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Brixner 274 - November 2012

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Essen & Trinken

Jahrgang 23 · November 2012

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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EXTRA

Im Gespräch mit Landeshauptmann Luis Durnwalder

„So bin ich eben“ BRIXEN: Ist das Astra Kino geeignet als Jugend- und Kulturzentrum? PORTRAIT: Nathan Chizzali, erfolgreicher Cellist und Musiklehrer SPORT: Die ganzheitliche Kampfkunst des Yoseikan Budo WIRTSCHAFT: Letzte Runde im Streit um den Konzessionsvertrag Parkhaus


Neu saniertes Einfamilienhaus über 2 Etagen und Unterdachbereich. A) Wohnzimmer – möblierte Wohnküche – Tages-WC – Waschraum – Heizraum – Ölheizung mit Heizkessel Buderus B) 4 Schlafzimmer – Abstellraum – Bad mit Fenster C) Überdachte Terrasse mit Sonnenmarkise – Privatgarten – Autoabstellplätze Das Grundstück hat ein Ausmaß von 631 m²

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Editorial

Politik & Gesellschaft 04 | LUIS DURNWALDER: „So bin ich eben“ 13 | Brixen: Ein Strahl Hoffnung

>>> 04

Ban Luis

Menschen & Meinungen >>> 20 20 | NATHAN CHIZZALI: Ein Cello als ständiger Begleiter 25 | Pro & Contra 26 | Gastkommentar: Ralf Lüfter 30 | Umfrage: Was tun vor dem „Weltuntergang“? Kunst & Kultur 32 | ASTRA KINO: Jugend- und Kulturzentrum 34 | Buch: Gaismair als Comic-Held 35 | Musik: Zeitreise mit der Liederszene 36 | Hans Heiss: Doppelte Überraschung zum 60er

>>> 32

Freizeit & Sport >>> 48 48 | YOSEIKAN BUDO: Ganzheitliche Kampfkunst 52 | IMS: Spaß am Berg und am Risiko 54 | Stefan Leitner: „Hilfe in der schwierigsten Zeit geben“ Wirtschaft & Umwelt >>> 58 58 | THEMA: Showdown am Parkhaus 61 | Eisacktal: Sanierung des Kanalnetzes 62 | Rookies & Kings: Rock&Roll-Store mit Kultcharakter Extra 67 | Essen & Trinken

>>> 67

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Ein Interview mit dem Landeshauptmann zu führen ist immer spannend, diesmal aber besonders: Nur wenige Tage vor dem Gesprächstermin hatten Beamte in seinem Büro einen Berg Akten mitgenommen. Luis Durnwalder wartete erst gar nicht unsere erste Frage ab, sondern begann sofort mit einem Self-made-Verteidigungs-Plädoyer: Es werde nichts herauskommen bei der Causa um seinen Sonderfonds, mit dem er ja im Grunde nur den Leuten geholfen habe, mit ein paar Fünfzigern, da werde es doch keine Quittungen brauchen. Hätte er an seiner eigenen Unschuld auch nur den leisesten Zweifel, hätte er schon lange seinen Hut genommen. Und überhaupt: Der Sonderfonds stammt ja eigentlich aus der Ära Magnago, aber da war noch alles ganz anders. Uns ging es aber eh eigentlich um den SEL-Skandal, der das „Fürstentum Südtirol“ – um einmal den inzwischen leicht inflationär gewordenen Begriff „System“ vermeiden zu wollen – seit Monaten in seinen Grundfesten erschüttert. Wir wollten Luis Durnwalder ein leises „Mea culpa“ entlocken, merkten aber bald, dass er Kritik an sich selbst abperlen lässt, als hätte er ein permanentes Teflon-Mäntelchen an. Auf die Frage, ob es denn aus heutiger Sicht richtig gewesen war, das Land zu führen wie ein Fürstentum, lenkte er schließlich doch ein: Jeder Landeshauptmann habe seinen ureigenen Stil, „und ich habe eben meinen“. Er habe vor jeder Wahl den Leuten gesagt, dass er kein Heiliger sei, und trotzdem hätte er jedes Mal mehr Stimmen bekommen. De facto delegiert Durnwalder damit die „politische Verantwortung“ seines von Pragmatismus geprägten Führungsstils an seine Wähler: Ein bisschen Durnwalder, will er damit sagen, steckt wohl in jedem von euch.

Ihr Willy Vontavon

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Weihnachtsgeschenkideen 2012


Politik & Gesellschaft

Fotos: Oskar Zingerle

IM GESPRÄCH MIT DEM LANDESHAUPTMANN

„So bin ich eben“ LUIS DURNWALDER, noch bis Ende 2013 Landeshauptmann von Südtirol, über den SEL-Skandal, die nun sich eröffnenden Szenarien – und über „Brixner Themen“ wie Seilbahn, Hochspannungsleitungen und Mittelanschluss.

Herr Landeshauptmann, die Energie zum Land zu holen ist ohne Zweifel eine große Leistung. Haben Sie aber in Sachen Energiepolitik, wenn man an Maximilian Rainer, Klaus Stocker oder auch Michl Laimer denkt, auf die falschen Pferde gesetzt? Schauen Sie, wenn gesagt wird, der Landeshauptmann sei verantwortlich für die Energiepolitik, so bin ich stolz, dass dies so empfunden wird. Die Heimholung der Energie ist etwas Großartiges, und ich selbst habe in Rom gemeinsam mit anderen die Verhandlungen geführt. Allein aus den Steuern haben wir durch diese Operation zusätzliche 30 Millionen Euro Einnahmen, die wir vorher nicht hatten, weil sie eben in Mailand bezahlt worden sind. Wir haben zusätzlich unter normalen Umständen etwa 50 Millionen Euro 4

Einnahmen – also können wir etwa 80 Millionen Euro direkt in den Haushalt geben. Dieses Geld kommt allen Südtirolern zugute. Zweitens: Die Energie hat für einen Wirtschaftsstandort grundsätzlich eine große Bedeutung. Wir produzieren heute mehr Energie als wir brauchen – das bedeutet, dass wir nicht von anderen abhängig sind, was die Stromversorgung angeht. Sie können aber doch nicht nur die Verantwortung übernehmen für die positiven Aspekte und den Rest von sich weisen... Ich übernehme gern die Verantwortung für die Heimholung der Energie, aber die Verwaltung dieses Bereichs habe ich seinerzeit an den zuständigen Landesrat delegiert – wie es eben üblich ist. Derzeit ist es Mode, auf den Michl Laimer herumzuhacken...

... aber das haben Sie doch auch getan, denn schließlich haben Sie ihn einen „Esel“ genannt. Nein, Sie müssen da schon ein bisschen vernünftig und praxisnah sein. Er selbst hat gesagt, er habe eine Dummheit begangen. Ich habe ihn in Südtiroler Mundart zitiert, indem ich eben gesagt habe, er sei ein Esel gewesen. Wenn man das sagt, klingt das ganz anders, als wenn man dies als Schlagzeile in einer Zeitung liest. Wenn eine Zeitung in tendenziöser Form schreibt, „Laimer ist ein Esel“, so ist dies für den Leser missverständlich. Was Maximilian Rainer betrifft, so muss ich sagen, dass ich ihn zur Zeit seiner Beauftragung gar nicht gekannt habe. Den habe also bestimmt nicht ich ins Spiel gebracht.

Ehrlich, nicht gekannt? Ich habe gewusst, dass er Landessekretär von Michl Laimer war, das ist aber auch schon alles. Ich habe ihn ganz sicher nicht vorgeschlagen, weil ich ihn von seinen Qualitäten her nicht gekannt habe. An der Entscheidung habe ich hingegen natürlich teilgenommen – gemeinsam mit der gesamten Landesregierung. Was Klaus Stocker hingegen betrifft: Er war als Wirtschaftsberater in vielen öffentlichen Belangen tätig, und deshalb haben wir ihn ernannt. Das einzige, was man Klaus Stocker heute vorwirft, ist, dass die SEL das Kraftwerk Mittewald nicht gekauft hat. Er sagt mir, das Kraftwerk sei 20 anderen angeboten worden, und niemand hatte Interesse. Warum die Gesellschaft Stein an Stein dann den Kauf getätigt hat, müssen Sie die entsprechenden Eigentümer


„Jetzt ist die Zeit reif für einen Wechsel, das habe ich als allererster immer wieder gesagt“_ LH Luis Durnwalder

fragen. Man wirft Stocker also nicht vor, dass er die SEL falsch verwaltet hätte, sondern lediglich, dass die SEL nicht anstelle der „Stein an Stein GmbH“ das Werk gekauft hat. Das Gericht wird entscheiden, ob er hier richtig gehandelt hat oder nicht. Ob ich es war, der Stocker vorgeschlagen hatte, oder ob es Michl Laimer war – daran kann ich mich nicht erinnern. Jahre hindurch waren wir zufrieden mit dem Landesrat und mit der Verwaltung der SEL – jetzt sieht es natürlich anders aus. Was am Karfreitag im Amt des Landesrats scheinbar passiert ist – das hat außer Laimer wirklich niemand in der Landesregierung gewusst. Da kann man jetzt nicht sagen, dass die Landesregierung dafür verantwortlich sei. Ich habe allerdings den Eindruck, dass man mit einem Denkfehler

in die Sache eingestiegen ist. Seien wir ehrlich: Es war doch arrogant zu glauben, dass bei der Ausschreibung von lukrativen Kraftwerkskonzessionen

SEL besser sei. Das hat doch nicht die Landesregierung entschieden, sondern war ein Ergebnis der UVP-Prüfung. Bei allen anderen gab es, soweit mir bekannt ist,

„Vielleicht darf jetzt auch alles ein bisschen langsamer gehen in unserem Land“_ LH Luis Durnwalder niemand außer der Landesenergiegesellschaft mitmachen oder eine Chance haben würde. Schauen Sie, die erste Ausschreibung hat ein Privater gewonnen. Dieser hat dann auch bei der zweiten mitgemacht, jener um St. Anton, und da waren die einzelnen zuständigen Ämter eben der Meinung, dass das Angebot der

keinen privaten Interessenten, sondern lediglich weitere öffentliche Körperschaften, die sich an der Ausschreibung beteiligt haben. Darum ging es mir in meiner Frage nicht. Ich meinte damit: Die Heimholung der Energie wäre doch wertlos, wenn der Großteil der Wertschöpfung an

einen Privaten gehen würde. Bei der Ausschreibung musste man aber doch davon ausgehen, dass die SEL nicht von vorneherein gewinnen würde. Der Gewinn wäre an die Privaten gegangen, aber auch die Lasten. Wie Sie wissen, hat man mit den Konzessionen auch Umweltmaßnahmen verbunden. Nehmen wir an, Hellmut Frasnelli hätte sich nicht nur an zwei, sondern an allen Ausschreibungen beteiligt, und nehmen wir an, er hätte auch alle gewonnen – in diesem Fall hätte er natürlich auch sämtliche Umweltmaßnahmen finanzieren müssen, von denen die Bevölkerung profitiert. Es geht also nicht um die gesamte Wertschöpfung, sondern um den effektiven Gewinn. Dasselbe gilt im Grunde für die SEL: Das ist eine Körperschaft, die die vorgesehenen 5


Politik & Gesellschaft

Umweltmaßnahmen zahlen muss, von denen ja wiederum die Öffentlichkeit profitiert, und der Gewinn geht an das Land.

Damals gab es das Dekret von Mario Monti noch nicht, das besagt, dass Konzessionen für Wasserkraftwerke auf jeden Fall versteigert werden müssen, sodass die Erlöse zum größten Teil der Öffentlichkeit zugute kommen.

Heute sagt man, ... Bitte lassen Sie mich noch ein Letztes sagen: Man hat immer wieder kritisiert, dass in unserem Fall der Konzessionsgeber und der Konzessionsnehmer derselbe ist und dass sich das Land damit in einem Interessenskonflikt befindet. Diese Aussage ist grundsätzlich falsch: Die SEL ist eine selbständige Körperschaft, bei der das Land lediglich Mehrheitsaktionär ist. Die SEL muss also behandelt werden wie jeder Private und jede andere Körperschaft. Ist es also legitim, dass das Land eine Konzession ausschreibt und sich eine Körperschaft dafür bewirbt, an der das Land beteiligt ist? Ich bin seinerzeit, 2004 oder 2005, in dieser Frage eigens nach Brüssel gefahren. EU-Kommissar Frits Bolkestein hat damals geantwortet, das sei absolut zulässig, aber natürlich müssen alle Teilnehmer gleich behandelt werden. Den Ausschreibungsmodus müssen wir jetzt ändern; mein Vorschlag

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LH Luis Durnwalder: „Es ist unmöglich, dass ein Landeshauptmann im Detail weiß, was in den Ämtern vor sich geht“

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wäre, dass beim Verfallen einer Konzession oder auch im Fall, dass eine neue Konzession ausgegeben wird, eine öffentliche Ausschreibung gemacht wird, an der sich jeder beteiligen kann. Danach wird man die Projekte überprüfen. Teil der Ausschreibung müssen aber diesmal Umweltinvestitionen in einem fixen Ausmaß sein – also nicht mehr wie bisher, wo jener zum Zug kam, der einerseits das

beste Projekt und andererseits die besten Umweltmaßnahmen hatte, sondern mit einem fix definierten Betrag. In diesem Fall ist es dann eigentlich nicht mehr relevant, ob ein privater oder ein öffentlicher Betreiber die Konzession bekommt. Auf diese glorreiche Idee hätte man schon damals kommen können...

Sie müssen doch zugeben, dass heute auch die Geheimnistuerei zu den Verträgen zwischen SEL, ENEL und Edison den Leuten suspekt ist. Ein für das Land so wichtiger Vertrag muss doch für die Bevölkerung in jedem Detail einsichtbar sein. Wenn man allein eine Südtiroler Gesellschaft ohne Beteiligung von ENEL oder EDISON gehabt hätte, hätte man die Verträge sofort veröffentlichen können, vielleicht sogar müssen. Hier war aber die ENEL im Spiel, ein an der Börse notiertes international tätiges Unternehmen. Die ENEL hat den Wunsch ausgesprochen, dass die Details des Vertrages lieber nicht im Landtag diskutiert werden sollten, weil dies möglicherweise einen Einfluss gehabt hätte auf den Aktienwert. Die Entscheidung, den Vertrag nicht


zu veröffentlichen, stammt übrigens im Grunde auch nicht von uns: Wir haben entsprechende Gutachten eingeholt, die uns bestätigt haben, dass eine Veröffentlichung nicht zulässig sei, wenn nicht beide Vertragspartner damit einverstanden sind. Das hat dazu geführt, dass die Leute gemeint haben, hier gäbe es etwas zu verstecken. Zum Schluss hat man die Verträge dann doch veröffentlichen müssen. Auch die Tatsache, dass die Ausschreibungsunterlagen im Büro des zuständigen Landesrats „zwischengelagert“ wurden, ist doch aus heutiger Sicht abstrus. Warum haben Sie nach dem Hinweis von Sepp Noggler und Arnold Schuler im Landtag nicht reagiert? Schauen Sie, der zuständige Landesrat hat auf den Hinweis von Noggler und Schuler im Landtag offiziell geantwortet, dass die Bewerbungen beim Land abgegeben werden müssen – aber es sei nicht definiert, in welchem Amt dies sein müsse. Laimer hat damals argumentiert, dass er ein gewisses Naheverhältnis zwischen einzelnen Büros und gewissen

Wenn Schuler und Noggler wirklich gewusst hätten, dass es hier Unregelmäßigkeiten gegeben hat, dann hätten sie Anzeige erstatten müssen. Nun, ich glaube nicht, dass die beiden diese Information hatten. Warum hätte ich sie dann haben sollen? Wenn ich alles wüsste, was in unseren Büros vorgeht, dann würde ich vielleicht den einen oder anderen anzeigen. Wir haben insgesamt 4.000 Mitarbeiter, die in der Landesverwaltung arbeiten. Glauben Sie, dass Richard Theiner im Detail weiß, wenn jemand im Bozner Krankenhaus eine Verfehlung macht? Nun, der Vergleich hinkt ... aber man hat doch immer wieder gehört, dass seinerzeit von Michl Laimer, aber auch von Ihnen, an die Gemeinden Druck ausgeübt worden ist – zum Beispiel in der Begutachtung der Projekte. Schauen Sie, das ist doch nur Gerede. Sie meinen Mühlbach, oder? Mühlbach hat sich für das Projekt von Frasnelli entschieden, aber die Gemeinden Vintl und Rodeneck sind zu mir gekommen

„Ich bin der Meinung, dass die Seilbahn vom Bahnhof aus starten muss“_ LH Luis Durnwalder Leuten befürchte, und deshalb hätte es sein können, dass vor der Entscheidung Details der Projekte durchsickern würden. Auf diese Antwort hat niemand reagiert – weder die Landtagsabgeordneten noch die Landesregierung, und auch nicht die Presse. Niemandem ist diese Antwort suspekt vorgekommen – zumindest hat niemand darauf reagiert. Jetzt zu behaupten, dass der Landeshauptmann hätte reagieren sollen, ist in diesem Sinn nicht zulässig.

und sagten, dass dies eine Sauerei sei, weil sie eben auch gern eine Beteiligung an den Umweltmaßnahmen gehabt hätten. Wir haben sie dann nachträglich noch daran beteiligt, obwohl sie eigentlich gar kein Recht darauf gehabt hätten, weil die Umweltmaßnahmen der Eisackwerk dies nicht vorgesehen hatten.

Allein die Tatsache, dass Laimer die Unterlagen bei sich im Büro gesammelt hat, ist in der Tat noch keine Straftat; die Straftat beginnt mit dem Austauschen der Unterlagen...

Es ist wirklich schwer nachvollziehbar, dass Sie von den Schwindeleien Michl Laimers nichts gewusst haben sollen, denn schließlich haben Sie in den letzten Jahren immer wieder signalisiert, dass der Strom Chefsache ist. Haben Sie Verständnis dafür, dass diese Meinung landläufig geäußert wird?

Ja, aber das war doch vorher! Zum Zeitpunkt der Anfrage von Schuler und Noggler hatte Laimer bereits alles getan. Niemand von uns hat geahnt, dass Laimer die Unterlagen ausgetauscht hatte.

Schauen Sie, ich wiederhole meine Aussage: Strom war Chefsache, was die Verhandlungen mit Rom betrifft. Für die Verwaltung der Ausschreibungen aber war Landesrat Laimer zuständig. Glauben 7


Politik & Gesellschaft

Sie wirklich, dass ich ...? – Andererseits höre ich immer wieder den Vorwurf, dass ich mich überall einmischen würde. Wenn aber einmal etwas Unrechtmäßiges passiert, dann kommt der Vorwurf, ich hätte mich zu wenig eingemischt. Ja schauen Sie, es ist unmöglich, dass ein Landeshauptmann im Detail weiß, was in den Ämtern vor sich geht. Nicht einmal in einer Gemeinde ist dies möglich, und da sind es nur 30 oder 50 Mitarbeiter – beim Land sind es viertausend. Also beim besten Willen: Dafür sind die zuständigen Amtsdirektoren da und die Landesräte. Laimer hat doch bestätigt, dass er niemanden über seine Tat informiert habe – wörtlich sagte er, mit so etwas gehe man nicht hausieren. Auch die Mitarbeiter im Büro seien meines Wissens nicht informiert gewesen – bis auf zwei Personen. Auch hier muss die Frage erlaubt sein: Warum haben diese zwei nichts gesagt? Die Problematik ist doch im Grunde dramatisch – mit möglicherweise dramatischen Auswirkungen auf das Land. Wie sehen die verschiedenen

möglichen Szenarien nun aus, was die Konzessionen betrifft?

Na gut, das ist eine Behauptung von Kager ...

Man sagt, dass Laimer bei elf Konzessionen gemauschelt habe. Wenn dies der Fall ist, müsste man, so wie ich das sehe, kontrollieren, ob das Austauschen von Unterlagen überhaupt den Ausgang der Ausschreibung beeinflusst hat. Armin Kager hat ja bekanntlich erklärt, er verstehe das Vorgehen von Laimer nicht, weil das Austauschen der Unterlagen nichts verändert hätte – es wäre also bis auf St. Anton nirgends ein anderer zum Zuge

Ich weiß nur, was Kager gesagt hat. Jetzt ist eben zu prüfen, ob dies wirklich stimmt, ob also wirklich kein anderer zum Zuge gekommen wäre. Deshalb bleibt die Straftat trotzdem bestehen, aber... Dazu müsste man ja wissen, wie die originalen Bewerbungsunterlagen ausgesehen haben. Ich gehe davon aus, dass man auch dies herausgefunden hat, wenn man schon alles andere

„Es gibt gewisse Medien, die nur den Schatten sehen und nicht das Licht“_ LH Luis Durnwalder gekommen als die SEL. Grad deshalb sage ich: Esel! Warum hat er das getan? Sie verstehen den Begriff „Esel“ jetzt schon richtig, oder? Warum hat er das getan, wenn er genau wusste, dass die SEL die Konzessionen sowieso erhalten hätte.

bis ins letzte Detail recherchiert hat. Es muss also geschaut werden, ob den restlichen Bewerbern überhaupt Schäden entstanden sind. Ich wiederhole: Dies heiligt nicht die Tat. Danach kommt es darauf an, ob einer der Bewerber trotzdem verlangt, die Vergabe der Konzession zu annullieren. Dann hängt es von den Gerichten ab, ob sie die Annullierung fordern werden. Im äußersten Fall könnte das Gericht auch verlangen, dass die Konzessionen neu ausgeschrieben werden müssen. Wird das Gericht eine neue Ausschreibung nur verlangen, wenn einer der Mitbewerber Rekurs einreicht?

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Wo kein Kläger, da kein Richter. Nein, ich weiß es wirklich nicht, wie das Gericht hier entscheiden wird. Meiner Meinung nach wird das Gericht die Konzessionen nicht annullieren, wenn man mit allen Teilnehmern eine Einigung finden kann, denn: Damit gibt es keine geschädigte Partei. Aber ich wiederhole: Der Richter wird dies entscheiden. Sollte er trotzdem alle Konzessionen widerrufen, muss alles neu ausgeschrieben werden, unter Berücksichtigung der heute geltenden Gesetze, die sich ja inzwischen geändert haben. Wenn Konzessionen annulliert werden müssen, dann betrifft dies fast alle: St. Anton, Mühlbach... Auch Mühlbach? Ja, natürlich. Wenn der Richter entscheidet, dass jede Konzession, bei der Laimer Unterlagen

ausgetauscht hat, neu ausgeschrieben werden muss, dann trifft es natürlich auch Mühlbach. Ist also Ihre derzeitige Strategie, mit allen Beteiligten eine Einigung zu erzielen, damit diese nicht rekurrieren? Diese Verhandlungen werde bestimmt nicht ich führen, sondern die Rechtsanwälte. Natürlich: Wenn die Gemeinde Brixen diesbezüglich mit mir reden will, dann redet man eben darüber. Der Bürgermeister war schon bei mir. Die Verhandlungen müssen aber von den Rechtsanwälten unter Kontrolle des Gerichts geführt werden. In diesem Schlamassel gibt es aber doch neben der rechtlichen auch eine politische Verantwortung. Verspüren Sie als Luis Durnwalder und als Landeshauptmann eine politische Verantwortung für diesen SuperGau? Schauen Sie, es wird jedem Landesregierungsmitglied Leid tun, was hier passiert ist, jedem Landtagsabgeordneten und natürlich auch dem Unterfertigten, aber wenn man von politischer Verantwortung spricht, dann muss schon auch erlaubt sein zu fragen: Was hätte ich denn tun sollen? Ich kann mich doch nicht vor der SEL aufstellen und den ganzen Tag kontrollieren, was in den Büros vorgeht. Das wird doch jeder einsehen. Es tut uns allen Leid, natürlich. Wenn ein Arzt bei einer Operation einen Fehler macht – muss ich dann als oberster Chef der Landesverwaltung aus einer politischen Verantwortung heraus zurücktreten? So weit wollte ich ja gar nicht gehen wie die FF, die Ihren Rücktritt fordert ... Das ist zu billig. Wenn der Chef immer zurücktreten müsste, dann gäbe es keinen Minister mehr und auch keinen Ministerpräsidenten, denn auch Mario Monti hat ja bereits mehrere Minister entlassen – von Berlusconi ganz zu schweigen. Es ist aber für mich interessant zu beobachten, dass die Rücktrittskultur in Italien anders ist als zum Beispiel in Deutschland oder Österreich. Ist der Landeshauptmann von Nordtirol damals zurückgetreten, als es die bekannten Probleme mit


LH Luis Durnwalder: „Warum hat Laimer das getan, wenn er genau wusste, dass die SEL die meisten Konzessionen sowieso erhalten hätte?“

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seinem Landesrat gegeben hat? Der Betreffende muss natürlich die Verantwortung übernehmen, und wenn es eine konkrete Mitschuld der Regierung oder des Landeshauptmannes geben würde, dann wäre die Sache anders. Allein aus einer politischen Verantwortung heraus einen Rücktritt zu fordern ist zu billig. Nach der Ära Magnago hat meiner Meinung nach der Pragmatismus eines Luis Durnwalder dem Land gut getan. Inzwischen hat sich die Denkweise der Leute

geändert, und es braucht offensichtlich auch in der Politik einen Paradigmenwechsel. Hat man in den letzten Jahren mit dem Durnwalder’schen Pragmatismus übertrieben? 24 Jahre ist eine lange Zeit, fast ein halbes Menschenleben. Seit 1960 hatten wir zwei Landeshauptleute; ein heute Sechzigjähriger kennt eigentlich nur Magnago und Durnwalder. Dass jemand 24 Jahre lang Landeshauptmann bleibt, wird es sicher nicht mehr geben: Alles ist schnelllebiger, be-

weglicher geworden, der Politiker ist absolut gläsern, weil er tagtäglich analysiert und durchleuchtet wird. In schwierigen Zeiten wollen die Leute jemanden, der ihr Hauptproblem löst: Magnago musste das politische Problem lösen, indem er die Autonomie begründete, und der Durnwalder hat dann eben versucht, diese Autonomie in die Praxis umzusetzen und den Menschen einen gewissen Wohlstand zu bringen. Man kann mir vieles nachsagen und meine politische Arbeit in Zweifel ziehen oder auch zerstören, was

einige offenbar gern täten, aber eines bleibt außer Zweifel: Hier habe ich etwas vorzuweisen. Es ist natürlich nicht ein Politiker, der den Menschen den Wohlstand bringt: Zum größten Teil sind sie selbst dafür verantwortlich, weil sie eben fleißig sind und gern arbeiten, aber der Politiker kann die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, die dazu eben auch notwendig sind. Man muss einfach zugeben, dass wir eine gute Zeit hatten. Jetzt ist die Zeit aber reif für einen Wechsel, das habe ich als

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Politik & Gesellschaft

allererster immer wieder gesagt. Ich habe ein gewisses Alter, und jede Zeit braucht ihre eigenen Leute, die sich in die jeweilige Zeit besser einfühlen können. Aber ich bin davon überzeugt, dass der Durnwalder – und alle jene, die ihn in seiner Zeit begleitet haben – eine gute Politik gemacht hat. Das kann niemand leugnen. Kann es sein, dass Sie den richtigen Moment eines glorreichen Abschieds verpasst haben? Schauen Sie, wenn vor vier Jahren jemand da gewesen wäre, der mein Amt hätte übernehmen wollen, dann wäre ich der erste gewesen, der sich für einen Wechsel ausgesprochen hätte. Wir vermeiden jetzt, von Sternen zu sprechen, die nicht hell genug leuchten, oder? Das ist falsch ausgelegt worden, das wissen Sie, weil Sie damals ja dabei gewesen sind in Pfalzen. Es war damals niemand da, der die Voraussetzungen gehabt hätte und gleichzeitig Interesse bekundet hat. Ich habe damals gesagt, dass

es derzeit niemanden gibt, von dem man klar behaupten kann: Der ist es. Diese Situation haben wir heute doch irgendwie auch... Ja, aber jetzt muss der Wechsel kommen. Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr antreten werde, also wird sich jemand finden müssen. Haben Sie den Eindruck, dass derzeit systematisch und bewusst daran gearbeitet wird, Ihr Lebenswerk zu zerstören? Es gibt gewisse Medien, die nur den Schatten sehen und nicht das Licht. An den Schlagzeilen und an manchen Berichten ist dies leicht zu erkennen. Man hat hin und wieder den Eindruck, dass es Leute gibt, die ein Interesse daran haben, dass der Landeshauptmann möglichst ohne Verdienste abtritt. Trotzdem: Mir fehlt in Ihren Argumentationen ein bisschen die Selbstreflexion. Könnte es sein, dass Sie in Ihren letzten Jahren einen grundsätzlichen Denkfehler in Ihrer Politik hatten?

LH Luis Durnwalder: „Ich würde ganz sicher nie mehr in die Politik gehen“

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Man kann aus seiner eigenen Haut nicht heraus, und jeder meint natürlich, dass seine eigene die beste Art ist. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt – damals haben Sie gelacht, heute hoffentlich nicht mehr: Ich bin sicher kein Kandidat für den Nobelpreis für Demokratie, ich habe meine eigene Art und Weise zu regieren. Schauen Sie, in der Landesregierung wird unglaublich viel diskutiert und geredet, bis man irgendwann zu einem gemeinsamen Nenner

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kommt. Mein Vorteil war immer, dass ich meist etwas besser vorbereitet war als manche Landesräte und deshalb von vorneherein ungefähr wusste, wohin ich wollte. Es wird diskutiert, debattiert, und hin und wieder muss ich mein Ziel auch etwas anpassen. Ich betreibe jetzt Selbstlob: Es darf zumindest kein Zweifel daran sein, dass ich fleißig bin. Ich lasse mich bei jedem Beschluss von den entsprechenden Landesbeamten bestens informieren, sodass ich

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am Ende oft besser Bescheid weiß als der zuständige Landesrat. Ich arbeite mich in jeden Beschluss ein und versuche, die Details zu verstehen. Auf diese Art und Weise mischt man sich vielleicht zu viel ein, weil man sich eben vorbereitet hat. Ich bin jeden Tag am Abend unter den Leuten, jeden Samstag, jeden Sonntag. Viele meinen, eine Einweihung könne nicht stattfinden ohne den Durnwalder, und man richtet sich in der Termindefinition nach meinem Terminkalender. An dieser Situation bin ich selbst schuld; ich bin Gefangener meines eigenen Umkreises. Es ist fast unmöglich, dass man hier noch so etwas wie Freizeit oder Familie hat. Nehmen wir an, Sie könnten die Zeit zurückdrehen... Ich würde ganz sicher nie mehr in die Politik gehen. Das sage ich aber nicht erst jetzt, das habe ich schon vor zehn Jahren gesagt. Der Politiker ist – vielleicht auch aus eigener Schuld – im Ansehen der Leute auf niedrigstem Niveau. Jeder sagt, der Politiker verdient zu viel – dass ein Bankdirektor viel verdient, oder auch ein Arzt oder ein Freiberufler, das kümmert niemanden. Zweitens herrscht die Meinung vor, der Politiker arbeite nicht, faulenzt nur. Drittens ist man der Meinung, er arbeite nur für sich selbst, sei bestechlich – der Politiker hat heute in der Tat kein Ansehen. Wenn ich als Freiberufler dieselbe Zeit aufwende, dann garantiere ich Ihnen, dass ich mehr als das Doppelte verdienen würde. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es geht mir nicht um den Verdienst, aber dass heute landläufig die Meinung vorherrscht, die Politiker schneiden nur Bandln durch, essen und haben ein schönes Leben – das finde ich ungerecht. Und wenn Sie trotzdem als Politiker die Zeit zurückdrehen könnten? Ich kann nicht sagen, ob ich einzelne Entscheidungen heute anders treffen würde, weil ich ja in der jeweiligen Zeit entschieden habe. Im Nachhinein – mit dem Wissen, wie sich gewisse Entscheidungen ausgewirkt haben – würde ich natürlich das eine oder andere anders entscheiden, aber dabei muss man bedenken, dass die Auswirkungen dieser Entscheidung ja auch schlechter ausfallen hätten können – im Nachhinein darüber nachzudenken ist müßig.

