder
Martha Stocker als Nachfolger von Luis Durnwalder gedacht hatte – darüber lässt sich heute herrlich philosophieren. Eines war jedoch sicher: An der Partei spitze wollte man eigentlich, dass alles so weitergehe wie bisher. Die Basis spielte aber nicht mit, die Obleute der 294 Ortsgrup pen wollten einen umfassenden Paradigmenwechsel. Sowohl die Bezirkskandidaten als auch der Landeshauptmannkandidat wur den daraufhin von den 50.000 Mitgliedern bestimmt. Wäre der Spitzenkandidat mit demselben System auserkoren worden wie noch vor 25 Jahren Luis Durn walder, so wäre Kompatscher nie zum Zug gekommen: Er spürte den Rückhalt unter den Orts obleuten und bei den Mitglie
dern, aber im Parteiausschuss und in der Parteileitung hätte es zu einer Mehrheit für ihn wohl nie gereicht. Ein letzter „Abwehr versuch“ war die Gegenkandida tur von Parteiobmann Richard Theiner, der diese dann aber im letzten Augenblick zurückzog – auch er verspürte die Stimmung in der Basis, die klar in Richtung Erneuerung wies.
Erneuerte Kandidatenliste. So
präsentierte die SVP nach zwei spannenden Vorwahlen eine mit sehr vielen Neulingen rundum erneuerte Kandidatenliste – und eben Kompatscher, der im Wahl kampf von einer Diskussionsrun de zur nächsten eilte und schon mal 30 Termine am Tag abspulen musste. Parteiintern grassierte eine ordentliche Portion Opti mismus: „Wir packen’s!“ Die „Konkurrenz“ indes schien bald in einer Art Schockstarre geraten zu sein: Landespartei obfrau Ulli Mair von den Frei heitlichen zog es vor, sicherheits halber doch wieder Pius Leitner als Spitzenkandidat aufzustellen. Die Süd-Tiroler Freiheit brachte mit Eva Klotz und Sven Knoll keine neuen Namen, die Grü nen überredeten doch wieder Hans Heiss zu einer Kandida tur, der sich eigentlich wenige Monate vorher nicht mehr der Wahl stellen wollte. Gerade die Opposition, die jahrelang von der SVP Erneuerung gefordert hatte, tut sich in den eigenen Reihen ziemlich schwer damit.
Selbstzerfleischung der Italiener. Diskutabel war aber vor allem
das Vorgehen der italienischen Parteien im Vorwahlkampf: Seit Jahren zelebrieren die Italie ner einen Akt der Selbstzerflei schung, der 2013 in ein Chaos von Bündnissen und Splitterparteien mündete: Berlusconis PDL trat als „Forza Alto Adige“ in einem Bündnis mit der ebenfalls stark in die Kritik geratenen Lega Nord und mit Elena Artiolis „Team Autonomie“ an – und scheiterte kläglich: Am Ende wurde ledig lich Artioli gewählt, mit mageren 2.054 Vorzugsstimmen und einem Restmandat. Beppe Grillos „Mo vimento Cinque Stelle“, der bei den Parlamentswahlen italienweit von einem Viertel der Wählenden das Vertrauen ausgesprochen be kommen hatte, erhielt in Südtirol lediglich 2,5 Prozent der Stimmen – mit dem deutschsprachigen Paul Köllensperger als Spitzenkandi dat, der dann auch in den Land tag gewählt wurde, allerdings ebenfalls mit sehr bescheidenen 1.334 Vorzugsstimmen. „L’Alto Adige nel Cuore“ beheimatete einen Teil der ehemaligen PDLAbgeordneten, wobei der amtie rende Landtagspräsident Maurizio Vezzali, eigentlich ein Brixner, mit 891 Vorzugsstimmen kläglich scheiterte – allein Alessandro Urzì wurde gewählt. „Unitalia“ von Donato Seppi wurde mit 1,7 Pro zent der Stimmen abgewatscht, genauso wie Mauro Minnitis „La Destra“. Ebenfalls enttäuschend die autonomiefreundliche „Scelta
Civica per l’Alto Adige“, die es nicht geschafft hat, ihre eigent lich zukunftsweisende gemäßigte politische Vision an den Mann zu bringen. Die beiden kommunis tischen Parteien „Rifondazione“ und „Comunisti Italiani“ sind mit 0,4 und 0,3 Prozent im Meer der Bedeutungslosigkeit versunken. Einziger Fels in der italie nischen Brandung ist, zumindest was die Stabilität der „Marke“ der Partei betrifft, der PD, und es ist in der Tat erstaunlich, dass die Demokraten nicht vom Chaosder Mitbewerber profitieren konn ten, denn der PD, der sich in Südtirol mit deutschsprachigen Kandidaten immer mehr der deutschen Sprachgruppe anbie dert, konnte nur unbedeutend mehr Wähler überzeugen: 2008 haben 18.141 Wähler das Partei zeichen angekreuzt, 2013 waren es 19.210 – ganze 0,6 Prozent mehr. Vielleicht liegt es gerade an dieser zelebrierten Mehrspra chigkeit, die dazu führt, dass zwar einerseits neue deutschsprachige Wählerschichten angesprochen werden, dessen Mehrwert ande rerseits aber davon egalisiert wird, dass Italiener sich möglicherweise verunsichert vom PD abwenden. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es vor den Wahlen partei intern eine Schlammschlacht ge geben hatte in der Frage, wer denn nun kandidieren dürfe. Bozens populärer Bürgermeister Gigi Spagnolli, ein Intimus von Arno Kompatscher, hatte nämlich Interesse gezeigt, wurde aber von
der Parteispitze abserviert: Die Landesräte Roberto Bizzo und Christian Tommasini fürchteten wohl, dass hier ein neuer PDStern aufsteigen könnte, der ihnen den bereits angewärmten Sessel in der Landesregierung streitig machen würde. In Parteikreisen dementiert man natürlich heftig: Man könne in Bozens Gemeinde kein Vakuum hinterlassen, ließ man verlauten. Die Begründung klang wenig glaubhaft. Spagnolli hat sich revanchiert, indem er sich mitten im Wahlkampf offen für Kompatscher ausgesprochen hat. Seine Werbung für die Par teikollegen hielt sich hingegen in sehr überschaubaren Grenzen. Das Chaos im italienischen Lager ist also perfekt. So ist es eigentlich kein Wunder, wenn sich der Italiener grundsätzlich von der Politik abwendet und einfach nicht mehr zur Wahl geht, denn wen soll er denn wählen? Be sonders verunsichert musste der rechte Flügel sein – jene Italiener, die vor ein paar Jahren noch über zeugt Alleanza Nazionale gewählt hatten und sich, vielleicht auch aufgrund des in Rom herrschen den Chaos, nun überhaupt nicht mehr auskennen. Sie sind heimat los geworden, Opfer der typisch italienischen Parteienquerelen, bei denen man sich des Eindrucks nicht verwehren kann, dass es nur – nur! – um persönliche In teressen geht, nicht aber um das Allgemeinwohl. Was soll man auch als Italiener denken, wenn man täglich klägliche Diskussi
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Politik & Gesellschaft
Neu im Südtiroler Landtag: Magdalena Amhof und Philipp Achammer vertreten im Landesparlament das Eisacktal
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onssendungen im italienischen Fernsehen präsentiert bekommt, in denen sich die politische Elite eigentlich von ihrer besten Seite zeigen sollte. Fakt ist hingegen, dass man sich gegenseitig an schreit, den anderen nicht zu Wort kommen lässt. Vor allem aber ist es der Inhalt der Diskussionen, der den Italienern mit einiger Wahrscheinlichkeit inzwischen sauer aufstößt: Während sich das Land in einem katastrophalen Zustand befindet, unter dem vor allem die Jugendlichen leiden, von denen fast jeder Zweite kei ne Arbeit findet, diskutiert man im Fernsehen und – was noch schlimmer ist – im Parlament meist nur über die Frage, ob Silvio Ber lusconi ins Gefängnis muss oder eben doch nicht.
Schlechte Wahlbeteiligung in Bozen. Südtirols Italiener zogen jedenfalls die Konsequenzen – und blieben der Wahl fern: In Bozen sank die Wahlbeteiligung auf erschreckende 64,6 Prozent, gegenüber 77,7 Prozent landes
weit. Im „Streik“ sahen sie offen bar die letzte Möglichkeit, den politischen Akteuren zu zeigen, dass es ein gewaltiges Umdenken braucht, wenn die Politik die „Lie be“ der Italiener im Land wieder gewinnen will. Letzthin gab es sogar einige Fernsehinterviews mit italienischen Boznern, die den verdutzten Reportern erklärt haben, dass sie die SüdTiroler Freiheit gewählt haben – die Ver zweiflung muss also grenzenlos sein. Oder ist es gar die Erkenntnis der Italiener, dass es – ormai – schon so weit ist, dass sie keine Zukunft Südtirols innerhalb von Italien mehr sehen?
Die Verlierer dieser Wahl sprechen also Italienisch. Lediglich
fünf von 35 Abgeordneten im Landtag sind italienischsprachig. Dies entspricht bei weitem nicht dem realen Verhältnis zwischen den Sprachgruppen. Da die An zahl der italienischen Regierungs mitglieder von der Anzahl der Abgeordneten abhängt, wird es in der neuen Regierung nur noch
einen Italiener geben. Nachdem dieses Ergebnis feststand, gab es bereits erste Reaktionen und den entsprechend abstrusen Lö sungsvorschlag, die Regierung von neun auf elf Mitglieder zu erweitern – der PD hatte erkannt, dass einer der beiden derzeitigen Landesräte nicht bestätigt würde – sofern die SVP überhaupt mit dem PD eine Koalition eingehen würde, denn dies steht zum Zeit punkt der Drucklegung dieser Ausgabe des „Brixner“ ja noch nicht fest.
Die (selbst deklarierten) Sieger. Natürlich gab es bei diesen Wahlen auch Gewinner, meist selbst deklarierte Sieger: Die SVP verpasste zwar mit 45,7 Prozent der Stimmen (2008: 48,1%) das 18. Mandat, ist aber nach wie vor mit großem Abstand die stärkste Partei im Land – der von vielen SVPKritikern ersehnte gewaltige Stimmeneinbruch fand nicht statt, die von SVPlern ersehnte Absolute wurde allerdings ebenfalls ver passt. Die Freiheitlichen konnten
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mit Recht jubeln, sie steigerten sich von 14,3 auf 17,9 Prozent und waren damit wieder zweitstärkste Kraft im Land, allerdings nun mit einem sechsten Abgeordneten. Die Grünen gewannen ebenfalls dazu: 2008 mussten sie sich noch mit 5,8 Prozent begnügen, heuer waren es immerhin 8,7 Prozent – damit ging sich der dritte Ab geordnete aus. Auch die Süd Tiroler Freiheit durfte jubeln: Ihr „selbstverwaltetes Referendum“ zur Sezession hatte ihnen viel Sichtbarkeit im Wahlkampf ge bracht. Eva Klotz kann damit ihre siebte (!) Legislatur im Landtag feiern; ihre Partei steigerte sich von 4,9 auf 7,2 Prozent der Stim men. Der PD legte, wie erwähnt, in sehr bescheidenem Maß auf 6,7 Prozent zu und sprach – mit zerknirschter Miene – ebenfalls von einem Erfolg. Elena Artioli grinste vielsagend in die Kamera, genauso wie Andreas Pöder, der den ehemaligen Freiheitlichen Thomas Egger auf seiner Liste um 300 Vorzugsstimmen überflügelte.
81.117 Vorzugsstimmen für Arno Kompatscher. Äußerst
spannend gestaltete sich vor den Wahlen die Frage, wer von den 35 SVPKandidaten in den Land tag einziehen würde – und ob sich Arno Kompatscher in der Anzahl seiner Vorzugsstimmen in ähnliche Dimensionen bewegen würde wie sein Vorgänger. Am Ende waren es für Kompatscher 81.117 Vorzugsstimmen – eine unglaubliche Anzahl, vor allem wenn man bedenkt, dass die SVP erheblich weniger Listenstimmen bekommen hat als es noch unter Durnwalder der Fall war. Durn walder selbst kommentierte den Erfolg seines Nachfolgers ziem lich kleinlaut. Das phantastische Ergebnis Kompatschers ist ein klares Zeugnis dafür, dass die
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Erwartungshaltung ihm gegen über enorm ist. Ob er ihr gerecht werden wird? Weniger überraschend war da schon der zweite Platz von Arnold Schuler, der sagenhafte 31.328 Stimmen auf sich verei nen konnte. Der Plauser Landwirt hat sich in Vergangenheit immer wieder gegen das parteiinterne „Establishment“ ausgesprochen. Besonders viel Zustimmung erfuhr er nach seinem Verzicht auf den Posten des Landesrats am 23. Jänner: In der ersten Abstimmung hatten auch einige SVPMandatare gegen ihn gestimmt. Sein darauf folgender Verzicht schlug hohe Wellen. Schuler verzichtete üb rigens im Wahlkampf auch auf die Unterstützung des Südtiroler Bauernbundes: Der Landwirt, der in Plaus einen großen Bauernhof führt, wollte sich nicht vor den Karren spannen lassen: „Natürlich bin ich Landwirt mit Leib und See le“, sagt er, „aber ich will mir die Freiheit bewahren, ohne Zwang Politik zu betreiben“. Mit einiger Enttäuschung muss te auch Parteiobmann Richard Theiner zur Kenntnis nehmen, dass er „nur“ auf dem dritten Platz
Die Stadt Brixen ist neben Amhof auch durch Hans Heiss (Grüne) und Walter Blaas (Die Freiheitlichen) im Landtag vertreten
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gelandet sei – hinter Kompat scher und Schuler. Auf Theiner folgt Martha Stocker, die auf 21.178 Stimmen kam und damit im Vergleich zu 2008 um 4.500 Stimmen zulegen konnte. Dann folgt – eine positive Überraschung aus Sicht des Eisacktals – Philipp Achammer: Er hatte einen fri schen, jugendlichen und mutigen Wahlkampf geführt, aber seine
Meriten hatte er wohl vor allem in den vier Jahren als Landes sekretär erworben, in denen er hohe Medienpräsenz genoss. In der Tat schickte der Parteiobmann Theiner den Landessekretär gern zu Interviewterminen – wissend, dass Achammer stets mit viel De mut und Zurückhaltung, trotzdem aber mit großem Selbstbewusst sein, Fachwissen und griffigen
Argumenten vor dem Reporter mikrophon punktete. Die „Zunei gung“ Theiners kühlte allerdings merkbar ab, als auch Achammer sich als KompatscherFan geoutet hatte. Als Landessekretär wurde er überraschend abgesetzt; Thei ner bedankte sich nur halbherzig für seinen vieljährigen Einsatz. Auch zu diesem Thema musste Theiner allerdings bald feststel
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Politik & Gesellschaft
Der „Erfahrene“ und die „Neue“ bei den Freiheitlichen: Pius Leitner ist zum fünften Mal im Landtag, Tamara Oberhofers Wahl gilt hingegen als Überraschung
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len, dass die Meinung der viel zitierten Basis in etwa diametral entgegengesetzt von seiner eige nen war: Achammer hat von den Ortsobleuten viel Unterstützung erfahren. Seine „Verabschiedung“ als Landessekretär hatte er übri gens staatsmännisch akzeptiert: Sogar in dieser kritischen Situation verteidigte er seine Partei und den Parteiobmann. Thomas Widmann kam auf Platz 6 der SVPinternen „Hit parade“. Der derzeitige Landes rat für Mobilität und Tourismus musste feststellen, dass er in der Bevölkerung ziemlich polarisierte: Er hat starke Unterstützer, aber er wird auch vielfach kritisiert. Dem entsprechend war es kei ne große Überraschung, dass er am Ende 4.424 Stimmen weni ger bekam als 2008. Trotzdem: Der Stimmenverlust fiel vielleicht weniger dramatisch aus als viele prophezeit hatten. Sein Kollege Florian Mussner hat hingegen um fast 9.000 Stimmen weniger bekommen. Josef Noggler wurde Achter, danach folgt überraschend
die Brunecker Lehrerin Waltraud Deeg, der man ein solches Er gebnis nicht zugetraut hatte, und Dieter Steger, der hingegen stärker eingeschätzt wurde. Maria Hoch gruber Kuenzer reihte sich knapp vor Helmuth Renzler ein.
Magdalena Amhof:„Geschafft!“
Und dann folgt – aus Brixner Sicht ebenfalls erfreulich – Magdale na Amhof mit immerhin 8.919 Stimmen. Dass Amhof in den Landtag einziehen würde, war von Beobachtern als sehr unsi cher gesehen worden, und auch sie selbst rechnete sich lediglich eine 50prozentige Chance aus, wie sie einige Tage vor der Wahl noch erklärt hatte. Amhof kommt immer wieder in die Schlagzei len – allerdings in zwiespältigen Zusammenhängen: In Brixen gibt es auch kritische Stimmen zu ihrer ehemaligen Tätigkeit als UrbanistikStadträtin. Als Bür germeister Albert Pürgstaller ein halbes Jahr vor den Wahlen das Ressort wieder selbst übernahm, wurde sie wiederum kritisiert.
Nach den Wahlen führte dann eine Indiskretion zu einer unsäglichen Polemik: Amhof soll parteiintern erklärt haben, dass sie aufgrund ihrer Familienplanung auf einen Sessel in der Landesregierung verzichten würde – was heftige Reaktionen von den Frauenbe wegungen zur Folge hatte: Man könne nicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf predigen und dann eine solche Aussage tätigen. Amhof relativierte: Das Ganze sei eine klassische Zeitungsente, eine Erfindung einer Journalistin der tageszeitung, die offenbar auf Themensuche war. Brunecks Bürgermeister Chris tian Tschurtschenthaler hat eben falls den Sprung in den Landtag geschafft, genauso wie Veronika Stirner Brantsch, Albert Wurzer und – als letzter – Oswald Schie fer. Womit wir bei den Verlierern unter den SVPKandidaten wären. Als Pechvogel kann sich Otto von Dellemann bezeichnen, der den Einzug in den Landtag um ganze 87 Stimmen verpasst hat.
Danach folgt Heidi Felderer und die Schwedin Marie Mawe – ein blonder Farbtupfer auf der SVP Liste. Enttäuschend für das Eisack tal ist das Abschneiden von Peter Gasser, dem Bürgermeister von NatzSchabs. Bezeichnend für diese Wahlen ist, dass der Wähler sich offenbar von den „Vorgaben“ der Verbände nicht mehr beein flussen lässt: Heidi Felderer von den Handwerkern, Hansi Pichler von den Hoteliers und der Bau ernbundkandidat Christian Gru ber sind gescheitert. Der größte Verlierer ist allerdings Landesrat Elmar Pichler Rolle, der 2008 noch 24.300 Vorzugsstimmen erhalten hatte: 2013 haben nur noch 5.132 Wähler seinen Namen auf die Stimmkarte geschrieben. Pichler Rolle ist damit klar abgewählt worden und wird jetzt wohl wie der in seinen eigentlichen Beruf zurückkehren. Noch heute kann er dieses Ergebnis nicht verstehen.
Walter Blaas: Gute Oppositionsarbeit. Bei den Freiheitlichen gab
es erwartungsgemäß eine Kon zentration der Vorzugsstimmen auf die beiden Platzhirsche Pius Leitner und Ulli Mair: Leitner hat 36.764 Stimmen erhalten, Mair etwa 5.000 Stimmen weniger. Da nach folgen Roland Tinkhauser und Sigmar Stocker, und dann, mit großem Rückstand, der Brixner Gemeinderat Walter Blaas mit 3.594 und die Mühlbacherin Ta mara Oberhofer mit 2.673 Stim men. Blaas hat sich als Brixner Gemeinderat der Opposition in den vergangenen Jahren seine Sporen verdient; er wird auch von den SVPKollegen im Brixner Gemeinderat vielfach geschätzt, weil er sich stets mit Akribie in die Themen einarbeitet und sich gut vorbereitet der politischen Diskussion gestellt hat – Oppo sition eben, aber mit Niveau. Im
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So hat Brixen gewählt Die Reihung der Vorzugsstimmen in der Gemeinde Brixen im Vergleich zum Eisacktal und Südtirol zeigt: Peter Gasser und Stefan Hofer hätte die Stadt gern im Landtag gesehen.
Kandidat (* = gewählt) und Partei Brixen Eisacktal Südtirol Arno KOMPATSCHER* (SVP) Magdalena AMHOF* (SVP) Pius LEITNER* (F) Philipp ACHAMMER* (SVP) Ulli MAIR* (F) Peter GASSER (SVP) Walter BLAAS* (F) Hans HEISS* (Grüne) Arnold SCHULER* (SVP) Martha STOCKER* (SVP) Thomas WIDMANN* (SVP) Richard THEINER* (SVP) Stefan HOFER (SVP) Brigitte FOPPA* (Grüne) Riccardo DELLO SBARBA* (Grüne) Eva KLOTZ* (STF) Roland TINKHAUSER* (F) Sven KNOLL* (STF) Waltraud DEEG* (SVP) Florian MUSSNER* (SVP) Dieter STEGER* (SVP) Christian TOMMASINI* (PD) Maria HOCHGRUBER KUENZER* (SVP) Tamara OBERHOFER* (F) Helmuth RENZLER* (SVP) Ida Marie MAWE (SVP) Otto VON DELLEMANN (SVP) Sigmar STOCKER* (F) Alessandro Urzì* (L‘Alto Adige nel Cuore) Roberto BIZZO* (PD) Albert WURZER* (SVP) Veronika STIRNER BRANTSCH*(SVP) Christian TSCHURTSCHENTHALER* (SVP) Hannes ZINGERLE (F) Hansi PICHLER (SVP) Heidi FELDERER (SVP) Josef NOGGLER* (SVP) Angelika MARGESIN (SVP) Tobias PLANER (Grüne) Cornelia BRUGGER (PD) Andreas PÖDER* (BürgerUnion) Thomas EGGER (WirSüdtiroler) Elena ARTIOLI* (Team Autonomie) Albin KOFLER (SVP) Magdalena SCHWELLENSATTL (SVP) Paul KÖLLENSPERGER* (M5S) Hans Christian OBERARZBACHER (SVP) Donato SEPPI (Unitalia) Bernhard ZIMMERHOFER* (STF) Oswald SCHIEFER* (SVP) Wally KÖSSLER (SVP) Wilhelm KLOTZ (SVP) Josef STECHER (F) Roselinde GUNSCH KOCH (SVP)
3094 1850 1732 1282 1182 939 937 876 869 639 510 474 473 457 440 425 423 384 372 357 342 275 275 247 213 210 207 199 180 167 164 153 136 132 127 125 120 107 89 87 85 76 64 62 49 42 41 41 40 27 20 15 13 13
9817 4238 5975 3835 4337 3082 1998 1723 2762 2246 1481 1765 809 971 867 1323 1817 1239 1213 1540 950 421 1307 1052 871 737 675 982 215 249 577 495 338 612 511 563 452 303 189 171 258 255 87 234 182 65 132 51 205 75 49 74 47 61
81117 8919 36764 14478 31175 4378 3594 12703 31328 21178 14205 26655 4101 9270 8431 13037 13550 12242 12228 13923 11017 6829 10359 2673 8933 6680 6835 9398 3492 5399 6999 7043 8229 2530 6545 6775 12695 3594 2671 2563 3045 2738 2054 4591 2927 1334 3024 2403 2680 6922 2304 3669 2392 3989
Gemeinderat wird er nun von Willi Zelger ersetzt werden, nach dem Heidi Gasser ihr eigenes Nachrücken abgelehnt hatte. In Brixens Gemeindestube fragt man sich nun, wie sich das Ausschei den von Blaas auswirken werde: Ähnlich wie im Land, wo das Duo Mair/Leitner omnipräsent ist, war die Freiheitliche Oppositionsarbeit in Brixen vor allem von Blaas repräsentiert – die restlichen vier Gemeinderäte hielten sich dezent im Hintergrund.
Hans Heiss: 12.703 Vorzugsstimmen. Keine Überraschung
gab es indes bei den Grünen: Hans Heiss hat beachtliche 12.703 Vorzugsstimmen erhalten, gefolgt von Brigitte Foppa und Riccardo Dello Sbarba, der damit verhindert hat, dass sich die grundsätzlich interethnischen Grünen von der italienischen Sprachgruppe end gültig distanziert. Der Abstand zum Vierten in der Grünen „Hitparade“, Tobias Planer, ist beträchtlich. Lei der enttäuschend das Abschneiden des Klausners Christoph Moar, der für die Fundis bei den Grünen möglicherweise zu realpolitisch agierte: Er kam lediglich auf 640 Vorzugsstimmen. Bei der SüdTiroler Freiheit punkteten ebenfalls erwartungs gemäß Eva Klotz (13.037 Stim men) und Sven Knoll – danach folgt Bernhard Zimmerhofer, der vollkommen überrascht war von seinem Einzug ins Landespar lament. Der Brixner Hartmuth Staffler erreichte übrigens 676 Vorzugsstimmen – zu wenig, um landesweit eine Rolle zu spielen. Auch beim PD lief alles wie geplant: Tommasini und Bizzo wurden gewählt, aber im Grunde hatte sich der PD erwartet, dass es für einen dritten Abgeordneten reichen würde – was dann nicht der Fall war. Somit muss Cornelia Brugger draußen bleiben. Einen Achtungserfolg landete die Brixner Gemeinderätin Renate Prader, die immerhin 1.101 Vorzugsstimmen auf sich vereinen konnte.
Die Ergebnisse in Brixen. Die
Landtagswahlen wurden auch in Brixen mit großer Anspannung beobachtet: Würde sich die De batte um die geplante Seilbahn Anbindung BrixenSt. Andrä auf die Wahlen auswirken? In diesem Fall hätte die SVP, die sich immer klar für die Seilbahn ausgespro chen hatte, entsprechend klare Verluste einfahren müssen. Dies war nicht der Fall: In Brixen verlor die SVP mit einem Prozent viel weniger als landesweit, was bei
den SVPExponenten zu einem leisen Aufatmen führte. In eini gen Sektionen der Stadt durfte die SVP sogar leichte Gewinne verbuchen, im Rosslauf gab es hingegen leichte Verluste. Aussa gekräftig ist das SVPErgebnis im Bereich Bahnhof und Mozartal lee, wo die Volkspartei um 1,6 Prozent zulegen konnte. Verluste hingegen gab es in Milland und, überraschenderweise, in Albeins, der Heimat von Bürgermeister Al bert Pürgstaller und Stadtrat Peter Brunner, wo die SVP 10 Prozent verlor. Interessant ist auch, dass die Volkspartei im Mittelgebirge auf Kosten der Freiheitlichen zule gen konnte: Dass Walter Blaas sich immer gegen eine Seilbahnverbin dung vom Bahnhof ausgesprochen hatte, ist einigen blauen Wählern offenbar sauer aufgestoßen. Die Freiheitlichen kamen in Brixen auf 20,9 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 11 Prozent. Der PD verlor in der Gemeinde leicht, die SüdTiroler Freiheit ebenfalls.
Arno Kompatscher vor schwieriger Aufgabe. Der designierte
Landeshauptmann befindet sich in Bozen interessanterweise nun in einer ähnlichen Situation wie 2010 Albert Pürgstaller in Brixen, als er sich mit 13 von 30 SVP Gemeinderäten auf die Suche nach Koalitionspartnern begeben hatte: Es ist ein Unterschied, ob die SVP auch ohne dem vom Statut vorgesehenen italienischen Koalitionspartner entscheidungs fähig ist – oder ob der „kleine“ Partner bei jeder Entscheidung das Zünglein an der Waage darstellt. Pürgstaller hatte sich 2010 am Ende sicherheitshalber für eine DreierKoalition SVP/PD/GBL aus gesprochen mit dem Hintergedan ken, dass er bei den jeweiligen Themen zumindest einen der beiden Koalitionspartner gewin nen könne. Allerdings stellen die jeweiligen Akteure eine Mischung von Weltanschauungen dar, deren Heterogenität die Konsensfindung erschwerte und am Ende in dem Sinn scheiterte, dass Pürgstaller nach dem ablehnenden Verhalten der Grünen Bürgerliste zur Volks abstimmung über die Seilbahn entnervt die Zusammenarbeit mit derselben auf Sparflamme setzte und mit den Freiheitlichen eine themenspezifische Kooperation begann, die seither recht gut funktioniert und die Bürgerliste etwas ins politische Abseits ge schoben hat. Während dieser „Brixner“ in Druck geht, finden in Bozen die ersten Sondierungsgespräche 17
Politik & Gesellschaft
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GW 2000
LW 2003
GW 2005
LW 2008
GW 2010
LW 2013
Die Grafik des Wahlergebnisses in der Gemeinde Brixen im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen 2000, 2005 und 2010 sowie der Landtagswahlen 2003 und 2008 zeigt eindrucksvoll: Die SVP hat sich inzwischen stabilisiert, die Freiheitlichen sind nach wie vor im Aufwind
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3 1 1 1
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3
Die neue Sitzverteilung im Südtiroler Landtag statt, deren Ausgang ungewiss ist. Kompatscher steht vor einer schwierigen Aufgabe und hat sich dafür entsprechend lange Zeit gelassen: Der PD ist der „logische“ Koalitionspartner, aber es dürfte unwahrscheinlich sein, dass sich die SVP allein auf den PD ver lassen wird – auch deshalb, weil damit die Mehrheit mit 19 Stim men denkbar knapp wäre. Will Kompatscher dem Wählerwillen folgen, müsste er die Freiheitlichen ins Boot holen – aber dagegen wird sich der PD zu wehren wis sen. Ulli Mair selbst hat sich in den vergangenen Tagen verhalten wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen: Sie ließ keine Gelegenheit aus, um dem desi gnierten Landeshauptmann ans Bein zu pinkeln, und die politische Szene fragt sich nun, ob dies eine Strategie ist, damit Kompatscher bitteschön ja nicht die Freiheit lichen als Koalitionspartner nimmt, oder ob es einfach das Tempera ment ist, das mit Ulli Mair durch geht. Kompatscher ließ sich von Mair Poltern nicht beeindrucken und bekräftigte seine Aussage, „ergebnisoffen“ in die Verhand lungen zu gehen. Die Frage ist: Was passiert, wenn Kompatscher den Freiheitlichen eine konkrete Zusammenarbeit anbieten würde? Ulli Mair kann schlecht ablehnen, aber sie riskiert in der Tat, dass der Mythos, der in den letzten Jahren
Südtiroler Volkspartei Die Freiheitlichen Verdi - Grüne - Verc - SEL Süd-Tiroler Freiheit PD Demokratische Partei Partito Democratico Forza Alto Adige - Lega Nord - Team Autonomie Movimento Cinque Stelle Bündnis BürgerUnion Ladins Dolomites - Wir Südtiroler L'Alto Adige nel cuore
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um die Freiheitlichen entstanden ist, im Sog der Realpolitik entzau bert würde. Auch sie befindet sich in einer zukunftsentscheidenden Zwickmühle. Eine Koalition mit den Grü nen ist auch möglich, aber damit würde die neue Regierung wohl zu sehr ins linke Lager abdrif ten. Kompatscher weiß, dass er mit einer solchen Lösung den Freiheitlichen zuspielen würde. Unter SVP-Leuten kursiert schon die Aussage: Holt Kompatscher die Grünen ins Boot, riskiert er, dass die Freiheitlichen bei den nächsten Wahlen weiter bedeu tend zulegen.
Konstituierende Sitzung als Trauerspiel. Einen Vorgeschmack
auf die nächsten fünf Jahre gab es jedenfalls bei der konstituierenden Sitzung des Landtags – es war ein Trauerspiel, ein politisches Geplänkel der katastrophalen Art. Das Dilemma dieser ersten Sitzung war, dass die Geschäftsordnung die Wahl des Präsidiums und der Präsidialsekretäre vorsieht – eines der Mitglieder muss dabei der Opposition angehören. Was aber, wenn man noch nicht weiß, wie die Koalition aussehen und wer in der Opposition sein wird? Kompatscher hatte, um eine Lösung für dieses Dilemma zu finden, im Vorfeld alle Fraktionen zu einem informellen Gespräch
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eingeladen mit dem Vorschlag, bis zur Regierungsbildung nur eine provisorische Besetzung des Präsidiums vorzunehmen, die im Bedarfsfall später korrigiert werde. Beim Treffen soll es einen Kon sens gegeben haben – an den sich bei der Sitzung des Land tags dann allerdings die Freiheit lichen, Andreas Pöder und auch die Süd-Tiroler Freiheit plötzlich nicht mehr erinnern wollten. Nach langen Diskussionen kam es trotzdem zu einem Ergebnis: Martha Stocker wurde mit ma geren 18 Stimmen Landtagsprä sidentin, Roberto Bizzo ihr Vize, Arnold Schuler, Richard Theiner und Roland Tinkhauser die drei Präsidialsekretäre – provisorisch, wie erwähnt. Nach der Wahl der Landesräte wird wohl neu gewür felt werden.
