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Einrichten & Wohnen
Jahrgang 23 · September 2012
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
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EXTRA
International Mountain Summit 2012
Der Berg als Event KULTUR: Der Männergesangverein Brixen feiert seinen 150. Geburtstag PORTRAIT: Reinhard Tscholl, Geschäftsmann und Kulturliebhaber BRIXEN: Die Cusanus Akademie wurde vor 50 Jahren gegründet BRIXEN-ST. ANDRÄ: Informations- und Diskussionsabend zum Projekt Seilbahn
VERNÜNFTIG UND SICHER INVESTIEREN NEUBAU IN DER GOETHESTRASSE •
Edler Terrassenbau mit 13 neuen Wohneinheiten in Klimahaus „A“-Ausführung
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Editorial
Politik & Gesellschaft 04 | Cusanus-Akademie: Brücken bilden 09 | Seeburg: Mehr als ein Dach überm Kopf 12 | Natz-Schabs: Neues Rathaus für Natz-Schabs
>>> 04
Respekt
Menschen & Meinungen >>> 18 18 | REINHARD TSCHOLL: „Das Theater ist mein Leben“ 23 | Pro & Contra 24 | Umfrage: Wer wird der neue „Luis“? Kunst & Kultur 26 | MGV Brixen: Keine halben Sachen 30 | Ausstellung: Mehr als ein Katalog 32 | Musik: Woher i eigentlich kimm
>>> 26
Freizeit & Sport 42 | IMS 2012: Der Berg als Event
>>> 42
Wirtschaft & Umwelt >>> 48 48 | Diskussionsveranstaltung: Im Zwiegespräch 51 | Brixen: Frage um Frage, Antwort um Antwort Extra 58 | Einrichten & Wohnen 68 | Kinderfotos
>>> 58
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Volksbefragungen sind die edelste, die höchste Form von Demokratie – und trotzdem bin ich kein großer Freund davon. Bevor Sie mich nun steinigen, geben Sie mir bitte die Gelegenheit zum Argumentieren: Volksbefragungen haben viele Vorteile, aber leider auch einen gravierenden Nachteil. Sie teilen die Bevölkerung bei kontrovers diskutierten Themen automatisch in zwei Lager – Befürworter und Gegner. Dies ist deshalb suboptimal, weil die Bürger vom Beobachterstatus in den Entscheiderstatus wechseln; als Folge davon wird jeder versuchen, seinen Nachbarn, Freund, Bekannten, Kollegen zu überzeugen, damit er in seinem Sinn abstimmt – Diskussionen sind belebend, aber leider viel zu oft auch trennend. Die Politik nimmt dies in Kauf, weil es für sie opportun und sehr bequem ist, die Entscheidung an den Bürger zu übertragen. Sie delegiert damit die Verantwortung, die sie selbst nicht tragen will, weil sie weder Befürworter noch Gegner brüskieren möchte, und sie „verkauft“ diese höchst egoistische Maßnahme als besonders bürgerorientiert. Dabei ist die Politik die einzige, die nur Vorteile aus einer Volksbefragung zieht. Die Regierungskoalition hat beschlossen, die Brixner über das Seilbahnprojekt entscheiden zu lassen. Ich habe diese Entscheidung mitgetragen, meine Zweifel bleiben aber bestehen. Sollte es also zu einer Volksbefragung kommen – es steht ja derzeit das Versprechen des Bürgermeisters, das er aber nur einlösen kann, wenn er neben den Stimmen der Koalition auch die Stimme von zumindest einem Oppositionsmitglied im Gemeinderat bekommt – so hoffe ich, dass die Diskussion einerseits dafür sorgt, dass die Brixner sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzen – und das ist einer der ganz großen Vorteile einer Volksbefragung – und dass andererseits die Diskussion von grenzenlosem gegenseitigen Respekt geprägt ist.
Ihr Willy Vontavon
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Brücken bilden Am 4. Oktober 1962 wurde die Cusanus-Akademie als „Brücke zwischen Kirche und Welt“ gegründet. Ein Überblick über die Beweggründe und die Entwicklung des diözesanen Bildungshauses in Brixen.
W
ie kann es die katholische Kirche schaffen, auch das Alltagsleben mitzugestalten? Die Einzelpersonen durchs Leben zu begleiten, ihnen Halt zu geben und zudem auch in der Gesellschaft eine tragende Rolle zu spielen? Solche Fragen bewogen die Diözese Bozen-Brixen vor fünfzig Jahren, ein Bildungshaus in Brixen zu errichten.
Begegnungsstätte zwischen Kirche und Welt. „Die Ohnmacht
der Kirche, in die gesellschaftlichen Bereiche hineinzuwirken, hat mich oft beschäftigt. Es wurde mir klar, dass eine abstrakte theologische Sprache und ein Mangel an konkreter Präsenz auf allen Gebieten des familiären, beruflichen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens die Hauptursache waren für den geringen Einfluss und die schwache Gestaltungskraft der Kirche im konkreten Leben“, erläuterte Bischof Joseph Gargitter im Jahr 1987, anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums der CusanusAkademie. „Aus solchen und anderen Überlegungen entstand der Gedanke zum Bau einer Akademie als einer Stätte der Begegnung
zwischen Glauben und Leben, zwischen Kirche und Welt.“ Die Akademie sollte ein Ort sein, an dem Menschen Antworten auf ihre Fragen finden, eine „Ergänzung zur Kirchenkanzel“, so Gargitter. „Sie sollte unbedingt von der Kirche getragen werden – aber nicht als eine kirchliche Institution im traditionellen Sinn, sondern als eine menschlich-kulturelle Institution.“
Offenheit und Vielfalt im Programmangebot. An diesem Ziel
hat sich in den fünfzig Jahren nichts verändert. Wohl aber haben sich die Fragen und Bedürfnisse der Menschen verändert, sowie auch die Möglichkeiten, ihnen Antworten und Hilfestellung zu geben. Das christliche Wertebild spielt selbstverständlich nach wie vor eine tragende Rolle im diözesanen Bildungshaus, bildet gewissermaßen das Fundament. Und dennoch: „Wir haben viel Offenheit bei der Programmgestaltung“, bestätigen Christine Wagner und Matthias Oberbacher, beide pädagogische Mitarbeiter der CusanusAkademie. „Die Begegnung mit der Welt, wie es Bischof Gargitter weitsichtig formuliert hat, bietet eben viel Platz“, meint auch Direktor
Konrad Obexer. „Von der New Age-Welle haben wir uns allerdings ferngehalten.“ Blättert man die aktuelle Programmbroschüre der Cusanus-Akademie durch, so spiegelt sich diese Vielfalt auch wider: Das Angebot reicht von der Einführung zum Jesus-Gebet bis hin zur Ausbildung zum Mentaltrainer, von der Schreibwerkstatt über das Angstseminar hin zu einem Vortrag über die Rentenreform. Stets am Puls der Zeit zu sein und aufzuspüren, was die Menschen derzeit bewegt, was sie brauchen und wo sie abgeholt werden wollen – darin liegt die große Herausforderung, der sich das Bildungshaus tagtäglich stellen muss.
Anfänge der Erwachsenenbildung. Als die Cusanus-Akademie
am 4. Oktober 1962 eröffnet wurde, war dies durchaus ein mutiger Schritt der Kirche in Südtirol: Die Erwachsenenbildung war damals europaweit erst in ihren Anfängen – und ist mit dem heutigen Verständnis von Weiterbildung kaum vergleichbar. Die schwierigen Anfangsjahre meisterte der Jesuitenpater Benedikt Tauber aus Natz, der als erster Direktor
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
50 JAHRE CUSANUS-AKADEMIE BRIXEN
Matthias Oberbacher, Konrad Obexer, Christine Wagner: „Wir möchten die Leute dort abholen, wo sie stehen, und das aufzugreifen, was sie beschäftigt.“
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bestellt wurde. Gemeinsam mit einer Gruppe von Mitarbeitern knüpfte er Kontakte zu verschiedenen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kirche und organisierte die ersten Veranstaltungen: zumeist Vorträge, Tagungen und Symposien im theologischen Bereich, wie beispielsweise die ersten Diözesansynoden oder den internationalen CusanusKongress im Jahr 1964. Ebendiese Großveranstaltungen machten die Cusanus-Akademie bereits zu ihren Anfangszeiten über die Grenzen hinaus als Tagungs- und Kongresszentrum bekannt. Die Räumlichkeiten im Zentrum der Stadt werden auch heute gerne für Gastveranstaltungen gebucht. „In der Cusanus finden regelmäßig große internationale und regionale Tagungen und Kongresse statt, die viele Menschen in die Stadt holen“, bestätigt Konrad Obexer. In den 1970er Jahren änderten sich dann zunehmend die Methoden der Bildungsvermittlung: Erstmals kam in der Pädagogik so etwas wie Gruppenmethodik ins Gespräch, die dem Frontalunterricht gegenübergestellt wurde. Auch in der Erwachsenenbildung war vermehrt das Lernen in
REDUZIERTES BAUWERK: „Denn in einer Akademie, da sucht man ja, da ist alles noch roh“, so Architekt Othmar Barth zu dem einst nicht unumstrittenen Gebäude im „Werktagskleid“ aus Ziegelsteinen
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Kleingruppen erwünscht, in Seminaren oder Kurseinheiten. Zeitgleich ergab sich in der CusanusAkademie ein Führungswechsel: Als 1973 das Volksbildungshaus in Sarns aufgelöst wurde, kamen der dortige Direktor Konrad Köhl
Selbst die Ausbildung von ganzen Berufszweigen wie beispielsweise jener der Behindertenbetreuer oder der Sekretärinnen fanden damals in der CusanusAkademie statt. Mit der Erweiterung des Angebots ging auch die
Welche Weiterbildung ist heute erwünscht? Heute ist die Weiter-
bildungslandschaft in Südtirol wesentlich vielfältiger als zu den Anfangszeiten der Cusanus-Akademie: Beinahe jeder Berufsverband sowie die Fachschulen bieten ein
„Die Begegnung mit der Welt, wie es Bischof Gargitter weitsichtig formuliert hat, bietet viel Platz.“_ Konrad Obexer, Direktor der Cusanus-Akademie sowie Konrad Obexer als pädagogischer Mitarbeiter in die CusanusAkademie; drei Jahre später löste Konrad Köhl den ersten Direktor Benedikt Tauber ab. Die Cusanus-Akademie stieg nun in jene Bereiche ein, in denen sie bislang noch wenig präsent gewesen war – in der Kultur und der beruflichen Weiterbildung. Mithilfe von freien Mitarbeitern wie Luis Rastner oder Christine Baumgartner schuf das Bildungshaus neue Angebote, beispielsweise die „Mütterrunde“, die Konrad Obexer heute noch leitet, oder auch ein jährliches gesamttirolisches Literatursymposium.
