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Brixner 280 - Mai 2013

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EXTRA

280

Freizeit & Erholung

Jahrgang 24 · Mai 2013

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Made by

Neuer Landschaftsplan der Gemeinde Brixen in Kraft

Zum Schutz der Landschaft DORFCHRONISTEN: Wie sie die Gegenwart für zukünftige Generationen festhalten PORTRAIT: Josef Tauber, Vizebürgermeister von Vahrn und begeisterter Theatermensch KULTUR: Das partizipative Fotografieprojekt „Sehen und gesehen werden“ SPORT: Laufen und mehr mit der Sportgemeinschaft Eisacktal


Editorial

Politik & Gesellschaft 04 | DORFCHRONISTEN: Gegenwart festhalten 07 | Brixen: Heimplätze sichern 08 | Zeitbank: Austausch von Talenten 10 | Eisacktal: Umfassendes Angebot trotz Kürzungen

>>> 04

Menschen & Meinungen 16 | JOSEF TAUBER: Den Leuten aufs Maul g’schaut 21 | Pro & Contra 22 | Umfrage: Alkohol erst ab 18 Jahren?

>>> 16

Tänzerin im Sturm

Kunst & Kultur 24 | FOTOGRAFIEPROJEKT: Im Warte-Stand 28 | Natz: Alpen-Flair mit Heino & Co.

>>> 24

Veranstaltungen 35 | Timer: Juni 2013

>>> 35

Freizeit & Sport >>> 40 40 | SPORTGEMEINSCHAFT EISACKTAL: Brixen im Lauffieber 43 | Renzo Tonon: „Ce l’ho fatta!“ Wirtschaft & Umwelt >>> 48 48 | LANDSCHAFTSPLAN: Zum Schutz der Landschaft 51 | Event Raiffeisenkasse Eisacktal: 40 Jahre Miteinander 52 | Brixen: „Vogelstimmen und Froschkonzerte“ 54 | Event Frener Paul: In stählerner Hochform 55 | Brixen: Landschaft in der Schale 56 | Interview Sven Giegold: „Unser gemeinsames Problem“ Extra 62 | Freizeit & Erholung

>>> 62

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Wie eine zarte Tänzerin im Wirbelsturm versucht Bürgermeister Albert Pürgstaller seit drei Jahren, sich in der Gemeinde von einer Entscheidung zur nächsten voranzutasten – nicht immer mit durchschlagendem Erfolg, denn die Windböen der Koalitionspartner kamen oft überraschend und unerwartet, hin und wieder gab es sanften Gegenwind auch aus den eigenen Reihen. Wichtige Entscheidungen wurden dem entsprechend auch mal halbherzig oder gar nicht getroffen, denn schließlich braucht es am Ende die Mehrheit im Gemeinderat. Das Fass zum Überlaufen brachte die Grüne Bürgerliste, die sich nach ewigem Hin und Her gegen eine Volksabstimmung aussprach – wobei man schon gespannt sein darf, wie sie diese untypische Verhaltensweise bei den nächsten Wahlen ihrer 2010 eh schon heftig gestutzen Wählerschaft erklären wird. Die SVP überlegte nun eine Weile, wie es denn weitergehen solle mit dieser heterogenen Koalition. Am Ende kam eine Lösung zustande, die im Grunde als bahnbrechend angesehen werden darf: Man öffnete die Entscheidungsfindungen auch für andere Parteien, womit das starre Koalitionskonzept, das man ja bei zarten Mehrheiten auch als Korsett bezeichnen könnte, ad acta gelegt wird. Damit stärkt sich die Südtiroler Volkspartei, denn der Koalitionspartner PD kann sich nicht als Zünglein an der Waage sehen. Bevorzugter Gesprächspartner sind nach dem PD die Freiheitlichen, die, wenn sie es wirklich ernst meinen, gemeinsam mit der SVP Entscheidungen schlimmstenfalls auch gegen den „eigentlichen“ Koalitionspartner treffen könnten. Für die Freiheitlichen ist dies ein erster zaghafter Schritt in Richtung Regierungsverantwortung. Der Bürgerliste hat dieser Schritt seinerzeit nicht gut getan. Ob die Freiheitlichen reif dafür sind? Die Zukunft wird es zeigen.

Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

Foto: Carmen Plaseller

SAMMLER IM DIENSTE DER ALLGEMEINHEIT: Paul Detomaso ist einer von 400 Chronisten in Südtirol

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DIE ARBEIT DER DORFCHRONISTEN

Gegenwart festhalten Sie schreiben, knipsen, sammeln und dokumentieren alles, was mit ihrem Dorf in Verbindung steht. Ein Bericht über jene, die im Verborgenen unbezahlbare zeitgeschichtliche Arbeit leisten: die Chronisten.

E

s ist ein verregneter Samstagnachmittag, wie so viele im Mai. Er sitzt am Stubentisch, etliche Tages-, Wochen- und Monatszeitschriften hat er bereits durchgeblättert. Er macht sich auf die Suche nach allem, was irgendwie mit Lüsen, seinem Heimatdorf, in Verbindung steht. Ein glücklicher Lüsner Lotteriegewinner, ein Bericht aus dem Gemeinderat, das Rezept einer Lüsnerin, „ich trage alles zusammen, verstehe mich als Sammler im Dienste der Allgemeinheit“, sagt Paul Detomaso. Er ist einer von rund 400 Chronisten in Südtirol.

Die Ursprünge der Chronik. Chroniken haben eine lange Tradition. Früher hielten die Ortspfarrer das Geschehen in der Gemeinde fest. Sie berichteten vorwiegend aus dem kirchlichen Bereich, notierten Geburten, Todesfälle, Trauungen und hielten die Ablässe fest, schrieben aber auch über Naturkatastrophen, gesellschaftliche Entwicklungen und das vermeintlich „profane“ Leben. Pfarrer Eduard Mair unter der Eggen notierte 1951 beispielsweise in der Lüsner Pfarrchronik: „Für den 2. Februar hat der Oberwirt wieder eine Tanzerei veranstaltet, ausgerechnet wieder am Bundfeste der Eheweiber. Der Rummel war sorgfältig vorbereitet. Für den Fall, dass etwa Lüsener zu wenig daran teilnehmen, hat der Oberwirt auch auswärts in Rodeneck und St. Andrä Einladungen gemacht. Von St. Andrä kamen zwei Auto voll.“ Über solche Aufzeichnungen schmunzelt der Gemeindechronist, dem der Pfarrer als Einzigem

Einsicht in die Pfarrchronik gewährt hat. Seine Aufgabe definiert er in „der möglichst objektiven Berichterstattung. Eigene und wertende Meinungen haben heute in der Chronik nichts verloren.“

Handwerkliche Kleinarbeit. Paul

Detomaso hat den Bericht „Mit Büchern begleiten“ der Öffentlichen Bibliothek in den Dolomiten gefunden und ausgeschnitten. Unter dem Zeitungsausschnitt hat er den Namen der Zeitung und das Erscheinungsdatum handschriftlich notiert. Auf einem weißen Blatt ordnet er diesen und andere Zeitungsausschnitte so lange an, bis das Blatt ausgefüllt ist, klebt sie auf und legt sie in

Festbroschüren oder die Tabellenstände der Fußballer – alle fein säuberlich beschriftet und mit Logo versehen. Beeindruckend ist die Anzahl der eingeklebten Fotos: rund 400 davon zeigen die verschiedensten Fest- und Feierlichkeiten, Bauvorhaben, Kulturgüter und Versammlungen eines Jahres. Sie wurden alle vom Chronisten selbst geknipst, entwickelt und mit der entsprechenden Bildunterschrift versehen.

Weg in die Moderne. Seit 23 Jahren erstellt der Lüsner Gemeindechronist die Chronik auf diese noch recht handwerklich anmutende Art, „denn so habe

beinahe vollständig digital erstellen Bänden.“ Kerschbaumer war vor seiner Pensionierung Schriftsetzer und hat daher „einen Vorteil in der grafischen Gestaltung.“ Anders als sein Lüsner Kollege besucht er nicht alle Vereinsversammlungen oder Gemeinderatsitzungen, sondern lässt sich Texte und Fotos per EMail zusenden oder holt sie sich direkt aus dem Internet. Diese bringt er dann mit Wordvorlagen in die gewünschten Formate und druckt sie auf Fotopapier aus. Printexemplare wie etwa die „Ledernews“, das Fußballblatt des ASV Milland, scannt er ein, bearbeitet sie und druckt sie anschließend ebenfalls aus. Auch

„Der schönste Moment ist jener, wenn das Inhaltsverzeichnis erstellt ist und ich die gebundene Ausgabe in Händen halte“_ Paul Detomaso, Dorfchronist von Lüsen eine Klarsichtfolie. „Im Laufe eines Jahres kommen so zwischen 400 und 450 Seiten zusammen“, berichtet der 76-jährige Gemeindechronist und legt die Folie in seinem Ordner ab. Detomaso sammelt nicht nur Zeitungsberichte, er schreibt im Gegensatz zu den allermeisten seiner Kollegen auch viele selbst. Dabei merkt man ihm die Liebe zum Detail an. Die Chronik enthält neben unterschiedlichsten Zeitungsberichten auch Tätigkeitsberichte und Einladungen zu Vereinsversammlungen, Todesanzeigen,

ich es schon immer gehandhabt, und mit dem Computer bin ich nicht so sehr vertraut.“ Eine etwas andere Arbeitsweise hat Emil Kerschbaumer. Der rüstige Pensionist ist nicht nur Millander Dorfchronist, sondern seit 2011 auch Nachfolger von Detomaso als Bezirkschronist. Er kennt die Arbeitsmethoden seiner Kolleginnen und Kollegen. „Diese sind so vielfältig wie die Charaktere“, erzählt er, „und reichen von handgeschriebenen Chroniken über reine Text- und/ oder Bildchroniken bis hin zu

er führt einen Ringordner mit Klarsichtfolien, in den er Seite für Seite einlegt. „Ich möchte dieses Jahr vollständig auf die digitale Erfassung und Ablage umstellen“, sagt er, „alle Berichte einscannen oder aus den Onlinezeitungen downloaden und digital verwalten.“ Eine große Herausforderung sieht er dabei in der digitalen Archivierung des Fotomaterials. „Viele Chronistinnen und Chronisten knipsen die Fotos analog oder digital, lassen diese dann entwickeln und sichern 5


Foto: Carmen Plaseller

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Fein säuberlich sammelt Paul Detomaso Zeitungsartikel, die seine Heimatgemeinde Lüsen betreffen

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Emil Kerschbaumer erstellt die Dorfchronik für Milland und ist sein 2011 Bezirkschronist im Eisacktal

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die Bilddateien nicht“, erzählt er, „womit die Originale verloren gehen.“ Hier sei noch viel Aufklärungs- und Schulungsarbeit zu leisten. Auf die Frage, ob die Chronistenarbeit im digitalen Informationszeitalter von Smartphones, Tablets und Notebooks noch zeitgemäß sei, bejaht er genauso wie sein Lüsner Kollege ohne Umschweife: „Die Chronisten halten das soziale, gesellschaftliche, politische und kulturelle Leben in der Gemeinde fest und dokumentieren mehr, als

in Zeitungen abgedruckt oder online veröffentlicht wird.“ Zudem bündeln sie die Informationen in Jahresbände, was die Recherchearbeit erheblich erleichtert. So seien die Chroniken vor allem für das Verfassen von Festschriften beliebte Nachschlagwerke. Und dennoch fehlen in einigen Eisacktaler Gemeinden Dorfund Gemeindechronisten, wie etwa in Brixen Stadt, Mühlbach oder Vahrn. Während in der Stadt das Stadtarchiv viele Aufgaben übernehmen könne, sei es in

Primarie Aperte 2.0 Offene Vorwahlen 2.0 6

den Gemeinden und Dörfern oft schwer, junge Leute für diese sehr zeitaufwändige Arbeit zu begeistern. „Die Eisacktaler Chronisten sind allesamt Pensionisten und bräuchten mitunter vor allem im Umgang mit Digitalkamera und Computer Unterstützung“, merkt Kerschbaumer mit etwas sorgenvoller Stimme an. Sein Bestreben geht in Richtung Teamarbeit und die Aufteilung der Aufgaben, um den Aufwand für jeden Einzelnen zu verringern. Denn auf die Frage, wie viel Zeit er in die Chronistentätigkeit stecke, antwortet er mit einem Schulterzucken: „Vier bis fünf Stunden die Woche, manchmal auch mehr. Ich weiß es nicht so genau.“ So lässt sich nur erahnen, wie viele Wochen ehrenamtlicher Arbeit in einer kompletten Jahreschronik stecken.

Zeitgeschichte festgehalten. Die gebundenen Ausgaben „seiner“ Jahreschroniken hat Paul Detomaso in einem Regal des Arbeitszimmers stehen. Je ein Exemplar lässt er für sich, die Gemeindeverwaltung und die Bibliothek binden. Dass diese

Vorstellung Vorwahl der KandidatInnen Presentazione candidate e candidati Montag, 3. Juni, 18-20 Uhr, Brixen Cusanus Akademie lunedì 3 giugno, ore 18-20 Bressanone Accademia Cusanus

Voto online-Wahl: www.offenevorwahlen.bz.it vom 3.-9. Juni www.primarieaperte.bz.it dal 3-9 giugno

Werke auch gelesen werden, zeigen die Ausleihzahlen der Bibliothek Lüsen, bei denen sie zu den am öftesten entliehenen Büchern gehören. „Es ist schön, wenn man die Wertschätzung für diese ehrenamtliche Arbeit erhält“, freut sich Detomaso, der 2007 unter anderem für seine Chronistenarbeit mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol ausgezeichnet wurde. Auch die Einladungen zu Versammlungen, Sitzungen und Veranstaltungen freue ihn, „denn so erhalte ich die Informationen aus ersten Hand, kann Fotos knipsen und die Berichte selbst zusammenschreiben“. Mittlerweile hat er alle Zeitungsausschnitte und Fotos eingeklebt und beschriftet – bis zum nächsten Regentag, „denn diese Arbeit hört nie auf. Der schönste Moment dabei ist jener, wenn das Inhaltsverzeichnis erstellt ist und ich die gebundene Ausgabe in Händen halte.“

carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Wahl vor Ort : Samstag, 8. Juni, 9-12 Uhr Voto ai seggi: sabato, 8 giugno ore 9-12 Brixen, Großer Graben Bressanone, Bastioni Maggiori Klausen / Chiusa Café Nussbaumer Sterzing, Neustadt Vipiteno, Cittanuova


BRIXEN

Heimplätze sichern S

eit dem Jahr 1739 wurden Bürgertöchter Gesamttirols in die traditionsreiche Privatschule der Englischen Fräulein nach Brixen geschickt. In der Schule wurden sie unterrichtet, im Heim wurden sie erzogen. Auch Mädchen aus dem Brixner Bürgertum besuchten als Tagesschülerinnen diese Einrichtung. Als 1974 die Schule aus Mangel an Nachwuchs von Ordensfrauen ihre Tore schloss, gab es von Seiten ungehaltener Mütter heftigen Elternprotest bei Kathi Trojer, der damaligen Schulassessorin: Ihre Kinder sollten nicht „unters Fußvolk“ gebracht werden.

Der große Schnitt. Eine weitrei-

chende Veränderung gab es im Sommer 2011, als die Englischen Fräulein, deren Ordensgemeinschaft seit 2004 offiziell „Congregatio Jesu“ heißt, ihren Besitz dem Land verkauften. Die Übergabe wurde von den Schwestern mit einem Dankgottesdienst und einem Mittagessen in Anwesenheit von Vertretern aus Kirche und Politik feierlich begangen. Acht der Schwestern verließen Brixen, die restlichen fünf sind in der Brunogasse untergebracht. Die Führung der Heime und aller Baulichkeiten wurde vom Land dem Verein Kolpinghaus Brixen anvertraut. Schwester Anna Weger, waschechte Ternerin, die im Schülerinnenheim 44 Jahre lang in der Küche und im Garten tätig und als eine Art Hausmeisterin auch für kleine Reparaturen zuständig war, ist eine der fünf Ordensschwestern, die in einer der Kurie gehörenden Wohnung in der Brunogasse ein neues Zuhause gefunden hat. Sie erinnert sich genau an den Tag des Umzugs: Es war der 22. September 2011. Und über die Gefühle, die sie empfindet, wenn sie am Tor der Englischen Fräulein vorbeigeht, sagt sie: „Ich weiß unsere Heime in guten Händen, das ist wichtig. Ich empfinde ein Gefühl der Dankbarkeit, denn wir haben für das Wohl der Jugend in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet.“

Foto: Oskar Zingerle

Zu den kirchlichen Bildungsinstitutionen Brixens zählen neben Priesterseminar und Vinzentinum auch die ehemalige Schule und das Heim der Englischen Fräulein im Areal zwischen Stadelgasse und der Altenmarktgasse. Wer leitet nun dieses Anwesen, das nunmehr im Besitz des Landes ist, und wie sieht dessen Zukunft aus?

Die Liegenschaften der Englischen Fräulein sind 2011 an das Land übergegangen, das die Führung dem Verein Kolpinghaus Brixen übertrug

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Die Hände in den Schoß gelegt hat die rüstige Schwester Anna nicht: Sie hilft bei der Versorgung der Domwäsche, sie verrichtet Gartenarbeit und sie hilft ehrenamtlich zweimal in der Woche im Hartmannsheim bei der Begleitung und Betreuung alter Menschen.

Die Liegenschaft und ihre Verwalter. Zum an das Land überge-

gangenen Besitz gehören die Kirche, eine Obstanlage, ein Garten, das Hauptgebäude und das Marianum. Die Herz-Jesu-Kirche wird von Mitgliedern des Trägervereins Kolpinghaus Brixen betreut und ist für Gottesdienste, auch für Schülermessen, öfters zugänglich. Ein Ärgernis sind derzeit, so berichtet der Präsident des Vereins, Adolf Schwienbacher, die achtlos hingestellten Fahrräder vor der Kirche. Die Obstanlage wurde einem Pächter übergeben, der Garten hingegen wird von Kolping-Mitgliedern in freiwilliger Arbeit gepflegt. Das Hauptgebäude des Marianums dient heute noch als Schülerinnenheim. Die Schwestern haben sich mangels Nachwuchs bereits vor neun Jahren aus der Führung zurückgezogen. Derzeit wohnen dort 75 Schülerinnen von

verschiedenen Oberschulen der Stadt. 2011 zogen sich die Schwestern auch aus der Führung des zweiten Heims „Maria Ward“ – sie war die Ordensgründerin – zurück. Dieses zweite Heim bietet etwa 90 Schülerinnen einen Heimplatz. Insgesamt verfügen beide Heime über eine Kapazität von 180 Betten, die derzeit nicht vollständig genutzt wird. Um alle Betten nutzen zu können, wird von Seiten des Trägervereins angedacht, Kontakte mit den Landesberufsschulen aufzunehmen. Beide Heime haben eine gemeinsame Küche. Die Mahlzeiten werden in zwei Speisesälen verabreicht. Im Hauptgebäude sind in diesem Schuljahr außerdem zwei Klassen der Zweigstelle der Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ und ein pädagogisches Beratungszentrum mit den Schwerpunkten Schul- und Unterrichtsentwicklung, Integrationsberatung und Sprachkurse untergebracht. Letzteres wurde vom Schulamt und dem Pädagogischen Zentrum eingerichtet.

Pläne für die Zukunft. Adolf

Schwienbacher erklärt, dass „sein“ Verein zwei weitere Heime

in Brixen führt, und zwar das Studentenheim Kolping mit Mensa und das Michaelsheim am Fischzuchtweg. Ein Problem sei die europäische Ausschreibung, die für Summen über 300.000 Euro gelte. Die Ausschreibung sei im Vorjahr vom Kolpinghaus für fünf Jahre gewonnen worden. „Aber wie steht es um die religiöse und örtliche Tradition der Heime, wenn ein Bewerber, zum Beispiel aus Reggio Calabria oder Magdeburg, gewinnen würde?“, fragt er besorgt. Angesprochen auf kursierende Gerüchte, es gäbe im Areal der Englischen Fräulein Pläne für die Errichtung einer Tiefgarage, antwortet Josef March, Direktor des Ressorts für Bauten: „Auf dem Areal wird sicher keine Tiefgarage gebaut.“ Um in Zukunft alle 180 Heimplätze sichern zu können, wird es kleinere Umbauarbeiten geben. So soll im Hauptgebäude im nächsten Jahr ein Aufzug eingebaut und die Eingangssituation neu gestaltet werden. Und beim Marianum ist längerfristig ein Umbau geplant. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 7


Austausch von Talenten Eine Bank ist eine Bank – aber was ist eine Zeitbank? Davon gibt es in Südtirol mittlerweile sechzehn, seit kurzer Zeit auch in Brixen. Der „Brixner“ gibt einen Einblick in diese Form des „Tauschhandels von Talenten“.

E

ine Zeitbank ist eine soziale Einrichtung, ein Verein ohne Gewinnabsichten mit dem Ziel, Dienste und Tätigkeiten ohne jeglichen Geldfluss auszutauschen. Das Prinzip ist einfach: Du bist Mitglied und gibst an, welche Dienstleistung du anbieten möchtest. Wenn ein anderes Mitglied diese Dienstleistung braucht, wirst du verständigt und kannst selbst entscheiden, ob und wann du dazu bereit bist. Dafür kannst du im Gegenzug selbst einen Dienst beanspruchen. Die Leistung, die du erbracht hast, wird auf deinem Zeitkonto gutgeschrieben. Das Konto des Leistungsempfängers wird mit dem entsprechenden Zeitbetrag belastet. Als Nachweis der erbrachten Leistung erhältst du einen Zeitgutschein. Wer volljährig ist und in Brixen oder in einer der angrenzenden Gemeinden wohnt, kann Mitglied werden. Für die Haftpflichtversicherung gilt es, einen Beitrag von zehn Euro zu entrichten.

Wie werde ich Mitglied? Patri-

zia Gianmoena, Lehrerin an der Handelsoberschule, hatte ungefähr vor einem halben Jahr beim KVW einen Flyer aufliegen sehen. Daraufhin ging sie ins provisorisch eingerichtete Büro – noch ohne PC –, wo Josef Silbernagl und Richard Santifaller gerade den Dienst versahen. Sie schrieb sich sofort ein, wurde Mitglied

Nummer 32, bezahlte die zehn Euro Haftpflichtversicherung und gab als mögliche Dienste an: Arbeit am PC, und zwar Anwendung von Excel und Word, auch Schreiben von E-Mails, Herunterladen von Musik und Fotos. Nach wenigen Tagen wurde sie telefonisch verständigt, dass ihr Angebot gefragt sei. Seitdem leistete sie im Büro der Zeitbank und an der Universität viereinhalb Stunden Dienst. „Derzeit stehe ich aber in der Schuld, denn für eine Feier hat mir Herr Linter in acht Stunden verschiedene Kuchen und Torten gebacken. Ich glaube aber, es wird sich bald jemand melden, bei dem ich meine Pflicht einlösen kann“, sagt sie.

Was lange währt, wird endlich gut. Unter dieses Motto könnte

die Gründung der Zeitbank Brixen gestellt werden, gab es doch seit 2008 mehrere Anläufe, die ohne Erfolg endeten. Im November 2011 erfolgte ein neuer Versuch. Vertreter der Zeitbank Bruneck informierten interessierte Brixner über das Funktionieren ihrer bereits 2002 gegründeten Zeitbank. Am selben Abend bildete sich eine Arbeitsgruppe, die sich in den folgenden Monaten in zehn Sitzungen mit der Satzung, dem internen Reglement, mit Formularen, Vordrucken für Gutscheine, Infoblättern, Versicherungsangeboten, der Erarbeitung eines Logos und

Foto: Shutterstock

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Der Eine kann gut Kuchen backen, der Andere verrichtet gerne Gartenarbeit. Die Zeitbank vermittelt den Austausch verschiedenster Leistungen

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Kontakten mit dem Landesamt beschäftigte. Auf einem zweiten Informationsabend informierte die Arbeitsgruppe die inzwischen auf drei Dutzend angewachsene Zahl von Interessierten über die bisherige Arbeit. Am 17. Mai 2012, exakt einen Monat später, wurde die „Zeitbank Brixen – Banca del tempo Bressanone“ in Anwesenheit des Gemeindesekretärs Josef Fischnaller von neun Mitgliedern gegründet. Bei der ersten Mitgliederversammlung am 9. Oktober wurde ein fünfköpfiger Vorstand sowie zwei Revisoren gewählt, das Reglement verabschiedet und das Logo vorgestellt, das von

Dominik und Christian, zwei Schülern der Grafikerschule, erarbeitet worden war. Eine Woche später begann der Austausch von Diensten. Sitz und Büro wurden dem Verein von der Stadtverwaltung im dritten Stock des Rathauses zur Verfügung gestellt. Für den Ankauf eines PC und die Druckkosten für Gutscheine und Formulare konnten einheimische Banken als Sponsoren gewonnen werden. Stadträtin Paula Bacher war von Beginn an bei der Gründung der Brixner Zeitbank involviert und hat ihre volle Unterstützung zugesagt, denn sie ist überzeugt, dass die heutige Gesellschaft vermehrt auf die

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Foto: Oskar Zingerle

Nachbarschaftshilfe bauen solle und das „Großfamiliendenken“ gefördert werden müsse.

Ein Blick zurück in die Vergangenheit. Bevor Dienstleistungen

mit Geld abgegolten wurden, ging es nämlich in einigen Bereichen, zum Beispiel in der Berglandwirtschaft, auch anders. Man half sich gegenseitig beim Holzen im Wald, beim Brotbacken im Haus oder beim Einbringen der Ernte in den Stadel. Auch dass der Nachbar beim Kalben einer Kuh einsprang, war selbstverständlich. Dazu brauchte es kein Telefon und kein Handy. Seit den 70er Jahren ist dies anders – alles wird mit Geld abgewickelt. In den derzeitigen Krisenzeiten, in denen das Geld knapper wird, besinnt man sich wieder darauf, anstatt des Geldes „Talente“ zu tauschen: Du kannst gut Kuchen backen, ich verrichte gerne Gartenarbeit, und ein anderer kennt sich bei Computern gut aus oder spricht eine fremde Sprache. Warum kann nicht ein Verein gegründet werden, in dem jedes Mitglied sein Talent einsetzt und andere dieses gerne annehmen? Aus dieser Überlegung heraus entstanden in den 90er Jahren erste Tauschbörsen, Tauschringe oder eben Zeitbanken. Niemand gewinnt, niemand verliert, so ist es vorgesehen. Und die öffentliche Hand, die sich nicht um die kleinen Bedürfnisse der Bürger kümmern muss, ist entlastet.

Steigende Mitgliederzahlen. Auf

der diesjährigen Mitgliederversammlung zog der Vorsitzende der Brixner Zeitbank, Josef Silbernagl, Bilanz und verwies mit Genugtuung auf die stolze Zahl von inzwischen 41 Mitgliedern. Ende April waren es bereits 57 Personen im Alter zwischen 30 und 75 Jahren. Der Anteil der Frauen ist ein bisschen höher als jener der Männer. Insgesamt wurden bisher gut 100 Stunden getauscht. Inzwischen wurden auch Kontakte mit der italienischen Sprachgruppe aufgenommen und Informationsabende in Brixen und Vahrn, gesellschaftliche Mitgliedertreffen und Austausche mit Zeitbanken anderer Orte organisiert. Josef Silbernagl und die weiteren vier Vorstandsmitglieder geben dienstags von 9 bis 11 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr Auskünfte und nehmen Neueinschreibungen vor. Telefonisch können Informationen unter 339 8242587 eingeholt werden; zudem kann die Internetadresse www.brixen. it/de/leben-in-brixen/zeitbank

Josef Silbernagl, Vorsitzender der Brixner Zeitbank, ist stolz auf 57 eingeschriebene Mitglieder

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angeklickt werden. Und Franz Linter, Mitglied Nr. 12, schildert seine Erfahrungen im Blog www.zeitbankbrixen.wordpress.com.

Vorschläge für Dienste. Derzeit

werden folgende Dienste angeboten: Begleitung von älteren Menschen mit dem Auto zu Einkäufen, Betreuung von Kleinkindern, Hausarbeiten wie Bügeln, Putzen, Kuchen und Brot backen, kleine Näh-, Strick- und Häkelarbeiten, Pflege des Rasens und des Gartens, Reparaturarbeiten an Möbeln und Elektrogeräten, Holz hacken und aufstapeln, Hilfestellungen im Bereich Computer und Internet, Büroarbeiten, gesundheitsfördernde Übungen, Übersetzungen und Gespräche in verschiedenen Sprachen. Auf die Frage, welche Wünsche für die Zukunft bestehen, entgegnet der Vorsitzende: „Selbstverständlich soll die Zahl der Mitglieder vergrößert und die Art der Angebote noch erweitert werden. Vor allem bei der italienischen Sprachgruppe gibt es noch Nachholbedarf, aber auch da sind wir auf gutem Wege.“

Angst vor unlauterer Konkurrenz? Die „Zeitbänkler“ von

Brixen sind nach wie vor in regem Austausch mit Mitgliedern der Zeitbank Bruneck. Auf die Frage, ob sich zum Beispiel Handwerker beschwert hätten, dass für sie durch die Zeitbank Konkurrenz entstanden sei, entgegnet die Brunecker Vizepräsidentin Cristina Gianotti: „Diese Sorge ist völlig grundlos. Im Gegenteil, in Gesprächen mit dem LVH wurde gesagt, dass sie froh seien, weil es ja nur um kleine Ausbesserungsarbeiten gehe, für die es großen bürokratischen Aufwand gebe, der sich gar nicht lohnen würde.“ johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 9


Politik & Gesellschaft

EISACKTAL

Umfassendes Angebot trotz Kürzungen Das Jahr 2012 war für die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal kein leichtes: Die Nachfrage an Diensten und die Komplexität der Dienstleistungen steigt, die Finanzierung sinkt. Dennoch konnten die Sozialdienste das Jahr gut meistern.

D

ie 220 Mitarbeiter der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal unterstützen Menschen in unterschiedlichsten Situationen sowohl mit finanziellen Hilfen als auch mit anderen Dienstleistungen. Vor kurzem präsentierten die Führungsverantwortlichen der Sozialdienste die Leistungsbilanz für das Jahr 2012. Es handelt sich dabei um ein beeindruckendes Spektrum an unterschiedlichen Dienstleistungen, die die folgenden Bereiche betreffen: Hauspflege, finanzielle Sozialhilfe, teilstationäre und stationäre Einrichtungen, Kinderschutz

und Erwachsenenarbeit, Frauenhaus und Übernachtungsstätte für obdachlose Männer. Das Ganze wird von zusätzlichen Projekten im Bereich der Frühförderung, Männerarbeit, Sommerbetreuung und weiteres mehr ergänzt.