Wie sieht die neue Regierung aus? Wer aber werden diese Lan
desräte sein? Das ist die derzeit spannendste Frage, die sich heuer viel komplexer gestaltet als in Vergangenheit, wo zumindest die beiden Koalitionspartner feststan den. Heute ist nix fix, alles Hy pothese. Es gibt einige Fixstarter: Kompatscher natürlich, Arnold Schuler, der wohl zumindest das Ressort Landwirtschaft überneh men wird, Florian Mussner, Martha Stocker. Richard Theiner wird ein Sitz in der Landesregierung auch nicht zu nehmen sein, sofern er nicht selbst darauf verzichtet. Die Chancen von Thomas Widmann sind schwer einzuschätzen; nimmt Kompatscher neben Mussner und Theiner auch ihn, wird ihm der Vorwurf, dass der Sinn zur Erneu erung nur eine Floskel war, nicht ausbleiben. Da das Verhältnis der Frauen in der Landesregierung dem Verhält nis im Landtag entsprechen muss, müssen bei neun Landesräten drei dem weiblichen Geschlecht
angehören; bei einer Reduzierung der Landesregierung auf acht Mit glieder müssten es zwei Frauen sein. Neben Martha Stocker hat Waltraud Deeg gute Chancen, oder eben unsere Magdalena Amhof, die aber ihrem Bezirks kollegen Philipp Achammer den Vortritt lassen würde, der mehr Stimmen bekommen hat. Was aber, wenn es unbedingt eine dritte Frau braucht? Sollte es zu einer Koalition mit den Grünen kommen, käme Brigitte Foppa in Frage, bei den Freiheitlichen wohl Ulli Mair. Kann man aber mit einem Elefanten im Porzellan laden regieren? Sollte es zur Koalition mit dem PD kommen, hat eigentlich Chri stian Tommasini als Erstgewählter die besten Chancen – aber die derzeitige Polemik zu den Kos ten der Bewerbung Bozens als Kulturhauptstadt schwächt den schmächtigen Landesrat gewal tig, und außerdem ist Roberto Bizzo eher ein „Renzianer“ als Tommasini, was dem nationalen Trend innerhalb der Partei ent sprechen würde. Vielleicht wird es aber ein Bündnis SVP/F/G geben – in diesem Fall könnte Dello Sbarba als Italiener in die Regierung einziehen. Wie gesagt – nix ist fix, alles in Schwebe. Der designierte Landeshauptmann sagt, er habe sein „dream team“ bereits beisammen – zumindest innerhalb der SVP. Er hütet sich aber davor, Namen zu verraten.
Diskussionen ohne Ende? Es
bleibt zu hoffen, dass die Koali tionsgespräche weniger aufwän dig sein werden als in Deutsch land, wo es schon seit Wochen hinter verschlossenen Türen Dis kussionen gibt zwischen SPD und CDU/CSU. Die Opposition hat im Wahlkampf den Verlust der SVPAbsoluten herbeigesehnt – „damit auch in Südtirol endlich demo kratische Verhältnisse einziehen“. Diese fragwürdige Sichtweise des Wählerwillens ist möglicherweise von einer gewissen Opportunität geprägt: „Wir wollen endlich auch etwas zu sagen haben“. Das ist legitim – sofern am Ende der Diskussion Kompromisse zu Ent scheidungen führen. Ansonsten wird es im Land die sprichwört lichen „Bozner Verhältnisse“ ge ben, die man von der Gemeinde Bozen kennt, wo es 50 Gemein deräte von 16 verschiedenen Par teien gibt. Die Folge davon sind Diskussionen ohne Ende und vor allem ohne Ergebnisse. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 19
BRIXEN
Politik & Gesellschaft
Neue Chance Foto: Oskar Zingerle
Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung ihren Fähigkeiten entsprechend tätig sein dürfen. In den Inklusionscafés wie dem vis@vis im Fischzuchtweg in Brixen haben sie die Chance auf eine ganz normale Arbeit.
Angelika ist Mitarbeiterin im Inklusionscafe vis@vis und hilft von der Küche bis zum Service in allen Bereichen mit
U
m Menschen mit beson deren Bedürfnissen einen Arbeitsplatz zu geben, wur den in Südtirol zehn Inklusions cafés eingerichtet, darunter auch das Café vis@vis in Brixen. Mit der Eröffnung dieser Cafés hat sich für manche Menschen eini ges geändert: Sie haben nämlich
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nun die Chance, gemeinsam mit anderen einer öffentlichen Arbeit nachzugehen. Um die Bevölke rung dafür zu sensibilisieren, hat die katholische Frauenbewegung vor kurzem einen Kalender her ausgegeben, der von Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung mitgestaltet
wurde und über Standorte und Öffnungszeiten der einzelnen Cafés informiert.
Das Inklusionscafé in Brixen. Das
Café vis@vis am Fischzuchtweg in Brixen wird bereits seit sechs Jahren von der Sozialgenossen schaft Renovas geführt. Dabei
KERZENFACHGESCHÄFT Stadelgasse 3 · Brixen Tel. +39 0472 835 536 kerzen-welt.it · info@kerzen-welt.it 20
engagieren sich einige ehrenamt lich, um die zahlreichen Projekte weiterzutragen. Insgesamt wurden durch Renovas 30 Arbeitsplätze geschaffen, von denen gut ein Drittel mit integrierten Praktikan ten besetzt ist. Diese erfahren kompetente Begleitung und För derung und werden zu selbststän
digen, selbstverantwortlichen Mit arbeitern ausgebildet. „Inklusion ist, wenn ,anders sein’ normal ist, wenn das Nebeneinander zum Miteinander wird und alle mit machen dürfen – Menschen mit und ohne Behinderung“, erläutert Rosmarie Karbon, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, bei der Vorstellung des Kalen derprojektes. Eine Mitarbeiterin des Café vis@vis in Brixen ist Angelika: „Ich mache diese Arbeit gerne und habe in den drei Jahren, in denen ich hier bin, sehr viel ge lernt. Ich helfe in jedem Bereich mit, vom Service bis hin zum Putzen. Mittlerweile bediene ich zu Mittag einen ganzen Bereich selbstständig“, berichtet sie. Auch Birgit Latzen, Sozialbetreuerin der Genossenschaft Renovas, freut sich über die Entwicklung der Praktikanten: „Jeder hier hat die Möglichkeit, unter realistischen Bedingungen zu arbeiten. Mit ein bisschen Zeit und Geduld wächst der Mensch über sich hinaus.“
Arbeit für alle. Die Fähigkeiten und Charaktereigenschaften ei ner Person werden häufig auch
anhand des Berufs bestimmt. Somit ist Arbeit nicht nur not wendiges Übel zur Beschaffung von finanziellen Mitteln, sondern trägt auch beträchtlich zur gesell schaftlichen Anerkennung sowie der persönlichen Weiterentwick lung bei. Leider gibt es in unserer Gesellschaft eine Schicht, der es absolut verwehrt ist, sich über diesen Bereich zu definieren, da sie ganz einfach keine Arbeit hat. Das gibt diesem Teil der Bevölke rung das Potential, an den Rand gedrückt zu werden. „Gerade deswegen brauchen wir Arbeit für alle in diesem Land und ganz besonders für jene, die es nicht so einfach haben“, erklärt Stefan Ho fer, Präsident vom Dachverband für Soziales und Vizepräsident der Brixner Sozialgenossenschaft Renovas: „Die demographische Entwicklung bringt mit sich, dass die Menschen immer älter wer den, und das stellt uns vor ganz neue Herausforderungen“, erläu tert er. Der Grund dafür sei vor allem, dass die meisten Menschen mit Behinderung in ihrem Leben nie Sozialabgaben gezahlt haben, weshalb sie ab einem gewissen Alter nicht einfach in Pension
gehen können: Sie sind zu 100 Prozent auf Transferleistungen angewiesen. Demnach sei es laut Hofer von großer Wichtigkeit, dass es auch ihnen ermöglicht wird, eigenständig zu arbeiten und selbstständig für Lohn- und Lohnnebenkosten aufkommen zu können.
Mehr Besucher gern gesehen. Neben den wirtschaftlichen Vortei len steht jedoch der soziale Faktor ganz klar im Vordergrund. Da es bisher noch keine Möglichkeiten gab, Menschen mit Behinderung in das öffentliche Berufsleben ein zuschleusen, ist es umso beacht licher, dass die Mitarbeit in den Cafés sichtlich gut funktioniert. Dazu erklärt Rosmarie Karbon, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung: „Es gibt nichts Schöneres als wenn Menschen mit besonderen Bedürfnissen integ riert und auch ernstgenommen werden.“ Nach diesem Prinzip werden die Praktikanten in einem Inklusionscafé wie das vis@vis von gastronomisch und pädago gisch ausgebildeten Fachkräften in die Arbeitswelt eingeführt. Sie erfahren kompetente Begleitung
und Förderung und werden zu selbstständigen und selbstver antwortlichen Mitarbeitern. Da neben ist ein Arbeitsplatz eine gute Möglichkeit, um auch fern von der eigenen Familie soziale Kontakte zu knüpfen. Die Prak tikanten haben also die Möglich keit, ihre Kompetenzen zu stärken und einer verantwortungsvollen Arbeit nachzugehen, und zwar unter realistischen Bedingungen. Neben dem, was die Sozial genossenschaft Renovas in Brixen für Menschen mit Behinderung leistet, würde es einen noch grö ßeren Erfolg bedeuten, wenn das Café von den Brixnern mehr be sucht würde: „Natürlich liegen wir hier neben der Landesberufs schule Tschuggmall etwas ver steckt, aber ich würde mir wirk lich wünschen, dass mehr Leute auf unsere Arbeit aufmerksam würden. Es wäre einfach ein zu sätzlicher Ansporn für uns, wenn wir neben den Lehrern und Schü lern weitere Gäste willkommen heißen dürften“, so Joachim Ke rer, Präsident der Sozialgenossen schaft Renovas. hanna.hofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
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Aus anderem Blickwinkel Wie fühlt es sich an, mit eingeschränkter Sehkraft oder im Rollstuhl durch den Alltag zu gehen? Diese Erfahrung konnten alle Interessierten beim Barriereparcours „art-container barrierefrei“ erleben. Brixner Schüler setzten sich mit dem Thema weiters in einem Schreibwettbewerb auseinander.
W
ie findet ein Sehbehinder ter mithilfe eines Blin denstockes seinen Weg? Wie öffnet man eine Tür, wenn man im Rollstuhl sitzt? Und wie funktioniert die Gebärdensprache? Beim Selbsterfahrungsparcours der Initiative „artcontainer barriere frei“ konnten sich Besucher in die Welt von geh und sehbehinderten Menschen hineinfühlen: Ob mit Gehhilfen, Rollstühlen oder mit Kinderwagen – die oft ungeahnten Barrieren, die sich in öffentlichen oder privaten Räumen verbergen, ließen sich am Brixner Hartmann platz vom 9. bis 14. November am eigenen Leib erfahren. Ein von der Südtiroler Künstlerin Esther Sto cker gestalteter Container enthielt hingegen eine Bilddokumentation zum Thema „architektonische Bar rieren“, mit Fotos von Luigi Nicas tro und den bekannten Cartoons von Phil Hubbe, der den Alltag von Menschen mit Behinderung humorvoll schildert. Getragen wurde die Sensibilisierungsaktion von der Gemeinde Brixen in Zu sammenarbeit mit der Stiftung Vital, dem Amt für Menschen mit Behinderung, der Architekten kammer, der Arche im KVW, der Sozialgenossenschaft Independent L., dem Blindenzentrum St. Ra phael und dem Dachverband für Gesundheit und Soziales. Ziel der südtirolweiten Kampagne war es, das Bewusstsein für barrierefreie Mobilität zu schärfen, und zwar durch persönliches Erfahren und durch Änderung des Blickwinkels des Betrachters. Die Arbeitsgruppe „Aus anderer Sicht“, die seit 2008 in der Gemein de Brixen aktiv ist und Sensibilisie rungsarbeit zum Thema Menschen mit Beeinträchtigung macht, hat zum Anlass auch zwei besondere Rahmenveranstaltungen organi siert: zum einen die vielbesuchte Theateraufführung „Il suono della caduta“ mit der „Akademie Kunst der Vielfalt“ im Forum Brixen, die Menschen mit Beeinträchtigung auf die Theaterbühne bringt; zum anderen einen Wettbewerb für alle Schulstufen, mit der Aufgabe, sich mit dem Thema der Inklusion
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von Menschen mit Behinderung auseinanderzusetzen.
Schreibwettbewerb für Schüler. Zu diesem Zweck wurde allen Schulen der im vergangenen Jahr von der Arbeitsgruppe produzierte Film „Mit anderen Augen“ von Fini Plunger zur Verfügung gestellt, der auf Vorschlag des Mitgliedes der Arbeitsgruppe Helmut Wolf in Auftrag gegeben worden war. 130 Schüler haben am Wettbewerb teilgenommen und ihre Bilder, Rezensionen und Erörterungen eingereicht. Eine Jury bewertete die eingereichten Texte und zeich nete folgende Schüler mit schönen Sachpreisen aus: In der Kategorie Grundschule gewann Tanya Kerschbaumer, es folgen Manue la Agostini/Julia Blasbichler und
Cassandra Collu. Bei den deutsch sprachigen Mittelschülern über zeugte der Text von Sofia Hofer, es folgen Silvia Linder und Alina Passler; bei den italienischen Mit telschülern erreichte Romio Filip po den ersten Platz, es folgen Luca Agea und Ivan Ponessa. In der Oberschule gefiel der Jury die Filmrezension von Christine Nie
deregger/Nora Oberhauser am besten, Platz Zwei beziehungs weise Drei belegen Sandra Cotti ni/Laura Bacher und Vanessa Plunger/Eva Maria Cassar. All diese Texte können in der Online Variante „BrixnerPlus“ nachgelesen werden. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Anders Sein Du, der anders ist Du, der von allen abschätzig angesehen wird Du, der anders lebt und liebt Du, der lacht und weint, hasst und verzeiht Du, mit der großen Lebensfreude Du, mit der ungewissen Zukunft Du, der seinen eigenen Weg geht Du, den es zu bewundern gilt Du bist einzigartig und wirst geliebt wie du bist. Text von Sofia Hofer 1. Platz dt. Mittelschule
BRIXEN
Immunsystem der Seele R
esilienz – Jugendliche fürs Leben stark machen“ lau tete das Seminar, das vor einigen Tagen im Kassianeum abgehalten und von Vera Trebo geleitet wurde. Die Psychologin und Familientherapeutin, die in diesem Schuljahr einen Auftrag als Lernbegleiterin an der Landesbe rufsschule „Emma Hellenstainer“ innehat, beschäftigte sich an der Universität Padua mit dem Thema und führte dazu Studien in den USA durch, betreut von ihrem UniProfessor.
Immunsystem der Seele. Resi
lienz ist die Fähigkeit eines Men schen, Konflikte, Niederlagen, Misserfolge und Lebenskrisen zu meistern. Dies können Erkran kungen, der Verlust eines lieben Menschen durch Trennung oder Tod, Unfälle, schulisches, sport liches oder berufliches Versagen oder andere traumatische Erfah rungen sein. Resilienz ist gewis sermaßen das Immunsystem der Seele. Resiliente Menschen lassen sich nicht unterkriegen, reagieren in Krisen flexibel und kreativ und erholen sich von Fehlschlägen schneller als Personen, die über eine geringe Resilienz verfügen. In ihren theoretischen Ausfüh rungen ging die Psychologin Vera Trebo der Frage nach, welche Faktoren die Resilienz beeinträch
tigen. Diese können biologischer, psychologischer oder sozialer Na tur sein, so zum Beispiel eine neurologische Beeinträchtigung, ein Geburtsfehler, soziale Defizite wie Aggressivität oder familiäre Konflikte. Anhand einer Studie aus den 50er Jahren, die 698 Jungen und Mädchen mit schlechten Chancen auf ein erfolgreiches Leben beo bachtete, zeigte sie auf, dass auch unter ungünstigen Bedingungen selbstbewusste, fürsorgliche und leistungsfähige Erwachsene wer den können – zumindest ein Drit tel davon schaffte dies.
Familie als wichtigster Schutzund Risikofaktor. Um Resilienz
zu erlernen, brauchen Kinder ei ne enge emotionale Bindung zu mindestens einer Bezugsperson, die ihnen Sicherheit und Zuver lässigkeit vorlebt und gibt. Dazu brauchen sie das Gefühl, akzep tiert und geachtet zu werden – nur dann können sie ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstver trauen entwickeln. Dazu brauchen sie Unterstützung und Anleitung und gute Erfahrungen mit Gleich altrigen, aber auch mit Erwachse nen wie Trainern, Lehrpersonen, Ausbildern und Jugendarbeitern, die ihnen Lob, Anerkennung und Ermunterung aussprechen. Von all den Gruppierungen, die die
Schönheitsbehandlungen: (nach Vormerkung) 03.12. – 07.12. H. Rubinstein
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„Starke Kinder haben Kraft, um sich zu wehren“, singt Rolf Zuckowsky in einem seiner Lieder. Wie aus den Winzlingen in der Wiege selbstbewusste Kinder und Jugendliche werden, damit beschäftigte sich eine zwölfköpfige Gruppe von Erzieherinnen, Sozialarbeiterinnen, Pädagoginnen und interessierten Müttern im Kassianeum.
Die Psychologin und Familientherapeutin Vera Trebo erläuterte gangbare Wege zur Stärkung des seelischen Immunsystems ResilienzEntwicklung am stärk sten beeinflussen, ist die Familie mitsamt Tanten, Onkels, Kusinen oder Paten am wichtigsten. Wich tig für die ResilienzEntwicklung sind eine positive Kommunikation, gemeinsame Zeit, gemeinsame Feiern und Rituale, Ausgewogen heit zwischen Nähe und Distanz (vor allem in der Pubertät), Liebe und Verständnis auf der einen sowie Regeln und Strenge auf der anderen Seite. Die Familie ist aber auch der größte Risikofaktor, wenn psychische Probleme eines Elternteils auftreten, ein Alkohol problem besteht, Gewalt ausgeübt wird, eine Trennung vollzogen wird oder Schulden nicht bezahlt werden können. Zu große Lo ckerheit und Unverbindlichkeit mit Regeln oder ein zu autoritäres
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Erziehungsverhalten können er schwerend einwirken.
Krise als Risiko und Chance. Ei
ne Krise kann dabei durchaus als Risiko und Chance gesehen wer den: Jugendliche dürfen Fehler machen, in Krisen geraten und Risiken eingehen, denn nur so lernen sie sich kennen und ihre Stärken und Schwächen einschät zen. Erfolge und Fehlschläge zu erleben ist dem entsprechend eine Chance. Freilich kommt es darauf an, wie diese Situationen bewältigt werden. Eltern, die ihre Kinder und Jugendlichen vor allen negativen Einflüssen und Gefahren beschützen wollen, berauben sie dieser Chance. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
IN EIGENER SACHE
„Brixner“ jetzt auch als Android-App! z Seit Jänner 2012 gibt es den „Brixner“ auch in einer durch mul timediale Inhalte angereicherten „BrixnerPlus“Version als App für iPhone und iPad. Viele Benutzer von AndroidGeräten haben seit dem unsere Redaktion kontaktiert mit der Bitte, eine App auch für diese Technologie zur Verfügung zu stellen – was vor einigen Ta gen nun auch geschehen ist. Die
„Brixner“App für AndroidGeräte kann über „Google play“ kos tenfrei auf Handys oder Tablets installiert werden – und präsen tiert nicht nur die letzte Ausgabe, sondern alle Ausgaben seit Jänner 2012. „Wir sind gespannt“, sagt Willy Vontavon, „ob die And roidApp ähnlich sensationelle Zugriffe erfahren wird wie die iOSVersion“. Die 22 als „Brix
nerPlus“ erschienenen Ausgaben wurden von über 30.000 Lesern konsumiert; fast 800.000 Seiten (!) wurden bisher aufgerufen – „davon profitieren natürlich auch unsere Werbekunden, die damit neue Zielgruppen erreichen“, sagt Vontavon. Der „Brixner“ ist nach wie vor die einzige Südtiroler Be zirkszeitschrift mit einer eigenen App. oz
P&G
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Südtiroler Architekturpreis für Westumfahrung z Das Brixner Architekturstudio Modusarchitects hat den 1. Preis des Südtiroler Architekturpreises in der Kategorie „open spaces“ erhalten, und zwar für ihr Pro jekt RingRoad (Westumfahrung Brixen). Es ist die zweite gro ße Auszeichnung für Modusar chitects; das Team um Matteo Scagnol gewann zeitgleich auch den slowenischen „Premio Pira nesi 2013“. Die Gestaltung der Westumfahrung orientierte sich an drei Leitlinien: Den Umwelt einfluss sämtlicher oberirdischer
kurz
notiert
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Bauten auf ein Minimum zu reduzieren, sie mit dem land schaftlichen Kontext in Einklang zu bringen und unter ein ge meinsames Gestaltungsprinzip zu fassen. An diese gestalterischen Leitlinien wurden alle anfallenden Bauelemente, wie beispielsweise Portale oder Tunnel, sämtliche Einfassungs und Stützmauern, Lärmschutzwände, Servicege bäude und technischen Bauten, Belüftungskamine sowie das Leitsystem herangeführt. Für den Südtiroler Architekturpreis wur
Der Brixner Gemeinderat hat die Gesellschaftsbeteiligungen der Gemeinde genauer geprüft. Da diese entweder keine Gewinne abwerfen, in den letzten Jahren keine Kapitalaufstockung vorgenommen wurde oder es sich um übergemeindliche Gesellschaften handelt, können die Beteiligungen aufrecht bleiben.
den zudem weitere drei Projekte aus Brixen nominiert: die Kletter halle Vertikale in der Kategorie „public“ (Wolfgang Meraner und Lanz+Mutschlechner – stadtlabor), die Boutique ÖhlerWoman in der Kategorie „interior“ (bergmeister wolf Architekten) sowie der Um bau des Foyers des ehemaligen AstraKinos (Lanz+Mutschlechner
– stadtlabor) in der Kategorie „renovation“. Der Südtiroler Ar chitekturpreis wurde heuer zum siebten Mal vergeben; neben der Bewertung durch eine dreiköpfige Fachjury, bestehend aus Adolfo Natalini (Italien), Tom Vack (USA) und Axel Simon (Schweiz), fand heuer erstmals auch ein Publi kumsvoting statt. db
Das Jugendzentrum „juze kass” wurde nach dem Umbau wiedereröffnet und präsentiert sich nun auch als interkulturelles Jugendcafé ohne Konsumzwang. Für die Besucher werden internationale Zeitungen sowie verschiedene interkulturelle Spiele zur Verfügung gestellt.
Die Gemeinde kann Mehreinnahmen von 420.500 Euro verzeichnen. Diese werden für Felssicherungsarbeiten am St.Josef-Weg und zweier Baulose in Afers verwendet; zudem vergibt die Gemeinde Beiträge von 61.700 Euro im Bereich Kultur und 104.500 Euro im Bereich Fremdenverkehr.
NACHGEFRAGT
„Mit Nachdruck gegen Spielautomaten“ Herr Stadtrat Brunner, im Widerspruch zur einschlägigen Gesetzeslage und trotz mehrmaliger Rüge haben fünf Lokale in den von der Gemeinde definierten „sensiblen Zonen“ weiterhin Spielautomaten in Betrieb. Wie will die Gemeinde dem Problem endgültig Herr werden? Bürgermeister Albert Pürgstaller hat unlängst verfügt, dass inner halb von 24 Stunden sämtliche Spielgeräte in den betroffenen Lokalen zu entfernen sind, nachdem sich fünf Betriebe nicht an die Regelung gehalten hatten. Bis auf eine Bar wurde der Verfügung auch Folge ge
leistet. Drei Betriebe haben gegen die Verfügung zur Entfernung der Spielautomaten – im Übrigen mit Unterstützung der Spielautoma tenbetreiber – Rekurs eingereicht, und das Verwaltungsgericht hat einen davon bereits zurückgewie sen. Da die beiden anderen Fälle nahezu identisch gelagert sind, ist wohl ein ähnliches Urteil zu erwarten. Ebenso sind mehrere Rekurse gegen die Stadt Bozen in Sachen Spiellizenzen zurück gewiesen worden. Zweck eines Barbetriebes ist eben nicht der Betrieb von Glücksspielen, son dern die Verpflegung und Ver köstigung der Gäste. Aus diesem Grund bleiben die bestehenden
reinen Spielsaallizenzen bis zum nächsten Verfall auch aufrecht, während jene der Bars für den Betrieb von Spielautomaten nicht mehr gültig sind.
Foto: Oskar Zingerle
PETER BRUNNER, Stadtrat für Wirtschaft und Lizenzen, zur Vorgehensweise der Gemeindeverwaltung im Kampf gegen Spielautomaten in Gastlokalen.
Mit welchen Konsequenzen haben die Lokalbetreiber zu rechnen, die sich nicht an die geltende Regelung halten? Es ist eine Geldstrafe von immer hin 552 Euro vorgesehen. Sollte diese Sanktion nicht ausreichen, kann die Gemeinde noch Zusatz strafen verhängen, die bis zu einer Schließung des Lokals gehen kön nen. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Auch heuer Wieder:
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zugunsten der Krebshilfe: Kaufen sie bei uns ein und wir verdoppeln ihre spende!
Es freut mich, Ihnen mitzuteilen, dass ich ab sofort die Leitung unseres traditionellen Familien betriebes übernehme. Höchste Professionalität und Perfektion für individuelle Brillen und Kontaktlinsen, sowie Ihre Zufriedenheit liegen mir am Herzen. Mein Team und ich freuen uns auf Ihren Besuch.
Ihr Michael Brugger, Diplomoptiker
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Geschichtsträchtiges Milland z Vor 20 Jahren fand in Milland anlässlich der 1100JahrFeier ein historischer Umzug mit über 250 Teilnehmern statt. Milland war im Jahr 893 erstmals urkund lich erwähnt worden. Anhand der Fotos des Umzuges und
einiger alten Ansichten Millands sowie der Fotos von Familien und Wohltätern wurde vor kurzem im Jugendheim die Ausstellung „So feierte Milland vor 20 Jahren“ or ganisiert. Für Informationen stand Emil Kerschbaumer, Vorsitzender
der Vereinsgemeinschaft und Chro nist von Milland, zur Verfügung: „Der Aufwand hat sich gelohnt, es gab ein großes Interesse beim Durchblättern der Chroniken von 2001 bis 2012 sowie an der Dia show und der Ausstellung selbst.“ Foto: Siegfried Tasser
Politik & Gesellschaft
BRIXEN/MILLAND
Nicht weniger interessant ist die Geschichte Millands, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde MillandSarns bis 1928 nicht ein mal Teil der Gemeinde Brixen war. 1913 versetzte es die Be wohner der kleinen Gemeinde sogar in Aufruhr, als die Idee aufkam, Milland Brixen einzu gemeinden: Die Millander woll ten damals nämlich gar nicht zu Brixen. Die Stadt hingegen sah die Eingemeindung als logische Konsequenz, da der ländliche Charakter Millands bereits dem städtischen Einfluss gewichen sei – so berichtet zumindest die „Brixener Chronik“ vom 25. November 1913. 1928 wurde schließlich nicht nur die Ge meinde MillandSarns, sondern auch Pfeffersberg, Albeins sowie die Fraktion Elvas eingemeindet. Dadurch wuchs das Gemeinde gebiet um das Achtfache und die Bevölkerungszahl um rund hh 2.500 Einwohner.
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Verschärfte Gemeindebauordnung z Da es in Vergangenheit manchmal bei Projekten für Gebäude in Hanglagen zu miss bräuchlicher Anwendung der in der Gemeinde Brixen geltenden Gemeindebauordnung gekom men ist, hat der Gemeinderat in seiner Sitzung von Anfang November beschlossen, die Leitplanken für unterirdisches Bauen neu zu definieren. Als „unterirdisch“ gilt für Gebäude in Hanglagen auch jene Kuba tur, die in den Hang hinein ge baut wird. Dadurch entstanden manchmal auch in größerem Umfang Nebenraumflächen, die eigentlich für Bad, Waschraum oder Dielen geeignet sind, am Ende aber häufig als Schlafraum genutzt werden – wobei dafür sehr oft für ein behagliches Wohnen notwendige Eigen schaften wie genügend Licht und Luft fehlen. Mit der neuen
seit dal
1930
Gemeindebauordnung versucht man nun, diesem bewussten Missbrauch geltender Vorschrif ten vorzubeugen: Die Neben raumflächen müssen ab sofort in einem bestimmten Verhältnis zur Nettowohnfläche stehen. Liegt die Nettowohnfläche bei über 110 Quadratmeter, darf die Nebenwohnfläche maximal 30 Prozent davon ausmachen; liegt die Nettowohnfläche hingegen unter 28 Quadratmeter, dürfen maximal 60 Prozent davon Ne benraumflächen sein. Betroffen von dieser Regelung sind aber nur Gebäude ab vier Wohn einheiten, mit Ausnahme von Reihenhäusern. Die Regelung wurde mit einer Stimmenthal tung und 21 JaStimmen geneh migt. Sie wird nicht für bereits gebaute Gebäude angewendet, sondern nur für neue Projekte. wv
BRIXEN
„Du kannst es ändern!“ z Gewalt gegen Frauen gibt es überall, auch in Südtirol. Im Jahr 2012 wurden in Italien 124 Frauen von Partnern oder ExPartnern getötet; bis Juli 2013 waren es heuer 68. Laut einer Statistik des Europarates ist häusliche Gewalt Hauptursache für den Tod von Frauen zwischen 16 und 44 Jahren und liegt damit vor Krebs und Ver kehrsunfällen. Mit diesen Zahlen erschreckte Barbara Wielander, Leiterin des Brixner Frauenhau ses, die spärlich erschienenen Teilnehmer der Veranstaltung „Gewalt gegen Frauen: Zahlen, Fakten, Maßnahmen“ in der Cusa nus Akademie. Häusliche Gewalt wird als Ausdruck der historisch gewachsenen Ungleichheit der Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau definiert, die dazu ge führt habe, dass die Frau vom Mann dominiert, diskriminiert und daran gehindert wird, sich voll zu entfalten. So gelte es zu un terscheiden zwischen physischer, psychischer, sexueller und öko nomischer Gewalt. Die Referentin betonte, dass es für Frauen wichtig sei, erste Anzeichen und Formen von Gewalt wahrzunehmen, die
eigenen Rechte zu kennen und sich nicht von entschuldigenden Erklärungen beschwichtigen zu lassen. Von großer Bedeutung seien präventive Erziehungsmaß nahmen für Mädchen. Barbara Wielander stellte die Beratungs stelle für Frauen, die häusliche Gewalt erfahren, vor und legte die Angebote dar, die telefoni sche Beratung, Information sowie rechtlichen Beistand und Unter stützung in der Entscheidungsfin dung umfassen. Als Zufluchtsort für Frauen dient das Frauenhaus in Brixen, das jeweils acht Frauen und deren Kindern Unterkunft, Schutz und Sicherheit bietet. Für Notaufnahmen ist es rund um die Uhr geöffnet. Das Team, das aus sieben Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen besteht und durch Ehrenamtliche verstärkt wird, legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten, Ärzten und Ord nungshütern. „Selbstverständlich werden alle Gespräche vertraulich geführt, und die Frauen wissen, dass nichts ohne ihr Wollen ge schieht“, versichert Barbara Wie lander. jb
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Fotos: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen SEISMOGRAPH DOGGI: Markus Dorfmann reflektiert in seinen Liedern stets das, was die Gesellschaft beschäftigt
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PORTRAIT
Tiefsinnige Rampensau MARKUS „DOGGI“ DORFMANN, Brixner Liedermacher und noch viel mehr, über seine Musikkarriere – und die zwei Seelen in seiner Brust.
Erfrischend ehrlich, tiefsinnig melancholisch. Dabei hat alles
D
or Doggi sing’ wieder und träumt vom „Welthit“. Ein Hit bringt Erfolg und da mit das nötige Kleingeld für ein Häuschen am Meer für sich und Töchterchen Johanna. Das sind die zwei „bescheidenen“ Wün sche vom knapp Fünfzigjährigen, dem man das reife Alter nie und nimmer abkauft.