Erweiterung des Gebäudes einher, das vom Brixner Architekten Othmar Barth projektiert worden war – und das mit seiner nüchternen Einfachheit nicht die Zustimmung von jedem gefunden hatte. Im Jahr 1975 wurden die Mühle und das Paul-Norz-Haus in unmittelbarer Nähe der Cusanus-Akademie umgebaut, was die Möglichkeit bot, mehrere Veranstaltungen zeitgleich abhalten zu können. Jahrzehnte später, im Jahr 2007, kam zudem das Haus St. Georg in Sarns dazu, „das uns nun die Möglichkeit bietet, bei sinnlichen Kursen wie Yoga einen ansprechenden Rahmen zu bieten“, so Christine Wagner.
eigenes Weiterbildungsangebot an; insgesamt fünf Bildungshäuser hat das Land sowie zahlreiche weitere Weiterbildungsorganisationen, die vor Ort Kurse, Seminare oder Vorträge veranstalten. Die Cusanus-Akademie konnte sich ihren Platz im Netz der Erwachsenenbildung dennoch sichern: Rund 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchen jährlich die 300 Gastveranstaltungen und 200 Eigenveranstaltungen in Brixen und Sarns. Die vier pädagogischen Mitarbeiter konzentrieren sich in der Programmerstellung auf die vier Kernbereiche theologisch-
spirituelle, politische, berufliche und Persönlichkeitsbildung und suchen dabei immer wieder nach Wegen, ein zeitgemäßes Angebot zu schaffen. „Wir möchten die Leute dort abholen, wo sie stehen, und das aufgreifen, was sie beschäftigt“, erläutern Christine Wagner, Matthias Oberbacher, Annamaria Mitterhofer und Konrad Obexer. Die Teilnehmer suchen heute – mit Ausnahme von den Lehrgängen – vor allem
info Weiterbildungstag für alle Anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums bietet die Cusanus-Akademie am Samstag, 20. Oktober, den Weiterbildungstag „Cusanus kompakt“ an. Alle Interessierten können an den Vorträgen und Workshops teilnehmen – nähere Infos dazu finden sich auch im Veranstaltungskalender „timer“. Der Tag endet mit einer Aufführung des Forumtheaters „Mez per sort“ um 20 Uhr. 5
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nach kürzeren Angeboten, die sie in ihren eigenen Ressourcen unterstützen: „Bei der Berufsbildung beispielsweise muss der
konkrete Fokus und die dezidierte Aufgabenstellung des Seminars klar erkenntlich sein, die Weiterbildung soll unmittelbar etwas
für den Berufsalltag bringen“, erläutert Christine Wagner, „bei der Persönlichkeitsbildung hingegen begeben wir uns stets auf eine
Interview
„Vordenker und großer Europäer“ Benannt wurde das diözesane Bildungshaus nach Kardinal Nikolaus Cusanus (1401-1464), Fürstbischof von Brixen, Universalgelehrter und Vordenker der Neuzeit. Welche Ansichten machten Cusanus berühmt, und was davon ist heute noch aktuell? Ein Interview mit Josef Gelmi, emeritierter Professor für Kirchengeschichte und Diözesangeschichte. Herr Gelmi, Nikolaus Cusanus gilt als großer Vordenker seiner Zeit. Was von seinen Theorien hat heute noch Gültigkeit? In seinem ersten großen Werk „De concordantia catholica“, das er beim Konzil von Basel 1433 vorgelegt hatte und das ihn schon damals weltberühmt machte, forderte er eine große Reform der Kirche und des Staates. Dabei ging es ihm auch um einen Grundsatz, der heute äußerst aktuell ist: Was alle angeht, soll von allen gebilligt werden. Davon sind wir jetzt noch meilenweit entfernt:
Viele Gremien scheren sich überhaupt nicht darum; sie achten nur auf das, was sie angeht und treffen dann entsprechende Entscheidungen, die dann auch danebengehen. In dieser Hinsicht war Cusanus also äußerst fortschrittlich. Ich denke aber auch an seine Zeit in Brixen, als er hier nach dem Fall von Konstantinopel 1453 sein berühmtes Werk „De pace fidae – Über den Frieden im Glauben“ geschrieben hat. In einer Vision lässt er 17 Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften vor dem Throne Gottes die Gemeinsamkeiten und die Verschiedenheit aller Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
Als Kongresszentrum holte die Cusanus Akademie seit jeher bedeutende Wissenschaftler, Geistliche oder Politiker nach Brixen (mit Konrad Köhl bei deren Begrüßung)
Gratwanderung: Einerseits möchten die Teilnehmer etwas über sich selbst erfahren, andererseits verspüren sie auch Widerstände. Hier sind also Angebote gefragt, die Entlastung bringen und positiv gestimmt sind.“ Auch im politischen Bildungsangebot ist Vielfalt und Aktualität gefragt, bestätigt Matthias Oberbacher: „Wir möchten den Menschen die Möglichkeit bieten, sich zu mündigen Bürgern zu bilden. Zudem greifen wir aktuelle Themen, auch über die Landesgrenze hinaus. Bei der Erstellung des Angebotes achten wir auf Ausgewogenheit und wollen das gesamte Spektrum der politischen Bildung abdecken.“ Als einer der ersten im Lande griff die Cusanus-Akademie beispielsweise den interkulturellen Dialog auf, bildet derzeit auch interkulturelle Mediatoren aus, „und in Zukunft werden wir uns sicher vermehrt mit den Bedürfnissen der
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Religionen erörtern. Dabei gelangte er zur Einsicht, dass unter der Verschiedenheit der religiösen Gebräuche nur eine Religion besteht („una religio in rituum varietate“). Cusanus betont ausdrücklich, dass diese Vielfalt der Riten nicht nur geduldet werden soll, sondern sogar zum größeren Lob Gottes beitragen kann. Wenn man sich heute umschaut, sind die Religionen aber weit von dieser toleranten Haltung entfernt. In einem seiner Hauptwerke postulierte Cusanus, dass das höchste Wissen des Menschen in der „belehrten Unwissenheit“ besteht. Sind wir heute zu unbescheiden, dies anzuerkennen? Cusanus legt in seinem zweiten Hauptwerk „De docta ignorantia“ dar, dass die Vielheit die Entfaltung der Einheit ist, in der alle Gegensätze in eins zusammenfallen – Gott ist die „Coincidentia oppositorum“, der Zusammenfall der Gegensätze. Da beginnt für den Menschen das Nichtwissen. Diese Erkenntnis, dieses Wissen vom Nichtwissen, ist die höchste Form des Wissens – das finde ich genial. Viele Menschen meinen ja, viel zu wissen, und wissen
dann doch relativ wenig. Wenn man einmal draufkommt, wie wenig man eigentlich weiß, dann sieht man, dass Kardinal Cusanus diesbezüglich völlig Recht hatte. Je mehr ich weiß, desto mehr komme ich drauf, dass ich hauptsächlich vom Wesentlichen gar nichts weiß, oder, wie Cusanus sagt, „nichts wird so gewusst, wie es wissbar wäre“. Eigentlich eine frustrierende Sache – ist das Streben nach Wissen, auch wenn dieses stets unvollständig bleiben wird, dem Menschen also mitgegeben? Ich glaube schon, dass dieses Streben nach Wissen dem Menschen im Innersten hineingelegt wurde. Der Cusanus selbst ist ja das beste Beispiel dafür: Er hat bis zu seinem Lebensende versucht, sein Wissen in sehr vielen Bereichen zu vervollständigen. Er war ein brillanter Jurist, Theologe, Philosoph, Mathematiker, Historiker, Mediziner und noch vieles mehr. Vor allem in der Theorie war er ein großartiger Vordenker; in der Praxis zeigte er sich hingegen konservativ, vielleicht auch ein wenig engstirnig.