Welche großen Entscheidungen würden Sie heute anders treffen? Sie können bei mir die Gene nicht austauschen. Wenn Sie heute sagen, ich müsste eine andere Umgangsform haben oder eine andere Ausdrucksform, dann geht das nicht – ich habe eben diesen Charakter. Ich habe den Leuten bei den Wahlen immer gesagt: So bin ich eben. Wenn ihr einen Heiligen wählen wollt, dann müsst ihr meine Mutter wählen, die hat elf Kinder aufgezogen. Ich hingegen habe alle Laster, die ihr auch habt, und auch alle Vorteile und Nachteile. Ich bin eben so wie ich bin. Einerseits wollen die Leute, dass Entscheidungen getroffen werden, dass etwas weitergeht, dass Leben, Wirtschaft und Bewegung drinnen sind. Andererseits heißt es dann: Der Durnwalder arbeitet zu schnell, informiert zu wenig, lässt uns viel zu wenig an den Entscheidungen teilhaben. La moglie ubriaca e la botte piena – das geht eben nicht. Wenn die Leute mit mir so unzufrieden gewesen wären, dann kann ich nicht verstehen, warum ich bei jeder Wahl mehr Stimmen bekommen habe. Im Großen und Ganzen wollen die Leute, dass entschieden wird, und im Vergleich zu anderen Gebieten brauchen wir uns nicht zu verstecken.

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Braucht aber die Gesellschaft 2013, nach der Ära Durnwalder, einen anderen Stil, eine andere Art, Politik zu betreiben? Ja, natürlich. Mein Nachfolger kann alles tun, aber er darf auf keinen Fall mich nachahmen. Er muss eine eigene Form finden und sich vom Vorgänger unterscheiden. Er muss eigene Wege gehen, seine eigenen Umgangsformen finden. Ich hab seinerzeit doch auch nicht Silvius Magnago nachgeahmt – das wäre unnatürlich gewesen. Mein Nachfolger soll ja nicht um 6 Uhr früh Leute empfangen. Er soll nicht soviel unter die Leute gehen wie ich, und vielleicht darf jetzt auch alles ein bisschen langsamer gehen in unserem Land. Sie müssen aber auch verstehen, dass ich selbst in eine Zeit hineingekommen war, in der die wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten da waren, etwas weiterzubringen. Brixen ist in diesem Interview etwas zu kurz gekommen. Die Verlegung der Hochspannungsleitungen in Milland soll

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ja teilweise über die Umweltausgleichsmaßnahmen der SEL finanziert werden. Könnte es sein, dass die SEL-Affäre die Lösung dieses in Brixen sehr intensiv gefühlten Problems hinauszögert?

nicht, dass es sinnvoll wäre, mit dem Mittelanschluss zu warten, weil in Vahrn noch eine Genehmigung fehlt.

Sie müssen wissen, dass die Lösung der SEL-Affäre sehr viele Jahre brauchen wird – es wird also sehr lange herumgestritten werden. Ich kann dem Gericht nicht vorgreifen, aber sollte die Konzession annulliert werden, so gibt es meiner Meinung nach immer noch den concessionario uscente, der ja in der Zwischenzeit das Werk führt. Wir wissen, dass die Leitungen in Milland ein sehr gefühltes Problem sind. Die Verlegung muss über drei Kanäle finanziert werden: Die Terna AG wird etwa 1,5 Millionen Euro bezahlen, und diese Zusage habe ich bereits. Zum zweiten müssen wir versuchen, die Verlegung über die Umweltgelder zu finanzieren. Die Gemeinde wird einen Anteil der ihr zustehenden Umweltgelder hier einsetzen, und das Land wird ihre Gelder ebenso dort konzentrieren, auch wenn die umliegenden Gemeinden dies nicht gern hören werden. Das Land hat 720.000 Euro im Jahr zur Verfügung, und für zehn Jahre wollen wir diesen Betrag dafür binden. Wenn dazu die Gemeinde ihren Beitrag leistet und auch die Terna, dann könnten wir die Verlegung kurzfristig finanzieren, und das wäre doch eine gute Sache.

Die Vahrner haben nichts davon, wenn wir mit dem Mittelanschluss zuwarten. Wir werden mit Hochdruck auch an die Realisierung des Nordteils herangehen, sobald die technischen Voraussetzungen dafür da sind.

Wie ist die Zeitplanung? Die Umweltpläne sind zum Teil bereits beschlossen, also könnte sofort gebaut werden. Mittelanschluss und Nordanschluss der Westumfahrung?

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Es wird wohl nicht zur gleichzeitigen Ausschreibung der zwei letzten Lose kommen, auch wenn dies den Vahrnern zugesagt worden ist. In Vahrn gibt es noch Probleme mit einer Genehmigung, die die ANAS erteilen muss, weil die Autobahn in unmittelbarer Nähe der geplanten Trasse vorbeiführt. Ohne diese Genehmigung kann weder die Projektierung abgeschlossen noch der Bau begonnen werden. Beim Mittelanschluss hingegen könnte man gleich beginnen. Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr die Arbeiten hierzu ausgeschrieben werden können. Ich glaube

Die Vahrner werden nicht glücklich darüber sein...

Ist die Südumfahrung noch ein Thema? Sie ist nicht vordringlich. Vielleicht werden wir im nächsten Jahr die Ämter beauftragen, eine konkrete Studie zu erarbeiten. Damit wüssten wir, wie und wo eine Umfahrung sinnvoll wäre – denn schließlich geht es ja auch um Grundstücke, die wir dafür brauchen. Wissen Sie Bescheid über das Seilbahn-Projekt? Ich habe mit Mauro Moretti, dem Chef von RFI, bereits gesprochen. Er hat uns zugesichert, dass der Grund am Bahnhof an das Land übergehen würde. Ich bin der Meinung, dass die Seilbahn vom Bahnhof aus starten muss. Von Seiten des Landes werden wir zwischen 45 und 75 Prozent Beitrag geben – sofern es unsere Mittel erlauben. Ist dieses Projekt in Zeiten wie diesen überhaupt noch realistisch? Gerade in Zeiten der Krise dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Gerade in Zeiten wie diesen muss auch wirtschaftlich etwas getan werden: Wenn ich eine Kuh nicht füttere, kann ich sie auch nicht melken. Wenn es sich hier lediglich um eine Investition handeln würde zur Verschönerung des Stadtbildes oder der Plose, dann würde ich sagen, dass wir dafür wirklich keine Mittel zur Verfügung haben. Aber die Erschließung der Plose gehört sicherlich zu den wichtigen Dingen, weil dieses Projekt für Brixen ganz sicher positive Auswirkungen haben wird.

willy.vontavon@brixner.info doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


BRIXEN

Ein Strahl Hoffnung Bei einer Feierstunde in der Cusanus Akademie berichtet Vereinsgründer Benno Röggla über zehn Jahre „Helfen ohne Grenzen“ im Dienste der burmesischen Flüchtlinge.

B

enno Röggla war einmal erfolgreicher Marketingexperte. Erfolgreich ist der Brixner immer noch, aber auf einem ganz anderen Gebiet: jenem der Menschlichkeit. Wie in seiner Zehn-Jahres-Bilanz deutlich wurde, konnte der wachsende organisatorische Aufwand im Laufe der Zeit nur von jemandem bewältigt werden, der neben menschlichen Qualitäten auch unternehmerisches Gespür besitzt.

Erste Begegnungen. Benno Rög-

gla kommt erstmals im Jahr 1997 nach Burma, heute Myanmar. Er ist auf Sinnsuche nach dem Tod seines jüngeren Bruders Max. Durch Zufall entdeckt er das wahre Gesicht des Landes, wo abseits der touristischen Erschließung unter der Willkür des Militärregimes Verfolgung, Vergewaltigung, Brandschatzung und Tötung an der Tagesordnung stehen. Im südostasiatischen Land leben 135 Ethnien, die, mit Ausnahme der Birmanen, ständigen Repressalien ausgesetzt sind. Durch die Freundschaft mit Inge Eberhard, ehedem Prinzessin Mahadevi Thusandi, und der Hebamme Inge Sterk beginnt Röggla, sich im kleinen Rahmen für Menschen in Not einzusetzen. Inge Sterk wird 2002 für Vorträge nach Südtirol geholt, und als die Medien vorab nach den Bankverbindungen des Vereins fragen, braucht Benno

Röggla ganze zwei Tage – und der gemeinnützige Verein „Helfen ohne Grenzen“ ist gegründet. Transparenz ist von Anfang an oberstes Gebot: Die Verwaltungsspesen werden nicht aus dem Spendentopf vergütet. Im Herbst besucht Benno für sechs Wochen die Stadt Mae Sot an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar, und dieser Aufenthalt verändert sein Leben. Seit damals gehört seine ganze Liebe den geschundenen Menschen in dieser Region, den Karen, den Shan und vielen anderen, die trotz allen Leids aufrichtig und gastfreundlich geblieben sind. Im Dezember des Jahres strecken sich dem hellhäutigen Fremden in der ersten Flüchtlingsschule 200 Kinderhände entgegen – Hände, die eine Chance bekommen, eine Änderung ihrer Lebensumstände herbeizuführen. Schon ein Jahr später werden sieben Schulen betreut, die Anzahl der Kinder steigt auf 6.000 im Jahr 2007. Das Land Südtirol finanziert wasserdichte Schulranzen, es starten Aktionen wie „Ein Schuljahr unterm Weihnachtsbaum“. Aufgrund der Mangelernährung wird eine Küche eingerichtet, das erfolgreiche Programm „yummy! Essen an der Schule“ wird als beispielhaft gelobt. 2009 startet die Initiative „Obst und Milch“, die im letzten Jahr allerdings aus Mangel an Geldern eingestellt werden musste.

Schönheitsbehandlungen: (nach Vormerkung) 18.12. - 22.12. Visagist von Armani

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Die Medienpräsenz ist groß. In den Anfangsjahren wird auch konsequent auf Information gesetzt: Es laufen Vortragsreihen mit Schwerpunkt Schulen an, der Verein stellt sich ins Netz (www. helfenohnegrenzen.org), und der „Burma Day“ in der EURAC mit über tausend Besuchern sensibilisiert Südtirol. Viele Medien berichten über die Organisation, Patrick Kofler erstellt den Filmbeitrag „Die vergessenen Flüchtlinge Burmas“ und Roland Wehap lenkt mit „Burma Displaced“ den Blick auf ein gequältes Land zwischen atemberaubenden Landschaften, goldenen Pagoden und systematischen Menschenrechtsverletzungen. Bereits 2006 erscheint Rögglas bewegendes Dokument „Und der Dschungel weint“.

Gründung der Klinik. Im sel-

ben Jahr bemühen sich Benno Röggla und sein Team um die Verbesserung der hygienischen Zustände mit dem Programm „Ein Haus, eine Toilette“, und die Kathi-Zeschg-Klinik wird mit Hilfe der Familie und der Freunde der verstorbenen Krankenschwester eröffnet. Von Anfang an wird der Prothesenwerkstatt finanziell unter die Arme gegriffen, und 2008 wird auch eine Nähwerkstatt eröffnet. Wertvolle Unterstützung erfährt „der große, blonde Italiener, der deutsch spricht“ von Ann, Chaung Khu und der jungen Deutschen

Den geschundenen burmesischen Flüchtlinge gehört seit zehn Jahren Benno Rögglas ganze Hingabe

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Lena Weller. Bibi Niederkofler wird erste Mitarbeiterin in Südtirol.

Ungewisse Zukunft. Viele Men-

schen, Freunde, Familien, Schulklassen und Sponsoren haben in all den Jahren Mae Sot besucht und Projekte wie „Rays of Youth“ mitgetragen. Der Initiator selbst erhielt Preise und Ehrungen für seinen unermüdlichen Einsatz, blickt aber bei aller Genugtuung sorgenvoll in die Zukunft. Trotz zaghafter Reformen der neuen Regierung und des Einzuges ins Parlament von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hören weder die Menschenrechtsverletzungen auf, noch die Flüchtlingsströme. Nur Mut, das Motto des Vereins lautet „Ein Strahl Hoffnung“! irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Ein Tänzchen in Ehren... z Die im Jahr 1962 Geborenen haben einen besonderen Jahrgangskollegen unter sich, nämlich Bischof Ivo Muser. Dem entsprechend feierten die 50-Jährigen heuer ihr Jahrgangstreffen in Brixen, zunächst mit einem

gemeinsamen Gottesdienst im Dom und anschließend bei einem Umtrunk im Hof der Cusanus Akademie. Die Pfunderer Böhmische spielte dabei so mitreißend auf, dass sich selbst Bischof Ivo Muser in die Polonaise einreihte... db

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Politik & Gesellschaft Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

BOZEN

„BrixnerPlus“ an der EURAC z In einer kürzlich an der EURAC stattgefundenen Tagung über die Zukunft der eBooks und die sich verändernde Art der Mediennutzung wurde Chefredakteur Willy Vontavon eingeladen, die innovative Multimedia-Variante des „Brixner“ und die entsprechende Brixner-App vorzustellen. Vontavon erklärte, dass es auch für kleine Bezirkszeitschriften notwendig und sinnvoll sei, sich den sich ändernden Gewohnheiten und Bedürfnissen der Leser

kurz

notiert

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anzupassen: „Die Virtualisierung der Medien stellt vor allem für Periodika eine reale Chance dar, neue Zielgruppen zu erreichen.“ Ein langfristiges Überleben funktioniere bei Verlagen nur über innovative Lösungen, die „die Leser verblüffen“. Die Zahl der Nutzer der virtuellen „Brixner“ nimmt indes ständig zu: Mehr als 5.000 Leser haben bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe allein den Oktober-„Brixner“ am Bildschirm oder über die App gelesen. oz

Am 12. Dezember um 17 Uhr findet im Medienraum 1 der Mittelschule Oswald von Wolkenstein die alljährliche Informationsveranstaltung zum Musikzug statt. Besprochen werden unter anderem die Modalitäten der Anmeldungen sowie die Kriterien für die Aufnahme in den Musikzug, die über einen Aufnahmetest erfolgt.

In der Gemeinde Brixen laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung des vom Landtag kürzlich verabschiedeten Spielautomatengesetzes. Derzeit wird erhoben, wo und wieviele Spielautomaten in Gastbetrieben vorhanden sind. Für die Einhaltung der vorgeschriebenen sensiblen Zonen soll dabei garantiert werden.

Der Gemeinderat genehmigte zwei Anpassungen in Bezug auf die geltende Verordnung über die Videoüberwachung. Demnach dürfen die Daten nur mehr sieben Tage lang gespeichert werden, und die Verarbeitung der personenbezogenen Daten muss im Einklang mit dem Datenschutzgesetz erfolgen.


NACHGEFRAGT

„Schließe nichts aus“ SABINA KASSLATTER MUR, seit 1993 im Landtag und seit 1999 Landesrätin, über ihre Entscheidung, nicht fürs Parlament in Rom zu kandidieren. Frau Kasslatter Mur, Ihr Entschluss kam für viele überraschend... Es hätte mich schon gereizt, meine politische Arbeit in Rom fortzusetzen, sofern die Wähler dem zugestimmt hätten. Dennoch habe ich anders entschieden und das Angebot zu einer Kandidatur im kommenden Frühjahr abgelehnt: Es ist mir wichtig, diese Legislatur als Landesrätin für Bildung und deutsche Kultur abzuschließen. Ich bin für fünf Jahre beauftragt, ein Regierungsamt bedeutet Verantwortung, und ich möchte meine beiden großen Ressorts gerade jetzt nicht vorzeitig abgeben.

Wie reizvoll wäre es für Sie, Südtirols Angelegenheiten ab 2014 in Brüssel zu vertreten? Ich bewerbe mich im Frühjahr 2013 nicht für Rom, und ich werde im Herbst auch nicht mehr für den Südtiroler Landtag kandidieren. Erstens greift meine Mandatsbeschränkung von 15 Regierungsjahren, und zweitens sind insgesamt 20 Jahre Arbeit als Landtagspräsidentin und Landesrätin eine schöne lange Zeit. Sobald die neue Landesregierung um die Jahreswende 2013/14 gewählt ist, gebe ich mein Amt ab. Meine Zukunft ist völlig offen. Ich habe derzeit keinerlei konkreten Pläne für meine berufliche Zukunft. Jetzt

vollende ich meine Arbeit in der Landesregierung, danach werde ich mich umschauen. Und dabei schließe ich nichts von vornherein aus. Haben Sie auch Lust auf Neues, außerhalb der Politik? Ja, selbstverständlich! Ich glaube, sehr vielseitig zu sein, und habe auf vieles Lust. Und ich bin jetzt in der glücklichen Situation, die Dinge mal auf mich zukommen zu lassen und erst 2014 entscheiden zu müssen, woran ich in Zukunft arbeiten will und werde. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

PFEFFERSBERG

Fotos & Co gesucht z Eine Gruppe Interessierter vom Pfeffersberg – bestehend aus Marta Hochgruber, Ernst Röggla, Thomas Mitterrutzner, Brigitte, Günther und Andreas Obexer sowie Georg Kaser – beabsichtigt, ein Archiv mit alten Bild- sowie Tondokumenten vom Pfeffersberg anzulegen. Gesammelt werden dabei Bilder wie Fotos, Dias, Postkarten, Sterbebilder, Glasplatten, alte Stiche oder Landkarten. Bewusst will man sich jedoch nicht nur auf Bilder beschränken, sondern auch Ton-Dokumente und Filmmaterial sammeln. Die Arbeitsgruppe, die vom Bildungsausschuss Pfeffersberg unterstützt wird, arbeitet die Dokumente dann professionell in ein digitales Archiv ein: „Uns ist dabei sehr wichtig, die Leihgaben gewissenhaft und sorgfältig zu verwalten und diese nach dem Digitalisieren wieder unversehrt an die Eigentümer zurückzugeben. Bei eventueller Veröffentlichung wird die Genehmigung der Eigentümer

eingeholt“, so Georg Kaser. Vorerst will man sich auf die Sammlung und Archivierung des Materials konzentrieren; als Fernziel ist zudem die Organisation einer Ausstellung oder die Herausgabe eines Buches geplant. Wie ähnliche Projekte beweisen, kommen nämlich mitunter beachtliche Mengen an

Die Schrecken des Winters besiegen

interessantem Material zusammen, das viel über die Geschichte des Ortes erzählt. Jeder, der Bild- und Tonmaterial vom Pfeffersberg aus dem Zeitraum vor 1970 besitzt, ist nun gebeten, dieses ab Sonntag, 16. Dezember, bis Ende Februar 2013, jeweils nach der Messe in den Bibliotheken von Tils und

Tschötsch vorbeizubringen. Mitglieder der Gruppe werden das Material dort entgegennehmen. Nähere Infos können unter archiv. pfeffersberg@gmail.com oder bei Andreas Obexer (329 4359207), Georg Kaser (348 9333631) oder Günther Obexer (328 6720809) eingeholt werden. db

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ST. ANDRÄ

Schule endlich umgezogen z Mitte November sind – mit einiger Verspätung – die 90 Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal der Grundschule in St. Andrä in die Containerschule umgezogen. Eigentlich wäre dies bereits zu Schulbeginn geplant gewesen; verschiedene Sicherheitsüberprüfungen brachten aber nicht die erforderlichen Werte hervor, und so wurde sowohl in statischen Fragen als auch im hygienischen Bereich hinsichtlich Luft und Lärm nachgebessert. Teils liegen die Ursachen für diese überraschenden Ergebnisse im Unterschied, der zwischen EUNormen und nationalen Normen herrscht: Die Vorschriften in Italien sind strenger als in anderen

europäischen Ländern; die Container entsprachen aber den EU-Normen. Das Hygieneamt musste mehrmals Messungen vornehmen und schließlich in Zusammenarbeit mit dem beauftragten Bauunternehmen sowie dessen Sublieferant eine Lösung finden. Gegen die zu hohen Formaldehydwerte musste beispielsweise eine Lüftung eingebaut werden, deren Ventilator sich in der Folge als zu laut erwies und ebenfalls angepasst werden musste. Besonders die Lehrer und die Schüler haben in diesen Wochen große Geduld bewiesen, da auch die Situation in der alten Schule und im Schulhof zunehmend inakzeptabel wurde. ab

BRIXEN

Über die Grenzen z In Brixen wurde kürzlich die erste alpenübergreifende Arbeitsgemeinschaft von Lions Clubs gegründet: Die vom Bozner Albert Ortner initiierte „Alpine Lions Cooperation“ (ALC) hat sich zum Ziel gesetzt, eine Plattform des Zusammentreffens, des Informationsaustauschs und der Kooperation zu bilden für jene Clubs, die sich in den Ländern des Alpenraums befinden. „Gemeinsam wollen wir soziale Projekte planen und

realisieren“, sagt Albert Ortner. Die sieben Gründungsdistrikte der „ALC“ stammen aus Norditalien, Zentralschweiz, Österreich und Bayern; Slowenien, die Ostschweiz und einige oberitalienische Distrikte haben bereits reges Interesse an einer Mitgliedschaft angemeldet. Gemeinsam will man nun jährlich Projekte ankurbeln – „dort, wo die öffentliche Hilfe nicht mehr ankommt oder nicht vorgesehen ist“, erklärt Ortner. Die derzeit sieben Distrikte der Alpine Lions Cooperation bestehen aus 500 einzelnen Clubs und insgesamt etwa 17.000 Mitgliedern. wv

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BRIXEN

Kairos hat sich bewährt

Feuerwehren proben für den Ernstfall

z Seit zehn Jahren digitalisiert die Sozialgenossenschaft Kairos nun schon Daten jeglicher Art. Die aus einem Projekt des Europäischen Sozialfonds entstandene Genossenschaft bildet Personen mit Behinderung für diese Aufgaben aus, damit sie dann in den freien Arbeitsmarkt wechseln können. Derzeit arbeiten in der Bahnhofstraße 21 in Brixen vier Personen mit Behinderung, ein Tutor sowie zwei Praktikanten. Kairos hat bereits zahlreiche Arbeiten für Ämter und Unternehmen durchgeführt; das Team digitalisiert aber auch Dias, Dokumente, Videos, LPs, Musikkassetten oder sonstige

Erinnerungen aus dem Familienarchiv für Privatpersonen. Die Genossenschaft hat es sich zur Hauptaufgabe gemacht, die Mitarbeiter mit Behinderung in ihrer Autonomie zu unterstützen und ihnen somit ein selbstbestimmendes Leben zu ermöglichen, zu dem ein Arbeitsplatz sowie das soziale Umfeld und die persönliche Lebensqualität gehören. Für die Zukunft möchte sich Kairos auch an die Übernahme der Verwaltung von Firmenarchiven wagen und somit auch weiterhin die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter sichern. Weiter Informationen findet man auf www.kairos.cd. eh

z Neben Brandeinsätzen ist es insbesondere für die Feuerwehr Brixen wichtig, bei Verkehrsunfällen rasch und gekonnt eingreifen zu können. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens an den Transitachsen kann es immer wieder zu Unfällen mit LKW-Beteiligung kommen, die eine besondere Herausforderung darstellen. Dann ist auch die Brixner Feuerwehr gefragt; deshalb haben sich die Wehrmänner bei Schulungen im In- und Ausland bereits für Unfälle dieser Art gerüstet. Um das Erlernte in die Praxis umzusetzen, wurde kürzlich eine Übung unter realistischen Bedingungen organisiert: An einer LKW-Kabine wurde die Befreiung von eingeklemmten Personen geübt, die meist schwer zu erreichen sind. Weiters wurde ein LKW-Unfall mit Seitenlage simuliert, bei dem zur Bergung des Verunfallten ein Fußraumfenster im Boden der Kabine geöffnet werden musste. Um auch für Großeinsätze gerüstet zu sein, simulierten die Feuerwehren

NATZ-SCHABS

BRIXEN

Bibliothek Raas feiert 25. Geburtstag z Vor kurzem fand in Raas eine kleine Feier zum 25-jährigen Bestehen der Bibliothek Raas statt, die 1987 in der Grundschule von Raas mit einem Bestand von 900 Büchern und zehn Zeitschriften ihre Tore geöffnet hat. Gisela Überbacher war damals die treibende Kraft und leitet auch heute noch die Geschicke der Bibliothek, die in dieser Zeit mehrmals ihren Standort gewechselt hat. Die Bibliotheksleiterin kann seit Beginn auf die Unterstützung motivierter Helferinnen zählen. Für dieses langjährige Engagement erhielten die Leiterin und ihre

Mitarbeiterinnen Petra Taschler, Maridl Gruber, Erika Michaeler, Ulrike Tauber, Christa Tauber, Donata Tauber, Gundi Tarsia und Sigrid Überbacher Blumen und Urkunden. Bürgermeister Peter Gasser gratuliert zu diesem für die Gemeinschaft so segensreichen Schaffen und nannte die Bibliothek eine geistige Tankstelle. Pfarrer Arthur Schmitt betonte, dass „Bibliotheken Menschen neue Erfahrungen ermöglichen, den Horizont erweitern und gleichzeitig ein Ort der Begegnung und des Austausches sind.“ Abschließende Glückwünsche überbrachte Gerlinde Schmidhofer vom Amt für Bibliothekswesen, die die Bedeutung des Ehrenamtes für das Funktionieren einer solchen Struktur herausstrich. amm

Brixen, Milland und Sarns einen Brand im Haus der Solidarität in Milland. Mit Tanklöschfahrzeugen, Drehleiter und Großraumlüfter rückten 60 Männer aus, um rund 50 Personen zu evakuieren und einige aus verrauchten Räumen zu retten. Der zweistündige Großeinsatz war laut Übungsleiter der FF Milland, Hannes Egger, eine gute Möglichkeit, um den Ernstfall zu proben. eh

Gegen Gewalt und Rassismus

z 20 junge Künstler aus den verschiedensten Ländern wie Griechenland, Brasilien, Deutschland, England, Kroatien oder Polen gestalteten das Projekt „Instant Act“, organisiert vom Jugendzentrum Kassianeum, dem Amt für Innovation und dem deutschen Schulamt. An vier Standorten arbeiteten die Künstler mit jeweils 150 Schülern aus ganz Südtirol in kleinen Workshops an verschiedenen Ausdrucksformen wie Tanztheater, Pantomime, Gesang, Trommeln, Capoeira, Beatbox oder Rap. Am Ende des Vormittages präsentierten die Schüler zusammen mit ihrem ausländischen Workshopleiter

die Ergebnisse den anderen Jugendlichen. Am Nachmittag hingegen boten die Künstler in einer für Jugendliche aufgearbeitete Bühnenshow Szenen, die das Thema Gewalt und Rassismus aufgriffen dar. „Ziel dieses Projektes war es, Fremden zu begegnen – sei es den ausländischen Künstlern wie auch Jugendlichen aus anderen Schulen, und somit positivere Eindrücke von Menschen anderer Kulturen zu erhalten“, erläutert Claudia Dariz, pädagogische Leiterin im Jugendhaus Kassianeum, „zudem sollte das Projekt dazu beitragen, die Selbstsicherheit zu fördern, Ängste zu überwinden und sich mit den Themen Gewalt und Rassismus auseinanderzusetzen.“ Das Projekt „Instant Act“ stieß dabei auf großes Interesse und war binnen weniger Tage ausgebucht. db 19


Menschen & Meinungen

Foto: Oskar Zingerle

MUSIK IM BLUT: Nathan Chizzali begann als Vierjähriger mit dem Klavierspielen; mit acht entdeckte er seine Leidenschaft für das Cello, dessen Saiten er virtuos zum Klingen bringt

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PORTRAIT

Ein Cello als ständiger Begleiter NATHAN CHIZZALI, erfolgreicher Cellist und Musiklehrer, über sein Leben in enger Verbundenheit mit der Musik – und wie er seine Leidenschaft zum Beruf machte.

N

a, sein des kloane Handlan“, rief Max Moroder beim Aufnahmegespräch in der Musikschule, „aber wersch segn, die werdn sich no entwickeln“, beschwichtigte er sogleich. Und der erfahrene Musiklehrer sollte Recht behalten. Aus den kleinen Händchen des damals Achtjährigen Nathan Chizzali haben sich kräftige und geschickte Hände „entwickelt“, die heute virtuos die Saiten des Cellos zum Klingen bringen. Dabei beruht die erste Begegnung Nathans mit dem Cello auf einem Missverständnis. Schon als Knirps spielte er Klavier mit

stammt aus dem Gadertal, ist Chorleiter und Organist, Mutter Erika ist Chorsängerin – das ist eine geballte Ladung an musikalischem Erbgut. Nathans Bruder Tobias spielt Orgel und Manuel Geige. Gemeinsame Auftritte kommen selten vor, „da gäbe es Zoff, wie bei anderen auch“, meint Nathan mit einem entwaffnenden Grinsen.