Umorganisation fing finanzielle Kürzung auf. Direktor Thomas

Dusini betonte in seiner Replik, dass 2012 ein schwieriges Jahr war. Im Sommer 2012 erhielten die Verantwortlichen die Nachricht, dass ihre Mittel um 174.000 Euro gekürzt würden. Dank einer sofort in die Wege geleiteten

Umorganisation konnte ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden. Trotz dieser widrigen Umstände konnten im Jahr 2012 mehrere Neuerungen umgesetzt werden. Dazu gehört die Einrichtung des Bürgerschalters für Pflege- und Sozialberatung im Bürgerheim von Brixen, die Übersiedlung der Übernachtungsstätte für Obdachlose in die Romstraße, jene des Wäschebereichs von der Seeburg in den Rehabilitationsbereich Kastell und die Neuausrichtung des Werkstattladens. Daneben wurden die Akkreditierungsverfahren für Kastell und den Wohnbereich für

Menschen mit Behinderung in der Seeburg sowie für die Hauspflege Brixen positiv abgeschlossen und auch in der Verwaltung mehrere Neuerungen eingeführt.

Steigende Nachfrage nach sozialen Diensten. Die jeweiligen Bereichsverantwortlichen präsentierten anhand von Zahlen die stetig steigende Nachfrage nach ihren Dienstleistungen. So berichteten Thomas Hellrigl vom Sozialsprengel Brixen und Herlinde Goller vom Sozialsprengel Klausen über den Bereich Kinderschutz, Hauspflege und

Greta geht zur Tagesmutter

PR-Info

„Ich will selber!“ Voller Vorfreude verlangt die zweijährige Greta, dass sie bei „ihrer“ Tagesmutter Maria selber klingeln darf. Schon geht die Tür auf und sie wird von ihren Freunden David (1,5 Jahre) und Max (1 Jahr) begrüßt. Nach einem dicken Abschiedsbussi für den Papa, der mit einem guten Gefühl zur Arbeit fahren kann, sucht sich Greta gleich ihr Lieblingsspielzeug – den bunten Zug – und fährt als Lokomotivführerin zu Davids Holzbaustelle, um ihn dort zu besuchen. Max hat gerade keine Lust mitzuspielen. Er krabbelt zu Tagesmutter Maria, die ihn auf den Schoß nimmt und ihm aus dem Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ vorliest. Täglich beginnen so in ganz Südtirol die gemeinsamen Abenteuer von Tagesmüttern und den von ihnen betreuten Kleinkindern im Alter von bis zu 3 Jahren. Die Tagesmutter bietet eine familiennahe und flexible Unterstützung, Familie, Beruf und Freizeit zu kombinieren und die Kinder dabei in professionellen und liebevollen Händen zu wissen. Eltern schätzen besonders die familiäre Atmosphäre bei der Tagesmutter, aber auch, so berichtet Heike, Mutter von zwei Söhnen, „die sehr professionelle Arbeit. Schließlich machen alle Tagesmütter eine Ausbildung, und das war ausschlaggebend für meine Entscheidung, den Tagesmutterdienst zu nutzen.“ Auch nach der Ausbildung wird in der Sozialgenossenschaft Tagesmütter die kontinuierliche Weiterbildung großgeschrieben.

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Daneben zeigen das ausführliche Erstgespräch sowie die behutsame Eingewöhnungszeit und der alltägliche Austausch, dass die Zusammenarbeit mit den Familien für die Tagesmutter den Grundstein für eine vertrauensvolle Begleitung der Kleinkinder legt.

Für alle weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin:

Auskünfte über eine mögliche Tarifbegünstigung können Eltern beim zuständigen Sozialdienst einholen.

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ELISABETH LARCHER

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Frauenhaus ist zu 81 Prozent ausgelastet. Barbara Wielander

vom Frauenhaus berichtete, dass 86 Frauen das Angebot der Beratungsstelle in Anspruch genommen haben. 53 von ihnen kamen zum ersten Mal; diese Zahlen bewegen sich in etwa auf dem Niveau von 2011. Im Frauenhaus haben sich 29 Frauen mit 37 Kindern aufgehalten, 14 Aufnahmen waren programmiert und 15 Notaufnahmen. Das Haus war zu 81 Prozent ausgelastet. „Wir haben acht Wohnungen sowie eine Notwohnung zur Verfügung, die nur Frauen aus unserem Bezirk offensteht. Aber wir organisieren für jede Frau eine

Foto: Oskar Zingerle

finanzielle Sozialhilfe. Im Kinderschutz wurden 604 Kinder und Jugendliche betreut, von denen 143 neu dazugekommen waren, während bei 77 die Begleitung abgeschlossen werden konnte. 79 Prozent dieser Minderjährigen haben die italienische oder eine EU-Staatsbürgerschaft. Bei den Themen „familiäre Anvertrauung“, „sexueller Missbrauch“ und „psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter“ arbeiteten Mitarbeiter in internen und übergreifenden Fachteams zusammen. Im Erwachsenenbereich wurden 648 Frauen und Männer begleitet. „Insgesamt zeigt sich, dass in diesem Bereich die Fälle immer komplexer werden und oft mehrere Dienste involviert sind“, erklärt Thomas Hellrigl. Im Bereich der Hauspflege wurden zu Hause, in den Tagesstätten sowie in den Zentren und Räumen der Gemeinden insgesamt 37.146 Pflegestunden bei 1.459 Personen geleistet. Das bedeutet einen Rückgang von acht Prozent. Der größte Teil dieser Stunden wird zu Hause erbracht. 2012 wurden 43.100 warme Mahlzeiten an Senioren verteilt, davon wurden 33.040 direkt am Wohnort zugestellt. Die Wirtschaftskrise äußert sich auch in den steigenden Ansuchen für die Sozialhilfe. 2012 wurden 4.120 Gesuche eingereicht – das bedeutet eine Zunahme von 21 Prozent. 73 Prozent dieser Ansuchen wurden angenommen, die Gesamtsumme an Ausgaben für das soziale Mindesteinkommen sowie Miete blieb mit 1.950.373 Euro in etwa auf dem Niveau von 2011. Die Gesamtausgaben für die Sozialhilfe stiegen um vier Prozent auf 4.139.000 Euro. Ansteigend ist auch die Zahl der Übernachtungen für obdachlose Männer: Sie stieg von 1.660 im Jahr 2010 auf nunmehr 1.831 im Jahr 2012.

Die von den Sozialdiensten geführten Einrichtungen Seeburg, Kastell und Bartgaishof sind zu 100 Prozent ausgelastet

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Unterkunft und haben ein Netzwerk, auf das wir zurückgreifen können, wenn wir völlig ausgelastet sind“, erklärte Wielander.

Menschen mit psychischer Erkrankung werden jünger. Ein

wichtiger Bereich der Sozialdienste sind die drei Einrichtungen „Seeburg“ für Menschen mit Behinderung, „Kastell“ für die sozialpädagogische Rehabilitation und der Bartgaishof für die sozialpsychiatrische Rehabilitation. Insgesamt wurden 230 Personen betreut; 153 in den Arbeitsbereichen, 55 in den Wohnangeboten und 22 in den Tagesförderstätten. Die Auslastung liegt dabei bei hundert Prozent, wobei im Vergleich zu 2010 elf Personen mehr aufgenommen werden konnten. Durchschnittlich sind die betreuten Personen 40 Jahre alt. Es zeigt sich aber, dass vor allem im Bereich der psychischen Erkrankungen die Personen immer jünger werden. Das Durchschnittsalter im Bartgaishof liegt bei 38 Jahren, der jüngste Bewohner ist 19, der älteste 58. In der Seeburg beträgt das Durchschnittsalter 37 Jahre, die Spanne reicht aber von 19 bis 72. Immerhin fünf Personen aus den Rehabilitationseinrichtungen gelang es, eine Arbeit auf dem freien Markt zu erhalten. Es wird jedoch schwieriger, für die Arbeitsgruppen in der Einrichtung Kastell die nötige Arbeit zu organisieren. Ernst Erlacher berichtet davon, dass der zeitliche Rahmen für die Ausführung der Arbeiten immer enger wird, weil die Firmen ihre Lagerhaltung einschränken. Außerdem verliert die Serienfertigung zusehends an Bedeutung;

dabei kommt der gleichförmige Ablauf von Tätigkeiten und Abwechslung Menschen mit Behinderung besonders entgegen. Der Wohnbereich der Seeburg mit insgesamt 60 Wohnplätzen ist durchgehend belegt. Die Verantwortliche Carmen Messner erklärte, dass die Anfragen das Angebot bei weitem übersteigen; so standen im vorigen Jahr 29 Personen auf der Warteliste. Diese hohe Zahl ergibt sich auch deshalb, weil die Familien sich immer früher, auch vor dem unmittelbaren Bedarf, um einen Platz kümmern.

Finanzen sind eingefroren. Se-

kretär Johann Grünfelder unterstrich zum Abschluss, dass es schwierig werde, das hohe Niveau an Dienstleistungen sowohl in der Anzahl als auch in der Qualität zu halten. „Bis 2007 gab es im Landessozialfonds jeweils genügend Geld für die laufenden

Ausgaben und die Investitionen. Seit 2009/2010 sind die Finanzen auf dem Niveau von 2008 eingefroren.“ Nun sei man ständig gefordert, bei neuen Projekten die Sinnhaftigkeit und Finanzierbarkeit in ausreichendem Maße aufzuzeigen. Dabei werden die Anforderungen wegen der komplexer werdenden Fälle und die wachsende Anzahl der Anfragen weiter steigen. „2012 ist es uns gelungen, die plötzlich angekündigten Kürzungen aufzufangen. Noch einmal könnten wir dies nicht bewältigen“, betont Johann Grünfelder. In diesem Zusammenhang ist der Einsatz der 104 freiwilligen Personen – 2005 waren es nur 30 Personen – nicht hoch genug zu bewerten. Sie leisteten 2012 insgesamt 11.105 Stunden in Form von Begleitdiensten, Unterstützungsarbeit und beim Zustellen vom Essen auf Rädern. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

SVP und Freiheitliche in Kooperation z Die Fraktionen der Südtiroler Volkspartei und der Freiheitlichen im Brixner Gemeinderat streben für die zwei verbleibenden Jahre dieser Amtszeit einen „verstärkten Austausch und eine enge Kooperation“ an. Nach der Ablehnung der Volksabstimmung zum Seilbahnprojekt Brixen-St. Andrä infolge zumindest einer Gegenstimme der Grünen Bürgerliste im Gemeinderat hatte die SVP

Konsequenzen angekündigt und Sondierungsgespräche mit allen Gemeinderatsfraktionen geführt. Die beiden Hauptziele für die künftige Arbeit im Gemeinderat definieren die beiden Fraktionssprecher Ingo Dejaco (im Bild) von der SVP und Walter Blaas von den Freiheitlichen wie folgt: zügiger für Brixen weiterarbeiten und im Gemeinderat zu vielen Themen einen breiteren Konsens

finden. Die Stadtregierung wird in ihrer bisherigen Besetzung weiterarbeiten: Bürgermeister Albert Pürgstaller hat aber angekündigt, in puncto Kompetenzen Änderungen vorzunehmen. db

P&G

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Seit 60 Jahren im Einsatz z 1944 gründete Achille Grandi die Gruppe ACLI, einen sozialen Verband, der sich italienweit für die Arbeitnehmer und deren Familien engagiert. Im Jahre 1953 wurde auch in Brixen die „Associazioni cristiane lavoratori italiani“ ins Leben gerufen; somit feierte der Verein rund um Präsident Francesco Bertoldi Anfang Mai sein 60-jähriges Bestehen und gedachte dabei insbesondere der Brixner Gründerväter Giuseppe Franco und Guerrino Filippi. Der Verband setzt sich nach wie vor für ein

kurz

notiert

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friedliches Zusammenleben der ethnischen Gruppen ein und ist insbesondere im sozialen Bereich für seine Mitglieder tätig. 1989 wurde zudem die Jugendgruppe des ACLI gegründet, die als einzige in der Provinz das Aushängeschild des Vereins darstellt. Der 1997 gegründete ACLI-Chor „Insieme cantando“ besteht aus jungen und älteren Mitgliedern und umrahmte gemeinsam mit dem Coro Plose die 60-Jahr-Feier. Francesco Bertoldi, Präsident des ACLI Brixen, blickte in seiner Rede auf die vielen erfolgreichen

Die Gemeinde Vahrn wird sich mit 20 Betten und Lüsen mit zehn Betten am Umbau und der Erweiterung des Brixner Bürgerheims beteiligen; für die Gemeinde Brixen sind 90 Betten vorgesehen. 75 Prozent der Kosten entfallen auf Brixen, 16,67 Prozent auf Vahrn und 8,33 Prozent auf Lüsen.

Projekte der vergangenen Jahre wie die Sommerbetreuung für Kinder „Vacanze in cittá“, verschiedene Sprachkurse sowie den Betreuungsservice für Kinder

am Nachmittag zurück. Für die Zukunft sind noch weitere Projekte geplant, die besonders den schwächeren Familien zugute kommen sollen. eh

Im Rahmen von „Jugend in Aktion“ der EU organisieren die Klimaschutzkoordination des Landes Tirol und das Jugendhaus Kassianeum ein Austauschtreffen zum Thema Klimawandel für junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren. Das Treffen findet vom 9. bis zum 15. September im Pfadfinderzentrum Igls statt.

Der Netzbetreiber Terna geht davon aus, dass ein externer Fremdkörper den Riss in der Hochspannungsleitung in Albeins verursacht haben könnte, der Mitte Mai zu einem Kabelbrand geführt hatte. Die Leitungen seien erst im Februar kontrolliert worden.


NACHGEFRAGT

„Frühestens im September 2014“ SABINA KASSLATTER-MUR, Landesrätin für Deutsche Schule, über die nun in Aussicht gestellte Verlängerung des Schulkalenders um eine Woche – und über erstaunlich positive Reaktionen zur Fünf-Tage-Woche.

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Kann durch eine zusätzliche Woche der Nachmittagsunterricht wieder reduziert werden? Wir haben den Unterricht bereits mit der Verlängerung des Schuljahres von 34 auf 35 Wochen um eine Stunde pro Woche verringert. Eine weitere Schulwoche würde eine neuerliche Reduzierung um eine Wochenstunde Unterricht bedeuten. Das Jahresstundenkontingent für die Kinder und Jugendlichen hat sich ja nicht verändert. Die Fünf-Tage-Woche hat in der Planungsphase zu erheblicher Kritik geführt. Haben sich die Sorgen der Kritiker bewahrheitet?

Die Sorgen der Kritiker haben sich in meinen Augen zum Großteil nicht bewahrheitet. Viele Eltern und Jugendliche haben mir letzthin Zustimmung signalisiert, obwohl sie letztes Jahr skeptisch waren. Das heißt nicht, alles sei „paletti“, und gerade deshalb war und bleibt mein Ziel, in den nächsten Monaten die Erfahrungen aller Interessengruppen zu sammeln und zu klären, was gut ist oder was weiterentwickelt gehört. Erst danach kann in Absprache mit den Beteiligten eine Überarbeitung des Schulkalenders erfolgen, die frühestens im September 2014 in Kraft tritt.

Foto: Helmuth Rier

Frau Kasslatter-Mur, die von Arno Kompatscher geforderte Verlängerung des Schulkalenders um eine Woche war eigentlich Teil Ihres Konzeptes für die Einführung der FünfTage-Woche. Warum ist man seinerzeit davon abgegangen? Seinerzeit hatten wir aus Koalitionsgründen und Rücksichtnahme auf den gegnerischen PD auf die 36. Schulwoche verzichtet. Die Verlängerung des Unterrichts bis zum Beginn der Maturaprüfungen um den 20. Juni wäre durchaus möglich. Europaweit sind mit Ausnahme Italiens 36 bis 39 Schulwochen pro Jahr die Regel.

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Blumenkästen für Stufels

die Gassen von Stufels, wobei sie von der Gärtnerei Auer unentgeltlich bepflanzt wurden. Dass kein Blümchen vertrocknet, dafür sorgen hingegen die Anwohner, die sich bereit erklärt haben die

Blumen zu pflegen. Im Bild: Die Jugendlichen, Vertreter des Jugendhauses Kassianeum und der Gemeinde bei einer kleiner Feier anlässlich des Aufstellens der Blumenkästen. db

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Glück durchs Spiel

Zivildienst beim Weißen Kreuz

z In grüne, blaue, rote oder gelbe Schürzen und Kopftücher gesteckt, allesamt mit einer großen Portion Ehrgeiz und mal mit mehr, mal mit weniger Würfelglück ausgestattet – so kämpften vier Teams beim lebenden Mensch-ärgere-dichnicht zugunsten der Südtiroler Krebshilfe um den Sieg. Angespornt wurden sie dabei von Clown Malona, im wirklichen Leben Theresia Prantner, die mit viel Humor und so manchem verbalen Seitenhieb das Spiel anleitete. Die vier Mannschaften aus den Bereichen Politik (Renate Gebhard, Hans Heiss, Arno Kompatscher, Pius Leitner, Renate Prader), Sport (Denise Karbon, Lucia Recchia, Bettina Walter, Tania Burchia, Benno Zingerle), Sanität (Alexander Gardetto, Luis Habicher, Anni Pürgstaller, Maria Pliger, Edith Huber) und Jugend (Andrea

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sinnvoll zu gestalten. Dabei wäre gerade dies für heranwachsende junge Menschen eine Grundvoraussetzung für eine gute Entwicklung, denn damit können Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit und Erkennen von eigenen Stärken und Fertigkeiten gefördert werden“, so die Verantwortlichen, „besonders mit der Werkstatt möchten wir ihre handwerklichen Fähigkeiten fördern und fordern.“ Das Ergebnis des letzten Projektes dieser Werkstatt sind nun diese 21 Blumenkästen, die von den Jugendlichen entworfen und gestaltet wurden. Die Blumenbehälter schmücken nun

Aichner, Renate Brunner, Margit Brunner, Lisa Bernardi, Sandra Jöchler) würfelten sich ins Ziel, verdrängten sich gegenseitig von der Spielfläche und fieberten mit den Zuschauern in der Turnhalle des Vinzentinums mit, ob wohl die benötigte Ziffer auf dem Würfel aufscheint. Trotz mäßigen Starts brachte das Team Politik schlussendlich als erstes alle seine „Spielfiguren“ ins Häuschen, gefolgt von der Jugend, den Vertretern von Sanität und Soziales und den Sportlern. Die wohl glücklichsten Gewinner sind allerdings die Organisatoren, die Südtiroler Krebshilfe Bezirk Eisacktal: „Die bei der Benefiz-Veranstaltung gesammelten Spenden kommen vollständig Menschen mit einer Tumorerkrankung zugute“, bestätigt Präsidentin Renate Daporta Jöchler. db

z „Zivildienst bedeutet für mich, ein Jahr lang spannende Erfahrungen zu sammeln! – Beim Zivildienst lerne ich Neues und kann über meine Zukunft nachdenken! – Zivildienst ist für mich ein Geben und Nehmen!“: Mit diesen Aussagen beschreiben Zivildiener ihre Zeit beim Weißen Kreuz. Als Vorteile sehen die bisherigen Zivis unter anderem, dass man neue Leute kennenlernt, Freundschaften knüpft und sich persönlich weiterentwickelt. Nicht zuletzt bedeutet Zivildienst aber auch Spaß haben und mit Freunden im Team zusammenarbeiten. Nun sucht das Weiße Kreuz wiederum Freiwillige, die sich für diese Form des Dienstes an

der Gesellschaft begeistern: Die Interessierten sollten zwischen 18 und 28 Jahre alt, motiviert und dazu bereit sein, Menschen zu helfen und sie zu begleiten. Neben einer hochwertigen und vom Land Südtirol anerkannten Ausbildung für Krankentransport und Rettungsdienst bekommen freiwillige Zivildiener für ihre zwölfmonatige Mitarbeit im Weißen Kreuz auch eine Vergütung von 433,80 Euro pro Monat. Hat jemand einen Zweisprachigkeitsnachweis, gibt’s eine Zulage obendrein. Interessierte können sich unter der Rufnummer 0471 444382 oder 800110911 melden oder eine E-Mail an zivildienst@wk-cb.bz.it schreiben. db Foto: Philipp Franceschini

z Sieben Jugendliche haben 528 Bretter geschliffen und deren Kanten gerundet, 2.016 Bohrungen in 84 Eisenwinkel angebracht, 2.270 Schrauben verschraubt und die so entstandenen 21 Blumenkästen zweimal lackiert. Begleitet wurden sie dabei von den beiden Jugendarbeitern Klaus Obexer und Agostino Vecchio von der Aufsuchenden Jugendarbeit „Steps“, einem Gemeinschaftsprojekt der Bezirksgemeinschaft Eisacktal und des Jugendhauses Kassianeum. „In einer Welt, die primär auf Konsum ausgerichtet ist, tun sich Jugendliche zunehmend schwerer, ihre Freizeit

Foto: Egon Daporta

Politik & Gesellschaft

STUFELS


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Gipfelkreuz für König Ortler

Foto: Oskar Zingerle

z König Ortler ist derzeit ohne Gipfelkreuz. Es ist im August des letzten Jahres während eines Gewittersturms infolge des Permafrosts mitsamt seiner Verankerung ausgerissen und in eine Rinne gestürzt. Am 9. Juni wird der höchste Gipfel Südtirols jedoch ein neues Gipfelkreuz erhalten. Laut Alois Unterkircher, Fachlehrer für Metall an der Landesberufsschule „Tschuggmall“ in Brixen, unterbreitete Direktor Martin Rederlechner zu Beginn des Schuljahres seinem Kollegium den Vorschlag, dass Schüler und Lehrlinge seiner Schule sich um den Auftrag zur Herstellung eines neuen Gipfelkreuzes bewerben sollten. Die Idee fand große Zustimmung. Nachdem der Entwurf der Bergrettung Sulden und die Beauftragung eingegangen sowie die Zusammenarbeit mit der Landesberufsschule Schlanders beschlossen waren, machten sich die Schlosser- und Schmiedelehrlinge der 1., 2. und 3. Klassen sowie die

Metall-Fachschüler der 3. Klasse an die Arbeit. Die Kosten für das Material, es handelt sich um rostfreien Edelstahl, wurden von der Schule bestritten. Bereits im April wurden die in Brixen angefertigten Teile nach Schlanders geliefert, wo sie von Schülern beider Schulen in gemeinsamer Arbeit zusammengeschweißt wurden. Am Herz-Jesu-Sonntag wird das 2,80 Meter hohe und etwa 400 kg schwere Gipfelkreuz in Sulden im Beisein der Direktoren, Fachlehrer und Schüler beider Schulen gesegnet und anschließend mit dem Hubschrauber auf den Ortler geflogen. Dort wird es von heimischen Bergrettern und Bergführern montiert. Fachlehrer Unterkircher zeigt sich sehr zufrieden: „Wir haben viel Zeit in dieses Projekt investiert. Die Lehrlinge und Schüler waren hochmotiviert bei der Arbeit, und auch die Zusammenarbeit mit einer anderen Schule hat Früchte getragen.“ jb

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Menschen & Meinungen

Foto: Oskar Zingerle

BODENSTÄNDIG UND AUTHENTISCH: Josef Tauber ist gerne unter Menschen, redet, lacht und diskutiert mit ihnen

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PORTRAIT

Den Leuten aufs Maul g’schaut JOSEF TAUBER, Vizebürgermeister von Vahrn und begeisterter Theatermensch, über seine Leidenschaft Theater und über die Gemeindepolitik.

E

s ist ein kleines Paradies, das sich Josef Tauber da geschaffen hat, mit herrlichen Meraner Rosen, einem NashiBirnbaum und unzähligen verschiedenen Tomatenpflänzchen. In diesem Paradies verbringt er einen großen Teil seiner spärlichen Freizeit, und es ist wohl auch die unverhohlene Begeisterung, mit der er auf liebevolle Details rund um Haus und Hof verweist, die einen den Lärm von der nahen Pustertaler Straße vergessen lässt. Hier ist Josef Tauber geboren und aufgewachsen. Vier Kühe, drei Hektar Grund – der kleine Hof machte es erforderlich, dass sich Josef Tauber bereits in jungen Jahren etwas dazuverdienen musste, „meine Geschwister waren nämlich auswärts zum Studieren.“ Der Holzhandel wurde schließlich zu seinem Metier, „da hab ich mich zu einem echten Schlitzohr entwickelt.“ Als sein Vater erkrankte, stand er vor der Wahl, entweder den Hof ganz zu übernehmen oder sich nur mehr seiner Arbeit zu widmen. Er entschied sich für den Hof und nahm eine Stelle bei der Post an. 23 Jahre lang war er in seinem Brotberuf als Postbote unterwegs, in St. Lorenzen, Villanders, Teis, Gufidaun und Klausen, „und Heu gemäht habe ich so manches Mal um vier Uhr in der Früh.“

Familien- und Vereinsmensch. Die Familie ist sein Ein und Alles. Diesen Satz aus dem Mund eines Menschen zu hören, der zeitweise Mitglied von neun Vereinen war, ist erstaunlich. Und trotzdem glaubt man ihm. Weil er authentisch ist. Weil er bodenständig ist, und weil die Blicke in Richtung seiner Frau wirklich von Herzen kommen. In seiner Familie, da fühlt er sich gänzlich

aufgehoben, „und es ist schier unglaublich, wie viel Verständnis meine Frau für all meine Aktivitäten gehabt hat und immer noch hat.“ Siebzehn Jahre lang war er mit den Neustifter Spitzbuam unterwegs, kannte Gott und die Welt, und schöpfte daraus jede Menge Energie. Über fünf Jahre bildete er sich im Bereich Motivation und Führungsstile fort, „die Abschlussprüfung in Berlin hätte dann sechs Millionen Lire gekostet, und dieses Geld hatte ich nicht. Mir war aber wichtig, dass ich etwas gelernt hatte.“

Lieber bei Menschen als im Büro. Josef Tauber ist tiefgläubig.

„Irgendwo muss man einen Halt haben“, meint der Tausendsassa, der „den Leuten gern aufs Maul schaut“. Er sei kein Büromensch, jetzt als Vizebürgermeister nicht und damals auch nicht, als er bei einem Wettbewerb um eine öffentliche Stelle als Sieger hervorgegangen war und einen Schreibtischposten bekommen hätte. „Ich bin einfach lieber unter den Menschen, rede mit ihnen, lache und diskutiere mit ihnen.“ Die Gemeindepolitik empfindet er nicht unbedingt

„Ich bin gerne unter den Menschen, rede mit ihnen, lache und diskutiere mit ihnen“_ Josef Tauber Zu seinen Leidenschaften gehört ganz offensichtlich das Theater oder vielleicht besser: die Heimatbühne seines Dorfes. Der Theaterverein Neustift widmet sich mit Vorliebe der so genannten leichteren Kost. „Und dabei ist es doch so schwer, einen Menschen zum Lachen zu bringen.“ Zwei Komödien stammen aus seiner Feder. Humor und Gesang – darauf baut der vielseitig begabte, eingefleischte Neustifter, der sich nicht gescheut hat, sein zweites Stück selbst in Szene zu setzen. Die Arbeit an einem Textbuch „darf nicht zu lange dauern“. Zwei Monate „Gehirnarbeit“, die Bilder und der Aufbau müssen sich Schritt für Schritt in seinem Kopf entwickeln, dann erst schreibt er seine Ideen nieder. „Mit Bleistift, weil abtippen tut’s meine Gitsch.“

als einfaches Geschäft. Frieden zu stiften, zu vermitteln, das ist sein großes Anliegen. Schwierig wird es, „wenn ich mich manchmal schwer tue zu sagen, dass etwas eben nicht geht.“ Sich verändern, Neues kennenlernen: Josef Tauber ist immer in Bewegung und trotzdem nicht rastlos. „Nur der Computer, der war für mich immer ein Horror“, lacht er, „aber seit ich im Gemeindeausschuss sitze, geht es nicht mehr ohne.“ Auf sein Neustift ist Josef Tauber spürbar stolz. Ein klein wenig Lokalpatriotismus kann schließlich nicht schaden: „Sonne, Wein, Kloster, Kultur – was will man mehr?“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Josef Tauber wurde am 3. März 1953 als drittes von vier Kindern eines Kleinbauern beim Staudenmaurer in Neustift geboren. Die Volksschule besuchte er in Neustift, die Mittelschule in Brixen. Nach dem Militärdienst arbeitete er bei der Firma Plunger als so genannter Holzkollaudator, war viel in Österreich unterwegs und avancierte zu einem findigen und sachkundigen Holzhändler. Nachdem er den elterlichen Hof übernommen hatte, arbeitete er bis zu seiner Pensionierung bei der italienischen Post. Er ist Mitglied des Neustifter Theatervereins und Vizeobmann des Südtiroler Theaterverbandes Bezirk Eisacktal. Außerdem war er Jugendführer bei der Katholischen Jugend, sang beim Männerchor Neustift, gehörte zu den Sternsingern, spielte bei der Musikkapelle Neustift, war über viele Jahre bei der Feuerwehr und gehörte zum Bildungsausschuss von Neustift. Fünf Jahre lang war er Gemeindereferent im Vahrner Gemeinderat, seit den letzten Gemeinderatswahlen ist er Vizebürgermeister. Seit 1979 ist er mit seiner Frau Rosmarie verheiratet; das Paar hat eine Tochter und einen Sohn. Außerdem sind die beiden stolze Großeltern des kleinen Fabian. 17


Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

BRIXEN

Josef Thaler bleibt Präsident z Josef Thaler vom Tourismusverein Brixen steht auch weiterhin an der Spitze des Tourismusverbandes Eisacktal: Bei der Vollversammlung wurde er als Präsident bestätigt, sein Vize ist Alois Bacher vom Tourismusverein Sterzing. Gleichzeitig fand die Wahl des Vorstandes statt, der laut Statut aus den Präsidenten der einzelnen Tourismusvereine und dem HGV-Bezirksobmann

und somit aus 13 Mitgliedern besteht. „Das Jahr 2012 war mit einem Zuwachs von 2,7 Prozent bei den Nächtigungen und 4,4 Prozent bei den Ankünften das erfolgreichste Jahr im Fünfjahreszeitraum“, erläuterte Präsident Josef Thaler. Der Rückgang der italienischen Gäste von 3,25 Prozent wurde durch Zuwächse der Deutschen (6%), Schweizer (23%), Niederländer (12%),

Belgier (6%) und Österreicher (2%) mehr als wettgemacht. Auch zukünftig sei es wichtig, die Internationalisierung zusammen

mit der SMG zu forcieren, um von den beiden Hauptmärkten Deutschland und Italien weniger abhängig zu sein. db

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

„Unvergessliche Erinnerungen“

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum die Lehrer gegen die 36. Woche sein. Zemm hettn sie jo lei mehr 16 Wochn Ferien – sel gang net!

kurz

notiert

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z Am 16. April feierte der emeritierte Papst und Brixen-Freund Benedikt XVI seinen 86. Geburtstag. Dies nahm Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller zum Anlass, dem wohl bekanntesten Ehrenbürger von Brixen Glückwünsche zu übermitteln. Daraufhin erreichte ein Antwortschreiben des emeritierten Papstes das Büro des Bürgermeisters: „Dass Sie bei meinem Geburtstag an mich gedacht haben und mir Ihre eigenen Wünsche wie die aller Brixnerinnen und Brixner übermittelt haben, war für mich eine große Freude, für die ich Ihnen sehr danken möchte. Dem

Bei der Vollversammlung des MGV Brixen wurden mehrere Sänger für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt: Obmann Alfred Ellecosta und Wolfang Pider gehören seit 40 Jahren dem Verein an, für zehn Jahre Vereinszugehörigkeit wurden Hubert Baumgartner und Laurenz Stockner geehrt.

heimgegangenen Bischof Egger bleibe ich dankbar dafür, dass ich als Papst noch einmal Ferien in Ihrer schönen Stadt verleben durfte, der ich mich immer tief verbunden weiß: Unvergessliche Erinnerungen verbinden mich mit Brixen“, so Benedikt XVI. Die Verbundenheit des emeritierten Papsts mit der Stadt Brixen reicht dabei fast ein halbes Jahrhundert zurück. So trat Ratzinger erstmals vor 46 Jahren im Festsaal der Barockbibliothek im Priesterseminar auf und referierte vor Seminarregenten des deutschen Sprachraums über das Priesterbild nach den Aussagen des Neuen Testaments und des Konzilsdekrets über die Priester. 1977 verbrachte er als Erzbischof von MünchenFreising und Kardinal zum ersten Mal seinen Urlaub im Seminar,

Der Verwaltungsrat der Stadtwerke Brixen setzt sich in den kommenden Jahren aus folgenden Personen zusammen: Patrick Silbernagl, Carlo Costa, Karl Michaeler, Annemarie Kaser und Susanne Fink.

nachdem er in den Jahren zuvor gemeinsam mit seinem Bruder und seiner Schwester schon mehrmals im Hotel „Grüner Baum“ geweilt hatte. Im Jahr 2008 wählte er als Papst Benedikt XVI Brixen als sein Sommerdomizil. db

Der Kommandant-Stellvertreter der Freiwilligen Feuerwehr Afers, Josef Frener, wurde für seine 25-jährige Dienstzeit ausgezeichnet. Das Verdienstabzeichen in Silber erhielten Kommandant Siegfried Winkler und Feuerwehrmann Richard Tauber.