Immigranten beschäftigen, die sich ja wesentlich von den Bildungsinteressen jener unterscheiden, die hier aufgewachsen sind.“
Vorreiterreiterrolle aufrecht erhalten. Bis das Kursprogramm
steht, ist also jede Menge Vor- und Denkarbeit zu leisten. Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf die Wahl der Referenten gelegt, die schlussendlich mit für die Qualität eines Weiterbildungsangebotes verantwortlich sind. Deren Lebenslauf, Werdegang und Beschreibung ihres Kurses oder Seminares sind für die pädagogischen Mitarbeiter erste Indikatoren, ob ein Referent zur Philosophie des Hauses passt: „Und weil wir vier aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen, liegt die Wahrscheinlich sehr hoch, dass wir Bewerbungen und Angebote auch richtig einschätzen können“, meinen Christine Wagner und Matthias Oberbacher.
In Brixen war Cusanus auch aufgrund seiner Reformbestrebungen zu seiner Zeit nicht gerade beliebt. Ist dies das Los von Vordenkern und Refomern? Cusanus war ein äußerst strenger Mensch, mit seiner Unerbittlichkeit hat er immer wieder provoziert – und das war auch hier in Brixen der Fall. Er war in der Praxis zu wenig flexibel und wohl auch zu wenig klug: Mit seinen Reformbestrebungen hat sich Cusanus nicht nur mit einem einzelnen Gegner angelegt, sondern mit vielen gleichzeitig, beispielsweise mit dem Domkapitel, den Klöstern, den Landesfürsten. Er war in sich selbst ein Reformer, wollte immer alles verbessern, und dies sehr schnell. Aber Erneuerung braucht seine Zeit: Von heute auf morgen kann ich nicht alles umkrempeln und das Land erneuern. Vor allem die Mächtigen wollen ja den Status Quo bewahren, die Reform muss dann häufig von unten kommen. Bei Cusanus kam die Erneuerung allerdings von oben – da hat er natürlich angeeckt und sich Feinde geschaffen, ohne Zweifel: In Deutschland wollte man ihn mit einem vergifteten Kreuz umbringen, in Brixen hat man auch schon Mordkomplotte geschmiedet. Eine spekulative Frage: Was hätte Cusanus als weitgereister Mensch vom heutigen Europa gehalten?
So wird schon mal beim Pausenkaffee diskutiert, ob ein Thema aufgegriffen werden soll, ob es das Interesse der Menschen wecken könnte und ob dieser oder jener Referent die geeignete Person dafür ist. Qualität besteht aber auch darin, dass sich eine Einrichtung ständig selbst hinterfragt und die internen Prozesse im Griff hat – was die Teilnehmer von außen zwar nicht sehen, aber beim Ablauf sehr wohl merken. Ihre Vorreiterrolle möchte die Cusanus-Akademie auch in Zukunft nicht aufgeben: Nun, nach fünfzig erfolgreichen Jahren, beschäftigt sie sich daher wieder mit der Frage, wo es in Zukunft hingegen soll. Und einige Ideen spuken bereits in den Köpfen herum.
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Ich würde sagen, letztendlich war Nikolaus Cusanus selbst ein großer Europäer: Er stammte aus Deutschland, versteckte sich auch nicht davor, ein Deutscher zu sein, hat aber seinen Lebensmittelpunkt unter anderem nach Rom verlegt. Er reiste weit umher, lernte andere Kulturen kennen, übernahm einiges aus Konstantinopel und Paris. Für uns ist Cusanus besonders aktuell, weil er in gewisser Hinsicht auch eine Symbolfigur für die Begegnung zwischen Deutschland und Italien ist, und hier diese beiden Kulturkreise aufeinandertreffen. Heute, in Zeiten der Krise, wird die Forderung und Sehnsucht nach mehr Nationalstaat wieder laut – da war uns Cusanus weit überlegen: Er bekannte sich zu seiner Heimat, hatte aber keine Scheu, woanders zu leben und sich mit anderen Denkweisen vertraut zu machen. Ist diese Offenheit und Toleranz auch etwas, was wir heute von Cusanus lernen können? Ich denke schon. Cusanus’ Aktualität liegt auch in seinem Vorbereiten von Dingen, die noch kommen werden – auch wenn dies nur in der Theorie geschah. Er war gewissermaßen ein Pförtner der Neuzeit, und auch wir sollten Pförtner sein: Wir sollten uns aufschließen, nicht uns verschließen, und offen sein für die Zukunft. doris.brunner@brixmedia.it 7
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BRIXEN
Mehr als ein Dach überm Kopf A
nfang der 1970er Jahre zeigte das Land Interesse, den Ansitz Seeburg mit Wohngebäude, Stadel und landwirtschaftlichen Nutzflächen zu erwerben. Die Nutzung der Gebäude war zunächst unklar. Allgemein herrschte die Ansicht vor, man solle dort eine Einrichtung für das Gastgewerbe, zum Beispiel eine Hotelfachschule, errichten. Es bedurfte des hartnäckigen Einsatzes von engagierten Eltern Behinderter, von Ärzten, Lehrpersonen, Priestern und Wirtschaftsvertretern, die sich mit einer Unterschriftenaktion – 2.000 an der Zahl – für ein Zentrum für behinderte Menschen stark machten. Besondere Verdienste erwarb sich dabei Maria Kronbichler: Die Brixner Sonderschullehrerin hatte die Unterschriftenaktion gestartet und führte gemeinsam mit Waltraud Gebert Deeg die Delegation an, die dem damaligen Landeshauptmann Silvius Magnago folgende Zusage abrang: „Das Land kauft die Seeburg, für die Behinderten, für keinen anderen Zweck. Das ist mein Versprechen, das ist mein Wort! Seid’s zufrieden?“ Ja, sie waren zufrieden.
Behinderung ist kein Makel. Nach dem Ankauf wurde das Wohnhaus, in dem heute Büros, die Hausmeisterwohnung und eine Wohngemeinschaft untergebracht sind, von Grund auf saniert. An der Stelle des abgerissenen Stadels wurden zwei neue Gebäude errichtet: das Wohnheim für vier Wohngruppen und das Haus mit den Werkstätten, den Räumen für den Tagesförderbereich, der Turnhalle, dem Schwimmbad, der Küche, dem Speisesaal und der Bar. Zusätzlich wurden Parkplätze und Grünanlagen angelegt. In den ersten Jahren fanden 50 Menschen mit Behinderung einen Beschäftigungsplatz, weitere 20 wurden im Heim untergebracht. 51 Mitarbeiter kümmerten sich
Foto: Oskar Zingerle
Vor 25 Jahren öffnete die Seeburg, eine Einrichtung für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung sowie psychischen Störungen, ihre Tore.
In den neun Werkstätten der Seeburg machen sich die Tagesklienten mit der Idee sinnstiftender Arbeit vertraut
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um die Betreuung, Erziehung und Verwaltung. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen werden heute von Mitarbeitern der Laimburg bearbeitet und verwaltet. Es werden Äpfel und Weintrauben angebaut. Am 14. Mai 1988 wurde die Seeburg von Bischof Wilhelm Egger feierlich eingeweiht. In seiner Festansprache formulierte Landeshauptmann Magnago einige grundsätzliche Überlegungen zur Einstellung gegenüber Behinderten und hinterfragte die Stellung des behinderten Menschen in „unserer“ Werteskala. Landesrat Otto Saurer formulierte neun Grundsätze, die das gesellschaftliche Handeln begleiten sollten; er nannte sie „Seeburger Thesen“. Die erste beginnt mit der Feststellung: „Behinderung ist kein Makel.“
Wohnen nach eigenem Geschmack. Im Wohnbereich, der
von Annelies Gatterer geleitet wird, leben derzeit 36 Personen in 29 Einzel- und vier Doppelzimmern.
In jeder der fünf Wohngruppen leben Männer und Frauen, die von der Art der Behinderung her ähnliche Voraussetzungen mitbringen. So gibt es eine Gruppe für Personen mit geistiger Behinderung und autistischen Verhaltensweisen, eine Gruppe für Klienten mit schwerer und zwei Gruppen mit mittelschwerer geistiger und körperlicher Beeinträchtigung sowie eine Gruppe mit vorwiegend psychischer Erkrankung und teilweiser geistiger Behinderung. Die Zimmer dürfen nach eigenem Geschmack gestaltet werden. Die Betreuer gehen auf die individuellen Eigenheiten der Bewohner ein, begleiten sie zum Einkaufen in die Stadt, backen gemeinsam Kuchen, besuchen auch die Herkunftsfamilien und betreiben Sport. Soweit möglich, verbringen die Bewohner den größten Teil des Tages in den Werkstätten. Je nach Behinderungen ist der Betreuungsschlüssel unterschiedlich: Er schwankt von einem Verhältnis 1:2 bis zum Verhältnis 1:4. Die Betreuer halten in
jeweils persönlichen Mappen Vorkommnisse und Beobachtungen des Tages fest und notieren Termine und Dienste. Ausflüge, längere Meer- oder Bergaufenthalte, Feste und Feiern, Konzert- und Ausstellungsbesuche sorgen für Abwechslung.
Differenzierte Arbeitsangebote in den Werkstätten. Waren es
1992 sechs Werkstätten (Weberei, Näherei, Knüpferei, Tischlerei, Schlosserei und Kunsthandwerk), in denen sich die Tagesklienten von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 15 Uhr mit der Idee der „Arbeit“ vertraut machen konnten, so sind es mittlerweile neun Bereiche, in denen 92 Menschen mit Behinderung ihren „Arbeitsplatz“ sehen. Valentin Engl, ausgebildeter Werkerzieher und Leiter für den Tagesbereich, erklärt: „Unser Ziel ist es, den uns Anvertrauten ein Arbeitsangebot zu unterbreiten, das ihren individuellen Fähigkeiten entspricht.“ Das brachte mit sich, dass zum Beispiel die Knüpferei 9
Illegale Müllentsorgung lohnt sich nicht!