Musik in den Genen. Unbestritten

besitzt Nathan Chizzali alle Fähigkeiten, die einen Vollblutmusiker ausmachen wie Einsatz, Fleiß und Ausdauer, aber das besondere Talent und das feine Gehör sind angeboren. Und hier kommen seine ladinischen Wurzeln zum Tragen, jene Gene, die so viele kreative und begabte Menschen im Bereich der Kunst und Musik hervorbringen. Vater Otto Chizzali

Preise und Projekte. Der musi-

kalische Werdegang startete am

Heimweh beim Sommerkurs. Konservatorium bei Giuseppe Die Teilnahme an den Österreichischen Sommermusikwochen brachte den damals Zehnjährigen ins Stift Admont in der Steiermark. „Da hatte ich brutal Heimweh“, erinnert sich der Musiker, „es war das

„Sich auf Ungewöhnliches einzulassen ist für mich besonders reizvoll“_ Nathan Chizzali seinem Vater Otto als Lehrmeister. Als dieser eines Tages vorschlug, es mit dem Cello zu probieren, dachte Nathan in kindlicher Naivität an ein Cembalo und willigte ein. In der ersten Unterrichtsstunde traute er seinen Augen kaum: Das vermeintliche „Cembalo“ entpuppte sich als Cello, jedwede Ähnlichkeit mit einem Klavier völlig ausgeschlossen! Nachdem der erste Schreck verflogen war, wurde das doch etwas sperrige Instrument bald zum festen Bestandteil in seinem Leben.

erlaubte ihm, in der schwierigen Phase der Pubertät einen Bereich ganz für sich alleine zu haben. So sehr der sportliche Ehrgeiz ihn auch beflügelte, stieß er letztendlich an seine körperlichen Grenzen: Nach vier Jahren im SSV nahm er Abschied von der Aschenbahn.

erste Mal, dass ich so weit von zu Hause fort war“. Mit dem Orchester des Italienischen Musikinstituts unter der Leitung von Stephen Lloyd durfte er zum „4th European Youth Music Festival“ nach Budapest und gewann seine ersten Wettbewerbe bei „prima la musica“ in Innsbruck und Eisenstadt. Mit 14 bekam Nathan sein eigenes Cello, erbaut von Igor Moroder, das er heute noch spielt und hütet wie seinen Augapfel. Jetzt war er Mitglied in der „Jungen Philharmonie Wien“ und hatte in den folgenden fünf Jahren Auftritte in den renommiertesten Konzertsälen Österreichs, wo er auf Stars wie Kammersängerin Agnes Baltsa oder Opernexperte Marcel Prawy traf. Damals war Nathan nicht nur junger Philharmoniker, sondern auch „junger Sprinter“. Über den Schulsport kam er zur Leichtathletik, wo er regionale und nationale Wettkämpfe bestritt und etliche Erfolge einfahren konnte. Der Sport

Momo, führte ihn dann nach Wien zu Howard Penny, den er schon bei den Music-Camps in Brixen kennen- und schätzengelernt hatte. Es häuften sich Preise bei diversen Musikwettbewerben, stets einfühlsam begleitet von seinem treuen Freund aus der Musikschule, Andreas Benedikter. Die Teilnahme an den Meisterkursen der Mahlerakademie war für den jungen Musiker ein nachhaltiges Erlebnis, vor allem Dank des Solo-Cellisten Wolfgang Boettcher, Koryphäe und großartiger Pädagoge, von dem Nathan Chizzali als Musiklehrer noch heute zehrt. Nach dem Erwerb des Abschlussdiploms folgten Projekte mit dem Haydnorchester, dem Südtiroler Jugendsinfonieorchester, er gründete das Alaris Ensemble, das Argentrio mit Judith Huber und Tamara Salcher, wurde Mitglied im Musicalorchester der Vereinigten Bühnen Bozen und in der Streicherakademie Bozen. Seit 2011 leitet er mit Katharina Egger die Flohstreicherwoche in Brixen. Dass er offen für alle Genres ist, beweist seine Zusammenarbeit mit den Komponisten Manuela Kerer und Marcello Fera. Violinist Fera ist Gründer und Leiter des Ensemble Conductus, wo der Brixner Musiker seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen kann, unter anderem beim ihm gewidmeten Werk „Cellophonia“. Kaum einzubremsen ist Chizzali, wenn er über das gemeinsame Projekt von Conductus mit dem korsischen Männerchor „A Filetta“ spricht:

„Sich auf Ungewöhnliches einzulassen ist für mich besonders reizvoll“, unterstreicht der Cellist. Im Sommer 2013 steht die CD-Vorstellung von „U cantu di l’acqua“ mit anschließender Tournee an.

Knappe Freizeit. Die Konzerttätigkeit und sein engagierter Unterricht lassen ihm wenig Raum für Freizeit. Gestresst wirkt der Vielbeschäftigte dennoch nie; selbst nach einem anstrengenden Auftritt steht er seinen Fans lächelnd Rede und Antwort. In den seltenen Musestunden ist er mit seiner nigelnagelneuen Nikon unterwegs – oder er zaubert kulinarische Köstlichkeiten. Für wen, bleibt ein Geheimnis.

irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Nathan Chizzali ist 1982 in Brixen geboren als mittlerer Sohn einer Musikerfamilie. Sein Vater Otto Chizzali war Musiklehrer im Pädagogischen Gymnasium, die Mutter Erika Lerchner ist Sängerin, seine Brüder Tobias und Manuel musizieren ebenfalls. Mit vier lernt er Klavier beim Vater, mit acht beginnt sein Cello-Studium, das er im Konservatorium 2004 abschließt. Seither begleiten unzählige Preise, Projekte und Konzerte seine Laufbahn. Er ist Lehrer an den Musikschulen Brixen und Sterzing. 21


Foto: Ingo Dejaco

Menschen & Meinungen

BRIXEN

Laura im Ruhestand z Nach mehr als 20 Jahren ist Laura Dariz als Leiterin des SVPBezirksbüros Brixen kürzlich in den verdienten Ruhestand getreten. „Die Laura“ hatte in den Neunziger Jahren zunächst als Aushilfe begonnen, danach war sie halbtags, bald ganztags tätig. Die persönliche Betreuung der SVP-Mitglieder und der Ortsgruppen war ihr besonders wichtig, aber im Grunde hat sie vor allem in Vorwahlzeiten im besten Sinn des Wortes eine „Mutterrolle“

eingenommen für die Kandidaten. So war es kein Wunder, dass vor allem Bürgermeister Albert Pürgstaller voll des Lobes ist: „Gemeinsam haben wir viele Schlachten geschlagen“. Die Ortsobleute von Brixen haben Laura Dariz an ihrem letzten Arbeitstag mit einer bescheidenen kleinen Feier überrascht – bei der dann lange über vergangene Zeiten und auch über die Herausforderungen der Zukunft philosophiert wurde. wv

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN/WIEN

Kunstgalerie in der eigenen Wohnung

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum die Welt in 21. net untergiahn kånn. Mein Kalender geaht jå bis zen 31. ...

kurz

notiert

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z Schon während der Diplomarbeit hat Victoria Dejaco, Jahrgang 1986, den Flur in ihrer Mietwohnung in Wien zu einem No-Budget-Ausstellungsraum umfunktioniert, und diese Initiative führt sie nun auch nach abgeschlossenem Studium der Kunstgeschichte weiter. Im Rhythmus von zirka acht Wochen lädt sie Künstlerfreunde zu Einzelausstellungen in ihre „Hallway Gallery“ ein. Manche entwerfen dafür ein Gesamtkonzept, andere platzieren eine einzige Arbeit, und bei einigen trifft die Kuratorin

Leonardo La Vigna ist der neue Quästor in Brixen; er hat kürzlich seine Arbeit aufgenommen. Bei einem Empfang im Rathaus betonte er, er schätze sich glücklich, diesen Posten übernehmen zu dürfen, und er versicherte, jegliche Probleme mit der angemessenen Gelassenheit und Verantwortung anzugehen.

selbst die Auswahl der Werke und ihre Hängung. Die Einladung zur Vernissage erfolgt über E-Mail oder über die Homepage (www. hallwaygallery.home.lc); es gibt leckeren Fingerfood und preiswerte Getränke. Im Journal der „Vienna Art Week“, die jedes Jahr im November stattfindet, wird die

laufende Ausstellung von Jörg Reissner in der Hallway Gallery in der Sparte „Künstlerinitiativen“ angeführt. Reissner ist ein in Wien lebender Südtiroler, dessen Arbeiten sich mit Fläche und Raum in der Malerei auseinandersetzen. Zuletzt war er in Franzensfeste bei Panorama 4 zu sehen. db

Der neue Präsident des Lions Club Brixen ist Remo De Paola. Er löst damit Gebhard Dejaco ab, der das Amt in den vergangenen zwölf Monaten innehatte.

Seit 1962, also seit fünfzig Jahren, ist Otto Rubatscher als Organist tätig. Der 83-jährige „Orgel-Otto“ übernahm den Platz des Domorganisten und spielt heute als Rentner in der Pfarrkirche von Brixen an der Königin der Instrumente.


O o op s

mein Hoppala

Martin Oberrauch, Geschäftsführer der Serima GmbH

Nicht ohne meine Brille... Ich war auf dem Weg nach Bozen zu einem Kunden. Da ich die Straße, in der sich sein Büro befindet, nicht kannte, schrieb ich mir die Adresse sicherheitshalber auf einen Zettel auf. In Bozen Süd ausgefahren, hielt ich kurz am Straßenrand an, um die Adresse in mein Navigationssystem einzugeben. Dieses Vorhaben erwies sich allerdings alles andere als einfach: Da ich meine Lesebrille zu Hause vergessen hatte, war ich, wie man so schön sagt, „Kessl un“. Ich schaffte es in keinster Weise, die von mir aufgeschriebene Adresse zu lesen. So fuchtelte ich mit dem Zettel vor meinen Augen herum, hielt ihn ganz nahe an die Nase und umgekehrt – alles leider ohne Erfolg. Ohne meine Lesebrille war es ein Ding der Unmöglichkeit, die Adresse zu entziffern; in diesem Augenblick wurde mir bewusst, dass das Älterwerden auch bei mir nicht spurlos vorübergeht. Um nun doch noch meinen Kundentermin wahrnehmen zu können, blieb mir nichts anderes übrig, als einen Passanten um Hilfe zu bitten, der mir dann schmunzelnd die Adresse vorlas – ohne Brille.

So macht Bewegung Spaß!

Leser kochen für Leser

mmh!

Spinat-Feta-Schinken-Strudel > Zutaten 150 g Schinken 200 g tiefgekühlter Blattspinat 1 Rolle Blätterteig Feta-Käse Gemüsebrühe Weißwein 1 Ei 1 Zwiebel 2 Knoblauchzehen Olivenöl Naturjoghurt Thymian, Petersilie, Paprika, Muskatnuss

und mit Weißwein ablöschen. Die Gemüsebrühe und etwas Muskatnuss dazugeben und 15 Minuten köcheln lassen. Inzwischen das Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Blätterteig aufrollen, den Spinat etwas abkühlen lassen und zusammen mit dem gewürfelten Schinken und dem Feta auf den Blätterteig verteilen. Strudel zusammenrollen, mit Ei bestreichen und für zirka 20 Minuten in den Ofen geben. Wenig Knoblauch, Petersilie, Paprika und Thymian hacken und ins Joghurt einrühren. Den fertigen Strudel in Scheiben schneiden, mit dem Joghurt anrichten und mit einem Zweig Thymian dekorieren.

> Zubereitung Spinat in klein gehacktem Zwiebel und Knoblauch in einem Topf anbraten

Auch Natacha Kluber aus Mühlbach durfte sich als neues Mitglied der „Brixner“-Redaktion unserer hausgemachten Tradition beugen und ein Rezept für unsere Leser liefern. Wir heißen Natacha herzlich im Team willkommen – und wünschen allen anderen guten Appetit! Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Empfinden Sie die IMU als gerechtfertigt?“ ezielle Jetzt sp TE O ANGEB

-20% vonlle1n0och lagernden 012! auf a DELLE 2 RADMO

18,18% Ja, der Staat braucht für seine Sanierung radikale Schritte. 9,09% Ja, die Steuer ist gerecht. 25,00% Nein, damit wird die Wirtschaft zu sehr gedrosselt. 47,73% Nein, die IMU übersteigt die Grenze zum Erträglichen

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“.

Die neuen Modelle 2013 sind da: RENNRÄDER - MOUNTAINBIKES - E-BIKES der TOPHERSTELLER: SCOTT, SIMPLON, WILIER TRIESTINA und jetzt auch FITNESSGERÄTE von KETTLER und TOORX! Ihr Fahrradspezialist im Eisacktal Klausen . Leitach 16 . Nähe Schwimmbad Tel. 0472 847 576 . info@bikeplus.it www.bikeplus.it

Die aktuelle Frage des Monats:

„Sollten auch Senioren für die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel bezahlen?“ > Ja, denn jeder Nutzer sollte die entsprechenden Kosten mittragen. > Ja, aber nur in einem geringen Ausmaß. > Nein, weil die Senioren damit viel mobiler sind. > Nein, denn sie verursachen im Grunde keine Mehrkosten. Stimmen Sie mit! www.brixner.info 23


Menschen & Meinungen

BRIXEN

LAMMento

Festgabe zum 80. Geburtstag

Bäh! „Ach, das hör ich ja immer wieder“, sagt der Franz, und irgendwie hab ich das Gefühl, dass er sich darüber ärgert, der Franz, dass er dies immer wieder hört. Nur: WAS hört er immer wieder? Darüber hat er sich ja bisher ausgeschwiegen, während die Frieda immer wieder vom Tresen herüberfragt, was wir denn heute haben möchten, denn sie möchte sich ja irgendwie beteiligen an der Diskussion, und das geht vom Tresen aus nicht besonders gut, weil dann das ganze Lokal mithört. Also bestellt der Franz ein Skiwasser, was viel gefährlicher klingt als es ist, und ich schließ mich an. „Die Plose ist ja als Skiberg sowas von unattraktiv! Das ist es, was ich immer wieder höre“, sagt der Franz, „und – sorry – ich kann das nicht nachvollziehen, denn das Panorama ist einmalig, die Pisten sind perfekt hergerichtet, die Trametsch ist ein Traum“. Hetzigerweise sind es immer die Brixner, die über ihren Hausberg meckern, sag ich, das müsste man mal psychologisch aufarbeiten, denn das ist doch nicht logisch, dass ein Brixner zu seinem Berg „Bäh!“ sagt, wo er doch nur diesen einen hat. „Wer weiß“, sagt die Frieda in ihrer grenzenlosen Weisheit, während sie immer noch verzweifelt versucht, im Internet nach den Ingredienzien vom Skiwasser zu suchen, „vielleicht kommt irgendwann die Zeit, in der man dem eigenen Skigebiet nachtrauert“. Wenn es die Plose nicht mehr gibt, fahren wir eben jeden Sonntag nach Bruneck, mischt sich ein mithörender Budlloaner ein. Oder nach Obereggen. Oder auf die Gitsch. Ist ja kein Problem. Oder?

Damen- und Herrenmode Trachtenmode - Brautmode

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z Im Oktober feierte Tischler Josef Barth seinen 80. Geburtstag. Um das Lebenswerk des Beppo Barth gebührend zu würdigen, ließen die Kinder Ivo und Filippa eine Festschrift anfertigen. Mit dieser ehrenvollen Aufgabe wurde die gebürtige Brixner Künstlerin Carmen Müller betraut, deren Werken stets akribische Recherche zugrunde liegt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die „Lebens-Werkstatt des Beppo Barth“ ein

kleines Kunstwerk geworden ist. Chronologische Ereignisse alternieren sich mit Fotos aus dem Familienkreis und Skizzen aus der Werkstatt. Der 1932 Geborene verbrachte seine Kindheit in der Trattengasse und besuchte neben der italienischen Volksschule die Katakombenschule bei Marie Leitner. Als der Vater Johann früh verstarb, ging der Bub in die Lehre beim Onkel Gustl. Nach dem Besuch der Fachschule für Tischler in Deutschland kehrte Beppo heim und übernahm die Werkstatt im Jahr 1957, treu unterstützt von Gattin Maria. Der florierende Betrieb übersiedelte in den 70er Jahren in die neu erschlossene Industriezone. Anstelle des alten Werkstattgebäudes errichtete Sohn Benno ein Wohnhaus, wo sich heute die „benno barth stiftung onlus“ befindet. Sohn Ivo hat den Betrieb erweitert und modernisiert. ird

ST. ANDRÄ

Ein Leben für die Musik

z Ende Oktober wurde Luis Stockner für sein 50. Jubiläum als Chorleiter und 60 (!) Jahre als Organist in St. Andrä gefeiert. Er selbst hat sich zu diesem

extravagant glanzvoll individuell

Anlass die Aufführung der SchubertMesse Nr. 2 in G-Dur gewünscht und umgesetzt. Chor, Solisten und Orchester sorgten für ein wahres Gustostück, und Luis Stockner ließ es sich nicht nehmen, die Gottesdienstbesucher mit seinem Orgelspiel aus der Kirche zu geleiten. Den Festrednern fiel es leicht, Worte des Dankes und der Anerkennung zu finden: Theodor Rifesser, Vorsitzender der Diözesankommission der Kirchenchöre in Südtirol, sprach von einem „untrüglichem Zeichen von gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung“. Erich Deltedesco überbrachte die Glückwünsche des Südtiroler Chorverbandes. ab


Pro& Contra Soll die Gemeinde Mühlbach eine Gewerbezone für die Firma Pertinger Herde ausweisen? Der Hintergrund:

Die Firma Pertinger Herde plant seit mehreren Jahren die Erweiterung ihres Firmensitzes. Da eine vor Jahren in der Örtlichkeit Plompeneid ausgewiesene Zone den Anforderungen der Firma angeblich nicht mehr entspricht, hat sie die Ausweisung einer neuen, größeren Zone im Bereich der Mühlbacher Klause beantragt. Der Gemeinderat ist sich einig, das Unternehmen mit über 40 Mitarbeitern im Ort halten zu wollen; trotzdem stimmten alle zehn anwesenden SVP-Räte gegen den Antrag, die drei Freiheitlichen dafür.

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Georg Vaja, Gemeinderat der Freiheitlichen: „Wer haftet im Unglücksfall?“ Ja Die Wurzeln des stetig wachsenden Traditionsunternehmens Pertinger liegen in Mühlbach. Die Firma Pertinger beschäftigt über 40 Mitarbeiter, wovon alle direkt aus Mühlbach und näherer Umgebung sind. Viele davon haben Familie, und somit profitieren an die 120 Personen von der Weiterentwicklung der Firma. Die Errichtung des neuen Standortes im Ort wird die Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen. In der Zone Plompeneid können laut Machbarkeitsstudie etwa 2.000 Quadratmeter verbaut werden. Dies entspricht in keinster Weise der Notwendigkeit der Firma Pertinger, die rund 6.000 Quadratmeter plus Park- und Wendeplätze benötigt. Die Produktion auf mehreren Etagen ist aufgrund der schweren Teile und Maschinen nicht möglich. Zudem ist die Zufahrt vor allem für Sattelzüge problematisch. Aus mehreren geologischen Gutachten geht hervor, dass in der Zone Plompeneid erhebliche Steinschlaggefahr besteht. Geologen und Techniker raten von einer Bebauung aus Sicherheitsgründen ausdrücklich ab. Meines Erachtens ist es fahrlässig, Arbeitsplätze in einer direkten Gefahrenzone zu errichten. Wer haftet im Unglücksfall? Direkt an der Pustertaler Staatsstraße gegenüber der bestehenden Gewerbezone Mur bietet sich eine erschließungstechnisch günstige Zone an. Mit der Ausweisung dieser Zone könnte die Gemeindeverwaltung die Voraussetzungen schaffen, dass der Standort der Firma Pertinger in Mühlbach erhalten bleibt. Kann es sich die Gemeinde Mühlbach in Krisenzeiten leisten, dass im Dorf 50 Arbeitsplätze verloren gehen? z

Christoph Prugger, Bürgermeister von Mühlbach: „Mehrere Bedenken“ Nein Die Gemeindeverwaltung steht dem Vorhaben der Firma Pertinger zur Errichtung einer neuen Betriebsstätte positiv gegenüber. Wir stellen die Notwendigkeit einer räumlichen, zeitgemäßen Erweiterung keinesfalls in Frage. Das Unternehmen ist eine Bereicherung für die Gemeinde, und die Notwendigkeit einer Erweiterung ist ein positives Signal. Was den gewünschten Standort an der Pustertaler Straße im Bereich der mehr als einen Kilometer entfernten Mühlbacher Klause betrifft, so haben wir mehrere Bedenken. Zum einen gibt es in Mühlbach an der Meransner Straße bereits eine Gewerbezone in der Örtlichkeit Plompeneid, die der Firma Pertinger zur Gänze zur Verfügung stünde. Diese könnte, falls erforderlich, auch erweitert werden, der Grundeigentümer hat dies auch schriftlich zugesichert. Die Firma Pertinger lehnt diese Zone nun ab, obwohl sie selbst an dessen Durchführungsplan mitgewirkt hatte. Oberhalb dieser Zone hat die Landesverwaltung in den vergangenen Jahren umfangreiche Hangabsicherungsmaßnahmen durchgeführt. Für den neuen Wunschstandort im Grünen müsste ein Bauer gegen dessen Willen enteignet werden, was die Räte mit großer Mehrheit für nicht vertretbar halten. Große Sorge besteht auch, dass in Folge der bereits geltenden und der noch zu erwartenden Liberalisierungen des Handels durch die Staatsregierung langfristig eine Art zweite, kleinere Lodenwelt entstehen könnte. Dadurch würde die Entwicklung des historischen Ortskerns massiv beeinträchtigt und die Nahversorgung verschlechtert. z 25


Menschen & Meinungen

Gastkommentar: Ralf Lüfter

Ökonomie und Ethik I m Zuge der gegenwärtigen Krise, die gemeinhin als Wirtschaftskrise bezeichnet wird, ist ein steigendes Interesse an ethischen Fragestellungen bemerkbar. Schlagwörter wie nachhaltiges Wirtschaften, unternehmerische Sozialverantwortung, gemeinsame Wertschöpfung, fairer Handel, menschengerechtes Wirtschaften, ethische Unternehmensführung oder Optimierungsfalle begegnen allenthalben und finden nicht zuletzt im Rahmen diverser Unternehmensstrategien Niederschlag in betrieblichen Ethik-Kodizes. Längst begleiten regionale, nationale und internationale Ethik-Kommissionen den politischen Meinungsbildungsprozess. Die Nachfrage nach Ethik wächst. Insbesondere in Krisenzeiten neigt man für gewöhnlich dazu, nach neuen Regeln und Normen zu verlangen, die eine veränderte Handlungs- und Verhaltensweise ermöglichen und auf diese Weise dazu beitragen, einen Ausweg aus der Krise zu finden. Krisen sind immer auch Krisen des Urteilens. Wir sagen, wir sind in Krise, wenn wir nicht mehr wissen, ob etwas wahrlich das ist, was es scheint, oder eben nicht; ob etwas gerecht oder ungerecht ist; ob etwas ehrlich oder falsch ist. Hingegen ist ein Urteil kritisch, wenn es

zwischen Sein und Nichtsein, zwischen gerecht und ungerecht, zwischen ehrlich und falsch unterscheidet und um den jeweiligen Unterschied weiß. So verlangt eine Krise naturgemäß nach einem freien und autonomen Urteil – nach einem Urteil, das von sich aus in der Lage ist, sich dem Dilemma, das durch die Krise offenbar geworden ist, zu stellen.

ethischen Werte sollen im Bereich der Ökonomie zur Anwendung kommen und zum Beispiel in die unternehmerische Praxis integriert werden? Welche ökonomischen Werte sind andererseits aus ethischer Sicht für die Entwicklung eines gerechten Gemeinwesens akzeptabel oder sogar wünschenswert? In dem Maße, in dem wir von der gegenwärtigen

ce gegenwärtig. Der Sinn des Menschen, der Sinn der Natur, der Sinn all dessen, was ist, erschließt sich diesem Denken dadurch, dass es als Ressource gesehen wird. Nichts ist dabei das, was es ist. Alles ist Ressource geworden. Per Definition ist eine Ressource ein „Mittel für ...“, „ein Mittel für die Befriedigung bestimmter Bedürfnisse, mit dem man

„Was bedeutet es, dass alles und jeder einen Wert hat und sich der Sinn von allem und jedem ausschließlich anhand von Werten erschließt?“_ Prof. Ralf Lüfter Welches Dilemma, so können wir uns indes fragen, charakterisiert die gegenwärtige Krise? Obwohl sich die Frage wohl nicht ohne weiteres beantworten lässt, finden wir gerade in der Gegenüberstellung von Ökonomie und Ethik einen möglichen Anhalt. Für gewöhnlich nehmen wir an, dass Ökonomie und Ethik Gegensätzliches zum Ausdruck bringen: auf der einen Seite die ökonomischen Werte und die Prinzipien der Profit- und Nutzenmaximierung – auf der anderen Seite die ethischen Werte und die Prinzipien des Gemeinwohls und der Gerechtigkeit. Welchen dieser Werte sollen wir folgen? Welche

Krise als einer Wirtschaftskrise sprechen, sagen wir, dass das ökonomische Denken in der Krise ist und in der heutigen Form nicht mehr in der Lage ist, von sich aus und von sich her eine hinreichende Antwort auf die Krise zu geben. Gerade von der Ethik erhoffen wir uns in dieser Hinsicht einen Beitrag, der dahingehend greifen soll, als er dem ökonomischen Denken seine Grenzen aufzeigt und damit eine Erneuerung einleitet. Wodurch ist das ökonomische Denken nun aber charakterisiert? Im Bereich des ökonomischen Denkens ist der Mensch ebenso wie die Natur und alles andere als Ressour-

im Hinblick auf die Erfüllung dieser Bedürfnisse rechnen kann“. Jede Ressource hat einen ökonomischen Wert und kann aufgrund desselben in Rechnung gestellt werden. Den jeweiligen Wert bestimmt indes der Markt, der seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten unterworfen und seinerseits Gegenstand der Wirtschaftswissenschaften ist. In dem Maße, in dem das ökonomische Denken den Sinn von all dem, was ist, als Ressource fasst und ihm einen Markt-Wert zuschreibt, ist dieses Denken wertend beziehungsweise bewertend. Es operiert mit Werten und orientiert sich ausschließlich an diesen.

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Willy Winkler Erlebnisgastronom


Es selbst ist ein Denken in Werten. Seine Grundlage sind statistische Daten, Indikatoren, Indexe, Ratings, Rankings etc. Sie allein versprechen ein sicheres Wissen, weswegen im Rahmen des ökonomischen Denkens auf eben diese vertraut wird. An die Stelle des vorhin genannten freien und autonomen Urteils ist hier das wertende und bewertende Denken getreten. So gesehen ist die Wirtschaftskrise die Krise einer bestimmten Art des Denkens – nämlich die Krise des Denkens in Werten. Und die Ethik? Wie sieht es im Bereich der Ethik aus? Von ihr erhoffen wir uns einen Beitrag, um einen Weg aus der Krise zu finden. Wir brauchen – so sagt man für gewöhnlich – neue ethische Werte, auf die wir bauen können und die uns Orientierung bieten. An dieser Stelle bemerken wir eine Eigentümlichkeit. Von der Krise, die wir Wirtschaftskrise nennen, haben wir gesagt, dass sie auch die Krise einer bestimmten Art zu denken sei – nämlich die Krise des Denkens in Werten. Ob dieser Art des Denkens stünden wir in der Gefahr, dass uns der Sinn der Wirklichkeit abhanden kommt, insofern alles und jedes ausschließich im Hinblick auf seinen jeweiligen ökonomischen Wert gesehen wird. Eigentümlich ist, dass nicht nur die Ökonomie, sondern auch die Ethik von Werten spricht

und in der heutigen Form ihrerseits ein Denken in Werten ist. So ist es ja gerade die Ethik, die den Wert des Menschen und den Wert der Natur besonders hervorhebt. Wo zum Beispiel vom nachhaltigen Wirtschaften die Rede ist, stehen Mensch und Natur als etwas Erhaltenswertes im Blick. Wir meinen, dass sie erhalten bleiben sollen und sagen damit auch, dass sie als Werte, als Ressourcen und damit letztlich als grundlegende Faktoren des ökonomischen Wachstums für eben dieses geschützt sein sollen. Das Eigentümliche zeigt sich daran, dass das ökonomische und das ethische Denken in der hier angezeigten Form dieselbe Natur haben. Beide werten und bewerten und sind also Weisen des Denkens in Werten. Tatsächlich scheint diese Art der Argumentation weit hergeholt, und gewiss widerspricht sie dem gewöhnlichen Verständnis dessen, was wir uns zunächst und zumeist unter dem Verhältnis von Ökonomie und Ethik vorstellen. Andererseits merken wir auch, dass es nicht ohne weiteres selbstverständlich ist, dass an die Stelle des freien und autonomen Urteilens das Werten und Bewerten getreten ist – dass sowohl die Ökonomie als auch die Ethik in Werten denken und als Denken in Werten gefasst werden können – dass wir wertend und bewertend vorgehen und selbst vor allem

auf Bewertungen vertrauen. So steht abschließend die Frage im Raum, ob es ausreicht, jene Werte, die offensichtlich nicht mehr funktionieren, durch Werte, die vielleicht funktionieren, auszutauschen. Oder ob die gegenwärtige Krise vielleicht ein weitreichenderes Dilemma vor Augen führt. Können wir es als selbstverständlich hinnehmen, dass alles und jeder einen Wert hat und Werte die Grundlage unseres ökonomischen und ethischen Handelns sein sollen? Ist das Denken in Werten selbst etwas Selbstverständliches – oder nicht vielmehr etwas Fragwürdiges? Was bedeutet es, dass alles und jeder einen Wert hat

und sich der Sinn von allem und jedem ausschließlich anhand von Werten erschließt? Sind wir heute überhaupt in der Lage, das Konzept des Wertes hinreichend zu hinterfragen und damit das Denken in Werten in Frage zu stellen? Hier zeigt sich möglicherweise eine noch ungewohnte Dimension der Krise, die wir nicht außer Acht lassen können, wenn wir uns bemühen, die Krise mit Blick auf das Verhältnis von Ökonomie und Ethik zu befragen und zu verstehen. Leserbrief an: echo@brixner.info

Zum Autor

Dr. phil. Ralf Lüfter, seit November 2011 Assistenzprofessor für Moralphilosophie an der Freien Universität Bozen. Kürzlich ist sein Buch „Martin Hedegger und die Frage nach der Geschichte“ (Verlag Königshausen & Neumann) erschienen.

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Menschen & Meinungen

Echo

„Unser Tor zu den Dolomiten“

Invasion, Unterjochung … nur einige Schlagwörter! Brixen hatte schon vor Jahren mehr Betten, der Tourismus Zum Gastkommentar von Zeno Kerschbaumer, stagniert heute. Eine gesunde „Brixner“ Nr. 272, S. 26 Weiterentwicklung mit klaren Zahlen in definierten Programmen ist wichtig, um nicht zu sagen notwendig – eine Vision Ralf Dejaco, Brixen könnte dafür die Basis sein. Der Brennerbasistunnel kommt sicher Eine starke Marke Brixen zieht (zu unserem Glück) – hoffentlich die Plose – und nicht umge- nicht zu spät. Dann wird die kehrt. Dieser markante Satz Brennerbahnlinie mit Sicherheit hat aufhorchen lassen! Ge- in ihrer internationalen Wichschrieben im letzten „Brixner“ tigkeit ab- und in ihrer lokalen von keinem Geringeren als Bedeutung stark aufgewertet – unserem bekannten, von mir siehe der Vinschgau, oder heute und vielen Brixner Bürgern schon auch das Pustertal. Die geschätzten Zeno Kersch- Riggerschleife wäre die umsteigbaumer. Ein Wirtschaftler in lose Verbindung von Brixen ins der Welt, mit seinem Herzen Pustertal und würde, wenn sie in Brixen. Er hat in vielem ein kommt, sozusagen Bozen mit gutes Gespür für uns, für die Innichen verbinden – mit LoStadt, für Südtirol – aber ich kalzügen! Eine im Augenblick darf mit ihm weiterdenken; am fast unwirkliche Vision, aber Telefon waren wir uns einig: mit keinen allzu großen Kosten Brain Storming ist erlaubt, nein, sicherlich machbar. Die Auswirnicht nur erlaubt, es ist jetzt kungen werden vor allem für mehr denn je notwendig. die Bevölkerung des Eisacktales Wie wäre es, wenn wir den phantastisch sein. Für die Arbeit, obigen Satz so abändern für die Freizeit und auch für den würden: Eine starke Marke Tourismus. Jetzt, unter diesem Brixen und eine starke Mar- Aspekt, muss an die Position und ke Plose ziehen doppelt oder die Wichtigkeit dieser Seilbahn vielleicht dreifach! War die Brixen-St. Andrä gedacht werden, Plose nicht immer schon bei im Kontext mit Mühlbach, BrunBrixen? War er nicht immer eck, Percha, Olang – im Winter, schon der Brixner Hausberg, aber sicherlich mit noch mehr unser Hausberg, unser Tor zu interessanten Varianten auch im den Dolomiten? Als 11-jähriger Sommer. Ja, ich würde sagen, vor bin ich mit meinem Vater von allem im Sommer ist dies eine Brixen zur Schatzerhütte und phantastische Perspektive! Sie am nächsten Tag auf den Peit- funktioniert allerdings nur mit lerkoflspitz gegangen. Viele kurzen, direkten Anschlüssen, mit Jahre darauf natürlich nicht der Seilbahn an den Bahnhöfen. mehr von Brixen weg zu Fuß, Überlegen wir doch, welche Skiaber immer wieder, Sommer und Wandergebiete sich nicht nur und Winter, hinauf auf unseren uns Bürgern, sondern auch allen Hausberg. Er ist für mich, si- Gasthöfen, Hotels und Pensionen cherlich auch für unzählige eröffnen. Beherbergungsbetriebe Brixner, „unser Berg“, unser längs der Straße, in unseren DörTor zu den Dolomiten. fern, in unserer Stadt sind kapillar Die Frage ist doch nicht, ob verstreut. Mit einer kurzen Fahrt wir das Eine oder das Andere zum jeweiligen Bahnhof, zum wollen, sondern ob wir imstan- Beispiel mit Kleinbussen, wird de sind, Brixen in all seinen die Verbindung in die Berge eiFacetten zu stärken: Geschich- ne kurzweilige und stressfreie te, Kirche, Sport, Handel und, Wirklichkeit – ein sanfter Verkehr, ja, auch Tourismus, der sich der uns guttun wird – von Bozen gewandelt hat und sich auch bis Innichen, von Innichen bis weiterentwickeln wird, weil al- Bozen. Mit Brixen und seiner les sich weiterentwickeln muss. Plose in der Mitte. Hier gibt es wahrscheinlich den Dieser Vision muss aber eine gute einen oder anderen Aufschrei: und klare Grundlage gegeben Bettenhochburgen, Tourismus, werden, eine Planung mit klar 28

Leser schreiben uns ausgearbeiteten Vorgaben und den notwendigen Einschränkungen sowie kontinuierliche Einbindung der Bürger, die gerne diese Vision mitgestalten wollen. Zenos Gedanken sind toll – sie kollidieren nicht mit dieser Vision, die ich allerdings nicht selbst erfunden, sondern mit Begeisterung aufgelesen habe.