Vielfältige Talente. Aber auch
ohne Hit kann sich der Sänger gut vorstellen, mit Musik seinen Le bensunterhalt zu bestreiten. Dabei hat er als diplomierter Sportlehrer und ausgebildeter ShiatsuTrainer die Qual der Wahl. In der Tat hat der passionierte Kletterer mehrere Jahre Sport unterrichtet, aber die an die Wand donnernden Bälle haben seiner Lärmempfindlichkeit arg zugesetzt. Kein Vergleich zum angenehm ruhigen Gitarrenunter richt, den er nach seinem Studium am Jazzkonservatorium in Wien an mehreren Schulstufen gab. „Eine wunderbare Zeit waren die sieben Jahre, in denen ich eine ShiatsuPraxis führte“, resümiert Markus Dorfmann. „Außerdem zehre ich heute noch davon, bei meiner Tätigkeit als Ausbilder für Wellnesstrainer und bei meinen morgendlichen YogaÜbungen“ meint der Sänger. Heuer hat er, nicht ganz frei willig, auf ein Stellenangebot ver zichtet, weil er sich voll auf seine Jubiläumstournee konzentrieren wollte, die er im Alleingang auf die Beine gestellt hat. Seit zehn Jahren macht er mit den unter schiedlichsten Projekten von sich reden und kann mit sieben CD Produktionen aufwarten.
mit einem Blödelsong begonnen. Ein Freund ist damals zu einem mehrjährigen Aufenthalt nach Indien aufgebrochen. Anlass für Doggi, bei der Abschiedsfete auf die Gefahren im fremden Land hinzuweisen und die Vorzüge
Stille“. Und die Liebe, wo hat die Platz bei alldem? „Bis jetzt ist noch jede Partnerschaft ge scheitert“, gesteht er, „ich ertrage keine Nähe auf Dauer, außer die von meiner Tochter“. Das wird dann wohl der Grund sein, dass es bei Doggi kaum Liebeslieder mit Happyend gibt.
Ängsten und Sehnsüchten eines Scheidungskindes, das nicht zwi schen Mutter und Vater wählen will, sondern mit beiden Eltern gemeinsam heimgehen möchte. Musikalisch ist der Doggi zur zeit zweigleisig unterwegs: Für jene, die seine Auftritte nicht live verfolgen, gibt es Kostproben
„Ich bin die geborene Rampensau, aber gleichzeitig bin ich introvertiert und liebe die Stille“_ Markus Dorfmann der Heimat anzupreisen. Das Liedchen motivierte den Freund zwar nicht zum Dableiben, aber den Sänger zum Weiter machen. Es entstand eine erste CD, „An jedn a bissl“, die vom erwartungsvollen Publikum im Oktober 2003 im Kutscherhof begeistert aufgenommen wurde. Einen richtigen Kracher landete er mit dem youTubeVideo „Dor Franz vom Grödnertol“ im guttu ralen GrödnerDeutsch, wo der einfallsreiche Liedermacher eine Fotoapparatwerbung am Strand kurzerhand ins Gebirge verlegt. Der Zuruf von Franz „ancora un pochettino più indietro“ mit be dauerlicher Absturzfolge für die knipswütigen Bergfexen ist zum Running Gag avanciert. Aber nicht nur die Touristen bekommen bei Doggi ihr Fett ab: Erfrischend ehrlich rechnet er mit den Auswüchsen der Gesellschaft ab, meist humorvoll, manchmal bitterböse, aber auch tiefsinnig und melancholisch, wie bei „I vermiss di“, einer Hommage an seinen früh verstorbenen Vater. „Es sind zwei Seelen in meiner Brust“, sinniert der Sonnyboy un gewohnt ernst, „ich bin die gebo rene Rampensau, aber gleichzeitig bin ich introvertiert und liebe die
Zupprmandor und FeirumTour. Mit der derb witzigen
„Hymne an die Tscheggl“ wollte der Doggi wohl seinem Bar denfreund Reverenz erweisen, denn da denkt man sofort an die „Zettl“ des Sepp Messner Windschnur. Für diese Aufnah me engagierte Doggi die Mu siker Markus „Mac“ Mayr am Schlagzeug und Chris Kaufmann an der Gitarre, die nun auch die „FeirumTour“ auf höchst professionelle Weise begleiten. Geradezu ins Schwärmen gerät der Doggi, wenn er von der „Zupprmandor Schou“ spricht, wo Jochen Gasser zu seinen Liedern simultan zeichnete. Auch Teil II mit dem Anhängsel „In Love“ füllte die Säle landauf landab. Die erfolgreiche Zusam menarbeit der beiden mündete in einen Auftritt beim ORF bei „Die große Chance“ mit dem Schenkelklopfer „Wellnesswo chenende“, wo sie am Ende unter den ersten zwanzig Plätzen rangierten. Zum Weltkindertag am 20. November haben die Zupprmandor im Auftrag der Kinder und Jugendanwaltschaft ein besonders anrührendes Pro jekt gestartet: Das Video „Ge meinsom hoam“ erzählt von den
in einer RadioComedy, wo er täglich ein paar Takte von be kannten Welthits zum Besten gibt. Ein gutes Omen für seinen eigenen „Welthit“?
irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Steckbrief
Markus Dorfmann ist 1963 in Brixen geboren und dort zusammen mit drei Schwestern aufgewachsen. In Innsbruck hat er Sport studiert und in Wien das Jazzkonservatorium abgeschlossen. Er arbeitet als Lehrer und Entspannungstrainer, ist aber lieber als Musiker unterwegs. Wichtigste Person in seinem Leben ist die 7-jährige Tochter Johanna. 29
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
BRIXEN
Spenden sammeln für Giusi z Vor drei Monaten veröffent lichte der „Brixner“ ein Porträt über die an Chorea Huntington erkrankte Brixnerin Giusi Zan ni Dorfmann, deren Schicksal bei der Bevölkerung auf großes Mitgefühl stieß. Viele Menschen bekundeten daraufhin ihr Inter esse, Giusi mit einer Spende zu unterstützen. Nun haben ihre drei Freundinnen Christine Tha
ler, Irene Cappellari und Elke de Biase ein Spendenkonto für Giusi eingerichtet, da es ihr finanziell an allen Ecken und Enden fehlt: „Die Spenden werden wir für Lebensmittel – durch die krank heitsbedingten Heißhungeratta cken benötigt Giusi viel mehr an Essen –, für einen Stiegenaufzug bis zu ihrer Wohnung und für weitere für uns alltägliche Din
ge verwenden“, schildert Ire ne Cappellari. Da Giusi selbst kein Bankkonto mehr führen darf, wurde das entsprechende Spendenkonto bei der Südtiroler
Volksbank, lautend auf Christi ne Thaler, Irene Cappellari für Josefine Zanni Dorfmann, IBAN IT74 R058 5658 2210 0757 1270 724, eingerichtet. db
M&M Menschen & Meinungen
ST. ANDRÄ
Vorbildlicher Gastgeber
Der Spruch vom Much
I woaß schun, prum die Gemeinde in die Medien drauf hinweist, dass die Amhof nimma im Stådtrot isch. Man tat’s schuscht net merkn...
kurz
notiert
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z Simon Oberhofer aus St. Andrä hat den „Preis für große Gastlichkeit“ gewonnen, der zum vierten Mal von L’Art de Vivre vergeben wurde. Die se Vereinigung prämiert alljährlich herausragende ServiceTalente der Gastronomie im deutschsprachigen Raum; der Wettbewerb erfolgte heuer in Hamburg. Insgesamt zwölf ausgebildete Restaurant und Hotel fachkräfte zeigten dort ihr Können,
wobei Simon Oberhofer, der als Restaurant leiter im Hotel Castel in Dorf Tirol arbeitet, die Jury schließlich überzeugen konnte. Der Wettbewerb bestand aus einer schriftlichen Prüfung, einem Inter view sowie mehreren praktischen Tests, wie einem Fehlertisch oder dem RuinartSmellTest. Die gro ße Herausforderung zum Schluss war eine Restaurantsituation mit 30 geladenen Gästen samt Jury, die es zu bewirten galt. Nachdem
Oberhofer bereits vor zwei Jahren den Sieg nur knapp verpasst hatte, freut er sich nun umso mehr über die Auszeichnung für seine vor bildliche Gastlichkeit. Interessant ist, was Oberhofer seinerseits zum idealen Gast sagt: „Am wichtigsten für mich ist die gute Laune des Gastes, außerdem Höflichkeit und ein gutes Benehmen. Es ist schön, wenn der Gast auf guten Service ebenso viel Wert legt wie auf gute Küche und die fachliche Beratung seitens des Servicepersonals zu schätzen weiß.“ db
König Albert II. von Belgien war mit einer kleinen Gruppe von Freunden kürzlich wieder zu Gast in Brixen und logierte dabei im Hotel Elephant. Der durch seine Freundlichkeit bekannte Monarch hat sich laut eigenen Angaben sehr wohl in Brixen gefühlt und einen neuerlichen Besuch versprochen.
Im Rahmen der Bezirksversammlung der Bäckerinnung im hds wurde Benjamin Profanter aus Brixen zum neuen Bezirksinnungsmeister von Eisacktal/ Wipptal für die nächsten vier Jahre gewählt und folgt damit auf Christoph Stampfl aus Rodeneck. Seine Stellvertreterin ist Stefanie Alberti aus Brixen.
Franz Sparber ist der neue Präsident des Kiwanis-Club Brixen. Weitere Vorstandsmitglieder sind Bea Mitterhofer als Kassierin, Bettina Kerer als Sekretärin, Norbert Verginer als Direktor und Martin Ogriseg als PR-Referent; neu ist der gewählte Präsident für das nächste Vereinsjahr Laurenz Stockner.
mein Hoppala
Martin Ausserdorfer, Direktor der BBT- Beobachtungsstelle für Umwelt und Arbeitsschutz
Ein nächtliches Missgeschick Während meiner Studienzeit waren mein Kumpel Klaus und ich des Öfteren bis in die frühen Morgenstunden unterwegs. Zuerst haben wir etwas Leckeres gekocht, anschließend sind wir in den Innsbrucker Hofgarten und schlussendlich in die Bögen. Zum guten Schluss lud mich Klaus zu sich ein, um noch ein Glas zu trinken. Ich war schon dermaßen müde, dass ich meine Augen kaum mehr offen halten konnte – und nickte ein. Nach kurzer Zeit wachte ich auf dem Sofa auf und bemerkte, dass ich meine Kontaktlinsen noch nicht herausgenommen hatte. Daraufhin ging ich in die Küche, holte zwei Gläser Wasser und legte sie vorsichtig hinein. Am nächsten Morgen wachte ich – immer noch müde und leicht verkatert – auf. Klaus war schon wach und bedankte sich dafür, dass ich in der Nacht für uns Wasser geholt hatte. Ich wusste nicht, wovon er sprach – bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich auf die Suche nach meinen Kontaktlinsen machte und sie nicht finden konnte. Schließlich stellte ich fest, dass Klaus nicht nur das Wasser, sondern auch meine Kontaktlinsen getrunken hatte.
Wir sind italienweit der einzige Hersteller von Fertighäusern in Massivbauweise und suchen zum baldmöglichsten Eintritt
Foto: Nicoló Degiorgis
O o op s
Leser kochen für Leser
mmh!
Fischragout mit Paprikaschoten > Zutaten für 4 Personen 800 g Lachsfilet 1 Zwiebel 3 Paprikaschoten 1 Dose Tomatenmark 1/4 l Sahne 1 EL gehackte Petersilie Zitronensaft Salz
> Zubereitung Das Fischfilet mit Zitronensaft beträufeln und mit etwas Salz bestreuen. Anschließend einige Minuten durchziehen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel pellen und fein schneiden, Paprikaschoten in Streifen schneiden.
Die Zwiebeln in eine Pfanne geben, Paprikastreifen dazugeben und einige Minuten andünsten. Inzwischen das Fischfilet in mundgerechte Stücke schneiden und zum Gemüse in die Pfanne geben. Alles zusammen bei niedriger Temperatur etwa 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Das Tomatenmark mit der Sahne verrühren, über das Fischragout gießen und vorsichtig unterrühren. Vor dem Servieren mit gehackter Petersilie bestreuen. Als Beilage Reis servieren.
Klaus Kofler aus Sarns bereitet gerne raffinierte und leckere Gerichte für Freunde und Verwandte zu. Dieses Rezept ist leicht nachzumachen und schmeckt köstlich. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
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„Was halten Sie vom International Mountain Summit?“
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21,43% Der IMS bedeutet für Brixen eine wertvolle Bereicherung und positioniert Brixen als „Stadt der Berge“ 16,67% Der IMS bringt interessante Persönlichkeiten nach Brixen, Medien berichten darüber 28,57% Der IMS ist interessant, aber für Brixen gibt es kaum positive Impulse 33,33% Der IMS interessiert mich nicht
Voraussetzungen: Gesellenbrief, selbständige Arbeitsweise, Möglichkeit zur Führungsperson Einsatzgebiete: El. Installationen, Lüftungsanlagen, versch. Heizsysteme
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„Gehen Sie gern zu Maturabällen?“ Alp GmbH Karl von Etzel Str. 6 39049 Sterzing Tel: 0472 767 111 E-Mail: info@alphouse.it
> > > >
Ja, auch wenn ich keinen Maturanten der Klasse kenne Ja, aber nur, weil ich dazu „verpflichtet“ bin Nein, wenn ich eingeladen werde, lehne ich mit einer Ausrede ab Nein, die Maturabälle sprechen mich in der heutigen Form nicht an
Stimmen Sie mit! www.brixner.info 31
Menschen & Meinungen
BRIXEN
LAMMento
Foto: Oskar Zingerle
Kaufleute aus Leidenschaft
Geschmacklos „Eine Million! Das ist ein Skandal“, echauffiert sich der Franz, während er den heute skandalös inhaltsleeren und entsprechend geschmacklosen Macchiato von Frieda serviert bekommt. Vielleicht wäre es besser gewesen, sage ich, man hätte die Bevölkerung gefragt, ob Bozen sich als Kulturhauptstadt bewerben soll, bevor der PD-Tommasini eine Million ausgibt, für eine inhaltslose Kampagne, von der man am Ende nicht genau weiß, woraus sie überhaupt bestanden hat, aber zumindest weiß man jetzt, dass sie sinnlos war, weil Bozen eben nicht Kulturhauptstadt geworden ist. „Du bist mir ja ein Superschlauer“, meckert Frieda von der Kaffeemaschine herüber, „das hätte dann ja drei Millionen gekostet – wie jede Volksabstimmung, die in Südtirol abgehalten wird“. So gesehen war der Tommasini geradezu ... sparsam, denke ich mir. „Demokratie muss etwas kosten dürfen, sagen die Grünen“, sagt der Franz, „und direkte Demokratie kostet eben direkt mehr. Klingt logisch, denke ich mir. „Die Grüüüünen“, grinst Frieda hingegen mit einer Mischung aus Zorn und Zynismus, worauf ihre Gesichtsfarbe einen umweltfeindlichen giftiggrünen Teint bekommt, wie Foppas Jacke bei ihrer allerersten Landtagssitzung, „die Grüüüünen“, wiederholt die Frieda, „sind immer nur dann für eine Volksabstimmung, wenn sie sicher sind, dass das Ergebnis ihren Vorstellungen entspricht – ansonsten sind sie lieber dagegen, wie man in Brixen gesehen hat“. Direkte Demokratie ist also auch nicht die ultimative Lösung, denke ich mir. Gott sei Dank dürfen wir im Februar drei Millionen ausgeben, um ein besseres Gesetz abzusetzen, damit das schlechtere wieder in Kraft ist.
z Stefano, Mariagrazia, Riccarda, Rosaria und Giuseppe Leo nardelli (im Bild) aus Pergine Valsugana führen seit ein paar Tagen das Elektrofachgeschäft Trony in der Bahnhofstraße in Brixen. Den drei Geschwistern ist die Leidenschaft für Technik und für den Handelsberuf in die Wiege gelegt worden: Ihr Vater Mario baute 1943 unter abenteuerlichsten Bedingungen ein erstes Radiogerät, das er bald sozusagen in Serie produ zierte und in seinem Bekann tenkreis auch verkaufte. Den ersten kleinen Elektroladen eröffnete er 1947 in Pergine. Im Laufe der Zeit ist das Ge schäft immer wieder vergrößert worden, bis eben die Kinder Marios die Zeichen der Zeit erkannten und 1993 das erste ElektroKaufhaus eröffneten. Heute führt die Familie Leo
nardelli mehrere Elektrofach geschäfte im Trentino – und expandiert nun nach Südtirol, wo sie unter der Marke „Tro ny“ neben Bozen auch in der Bahnhofstraße in Brixen ihre Tätigkeit aufnehmen. „Unsere Stärke ist der Dienst am Kun den“, sagt Giuseppe Leonardel li, „gerade im InternetZeitalter will und braucht der Kunde ausgezeichnete Beratung und einen guten Service“. Angst vor der Konkurrenz im Netz haben die Leonardellis nicht: „Wir versuchen immer, eine sehr persönliche Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen“. Die Geschäftsfläche in Brixen ist auf fast 1.000 Quadratmeter vergrößert worden – „das war unabdingbar“, sagt Mariagrazia Leonardelli, „das Angebot muss so vielfältig wie möglich sein“. wv
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Pro& Contra War es sinnvoll, 1 Million Euro für die Bewerbung von Bozen zur Europäischen Kulturhauptstadt zu investieren? Der Hintergrund:
Foto: Florian Andergassen
Seit ein paar Tagen steht fest, dass die Bewerbung der Stadt Bozen als Kulturhauptstadt 2019 ge scheitert ist. Landesrat Christian Tommasini steht nun in der Kritik, weil allein die Bewerbung im Zeitraum 2011 bis 2013 über 1 Million Euro gekostet hat.
CHRISTIAN TOMMASINI (PD), Landesrat für italienische Kultur: „Bewerbungsphase stellt einen Mehrwert dar“
Ja Ich gehe davon aus, dass Kritik an sich immer positiv gemeint ist und deswegen in meinen Augen auch allemal zu akzeptieren ist. Jedoch müssen wir uns im Klaren sein, um wel che Kritik es sich handelt. In diesem Falle ist es schade; es sollte das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. Schon allein die Bewer bungsphase für die Vorauswahl der Kandidatur als europäische Kulturhauptstadt 2019 stellt einen Mehrwert dar – das war allen beteiligten Körper schaften schon von Anfang an klar. Sich der Kan didatur des Nordostens Italiens anzuschließen war eine strategische Wahl, um unsere Horizonte über den Norden hinaus auch gegen Süden aus zurichten. Wir müssen unsere Brückenfunktion zwischen zwei großen europäischen Kultur nationen aufwerten und ausnützen. Unser Land läuft Gefahr, sich allzu sehr einzuigeln und sich so neue Chancen und Arbeitsmöglichkeiten für unsere Jugend zu versperren. Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, in die Kultur zu investieren; eine Gesellschaft, die nicht in Kultur und Bildung investiert, verbaut sich die eigene Zukunft. Für Kultur werden jährlich für alle drei Sprachgrup pen an die 60 Millionen Euro investiert, das ist ein kleiner Anteil bei einem FünfMilliarden Haushalt. Die eingesetzten Mittel wurden über Kulturgenossenschaften und lokale Unternehmen im Kulturbereich für eine Reihe von Veranstal tungen im Lande investiert. Zudem war dies eine hervorragende Gelegenheit, unser Land über Äpfel und Berge hinaus marketingmäßig auch im kulturellen Bereich zu positionieren. z
SVEN KNOLL (Süd-Tiroler Freiheit), Landtagsabgeordneter: „Steuergelder für nationalistische Träumereien“
Nein Die Kunst ist eine Tochter der Frei heit und Ausdruck einer jeden kulturbeflissenen Gesellschaft. Die SüdTiroler Freiheit ist somit selbstverständlich für die Förderung von Kunst und Kultur. Wenn diese jedoch – wie im Falle der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2019 – für politische Zwecke missbraucht wird und dafür Steuergelder verschwendet werden, ist dies nicht mehr zu verantworten. 2019 jährt sich zum 100. Mal der Vertrag von St. Germain, mit dem Süd Tirol an Italien abgetreten werden musste. Dieser historische Jahrtag ist von einigen italienischen Kreisen bewusst ins Auge gefasst worden, um daraus eine nationalistische Siegesfeier zu ma chen. Ganz bewusst sollte sich SüdTirol 2019 der Weltöffentlichkeit nicht mehr als Teil Tirols, sondern als oberitalienische Kulturregion „Tri veneto“ präsentieren. Das ist die Absicht, die hinter der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2019 steckt! Während für die Förderung der heimi schen Kunst und Kulturszene immer weniger Geldmittel zur Verfügung stehen, sind für diese nationalistischen Träumereien mehr als 1 Million Euro an Steuergelder verschwendet worden. Die Stadt Venedig hat im Vergleich dazu nur 70.000 Euro für dieselbe Bewerbung ausgegeben. Für SüdTirol sind nur Kosten entstanden, aber kein bleibender kultureller Mehrwert geschaffen wor den. Allein der gelbe Werbecontainer hat Süd Tirol mehr als eine Viertel Million Euro gekostet, und für ein einziges GalaEssen wurden 50.000 Euro ausgegeben. Sieht so ein verantwortungs voller Umgang mit Steuergeldern aus? z
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„La piú bella riforma...“ I m Herbst 2013 feiert die Ein heitsmittelschule italienweit ihren 50. Geburtstag. Dies ist auch in Südtirol Anlass für eine Tagung, in der man Rückschau hält und den Einsatz vieler Be teiligter würdigt. Professorin An nemarie Augschöll Blasbichler, Leiterin des Forschungs und Dokumentationszentrums zur Südtiroler Bildungsgeschichte an der Fakultät für Bildungswis senschaften in Brixen, hat mit einem wissenschaftlichen Beirat
methoden gefragt. Wahrhaft eine Utopie, denn kein Lehrer hatte eine entsprechende Ausbildung. Schulen und Gemeinden waren unvorberei tet und völlig überfordert: Es fehlte an Räumen, an Büchern, an Lehr mitteln, an Geld..., vor allem fehlte es an Lehrern, dabei vergrößerte sich die Schülerzahl laufend. Die große Not an Lehrern, in Südtirol historisch bedingt, ließ sich nicht so leicht beheben. Dazu kamen Ängste und Widerstände gegen die „linke“ Reform, bei der ländlichen
Ich schloss im Juli 1965 mit der Matura des Wissenschaftlichen Ly zeums ab und hatte an der Univer sität Trient in Soziologie inskribiert. Wenige Tage vor Schulbeginn rief mich Alois Dejori, neu ernannter Direktor der neu errichteten Mittel schule Mühlbach, an und bot mir eine Lehrstelle für literarische Fächer an. Ich war gerade 18 geworden, hätte, weil nicht volljährig (damals mit 21), weder wählen noch heira ten dürfen, wohl aber unterrichten. Nach kurzer Bedenkzeit sagte ich in
Ist die Reform neu zu überdenken?_ Roswitha Dander die Tagung vom 17. bis 18. De zember 2013 geplant und vor bereitet. Nach 50 Jahren hat die Gründergeneration abgedankt, wodurch viel Wissen über diese spannende Zeit verloren gegan gen ist. Einiges davon soll bei der Tagung beleuchtet und im nachfolgenden Tagungsband für die nächsten Generationen fest gehalten werden. Vom Direktor der Bozner Mit telschule Foscolo, Ermete Lovera, stammt ein historisches Zitat aus dem Jahr 1964: Das Gesetz zur Einführung der Einheitsmittel schule sei „la piú bella riforma“. Das Mittelschulgesetz, zweifel los die größte Schulreform der Nachkriegszeit, brachte damals in der Tat einen großen Beitrag zur Demokratisierung und zur Anhebung des Bildungsstandes. Die neue Pflichtschule war ab 1963 für alle 11 bis 14Jährigen obligatorisch und kostenlos; da mit fielen die sozialen Barrieren weg. Kinder von Stadt und Land, Buben wie Mädchen, Jugendliche aller Begabungen erhielten die selbe Bildungschance. Eine Idee, die heute gleichermaßen modern ist wie vor 50 Jahren – und um die uns so manches Nachbarland beneidet. Keine frühe Selektion, keine Etikettierung ab 11 – die Entscheidung für eine Berufsaus bildung oder eine Oberschule fällt erst mit 14. So modern die Idee war, so anspruchsvoll war ihre Durch führung. Jeder Schüler sollte individuell gefördert werden; dazu waren neue Unterrichts 34
Bevölkerung fehlte teils die Einsicht, und manch ein Pfarrer fürchtete um seine Schäfchen. Schulamtsleiter Dr. Ebner hatte keinen leichten Stand. Brixen, seit jeher eine Schulstadt, erfuhr ab 1963 eine große Verände rung. Die bisherigen Schultypen, die Lateinmittelschule, die sogenannte Bürgerschule, die kaufmännische Vorbildungsschule und die verlän gerte Volksschule liefen aus und wurden durch die Pflichtmittel schule ersetzt. Dasselbe geschah in den Privatschulen der Englischen Fräulein, im Vinzentinum, in Salern und Neustift. In Klausen war bereits 1961 eine Versuchsschule nach dem Modell der Einheitsmittelschule ent standen, in Mühlbach wurde 1965 eine neue Mittelschule errichtet. Dies entlastete Brixen etwas, es blieb ein großes Einzugsgebiet. Die Schülerzahlen stiegen im Jahrzehnt zwischen 1963 und 1973 um mehr als das Doppelte, was zu einer gro ßen Raumnot führte. Der Schulkom plex in der Dantestraße platzte aus allen Nähten, Klassenräume gab es zeitweise in Vahrn, im Vinzenti num, bei den Englischen Fräulein, im St.JosefMissionshaus, in Sarns und in der Mahr, zeitweise gab es auch Turnusunterricht. Viele Schu len wussten im August nicht, wo sie im Oktober untergebracht werden sollten. Kathi Trojer hatte zeitweise ein inoffizielles Assessorat für die Schule, allein um Lokale zu finden. 1969 wurde die Mittelschule geteilt, die Direktoren Franz Wiesthaler und Edi Innerkofler hatten jede Menge logistischer Probleme zu lösen, 1977 entstand die dritte Mittelschule unter der Führung von Alois Dejori.
jugendlicher Unbekümmertheit zu und erlebte damit die Anfänge der Reform an vorderster Front. Es war damals bei vielen Stu denten üblich, ein bisschen Geld dazu zu verdienen. So begann mein Dasein als Mittelschullehrerin am 1. Oktober 1965. Wir waren ein gutes Dutzend Lehrer, alle jünger als 25 und, von einer Italienischlehrerin abgesehen, lauter Anfänger – eine spezielle Situation, die ein spezielles Arbeitsklima schuf. Keiner hatte den anderen etwas voraus, keiner
hatte einen Studientitel und keiner einen Ruf. Auch die Mittelschule Mühlbach hatte noch keinen Ruf. Ich weiß nicht, ob die neue Schule und wir neuen „Lehrer“ im Dorf willkommen waren, habe aber keine direkte Feindseligkeit erlebt. Wir waren im Volksschulgebäu de untergebracht. Die Volksschule war ja schülermäßig geschrumpft, sie musste zusammenrücken. Wir Neuen hatten keine Ansprüche, nahmen gerne mit dem Kellerge schoss vorlieb. Die Klassen waren klein, hatten weniger als 20 Schüler, Fachräume kannte man nicht. Mein ältester Schüler, ein Drittklässler, war schon über 17, er überragte mich um 20 Zentimeter, war gerade sechs Monate jünger als ich. Aber er ließ es, genau wie die elfjährigen Erstklässler, nicht an Respekt feh len, nannte mich „Frau Professor“. Einen gewissen Respekt erhielt man damals von Amts wegen, denn im merhin galt damals eine Lehrperson noch etwas in der Gesellschaft, und entsprechend hatte man sich auch zu verhalten. Der Verhaltenskodex war streng, es gab ein Rundschrei ben betreffend die „Beispielpflicht des Lehrpersonals“ – demnach hatte man sich anständig zu kleiden und zu verhalten. Uns Frauen war das
Zum Autor Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
Gastkommentar: Roswitha Dander
Roswitha Dander, 1947 in Brixen geboren, dort Besuch der Lateinmittelschule und des Wissenschaftlichen Lyzeums, 1965 Matura. Lehrtätigkeit ab 1. Oktober 1965 in den Mittelschulen Mühlbach, Vintl und Brixen II; 1975 Laurea in lettere moderne in Padova, Bereich Geographie. Mitarbeit an den Schulbüchern „Erdkunde für die Mittelschule in Südtirol 1, 2, 3“, am Lehrplan für die Fächer Geschichte, Erdkunde, Politische Bildung, am Südtirol-Atlas (Landeskunde Innsbruck) und anderen Lehrbehelfen. Referentin bei verschiedenen Lehrerfortbildungen zum Thema Erdkundeunterricht, Abschlussprüfung und Schulsystem. 1988 Wettbewerb für das neu gegründete Pädagogische Institut in Bozen, Dienststelle für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung, Leitung der Neuauflage der Schulbücher „Erdkunde für die Mittelschule in Südtirol 1, 2, 3“, Mitarbeit in den Kommissionen Fortbildung, Schulversuche, Schulbücher. 1992 Wettbewerb für Mittelschuldirektoren, 1993 Dienst an der Mittelschule Blumau, ab 1994 an der „Wolkenstein“ Brixen. 2010 Pensionierung nach insgesamt 45 Jahren aktiven Schuldienstes.
Echo
Leser schreiben uns
„Insgesamt ausgewogen, aber ...“ Tragen von Hosen nicht erlaubt, sie galten als indezent, auch durf ten wir in Freistunden nicht ins Gasthaus auf ein Glas Wein, und einen Freund mit aufs Zimmer zu nehmen war ein Versetzungs grund. So verging mein erstes Jahr an der Mittelschule – es sollte das erste von 45 Jahren werden. Auch alle folgenden Jahre steckten voller Herausforderungen, sie än derten sich nur im Laufe der Zeit. In den vergangenen fünf zig Jahren hat die Mittelschule viele Kinderkrankheiten über standen. Inzwischen stehen al lerorts schmucke Gebäude mit guter Ausstattung, die meisten Lehrer haben den notwendigen Studientitel, das Land finanziert ausreichend. Den Grundgedan ken der Einheitsmittelschule stellt wohl niemand in Frage; er hat viel für den sozialen Frieden getan. Auch die Theorie, dass die gescheiten Kinder durch die Anwesenheit schwächerer Mitschüler Schaden erleiden, ist längst widerlegt. Dafür haben unsere Kinder reichlich Gelegen heit, neben der Fachkompetenz auch Sozialkompetenz zu lernen. Ihre Identität als Sekundarschule ist verblasst, seitdem sie mit der Grundschule zur Unterstufe zu sammengefasst wurde, und sie hat keinen leichten Stand in der Sandwichposition zwischen zwei fünfjährigen Stufen. Ist die schönste der Reformen pädagogisch neu zu überdenken? Oder wurde sie vielleicht gar nie zur Gänze umgesetzt? Leserbrief an: echo@brixner.info
Zum Bericht „Die Zukunft des Lido“, „Brixner“ Nr. 285, S. 50
Elisabeth Thaler, Brixen
Als Präsidentin des Vereins zur Förderung des Gemeinwohls „Stadt Garten Brixen“ finde ich es positiv und notwendig, dass sich der „Brixner“ mit dem The ma der Zukunft des Lido von Brixen befasst und die Bevöl kerung auf die Diskussionen im Gemeinderat um die mögliche drastische Umgestaltung dieser Naherholungszone aufmerksam macht. Ich finde auch die Be richterstattung insgesamt ausge wogen. Doch ich bedauere sehr, dass der Autor die Bemühungen unseres Vereins für Erhalt und Aufwertung des Lidos mit kei nem Wort erwähnt hat, obwohl ich dem „Brixner“ Ende August einen ausführlichen Pressetext zu unseren Anliegen und den Wünschen vieler Mitbürger zu gesandt hatte. Den drei meist gelesenen Tageszeitungen war das Thema wert, Auszüge aus dem Text in ihren Wochenend ausgaben abzudrucken und sich Zeit für ein Interview zu neh men. Immerhin repräsentieren wir über 850 Bürger der Stadt, die ihren Wunsch nach Erhalt des Lido in seinem jetzigen Um fang und nach einer sanften Aufwertung des gesamten Are als mit ihrer Unterschrift unter mauert haben. Viele mehr sind dazu bereit und viele sind auch bereit, selbst Zeit und Energie
in die Aufwertung dieser Naher holungszone von Brixen zu inves tieren. Gerade in einer Zeit, wo die Mitverantwortung der Bürger für die Zukunftsgestaltung immer lauter eingefordert wird, ist es traurig zu erfahren, dass diesbe zügliche Versuche und konstruk tive Ideen von einem wichtigen Informationsträger wie dem „Brix ner“ ignoriert oder in der Bericht erstattung ausgespart werden.