Foto: Jan Eric Euler

O o op s

mein Hoppala

Jan Köppen, TV-Moderator aus Berlin

Zentrumsnaher Parkplatz Um ein paar Tage zu entspannen, beschlossen meine Freundin und ich, in Brixen einen Kurzurlaub zu verbringen. Bereits vor einigen Jahren war ich hier bei Freunden zu Besuch gewesen. Nach einer rund neunstündigen Fahrt im Auto vereinbarten wir mit einem unserer Freunde, uns in einem Restaurant in der Brixner Innenstadt zu treffen. Da wir kein Navigationssystem dabei hatten, sind wir einfach den Einheimischen gefolgt, die Richtung Stadtkern fuhren. Schließlich schafften wir es, das Restaurant im Zentrum zu finden. Im Gespräch fragte mich mein Bekannter, wo wir eigentlich geparkt hätten. „Gleich da hinten, hinter der Kirche“, sagte ich stolz auf meinen zentrumsnahen Parkplatz. Nach einer etwas detaillierteren Beschreibung krümmte sich mein Bekannter vor Lachen und forderte eilig den Autoschlüssel, um mein Fahrzeug so schnell wie möglich aus der Fußgängerzone in der Albuingasse wegzustellen. Gott sei Dank war die fleißige Brixner Stadtpolizei dort noch nicht vorbeigekommen...

Leser kochen für Leser

mmh!

Gegrillte Peperoncini mit Ziegenkäse und Pinoli > Zutaten für zwei Personen 250 g grüne Peperoncini (Friggitelli) 2 Scheiben Ziegenkäse (Rolle) Pinoli, schwarze Oliven Salz, Pfeffer, 1 Knoblauchzehe und Olivenöl Rucola, Cocktailtomaten, frisches Basilikum Baguette

sein. Mit Salz und Pfeffer würzen und den zerdrückten Knoblauch dazugeben. Die Pinoli in der Pfanne leicht anrösten. Die Peperoncini und Pinoli mit halbierten Cocktailtomaten, Oliven, Rucola, darüber gebröckeltem Ziegenkäse und Basilikum anrichten, mit Olivenöl beträufeln und mit frischem Baguette genießen.

> Zubereitung Die Peperoncini halbieren und entkernen, dann mit Olivenöl scharf anbraten oder grillen – sie dürfen ruhig ein bisschen schwarz

Claudia Burger aus Natz bereitet gerne schnelle und raffinierte Gerichte für ihre Familie, aber auch für Gäste zu. Dieses Rezept ist leicht nachzumachen und schmeckt besonders in den Sommermonaten wunderbar leicht. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Finden Sie, dass die Brixner Stadt-Koalition SVP/ PD/GBL bisher gute Arbeit geleistet hat?“

Brixner Bauernmarkt Jeden Samstag von 7.30–13.00 Uhr Hartmannsplatz

Tirtln

Jeden Samstag von Mai bis Oktober von einer anderen bäuerlichen Organisation aus dem Eisacktal zubereitet

8,33% Ja, die gemeinsamen Ziele wurden bisher effizient und zielgerichtet umgesetzt 25,00% Ja, aber ich habe den Eindruck, dass man doch etwas zu zögerlich ans Werk geht 27,78% Nein, die drei Parteien sind guten Willens, aber die Resultate sind dürftig. 38,89% Nein, ich habe den Eindruck, dass nichts weitergeht, wichtige Projekte zerredet werden

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Über welche Medien holen Sie sich meist die tagesaktuellen Nachrichten?“ > Tageszeitung > Internet-Nachrichtenportale

> Fernsehen > Radio

Frisch vom Bauernhof

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


Foto: Christian Oberkofler

Menschen & Meinungen

LAMMento

Frechheit „Dieser Kaffee ist wieder mal eine bohnenlose Frechheit“, murmelte mir der Franz zu, wobei er saggrisch darauf achtete, dass die Verursacherin der Frechheit dieses zweifelhafte Kompliment nicht mitbekommen würde, denn schon einmal hatte der Franz Friedas Kaffeekünste kritisiert, was dazu geführt hatte, dass die Frieda zwei Wochen lang kein Wort mehr mit ihm redete, was allerdings wiederum komisch war, weil der Franz ja trotzdem jeden Tag einen Macchiato bei Frieda bestellte, die ihn – den Kaffee, nicht den Franz – allerdings daraufhin jedes Mal wortlos und mit einer unmissverständlichen Heftigkeit auf den Tisch stellte, bis – ja, bis der Franz sie eben zwei Wochen später einmal mit einer Rose überraschte, am frühen Morgen noch dazu, worauf sie vor freudigem Schreck ein Lächeln nicht verhindern konnte, und dann war das Eis endlich gebrochen, aber der Kaffee war für Franzens Gaumen immer noch eine Zumutung, und er ist es heute noch, aber ich frage mich schon, warum der Franz dann nicht Lokal wechselt, denn Friedas Bar ist ja längst nicht die einzige in Brixen, oder aber er könnte einfach Getränk wechseln, denn die Frieda serviert ja alles, was eine Bar eben so servieren kann, sogar einen Hugo, aber am frühen Morgen wär das nicht so gut, denn dann würde der Franz noch zynischer werden als er sowieso schon ist, und ich stelle gerade fest, dass ich jene Wette gewinnen werde, die ich mit mir selbst geschlossen hatte, nämlich ein vollkommen sinnloses und inhaltsleeres Lammento zu schreiben, das aus einem einzigen Satz besteht – Frechheit!

z Seit Jahrzehnten ist der Brixner Kaufmann Helmuth Kerer sowohl im politischen wie im Vereins- und Verbandsleben von Brixen eine engagierte Größe und hat zahlreiche Initiativen angestoßen: Von 1974 bis 2010 war er Mitglied des Gemeinderates, von 1985 bis 2005 auch Stadtrat, seit 1977 ist Kerer Präsident des Altstadtkomitees und seit 1990 auch des Weihnachtsmarktkomitees. Außerdem engagiert er sich als Präsident des Wintersportvereins, als Koordinator des Stadtmarketings sowie als Ausschussmitglied des Bergrettungsdienstes – und

BRIXEN

Mehrfach geehrt die Liste ließe sich noch länger fortsetzen. Ob Altstadtfest, Weihnachtsmarkt, Fila Sprint oder Industriemensa – ohne Helmuth Kerer wäre Brixen um vieles ärmer. Für seine besondere Verdienste um das Land Tirol erhielt Kerer im Jahr 2009 das Tiroler Verdienstkreuz, nun konnte er zwei weitere Ehrungen in Empfang nehmen: Vom des Handels- und Dienstleistungsverbandes hds erhielt er die Goldene Ehrennadel, und der Tourismusverein Brixen zeichnete ihn am selben Tag bei der Vollversammlung für sein 40-jähriges ehrenamtliches Wirken aus. Im hds engagiert sich Kerer seit 1975 als Mitglied des Orts- und Bezirksausschusses, zeitweise auch als Vertreter des Einzelhandels im Exekutivausschuss und seit 2010 als Präsident der Gruppe „50plus im hds“; im Tourismusverein Brixen ist er von 1980 bis heute Mitglied des Ausschusses, wobei er zwischenzeitlich auch das Amt des Vizepräsidenten innehatte. db

EISACKTAL

Neuer HGV-Bezirksobmann z Der Feldthurner Gastwirt Helmut Tauber ist einstimmig zum Obmann des Bezirkes Eisacktal des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) gewählt worden. Er löst damit Alois Hinteregger ab, der seit 1997 Obmann des HGVBezirkes war und sich nicht mehr der Wahl gestellt hatte. Helmut Tauber war von 1994 bis 2003 Obmann der Hoteliers- und Gastwirtejugend und saß bereits in den letzten vier Jahren im Vorstand

und Landesausschuss des HGV, wo er auch die Funktion des Vizepräsidenten innehatte. Zudem war Helmut Tauber in den letzten vier Jahren Obmann des HGV-Gebietes Brixen und Umgebung – ein Amt, zu dem nun einstimmig Markus Huber bestimmt wurde. Als zentrale Herausforderungen sieht der neue HGV-Bezirksobmann Tauber den Verkehr und die Mobilität im Eisacktal, die Aus- und Weiterbildung, die Urbanistik und nicht zuletzt die Produktentwicklung und den Zusammenschluss der Skigebiete. db

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Pro& Contra Bringt das neue Familiengesetz Familien mit Kindern eine spürbare Entlastung?“ Der Hintergrund:

Das neue Familiengesetz tritt in diesen Tagen in Kraft. Es gibt der Südtiroler Familienpolitik erstmals einen gesamtheitlichen und klaren Rahmen, fasst alle familienpolitischen Maßnahmen zusammen und schafft auch die rechtliche Grundlage für eine gezielte und stärkere finanzielle Unterstützung. Reichen die Maßnahmen aber aus?

Familienlandesrat Richard Theiner: „Südtirol als familienfreundliches Land erhalten“ Ja Das neue Gesetz ist eine Art Fahrplan für die Familienpolitik in Südtirol: Es sieht mehr Betreuung, mehr Dienstleistungen und mehr Geld für Familien vor. Einiges kann relativ rasch umgesetzt werden, für andere Maßnahmen wiederum wird es mehr Zeit benötigen. Noch heuer wird der Familienpass auf der Bürgerkarte aktiviert. Familien können so landesweit in verschiedenen Geschäften verbilligt einkaufen. Eine weitere Entlastung ist das Familiengeld, das ab 2014 auf 200 Euro verdoppelt wird. Auch der für viele berufstätige Eltern sehr wichtige Bereich der Kleinkinderbetreuung wird neu geregelt: Die bisher unterschiedlichen Tarife für Tagesmütter, Kindertagesstätten und Kinderhorte werden vereinheitlicht, und es wird künftig noch mehr Betreuungsplätze geben. Vielen Familien ist mehr damit geholfen, wenn sie statt eines höheren Familiengeldes zum Beispiel einen Betreuungsplatz in einer Kita erhalten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass viele indirekten Leistungen für Familien, so etwa Beiträge für das Wohnen, kostenlose Schülertransporte und Fördermaßnahmen für Schüler, ebenfalls zur Entlastung beitragen. Ein neu eingerichteter Familienbeirat und die neue Familienagentur werden darauf achten, dass alle künftigen Gesetzesvorhaben familienorientiert ausgerichtet sein werden und Vorschläge zur Förderung von Familien erarbeiten. Denn das übergeordnete Ziel des Gesetzes ist es, Südtirol als familienfreundliches Land zu erhalten, in dem Menschen, die in enger Beziehung zueinander stehen, füreinander sorgen und füreinander Verantwortung tragen. z

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Christa Ladurner, Sprecherin der „Allianz für Familie“: „Warten auf die Durchführungsbestimmungen“ Nein Die Erhöhung des Landeskindergeldes für Kinder von 0 bis 3 Jahren wird spürbar sein, weil es den Eltern mehr Möglichkeiten zur Auswahl der verschiedenen Betreuungsformen gibt. Aber die Familien haben eine Reihe von weiteren Bedürfnissen, die bisher nicht gelöst wurden. Zum Beispiel ist die Unterstützung für Eltern mit zu Lasten lebenden Kindern über drei Jahren noch nicht zufriedenstellend geregelt. Kinder stellen für alle Familien ökonomisch einen großen Aufwand dar; es sind bis zur Selbstständigkeit etwa 100.000 Euro pro Kind. Diesen Aufwand gilt es in irgendeiner Form zumindest zum Teil auszugleichen. Weiters sind Frauen, die in der Privatwirtschaft tätig sind und die außerhalb ihrer Mutterschaft eine Auszeit nehmen möchten, benachteiligt, weil sie oft ihren Arbeitsplatz verlieren. Für Arbeitnehmer der Landesverwaltung haben wir hier ein sehr gutes System, aber jene, die keine Landesstelle haben, schauen durch die Finger. Eine weitere Problematik stellt die Kleinkinderbetreuung dar: Zur Zeit ist die Tarifgestaltung für die verschiedenen Dienste sehr unterschiedlich von Gemeinde zu Gemeinde und von Betreuungsform zu Betreuungsform. Die Eltern brauchen Planbarkeit und müssen genau wissen, was die Betreuung ihrer Kinder kostet. Dazu müssen die Tarife von Kindertagesstätten, Kinderhorten und Tagesmüttern auf ein ähnliches Niveau gebracht werden. Die Lösungen für diese Probleme sind im neuen Familiengesetz nur angerissen worden. Ich weiß, dass es sich um ein Rahmengesetz handelt; jetzt warten wir gespannt auf die Durchführungsbestimmungen. z

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Menschen & Meinungen

Umfrage

Alkohol erst ab 18 Jahren? Aus einem Schreiben des Innenministeriums geht hervor, dass ab sofort nicht nur der Verkauf, sondern auch der Ausschank von alkoholischen Getränken an Minderjährige verboten sein soll. Wir haben uns in Brixen umgehört, ob so ein Verbot tatsächlich den Alkoholkonsum der Jugendlichen einschränken wird.

„Ich würde so eine Art von Verbot absolut befürworten. Ob es dann auch den gewünschten Erfolg bringt, ist fraglich. Es wäre auf jeden Fall sinnvoll, um den Konsum etwas einzuschränken. Die meisten Jugendlichen glühen schon zu Hause vor, da nutzt das Verbot allerdings wenig. Generell wird meiner Meinung nach etwas zu viel getrunken – und dabei meine ich nicht nur die Jugendlichen“, so Anni Unterweger.

„Wenn mit Maß und Ziel getrunken würde, dann bräuchte es die Verbote und Gesetze nicht. Der Ausweis wird in den Geschäften nicht immer kontrolliert, und die Jugendlichen schauen oft älter aus als sie sind. Da müssten die Kontrollen verschärft werden. Einbußen würden die Gastronomiebetriebe verzeichnen, nur mit Kaffee ist nämlich nicht viel zu verdienen“, sagt Karl Wieser.

„Ich bezweifle, dass so ein Verbot den erwünschten Erfolg bringt“, meint Deborah Sini. „Wenn die Jugendlichen trinken wollen, dann tun sie es sowieso – ob es da ein Gesetz gibt oder auch nicht. Wahrscheinlich machen sie es dann heimlich oder lassen die Älteren den Alkohol kaufen. Vielleicht wird der Konsum durch diese Maßnahme etwas eingeschränkt, aber ganz aufhören wird er sicher nicht.“

Helmuth Oberhauser kann sich nicht vorstellen, dass dieses Gesetz viel bewirkt. „Ich glaube, dass sich Minderjährige dann anderweitig Alkohol besorgen. Man sollte mehr auf Aufklärung und Vernunft setzen. Warum sollte ein siebzehnjähriger, verantwortungsbewusster Jugendlicher nicht hin und wieder ein Bierchen trinken können? Strenge Kontrollen bei Superalkohol finde ich völlig in Ordnung.“

Auch Hildegard Profanter glaubt nicht, dass ein Verbot den Konsum einschränkt. „Die Jugendlichen kommen, wie auch immer, an den Alkohol heran. Eine große Rolle spielt natürlich die Erziehung, das Umfeld und die Freunde. Kontrollen sind sehr wichtig – mit dem Auto fährt man ja auch nicht mehr, wenn man getrunken hat, seit die Kontrollen stärker geworden sind. Und das ist auch gut so“.

Florian Rigger ist der Meinung, dass besonders in den Geschäften noch mehr aufgepasst werden sollte: „Da wird noch zu wenig kontrolliert. Aber auch das wäre nicht die Lösung, denn die Jugendlichen kommen an den Alkohol heran, wenn sie nur wollen. Wenn Kontrollen in den Nachtlokalen durchgeführt werden, würde der Konsum sicherlich eingeschränkt.“

„Es halten sich zu wenige an diese Gesetze“, meint Christin Grünbacher, „und wenn man unbedingt will, kann auch ein Älterer bestellen. Ich würde das zwar nicht tun, aber ich habe schon oft erlebt, dass beispielsweise auf den Festen jedem ausgeschenkt wird – da schauen die Betreiber nur auf das Geschäft. Denen ist dann egal, ob einer betrunken oder minderjährig ist“.

„Ich glaube, so ein Gesetz bringt nicht viel, weil die Jugendlichen Mittel und Wege finden, um an Alkohol zu kommen – trotz der Gesetze. Am effektivsten ist meines Erachtens die Vorbeugung. Die Jugendlichen müssen aufgeklärt werden, ohne ihnen alles zu verbieten. Da spielt natürlich auch die Erziehung eine große Rolle“, meint Katharina Lantschner.

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Kunst & Kultur

Im WarteStand

Fotos: Georg Hofer

PARTIZIPATIVES FOTOGRAFIEPROJEKT MIT FLÜCHTLINGEN

Wie nähert man sich als Flüchtling einer fremden Welt an? Findet man seinen Platz darin – oder überwiegt das eigene Fremdsein? Elisabeth Tauber und Georg Hofer über das partizipative Fotografieprojekt „Sehen und gesehen werden“, das sie gemeinsam mit den „Fischerhausbuibm“ von Vintl durchgeführt haben – und warum das Projekt längst noch nicht zu Ende ist, auch wenn es abgeschlossen scheint.

E

igentlich sollte es ein ganz normales Informationsgespräch werden. Ethnologin und Forscherin Elisabeth Tauber, der Brixner Fotograf Georg Hofer und ich treffen uns, um über die Projekte „Sehen und gesehen werden“ und „Ways to Vintl“ zu sprechen. Wir sitzen also im Gastgarten des Café Schenk nahe dem Unigebäude in Brixen, das Aufnahmegerät liegt auf dem Tisch, das wissenschaftliche Begleitheft zum Projekt ebenso. Vor fast genau zwei Jahren, im März 2011, sei hier auch die Idee zum Projekt geboren, erzählt Elisabeth Tauber. Sie und Georg Hofer, beide erfahren in der Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, besprachen hier, wie sie die Methode der partizipativen Fotografie bei Flüchtlingen einsetzen könnten. Es war die Zeit des Arabischen Frühlings, aus Libyen flüchten westafrikanische Gastarbeiter, die im Bürgerkrieg zwischen die Fronten geraten sind, nach Italien. Zwanzig von ihnen werden im so genannten Fischerhaus in Vintl angesiedelt. Die üblichen Bilder von Flucht und Flüchtlingen beherrschen die Medien: zusammengedrängte Menschenmassen, nach Hilfe ausstreckende Arme, überfüllte Boote auf hoher See, verzweifelte, ausgelaugte, erschöpfte Gesichter.

Zweierlei Blicke auf eine Umgebung. Diesen Bildern auch an-

dere entgegensetzen – Elisabeth Tauber und Georg Hofer suchen in Zusammenarbeit mit Nadja 24

Schuster von der Landesabteilung Familie und Soziales sowie dem Flüchtlingsbeauftragten Karl Tragust nach einem Weg, Flucht und Flüchtlinge aus einer anderen Perspektive wahrnehmbar zu machen. „Die partizipative Fotografie erlaubt es, mit Menschen in Kontakt zu treten, mit denen wir uns sprachlich (noch) nicht austauschen können, und so dem Menschen, nicht dem Flüchtling, zu begegnen“, erläutern beide. Mit der Digitalkamera in der Hand bleiben die Personen zudem nicht in der Rolle des Opfers verhaftet, sondern werden selbst zum aktiven Gestalter. Und sie werfen Blicke auf ihre neue Umgebung, die sich von unseren wesentlich unterscheiden. „Per me la macchina fotografica é una cosa molto seria, perché mi posso esprimere. Abbiamo un punto di vista diverso“, wird Sidibe Ousmane, der mit scharfem Beobachterauge zahlreiche Augenblicke per Kamera festhält, später sagen. Und: „Vorrei fotografare le cose vere, brutte, per far vedere l’Europa a chi é rimasto in Africa. Per esempio non avere lavoro e passare con la fame davanti ai negozi.“ Die „Fischerhausbuibm“ und Georg Hofer lernen sich im Herbst 2011 kennen; die meisten von ihnen wollen sich am Projekt beteiligen. Im Kleinbus unternehmen sie Ausflüge zum Pragser Wildsee, in die Brixner Melix, zum Ötzi, in den Landtag. Erstmals halten die 16 Männer aus Westafrika eine Digitalkamera oder einen Laptop in der Hand; Georg Hofer weist sie in

den Gebrauch dieser Kommunikationsmittel ein. Sie schießen Bilder vom ersten Schnee ihres Lebens, von sich selbst inmitten der Berge, vom Leben im Fischerhaus. Ein Blick auf das, was in ihrer neuen Welt passiert. Und ein Blick auf Erinnerungen und Sehnsüchte: Ein Foto eines jungen Mannes inmitten einer Wiese – Solomon war in seinem Land Bauer; hier, im Land der Landwirtschaft, hat er keine Möglichkeit dazu.

Mit den Bildern zu den Lebensgeschichten. Mit dem Fotografie-

ren vertreiben sich die Flüchtlinge aber auch ihre Zeit: In den ersten sechs Monaten dürfen sie keiner Arbeit nachgehen, die Stunden verrinnen langsam. Im Fotografieren finden sie eine Aufgabe. „Für sie war diese Zeit in Vintl eine sehr unsichere Phase“, erzählt Elisabeth Tauber, „sie haben zwar Sprachkurse absolviert, Praktika abgeleistet, und sie wurden von den Vintlern sehr entgegenkommend aufgenommen – aber es war für sie vor allem eine Zeit des Wartens. Ihre Hauptthemen waren damals nicht, Kunst zu machen, so wie wir es uns jetzt hier leisten können darüber zu sprechen, sondern höchst existenzielle Ereignisse.“ Mit dem Fotoapparat fangen sie Geschichten ein, die dann über die Bilder langsam auch mit Worten erzählt werden. 7.000 Fotografien sammeln sich. In Workshops werden alle Bilder gesichtet und für die Ausstellung „Sehen und gesehen werden“ ausgewählt. Zu einigen Schnappschüssen verfassen die

Flüchtlinge kurze Beschreibungen; mittlerweile können sie auch auf Italienisch kommunizieren. Die Fotosammlung wird mit den Bildern von Georg Hofer komplettiert, die den Flüchtlingen ihren Platz im Land Südtirol einräumen: Die Männer aus Westafrika unterm Hirschgeweih in einer Almhütte, auf einer Mauer vor dem Bozner Museion sitzend, in pinkfarbener Windjacke neben dem Ortsschild von Niedervintl, kraftvoll schwimmend im See. Schwarze Männer in untypischen Landschaften – verloren wirken sie auf den Bildern nicht. Einsam schon manchmal, auch wenn sie sich gegenseitig den Arm um die Schulter legen.


Sehen und gesehen werden: Flüchtling Mohammed Bbaye in Vintl und sein neues Kommunikationsmittel, der digitale Fotoapparat

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Intermezzo: Zwei Fischerhausbuibm gesellen sich dazu. „Schau, wer da drüben ist!“,

unterbricht Elisabeth Tauber plötzlich das Gespräch. Auf dem Uni-Vorplatz schlendern zwei der „Fischerhausbuibm“ in Richtung Busbahnhof. Elisabeth und Georg rufen beide sofort an den Tisch, fordern Ibrahim Watará und Bami Traoré auf, doch Platz zu nehmen. Kurzes Zögern. Die Fluchtroute von Bami Traoré aus Burkino Faso ist Georg Hofer heuer im Frühjahr nachgefahren und hat die Reise sowie die Begegnung mit Bamis Familie in der Fotoreportage „Ways to Vintl“ dokumentiert. Auf dem Tablet zeigt er mir Bilder von Bamis Familie und dessen

Heimatort. Ein Porträt zeigt die älteste Schwester, die Bami das Geld für die Reise nach Libyen gegeben hat.

Einwanderer.“ Mit der Forderung, die Flüchtlinge sollten doch heimgehen, kann er rein gar nichts anfangen: „Wer verlässt schon

Bami auf Nachfrage. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Ihre Lage ist derzeit prekär. In wenigen Tagen müssen sie höchstwahr-

„Per me la macchina fotografica é una cosa molto seria, perché mi posso esprimere“_ Sidibe Ousmane „Vor zwei Generationen schickten die Südtiroler ihre Kinder auch aus Not in den Allgäu“, meint Georg Hofer, „Italien war die größte Auswanderungsnation – und ist es jetzt wieder: Die Auswanderungsquote ist höher als jene der

freiwillig sein Zuhause?“, meint er und erzählt, dass von den Fischerhausbuibm die wenigstens nach Europa wollten. Heute seien sie in Brixen gewesen, um nach einer Unterkunft zu suchen, erzählen Ibrahim und

scheinlich aus dem Fischerhaus ausziehen. Nachdem der Staat die finanzielle Notstandshilfe – die er im Jahr 2011 aufgrund der „Emergenza Nord Africa“ gewährte – mit Jahresende 2012 offiziell beendet hatte, sagte die Landesregierung 25


Kunst & Kultur

Ungewisse Zukunft. Elisabeth

Während des partizipativen Fotoprojektes lernen die „Fischerbuibm“ bei Ausflügen ihre neue Umgebung kennen, hier ein Besuch der Obstgenossenschaft Melix

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die Unterstützung der Flüchtlinge bis Mai 2013 zu. In diesem Zeitraum sollten sie sich Arbeit und eine andere Unterkunft suchen können und ihr Asylstatus end-

gültig geklärt werden. Nicht allen ist dies bislang gelungen. Bami hat zwar eine Stelle bei einem Bäcker gefunden, „und morgens bin ich dann auch weiß vom

Mehl“, erzählt er lachend, aber eine neue Bleibe konnte er noch nicht ausmachen. Ebenso Ibrahim, der auf Abruf als Reinigungskraft arbeitet.

Tauber und Georg Hofer greifen, wohl schon zum x-ten Mal, zum Handy, führen Gespräche, erklären den beiden, dass heute Abend in Vintl eine Sitzung stattfindet, wo endgültig geklärt werden soll, wie es denn weitergehe mit den „übriggebliebenen“ Fischerhausbuibm. Noch ein Telefonat, die Bürokratie legt Steine in den Weg, irgendwo zwischen Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der zuständigen Non-Profit-Organisationen, öffentlichen Institutionen, Staat und Land versickert gerade ein Stück Zukunft für die beiden. Und so wie sie auf den weißen Plastikstühlen sitzen, wissen sie auch darum – auch wenn Bami herzlich auflacht, wenn er erzählt, wie sie die Pose des Fußballers Balotelli am Pragser Wildsee nachgeahmt haben. Sie harren hier noch immer, nicht tatenlos, aber dennoch im Warte-Stand. Eine Arbeitsstelle? Schwierig. Eine Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt? Noch schwieriger. Sie sind müde und zermürbt. „Stiamo aspettando giá da tanto tempo.“

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Ways to Vintl: Junge Männer aus Burkina Faso warten in einem Auffanglanger in der nigerianischen Hauptstadt Agadez auf ihre Weiterreise

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Ihr plötzliches Erscheinen während des Gesprächs zeigt einen weiteren Aspekt des Projektes auf: jenen der konkreten Verantwortlichkeit. Aus zunächst abstrakten Geschichten – ein tolles Projekt, wirklich! – werden Lebensgeschichten von Menschen, die mir nun gegenübersitzen. Ein Prozess, den Georg Hofer und Elisabeth Tauber bereits vor Monaten eingegangen sind, eingehen mussten. Hofers Rolle veränderte sich während des Projektes zunehmend, er wechselte vom Fotografen zum Freund, vom Lehrer zum Sozialarbeiter. Zuhören, zulassen, da sein: Mit jedem Treffen wuchs das Vertrauen und damit die Verantwortung gegenüber den Projektteilnehmern, die auch zu Freunden wurden. Und Elisabeth Tauber und Georg Hofer sind keine zwei, die diese Verantwortlichkeit abschieben würden, auch wenn ihr privates Engagement bereits in die Schranken verwiesen wurde.