„Weitsichtig“ Zum Gastkommentar von Zeno Kerschbaumer, „Brixner“ Nr. 272, S. 26

Benno Röggla, Brixen

Ich beziehe mich auf den so wichtigen Gedankenanstoß von Zeno Kerschbaumer zur neuen Seilbahn. Auch ich sehe im aktuellen Konzept Fallen, die leider erst nach Fertigstellung zuschnappen, deren Auswirkungen dann aber nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die neue Seilbahn muss in erster Linie für uns Brixner da sein, und nicht, um ausschließlich Touristen an unserer Stadt vorbei in unser Naherholungsgebiet zu schleusen. Nur wenn die Plose-Bahn in ein sinnvolles Nahverkehrskonzept integriert und als Teil eines Tourismusangebotes positioniert wird, das unser Brixen und seine Stärken in den Mittelpunkt stellt, werden wir alle und lange Freude daran haben und davon profitieren. Dieses Nahverkehrskonzept muss Zwischenstationen in Brixen/Milland und St. Andrä beinhalten, um so eine optimale Pendlereinbindung zu erreichen. In wenigen Jahren werden neben Kronplatz noch weitere Bergdestinationen die Anreisemöglichkeit per Bahn anbieten (Meransen, Innichen, Rosskopf etc.), die Plose also nur ein Angebot von vielen sein. Der Gast wird daher seine Unterkunft nicht mehr unbedingt im Ort wählen, wo auch das Skigebiet liegt, sondern dort, wo es günstiger ist. Schließlich kann er mit der Bahn problemlos und in kürzester Zeit schnell und billig mehrere tolle Skigebiete erreichen (wie toll ist das Skigebiet Plose da im Vergleich?). Brixen wird dann nicht mehr das

doppelte Erlebnis sein, sondern doppelt leiden. Die Gäste, die hingegen in „ihrem“ Skigebiet urlauben möchten, werden dann – so wie die Bahn jetzt ausgelegt ist – eher in St. Andrä oder direkt auf der Plose nächtigen, was den Verbauungsdruck dort weiter steigern wird. Ich ersuche, sich in diesem Zusammenhang an die Diskussion rund um die Ansiedlung der Continental zurückzuerinnern. Da waren viele Entscheidungsträger überzeugt, das Richtige zu tun. Dann haben weitsichtige Menschen die Diskussion neu angefacht und gewarnt. Heute sind wir alle froh darüber, dass es dann anders gekommen ist. Der Gedankenanstoß von Zeno Kerschbaumer ist weitsichtig.

„Kompliment!“ Zum Gastkommentar von Zeno Kerschbaumer, „Brixner“ Nr. 272, S. 26

Norbert „Luttl“ Lutteri, Siebeneich Terlan

Man möge es mir verzeihen, aber wie es scheint, muss ein „begeisterter“ Brixner seine Heimatstadt verlassen, um mit Weitblick und sachlichen Argumenten an Themen heranzugehen, die eigentlich recht einfach und logisch vor Ort gelöst werden sollten. Ein Kompliment an den „Auslandsbrixner“ Zeno Kerschbaumer, der mit seinem Gastbeitrag zum Thema Plose den Nagel auf den Kopf trifft. Sachlich, fachkundig und professionell beschreibt er eine Situation, die unverständlicherweise die Gemeindevertreter vor Ort nicht zu analysieren im Stande sind. Bitte, verstehe mich niemand falsch: Ich bin nicht gegen die Naherholungszone Plose – im Gegenteil, man soll diese wichtige Einrichtung nutzen und fördern, aber nicht mit einem Seilbahnprojekt, das nie und nimmer den Kosten gerecht werden kann. Ganz abgesehen vom Landschaftsbild, von der Umweltbelastung oder der Notwendigkeit. Fazit: Eine Plose als Ski-, Wander- und Bikergebiet auf jeden Fall, aber mit finanzierbaren und menschennahen Lösungen


und, wie Zeno Kerschbaumer es nennt, mit der Stadt Brixen im Mittelpunkt und nicht mit deren Hausberg.

Nachdenken und Brixen strategisch positionieren! Zum Gastkommentar von Zeno Kerschbaumer, „Brixner“ Nr. 272, S. 26

Markus Lobis, Brixen

Ich danke dem geschätzten Freund Zeno Kerschbaumer dafür, dass er mit seinem Beitrag „Eine starke Marke zieht die Plose – und nicht umgekehrt“ im Oktober-„Brixner“ den Focus in der aktuellen Debatte um die Entwicklung der Plose und eine eventuelle Seilbahnverbindung

nach St. Andrä vom zusammenhanglosen Hardware-Hype auf die Bedeutung von Marken-Software gelenkt hat. Denn wie bei allen Brixner Projekten der vergangenen Jahre, kommt auch bei der Seilbahn-Debatte ein ganz entscheidendes Element zu kurz: Die Grundlagenermittlung. Und dabei geht es nicht primär um verkehrsplanerische Aspekte. Diese haben natürlich auch ihre Bedeutung und wurden beim vorliegenden Projekt der Verbindung vom Bahnhof zur PloseSeilbahn meines Erachtens sträflich außer Acht gelassen. Nein, beim Ansatz von Zeno Kerschbaumer geht es noch eine Stufe tiefer in den Bereich der strategischen Planung und Positionierung. Wir Brixner kennen unser Produkt nicht, mit dem wir uns auf dem Aufmerksamkeits-Markt bewähren müssen. Wir scheuen uns nachgerade davor, genauer herauszuarbeiten, wo die

Unterscheidungsmerkmale unseres Angebots liegen. Dies musste ich beim peinlichen Brixner Markenspektakel „Brixen/Plose – das doppelte Erlebnis“ zu meiner großen Bestürzung feststellen und habe das damals wie heute auch deutlich kritisiert (siehe Internet-Blog Zigorimedia). Und deshalb planen wir aus dem Blauen ins Blaue und setzen auf Hardware-Investitionen, die nicht konkreten Bedürfnissen und stimmigen Zukunftskonzepten dienen, sondern von einzelnen Interessensgruppen politisch durchgedrückt werden. Zeno Kerschbaumer schlägt vor, die Gelder für den Bau der Seilbahn in professionelles Stadtmarketing zu stecken und damit die Grundlagen und Voraussetzungen für die Entwicklung unserer Stadt und ihrer Peripherie zu schaffen. Ein spannender Ansatz! Wir brauchen tatsächlich eine Phase intensiven Nachdenkens auf allen Ebenen.

Wie wäre es gewesen, wenn wir anstatt 130 Millionen Euro Nikoluis-Landesmittel (das waren in etwa die Kosten für die Vinschgerbahn!) in die Westumfahrung zu stecken, zehn Jahre lang als Gemeinde Jahr für Jahr fünf Millionen Euro für intelligente Verkehrslösungen zur Verfügung gehabt hätten? Wo könnten wir heute stehen? Mit weniger als der halben Summe! Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf… Nicht Fortschreibung, nur Phantasie und strategische Planung können uns in eine gute Zukunft führen! Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

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Menschen & Meinungen

Umfrage

Was tun vor dem „Weltuntergang“? Am 21. Dezember soll laut Maya-Kalender die Welt untergehen. Wir haben leicht grinsend nachgefragt, ob sich die Brixner dies zu Herzen nehmen – und wie sie die „letzten Tage“ noch nutzen würden.

Hilde Kastlunger würde es sich noch richtig gut gehen lassen. „Die letzten Wochen würde ich gut ausnützen, schön essen gehen und noch das Beste rausholen. Aber generell ist dieses WeltuntergangGerede ein totaler Blödsinn. Und wenn es sein sollte, sind wir eh alle gleichzeitig weg vom Fenster – dann wäre das Leben sowieso nicht mehr lebenswert.“

„In Saus und Braus würde ich noch leben und alles, was ich habe, ausgeben. So richtig auf den Putz hauen; das wäre das einzige, was man vor einem eventuellen Weltuntergang machen sollte“, meint Edith Egger. „Natürlich glaube ich nicht an solche Hirngespinste, aber so wie es derzeit auf der Welt zugeht, würde ich mich nicht wundern, wenn wir auch die Konsequenzen tragen müssten.“ 30

„Das hört man immer wieder, aber ich glaube nicht daran. Aber wenn es sein sollte, wäre das auch kein Problem: Mir geht es gut, ich bin zufrieden und habe schon vieles erlebt. Ich hatte schon einige Male einen großen Schutzengel und bin deshalb sowieso überzeugt, dass das Schicksal des Menschen bereits geschrieben steht – da kann man nichts dran ändern“, ist Josef Huber überzeugt.

Toni Schatzer nimmt den Weltuntergang ganz gelassen: „Ich lebe sowieso in den Tag hinein, also wäre es mir relativ egal, wenn die Welt untergehen würde. Wenn Gott das so will, dann können wir Menschen nichts dagegen machen. Und wer weiß, vielleicht bleibt ja der eine oder andere übrig – das könnte ja dann ich sein.“

Thea Huber würde, wie es sich für eine leidenschaftliche Fotografin gehört, ihre Fotos in Sicherheit bringen. „Generell ist das Panikmache und sonst gar nichts, aber natürlich würde ich mich von Familie und Freunden verabschieden und die letzte gemeinsame Zeit noch richtig ausnützen – und wer weiß, wo man sich dann wiedersieht. Die Kamera würde ich mir auf jeden Fall in den Hosensack stecken!“

„Es würde sich in dieser kurzen Zeit gar nicht mehr lohnen zu kündigen – aber arbeiten würde ich wahrscheinlich nicht mehr, eher würde ich die verbleibende Zeit mit meiner Familie genießen. Über solche Sachen denke ich eigentlich gar nicht nach, da ich das für einen kompletten Schwachsinn halte“, meint Michael Torggler.

Für Vebija Brenoli ist das ein blödes Gerede, an das er nicht glaubt: „Diese Ereignisse wurden schon des öfteren vorausgesagt und sind Gott sei Dank nie eingetroffen. Wir müssen sowieso nach den Gesetzen vom Herrgott leben; wenn er es also will, wird es auch geschehen. Wenn man daran glauben würde, sollte man sofort aufhören zu arbeiten und die verbleibende Zeit genießen.“

Egon Gitzl darf sein Versprechen nicht brechen: „Wenn die Welt untergehen sollte, habe ich meinem Sohn versichert, ganz schnell auf die Plose zu fahren – dort sieht man besser. Wir haben darüber bereits gesprochen, und um ihn zu beruhigen, haben wir vereinbart, mit der ganzen Familie hinauf zu fahren und dann von oben herab auf den Weltuntergang zu schauen“.


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Kunst & Kultur

NEUE NUTZUNG DES ASTRA KINOS

Jugend- und Kulturzentrum Seit drei Jahren gibt es in Brixen Bemühungen zur Schaffung eines Jugend- und Kulturzentrums, wie es im programmatischen Dokument der jetzigen Regierungskoalition festgelegt wurde. Mit dem Astra-Kino scheint das ideale Gebäude gefunden zu sein.

W

enn man von Null auf planen könnte, dann bräuchte es eigentlich nur einen einfachen rudimentären Saal, in dem 300 bis 400 Menschen Platz finden und der technisch sehr gut ausgestattet ist, dazu noch Proberäume für Bands und eine Bar – schon hätte man alles, was es für ein Jugend- und Kulturzentrum braucht. So schön das in der Theorie klingt, so schwierig ist dies, in der Praxis umzusetzen. Seit zweieinhalb Jahren gibt es in Brixen eine Arbeitsgruppe in der offenen Jugendarbeit, die sich um die Schaffung eines Jugend- und Kulturzentrums bemüht. Initiiert von Gemeinderat Ingo Dejaco, bemühen sich rund um Stadträtin Magdalena Amhof sowohl Vertreter der Brixner Jugendzentren

nur die Adaption eines bereits bestehenden Gebäudes zur Wahl steht. Walter Colombi, Architekt und Mitglied der Arbeitsgruppe, hat sich dem Thema Jugend- und Kulturzentrum vor allem aus architektonischer, aber auch aus urbanistischer Sicht lange Zeit gewidmet und festgestellt, „dass die für Jugendkulturarbeit nutzbaren Gebäude in Brixen auf einer Hand abzählbar sind. Weil ein Neubau praktisch nicht möglich zu sein scheint, stellt sich die Frage, wo man Jugendkulturarbeit somit am besten und womöglich zentrumsnah unterbringen kann“. Auch Ingo Dejaco sieht es so: „Natürlich würde man zum Beispiel in der Industriezone leicht eine Struktur finden, die sich eignet – aber dann wären die Jugendlichen an den

Nach der letztjährigen Renovierung einiger Bereiche des Kinos konnte die Räumlichkeit im heurigen Sommer für eine einzigartige Ausstellung der Firma Durst verwendet werden. Gleich darauf führte die Theatergruppe JET (junges Eisacktaler Theater) das Jugendtheaterstück „haut“ auf. „Für das Astra-Kino sprechen die Tatsachen, dass diese Struktur bereist existiert, sie der Gemeinde gehört und es derzeit keine anderen Ideen gibt, wie man es nützen könnte. Das bedeutet aber nicht, dass das Astra-Kino, so wie es zur Zeit ist, die perfekte Struktur darstellt“, räumt Ingo Dejaco ein. Dafür bedarf es weiterer Umbauten und Investitionen, das ist allen Beteiligten klar.

„Wir wollen kein reines Jugendkulturzentrum schaffen, sondern ein Jugend- und Kulturzentrum“_ Ingo Dejaco, SVP-Gemeinderat wie verschiedene Personen aus der Jugendarbeit um eine Lösung. Eigentlich sollte dieser Prozess als Partizipationsprogramm gemeinsam mit den Jugendlichen gestaltet werden, sodass die vordergründige Zielgruppe von vorneherein an den Entscheidungen beteiligt wird. Doch diese Idee musste aufgrund der Kürzungen im Landeshaushalt vor gut einem halben Jahr aufgegeben werden.

Neubau ist Illusion. Mit den Kür-

zungen wurde auch endgültig klar, dass ein Neubau reine Illusion bleiben würde und im Grunde 32

Rand der Stadt gedrängt, was wir in der Arbeitsgruppe unbedingt vermeiden wollen.“ Die Gebäude, in denen sich das Jugendhaus Kassianeum beziehungsweise das Centro Giovani befinden, eignen sich indes beide nicht: Die Räumlichkeiten sind zum Teil einfach zu klein oder auch sonst aufgrund ihrer Architektur nicht dazu geeignet, ein Theaterstück aufzuführen oder ein größeres Konzert zu spielen. Mit dem Astra-Kino scheint man ein Gebäude gefunden zu haben, das alle Kriterien erfüllt.

Alexander Gruber, Leiter der technischen Dienste der Gemeinde Brixen, hatte bereits die ersten groben Umbauten und Sanierungen des Gebäudes geleitet. „Das Gebäude stammt aus den 1930-er Jahren, und der Zahn der Zeit hat deutlich daran genagt“, erläutert Gruber. „Die ersten Sanierungs- und Umbauarbeiten waren nur ein kleiner Schritt; sobald die neue Funktion feststeht, können die weiteren Bauschritte geplant werden.“ Das Astra-Kino steht an und für sich nicht unter Denkmalschutz, und trotzdem ist es ein geschichtsträchtiges Gebäude,

da es unter der Regierung der Faschisten gebaut wurde. Alle bis jetzt gemachten Arbeiten und Sanierungen wurden in Absprache mit dem Denkmalamt getroffen, und diese Zusammenarbeit wird auch für die weiteren Umbauarbeiten mit Sicherheit beibehalten. Probleme stellen dabei der derzeit noch größtenteils stufenförmige Aufbau im Inneren dar, da dieser nicht unbedingt für Konzerte geeignet ist. Der Saal sollte aber nicht zu viel verändert werden. Eine Lösung ist hier schwierig; ein stufenförmiger bestuhlter Saal ist für Theateraufführungen geeignet, für unbestuhlte Konzerte aber völlig ungeeignet.

Welches Führungsmodell? Um

diese und weitere Punkte noch besser ausarbeiten zu können, sind für die kommenden Monate drei Workshops geplant. Es sollen Lösungsvorschläge in den Bereichen Architektur, Finanzierung, Führung und Inhalte eines


Zweckbestimmung ungewiss: Nach der Fotoausstellung der Firma Durst und einigen Theateraufführungen steht derzeit noch nicht fest, wofür das Astra-Kino in Zukunft genutzt werden soll

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Jugend- und Kulturzentrums erarbeitet werden, die es schließlich möglich machen, ein erstes konkretes Konzept vorzulegen. Was die Führung des geplanten Jugend- und Kulturzentrums betrifft, so stehen zurzeit zwei Möglichkeiten zur Diskussion: Zum einen bietet sich die Möglichkeit, einen Trägerverein zu gründen, der dann weitgehend autonom ist. Die Kosten für Bauarbeiten und Investitionen müssten von der öffentlichen Hand getragen werden. Für die Führung sieht Dejaco auch die Möglichkeit, Sponsoren zu suchen und einige Ressourcen von den Jugendzentren abzuziehen. Durch einen Trägerverein hätte man zudem die Möglichkeit, ehrenamtliche Mitarbeiter einzubinden. Die zweite Führungsvariante wäre die Übernahme des AstraKinos durch das Forum Brixen, das den Raum als zusätzlichen Saal nutzt und vermietet. Der Verwaltungsrat hat den Beschluss

gefasst, dass das Astra-Kino ins Forum integriert werden sollte. Dabei will man der Jugend- und Kulturarbeit aber keinen Riegel vorschieben.

Kein Kulturzentrum nur für die Jugend? Wie in dieser Frage,

müssen auch in vielen anderen Bereichen Kompromisse und Synergien gefunden werden, dies ist allen Beteiligten der Arbeitsgruppe klar. Eine solche Synergie könnte sich Ingo Dejaco gut mit dem Filmclub Brixen vorstellen. Markus Frei, Obmann des Filmclubs, „sieht im Astra eine optimale Struktur für seinen Verein, da es die angemessene Größe hat und ein tolles Ambiente bietet.“ Erste Bedingung für den Filmclub ist aber eine autonome Führung. Der Idee, ein Jugend- und Kulturzentrum im Astra aufzubauen, das dann auch den Filmclub beherbergt, steht Frei sehr positiv gegenüber, da „der Filmclub in seiner

künstlerischen und inhaltlichen Ausrichtung sehr gut zu einem frischen, jungen Kulturzentrum passen würde.“ Großes Vorbild sei hier das UFO in Bruneck, das auch viel Kulturarbeit leistet und zum Beispiel zahlreiche Lesungen und Konzerte im Programm hat, die nicht auf Jugendliche als erste Zielgruppe abzielen. „Uns ist es wichtig, dass allen klar ist, dass wir kein reines Jugendkulturzentrum schaffen wollen, sondern ein Jugend- und Kulturzentrum“, betont Ingo Dejaco. Das Hauptaugenmerk liegt sicher an der Schaffung eines Raumes für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 Jahren bis Ende 20. Auch deshalb eignen sich das Juze und das Centro Giovani nicht, da sich diese als Treffs für Teenager etabliert haben. Dieser Altersgruppe möchte man unbedingt die Möglichkeit bieten, eine fixe Szene entwickeln zu können, wo alle künstlerischen Formen zusammentreffen können. Ziel

soll aber auch ein Zentrum sein, dass generationenübergreifend fungiert. Das Jugend- und Kulturzentrum soll den Raum schaffen, in dem sich die verschiedenen Generationen und Kunstformen nicht ausschließen, sondern gegenseitig befruchten. Auch Viktoria Obermarzoner, Organisatorin von JET, spricht sich aufgrund ihrer Erfahrungen für das Astra-Kino als Jugend- und Kulturzentrum aus: „Die Brixner müssen sehen, was für einen tollen Saal sie da leer stehen haben.“ Das gesamte Team von JET habe sich sofort wohlgefühlt, es herrsche eine tolles Flair im Saal. Obermarzoner sieht im Astra-Kino die einzigartige Möglichkeit „der Jugend einen alten geschichtsträchtigen Saal zu übertragen, den sie dann zum Glänzen bringt.“

annika.joechler@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 33


BUCH

Kunst & Kultur

Gaismair als Comic-Held Norbert Parschalk und Jochen Gasser schlagen wieder zu: Nach ihrem Comic-Band über Andreas Hofer folgt nun die illustrierte Geschichte über den Tiroler Rebellen Michael Gaismair.

Auf unterhaltsame Art und Weise veranschaulichen die Vahrner Autoren die Geschichte des radikalen Denkers Michael Gaismair

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M

ai 1525: Der Antholzer „Revoluzzer“ Peter Passler wird von der bischöflichen Hofburg aus über den Domplatz zum Richtplatz geführt, wo der Henker bereits auf ihn wartet. Aufgebrachte Bauern und Handwerker überwältigen die Söldner des Bischofs und ziehen sich mit ihrem Helden Passler nach Milland zurück. Von dort aus stürmen sie am nächsten Tag vor allem die Stadthäuser der Domherren und lassen alles mitgehen, was ihnen in die Hände fällt. Am Tag darauf ist das Kloster Neustift an der Reihe. Dort haben es die Aufständischen vor allem auf jene Register und Listen abgesehen, in denen ihre Schulden aufgezeichnet worden sind. Zerstörung und Panik prägen in diesen Tagen das Leben im Brixner Talkessel. An der Spitze dieser marodierenden, aufgebrachten, aggressiven Menschen steht Michael Gaismair, der ehemalige Schreiber des Bischofs von Brixen. Er verkündet auch vor dem Kloster Neustift von der

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Schmiede aus seine erste Landesordnung, nach der es in Zukunft den Menschen in einem befreiten, neuen Tirol viel besser gehen sollte.

Der radikale Denker Gaismair. Ebendieser Michael Gaismair ist auch der „Held“ des neuen Comicbandes des Historikers Norbert Parschalk und des Illustrators Jochen Gasser, beide aus Vahrn. Bekannt wurden beide durch ihren ersten Comic-Band über Andreas Hofer im Jubiläumsjahr 2009, der einschlug wie eine Bombe (um beim Sprachbild zu bleiben). Nun widmen sich die beiden Vahrner einem zweiten Bauernführer: dem im Vergleich zu Hofer wohl weniger bekannten Michael Gaismair, der 1490 in Tschöfs bei Sterzing geboren wurde. Wie sich der radikale Denker und Revolutionär Gaismair die politische Zukunft des Landes Tirols vorstellte, wie es zu den Aufständen und Ausschreitungen im Raum Brixen kam, und warum Gaismair

von Anfang an zum Scheitern verurteilt war – all dies erzählen Norbert Parschalk und Jochen Gasser in Wort und Illustration, auf die bekannte humorvolle, aber gleichsam informativ-tiefgründige Art und Weise.

Geschichte, mal unterhaltsam. Die neue Bildergeschichte der Vahrner Autoren bietet den Lesern die Möglichkeit, sich in eine längst vergangene Zeit hineinzuversetzen, mit all ihren Problemen und Ungerechtigkeiten, die teilweise bis in unsere Gegenwart hinein auf eine Lösung warten. Trotz der zahlreichen tragischen Momente und Szenen fehlen auch in diesem Buch nicht witzige Begebenheiten, die ein Schmunzeln hervorrufen. Vorgestellt wird das Buch im Raum Brixen an gleich zwei Terminen: Am 1. Dezember um 18 Uhr in der Cusanus-Akademie in Brixen und am 13. Dezember um 20 Uhr in der Bibliothek Vahrn. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


MUSIK

Zeitreise mit der Liederszene Die Liederszene Südtirol feiert gemeinsam mit 15 Liedermachern und Bands in Bozen am 15. Dezember ihr 25-jähriges Vereinsbestehen. Konzertbesucher bekommen eine Gratis-Doppel-CD.

Q

uo Vadis, Andrea Maffei, Alfred Mair, Sepp Messner Windschnur, Mad Puppet: Neben vielen anderen sind vor allem diese Bands und Musiker den Südtiroler Musikfreunden seit den späten Achtziger Jahren in Erinnerung geblieben. Der 1987 von Walter Eschgfäller und Willy Vontavon gegründete Verein „Liederszene Südtirol“ verfolgt seit nunmehr 25 Jahren das Ziel, die moderne Musik in Südtirol in all ihren Formen zu fördern. 1987 waren es vor allem die Liedermacher, denen Eschgfäller eine Plattform bieten wollte, um ihre Musik verstärkt in die Öffentlichkeit zu bringen.

Premiere im Dezember 1987. Es

gelang im Winter 1987 bereits auf Anhieb: Eine Zehn-Tage-Tournee durch ganz Südtirol und die Veröffentlichung einer LP mit zehn verschiedenen Liedermachern schlug ein wie eine Bombe. Das Konzept wurde in den folgenden sechs Jahren wiederholt – bis es praktisch keinen guten Liedermacher mehr im Land gab, der nicht an der

Liederszene teilgenommen hatte. Der Verein widmete sich fortan anderen Konzepten: Man förderte gezielt Künstler und Bands, rief das „School’s Out Open Air“ ins Leben – und letzthin den erfolgreichen Bandwettbewerb „Rocknet Live Award“.

Jubiläumskonzert im Waltherhaus. Fast auf den Tag genau 25 Jahre sind seit dem ersten Konzert der Liederszene Südtirol vergangen. Das Jubiläum feiert der Verein – natürlich – im Kreise seiner „Schützlinge“: Das Konzert am 15. Dezember im Bozner Waltherhaus wird zu einer Zeitreise in die Achtziger – und vor allem zu einem Wiedersehen alter Freunde: 15 Bands und Liedermacher feiern auf der Bühne gemeinsam mit dem hoffentlich zahlreichen Publikum. Teilweise haben sich die Bands für dieses Konzert neu formiert und bringen alte und neue Lieder. Ihre Teilnahme zugesichert haben Alfred E. Mair, Cry Out, Andrea Maffei, Davide Marciano, Logo, Mad Puppet, Peter Demetz,

Quo Vadis, Renate Sigmund, Roberta Webhofer, Sepp Messner Windschnur und Zeitrebell – alles Musiker, die bei den LiederszeneTourneen zwischen 1987 und 1992 mitgemacht hatten. Außerdem mit dabei werden auch Bands sein, mit denen der Verein in den letzten Jahren zusammengearbeitet hat: Nolunta’s, Kind of Camilla und Luca Langgartner. Auch Thomas Hochkofler wird – als Hausmeister – zwischendurch über die Bühne wirbeln. Als bleibendes Geschenk erhalten die Konzertbesucher kostenfrei eine Doppel-CD – eine Sonder-Edition mit den schönsten Liedern.

300 Veranstaltungen, 40 Tonträger. Die Liederszene Südtirol

hat in den 25 Jahren ihres Bestehens an die 300 Veranstaltungen organisiert und fast 40 Tonträger oder DVDs veröffentlicht oder unterstützt. In dieser Zeit hat der Verein mehr als 300 Bands und Musiker gefördert. Der Verein finanziert sich durch Eintritte und Sponsoren, zum Teil auch durch Beiträge des deutschen Kulturassessorats der Autonomen Provinz und der Stiftung Sparkasse. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Neben Quo Vadis, Mad Puppet, Andrea Maffei und vielen anderen wird auch die gebürtige Vahrnerin Renate Sigmund am Jubiläumskonzert in Bozen teilnehmen

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Doppelte Überraschung zum 60er Überraschung für Hans Heiss zu seinem 60. Geburtstag: Der Jubilar bekommt eine stattliche Festschrift überreicht, feiert mit über 100 Freunden im Walthersaal des MGV und überrascht seinerseits mit einer unerwarteten Ankündigung die Gäste.

E

ine Gruppe von Historikern hat zwei Jahre lang intensiv und ohne Wissen von Hans Heiss an einer Festschrift gearbeitet. Denn: „Südtirols Zivilgesellschaft hat an ihm mehr als einen – ohnehin hochverdienten und international anerkannten – engagierten Historiker und Politiker, nämlich einen unablässig aufklärerisch wirkenden Staatsbürger, einen generationsprägenden Gestalter der kulturellen und sozialen Diskurse inner- und außerhalb des Landes, einen politischen Intellektuellen.“ Der Einladung der Herausgeber

Hannes Obermair (Stadtarchiv Bozen), Stephanie Risse (Freie Universität Bozen) und Carlo Romeo (Historiker Bozen) folgten 30 Kolleginnen und Kollegen, Diplomanden und Doktoranden von Hans Heiss. Sie verfassten Beiträge zu den Forschungsgebieten des Jubilars. Zivilgesellschaftliche Themen werden aus historischer und in vergleichender Sicht diskutiert, insbesondere zur Bürgergesellschaft, zur Nationalismusforschung und zur politischen Ökonomie. Im Vordergrund steht dabei der Südtiroler und Tiroler Raum, der aber um Ausblicke

auf die Nachbarregionen innerund außerhalb des Alpenbogens ergänzt wird. Zu den Beiträgern gehören so bekannte Autoren wie Laurence Cole (Norwich/ Großbritannien), Michael Gehler (Hildesheim), Rolf Petri (Venedig), Nicole Priesching (Paderborn), Hans Woller und Michael Stephan (München), Gerald Steinacher (Nebraska/USA), Andrea Leonardi und Andrea Bonoldi (Trient), Nikola Langreiter (Innsbruck), Andrea Di Michele (Bozen), Leopold Steurer (Meran), Francesco Palermo (Verona), Michael Wedekind (Wien) und Oswald Überegger (Hildesheim/Bozen).