„Aufwertung des Lido?“ Zum Artikel „Die Zukunft des Lido“, „Brixner“ Nr. 285, S. 50
Klauspeter Dissinger, Unabhängiger Gemeinderat in Brixen
Bei aller Wertschätzung für den Tennissport muss klargestellt wer den, dass das Lido, wie das ehe malige Fischzuchtareal genannt wird, durch die Verlegung der Tennisplätze keine Aufwertung erfahren würde. Der LidoPark hat sich seit Schließung der Fisch zucht zu einer beliebten und hoch frequentierten Naherholungszone entwickelt, weil er in seiner Grö ße und Vielfalt das ganze Jahr über unvergleichlich viel Freiraum für junge und alte Menschen bie tet und in dieser Form einzigartig in Brixen ist. Durch den Bau von sechs teilweise durch hässliche Ballons überdachte Tennisplätze und die dafür notwendige Umge staltung des Teiches ginge der durch seine Natürlichkeit und Einfachheit bestechende Charak ter des Parks unwiderruflich ver loren. Es stimmt leider, dass er ziemlich heruntergekommen ist,
aber daran ist die jetzige Stadt regierung nicht ganz unschuldig. Die ursprünglich allein für das Lido zuständige Stadträtin Elda Letrari hatte sich zwar auf des Bürgermeisters Geheiß um einen neuen Pächter des baufälligen ehemaligen Café Lido bemüht, aber den Pachtvertrag nur für zwei Jahre in Aussicht gestellt und die Gebäudesanierung zu Lasten des Pächters verlangt. Es versteht sich von selbst, dass sich unter diesen Bedingungen kein Pächter fand. Dabei hatten sich sehr wohl fähi ge Gastwirte beworben, die bei einer längeren Pachtzeit das Ge bäude auf eigene Kosten renoviert hätten. Was sollte diese halbher zige Aktion der Stadtverwaltung? Im Frühjahr 2013 wurde plötzlich der Stadträtin Letrari in Sachen Lido ihre Kollegin Paula Bacher Marcenich zur Seite gestellt, und man begann, von der Verlegung der Tennisplätze in den LidoPark zu sprechen. War das der Grund für Letraris seltsames Pachtangebot gewesen? Zeitgleich traf die Stadt regierung eine Vereinbarung mit den Freiheitlichen, woraufhin mein im Mai 2013 im Gemeinde rat eingereichter Beschlussantrag zur Erhaltung des Lido in seiner heutigen Form von einem Teil der Mehrheitsparteien und von den Freiheitlichen, die in der Vergan genheit immer für die Beibehal tung des LidoAreals plädiert hat ten, nicht mehr unterstützt wurde.
Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
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Menschen & Meinungen
UMFRAGE
Wer soll Koalitionspartner werden? Fotos: Oskar Zingerle
Seit über einem Monat steht das Wahlergebnis bereits fest, Koalitionen wurden noch nicht gebildet. Welche mögliche Koalitionen ziehen die Bürger in Betracht, und wen würden sie sich als Partner für die SVP wünschen? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.
Werner Putzer glaubt, dass alles beim Alten bleiben wird: „Die SVP muss selbst entscheiden, ob sie weiterhin alles so handhaben will wie bisher und alles so in transparent wie möglich halten möchte. Vielleicht hat sie aber auch beschlossen, sich zu öffnen. Augenscheinlich gibt es einen klaren Auftrag der Wähler; nun liegt die Entscheidung bei der SVP. Mal sehen, ob sie diesen auch an nehmen und mit der zweitstärks ten Partei, den Freiheitlichen, in Koalition treten wird.“
„Ich persönlich hoffe, dass die SVP mit den Grünen in Koalition treten wird. Brigitte Foppa setzt sich kompetent für soziale Vorhaben und Problematiken ein, dafür hat sie meinen Zuspruch. Auch der PD wäre ein möglicher Partner. Von den Freiheitlichen hingegen halte ich nicht viel, und schon gar nicht von Ulli Mair“, so Notburga Demetz. 36
„Ich denke, dass die SVP mit den Grünen eine Koalition bilden wird. Ich würde mir wünschen, dass sie die Gespräche zu al len Parteien sucht. Vom PD als Koalitionspartner halte ich nicht viel, weil er mir einfach zu insta bil vorkommt; er ist immer am Schwanken. Jedenfalls ist es mir wichtig, dass man zur Autonomie steht und sie auch schützt“, so Hilde Neuhauser.
Thomas Brunner bemerkt dazu: „Die SVP wird höchstwahrschein lich mit den Blauen in Koalition treten. Sie hat sich bis jetzt zwar immer mit dem PD zusammen getan, hat nun aber gesehen, wie sich die Wähler entschieden haben und wird diesem Wunsch hoffentlich auch folgen und die Freiheitlichen mit ins Boot neh men. Das wäre jedenfalls die beste Lösung.“
„Die SVP koaliert sicher wieder mit dem PD; allerdings hätte ich nie gedacht, dass die italie nischen Parteien bei den Wah len so schlecht abschneiden“, sagt Martina Astner. „Auch die Grünen wären meiner Ansicht nach eine Möglichkeit, da sie im Gegensatz zu den Freiheitlichen nicht so weit von der Ideologie der SVP entfernt sind.“
„Ich persönlich hoffe, dass sie mit den Freiheitlichen in Koa lition tritt. Mit dem PD müssen sie sich schon alleine wegen der Sprachgruppe zusammentun“, sagt Siegfried Plaickner. „Die SVP wird eine akzeptable Lö sung finden müssen, jetzt, wo sie die Mehrheit verloren hat. Wenn mehrere Parteien bei den wichtigen Entscheidungen mitbe stimmen würden, hätte man einen Ausgleich. Von den Grünen als Koalitionspartner bin ich jedoch nicht überzeugt.“
Armin Harasser meint: „Ich hoffe, dass die SVP mit den Freiheitli chen ins Gespräch kommen und sie als möglichen Koalitionspart ner ins Auge fassen wird. Wahr scheinlicher ist es meiner Meinung nach jedoch, dass sich die SVP an die Grünen wendet; sie passen nämlich besser zusammen. Vom PD hingegen halte ich nicht sehr viel.“
„Es könnte sein, dass die SVP alles so beibehält wie bisher“, sagt Benno Chizzali. „Vor den Wahlen konnte sie anhand der Mehrheit vieles alleine entscheiden, ohne Druck von anderen Parteien. Das wird sich nun ändern, und ich bin auch froh, dass sie die Mehrheit verloren hat. Nur so wird sie be ginnen, Gespräche mit anderen Parteien zu führen.“
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Kunst & Kultur
WO ENDET HANDWERK, WO BEGINNT DIE KUNST?
Zwischen Feuer, Glas und Erde „Kunst und Handwerk – wo liegen die Grenzen?“ Dieser Thematik stellte sich Anfang November der Grödner Künstler Paul dë Doss Moroder mit einer Schau in der StadtGalerie Brixen.
D
er Bildhauer Paul Dë Doss Moroder lebt und arbeitet in St. Ulrich; bereits im Alter von 15 Jahren hat er in der Bildhauerwerkstatt seines Vaters Enrico zu schnitzen be gonnen. Nach dem Besuch des Kunstgymnasiums Cademia in St.
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Ulrich absolvierte er eine zwei jährige Ausbildung in den USA. Er ist heute Dozent der Bischofs konferenz Italiens im Bereich „Kunst für liturgische Zwecke“ und hat italienweit zahlreiche Altarraumgestaltungen ausge führt. Hierzulande kennt man
den Namen spätesten seit der künstlerischen Gestaltung der größten Glocke des Alpenraums auf dem Kronplatz.
Sichtbarmachung. Für den
Bildhauer ist die Gratwanderung zwischen Kunst und Handwerk
eine große Herausforderung. Das Handwerk in der Holzbildhauer werkstatt hat er von der Pike auf gelernt und beherrscht es mit meisterlicher Bravour. Jetzt ist es an der Zeit, „über den Schatten zu springen“, wie Doss Moroder es nennt, und er wendet sich
GRENZGÄNGE: Paul dë Doss Moroders Kunstwerke setzen sich tiefgründig mit dem Figurativen und dem Abstrakten auseinander, sind Grenzgänge zwischen Dasein und Abwesenheit, zwischen Leere und Fülle
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nunmehr der Erforschung neuer Materialien und Formen zu. Dem Geist der Skulptur Ausdruck zu verleihen und den persönlichen spirituellen Gedanken zu offen baren ist sein Anliegen. Moroder arbeitet inmitten der Natur, wo Wildes und Vertrautes, Profanes und Sakrales aufeinandertreffen. Es zieht ihn hinauf zur Waldgren ze, wo die umliegenden Bergspit zen nicht Einengung, sondern Übergänge in die Unendlichkeit bedeuten. Die Verwandlung des eigenen Ichs vollzieht sich mittels der vier Elemente Wasser, Luft, Feuer und Erde, die ihm das Ein tauchen in dynamische Formen erlauben. Das Animalische im Menschen drückt das Pferd aus, mitten im Moment des Urschreis. Der Mensch in Miniaturausgabe steht auf dem Rücken des Tieres und streckt die Arme empor auf der Suche nach spiritueller Ein gebung. „Das reine Handwerk wird für mich dann zur Kunst, wenn ich meine Gefühle, mei ne Gedanken sichtbar machen kann“, meint der Künstler.
Diskussion mit offenem Ausgang. Kunstkritiker Fiorenzo Degasperi bescheinigt Doss Mo roder eine tiefgründige Auseinan dersetzung mit dem Figurativen und dem Abstrakten, Grenzgänge zwischen Dasein und Abwesen heit, zwischen Leere und Fülle. „Mit sich selbst im Reinen zu sein bedeutet, aus der Dichotomie
dass die Kunst von einem qua litativ hochwertigen Handwerk befruchtet wird.
Kunst oder Handwerk? Die
etymologische Bestimmung des Wortes Kunst hat tatsächlich mit Können, mit Kenntnis zu tun und meint im weiteren Sinn das Er gebnis eines kreativen Prozesses
Begriff „Kunsthandwerk“ geprägt. Letzteres hebt im Vergleich zur Kunst Materialität, Verarbeitung und ästhetische Formgebung in den Vordergrund. Das Schaffen bleibt meist in funktionalen und angewandten Bereichen, tieferge hende geistige Prozesse treten in den Hintergrund. Im Umkehrsinn lässt diese The
„Das reine Handwerk wird für mich dann zur Kunst, wenn ich meine Gefühle, meine Gedanken sichtbar machen kann.“ _ Paul dë Doss Moroder zwischen Kunst und Handwerk herauszutreten und ein tiefsinni ger Alchimist der eigenen Seele zu werden“, glaubt Degasperi. Gren zen steht dë Doss grundsätzlich kritisch gegenüber. „Woran sind sie zu erkennen? Wie definiert man sie?“ fragt er sich und ver mutet, dass dies eine Diskussion mit offenem Ausgang bleiben werde. Überzeugt ist er jedoch,
begründet auf Wissen, Wahrneh mung und Intuition. Kunst tritt bereits in der Frühzeit in Erschei nung, wo Malen, Musizieren und Ornamentierung nicht dem Nut zen der Lebenserhaltung diente. Die Metiers der Maler, Bildhauer, Goldschmiede, Schnitzer und viele mehr wurden jahrhundertelang als bloßes Handwerk angesehen; erst in jüngerer Zeit wurde der
se den Schluss zu: Das Werkstück wird zum Kunstwerk, wenn die spirituelle Auseinandersetzung stattfindet. Und in diesem „Kunst Limbus“ tummeln sich gar einige Künstler wie Rosemarie Trockel, die häufig in diesem Vorhof der Gegensätze zwischen freier und angewandter Kunst agiert und sich jeder akademischen Klassi fizierung verweigert. Ihre femi 39
Vitaltrainer
Miha bodytec
Pilates
Die Gratwanderung zwischen Kunst und Handwerk ist für Paul dë Doss Moroder eine große Herausforderung: „Es ist an der Zeit, über den Schatten zu springen“
Nordic Walking
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nistische Positionierung stellt sie mit ihren berühmt gewordenen Wollbildern klar. Der Meraner Künstler Rudolf Stingel ließ (noch bis zum 31. Dezember) im Palazzo Grassi in Venedig 5.000 Quad ratmeter Boden und Wände mit orientalisch gemustertem Teppich auslegen, eine meditative Erkun digung der „weich gepolsterten“ Art. Handwerklich betätigt sich auch der italienische „Shooting Star“ Francesco Vezzoli, der ge häkelte Tränen und Blüten auf den SpitzendeckchenFotos von Hollywoodstars anbringt. Der Grazer Künstler Tilman Kaiser stellt ungewöhnliche Bezüge zu alten Meistern her, in dem seine Pappkonstruktionen einen futuris tischen Akzent setzen. Er nimmt den Faltenwurf des Papstgewan des in der kunstvollen Schnitz arbeit aus der Wiener Werkstatt, „Thronender Hl. Petrus als Papst“, auf und gestaltet einen erhöhten Sockel daraus. Ein Seelenver wandter von dë Doss stellt bis Februar im Museion aus: Diego Perrone bewegt sich zwischen technischem Experiment und der klassischen Tradition. Seine Wachsfiguren werden im Brenn ofen zu GlasSkulpturen, die an antike Statuen erinnern, in ihrer nicht definierbaren Identifikation aber ein Geheimnis bleiben. An keine Grenzen scheint der Brixner Künstler Laurenz Stockner mit seinen formvollendeten Schalen
vom 1. bis 24. Dezember dem Hilfsfonds für Kinder krebskranker Eltern – Südtiroler Krebshilfe. www.pluristamp.it
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AUSSTELLUNG
Fluxus in der Kunst-Werk-Stadt Seit 2012 öffnet Giovanna Piol ihren Kunstraum in der Hartwiggasse mindestens einmal im Jahr für ein besonderes Event. Ziel ist die Förderung des Dialogs zwischen Künstlern und Kulturen.
G
iovanna Piol hat die Kunst im Blut. Schon ihr Vater Paolo war ein bekannter Künstler, der genauso experimen tierfreudig war und sich keinem Kunstdiktat unterwarf wie heute Tochter Giovanna. Die Künst lerin, die in Bozen geboren ist, lebt seit geraumer Zeit in Brixen und hat mit ihren Kunstaktionen schon des Öfteren aufhorchen lassen. Ihre Vernissagen sind meist Happenings, wo Kunst, Musik und Literatur miteinander verschmelzen.
Kunst-Werk-Stadt. Für Giovanna
Piol sind der Kunst keine Gren zen gesetzt. Kunst soll Barrieren überwinden, jenseits aller Kultur kreise und Gesellschaftsformen. Ihr Œvre ist vielschichtig: Sie malt, stellt Collagen her, baut Installationen aus verschiedensten Materialien und fertigt Taschen und Schmuck aus Stoff. Fäden zieht die unternehmungslustige Künstlerin auch im übertragenden Sinn, wenn sie Kunst und Hand werk in ihrer „KunstWerkStadt“ zusammenführt. Im letzten Jahr waren Gabi Veit und Laurenz Stockner zu Gast und stellten ungewöhnlichen Silberschmuck und formvollendete Schalen aus
Metall aus. „Die Objekte sollten in der Tradition unseres Landes stehen“, meint Gastgeberin Piol, „unsere Landschaft soll sich darin spiegeln und heimisches Roh material Verwendung finden“. Unter diesem Credo stand auch die heurige Ausstellung „Fluxus“ Ende Oktober, für die Federica Pallaver und Konrad Laimer ein geladen wurden.
Schmuck als Mini-Skulptur. Und in der Tat fließt unbändige Energie durch die engen Räume der im RetroChic gehaltenen Werkstatt. Das Leben ist ein Kunstwerk und das Kunstwerk ist Leben, ganz nach dem Motto der FluxusAktionskünstler An fang der 60er Jahre. Allein die Materialien Kupfer und Bernstein üben eine große Faszination auf den Betrachter aus. Sind es ar chaische Schmuckgegenstände? Sind es Fragmente einer bizarren Felslandschaft? Die beiden Gold schmiede aus Südtirol arbeiten als Kuratoren und Referenten am ClaudiaAugustaProjekt, das Schmuckkünstler von Venedig über Südtirol bis nach Russland verbindet; sie fungieren somit als Botschafter eines kulturübergrei fenden Austausches. Die offene
Geisteshaltung der Künstler findet Ausdruck in ihren Kreationen, die Idee wird zur sichtbaren Form aus real begreifbarer Materie. Die Objekte haben nicht viel mit der üblichen Vorstellung von Schmuck gemein; es sind MiniSkulpturen, die in dem Kunstraum erst ihre verwegene Anmut entfalten. Anders als in jedem Juweliergeschäft sind die Kunstwerke erst bei genauerem Hinsehen als Broschen, Ringe oder Armreifen auszumachen. Als Symbol für diese Ménage á trois fertigt Giovanna Piol drei Löffel aus Silber und Kupfer und präsentiert sie in einem wertvol len antiken Rahmen. Die Gravur „Fluxus“ und „Nahrung – cibo“ weist darauf hin, dass selbst ein einfacher Gegenstand eine große Strahlkraft besitzen kann. Löffel bedeuten Heim, Geborgenheit, erzählen vom elementarsten Be dürfnis des Menschen, der Nah rungsaufnahme. Sie sind aber auch Mahnmal für eine deka dente, globalisierte Welt, wo die einen satt werden auf Kosten anderer, die hungern. Kunst kann man nicht essen, aber sie ist Futter für die Seele. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Die kunstvollen Schmuckobjekte von Federica Pallaver und Konrad Laimer sind Mini-Skulpturen, die erst im Kunstraum ihre verwegene Anmut entfaltenn
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Marinierter Gemüselachs mit Orangenvinaigrette Cremesuppe aus gelber Beete mit Jakobsmuschel Ravioli aus Püree von der Urkarotte mit zart gebratenem Wachtelbrüstchen Hirschrückensteak in Pistazienkruste Erdäpfel – Haselnussschnitte Passionsfruchtsorbet mit rotem Pfeffer Orangen-Schokoladenlasagnette
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Kunst & Kultur
z Volksmusik trifft Jazz, Elektro festival meets historische Mauern: Von Mai bis Oktober beherbergte die Festung Franzensfeste viel zählige Kulturveranstaltungen,
DIVERSES
Schmelztiegel der Kultur vom Theater über Kino bis hin zu Konzerten und Tagungen. Neben einzelnen Kultur- und Weiterbil dungsveranstaltungen fanden in der Festung zudem sechs Sonder ausstellungen statt. Eine durchaus gut gelungene und viel genutzte Neuheit war zudem das Vermitt lungsangebot für Schulklassen, an dem knapp 600 Schüler jeglicher Altersklasse teilgenommen haben.
Insgesamt 28.000 Menschen ha ben die Festung Franzensfeste während der letzten Saison auf gesucht. Nun befindet sich die Festung im Winterschlaf; am 15. April 2014 wird sie wiederum ihre Tore öffnen. Die Festungsverwal tung hat bereits mit der Erarbei tung eines abwechslungsreichen Kulturprogramms für die nächste Saison begonnen. db
Der Brixner Musiker Max von Milland, der mit seiner Single Single „Leg di her“ im deutschsprachigen Markt von sich reden machte, unterschrieb kürzlich einen Kooperationsvertrag bei Schedler Music, einem international tätigen Musikverlag mit Sitz in Tirol.
Völlige Dunkelheit, nur die Ohren zum Hören und Bilder im Kopf, hervorgerufen durch Töne, Texte und Geräusche. Dieses „Konzert im Dunkeln“ von Arno Dejaco und Daniel Moser findet am 14. und 15. Dezember in der Dekadenz statt, wobei blinde Menschen das Publikum in den völlig abgedunkelten Keller führen.
K&K Kunst & Kultur
AUSSTELLUNG
Datenträger für das Leben z Vor zwanzig Jahren hat Ruth Gampers Laufbahn als Künstle rin eine eigenwillige Wendung genommen: Sie hat das Arbei ten mit traditionellen Techniken hinter sich gelassen und widmet sich seither ausschließlich der Upcycling-Kunst. Mit geschultem Auge sammelt sie Abfallproduk te, deren äußere Form sie kaum verändert; dennoch lässt sie den Objekten eine höchst ungewöhn liche Verwandlung angedeihen. Der Müll erhält bei Gamper einen neuen Wertstatus, er wird zum Kunstwerk erhoben und somit wieder dem Zyklus des Lebens
kurz
notiert
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zugeführt. Für die Werkserie in der StadtGalerie hat sich Ruth Gamper mit einem schaurig-schönen Ver packungsmaterial beschäftigt: den Blistern. Die silbern schimmern den Durchdrückpackungen für Medikamente werden unter den begabten Händen der Künstlerin zu strahlenden Wandbildern, die erst auf den zweiten Blick ihre wahre Natur enthüllen. Für Ruth Gamper speichern die Blister die Spuren eines Lebens; sie sind in time Tagebücher eines Menschen, Datenträger seiner physiologi schen Merkmale, seiner seelischen und körperlichen Schmerzen. ird
In Anwesenheit des Regisseurs Andreas Wolff und des Kameramanns Tobia Tempel findet am 9. Dezember um 18.30 Uhr im Unigebäudes Brixen die Vorpremiere des vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms „Der Kapitän und sein Pirat“ statt. Die Initiative ging vom Brixner Filmstudent Felix Comploi aus.
NACHGEFRAGT
„Neues Publikum gewonnen“ LEO PLONER, künstlerischer Leiter der Südtiroler Operettenspiele und Regisseur der aktuellen Operette „Im weißen Rössl“, über die Entstehung der Initiative, warum diese erfolgreich ist – und wo die Herausforderungen liegen. Herr Ploner, die Südtiroler Operettenspiele gibt es heuer in ihrer 6. Auflage. Wie ist die Initiative entstanden? Sie hat sich aus der Tätigkeit der „Komödie Brixen“ entwickelt, wobei schon bei der Gründung derselben die Absicht geäußert wurde, nicht nur BoulevardTheater, sondern auch Auf führungen in Richtung Musik theater zu produzieren. Nach der Beendigung des Koopera tions-Vertrages mit dem Forum Brixen im Jahr 2007 entstand dann die konkrete Idee, ge meinsam mit der Volksbühne Bozen die Operette „Der Vo gelhändler“ herauszubringen.
Der überwältigende Erfolg hat dann zur Gründung der „Süd tiroler Operettenspiele“ geführt. Wie erklären Sie sich diesen Publikumserfolg? Operette gab es in Südtirol immer schon – vor allem waren dies Gastspiele auswärtiger Ensem bles, die allerdings eher wenig oder nur vom „Fachpublikum“ besucht worden waren. Erst durch die Kombination Operette / ein heimische Künstler / Tournee wurden viele Berührungsängste genommen. Ein ganz neues Pub likum wurde angeregt, sich doch einmal auch ein solches Werk anzuschauen.
Was sind die größten Herausforderungen bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung? Da wir weder ein fixes Ensemble haben und vor allem auch keine Strukturen wie Proberäume oder Büro, wird diese Produktion auf vielen Baustellen vorbereitet. So entstehen viele kleine PuzzleTeile, die dann in der Woche vor der Premiere zu einem funktio nierenden Ganzen zusammen gefügt werden. Die Herausforde rung ist, dass alle einzelnen Be reiche soweit vorbereitet worden sind, dass sie sich problemlos in das Endprodukt einfügen. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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THEATER
Foto: Arnold Ritter
Kunst & Kultur
Königskinder der Bühne
z Wenn zwei sich um Bühnen raum, Auftrittshäufigkeit oder Gunst des Publikums streiten, freut sich der Dritte. In diesem Fall das Publikum, das Georg Kaser und Lukas Lobis in ihrem ers ten gemeinsamen Soloprogramm „Wer reitet so spät“ zusehen darf: beim Aufeinanderprallen von
SchauspielerEitelkeiten, bei der Konfrontation von unterschied lichen Auffassungen, was eine Ballade eigentlich sei, und nicht zuletzt beim Lesen von Balladen selbst. Ein Wettstreit von zwei Platzhirschen der Bühne, die von den Einsparungsmaßnahmen der Kulturabteilung zu einem gemein
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Der neue Golf
samen Balladenabend gezwungen werden: Virtuos verhunzt Georg Kaser wort und gestenreich die ersehnte Lesung von Schillers „Bürgschaft“ seines ungewollten Bühnenpartners Lukas Lobis und reibt den Jüngeren herrlich selbst ironisch seine Fehlerlosigkeit und Pioniertaten unter die Nase. Lukas
Lobis wiederum drängt seinen Mit und Gegenspieler brillant tobend und hintertückisch aufs Glatteis führend in den roten Samtsessel und ins erzwungene Schweigen – bei Intellekt und Schauspielkunst und klarerweise vielem anderen auch sei er dem Älteren halt doch überlegen. Und manchmal lassen sie es doch durchschimmern, das gegenseitige Wohlwollen, und zau bern somit auch wunderbar sanfte Momente auf die Bühne. Wie fa cettenreich Kaser und Lobis sein können, beweisen sie zudem beim BalladenLesen, bei dem sie die Zuschauer in deren bildreiche Welt zu verführen vermögen. Georg Ka ser und Lukas Lobis zeigten in der Dekadenz einen kabarettistischen Balladenabend, der so bislang in keinem Buche stand – und ver knüpfen geschickt hohe Dichtung mit allzu Zwischenmenschlichem (Regie: Gabi Rothmüller; Texte von Alexander Liegl, Lukas Lobis, Georg Kaser und vielen deutschen Dichtern). db
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MUSIK
Besondere Trompetenklänge
z Walter Messner Windschnur, Jahrgang 1944 aus Gufidaun, bekam am 15. August 2012 in Innsbruck die Verdienstmedaille des Landes Tirol überreicht – am Tag danach erhielt er im Kran kenhaus die Diagnose Darm krebs. Es folgte die Operation. Aus Freude und Dankbarkeit darüber, dass diese gut verlaufen war und er sich auch keiner Chemo oder Strahlentherapie unterziehen musste, beschloss er, etwas Gutes zu Gunsten der Südtiroler Krebshilfe zu tun. Da Walter Messner ein passionier ter Musiker ist, spielte er eine CD mit Trompetenklängen ein,
darunter so beliebte Werke wie „Blue Bayou“, „Alle Tage ist kein Sonntag“ oder „Zaubermelodie“ – in Arrangements von Manuel Stix und mit musikalischer Be gleitung von Tiroler Musikern an Klavier und Streichinstrumenten, Gitarre oder Schlagzeug. Spon soren wie die Stiftung Südtiroler Sparkasse, die Firmen Vontavon & Niederstätter und Oberhollen zer Serbus sowie die Autonome Region TrentinoSüdtirol haben das Projekt finanziell unterstützt, damit der Erlös aus dem Ver kauf vollständig an die Süd tiroler Krebshilfe gehen kann. „Musik bringt Freude und Zu versicht ins Leben – dies habe ich insbesondere während mei ner Krebserkrankung erfahren. Nun, nachdem ich diese sehr gut überstanden habe, möchte ich diese Freude teilen“, so Walter Messner. Die CD „Trompetenhits zu Gunsten der Südtiroler Krebs hilfe“ ist um eine Spende von 15 Euro in allen Bezirkssitzen der Südtiroler Krebshilfe erhältlich.
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z Vielseitig und elegant, selbstbe wusst und kritisch, gewohnt reich an Inhalten und das vielfältige Wirken von Frauen im Blick: So präsentiert sich der 21. Alche milla Frauenkalender 2014, der Südtiroler Frauenleben, ihr viel seitiges und produktives Schaffen und Sein dokumentiert. Im Mit telpunkt der aktuellen Ausgabe, für die Heidi Hintner und Claudia Messner als Chefredakteurinnen verantwortlich zeichnen, steht die Metapher des Webens, des Lebensfadens, der sich durch den gesamten Frauenkalender zieht: grafisch in den zwölf Sym bolmustern in wunderschönem Magenta – fein gezeichnet und gestaltet von Gabi Veit – sowie in den Texten, Geschichten und Anregungen. Im „focus“ finden sich altbewährte Frauenthemen von A wie Arbeit über K wie Kunst und Q wie Quote bis W wie Widerstand. Besondere Frau enleben stehen im Mittelpunkt der beliebten „vitae“, die einen wei ten Bogen spannen: von Hannah
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Die ersten Highlights 7., 14. + 21.12. Bergweihnacht (ab 15 Uhr) 14.12. Kids on Snow und Night Rail Battle 21.12. Opening Funpark 31.12. Fackelabfahrt auf der Trametsch (17.30 Uhr Plosehütte) 03.01. Skishow (20.30 Uhr) und Friday Night Fever Friday Night Fever: Jeden Freitag ab 3. Januar bleibt die Bahn und die Rodelbahn bis 23 Uhr geöffnet und die Trametsch kann von Skitourengehern benutzt werden. Die Rodelbahn ist nicht beleuchtet. Mehr Informationen unter www.plose.org
Nikolauskurse Nikolauskurse Sonntag: 08.12.13 von 12.30 bis 15.30 Uhr Samstag: 14.12.13 von 12.30 bis 15.30 Uhr Sonntag: 15.12.13 von 10.00 bis 15.00 Uhr Sonntag: 22.12.13 von 10.00 bis 15.00 Uhr
Die Preise € 105,00 für Skikurs und Mittagessen € 135.00 für Skikurs, Mittagessen und Skipass € 155,00 für Skikurs, Mittagessen, Skipass und Ausrüstung
Fortsetzung der Kurse
Spaß im Schnee – Spaß auf der Plose Skifahren · Rodeln · Winterwandern · Tourenski · Mondscheinrodeln · Schneeschuhlaufen Geocaching · Herrliche Landschaftsbilder · Köstliche gastronomische Angebote
An der Berg- und Talstation der Kabinenbahn
Jeden Samstag von 04.01.14 bis 15.03.14 immer von 14.00 bis 16.00 Uhr.
Informationen und Anmeldung Bis 01.12.13: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 | info@brixen.org Ab 02.12.2013: Ski- und Snowboardschule Plose Tel. 0472 850 040 | info@ploseskischule.it
Saisonkarten Eisacktal 2013/14
Vorverkauf bis 24.12.2013 € 400,00
(Plose-Gitschberg/Jochtal-Villnöss-Feldthurns-Lüsen) Erwachsene, Einheimische Provinz Bozen
€ 350,00
Senioren, geboren vor dem 30.11.1948 (ab 65 Jahren)
€ 300,00
Supersenioren ab 70 Jahren, geb. vor dem 30.11.1943
€ 240,00
Jungbürger, geb. zwischen 30.11.1988 und 29.11.1997
€ 160,00
Jugendliche von 12 – 16 Jahren, geb. zwischen 30.11.1997 und 29.11.2002
€ 110,00
Kinder bis 11 Jahre, geb. nach dem 30.11.2002
Ab 25.12.2013 € 470,00
Normaler Preis Einheimische Erwachsene ab 25.12.2013
€ 420,00
Senioren, geboren vor dem 30.11.1948 (ab 65 Jahren)
€ 360,00
Supersenioren ab 70 Jahren, geb. vor dem 30.11.1943
€ 290,00
Jungbürger, geb. zwischen 30.11.1988 und 29.11.1997
€ 190,00
Jugendliche von 12 – 16 Jahren, geb. zwischen 30.11.1997 und 29.11.2002
€ 140,00
Kinder bis 11 Jahre, geb. nach dem 30.11.2002
Familien-Saisonskipass € 400,00
Saisonskipass für Einheimische (Provinz Bozen)
+ € 110,00
Volksschule/Kindergarten geb. nach dem 30.11.2002
- € 110,00
Preisnachlass
= € 400,00
Preis für 1 Elternteil + 1 Kind (Volksschule/Kindergarten)
€ 400,00
Saisonskipass für Einheimische (Provinz Bozen)
+ € 160,00
Mittelschule geb. zwischen 30.11.1997 und 29.11.2002
- € 110,00
Preisnachlass
= € 450,00
Preis für 1 Elternteil + 1 Kind (Mittelschule)
€ 400,00
Saisonskipass für Einheimische (Provinz Bozen)
+ € 240,00
Jungbürger, geb. zwischen 30.11.1995 und 29.11.1997
- € 110,00
Preisnachlass
= € 530,00
Preis für 1 Elternteil + 1 Kind (Jungbürger bis 18 Jahre )
SKIPASSBÜROS:
Brixen Infopoint mobile Kreuzgasse 10 Ab 28.11. bis 23.12.2013 Skipassverkauf von Mo–Fr: 14.00–18.00 Uhr Sa: 8.00–13.00 Uhr St. Andrä Talstation Tel. 0472 200 433 Mo–Fr: 8.00–12.00 Uhr und 13.00–17.00 Uhr Ab Saisonbeginn täglich von 8.30–16.30 Uhr Meransen Talstation Bergbahn Tel. 0472 520 322 Täglich von 8.00–17.00 Uhr Jochtal/Vals Talstation Tel. 0472 547 113 Täglich von 8.00–17.00 Uhr
ACHTUNG! Für den Kauf der Saisonkarte ist unbedingt ein Ausweis erforderlich. Als Einheimische gelten alle Personen mit Hauptwohnsitz in der Provinz Bozen. Es besteht die Möglichkeit, beim Kauf der Saisonkarte Eisacktal gleichzeitig 3 Tage Dolomiti Superski zum Preis von € 35,00 pro Tag für Erwachsene und Senioren und € 30,00 für Jugendliche bis 16 Jahre dazuzukaufen; diese 3 Tage Dolomiti Superski können nur gleichzeitig beim Ankauf auf die Saisonkarte Eisacktal aufgebucht werden, auf keinen Fall aber zu einem späteren Zeitpunkt. Die 3 Tage Superski kosten für Erwachsene und Senioren € 105,00 und für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre € 90,00.