Politische Defensive. Die Politik,

egal welcher Farbe, tut sich indes schwer mit dem Umgang mit den Flüchtlingen, und dies aus unterschiedlichen Gründen. Großes Engagement kommt nicht gut an beim Wahlvolk, sämtliche Hilfsleistungen insbesondere finanzieller Art werden kritisch beäugt. Und auch im großen Kontext geht Europa den Weg der Zurückhaltung gegenüber Asylanten, auch aus finanziellen Gründen. „Die zentrale Frage ist: Was ist die Zielsetzung?“, meint der Flüchtlingsbeauftragte Karl Tragust in seinem Beitrag im Begleitheft zur Ausstellung, „ist es das Einnehmen einer defensiven Haltung, nämlich recht und schlecht jemanden aufzunehmen und das Asylverfahren abzuwickeln, oder sagt man: Hier sind Menschen, die zu Hause Schwierigkeiten haben, wir müssen rechtlich korrekt die Frage klären, ob sie Anrecht auf Asyl haben oder nicht. Und versuchen,

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eine Politik der Aufnahme und der Hilfestellung zu gestalten. Wenn das nicht klar ist – und es ist nicht klar – dann ist es schwierig, sich für die zweite Variante auszusprechen. Dann entstehen Situationen, wo Integrationsmaßnahmen nicht systematisch gesetzt werden, sondern nur sporadisch.“ Wohin gehen Ibrahim und Bami, falls sie tatsächlich keine Alternative zum Fischerhaus finden? Beide wissen keine Antwort darauf. „Für Südtirol ist es meiner Meinung nach nicht vertretbar, dass wir Leute auf die Straße stellen: Erstens destabilisiert dies die Gesellschaft, zweitens ist es inhuman“, findet Elisabeth Tauber, „es ist kurzsichtig, wenn wir im sozialen Bereich die Menschen nicht solange begleiten, wie lange sie Hilfe brauchen und sie selbst sich auch aktiv daran beteiligen, ihre Situation zu ändern. Es ist ja vollkommen unrealistisch, dass sich die Flüchtlinge in diesem Bürokratismus zurechtfinden – wir

selbst haben ja Schwierigkeiten, uns da durchzukämpfen. Irgendwie geht da grad etwas ganz kapital daneben.“ „Sehen und gesehen werden“ hatte auch zum Ziel, dass die Flüchtlinge ihre Rolle im fremden Südtirol erforschen und ihre Annäherung an diese neue Welt dokumentieren. Eine Annäherung im Warte-Stand: „Cosa possono capire della mia vita? Ho visto tante cose nuove. Ho sentito tante parole che non ho conosciuto. Come faccio a rispondere? Meglio cercare un posto in Africa“, so Djibril Dunna über seine Begegnung mit der Kommission in Verona, die über seinen Asylantrag entscheidet. Auf den Fotografien haben die Flüchtlinge ihren Platz in Südtirol gefunden, im Alltag noch nicht.

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Kunst & Kultur Die Brixner Rocker von Frei.Wild haben 2012 das Alpen-Flair-Festival ins Leben gerufen

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NATZ

Alpen-Flair mit Frei.Wild, Heino & Co. Heino, Gunter Gabriel, Doro, Frei.Wild, Ganes, 4twenty – das größte Rock-Festival Südtirols bringt vom 20. bis zum 23. Juni Rockmusik für jedermann auf die Bühne in Natz und bietet neben Konzerten von mehr als einem Dutzend Bands auch eine einmalige Tattoo-Convention.

S

o eine Veranstaltung hat Südtirol noch nicht gesehen: Inmitten der malerisch-beschaulichen Bergkulisse werden vom 20. bis zum 23. Juni neben weiteren Bands internationale Top-Acts das beschauliche Panorama rocken, deren mediales Echo derzeit nicht lauter sein könnte – und die dennoch nicht unterschiedlicher sein könnten. Schlagerpapst und Nummer-1-Künstler Heino, der Anzug und Krawatte vor kurzem gegen Lederjacke und Totenkopfring getauscht hat, gibt sich neben Gunter Gabriel und den Deutschrockern von Frei.Wild die Ehre. Letztere konnten mit ihrer Re-Edition ihres Albums „Feinde deiner Feinde“ ebenfalls auf Platz 1 der deutschen Albumcharts vorstoßen.

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Bereits im letzten Jahr war das Alpen-Flair-Festival in Natz mit seiner Mischung aus beschaulicher Natur, Tiroler Tradition, viel lauter Rockmusik und krachendem Volksfestfeeling etwas ganz Besonderes. In diesem Jahr und mit diesem Line-Up wird das Spektakel mit Festivalcharakter nun endgültig den Beweis dafür antreten, dass Musik nicht nur Jung und Alt verbinden kann, sondern auch Künstler und Besucher ganz unterschiedlicher Couleur, Herkunft und Sprache. Es ist ein Festival der Individuen, mehrsprachig, interkulturell und doch Tirol-verwurzelt. Dank seiner ausgefallenen Vielfältigkeit werden sich auch dieses Jahr alle wohlfühlen – ganz getreu der Südtiroler Gastfreundschaft: Ausgegrenzt wird hier niemand, willkommen ist jeder.

„Spannende Kombination“. „Wir

finden gerade diese ungewöhnliche Kombination spannend“, so die Veranstalter der Natzner Vereinsgemeinschaft über das bunte Booking. „Bei Heino, Micaela Schäfer, Gunter Gabriel, Frei.Wild und vielen anderen handelt es sich um sehr starke Charaktere. Und genau hier liegt der rote Faden: Während die meisten Festivals braven Mainstream buchen, wollen wir unseren Besuchern Charakter bieten, Ecken, Kanten und eben kein typisches LivestyleGefühl.“ Charakter mit Erfolg, wie sich an den beiden Beispielen Heino und Frei.Wild jüngst festmachen lässt. Somit werden zwei von drei Festival-Tagen von je einem Nummer-1-Mega-Act angeführt. Das Rezept verleiht eben auch die Würze.

Zeitgleich dazu wird auf dem Gelände mit dem atemberaubenden Bergpanorama die größte Tattoo-Convention in Norditalien stattfinden. Mit über 40 internationalen Künstlern pro Tag wird sie ein weiteres Highlight und ist übrigens die erste internationale Tattoo-Convention, die hier je stattgefunden hat. Anmoderiert werden sämtliche auftretende Künstler und Bands von Micaela Schäfer und Pietro Polidori. Während Polidori einer der bekanntesten und schlagfertigsten Moderatoren Südtirols ist, hat man Micaela Schäfer vermutlich eher aufgrund optischer „Talente“ im Gedächtnis. Die werden beim Alpen-Flair nicht nur per Moderation zum Einsatz kommen, sondern auch im Rahmen eines „DJane Sets“ in der Alpenhöhlen-Disco.


Die deutsche Rock-Ikone Doro Pesch spielt am 21. Juni ab 23 Uhr

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„Hey Boss, ich brauch mehr Geld!“ - Gunter Gabriel kommt am 21. Juni

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„Rockmusik ist die neue Volksmusik!“ Die Message des Festivals

Foto: Christian Brodack

ist ergo klar und deckt sich mit jener von Heino zu 100 Prozent: Rockmusik ist die neue Volksmusik, und es muss immer steil nach

oben gehen! Schon im letzten Jahr überraschte das Event, indem es krachende Rockmusik mit beschaulicher Berg-Idylle verband. Viele tausend Besucher zählte die Debut-Veranstaltung 2012.

Inmitten eines einzigartigen Eventkonzeptes, das lautes Abrocken und geselliges Beisammensitzen inmitten einer malerischen Landschaft zu einer Einheit verschmelzen lässt und dabei ausgelassenste Oktoberfeststimmung zaubert, gestalten sich Freitag und Samstag wie folgt: Der Freitag steht mit Heino, Gunter Gabriel, Doro und Eisbrecher ganz im Zeichen des Mitsingens wahrer Live-Hymnen. Außerdem am Freitag mit dabei: Die Bozner Rockband „Sin Deadly Sin“, die beim Rocknet Live Award 2013 den zweiten Platz erreicht hatte, „Ganes“ und die Brixner Lokalmatadoren „4twenty“. Der Samstag geht dann mit den Südtiroler Deutschrockern Frei.Wild, den fränkischen Spaß-Rockern J.B.O. und einigen knallharten Metal-Acts wie den Emil Bulls

oder Justice dafür so richtig auf die Zwölf. Das Gipfelevent des Jahres ist und will für jeden da sein. So steht auch eine Fortsetzung des Allstar-Projektes „Wilde Flamme“ auf dem Programm, bei dem sich diverse bekannte Künstler für ein Charityprojekt des Südtiroler Kinderdorfes engagieren. Daneben wird es heuer auch eine große Kampagne gegen Extremismus und für einen respektvollen Umgang mit der Umwelt geben. Der Eintritt zu diesem MegaEvent ist dabei mit 30 Euro (für beide Tage) mehr als fair gestaltet. Die Tickets sind über die Homepage www.alpen-flair.com erhältlich sowie in Bozen bei Disco New (Spitalgasse), im Büro des Tourismusverein Natz-Schabs und in Brixen im RookiesandkingsStore.

Tattoo-Convention Im Rahmen des Alpen-Flair-Festivals wird auch die erste internationale Tattoo-Convention stattfinden. Über 20 erstklassige Tattoo- und Piercing-Künstler werden dabei ihr Können präsentieren. Abwechslungsreiche BühnenShows mit Kontaktjonglage, eine Modeschau, GoGo-Girls, Tattoo Contests und vieles mehr sorgen für Kurzweil unter den Besuchern, wenn sie nicht gerade durch die Händler-Meile flanieren. Wer möchte, kann sich direkt vor Ort live tätowieren, piercen und branden lassen; die Hygienebedingungen sind selbstverständlich auf StudioNiveau. (Im Bild: Tätowierer „Spillo“)

Dank seiner Interpretationen von deftigen Rocksongs wieder top: Heino spielt am 21. Juni in Natz

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Öffnungszeiten: Freitag und Samstag, 11-21 Uhr und Sonntag, 11-17 Uhr 29


Kunst & Kultur

Foto: Arnold Ritter

THEATER

Spendenfreudige Zuschauer z Im Rahmen der Theater-Eigenproduktion „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ der Gruppe Dekadenz sammelte diese, wie von Autorin Ingrid Lausund vorgesehen, im Anschluss an die Aufführungen von den Zuschauern Spenden für ein Schulprojekt in Guinea-Bissau. Trotz oder wahrscheinlich grad wegen der Demaskierung von stereotypen Klischees über Sammelaktionen

und den Tücken der karitativen Nächstenliebe zeigte sich das Publikum sehr großzügig: Die Zuschauer spendeten insgesamt 1.834 Euro. Diese Summe wurde von der Gruppe Dekadenz an die Deutsch-Guinesische Gesellschaft e.V. (www.eineschulefuerbissau. de) weitergeleitet, die in der Nähe der westafrikanischen Stadt Bissau eine Schule unterhält, in der 200 Kinder eine Ausbildung erhalten.

„Fantastisch der Spendenerfolg der Gruppe Dekadenz in Brixen – wir sind begeistert und danken von Herzen, auch im Namen der Kinder in Guinea Bissau!“, so die Rückmeldung der Mitarbeiterin Claudia von Velsen. db

K&K Kunst & Kultur

AUSSTELLUNG

Körperlandschaften z Mit schöner Regelmäßigkeit beherbergt die Galerie AdlerArt den Brixner Kunstmaler Bernhard Kerer, der nun schon seit 38 Jahren erfolgreich im In- und Ausland ausstellt. Kerer ist in Hall in Tirol geboren, aber in Sarns verbrachte er Kindheit und Jugend. Stationen seiner künstlerischen Ausbildung waren Innsbruck und Stockholm; heute lebt und arbeitet er in Mühlbach. Seit jeher faszinierten den unermüdlichen Maler und Zeichner die Antlitze der Menschen und Frauenakte. Für mehrere Jahre vertiefte er sich in

kurz

notiert

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die ausdrucksstarken Nuancen der Clowngesichter und geheimnisvoller Fabelwesen – in letzter Zeit hingegen widmet er sich vermehrt der Landschaftsmalerei und dem Akt in der Natur. Die weiblichen Körper fügen sich wie selbstverständlich in die Baumlandschaft, man erahnt den sehnsuchtvollen Blick in die Ferne. Ansprechende Häuserzeilen in warmen Erdtönen wechseln sich ab mit Bergen, Tälern und Feldern, hinter denen man erst auf den zweiten Blick die zart angedeuteten Frauenakte entdeckt. ird

Der Zonta Club Brixen hatte im Februar einen ausverkauften Benefiz-Improtheaterabend organisiert. Nun wurden die Spendengelder in der Höhe von 700 Euro dem Vorsitzenden der Hilfsaktion der Südtiroler Familiaren des Deutschen Ordens für mittellose Menschen in Temesvar, Karlheinz Eckert, übergeben.

Die Klasse 4C des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums Brixen hat beim Videowettbewerb „Dreh dein Ding“ des KVW den 3. Platz erreicht. Die Schüler drehten einen Kurzfilm über Gewalt an Frauen mit dem Titel „Trau dich hinzuschauen“, der auch auf youTube abrufbar ist.

Am 7. Juni ist der „Schleswig Holstein Festival Chor“ gemeinsam mit dem Haydn Orchester von Bozen und Trient im Brixner Dom zu Gast. Zu hören sein wird um 20.30 Uhr das Requiem in d-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart sowie der Cantus in memory of Benjamin Britten von Arvo Pärt (www.musikkirche.it)


NACHGEFRAGT

„Aus dem Land des Alterns“ MANUELA KERER, Komponistin aus Brixen, über das Musiktheaterprojekt „Dem Weggehen zugewandt“, das in Hamburg uraufgeführt wurde und dessen Komposition aus ihrer Hand stammt. Frau Kerer, worum geht es im Stück? Es geht um die musikalische Erinnerung; es ist eine musikalische Erzählung aus dem „Land des Alterns“. Dabei kommt es zu einem klanglichen Zwiegespräch zwischen Einzeldarstellern, Musikern des Orchesters und dem 60-köpfigen „Chor der Alten“. Die Musik soll das überbordende Innenleben spiegeln. Wie eine Welle schwappt sie über den Einzelnen hinweg, so wie er den Kontakt zur Außenwelt vielleicht zunehmend zu verlieren droht.

Ausgangspunkt dafür waren musikalisch-biographische Momentaufnahmen wie Kinderlieder oder Tanzlieder, Geräusche und Klänge. Wir haben ein Konzept entwickelt, das auf Texten der 90-jährigen Autorin Ilse Helbich aufbaut, die Einblick in die besonderen Umstände des hohen Alters geben. Hinzu kamen unzählige Interviews von Senioren. Davon ausgehend habe ich versucht, die neurologischen Prozesse des Erinnerns und Vergessens in meine musikalische Sprache zu übersetzen.

Was war der Ausgangspunkt Ihrer kompositorischen Arbeit?

Wenn fast alles vergessen wird – die Musik bleibt?

Musik ist sehr stark emotional besetzt, insofern hat sie extremes Potential, erinnert zu werden. Wir hören ein Lied und werden mitunter sofort in eine damit verbundene Gefühlslage katapultiert. Dasselbe passiert Menschen mit einer Demenzerkrankung. Ein großer Teil ihres Gedächtnisses ist vielleicht verloren, aber irgendwo tief drinnen sitzt ein Kinderlied, das sie zu Tränen rührt. Außerdem sind sie bestens in der Lage, Klänge zu genießen. Musik kann diesen Menschen tatsächlich helfen, ein Stück der eigenen Vergangenheit und Identität wiederzufinden. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Foto: Leonhard Angerer

Schonungslos echt z „Als ich heute aufwachte, aufstand und mich wusch, da schien mir plötzlich, mir sei alles klar auf dieser Welt und ich wüsste, wie man leben soll“: Der Titel des einzigen Bühnenstückes des Wiener Autors Xaver Bayer ist zugleich der erste Satz, der im spartanisch eingerichteten Bühnenbild im Anreiterkeller der Dekadenz fällt. Regisseurin Anna Heiss und das Ensemble „VonPiderZuHeiss“ mögen’s reduziert und in einer klaren Einfachheit, auch bei dieser Produktion. Und gerade diese Schnörkellosigkeit lenkt die Konzentration auf den Ausdruck der fünf Spieler (Benedikt Meixl, Moritz Nowak, Nora Pider, Valentina Schatzer, Julia Vontavon) – die durch Authentizität und Ehrlichkeit überzeugen. Die Protagonisten, junge Erwachsene in einer abgeschirmten Couchwelt, versuchen, ihre innere

Leere zu füllen, die Langeweile und Gleichförmigkeit aus ihrem Leben zu verdrängen: Sie wünschen sich in andere Identitäten hinein, wollen Drogenboss, Supermodel oder Terroristin sein, um dann was Ereignisreiches erzählen zu können für den Rest ihres Lebens. Sie zitieren aus Cˇechovs „Drei Schwestern“ – der Autor hat zahlreiche Zitate in seinen Text eingebaut – und untermauern damit die Ahnung, „dass auch in Zukunft Menschen

beieinander sitzen und sich mehr oder minder explizit über die merkwürdige Leere ihres Lebens unterhalten werden, während rundherum alles andere ohne sie passiert und vonstatten geht.“ Unlust, Machtlosigkeit, kurze Anwandlungen von Aufbegehren und Ablenkungsmanöver prallen aufeinander – und das Ensemble lässt dem Stück seine Schonungslosigkeit. Mit einer von Emotionen freigespülten Stimme sagen sie, was sie in ihrem Warten glauben

sagen zu müssen; lediglich in ihrer „Auszeit“ brechen sie mit ihrer Abgestumpftheit, dann treten ein Stück Innenleben und Sehnsüchte zutage, von dem die anderen wiederum nichts mitbekommen, weil sie sich Plastiktüten über den Kopf gestülpt haben. Und was sich nicht mit Worten sagen lässt, verpacken sie in Bewegungen (Choreographie: Nora Pider). Eine Inszenierung, die verstört – was will man mehr? db

NEU IM REGAL Die fantastischen Zwei Cil y Tera – Himmel und Erde z Goethes Faust. Eine Tragö- Entwarnung! Das Ensemble Kadie – das Werk ruft gleichsam Schrecken und Erinnerungen an staubige Unterrichtsstunden gleichwohl wie Bewunderung hervor. Georg Kaser hat sich im Jahr 2011 in einer Koproduktion mit dem Theater an der Etsch an den Stoff gewagt – und heuer wiederum, diesmal mit dem Brixner Schauspieler Peter Schorn als Bühnenpartner. Was als scheinbar szenische Lesung beginnt, führt als rasantes Wechselspiel weiter: Faust, Mephisto, Famulus Wagner, Gretchen, Kupplerin Marthe, Valentin, Pudel, Lieschen – die beiden Schauspieler verwandeln sich auf der karg eingerichteten Bühne im TPZ Brixen unablässig und geben jeder Figur ihren ganz eigenen Charakter. Nichts verschwimmt, kein Satz geht unter in der rasanten Spielfolge, die jedoch auch ihre poetischen Momente aufweist. Nun ist die Gefahr doch gegeben, dass die „Miniaturausgabe“ von Goethes Faust auch dessen Inhalt, Tiefe und Vielfalt beschneidet: 32

ser & Schorn sowie die wohldurchdachte Bearbeitung und Inszenierung durch Regisseur Marc Günther lassen rein gar nichts vermissen, sie bringen’s auf den Punkt – oder vielmehr auf den Pudels Kern (ein Zitat muss schließlich sein...). db

Zum 10-jährigen Jubiläum erfüllt sich der Wiener Chor „cantus iuvenis“, in dem auch zahlreiche Brixner mitsingen, mit einer CD-Aufnahme einen langjährigen Wunsch. Die Auswahl der Lieder war dabei keine leichte Aufgabe: Unter den über 200 Werken, an die „cantus iuvenis“ bisher gearbeitet hat, gibt es einfache drei- und vierstimmige, aber auch anspruchsvollere Lieder mit bis zu 16 Stimmen, beginnend in der Renaissance bis herauf in die Gegenwart, A-cappellaLieder und Werke mit Orchesterbegleitung, in vielen Sprachen. Das für die CD ausgewählte Programm hat Chorleiter André Comploi mit „Himmel und Erde“ betitelt, eine Metapher für die geistliche und weltliche Chorliteratur, die der Studierendenund Jungakademiker-Chor pflegt. Manche Stücke sind bodenständiger, andere ätherischer. Und

Cil y Tera – Himmel und Erde. CD des Chores „cantus iuvenis“.

irgendwo am Horizont begegnen einander die beiden Elemente und verbinden verschiedene Epochen, musikalische Stile, Sprach- und Kulturkreise. Allen Stücken gemeinsam ist, dass sie die großen Themen unseres Lebens behandeln, von der Liebe bis zum Tod. „cantus iuvenis“ präsentiert die CD bei einem Konzert am 1. Juni um 20 Uhr im Vinzentinum Brixen.

Foto: Michael Poehn

THEATER

Foto: Arnold Ritter

Kunst & Kultur

THEATER


Foto: Oskar Zingerle

AUSSTELLUNG

Die dunkle Seite des Mondes z Die StadtGalerie zeigte elf spannende Positionen von Künstlern des Südtiroler Künstlerbundes (SKB), die sich mit den dunklen Seiten der Existenz auseinandersetzen. Den Titel haben Lisa Trockner und Thomas Sterna dem Album „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd entlehnt, die sich wiederum auf die Aussage des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain beziehen: „Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er nie jemandem zeigt“. Pink Floyd gehen auf Grund der Psychose ihres ehemaligen Bandleaders Syd Barrett auf die Frage ein, was sensible Menschen in den Wahnsinn treiben kann. Auch der Künstler gilt als gesellschaftlicher Außenseiter, der bewusst das angepasste Leben hinter sich lässt, immer im Balanceakt zwischen Genie und Wahnsinn. Dass jeder normale

Bürger eine dunkle Seite im Sinne von Mark Twain hat, veranlasst die Künstler, sich dem Thema sowohl unter dem individuellen Aspekt als auch aus soziologischer Sicht zu nähern. Leonhard Angerers Fotoarbeiten stehen für den Traum eines Bankangestellten, seine eigene Arbeitstätte zu überfallen. Markus Gasser zeigt die Zweigesichtigkeit explizit mit seinem Januskopf aus Serpentin (im Bild). Christian Kaufmann punktet mit einer technisch komplexen Arbeit über das aktive Lichtbild einer Predator-Drohne, ebenso Diego Perathoner mit seinen Miniatur-Favelas auf einer Rettungsfolie. Karin Welponer und Arthur Kostner widmen sich der Scheibe per se, einmal mit eruptiv wirkenden Pinselschwüngen, Letzterer mit einer schwarz glänzenden Vollmondscheibe. Peter Chiusole erzählt eine Mondgeschichte, Arianna Moroder besticht mit einer Materialcollage, Christian Piffrader

präsentiert zerknüllte Din-A4Bögen, die zu Reliefs geschnitzt werden. Claus Vittur malt eine kontrastreiche Landschaft mit dunkler Erde und lichtem Himmel. Petra Pollis verschlüsseltes

Beton-Graffitti ersehnt das Glück herbei, für sich als Künstlerin, aber auch für alle, damit sie die Kunst besser verstehen ird lernen.

Dr. med. dent. Christian Plaikner gibt die Eröffnung seiner

Zahnarztpraxis am 17. Juni in den Räumlichkeiten der bisherigen Praxis von Frau Dr. Erika Clara bekannt.

Die bei Patienten und Zahnarztkollegen gleichermaßen sehr geschätzte Frau Dr. Erika Clara beendet am 31. Mai ihre jahrzehntelange Praxistätigkeit und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

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Patienten, die bislang von Frau Dr. Clara betreut wurden, finden damit auch weiterhin in den vertrauten Räumlichkeiten einen fachlich kompetenten Ansprechpartner für ihre zahnärztliche Versorgung.

Dr. med. dent. Christian Plaikner Kostner GmbH 39040 Vahrn · Brennerstraße 56 Tel. 0472 979 600 · www.kostner.net

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timer

Juni Theater

Eisacktaler Freilichtsommer Die Heimatbühnen von Mühlbach und St. Andrä, die Theatergruppe Lüsen und das Volkstheater Barbian laden zu vielfältigen Theatererlebnissen unter freiem Himmel. z Eine Komödie im berauschenden Ambiente des Strasshofs in Mühlbach, eine erste Freilichtinszenierung der Theatergruppe Lüsen, ein Alpenkrimi im malerischen Mairdorf unterhalb von St. Andrä und ein Familien-Musical in Barbian: Der heurige Theatersommer im Eisacktal wird heiß und unterhaltsam. Gleich vier

» bis 7. Juni

Ansitz Strasshof, Mühlbach Allein unter Spielplatzmüttern

Komödie; Heimatbühne Mühlbach

» ab 7. Juni

Widum-Platz, Lüsen Jeppe vom Berge

Komödie; Theatergruppe Lüsen

» ab 6. Juli

Mairdorf/St. Andrä Sturm in den Bergen

Alpenkrimi; Heimatbühne St. Andrä

» ab 19. Juli – Barbian Peter Pan

Familienmusical; Volksbühne Barbian

Theaterproduktionen vereinen sich heuer erstmals im „Eisacktaler Freilichtsommer“. Die verantwortlichen Köpfe wie Harald Duml und Horst Oberrauch der Heimatbühne St. Andrä, Leo Ploner und Armin Hinteregger der Theatergruppe Lüsen, Egon Daporta und Uli Stampfl der Heimatbühne Mühlbach sowie Engelbert Passier der Volksbühne Barbian setzen damit ein deutliches Zeichen im Südtiroler Freilichttheater. Alle zwei Jahre, immer im Wechsel mit dem Eisacktaler Volkstheater, stellen sie Freilichtproduktionen auf die Beine.

Komödien unterm Sternenhimmel. Den Start in den Eisacktaler

Freilichtsommer gab die Heimatbühne Mühlbach mit der Komödie „Allein unter Spielplatzmüttern“, die noch bis 7. Juni zu sehen ist. Daraufhin folgt die Theatergruppe Lüsen, die heuer erstmals eine Freilichtaufführung wagt: Sie zeigt die Komödie „Jeppe vom Berg“ des dänisch-norwegischen

Nationaldichters Ludwig Holberg unter der Regie von Leo Ploner. Wie in den meisten Komödien von Holberg wird auch in diesem Stück die scheinbare Komik durch eine Intrige beziehungsweise „Narretei“ erzeugt, wobei aber als tragischer Hintergrund das armselige Milieu der einfachen Leute durchblickt.

Alpenkrimi und Familienmusical. Einen Alpenkrimi hat sich hin-

gegen die Heimatbühne St. Andrä für ihre heurige Freilichtproduktion im Juli ausgewählt: „Sturm in den Bergen“ von Thomas Gassner und Bernhard Wolf ist eine rasante Geschichte über Heimat, Verrat und Liebe im Tirol der 1960er Jahre; Regie führte hierbei Ingrid Porzner. Abgerundet wird der Eisacktaler Theatersommer von der Volksbühne Barbian, die gemeinsam mit der Musikschule Klausen das Muscial „Peter Pan – Fliege deinen Traum“ aufführt, ein Theaterspektakel für Groß und Klein. Die Musik für dieses

bekannte Musical stammt dabei aus der Feder von Konstantin Wecker, Regie führt Susan La Dez. Vielfalt ist also garantiert beim Eisacktaler Theatersommer und somit findet wohl jeder seinen ganz besonderen Theaterabend im Freien. Finanziell unterstützt wird der Eisacktaler Theatersommer von der Raiffeisenbank.

Jeppe vom Berg (oder der verwandelte Bauer) Freilichtaufführung mit der Theatergruppe Lüsen Komödie von Ludvig Holberg Bearbeitung und Regie: Leo Ploner

» 7. Juni (Premiere), 9., 11., 13.,

Jeppe, der arme Teufel, Säufer und Dorftrottel, dessen einziger Halt sein „böses Weib“ zu sein scheint, wird zum „Spielball eines zynischen Barons und seiner Spaßgesellschaft“. Plötzlich ist er ein Teil von „Jenen da oben“, die ihn bisher betrogen und ausgenutzt haben und sehr schnell verwandelt er sich selbst in einen Tyrannen. Doch der „Spaß“ findet ein jähes Ende, die Macht wird ihm wieder abgenommen und er findet sich in seiner trostlosen Welt zurück...

Kartenreservierung: Tel. 329 430 7850 Einlass 1 Stunde vor Aufführungsbeginn

14., 15., 18. 20., 21. und 22. Juni jeweils um 21 Uhr Widum Platz in Lüsen

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Veranstaltungen

Sport

Handball-Elite in Brixen zu Gast z Rund 700 der besten Handballer Europas finden sich vom 14. bis 16. Juni in Brixen ein, um ihr Können unter Beweis zu stellen.

Bei der zehnten Ausgabe der „European Masters Handball Championship“ treten 45 Teams aus 14 Nationen gegeneinander an. Eröffnet wird das Event am Donnerstag, den 13. Juni ab 19 Uhr am Domplatz. Die Mannschaften der Herren werden in die Kategorien over 35, over 45 und over 50, und bei den Frauen in die Kategorien over 33 und over 43 eingeteilt, wobei die Spielerinnen der „Master Stars Brixen over 43“ (im Bild) ihren Titel aus dem Vorjahr unbedingt verteidigen möchten. Die Spiele finden am Freitag, 14. und Samstag, 15. Juni von 9 bis 19.30 Uhr sowie die Finalspiele am

Sonntag, 16. Juni ab 9 Uhr mit anschließender Siegerehrung statt. Ausgetragen werden diese Aufeinandertreffen der Extraklasse in der Sportzone Süd, der TschuggmallHalle, der Ex-Coni-Halle sowie der Dreifachturnhalle im Rosslauf. Die Finalspiele finden in der Sportzone Süd statt. Um die sportlichen Highlights abzurunden wird auf dem Domplatz ein Rahmenprogramm geboten: Freitag startet dieses ab 17 Uhr und Samstag ab 10 Uhr. Abgerundet wird die Veranstaltung mit der

„Saturday Night Party“ und den „Nachtschwärmern“ aus Nürnberg am Samstagabend. Spieler und Organisatoren freuen sich über eine zahlreiche Teilnahme und lautstarke Unterstützung durch die Brixner Bevölkerung.

» 14. – 16. Juni

Handball-Europameisterschaften der Masters Brixen

Weitere Informationen auf www.handballmasters2013.eu

Zirkuswoche

Brennende Liab & Co

im Sommer für Kinder ab 7 Jahren

Klausner Gartentage am 8. und 9. Juni im Kapuzinergarten Klausen

Lerne die bunte Vielfalt der Zirkuswelt kennen: Einradfahren, Akrobatik, Jonglage, Clownerie und vieles mehr!