Überraschungsfeier im Walthersaal. Unter dem Vorwand eines

Betten Piumini

gemeinsamen Abendessens hatte Lisl Flöss ihren Mann in Richtung

Altenmarktgasse gelockt, wo sie dann im „Vinus“ von Sängern des MGV mit einem Ständchen begrüßt und in den Walthersaal bugsiert wurden. Dort erwarteten über 100 Gäste das Geburtstagskind mit standing ovations. Unter den Gratulanten waren Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron, die Stadträtinnen Elda Letrari und Paula Bacher sowie die politischen Weggefährten Sepp Kusstatscher, Christina Kury, Brigitte Foppa, Sigmund Kripp und die gesamte Fraktion der Grünen Bürgerliste von Brixen. Eigens angereist waren die Historiker Rolf Petri (Venedig) und Claus Conrad (Hannover), Laudator Michael Gehler (Hildesheim) und die ehemalige RAI-Korrespondentin Oktavia Brugger aus Rom.

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Ohne das Wissen von Hans Heiss wurde zwei Jahre lang an seinem ganz besonderen Geburtstagsgeschenk gearbeitet

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Platziert auf einem roten Sofa, vor sich einen grünen Kranz aus Efeu, nahm Hans Heiss Reden und Glückwünsche entgegen, bevor er sich bedankte, Claus Gatterer, den „Vater“ der neueren Südtiroler Geschichtsschreibung zitierend: „Sie wissen gar nicht, welche Freude Sie in mir angerichtet haben.“

Erneute Kandidatur? Wenig spä-

ter bekannte Heiss in dem restlos überfüllten Walthersaal, dass

er sich eine erneute Kandidatur für den Landtag nochmals überlegen wolle. Er sei von so vielen Menschen darauf angesprochen worden, und zudem habe sich die politische Lage in den letzten Wochen aufgrund des SEL-Skandals so deutlich geändert, dass er sich womöglich doch nicht aus der aktiven Politik zurückziehen werde, um den zu erwartenden Aderlass der SVP in richtige Bahnen zu lenken, wie er tags darauf

den „Dolomiten“ mitteilte. Mit begeistertem Applaus reagierten Brixner und Südtiroler Freunde und Fans von Hans Heiss auf diese Ankündigung. Stephanie Risse Leserbrief an: echo@brixner.info

Wir unse wünsch en ren K schö unden Fest ne tage .

info

„Am Wege nach Neustift...“ Nicht nur wissenschaftlich-analytische Beiträge sind in dem über 600 Seiten starken Band zu lesen, sondern auch einige Geschichten zu Brixen, wie das folgende „Schmankerl“: die Liebesgeschichte zwischen der Brixnerin Camilla Hamvady und dem Wiener Anton Just vor 100 Jahren, die der Wiener Historiker Hannes Stekl aus privaten Briefen rekonstruiert hat. Sie gibt zudem einen Einblick in das bürgerliche Leben der Kurstadt Brixen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Auszug aus dem Beitrag von Hannes Stekl: „Camilla und Anton. Eine Liebe zwischen Brixen und Wien am Beginn des 20. Jahrhunderts“. Am 24. Mai 1902 kam der 29-jährige Anton Just, Büroangestellter in der „Chemische[n] Producten- und Zündkapselfabrik“ Victor Alder in Wien-Favoriten nach Brixen, um hier in der bekannten „Wasserheilanstalt“ Guggenberg sein Magenleiden auszukurieren. Der Zufall in Gestalt eines Schülers des städtischen Gymnasiums führte ihn in die Fremdenpension „Villa Edelweis“. Deren Besitzerin war Paula Hamvady, das sechste der elf Kinder des angesehenen Stadt- und Bezirksarztes Franz von Guggenberg. Sie hatte während eines längeren Aufenthaltes im Haus ihrer Schwester Euphrosyne und ihres Schwagers János von Nagy zu Szotyor in Budapest 1873 den späteren Oberfinanzrat Paul Ascherl geheiratet, der infolge des Magyarisierungsdrucks beim Einritt in den Staatsdienst (1862) seinen Namen auf Hamvady geändert hatte. Drei Jahre nach dem Tod ihres Gatten (1888) war sie nach Brixen zurückgekehrt und hatte auf Wunsch ihres Bruders Otto Guggenberg einige Jahre die wirtschaftliche Leitung der von vielen noch skeptisch beäugten neuen Kureinrichtung nach Kneipp’schem Vorbild inne. Auf einem angrenzenden Grundstück war 1896 ihre Villa „Edelweis“ entstanden, geplant von Paulas Schwager, dem BahnOberinspektor Ernst Kopza, finanziert durch ihr eigenes Vermögen sowie durch Darlehen von Verwand-

ten und der örtlichen Sparkasse, ausgestaltet zu einer Pension mit einem großen Garten – eines der zahlreichen Zeichen für die einsetzende bauliche Expansion Brixens und sein neues Erscheinungsbild und Selbstverständnis einer „Kurstadt“. „Das war meine Gefangennahme.“ Hier wurde nun um die Mittagsstunde Anton Just von Camilla Hamvady, der Tochter des Hauses, empfangen: „Auf mich wirkte sie damals in keiner Weise.“ Drei Wochen gebrauchte er die vorgeschriebenen Kuranwendungen, suchte jedoch keinen Kontakt zu den Vermietern und den übrigen Hausgästen, sodass man ihn bald den „Unsichtbaren“ nannte. Erst in den letzten Tagen seines Aufenthaltes kam er mit der Gastgeberin näher ins Gespräch, „mit der Tochter des Hauses hatte ich nur wenige Worte gewechselt“. „Zur Erinnerung!“ verband er im Gästebuch mit dem Vers „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut, wie dies die liebe Frau Hamvady tut!“ – eine Geste der Dankbarkeit mit dem Beweis seiner Bildung. Die erhoffte Heilung sollte sich jedoch erst nach einigen Wochen einstellen. Als Anton Just beim Abschied seine Hand auf den plötzlich schmerzenden Magen legte, begegnete er dem Blick Camillas, der „größte Teilnahme bezeugte und den nachhaltigsten Eindruck hinterließ, den je ein Augenpaar auf mich gemacht hat. Das war meine Gefangennahme.“

In der Folge entwickelte sich zwischen Anton Just und Paula Hamvady ein anfangs nur sporadischer Briefwechsel, der langsam auch Camilla mit einbezog. Anfangs beschränkte sich die Korrespondenz auf Erzählungen von verschiedenen Ereignissen im Tagesablauf, auf Informationen über die Hausgäste, auf Berichte über die Freizeitgestaltung. Nach und nach kamen auch Beruf, familiäre Probleme, Wünsche, Pläne zur Sprache; die förmliche Distanz wich einem fast schon vertrauten Umgangston. Im Sommer 1903 reiste Anton Just, diesmal in Begleitung seines Bruders Karl, neuerlich nach Brixen. Es war vereinbart worden, dass er dem „Hausfräulein“ Stenographieunterricht erteilte. Die beiden jungen Leute kamen dabei einander näher, Anton hielt um Camillas Hand an und erhielt am 6. August 1903 ihr Jawort: „Am Wege nach Neustift bot gleich darauf die verdeckte Brücke […] die Gelegenheit zum ersten Kuß.“ Am 14. August war die Zeit des Abschieds gekommen; Anton reiste mit den Nachtzug nach Wien zurück. Die Karte, die er unmittelbar nach seiner Ankunft Camilla übersandte, bildete den Auftakt für einen „sehr regen und innigen liebe- und glückvollen Briefverkehr“, der mit Anregungen aus der Geschlechtergeschichte Denken, Handeln und Erleben von Frauen und Männern aus zwei bürgerlichen Milieus sichtbar machen soll.

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Befreiung in Farbe z Die ersten Bilder entstanden im Jahr 2002, gemalt nur mit Hand, Fingern und Farben. In den Workshops zum begleitenden Malen, die die Südtiroler Krebshilfe unter der Leitung von Hartwig Thaler auch in Brixen anbietet, gelang es Karl Jöchler, seine Gedanken und Gefühle zuzulassen und sie in Bildern auszudrücken. Das, was mit Sprache nur schwer mitteilbar ist, kriegte damit ein Gesicht – für ihn selbst und für seine Mitmenschen. „Durch das

Malen gelang es mir, die widersprüchlichen Gefühle, die meine Krebserkrankung in mir auslösten, aufzuarbeiten“, erzählt Jöchler. Bild für Bild war das Malen eine Auseinandersetzung, „und mit dieser Konfrontation gelang es mir auch, meinen Platz im Leben nach der Krebserkrankung zu finden. Eine Auswahl der Bilder, die während der Workshops entstanden sind, sind derzeit in der Bar vis@vis im Fischzuchtweg in Brixen ausgestellt. db

K&K Kunst & Kultur

AUSSTELLUNG

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

DIVERSES

Anmutige Kampflust z Wil-ma Kammerer nahm bis zum 30. November die StadtGalerie zur Gänze in Beschlag. Fast war die Ausstellungsfläche zu klein für die raumübergreifenden Installationen der Fotokünstlerin, Filmemacherin und Bildhauerin. Kammerers Handhabung sämtlicher Medien geht über das Produzieren hinaus: Sie will den Betrachter aufrütteln und zum direkten Austausch mit der Kunst bewegen. Wie gewohnt, präsentierte sie ihre Positionen auf dramatische, kämpferische Weise. Zwei lebensgroße Hirsche aus Schaumstoff beherrschten den Raum, mythologische

kurz

notiert

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Symbole für Kampfeslust, Macht und Stärke, aber auch für Anmut und Fruchtbarkeit. Die Beschützer des Waldes wurden von der Künstlerin in eine artfremde Umgebung gestellt, und geheimnisvolle Videobänder fungierten in Umkehrung als Schutzhüllen für die herrlichen Tiere. Google-Maps-Auszüge in Großformat gemahnten an den politischen und sozialen Hexenkessel der Metropolen. In den raumhohen Spiegeln sah der Betrachter sich selbst im Kontext der gesamten Komplexität, gebannt auf Zelluloid. Die verwirrenden Fotos auf Alufolie wurden

Gedichte, Geschichten und Sketche rund um die Weihnachtszeit früher und heute präsentiert die Heimatbühne Brixen-Milland in ihrem Theaterabend „Weihnachten – so ein Theater!“. Die Aufführungen finden am 8. und 9. Dezember um 19 Uhr im Jugendheim Milland statt.

zum kniffligen Ratespiel: Wer ist die Dame im Kostüm auf dem Sofa? ird

Über 11.000 Besucher und eine bunte Mischung aus verschiedenen Veranstaltungen – das ist die Schlussbilanz der soeben zu Ende gegangenen Saison in der Festung Franzensfeste. Diese ist nun bis zum 1. Mai 2013 geschlossen.

Der Domchor und das Domorchester laden am 8. Dezember um 18 Uhr zum Adventkonzert in den Dom. Unter der Leitung von Domkapellmeister Heinrich Walder stimmen die Sänger und Musiker mit besinnlichen Weisen auf die Weihnachtszeit ein.


NACHGEFRAGT

„Schlacht um die Gunst des Publikums“ Herr Dejaco, unter Poetry Slam versteht man...? Sinngemäß übersetzt bedeutet es „Dichterschlacht“ oder „Dichterwettstreit“. Der Slam wurde 1986 in Chicago erfunden, um das Interesse an Literatur wiederzubeleben. Im Unterschied zu Wasserglas-Lesungen stehen die Dichter miteinander im Wettstreit; sie müssen das Publikum mitreißen, das am Ende den Sieger kürt. Das unmittelbare Feedback ist Ansporn für die Arbeit mit Texten. Der Slammer muss sich anmelden, immer Selbstgeschriebenes vortragen. Es gibt ein Mikro, keine Musik, keine Requisiten und ein Zeitlimit von

5 bis 7 Minuten. Es ist eine literarische Performance unter vollem Einsatz von Körper und Stimme. Sie sind zum zweiten Mal Gewinner der „MorgensternTrophy“. Wie sind Sie auf das Slammen gekommen? Freunde haben mich vor Jahren zum Mitmachen beim Internationalen Poetry Slam im Papperlapapp überredet, da sie meine Leidenschaft für Sprache kannten. Mit meinen Gedanken über Alkoholkonsum kam ich sogar in die zweite Runde. Da musste ich passen; ich hatte gar keinen weiteren Text vorbereitet. Heute sind wir Wortakrobaten dank

Kulturvermittler und Initiator Martin Hanni gut aufgestellt; wir treten bei vielen Veranstaltungen und Festivals auf. Als Fixpunkt für die Szene könnten wir uns gut die Batzenbühne Bozen vorstellen.

Foto: Oskar Zingerle

ARNO DEJACO, im Brotberuf Werbegrafiker, über seine Begeisterung für die Kunstform des Poetry Slam.

Werden sie beim Poetry Slam in der Dekadenz am 12. Dezember dabei sein? Da nehme ich bereits an der „Lesebühne“ in der Carambolage teil. Der Abend wird aber bestimmt toll, denn die Dekadenz lockert die starren Regeln. Da hat man noch mehr Spielraum, das finde ich super. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Unser service für sie: In den Wintermonaten Dezember und Januar (außer vom 22.12.2012 bis 06.01.2013) bleibt unsere ambulante Physiotherapie-Abteilung geöffnet. Für weitere Informationen erreichen Sie uns unter 0472 820222 von Montag bis Freitag von 08.00 bis 18.00 Uhr. Überraschen Sie Ihre Liebsten zu Weihnachten und gönnen Sie Ihnen Entspannung und Wohlbefinden. Verschenken Sie einen unserer Gutscheine. Bei uns finden Sie eine große Auswahl an therapeutischen Massagen und Kosmetikbehandlungen. Wir beraten Sie gerne.

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Kunst & Kultur z Nach den nächtlichen Kunstaktionen im Posthotel Hirsch in Spondinig und im Hotel Jarolim in Brixen lud der Künstlerbund heuer ins Hotel Post Reifer in Franzensfeste ein. Jeweils einem Künstler oder einem KünstlerDuo wurde eines der 25 Gästezimmer zugewiesen, um es im Laufe eines einzigen Tages in einen Kunstraum zu verwandeln. Ab 20 Uhr wurde das Hotel für das Publikum geöffnet, das durch die Hotelzimmer schlenderte und die individuellen Installationen,

DIVERSES

MUSEUM

„One Night III“ im Posthotel Reifer

Vom Räuchern

Objekte und Performances auf sich wirken lassen durfte. Hartwig Thaler etwa bespielte seinen Raum mit durchsichtigen Elfenflügeln (im Bild), Stefan Tschurtschenthaler bezog Stellung zum Kindesmissbrauch mit einem Teppich aus Kunststoffhändchen, und die Artbrothers Kraxentrouga inszenierten das politische „Kasperltheater“ im wörtlichen Sinne. Thomas Sterna nahm gewohnt kritisch die Zwänge der Gesellschaft unter die Lupe und legte sich im sargähnlichen, exakt nach seinen Körpermaßen gefertigten „Gestenkoffer“, auf das Hotelbett. Als besonderes Zuckerle traten um 22 Uhr „Nolunta’s“ auf, eine Grödner Indie-Rock-Band und Gewinner des heurigen „Rocknet Live Awards“. Am nächsten Tag war der Spuk vorbei – und die Kunsträume wurden wieder zu anonymen Hotelzimmern. ird

z Das Pharmaziemuseum Brixen überrascht immer wieder mit seinen Sonderausstellungen, deren Thematik sich häufig an den jeweiligen Ausstellungszeitraum orientiert. Für die nahende Adventszeit wählte das Pharmaziemuseum heuer das Räuchern in seinen verschiedensten Formen als Thema: „Seit jeher verwenden die Menschen Räuchermischungen verschiedener Herkunft und Zusammensetzung – in früher Zeit als kostbare Opfergaben und betörende Liebesmittel, später in der Heilkunde als Schutz vor Seuchen und zu desinfizierenden Behandlungen und heute noch zur feierlichen Segnung in den Kirchen und

Atemberaubende Kulisse inklusive!

– ganz profan – als angenehm duftende Beigabe für Wellness und Wohlbefinden“, so Elisabeth und Oswald Peer. Die Sonderausstellung „Räucherwerk – ein wohlriechender Dauerbrenner“ zeigt die Fülle historischer Objekte, die sich zu diesem Thema im Pharmaziemuseum Brixen erhalten haben: kostbare Gefäße, wertvolle Bücher, geheimnisvolle Rezepturen, seltene Baumharze, edle Hölzer und wohlriechende Kräuter. Zugleich gibt sie einen kurzen Überblick zu den heute beliebten Räuchermethoden und ihrer sinnvollen Anwendung. Zu sehen ist die Ausstellung bis Ende Februar. Im Advent ist das Pharmaziemuseum in der Adlerbrückengasse zudem an den Sonntagen von 11 bis 16 Uhr geöffnet, weiters jeweils Dienstag und Mittwoch von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 16 Uhr. db

Freitag, 30. November

Saisonbeginn SA 15. – SO 16. Dezember

2-Tagesskipass: 37 € 1. Jänner 2013, ca. 16 Uhr

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40


seit dal

1930

MUSIK

„Weihrauch“ mit Herbert Pixner z Er zählt zu den kreativsten Musikern und Komponisten der jungen, alpinen Volksmusikszene: Herbert Pixner, der nicht nur der diatonischen Harmonika innovative Volksmusik auf höchstem Niveau entlockt, sondern auch auf der Klarinette, Trompete und auf dem Flügelhorn. Mit Werner Unterlercher am Kontrabass und Katrin Aschaber an der Tiroler Volksharfe hat Herbert Pixner zwei kongeniale Partner gefunden, mit denen er seit 2005 als „Herbert Pixner Projekt“ überzeugt. Nach den Erfolgsprogrammen „bauern_tschäss“ und „handmade

in tirol“ hat der Ausnahme-Musiker für die Adventszeit das spezielle Programm „Weihrauch“ zusammengestellt: Unkonventionelle Musik zum Advent in typischer Herbert-Pixner-Projekt-Manier sowie Heiteres und Nachdenkliches, geschrieben und unverwechselbar gelesen von Charly Rabanser. Es ist dies wiederum eine musikalische und literarische Gratwanderung, mit der er am Donnerstag, 20. Dezember, um 20 Uhr im Haus Voitsberg in Vahrn auftritt. Die Infos zum Kartenvorverkauf finden sich im Veranstaltungsdb kalender „timer.“

NEU IM REGAL Knoten im Taschentuch Gegen das Vergessen anzuschreiben haben sich vier engagierte Psychiatrie-Mitarbeiterinnen mit der vorliegenden Drucklegung zur Aufgabe gemacht. Annemarie Haas-Girardi hat in Zusammenarbeit mit Sabina Gschnitzer, Rosina Plank-Nitz und Dorothea Gasser Geschichten aus dem PsychiatrieAlltag gesammelt und aufgeschrieben. Die Autorinnen beziehen sich in ihrem Erfahrungsbericht vornehmlich auf die 70er Jahre im Raum Eisack- und Wipptal, wo sie tätig waren und zum Teil noch sind. Die persönlichen Erlebnisse werden in den größeren Zusammenhang der Psychiatrie-Geschichte des Landes gestellt und erlangen damit den Status eines kleinen historischen Werkes. Das Büchlein gibt Einblick in Einrichtungen wie die „k. k. Irrenanstalt Hall“ in Tirol, die „Landesirrenanstalt“ in Pergine, das Institut „Stadelhof“, und in das Schicksal von Patienten während der Option. Ergänzt wird der Exkurs

Brixen . 0472 836 329 . www.auer.it Im Advent für Sie auch Samstag Nachmittag geöffnet!

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Annemarie Haas Girardi: Ein Taschenbuch voller Knoten. Psychiatriegeschichte(n). Verlag A. Weger, 2011; 108 S., 15 Euro

Wir wünschen stimmungsvolle Weihnachten und ein farbenfrohes neues Jahr.

durch anrührende Anekdoten, wie zum Beispiel die jenes Patienten, der Knoten gegen die Vergesslichkeit ins Taschentuch knüpfte – aber wofür, das hatte er vergessen. 41


Foto: Arnold Ritter

THEATER

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z Kreischende Mädels in der Pubertät, die vor ihrem Idol in Tränen ausbrechen, oder Frauen, die gern mal mit einem Rockstar eine Nacht verbringen – dies verbindet man wohl als erstes mit dem Begriff „Groupie“. In Arnold Weskers gleichnamigem Theaterstück hat die weibliche Bühnenfigur jedoch einen Großteil ihres Lebens bereits hinter sich: Mathilda Beancourt ist nämliche Ende Fünfzig, naiv und empfindsam, sowie eine begeisterte Oma. Ihr Idol ist der berühmte Maler Mark Gorman, der mit gut 60 Jahren seine Biografie geschrieben hat – und in der Matty die Orte ihrer Kindheit wiederfindet. Sie überwindet ihre Scheu, schreibt Mark Gorman, und daraus entspinnt sich eine überraschend zärtliche Beziehungsgeschichte zwischen zwei sehr gegensätzlichen, nicht mehr ganz jungen Menschen. Das Stück „Groupie“

ist die aktuelle Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz und derzeit auf der Bühne im Anreiterkeller zu sehen: Paul Demetz verkörpert dabei die Rolle des ironischen Gorman und Ingrid Porzner jene der Matty Beancourt. Regie führte die Münchner Regisseurin Eva Niedermeiser, dessen Inszenierung von „wohnen. unter glas“ im Frühjahr 2011 in der

Dekadenz als „Inszenierung des Jahres“ in Südtirol gekürt wurde. Zu sehen ist „Groupie“ noch bis Mitte Dezember; nähere Infos dazu im Veranstaltungskalender „timer.“ db

und den Fürstensohn Edwin von Lippert-Weylersheim gilt – neben seiner Operette „Gräfin Mariza“ – bis heute als Kálmáns größter internationaler Erfolg, zu dem die Autoren Leo Stein und Béla Jenbach ein witziges Libretto lieferten. Nach der slawisch angehauchten „Lustigen Witwe“ im Vorjahr bleiben die „Südtiroler Operettenspiele“ im Wirkungskreis der feurigen Csárdás-Musik und bringen heuer „Die Csárdásfürstin“ unter der musikalischen Leitung von Othmar Trenner und der Regie von Monika Leitner

Bonell auf die Bühne des Forum Brixen. Zu sehen und zu hören sind dabei der Chor, das Orchester und das Ballett der Südtiroler Operettenspieler sowie eine Vielzahl an Südtiroler Schauspielern wie Veronika Haller, Toni Klotzner, Martina Bortolotti, Leo Ploner, Georg Hasler, Roman Pichler, Julia Aichner, Edi Braunhofer, Roman Pichler, Hermann Kiebacher und Markus Knollseisen. Nähere Infos zu den Aufführungen finden sich in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db

OPERETTE

Foto: Benno Costabiei

brandnamic.com

Groupie mal anders

Die Csárdásfürstin z „Musik mit Paprika“ wurde bei der Uraufführung 1915 in Wien vom Publikum erwartet, aber „Die Csárdásfürstin“ erfüllte nicht nur diesen Wunsch nach einer feurigen Zigeunermusik. Schon die Handlung, angesiedelt zwischen Budapest mit seiner gefeierten Sängerin Sylva Varescu und dem Wiener Palais der Lippert-Weylersheim, ließ es nicht zu, die Musik auf Ungarn zu reduzieren. Außerdem ist Emmerich Kálmán der Melancholiker unter den Operettenkomponisten, der auch im tollsten Operettenrausch nicht auf Zwischentöne in Moll verzichten wollte und damit offensichtlich den Nerv seiner Zeit traf. Das gilt besonders für seine „Csárdásfürstin“, wo zwischen feurigen Csárdásklängen immer wieder betörende Wiener Walzer, leidenschaftliche Duette und spritzige Ensembles erklingen. Die verwirrende Liebesgeschichte rund um die Varietésängerin Sylva Varescu


AUSSTELLUNG

Barth wiedersehen zurückgegeben“, betonte Pürgstaller. In einer Diskussionsrunde wurden wichtige Stationen von Barths Wirken und seine Hinterlassenschaft gewürdigt. Gesprächspartner waren neben dem ehemaligen Bürgermeister und Weggefährten von Barth, Zeno Giacomuzzi, auch Bürgermeister Albert Pürgstaller, Stadtwerke-Direktor Wolfgang Plank sowie Barths Schüler und ehemaliger Mitarbeiter Claudio Paternoster. Dieser stellte das Manuskript „BRIXEN drunter & drüber“ vor. Es handelt sich um eine umfassende und doch einfach geschriebene Geschichte der städtebaulichen Entwicklung Brixens, die Barth nach seinem Tod unvollendet hinterlassen hatte. db

MUSIK

Zwei Sopranistinnen der außergewöhnlichen Art z Gemma Bertagnollis Karriere begann in sehr jungen Jahren, nachdem sie den Wettbewerb „AsLiCo“ und den Mozartpreis beim Viñas-Wettbewerb in Barcelona gewonnen hatte. Bald danach debutierte sie weltweit an den wichtigsten Theatern, Festivals und Konzerthallen, und heute wird sie als eine der Referenz-Interpreten ihrer Generation für die italienische Alte Musik angesehen. So ist es auch die Barockmusik, die den Hauptteil der Diskographie von Gemma Bertagnolli (im Bild links) ausmacht – und die von der Kritik vielfach gelobt wurde. Beim Konzert „Vivaldiana“ am 4. Dezember um 20 Uhr im Forum Brixen ist die Sopranistin gemeinsam mit dem

Barockorchester „Dolce & Tempesta“ unter der Leitung von Stefano Demicheli, der an diesem Abend auch am Cembalo sitzen wird, zu hören. Einige Tage später, am 15. Dezember um 17 Uhr in der Freinademetzkirche in Milland, wird mit Chen Reiss (im Bild rechts) eine weitere Sopranistin mit besten Referenzen in Brixen zu Gast sein. Die israelische Sängerin überzeugte bereits in führenden Rollen unter anderem an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, dem Teatro della Scala oder bei den Wiener Festwochen. Gemeinsam mit der Trompeterin Fruzsina Hara und der Streicherakademie Bozen unter der Leitung von Georg Egger stimmt Chen Reiss bei einem Advent-Weihnachtskonzert auf die stille Zeit ein: Auf dem Programm stehen die Sinfonie in c-Moll von Josef Kraus, das „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach, das Trompetenkonzert in d-Moll von Tomaso Albinoni und Mozarts „Exsultate, jubilate“. db

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z Neben Fotografien von prägenden Bauten waren im November im ehemaligen AstraKino auch Modelle wichtiger Projekte und Bauwerke des Brixner Architekten und Städteplaners Othmar Barth zu sehen. Mit dieser Ausstellung namens „Rivedere Barth wiedersehen“ – die Anfang 2011 im Museion in Bozen und im heurigen Sommer in Pordenone zu sehen war – wollte man zum einen den Schaffensprozess von Othmar Barth, zum anderen die „Produkte“ seiner Arbeit sichtbar machen, erklärte Kurator und Architekt Carlo Calderan. Bürgermeister Albert Pürgstaller würdigte Barth als großen Zeitgeist, der die städtische Landschaft Südtirols und Brixens maßgeblich geprägt hat. „Othmar Barth ist ein leidenschaftlicher Brixner gewesen und hat der Stadt, die er liebte und bewunderte, mit seinen urbanistischen Konzepten viel

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Kunst & Kultur

BRIXEN

Toto-Gitarrist kommt nach Brixen z In Musikerkreisen gilt er als bester Rockgitarrist der Welt: Steve Lukather, 55, aus Los Angeles, hat nicht nur der Musik seiner Band „Toto“ in den vergangenen 35 Jahren (!) den Stempel aufgedrückt, sondern auch hunderten Welterfolgen von Stars wie Paul McCartney, Quincy Jones, Van Halen, Eric Clapton – und auch Michael Jackson, für den er im Studio für das Album „Thriller“ die Gitarre spielte. Die „Toto“Welthits „Rosanna“, „Africa“, „Hold the line“ oder auch „I won’t hold you back“ werden auch heute noch gern in den

Radiostationen gespielt. Lukather nimmt sich neben seinem Engagement für „Toto“ aber auch Zeit für eigene Projekte, denen die gesamte Rockszene große Wertschätzung entgegenbringt. Im Jänner erscheint sein neuestes Solo-Album „Transition“, das er im Frühjahr auf einer ausgedehnten Club-Tournee in Europa vorstellen wird. Auch Brixen steht auf dem Tourneeplan: Lukather wird gemeinsam mit Eric Valentine (Schlagzeug), Renee Jones (Bass) und Steve Weingart (Keyboards) am 5. April im Forum Brixen auftreten. Tickets im Internet: www.rocknet.bz. wv

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„Zin leschtn Mål“: Der Hausmeister in Brixen z Er redet nicht viel, das aber pausenlos. Er ist der unwiderlegliche Beweis für die Fähigkeit, dass man sich beim „i bin liaber still und denk mir mein Toal“ heiser reden kann. Er – das ist der Hausmeister. Eine Mischung aus Sarner Philosoph und Marlboro Man, dem er so nebenbei mit seiner Stimme auch noch den letzten Werbevertrag abgeluchst hätte. Wenn er gekonnt hätte. Aber wenn er gekonnt hätte, wie er gewollt hätte, wäre er wahrscheinlich Nervensägewerk geworden. Klar, dass so ein Mann nur Pech haben kann. Doch selbst gegen harte Prüfungen hat er als Vorsitzender der AG „Gesunder Menschenverstand“ allzeit ein Hausmittel parat: „I sog net viel und denk mir mein Toal.“ Wenn das auch nicht mehr hilft, gibt es immer noch den Leitspruch „Hell werd sein!“. In

diesem Programm zeigt sich der Hausmeister erstmals auch von seiner privaten Seite. Denn kennen tut ihn eigentlich niemand wirklich, und es ist alles andere als sicher, ob man das auch wirklich will. Seine Frau hat ihn verlassen, gleich alle vier Riffl hat sie mitgenommen, und er weiß nicht, wo sie ist. Er weiß nur, dass sie das Kabarett liebt, dass sie Kabarettisten immer schon bewundert hat. Also stürzt er sich in seiner Verzweiflung auf die Bühne - vielleicht kommt sie ja. Nun, während der 21 restlos ausverkauften Aufführungen der ersten zwei Tourneen kam sie jedenfalls nicht, und so sucht der Hausmeister seine große Liebe jetzt „zin leschtn Mål“: Thomas Hochkofler gastiert neben Aufführungen in Bozen, Bruneck und Meran am 20. Dezember auch im Forum Brixen. Kartenreservierungen im Internet

(www.rocknet.bz) oder, wochentags von 14 bis 18 Uhr, telefonisch: 327 5727300. wv

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Jugendliche von 12 – 16 Jahren, geb. zwischen 01.12.1996 und 30.11.2001

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SKIPASSBÜROS: Brixen Infopoint Mobile Kreuzgasse 10 Ab 26.11. bis 24.12.2012 Skipassverkauf von Mo – Fr: 14.00 – 18.00 Uhr Sa: 8.00 – 13.00 Uhr St. Andrä Talstation Tel. 0472 200 433 Mo – Fr: 8.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr Ab Saisonbeginn täglich von 8.30 – 16.30 Uhr Meransen Talstation Bergbahn Tel. 0472 520 322 Täglich von 8.30 – 16.30 Uhr Jochtal/Vals Talstation Tel. 0472 547 113 Täglich von 8.30 – 16.30 Uhr

ACHTUNG! Für den Kauf der Saisonkarte ist unbedingt ein Ausweis erforderlich. Als Einheimische gelten alle Personen mit Hauptwohnsitz in der Provinz Bozen. Es besteht die Möglichkeit, beim Kauf der Saisonkarte Eisacktal gleichzeitig 3 Tage Dolomiti Superski zum Preis von € 35,00 pro Tag für Erwachsene und Senioren und € 30,00 für Jugendliche bis 16 Jahre dazuzukaufen; diese 3 Tage Dolomiti Superski können nur gleichzeitig beim Ankauf auf die Saisonkarte Eisacktal aufgebucht werden, auf keinen Fall aber zu einem späteren Zeitpunkt. Die 3 Tage Superski kosten für Erwachsene und Senioren € 105,00 und für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre € 90,00. Der HÖCHSTPREIS PRO FAMILIE BETRÄGT € 900,00 (einschließlich Familienmitglieder unter 18 Jahren geboren nach dem 01.12.1994). Die Familienermäßigung ist mit keiner anderen Ermäßigung kumulierbar und nur für die oben angeführten Preiskategorien anwendbar. DER FAMILIENBOGEN ODER DIE ENTSPRECHENDE SELBSTERKLÄRUNG MÜSSEN VORGELEGT WERDEN!