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Strom
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Wasser
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Fernwärme
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UMWELT & ABFALL
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Technische Netze
BEZAHLT WERDEN MUSS IMMER So mancher glaubt, sich durch das Abstellen von Müll am Straßenrand Geld sparen zu können. So kommen jedes Jahr tausende Kilo Abfall zusammen, die die Umwelt gefährden und teuer eingesammelt werden. Diese Kosten werden als Fix-Anteil am Müllentsorgungstarif unter allen Bürgern aufgeteilt. Außerdem wird jedem Haushalt eine Mindestmenge berechnet, die unabhängig ist vom tatsächlich entsorgten Müll. Also den Müll lieber ordentlich entsorgen!
Grüne Nummer
800-046161
und die Arbeit mit Leder aufgelassen wurden. Dafür sind neue Angebote geschaffen worden, so in der Kerzenwerkstatt oder in der Pflege der Grünanlagen. Auch die Produktion wurde verändert: „Früher wurden Fleckerlteppiche, heute werden Schurwollteppiche gewoben.“ Und Engl fügt hinzu: „In den Werkstätten legen wir einerseits großen Wert auf die Entwicklung von Grundarbeitsfähigkeiten wie Pünktlichkeit, Ausdauer, Genauigkeit und Konzentration, andererseits auch auf den korrekten Umgang mit Werkzeug und Maschinen sowie auf die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen, denn das vorrangige Ziel ist die Vorbereitung auf die Eingliederung an einem ,wirklichen’ Arbeitsplatz.“ Wer in den Werkstätten arbeitet, erhält am Monatsende ein „pädagogisches“ Taschengeld, das als Anerkennung für erbrachte Leistungen und erreichte Ziele große Bedeutung hat. Der Höchstbetrag wird von der Landesregierung sowie vom Bezirksausschuss festgelegt. Die einzelnen Werkstattgruppen übernehmen Aufträge von Privaten und Firmen und stellen in Zusammenarbeit mit diesen Produkte her, zum Beispiel Kerzen oder Stofftaschen. Zum anderen bearbeiten sie Aufträge wie das Einfüllen von Teebeuteln in Geschenkkästchen oder das Erledigen der Wäsche. Viele Produkte werden im „Werkstattladen/bottega“ im Innenhof des Lachmüllerhauses zum Verkauf angeboten: Nähkörbchen, Teppiche, Glückwunschkarten, Bilder, Schneidebretter, Vogelhäuschen und zahlreiche andere Artikel.
Förderung der Leistungsfähigkeit und Persönlichkeit. Neben
den Werkstätten gibt es auf der Seeburg den Tagesförderbereich. Dort werden Menschen begleitet, die wegen ihrer schweren Beeinträchtigungen und besonderen Erfordernisse nicht in der Lage sind, an den Werkstattangeboten teilzunehmen. Aber auch sie sollen durch „sinnstiftende“ Beschäftigung ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln können. Derzeit sind es 23 Personen, die, begleitet von bestens vorbereiteten Fachkräften, lernen, ihren Körper zu pflegen und zu bewegen, mit Holz, Ton oder Papier zu basteln, zu singen und zu musizieren, zu zeichnen und zu malen. Auch Ausflüge, Kirchenund Ausstellungsbesuche werden unternommen.
Zu den „besonderen Projekten“ zählen Angebote für ältere geistig eingeschränkte Menschen und Sommer- und Wochenendbetreuung von behinderten Kindern und Jugendlichen, um deren Familien kurzfristig zu entlasten, Zukunftsängste abzubauen und das Vertrauen in die Sozialdienste zu stärken. Dazu gehören auch der Ausbau der Angebote für Kurzzeitunterbringungen und innovative Wohnangebote unterschiedlicher Art.
Die Seeburg heute in Zahlen. Derzeit werden in der Seeburg 129 Menschen mit Behinderung betreut. Ihr Durchschnittsalter beträgt 44 Jahre. Das Mindestaufnahmealter beträgt 18 Jahre, der älteste Klient ist 74 Jahre alt. 88 Personen – 66 Frauen, davon etwa die Hälfte in Teilzeit, und 22 Männer – sind in der Verwaltung und der Betreuung und Pflege beschäftigt. 320 Essen werden täglich in der Küche zubereitet; davon werden viele von meist freiwilligen Fahrern ausgefahren. Drei Milliarden Lire betrug das Jahresbudget im Jahr 1992, wohl um das Sechsfache ist es – infolge zugenommener Angebote, Klienten- und Beschäftigtenzahlen – seitdem auf etwa neun Millionen Euro angewachsen. Drei Direktoren leiteten bisher die Geschicke des Hauses: Josef Gasteiger vom Beginn bis 1993, mit Büro auf der Seeburg, als diese noch nicht in die Bezirksgemeinschaft eingegliedert war sowie Josef Pichler, Direktor der Sozialdienste, seit dem Übergang 1993 bis Juni 2010. Seither leitet Thomas Dusini als Direktor der Sozialdienste diese wichtige Einrichtung in Brixen.
Maßnahmen und Vorhaben der nächsten Jahre. Innerhalb der
nächsten zwei Jahre müssen die sanitären Anlagen der drei Gebäude erneuert werden. Dies ist eine große finanzielle Belastung, aber vor allem eine organisatorische Aufgabe – müssen doch die Klienten des Wohnbereichs umgesiedelt werden. Ein weiteres Vorhaben ist die Anlage des „Sinnesgartens“: Anlässlich der 25-Jahr-Feier werden T-Shirts verkauft, mit deren Erlös man der Verwirklichung ein Stück näherkommen will. Und der Ausbau der engen, daher nicht ungefährlichen Zufahrt von der Abzweigung der Elvaser Straße ist ein altes Anliegen der Sozialdienste. Bis jetzt ist man damit auf taube Ohren gestoßen.
Valentin Engl: „Unser Ziel ist es, den uns Anvertrauten ein Arbeitsangebot zu unterbreiten, das ihren individuellen Fähigkeiten entspricht“
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„Die Herausforderungen sind groß“, gesteht Thomas Dusini, „dazu zählt die Weiterentwicklung bestehender und die Entwicklung neuer Angebote, und dies trotz der Finanzkürzungen, die es auch im Sozialbereich geben wird.“ Dabei müsse der jetzige Standard gehalten, ja sogar verbessert werden, sagt Dusini: „Wir können derzeit nicht alle Anfragen berücksichtigen, denn uns fehlen Wohnplätze. Auch in den Werkstätten herrscht Platzmangel. Der demografische Wandel und die zunehmende Alterung auch der behinderten Menschen werden nicht ohne Auswirkungen bleiben.“
Neues von der Seeburg. Seit
Dezember 2011 bieten die „Seeburger Nachrichten“ Einblicke in die Lebenswelt der Seeburg, und zwar aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Bisher sind zwei Ausgaben erschienen. Verantwortlich dafür ist Elisabeth Thaler, pädagogische Mitarbeiterin der Sozialdienste: „Die Inhalte hängen von
Thomas Dusini: „Wir können derzeit nicht alle Anfragen berücksichtigen, denn uns fehlen Wohnplätze“
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aktuellen Themen, besonderen Ereignissen und Tätigkeiten ab. Zu Wort kommen alle, von der Bademeisterin zum Werkerzieher, von der Betreuerin zum Hausmeister, von den Klienten bis zu deren Familien und Bezugspersonen“, erklärt Dusini. Vorgestellt werden darin auch besondere Projekte wie „Umgang mit Medien und Ausdruck“, betreut vom Künstler Harald Kastlunger, oder die Pflege des ausgedehnten Gartenbereichs. Die soeben erschienene dritte Ausgabe ist ganz dem 25-jährigen Bestehen der Seeburg gewidmet. Darin formuliert Thomas Dusini ein besonderes Anliegen: „Es ist uns wichtig, dass die Brixner sensibilisiert werden für die Menschen mit Behinderung, dass sie die Scheu verlieren, ihnen zu begegnen, und dass sie die Seeburg und ihre Angebote kennen und schätzen lernen. Wir laden sie daher alle zu einem Besuch ein!“ johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
„Weil Papi sagt, dass es schnell gebaut ist, für immer hält und genau so wird, wie ich es mir vorstelle.“
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DAS ZIEGELHAUS IN FERTIGBAUWEISE 11
Neues Rathaus für Natz-Schabs Ende September zieht die Verwaltung der Gemeinde Natz-Schabs in ihr altes, neues Heim. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten des Rathauses Natz-Schabs wurden vor kurzem beendet.
B
ehindertengerecht erschlossen, energetisch saniert und den modernen Erfordernissen angepasst präsentiert sich der Sitz der Gemeindeverwaltung Natz-Schabs: Das alte Rathaus wurde um rund drei Millionen Euro komplett saniert und bietet dem Team rund um Bürgermeister Peter Gasser nun ein neues berufliches Heim.