Der HÖCHSTPREIS PRO FAMILIE BETRÄGT € 900,00. (einschließlich Familienmitglieder unter 18 Jahren geboren nach dem 30.11.1995.) Die Familienermäßigung ist mit keiner anderen Ermäßigung kumulierbar und nur für die oben angeführten Preiskategorien anwendbar. Der Familienbogen oder die entsprechende Selbsterklärung müssen vorgelegt werden!
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Steinhart Foto: Walter Wiedenhofer
Kunst & Kultur
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z Seit zwei Jahren gibt es nun die DeutschrockBand „Stein hart“ aus Schabs, die unter an derem die erfolgreichsten Hits der Südtiroler Band Frei.Wild covert und im nächsten Jahr ihre erste Single herausbringen will. Die Idee zur Bandgründung kam Maximilian Seppi und Elias Knollseisen vor über zwei Jahren beim Pizzaessen. Als das Wort „Steinhart“ dann in der Speise karte auftauchte, war auch der Bandname gefunden. Kurzer hand beschlossen die beiden, Benjamin Ralser und Ivan Clara
ins Boot zu holen und mit den Proben zu beginnen. Die jungen Musiker, die zwischen 14 und 15 Jahre alt sind, durften bereits auf mehreren Rockfestivals auf treten; unter anderem bei „Rock den Beichtstuhl“ in Tscherms, „Rock this city“ in Brixen oder beim Schützenfest „Tirol trifft Bayern“ in der Festung Franzens feste. „Daneben organisieren wir selbst immer wieder Konzerte im Schießstand von Schabs, die gut besucht sind“, berichtet Benja min Ralser, der Schlagzeuger der Gruppe. hh
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Weihnachten oder Muttertag, Geburtstage oder Ostern: Während die Auswahl eines einzigen passenden Gerichtes noch leicht fallen mag, ist die Zusammenstellung eines mehrgängigen Menüs doch eine Herausforderung für Hobbyköche. Die Bestsellerautoren Helmut Bachmann, Heinrich Gasteiger und Gerhard Wieser haben nun die „So kocht Südtirol“-Reihe um ein weiteres, das 50. Kochbuch erweitert, das diesbezüglich Abhilfe schafft: Sie präsentieren 24 Menüvorschläge rund ums Jahr, vom Drei- bis Fünf-Gang-Menü für klassische Feste wie auch für Einladungen zu verschiedenen Anlässen. Die Details der einzelnen Arbeitsschritte werden darin genau erläutert; dazu gibt es eine Vielzahl von Tipps, die zum kreativen Kochen inspirieren oder Alternativen für Allergiker oder Vegetarier aufzeigen. Neben den 130 Rezepten findet sich auch Wissenswertes zur Servier-, Waren- und Koch-
Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann: So kocht Südtirol – Menüs. Verlagsanstalt Athesia Bozen, 2013.
kunde oder zur Getränkeauswahl. Zeitpläne oder Einkaufslisten helfen zusätzlich, dass das Kochen eines Festtagsmenüs gut geplant gelingen mag.
MUSIK
Vielseitig z Markus Dorfmann bleibt stets umtriebig und ist ständig auf der Suche nach neuen Projek ten. Eines davon ist die eben er schienene CD „Feirum“ mit dem gleichnamigen „Sommerhit 2013“. Markus Dorfmann hat sich hierfür ausgezeichnete Musiker mit ins Boot geholt: Markus „Mac“ Mayr am Schlagzeug und Chris Kauf mann an der Gitarre, die zudem wesentlich an den Arrangements mitgearbeitet haben, sowie Marco Stagni (Bass) und Francesco Mat
tuzzi (Keyboard sowie Mix und Mastering). Vielseitig sind auch die 13 Songs der CD: Balladen, Reggae, Pop und Rock mischen sich fröhlich, wobei der Song „Rischilla“ besonders hitverdächtig ist und die tiefsinnigen Balladen „I vermiss di“, „Lied der Traurigkeit“ und „I mog di“ für stille und auch nachdenkliche Momente sorgen. Im Gegensatz zu Doggis reinen Liedermachersongs legt das neu este Werk den Schwerpunkt eher auf musikalische Stimmungen
als auf textliche Pointen – wo bei Markus Dorfmann nach wie vor gesellschaftliche Themen wie Umwelt, Politik oder Wirtschafts krise in doppelbödige Liedtexte verpackt. Auf „Feirum“ zeigt Mar kus Dorfmann eine neue (musi kalische) Seite von sich – und ist sich trotzdem treu geblieben. Erhältlich ist die CD um 18 Euro unter dorfmann.markus3@gmail. com, im Geschäft „Biovital“ in Brixen oder bei Disco New in Bozen. db
Von Höhepunkt zu Höhepunkt z Klaus Ramoser hat es auch in der 8. Ausgabe der „Brixtown Music Night“ wieder geschafft, ein abwechslungsreiches Mu sikprogramm und ausgezeich nete Musiker zu finden, die die zwei Abende im Jugendheim Milland vor ein paar Tagen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden ließen. Ein Höhepunkt jagte den nächsten, wobei vor allem die weiblichen Vokalistinnen überzeugten: Die jungen Teresa Staffler, Elisa Godino, Christine Hochgru ber und Sarah Sader bestachen durch kristallklare Stimmen und gutes Auftreten, die bereits be währten Silvia Sellemond und Angie Profanter sorgen vor allem für perfekte Chorarran gements. Erwähnenswert der Gitarrist Luis Zöschg, der sich mit Mastermind Klaus Ramoser (im Bild) ein Gitarrenduell par
excellence lieferte, und Christian Pfattner, der neben typisch von Goiserschen Akkordeonklängen sich auch als ausgezeichneter Sänger präsentierte. Das Jugend Ensemble „sGreaschtl“ spielte eine KlassikVersion von „Smoke on the water“, Andy Capaldo, Ar min Mair und Markus Oberhofer sorgten für Kurzweil. Unglaublich stimmig das Finale mit dem Toto Song „I will remember“ und ei nem phantastischen Martin Werth als Sänger, der der kompakten Leistung der „Brixtown Band“ einen Qualitätssiegel aufdrückte. Die Band verdient übrigens ein besonderes Lob: Schlagzeuger Hannes Mitterrutzner sorgte mit Chris Weigang am Bass und Tobi as Ramoser für eine solide Basis, die Bläsersektion mit Damian Dalla Torre, Berni Brugger und Jürgen Federer brachte viel Far be in den Klang, Klaus Ramo
Foto: Anina Ramoser
MUSIK
ser an der Gitarre war gewohnt hochwertig – und Ingo Ramoser an den Keyboards war wieder der leise Star des Abends: Sein virtuoses Spiel mit den Tasten
ist phänomenal. Das Publikum will mehr – muss sich aber ge dulden: Die nächste „Brixtown Music Night“ kommt am 12. und 13. September 2014. wv
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Dezember SÜDTIROLER OPERETTENSPIELE
Im weißen Rössl Im 6. Jahr der „Südtiroler Operettenspiele“ erwartet das Publikum eine der beliebtesten Operetten überhaupt: „Das weiße Rössl“ von Ralph Benatzky ist ab 7. Dezember im Forum Brixen zu sehen. z Sobald „das Barometer wie der Sommer macht“ treffen am schönen Wolfgangsee die Gäste Giesecke samt Tochter Ottilie, Rechtsanwalt Dr. Siedler, Professor Hinzelmann mit Tochter Klärchen und auch der „schöne Sigismund, der nichts dafür kann, schön zu sein“ ein. „Im Salzkammergut, wo man gut lustig sein kann“ trifft somit Berliner Schnoddrigkeit auf krachlederne Tiroler Urigkeit und auf gelöste Wiener Walzersee ligkeit, womit die Zutaten zum Erfolgsrezept dieser eigentlich „letzten großen Operette“ bei sammen waren.
Das weiße Rössl im Forum Brixen. Die Rösslwirtin hat schon
länger ein Auge auf den jungen Berliner Gast Dr. Siedler gewor fen, welcher es in punkto Frauen allerdings lieber schlitzohrig an geht. Die verliebten Augen ihres bodenständigen Oberkellners Leopold nerven die Chefin, und diese nervt zurück, indem sie gerade Leopold mit der speziel len Betreuung des Gastes nervt. Just als Leopold das Handtuch wirft und kündigt bzw. gekün
digt wird, kündigt sich just der Kaiser an, und verkündet, just im ehrwürdigen Hotel am Wolfgang see absteigen zu wollen. Nach einigen Turbulenzen gelingt es ausgerechnet dem allerhöchsten Gast die verfahrene Situation zu lösen. Die Südtiroler Operettenspiele zeigen die zweistündige Operette ab 7. Dezember nach den Auffüh rungen in Bozen auch im Forum Brixen. Regie führte Leo Ploner, Dirigent ist Professor Othmar Tren ner, der auch die musikalische Leitung innehat, beziehungsweise bei einigen Aufführungen dirigiert
Enrico Gerola. Auf der Bühne steht wiederum eine Vielzahl von erfolgreichen Südtiroler Künst lern in Kostümen von Sieglinde Michaeler, Walter Granuzzo: Es singen und spielen Anna Lucia Nardi/Magdalena Lang (als Rössl wirtin Josepha Vogelhuber), Toni Klotzner/Leo Ploner (als Leopold), Norbert Knollseisen (als Wilhelm Giesecke), Julia Aichner/Heidrun Mark (als Ottilie), Georg Hasler/ Roman Pichler (als Dr. Otto Sied ler), Joachim Mitterrutzner (als Prof. Dr. Hinzelmann), Brigitte Canins, Fara Prader (als Klärchen), Emanuel Carlo Esposito/René We
ger (als Sigismund Sülzheimer), Bruno Hosp/Josef Tauber (als Kai ser), René Weger/David Thaler (als Piccolo), Stefan Debertol/Josef Piras (als Reiseführer), Sigfried Pfeifer/Sepp Baumgartner (als Bür germeister) und Adi Aichner. Das Ehrenspalier wird aus Mitgliedern verschiedener Schützenkompanien gebildet. Musikalisch unterstützt werden die Darsteller vom Südtiro ler Operettenchor und Orchester.
» ab 7. Dezember Forum Brixen
www.suedtiroler-operettenspiele.com
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky Musikalische Leitung: Prof. Othmar Trenner Regie: Leo Ploner Aufführungen im Forum Brixen:
» Sa, 07.12. – 20 Uhr » So, 08.12. – 15 + 19 Uhr » Di, 10.12. – 20 Uhr » Mi, 11.12. – 20 Uhr » Do, 12.12. – 20 Uhr » Di, 17.12. – 20 Uhr
» Mi, 18.12. – 20 Uhr » Sa, 21.12. – 15 + 19 Uhr » So, 22.12. – 17 Uhr » Fr, 27.12. – 20 Uhr » Sa, 28.12. – 15 + 19 Uhr » So, 29.12. – 17 Uhr
Kartenreservierung: Tel. 0472 27 55 88 (Mo – Fr, 9-12 Uhr, 14-17 Uhr. Preise: 30 Euro (Kat. A), 25 Euro (Kat. B), Jugendliche bis 16 und Senioren ab 65 Jahren erhalten 5 Euro Ermäßigung Gefördert von Kulturabteilung der Südtiroler Landesregierung, Region Trentino-Südtirol, Gemeinde Bozen und Brixen, Stiftung Sparkasse
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Veranstaltungen
MUSIK
Echo-Preisträger in der Dekadenz z Renaud García-Fons ist am Kon trabass eine lebende Legende: Der französische Jazzbassist spa nischer Herkunft wird regelmäßig als „Paganini des Kontrabass“ be zeichnet. „Der Beitrag von Renaud García-Fons auf dem Fünfsaiter übertrifft alles, was im Jazz bis dato ‚con arco‘ auf dem Kontra bass möglich schien“, lobte Mar tin Kunzler bereits in der 2002er Ausgabe des Jazz-Lexikons. 2010 erhielt García-Fons den deutschen Echo Jazz-Preis in der Kategorie Bester Internationaler Instrumen talist (Kategorie Kontrabass) für sein Album „La Línea del Sur.“ Renaud García-Fons ist ein Mu siker, der mit seinem Instrument verschmilzt: Im Alter von fünf Jah ren spielte er zunächst am Klavier und an der klassischen Gitarre, um dann schließlich den Kontrabass
zu entdecken. Bald darauf hatte er die Idee, zu den üblichen vier Saiten des klassischen Kontrabas ses eine fünfte hinzu zu fügen. Die Bandbreite der musikalischen Interessen des bei Paris lebenden Bassisten hat sich über die Jahre immer wieder verändert und er weitert: Von syrischer Musik über den Flamenco und andalusische Weltmusik nimmt García-Fons inzwischen Strömungen der ver schiedensten Richtungen in sich auf – dabei kehrt er immer wie der zum Jazz zurück und schafft so in der Summe seinen ganz eigenen Worldjazz. Gemeinsam mit Kiko Ruiz an der FlamencoGitarre und Pascal Rollando an den Perkussionen ist Renaud García-Fons am 11. Dezember um 20:30 Uhr in der Dekadenz zu hören: Die musikalische Reise
Renaud Garcia-Fons Echo-Preisträger Renaud Garcia-Fons konzertiert bei der Gruppe Dekadenz. Renaud García-Fons ist einer der virtuosesten Kontrabassisten der Gegenwert im Bereich Weltmusik und Jazz. Er studierte Kontrabass am Pariser Konservatorium (François Rabbath), spielt mit bedeutenden Musikern zusammen, 2010 erhielt er den Echo-Musikpreis. Im Konzertprogramm „Arcoluz“ mit Kiko Ruiz an der Flamenco-Gitarre und Rollando Pascal an der Percussion erleben wir eine poetisch-mediterrane Klangreise von Andalusien nach Südamerika, von Indien in die arabische Welt.
» Termin: Mittwoch, 11. Dezember, 20:30 Uhr Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
führt dabei von Andalusien nach Südamerika, von Indien in die arabische Welt. Die Atmosphäre dieser Länder umschreibt Ren aud mit poetisch mediterranen Melodien, die manchmal auch klassisch anmuten.
» Mi, 11. 12., 20:30 Uhr Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Konzert mit Renaud García-Fons (Kontrabass), Kiko Ruiz (Flamenco- Gitarre), Pascal Rollando (Percussion)
Gruppe DEKADENZ Poetry Slam
Anmeldung für Autoren an info@dekadenz.it, „Betreff Poetry“.
» Do 05. 12. Eintritt frei
The Artificial Harbor - live Konzert
» So 08.12. - 19 Uhr
Die Kunst des Lachens Komödie mit Musik
über das Phänomen Lachen mit Christian Sattlecker und Peter WesenAuer am Klavier.
» Fr 06. & Sa 07. 12.
Konzert im Dunkeln Performance
von Daniel Moser und Arno Dejaco mit Peter Schorn u.a. Unverstärkte und improvisierte Töne, gemischt mit Texten und Geräuschen des Alltags. Zwei Blinde begleiten das Publikum in den dunklen Keller.
» Sa 14. und So 15. 12.
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MUSIK
Weiterbildung
Weihnachtliches Oratorium Bildungshaus
z Rom, Palazzo Apostolico, 24. Dezember 1700: In gewohnter Tradition versammelte der Papst das Kardinalskollegium und gela dene Gäste zur Weihnachtsfeier, bei der die Auftragskomposition „Per la nascita del redentore“ zur Erbauung erklang. Der Cardi nale Ottoboni - bereits Librettist einiger Oratorien - verfasste hierzu einen Text um Christi Geburt: Maria Vergine, San Giuseppe, ein Angelo, Hirten, Engel und Dämonen treten darin auf, um über das Wunder Christi Geburt
zu reflektieren. Die Musik dazu schuf Giovannino del Violone alias Giovanni Lorenzo Lulier, ge boren in Rom um 1662, gestorben bereits am 29. März 1700, also noch vor der Aufführung seines Oratorium vor dem Papst. Feurig und düster die Musik, die von den Teufeln im Doppelchor vorgetra gen wird, lieblich jene der Engel und Hirten, die aus dem Staunen über das Weihnachtswunder kaum herauskommen. Weit über 300 Jahre schlummerte die Partitur Giovanninos in der Biblioteca Vaticana. Erneut erklingt sie nun am 14. und 15. Dezember in der Kirche des Priesterseminars Brixen – mit dem Orchester Gambe di Legno, einem 2001 gegründeten Ensemble, das sich vorwiegend dem umfangreichen Repertoire der Gambenmusik widmet, sowie den Chören „Rosso Porpora & Gioventú in Catata sowie zahl reichen Solisten.
» 14. und 15. Dezember Kirche des Priester seminars Brixen
MUSIK
Neue Volksmusik
z „Paschtaschutta“ nennt sich die neue CD von Titlá, den fünf Musikern aus dem Pustertal, die sich als eine der Ersten der so genannten Neuen Volksmusik verschrieben haben. Herman Kü hebacher, Eduardo Rolandelli, Toni Taschler, Peter Riffeser und Peter Paul Hofmann haben über irische, keltische und jiddische Klänge zu den alpenländischen Wurzeln zurückgefunden und ver arbeiten in ihrer nunmehr fünften CD traditionelle Stücke und wei ten ihre musikalische Spielwiese auf südlichere Alpenregionen aus. Speziell für die Weihnachtszeit haben Titlá nun ein Konzertpro
gramm zusammengestellt, bei dem sie neue und alte Lieder dem Publikum vorstellen – mit Flöten und Dudelsack, Akkore deon und Tuba, Kontrabass und Mandoline. Altes klingt da ganz plötzlich neu und Unbeachtetes erscheint erstaunlich vertraut. Passend zur vorweihnachtlichen Zeit wird Toni Taschler zudem heitere und nachdenkliche Texte vorlesen.
» Samstag, 21. Dezember,
20 Uhr Haus Voitsberg, Vahrn
Kloster Neustift
Berufsbegleitender Lehrgang „Ganzheitliches Ernährungscoaching“ Ernährung ganzheitlich verstehen, erleben und erfahren Der Lehrgang richtet sich als Zusatzqualifikation im Bereich der Gesundheitsförderung an Menschen, die in der Wellness-, Fitness- oder Tourismusbranche, in der Gastronomie, Hauswirtschaft, im Lebensmittelhandel oder in (sozial-) pädagogischen Bereichen tätig sind sowie an Interessierte. Fr. 17.01. – Sa. 08.11.2014, insg. 24 Tage
Seminare im Bereich “Bibel, Pastoral und Spiritualität” Bibelseminar zur johanneischen Theologie und Christologie Die „Ich bin“- Bildworte Jesu Evangeliumsschrift ist nicht gleich Evangeliumsschrift. Dieses Mal geht es um die nähere Betrachtung der Evangelien „Ich bin das Brot des Lebens“ (6,35 u.ö.), „Ich bin die Tür (der Schafe)“ (10,7.9) und „Ich bin der gute Hirte“ (10, 11.14). Ein Seminar mit Prälat Prof. Dr. Georg Untergaßmair, Neustift Sa. 07.12., 16.00-17.30 Uhr „Was sagen die Leute, wer der Menschensohn sei?“ – Jesus Christus in der Literatur der Gegenwart Jesus passt in keine Schublade Eine Vorstellung des Buches mit dem Titel „Jesus von Nazareth“ von den bekannten Biographen Alois Prinz und Ulrike Meinhoff durch den Bozner Pastor Dr. Marcus Friedrich Do. 12.12., 19.30-21.30 Uhr Bibeltag für Männer Mann! Plane dein Leben… Verschiedene biblische aber auch heilige Männer werden Bestandteil dieses Tages sein um Vergleiche auf die eigene Männerrolle zu ziehen. Ein Seminar mit Dipl.-Theol. Christian Kuster, Großkarolinenfeld Sa. 11.01., 10.00-16.00 Uhr
„Was sagen die Leute, wer der Menschensohn sei?“ – Jesus Christus in der Literatur der Gegenwart Vorlesung „Mein Süßkind: Ein Jesus-Roman“ Klaas Huizing, Roman-Autor im PEN-Club und Professor für Systematische Theologie an der Universität Würzburg liest aus seinem Buch: „Mein Süßkind: Ein Jesus-Roman“ (Gütersloh, 2012). Was geschah zwischen Geburt und Wirken Jesu? Diese Frage beschäftigt Menschen, seitdem der christlichen Überlieferung gedacht wird. Do. 16.01., 19.30-21.30 Uhr 4. Tiroler Bibelkurs Freude im Philipperbrief Trauen Sie dem Apostel Paulus zu, dass er ausführlich über die Freude nachdenkt und diese auf vielen Ebenen begründet? Der Philipperbrief ist wahrlich eine Fundgrube zum Thema Freude. Ein Seminar mit Dr. Franz Troyer, Innsbruck, Pfarrer und Leiter des Bibelpastoral Innsbruck. Sa. 25.01., 14.00-17.00 Uhr
Kunst Kunstakademie Neustift Im März 2014 startet bereits zum fünften Mal die Kunstakademie Neustift und lädt malbegeisterte und kreative Menschen ein, die Kunst des Malens zu entdecken. Nach dem Umbau des Ateliers in der alten Mühle sind die Möglichkeiten kunstvoller Gestaltung nun noch vielfältiger. Bis November finden insgesamt 40 Kurse aus den Bereichen Aquarell- und Acrylmalerei, Airbrush, Bodypainting, Bildhauerei und Fotografie statt. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Kursen sowie die Möglichkeit der Katalogbestellung und Anmeldung finden Sie auf www.kunstakademie.it.
» Informationen:
Stiftstraße 1, Vahrn Tel. 0472 835 588 www.bildungshaus.it bildungshaus@kloster-neustift.it 53
Sonntag, 1. Dezember
Veranstaltungen
Musik
Adventsingen Weihnachtsmarkt Brixen
Dienstag, 3. Dezember 17 Uhr
Ballett
20 Uhr
Der Nussknacker Ballettvorführung mit den Schülerinnen und Schülern der Tanzlehrerin Efrosina Gjergji/Progressive Dance Forum Brixen Donnerstag, 5. Dezember
Diverses
– Karten an der Abendkasse Realgymnasium Fallmerayer
Komödie mit Musik 20:30 Uhr Die Kunst des Lachens Warum lachen wir? Eine Komödie mit Musik mit Christian Sattlecker und Peter WesenAuer (Klavier) Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
ab 17 Uhr
Nikolaus- und Krampusumzug Brixner Altstadt
Kindertheater
17 Uhr
Das Fenster im Eis für Kinder ab 5 Jahren; aufgeführt vom Rotierenden Theater Bibliothek Vahrn Montag, 2. Dezember
Musik
Adventsingen Weihnachtsmarkt Brixen
Film
Theater
20:30 Uhr
Diverses
20:30 Uhr
Freitag, 6. Dezember 17 Uhr
20:30 Uhr
Jäger des Augenblicks Dokumentation - ein Abenteuer am Mount Roraima mit Sportkletterer Stefan Glowacz Forum Brixen
Kindertheater
17 Uhr
Das Fenster im Eis für Kinder ab 5 Jahren; aufgeführt vom Rotierenden Theater Bibliothek Vahrn
Musik
17 Uhr
Musik
18 Uhr
Musik
20 Uhr
Operette
20 Uhr
Das Fenster im Eis für Kinder ab 5 Jahren; aufgeführt vom Rotierenden Theater Bibliothek Vahrn Orgelmeditationen Dom
The Other Benefizkonzert „glitzernd schneaglistening snow“ Eintritt frei; Spenden für eine Familie in Not Erlebnisgärtnerei Reifer, Vahrn
L`officina – Storia di una famiglia Aufführung des Teatro Stabile di Bolzano Forum Brixen Poetry Slam Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Kindertheater
Samstag, 7. Dezember
Diverses
10-17 Uhr
Tag der Offenen Tür in der Wachs-Christkindlwerkstatt: Einblicke, wie ein Wachs-Christkind hergestellt wird Tertiarkloster Brixen, Runggadgasse 22
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
20:30 Uhr
Dor Doggi sing´und Band Feirum-Tour mit Markus Dorfmann, Markus „Mac“ Mayr und Chris Kaufmann
Weihnachtskonzert mit Titlá
Tag der Offenen Tür in der
Christkindlwerkstatt
Die fünfköpfige Gruppe sind die bekanntesten Vertreter der Neuen Volksmusik in Südtirol. Sie vereint in ihrem abwechslungsreichen Programm traditionelle Tiroler Klänge mit keltischen und jüdischen Tönen. Gesungen wird dazu in Pustertaler Dialekt. Speziell für die Weihnachtszeit präsentieren Titlá einen Mix aus alten und neuen Liedern. Passend dazu liest Toni Taschler heitere und nachdenkliche Texte.
In vielen Arbeitsschritten werden in der Christkindlwerkstatt im Brixner Tertiarkloster kunstvolle Wachschristkindln in verschiedenen Größen hergestellt. Einen Einblick in diese Tätigkeit gibt der Tag der offenen Tür.
» Samstag, 21. Dezember um 20.00 Uhr
» Termin: Samstag, 7. Dezember, 10-17 Uhr
Eintritt: 12 Euro Kartenvorverkauf: Bibliothek Vahrn, Tel.: 0472 976923, Mo-Fr 9-12 Uhr oder bibliothek@vahrn.eu
Runggadgasse 22, Brixen
Haus Voitsberg Vahrn
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in der Wachschristkindl-Werkstatt im Tertiarkloster des Heiligen Franziskus
Komödie mit Musik 20:30 Uhr Die Kunst des Lachens Warum lachen wir? Eine Komödie mit Musik mit Christian Sattlecker und Peter WesenAuer (Klavier) Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
15 und 19 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Musik
17 Uhr
Konzert der Musikschule Regens burg Weihnachtsmarkt Brixen
Musik
18 Uhr
Adventkonzert mit der Bürgerkapelle Mühlbach, dem Kirchenchor und White-Lily-GospelSingers Pfarrkirche Mühlbach
Kindertheater
Film
20:30 Uhr
Film
18:30 Uhr
Zoran, il mio nipote scemo Commedia, IT 2013, regia: Matteo Oleotto Forum Brixen
Vorpremiere „Der Kapitän und sein Pirat“ Vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm; anwesend sind Regisseur Andreas Wolff und Kameramann Tobia Tempel Freie Universität Bozen – Brixen, Aula Magna
Sonntag, 8. Dezember
Operette
Weiterbildung
Montag, 9. Dezember
Dienstag, 10. Dezember
Operette
Mittwoch, 11. Dezember 19.30 Uhr
Singerei – sing dich frei! Offener Singabend mit Heidi Clementi Jugendhaus Kassianeum
Operette
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
17 Uhr
Das Fenster im Eis für Kinder ab 5 Jahren; aufgeführt vom Rotierenden Theater Bibliothek Vahrn
Musik
Stress lass nach! Crashkurs Zeitmanagement am Mo. 2.12., 9 – 17 Uhr, mit Helga Niederstätter Mentale Fitness mit Powerbrain Fr. 6.12. – Fr. 13.12., 2 Treffen, jew. 9.00 – 17.00 Uhr, mit Helga Niederstätter
EDV Internet und E-Mail ab Di. 3.12., 5 Abende, jew. Di. und Do., 19.30 – 21.45 Uhr, mit Markus Egger Fotokalender nach Maß – eine tolle Geschenkidee ab Mo. 2.12., 4 Abende, jew. Mo. und Mi., 19.30 – 21.45 Uhr, mit Markus Egger
Sprachen A2.1 Deutsch für Leichtfortgeschrittene ab Di. 07.01.2014, 10 Abende, jew. Di. und Do. 19.30 – 21.10 Uhr, mit Andreas Neuwirth
Mensch Gesellschaft Autobiografisches Schreiben ab Fr. 24.01.2014, 4 Nachmittage, jew. Fr. 14.00 – 17.00 Uhr, mit Michaela Falkensteiner Richtig schminken leicht gemacht Do. 16.01.2014, 18.00 – 22.00 Uhr, mit Karin Dejaco
19 Uhr
The Artificial Harbor Live in der Dekadenz - Einlass ab 18:30 Uhr, Eintritt freiwillige Spende Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
Qualifizierung / Beruf
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Musik
KVW Bildung Brixen
Donnerstag, 12. Dezember
Vortrag
20 Uhr
Jugendgewalt: Entstehungsbedin gungen, Umgang und Auswege Referent: Lukas Schwienbacher; Familienvortragsreihe der Gemeinde Brixen; Eintritt frei Sitz der Uni Bozen in Brixen, Raum 1.50
Gesundheit Wohlbefinden Aktiv gegen die Frühjahrsmüdigkeit Di. 28.01.2014, 19.30 – 22.00 Uhr, mit Monika Engl Pilates Grundkurs: Ab Fr. 31.01.2014, 8 Abende, jew. Fr. 18.00 – 19.00 Uhr Aufbaukurs: Ab Mi. 29.01.2014, 8 Abende, jew. Mi. 18.00 – 19.00 Uhr mit Rosmarie Bacher Body Tone ab Do. 16.01.2014, 10 Abende, jew. Do. 18.30 – 19.30 Uhr, mit Petra Kaneider Body Forming ab Di. 14.01.2014, 10 Abende, jew. Di. 18.30 – 19.30 Uhr Do In: Atem – Streching – Beckenboden, Kurs A ab Mi. 29.01.2014, 5 Abende, jew. Mi, 19.30 – 20.30 Uhr, mit Judith Schatzer Leitner
» Infos & Vormerkung:
KVW Bildung Brixen, Hofgasse 2, Tel. 0472 207 978, bildung.brixen@kvw.org
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Veranstaltungen
Operette
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen Freitag, 13. Dezember
Diverses
Diverses
15-19 Uhr
Mühlbacher Weihnachtsmarktl mit Rahmenprogramm, Handgemachtes an zahlreichen Ständen und Feuershow um 17 Uhr Kirchplatz Mühlbach
Musik
20:30 Uhr
Konzert im Dunkeln Eine Performance in völliger Dunkelheit von Daniel Moser und Arno Dejaco mit Peter Schorn u.a. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
20 Uhr
Oratorium „Per la nascita del redentore“ von Giovanni Lorenzo Lulier (ca. 16621700), aufgeführt von Gambe di Legno Consort, Leitung: Francesco Baroni Kirche des Priesterseminars
Montag, 16. Dezember
Film
Operette
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Diverses
ab 17 Uhr
Night Rail Battle Jib Contest der RodeoRiders an der Talstation der Kabinenbahn Plose
Musik
20 Uhr
Bozen Brass: Colours Benefizkonzert organisiert von Kiwanis International Brixen Forum Brixen
Mittwoch, 18. Dezember
Operette Sonntag, 15. Dezember
Musik
Adventsingen Weihnachtsmarkt Brixen
Musik
17 Uhr
Wer reitet so spät?
Theakos – Georg Kaser dankt all seinen Sponsoren für die Unterstützung der erfolgreichen Theaterproduktion „Wer reitet so spät“ mit Georg Kaser und Lukas Lobis.