= € 450,00 Preis für 1 Elternteil + 1 Kind (Mittelschule) € 400,00 Saisonskipass für Einheimische (Provinz Bozen) + € 240,00 Jungbürger, geb. zwischen 01.12.1994 und 30.11.1996 – € 110,00 Preisnachlass = € 530,00 Preis für 1 Elternteil + 1 Kind (Jungbürger bis 18 Jahre ) Die Vorjahres-Saisonkarten sind wieder aufladbar.

WEITERE INFORMATIONEN BEI Seilbahnverband Eisacktal St. Andrä Seilbahnstraße 17 Tel. 0472 200 433 | info@plose.org


Plose Winter 2012/13 vom 01.12. bis 01.04.

Highlights 08.+09.12. – 11 Uhr Bergweihnacht 15.12. Night Rail Contest an der Talstation 15.+16.12. – 11 Uhr Bergweihnacht 22.+23.12 – 11 Uhr Bergweihnacht 20.12. Opening Funpark 27.12. – 11 Uhr RudiDay 31.12. – 17.30 Uhr Fackelabfahrt über die Trametsch. Start Plosehütte 04.01. und 15.02. Skishow mit . Friday Night Fever 20.01. Geisler Junior Jam … und natürlich das Friday Night Fever Ab 4. Jänner jeden Freitag bis Mitte März durchgehender Bahnbetrieb bis 23 Uhr. Mehr Informationen auf www.plose.org oder auf www.funpark.it

Nikolauskurse Die Ski- und Snowboardschule Plose organisiert in Zusammenarbeit mit der Plose Ski AG auch in diesem Winter wieder Ski- und Snowboardkurse für Kinder und Jugendliche.

Kursprogramm Samstag, Sonntag, Samstag, Sonntag, Sonntag,

08.12. von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr 09.12. von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr 15.12. von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr 16.12. von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr 23.12. von 10.00 Uhr bis 15.00Uhr

Preise Kurs mit Mittagessen: € 95,00 Kurs, Mittagessen und Skipass: € 115,00 Kurs, Mittagessen, Skipass und Skiverleih: € 135,00

Neu: Bergweihnacht

Geführte Wanderungen an den Wochenenden vor Weihnachten

Fortsetzung der Kurse Von Samstag, 5. Jänner bis Samstag 9. März jeden Samstag jeweils von 14.00-16.00 Uhr

Info und Anmeldung Tourismusverein Brixen Tel. +39 0472 836401 I www.brixen.org ab 1. Dezember auch bei der Ski- und Snowboardschule Plose Tel. +39 0472 850 040 | www.ploseskischule.it Die Kurse gelten für Ski und Snowboard.

an der Berg- und Talstation


Freizeit & Sport

Ganzheitliche Kampfkunst

Foto: Ingo Dejaco

SSV BRIXEN YOSEIKAN BUDO

Vor mehr als 30 Jahren wurde die Sektion Yoseikan Budo im SSV Brixen gegründet. Seither hat sich die Kampfsportart selbst sowie auch die Sektion weiterentwickelt und darf nun eine äußerst positive Zwischenbilanz ziehen. Zum perfekten Glück fehlen allerdings immer noch die passenden Räumlichkeiten.

O

skar Baumgartner, Josef Pfeifhofer und Karl Messner sind die ersten Brixner, die sich mit der Kampfsportart Yoseikan Budo auseinander gesetzt haben – das war bereits in den 1970er Jahren. Die Pioniere der Kampfkunstszene motivierten nicht nur sich selbst, sondern auch zahlreiche Brixner, sodass die Sportart 1978 im SSV Brixen aufgenommen und zu einer eigenen Sektion wurde.

Steigende Anzahl an Athleten.

Foto: Oskar Zingerle

Die Sektion zählt in der Zwischenzeit im SSV Brixen zwischen 150 und 200 Mitglieder, wobei die Zahl von Saison zu Saison stetig ansteigt und die Sportart auf immer größeres Interesse stößt.

Dies hängt unter anderem auch mit dem Einsatz der Brixner Kampfsportpioniere zusammen: Oskar Baumgartner und Josef Pfeifhofer sind bis heute in der Sektion tätig und halten auch selbst Kurse ab. Zusammen mit dem sportlichen Leiter und Trainer Giancarlo „Jonny“ Milesi werden mehrere Trainingseinheiten pro Tag und auf Anfrage auch Einzelund Gruppenstunden angeboten. Die Kampsportart erfreut sich großer Beliebtheit und ist neben einem tollen Koordinations- und Fitnesstraining auch eine ausgezeichnete persönlichkeitsbildende Sportart für alle: „Yoseikan Budo ist eine Sportart, an der sich jeder versuchen kann, egal in welchem Alter“, sagt Jonny Milesi. „Wichtig ist dabei, dass man den Gegner nie unterschätzt und ihm respektvoll gegenübertritt: Ob jung oder alt, Frau oder Mann – beim Yoseikan Budo haben Vorurteile nichts zu suchen: Da kann dich eine Frau genauso besiegen wie ein Kind“.

Ideal für Kinder. Auch Kinder ab

Der Trainer und sportliche Leiter Jonny Milesi hat seine Liebe zum Yoseikan Budo vor mehr als dreißig Jahren entdeckt

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vier Jahren werden beim Yoseikan Budo unterrichtet. „Dabei erlernen sie eine gewisse Grundkoordination, Ausdauer und Disziplin“, so der sportliche Leiter. Den Kindern wird zudem ein Raum geboten, in dem sie ihren Energien freien Lauf lassen können. Sie lernen, wie sie Aggressionen bewältigen – dies ist besonders nach einigen Stunden des Stillsitzens in der Schule wichtig. Dabei wird aber immer mit Respekt gegenüber den anderen gekämpft. Auch der Wettkampf steht beim Yoseikan

Budo nicht im Vordergrund: So gibt es beispielsweise keine farbigen Gürtel, die wie bei anderen Kampfsportarten den Grad des Könnens anzeigen, sondern man muss sich jedes Mal neu beweisen. Aber klarerweise gibt es sportliche Wettbewerbe wie die Italien- oder Regionalmeisterschaften, zu denen auch die Kinder und Jugendlichen geschickt werden. „Teilnehmen dürfen daran nicht unbedingt die Besten, sondern diejenigen, die sich am besten vorbereitet haben. Ob sie dann gewinnen oder verlieren, ist für uns nicht von Bedeutung; wichtig ist nur, dass man seine eigenen Schwachpunkte erkennt und diese dann mit gezieltem Training ausmerzt“, so Milesi. Sobald die Kämpfer auch die gepolsterten Sportwaffen wie das „Tambo“, ein Kurzschwert, oder den noch kürzeren „Kombo“ hinzunehmen, geht’s auch um Reaktionsvermögen und Schnelligkeit – dies unterstreicht die Vielseitigkeit dieser Sportart. Bei den Wettkämpfen wird zudem besonderer Wert auf die Form gelegt: „Je formschöner man kämpft, umso mehr Punkte kann man erreichen, gewissermaßen wie beim Eiskunstlauf“, erläutert Milesi. Um sich wirklich in die Sportart zu vertiefen, sollte Yoseikan Budo über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden, findet der Trainer: „Yoseikan Budo ist kein Sport für eine Saison, sondern sollte über einen längeren Zeitraum hinweg ausgeübt werden – denn nur so kann man sich stetig steigern“. Und richtig interessant wird Yoseikan

Budo „nach einigen Jahren, wenn man die Grundkenntnisse beherrscht.“

Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper. Yoseikan Bu-

do ist im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten besonders achtsam und schonend gegenüber dem eigenen Körper: Beim Training wird besonders auf Körperhaltung, Schonung der Gelenke und gleichmäßigem Muskelaufbau geachtet: „Nach den ersten Trainingseinheiten wird einem erst bewusst, wie intensiv das Training ist: Es werden Muskeln betätigt, von denen man gar nicht erst wusste, dass man die überhaupt hat“, sagt Jonny Milesi. Zudem werden Kraft und Kondition aufgebaut, die Reaktions-


Eine Sportart für alle: Beim Yoseikan Budo wird besonders auf Körperhaltung, Schonung der Gelenke und gleichmäßigem Muskelaufbau geachtet

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schnelligkeit erhöht, und der Athlet muss immer konzentriert bleiben, ansonsten kann einen ein unbeobachteter Schlag treffen.

variiert, um den Körper zu schonen. Die Sportart ist besonders abwechslungsreich und passt sich den Menschen an – und nicht

mal schon eine Hemmschwelle überwinden, und dies fördert insbesondere bei Kindern ihre sozialen Fähigkeiten.“ Kinder wie

„Zu den Wettkämpfen werden nicht nur die Besten geschickt, sondern jene, die sich am besten vorbereitet haben“_ Giancarlo „Jonny“ Milesi Yoseikan Budo ist dabei eine sehr komplexe Sportart, die sich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt hat: „Ich bin jetzt seit 30 Jahren dabei und gehöre immer noch zu den Anfängern“, so Milesi. Immer wieder werden neue Techniken erfunden oder die alten Bewegungstechniken

umgekehrt. „An den Feinheiten der Techniken kann man jahrelang feilen – genau deshalb ist es wichtig, Yoseikan Budo als Langzeitprojekt zu sehen“, so Milesi. Die Budokas kommen dabei einem anderen Menschen so nah wie in kaum einer anderen Sportart: „Da muss man manch-

auch Erwachsene werden dank der Kampfsportart offener und überwinden Berührungsängste, „sie lernen zudem, sich zu beherrschen, sich zu öffnen, Aggressionen abzubauen und Respekt vor den Mitathleten zu haben.“ Für Frauen bietet die Sektion Yoseikan Budo zudem Selbst-

verteidigungskurse an: Um diese noch effektiver zu gestalten, wenden die Frauen dabei bei Männern die erlernten Techniken an.

Sportliche Erfolge. Wer die

Techniken beherrscht und sein Können auch bei Wettkämpfen unter Beweis stellen möchte, hat bei nationalen und internationalen Meisterschaften die Gelegenheit dazu. Die Brixner Budokas konnten bereits zahlreiche Regional- und Italienmeistertitel im Mannschafts- und Einzelwettbewerben erlangen; zudem erreichte Stefano Rossi den dritten Platz bei der YoseikanBudo-Weltmeisterschaft im Jahr 1997 in Kanada, und ebenso war es Rossi, der 2005 mit der italienischen Nationalmannschaft einen 49


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Kinder können beim Yoseikan Budo ihren Energien freien Lauf lassen und lernen ihre Aggressionen zu bewältigen

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Weltcupsieg in Paris einheimste. Dass die Brixner Budokas auch auf nationaler Ebene mithalten können, verdeutlicht, wie gut sich die Sektion in den letzten Jahren

info Was ist Yoseikan Budo? Yoseikan Budo ist eine fernöstliche Kampfkunst, die vom japanischen Meister Hiroo Mochizuki nach langjährigem Studium der Kampfkünste im Laufe der 1970er Jahre entwickelt wurde. Im Zuge der Beschäftigung mit den verschiedenen Kampfkünsten erkannte Meister Mochizuki, dass die einzelnen Kampfarten im Laufe der Zeit zu einseitig geworden waren und nicht mehr einer vielfältigen Ausbildung im Sinne der SamuraiTradition entsprachen. Er vereinte daraufhin die Vorzüge der einzelnen Kampfkünste und erleichterte gleichzeitig das Studium der Methode. Er besann sich dabei auf die ganzheitliche und umfassende Kampfkunst, sodass Yoseikan Budo neben den japanischen Grundlagen der Kampfkunst auch Erkenntnisse der westlichen Medizin und Wissenschaft sowie Konzepte und Techniken von Boxen, Savate, Ringkampf und europäischem Fechten einbezieht. Nicht zuletzt betont Yoseikan Budo auch ethische Werte, vor allem den gegenseitigen Respekt.

entwickelt hat. Nichtsdestotrotz benötigt es Ehrgeiz, Kontinuität und Willensstärke der Sportler, um herausragende Ergebnisse zu erzielen.

die Meisterschaften vorzubereiten. „Der Ruf nach einer eigenen Halle ist seit 35 Jahren vorhanden. Wir wurden aber immer wieder vertröstet, und auch für die nahe

Zukunft schaut es nicht danach aus, als würde unser Wunsch in Erfüllung gehen“, bedauert Jonny Milesi, „dabei wären wir sogar bereit, selbst die Räumlichkeiten zu erhalten, wenn sie mal zur Verfügung stünden.“ Dennoch blickt die Sektion Yoseikan Budo positiv in die Zukunft und hofft weiterhin auf gut besuchte Kurse. Jonny Milesi, der sich bereits in Japan fortgebildet hat, bietet immerhin bis zu 35 Stunden Training pro Woche an. Interessierte können sich auch jetzt noch in die Kursen einschreiben; Informationen gibt es auf der Facebook-Seite oder auf www.ssv-brixen.info. Die Sportart, die vor mehr als 30 Jahren noch als exotische Modeerscheinung galt, hat sich bewiesen und ist nach wie vor bei Kindern und Erwachsenen beliebt. Auch in Brixen hat sich der Kampfsport etabliert, und die Sektion arbeitet hart daran, dass dies auch so bleibt – mit oder ohne eigener Yoseikan-Halle.

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Mangelnde Räumlichkeiten. Trotz der steigenden Anzahl an Yoseikan-Budo-Fans mangelt es in Brixen immer noch an passenden Räumlichkeiten: Die Sektion hat immer noch kein eigenes Zuhause und muss ständig von einer Halle in die nächste umziehen. „Dabei würden wir gar nicht so viel verlangen“, sagt Milesi, „der Dojo, also der Trainingsraum, sollte etwa 10 mal 12 Meter groß sein und wird von uns mit Matten ausgelegt. Ein größerer Raum für Wettkämpfe und ein kleinerer Raum für die Vorbereitung wären ideal. Natürlich müsste auch die Lüftung gut funktionieren: Wenn mehrere Leute trainieren, kann es recht stickig werden – das erleben wir in den derzeitigen Räumlichkeiten.“ Die Sektion trainiert zurzeit in der Ex-ConiHalle in einem kellerähnlichen Raum, der nicht belüftet werden kann. Nach mehreren Umzügen vom Vinzentinum über die Michael-Pacher-Schule zum alten Durst-Gebäude in Köstlan bis hin zur Halle im Pädagogischen Gymnasium – noch wurde kein idealer Ort gefunden. Durch die fehlenden Räumlichkeiten kann die Yoseikan-Budo-Sektion auch keine Wettkämpfe ausrichten, keine anderen Kämpfer einladen und tut sich zudem schwer, sich auf

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Freizeit & Sport

INTERNATIONAL MOUNTAIN SUMMIT

Spaß am Berg und am Risiko Nicht so spektakulär wie die Diskussionsrunde rund ums Scheitern mit dem aufgebrachten Reinhold Messner, dem bunten Vogel Sascha Lobo und der disziplinierten spanischen Bergsteigerin Edurne Pasaban, aber genau so wichtig waren die Referate und Beiträge zum Thema „Spaß am Berg. Wir pfeifen aufs Risiko“ beim IMS 2012 in Brixen.

G ! n e k n e h c s e Freud ewisse Risiken geht man am Berg immer ein.“ Dieser nüchterne Satz stammt

von der blutjungen Christina Huber aus Garmisch Partenkirchen. Die Bergsteigerin, die ihre Arbeit,

Go-Kart Rennabenteuer in München Tagesfahrt, 12. Januar 99 Euro pro Person

Ski WM in Schladming Tagesfahrt, 09. Februar Herrenabfahrt 17. Februar Herren Slalom 152 Euro pro Person

Circus Krone in München Tagesfahrt 20. Januar und 10. Februar Musical in Stuttgart 75 Euro pro Erwachsenen Busfahrt, 14.-15. Februar ab 169 Euro pro Person 61 Euro pro Kind im DZ, ÜF Hahnenkammabfahrt Beatles Musical Kitzbühel „Auf zur Streif“ in Innsbruck „ALL YOU NEED IS LOVE“ Tagesfahrt, 26. Januar Tagesfahrt, 24. März ab 59 Euro pro Person 89 Euro pro Person Vicenza... Holiday on Ice in München ein Geheimtipp!!! Tagesfahrt, 26. Januar “THE SPEED SHOW” Tagesfahrt, 03. Februar 72 Euro pro Person 65 Euro pro Person Wintermärchen Bayern Schlager Starparade des Auf den Spuren Jahres 2013 von König Ludwig II. Tagesfahrt, 27. Januar in München 96 Euro Tagesfahrt, 21. April • BOZEN - Silbergasse 21 - 0471 976593 • BOZEN - Italienallee 6/A - 0471 279460 • BRIXEN - Weißenturmgasse 3 - 0472 837100 • BRUNECK - Graben 9/B - 0474 555501 • LEIFERS - Noldinstr. 1/A95 - 0471 590695 Tribusplatz 15 - 0473 565050 pro Person Euro• LANA-pro Person • MERAN - Freiheitsstr. 122 - 0473 237309 • ST. ULRICH - Rezia-Str. 79 - 0471 796135 • SCHLANDERS - Andreas-Hofer-Str. 1/B ®

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Studium, Bergwacht, Expeditionskader und Klettern unter einen Hut zu bringen versucht, war eine der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Podiumsdiskussion „Spaß am Berg. Wir pfeifen aufs Risiko“. Für sie ist es wichtig, am Berg immer in der Gruppe unterwegs zu sein, die Gefahren von vornherein gut abzuschätzen und nicht zu viel in den Rucksack zu packen. Auf sechs T-Shirts und Haarshampoo könne sie leicht verzichten, erzählte sie. Körperliche Fitness und verlässlich getestete, sichere Sportgeräte wie Klettergurt, Helm, Haken und Seil sind hingegen absolut Voraussetzung.

Risiko und Risiko-Kommunikation. Anstelle des erkrankten

Nordtiroler Bergführers und Ausbildungsleiters des Österreichischen Alpenvereins, Walter Würtl, begrüßte Sebastian Mayrgünther, Cluster Manager für Zivilschutz & Alpine Sicherheit am TIS innovation park in Bozen, das Publikum. Darunter waren viele Bergretter, die vom Landesleiter Toni Preindl zur Teilnahme motiviert worden waren. Zu diskutieren gab es Fragen wie: Wie erkenne ich das Risiko? Wo endet der Spaß am Berg? Wo beginnt die Eigenverantwortung des Bergsteigers, des Skitourengehers, des Paragliders und des Wildwasser-Rafters?

Das erste Referat mit dem Titel „Risiko und Risiko-Kommunikation“ hielt Rudi Sailer vom Institut für Geografie an der Universität Innsbruck. Als Risiko bezeichnet er die kalkulierte Prognose eines möglichen Schadens oder Verlustes, also die Bedrohung der Gesundheit oder eines Wertes durch einen Sachverhalt, zum Beispiel durch die Kräfte der Natur. Die RisikoKommunikation zielt darauf ab, Informationen über Risikopotenziale zu vermitteln und dadurch die Risiken zu vermindern. Zahlreich sind die Naturgefahren am Berg: Hangrutsche und Felsabstürze, Lawinenabgänge und Gletscherseeausbrüche. Gerade die zunehmende Felssturztätigkeit infolge des Auftauens des Dauerfrostbodens bringt ein bedeutendes Risiko für Berggeher und Bergsteiger. Den Beginn des „Treibgaszeitalters“ setzt der Innsbrucker Geograf mit dem Jahr 1980 an und demonstriert an einer Abfolge von Bildern die Entstehung zahlreicher Gletscherspalten, die Skitourengehern zum Verhängnis werden können. Er ist sehr wohl überzeugt, dass durch eine rasche Risiko-Kommunikation eine Verminderung der Risiken erzielt werden kann, und da gilt es, die neuesten Techniken zu nutzen. Durch größeres Können und durch eine bessere technische Ausrüstung ist eine andere Wahr-


nehmung von Risiko entstanden: Der Umgang mit Risiko ist lockerer geworden. Von den Fachverbänden verlangt er daher die Schaffung eines Umfeldes, wo man Fehler machen kann, zum Beispiel die Errichtung von Lehrpfaden, wie es sie in Österreich bereits gibt. Seiner Kritik an den Touristikern und Veranstaltern, sie würden durch die tollen Bilder von wagemutigen Sprüngen und kühnen Klettereien in schwindelnden Höhen suggerieren, dies könne jeder x-Beliebige auch, schloss sich Josef Simeoni, der Chef des AVS, an – und warnte davor.

Dem Alltag entfliehen, auf Sicherheit pfeifen. Dass gerade

das Risiko den Reiz des Erlebnisses ausmacht, erfährt Ferdinand Weissensteiner aus dem Eggental in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer von ProAlps, einem Anbieter von Risikosportarten in der Luft, in Fels und Eis und im Wildwasser, jeden Tag. Seine Angebote richten sich an Sport- und Adrenalin-Junkies, an Manager und Firmen, an Familien mit Kindern ab 12 Jahren und an betuchte Ältere, die sich einen Lebenstraum erfüllen wollen. Freilich konnte die aus dem Publikum gestellte Frage, ob es den „sicheren Kick“, also den risikofreien Nervenkitzel gebe, nicht eindeutig beantwortet werden. Chris Semmel, Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt „Leistungssport Bergsport“ und Leiter der Sicherheitsforschung im Deutschen Alpenverein, warnt Bergsteiger davor, das Risiko falsch wahrzunehmen. Von der Forschung erwartet er sichere Ausrüstung. Er spricht sich gegen zu viele Normen aus, die die persönliche Freiheit einschränken: „Dann hör’ ich auf!“, so seine Meinung. Unfälle passieren häufig, wenn Hallenkletterer der Meinung sind, sie könnten mit den an der Kletterwand im Inneren erworbenen Fertigkeiten die Felswand draußen meistern. Es ist unbedingt erforderlich, sich auszubilden, den Bergsport nicht zu verharmlosen, sich langsam vorzutasten, sich Zeit zu lassen und die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Auch der richtigen Kleidung kommt eine große Bedeutung zu.

Mündige Bergsteiger und Selbstverantwortung. Wer eine Lawine auslöst, kommt ins Gefängnis! - diese Meinung stimmt

so nicht. Als Experte für Recht und Risiko-Kommunikation war Oberstaatsanwalt Guido Rispoli vorgesehen. Seinen Platz nahm Karen Putzer, ehemalige erfolgreiche Skirennläuferin und jetzige Jus-Studentin in Trient ein. Sie war für ihre Arbeit „Die strafrechtliche Haftung von Skifahrern bei Lawinen“ im August beim Forum Alpbach mit dem Euregio-Jungforscherinnen-Preis 2012 ausgezeichnet worden. Darin beschäftigte sie sich mit den unterschiedlichen Haftungsregelungen bei der Auslösung von Lawinenabgängen. Ihr Appell lautete: Rechtsexperten diesseits und jenseits des Brenners sollten in dieser Problematik einen einheitlichen Standard schaffen. Auch sie steht – wie Chris Semmel – allzu vielen Normen skeptisch gegenüber, denn sie nehmen den Menschen die Eigenverantwortung. Und auf die Frage, wo denn die Freiheit aufhöre, antwortet sie: „In der Freiheit des anderen!“ Ein Wörtchen mitzureden hatte auch Heiner Oberrauch, erfolgreicher Firmenchef, der in seiner Freizeit im Bergsport die Spannung sucht. Als Unternehmer geht er das Risiko ein, das er sich leisten kann. Als Privatmensch sieht er das Risiko als etwas, das Sinn stiftet und ihm ermöglicht, die eigenen Grenzen zu suchen. Als häufige Ursachen für Bergunfälle sieht er die Überschätzung der eigenen Möglichkeiten und den „Amerikanismus“: Wenn’s passiert, wird ein Verantwortlicher gesucht. Er, der Hersteller bekannter Klettergeräte und Ausrüstungsgeräte, sieht in den Normen sehr wohl einen Sinn. Die Normen schützen den Hersteller, aber sie allein reichen nicht. Zentrales Thema für ihn ist die Selbstverantwortung. Neue Sportgeräte haben ein größeres Risiko, denn sie kommen zu schnell auf den Markt, ohne vorher über einen längeren Zeitraum in umfassenden Feldversuchen erprobt worden zu sein. Warum dies so ist – darüber äußerte er sich nicht: Ist es der Druck von Seiten der Nutzer oder von Seiten der Konkurrenz? Oberrauch bricht auch eine Lanze für die jungen Menschen, die neue Sportarten ausprobieren wollen wie Downhill und Freeriding – wohl wissend, dass diese anderen Sportlern auf den Skipisten und Radwegen das Leben oft schwer machen. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 53


DIVERSES

Freizeit & Sport

„Hilfe in der schwierigsten Zeit geben“ 25 Jahre, knapp 1.000 Sportler, mehr als drei Millionen Euro Unterstützungsgelder und viel Herzblut – das ist die Zwischenbilanz der Südtiroler Sporthilfe. Der Brixner Stefan Leitner ist seit 2001 Geschäftsführer der Sporthilfe und hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, jungen talentierten Sportlern auf ihrem Weg zur Weltspitze unter die Arme zu greifen. Herr Leitner, wie entstand die Idee zur Südtiroler Sporthilfe? Der Verband Südtiroler Sportvereine hat die Not der jungen Sportler erkannt und nach einem Instrument gesucht, um diese zu fördern. Vorbild war dabei die Deutsche Sporthilfe. Die Idee, dies auch in Südtirol nachzuahmen, wurde dann von den Gründungsmitgliedern umgesetzt. Dabei spielten auch die Brixner eine große Rolle: Erwin Stricker war gleich von der Idee überzeugt und stand bis zu seinem Tode immer

hinter der Sporthilfe. Auch Fredy Dissertori oder Gianni Marzola waren Gründer der Sporthilfe. Heute ist mit mir und Christine Öhler Peintner das Eisacktal gut vertreten.

kleinen Kreis, die Finanzspritze in Anspruch zu nehmen. Aber lieber weniger Sportler, die eine größere Unterstützung erhalten, als viele mit einem kleinen Beitrag, der ihnen nicht viel nützt.

Was ist konkret die Aufgabe der Südtiroler Sporthilfe?

In welchem Ausmaß und wie lange können die Nachwuchssportler mit der Unterstützung rechnen?

Wir unterstützen junge, talentierte Sportler, bevor sie von einer Sportgruppe aufgenommen werden. In dieser Zeit hängen die Sportler finanziell in der Luft, und wir helfen ihnen, diese Periode zu überbrücken. Dabei wird auch die finanzielle Situation der Familie berücksichtigt. Welche Athleten haben Anrecht auf finanzielle Unterstützung?