Fotos: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
NATZ-SCHABS
Neubau mit Dorfplatz. Im Som-
mer 2011 haben die Umbauarbeiten begonnen, etwas mehr als ein Jahr später ist nun das Projekt von Architekt Stefan Gamper realisiert – und kann sich sehen lassen. Größere, modernere und hellere Räumlichkeiten sowie ein großer Eingangsbereich und mehr Platz bietet das neue Rathaus im Dorfzentrum von Schabs. Neu ist auch der Platz vor dem Gebäude, der für die „Schabma“ ein richtiger Dorfplatz werden soll, den sie bisher nicht besaßen. Dieser gilt, auch wenn dies für einigen Unmut im Dorf gesorgt hat, als autofreier Platz. Geparkt werden darf nun nicht mehr direkt vor dem Rathaus, sondern in der eigens erbauten Tiefgarage mit elf Stellplätzen unter dem Gebäude. Auf dem Dach der Garage sind zudem weitere Parkplätze für
Das neue Rathaus präsentiert sich modern und funktional. Ein neuer Dorfplatz soll den Einwohnern als Zentrum dienen – beispielsweise bei kirchlichen oder weltlichen Veranstaltungen
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Besucher verfügbar. Die Freifläche bekommt somit ein neues Gesicht und bietet viel Platz für Fußgänger.
Mehr Platz im Inneren. Das In-
nenleben des Rathauses hat sich mit dem Umbau vollkommen
verändert: Es weist eine neue Raumaufteilung und Innenausstattung auf. Im ersten Obergeschoss an der Süd- und Nordseite belichtet eine große Fensteröffnung den Gang und die Innenräume. Auch das Dachgeschoss tritt mit mehreren neuen Fenstern in
Einige an der Sanierung des Rathauses Natz-Schabs beteiligten Firmen
Erscheinung, die dem Gebäude eine neue Charakteristik verleihen. Die Büros befinden sich im ersten und zweiten Stockwerk, sind hell und komfortabel eingerichtet. Im Erdgeschoss sind das Postbüro sowie das Wahl-, Melde-, Standes-, Lizenz-,
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Im großen Ratssaal versammelt sich der Gemeinderat künftig an einem schönen Halbovaltisch, und es gibt hinreichend Platz für Zuschauer
Zwei große Fenster lassen viel Licht in das Büro des Bürgermeisters
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Protokollamt und das Informationsbüro untergebracht. Das erste Obergeschoss ist den Räumen des Steueramtes und der Buchhaltung, den Büros für den Bürgermeister und den Gemeindesekretär sowie dem Sekretariat vorbehalten. Das Dachgeschoss wird von den Räumlichkeiten des Bauamtes, des Gemeindetechnikers und des Archivs eingenommen. Nordöstlich liegt der große Ratssaal, der auch hinreichend Platz für Zuschauer bietet. Mit einer mobilen Wand
vom
lässt sich der Raum in kleinere Einheiten unterteilen, die etwa von der Baukommission oder für Besprechungen genutzt werden können.
Umbau war notwendig. Beson-
ders stolz auf das neue Rathaus ist Bürgermeister Peter Gasser: „Wir haben mit dem Umbau nicht nur ein neues Rathaus, sondern ein neues Dorfzentrum mit Dorfplatz geschaffen“. Zudem betont er die Wichtigkeit des Umbaus, da es aus Platzgründen nicht mehr
länger tragbar gewesen wäre, im alten Rathaus zu verweilen. Früher war dieses eher ein Mehrzweckgebäude als eine Gemeindeverwaltung: Arztambulatorium, Post, Raiffeisenkasse, Büros und sogar der Kindergarten fanden unter einem Dach Platz. Da die Gemeinde sich weiterentwickelte, ständig wuchs und sich neuen Anforderungen stellen musste, war ein Umbau laut Bürgermeister unumgänglich. Finanziert wurden die Umbau- und Sanierungsarbeiten mit knapp 370.000 Euro
durch Umweltgelder des Kraftwerks Brixen für die energetische Sanierung, mit einem Beitrag über 920.000 Euro vom Landesgesetz 27/75 und mit knapp 1.800.000 Euro aus Eigenmitteln der Gemeinde. Nun freut sich der erste Bürger der Gemeinde Natz-Schabs auf das neue Rathaus und hofft, dass sich die Mitarbeiter und alle Menschen, die im Rathaus ein- und ausgehen, darin wohlfühlen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Vorstellung der „Eisacktaler Kastanienwochen“ bei kleinen Kastanienköstlichkeiten am Mittwoch, 17. Oktober, um 11 Uhr auf dem Pfarrplatz in Klausen.
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Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Erfolgreiches Altstadtfest z Auch das 17. Altstadtfest ist bereits Geschichte, und die teilweise verjüngte Mannschaft des Organisationskomitees im Umfeld des Präsidenten Helmuth Kerer darf es als Erfolg abhaken. Neues bot es bis auf einige innovativ gestaltete Klos auch heuer nicht besonders viel – die meisten Vereine blieben an ihrem angestammten Platz, die Gastronomie war inklusive der wieder einmal sensationell guten
Tirtlan der Tilser Bäuerinnen reichhaltig wie immer, die Stimmung war gut, Exzesse blieben erfreulicherweise aus. Das Fest in Südtirols schönster Altstadt zog auch diesmal Tausende Besucher an, und die Vereine zeigten sich sehr zufrieden mit den Umsätzen, auch wenn der Trend klar zeigt, dass immer weniger Alkohol konsumiert wird – in vielen Augen eine sehr positive Entwicklung.
Im multimedialen BrixnerPlus veröffentlichen wir eine Fotogalerie mit Bildern vom Fest. wv
P&G
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Rufe nach neuer Bibliothek z Die Direktorinnen und Direktoren des Bezirks Eisacktal, Elisabeth Flöss, Gertrud Verdorfer, Giovanni Frigo, Gabriela Engl, Marianna Fischnaller, Martin Rederlechner, Brigitte Gasser und Markus Liensberger haben in einer Stellungnahme die Gemeindeverwaltung aufgefordert, „den Bau der Bibliothek mit demselben Einsatz voranzutreiben wie die Trassierung der künftigen Seilbahn auf die Plose.“ Das nun bereits 30-jährige andauernde Provisorium solle von einer modernen Bibliothek für alle abgelöst werden, so der Wunsch: „Die
kurz
notiert
14
Enge der derzeitigen Räume lässt lediglich eine zügige Ausleihe und Rückgabe der Medien zu. Undenkbar, dass sich Schüler und Studierende zum Lernen und Forschen dort aufhalten und den Austausch pflegen“. Aufgabe der Bibliothek sei es, neben einer Stätte der Bildung auch ein Ort der Begegnung zu sein, der jederzeit für jedermann zugänglich ist und die Weichen für ein lebenslanges Lernen stellt. Auch die Grünen stellten bezüglich der Realisierung einer Stadtbibliothek eine Anfrage an die Landesregierung. Neben dem Neubau am Domplatz wer-
den darin auch zwei Alternativen angeführt: „Die Lösung Priel mit einem zwar leicht dezentralen, aber gut erreichbaren Standort und baldigen Realisierungschancen“ beziehungsweise eine Kom-
bi-Lösung nach dem Vorbild von Bruneck, wo im Verbund von Stadt- und Universitätsbibliothek eine großzügige Lösung rasch umgesetzt werden könnte. db
Sie sind Pensionist, besitzen den Führerschein B und hätten Zeit? Der Hockeyclub Brixen sucht nämlich jemanden, der die Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren mit dem Hockeybus zu ihren Trainingseinheiten nach Sterzing bringen würde. Bei Interesse und für nähere Auskünfte melden Sie sich bitte unter 333 3315190.
Die KVW Bildung hat zwei Lehrgänge erfolgreich abgeschlossen: 16 Personen erhielten das Diplom zum Sozialbetreuer und 16 Teilnehmerinnen das Diplom zur Pflegehelferin. Beide Berufe sind derzeit am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Der nächste ESF-Lehrgang zur Sozialbetreuerin startet im Herbst 2012 in Brixen.
Die Bewertungskommission der Gemeinde hat sich mit den zehn Architektenteams, die am Wettbewerb zur Neugestaltung des Hofburggartens teilnehmen, getroffen. Das Wettbewerbsgelände wurde besichtigt sowie die Wettbewerbsaufgabe erläutert und offene Fragen beantwortet.
NACHGEFRAGT
„Dringend notwendig“ HANSPETER STIFTER, Direktor der Musikschule Brixen, über die Gründe, warum die Gemeinde Brixen schnellstmöglich an die Planung und Realisierung einer neuen Musikschule herangehen sollte. Herr Stifter, wie dringend empfinden Sie es, dass die Gemeinde Brixen mit der Planung der neuen Musikschule beginnt? Es ist absolut dringend, die derzeitige Situation ist nicht tragbar. Wir haben seit Jahren enorme Platzprobleme und müssen unsere Tätigkeit derzeit auf drei Gebäude aufteilen: das Hauptgebäude in der Albuingasse, das Priesterseminar und das Vinzentinum. Das Hauptgebäude entspricht zudem sicherheitstechnisch nicht den geltenden Regeln – es bräuchte dringend eine Brandmeldeanlage und eine Notbeleuchtung, der Eingangsbereich ist nicht in
Ordnung. Die Gemeinde sollte jetzt mit Riesenschritten die Realisierung einer neuen Struktur vorantreiben, weil für Planung, Finanzierung und Bau sowieso noch viel Zeit vergehen wird. Für die Gemeinde dürfte der Bau wirtschaftlich sinnvoll sein, weil sie sich damit die Mietkosten spart, die derzeit relevant sind. Es gibt einen Grundsatzbeschluss des Brixner Gemeinderates, der besagt, dass die neue Musikschule in der Zone Priel entstehen soll. Ist aus Ihrer Sicht ein von Grund auf neues Gebäude sinnvoller als die Adaption eines historischen Gebäudes?