Die ca. 40 Aussteller bieten Einblicke in Trends und Besonderheiten zu den Themen Gartenpflanzen, -möbel, -literatur sowie Accessoires, Kunsthandwerk und Gartengestaltung. Rahmenprogramm:

» Samstag, 8. Juni:

14-15 Uhr: Die farbenfrohe Tomate (Einführung und Workshop) 17 Uhr: Wild und würzig – die Vielfalt von Natur und Wildkräutern (Vortrag) Musik von Clips (15-17 Uhr) und Sax-Quintett Klausen (18-20 Uhr)

» Sonntag, 9. Juni:

14-15 Uhr: Die farbenfrohe Tomate (Einführung und Workshop) 16 Uhr: Problemlos durch die Balkonpflanzensaison (Vortrag) Musik von Tellura X (14-17 Uhr)

Öffnungszeiten: Samstag 10-20 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr Eintritt: 3 Euro Kinder bis 14 Jahren gratis

» Montag, 1. Juli - Freitag, 5. Juli 2013, jeweils 9 - 12 Uhr Turnhalle der Mittelschule M. Pacher Betreuerin: Karolin Happacher; Kursbeitrag: 70 Euro

Info & Anmeldung: Zirkusverein Animativa, Max-Valier-Str. 11, 39011 Lana Tel + Fax: 0473 239 564, info@animativa.org 36

Wirtschaftsgenossenschaft Klausen


Konzert

Wochenend und Sonnenschein Theater

Rotes Märchen z Die Rote Armee Fraktion (R.A.F.) war eine Gruppe von Terroristen, Anarchisten und Linksaktivisten, angeführt von Andreas Baader und Ulrike Meinhof, die in den 1970er Jahren und darüber hinaus die BRD in Atem hielt – und zudem viel Medienpräsenz und Aufmerksamkeit erhielt. Zu ihren Zielen gehörte, die Ordnung der westlich orientierten Bundesrepublik umzustoßen sowie Widerstand gegen den Kapitalismus, die Napalm-Bombardierung des Vietnams durch die USA und das gewaltsame Vorgehen des Staates gegen Demonstranten zu leisten. Das Rotierende Theater bringt ab 1. Juni eine Textmontage über die R.A.F.-Terroristen selbst, den Hype um sie und die

Idee von einer besseren Welt auf die Bühne. Regie, Idee und Textmontage stammen von Joachim Goller, auf der Bühne stehen acht junge Erwachsene, nämlich Mirjam Falkensteiner, Thomas Jöchler, Viktoria Obermarzoner, Sabrina Pfattner, Andrea Rabensteiner, Anton Rainer, Manuel Saxl und Claire Touboul. Aufgeführt wird das Stück „Rotes Märchen – R.A.F.“ im Anreiterkeller der Gruppe Dekadenz.

z Es beginnt mit dem Militärmarsch von Franz Schubert und endet mit dem „La-le-lu“ von Heino Gaze – und dazwischen präsentieren die Sänger des MGV Brixen 1862 unter der musikalischen Leitung von Christian Unterhofer bei ihrem heurigen Frühjahrskonzert eine bunte Vielfalt von Werken. So sind unter anderem klassische Lieder von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn und Johannes Strauß zu hören, und die zeitnäheren Hits werden unter anderem mit dem titelgebenden „Wochenend und Sonnenschein“ von Milton Ager

oder dem Rhythm-and-Blues-Hit „Fever“ von Eddie Cooley und John Davenport abgedeckt. Am Klavier begleitet werden die Sänger von Andreas Benedikter, als Baritonsolist tritt Andreas Huber auf. Den instrumentellen Part beim Frühjahrskonzert steuert hingegen das Klarinettenquartett Clarifour bei, bestehend aus Sophie Gamper, Carmen Ramoser, Markus Sellemond und Eduard Gamper bei. Auf ihren Notenblättern stehen unter anderem drei Tangos von Astor Piazzola und Anibal Troilo wie die Serenade op. 55 von Robert Stark.

» Samstag,

» 1. bis 8. Juni, 20.30 Uhr Anreiterkeller Gruppe Dekadenz

8. Juni um 20 Uhr Forum Brixen

Karten und Platzreservierung: karten@dekadenz.it, Tel. 0472 836 393 (Di-Fr, 17-19 Uhr)

Waldorf-Sommerkindergarten Sommer in Wald und Wiese Auf in den Wald! In der Natur spielen stärkt Körper und Seele. Geschichten und Gedichte fördern die Fantasie. Leckeres, gesundes Essen gibt neue Energie. Und sollte es mal regnen, machen wir es uns im Kindergarten gemütlich und basteln, filzen, malen, schnitzen...

Wochenend und Sonnenschein von Klassik bis modern

Konzert des MGV Brixen 1862 mit dem Klarinettenquartett CLARIFOUR Ausführende: • Männergesangverein Brixen 1862 Chormeister: Christian Unterhofer, Obmann: Alfred Ellecosta • CLARIFOUR, Klarinettenquartett mit Sophie Gamper, Carmen Ramoser, Markus Sellemond und Eduard Gamper Klavier: Andreas Benedikter; Baritonsolo: Andreas Huber; Sprecher: Leo Dariz

» 24. Juni – 5. Juli, 22. Juli – 3. August jeweils von 7.30 bis 13 Uhr

Kosten: 50 Euro pro Woche; Geschwisterkinder 30 Euro pro Woche Infos und Anmeldung: Tel. 348 439 6208

» Samstag, 8. Juni um 20 Uhr, Forum Brixen

Platzreservierung: Forum Brixen, Tel. 0472 275588, www.forum-brixen.com

Waldorfkindergarten Brennerstraße 32, Brixen 37


Samstag, 1. Juni

Veranstaltungen

Diverses

ganztags

Zugluft – Fest und Open Air mit Slowdown, Self Fulfilling Prophecy, Average, Noluntas, Max von Milland, Schwarzlichtkünstlern und Yoseikan Budo-Einlage Lido Brixen

Konzert

Musik

20 Uhr

Sonnsdemesaisciüda – Mittfrühlingsstimmen Konzerte und CD-Präsentation des Wiener Chores „cantus iuvenis” unter der Leitung von André Comploi; Eintritt frei Vinzentinum Brixen

Theater

20.30 Uhr

rotes Märchen – R.A.F. Eine Textmontage/dokumentarische Fiktion über die Rote Armee Fraktion vom Rotierenden Theater Anreiterkeller Gruppe Dekadenz

ganztags

Waldfest auf der Tschötscher Heide des Sportvereins Pfeffersberg Tschötscher Heide

Zugluft – Fest und Open Air mit Hubi Dorigatti, Acoustic Minds, Mark y Valentina, Dominik Plangger Lido Brixen

Tanz

Diverses

ganztags

20 Uhr

Dienstag, 4. Juni

Diverses

Waldfest auf der Tschötscher Heide des Sportvereins Pfeffersberg Tschötscher Heide

W. A. Mozart Requiem

16 Uhr

Vorstellung: Kunstwerk des Monats Diözesanmuseum Hofburg Brixen

Freilichttheater

Sonntag, 2. Juni ganztags

21 Uhr

Allein unter Spielplatzmüttern Komödie mit der Heimatbühne Mühlbach Ansitz Straßhof, Mühlbach

20.30 Uhr

rotes Märchen – R.A.F. Eine Textmontage/dokumentarische Fiktion über die Rote Armee Fraktion vom Rotierenden Theater Anreiterkeller Gruppe Dekadenz

Freilichttheater

21 Uhr

Freilichttheater

21 Uhr

Francesca Pedaci, Sopran Anna-Lucia Nardi, Alt Yuzuru Tsuchiazki, Tenor Pavel Shmulevich, Bass Schleswig Holstein Festival Chor Haydn Orchester Rolf Beck, Dirigent

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Samstag, 8. Juni

Musik

20 Uhr

Wochenend und Sonnenschein – von Klassik bis modern Frühjahrskonzert des MGV Brixen 1862 und dem Saxquartett Clarifour Forum Brixen

Mittwoch, 5. Juni

Theater

20.30 Uhr

rotes Märchen – R.A.F. Eine Textmontage/dokumentarische Fiktion über die Rote Armee Fraktion vom Rotierenden Theater Anreiterkeller Gruppe Dekadenz

Freilichttheater

21 Uhr

Allein unter Spielplatzmüttern Komödie mit der Heimatbühne Mühlbach Ansitz Straßhof, Mühlbach

Arvo Pärt: Cantus in memory of Benjamin Britten W. A. Mozart: Requiem in d-Moll KV 626

Theater

20.30 Uhr

rotes Märchen - R.A.F. Eine Textmontage/dokumentarische Fiktion über die Rote Armee Fraktion vom Rotierenden Theater Anreiterkeller Gruppe Dekadenz Sonntag, 9. Juni

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Dienstag, 11. Juni

Freilichttheater Freitag, 7. Juni

Das Requiem in d-Moll aus dem Jahr 1791 ist Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition und zählt zu seinen beliebtesten und am höchsten eingeschätzten Werken. Zudem steht der „Cantus in memory of Benjamin Britten“ von Arvo Pärt auf dem Programm. Die Ausführenden sind das Haydn Orchester von Bozen und Trient und der Schleswig Holstein Festival Chor, die Gesamtleitung hat Rolf Beck inne. Die Solisten sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und treten bei bedeutenden Festivals in Europa und darüber hinaus auf.

» Freitag, 7. Juni um 20.30 Uhr Dom zu Brixen

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

Brixner Initiative Musik & Kirche www.musikkirche.it 38

Theater

Allein unter Spielplatzmüttern Komödie mit der Heimatbühne Mühlbach Ansitz Straßhof, Mühlbach

Diverses

Weekend for free? Abschlussshow von City Rock Forum Brixen

20.30 Uhr

rotes Märchen – R.A.F. Eine Textmontage/dokumentarische Fiktion über die Rote Armee Fraktion vom Rotierenden Theater Anreiterkeller Gruppe Dekadenz

19.30 Uhr

Wir stellen uns vor Konzert der Bürgerkapelle Brixen, Jungbürgerkapelle Brixen und der Big Band der Musikschule Brixen mit Verleihung der Jungmusikerleistungsabzeichen Domplatz (bei Schlechtwetter Cusanus Akademie)

Diverses

Theater

Art Talk – öffentliche 20 Uhr Diskussion Zu einem Manifest: On manifestos, sustainable conducts and performances Ex-Astra-Kino

Musik

20.30 Uhr

W.A. Mozart: Requiem in d-Moll mit dem Schleswig Holstein Festival Chor, Haydn-Orchester und Gesangssolisten; Leitung: Rolf Beck Dom

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Donnerstag, 13. Juni

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Freitag, 14. Juni

Sport

ab 9 Uhr

European Masters Handball Championship verschiedene Turnhallen Brixen

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen


Samstag, 15. Juni

Sport

ab 9 Uhr

European Masters Handball Championship verschiedene Turnhallen Brixen

Musik

20 Uhr

Duo Splendido Musik auf 51 Saiten mit Isabel Goller und Larissa Cidlinsky; Eintritt frei Augustinisaal Kloster Neustift Samstag, 29. Juni

Sport

ganztags

Brixen Dolomiten Marathon Start um 7.30 Uhr vom Domplatz Domplatz – Plose

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Sonntag, 16. Juni

Sport

ab 9 Uhr

European Masters Handball Championship verschiedene Turnhallen Brixen

Südtiroler Jazzfestival

Monika Roscher Bigband Domplatz

21 Uhr

Sonntag, 30. Juni

Südtiroler Jazzfestival

21 Uhr

Matthias Schriefl Band & Musikkapelle Schabs feat. Wiggerl Himpsl, Simon Rummel Festung Franzensfeste

Weiterbildung

Weiterbildung im Bildungshaus Kloster Neustift Rhetorik-Akademie Neustift Mo 01.07. – Fr 05.07.2013 Starker Praxisbezug durch Videotraining und intensive Arbeit im hauseignen Rhetorik-Studio mit Alfred E. Mair, Franz Braun und Manfred Schweigkofler Entspannungspädagogik für Kinder Di 30.07. – Do 01.08.2013 3-tägiger Kompaktlehrgang mit Dr. Volker Friebel und Sabine Friedrich (ECM-akkreditiert) Lehrgang für Lebens- und Sozialberatung Fr 27.09.2013 – Sa 20.06.2015 Professionelle und psychosoziale Beratung, um Problemlösungs- oder Veränderungsprozesse anzustoßen und zu begleiten Infoabend: Fr 28.06.2013 um 20 Uhr

Dienstag, 18. Juni

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Donnerstag, 20. Juni

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Freitag, 21. Juni

Musik

ab 15 Uhr

Alpen Flair Festival mit Ganes, Eisbrecher Gunter Gabriel, Heino, 4Twenty u.a. ex Nato-Areal, Natz

Freilichttheater

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Samstag, 22. Juni

Musik

Alpen Flair Festival mit Fiddlers Green, Frei.Wild, DJ Shany u.a. ex Nato-Areal, Natz

Freilichttheater

ab 14 Uhr

21 Uhr

Jeppe vom Berg Komödie mit der Theatergruppe Lüsen Widumplatz Lüsen Sonntag, 23. Juni

Musik

Alpen Flair Festival ex Nato-Areal, Natz

Ausstellungen Diözesanmuseum Hofburg Brixen bis 31. Oktober Sakrale Kunstsammlung und Sonderausstellung „Martin Rainer und Brixen“ Öffnungszeiten: Di-So, 10-17 Uhr Pharmaziemuseum Sonderausstellung „Das Glück beim Händewaschen“ Öffnungszeiten: Di/Mi, 14-18 Uhr und Sa 11-16 Uhr Ex-Astra-Kino bis 15. Juni Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer Kunst zum Thema „Kunst der Freiheit“ Öffnungszeiten: 9-12.30 Uhr und 14 -19 Uhr

Lehrgang „Vitalmasseur/in“ mit Zertifikat Mo 16.09.2013 – Mi 15.01.2014 (Vollzeit) Ganzheitliche Massage, Ayurveda, Aromatherapie, Klangschalenmassage, Lomi Lomi Nui, Bäder- und Saunakultur für den Wellnessbereich Berufsbegleitender Basislehrgang „Ganzheitliche/r Entspannungstrainer/in“ mit Zertifikat Fr 04.10.2013 -Sa 31.05.2014 (weiterführender Aufbaulehrgang möglich) Lehrgang „Shaolin Qi Gong Trainer/in“ Fr 04.10.2013 – Sa 06.06.2015 Authentische Vermittlung durch Großmeister Shi Yong Dao vom Shaolin Tempel Berlin Infoabend: Fr 31.05.2013 um 20 Uhr

StadtGalerie 7. – 29. Juni Codici – Sergio De Carli Öffnungszeiten: 10-12 Uhr, 17-19 Uhr, So und Mo geschlossen Festung Franzensfeste 1. Juni – 30. September A fortress memory Öffnungszeiten: Di-So, 10-18 Uhr; Montag geschlossen

» Informationen und Anmeldung:

Bildungshaus Kloster Neustift, Tel. 0472 835588, bildungshaus@kloster-neustift.it oder www.bildungshaus.it 39


Freizeit & Sport

Fotos: Oskar Zingerle

LAUFEND ERFOLGREICH: Die SG Eisacktal bietet vor allem den Langstreckenläufern ihres Einzugsgebietes eine sportliche Heimat

–––––––––– LAUFEN UND MEHR MIT DER SPORTGEMEINSCHAFT EISACKTAL

Brixen im Lauffieber

Die ersten Sonnenstrahlen und angenehme Temperaturen nutzen viele Brixner, um sich ihre Laufschuhe anzuschnallen und den Eisack entlang zu laufen. Manch einer macht dies, um sich einfach nur fit zu halten; einige bereiten sich aber intensiv auf die Wettkämpfe in den Sommermonaten vor.

B

esonders professionell läuft die Sportgemeinschaft Eisacktal: Der Verein wurde 1998 gegründet und erfreut sich seither über ein stetiges Wachs-

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tum an Mitgliedern – nicht nur im Laufbereich, sondern in allen Leichtathletik-Disziplinen. Vor rund 15 Jahren entstand die Idee, einen eigenen Verein für die Eisacktaler

Läufer zu gründen. Christian Jocher, selbst seit mehreren Jahrzehnten aktiver und erfolgreicher Mittelund Langstreckenläufer, nahm damals die Zügel in die Hand.

Notwendigkeit erkannt. Vor

rund 20 Jahren hatte Christian Jocher noch beim SSV Brixen trainiert. Nach einem kurzen Ausflug zum Laufverein Bozen entstand


die Idee, einen Laufverein für das Eisacktal zu gründen. „Im SSV gab es damals nur fünf oder sechs Leichtathleten, jedoch immer mehr

brauchte es einen Verein, der die guten Athleten auffing, die nach der Schulzeit in keine Heeressportgruppe aufgenommen wurden.

stärksten in Südtirol – nicht ohne Grund gehören 80 Jugendliche und 200 Erwachsene dem Club an. Für die Kategorie Herren, Frauen und

„Man darf seine Grenzen nicht überschreiten – wichtig ist das ideale Mittelmaß“_ Helmuth Profanter, Präsident der SG Eisacktal Athleten aus den umliegenden Dörfern, die Interesse hatten, einem Verein zuzugehören. Mit dem SSV haben sich damals aber nicht alle identifiziert – deshalb bestand die Notwendigkeit, einen eigenen Verein für das gesamte Eisacktal zu gründen“, so Jocher, der den damals beginnenden Trend zum Laufen rechtzeitig erkannt hatte. Besonders wichtig war es den Gründungsmitgliedern, allen voran dem damaligen Präsidenten Sepp Winkler, einen Verein für Jedermann zu gründen – unabhängig von Alter und Niveau. „Zudem

Sportler aus dem gesamten Eisacktal, auch aus dem Gader- und Wipptal schrieben sich gleich zu Anfang bei uns ein“, so Jocher.

Aus Spaß wird Ernst. Die moti-

vierten Athleten der neu gegründeten SG Eisacktal zeigten bald darauf, was sie können: Gleich sechs Mal hintereinander gewannen die Eisacktaler die Südtiroler Stadt- und Dorfläufe und setzen somit ein Ausrufezeichen in der Südtiroler Laufszene. Der Verein genießt seither einen ausgezeichneten Ruf und zählt mittlerweile zu den

Jugendliche gibt es zudem eine Wettkampfgruppe, die sich besonders auf Marathons, Halbmarathons oder Bergläufe vorbereitet. Die Jugendgruppe wird von den beiden ehemaligen Leichtathleten Franco Cubich und Reinhold Rogen trainiert und hat sich nicht nur aufs Laufen, sondern auf die gesamten LeichtathletikDisziplinen spezialisiert. „Wir sind besonders stolz auf das Engagement, das die ehrenamtlichen Trainer an den Tag legen. Mit ihrer Professionalität haben sie es geschafft, dass sich die SG Eisacktal

zu einem angesehenen Verein entwickelt hat“, sagt Helmuth Profanter, der diesem derzeit als Präsident vorsteht. „Wir können mit Stolz sagen, dass wir in den Altersgruppen von sechs bis sechzig Jahren alles abdecken – und dies auch noch besonders gut“, erklärt Profanter.

info Sportgemeinschaft Eisacktal Präsident: Helmuth Profanter Vizepräsident: Karl Hinterlechner Ausschussmitglieder: Klaus Balzarek, Herbert Gasser, Daniela Pivetta, Annamaria Zelger und Engelbert Plunger Trainer: Reinhold Rogen, Franco Cubich, Eva Ellemunter und Christian Jocher www.sg-eisacktal.it 41


Freizeit & Sport

Christian Jocher: „Unsere Athlteten muss ich nicht groß motivieren, sondern sie eher in ihrem Eifer bremsen“

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Trainiert werden die Männer von Christian Jocher, die Frauen von Eva Ellemunter und die Jugendlichen von Cubich und Rogen. Im Sommer nutzt der Verein die Sportzone Süd, und im Winter wird entweder in einer der Brixner Turnhallen oder auf dem beleuchteten Radweg in der Industriezone trainiert.

Von der Pike auf. Bereits den

Kleinsten wird bei der SG Eisacktal der Leichtathletik-Sport näher

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gebracht. Erfolgsdruck und Wettkampf spielen dabei keine Rolle: „Wichtiger ist es, den Kindern die Disziplinen spielerisch beizubringen und somit eine Basis für jegliche Sportarten zu schaffen“, sagt Profanter. Trainiert werden alle Kinder jeglichen Niveaus; damit bleibt der Verein seiner Philosophie treu, für alle offen zu sein. Dabei wird auch im Sommer nicht auf das Training verzichtet. Die Trainer Cubich und Rogen trainieren die Jugendlichen autonom und besonders erfolgreich.

Marathon und Co. Da Christian

Jocher bereits zahlreiche Marathons absolviert hat, kommen insbesondere Läufer in sein Team, die ihn nachahmen möchten. 38 Läufer der SG Eisacktal sind im letzten Jahr über eine MarathonZiellinie gelaufen. Das Interesse steigt an, deshalb organisiert die SG jedes Jahr zwei Fahrten zu Marathons. „Dabei muss ich ‚meine’ Athleten gar nicht großartig motivieren, die pushen sich gegenseitig – ich muss sie eher bremsen“, so Jocher. Da neben der körperlichen auch die mentale Form bei einem Marathon passen muss, ist der Zusammenhalt in der Mannschaft besonders wichtig. Heuer geht es für die Läufer an den Bodensee; der Verein übernimmt hierzu alle notwendigen Formalitäten sowie die Anmeldung. Beim Lauf in Meran, dem bekanntesten Halbmarathon in Südtirol, hat die SG heuer die Mannschaftswertung gewonnen – darauf sind alle besonders stolz, da sie nun auch auf dem Papier die stärkste Mannschaft sind. Das Marathonfieber ist laut Jocher innerhalb der SG selbst entstanden. „Das ist eine Zeiterscheinung, bei der die Läufer oft bereits in der Vorbereitungsphase an ihre Grenzen gehen – aber wenn man über die Ziellinie läuft, ist es ein einmaliges Gefühl“, sagt Helmuth Profanter, der sich vorgenommen hat, bei jedem Marathon „lächelnd“ anzukommen. „Man darf sich nicht übernehmen und auch seine Grenzen nicht überschreiten – wichtig ist, ein ideales Mittelmaß zu finden, sich nicht auf die Zeit zu fixieren und das Ganze als eine Investition in seine Gesundheit zu betrachten“, so Profanter. Mit einem adäquaten Lauftraining tue man in kurzer Zeit besonders viel für sich selbst, sind Jocher und Profanter überzeugt „und nebenbei kann man den Sport überall ausüben und braucht dabei, außer gute Laufschuhe, nichts Großartiges an Ausrüstung.“

Schwieriges Heimrennen. Neben

den ordentlichen Vereinstätigkeiten bereitet sich die SG Eisacktal einmal im Jahr auf ein besonderes Event vor: den Brixen Marathon vom Domplatz auf die Plose. Dieses Highlight, nicht nur für die SG sondern für Läufer aus der ganzen Welt, stammt aus dem Ideenrepertoire von Christian Jocher. Aufgrund der Malikstudie sollte Berg und Stadt miteinander verbunden werden: „Der Tourismusverein ist aus diesem Grund an mich herangetreten und hat mich gebeten, mir etwas einfallen zu lassen, wie man dies auch sportlich verbinden kann“, so Jocher. Nach gut einem Jahr hat er dann sein anspruchsvolles Projekt präsentiert, das anfänglich auf große Skepsis gestoßen war. Überzeugt von seiner Idee, den einzigen Bergmarathon Italiens auf die Plose zu organisieren, ging er mit Unterstützung der Stadt Brixen an die Arbeit. „Ich bin einige Trassen abgelaufen, habe mir Experten mit ins Boot geholt, und schlussendlich wird heuer am 29. Juni zum vierten Mal vom Domplatz auf die Plose gelaufen – mit mehr als 300 Einzel- und 200 Staffelläufern aus 15 Nationen“, so Jocher, der nach wie vor überzeugt ist, dass sich dieses Projekt mit etwas Geduld zu einem großartigen Event für Brixen, in sportlicher und touristischer Hinsicht, entwickeln wird. Der schwierige Verlauf und das atemberaubende Panorama ist einzigartig im Alpenraum und macht die Strapazen wieder wett. Ziel der Veranstaltung ist es nicht nur, besonders viele Leute nach Brixen zu holen, sondern auch, viele Südtiroler für das Laufen zu motivieren. Am Vorabend des Marathons findet deshalb auch der Frauenlauf durch die Altstadt statt; dabei laufen die Frauen ohne Wettkampfgedanken für den guten Zweck. Die Teilnahmegebühr wird an das Brixner Frauenhaus gespendet. „Man muss den Teilnehmern etwas bieten, das Rahmenprogramm muss passen – und mit dem Frauenlauf ist uns dies geglückt. Wir waren überrascht über die vielen Läuferinnen verschiedenen Alters und verschiedenen Niveaus, die sich mit Freundinnen, Arbeitskolleginnen oder Familienmitgliedern dieser Herausforderung stellten. Das lässt uns sehr positiv in die Zukunft blicken“, so Präsident Helmuth Profanter. Organisatorisch ist der Marathon eine große Herausforderung, aber die positive Resonanz und die von Jahr zu Jahr steigende Teilnehmerzahl bestätigt den

Helmuth Profanter: „Beim Zieleinlauf eines Marathons sollte man noch ein Lächeln auf den Lippen haben“

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Veranstaltern, dass sie auf dem richtigen Weg sind – und das nicht nur in Sachen Marathon, sondern auch in Sachen Vereinswesen.

Basis schaffen. Rund acht Monate

im Jahr arbeitet die SG Eisacktal am Konditionstraining – nicht nur, um einen Marathon zu laufen, sondern auch, um sonstige Sportarten erfolgreich auszuüben, braucht der Athlet eine konditionelle Basis. „Das Schlimmste ist ein zu einheitliches Training“, ist auch Christian Jocher überzeugt. Nicht nur Leichtathleten, auch Skifahrer oder Fußballer müssen ihre Kondition auf ein bestimmtes Level bringen, um dann die gewünschte Leistung zu erbringen – erst dann haben sie die notwendige Fitness, Elastizität und Kondition. „Lunge und Herz müssen Volumen erreichen, damit mehr Sauerstoff aufgenommen und somit die Leistung und die Konzentration gesteigert werden können“, so der Laufexperte Jocher. Bereits in der Schule wäre es laut Jocher wichtig, auf diese Details großen Wert zu legen und generell mehr Bewegung in den Alltag der Kinder zu bringen. Die SG Eisacktal würde gerne auch mehrere Trainingseinheiten anbieten, doch da alle Trainer einem Beruf nachgehen, ist dies derzeit nicht möglich. Damit die Lauffreunde nicht ganz auf ihr Training verzichten müssen, haben sich innerhalb des Vereins selbstständige Laufgruppen gebildet, die sich zu Lauftreffs verabreden. Der soziale Aspekt ist beim Sport besonders wichtig, der gute Zusammenhalt innerhalb des Vereins trägt seinen Teil zum Erfolg der SG Eisacktal bei – und genau dieser soll auch in Zukunft den Verein tragen.

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


MARATHON

„Ce l’ho fatta!“ Den Brixner Renzo Tonon hat das Lauffieber gepackt: Nach der Teilnahme an Marathons in New York, Boston, London und Berlin wagte er sich nun an seine Grenzen und absolvierte die 250 anspruchsvollsten Kilometer der Welt: den „Marathon des Sables“ in der marokkanischen Wüste.

Herr Tonon, wie und wann haben Sie Ihre Liebe zum Laufen entdeckt? RENZO TONON: Im Jahr 2007 wurde ich an den Bändern im Knie operiert. Zur Rehabilitation habe ich mit lockerem Laufen begonnen. Dabei bin ich auf meiner Strecke immer wieder derselben Gruppe von Läufern begegnet, die sich auf einen Marathon vorbereiteten. Die Leichtigkeit und Freude, mit der diese Menschen gelaufen sind, hat mich inspiriert. Anfangs habe ich zwar entweder einen anderen Weg eingeschlagen oder Stretching vorgetäuscht, damit ich mich mit meiner Art des Laufens vor ihnen nicht bloßstellte, irgendwann habe ich dann meine Ängste überwunden und mich an die Gruppe drangehängt – und das war der Anfang meiner, man kann fast schon sagen, Laufsucht. Wo starteten Sie dann Ihr Marathon-Debüt? 2008 habe ich meinen ersten Marathon in New York absolviert. Nach mehr als drei Stunden lief ich völlig fertig über die Ziellinie und schwor mir, mit Tränen in den Augen, dass dies das erste und letzte Mal gewesen sei und ich niemals wieder diese Strapazen auf mich nehmen würde. Der Laufvirus hatte mich damals allerdings bereits infiziert und brachte mich dazu, noch einmal in New York, dann in London, Stockholm, Chicago, Boston und Berlin an den Start zu gehen. Um dann für etwas Abwechslung zu sorgen, versuchte ich mich auch im TrailRunning: Das Laufen inmitten der Natur, auf nicht asphaltierten Wegen, hat mich fasziniert. In dieser Disziplin habe ich bei verschiedenen 100-Kilometer-Läufen in der Sahara in Namibia und in Island mitgemacht. Wie kamen Sie auf die Idee, beim „Marathon des Sables“, einem der anspruchsvollsten Rennen der Welt, anzutreten?

Renzo Tonon wurde nach einer KreuzbandOperation vom Laufvirus infiziert

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Man sucht, wenn einen das Lauffieber mal gepackt hat, immer wieder nach neuen Herausforderungen. Der „Marathon des Sables“ ist die Königin unter dieser Art von Läufen – den konnte ich mir nicht entgehen lassen. 250 Kilometer, aufgeteilt auf fünf Etappen zu 40, 40, 40, 80 und 40 Kilometern, inmitten der Wüste von Marokko, mussten dabei zurückgelegt werden. Das „Schlimmste“ dabei war, dass man sich selbst versorgen musste – das heißt nicht ganz: Lediglich neun Liter Wasser pro Tag und ein Zelt zum Schlafen stellten die Organisatoren zur Verfügung. Den Rest wie Nahrungsmittel, Matratze oder Schlafsack mussten die Teilnehmer in einem Rucksack von mindestens 6,5 und maximal 15 Kilo selbst mitschleppen. Rund 1.200 Athleten nahmen am Rennen teil, darunter einige Ortskundige, die natürlich davon profitierten, dass sie beispielsweise die Wasserquellen entlang der Strecke kannten.

Start im April habe ich begonnen, ungefähr 130 Kilometer unter der Woche und nochmal 60 Kilometer am Stück am Wochenende zurückzulegen. Damit sollte der Körper sich an das „in Aktion bleiben“ gewöhnen. Manchmal bin ich bereits um vier Uhr früh zum Laufen aufgebrochen, bei bis zu minus zehn Grad Celsius und einer Stirnlampe – immerhin habe ich ja auch noch einen Beruf, dem ich nachgehen sollte. Natürlich musste ich mich auch mit der Eigenmotivation beschäftigen: Immer wieder stellte ich mir die Frage „Chi me lo fa fare?“, und ich zweifelte daran, ob dieses Projekt nicht doch eine Nummer zu groß für mich sei. Die Neugier und der starke Wille haben mich dann aber doch nach Marokko gebracht.

Bei so einem Rennen geht man an seine Grenzen. Kann man sich darauf überhaupt vorbereiten?