Diverses
15-19 Uhr
Mühlbacher Weihnachtsmarktl mit Rahmenprogramm, Handgemachtes an zahlreichen Ständen und Feuershow um 17 Uhr Kirchplatz Mühlbach
Benefizkonzert mit BOZEN BRASS
COLORS ...frech, bunt und vielseitig: Bozen Brass spielen bekannte Werke der Klassik (Rossini, Schumann und Mendelssohn), wobei in der Harmonisierung der Arrangeur Robert Neumair herauszuhören sein wird – in Arrangements bekannter Songs von Earth, Wind and Fire, Toto, Edith Piaf, Jamiroquai, Michel Camilo, den Kastelruther Spatzen Michael Jackson, Sting. Es werden nicht nur Blechblasinstrumente erklingen, sondern auch Akkordeon, Harmonika, Gitarre, Schlagzeug...außerdem wird gesungen und getanzt, und auch das Auge kommt nicht zu kurz... BOZEN BRASS: Robert Neumair Trompete, Anton Ludwig Wilhalm Trompete, Norbert Fink Horn, Martin Psaier Posaune, Anton Pichler Tuba
» Samstag, 14. Dezember, 20 Uhr
Forum Brixen (Einlass ab 19 Uhr)
Eintritt: 25 Euro Kartenvorverkauf: Forum Brixen, Tel. 0472 275588, www.forum-brixen.com
www.georg-kaser.it
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen Samstag, 21. Dezember
20:30 Uhr
Konzert im Dunkeln Eine Performance in völliger Dunkelheit von Daniel Moser und Arno Dejaco mit Peter Schorn u.a. Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller
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20:30 Uhr
Gloria Gloria ist 58 Jahre alt, geschieden – und liebt das Leben; mit Paulina García Forum Brixen Dienstag, 17. Dezember
18.30 Uhr
Tausend und noch eine Sinnlich keit Orientalischer Abend mit Märchen, Tanz und Feinschmeckerspeisen - Leni Leitgeb (Erzählungen), Marialuise Stanghier (Orientalischer Tanz) und Christopher Robin Göpfert (orientalische Speisen aus der Berber-Tajine) Jugendhaus Kassianeum
Musik
Samstag, 14. Dezember
Organisiert vom Kiwanis Club Brixen
Operette
15 und 19 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Musik
20 Uhr
Weihnachtskonzert mit Titlá Ein Mix aus alten und neuen Liedern der Puschterer Vertreter der Neuen Volksmusik; Toni Taschler liest zudem heitere und nachdenkliche Texte Haus Voitsberg Vahrn
Sonntag, 22. Dezember
Musik
Freitag, 27. Dezember 16:30 Uhr
Adventsingen des Männerchors Neustift mit Gasser Gitschn aus Schabs, Kirchenchor Ridnaun Männerchor Neustift Stiftskirche Neustift
Musik
Adventsingen Weihnachtsmarkt Brixen
17 Uhr
Operette
Ausstellungen
20 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Diözesanmuseum Hofburg bis 6. Jänner Krippen in der Brixner Hofburg und Ausstellung „Martin Rainer. Tonkrippen“ 30. November 2013 bis 6. Jänner 2014 Mo-So, 10-17 Uhr; 24./25. Dezember geschlossen
Samstag, 28. Dezember
Operette
15 und 19 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
StadtGalerie Brixen 04. – 28.12. Thaddäus Salcher: Klangfarben Di-Sa, 10-12 Uhr, 17-19 Uhr
Sonntag, 29. Dezember
Operette
19 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Musik
Galerie 90 bis 23.12. Love: Zeitgenössische Kunst Do-Sa, 17-19 Uhr Wolkensteinerhaus Mühlbach Pharmaziemuseum Brixen bis Mai 2014 Sonderausstellung „Heilige und Heilung“ Di & Mi 14-18 Uhr, SA von 11-16 Uhr; in der Adventszeit auch sonntags von 11-16 Uhr
19 Uhr
Adventskonzert dem Doppelsextett Carinthia aus Kärnten, dem Hornquartett Ladinia, die Königswiesener Saitenmusik aus Bayern und den Männergesangsverein Brixen 1862 Dom
Operette
17 Uhr
Im weißen Rössl Operette von Ralph Benatzky, aufgeführt von den Südtiroler Operettenspielen Forum Brixen
Advent-Weihnachts-Konzert
Oratorium „Per la nascita del redentore“ Orchester Gambe di Legno Chöre Rosso Porpora & Gioventù in Cantata Maria Vergine: Silvia Frigato, Sopran Angelo: Sonia Tedla Chebreab, Sopran Primo Pastore: Francesca Aspromonte, Sopran Secondo Pastore: Raffaele Pe, Altus S. Giuseppe: Alessio Tosi, Tenor Lucifero: Mauro Borgioni, Bass Francesco Baroni, Cembalo und Leitung Das weihnachtliche Oratorium „Per la nascita del redentore“ erklang erstmals am 24. Dezember 1700 im päpstlichen Palazzo Apostolico in Rom. Die Musik dazu schuf Giovannino del Violone alias Giovanni Lorenzo Lulier. Über 300 Jahre schlummerte die Partitur Giovanni-
nos in den Archiven. Bei den beiden Advent-Weihnachtskonzerten am 13. und 14. Dezember wird es mit dem Gambe di Legno Consort, zwei Chören (Engel und Hirten) und einer Reihe von Solisten (Maria, Josef u.a.) wiederum aufgeführt und auch als CD produziert.
» Freitag, 14. Dezember 2013, 20.00 Uhr
Neujahrskonzert
Auftakt zum Neuen Jahr 2014
Salonorchester Südtirol Priska Malsiner, Sopran Karl T. Kogler, Moderation Martin Zalodek, Stehgeiger und Leitung Am 5. Jänner laden wir Sie wiederum ein, heiter und beschwingt das Neue Jahr zu begrüßen. Ausgewählte Musiker aus Südtirol treten zum zweiten Mal als Salonorchester Südtirol auf. Mit dabei
sind die Sopranistin Priska Malsiner, der Primgeiger der Wiener Philharmoniker, Martin Zalodek als Stehgeiger und Leiter sowie Karl T. Kogler als Moderator. Präsentiert werden Werke der Strauß-Familie, von Carl Michael Ziehrer, Karl Komzák, Giuseppe Verdi, Richard Wagner und Rudolf Achleitner. Der Kulturverein Brixen Musik und die Gemeinde Brixen laden Sie anschließend zum Neujahrsumtrunk ein.
» Sonntag, 5. Jänner 2014, 17.00 Uhr
Samstag, 15. Dezember 2013, 17.00 Uhr Kirche des Priesterseminars Brixen
Forum Brixen, Saal Prihsna
Platzvormerkung und Kartenvorverkauf: Forum Brixen, 9-12 und 14 bis 17 Uhr, Tel. 0472 275588 online-Reservierung: www.forum-brixen.com
Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigungen für Jugendliche, Studenten, Familienpass, Senioren, Mitglieder Kulturverein, Kulturpass
Raiffeisenkasse Eisacktal
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Freizeit & Sport
DIE FREESTYLER „RODEO RIDERS“ PLOSE
Besser als ihr Ruf
Mit der angehenden Wintersaison auf der Plose treten auch die „RodeoRiders“ mit ihren Sprüngen und der auffälligen Kleidung wieder mehr in Erscheinung. Die oft allzu schnell als waghalsige unvorsichtige Risikofreaks abgestempelten Freestyler zeigen im Funpark Plose erneut, wie sie mit ihrem eigenen Style die Welt sehen.
D
er FreestyleBoom in Süd tirol ist in vollem Gange. Diesen Trend bestätigen sowohl die Gründung des Lan deskaders für Snowboarder im letzten Jahr als auch die „Sou thtyrol Slopestyle Tour“, eine Wettbewerbsveranstaltung, die in Südtirol ausgetragen wird. Und
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bei alledem mischen die Brixner Freestyler ordentlich mit.
Unkompliziert, locker, herausfordernd. Die Brixner Free
stylegruppe wurde 2006 rund um Michael Bodner, Hannes Fischnaller und Lukas Gasser gegründet. Die drei Rider wa
ren gemeinsam in den verschie denen Snowparks im In und Ausland unterwegs und wurden schnell unter dem Namen „Ro deoRiders“ bekannt. Der Name ist das Ergebnis eines Wortspiels, das diesen Sport als solchen gut beschreibt: „Rodeo“ ist die Bezeichnung einer Sprung
art und „Riders“ bezieht sich allgemein auf Fahrer jeglicher Art. Zudem hat der Name ganz einfach zum Logo gepasst, das die befreundete Grafikschülerin Sandra Stablum für die Truppe entworfen hatte. Also ganz nach dem Motto: Warum kompliziert, wenn’s einfach auch geht?
LEBENSGEFÜHL: Neben dem sportlichen Aspekt gehört eine gewisse unkonventionelle innere Einstellung zum Freestylen dazu
–––––––– Fotos: Silvan Lamprecht
Diese Unkompliziertheit, da zu eine lockere Einstellung und technische Herausforderungen sprechen vor allem die junge Generation an. Da kommt es ge
Michael Bodner. Seit 2010 ist die Gruppe nämlich offiziell in den Sportclub Plose als Sektion Free style eingegliedert und besteht nun aus deutlich mehr aktiven
die Kinder werden vielfach mit Angeboten überschwemmt, und die Vereine müssen sehen, wie sie überhaupt noch kontinuierlich Jugendarbeit leisten können. Da
begeistert: „Die RodeoRiders garantieren Spaß in Kombina tion mit Bewegung. Besonders gefällt mir dabei die generati onenübergreifende Arbeit, das
„Wir führen die jungen Leute zur Verantwortung heran und gestehen ihnen freies Handeln zu“ _ Michael Bodner, Sektionsleiter Freestyle im ASC Plose rade recht, dass ein Schwerpunkt der Truppe die Jugendarbeit ist. „Die Vereinsstruktur macht un sere Arbeit einfacher. Unser Ziel, jungen Menschen die Freestyle Disziplinen näher zu bringen, Talente zu entdecken und die jungen Rider bestmöglich auf die Contests in Südtirol vorzu bereiten, lassen sich mit einem Verein im Rücken einfach besser umsetzen“, erläutert Sektionsleiter
Mitgliedern verschiedener Alters stufen als zu ihren Anfängen. Im Ausschuss vertreten sind Michael Bodner, Lukas Gasser, Wolfgang Prentki und Alex Messner. Es ist mittlerweile ein eingespieltes Team, das sich die Arbeit teilt und sehr konkrete Vorstellungen von den Vereinszielen hat: „Die Jugendarbeit in den Vereinen ist prinzipiell nicht einfacher gewor den. Es gibt ein Überangebot,
bei spielen die neuen Sportarten natürlich eine entscheidende Rol le“, fasst Paul Profanter, Präsident des ASC Plose, seine Sicht der Dinge zusammen.
Elf Medaillen, ein Italienmeister. Mittlerweile dürfen sich über 70 Sportbegeisterte „RodeoRiders“ nennen. Die Jüngsten sind sechs Jahre alt; der Älteste, Franz Tha ler, ist 47 und immer noch voll
Kollegiale in der Gruppe.“ Auch Mädchen begeistert diese Sportart. Zu den Aktiven im Club gehört auch die erst zehnjährige Roberta Rossi, die landesweit wohl zu den Besten gehört. Zusammen mit ihren beiden Brüdern Remo und Philipp, klarerweise ebenfalls „RodeoRiders“, haben die drei in der letzten Saison unfassbare elf Medaillen geholt, darunter sieben Mal Gold, zwei Mal Silber und 59
Freizeit & Sport
Den Freestylern steht auf der Plose einer der größten und abwechslungsreichsten Parks in Südtirol zur Verfügung
–––
www.graphic-kraus.eu
zwei Mal Bronze. Der 12jährige Remo ist außerdem Italienmeister in der Halfpipe. Alle drei sind mit dem Snowboard im Landeskader vertreten. „Die drei sind so cool“, schwärmt Michael Bodner, „die sind super drauf und werden da bei von ihrer Mutter toll bestärkt. Du kannst richtig spüren, wie ihnen der Sport Spaß macht.“ Im Landeskader werden sie übrigens von Simone Zardini trainiert, der auch ihr Snowboardtrainer bei den RodeoRiders ist. Michael Bodner kennt alle lo kalen Freestyler und Snowboar der – und sie kennen ihn und seinen knallgelben Skianzug. Als sich Bodner Anfang der 2000er Jahre nach neuen Skiern umsah, entdeckte er in einem Brixner Sportgeschäft die ersten Freestyle Skier. Anders als herkömmliche Skier haben diese nicht nur eine abgerundete Spitze – auch das hintere Ende ist abgerundet. Mi chael spricht von „Liebe auf den ersten Blick“, und diese Begeis terung hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. Der Schalk
lacht ihm aus den Augen, wenn er an die Zeit zurückdenkt, als er und einige andere des Teams das erste St. Andräer Dorfskirennen, das von der Plosehütte bis zum sogenannten Boden führte, rück wärts bestritten. Mittlerweile hat sich viel getan. Den Freestylern steht inzwischen auf der Plose einer der größten und abwechs lungsreichsten Parks in Südtirol zur Verfügung. „Die RodeoRiders sind das neue Gesicht des Ski sports. Sie bringen Emotion und Farbe auf die Plose und stellen in gewissem Sinne das Wunschbild der Jugendlichen dar, wenn sie an den Skisport denken. Ich wün sche mir daher, dass dieser Sport allen Jugendlichen zugänglich ist“, zeigt sich auch Alessand ro Marzola, Geschäftsführer der Plose Ski AG, überzeugt vom FreestyleSport.
Jugendarbeit mit Style. Im Fun
park Plose wird trainiert, was das Zeug hält. Die Kids kön nen es oft kaum erwarten, dass der erste Schnee fällt und die
Saison losgeht. Mitten in diese Erwartungshaltung hinein haben die RodeoRiders ihr erstes Event angesetzt: Das „Night Rail Batt le“ geht Mitte Dezember wieder über die Bühne. An der Talsta tion der Plose Kabinenbahn trifft sich dann das „Who is Who“ der FreestyleSzene, während sich die Teilnehmer um das Preis geld „battlen“, wie es im Jargon der Freestyler heißt. Mitmachen dürfen allerdings nur die Besten: 15 ausgewählte Freestyler und 15 Snowboarder. Denn hier ist Kön nen gefragt: Die Anlaufstrecke ist extrem kurz, und was einfach aussieht, erfordert oft jahrelanges Training. Sobald an Weihnachten der Funpark im Skigebiet öffnet, ste hen die Tore dann allen Free stylern offen. Die RodeoRiders bieten Vereinstrainings an und versuchen, den unter 18Jährigen nicht nur den Sport von Grund auf beizubringen, sondern auch verantwortungsbewusstes Verhal ten im Skigebiet zu vermitteln. „Erfahrene Skifahrer überschätzen
leicht ihre Fähigkeiten, sobald sie im Park unterwegs sind. Das pas siert den jungen Freestylern nur selten. Sie gehen viel bescheide ner an die Jumps und Drehungen heran. Sie wissen, dass sie viel trainieren müssen“, zeigt sich Michael Bodner überzeugt. Neben dieser klaren Aussage zu Verantwortung im Park und so mit Spaß mit Köpfchen ist jedem Freestyler auch sein Stil wichtig, den jeder in sich zu finden ver sucht. Dazu gehören die Klamot ten genauso wie die Musik, das Chillen und auch mal die ruhigen Momente. Der eigene Style kann nicht erlernt, er kann nur authen tisch umgesetzt werden. „Es ist eine Art Lebenseinstellung. Risiko wird bewusst in Kauf genommen, wobei das Selbstbewusstsein eine grundlegende Rolle spielt“, so Michael Bodner, „der Einzelne übernimmt die Verantwortung für sein Tun und ist sich der Gefah ren bewusst.“ Tatsache ist aber auch, dass im allgemeinen Image der Freeskiers vor allem die oft unkonventionellen Einstellun
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Wolfgang Prentki, Michael Bodner, Lukas Gasser und Alex Messner halten die Zügel der RodeoRiders in den Händen gen angeprangert werden. „Zu Unrecht“, findet Michael Bodner, „wir führen die jungen Leute zur Verantwortung heran und geste hen ihnen freies Handeln zu. Nur so können es mündige Menschen werden.“
Erfolgreich bei den Contests. Mittlerweile gestalten die Ro deoRiders nicht nur die Veran staltungen im Funpark, sondern mischen auch landesweit bei den verschiedensten Contests ordent lich mit. Sie nehmen am „Südti rol Snowboard Cup“ und an der „Southtyrol Slopestyle Tour“ teil und haben diese Stationen auch auf die Plose geholt, nicht ohne dabei richtig abzusahnen. Bei den Snowboardern kamen vier Rookies (12 bis 18Jährige) unter die ersten zehn, Patrick Messner konnte sich sogar Silber holen. Bei den Girls wurde Roberta Rossi Zweite, und bei den Kids bis 12 Jahren stand Remo Rossi ganz oben auf dem Stockerl. Bei den Freeskiern waren drei unter den besten Zehn: Patrick Thaler (4.),
–
Felix Melzer (5.) und Alexander Stöckl (7.). Auch für diesen Win ter ist eine Reihe an Veranstal tungen geplant, wie der „Geisler Junior Jam“, die bereits erwähnte „Southtyrol Slopestyle Tour“, der „Freestyle Südtirol Cup Snow board“, eine „Spam Jam Session“ mit Bagjump, der „Veccio Line Contest“, der „Carneval Change Day“ und natürlich die Auftritte bei den zwei Skishows, die als absolutes Highlight gelten. Um für diese ShowActs fit zu sein, trainieren die jungen Leute auch im Sommer. Die „Trainingseinheiten“ wer den dabei mitunter recht unkon ventionell definiert, denn Free style gibt es schließlich auch in anderen Sportarten, wie etwa beim Parcour/Freerunning, bei den Waterramps in der Area47 oder auch mal beim Downhill, Bouldern oder Slacklinen.
andrea.bodner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Foto: Oskar Zingerle
RODELN
Freizeit & Sport
Fischnaller knackt Rekord z Am 17. November fand im norwegischen Lillehammer der Weltcup-Auftakt des Rodelsports statt. Dabei erreichte Dominik Fischnaller den ersten Platz und knackte sogar den von Rodel-Idol Georg Hackl 1995 aufgestell ten Bahnrekord. Der 20-jährige Meransner stand bereits zwei Mal auf dem Weltcup-Podest, für das oberste Treppchen hatte
es aber bis zu dieser rekordbre chenden Leistung nie gereicht. Der Kunstbahnrodler erreichte nun aber in beiden Durchgängen Bestzeit und konnte sogar den Olympiazweiten David Möller und Weltmeister Felix Loch auf den zweiten und dritten Platz katapultieren. Vierter wurde Ar min Zöggeler aus Völlan. Der Junioren-Weltmeister freut sich
F&S
jedenfalls über seinen Sieg und wird wohl in Zukunft von seinen Mitstreitern gejagt werden. hh
Freizeit & Sport MOTORSPORT
Sieg beim Südtirol Cup z Zwischen April und September fand der siebte Südtirol Cup des Motorradsports statt. Der von Moto Speed Brixen organisier te Rundstreckenwettbewerb für Amateure wurde auf sechs ver schiedenen Rennstrecken ausge tragen. Darunter befand sich auch die bekannte Moto-GP-Strecke in Brünn, auf der regelmäßig Größen wie Valentino Rossi und Marc Marquez ihre Runden dre hen. Am Südtirol Cup nehmen jedes Jahr Motorradbegeisterte der Klassen 600 und 1000 aus dem ganzen Land teil und ver suchen bei jedem Rennen, mög
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notiert
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lichst viele Punkte zu sammeln. Dabei waren in diesem Jahr die Teilnehmer des Racing Team Brixen sehr erfolgreich: Während Andreas Hofer den zweiten Platz belegte, konnte Alex Messner mit seiner Honda CBR600 den Gesamtsieg holen. „Es war eine spannende Entscheidung, denn bis zum letzten Rennen waren Andreas und ich punktegleich“, so Messner. Auch das Youngmen Rennen für alle unter 40 konnte der 20-jährige Alex Messner für sich entscheiden und somit sei ne erste Rennsaison erfolgreich beenden. hh
Der dritte Saisonerfolg des SSV Forst Brixen am 16. November war seit Jahren einer der schönsten Heimsiege: Mit einem 24:23 konnte die Brixner Handballmannschaft den Rekordmeister Triest bezwingen.
Anfang November fand in Mailand das Ranglistenturnier der Jugendklasse „A“ im Badminton statt. Die Brixnerinnen Christine Peer und Eliane Thomaser trafen im Viertelfinale aufeinander. Thomaser konnte zwar das Spiel gegen Peer für sich entscheiden, scheiterte aber eine Runde später gegen Lisa Iversen.
Laura Letrari schaffte beim Saisonstart in Frankreich vielversprechende Zeiten. Das nächste große Ziel der talentierten Brixnerin ist nun die Kurzbahn-WM in Dänemark, die im Dezember stattfinden wird.
NACHGEFRAGT
„Für das Skifahren motivieren“ FABIAN RABL, Leiter der Sektion Ski des Wintersportvereins Brixen (WSV), über die Neuigkeiten der kommenden Saison – und ob das Skifahren aufgrund der Wirtschaftskrise abnimmt. Herr Rabl, welche sind die Hauptaufgaben des WSV Brixen? Unsere Hauptaufgabe besteht darin, vor allem Kinder für das Skifahren zu motivieren. Dabei werden die Teilnehmer dahinge hend trainiert, dass sie auch an Rennen teilnehmen können. Zu dem sorgen wir für den Transport der Athleten mit dem Kleinbus von Brixen zur Plose. Außerdem bieten wir ein Freizeitangebot für Jugendliche und Erwachse ne und einen Schnuppertag am 21. Dezember an. Des Weiteren erlaubt die Mitgliedschaft, bei ausgewählten Unternehmen günstiger einzukaufen und wei
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tere Leistungen kostengünstiger in Anspruch zu nehmen. Welche Neuheiten gibt es heuer? Für die kommende Saison haben wir die Master-Gruppe, die sich an sportlich ambitionierte Erwachse ne richtet, neu in unser Angebot aufgenommen. Erstmals bieten wir auch ein Snowboardtraining für Anfänger an. Bei den übrigen Gruppen behalten wir die Struktur bei, die sich in den vergangenen Jahren bewährt hat, und stützen uns auf unsere gut ausgebildeten Skilehrer. Ist die Teilnahme an den Kursen aufgrund der Wirtschaftskrise
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zurückgegangen? Können sich die Menschen das Skifahren noch leisten? Uns ist durchaus bewusst, dass der Skisport kostenintensiver ist als andere Sportarten. Deshalb versuchen wir mit Hilfe unserer Sponsoren, die Trainingsbeiträge günstig zu gestalten. Den allge meinen Rückgang des Skisport erkläre ich mir damit, dass es heute viel mehr Angebote im Sport- und Freizeitbereich gibt als früher. Meiner Meinung nach ist das Skifahren trotzdem noch stark in unserer Kultur verwur zelt.
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Freizeit & Sport
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zEin fester Termin im Schießka lender vieler Sport und Hobby schützen ist das Törggeleschie ßen, das traditionsgemäß Ende Oktober in Brixen stattfand. Im Laufe der Jahre geriet das Törg geleschießen zwar etwas in Ver gessenheit, wurde aber vor elf Jahren von Oberschützenmeister Urban Zingerle wieder neu ins Leben gerufen. Handelte es sich früher um eine Art Freischießen, so ist es heute ein Duathlon: Schießen und Kartenspielen stehen im Mittelpunkt dieses Wettkampfs. Die jüngsten Teil nehmer kämpften gegen die Ältesten um jeden Ring und
jeden Punkt, und Sportschützen watteten gegen Hobbyschützen. Der Wetteifer beim Schießen, die Unterhaltung beim Kartenspiel und der Spaß beim abschlie ßenden Törggelen machten aus allen Teilnehmern Gewinner. Auch Luis Durnwalder stattete – mitsamt seiner Familie – der fröhlichen Runde einen Besuch ab. Der Sieg beim heurigen Törggeleschießen ging an Alex Amort, langjähriges Mitglied des Schießsportvereins, und Willi Burger aus Brixen. Den zweiten Platz belegten die Sieger vom Vorjahr, Manuela Mahlknecht und Edi Rieder. hh
z 40 Brixner Athletinnen und Athleten haben im Jahr 2013 he rausragende sportliche Leistungen erbracht, und aus diesem Grund lud sie die Gemeinde Brixen unlängst mitsamt Trainern und Funktionären zu einem Empfang ins Brixner Rathaus ein. Leicht athletik, Badminton, Schwimmen, Paragleiten, Tanzen, Eiskunstlauf, Kegeln, Rodeln, Handball: In all diesen Disziplinen waren die Brixner Sportler auf staatlicher, europäischer oder internationaler Ebene erfolgreich und krönten ihr Sportjahr mit einem Italienmeis tertitel, mehreren Italienrekorden
oder der erfolgreichen Teilnahme an internationalen Wettbewerben. Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Gianlorenzo Pe dron, Sportstadträtin Paula Bacher und Stadträtin Elda Letrari konnten fast alle der 40 eingeladenen Sport lerinnen und Sportler im Rathaus begrüßen. „Ihr seid Botschafter Brixens und gleichzeitig Vorbilder für eure Freunde, Kollegen und die Gesellschaft im Allgemeinen“, würdigte der Bürgermeister die Athleten und überreichte als klei ne Anerkennung eine Liegedecke mit dem Brixner Logo und eine Armbanduhr. oz
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z Am 12. Oktober fanden die alljährlichen IronmanWeltmeis terschaften auf Hawaii statt, wofür sich die Brixnerin Gabi Winck mit Erfolg qualifizieren konnte. Diese LangdistanzWelt meisterschaft ist der älteste und gleichzeitig auch der spektaku lärste IronmanBewerb und wird bereits seit 1978 ausgetragen. Er zählt außerdem zu den schwie rigsten Ausdauerwettkämpfen der Welt: Neben der extrem langen Wettkampfstrecke for
dern die Wetterbedingungen wie starker Wind und Hitze bis zum Teil über 40 Grad Celsius die Teilnehmer zusätzlich her aus. Der Wettkampf startete um sieben Uhr morgens in Kailua Kona und endete auf dem Ali’i Drive in Kona. Nach knapp vier Kilometer Schwimmen im rau en Pazifik, über 180 Kilometer Radfahren gegen böige Winde und 42 Kilometer Laufen bei glü hender Hitze kam Gabi Winck nach 12 Stunden als 29. von 55
ihrer Altersklasse ins Ziel. Die Triathletin berichtet: „Ich bin mit dem Rennen sehr zufrie den, da ich in Anbetracht der starken Konkurrenz mit tiefen Erwartungen ins Rennen ge gangen war. Das Finish war mir einfach sehr wichtig. Es ist der Traum jedes Triathleten, einmal in Kailua Kona gemeinsam mit der Weltspitze an der Startlinie stehen zu dürfen.“ Dem entspre chend übertraf das Ergebnis ihre Erwartungen „bei weitem“. hh
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WIE KANN MAN DIE QUALITÄT DER MATURABÄLLE VERBESSERN?
„Schreckliche Atmosphäre“
Ein Maturaball beschäftigt direkt oder indirekt die gesamte Schule. Warum haben Maturabälle längst ihre Attraktivität verloren? Sollten sich Schulen mehr in die Organisation einmischen? Wann ist ein Ball eigentlich erfolgreich? Diesen Fragen ging eine Diskussionsrunde in den Redaktionsräumen vom „Brixner“ nach.
Beginnen wir mit einem ehemaligen Maturanten, der seinen Maturaball bereits hinter sich hat: Wie sehen Sie, Herr Falk, Ihre eigene Veranstaltung heute? MARTIN FALK: Rückblickend se he ich meinen Ball mit einem weinenden und einem lachen den Auge. Es war eigentlich ein erfolgreicher Maturaball, wenn auch ... es war ja eigentlich kein Ball, eher ein Zusammenkommen der Maturanten mit ihren Eltern, Verwandten und Freunden, denn zu einem Ball gehört auch eine Tanzfläche, und die kann man zum Beispiel im Haus Voitsberg 66
in Vahrn nicht bieten. Trotzdem hat es eigentlich allen gefallen, obwohl viel, sehr viel Alkohol konsumiert worden ist und viele auch übertrieben haben. Die El tern haben nachher gesagt, dass die Atmosphäre im Saal schreck lich gewesen sei. Die Atmosphäre im Saal war schrecklich – und es hat trotzdem allen gefallen? MARTIN FALK: Unseren Kollegen und Freunden hat es gefallen, meine Eltern fanden es wie wohl alle anderen Eltern schrecklich. Es war eben eher eine Party, ein Fest – von Ballatmosphäre keine
Spur. Und wir haben viel Geld eingenommen. Diese Frage sollte sich jede Maturaklasse stellen: Will ich einen echten Ball veranstalten, oder ist es mein alleiniges Ziel, viel Geld zu verdienen?
Wie viel Geld ist am Ende pro Kopf übrig geblieben?
Und was wollen die Maturantinnen und Maturanten?
MARTIN FALK: Es waren pro Maturant etwa 1.000 Euro, ein gutes Mittel maß also. Eine Maturareise kostet etwa 400 Euro. Wir hatten also für die Maturareise viel Taschengeld zur Verfügung und konnten or dentlich feiern.
MARTIN FALK: Die wollen beides, aber ... das ist im Grunde nicht möglich. In der Organisation ist eine Klasse dann bald überfor dert. Ich bin der Meinung, die Schule sollte sich viel mehr in die Planung und Ausführung eines Balles einbringen.
CLAUDIA WIERER: Mein Maturaball hat ebenfalls vor einigen Jahren stattgefunden. Wenn ich noch ein mal einen Maturaball organisieren würde, würde ich auf den Aus schank von Superalkohol verzichten – und ich würde die Eltern mehr in die Organisation involvieren.
Foto: Archivbild, 1996
NADJA WINKLER: Wir hingegen sind mitten in den Vorbereitun gen, und nachdem ich im Orga nisationskomitee bin, bekomme ich auch viel mehr mit als meine Mitschülerinnen, die nicht Teil des Komitees sind. Unser Ball findet am 8. Februar im Haus Voitsberg statt. Wir achten da rauf, die Kosten so gering wie möglich zu halten, weil man nie weiß, was auf einen zukommt, wie viele Leute kommen werden. Wir müssen den Koch bezahlen, die Security, … Die Regeln im Haus Voitsberg sind sehr streng … NADJA WINKLER: Ja, das stimmt, da wird viel vorgeschrieben, auch der Reinigungsdienst, den wir bezahlen müssen. All diese Aus gaben müssen wir bei der Planung im Hinterkopf haben. Das Ball komitee weiß das, die Mitschüler verstehen manchmal nicht die Komplexität. Mir gefällt es sehr zu planen. Bei der Planung muss man Verantwortung übernehmen, man muss Zeit, freie Zeit investieren, und man erkennt, dass das Geld nicht einfach so auf den Bäumen wächst. Das sind Erfahrungen fürs Leben. Inwieweit sollte die Schule sich einbringen? NADJA WINKLER: Es ist schwer zu sagen, ob sich die Schule mehr einbringen sollte. So lastet zwar
viel auf unseren Schultern, aber wenn man sich wirklich dahinter setzt, dann ist man danach stolz, etwas selber zustande gebracht zu haben, ohne dass die Schule dreingeredet hat. Wünschen sich Eltern, dass die Schule den Maturaball mitorganisiert und somit Verantwortung übernimmt? WILLY VONTAVON: Ich finde es zu nächst einmal schade, dass es keinen Know-how-Transfer von einer Maturaklasse zur nächsten gibt. Jede Klasse muss von vorne beginnen, wird ins kalte Wasser geworfen, wenn sie nicht zufällig
ler trotzdem arbeiten lässt. Auf diese Weise ließen sich Fehler vermeiden. Ein Ball ist im Grun de ein wunderschönes Erlebnis für Schüler und Eltern, aber die Qualität ist in den letzten Jahren vollkommen verloren gegangen. Was mich interessieren würde, ist, ob die Schüler das genauso empfinden. Es könnte ja sein, dass die Maturanten das derzeitige Chaos mögen und gar keinen Handlungsbedarf sehen. NADJA WINKLER: Die Idee, dass je mand da ist, der einem Ratschläge gibt, finde ich super. Wir müssen ja alles selber herausfinden, und das ist recht mühsam.
um „keine schulische Veranstaltung“ handelt. Trauen sich die Schulen nicht mehr, oder wollen sie nicht? GERTRUD VERDORFER: Dieser Pas sus ist im Grunde ein Schutz für die Schule, damit die Positionen geklärt sind. Entweder ist es ein Schulball, der von der Schule organisiert wird, oder es ist ein Ball, den eine Klasse für sich organisiert. Die Idee eines Tutors ist nicht so leicht umzusetzen. Wir hatten vor kurzem unsere Schwerpunkttage, in deren Rah men sich eine Lehrperson mit den Schülern zusammengesetzt hat und rechtliche Aspekte ei
„Die Eltern haben nachher gesagt, dass die Atmosphäre im Saal schrecklich gewesen sei“_Martin Falk jemanden kennt, der in der Or ganisation Erfahrung hat. Dabei passieren dann eben Fehler, die auch gravierende Auswirkungen haben können. Ich wünsche mir in diesem Sinn schon eine akti vere Rolle der Schule, die sich ja heute bequem zurücklehnt und so tut, als ob ein Matura ball sie nichts angehen würde. Zum Beispiel könnte es ein klares Briefing geben oder einen Tutor, der gute Tipps gibt und die Schü
WILLY VONTAVON: Der Einsatz eines Tutors würde dann aber bedeu ten, dass man auf einen Teil der Freiheit bei den Entscheidungen verzichten muss ... NADJA WINKLER: Man müsste wohl einige Kompromisse schließen. Darin sehe ich eigentlich kein Problem. Man liest auf vielen Einladungen für Maturabälle, dass es sich
nes Balles diskutiert wurden. Es gab im letzten Schuljahr auch eine Veranstaltung mit dem Fo rum Brixen und mit Stadträtin Magdalena Amhof, aber diese Veranstaltungen sind lediglich zaghafte Versuche, die Prob lematik anzugehen. Entweder die Lehrpersonen haben bei einem Ball eine gewisse Wei sungsbefugnis, sonst können und wollen sie keine Verantwortung übernehmen. Wenn eine Schu 67
Ist es aber legitim, dass eine Schule einen Ball organisiert? GERTRUD VERDORFER: Das ist eine sehr wichtige Frage in diesem Zusammenhang. Eine Schule hat auch ohne Ball einen gro ßen Tätigkeitsbereich, dem man gerecht werden muss. Für die Organisation eines Schulballs bekomme ich leider keine einzige Lehrerstunde mehr. Einen Teil unserer Ressourcen muss ich dann für den Ball verwenden. Ist dies sinnvoll? WILLY VONTAVON: Es würde eigent lich schon genügen, wenn die Schule ein Regelwerk anbieten würde, das die Maturanten bei einem Ball anwenden müssen. Durch dieses Regelwerk wäre eine gewisse Qualität gewähr leistet. Sollten sich Maturanten weigern, dieses Regelwerk an zunehmen, dann sollten sie auch nicht den Namen der Schule und der Klasse bei der Bewerbung des Balles verwenden dürfen. Und der Tutor finanziert sich im Grunde von selbst, denn er ge währleistet ja, dass ein Ball auch
gibt inzwischen einen großen Wettbewerb zwischen den Ma turabällen, es sind einfach zu viele. Will man den Saal voll haben, muss man möglichst viele Leute ansprechen. Das ist das er klärte Ziel: möglichst viele Leute anzuziehen. Es ist heute nicht mehr einfach, Leute für einen Maturaball zu begeistern.