Eine Musikschule hat spezielle Anforderungen, was die Funktionalität betrifft: Es geht dabei um Akustik und Schallschutz – ein bei alten Gebäuden immer sehr kritisches Thema. Ein Neubau ist in diesem Sinn auf jeden Fall besser, weil man weniger Kompromisse eingehen muss. Bisher hatte man angedacht, die Musikschule im St.-Josef-Missionshaus anzusiedeln – der Anschluss an die öffentlichen Verkehrsmittel wäre dort besser. Das Areal Priel hat aber den Vorteil, dass man hier die Schule von Grund auf optimal planen kann. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
BRIXEN
Mit Comics kommunizieren
Italienisch im Kindergarten?
Sparkasse umsetzen konnte, ist ein kleines Büchlein mit dem Titel „Alkohol? … jetzt lieber nicht“. Es greift in kurzen einfachen Texten und dazu passenden humorvollen Grafiken von Jochen Gasser gängige Meinungen rund um das Thema auf und widerlegt sie beziehungsweise bringt sie auf den Punkt. Die Broschüre ist direkt über Peter Stockner kostenlos erhältlich und wird in den nächsten Wochen an verschiedene soziale Einrichtungen verteilt. Stockner ist Mitglied des Alkoholkrankenverbandes Südtirol und bietet sich als Ansprechpartner für alle Interessierten an. Er ist unter Telefon 340 4904844 erreichbar. ab
aus: 90 Prozent der Eltern wünschen sich Italienisch im Kindergarten, etwa 80 Prozent mit einer fix angestellten Kindergärtnerin italienischer Muttersprache. Gut die Hälfte stellt sich auf längere Sicht eine Zusammenlegung der deutschen und italienischen Kindergärten vor, und knapp ein Viertel der Eltern wäre bereit, den Italienischkurs selbst zu bezahlen. Jeder Zehnte entschied sich gegen die „Integration von Italienisch“ während der regulären Öffnungszeiten. 8 Prozent wünschen sich keine Integration und auch keinen zusätzlichen Kurs. Florian Peer, stellvertretender Sprecher der Initiative, deutet das Ergebnis als klare und unmissverständliche Forderung nach einem zweisprachigen Kindergarten: „Das Umfrageergebnis wurde bereits nach Rücksprache mit der Kindergartendirektion in Brixen dem Kindergarteninspektorat in Bozen mitgeteilt.“ jb
z Peter Stockner ist keiner, der mit Verboten und erhobenem Zeigefinger das Thema Alkoholmissbrauch angeht. Er, der selbst 30 Jahre lang dem Alkohol verfallen war und riskiert hat, alles zu verlieren, kämpft seit Jahren für mehr Aufklärung in Sachen Alkoholmissbrauch. Sein jüngstes Projekt, das er dank der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Zurich Versicherung und der
BRIXEN
Massimo Bessones Flop
z „La Verticale è un flop“ – mit dieser Meldung und einem großformatigen Bild schaffte es der Brixner Gemeinderat Massimo Bessone (Lega Nord) auf die Titelseite der Tageszeitung „Alto Adige“ und verschaffte damit der Brixner Kletterhalle einen enormen Imageschaden. Der Redakteur der Zeitung hatte eine Pressemitteilung Bessones übernommen, in der er eine Reihe von Unwahrheiten behauptet: „Mi è stato riferito che non vi è un grande consenso partecipativo (...) alla palestra di roccia“, schreibt er. „La struttura non sta riscuotendo il successo che chi l’ha voluta si aspettava. Insomma“, sinniert Bessone über sich selbst, „non ero un profeta, ma un cittadino lungimirante“. Der „Misserfolg“ der Kletterhalle sei auch kein Wunder, schreibt Bessone, denn die Preise seien laut 16
seiner Beobachtung viel zu hoch. Das Führungsteam der Vertikale reagierte mit einer Gegendarstellung, die es allerdings nicht auf die Titelseite schaffte: Der AVS, der die Führung der Kletterhalle für 20 Jahre auf eigenes Risiko übernommen hat, habe eigentlich für die ersten zwölf Monate mit 20.000 bis höchstens 25.000 Besuchern gerechnet; nach knapp vier Monaten seien bereits 12.000 Besucher gezählt worden – „und das trotz der Tatsache, dass der Sommer nicht zu den besucherstarken Monaten zählt“. Das bisherige Ergebnis „überschreitet um einiges unsere Erwartungen“, freut sich Ralf Preindl, „unsere Gäste sind sehr begeistert“. Aufgrund der großen Nachfrage musste das Kursangebot bereits erweitert werden, der Großteil der anlaufenden Herbstkurse sei jetzt schon ausgebucht. Die Preise seien im Vergleich zu ähnlichen Hallen im Alpenbereich eher günstig – auch in diesem Detail irrt Bessone also. Der Imageschaden der Kletterhalle hätte sich leicht vermeiden lassen, wenn Bessone sich vorher besser informiert hätte. In diesem Fall wäre er aber nicht auf der Titelseite gelandet ... oz
z Im Juni 2012 wurden auf Initiative einiger Eltern im Kindergarten „Anna Seidner“ Fragebögen an alle Eltern der Kinder verteilt. Darin ging es um die „Formen der Integration von Italienisch“. Von den 75 Fragebögen kamen 51 zurück, das sind 68 Prozent. Die Eltern hatten die Möglichkeit, zwischen vier Antworten auszuwählen, von denen die Antwortmöglichkeiten a, b und d gemeinsam angekreuzt werden konnten: a) Italienisch mit einer italienischen „Kindergärtnerin“, b) einen „gemischtsprachigen“ Kindergarten, c) keine „Integration“ von Italienisch oder d) einen privat organisierten Italienischkurs außerhalb der regulären Öffnungszeiten, für den die Eltern selbst aufkommen. Das Ergebnis sieht folgendermaßen
LÜSEN
Ort der Begegnung z Schon vor rund 260 Jahren befand sich neben dem Confinweg auf der Lüsner-Rodenecker-Alm eine Kapelle. Diese wurde allerdings abgerissen, nachdem dort an den Almkirchtagen allzu ausgelassen gefeiert worden war. Ein Wegkreuz, das Pianer Kreuz, erinnerte in der Folge an die Kapelle. Die Rodenecker unter der Federführung der Schützenkompanie machten es sich 2002 zur Aufgabe, diese Kapelle neu aufzubauen. Kardinal Josef Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI, segnete den Grundstein; die Einweihungsfeierlichkeiten nahm am Bartholomäus-Fest der damalige Bischof Wilhelm Egger vor. Seit-
her dient die Kapelle als Ort der Begegnung und Zeichen der Einigkeit und Frömmigkeit zwischen den Bewohnern von Lüsen und Rodeneck. Sie waren es auch, die der Jubiläumsmesse mit Bischof Ivo Muser einen besonderen Rahmen gaben: Die Pfarrer beider Gemeinden feierten die Messfeier mit, Mitglieder von Schützenkompanie und Pfarrchor umrahmten die Feier, und zahlreiche Lüsner und Rodenecker, unter ihnen auch die zwei Bürgermeister, wohnten der Messfeier bei. Stattgefunden hatte diese genau zehn Jahre nach der Einweihung der Kapelle am Pianer Kreuz, am 24. August. cpl
BRIXEN
BRIXEN
Ein Brustmodell zum Begehen
Nachlass für einen sozialen Zweck
z Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen: In Südtirol erkranken jährlich 400 Frauen daran. Die Heilungschancen liegen derzeit bei 98 Prozent, sofern der Brustkrebs frühzeitig erkannt wird. Eine wichtige Methode hierbei ist die monatliche Selbstuntersuchung der Brust, doch auch diese will gelernt sein. Die Südtiroler Krebshilfe und das Brustgesundheitszentrum Brixen-Meran geben nun einen spannenden und informativen Einblick in diese Vorbeugemaßnahme: Vom 1. bis zum 5. Oktober ist ein überlebensgroßes, begehbares Modell einer weiblichen Brust im Krankenhaus Brixen im Foyer vor der Abteilung Gynäkologie sowie im Krankenhaus Meran ausgestellt. Dieses zeigt anschaulich den Aufbau der weiblichen Brust und vermittelt, wie gutartige oder bösartige Veränderungen der Brust aussehen. Integrierte Tastfelder simulieren dabei nachhaltig unterschiedliche Ergebnisse der
Selbstuntersuchung. Das Modell kann selbstständig erkundet werden, Informationsmaterial sowie eine Person vor Ort geben die notwendige Hilfestellung. Umrahmt wird diese Ausstellung mit Vorträgen zur Vorbeugung von Krebserkrankungen: So wird die Ernährungswissenschaftlerin Ivonne Daurú über den Zusammenhang von Krebs und Ernährung referieren, ein Kochabend in der Berufsschule „Emma Hellenstainer“ gibt praktische Tipps, wie man gesunde Ernährung einfach und schnell zubereiten kann. Der Sportwissenschaftler Michele Cattani erläutert hingegen die Bedeutung von Bewegung und Sport, und der Primar der Gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses Brixen, Arthur Scherer, informiert gemeinsam mit der „Breast Care Nurse“ Franziska Penn über die Grundlagen der BrustSelbstuntersuchung. Alle Details zur Veranstaltungsreihe finden sich im Veranstaltungskalender „timer“. db
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z Der „Götschelehof“ ist vielen Brixnern nicht alleine durch die Tatsache ein Begriff, dass die Gemeinde diesen geerbt hat, um eine soziale Einrichtung zu errichten. Die „enge Stelle“ an der Straße in Milland bei der Fahrt nach St. Andrä hat fast jeden, der dort langfährt, schon einmal zum Innehalten gezwungen. Die Eigentümerin des Götschelehofes nannte man „Götschele Midi“. Sie führte früher im Götschelehof ein Gasthaus. Nach ihrem Tod vererbte sie der Gemeinde das Gebäude und der Caritas dessen „Innenleben“. Da die Caritas selber nicht die Möglichkeit hatte, die Möbel und Gebrauchsgegenstände abzutransportieren, gab diese ihr Erbe an die Renovas weiter: Die Renovas ist eine Sozialgenossenschaft für Arbeitsintegration, die vielen noch unter ihrem ehemaligen Namen „Punkt“ bekannt sein dürfte. In mühevoller und sehr schmutziger Kleinarbeit sortierte sie den Nachlass und barg dabei wahre Schätze: alte Bauernmöbel, sehr viele
Einrichtungsgegenstände aus der Gründerzeit, alte Bücher, Dekorationsartikel und Devotionalien, Geschirr und Kleidungsstücke wie Trachten wurden abtransportiert und von den Mitarbeitern der Sozialgenossenschaft Renovas wieder aufbereitet. Entstanden ist nun ein buntes Durcheinander, das die Zeit und die Geschichte des Götschelehofes wieder spürbar werden lässt. Da die Sozialgenossenschaft auch seit Jahren das Bistro vis@vis der Berufsschule Tschuggmall im Fischzuchtweg 16 führt, werden dort nun die geborgenen Schätze und Gebrauchsgüter allen Interessierten zum Kauf angeboten: Am Samstag, 20. Oktober, findet ab 9 Uhr ein kleiner Flohmarkt statt, bei dem all der Nachlass einen neuen glücklichen Besitzer finden soll. Vorab können auf Anfrage die Gegenstände besichtigt werden – bei Fragen bittet die Sozialgenossenschaft Renovas um direkten Kontakt unter info@renovas.it; Telefon 347 2408235. db
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DIE BRETTER, DIE DIE WELT BEDEUTEN – auch für Reinhard Tscholl. Er mag zwar nicht darauf stehen, aber er sieht sie sich als glühender Anhänger von den Zuschauerplätzen an
–––––––––––––––– PORTRAIT
„Das Theater ist mein Leben“ REINHARD TSCHOLL, Geschäftsmann und Kulturliebhaber, über seine wechselvolle Jugendzeit und darüber, was ihm Musik und Theater bedeuten.