Bei einer Temperatur um die 47 Grad ging es endlich los. Ich war angereist, um meine Grenzen kennenzulernen und um diesen Marathon zu schaffen. Das Wichtigste war durchzukommen und

Ich habe es zumindest versucht: Bereits sechs Monate vor dem

Wie haben Sie den Lauf hinter sich gebracht?

zu lernen: lernen zu leiden und sich ohne fremde Hilfe einer so großen Herausforderung zu stellen; immer ganz nach meinem Motto „non mollare mai“. Die ersten beiden Etappen bin ich ganz vorsichtig gelaufen und war immer auf meinen mentalen Zustand bedacht; dieser hat bei einem solchen Rennen eine Schlüsselfunktion. Wenn du nicht von Anfang bis zum Ende konzentriert bist und nicht daran denkst, wie viel noch bis zum Ziel fehlt, kannst du es schaffen. Das größte Problem waren die Blasen an den Füßen, die das Laufen natürlich wesentlich erschwerten. Als ich dann nach 28 Stunden und 52 Minuten als 67. durchs Ziel lief, war ich der glücklichste und stolzeste Mensch der Welt, denn: Ich hatte es geschafft! Ein faszinierendes Rennen, eine wahnsinnig harte Probe, tausende Emotionen und Höllenqualen – alles in einem habe ich erlebt und zudem tolle Menschen kennengelernt, jeder mit seiner eigenen Geschichte und doch einer Gemeinsamkeit: der Freude am Laufen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 43


Freizeit & Sport

KEGELN

Aufstieg geschafft z Der Sportkegelclub Prichsna hat in der soeben abgeschlossenen Saison wieder den Aufstieg in die höchste Liga der italienischen Sportkegelmeisterschaft A1 geschafft. Nach einem Ausflug in die A2 konnten sich die Brixner durch hervorragende Leistungen wieder nach oben kämpfen. Die Siegermannschaft mit Luis Cerboni, Konrad Reifer, Martin Fissneider,

Hansjörg Tschaikner, Thomas Ebner und Markus Fissneider erreichte mit vier Punkten Vorsprung den ersten Tabellenplatz. Hinter sich ließen die Kegler die Mannschaften aus Rodeneck und Pfeffersberg. Die zweite Kegelmannschaft aus Brixen landete in der Serie C auf dem zweiten Tabellenplatz und verfehlte den Aufstieg in die Serie B somit nur ganz knapp. eh

F&S Freizeit & Sport EISHOCKEY

Frischer Wind im Hockeysport z Der Eishockeysport in Brixen wurde in den letzten Jahren etwas vernachlässigt – und dies soll sich nun ändern: Ehemalige oder noch aktive Brixner Hockeyspieler haben die Zügel in die Hand genommen und wollen den Nachwuchs wieder für den Sport begeistern. Der in den vergangenen Jahren etwas wackelig auf den Beinen stehende Verein „HC Brixen Dragons“ erwacht nun unter dem neuen Namen „HC Falcons“ wieder zum Leben. Alex Gusella steht dem Verein als Präsident vor; mit ihm will auch Oliver Schenk als

kurz

notiert

44

Vize-Präsident sowie der gesamte Vorstand mit Patrick Bona, Luca Scardoni, Matthias Lazzeri und Thomas Oberegger dem Brixner Hockeyspiel neues Leben einhauchen. Gestartet wird mit einer „Unter 8“- und „Unter 10“-Mannschaft in Brixen, während die 10- bis 20-Jährigen weiterhin mit den Sterzingern mittrainieren können. Ab Anfang September können sich interessierte Kinder und Jugendliche bei Schnupperkursen an den Sport herantasten. Die Ausrüstung ist vorhanden. Weitere Informationen finden

Der Villnösser Profi-Snowboarder Roland Fischnaller radelte in 20 Tagen gemeinsam mit Trainer Erich Pramsohler sowie Teamkollegen Aaron March in die Olympia-Stadt Sochi in Russland. Dafür legten sie von Villnöss startend mehr als 3.000 Kilometer zurück.

Interessierte auf der Internetseite www.hc-falcons.it. eh

Stefan Gasser wird der Nachfolger von Roberto Fuschini beim SSV Brixen Fußball. Der ehemalige Erfolgstrainer von St. Martin wird nach dieser Saison bei den Brixner Oberligisten das Sagen haben.

Die Volleyballmannschaft Itas Trient hat sich zum dritten Mal den Italienmeistertitel gesichert. Die Mannschaft, die unter anderem vom Brixner Konditionstrainer Martin Pöder trainiert wird, holte sich in einem spannenden Spiel den Titel gegen Piacenza.


NACHGEFRAGT

„Bleibe Mitglied der SSV-Familie“ ROBERTO FUSCHINI, Trainer der Oberliga des SSV Brixen Fußball, über seine Trennung vom Verein. Herr Fuschini, vier Jahre lang waren Sie als Trainer der ersten Mannschaft des SSV Brixen tätig. Weshalb ist jetzt Schluss? Acht Jahre lang, davon sechs ununterbrochen, war ich entweder als Spieler, Spielertrainer oder Trainer beim SSV Brixen tätig. Die Zeit war nun reif für eine Trennung, die einvernehmlich stattgefunden hat. Auch wenn der Fußball mein Leben ist, brauche ich eine Auszeit und muss meine Batterien aufladen. Ich werde mir nun selbst eine einjährige Ruhepause verordnen. Was konnten Sie den Spielern als Trainer vermitteln, und

welche waren rückblickend die schönsten Momente? Als Trainer ist man wohl der wichtigste Bezugspunkt für die Spieler. Man muss seine Mannschaft intelligent führen und schauen, dass die Spieler die Regeln respektieren. Nicht nur die Technik, sondern auch die Taktik muss der Trainer bestmöglich vermitteln und die Spieler immer wieder motivieren. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis, sei es zu den Spielern wie auch zum Vorstand; deshalb ist es uns auch gelungen, gute Leistungen zu bringen. Besonders in Erinnerung ist mir der zweite Tebellenplatz der Saison 2007/2008 geblieben.

Wie sieht Ihre fußballerische Zukunft aus? Ich habe bereits einige interessante Angebote als Trainer erhalten, aber wie gesagt: Ich möchte wahrscheinlich ein Jahr lang aussetzen. Was danach kommt, hängt von den weiteren Möglichkeiten ab, die mir geboten werden. Den Fußball ganz an den Nagel zu hängen, werde ich bestimmt nicht schaffen. Sollte ich mich in Zukunft dann bei einer anderen Mannschaft engagieren, werde ich aber im Herzen trotzdem immer ein Teil der SSV Brixen-Familie bleiben. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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BADMINTON

Ein Erfolg nach dem anderen z Siege, Podestplätze und Italienmeistertitel gehen derzeit auf das Konto der Brixner Badmintonspieler. In der vergangenen Saison konnten die Leistungsträger im Jugendbereich Eliane Thomaser, Christine Peer vom SSV Brixen sowie Claudia Grünfelder, die für Polisportiva Stars Palermo startet, punkten. Claudia Grünfelder räumte bei den JuniorenItalienmeisterschaften Anfang Mai richtig ab: Neben je einer Silbermedaille im Einzel und im MixedDoppel mit Michael Kantioler aus Brixen holte sie sich noch die Goldmedaille im Damen-Doppel. Eliane Thomaser wurde in die

U17-Nationalmannschaft einberufen und steht derzeit auf Platz drei der nationalen Jugendrangliste der Serie A. Sie zählt somit zu den stärksten Nachwuchsspielerinnen Italiens. Christine Peer kann sich

über den vierten Platz in der nationalen Jugendrangliste freuen. Besonders stark sind Peer und Thomaser auch im gemeinsamen Doppel. Auch die Kategorie der Over 50 war ganz in der Hand

der Brixner: Renate Griesbauer Peer holte sich gleich drei Italienmeistertitel an der Adria, während Helmuth Sigmund zwei Goldmedaillen mit nach Hause nahm. eh

FUSSBALL

Klassenerhalt für Berg und Stadt z Beide Fußball-Mannschaften der Gemeinde Brixen konnten sich nach der heurigen Saison in der höchsten FußballAmateurliga Südtirols halten: Während die „Stadtler“ vom SSV Brixen bereits seit vielen Jahren in dieser Liga mitmischen und zum engsten Favoritenkreis zählen, spielten die „Bergler“ vom ASC Plose (im Bild) erst die zweite Saison hintereinander in der Oberliga.

Nach Saisonende und 30 ausgetragenen Spielen standen beide Mannschaften im Mittelfeld der Tabelle: Während sich der SSV Brixen mit 41 Punkten auf den etwas enttäuschenden achten Platz platzierte, erspielte sich der ASC Plose 37 Achtungspunkte und landete damit auf dem zehnten Tabellenrang. „Bergler“ und „Stadtler“ werden somit auch im nächsten Jahr in der Oberliga um Punkte kämpfen, und die

fußballbegeisterten Zuschauer können sich wiederum auf zwei spannende Derbys freuen. to

LEICHTATHLETIK

Leichtathletik-Nachwuchs in Brixen z Die besten mitteleuropäischen Leichtathletik-Nachwuchssportler waren kürzlich in Brixen zu Gast. Bei einem der wichtigsten Jugend-Veranstaltungen im Leichtathletik-Sektor, dem „Brixia Meeting Junior“, gaben sich die jugendlichen Athleten ein Stelldichein. Die Südtiroler Auswahl beendete das Meeting mit dem elften Gesamtrang, während der Gesamtsieg an Veneto vor der Lombardei und Baden Württemberg ging. Viele

international bekannte Athleten haben in Vergangenheit bereits ihre ersten Erfolge in Brixen gefeiert und sich damit erstmals ins Rampenlicht der Leichtathletikwelt gerückt. Trotz der starken Regenfälle wurden neue Meeting-Rekorde aufgestellt. Die 15 Auswahlteams aus Deutschland, Italien, Österreich und Slowenien maßen sich unter anderem in Disziplinen wie Sprint, Weitsprung, Speerwurf, Hochsprung, Diskuswurf oder Staffellauf. Für

die Athleten war es dabei besonders wichtig, sich für die bevorstehende U18-Weltmeisterschaft in der Ukraine zu empfehlen. Der Südtiroler Auswahltrainer Karl Schöpf hatte für das zweite „Brixia Meeting Junior“ 14 Buben

und 13 Mädchen einberufen. Isabel Tribus von der Sportgemeinschaft Eisacktal entschied den 1.500-Meter-Lauf für sich, während Lisa Seppi vom selben Verein den vierten Rang im Siebenkampf belegte. eh 47


Wirtschaft & Umwelt

NEUER LANDSCHAFTSPLAN DER GEMEINDE BRIXEN

Zum Schutz der Landschaft

Seit vergangenem April ist der überarbeitete Landschaftsplan der Gemeinde Brixen in Kraft. Die darin enthaltenen Unterschutzstellungen sollen dazu dienen, die wesentlichen landschaftlichen Merkmale und natürlichen Lebensräume bestmöglich zu erhalten. Ein Überblick über die Inhalte, Aufgaben und Zielsetzungen dieses Planungsinstrumentes.

D

ie Erhaltung und Aufwertung unserer Kultur- und Naturlandschaft ist wichtig. Nur so können eine hohe Lebensqualität, ein vielfältiges Landschaftsbild und Lebensräume für zahlreiche, vielfach gefährdete Pflanzen und Tiere aufrechterhalten und geschaffen werden“, erläutert Konrad Stockner vom Amt für Landschaftsökologie. Um dies auch zu gewährleisten, hat die Gemeinde Brixen bereits vor 18 Jahren einen Landschaftsplan erhalten; dieser wird nun durch einen überarbeiteten Landschaftsschutzplan ersetzt. Da sich in der Zwischenzeit die allgemeinen Bestimmungen, Planungskriterien, der Gemeindebauleitplan sowie die Erfordernisse des Natur- und Landschaftsschutzes stark verändert haben, war diese Überarbeitung auch dringend notwendig. Einen wichtigen Anstoß dazu stellten dabei die notwendige Neufestlegung der Bannzonen, in denen Bauverbot herrscht, und die gleichzeitige Überarbeitung des Bauleitplanes dar.

Bannzonen in Brixen und Umgebung. Die Umgebung von Brixen in seiner Kleinstrukturiertheit und der äußerst vielfältig gestalteten Geländemorphologie mit ausgebildeten Schuttkegeln und Wiesenterrassen sowie exponierten Hügel- und Kuppenlagen ist ein sehr schönes Beispiel Eisacktaler Kulturlandschaft. Besonders charakteristisch ist dabei das Wechselspiel zwischen verbauten und unverbauten Flächen wie landwirtschaftliche Grünbereiche im Talboden und nahe der kompakten Ortschaften des 48

Mittelgebirges, zusätzlich aufgewertet durch kulturhistorisch wertvolle Bauten wie Kirchen, Kapellen, Schlösser und Ansitze. Und eben diese noch unverbauten Zonen sollten auch erhalten werden: Um Zersiedelungen und den damit verbundenen Landschafts- und Umweltbeeinträchtigungen vorzubeugen, wurden diese Grünflächen im neuen Landschaftsplan als Bannzone eingezeichnet, wobei sie mit einigen geringfügigen Änderungen vom alten Plan übernommen wurden. In den Bannzonen ist die Errichtung neuer oberirdischer Gebäude stark eingeschränkt. Die allgemeine Ermächtigungspflicht für Projekte durch die Landesbehörde für Landschaftsschutz, wie dies im vorhergehenden Landschaftsplan der Fall war, gilt allerdings nur mehr für einige kleine Teilbereiche der Bannzonen wie die unmittelbare Umgebung der beiden Kirchen St. Nikolaus und St. Johannes in Tötschling sowie der Kirche von Tils und St. Cyrillus, der Albeinbühel bei Klerant, der Zefferbühel bei Milland, das Hügelgelände zwischen Unterkarnol und Moardorf, der Kirchhügel von Karnol, der Burgstallhügel, der Pinatzbühel und der Bereich der Kreuzplatte bei Elvas. Alle anderen in Bannzonen zulässigen landschaftlichen Eingriffe können von der Gemeinde selbst genehmigt werden.

Landschaftsschutzgebiet am Pfeffersberg. Neben den Bannzo-

nen wurden mehrere Gebiete als Landschaftsschutzgebiet deklariert – so auch das ausgedehnte, nicht besiedelte Berg- und Waldgebiet

am Pfeffersberg, das bereits vor 18 Jahren als Vorbehaltsfläche für den Naturpark Sarntaler Alpen ausgewiesen worden war. Da die Einrichtung dieses achten Südtiroler Naturparks bis heute nicht erfolgt und dessen Realisierung auch in Zukunft ungewiss ist, wurde nun dieser Bereich als Landschaftsschutzgebiet Pfeffersberg übernommen. Die kompakten Waldgebiete und der raue Bergbereich am Hundskopf kennzeichnen dieses Gebiet, das sich durch Naturnähe und Ruhe auszeichnet und deshalb vor allem bei Wanderern beliebt ist. Weiters führen hier mehrere Wege hinauf zum Radlsee und zur Radlseehütte – ein häufiges Bergziel für die Brixner.

Die naturbelassene Rienzschlucht. Als besonders schüt-

zenswert gilt auch die Rienzschlucht, die sich von der Hachl bis zum Mühlbacher Stausee erstreckt – wobei der erste Teil auf einer Länge von zirka 3,5 Kilometer ins Gemeindegebiet von Brixen fällt. „Dieser großteils völlig naturbelassene Schluchtbereich ist ein äußerst interessanter Gegenpol zum Talkessel und dem relativ intensiv bewirtschafteten Natzner Hochplateau“, erläutert Konrad Stockner. Kaum ein Mensch hat die unzugängliche Rienzschlucht verändert: Sie wird lediglich an drei Stellen von Wanderwegen gequert, und die etwas flacheren Waldbereiche sind durch Forstwege erschlossen. „Die Wanderwege sollen zwar zukünftig als Themenwege aufgewertet werden, aber dadurch sind keine größeren Störungen zu erwarten“, so Stockner in seinem

Bericht. So stellt die Rienzschlucht in ihrer Abgeschiedenheit einen Zufluchtsort für viele Tierarten wie Uhu oder Gämse dar, für die sich heute nur mehr wenige geeignete Lebensräume anbieten. In der Rienz selbst laichen Äschen und marmorierte Forellen, und man vermutet, dass hier auch noch einige Fischotter leben könnten. Durch die Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet soll die Rienzschlucht vor allem vor einem großen Staudammbau für Hochwasserschutzzwecke, realisierbar nur mit der gleichzeitigen Einrichtung eines Wasserkraftwerkes, bewahrt werden.

Schützenswertes GablerGebiet. Das dritte Landschafts-

schutzgebiet liegt am Gabler und den darunterliegenden Almen – ein Bereich, der bislang von einschneidenden Erschließungen verschont geblieben ist und ein ausgleichendes Gegenstück


HERRLICHE AUSSICHT: Der Ploseberg ist mit seinen Nieder- und Übergangsmooren wegen sein Artenvielfalt besonders erhaltenswert - und wegen solch unvergleichlicher Ausblicke auf den Peitlerkofel

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zum Skigebiet Plose darstellt. Der Gabler wird häufig von Skitourengehern aufgesucht, und die Almen rund um die Schatzer-, Enzian- und Peitlerknappenhütte sind sowohl im Sommer wie im Winter ein beliebtes Ausflugsziel. Gleichzeitig stellt dieser Bereich eine wertvolle Vorparkzone für den Naturpark Puez-Geisler dar. Ein Ausdehnen des Skigebietes auf den Gabler kann dabei weder aus landschaftlicher noch aus touristischer Sicht als opportun betrachtet werden: „Der Ploseberg bietet heute neben dem hochtechnisierten Skisport auch Wanderund Skitourenmöglichkeiten in einem noch unversehrten Gebiet an und entspricht auf diese Weise sowohl den Ansprüchen sanfter Tourismusformen als auch jenen des technisch erschlossenen Skisports“, meint Konrad Stockner. Zudem weist diese Zone zahlreiche Feuchtflächen wie Nieder- und Übergangsmoore auf,

vielfach verzahnt mit Magerrasen. Diese sind insbesondere wegen ihrer Artenvielfalt erhaltenswert, weshalb für deren Pflege auch Landschaftspflegeprämien vergeben werden. Ein weiteres landschaftliches Charakteristikum sind die zahlreichen mit Zirben und Lärchen locker bestockten Almwiesen und die herrliche Aussicht auf die Villnösser und Aferer Geisler sowie den Peitlerkofel, durch die der Ploseberg bekannt geworden ist.

Schutz der Feuchtgebiete und Auwälder. Die im Brixner Raum

noch existierenden Feuchtgebiete sind in erster Linie ein wichtiger Lebensraum von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. In den tiefen und mittleren Lagen sind die wenigen Feuchtstandorte fast zur Gänze als Biotop oder Naturdenkmal ausgewiesen. In den höheren Lagen trifft man häufiger auf Moorbereiche, wie

in den Aferer Gampen am Gabler, im Bereich von Ackerboden oberhalb von St. Leonhard sowie oberhalb Tötschling (Puntoarmöser). Diese Feuchtgebiete machen nicht nur das Landschaftsbild abwechslungsreich, sie dienen auch als Wasserspeicher und sollten deshalb nicht trocken gelegt werden. Im Landschaftsplan eigens gekennzeichnet wurden zudem die noch verbliebenen kleinen Auwaldreste entlang des Eisacks sowie die mittlerweile stark reduzierten Trockenrasenbestände mit so seltenen Pflanzen wie Osterglocke, Hauswurz, Mauerpfeffer oder Felsennelke. Die bereits geschützten Biotope Laugen, Millander Au, Schrambacher Lacke und Egerter Moor wurden dabei wiederbestätigt. Das Biotop Laugen auf dem Natzner Hochplateau – das ins Brixner Gemeindegebiet fällt – wurde erheblich erweitert: Ermöglicht wurde dies, indem

eine angrenzende Fläche vom Militärbesitz in Landesbesitz übergegangen ist. Dieser Bereich soll nun renaturiert und in das Biotop integriert werden. Er ist nicht nur ein vielfältiger Naturlebensraum, sondern auch durch wichtige archäologische Funde bekannt: Eine bronzezeitliche Periode ist nach diesem Fundort benannt, die Laugener Kultur.

Millander Au, Auwald in Schrambach und das Egerter Moor. Vom einst ausgedehnten Sumpfgebiet in der Millander Au ist hingegen nur ein kleiner Restbestand von den umfangreichen Meliorierungsarbeiten in den 1970er und 1980er Jahren verschont geblieben. Dieser Aurest im Ausmaß von zirka 1,5 Hektar wurde bereits 1988 als Biotop ausgewiesen. Eine für ganz Südtirol einzigartige Bedeutung hat das Biotop als Laichplatz des Laubfrosches, der in Südtirol in den 49


Wirtschaft & Umwelt Eingriffe in der unmittelbaren Umgebung einiger Bannzonen, etwa dem Kirchhügel von Karnol, müssen von der Landesbehörde für Landschaftsschutz genehmigt werden

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vergangenen Jahrzehnten nahezu ausgerottet wurde. Nicht zu unterschätzen sind die Millander Auen zudem als Zugvogelrastplatz. Bei Schrambach befindet sich ebenso ein Auwaldrest entlang des Eisacks, samt einer Wasserfläche, die so genannte Schrambacher Lacke. Dieser Auwald ist neben der Millander Au der letzte im gesamten mittleren Eisacktal, der noch eine gewisse Ausdehnung aufweist. Und er verfügt über

lichem Interesse, sondern weist auch einen gewissen landschaftlichen Reiz auf“, erläutert Konrad Stockner.

Denkmäler der Natur und Landschaft. Der neue Landschafts-

plan enthält zudem zahlreiche Naturdenkmäler, die sich den bereits ausgewiesenen anschließen, beispielsweise einzelne Bäume wie bestimmte Linden, Zedern, Mammutbäume oder

heimatkundlichen Wert besitzen. Will man sie entfernen, muss ein Gutachten der Landesbehörde für Landschaftsschutz eingeholt werden; pflegt und erhält man schützenswerte Elemente der Kulturlandschaft und Naturobjekte, winkt hingegen ein finanzieller Beitrag.

Das städtische Grün. Stärkeren

Bezug nimmt der neue Landschaftsschutzplan auch auf das

„Die Erhaltung und Aufwertung unserer Kultur- und Naturlandschaft ist wichtig. Nur so können eine hohe Lebensqualität, ein vielfältiges Landschaftsbild und Lebensräume für Pflanzen und Tiere aufrechterhalten werden“_ Konrad Stockner, Amt für Landschaftsökologie eine Besonderheit: Die weitum verschwundene Teichmuschel ist in der Schrambacher Lacke noch zu finden. Das Egerter Moor befindet sich in den Almbereichen unterhalb des Gablers, gut einsehbar vom Verbindungsweg zwischen Schatzer- und Enzianhütte. „Es handelt sich um einen mittlerweile verlandeten See, dessen ehemalige Ausmaße noch heute im Gelände klar erkennbar sind. Eine kleine Wasserfläche ist nach wie vor vorhanden, und Schwingrasen decken größere Flächen des Moores ab – es ist nicht nur von floristischem und naturkund50

die Eislöcher in Trund und in der Ganne bei Albeins. „Besonders erhaltenswert und für die Landschaftsvielfalt sehr wichtig sind weiters Lärchenwiesen und Lärchenweiden sowie ganz allgemein locker bestockte Wiesen und Weiden“, erläutert Konrad Stockner. Bei Verminderung des Baumbestandes soll rechtzeitig für einen Ersatz mit Jungbäumen gesorgt werden. Doch auch Trockenmauern, alte Pflasterwege, traditionelle Zäune, Schindeldächer, Feldhecken, Flurgehölze oder Bachläufe sind Landschaftselemente, die einen besonderen ökologischen und

urbane Grün: Er übernimmt nicht nur die drei bereits im alten Plan eingetragenen Gärten und Parkanlagen (die Gärten der Villa Damiani sowie der Villa Fabbrani und das Lido-Areal), sondern nimmt auch den Großteil des Grünbestandes der Stadt sowie außerhalb bei Hahnberg, Seeburg, Schloss Ratzötz und Pallaus als geschützte Grünanlagen auf. Dieses städtische Grün lockert nicht nur das Landschaftsbild auf, sondern ist zudem ein wichtiger ökologischer Ausgleich zu den stark verbauten und großteils versiegelten Flächen: Es erhöht die Lebensqualität, indem es unter

anderem Schadstoffe und Staub verringert, den Wasserhaushalt ausgleicht, Windschutz bietet und als Naherholungsgebiete dient. Allerdings sind die Grünflächen nicht sehr gleichmäßig auf das Stadtgebiet verteilt: Am spärlichsten sind sie im dicht verbauten Altstadtkern und in den neueren Stadtvierteln wie Rosslauf und Milland zu finden. Vervollständigt wird der Landschaftsschutzplan durch die archäologischen Schutzzonen gemäß den Angaben des Landesdenkmalamtes. An diesen prähistorischen Stätten dürfen Grabungen jeglicher Art nur mit Ermächtigung durch das Landesdenkmalamt ausgeführt werden.

Strafen bei Verletzung der Bestimmungen. Für etwaige Ver-

letzungen der Bestimmungen des Landschaftsplanes sind entsprechende Verwaltungssanktionen vorgesehen. Diese reichen von der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes über die Durchführung einer Ersatzmaßnahme oder der finanziellen Entschädigung für den Schaden, der der Landschaft zugefügt wurde. Wer gerne weitere Details über den Landschaftsplan erfahren möchte, kann in den Planunterlagen, die in der Gemeinde aufliegen, Einsicht nehmen. Der Plan ist auch im Internet im „Landbrowser“ unter der Adresse www.provinz.bz.it/ natur/landaten einsehbar.

doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


Der Mitarbeiterchor singt zum Jubiläum „Jetzt mit 40 Jahren“

Raiffeisenkasse Eisacktal

40 Jahre Miteinander Die Vollversammlung der Raiffeisenkasse Eisacktal stand dieses Jahr ganz im Zeichen ihres 40-Jahr-Jubiläums. Unter dem Motto „40 Jahre Miteinander“ blickte die Raiffeisenkasse auf vier erfolgreiche Jahrzehnte zurück und wagte gleichzeitig einen Blick in die Zukunft als Genossenschaftsbank, die sich verstärkt für die nachhaltige Entwicklung ihres Tätigkeitsgebietes engagieren will. z Trotz schwieriger Konjunkturlage im abgelaufenen Jahr konnten Präsident Rudi Rienzner und Direktor Karl Leitner bei der Vollversammlung der Raiffeisenkasse Eisacktal am 26. April dennoch ansprechende Ergebnisse präsentieren: Mit einem Plus von 4,3 Prozent konnte das Kundengeschäftsvolumen zum

Jahresende auf insgesamt 838,8 Millionen Euro gesteigert werden; der Reingewinn belief sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Knapp 790.000 Euro wurden im Sinne des genossenschaftlichen Förderauftrages für Spenden, Sponsoring und andere Werbeaufwendungen im Tätigkeitsgebiet ausgegeben.

Neumitglied im Verwaltungsrat. der ehemalige Generaldirektor des Ein Jahr nach den Neuwahlen gab es eine Änderung in der Zusammensetzung des Verwaltungsrates. Für den mit Januar ausgeschiedenen Peter Kostner wurde Karin Obergasser als Vertretung für Vahrn in den Verwaltungsrat gewählt.

40 Jahre Miteinander. Anlässlich

des 40-Jahr-Jubiläums waren über 500 Mitglieder gekommen, um den Geburtstag ihrer Raiffeisenkasse im Rahmen der Vollversammlung zu feiern. In seiner Festrede sprach

Präsident Rudi Rienzner Konrad Palla

Walter Mitterrutzner, Präsident des Aufsichtsrates

Direktor Karl Leitner

Karl Leitner, Rudi Rienzner und die ehemaligen Verwaltungsratsmitglieder Peter Kostner und Josef Vonklausner, Walter Mitterrutzner, Erich Überbacher und Christof Mair

Raiffeisenverbandes Südtirol, Konrad Palla, über „Geschichte, Auftrag und Ethik der Raiffeisenkassen“ und wies auf die besondere Funktion hin, die die Raiffeisenkassen seit jeher für die Entwicklung des örtlichen Lebensraums erfüllen. Auch Präsident Rienzner betonte die Bedeutung genossenschaftlicher Werte und prophezeite, dass Solidarität, Hilfe zur Selbsthilfe und Nachhaltigkeit in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden. Abschließend erklärte er stolz: „Wir haben 40 Jahre gemeinsam gearbeitet, Schwierigkeiten überwunden und Erfolge gefeiert – ein starkes Fundament für die nächsten vier Jahrzehnte.“

Die „Schmeichler“

Ehrungen für 30 Jahre Mitgliedschaft

Ehrungen für 50 Jahre Mitgliedschaft 51


BRIXEN

Wirtschaft & Umwelt

„Vogelstimmen und Froschkonzerte“ Herr Declara, Mitte März sind im Biotop „Millander Au“ die Bagger aufgefahren und haben eine Vielzahl von kleinen Teich-Gruben ausgehoben und Bäume und Sträucher abgeholzt. Welchen Hintergrund hatte diese Maßnahme? ANDREAS DECLARA: Ein Biotop wie jenes der Millander Au verlandet schrittweise, wenn man nicht von Zeit zu Zeit entsprechende Eingriffe unternimmt. Der typische Wasseraustausch des Auwaldes mit dem nahegelegenen Eisack ist

N E U !

heute nicht mehr so gegeben wie früher. Durch die Flussregulierung hat sich der Eisack tiefer in den Boden gegraben, zu Lasten des Grundwasserspiegels und damit auch zu Lasten von Biotopen wie jenem der Millander Au. Dadurch ist es notwendig geworden, dass der Mensch zum Unterschied zu früheren Zeiten eingreifen muss, um das Biotop und die Artenvielfalt in demselben als solches zu erhalten. Wissen sollte man in diesem Zusammenhang, dass die Au früher wesentlich größer war und bis

M I T T A G S I M B I S S

Fotos: Ingo Dejaco

Im Zuge der ökologischen Maßnahmen des Projekts „StadtLandFluss – Flussraum Mittleres Eisacktal“ hat die Abteilung Wasserschutzbauten im Biotop der Millander Au zahlreiche Eingriffe durchgeführt. Der Biologe Andreas Declara erklärte uns vor Ort die Notwendigkeit der Arbeiten und die Besonderheiten des stadtnahen Biotops.

Die Abteilung Wasserschutzbauten ließ vier bestehende und zehn neue Wassertümpel in der Millander Au ausheben

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nach Albeins reichte. Bereits um 1918 hatte sich die „Brixener Chronik“ dafür eingesetzt, dass das Areal als Naturpark ausgewiesen wird, leider ohne Erfolg. Ein zweiter Anlauf wurde in den 1970er Jahren versucht, ebenfalls mit negativem Ausgang. Erst 1988 schließlich konnte die mittlerweile stark verkleinerte Fläche

mittlere Tümpel immer wieder geringfügig ausgebaggert, um die Wasserflächen als solche zu erhalten. Bei dem jetzigen Eingriff wurden in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wasserschutzbauten unter der Leitung von Amtsdirektor Alexander Pramstraller und Geometer Andreas Vettori vier der bestehenden sowie rund

„Ein Biotop verlandet schrittweise, wenn man nicht von Zeit zu Zeit entsprechende Eingriffe unternimmt“_ Andreas Declara, Biologe

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auf Drängen von Naturschützern wie dem Fotografen Hugo Wassermann als Biotop unter Schutz gestellt werden. Indessen ist sein Sohn Johannes in die Fußstapfen des Vaters geschlüpft und sorgt sich um die Erhaltung des Biotops. Welche Eingriffe wurden im Zuge der dreiwöchigen Arbeiten genau gemacht? Bereits in den vergangenen Jahren wurden einige kleinere und

zehn neue Tümpel ausgehoben. Die Auslichtungen waren notwendig, damit sich das Wasser in richtigem Maße erwärmen kann – das ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Flora und Fauna. Die Arbeiten haben insgesamt rund drei Wochen gedauert und wurden zur Schonung vieler Tierarten noch in der kalten Jahreszeit erledigt. Kaum waren diese abgeschlossen, stellten sich auch schon die ersten Grasfrösche an den Gewässern ein.