Fotos: Oskar Zingerle
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le einen Ball organisiert, hätte dies ganz andere Dimensionen. Im Organisationskomitee wä ren auch Eltern vertreten und natürlich auch die Schüler, und die 4. Klassen müssten ebenfalls eingebunden werden. Die Matu ranten bekämen dann kein Geld in die Hand; allein die Kosten der Maturareise würden getragen. Man müsste natürlich sehr genau arbeiten, Kriterien müssten erar beitet werden. Es gibt Schulen, die so etwas machen, vielleicht auch, weil sich entsprechende Räumlichkeiten anbieten oder, wie im Fall einer Hotelfachschu le, sich eine bestimmte Nähe zum Thema ergibt.
NADJA WINKLER: Heute ist es so, dass man die Leute fast zwingen muss, zum Maturaball zu gehen. Es stimmt schon – die Attraktivität ist verloren gegangen. Das gilt übrigens auch für unsere Freunde, die sich ebenfalls meist weigern, einen Ball zu besuchen.
Martin Falk: „Ich würde alles anders machen, wenn ich noch einmal einen Maturaball organisieren müsste“
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Nun, wenn die jungen Leute auch nicht mehr gern zum Maturaball gehen, dann ist wirklich der Wurm drin ...
Nadja Winkler: „Es wäre gut, wenn es jemanden geben würde, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht“
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MARTIN FALK: Es gibt zu viele
„Ein Ball ist ein wunderschönes Erlebnis für Schüler und Eltern, aber die Qualität ist in den letzten Jahren verloren gegangen“_Willy Vontavon gut funktioniert. Es braucht also im Grunde keine Schulressour cen. Die meisten Klassen sind ja schon bei der Frage über das Ziel ihres Balls und das entsprechende Zielpublikum überfordert – von betriebswirtschaftlichen Überle gungen ganz zu schweigen. Fragen sich Maturanten eigentlich, wer das Zielpublikum ist, wer das Geld bringt? MARTIN FALK: Wir haben uns diese Frage damals nicht gestellt. Es
Maturabälle, der Besuch geht dann auch ins Geld. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Lust, jede Woche einen Maturaball zu besuchen. WILLY VONTAVON: Aber das ist doch die Folge vom Ruf, den die Maturabälle inzwischen ha ben. Mittlerweile sind die meisten Erwachsenen ja froh, wenn sie gar nicht erst zu einem Maturaball eingeladen werden. Deswegen gibt es aus meiner Sicht schon einen Handlungsbedarf, damit
ein Maturaball wieder zu einem schönen Erlebnis wird. Muss man die Bälle neu definieren, um vom Partyimage wegzukommen? Denn eigentlich sind ja die heutigen Maturabälle eher eine Party. NADJA WINKLER: Für mich ist der Ball so etwas wie der Abschluss des Schuljahres, und deswegen kommen die Familie und natür lich auch die Freunde. Ob es nun de facto ein Ball oder eine Party
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ist, ist doch einerlei. Ich traue mich schon zu sagen, dass sich meine Freunde zu benehmen wissen. Es ist ja schließlich auch eine Abendveranstaltung und nicht ein Saufgelage, wie es bei manchen Festen wie zum Bei spiel auf der Tschötscher Heide der Fall ist.
aus privaten Festen erwachsen viel kritischere Situationen. In der öffentlichen Wahrnehmung sind Maturabälle also, was den Alkoholkonsum angeht, viel schlimmer als sie in Wirklichkeit sind ... GERTRUD VERDORFER: Das ist in der Tat so. Das Problem ist nicht der Alkohol, sondern die Art und Weise, wie eine solche Veranstal tung verlaufen soll und wie sie verwaltet wird.
Herr Bergmann, merkt man im Krankenhaus auf der Erste-HilfeStation, wenn es irgendwo in der Umgebung einen Maturaball gibt? MICHAEL BERGMANN: Ich habe dazu keine Statistik, aber die Dorffeste oder das Wochenen de in der Diskothek spüren wir eher als einen Maturaball. Dass auf Maturabällen in großem Stil exzessiv getrunken wird, könnte ich also nicht bestätigen. Natür lich wird an Maturabällen auch Alkohol konsumiert, aber das ist noch nicht das Problem – es ist der missbräuchliche Konsum von Alkohol, der zum Problem wird, bei Jungen und bei Älteren. Dann landen sie bei uns. Wenn sie mit den Eltern kommen, dürfen sie nach der Behandlung nach Hause gehen, ansonsten bleiben sie eben über Nacht bei uns. Ich habe den Eindruck, dass bei der Organisation eines Maturaballs das Geld eine zu große Rolle spielt. Da sollten sich die Matu ranten vielleicht die Frage stellen, ob es nicht eigentlich um etwas ganz anderes geht: Der gemein sam gefeierte Abschluss eines Lebensabschnittes müsste im Vor dergrund stehen. Heute geht es
Gertrud Verdorfer: „Heute steckt man viel zu viele Ziele in einen Maturaball – das ist nicht zu schaffen“
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nur darum, möglichst viel Geld zu verdienen – das funktioniert am bequemsten, wenn die Gäste viel Alkohol konsumieren. Hier braucht es neue Prioritäten, einen Paradigmenwechsel. Das bedeutet, dass das Image der Maturabälle als Saufveranstaltungen eigentlich gar nicht der Realität entspricht? MICHAEL BERGMANN: Das kann man so sagen, ja. Von der Dis kothek Max kommen ganz sicher erheblich mehr „Klienten“. Auch
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CLAUDIA WIERER: Als wir vor vier Jahren unseren Maturaball orga nisierten, hatten wir vor allem das Ziel, unsere Maturareise damit zu finanzieren. Ich habe heute eine schöne Erinnerung an den Ball, obwohl die Vorbereitungszeit total stressig war. Die Organisation eines Maturaballs ist eine große Leistung, eine Schule fürs Leben. WILLY VONTAVON: Diese Leis tung ist in der Tat erstaunlich, aber es gibt aus meiner Sicht Verbesserungspotential im Re sultat. Die deklarierte Zielsetzung ist klar: Die Klasse will Geld ver dienen, damit die Maturareise finanziert wird. Dann gibt es aber ein verstecktes Ziel: Wir wollen mit unseren Freunden eine Party feiern. Und dann gibt es die El tern und deren Freunde, die sich als zusätzliche Zielgruppe beim Ball nicht wohlfühlen – die aber maßgeblich für das Erreichen des anfänglichen Ziels zuständig wären. Die Maturabälle sind zu
Willy Vontavon: „Die Schulen sollten ein Regelwerk schaffen – klare Leitplanken, nach denen sich die Maturaklassen richten können“
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einer eierlegenden Wollmilch sau geworden – das kann nicht funktionieren. GERTRUD VERDORFER: Ja, das stimmt. Heute steckt man zu viele Ziele in einen Maturaball: Es soll ein schöner und eleganter Ball werden, man will viel verdienen, die Eltern sollen sich wohlfühlen, die Freunde sollen auch ihre Party haben, es soll ein würdiger Ab schluss der fünf Schuljahre sein – das alles ist nicht zu schaffen. Die ultima ratio ist dann immer:
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CLAUDIA WIERER: Nein, das glau be ich nicht. Letzthin gab es ein MaturaFestival im Hofburggarten, eine Alternative zum üblichen Ma turaball. Das beweist, dass die Jugendlichen sich sehr wohl über legen, aus ihrem Fest etwas Be sonderes zu machen. Diese Klasse zum Beispiel hat sich Gedanken gemacht und etwas ganz Tolles auf die Beine gestellt.
se denkt sich nach dem eigenen Ball, dass sie ihn ein zweites Mal vollkommen anders organisieren würde. Was würden Sie anders machen? MARTIN FALK: Alles. Ich würde eine andere Band engagieren, mehr Leute einspannen, das Team an ders einteilen – alles! Es ist in der Tat schade, dass Erfahrungen nicht an die nächsten Klassen weiterge geben werden.
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Mit 17 oder 18 Jahren lässt man sich aber vielleicht auch nicht gern beratschlagen – und schon gar nicht bevormunden ...
Claudia Wierer: „Wenn ich noch einmal einen Maturaball organisieren würde, würde ich auf den Ausschank von Superalkohol verzichten“
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Nun, wenn alles andere nicht funktioniert, die Gäste auch nicht ordentlich bewirtet werden kön nen, dann soll zumindest zum Schluss die Kasse stimmen. Braucht ein Maturaball zum Beispiel unbedingt einen Discobereich? NADJA WINKLER: Das hängt von der Zielgruppe ab, die man sich wünscht. Wir zum Beispiel wollen die Eltern und Professoren mehr in den Mittelpunkt stellen, aber wir wollen auch eine Disco für unsere Freunde. MARTIN FALK: Die Disco würde ich niemals streichen – das ist der größte Geldtopf. Hier geben die Jugendlichen ihr Geld aus. Vielleicht sollte man sich überlegen, wie man anders auch zu Geld kommen kann... MARTIN FALK: Natürlich, aber am einfachsten geht es auf diese Weise. WILLY VONTAVON: Das Ziel müsste doch eigentlich sein, dass ein Maturaball von der breiten Bevöl kerung als attraktiv empfunden wird und damit vollkommen neue Leute anzieht – auch solche, die keinerlei Verbindung zu einem der Maturanten haben. MARTIN FALK: Ja, das wäre das Maximalziel, das kaum zu errei chen ist. Fakt ist: Jede Maturaklas
WILLY VONTAVON: Das stimmt schon, aber die Jugendlichen akzeptieren Leitplanken, in de nen sie sich dann bewegen kön nen, weil sie wissen, dass diese Leitplanken aus Erfahrungen der bisherigen Veranstalter resultieren und dass sie davon nur profitieren können. Diese Leitplanken sollten die Schulen setzen. GERTRUD VERDORFER: Ich glaube, dieser Zwischenweg ist bei uns schwierig umzusetzen. Meine Vor stellung geht eher in die Richtung, dass man an neue Formate den ken sollte. Den Schulabschluss zu feiern ist wichtig und richtig, aber wenn der Faktor Geld nicht mehr berücksichtigt werden muss, kommen automatisch neue Ideen. Hier fehlt uns aber die Unter stützung der Eltern, die zumeist sagen, ein Maturaball gehöre einfach dazu. Was wird zum Beispiel das Besondere an eurem Ball sein, Nadja? NADJA WINKLER: Wir sind noch mitten in den Vorbereitungen – da kann man noch nicht viel sagen. Wir haben einiges bereits defi niert, aber die Details fehlen noch. MARTIN FALK: Habt ihr schon einen Namen?
Michael Bergmann: „Es braucht neue Prioritäten, ein Umdenken. Bei den heutigen Maturabälle orientiert man sich allein aufs Geldverdienen“
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MARTIN FALK: Es gibt aber fünf Maturaklassen am WisLyz, da gibt es also bereits ein Problem. Man könnte einen gemeinsamen Ball veranstalten, aber dafür gibt es keine geeignete Infrastruktur. Zusammenfassend darf man also feststellen, dass die Maturabälle heute keine Bälle mehr im Sinn des Wortes sind und dass sie vom Inhalt her leider leerer geworden sind – und dass sich der Großteil der Gäste beim Ball gar nicht wohl fühlt – wobei nicht der Alkohol das Problem zu sein scheint. Ein Ball sollte etwas Besonderes sein – das ist die Vorstellung der Erwachsenen. Vielleicht sehen die Studenten dies aber vollkommen anders ...
info Die Diskussionsteilnehmer: Claudia Wierer, pädagogische Mitarbeiterin im Jugendhaus Kassianeum. Sie hat vor vier Jahren maturiert und anschließend soziale Arbeit studiert. Nadja Winkler, Maturantin am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium, steht vor dem Maturaball Martin Falk, Student, hat vor zwei Jahren maturiert Michael Bergmann, Arzt am Krankenhaus in Brixen, auch auf der Erste-Hilfe-Station tätig Gertrud Verdorfer, seit vier Jahren Direktorin am Real- und Sprachengymnasium Fallmerayer in Brixen Willy Vontavon, Vater einer Tochter, die vor einem Jahr maturiert hat, und einer Tochter, die in vier Jahren maturieren wird
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NADJA WINKLER: Nein. Es gibt dar über große Diskussionen ... WILLY VONTAVON: Allein das Finden des BallNamens ist ja bereits für die meisten Klassen eine unglaub liche Herausforderung, für die extrem viel Energie aufgewendet wird. Warum geht die Schule nicht her und kreiert einen Namen, eine Marke, ähnlich wie beim Fränzi Ball in Bozen, der dann jedes Jahr verwendet wird und sich langsam etablieren kann?
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men Oberrauch GmbH bietet darüber hinaus kompetente Unterstützung bei der energe tischen Gebäudesanierung und Aufstockung von bestehenden Gebäuden: von der Abwick lung der eigenen Arbeiten über die Koordinierung der darüber hinaus benötigten handwerk lichen Leistungen bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe des Bauobjektes. Verlässlichkeit und Teamgeist sowie ausgezeichnete fachliche Qualifikation der Mit arbeiter garantieren erstklassige Handwerksarbeit.
ragenden Platzierungen bei diesen, sind Garant für die ho he Leistungsqualität und Kun denzufriedenheit. Und um sich auch in Zukunft erfolgreich behaupten zu können, hat die Oberrauch GmbH im Jahr 2012 verschiedene zertifizierte Stan dardverfahren und prozesse eingeführt, darunter das Quali tätsmanagementsystem ISO 9001 sowie das Arbeits, Gesundheits und Managementsystem nach BS OHSAS 18001 und SOA. Damit sieht das Unternehmen den künftigen Herausforde rungen gut gerüstet und souve rän entgegen.
Gründungsjahr: 1992 Betriebsleitung: Gottlieb, Meinrad und Walter Oberrauch Zertifizierungen: ISO 9001:2008 IQNET Management System KlimaHaus Fachbetrieb SOA Absatzmärkte: Südtirol, Italien, Österreich, Schweiz Leitsatz: „Holz ist Natur – wir sind die Spezialisten hochwertiger Veredelung.“
Erfolgreich mit System. Ständige
Verbesserungen der Betriebs abläufe sowie die stetige Aus und Weiterbildung der Mitar beiter, wie beispielsweise die verschiedenen Teilnahmen an Landes und Weltmeisterschaften des Handwerks und die hervor
Individuelle Einrichtungen aus einer Hand
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Fließender Übergang von Arbeiten aus der Zimmerei und Tischlerei Oberrauch GmbH
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Gaubeneindeckung in Blech
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Realisierung von Dach und Balkon
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Metalldacheindeckung
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Energetische Sanierung und Erweiterung eines bestehenden Wohnhauses
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Vielseitig in Herstellung und Genuss Feinschmeckern aus aller Welt ist er ein Begriff, den Südtirolern sowieso: der Südtiroler Speck. Aus der Tradition entstanden und individuell verfeinert, ist er heute weltweit in den besten Küchen beliebt.
V
iele denken bei Speck an Brettlmarende oder Speck knödel. Dabei ist der Süd tiroler Speck in seiner Verwen dung vielfältiger als gedacht. So lässt sich mit Speck ein köstlicher Lauchrisotto oder Bandnudeln kreieren, man kann ihn zu Spar gel servieren oder Pizza damit garnieren. Den Ideen sind hier keine Grenzen gesetzt, denn sein einzigartiger Geschmack verleiht den Gerichten eine besondere Note. Südtiroler Speck ist milder als die deftigen rustikalen nor dischen Räucherschinken, aber gleichzeitig kräftiger und würziger als die süßlichen mediterranen Schinken.
Foto: EOS/Seehauser
Wirtschaft & Umwelt
BETRIEBSPORTRAIT
Speckhersteller aus Passion. Die
Unverwechselbarkeit des Süd tiroler Specks ist auch auf die Menschen, die ihn produzieren, zurückzuführen. „Der Metzger Beruf ist ein sehr schöner Beruf. Man ernährt mit seinen Produkten die Menschen“, findet Paul Vonta von. „Wer das mit Verantwortung macht und darauf bedacht ist, Qualität zu produzieren, für den ist das ein gutes Gefühl. Man stellt etwas Gesundes und Nährreiches her, das man selbst gern isst.“ Die SpeckHerstellung ist eine Leiden schaft von Paul Vontavon: Bereits als Junge hat er die Passion für die Speckproduktion entdeckt. Die Metzgerei Vontavon wurde 1957 von seinen Eltern gegründet und später von ihm übernommen. Der kleine Metzgerbetrieb, der in den Anfängen gerade mal einen Lehrling beschäftigte, zählt inzwi schen zwölf Mitarbeiter. Seit jeher steht der Speck im Mittelpunkt der Produktion des Familienbetriebes. „Die Ansprüche an den Südtiroler Speck haben sich verändert. Da gibt es manches zu erklären und zu verstehen. Am besten ist es, wenn man die Kunden in die Pro duktionsstätte einladen kann. So sehen sie die Gegebenheiten vor 74
Unabhängige Qualitätskontrolleure wie Lukas Spada vom Kontrollinstitut INEQ prüfen die ordnungsgemäße Herstellung und Güte des Südtiroler Specks g.g.A.
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Ort und verstehen meist besser die Wurzeln, den Ursprung und die Originalität dieses besonderen regionalen Produktes“, erzählt Paul Vontavon. Die Gewürze, die bei den Vontavons verwendet werden, sind über die Jahre gleich ge blieben und streng geheim. Das ist Paul Vontavon wichtig, denn das Rezept und die Gewürze drücken die Verbundenheit mit dem eigenen Herkunftsgebiet aus. Jeder Ort in Südtirol hat seine Traditionen, und so erhält der Speck in jedem Gebiet seine eigene Note.
Strengstens geprüft. Neben Paul
Vontavon produzieren 28 weite re Hersteller, die vom Südtiroler Speck Consortium anerkannt sind, Südtiroler Speck g.g.A. Vier da von befinden sich im Eisacktal. Diese Hersteller verpflichten sich, die Qualitätsvorgaben einzuhal ten, die Produktionsstätten ent sprechend auszustatten und den Kontrolleuren des unabhängigen Kontrollinstitutes INEQ (Istituto Nord Est Qualità) jederzeit freien Zutritt zu gewähren. Lukas Spada ist einer der Kon trolleure des INEQ. Er prüft die ordnungsgemäße Herstellung und
die Qualität des Südtiroler Specks. Vom Rohstoff bis zur verpackten Ware wird jede Herstellungsstufe dokumentiert und überwacht. „Bei den großen SpeckProduzenten sind wir dreimal die Woche zu Besuch. Bei den kleineren Produ zenten reichen hingegen ein bis zwei Besuche pro Monat“, sagt Lu kas Spada. Auch die Frischfleisch Lieferanten, also die Schlacht und Zerlegebetriebe, werden stichpro benmäßig kontrolliert. Am Ende der Herstellung überprüft Spada neben der Einhaltung der Reifezeit und des Abtrocknungsgrades auch die sensorischen Eigenschaften
Foto: EOS / Frieder Blickle Foto: EOS/Seehauser
des Specks. Doch er ist nicht nur Kontrolleur, sondern auch Berater. Gerade die kleineren Produzenten greifen gerne auf die Hilfe des INEQKontrolleurs zurück.
Steckbrief
Der Weg zur Spezialität. Für den
Südtiroler Speck werden nur ma gere, vollfleischige Schlegel von Schweinen aus artgerechter Hal tung verwendet. Die Speckham men werden mit Salz und einer speziellen Gewürzmischung meist von Hand eingerieben und drei Wochen lang in kühlen Räumen gepökelt. Wie genau die Gewür ze aufeinander abgestimmt sind, dafür hat jeder Hersteller sein eigenes, streng gehütetes Rezept. Nach dem Pökeln werden die Hammen ungefähr eine Woche lang abwechselnd dem leichten Rauch aus harzarmem Holz und der Frischluft ausgesetzt. Nur so erhält der Speck sein einzigartiges, feinwürziges Aroma. Dann haben die Hammen noch etwa 5 Monate lang Zeit, zur Spezialität zu reifen. Während der Reifung verliert der Speck mehr als ein Drittel seines ursprünglichen Gewichts und er hält seine typische feste Struktur. Nur wenn der Speck nach der Reifezeit allen Richtlinien ent spricht und sämtliche Kontrollen bestanden hat, darf er die Bezeich nung „Südtiroler Speck“ tragen.
Hersteller Südtiroler Speck g.g.A. im Eisacktal VONTAVON GMBH Julius-Durst-Straße 66, 39042 Brixen Tel. +39 0472 068150 speck@vontavon.it www.vontavon.it PRAMSTRAHLER GMBH Blumau 26, 39050 Völs am Schlern Tel. +39 0471 353333 info@pramstrahler.eu www.pramstrahler.eu SEBASTIAN TROCKNER GMBH Kirchweg 5, 39040 Barbian Tel. +39 0471 654135 info@trocknerspeck.com www.trocknerspeck.com
Speck-Hersteller aus Leidenschaft: der Brixner Metzger Paul Vontavon
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VIUMSER SPECK St.-Magdalena-Straße 2, 39040 Natz-Schabs Tel. +39 0472 410168 viumserspeck@dnet.it 75
Foto: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Umweltfreundlicher Weihnachtsmarkt z Unter dem Motto „Goin’ Green“ eröffneten die zahlreichen Aus teller des Weihnachtsmarkts in Brixen am 28. November zum 23. Mal ihre Stände. Diesen Winter wird dabei für ein umweltfreundli cheres Ambiente gesorgt: So wird
für jede Art von Drucksachen Re cycling-Papier verwendet, norma le Lampen werden – wenn defekt – mit LED-Lichtern ersetzt, und die Betreiber verwenden möglichst kein Plastikgeschirr. Zusätzlich werden am Domplatz Sammel stellen zur Trennung von Plastik, Karton und Papier aufgestellt. Für Stimmung auf dem mit Lichtern und Laternen geschmückten Markt sorgen wie üblich Konzerte von
Chören, Bläsern und weiteren Mu sikgruppen. Neu sind die Laternen der Behindertenwerkstatt Seeburg, die Krippenfiguren in der Altstadt und die weihnachtliche Gestal tung der Kreisverkehre und des Adventskranzes. Außerdem haben heuer erstmals die insgesamt 48 Hütten auch am Neujahrstag von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt zum Domplatz zu Silvester ist auch dieses Jahr wieder frei. hh
W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN
Preis für umweltfreundliche Produktion z Coop, der größte Lebensmit teleinzelhandel Italiens, hat sich mit dem Projekt „Coop for Kyoto“ zum Ziel gesetzt, einen aktiven Beitrag zur Senkung der CO2Emissionen zu leisten: Das Unter nehmen zeichnet jene Lieferanten aus, die eine außerordentliche Leistung in diesem Bereich er bringen. In der Kategorie „Un ternehmen mit dem höchsten Prozentsatz an erneuerbarer Ener gie“ punktete dabei der Brixner Milchhof Brimi und wurde als Sieger prämiert. Brimi bezieht
kurz
notiert
76
schon seit Jahren zertifizierte Energie aus Südtiroler Wasserkraft und konnte durch den Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage den Anteil an erneuerbarer Energie deutlich erhöhen. Coop verlieh dem Brixner Milchhof daher diese Auszeichnung, die Ende Oktober im Rahmen der Coop-Convention 2013 in Modena in Anwesenheit der führenden nationalen Lebens mittel-Industrie übergeben wurde. „Diese Auszeichnung hat uns sehr geehrt, da wir uns hiermit von nationalen und auch regio
Der Verein „Helfen ohne Grenzen“ verkauft Weihnachtskarten mit Motiven von Südtiroler Künstlern. Der gesamte Erlös fließt in das Hilfsprojekt „yummy! Essen an Schulen“ für Flüchtlingskinder entlang der Grenze zu Bruma. Bestellt werden können die Karten auf www.helfenohnegrenzen.org
nalen Lebensmittelunternehmen unterscheiden“, freut sich BrimiGeschäftsführer Willi Tauber. Für die Genossenschaft ist der Sieg ein weiterer Beweis dafür, dass eine umweltfreundliche Herstel lung neben der gentechnikfreien Produktion vom Markt geschätzt
und auch in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld honoriert wird. Im Bild: Maurizio Zucchi (Qualitätsverantwortlicher Coop Italia), Willi Tauber (Geschäfts führer der Brimi) und Marcello Balestrero (Vizepräsident Coop Italia). db
Für das Projekt Ring-Road (Westumfahrung Brixen) gewann das Brixner Architekturbüro Modusarchitects den Südtiroler Architekturpreis der Kategorie „open spaces“. Vergeben wurde dieser von einer dreiköpfigen Jury, bestehend aus Adolfo Natalini (Italien), Tom Vack (USA) und Axel Simon (Schweiz).
Bis zum 8. Dezember sind auf dem weihnachtlichen Benefizmarkt der Südtiroler Krebshilfe am Bezirkssitz in der Brennerstraße 1 in Brixen allerlei selbstgemachte Produkte erhältlich. Der Reinerlös kommt Betroffenen zugute.
STADTGEHEIMNISSE
MÜHLBACH/VAHRN
Pertinger zieht um
Zum ersten Mal verlieh das Brixner Stadtparlament das „Ehrenbürgerrecht“ im Jahr 1854, und zwar an den damals höchsten weltlichen Amtsträger in der Stadt, dem Kreispräsidenten Otto Franz Graf von Fünfkirchen. Zwischen 1849 und 1860 war das Kronland Tirol verwaltungsmäßig in die drei Kreise Innsbruck, Brixen und Trient eingeteilt, wobei der Kreis Brixen das heutige Süd- und Osttirol umfasste. Otto Franz Graf von Fünfkirchen, ein niederösterreichischer Adeliger, residierte mit seiner Regierung im Waltherhaus und unterstützte die Stadt nach Kräften etwa bei der Errichtung des Schlachthauses und der Ausarbeitung eines Projektes zur Flussregulierung. Angesichts der „Wohltaten, welche (...) unserer Kreisstadt durch Hochdero Anwesenheit, gesegnete Amtsführung und persönliche Humanität zu Theil geworden sind, (...) wünschte der Bürgerausschuß den Gefühlen unbegränzter Verehrung, Dankbarkeit und Liebe, die ihn gegen Euer Hochgeborn durchdringen, irgend einen bleibenden Ausdruck zu geben.“ Der nächste Geehrte war der Brixner Stadtpfarrer und Dekan Johann Evangelist Lorenz, der sich zahlreiche Verdienste auf sozialem Gebiet erworben hatte, unter anderem als erster Präses des Brixner Gesellenvereines. Quelle: Im Kreis der Geehrten. Zur Geschichte der Auszeichnungen der Stadtgemeinde Brixen. Hrsg. Stadtgemeinde Brixen, 2013 Anregungen: redaktion@brixner.info
Foto: Oskar Zingerle
Wer war der erste Ehrenbürger von Brixen?
z Der Herdhersteller Pertinger wird in absehbarer Zeit seinen Firmensitz von Mühlbach nach Vahrn verlegen. Mit rund 50 Mitarbeitern ist das Unterneh men einer der größten Arbeit geber in der Marktgemeinde Mühlbach; die Werkshalle an der Meransner Straße ist mittlerweile zu klein für den wachsenden Betrieb. In den letzten Jahren war Pertinger deshalb auf der Suche nach einem Standort, der mit der not wendigen Erweiterung der Pro duktionshallen kompatibel ist. Einen solchen Standort glaubte man im Bereich der Mühlba cher Klause gefunden zu ha ben und beantragte vor rund einem Jahr eine entsprechende Ausweisung, die der Gemein derat allerdings mehrheitlich ablehnte. Als Argumente führ ten die Räte unter anderem die Notwendigkeit ins Feld, einen
Bauern gegen dessen Willen enteignen zu müssen sowie die durch die Liberalisierung des Handelsgesetzes resultierende Gefahr zur Entstehung einer Handelszone im Grünen. Eine wichtige Rolle spielte auch die Tatsache, dass die Gemeinde Mühlbach bereits vor Jahren – unter anderem auf Betrei ben der Firma Pertinger – eine Gewerbezone ausgewiesen hat, die seither aber nicht bebaut worden ist. Pertinger lehnt heu te diese Zone aufgrund der bestehenden Steinschlaggefahr sowie aus logistischen Gründen ab. Inzwischen hat das Unter nehmen die Konsequenzen gezogen und plant bereits den Bau einer neuen Produktions stätte in der Gewerbezone nahe der Autobahneinfahrt in Vahrn. Möglicherweise könnte bereits im nächsten Jahr der Umzug dorthin erfolgen. oz
Tee – Kräuter – Gewürze - Kaffee – Zubehör Aromatologie – Räucherstäbchen – Meditationszubehör
Alchemilla der Mathilde Mitterrutzner
Stadelgasse 17 Brixen Tel. 0472 201167 77
VAHRN
Das Salerner Schul-Ladele
Salon Mike ----------------------------------------------------------------------------------------------Domplatz 16, Brixen Tel. 349 3665937
Nach 30-jähriger Tätigkeit im Salon „Mike & Watson“ in Bozen hat Michael (Mike) Mondini seinen eigenen Friseursalon für Damen und Herren in Brixen eröffnet. Salon Mike hat von Dienstag bis Freitag von 8.30 bis 17.30 Uhr sowie am Samstag
von 8.30 bis 15 Uhr geöffnet; Termine erfolgen nach Vormerkung.
Gallmetzer GmbH & Kerzenwelt --------------------------------Stadelgasse 3, Brixen Tel. 0472 835536
Seit kurzem findet man die Gallmetzer GmbH, den Spezialisten für Grabstättengestaltungen, am neuen Standort in der Stadelgasse, nunmehr um ein Kerzenfachgeschäft erweitert. In der „Kerzenwelt“ wird ein breites Sortiment an Kerzen angeboten: von Grabkerzen bis hin zu
Kommunions- und Hochzeitskerzen sowie vielen Kerzen für besondere Anlässe oder als leuchtende Geschenkideen.
Nightrunners ----------------------------------------------------------------------------------------Nachtlieferservice Plosestraße 12/A, Brixen Tel. 329 2169000 oder 0472 920393
Auch Partylöwen und Nachtschwärmern geht manchmal der Vorrat aus. Abhilfe schafft seit kurzem Clemens Dejaco, dessen Nachtlieferservice jeden Donnerstag bis Samstag von 23 bis 4 Uhr morgens schnell und
zuverlässig alles für den großen Durst und den kleinen Hunger liefert, auch Partyzubehör und Hygieneartikel. www.nightrunners.eu
Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info
MÜHLBACH
Erstes Weihnachtsmarktl z Um auf das Fest einzustimmen, findet heuer erstmals am 14. und 22. Dezember ein Weihnachts markt in Mühlbach statt. Mit dabei sind die Südtiroler Krebshilfe, die Behindertenwerkstatt Brun eck, der Kräuterhof Schmidthof, die PunktFrauenwerkstatt, die Geschwister Uibo, die Krippen freunde Mühlbach und viele weitere Handwerker. Auf dem Kirchplatz wird den Besuchern zwischen Kräutern, Kerzen, Müt zen, Schmuck sowie Filz und Holzprodukten so einiges ge 78
boten: Jeweils um 17 Uhr findet eine Feuershow des „Circomix“ aus Vintl statt, mit anschließender Auflösung und Prämierung des AdventQuiz. Auch die Geschäfte Mühlbachs haben an diesen bei den Samstagen ganztags geöffnet. Für kostenlose Kinderbetreuung sorgt die Jungschar. Nicht nur der Weihnachtsmarkt, sondern auch der Nikolausumzug am 6. De zember mit anschließender Messe sowie das Adventskonzert am 8. Dezember steigern die Vorfreude auf Weihnachten. hh
z An der Fachschule für Haus und Landwirtschaft Salern be treiben die Schüler seit Schul beginn ein eigenes „Ladele“. Darin sind nicht nur die Ein richtungsgegenstände selbst gemacht, sondern auch die Produkte: Milchprodukte aus der Schulkäserei wie Käse, Joghurt oder Butter befinden sich in den Regalen, ebenso Brot, Müsliriegel oder Hefe schnecken, die im Unterricht gebacken wurden. Je nach Jah reszeit verkaufen die Schüler im Ladele auch Fruchtaufstriche oder Gemüse aus dem Schul garten der Biolandwirtschaft Salern. Die Schüler organisieren
den Verkauf selbst, wodurch gleichzeitig der Umgang mit Waren und Geld eingeübt und ein Einblick in die Produkt und Direktvermarktung eigener Er zeugnisse vermittelt wird. Der Erlös kommt dabei einem gu ten Zweck zugute: Einerseits unterstützen die Schüler damit ihre Partnerschule in Tabocas/ Brasilien, andererseits auch Mit schüler, die sich in einer finan ziellen Notlage befinden. Das Salerner Ladele befindet sich im Eingangsbereich der Schule und ist jeweils am Donnerstag von 13.45 bis 16.45 Uhr und am Freitag zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet. db
Foto: Egon Daporta
Wirtschaft & Umwelt
Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen
NACHGEFRAGT
„Ein Gutschein, tausend Geschenke“ WOLFGANG PERTINGER, Obmann der Mühlbacher Kaufleuteschaft, über zwei Initiativen zur Stärkung der lokalen Wirtschaft. cher Gutscheine“ kaufen und diese verschenken. Einlösbar sind die 10-Euro-Voucher in über 50 Be trieben der Gemeinde Mühlbach. Wer solche Gutscheine besitzt, kann sie also verwenden, wofür er möchte? Genau, die Auswahl ist nahezu unbegrenzt: Bekleidung, Lebens mittel, Treibstoff fürs Auto, Büro artikel, Sportausrüstung, Deko rationsartikel, Haushaltsartikel, Eintritt in das Hallen- oder Freibad, Liftkarten im Skigebiet, eine Fahrt mit dem Taxi, eine Behandlung im Beautysalon, ein Haarschnitt beim Friseur und vieles mehr. Eine besondere Bereicherung ist die
Beteiligung fast aller Gastrono miebetriebe und Almhütten. Die Stärke der Gutschein-Idee liegt also in dieser in Mühlbach noch nie dagewesenen Eintracht unter den Wirtschaftstreibenden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle dabei, und zwar nicht nur im Hauptort, sondern auch in den Fraktionen Meransen, Vals und Spinges.