W
enn er am Abend ins Theater gehen wird, dann ist Reinhard Tscholl „schon zu Mittag aufgeregt“.
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Wie wird die Inszenierung sein? In welche Welt wird der Regisseur das Publikum entführen? Das Theater ist sein Leben,
obwohl er selbst nur wenige Male auf der Bühne gestanden hat. „Das Lernen von Texten liegt mir nicht besonders.“ Die
Bretter, die die Welt bedeuten, sind für Reinhard Tscholl Inspiration und Entspannung zugleich, eine herrliche Unterbrechung
des Alltags, die unglaubliche Energie in sich birgt.
Die Liebe zum Gesamtkunstwerk Salzburg. 34 Aufführungen
hat er sich in diesem Sommer bei den Salzburger Festspielen angeschaut. Mittlerweile kennt man den sympathischen Neustifter in der Mozartstadt, „und so habe ich auch Zugang zu Generalproben.“ Die Faszination des Musikschauspiels mit anderen zu teilen ist ihm seit jeher ein Herzensanliegen. Bereits im Alter von 17 Jahren organisierte er Busreisen in die Arena von Verona. Es gab damals noch keine Autobahn, und die Reise war lang und beschwerlich, „der Genuss aber, der war unvergleichlich.“ Seine erste Begegnung mit dem Flair der Stadt Salzburg, „diesem Gesamtkunstwerk“, hatte er im Jahre 1961. Im gerade erst eröffneten Großen Festspielhaus wurde der „Rosenkavalier“ von Richard Strauss aufgeführt. Am Dirigentenpult stand Herbert von Karajan. Die Liebe zu „dieser einzigartigen Stadt“ hat ihn
es im Haus eine Köchin, eine Haushaltshilfe und natürlich ein Kindermädchen. In diese Zeit fällt auch Reinhard Tscholls erste Begegnung mit dem Theater. An den Samstagnachmittagen habe es Aufführungen für Kinder gegeben, die er mit seinem Kindermädchen habe besuchen dürfen. Erst nach dem Ende des Krieges kehrte der Vater mit einer schweren Verwundung – ein Granatsplitter war in seinem Kopf geblieben – zu seiner Familie zurück. Das Leben in der Fremde machte ihm zu schaffen. Heimweh und die Sehnsucht nach den Bergen veranlassten ihn, mit Frau und Sohn 1949 wieder nach Bozen zurückzukehren. In der Nähe des Batzenhäusls machte er sich mit einem Lebensmittelgeschäft selbständig, „obwohl die Wechselkurse katastrophal waren.“
Harte Jugendjahre. Mit 13 Jah-
ren wurde Reinhard Tscholl für ein Schuljahr nach Neustift verbannt, „wohl, weil ich nicht
zu werden. Seine strenge Erziehung, die Härte, mit der ihn sein Vater „gestählt“ hatte, die Disziplin, die man von dem kreativen und „etwas aufmüpfigen“ Burschen gefordert hatte – das alles kam ihm jetzt zugute. Mit einer berührenden Offenheit beschreibt sich Reinhard Tscholl als jemanden, der „eine Zeit lang sehr unmenschlich gewesen ist.“ Im Laufe dieser Jahre habe es dann ein paar Begegnungen mit großartigen Menschen gegeben, die das Leben von Reinhard Tscholl beeinflusst hätten. Darunter ist Luis Duregger, „der es damals geschafft hat, eine Brücke zu schlagen zwischen der konservativen katholischen Jugend und den freier denkenden Jugendlichen im Alpenverein“.
Erste Begegnungen mit Kunst und Kultur. Zur klassischen Musik
gekommen ist Reinhard Tscholl über den zehn Jahre älteren Peter Plattner, der ebenfalls ohne Vater aufgewachsen war und eine riesige Schallplattensammlung besessen hat. Mit ihm konnte er
„Ich erkannte, was Kultur und Kunst im Leben eines Menschen bedeuten können“_ Reinhard Tscholl nicht mehr losgelassen. „Mittlerweile gibt es einen Fanclub mit mehr als hundert Theaterbegeisterten.“
Kindheit in Graz und Bozen. Die
ersten neun Jahre seines Lebens verbrachte Reinhard Tscholl in Graz, nachdem seine Eltern im Zuge der Option im Herbst 1940 ausgewandert waren. Vor allem sein Vater habe die politische Situation damals nur sehr schwer ertragen können. Das Lebensmittelgeschäft im Bozner Stadtteil Quirein, das seine Eltern drei Jahre zuvor eröffnet hatten, konnte sie nicht in Südtirol halten. Die Wiener Straße, Ecke Grüne Gasse in Graz – das wurde die neue Heimat der kleinen Familie. Die Eltern eröffneten hier wieder ein Lebensmittelgeschäft, der Vater wurde aber bereits 1941 zur deutschen Wehrmacht einberufen. Die Mutter, „eine Seele von Mensch“, sorgte dafür, dass das Geschäft weiterging. Hunger gelitten hätten sie nie, und es habe sogar die Möglichkeit gegeben, anderen Menschen über die Lebensmittelmarken zu helfen. Nachdem die Mutter Tag für Tag im Geschäft stand, gab
so brav gewesen bin.“ Dieser „größte Horror“ seines Lebens hat ihn in seinem Wesen eine Zeit lang geprägt. 50 Buben in einem Schlafraum, eine Dusche für zwei Schlafräume, Strafen ohne Ende und keinen Kontakt mit dem Zuhause – das war der Alltag in Neustift. Das Holz zum Beheizen der Studierräume mussten die Buben in den Weinbergen zusammentragen, und im Winter wurden Eisplatten aus dem Eisack geholt, damit man Wasser hatte. Von der schulischen Ausbildung her, da sei die Bürgerschule in Neustift jedoch vorzüglich gewesen. Als Reinhard Tscholls Vater im Dezember 1954 an einem Herzinfarkt verstarb, da war es selbstverständlich, dass der Sohn in das Geschäft einstieg. Eigentlich hätte er ja in die Mittelschule gehen sollen, war aber an der Lateinprüfung gescheitert. Bei der Katholischen Jugend fand Reinhard Tscholl eine neue Heimat, sozusagen eine Ersatzfamilie. Er habe damals eine starke Neigung zum Fundamentalismus empfunden, und es habe eine Zeit gegeben, wo er ernsthaft daran gedacht habe, Geistlicher
über Gott und die Welt reden, und über diesen Freund kam er auch mit der Oper in Berührung. Die „Norma“ von Vincenzo Bellini, die erste Oper, die er erleben durfte, sei düster gewesen und schräg „und voller wunderbarer Melodien“. Und dann gab es da noch im Jahre 1959 eine Kulturwoche für Jugendliche am Ritten, organisiert von der Katholischen Jugend, und diese Woche war für Reinhard Tscholl ein Schlüsselerlebnis. Der Salesianerpater Hornauer durchleuchtete die Realität der damaligen Zeit mit einer kritischen Liebenswürdigkeit, die voller revolutionärer Ideen gewesen sei und gleichzeitig keinen Widerspruch zuließ. „Wir hingen förmlich an seinen Lippen“, erinnert er sich, „und ich erkannte, was Kultur und Kunst im Leben eines Menschen bedeuten können.“
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Steckbrief