Welche Besonderheiten finden sich in der Millander Au hinsichtlich der Tierarten? Zu den absoluten Besonderheiten zählt mit Sicherheit der Laubfrosch, der hier in der Millander Au durch die Tümpel, die Hecken und die nahegelegenen RiedWiesen ideale Bedingungen zum Ablaichen findet. Die hiesige Population ist mittlerweile die einzig nachgewiesene in ganz Südtirol, weil sein natürlicher Lebensraum andernorts durch die flächendeckend intensiv genutzten Obstkulturen weitgehend vernichtet wurde. Weiters stellt das Biotop einen wichtigen Rastplatz für viele Zugvögel sowie Brutplatz für mittlerweile selten gewordene Vogelarten dar. Leider finden sich aber auch artfremde Tierarten wie der asiatische Blaubandbärbling, der vor einigen Jahren wohl unbedacht eingesetzt wurde. Die Folgen für die betroffenen Gewässer waren fatal: Diese Laichräuber machen den dort vorkommenden Amphibien und anderen Tieren sehr zu schaffen und bedrohen deren Existenz.

Der Biologe Andreas Declara und Flussraumbetreuer Florian Knollseisen bei einem Lokalaugenschein in der Millander Au

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Inwiefern ist das Biotop heute für Besuche zugänglich? Sowohl vom Bachdamm als auch von der Sarnser Straße aus kann man heute zum Biotop gelangen. Der aufmerksame Beobachter wird schnell merken, dass sich der Geräuschpegel durch eine Vielzahl von Vogelstimmen und Froschkonzerten beim Annähern deutlich erhöht. Ins Biotop selbst

sollten die Naherholungs-Suchenden allerdings nicht gehen. Durch seine geringe Größe stellt jeder Zutritt eine massive Störung dar. Auch die Gefahr der Zerstörung von Gelege ist gegeben. Als sichtbares Zeichen einer notwendigen Wahrung von Distanz wurden deshalb auch die abgeholzten Bäume und Sträucher entlang einiger Tümpel als natürliche Grenze belassen. Einen

besonders schönen Anblick bietet das Biotop derzeit von der Sarnser Straße aus kommend. Die blütenreiche Magerwiese am Nordostrand, die vom Amt für Landschaftsökologie gekauft wurde und extensiv bewirtschaftet wird, sowie die neuen Tümpel laden zum längeren Verweilen ein. ingo.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt

Manfred Pichler, He Paul Frener, Joha inrich Gummerer, nn Mittermaier

ielt mund erh Josef Sig Treue einen r e it e rb a e Mit berreicht 25-jährig für seine hnitzten Schmid ü c s e g lz ho Paul Frener mit Mitarbeitern

Fa. Frener Paul

In stählerner Hochform Das Brixner Stahlbauunternehmen Frener Paul feierte vor kurzem sein 25-jähriges Bestehen – mit viel Musik, Spaß und guter Laune. z Fachkundig und präzise bringt der Brixner Meisterfachbetrieb Frener Paul seit nunmehr 25 Jahren Stahl in jede erdenkliche Form, ob in der firmeneigenen Kunstschmiede, Bauschlosserei oder Edelstahl- und Messingverarbeitung. Die Werke des Stahlbauunternehmens sind als Geländer, Balkon, Vordach, Eisentreppe oder sonstige Metallkonstruktion in ganz Südtirol zu finden. Unter den aktuellen Projekten im Raum Brixen findet man beispielsweise auch den neuen Brixner Busbahnhof, dessen Umgestaltung

Paul Frener als Generalunternehmen zur Gänze abgewickelt und betreut hat.

Musikalisches Firmenfest. Um

das 25-jährige erfolgreiche Bestehen feierlich zu würdigen, hatte Firmenchef Paul Frener vor kurzem Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde und deren Familien zu einem Jubiläumsfest geladen. Die Gäste waren trotz des unerwartet wechselhaften Wetters zahlreich erschienen, und selbst vereinzelte kurzwährende Regenschauer konnten die Festlaune nicht trüben.

Während die Festzelte den einen oder anderen Regenguss abhielten, ging es darunter keinesfalls trocken zu – dafür sorgten die vergnügliche Unterhaltung in der geselligen Runde und nicht zuletzt die reichlich mit Speisen und Getränken bestückte Theke. Zur Feststimmung trugen auch die vielen musikalischen Ständchen bei, die Firmenchef Paul Frener auf Trompete und Bariton zum Besten gab, abwechselnd solo und dann wieder gemeinsam mit Freunden und Geschäftspartnern, die immer wieder gerne nach

ihren Musikinstrumenten griffen und mit dem einen oder anderen Schmankerl die begeisterten Gäste sogar zu spontanen Tanzeinlagen animierten. Und so währte das Firmenfest in bester Feierlaune den ganzen Tag über und bis spät in die Nacht – für den einen oder anderen letzten Gast gar bis in die frühen Morgenstunden.

Ivan Portandello und die Geschwister Sarah und Alexander Frener

Andreas Jungmann mit Familie

Paul Frener und Franz Stablum

Kurt Bacher, Josef Sigmund, Brigitte Sigmund, Josef Leitner, Robert Frener, Daniel Ploner Paul Frener, Johann Mittermaier, Alexander Frener

Hans Holzer, der für das leibliche Wohl der Gäste sorgte, und Antonia Frener

Manfred Thaler und Sabine Kahl

Maria und Martin Oberrauch

Philipp Sagmeister genoss sichtlich den Abend

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Paul Frener mit Hanni und Elisa Portandello Mutter und Bruder des Firmenchefs: Ernestina und Thomas Frener

Tobias Sigmund und Thomas Plattner

v.l.n.r.: Robert Haas, Jürgen Haas, Paul Frener, Dieter Haas


BRIXEN

Landschaft in der Schale Am weitgehend Insidern vorbehaltenen Tag der offenen Tür bei Brixens Bonsaikünstler Othmar Auer konnte man in eine faszinierende Miniaturwelt von Bäumen und Sträuchern eintauchen.

D

as japanische Wort Bonsai setzt sich aus „bon“ (Tablett) und „sai“ (Pflanze) zusammen und kommt aus dem chinesischen „punsai“, was soviel wie „Landschaft in der Schale“ bedeutet. Schon in der Han-Dynastie (206-220 n. Chr.) wurden liebliche Landschaften nachgestaltet, und um 600 n. Chr. findet sich die älteste Darstellung eines Penjing oder Saikei, einer Miniaturlandschaft. Erst im 10.-11. Jahrhundert brachten buddhistische Mönche die Bonsaikunst nach Japan.

Weltanschauung. Nicht nur die Bonsaikunst, sondern auch die japanische Kultur und Tradition bestimmen seither sein Leben. Seine Lehrzeit verbrachte er in Italien und Japan bei Meister Hideo Suzuki, und anschließend vervollständigte er sein Können bei verschiedenen Meistern, wie Yamada, Sudo, Abe und Naka. Heute ist Auer Mitglied bei den Bonsaikünstlern Japans und führender Experte in Europa, der selbst Schulungen anbietet.

Harmonie darstellen. Nach

sind unerlässliche Eigenschaften eines Bonsaigestalters, ganz zu schweigen vom Grünen Daumen, der Voraussetzung ist für vollendete Kreationen“, sagt der Bonsai-Künstler. Ein Bonsai benötigt stete Hingabe, er wird aus Samen, Stecklingen oder auch aus alten Bäumen, den Findlingen gezogen. Er erhält den Grundschnitt und den Blattschnitt, man kann ihn teilweise entrinden für die künstliche Alterung, und eine spezielle Drahtung biegt den Stamm, die Äste oder die Zweige behutsam in die gewünschte Form. Besonders gut eignen sich alle verholzenden, kleinblättrigen oder kleinnadligen Baum- und Straucharten wie Buchen, Ahorn, Kiefern, Zedern, Lärchen, Ulmen, Wacholder, Azaleen und Schlehen.

dem chinesischen Verständnis ist Bonsai die Kunst, eine Harmonie zwischen den Naturelementen, der belebten Natur und dem Menschen in verkleinerter Form darzustellen. Der Einklang dieser drei Elemente macht einen gelungenen Bonsai aus. Damit ein Kunstwerk zustande kommt, braucht es jahrelange Erfahrung – davon hat Othmar Auer in knapp 30 Jahren reichlich gesammelt. Damals stand die Geburt seines ersten Kindes bevor, und anstatt eines traditionellen Bäumchens legte der angehende Vater einen Bonsai-Samen in die Erde. Die Saat ging in mehrfacher Hinsicht auf, der Junge gedieh prächtig, das Bäumchen ist nach wie vor ein liebevoll gehegtes Kleinod, und für Auer wurde Bonsai zur

Die Schönheit der Natur als Vorbild. „Geduld und Ausdauer

Othmar Auer ist Mitglied bei den Bonsaikünstlern Japans und bietet als führender Experte Schulungen in Europa an

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Besonders erstrebenswert ist bis heute die traditionelle Gestaltungsform des „Literatenbaumes“, des Bunjingi. Oft dienen alte Farbdrucke von Utagawa Hiroshige als Vorlage, in denen eine windgepeitschte Kiefer auf einem Felsen für die Einsamkeit des Gelehrten steht, für den Weg des Geistes. Beim Bonsai dient immer die Schönheit der Natur als Vorbild, „die Details aber kommen aus dem Bauch, aus den Händen“, weiß Othmar Auer, „hier muss jeder seinen eigenen Weg finden“. Seinen Standort hat der Bonsai überwiegend im Garten, selten kommt er ins Tokonoma, einer

schön gestalteten Nische im Vorzimmer. Wesentlicher Bestandteil des Gesamtkunstwerks Bonsai ist die passend abgestimmte Schale, die je nach Baumwuchs oval, rund, eckig, flach oder tief sein kann. Othmar Auer ist seinen Weg noch lange nicht zu Ende gegangen, er ist schon auf der Suche nach neuen Herausforderungen. In Zukunft will er sich vermehrt um Bonsai-Gräser und um Suiseki bemühen, die Kunst, in der Natur vorgefundene Steine meditativ ansprechend zu präsentieren. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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BRIXEN

Wirtschaft & Umwelt

„Unser gemeinsames Problem“ SVEN GIEGOLD, Grüner Europaparlamentarier aus Deutschland und Mitglied des Europäischen Ausschusses für Wirtschaft und Währung, war kürzlich in Brixen zu Gast. Im Gespräch mit dem „Brixner“ erklärt er, warum Europa Gefahr läuft, auseinandergerissen zu werden – und welche Maßnahmen unbedingt notwendig wären. Bitte verzeihen Sie, wenn ich dieses Gespräch mit einer Provokation beginne: Ein Politiker der Grünen, der sich propositiv mit Wirtschaft auseinandersetzt – das erzeugt in mir eine leichte Dissonanz ... SVEN GIEGOLD: Warum? Wir sind in Deutschland die einzige Partei, die von sich sagen kann, dass sie einen ganzen Wirtschaftssektor geschaffen hat. Wir haben über eine Million Arbeitsplätze im Bereich der Umweltindustrie, davon der größte Teil im Export. Dazu gehören allein 400.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien, 600.000 in weiteren umweltbezogenen Feldern. Darauf sind wir sehr stolz. Wenn man den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit schaffen will, dann ist das ein riesiges Investitionsprogramm. Gut, aber die Umweltindustrie ist ja nicht „erfunden“ worden, um Arbeitsplätze zu schaffen, sondern um einen nachhaltigen ökologischen Effekt zu erzielen. Ja, aber wir wissen, dass Wirtschaft in Zukunft ökologisch sein muss; deshalb sind die Grünen eine Wirtschaftspartei, weil wir anders als viele andere Parteien nicht an rückwärtsgewandte Industrien festhalten und diese immer weiter subventionieren, sondern wir wollen jene Sektoren fördern, die in Zukunft auch lebensfähig sind. Das werden nur jene sein, die mit wenig Öl und Gas, mit wenigen Rohstoffen auskommen. Ist das Projekt Europa gescheitert? Nein, aber das europäische Projekt ist in Gefahr. Die Gefahr liegt darin, dass Europa in zwei Teile auseinandergerissen wird: In einem Teil kann man mit dem 56

Euro als Währung gut leben, der andere Teil versinkt in Armut und Arbeitslosigkeit. Das ist unser gemeinsames Problem: Wir haben eine gemeinsame Währung, was bedeutet, dass wir aus dieser Situation nur durch gemeinsame Anstrengungen herauskommen können. War aus heutiger Sicht diese gemeinsame Währung der eigentliche Auslöser der Krise, weil dadurch den schwachen Staaten das Sanierungs-Instrument der Entwertung ihrer Währung genommen wurde? Wir haben in der Tat den Fehler begangen, eine gemeinsame Währung zu schaffen, ohne gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Wirtschaftspolitik genügend integriert war. Ein Teil Europas hat Kapital exportiert, ein anderer Teil hat Kapital konsumiert – in Form von Immobilienprojekten und Staatsverschuldung. Das hätten

Ja, das ist aus meiner Sicht genau der Punkt. Subsidiarität kommt ja aus der katholischen Soziallehre: Man soll ein Problem so dezentral wie möglich lösen. Jedes Problem aber, das eine globale Lösung braucht, weil es lokal nicht mehr lösbar ist, darf man nicht ignorieren, sondern muss es eben auf internationaler Ebene lösen. Das haben wir mit einigen Dingen nicht gemacht. Europa mischt sich ein in Dinge, wo es aus meiner Sicht überhaupt nichts zu suchen hat – zum Beispiel in der Frage, ob das Wasser privatisiert werden soll. Das geht Europa überhaupt nichts an, weil Wasser ein lokales Gut ist. Umgekehrt lassen wir einen unbegrenzten Steuerwettbewerb zwischen den Ländern zu – zum Nachteil der lokal verwurzelten Wirtschaft. Gerade die in den Staaten grundverschiedene Steuerpolitik müsste ja harmonisiert werden, damit bei den steuerzahlenden

in Richtung Niederlande, Luxemburg, Österreich oder Cayman Islands umgebucht werden, um Steuern zu sparen. Es braucht Unterschiede in der Steuerpolitik zwischen Ländern, die verschieden gut mit öffentlichen Gütern ausgestattet sind, aber wir müssen verhindern, dass Wertschöpfung, die in einem Land betrieben wird, nur der Steuer wegen in ein anderes Land umgebucht wird. Dafür brauchen wir Mindeststeuersätze und klare Regeln. Wir schaffen es ja nicht einmal, gemeinsame Mehrwertsteuersätze zu gestalten. Ja, das ist ein großes Ärgernis. Deutschland ist zum Beispiel umzingelt von Ländern, die versuchen, uns einen Teil des Steuerkuchens wegzunehmen. Angela Merkel hat im Dezember in einem Interview beeindruckende Zahlen gebracht: Europa

„Die Frage ist, wie Europa trotz eines großen Maßes an Solidarität wettbewerbsfähig bleiben kann in einer globalisierten Welt“_ Sven Giegold, Europaparlamentarier wir viel früher abbremsen müssen – sowohl den Kapitalexport als auch die falsche Verwendung dieses Kapitals. Wir hatten keine gemeinsame Wirtschafts- und Steuerpolitik, und das kann auf Dauer nicht gutgehen. Vielleicht war ja der Grundfehler des Konstruktes Europa, dass man den Staaten ihre fast totale Eigenständigkeit gelassen hat; das Subsidiaritätsprinzip wurde hier vielleicht falsch angewendet.

Unternehmen keine Sogwirkung entsteht in Richtung Staaten mit niedriger Steuerbelastung. Sie sind fast der radikalere Europäer als ich! Ich würde sagen, es ist nachvollziehbar, dass die Unternehmensbesteuerung in Rumänien niedriger sein darf als in Deutschland. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, dass Unternehmen in Frankreich Wertschöpfung betreiben und die daraus resultierenden Gewinne über obskure Buchungsvorgänge

hat 7 Prozent der Weltbevölkerung, erwirtschaftet 25 Prozent der Weltwirtschaftsleistung und bezahlt an seine Bürger 50 Prozent der Weltsozialleistungen. Dieser Wohlfahrtsstaat kann nur finanziert werden durch eine inzwischen viel zu hohe Steuerbelastung. Es ist doch einleuchtend, dass dies auf Dauer nicht funktionieren kann, weil Europa als Standort für steuerzahlende Unternehmen und Privatpersonen im globalen Wettbewerb steht mit dem Rest der Welt.


Es gibt aber auch aufstrebende Zonen, in denen Europa längst als Entwicklungsland gilt ohne Wachstumsperspektiven. Die niedrige Wachstumsrate macht mir auch Sorgen. Wir brauchen offensive Politik zu einem ökologischen Umbau, der dann auch zu neuem Wachstum führen würde. Wir sollten gezielt in Zukunftssegmente investieren: nachhaltige Energieerzeugung, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Rohstoffeffizienz, neue Formen der Mobilität mit weniger

Individualverkehr, ökologische Landwirtschaft. Investitionen in diesen Bereichen fördern das Wachstum, und damit können wir uns auch den Sozialstaat weiter leisten. Was nicht geht, ist, die ökonomischen Probleme zu ignorieren und so zu tun, als ginge es ewig weiter mit dem heutigen Maß an Sozialausgaben. Das Wachstumsproblem müssen wir also in der Tat lösen.

Foto: Oskar Zingerle

Die hohen Sozialleistungen in Europa sind zunächst eine Errungenschaft: Wenn jemand krank wird oder pflegebedürftig, so fällt er nicht ins Bodenlose, sondern wird vom sozialen Netz aufgefangen. Hierin unterscheidet sich Europa von vielen anderen Ländern, und das ist auch gut so. Erschreckend finde ich eher, wie wenig soziale Absicherung es in anderen Teilen der Welt gibt. Die Frage ist viel eher, wie Europa trotz eines großen Maßes an Solidarität wettbewerbsfähig bleiben kann in einer globalisierten Welt. Dazu gibt es eine Tendenz: Die aufstrebenden Länder geben im sozialen Bereich auch zunehmend mehr Geld aus – das ist eine Entwicklung, die wir fördern sollten. In Brasilien zum Beispiel gibt es ein großes Sozialprogramm, auch in China. Auch in den USA haben inzwischen 40 Millionen Menschen eine Krankenversicherung, die sie vor einigen Jahren noch nicht hatten. Diese Entwicklungen sind positiv. Viele Menschen außerhalb unseres Kontinents finden Europa faszinierend: Diese Mischung aus Menschenrechten, Demokratie, soziale Absicherung und Marktwirtschaft ist attraktiv.

Ist der Finanzmarkt der Sündenbock der derzeitigen Staatsschuldenkrise? In Italien werden ja bekanntlich 36 Prozent der Steuern allein für die Zinstilgung der Staatsschulden verwendet. Diese unvorstellbaren Summen gehen direkt in den Finanzmarkt. Die Zinssteuerquote ist in allen westlichen Industrieländern zu hoch. Das ist delegitimierend, weil der Steuerzahler sich fragt, warum er denn eigentlich Steuern zahlen soll – er will ja nicht Zinsen bezahlen, sondern öffentliche Güter generieren. Wir müssen das Maß an öffentlicher Verschuldung absenken. Politiker dürfen nicht mehr die Möglichkeit haben, ihre Wahlchancen zu verbessern, indem sie Lasten auf zukünftige Generationen verlagern. Wir brauchen zudem eine Lösung, um von den Altschulden herunterzukommen. Ich finde den Vorschlag eines europäischen Schuldentilgungsfonds richtig. Er wurde von den deutschen Wirtschaftsweisen erarbeitet: Die Staatsverschuldung, die 60 Prozent des Bruttoinlandproduktes der einzelnen Länder übersteigt, wird in einen europäischen Fond überführt. Alle daran teilnehmenden Staaten refinanzieren diese Schulden durch niedrigverzinste europäische Staatsanleihen. Das würde Länder wie Italien entlasten.

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Sven Giegold: „Wir brauchen offensive Politik zu einem ökologischen Umbau, der dann auch zu einem neuen Wachstum führen würde“

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Dafür müssten sich die einzahlenden Staaten verpflichten, diese Schulden gemeinsam zu tilgen. Die verschuldeten Staaten hinterlegen dafür materielle Sicherheiten – zum Beispiel nationale Goldreserven. Wie definieren Sie den Begriff „soziale Gerechtigkeit?“ Das haben schon viele versucht. Ich finde nach wie vor das

Gedankenexperiment von John Rawls exzellent: Eine gerechte soziale Ordnung skizziert er in einem hypothetischen Gesellschaftsvertrag, in dem jede Person zunächst nicht weiß, welche soziale Stellung sie einnehmen wird. Der „worst case“ muss für alle Personen akzeptabel sein – dann haben wir so etwas wie soziale Gerechtigkeit. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Geförderter Wohnbau in der Flauge II z In der Erweiterungszone Flauge II in St. Andrä sollen drei Reihenhäuser mit jeweils zwei Wohneinheiten entstehen. Derzeit wird hierfür die Rangordnung für die Zuweisung der für den geförderten Wohnbau bestimmten Baulose erstellt. Wer sich daran beteiligen möchte, kann sein Gesuch bis zum 22. Juli bei der

Gemeinde Brixen einreichen – als Wohnbaugenossenschaft ebenso wie als Einzelgesuchsteller. Beide müssen die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllen; berücksichtigt werden zudem die Einkommen der Jahre 2011 und 2012. Die Gesuche um Eintragung in die Rangliste müssen auf den entsprechenden Formularen der

Gemeinde verfasst sein. Diese sind im Bürgerschalter oder auf der Internetseite der Gemeinde www.brixen.it erhältlich. db

W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

ST. ANDRÄ

Höherer Auszahlungspreis z Der Milchhof Brixen hat kürzlich im Haus Voisberg in Vahrn seine alljährliche Vollversammlung abgehalten, die ihrem Namen alle Ehre machte: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Obmann Klaus Faller durfte dabei auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: Der Gesamtumsatz wurde um 2 Prozent auf knapp 78 Millionen Euro gesteigert, wovon etwa 61 Millionen Euro auf das wichtigste Produkt der Brimi zurückzuführen ist – der Mozzarella. Das Gesamtgewicht aller verkauften Produkte ist allerdings um 4,66 Prozent gesunken – trotzdem habe man die

kurz

notiert

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Verkaufserlöse um 1,49 Prozent steigern können, was vor allem der leicht verbesserten Preissituation zu verdanken sei. Geschäftsführer Willi Tauber präsentierte für die Brimi schmeichelhafte Zahlen: Während die Milchhöfe in der Lombardei, in Bayern und Österreich zwischen 34 und 40 Eurocent pro Kilogramm an ihre Landwirte auszahlen, erhalten die Mitglieder der Brimi 53,39 Eurocent. Südtirolweit liegt der Durchschnittspreis bei 50,48 Eurocent, was letzthin dazu geführt hat, dass Milchbauern der Kastelruther Gegend eine Mitglied-

An die 130 Holzfachleute haben sich in der Landesberufsschule „Tschuggmall“ in Brixen über Neuerungen im Innenausbau und im Holzbau informiert. Die Fachtagung Holz hat sich in ihrer dritten Auflage zu einem wichtigen Branchentreffpunkt entwickelt.

schaft bei der Brimi anstreben. Im Rahmen der Veranstaltung wurde wiederum der Bauer mit der besten Milchqualität geehrt: Michael Falk aus Terenten konnte seinen „Titel“ mit einer Gütezahl von 98,27 zum zweiten Mal

verteidigen. Landeshauptmann Luis Durnwalder stellte in seiner Gastrede in Aussicht, dass die Landesregierung versuchen werde, dem Milchhof eine Erweiterung des Betriebsgeländes zu ermöglichen. wv

Noch heuer möchte die Landesverwaltung auf dem Areal der Schenoni-Kaserne in Milland Militärwohnungen errichten. Unstimmigkeiten gibt es noch bezüglich der Gebäudehöhe. Das Ressort wird diesbezüglich von Landesrat Florian Mussner ein Treffen zwischen Vertretern des Landes, der Gemeinde und der Militärbehörde einberufen.

Der Gemeinderat genehmigte den Durchführungsplan für die landwirtschaftliche Wohnsiedlung „Christelehof – Dorf im Dorf“ bei den Comboni-Missionaren. Hier sollen 14 kleinere Gebäude mit insgesamt 30 bis 40 Wohnungen entstehen; 1.468 Kubikmeter sind landwirtschaftliche Kubatur.


STADTGEHEIMNISSE Gab es das Elvner Badl?

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In der Rienzschlucht südostlich unter Elvas, im so genannten BranzolWald, befindet sich das „Elvner Badl“, auch „Fürstenbrünnl“ genannt, und etwas darüber eine Quelle, dessen Wasser besonders gerühmt wurde. Urkundliches über dieses Bad ist nicht vorhanden, dafür weiß die Volksüberlieferung und einige Sagen vieles zu berichten. Vor Jahrhunderten sei dies ein Bad der Brixner Domherren gewesen; die Einheimischen hätten es vor allem bei Magenleiden aufgesucht. Weil im Bad aber ein zügelloses Treiben stattgefunden habe, sei es abgebrannt – so eine Sage dazu. Weiters wird vermutet, dass die radioaktive Quelle bereits in prähistorischer Zeit aufgesucht wurde, da in der Nähe ein Schalenstein, einen Hinweis auf eine urzeitliche Opferstätte, gefunden worden wäre. Heute ist vom Elvner Badl nur mehr eine 26 Meter lange, stellenweise bis drei Meter hohe Stützmauer übriggeblieben. Diese bildet auf dem abschüssigen Gelände eine Terrasse, auf der sich die Mauerreste eines 11 Meter langen und 7 Meter breiten Raumes befinden.

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„Mehr Handlungsspielraum“ z Die kürzlich von der Landesregierung beschlossene Gästeaufenthaltsabgabe war trotz der Tatsache, dass sie den Haushalt 2013 noch nicht berühren wird, eines der wichtigen Themen der Vollversammlung des Tourismusvereins Brixen, die kürzlich im Raiffeisensaal stattfand. „Wir erhoffen uns durch diese Abgabe mehr Handlungsspielraum“, sagte Präsident Markus Huber, „wir müssen diese Abgabe aber auf jeden Fall auf die Gäste abwälzen – ansonsten lügen wir uns selbst in die Tasche“. 2012 erwirtschaftete der Tourismusverein einen kleinen Haushaltsüberschuss von etwa 16.000 Euro – auch dank dem Umstand, dass Huber seine zeit-

intensive Tätigkeit ehrenamtlich ausübt, was im Saal lobend hervorgehoben wurde. Der Tourismusverein ist mit 4,5 Mitarbeitern sehr schlank und äußerst effizient strukturiert. Der Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, Peter Gasser, präsentierte im Rahmen der Versammlung neue Wegekonzepte. Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller bedankte sich für die vielen Initiativen, die über den Verein stattfinden. Gemeindenpräsident Arno Kompatscher referierte über die Zukunft des Tourismus in Südtirol – und versprühte verhaltenen Optimismus: „Südtirol hat als Destination beste Voraussetzungen, wenn wir nur authentisch bleiben“. wv

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z Manche Eigentümer von Immobilien in der Gemeinde Brixen werden in den nächsten Tagen die Einzahlungsscheine für die IMU 2013 mit der Rechnungsaufstellung und dem ausgefüllten Vordruck F24 in ihrem Briefkasten finden. Dies trifft jedoch nur auf jene Personen zu, deren Immobilie nicht die Hauptwohnung mit entsprechendem Zubehör ist: Für diese wurde die Zahlung der IMU nämlich bis 16. September 2013 ausgesetzt, und sie erhalten daher im Juni auch keinen Auszahlungsschein. Als Hauptwohnung gilt dabei nur die Immobilieneinheit, in der der Steuerpflichtige und seine Familienmitglieder den ständigen Aufenthalt und den meldeamtlichen Wohnsitz haben. Als Zubehör gilt nur ein Gebäude der Kategorien C/2, C/6 und C/7. Vorerst ausgesetzt wurde die Zahlung der IMU auch für die Wohnungen von Senioren und Menschen mit Behinderung, die ihren Wohnsitz in Alters- oder Pflegeheime

verlegt haben, für Inhaber des „Ausgedingerechtes“ und für die mit Gerichtsurteil zugewiesenen Wohnungen im Falle von Trennung oder Scheidung. Diese Aussetzung der IMU gilt hingegen nicht für Gebäude der Kategorien A/1, A/8 und A/9, auch wenn diese als Hauptwohnung benutzt werden – deshalb müssen Besitzer dieser Kategorien schon im Juni die erste Rate der IMU 2013 bezahlen. Um den Steuerpflichtigen, die allfällige Begünstigungen beanspruchen möchten, entgegenzukommen, hat das Steueramt der Gemeinde Brixen außerordentliche Öffnungszeiten am Nachmittag anberaumt: Bis einschließlich 17. Juni, dem letzten Termin für die IMU-Einzahlung, ist das Steueramt am Maria-HueberPlatz 3, 3. Stock, zusätzlich zu den normalen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag, 8.30 bis 12.15 Uhr, auch am Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr für den Parteienverkehr geöffnet. db


NACHGEFRAGT

„Stehen noch am Anfang“ MARIA SIGMUND GASSER, Mitglied des Brixner Bauernmarktes, über den Anbau von Berg-Artischocken im Eisacktal – und wie diese zukünftig vermarktet werden könnten. Frau Sigmund, wie kam es zur Idee, im Eisacktal Artischocken anzubauen? Auf meinem elterlichen Betrieb, dem Punterhof in Vahrn, bauen wir bereits seit sechs Jahren Artischockenpflanzen an und verkaufen die Früchte und Blüten am Bauernmarkt in Brixen. Die Jungpflanzenfirma Planta hat eine spezielle Sorte erworben, die für das Südtiroler und Eisacktaler Klima ideal ist, und kultiviert daraus die Jungpflanzen. Dadurch haben wir den Anstoß bekommen; Mitte Mai pflanzten wir erstmals 2.000 Artischocken auf dem Betrieb meines Mannes, dem Obereggerhof/Braundornerhof in Schabs.

Was zeichnet die Bergartischocke aus? Die Artischocken werden von August bis Oktober geerntet und sind durch das typische Eisacktaler Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten sehr geschmacksintensiv, mit typisch nussigem Geschmack. Der Anbau hängt jedoch von vielen Faktoren ab; wir sind derzeit in einer Probephase und müssen noch sehen, ob sich die Artischocke als Alternative zum klassischen Obst- und Weinbau oder zur Milchwirtschaft eignet. Welche Verkaufsmöglichkeiten bieten sich an?

Wir werden die Artischocken an bestimmte Gemüsehändler im Eisacktal liefern. Weiters haben Feinkostläden sowie die Spitzengastronomie ihr Interesse gezeigt. Kleinere Mengen sind zudem am Brixner Bauernmarkt erhältlich. Weitere Möglichkeiten bietet die Veredelung der Berg-Artischocke, zum Beispiel als eingelegte Früchte in Öl, oder die Vermarktung der wunderschönen Artischockenblüten. Wir stehen aber ganz am Anfang und lassen uns überraschen, was auf uns zukommt und wie sich Ernte und Nachfrage entwickeln. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Die Plose hat seine Sommerattraktionen weiter ausgebaut und bietet damit auch in der warmen Jahreszeit viele spannende Freizeiterlebnisse für Jung und Alt.