Foto: Oskar Zingerle
Herr Pertinger, welche Maßnahmen haben die Wirtschaftstreibenden der Gemeinde Mühlbach ergriffen? Es geht um zwei Aktionen, die im Rahmen des Projekts „Le bendiger Ort. Mühlbach 2020“ entstanden sind. Bereits im Sep tember ist die Aktion „Treue pass“ gestartet, bei der wir an Stammkunden Bonuspunkte ausgeben. Ein vollgeklebter Treuepass ist für den Kunden beim nächsten Einkauf in einem der teilnehmenden Betriebe 10 Euro wert. Die zweite Aktion läuft seit einigen Tagen: Private wie Betriebe können im Touris musbüro so genannte „Mühlba
Sind weitere Aktionen geplant? Kurzfristig nicht. Die Aktion Treue pass läuft noch bis Ostern, wäh rend die Gutscheine in den nächs ten Jahren dauerhaft erhältlich sind. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
BRIXEN/MILLAND
Gitschberg AG zahlungsunfähig
Neue Wertstoffsammelstellen
Foto: Oskar Zingerle
MÜHLBACH
z Die seit der Fusion der Skige biete Gitschberg und Jochtal nicht mehr operative, aber noch beste hende Liftgesellschaft Gitschberg AG befindet sich in Liquidation. Unbestätigten Informationen zu folge lastet nach wie vor eine Schuldenlast in der Höhe von rund 900.000 Euro auf der Ge sellschaft. Um diese Verbindlich keiten zumindest teilweise abzu zahlen, sieht sich die Gitschberg AG gezwungen, Kapital aus dem Maria-Hilf-Platz (ehemals Seil bahnplatz, im Bild) im Hauptort Mühlbach zu schlagen. Der Platz ist Eigentum der Gesellschaft und wird seit Jahren als kostenloser öffentlicher Parkplatz genutzt. Ein diesbezüglich bestehender
mündlicher Leihvertrag mit der Gemeindeverwaltung wurde un längst gekündigt, so dass letztere nun den Platz bis einschließlich März 2014 zu einem Betrag von monatlich 1.800 Euro angemie tet hat. Laut offizieller Schätzung könnte die Gemeinde den Platz zum Betrag von 300.000 Euro inklusive Spesen erwerben. Die Gitschberg AG sieht in der Ver wirklichung eines bestehenden Raumordnungsvertrages allerdings größere Profitchancen. In den vergangenen Jahren fand sich für die darin vorgesehene Verbauung kein Investor, so dass die Gemein de nun gemäß einer Klausel den Vertrag einseitig auflösen könnte. Der politische Wille dazu scheint aber nicht gegeben zu sein. In des wurden Informationen laut, wonach die Gitschberg AG in konkreten Verhandlungen mit der Supermarktkette M-Preis stünde, der als Investor infrage käme. Ob die im Raum stehende Erneuerung der Seilbahn Mühlbach-Meransen nach einer Verbauung des Plat zes noch umsetzbar ist, ist indes ungewiss. oz
z In den vergangenen Wochen wurden in Brixen die Bau arbeiten von zwei Wertstoff sammelstellen beendet: eine in der Feldthurner Straße und die andere in der Oswald-vonWolkenstein-Straße in Milland. Die Stadtwerke haben dabei in moderne und hochwertige Anlagen für die Abfallbewirt schaftung investiert; demnach erhielten beide Sammelstellen für wiederverwertbaren Abfall ästhetisch und funktional ein neues Gesicht. In Milland wur den insgesamt fünf unterirdi sche Container für die getrennte Sammlung von Papier, Glas und Dosen eingerichtet, während der
Presscontainer für die Restmüll sammlung leicht versetzt wurde. In der Feldthurner Straße wurde die sehr heruntergekommene Sammelstelle von der Firma Passler bearbeitet und verfügt nun über vier unterirdische Con tainer. Auf der daneben errichte ten Plattform wird ebenfalls ein neuer Presscontainer entstehen, wobei der Abfall sofort gewogen und anschließend von einem Müllfahrzeug entladen werden kann. Um die Sammelstellen nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch aufzuwerten, hat die Stadtgärtnerei mit der Bepflanzung von Büschen die Arbeiten vollendet hh 79
RESTAURANT PIZZERIA PAVILLON
Essen & Trinken
Mediterrane Köstlichkeiten
Extra
Mitten in Brixen und dennoch ganz nah am Mittelmeer: Mit seinen vielen mediterranen Spezialitäten hat sich das Restaurant Pizzeria Pavillon in Brixen innerhalb weniger Jahren zum Stammlokal für Genussliebhaber gewandelt.
Mittlerweile seit rund zweieinhalb Jahren ist das Restaurant Pizzeria Pavillon am Rosslauf unter der Führung der beiden kundigen Gastronomen Matteo Di Pierro und Teresa Allegretti. Der ge bürtige Grödner Di Pierro zog es nach seiner Ausbildung zum Pizzaiolo in die Emilia Romagna, wo er nicht nur die mediterrane Küche kennen und lieben ge lernt hat, sondern auch seine Frau Teresa, die ihrerseits in ei ner Gastronomiefamilie auf- und sozusagen ins Metier reingewach
sen war. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in der Emilia Ro magna zog es sie schließlich mit ihrer kleinen Familie nach Südtirol zurück, wo sie auf der Suche nach einem neuen Lebensmittel punkt in Brixen fündig wurden. Im August 2011 übernahmen sie schließlich das Restaurant Pizzeria Pavillon, das in den Jahrzehnten zuvor sich vor allem als Pizzeria einen Namen gemacht hatte, in den letzten Jahren jedoch leer gestanden war. Leicht fiel es den neuen Pächtern in der Anfangs
r e e M
em
aus d Kulinarisches
Unsere GenießerMenüs im Dezember: Den ganzen Dezember hindurch können Sie wählen zwischen einem Fischmenü oder Fleischmenü. Dienstag Ruhetag 80
Tischreservierung erwünscht: Tel. 0472 278506 PAVILLON Pizzeria Restaurant Am Schalderer Bachl 42 Brixen www.pavillonbrixen.com
zeit nicht, das Lokal aus seinem Schattendasein zu befreien, doch schließlich gelang es ihnen dank ihrer ganz besonderen kulinarischen Ausrichtung und ihres unermüdlichen Einsatzes. Mit mediterranen Spezialitäten schafften sie es, eine Nische zu beset zen, und sie bereichern seither Brixens kuli narisches Angebot.
Bekömmliche mediterrane Kost.
Die mediterrane Küche zeichnet sich vor allem durch ihre Bekömmlichkeit aus. Ganz nach regionaler Tradition wird im Restaurant Pizzeria Pavillon vor allem mit Olivenöl anstelle von Butter und anderen Fetten gekocht. Darüber hinaus findet man im reichhaltigen Menü vie le typische Fisch- und Meeres gerichte, zahlreiche Nudelspezi alitäten mit frischer Pasta sowie ein reichhaltiges Pizzaangebot. Dieses umfasst auch viele medi terrane Pizzakreationen, so zum Beispiel die typische weiße Pizza ohne Tomatensauce, aber auch eine Pizza mit gefülltem RicottaTeigrand sowie eine Pizza, die zur Hälfte als Calzone und zur Hälfte offen serviert wird. Das Restaurant Pizzeria Pavil lon hat bis auf Dienstagabend je den Tag mittags und abends geöff net. Mittags wird ein täglich wech selndes Mittagsmenü um nur 10 Euro angeboten, bei dem man je
weils aus zwei Vorspeisen und zwei Hauptspeisen wählen kann. Alternativ kann man auch nur eines der Gerichte als Hauptgang um 8 Euro inklusive Getränk be stellen. Das Mittagsmenü findet man täglich aktuell unter www. pavillonbrixen.com, ebenso wie die vollständige Speisenkarte, be stehend aus Pizzas, Vorspeisen sowie Fisch- und Fleischgerichten.
Festmenüs im Dezember. Be
sonders festlich präsentiert sich im Dezember die Menü-Auswahl des Restaurant Pizzeria Pavillon: Nach Vormerkung kann man zwi schen zwei Gourmet-Menüs wäh len: eines auf Basis von Fisch und Meeresfrüchten sowie eines auf Basis von Fleischgerichten, die ein ganz besonderes Genuss erlebnis versprechen.
KAFFEE HARRAR
Die Welt des Kaffees In der neuen Erlebniswelt „Planet Harrar“ von Kaffee Harrar dreht sich alles um die Kaffeebohne.
Bei Kaffee Harrar steht die Qua lität des Kaffees nunmehr bereits in der dritten Generation im Mit telpunkt. Nach dem schrittweisen Rückzug von Roland Rienzner und seiner bevorstehenden Pensionie rung wird die Brixner Kaffeerös terei von seinem Bruder Werner
und Rolands Töchtern Claudia und Daniela geführt. Dank jahre langer Erfahrung und sorgfältigster Auslese bietet Kaffee Harrar den Gastronomiebetrieben die besten Mischungen. Doch auch privaten Haushalten und Büros möchte das Unternehmen seinen köstlichen
Kaffee nicht vorenthalten. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2001 ein CoffeeShop direkt im Produk tionsgebäude in der JuliusDurst Straße in Brixen eröffnet, wo jeder seine bevorzugte Kaffeemischung finden kann, ob in Bohnen, frisch im Shop gemahlen oder in der heute sehr beliebten Kapselform.
„Planet Harrar“. Fast jeder hat
Frisch geröstet und verpackt – für Kaffee Harrar eine Selbstverständlichkeit
schon einmal in seinem Leben eine Tasse Kaffee getrunken. Doch wie viele wissen, welchen Weg die Kaffeebohne von der Ernte bis zur Tasse zurücklegt? Oder wie eine rohe Kaffeebohne eigentlich aussieht? Mit der Eröff nung des neuen „Planet Harrar – Die Welt des Kaffees“ will die Brixner Kaffeerösterei ihr Fach wissen allen Interessierten zu
Werner Rienzner und die zwei Töchter von Roland, Claudia und Daniela Rienzner, führen mit Hingabe die Kaffeerösterei Kaffee Harrar gänglich machen. In einem span nenden Rundgang erhält man einen wertvollen Einblick in die Kaffeeherstellung, vom Anbau bis zur Röstung und Zubereitung, als Abschluss kann der Besucher sich im angebundenen CoffeeShop mit seiner bevorzugten Kaffee mischung versorgen.
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Essen & Trinken
Ein rundum natürliches Angebot
PRO NATURA
Extra
Mit einem großen Sortiment an Lebens- und Genussmitteln aus kontrolliert biologischem Anbau sowie vielen weiteren umweltfreundlichen Produkten für den täglichen Gebrauch bietet das Bio-Fachgeschäft Pro Natura ein rundum nachhaltiges und positives Einkaufserlebnis.
Gerade die vorweihnachtliche Zeit ist geeignet, sich selbst und seine Lieben mit Köstlichkeiten aus kontrolliert biologischem Anbau zu verwöhnen – sei es mit den vielen leckeren Zuta ten für Weihnachtsbäckereien, schmackhaften Lebensmitteln für das Weihnachtsessen oder den vielen erlesenen Bioweinen aus Südtirol, Italien und den besten Weinbaugebieten Europas. Neben frischem Obst und Gemüse, einer großen Auswahl an Milchproduk ten – darunter einige laktosefreie
Produkte – findet man bei Pro Natura auch Fisch, Räucherlachs und vieles mehr für den Weih nachtstisch in bester BioQualität. Aufgrund steigender Nachfrage erhält man auch ein beständig erweitertes Angebot an gluten freien Produkten.
Individuelle Geschenkkörbe. Für Weihnachtsgeschenke gibt es bei Pro Natura ebenfalls viele Anregungen: Besonders beliebt sind die individuell zusammen gestellten Geschenkkörbe. Da
teht s n e t h c a n h i e W vor der Tür... Edelstein Wasser
Spiele
Bio mit dem gesamten Lebensstil zu tun hat, gibt es neben einer großen Auswahl an Lebens und Genussmitteln aus kontrolliert biologischem Anbau zudem viele andere Dinge für den täglichen Gebrauch wie Naturkosmetik, Babybekleidung, Unterwäsche oder auch Bettwäsche. Einzigartig im Eisacktal, bietet Pro Natura auch Naturkosmetik Behandlungen und Massagen für Gesicht und Körper an. Die Wohl fühlbehandlungen werden von einer diplomierten Dr.Hauschka
Pro Natura bietet Bio-Obst und Bio-Gemüse in größter Vielfalt Kosmetikerin durchgeführt; das Verwöhnprogramm wird indivi duell zusammengestellt und lässt sich mit einem Gutschein ideal verschenken. Im Dezember lockt wieder die von allen geschätzte Weihnachts lotterie mit einem Ferienaufenthalt in „theiner’s garten BIO Vitalhotel****S“ als Hauptpreis sowie vielen weiteren schönen Sachpreisen.
pronatura-bioshop.com Das Biofachgeschäft in Brixen
Bei uns finden Sie viele schöne und nützliche Geschenke als Dankeschön an Ihre Lieben, Freunde und Bekannten Lammfelle und Tragetücher
Naturkosmetik
Filzen
Schmuck und Halbedelsteine
Kerzen und Duftlampen
www.zeller.it · fotolia-cs-photo
Weihnachtskekse
Weihnachtslotterie Concorso Natalizio 2013
Gutscheine für Gesichtsbehandlungen und Massagen
In der Adventszeit Samstag Nachmittag geöffnet 15–18 Uhr
Im Dezember: slotterie exklusiv Große Weihnacht den für Pro Natura-Kun
Geschenkkörbe und Gutscheine
MUTTER & KIND ∙ BEKLEIDUNG ∙ NATURBETTEN ∙ GESCHENKARTIKEL · BIOLEBENSMITTEL ∙ WEINE ∙ NAHRUNGSERGÄNZER ∙ NATURKOSMETIK BRIXEN · STADELGASSE 6B ∙ TEL. 0472 837 314 | Mo – Fr 8.30 – 12.30 · 15.00 – 19.00 Uhr; Sa 8.30 – 12.30 Uhr 82
HOTEL ELEPHANT****S
Festliches Ambiente
Historie. Ambiente. Genuss.
Gerade zur Weihnachtszeit bietet das traditionsreiche Hotel Elephant in Brixen mit seiner einzigartigen Kombination aus Historie, Ambiente und Genuss den passenden Rahmen für Feierlichkeiten. Neben den gediegenen Weihnachtsfeiern findet auch in diesem Jahr wieder ein besonderer Silvesterabend statt, um das Jahr 2013 stilvoll ausklingen zu lassen.
Ob es das Fest mit der Firma oder das Weihnachtsessen mit Famili en und Freunden ist: Das Hotel Elephant und sein ausgezeich netes Gourmetrestaurant bieten das besondere Ambiente für ein gelungenes Fest. Viel geboten wird traditionell auch zu Silvester: Ein einzigartiges Festmenü, ein breites Angebot an Weinen mit speziellen Schaumweinen sowie erfrischende Livemusik warten auf Genießer der gepflegten Un terhaltung.
Stilvoll feiern!
Exquisit speisen in geschichtsträchtigen Stuben
wahre Begebenheit von der Reise des Dickhäuters, von dem das Ho tel seinen Namen hat, sowie die Eigentümerfamilie, Nachfahren der legendären Tourismuspionie rin Emma Hellenstainer, und das traditionsreiche Haus mit seiner über 450jährigen Geschichte ma chen das Hotel Elephant zum Kult nicht nur in Südtirol, sondern weit darüber hinaus. Das Hotel hat für seine Gäste täglich geöffnet, 365 Tage im Jahr.
Maximilian von Österreich, und befand sich auf der langen Reise von Indien nach Wien. In der damaligen Zeit wurde das eigen artige Tier als Sensation erlebt: In Trient applaudierten ihm Bischöfe und Kardinäle, in Bozen wurde der Elefant im Triumph empfan gen. Auch in Brixen standen die Städter Spalier. So ist es nicht ver wunderlich, dass der Dickhäuter dort bleibenden Eindruck hinter ließ – wie es das Hotel Elephant auch heute noch zahlreich bei seinen Gästen tut.
Der Zauber des Elephanten.
Führende Gastlichkeit. 450 Jah
365 Tage im Jahr geöffnet. Die
Dem Zauber von der „Reise des Elefanten“ ist wohl auch der Li teraturnobelpreisträger José Sa ramago erlegen, als er im Hotel Elephant in Brixen zu Gast war und dem abenteuerlichen Leben des Dickhäuters daraufhin ein eigenes Buch widmete. Histo risch belegt ist, dass das Tier um den Jahreswechsel 1551/1552 mit großem Gefolge in Brixen Halt machte und 14 Tage lang in die sem Haus bewirtet wurde. Der Elefant war ein Geschenk des portugiesischen Königs Johann III. an seinen Neffen, Erzherzog
re Geschichte und Auszeichnun gen wie eine Haube und 14 Punk te des Gourmetführers Gault Millau stehen für die führende Gastlichkeit des edlen Hauses. Heute bürgen mit Elisabeth Heiss und ihrem Sohn Michael Falk die siebte und achte Generation für gepflegte Gastlichkeit in einem wunderbar stilvollen Ambiente mit modernem Komfort, umgeben von wertvollen Kunstwerken. Hier wurden schon immer illustre Gäs te wie Kaiser, Könige und Fürsten, Künstler und Literaten verwöhnt – vielleicht bald auch Sie...
Feiern Sie Weihnachten und den Jahresausklang in unserem traditionsreichen Hause - ob Weihnachtsessen mit Firma, Umtrunk mit Freunden oder die Festlichkeiten in der Familie! Es erwarten Sie ausgezeichnete Hochgenüsse und ein prämierter Service. Drei gemütliche Gaststuben und unser eleganter Speisesaal bieten Ihnen die passenden Räumlichkeiten. Reservieren Sie Ihre Feierlichkeit im Elephanten. Ihre Familie Heiss Falk
Hotel Elephant ****S | Weißlahnstr. 4, Brixen | T 0472 832750 www.hotelelephant.com
365 Tage im Jahr geöffnet. 83
Essen & Trinken
Freude am Kochen und Backen
A. RIEPER AG
Extra
Die Qualitätsmehle von Rieper garantieren gutes Gelingen alter und neuer Rezepte.
Die fertigen Backmischungen von Rieper machen Lust zum Selberbacken Seit über hundert Jahren und mittlerweile in fünfter Generation verarbeitet die A. Rieper AG an ihrem Firmensitz in Vintl erlesene Rohstoffe aus der Natur zu vielen feinen Mehlsorten. „Wie das Korn, so das Mehl“ besagt ein altes Sprichwort und spiegelt gleichzei tig die Qualitätsphilosophie des traditionsreichen Unternehmens wider. Denn seit eh und je wird bei Rieper größter Wert auf hoch wertige Rohstoffe gelegt, aus de nen mittels modernster Verfahren Qualitätsmehle erzeugt werden. Das Qualitätsbestreben reicht da bei von der sorgfältigen Auswahl und schonenden Verarbeitung der Rohmaterialien bis hin zur bewussten Entscheidung zuguns ten natürlicher, gentechnisch nicht veränderter Rohstoffe sowie dem Verzicht auf Zusatzstoffe.
Südtiroler Mehlsorten und Backmischungen. Die Quali
tätsmehle von Rieper resultieren aus hundert Jahren Erfahrung und haben dem Unternehmen in der Region TrentinoSüdtirol die Marktführerschaft eingebracht – aus gutem Grund, denn die hochwertigen Mehlsorten von Rieper garantieren gelingende Rezepte und schmackhafte Ge richte. Entsprechend erfolgreich hat das Unternehmen seine drei Produktlinien etabliert, von In 84
dustriemehlen für die maschinelle Fertigung über Profimehle für Bäckereien, Konditoreien und Gastronomiebetriebe bis hin zu Haushaltsmehlen für den privaten Gebrauch. Vielfältig präsentiert sich das Sortiment insbesondere im Bereich der Haushaltsmeh le mit über 34 Mehlsorten und Backmischungen, die in allen gut bestückten Supermärkten und Bäckereien erhältlich sind. Zu den wichtigsten Haushaltsprodukten zählen die verschiedenen Weizen und Vollkornmehle, Bio, Dinkel, Roggen und Kamutmehl, Torten und Pizzamehl sowie Polenta, Weichweizen und Hartweizen grieß, Nockerlgrieß, Buchweizen mehl, Musmehl und Rollgerste, außerdem viele Brotbackmischun gen. Mit der Entwicklung der fertigen Backmischungen für den Haushalt wurde eine alte Tradi tion zu neuem Leben erweckt, denn Backen macht nicht nur Freude, sondern schenkt ofen frischen Genuss und macht Lust auf gesunde Ernährung. Optimal aufeinander abgestimmte Zutaten garantieren einfache Herstellung und sicheres Gelingen.
Selbstgebackenes schmeckt am besten. Nichts duftet und schmeckt so gut wie selbstgeba ckenes Brot. Nicht nur deshalb backen viele Haushalte ihr Brot
bevorzugt selbst, sondern auch aus Gründen gesundheitsbewuss ter Ernährung sowie dank der kompakten Brotbackautomaten, die in den letzten Jahren Einzug in zahlreiche Haushalte hielten. Hobbybäcker verwenden da zu bevorzugt die fertigen Brot backmischungen von Rieper, die das Brotbacken auf Anhieb ge lingen lassen. Abwechslungsreich und genussvoll präsentiert sich das Sortiment an fertigen Back mischungen, beispielsweise für herzhaftes Vollkornbrot mit Lein samen und Sonnenblumenker nen, für leichtes Vollkorndin kelbrot, leckeres Weißbrot oder schmackhaftes Mehrkornbrot, und selbst für das beliebte Süd tiroler Breatl findet man die fer
tige Backmischung. Passend zur Jahreszeit schmecken aber ganz besonders die Weihnachtsback rezepte von Rieper: eine Back mischung für ein feines, weiches Weihnachtsbrot mit Zimt sowie das eigens für Weihnachtsgebäck konfektionierte Mehl aus sorg fältig ausgewählten Weizensor ten, das sich besonders für die Herstellung von zartem Mürb teiggebäck und von Weihnachts keksen aller Art eignet. Die gro ße Geschmacksvielfalt der vielen RieperMehlsorten und Rieper Backmischungen macht Lust auf eine gesunde und traditionsreiche Ernährung und weckt insbeson dere in der Weihnachtszeit die Freude auf weihnachtlichen Backgenuss.
Rezept MÜRBTEIGKEKSE Zutaten: 300 g Mehl für Weihnachtsgebäck von Rieper 200 g weiche Butter 100 g Staubzucker 2 Eigelb 1 Prise Salz abgeriebene Schale einer halben Zitrone Vanille 1/2 Teelöffel Backpulver
Zubereitung: Alle Zutaten (zimmerwarm) rasch zu einem glatten Teig kneten und in Klarsichtfolie an einem kühlen Ort mindestens 1 Stunde ruhen lassen. Den Teig kurz durchkneten, auf einer bemehlten Arbeitsfläche 5 mm dick ausrollen. Verschiedene Formen ausstechen und auf das mit Backpapier ausgelegte Blech legen. Backzeit: Backofen auf 180° C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und die Kekse ca. 15 Min. backen.
Das besondere Weizenmehl von Rieper für Weihnachtsbäckereien aller Art
Tipps: Aus dem Teig können auch Spitzbuben in allen Formen hergestellt werden und entweder mit Marmelade, einer Schokocreme oder einer Karamellcreme gefüllt werden; der Phantasie sind bei den Kreationen keine Grenzen gesetzt.
ROSENAPOTHEKE VAHRN
Glutenfreie Ernährung Glutenunverträglichkeit ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut. Betroffene müssen auf glutenfreie Nahrungsmittel zurückgreifen, die sie bevorzugt in Apotheken beziehen. Dort profitieren sie neben einem gut bestückten Sortiment auch von einer umfassenden Beratung.
Von Glutenunverträglichkeit, auch als Zöliakie bezeichnet, betrof fene Menschen müssen in ihrer Ernährung auf zahlreiche Getrei desorten wie etwa Weizen, Gerste und Roggen verzichten, da sie an einer Überempfindlichkeit gegen Gluten, dem in vielen Getreidesor ten vorkommenden Klebereiweiß, leiden. Die Unverträglichkeit bleibt lebenslang bestehen. Die einzi ge Behandlung besteht in einer glutenfreien Ernährung, die für viele Betroffene mit zahlreichen Einschränkungen verbunden ist, da sie auf viele Nahrungsmittel verzichten müssen.
Glutenfreies Angebot in Vahrn
Die Zöliakie gilt inzwischen als
Volkskrankheit, rund ein Prozent der Bevölkerung in Industriena tionen ist davon betroffen. Viele Apotheken tragen dieser Entwick lung Rechnung, indem sie ihr Sortiment um glutenfreie Nah rungsmittel und Medikamente für ZöliakieBetroffene erweitert ha ben, so auch die Rosenapotheke in Vahrn. Unter der neuen Füh rung von Barbara Destefani wur de ein eigener ZöliakieProdukt bereich mit einem gut sortierten Angebot an glutenfreien Nah rungsmitteln und Medikamenten eingerichtet. Der fachkundigen Apothekerin ist es ein großes Anliegen, ein umfassendes Zöli akieAngebot zu bieten, um Be troffenen eine weitgehend unein
geschränkte Lebensqualität zu gewährleisten. Das glutenfreie Nahrungsmittelangebot umfasst Nudeln, Brot und Mehl, aber auch glutenfreie Mehlspeisen, Kekse
und andere Leckereien für Groß und Klein. Darüber hinaus stehen Barbara Destefani und ihr Team den Betroffenen mit fachkundiger Beratung zur Verfügung.
Großes Angebot an glutenfreien Produkten in der Rosenapotheke Vahrn
„ Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung und beraten Sie in allen Fragen rund um Ihr Wohlbefinden.“ Dr. Barbara Destefani mit ihrem Team
Rosenapotheke Farmacia delle rose
Glutenfreie Lebensmittel Homöopathische Produkte >> Hauseigene Produkte >> Pflanzliche Produkte >> Kinderecke >> Großer Kundenparkplatz >> >>
Rosenapotheke Vahrn, Brennerstraße 101, Tel. 0472 201255 | Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8.30-12.30 und 15-19 Uhr, Sa. 8.30-12.30 Uhr
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Impressum
Gemeindewahlen in Milland-Sarns
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Elisabeth Stürz (es) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Hanna Hofer (hh) Lia Vontavon (lv) Barbara Fuchs (bf) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen, www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Dezember 2013 Nächster Redaktionsschluss: 6. Dezember 2013 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 86
Dienstag, 25. November 1913
November 1913
Pflasterung der Laubengasse Donnerstag, 13. November 1913 Pflasterung der Laubengasse mit Kleinwürfeln im kommenden Frühjahre. Dieser Antrag wurde von Wiesthaler, Zuegg und Ge nossen eingebracht. Ausschuß mitglied Kahl verwies darauf, daß eventuelle Reparaturen am Kabel der elektrischen Leitung bei gepflasterter Straße Schwierig keiten mit sich bringen könnten, weshalb erst in dieser Richtung Vorsorge getroffen werden mö ge. Der Redner führt darüber Beschwerde, daß er in seinem Hause mit der Einstellung von Motoren im Nachbarhause, das wäre beim Fleischhauer Knoflach, eine äußerst schlechte Beleuch tung habe. Er glaube, es solle eine Kabelverstärkung vorge nommen oder wenigstens jedes Haus separat und nicht wie bisher mehrere Objekte zusammen an die Hauptleitung angeschlossen werden. Im übrigen trat Kahl für den Magistratsantrag ein.
Der neue Stadtpfarrer und Dekan von Brixen Samstag, 15. November 1913 In einem Momente, wo uns durch den Tod unseres einstigen Stadt pfarrers Kanonikus Egger die Er innerung an Dekan Mairhofer und damit an die Bilanz des verant wortungsvollen Postens besonders klar und fühlbar vor Augen tritt, kommt offiziell die Nachricht von der neuerlichen Besetzung der Stadtpfarrei Brixen. Dr. Georg Schmid, bisher Dekan in Stilfes, heißt unser neuer Stadtpfarrer. Mit Dekan Dr. Schmid wird kein Unbekannter seinen Einzug in den Pfarrwidum von Brixen halten. Sein konziliantes Wesen, seine Gelehrsamkeit und seine priester lichen Tugenden mannigfacher Art haben ihn längst in weiten Kreisen
bekannt gemacht; sie eignen Dr. Schmid für das neue, schwierige Amt in besonderem Maße, und eines freundlichen Empfanges seitens seiner Seelsorgskinder kann unser künftiger Seelsorger gewiß sicher sein.
Vom neuen Brixener Krankenhause und Sanatorium Dienstag, 18. November 1913
Den am 26. November 1913 in MillandSarns stattfindenden Ge meindewahlen wird diesmal so wohl in MillandSarns selbst als auch in Brixen mit ganz besonde rem Interesse entgegengesehen. Mit geteilten Meinungen erwarten die Bewohner von MillandSarns den Ausgang der Wahlen; der neuzuwählende Gemeindeaus schuß wird sich nämlich mit der Frage der Einverleibung eines Teiles der Frak tion Milland in das Stadtgebiet Brixen beschäf tigen müssen. Ein Teil der Wähler hat ge genüber die ser Frage eine ablehnende Haltung ein genommen, da er eine Ver einigung mit Brixen aus den verschiedenen Gründen als schädlich be trachtet und fürchtet. Zur allgemeinen Beruhigung und Aufklärung sei nun hiermit der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß die Bewohner Millands von einer Einverleibung in das städti sche Gebiet keinerlei Nachteile zu befürchten, sondern im Gegentei le nur Vorteile zu erwarten haben.
Vom neuen Brixener Kranken hause und Sanatorium, dessen Bau nun ziemlich rasch der Voll endung entgegengeht, sind in der Buchhandlung Tyrolia bereits photographische Ansichtskarten erschienen. Der Bau macht auf dem Bilde, trotzdem noch man ches fehlt, einen hübschen, re präsentablen Eindruck und wird nach Fertigstellung geradezu eine Zierde unserer Stadt bilden.
Vom Telephon Donnerstag, 20. November 1913 Der Buchbinderbetrieb Kompat scher und Stadlhuber ist dem Te lephonverkehr beigetreten und unter der Nummer 75 dem Orts netze von Brixen angeschlossen worden.
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
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BRIXEN - 360° Die Wohnanlage 360° entsteht in zentraler Lage in unmittelbarer Nähe des Brixner Krankenhauses. Verkehrsberuhigt und in sonniger Lage bieten die Wohnungen einen Rundumblick über den Brixner Talkessel. Die Altstadt ist fußläufig zu erreichen und die Geschäfte in Rosslauf sowie die Schulen sind angrenzend. Das Wohnhaus wird in Klimaklasse „A“ und unter besonderer Beachtung des Schallschutzes ausgeführt. Eine moderne, zeitgemäße Architektur rundet die gelungene Wohnanlage ab. Verkaufsstart ist jetzt und Sie haben noch die Wahl. Der Verkauf erfolgt direkt vom Bauherrn und ist für den Käufer provisionsfrei. Infos in unserem Büro oder unter www.sader.it
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