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Der Athlet muss einen Antrag stellen, der vom Sporthilfe-Gutachterausschuss geprüft wird. Wichtig ist natürlich, dass der Sportler einem Südtiroler Verein angehört und auch in Südtirol bleibt. Im Normalfall werden Sportler bis

Die Sporthilfe hat in den vergangenen 25 Jahren mehr als drei Millionen Euro in junge Talente investiert; die meisten bekommen zwischen 1.000 und 1.500 Euro pro Jahr ausbezahlt. Wir haben bereits 46 Sportarten gefördert; 500.000 Euro gingen in Summe an die alpinen Skifahrer, dann kommen die Naturbahnrodler mit 300.000 Euro, da diese ja keiner Sportgruppe angehören. Je nach Disziplin dauert die Unterstützung bis zu zehn Jahre. Ich bin stolz auf unsere Leistung, denn wir können sagen, dass wir viele „No Names“ auf den Weg zur Weltspitze unterstützt haben. Insgesamt haben die

Brüder und der Naturbahnrodlerin Sonja Steinacher unterstützt, den Mountainbiker Gerhard Kerschbaumer aus Verdings, die Badminton-Spielerin Beate Dejaco, die Schwimmerin Laura Letrari oder die Tischtennisspielerin im Bereich Behindertensport Christina Ploner. Auch die Leichtathletin Deborah Feltrin und einige Handballer konnten von der Sporthilfe in Brixen profitieren. Woher stammen die finanziellen Mittel der Sporthilfe? Anfangs wurde die Sporthilfe zu hundert Prozent vom Land Südtirol unterstützt. Heute bekommt der Verein noch ein Viertel vom Land, während der Rest von uns selbst erwirtschaftet wird. Besonders durch die Sporthilfe-Lotterie, dem Ball des Sports, Versteigerungen, VIP-Veranstaltungen und anderen Spendenaktionen kommen wir zum Geld. Es kommt auch immer häufiger vor, dass Startgebühren von verschiedenen

„Wir haben viele „No Names“ auf den Weg zur Weltspitze unterstützt“_ Stefan Leitner, Geschäftsführer der Südtiroler Sporthilfe zum Alter von 30 Jahren gefördert, wobei dies auch von der Sportart abhängt. Weitere Voraussetzung ist zudem, dass Sportler wie beispielsweise Schwimmer bereits einen Regionalmeistertitel vorweisen können oder sich für die Italienmeisterschaft qualifiziert haben. Ein Skifahrer muss hingegen im Landeskader mitfahren, und ein Rodler muss in der Nationalmannschaft sein, da es da nicht so viele gibt. Man sieht: Wir befinden uns auf einem sehr hohen Niveau, und das ist auch gut so. Die strengen Leistungskriterien ermöglichen es nur einem

Sporthilfe-Athleten zehn goldene, zwei silberne und acht bronzene Olympia-Medaillen eingeheimst. Natürlich sind nicht alle geförderten Sportler so erfolgreich, aber man darf die Erfahrungen nicht vergessen, die die Sportler in dieser Zeit gemacht haben. Diese können sie dann auch in der Arbeitswelt gut umsetzen. Welche Sportler aus dem Eisacktal wurden von der Sporthilfe gefördert? Wir haben beispielsweise die Rodelkarriere der beiden Gruber-

Rennen oder Sportveranstaltungen zum Teil an die Sporthilfe gespendet werden – hierfür sind wir natürlich besonders dankbar. In Zeiten wie diesen ist es auch für uns nicht einfach, Geld zu sammeln, jedoch hat die Sporthilfe ein sehr gutes Image und einen hohen Stellenwert, auch bei den Südtiroler Wirtschaftstreibenden. Wir können auf Unternehmer zählen, die seit Jahren hinter der Sporthilfe stehen und diese unterstützen. Ohne sie wäre es natürlich schwierig. Zudem sind wir fest in den Köpfen der Bevölkerung verankert; dies


beweist die komplett ausverkaufte Sporthilfe-Lotterie. Wir haben es geschafft, eine sympathische, authentische und ehrliche Marke aufzubauen. Was bekommt die Sporthilfe von den Sportlern als Gegenleistung? Die Unterstützung ist an keine Gegenleistung oder anderweitige Verpflichtung geknüpft. Natürlich freut es uns, wenn der Sportler an verschiedenen Veranstaltungen beiwohnt oder durch Werbeleistungen der Sporthilfe etwas zurückgibt – aber dies ist alles freiwillig. Wichtig ist, dass der Sportler die Sporthilfe nicht vergisst und sie positiv erwähnt. Unsere Athleten sind hier wirklich vorbildlich und schätzen das, was sie von der Sporthilfe erhalten haben. Kann man sich die junge Südtiroler Sportwelt ohne Sporthilfe überhaupt noch vorstellen? Die Sporthilfe ist aus Südtirol nicht mehr wegzudenken. Wir arbeiten auch andauernd an neuen Konzepten und versuchen,

der Südtiroler Sportwelt nicht nur auf finanziellem Wege zu helfen. Derzeit arbeiten wir zum Beispiel an einem Projekt, das die Karriere „danach“ antreiben soll: Die Sportler haben am Ende ihres sportlichen Weges oft wenig bis keine Zukunftsperspektiven – stehen aber mitten im Leben. Wir versuchen nun, in Zusammenarbeit mit Universitäten oder Unternehmen Wege zu finden, um ihnen den Einstieg ins „normale“ Berufsleben zu erleichtern. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Sporthilfe? Dass es so weitergeht. Auch wenn die wirtschaftliche Situation der Betriebe derzeit nicht gerade rosig ist, konnten wir bis jetzt trotzdem unser Niveau halten und stets etwa gleich viel Geld erwirtschaften. Ich kann mich deshalb nicht oft genug bei Firmen und Privaten bedanken, die es den jungen Talenten ermöglichen, sich ihren Traum zu verwirklichen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Freizeit & Sport

FUSSBALL

Denis Mair bei Gozzano z Der 27-jährige Brixner Fußballprofi Denis Mair hat einen Ein-Jahres-Vertrag mit „Gozzano Calcio“ unterschrieben. Der Verein aus dem Piemont spielt im Kreis A der italienischen Serie D und setzt auf den Stürmer, der mit einer Empfehlung von 12 Saisontoren im Vorjahr nach Gozzano kommt. Der Brixner ist bereits mit seinem vierten Lebensjahr dem Fußball „verfallen“

und trainierte mehrere Jahre beim SSV Brixen, bis er im Jahr 2004 zu Treviso in die Serie B wechselte, um sich dort seinen Traum als Fußballprofi zu erfüllen. Nach weiteren Wechseln innerhalb italienischer Fußballclubs spielte er auch beim FC Südtirol, bei Sassari und Aquanera, wo er in der Saison 2011/2012 mit 20 Toren seine bisher beste Saison hinlegte. Nun will er bei Gozzano Calcio in

der Provinz Novara an diesen Erfolg anknüpfen und zeigen, was er kann. „Ich habe mich in Gozzano bereits gut eingelebt

F&S

und fühle mich hier wohl – das ist die Grundlage, um auch auf dem Feld mein Bestes zu geben“, so Mair. eh

Freizeit & Sport LEICHTATHLETIK

Neue Aufgabe für Bruno Cappello z Der 63-jährige Brixner Bruno Cappello (rechts im Bild) wurde zum neuen Präsidenten des Leichtathletik-Landesverbandes Fidal gewählt. Der MehrkampfNationaltrainer hatte sich bereits als technischer Direktor bei der Leichtathletik-Jugend-Weltmeisterschaft „Südtirol 2009“ in Brixen einen Namen gemacht. Cappello, der als einziger Kandidat für das Amt kandidierte, folgt auf Armin Bonamico und wurde mit großer

kurz

notiert

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Mehrheit gewählt. Für den diplomierten Sportlehrer ist dies das erste politische Amt in der Leichtathletik. Er führte als Trainer des SSV Brixen bereits fünf Athleten in die Nationalmannschaft. Cappello möchte als Fidal-Präsident mehr regionale Meisterschaften nach Südtirol zurückholen sowie Impulse gegen die hohe Ausstiegsquote bei Leichtathleten über 16 Jahren setzen. Ein Anliegen wäre es auch, eine Berglauf-Welt-

Laura Letrari ist nicht für die Kurzbahn-Europameisterschaft in Chartres in Frankreich nominiert. Erstmals seit 2008 wird die Brixnerin damit nicht bei einer EM dabei sein. Letrari hatte die Qualifikationszeit über 100 Meter Lagen in 1.01.13 Minuten um 0,69 Sekunden verpasst.

meisterschaft nach Südtirol zu holen sowie die unbefriedigende Situation der Leichtathletikanlage in Bozen zu verbessern. eh

Der Brixner Lukas Huber ist Slackline-Weltmeister. Der 18-Jährige hat sich bei den Weltmeisterschaften in Boston gegen den Amerikaner Alex Mason durchgesetzt.

Paolo Fellin wurde in den Ausschuss des Südtiroler Tennisverbandes gewählt. Der Brixner, der erstmals in den sechs Mitglieder starken Ausschuss bestellt wurde, hat sein Amt nun für die nächsten vier Jahre inne.


NACHGEFRAGT

„Jede Expedition ist eine Bereicherung“ TAMARA LUNGER, Extrembergsteigerin, ehemalige Weltmeisterin in Skitourengehen und Gesundheitstrainerin, über Motivation und das Vertrauen in eine höhere Macht. Frau Lunger, bei Ihrem Vortrag im Rahmen des IMS in Brixen haben Sie über die unzähligen Entbehrungen gesprochen, mit denen eine 8000er-Expedition verbunden ist. Was ist Ihre Motivation, diese Strapazen in Kauf zu nehmen? An erster Stelle steht sicherlich die Begeisterung für den Berg und die Lust, das Ziel zu erreichen. Doch auch wenn ich den Gipfel nicht erreiche, nehme ich immer etwas Wichtiges mit. In der Stille der Abgeschiedenheit kommt man an seine Grenzen, man entwickelt sich weiter, wird stärker und reifer. Das entschädigt letztlich für alle Strapazen.

Sie haben auch sehr riskante, fast schon lebensbedrohliche Situationen geschildert – und Ihr „Gottvertrauen“, es würde alles gut gehen. Kann man ohne dieses Vertrauen überhaupt einen 8000er besteigen? Extrem haarigen Situationen gehe ich normalerweise lieber aus dem Weg. Wenn es aber dann doch einmal gefährlich wird, helfen mir der Glaube an Gott und das Beten. Ich weiß, er schaut auf mich. Ohne dieses Vertrauen würde es wahrscheinlich nicht gehen. Ihr Tätigkeitsspektrum ist sehr vielseitig. Was machen Sie im Moment am liebsten?

Bei meinem Gesundheits- und Motivationstraining habe ich die Möglichkeit, Menschen zu begeistern und zu animieren, zielgerichtet zu arbeiten. Das macht mir wirklich sehr viel Spaß und Freude. Das Bergsteigen wird hingegen vor allem durch instabil gewordenes Wetter immer mehr zum Glücksspiel. Der Aufwand für die Expedition auf einen 8000er ist extrem groß, und das Ergebnis ist leider nicht immer besonders befriedigend – in Zukunft werden es daher nicht mehr nur 8000er sein, die ich erobern will. natacha.kluber@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

SKISPORT

30.11.20 17.00 U 12 h

Mit neuem Vorstand in die Wintersaison z Mit neu gewähltem Vorstand und kürzlich vorgestelltem Jahresprogramm startet die Sektion Ski des Wintersportvereins Brixen hochmotiviert in die neue Saison. Die größte Sektion des Wintersportvereins (WSV) möchte mit dem starken Programm den Skisport der Bevölkerung näher bringen. Die Kurse, die allesamt auf der Plose abgehalten werden, sind für Renngruppen, Kinder, Anfänger und Freizeitfahrer ausgerichtet. Höhepunkt der heurigen Saison stellt die VSS-Landesmeisterschaft in der Kategorie „Baby Sprint“ dar, bei der rund

600 Kinder aus ganz Südtirol erwartet werden. Organisiert wird die Meisterschaft vom neuen Vorstand, der sich in dieser neuen Rolle erstmals etablieren kann. Rund um Sektionsleiter Fabian Rabl hat sich bei den Neuwahlen einiges getan: Bruno Knoflach, Manuela Fink sowie Barbara Kleon sind nicht mehr Teil des Ausschusses. An ihrer Stelle treten Günther Blasbichler, Davide Marchiondo und Paul Rovara den ehrenamtlichen Dienst an. Bestätigt wurden hingegen Sektionsleiter Fabian Rabl, Heidi Wegmann, Johanna Reifer, Martin Hofer und Markus Villscheider. Das neue Winterprogramm kann im WSV-Büro im Großen Graben 26/D abgeholt werden und ist auch auf der Homepage www.wsvbrixen.it abrufbar – sowie natürlich im BrixnerPlus, der Multimedia-Version des „Brixner“. eh

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30.11.- 02.12. 07.- 09.12. 14.- 16.12. 21.- 23.12. ore 10.00-19.00 Uhr Es erwarten euch wieder viele weihnachtliche Überraschungen Vi aspettano, anche quest’anno, molte sorprese medievali Das vollständige Programm finden Sie im beiliegenden timer.

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Wirtschaft & Umwelt

Foto: Oskar Zingerle

STREIT UM KONZESSIONSVERTRAG GEHT WEITER

Showdown am Parkhaus Der bisher an Nebenschauplätzen ausgetragene Rechtsstreit um die Konzession des Parkhauses Dantestraße geht nun in die Schlussphase: Die Seeste Bau AG hat das Schiedsgericht angerufen und verlangt eine Verlängerung der Konzessionsdauer. Zu Recht?

E

s geht um die erkleckliche Summe von 10.666.888,71 Euro. Das ist der Betrag, den die Seeste Bau AG als Rechtsnachfolgerin der Parking Brixen GmbH und Betreiberin des Parkhauses Brixen „zur Wiederherstellung des wirtschaftlich-finanziellen Gleichgewichts“ von der Gemeinde Brixen einfordert – oder eben, alternativ dazu, die Verlängerung der Konzession von derzeit 29 auf 47 Jahre. Die Begründung für diese Forderung liefert die Seeste Bau AG gleich mit: „Die Gemeinde hat durch die Eröffnung des Parkplatzes Priel die wirtschaft-

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lichen Rahmenbedingungen für das Parkhaus verändert – unsere Rechnung konnte nicht mehr aufgehen“, sagt Geschäftsführer Martin Klapfer. Der zitierte Konzessionsvertrag geht auf das Jahr 1992 zurück – also auf die Ära Klaus Seebacher. Die Gemeinde übertrug damals der Seeste Bau AG das Oberflächenrecht für die Dauer der Konzession – also für 29 Jahre. Bereits diese Dauer war in Vergangenheit Stein des Anstoßes: Seeste-Chef Michael Seeber hatte immer wieder behauptet, dass der ursprüngliche Vertragsentwurf

eine Konzessionsdauer von zwei mal 29 Jahren vorgesehen hatte; dieser Entwurf wurde aber damals im letzten Augenblick verworfen, da eine Konzession dieser Dauer rechtlich nicht möglich war. Der damalige Bürgermeister Klaus Seebacher soll daraufhin Michael Seeber mündlich „versprochen“ haben, die Konzession bei Ablauf für weitere 29 Jahre zu verlängern – einen schriftlichen Beweis dafür gibt es allerdings nicht. Seeber willigte damals ein – wohl wissend, dass ein „politisches“ Versprechen über fast sechs Legislaturperioden schwer einzulösen sei, ganz

unabhängig davon, dass es dem heutigen Bürgermeister gar nicht möglich wäre, ein solches Entgegenkommen zu zeigen, weil er ja damit auf Gemeindeeinnahmen verzichten würde, was wiederum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Rechnungshof auf den Plan rufen würde. So blieb im Vertrag die heute einzig gültige Formulierung, die die Gemeinde aber zu keinerlei Verpflichtung zwingt: „Die Frist kann auf Antrag des Konzessionsnehmers um weitere 29 Jahre verlängert werden“. Sie kann verlängert werden, muss aber nicht.


OBJEKT DER BEGIERDE: Sollte das Gericht der Schadensersatzforderung der Seeste Bau AG nicht folgen, kann die Gemeinde Brixen ab 2021 mit erheblichen Einnahmen aus dem Parkhaus rechnen

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Oder doch? Ein Nebensatz

könnte die Position der Gemeinde etwas schwächen: „Am Ende der Laufzeit gehen alle beweglichen und unbeweglichen Anlagen auf die Gemeinde über, ohne dass diese eine Ablöse zahlen muss, da das Bauwerk ab diesem Zeitpunkt als amortisiert gilt“. Wenn diese Amortisierung aber nicht erfolgt ist, weil die Gemeinde eben möglicherweise die Rahmenbedingungen für den Konzessionär verändert hat – ist die Gemeinde dann doch verpflichtet, die Konzessionsdauer zu verlängern? „Wir können beweisen“, sagt Martin Klapfer, „dass unsere Einnahmen am Parkhaus mit Eröffnung des Parkplatzes Priel plötzlich zurückgegangen sind.“ Und: Summiert man heute die Einnahmen aus dem Parkplatz Priel mit jenen des Parkhauses, „kommen wir ziemlich genau auf die im Businessplan erwarteten Einnahmen“, sagt Klapfer.

Der verschollene Businessplan. Dieser Finanzierungsplan, den Klapfer seinerzeit Klaus Seebacher übergeben hatte, war allerdings in der Gemeinde aus unerfindlichen Gründen nicht protokolliert worden und dem entsprechend unauffindbar. Für die Seeste ist dies allerdings „ein zentrales Dokument“, sagt Klapfer, „weil wir damit be-

weisen können, dass wir mit höheren Einnahmen gerechnet hatten und dass die Gemeinde darüber Bescheid wusste“. Also suchte Klapfer den seinerzeitigen Gemeindesekretär Adolf Schwienbacher auf, der ihm riet, beim Stadtarchivar Hubert Mock nachzufragen. Dieser begab sich auf die Suche nach dem verschollenen Dokument – und wurde

ein Vorrecht zu gleichen Bedingungen einräumen würde, „sollte die Gemeinde auf Gemeindegebiet ein ähnliches Projekt realisieren wollen“. Was aber ist eigentlich ein „ähnliches Projekt“? Streng interpretiert, hätte die Gemeinde bei jeder Kurzparkzone die Seeste fragen müssen. Interpretiert man den Passus etwas breiter, so kann auch nur

von Bozen ernannt wird“. Die Seeste AG hat Siegfried Brugger ernannt; die Gemeinde Brixen hat die Frist zur Ernennung verstreichen lassen, worauf das Tribunal die Rechtsanwältin Marion Brugnara ernannte. Die beiden werden jetzt versuchen, das dritte Mitglied des Schiedsgerichts zu finden. Bis zum Urteil wird wohl noch etwa ein Jahr vergehen.

„Unsere Rechnung konnte nicht mehr aufgehen“_ Martin Klapfer, Verwaltungsrat der Seeste AG nach einiger Zeit auch fündig, allerdings nicht, wie erwartet, in den Akten des Bauamtes, sondern in jenen der Öffentlichen Arbeiten, fein säuberlich unterzeichnet sowohl von Seebacher als auch von Schwienbacher. Die Seeste hat von einem Gutachter die Zahlen des Finanzierungsplans mit den realen Bilanzwerten vergleichen lassen, der dann die anfänglich genannten 10 Millionen Euro Schaden errechnete, den die Seeste durch die Gemeinde erlitten haben will. Kann aber die Gemeinde dafür verantwortlich gemacht werden, dass sie in einem anderen Stadtteil einen Parkplatz errichtet hat? Im Konzessionsvertrag steht nämlich explizit, dass die Gemeinde dem Konzessionär

ein überdachtes Parkhaus damit gemeint sein – und kein Parkplatz, der ja in der Zone Priel entstanden ist, anfangs geführt von den Stadtwerken.

Die Situation ist also ziemlich verfahren. Für das Schiedsgericht

wird es keine einfache Sache sein, hier ein gerechtes Urteil zu finden. Der kommende Ablauf ist im Konzessionsvertrag jedenfalls genau beschrieben: „Alle Streitfälle (...) werden einem ordentlichen Schiedsrichterkollegium übertragen, bei dem der erste Schiedsrichter von der klagenden Partei, der zweite von der beklagten Partei und der dritte (...) von den beiden Schiedsrichtern oder, bei Nichteinigung, durch den Vorsitzenden des Gerichts

Danach ist allerdings endgültig Schluss: Gegen das Urteil besteht keinerlei Rekursmöglichkeit. „Wir sind sicher, dass das Gericht in unserem Sinn entscheiden wird“, sagt Martin Klapfer. „Die Frage ist für uns lediglich, wie hoch der Schadenersatz sein wird oder wie viele Jahre der Vertrag verlängert werden muss“. Bürgermeister Albert Pürgstaller gibt sich indes bedeckt: Er möchte zu diesem Fall derzeit keinerlei Aussage tätigen. So bleibt die Verteidigungsstrategie der Gemeinde derzeit noch verborgen.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 59


EISACKTAL

Sanierung des Kanalnetzes H

euer hat die Abteilung Umwelt und Technische Dienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal (BZG) ein mehrjähriges Projekt abgeschlossen, mit dem man alle AbwasserHauptleitungen erfasst hat. Diese Bestandsaufnahme war mit einem beträchtlichen finanziellen Aufwand verbunden. Die Bezirksgemeinschaft kennt als Betreiberin dieser Hauptleitungen und der beiden Kläranlagen in Brixen und Klausen nun den genauen Verlauf der Leitung, deren Lage in den jeweiligen betroffenen Grundstücken und die Standorte der Zugangsschächte.

Foto: Shutterstock

Eine Videoaufnahme des gesamten Abwasser-Hauptleitungsnetzes hat zahlreiche Schäden aufgezeigt. Die gravierendsten sollen in den kommenden Jahren saniert werden.

Dokumentation des Kanalisationsnetzes. Das gesamte Kana-

lisationsnetz wurde mittels GPSKoordinaten vermessen. Alle Informationen werden nun in einem geografischen Informationssystem (GIS) verwaltet und auf einem aktuellen Stand gehalten. Die Grundeigentümer können zukünftig diese Daten nutzen, wenn sie in der Nähe der Hauptleitungen Grabungsarbeiten vornehmen. Die Bezirksgemeinschaft hat außerdem den Zustand der Kanäle durch eine hochauflösende Videoaufnahme lückenlos dokumentieren lassen. „Die Hauptleitung für die Kläranlage Brixen reicht von Mauls über Franzenfeste, Natz-Schabs, Vahrn und Brixen und ist insgesamt 22 Kilometer lang. Die einzelnen Abschnitte sind zwischen 15 bis 30 Jahre alt“, erklärt Ronald Amort, der die Abteilung Umwelt und technische Dienste leitet. Wie nicht anders erwartet, hat die Aufzeichnung zahlreiche Schäden dokumentiert: nicht fachgerechte Anschlüsse, gesprungene Leitungsabschnitte, Wurzeleinwüchse, unsachgemäß zusammengesetzte Rohre, abgesenkte Leitungen und verengte Leitungsdurchschnitte, weil es zu Materialablagerungen gekommen ist. „Wir haben die einzelnen Schadensfälle nach dem

50 Jahre lang sollte ein Kanal überleben: Dies funktioniert aber nur durch regelmäßige Wartung

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Schweregrad klassifiziert und mehr als 15 Klasse-5-Fälle, das sind die gravierendsten Schäden, gezählt. Bei diesen Fällen droht der Austritt von Abwasser oder das Eindringen von Grundwasser, was Schäden an den umliegenden Liegenschaften und Umweltverschmutzung mit sich bringt – und dies muss unbedingt verhindert werden“, erläutert Amort. Er arbeitet zur Zeit an einem Programm, mit dem man sukzessive die einzelnen Problembereiche beheben will.

Finanzierung noch ungewiss. Diese Planungsarbeiten sollen bis 2013 fertiggestellt sein. Für die Sanierung der Leitungsbe-

reiche in bewohntem Gebiet wird wahrscheinlich eine Technik angewandt, bei der die bestehenden Kanäle neu ausgekleidet werden. Bei dieser Vorgehensweise sind kaum Grabungsarbeiten notwendig. Im freien Gelände hingegen werden die beschädigten Leitungsabschnitte neu verlegt, weil diese Methode hier kostengünstiger ist. Sobald die Programme definiert sind, soll auch die Finanzierung geklärt werden. Die Landesverwaltung wird wohl einen Teil beisteuern, die Höhe des Beitrages lässt sich angesichts der nun vorherrschenden Sparpolitik allerdings noch nicht beziffern. Vermutlich werden die Bürger einen Teil der Kosten

über die Gebühren zur Abwasserentsorgung tragen müssen. „Ein Kanal soll eine Lebensdauer von 50 Jahre haben“, sagt Amort. Das funktioniert aber nur bei regelmäßiger Wartung. Das ist auch als leiser Wink an die Gemeinden zu verstehen: Das jeweilige Kanalnetz in den einzelnen Orten befindet sich bis zum Anschluss an die Hauptleitung in der Zuständigkeit der Gemeinden. Es ist anzunehmen, dass eine Kontrolle der Abwasserstränge ähnliche Schäden aufzeigen würde, wie man sie entlang der Hauptleitung gefunden hat. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 61


Rock&Roll-Store mit Kultcharakter Rookies & Kings ist nicht nur ein außergewöhnlicher Underground-Store in Brixen, sondern auch Südtirols erster Rock&Roll-Store für Hardrock- und Körperkultfans – und zugleich das erste Ladenprojekt der Brixner Deutschrockband Frei.Wild.

D

ie einen zieht es dahin, weil sie eingefleischte Hardrockfans sind, und die anderen, weil sie ihren Individualismus frech, sexy und ungemein körperbewusst ausleben wollen. Allen gemein ist ihr ausgeprägter Sinn für Selbstinszenierung und Körperkunst. Rookies & Kings ist ein Underground-Store für Ausgefallenes und Außergewöhnliches, der Anfang Mai von der Brixner Deutschrockband Frei.Wild in der Weißlahnstraße in Brixen eröffnet wurde. „Unser Ziel war es, einen typischen Rock&Roll-Laden und zugleich den ersten dieser Art in Südtirol zu eröffnen, mit coolen Klamotten, die es bis dahin hier noch nicht gegeben hatte, sowie einem professionellen Tattoound Piercingstudio unter einem Dach“, erzählt Christian Forer von Frei.Wild.

Anlaufpunkt für Hardrock und Körperkunst. Der Szeneladen hat

sich innerhalb kürzester Zeit etabliert und ist heute fester Anlaufpunkt für viele Hardrock- und Körperkultfans, die teilweise lange Fahrtstrecken zurücklegen, um in „ihrem“ Laden mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen, nach außergewöhnlicher Streetwear zu stöbern und mit modisch-erotischer Körperkunst ihrem Lebensstil zusätzlich Ausdruck zu verleihen.

Rookies & Kings Underground Store Weißlahnstraße 15, 39042 Brixen Tel. 0472 613 393 Mobil 345 8808954 tattoo@rookiesandkings.com Rookies&Kings Underground Store 62

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BETRIEBSPORTRAIT

Das Team von Rookies & Kings: v.l.n.r. Martin, Irmi und Vroni

––

„Viele unserer Stammkunden kommen aus ganz Südtirol, vom obersten Vinschgau bis ins hinterste Ahrntal, und sogar aus dem Ausland, um sich bei uns mit cooler Streetwear auszustatten, die es nirgendwo sonst in Südtirol gibt“, erklärt Martin, Geschäftsführer bei Rookies & Kings. „Auf 150 Quadratmetern führen wir ein umfangreiches Sortiment mit angesagten Streetwearlabels wie Iron Fist, Lucky 13, Abbey Dawn, King Kerosin, Killer Kirsche oder Badly – und außerdem ausgewählte Artikel der Band und Rookies & Kings Labelbands, von begehrten Kollektionen und Accessoires bis hin zu den Tonträgern.“

Körperkunst ist Kult und Kultur. Tattoos und Piercing sind nicht länger Zeichen einer Protest- oder Punkerkultur, sondern ein Modetrend, den Pop-Ikonen, Filmstars

und prominente Persönlichkeiten populär gemacht haben und der mittlerweile alle Bevölkerungsschichten erreicht hat. Piercingtrends und Tattoostyles erzählen Geschichten einer Generation, einer Kultur – und der jeweiligen Persönlichkeit. Den kreativen Piercings und Tattoo-Motiven sind keine Grenzen gesetzt, im Gegenteil: Die Vielfalt an Styles macht erst richtig Lust auf Individualisierung und Originalität, häufig sogar in einem Ausmaß, der einen echten Körperkult entfacht und den Körper zum Kunstwerk werden lässt. Rookies & Kings bietet im eigenen Tattoo- und Piercingstudio modisch-erotischen Hautschmuck, inspiriert von individuellen Wünschen oder aus umfangreichen Motivkatalogen. „Zunächst waren wir mit nur einem Tätowierer gestartet, jedoch haben wir bald gemerkt, dass Körperkunst auch

von der Vielfalt an Styles lebt“, erzählt Martin. „Aus diesem Grund haben wir nun zwei mehr oder weniger feste Tätowierer und in regelmäßiger Kontinuität namhafte Gasttätowierer aus dem Inund Ausland im Studio.“

Rookies & Kings ist auch Lifestyle. Rock & Roll und Körperkult

ist bei Rookies & Kings aber auch Lifestyle: „Wir waren es uns und unseren vielen Kunden und Fans schuldig, aus unserem Underground-Store einen echten Rock&Roll-Laden mit Kultcharakter werden zu lassen“, so Christian Forer, „daher veranstalten wir für unsere stetig wachsende Kultgemeinde drei- bis viermal im Jahr einen Undergroundevent mit Livebands, bei dem sich Rookies & Kings in ein rockiges Ladenwohnzimmer verwandelt, mit guter Musik, tollen Leuten und super Stimmung.“


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Weihnachten wie anno dazumal z Stressfrei, ruhig und besinnlich sollte die Weihnachtszeit sein – aber meist schaut die Realität anders aus. Um die vorweihnachtliche Zeit so zu erleben, wie es sich eigentlich gehört, haben sich die Klausner etwas Besonderes ausgedacht und organisieren einen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. An den vier Wochenenden vom Freitag, 30. November, bis einschließlich Sonntag, 23. De-

zember, jeweils von 10 bis 19 Uhr wird im Künstlerstädtchen die Zeit um einige Jahrzehnte zurückgedreht. Ohne Straßenbeleuchtung, aber dafür mit Kerzen und Laternen, kann man durch die Dürerstadt bummeln. Ausstellungen von Künstlern erinnern an die Zeit der Künstlerkolonie, die Klausen im 19. Jahrhundert zum Künstlerstädtchen machte. An den über 25 Ständen verkaufen traditio-

nelle Handwerker ihre Ware. Die Gastbetriebe bieten passend dazu Köstlichkeiten aus den vergangenen Jahren an, während Gaukler

W&U

und Feuerspeier sowie Chöre, Bläsergruppen und Trommler die Besucher unterhalten. eh

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

KLAUSEN

Skibus wird kostenpflichtig z Mit den neuen Richtlinien der Landesregierung, die vorsehen, dass alle Skibusdienste auf Bezahlung erfolgen müssen, wird nun auch der Skibus BrixenPlose kostenpflichtig, so wie es in den restlichen Skigebieten Südtirols bereits der Fall ist. Bisher hatte die Plose den Skibusdienst kostenlos zur Verfügung gestellt und dafür einen Zuschuss vom Land erhalten. Nun wird der Dienst zwar weiterhin privat organisiert, kann

kurz

notiert

64

aber nur noch gegen Bezahlung genutzt werden. Von dieser Regelung ausgenommen sind nur die Saisonkarteninhaber, die mit dem Erwerb der Saisonkarte auch den Skibus ohne zusätzliche Kosten nutzen können. Skibustickets gibt es dabei an der Kassa bei der Talstation; die Kontrollen werden jeweils bei der Talfahrt durchgeführt. Eine Hin- und Rückfahrt kostet 2 Euro. Daneben haben sich auch die Fahrtzeiten geändert.

Der Skibusdienst nimmt am 23. Dezember seinen Betrieb auf und steht wochentags dreimal und an den Wochenenden und Feiertagen viermal vormittags zur Verfügung. Sollte ein Bus voll sein, wird ein Folgebus eingesetzt. Die Rückfahrten erfolgen stündlich. Die genauen Zeiten sind auf der Homepage der Bahngesellschaft, www.plose.org, einsehbar. Der Linienbus Brixen-Palmschoss hält ebenfalls an der Talstation der Kabinenbahn. ab

Bergsteigerlegende Reinhold Messner hält am Freitag, 14. Dezember, im Sterzinger Stadttheater um 20 Uhr einen Vortrag unter dem Motto „Berge versetzen“. Der Eintritt ist kostenlos, freiwillige Spenden gehen an den Kiwanis Club Sterzing-Wipptal zur karitativen Unterstützung für hilfsbedürftige Kinder im Bezirk.

Der Familienverband Südtirol hat eine reiche Anzahl an Firmen und Geschäften, die seinen Mitgliedern Rabatte auf die Einkäufe gewähren. Nun zeichnete der Verband die Buchhandlung Weger in Brixen für ihre langjährige Mitarbeit an diesem Projekt als besonders familienfreundlich aus.

Eine 15-köpfige Delegation von Bauingenieuren und Architekten aus Brixens Partnerstadt HavlÍcˇku˚v Brod kam nach Brixen, um dort das Zusammenspiel aus gut erhaltener historischer Bausubstanz und zeitgemäßen Bauten im Sinne der Klimahausrichtlinien in der Altstadt zu begutachten und zu diskutieren.


STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle

Warum wird das Jakob-Steiner-Haus auch als „ex-Regina Elena“ bezeichnet?