Fans zum Mountaincart-Erlebnis auf der Plose. „Wow, was für

ein Erlebnis! Das ist absolut krass! Ich bin die Strecke nun schon 15 Mal runtergebrettert, und es wird jedes Mal besser.“ Der zwölfjährige Martin ist hin und weg. Er durfte erstmals mit einem Mountaincart die zehn Kilometer lange Strecke von der Bergstation der Kabinenbahn

info Die Sommersaison beginnt am 15. Juni und dauert bis 13. Oktober. Die Bahn ist täglich von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr in Betrieb, an den Feiertagen und Wochenenden mittags durchgehend. Vom 13. Juli bis 25. August fährt die Bahn an den Wochenenden sogar durchgehend bis 19 Uhr.

Rossalm 2.200 m ü.d.M. (Übernachtung, Bar, Restaurant & Kinderspielplatz) Tel. +39 0472 521326 www.rossalm.com geöffnet von Ende Mai bis Mitte Oktober

Für weitere Infos: Plose Ski AG, Tel. 0472 200433 (Bürozeiten) info@plose.org, www.plose.org

Ochsenalm 2085 m ü.d.M. (Restaurant, Bar & Spielmöglichkeiten) Tel. +39 328 8433955 geöffnet vom 15. Juni bis 13. Oktober

Und weil zu einem schönen Tag am Berg auch die Einkehr in einen Almgasthof gehört, hier die Gastbetriebe auf der Plose mit den Sommeröffnungszeiten: Bergrestaurant Plose 2.050 m ü.d.M. (Restaurant, Bar & Kinderspielplatz) Tel. +39 0472 521341 geöffnet vom 15. Juni bis 13. Oktober Plosehütte 2.447 m ü.d.M. (Übernachtung, Bar, Restaurant) Tel. +39 0472 521333 www.plosehuette.com geöffnet von Anfang Juni bis Ende Oktober 62

P3 an der Talstation (Bar & Snacks) Tel. +39 0472 850144 geöffnet von Ende Juni bis Anfang September Plosestodl an der Talstation (Bar, Restaurant & Pizzeria) Tel. +39 0472 850 181 geöffnet vom 15. Juni bis Anfang Oktober Montag Ruhetag, ab 17 Uhr und Sonntagmittag auch Pizza.

Foto: Silvan Lamprecht

Die Veranstalter der Ploseevents haben die zahlreichen Ausflügler befragt, welche der vielen Sommerattraktionen auf der Plose am besten gefällt. Das Resultat der Befragung: Die Plose ist ein wahrer Erlebnisberg!

Mountaincarts auf der Plose – Spaß für die ganze Familie Plose bis zur Talstation runterfahren und konnte nicht genug kriegen. „Die Mountaincarts waren das absolute Highlight unseres Jahrgangsausflugs. Alle waren begeistert, auch jene, die anfangs gar nicht mitwollten“, sagt Maria (42 Jahre), die mit ihren Kollegen aus dem Unterland auf die Plose gekommen war.

Atemberaubendes Paragliden auf der Plose. „Ich habe Brixen

aus der Luft gesehen – selbst das Haus, in dem ich wohne! Das Paragliden war einfach gigantisch. Der Flug hat 20 Minuten gedauert – 20 Minuten, die ich nie vergessen werde“, sagt Carla (45) nach ihrem ersten Tandemflug mit dem Paraglider.

Der WoodyWalk und die vie- GPS-Schnitzeljagd am Ploselen Wanderwege begeistern. berg. Und was sagen die Geo„Ich gehe mit den Kindern immer wieder den WoodyWalk entlang, oft nur ein Stück, oft mit einem kleinen Picknick im Rucksack. Ein Sommer ohne Plose wäre für uns jedenfalls unvorstellbar“, sagt Margit (35), die gemeinsam mit den zwei Kindern Julian (7) und Miriam (5) auf der Plose unterwegs ist. „Mein Arzt hat mir Bewegung verschrieben, also starte ich dreibis viermal pro Woche los in Richtung Rossalm. An schönen Tagen steige ich auch direkt zur Plosehütte auf und von dort dann weiter in Richtung Pfannspitz und Gabler oder in die andere Richtung runter zur Ochsenalm. Die Plose ist am Morgen am schönsten, und die Aussicht auf die Dolomiten ist einfach überwältigend“, erzählt Johann (63).

cacher über das Geocaching-Angebot auf der Plose? Zum Beispiel zum Cache-„Spaziergang“: „Nach der Wanderung über den Telegraphen und der Ochsenalm musste noch ein Statistikpunkt her. Nicht lange gesucht und gut gefunden. Schönes Versteck. TFTC“. „Wunderschönes Versteck. Vielen Dank an den Installateur :-) TFTC“

Mit der Plose Summercard ins Freizeitvergnügen. „Diese Karte

ist einfach toll. Hier hat man endlich etwas für die Familien getan. Wir fahren oft auch für ein paar Stunden mit der Seilbahn nach oben und genießen einfach die tolle Stimmung am Berg“, sagt Manuela (33).

Abwechslungsreich und reich an Attraktionen: der WoodyWalk

Foto: Plose Ski AG, Fotograf © PhotoGrünerThomas

Die Angebote für Freizeitspaß und Sommeraktivitäten auf der Plose sind zahlreich – angefangen bei der Plose Summercard bis hin zum WoodyWalk, der wieder um weitere spannende Attraktionen ausgebaut wurde. Die Mountaincarts werden jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag bis einschließlich 29. September angeboten, und Geocachen ist immer dann möglich, wann man gerade Lust dazu hat. Ab Juli wird der Dienstag zum „Tag der geführten Wanderungen“ und der Kinder – für die insbesondere die Plosehütte, Rossalm und das Bergrestaurant dann kleine Überraschungen bereithalten.

Extra

Freizeit & Erholung

„Die Plose mal so richtig runterbrettern!“

PLOSE


Das Erlebnisbad Alpinpool in Meransen ist ein Anziehungspunkt für entspannte Familienausflüge. Erholung pur für Familien und Genießer bietet das Erlebnisbad Alpinpool in Meransen. Im lichtdurchfluteten überschaubaren Hallenbad kommen alle Familienmitglieder voll auf ihre Kosten. Während die kleinen und etwas größeren Wasserratten im angenehm temperierten Kinderbecken mit Wasserrutsche und Springbrunnen nach Herzenslust herumtollen, bleibt den Eltern viel Zeit, um mit den Allerkleinsten im Babybecken zu planschen, auf gemütlichen Liegen nahe der Fensterfronten mit atemberaubendem Bergpanoramablick auszuspannen oder im Sportbecken mit WhirlEcken, Wasser-Massageliegen

und Wasserfall abwechselnd zu schwimmen, sich treiben zu lassen und dabei die Sprösslinge stets mühelos im Auge zu behalten. In den Sommermonaten gelangt man durch mehrere Glastüren auf eine schöne Liegewiese im Freien, die bei Schönwetter zum Sonnenbaden einlädt und für die kleinen Gäste einige Kinderwippen bereithält oder in der angrenzenden Minigolfanlage zusätzlichen Freizeitspaß verspricht.

Extra

Freizeit & Erholung

Badespaß für die ganze Familie

ALPINPOOL

Saunaparadies für Genießer. Ein faszinierendes Saunaerlebnis bietet hingegen die „Schwitzbox“, der dazugehörige Saunabereich im Alpinpool, in dem Saunaliebhaber

nach Belieben zwischen der finnischen, Dampf- oder Bio-Sauna wählen können. Gemütliche Innen- und Außen-Ruhebereiche laden zwischen den Saunagängen zum Verweilen, Entspannen und Kräftesammeln. Für Erfrischungen und Stärkungen zwischendurch sorgt das sowohl vom Hallenbad als auch vom Saunabereich zugängliche Café Bistro mit einer kleinen, aber feinen Auswahl an Leckerbissen, Vitaminshakes und Getränken.

Preise, sowohl für Kurz- als auch für Tagesaufenthalte, und der kostenlosen Parkmöglichkeit. Viele nutzen deshalb gerne auch das Veranstaltungsangebot im Alpinpool, das von regelmäßig stattfindenden Schwimmkursen für Erwachsene, Kinder und Babys bis hin zur Wassergymnastik reicht.

Familienfreundliches Angebot. Ein lohnenswertes Ausflugsziel ist der Alpinpool auch aufgrund seiner besonders familienfreundlichen

Grenzenloses Saunavergnügen in der „Schwitzbox“

HALLENSCHWIMMBAD mit Wasserkaskaden und Sprudelbecken, 2 Kinderbecken mit Wasserrutschee und

große Liegewiese mit Sonnenstühlen!

Saunawelt mit Frischluftbereich, große finnische Sauna „SCHWITZBOX“ großer kostenloser Parkplatz

Sommer 2013 Öffnungszeiten Schwimmbad 18.05. - 08.09. 09.09. - 03.11.

kein Ruhetag

12 - 20 1300 - 2100 30

00

Sauna 18.05. - 08.09. 09.09. - 03.11.

Babyschwimmen Schwimmtrainings Kinder- und Erwachsenenschwimmkurse 14 - 20 1400 - 2130 00

! Wassergym

30

TEL. 349 0676219 ODER 0472 886048 | WWW.ALPINPOOL.IT


IDEALTOURS

Schöne Ferien! Nur mehr wenige Tage – und schon stehen wieder die Ferien vor der Tür. Wer mit seinen Kindern gleich zu Beginn in den Sommer starten möchte, sollte sich jetzt um freie Flugplätze und Hotelzimmer umsehen.

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Gut, dass es da professionelle Hilfe gibt! Das Reisebüro Idealtours in der Bahnhofstraße in Sterzing kann allen Urlaubshungrigen mit Sicherheit das passende und ganz persönliche Urlaubsziel auswählen. Als Tiroler Reiseveranstalter kennen die Reiseberaterinnen von Idealtours auch die Vorlieben der Südtiroler in punkto Sommerurlaub. So findet man dort die aktuellen Angebote für Reisen im Komfortbus an die Adria: Bequem in Südtirol in den Bus einsteigen, und der Urlaub kann beginnen.

Mit Idealtours zum Sommerstart ans Meer. Die große Hotel-

auswahl in Jesolo, Rimini und San Benedetto, die Idealtours vier Mal pro Woche mit seinen Komfortbussen anfährt, lässt es zu, dass man auch in der Terminwahl

ziemlich flexibel seinen Urlaub planen kann. Dazu noch die wöchentlichen Flüge ab Innsbruck nach Griechenland – etwa Kefalonia, Lefkas und Epiros – nach Kalabrien, Krk und Brac oder nach Ägypten machen es mitunter schwer, sich zu entscheiden. Gut, dass es da die kompetente Hilfe im Reisebüro Idealtours Sterzing gibt.

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Ein Wander- und Ausflugsparadies

Großberghütte

Dusleralm

Kleine AltfasstalRundwanderung

1.640 m ü.d.M. · Meransen/Altfasstal Fam. Hinterlechner · Tel. + Fax +39 0472 520277 · info@grossberghuette.com · www.grossberghuette.com Geöffnet vom 1. Mai bis 3. November sowie von Mitte Dezember bis Anfang April, kein Ruhetag. Auf der Sonnenterrasse und in den gemütlichen Stuben verwöhnen wir Sie mit hausgemachten Köstlichkeiten, Wildspezialitäten sowie leckeren Desserts. In der Sommersaison jeden Donnerstag Knödeltag (auch abends), im Winter jeden Freitag Fondueabend. Gehzeit vom Parkplatz: 20 Minuten; Tipps: Almfest am 21. Juli und Wildwoche Anfang Oktober.

Vom Parkplatz Altfasstal (gebührenpflichtig) über den Wanderweg Richtung Altfasstal bis zur Kreuzung Widerschwinge, weiter auf dem Weg Nr. 16 bis zur Felderalm, dann auf dem Weg Nr. 15 zurück bis zur Großberghütte, anschließend noch 30 Min. bis zum Ausgangspunkt am Parkplatz. Gehzeit: ca. 2 Stunden Tipp: ideal auch als Familienwanderung

Familienfreundliche Wanderung

1.782 m ü.d.M. · Villnöss · Fam. Fischnaller · Tel. +39 0472 840392 oder +39 327 5768143 Geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober sowie von Weihnachten bis Mitte März; Gemütliche Almhütte mit Blick auf die Geislerspitzen, erreichbar über familienfreundlichen Wanderweg. Genießen Sie schmackhafte Tiroler Spezialitäten sowie leckere Süßspeisen und kosten Sie das Lieblingsgericht unseres Weltklasse-Snowboarders Roland Fischnaller: Den original Südtiroler Apfelschmarrn!

Halslhütte

Mair in Plun

Rundwanderung großer Gabler

1.866 m ü.d.M. · Villnöss/Würzjoch Fam. Messner · Tel: +39 0472 521267 · Privat +39 0472 521299 · martinmessner@dnet.it Öffnungszeiten: von Mitte Mai bis Anfang November sowie von Weihnachten bis Ende März. Schöner Almgasthof am Fuße der Aferer Geisler, direkt an der Würzjochstraße. Gemütliche Stube, große Sonnenterrasse, Liegewiese, Kinderspielplatz und großer Gratisparkplatz. Idealer Ausgangspunkt für Wanderungen zum Peitlerkofel, zu den Aferer Geislern mit Tulln, Plosegebiet sowie Gabler mit Dolomitenrundblick. Übernachtungsmöglichkeiten.

Ausgangspunkt Parkplatz Halslhütte: Über den Weg Nr. 4 und 8 Richtung Plose bis zur Abzweigung Steig Nr. 7A und weiter zum Großen Gabler (2.571 m mit wunderschönen Dolomiten Rundumblick!). Vom Gabler östlich über die Wiesen der Jöcher zurück zur Halslhütte. Gehzeit: ca. 4 Stunden

Vom Parkplatz Zans der Beschilderung zur Dusleralm folgend zunächst ein gutes Stück leicht absteigend westwärts bis zur Weggabelung, hier links abzweigen und auf breitem Forstweg mit mäßiger Steigung in weit ausholenden Serpentinen hinauf zur Dusleralm. Hinweg: ca. 1 Stunde, auch als Familienwanderung geeignet.

Der familienfreundliche Wandertipp

1.860 m ü.d.M. · Villanderer Alm Fam. Erlacher · Tel. +39 335 474625 Geöffnet von Pfingsten bis Allerheiligen, von Weihnachten bis Ostern; Gemütliche Jausenstation mit Sonnenterrasse, großem Spielplatz und Streichelzoo. Wir verwöhnen Sie täglich mit Südtiroler Hausmannskost!

Vom Parkplatz bei der Gasser Hütte auf dem Wanderweg Nr. 1 zur Jausenstation Mair in Plun (Gehzeit: 30 Minuten), von Mair in Plun zur Totenkirche (Gehzeit: 1 Stunde) oder zum Rittner Horn 2.270 m ü.d.M. (Gehzeit: 2,5 Stunden) Tipp: leicht begehbar, ideal auch für Familien mit Kinderwagen!


Wandern zählt zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten im Naturparadies Südtirol, ganz besonders im Sommer und Herbst, wenn die Ausflüge durch Wald, Wiese und Weide führen und zahlreiche Almhütten und Berggasthöfe zur Einkehr einladen und vor atemberaubender Alm- und Bergkulisse die Gäste mit hausgemachten Spezialitäten verwöhnen. Hier eine Auswahl an beliebten Ausflugszielen in der Umgebung.

Gschnagenhardt Alm

Edelweißhütte

Rundwanderung Gschnagenhardt Alm

2.006 m ü.d.M. · Villnöss · Familie Profanter Tel. +39 0472 840158 oder +39 338 2507724 www.profanterhof.com Geöffnet von Mai bis Ende Oktober. Schön gelegene Almhütte am Munkelweg direkt unter den Geislerspitzen. Wir bieten schmackhafte einheimische Küche und hausgemachte Kuchen. Von der ZanserAlm über den Munkelweg in ca. 1,5 Std. erreichbar.

Vom Parkplatz Ranui auf dem Wanderweg Broglesbach (Nr. 28) bis Weissbrunn, dort bei der Einmündung in den Munkelweg (Nr. 35) nach links bis zur Abzweigung Gschnagenhardt Alm. Weiter in Richtung Gschnagenhardt Alm mit Einkehrstopp, anschließend über den Steig zur Duslerhütte und auf dem Weg Nr. 34 nach Ranui zurück. Gehzeit: ca. 3 Stunden

Gemütliche Panoramawanderung!

1.860 m ü.d.M. · Villnöss/Würzjoch · Peter Michaeler · Tel. +39 0472 521216 · www.edelweiss-huette.it Berggasthof direkt an der Würzjochstraße. Genießen Sie die gute Tiroler Küche in der gemütlichen Stube, im neuen Wintergarten oder auf der Sonnenterrasse. Der Chef kocht selbst und verwöhnt Sie mit hausgemachten Speisen. Jeden Sonntag Schweinshaxen und Krapfen. Ideales Ausflugsziel auch für Gruppen. Übernachtungsmöglichkeit mit Halbpension.

Gampenalm

Anratterhütte

Rundwanderung zur Gampenalm

2.062 m ü.d.M. · Villnöss Fam. Messner · Tel. +39 348 2721587· www.gampenalm.com · info@gampenalm.com Geöffnet von Mai bis November sowie im Winter. Beliebtes Ausflugsziel und Ausgangspunkt im Naturpark Puez-Geisler. Schmackhafte Hausspezialitäten mit Naturprodukten aus eigener Produktion. Übernachtungsmöglichkeiten im Sommer (30 Betten).

Vom Zanser Parkplatz auf Weg Nr. 6 in Richtung Tschantschenon, weiter auf Weg Nr. 35 zur Gampenalm. Zurück auf Weg Nr. 33 über Kaserillbach zum Zanser Parkplatz. Gehzeit: ca. 2 Stunden

Von St. Georg in Afers auf Weg Nr. 5 hinein zum Sadebach, weiter auf Weg Nr. 10 durch Wald und Wiesen mit leichtem Anstieg taleinwärts direkt zur Edelweißhütte am Kofeljoch. Gehzeit: Leichte und lohnende Wanderung von drei Stunden. Tipp: Ebenso erreichen Sie die Edelweißhütte vom Parkplatz Skihütte über den Waldweg Nr. 4/Nr. 8.

Rundwanderung StoanermandlAnratterhütte

1.850 m ü.d.M. · Jochtal/Spingeser Alm · Fam. Mair · Tel. & Fax +39 0472 849574 · Handy +39 335 453400 · info@anratterhof.info Drei Jahre in Folge von den Dolomiten zur schönsten Almhütte Südtirols gekürt! Geöffnet bis Ende Oktober. Täglich werden 15 verschiedene Knödel serviert. Erreichbar von Spinges, Mauls/ Ritzail, Vals/Egger am Boden, mit der Kabinenbahn Vals-Jochtal, die seit 25. Mai wieder fährt, oder über den Panorama-Rundweg Stoanermandl. Am 4. August Bergmesse mit Almfest!

Vom Parkplatz beim Wetterkreuz oberhalb Spinges über die Forststraße (9) zu den Hochkaser Almen (6), vorbei am Tonich-Bildstöckl zum Stoanamandl und weiter in Richtung Jochtal zu den Hinterbergalmen mit Abstieg zum Berggasthaus Anratterhütte und Rückkehr über den Wanderweg 9. Gehzeit: ca. 4-5 Stunden, ca. 750 Höhenmeter


Am 8. Juni öffnet die Acquarena die Tore zu ihrer großzügigen Freibadanlage. In der Sommersaison dürfen sich die Besucher der Acquarena neben dem ganzjährig geöffneten Hallenbad wieder auf das 50-MeterOlympiabecken mit den fünf Springtürmen, das Spaßbecken mit der Wasserrutsche und den Kinderspielplatz mit Kinderbecken freuen. Zum Badespaß gehören außerdem das Volleyball- und das Beachsoccerfeld sowie die große Liegewiese.

Extra

Freizeit & Erholung

Startschuss in die Freibadsaison

ACQUARENA

Längere Sommeröffnungszeiten. Die Acquarena hat die Öff-

nungszeiten für die Sommersaison 2013 verlängert: Vom 8. Juni bis 17. August ist die Freibadanlage täglich von 9 bis 19.30 Uhr und vom 19. August bis 8. September von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet. Bei schlechtem Wetter oder kühleren Tagen steht den Badebesuchern das Hallenbad täglich von 9 bis 22 Uhr zur Verfügung. Auch heuer können wieder Sonnenliegen und Sonnenschirme an der Kasse ausgeliehen werden.

Großes Familienfest am 15. Juni. Am 15. Juni organisiert die Acquarena in Kooperation mit ITAS Versicherung und der Kletterhalle Vertikale ein buntes Familienfest. Die Kinder werden von den Clowns Karamela & Schokola köstlich unterhalten. Für Jugendliche steht hingegen die Kletterwand der Vertikale kostenfrei zur Verfügung. Dabei erfahren sie von Experten wertvolle Tipps zum sicheren Klettern. Ab 10.30 Uhr öffnet die Wiesenbühne mit einem interessanten Rahmenprogramm. Die Fachärztin Konstanze Jung referiert zum Thema „Gesund im Wasser“ und gibt hilfreiche Tipps, damit der Badespaß für

Altenmarktgasse 28/B 39042 Brixen Tel. +39 0472 268433 www.acquarena.com 68

Die Freibadanlage der Acquarena ist im Sommer das wohl beliebteste Ausflugsziel im Eisacktal Familien garantiert ist. An diesem Tag stellt die Acquarena erstmals auch ihre Bademeister in den Mittelpunkt, die ansonsten das ganze Jahr über stets im Hintergrund für die Badesicherheit der Besucher sorgen. Beim Familienfest stellen sie sich in Form von Interviews vor, erklären ihre Funktion und was ihre Arbeit ausmacht. Der langjährige Versicherungspartner ITAS wartet hingegen mit einer Neuheit auf, die für alle Besucher der Acquarena gilt.

Summercards für Familien. Als

größtes Familienbad Südtirols ist es der Acquarena gemeinsam mit den Gemeinden Brixen und Vahrn ein großes Anliegen, die Familien bei der Nutzung der Freibadanlage finanziell zu entlasten. Demzufolge

Der Beachvolleyplatz kann ab sofort von Interessierten gebucht werden

gibt es für Eltern mit Kindern bis 18 Jahre eine so genannte „Summercard“ für Familien. Am Tag des Familienfestes gewährt die Acquarena auf diese Familienkarte eine zusätzliche Ermäßigung von 30 Prozent.

Zugang zum Beachvolleyplatz für Interessierte. Ein Ziel der

Acquarena ist es, die Struktur durch neue Angebote ständig zu bereichern. Während in den Wintermonaten das Programm „Fit in den Morgen“ großes Interesse bei den Schwimmern geweckt hat, wird in der Sommersaison ein neues Angebot für Volleyballspieler gestartet. Mit der Einführung einer Volleyballkarte erhalten Interessierte Zutritt nur zum Beachvolleyplatz. An der Kasse liegt

ab sofort ein Reservierungsplan auf, auf dem der Platz zwischen 18 und 22 Uhr vorgemerkt werden kann.

Saunaerlebnis auch im Sommer. Der Saunabereich mit seiner Sonnenterrasse bleibt für die Besucher auch über die Sommermonate täglich von 13 bis 22 Uhr geöffnet. Donnertags ist die Sauna von 10 bis 18 Uhr für die Damen reserviert; am Wochenende öffnet die Saunaanlage bereits um 11 Uhr. Neu in der Sauna ist die Erweiterung des gastronomischen Angebots: Leichte Obst- und Gemüseteller sind ganztags erhältlich. Weitere Informationen zum umfassenden Acquarena-Freibadangebot findet man unter www.acquarena.com/de/pools.

Spaß für Familien: Am 15. Juni findet ein großes Familienfest statt


MRS.SPORTY

„Gesund leben“ Bewegungsmangel und permanente Überernährung gelten in der westlichen Welt als die Hauptursachen für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Monika Baumgartner, Ärztin für Allgemeinmedizin in Brixen, über das metabolische Syndrom, das die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenfasst, sowie über die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung. Frau Baumgartner, was ist das metabolische Syndrom? MONIKA BAUMGARTNER: Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus verschiedenen Symptomen beziehungsweise Erkrankungen. Wenn mehrere zusammen auftreten, erhöht sich das Risiko für eine Herz-KreislaufErkrankung beträchtlich. Welche sind die Risikofaktoren, die das metabolische Syndrom ausmachen?

Worauf sind die Ursachen zurückzuführen, und was kann jeder Einzelne dagegen unternehmen? Das metabolische Syndrom hat seine Ursachen in unserem Lebensstil: Wir ernähren uns meist nicht richtig und bewegen uns zu wenig. Um

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, müssen wir aktiv werden und unseren Lebensstil ändern. Wie lässt sich das am besten bewerkstelligen? Indem Sie Ihren Tagesablauf umstellen. Bauen Sie Bewegung in Ihr Leben ein: Betreiben Sie mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauer- und Krafttraining, und geben Sie im Alltag stets der Bewegung den Vorzug. Nutzen Sie die Stiege anstelle des Aufzugs, fahren Sie mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit, gehen Sie spazieren statt in der Freizeit nur rumzusitzen. Gesund leben

Monika Baumgartner bedeutet auch, sich gesund zu ernähren. Achten Sie auf die tägliche Kalorienzufuhr und auf eine ausgewogene Ernährung. Nehmen Sie eine Ernährungsberatung in Anspruch, um abgestimmt auf die persönlichen Gewohnheiten einen optimalen Ernährungsplan zu erstellen. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht, Ihren Taillenumfang und Ihren Blutdruck.

*Angebot gültig vom 01.05. bis 30.06.2013. Nicht mit anderen Angeboten kumulierbar.

Das metabolische Syndrom wird durch vier Risikofaktoren charakterisiert: durch bauchbetontes

Übergewicht und einem Körpermasseindex von über 30, durch grenzwertigen oder erhöhten Nüchternblutzucker, durch einen hohen Blutdruckwert von über 140/90 sowie durch erhöhte Blutfette (Triglyceride – Cholesterin) oder erniedrigtes gutes Cholesterin (HDL-Cholesterin) von unter 40 bei Männern oder unter 50 bei Frauen.

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Impressum Theaterbühne, große Verdienste erworben. Die Bühne hat er durch manche Verbesserung und Veränderung so weit gebracht, daß sie das Muster einer Vereinsbühne geworden ist. Der Dank des Vereins wurde ihm durch Überreichung zweier prachtvoller Präsente abgestattet. Die Abschiedsfeier war von den Mitgliedern sehr gut besucht und nahm einen schönen Verlauf.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Elisabeth Stürz (es) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Juni 2013 Nächster Redaktionsschluss: 6. Juni 2013 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 70

Mai 1913

Verhaftung eines Diebes Samstag, 10. Mai 1913 Dieser Tage trieb sich in der Stadt ein zweifelhafter Mensch herum, der ein Fahrrad verkaufen wollte. Davon bekam die Polizei Nachricht, und Wachmann Dariz gelang es, den Mann in einem Gasthause auszuforschen, als er eben im Begriff war, das Rad um Kr. 30 zu versilbern. Der Verhaftete, ein reichsdeutscher Wandervogel namens Frz. Jos. Barth, hat das Rad im Gebäude der Innsbrucker Sparkasse gestohlen. Nun hat er ausgeradelt.

Gerätehaus Nr. 2 am Kleinen Graben und ziehen von dort gemeinschaftlich zur Pfarrkirche, wo um halb 9 Uhr vormittags die übliche heilige Floriani-Messe gelesen wird. Hierauf findet am Großen Graben die Verteilung der kaiserlichen und städtischen EhrenMedaillen und der Diplome für 25-, 20-, beziehungsweise 10-jährige Dienstleistung, daran anschließend die Defilierung der Feuerwehr statt. Frühschoppen im Garten des Gasthofes „Gold. Stern“. Nachmittags 4 Uhr im Garten des Gasthofes

Brixener Blumentag Donnerstag, 1. Mai 1913 Der Brixener Blumentag begegnet in allen Kreisen wohlwollenden Sympathien. Der Festausschuss ist eifrig mit den Vorarbeiten beschäftigt. Zur Durchführung des Festes haben sich folgende Komitees konstituiert: Blumentag: Josef Goldiner, P. Erharter und Direktor Stach; Vergnügungskomitee: Hans Larcher, D. Torggler und Maler Kralinger; Redaktionskomitee: Lehrer Neuner und Redakteur Weixner; die Generalübersicht über alle Veranstaltungen des Festes liegt in den Händen des Herrn Mallepell. Eine Anzahl von Damen der ersten Gesellschaftsstreife wird gebeten werden, als Patronessen für den Blumentag zu fungieren. Die junge Damen- und Mädchenwelt von Brixen zeigt großes Interesse und wird in stattlicher Zahl der dankbaren Aufgabe des Blumenverkaufes sich unterziehen.

Freiwillige Feuerwehr Brixen Samstag, 3. Mai 1913 Am Sonntag, den 4. Mai 1913, findet die diesjährige Florianifeier statt. Sämtliche Feuerwehrleute versammeln sich in voller Ausrüstung um 8 Uhr früh beim

Maiausflug der Gymnasiasten Dienstag, 6. Mai 1913 Unsere Gymnasiasten unternahmen am Sonntag, 4., beziehungsweise Montag, 5. Mai, nach verschiedenen Orten den üblichen Maiausflug. Leider war heuer der Wettergott unseren Musensöhnen nicht recht hold, denn er ließ sie die Unbilden eines schlechten Wettertages in aller Bitterkeit verspüren. Die Zöglinge des Kassianeums, die schon am Sonntag fortgezogen sind, hatten etwas mehr Glück. Bei klarem Himmel und lachendem Sonnenscheine stiegen sie am 4. Mai den steilen Berg hinan nach Weißenstein, wo sich in den gastlichen Räumen frohes Studentenleben entwickelte. Am Montag beeinträchtigte das Wetter auch den Ausflug der Kassianisten, die infolge Schneefalles die trotzdem lustigen Weißensteiner Stunden zwischen vier Mauern verbringen mußten.

„Goldener Stern“ Konzert der Feuerwehrmusikkapelle unter der Leitung ihres Kapellmeisters Herrn Musikdirektors Alexander Myon. Eintritt: Für Feuerwehrmänner in Durer und Mütze und deren Familienangehörige frei; für Nichtmitglieder 60 Heller für jede Person. Kommando der Freiw. Feuerwehr Brixen.

Abschiedsfeier Dienstag, 6. Mai 1913 Am 3. Mai hielt der Katholische Gesellenverein eine schöne Abschiedsfeier zu Ehren des scheidenden Vorstandmitgliedes Karl Roob. Roob hat sich durch seine nimmermüde Tätigkeit um den Verein und den Kolpings-Turnerbund, ganz speziell aber bei der

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


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