BRIXEN

Das Jakob-Steiner-Haus in Milland wurde im Jahr 1935 als Waisenhaus eröffnet, gegründet von der Königin Elena von Italien beziehungsweise der Stiftung „Regina Elena“ des italienischen Staates. Zu Beginn kamen im Haus Waisen oder Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen unter. Im Jahr 1942, während des Zweiten Weltkrieges, mussten die Waisen innerhalb eines Tages das Haus räumen und für Kinder aus Deutschland Platz machen; das Gebäude wurde dann zunächst von deutschen und anschließend von amerikanischen Soldaten besetzt. Dabei wurde das Haus verwüstet, wurde danach jedoch weitgehend restauriert, und Bischof Johannes Geisler übergab die Leitung des Institutes den Englischen Fräulein, die es bis 1978 führten. Die einstige Namensgeberin „Regina Elena“, geboren im Jahr 1873 als Prinzessin von Montenegro und spätere Frau des italienischen Königs Viktor Emanuel III., ging im Jahr 1946 nach Alexandria ins Exil und verstarb am 28. November 1952 an einem Krebsleiden in Frankreich. Anregungen: redaktion@brixner.info

Es weihnachtet... z Der Verein „Dandelion – Ideen und Kultur in Stufels“ organisiert aufgrund des großen Erfolges im Vorjahr eine zweite Ausgabe des Stufler Adventsmarktes. In diesem Jahr wird er allerdings nicht mehr an den Adventswochenenden stattfinden, sondern vom 6. bis zum 9. Dezember, wobei die offizielle Eröffnung am 6. Dezember um 17 Uhr mit einem speziellen Programm zum Nikolaustag erfolgen wird. An den weiteren Tagen kann der Adventsmarkt von 10 bis 20 Uhr besucht werden. Vereine, Kunsthandwerker und lokale Produzenten präsentieren in den Stufler Gassen ihre Produkte; an einem reichhaltigen Rahmenprogramm und an kulinarischen Schmankerln wird es auch nicht fehlen. Am Domplatz

hingegen wurde bereits der Brixner Weihnachtsmarkt eröffnet, der bis zum 6. Januar geöffnet sein wird. 37 Aussteller sind dieses Mal präsent; neben einem Kinderprogramm umrahmen zahlreiche Chöre, Musikgruppen und Handwerker den Weihnachtsmarkt. Auf der Plose hingegen findet erstmals die „Bergweihnacht“ statt – eine geführte Wanderung von der Bergstation in Kreuztal zur Rossalm, begleitet von Musik, Inszenierungen und kleinen Überraschungen. Die kostenlosen Wanderungen starten an den Samstagen und Sonntagen im Dezember um 11 Uhr bei der Bergstation, die Rückkehr ist gegen 15 Uhr geplant; eine Anmeldungen bei der Skischule Plose, Telefon 0472 850040, ist erwünscht. db

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„Es besteht Handlungsbedarf“ BEATRIX ANGERER, Bezirksleiterin des ASGB, ruft zusammen mit den Brixner Gewerkschaften AGB-CGIL, SGB-CISL und UIL-SGK die Gemeinde auf, gegen den aktuellen Wohnungsnotstand zu handeln. Frau Angerer, wie sieht die derzeitige Wohnungssituation in Brixen aus? Sie ist bedenklich: Es gibt zwar genügend Wohnungen auf dem freien Markt, diese können sich aber nicht alle leisten. Die letzten Sozialwohnungen wurden in Brixen 2006 gebaut, und in den letzten Jahren wurden nur einzelne leergewordene Wohnungen zugewiesen. Für die schwache Einkommensschicht ist in den letzten Jahren nichts mehr dazu gebaut worden. Im Wohnbauinstitut liegen derzeit rund 200 gültige Gesuche, davon sind 70 wirklich dringende Fälle.

Was kann unternommen werden? Die Gemeinde muss diesem Umstand Rechnung tragen und dringend Grund für den Sozialwohnbau ausweisen. Das Wohnbauinstitut sollte sich verstärkt um Ankauf oder Anmietung von bestehenden Objekten kümmern, und zudem müssten mehr Einheiten in Brixen errichtet werden. Auch die Mietbeiträge werden in den nächsten Jahren wegfallen. Wie wird sich das auf die Mieter auswirken? Die Auswirkungen, die die Ausschüttung des Mietbeitrages mit sich gebracht hat, hat man nicht

DIVERSES

Rose der Dolomiten z Schaut man im Firmensitz von Loacker in Unterinn auf dem Ritten aus dem Fenster, so erblickt man Schlern und Rosengarten, die sich in all ihrer Pracht aus der grünen Landschaft erheben. Diesen besonderen Bezug zur Bergwelt und zur Natur lässt das Unternehmen Loacker in sein

Streben nach maximaler Qualität und die Suche nach den besten Rohstoffen für seine Produkte einfließen. Auf diese Weise entstand auch die Idee, eine Schokoladenpraline in der Form eines Alpen-Heckenröschens zu kreieren: Mit „The Rose of the Dolomites“ wagte sich der Spezialist

Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen

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Emotionelle Erste Hilfe, Still- und Trageberatung sowie die Beratung in Bezug auf das kindliche Schlafverhalten sind die Schwerpunkte der angebotenen Leistungen in der neu eröffneten Eltern-Kind-Praxis. Sowohl in Einzelbetreuung als auch in Gruppen erfahren Eltern Möglichkeiten zur Stärkung der Bindung zu ihrem Baby rund um Schwangerschaft, Geburt und in den ersten Lebensjahren.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info 66

bedacht. Der Mietbeitrag wird in den Mietpreis eingerechnet; somit sind die Mieten auf dem freien Markt in astronomische Höhen gestiegen. 700 Euro Monatsmiete kalt für 40 Quadratmeter in Brixen scheint derzeit Normalität zu sein. Wenn sich die Mieten auf einem „normalen“ Niveau bewegen würden, würde es weniger Sozialwohnungen brauchen. Aber so wie es derzeit aussieht, ergibt sich ab 2016, wenn die Mietbeiträge wegfallen, für eine große Anzahl von Mietern ein noch größeres Problem. Wir Gewerkschaften werden uns hier stark machen.

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

NACHGEFRAGT

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

für Waffeln und Schokoladenfeingebäck dabei auf das völlig neue Terrain der Pralinenherstellung – und dies mit Erfolg. „The Rose of the Dolomites“ beeindruckt nicht nur geschmacklich, sondern durch die zarte Blütenform auch optisch. Um den Bezug zur Natur, den Dolomiten und dessen Sagenwelt zu unterstreichen, hat Loacker in enger Verbindung mit dem Produkt „The Rose of Dolomites“ das Buch „The Legends“ herausgebracht: Die Bozner Autorin Brunamaria Dal Lago Veneri hat dafür eine Auswahl der schönsten Legenden rund die Dolomiten verfasst und schöpfte dabei aus dem reichen Schatz

an lang überlieferten Mythen, Geschichten und Legenden. Einerseits bleibt die Autorin damit der großen Tradition der Südtiroler Legenden treu, andererseits interpretiert sie diese auf eine neue Art – genussvoll zu lesen für Erwachsene wie für Kinder. Das dreisprachige Buch – mit deutschen, italienischen und englischen Texten und reduzierten rot-braunen Illustrationen – ist bei ausgewählten Veranstaltungen und in den Loacker-Moccarias und -Shops erhältlich. Ein Teil des Erlöses kommt der Südtiroler Kinderkrebshilfe zugute. db


Gemahlene Qualität

A. RIEPER AG

Mehl ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Lebens-Mittel“ und unverzichtbar beim Kochen und Backen. Die Qualitätsmehle von Rieper garantieren gutes Gelingen alter und neuer Rezepte. Seit über hundert Jahren und mittlerweile in fünfter Generation verarbeitet die A. Rieper AG an ihrem Firmensitz in Vintl erlesene Rohstoffe aus der Natur zu vielen feinen Mehlsorten. „Wie das Korn, so das Mehl“ besagt ein bekanntes Sprichwort und spiegelt gleichzeitig die Qualitätsphilosophie des traditionsreichen Unternehmens wider. Denn seit eh und je wird bei Rieper größter Wert auf beste Rohstoffe gelegt, aus denen mittels modernster Verfahren Qualitätsmehle erzeugt werden. Qualität bedeutet dabei nicht nur die sorgfältige Auswahl und schonende Verarbeitung der Rohmaterialien, sondern auch die bewusste Entscheidung zugunsten natürlicher, gentechnisch nicht veränderter Rohstoffe sowie der Verzicht auf Zusatzstoffe.

Zahlreiche Mehlsorten und Backmischungen. Die Quali-

tätsmehle von Rieper resultieren

aus hundert Jahren Erfahrung und haben dem Unternehmen in der Region Trentino-Südtirol die Marktführerschaft eingebracht – aus gutem Grund, denn die hochwertigen Mehlsorten von Rieper garantieren für gelungene Rezepte und schmackhafte Gerichte. Entsprechend erfolgreich hat das Unternehmen seine drei Produktlinien etabliert, von Industriemehlen für die maschinelle Fertigung über Profimehle für Bäckereien, Konditoreien und Gastronomiebetriebe bis hin zu Haushaltsmehlen für den privaten Gebrauch. Vielfältig präsentiert sich das Sortiment insbesondere im Bereich der Haushaltsmehle mit über 34 Mehlsorten und Backmischungen, die in allen gut bestückten Supermärkten und Bäckereien erhältlich sind. Zu den wichtigsten Haushaltsprodukten zählen die verschiedenen Weizen- und Vollkornmehle, Bio-, Dinkel-, Roggen- und Kamutmehl, Torten- und

Rezept Weihnachtsbrot mit Rosinen zum Selberbacken Zutaten 500 g Rieper Backmischung für Weihnachtsbrot 230 ml lauwarme Milch 60 g weiche Butter 200 g Rosinen Zubereitung Die Rosinen fünf Minuten in lauwarmem Wasser einweichen und anschließend gut abtropfen lassen. Backmischung, Milch und Butter mit der Hand oder mit der Küchenmaschine (Knethaken) so lange kneten, bis ein glatter, geschmeidiger Teig entsteht, der sich von den Händen

A. Rieper AG steht für Qualität und Tradition Pizzamehl sowie Polenta, Weichweizen- und Hartweizengrieß, Nockerlgrieß, Buchweizenmehl, Musmehl und Rollgerste, außerdem viele Brotbackmischungen. Mit der Entwicklung der fertigen Backmischungen für den Haushalt wurde eine alte Tradition zu neuem Leben erweckt, denn Backen macht nicht nur Freude, sondern schenkt ofenfrischen Genuss und macht Lust auf gesunde Ernährung. Optimal aufeinander abgestimmte Zutaten garantieren einfache Herstellung und sicheres Gelingen.

Selbstgebackenes schmeckt am besten. Immer mehr verbreitet bzw. vom Rand der Schüssel löst. Dann die Rosinen locker unter den Teig heben. Zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen. Kurz und kräftig zusammenkneten und nach Belieben formen. Zugedeckt weitere 50 bis 60 Minuten aufgehen lassen. Mit Ei oder Wasser vorsichtig bestreichen und in den auf 190° C vorgeheizten Backofen schieben. Backzeit Je nach Größe 20-30 Minuten, im Heißluftofen müssen Backzeit und Temperatur angepasst werden.

Die neue Backmischung für leckeres Weihnachtsbrot mit Zimtgeschmack

sich der Trend zu selbstgebackenem Brot. Handelt es sich dabei nur um eine vorübergehende Modeerscheinung oder vielmehr um die Rückbesinnung auf eine gesunde Lebensform, gepaart mit der Möglichkeit des Sparens? Vielleicht wurde der Trend aber auch durch die kompakten Brotbackautomaten begünstigt, die das Brotbacken einfach machen und Lust auf Selbstgebackenes wecken. Die A. Rieper AG bietet Hobbybäckern eine Serie von fertigen Brotbackmischungen, die das Brotbacken auf Anhieb gelingen lässt. Abwechslungsreich und genussvoll präsentiert sich das Sortiment an fertigen Backmischungen, beispielsweise für herzhaftes Vollkornbrot mit Leinsamen und Sonnenblumenkernen,

Das neue Mehl für Weihnachtsgebäck von Rieper macht Lust zum Selberbacken für leichtes Vollkorndinkelbrot, leckeres Weißbrot oder schmackhaftes Mehrkornbrot, und selbst für das beliebte Südtiroler Breatl findet man die passende Backmischung. Ganz neu und passend zur Jahreszeit hat Rieper vor kurzem zwei Weihnachtsprodukte in den Handel gebracht: eine Backmischung für ein feines, weiches Weihnachtsbrot mit Zimt sowie ein neues Mehl für Weihnachtsgebäck, hergestellt aus sorgfältig ausgewählten Weizensorten, die sich besonders für die Herstellung von zartem Mürbteiggebäck und von Weihnachtskeksen aller Art eignen. Die große Geschmacksvielfalt der vielen Rieper-Mehlsorten und -Backmischungen macht Lust auf eine gesunde und traditionsreiche Ernährung und weckt insbesondere in der Weihnachtszeit die Freude auf weihnachtlichen Backgenuss. 67


Freude schenken Mit Weihnachten nähert sich die Zeit, in der man sich auf das Wichtigste im Leben besinnt: auf die Menschen, die einem wichtig sind. Das bevorstehende Weihnachtsfest ist ein Anlass, um sich bei ihnen mit einem festlichen Essen zu bedanken. Im Laufe der Jahre ist es zur Tradition geworden, Familie, Freunde und Mitarbeiter zu Weihnachtsfeiern zu laden, um sich zu bedanken – für ihre Unterstützung und ihren Einsatz. Besonders schön gelingen solche Gesten des Dankes im Restaurant Grüner Baum in Brixen.

Extra

Essen & Trinken

GRÜNER BAUM

Festlicher Hochgenuss. Mit sei-

ner gepflegten Gastlichkeit bietet das traditionsreiche Restaurant Grüner Baum den passenden Rahmen für jeden Anlass: In den festlichen Sälen, gemütlichen Stuben sowie im eleganten Wintergarten findet man reichlich Platz und Privatatmosphäre für Feiern

im kleinen und großen Kreis. Eine exquisite Küche, ein fein bestückter Weinkeller sowie zuvorkommender Service sorgen für kulinarische Hochgenüsse und schöne Stunden. Festmenüs werden auf Wunsch nach individuellen Vorstellungen und Budgets zusammengestellt, der Rahmen und Ablauf nach Wunsch gestaltet. Die ideale Lage und Parkmöglichkeit in der hoteleigenen Tiefgarage tun ihr Übriges, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich werden zu lassen.

Geschenkideen für jeden Anlass. Wer auf der Suche nach GeDas gemütliche Ambiente im Restaurant Grüner Baum lädt zum Genießen und Verweilen

schenkideen ist, wird ebenfalls im Hotel Grüner Baum fündig: Denn mit einem Gutschein für das Restaurant oder das Beauty-

Familie Stremitzer

„Genießen Sie gepflegte Gastlichkeit in unserem Restaurant oder entspannende Beauty- und Wellnessaufenthalte in unserem Beautycenter – wir verwöhnen Sie gerne und freuen uns auf Sie!“

center Grüner Baum schenkt man Wohlfühlstunden und bereitet garantiert viel Freude.

Das Restaurant GRÜNER BAUM – das richtige Ambiente für jede Gelegenheit

Wellness & Pflege im Beautycenter GRÜNER BAUM Eine einzigartige Erholungswelt zur Revitalisierung von Körper, Geist und Seele! Schenken Sie sich und Ihren Lieben entspannende Wohlfühlstunden:

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Hotel-Restaurant und Beautycenter ab 29.11.2012 wieder geöffnet.

Stufels 11, 39042 Brixen, Südtirol, Italien |Telefon +39 0472 274 100, Fax: +39 0472 274 101 | E-Mail: info@gruenerbaum.it | www.gruenerbaum.it


MILCHHOF BRIXEN

Gold und Silber für Brimi Zweimal Gold und dreimal Silber: Mit fünf glänzenden Produktauszeichnungen ist der Milchhof Brixen einer der erfolgreichsten Südtiroler Teilnehmer bei der 11. Ausgabe der renommierten Internationalen Käsiade. Bei der kürzlich in Österreich ausgetragenen 11. Internationalen Käsiade konnten die Südtiroler Teilnehmer, allen voran der Milchhof Brixen, medaillenmäßig besonders glänzen. Zum Wettbewerb waren rund 360 Käse- und Butterspezialitäten aus acht Nationen angetreten.

Ausgezeichnete Qualität. Gleich

Das Geheimnis für Geschmack liegt in der Natur.

NEU

Produktionsleiter Karl Marcher freut sich über die fünf Medaillen

Fotos: Oskar Zingerle

zweimal Gold und dreimal Silber bekam der Milchhof Brixen für seine Spitzenprodukte von Brimi verliehen. Keine Käsiade zuvor hatte dem Milchhof einen derartigen Medaillenregen beschert. „Geschmacklich unübertrefflich“ befand die international besetzte Fachjury sowohl die Brimi Ovoline als auch den neuen laktosefreien Brimi Mozzarella, der voraussichtlich Ende Jänner in den Handel gelangen wird. Der klassische Brimi Mozzarella konnte an seine bisherigen Erfolge anknüpfen und eine weitere Silbermedaille in seine große Medaillensammlung einreihen. Für eine Überraschung sorgten hingegen die zwei weiteren Silbermedaillen für Brimi: Erstmals waren zur Käsiade neben Käse-

produkten auch Butter und andere Frischkäsespezialitäten zugelassen, was dem Milchhof Brixen prompt zweimal Silber bescherte, und zwar für die Brimi Bio-Butter sowie für den Brimi Ricotta. Geschäftsführer Willi Tauber zeigt sich überaus zufrieden mit dem großen Medaillenerfolg und sieht darin eine Bestätigung für die Spitzenqualität der Markenprodukte von Brimi, auf die der Milchhof Brixen seit Jahren durch kontinuierliche Produktinnovation und konsequentes Qualitätsmanagement setzt.

NEU

Echte Geschmackssieger: Gold für Brimi Ovoline 200 g im Becher Gold für Brimi Mozzarella Laktose Frei Kugel 125 g Silber für Brimi Mozzarella 125 g Silber für Brimi BIO Butter 175 g Silber für Brimi Ricotta 250 g im Becher

Milchhof Brixen Gen. u. landw. Ges. 39040 Vahrn, www.brimi.it

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Feste feiern Das Hotel Fischer bietet alle Voraussetzungen für genussvolle Mahlzeiten – ob für Geschäftsessen, Familienausflüge oder Feiern im kleinen und großen Kreis. In schönster Panoramalage gelegen ist das Hotel Fischer in Klerant ein beliebtes Ausflugsziel für jeden Anlass. Neben der wunderschönen Aussicht über

den Brixner Talkessel und der bequemen Erreichbarkeit laden insbesondere die herausragende Küche und das Wohlfühlambiente im Restaurant zum Einkehren und

Extra

Essen & Trinken

HOTEL FISCHER

Verweilen. An sonnigen Tagen nutzen viele der Restaurantgäste die Möglichkeit, von Brixen aus auf Spazierwegen zum Hotel Fischer zu wandern und ihren Tagesausflug mit einem guten Essen zu kombinieren.

Köstlichkeiten für jeden Geschmack. Chef Manfred Fischer

Melanzane-Frischkäseröllchen auf mediterranem Rucolasalat

kocht persönlich und kreiert mit über 20-jähriger Erfahrung kulinarische Köstlichkeiten für jeden Anlass. Zu Familien- und Firmenfeiern berät er fachkundig bei der Menüwahl und garantiert damit ein Festmenü für jeden Geschmack. Und während die Genussmahlzeit für die Erwachsenen mit einem gemütlichen Plausch ausklingt, wird den kleinen Gästen im großen Spielbereich

Familie Fischer

„Feiern Sie bei uns Ihre großen und kleinen Feste! Wir kümmern uns um die Details und sorgen dafür, dass jede Feier bei uns zu einem gelungenen Fest wird.“

drinnen und draußen ganz gewiss nicht langweilig.

das Hotel für besondere Anlässe

Ruhige, sonnige Lage mit traumhafter Aussicht auf Brixen freundlicher heller Speisesaal für bis zu 130 Personen kinderfreundlich reichlich Parkplatz Klerant 196 · 39042 Brixen/St. Andrä Tel. 0472 852075 · Fax 0472 852060 E-Mail: info@hotel-fischer.it www.hotel-fischer.it 70


Genussreiche Pizzavielfalt Die riesige Auswahl an leckeren Pizzas lässt unzählige Genießerherzen höher schlagen und macht die Pizzeria Hofkeller in Albeins zur beliebten Einkehr für Pizzaliebhaber. „Holzhacker“, „007“, „Vital“ oder „Nutella“ – auf der Pizzakarte stehen neben traditionellen auch zahlreiche ungewöhnliche Pizzakreationen, die die Neugier wecken und Lust zum Probieren machen. Die Pizzeria Hofkeller hat sich in den vergangenen sechs Jahren unter der fachkundigen Führung von Katharina Plattner zum beliebten Treffpunkt zahlreicher Pizzagenießer entwickelt. Dies ist zum einen den vielen leckeren Pizzakreationen und schmackhaften Südtiroler Gerichten zuzuschreiben, die die Auswahl schwer machen und

zum Wiederkommen anregen; zum anderen dem urgemütlichen Ambiente im rustikalen Steinkeller und dem lauschigen Gastgarten in den Sommermonaten. Die ideale Erreichbarkeit und die zentrale Dorflage in Albeins fern von Hauptstraßen laden zur Einkehr und tragen zusätzlich zum Flair der Pizzeria mit Hofcharakter bei.

karten im handlichen Format mit nach Hause nehmen und künftig bequem von dort aus wählen – nach erfolgter Bestellung sind die Pizzas innerhalb kürzester Zeit abholbereit. Stammkunden werden für ihre Treue belohnt: Mit der Punktekarte der Pizzeria Hofkeller erhält man nach der zehnten Bestellung eine Pizza gratis.

Pizza zum Mitnehmen. Wer auch

Gemütlich feiern. Feiern und

zuhause nicht auf die leckeren Pizzas der Pizzeria Hofkeller verzichten möchte, kann beim nächsten Besuch eigene Pizza-

Feste gelingen in der Pizzeria Hofkeller ganz besonders: Mit den leckeren Pizzas und Gerichten findet jeder etwas ganz nach

PIZZERIA HOFKELLER

Katharina Plattner

„Ich danke allen Kunden für ihre Treue. Jedes Wiederkommen freut uns ganz besonders, da es für uns Bestätigung ist, dass unser Angebot ankommt. Gleichzeitig ist es ein Ansporn, weiterhin unser Bestes zu geben, um unsere Gäste bestmöglich zu verwöhnen.“

seinem Geschmack, das gemütliche Ambiente lädt zum ungezwungenen Verweilen. Eine kleine Spielecke sowie eine abgestimmte Speisenkarte für die kleinen Gäste machen insbesondere Familienausflüge und -feste zum entspannten Genuss für die ganze Familie.

Feiern

bei Freunden. Wir wünschen besinnliche Weihnachten und genussreiche Feiertage!

&

Pizzeria Restaurant

Albeins 44 - Brixen - Tel. 0472 851039 - Warme Küche: 17-23 Uhr - Montag Ruhetag 71


ROMANTIK-HOTEL STAFLER

Essen & Trinken

Spitzenküche auf Südtiroler Art

Extra

Das Romantik-Hotel Stafler ist nicht nur ein schönes Ausflugsziel für besondere Anlässe, sondern ein Einkehrtipp für alle, die gutes Essen lieben. Lob vom „Schlemmer Altas 2012“. „Was ist Romantik? In die-

sem Wort steckt Liebe und Sehnsucht, die wohl jeder Mensch bestrebt ist zu erleben. Das Hotel Stafler erfüllt uns diesen Wunsch, soweit es in seinen Kräften steht. Die idyllische Gutshaus-Atmosphäre, die so spürbar in jedem Winkel des Traditions-Hauses steckt, hüllt wohlig ein, während die Menschen mit ihrer Herzlichkeit für die Streicheleinheiten sorgen. Den letzten Schliff erhält der sehnsüchtige Gast in der Gourmetstube Einhorn. Hier sorgt Küchenchef Peter Girtler für

Gefühl, Leidenschaft und Individualität. Denn in der Romantik wird das Erleben und der Genuss großgeschrieben.“ (Schlemmer Atlas, 2012)

In der „Gourmetstube Einhorn“ werden außergewöhnliche Hochgenüsse serviert WIPPmedia

Das Romantik-Hotel Stafler lädt zu Gaumenfreuden in Wohlfühlatmosphäre

Peter Girtler hat es erneut geschafft: Seine hervorragenden Kochkünste haben Fachjuroren auch 2012 wieder mit drei Hauben und einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Er zaubert mit seinem Küchenteam feinste Kompositionen aus Alttiroler Rezepturen und mediterraner Küche, und er verwendet dabei nur beste Produkte von Bauern aus der Region. Feinschmecker können seine experimentierfreudigen Kreationen in der „Gourmetstube Einhorn“ genießen. Wer es gutbürgerlich, schneller und traditioneller mag, wird sich im Romantik-Restaurant wie zuhause fühlen.

Unsere neuen Angebote Business Lunch Gönnen Sie sich und Ihren Mitarbeitern zu Mittag ein gesundes Essen – oder begeistern Sie Ihre Geschäftspartner mit einem Business Lunch aus hochwertigen Südtiroler Spezialitäten! Montag bis Samstag: von 12.00 bis 13.30 Uhr Leichtes Zwei-Gänge-Menü (Salatteller und Nudelgericht): 13,00 Euro Nudelvorspeise und Fleisch als Hauptgericht: 19,50 Euro (Preis inkl. Gedeck, Quellwasser

Feste

feiern, wie sie fallen

Sie feiern, wir organisieren: Hochzeiten, Jahresversammlungen, Weihnachts- oder Firmenfeiern bis zu 40 Personen. Preis auf Anfrage.

Familiensonntag* Überraschungs-Menü: 9 Gerichte mit 3 Gängen 29,00 Euro pro Person Kinder essen gratis en

* nicht gültig an Fest- und Feiertag

Gutschein Was schenken, wenn

jemand alles schon hat?

Mit einem romantischen Abend zu zweit, einem Dankeschön-Genussabend, einem Überraschungs-GeburtstagsGourmetdinner oder Relax in der Wellness-Oase bereiten Sie immer eine Freude.

„Wine&Dine“

... und eine Nacht • exklusives 8-Gänge-Degustationsmenü in der Gourmetstube „Einhorn“ mit Aperitif und Weinbegleitung • 1 Übernachtung mit himmlischem Frühstück vom Buffet Arrangement gültig am Sonntag, Montag und Donnerstag Preis pro Person: nur 199 Euro (Komfortzimmer), Aufpreis Suite pro Pers.: 25 Euro

und Kaffee)

Romantik Hotel Stafler, Mauls 10, Freienfeld , Tel. 0472 771136, Fax 0472 771094, info@stafler.com, www.stafler.com 72


Natürliche Weihnachtsgenüsse

PRO NATURA

Seit über 20 Jahren bietet Familie Theiner in ihrem Bio-Fachgeschäft Pro Natura in der Brixner Stadelgasse konsequent natürlichen Genuss aus kontrolliert biologischem Anbau. Gerade die vorweihnachtliche Zeit ist geeignet, sich selbst und seine Lieben mit Köstlichkeiten aus kontrolliert biologischem Anbau zu verwöhnen – sei es mit den vielen leckeren Zu-

Pro Natura bietet Bio-Obst und -Gemüse in größter Vielfalt

taten für Weihnachtsbäckereien, schmackhaften Lebensmitteln für das Weihnachtsessen oder den vielen erlesenen Bioweinen aus Südtirol, Italien und den besten Weinbaugebieten Europas. Neben frischem Obst und Gemüse, einer großen Auswahl an Milchprodukten – darunter einige laktosefreie Produkte – findet man bei Pro Natura auch Fisch, Räucherlachs und vieles mehr für den Weihnachtstisch in bester Bio-Qualität. Aufgrund steigender Nachfrage erhält man auch ein beständig erweitertes Angebot an glutenfreien Produkten.

teht s n e t h c a n h i e W vor der Tür... Edelstein Wasser

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für Gesicht und Körper an. Die Wohlfühlbehandlungen werden von einer diplomierten Dr.-Hauschka-Kosmetikerin durchgeführt, das Verwöhnprogramm wird individuell zusammengestellt und lässt sich mit einem Gutschein auch ideal verschenken. Im Dezember lockt wieder die von allen geschätzte Weihnachtslotterie mit einem Ferienaufenthalt in „theiner’s garten BIO Vitalhotel****s“ als Hauptpreis sowie vielen weiteren schönen Sachpreisen.

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Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it

November 1912

Eine Jagdpartie mit traurigem Ende Dienstag, 12. November 1912 Man berichtet uns aus Vahrn: Der zweitälteste 14jährige Sohn namens Johann des Josef Braun, vulgo Hinteregger, hier unternahm am 10. November mit seinem 45jährigen Onkel Johann Waidacher von Neustift eine Jagdpartie. Gegen 1 Uhr mittags kehrten die beiden heim. Auf dem Rückwege kamen sie zu einer steilen Berglehne, die einige Vorsicht beim Abstiege erforderte. Plötzlich geriet Waidacher zu Falle und rief sofort dem einige Schritte vorausgehenden Hintereggerknaben zu: „Paß auf!“ Dieser drehte sich daraufhin um, aber im selben Momente war das Gewehr, das Waidacher auf der Schulter trug, losgegangen, und die ganze Rehpostenladung drang dem jungen Burschen in die linke Bauchgegend. Schwerverwundet machte der Knabe einen Aufschrei, stürzte zusammen und war in wenigen Minuten tot. Waidacher, der ob dieses Unglücksfalles außer Fassung war, ließ die Gendarmerie verständigen. Der Wachtmeister von Vahrn war bald am Unglücksorte und sorgte

daß trotz der vielen derartigen Unglücksfälle noch immer nicht vorsichtig genug mit Schußwaffen umgegangen wird. Die Gendarmerie war natürlich gezwungen, gegen Waidacher die Anzeige zu erstatten.

Das schlaue Wild! Donnerstag, 7. November 1912 Man schreibt uns: Es ist bekannt, daß im Jagdegebiet Brixen-Natz das Wild sehr geschont wird. Nur jetzt zur Herbstzeit wird 1 bis 2 Monate allwöchentlich am Mittwoch eine ziemlich harmlose Vergnügungsjagd vorgenommen. Das scheint das schlaue Wild zu wittern und es begibt sich in ungefährliche Regionen. So zum Beispiel wurde am 4. November vormittags im Hausgarten von Seeburg ein prächtiger Rehbock beobachtet, der seinen Hunger mit Gemüse stillte. Auch die Hasen geben sich auf Seeburg mit Vorliebe ein Stelldichein und müssen des öfteren durch den Garten vertrieben werden. Vielleicht richten die Mittwoch-Jäger ihre Taktik darnach ein? Hubertus Heil!

seit drei Wochen in Franzensfeste aufhielt, wo er bei einem Bau als Techniker in Anstellung war. Aus den bei der Hausdurchsuchung zutage geförderten Dokumenten ergab sich, daß man es wahrscheinlich mit einem Offizier eines südöstlichen Staates zu tun habe. Die Militärbehörden verweigern jede Auskunft in der Sache.

Der gefährliche Spion von Franzensfeste – entlarvt. Dienstag, 12. November 1912 Die Meldungen der „Innsbrucker Nachrichten“ über die Verhaftung eines gefährlichen Spions, die wir mit Zitierung des Blattes übernommen haben, stellten sich von A bis Z als vollkommen unwahr dar. Weder der Militärbehörde noch der Bezirkshauptmannschaft Brixen ist etwas davon bekannt. Jedenfalls hat ein Spaßvogel mit den „I.N.“ einen dummen Witz getrieben. Alle Blätter in und außer des Landes haben von der „großen Sensation“ Notiz genommen. Obwohl der Fall in erster Linie das zitierte Innsbrucker Blatt trifft, müssen wir doch im Interesse der gesamten Presse gegen solche, ganz zwecklose Manöver Verwahrung einlegen. Eine mutwillige in die Zeitung lanzierte Notiz kann oft mehr Schaden verursachen, als man glaubt. Ein vernünftiger Mensch wird sich nie zu einem Mißbrauch der Presse hergeben.

Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Dezember 2012 Nächster Redaktionsschluss: 6. Dezember 2012 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 74

dann im Vereine mit anderen Leuten für den Transport der jungen Leiche. Den tiefbetrübten Eltern des Verunglückten bringt man große Teilnahme entgegen, aber auch Waidacher wird sehr bedauert. Der traurige Vorfall ist wieder eine eindringliche Warnung für Jäger und Leute, die mit Gewehren hantieren. Es ist eigentümlich,

Ein gefährlicher Spion Samstag, 9. November 1912 Zur Notiz über die Verhaftung eines Spions in Franzensfeste wird ergänzend gemeldet, daß sich der Mann, wie sich herausstellte,

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


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