Reinhard Laurin Tscholl wurde am 19. März 1940 in Bozen als Sohn von Kaufleuten geboren. Die Volksschule besuchte er zum Teil in Graz, nachdem seine Eltern im Zuge der Option dorthin ausgewandert waren. Dort wurde auch seine sieben Jahre jüngere Schwester geboren. Im Alter von neun Jahren kehrte Reinhard Tscholl mit seiner Familie nach Bozen zurück und besuchte dort nach der Volksschule für zwei Jahre die kaufmännische Vorbereitungsschule und anschließend im Schuljahr 1953/1954 die Bürgerschule im Kloster Neustift. Nach dem Tod des Vaters stieg Reinhard Tscholl in dessen Lebensmittelgeschäft ein. Als seine Mutter starb, war er 21 Jahre alt, seine Schwester 14. Eine Zeit lang führte er das Geschäft weiter. 1965 heiratete er Maria Mock, die er über die Jungschar kennengelernt hatte und die ebenfalls im Verkauf tätig war. 1966 wurde Sohn Klemens geboren, 1967 kam Michael zur Welt. Er überließ das elterliche Geschäft seiner Schwester und machte sich in Eppan mit einem Engrosbetrieb für Drogerie- und Kosmetikprodukte selbständig. 1971 gründete er mit Walter Falk das „Cash & Carry“ in Vahrn. 1978 trennte sich Reinhard Tscholl von seinem Geschäftspartner und eröffnete eine Firma für Engros-Importe. Über einige Jahre organisierte er Kunst- und Kulturreisen, dann unterstützte er seinen Sohn Klemens auf dessen Weg in die berufliche Selbständigkeit als Konditormeister. In den 60er Jahren wirkte er im Rai Sender Bozen bei vielen Hörspielen mit. Darüber hinaus war er freier Referent für Sprechschulung bei verschiedenen Weiterbildungsorganisationen. Seit 1976 lebt Reinhard Tscholl mit seiner Familie in Neustift. Er ist stolzer Opa von zwei Enkelsöhnen. Er engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für das Südtiroler Kulturinstitut und wirbt für Abonnements, damit möglichst viele Menschen in den Genuss von Theateraufführungen kommen. 19
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
BRIXEN
Mit Verdienstkreuz ausgezeichnet z Der Brixner Serafin Troi ist kürzlich auf Schloss Tirol mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet worden: Er erhielt diese Auszeichnung für seine Verdienste in diözesanen Verwaltungsstellungen und für seinen Einsatz für die Landwirtschaft im Eisacktal. Der heute achtzigjährige Agrarökonom war in den Jahren 1958 bis 2004 der Verwalter des Vinzentinums
sowie auch langjähriger Verwalter und Obmannstellvertreter der Weinproduzentengenossenschaft Kloster Neustift. Das Verdienstkreuz ist nach dem Ring und dem Ehrenzeichen die dritthöchste Auszeichnung, die das Land Tirol zu vergeben hat. Jährlich werden höchstens 48 verdiente Persönlichkeiten aus dem Bundesland Tirol und Südtirol mit dem Verdienstkreuz geehrt. db
M&M Menschen & Meinungen BRIXEN
„Zonta Club sichtbarer machen“
Der Spruch vom Much
I woaß schun, prum der Bessone die Kletterhalle net mog. Er kimmp oanfoch net aui ...
kurz
notiert
20
z Der Zonta Club Brixen hat eine neue Präsidentin: Elisabeth Thaler hat die Nadel und damit das Amt für die nächsten zwei Jahre an Gabriele Lüling übergeben, die seit Jahren eine Wahl-Brixnerin und sehr engagiertes Mitglied im Zonta Club Brixen ist. „Sehr wichtig ist mir, unsere Arbeit als so genannter Service-Club, der sich für eine weltweite Förderung und Unterstützung der Lebensumstände von Frauen einsetzt, auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen“, so Gabriele Lüling, „durch Projekte möchten wir zeigen, wer wir sind und was wir
schwerpunktmäßig tun – nämlich Frauen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns selbst.“ Da diese Hilfe oftmals diskret erfolgt, wird die lokale Arbeit des Zonta Clubs Brixen in der Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen, „aber andererseits haben wir deswegen auch den Ruf, vertrauenswürdig zu sein“, so Gabriele Lüling. Ein weiteres Ziel der neuen Präsidentin liegt darin, durch interessante Projekte neue Mitglieder zu gewinnen. Neben dem lokalen Einsatz unterstützt der Zonta Club Brixen zudem internationale Projekte in besonders benach-
teiligten Ländern. Im Bild von links: Elisabeth Thaler übergibt das Präsidentinnen-Amt für den Zonta Club Brixen an Gabriele Lüling. db
Der im Jahr 2003 verstorbene Volkskundler Hans Fink würde heuer seinen 100. Geburtstag feiern. Ihm zu Ehren veranstaltet der Südtiroler Volksmusikkreis, die Familie Helmuth Fink und die Gemeinde Brixen am 13. Oktober ab 20 Uhr den Volksmusikabend „g’sungen, g’spielt und derzählt“ im Forum Brixen.
Hans Heiss, Landtagsabgeordneter der Grünen, schließt eine erneute Kandidatur bei den Landtagswahlen 2013 aus, da er sich wieder zur Gänze seiner Arbeit als Historiker widmen will. „Die kreative Ader als Autor und Kulturmittler soll wieder stärker pulsieren“, schreibt er in einer Stellungnahme.
Am 28. August feierte Anna Hofer Kolhaupt einen außergewöhnlichen Geburtstag: Sie wurde 102 Jahre alt. Die Seniorin feierte dieses besondere Ereignis im Pflegeheim, wo sie mittlerweile lebt und sich guter geistiger wie körperlicher Gesundheit erfreut.
O o op s
mein Hoppala
Leser kochen für Leser
mmh!
Fenchelrisotto mit Garnelen > Zutaten für 4 Personen
Stefan Leitner, Geschäftsführer der Südtiroler Sporthilfe
Wasser, Kühlflüssigkeit – oder doch Öl? Es ist schon einige Jahre her, dass ich als Volksschüler beim alten Seilbahnparkplatz in Milland auf den Bus nach Sarns wartete. Um die Wartezeit zu verkürzen, fiel uns Schülern immer wieder ein Streich ein: Eines Tages bemerkte ich eine auslaufende Flüssigkeit bei einem Auto, das beim Seilbahnplatz geparkt war und kam auf die glänzende Idee, diese doch anzuzünden. Da keiner meiner Schulfreunde die Courage hatte, diesen Test durchzuführen, hielt schlussendlich ich das brennende Zündholz zur Flüssigkeit hin. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen hoffte ich, dass es sich hierbei um Wasser oder Kühlerflüssigkeit handelte – dem war jedoch nicht so. Die Lache unterm Auto fing sofort Feuer, und unsere Versuche, dieses selbst zu löschen, blieben erfolglos. Reinhold Knollseisen, damaliger Direktor der Seilbahn, eilte uns mit einem Feuerlöscher zu Hilfe und bekam die Flammen in den Griff. Im gleichen Augenblick wie die Feuerwehr kam auch unser Schulbus, der mir aus der prekären Situation verhalf. Zurück blieb das verrußte Auto eines deutschen Skifahrers, der Gottseidank vollkaskoversichert war.
IMMER GUT DURCHDACHT!
1 Tasse Risottoreis 2 Fenchelknollen zirka 1/8 Liter Fenchelkochsud 8 Garnelen 50 Gramm frisch geriebener Parmesankäse 25 Gramm Butter 1 Zwiebel 3 Knoblauchzehen 2-3 EL Olivenöl
> Zubereitung Die fein geschnittene Zwiebel und den fein gehackten Knoblauch im heißen Olivenöl andünsten, den Reis hinzuschütten und glasig dünsten
lassen. Den fein geschnittenen Fenchel hinzufügen. Mit Wein ablöschen und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit verkocht ist. Nach und nach den Kochsud kellenweise angießen, dabei stets leicht köcheln lassen. Die Garnelen schälen, den Darm entfernen und würzen. In einer Pfanne mit Olivenöl braten und etwas Knoblauch und Petersilie untermengen. Zum Schluss Parmesankäse und fein gehacktes Fenchelgrün unter den Risotto mengen und auf einem warmen Teller mit den Garnelen servieren.
Um den Sommer zu verlängern, kocht Michaela Panella aus Vahrn gerne dieses leichte Gericht mit Fenchel und Garnelen. Besonders als Abendessen schmeckt der Risotto der ganzen Familie. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
Voting
Ihre Meinung online
Ergebnis der Online-Umfrage:
„Sind Sie mit der Brixner Kaufleuteschaft zufrieden?“ 14,29% Ja, ich kaufe gern in Brixen ein – das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt
Ist Ihr Dach fit für den nächsten Winter? Jetzt gratis Winter-Check nutzen!
16,66% Ja, ich schätze vor allem Freundlichkeit und Beratung 45,24% Nein, Auswahl und Preise entsprechen nicht meinen Vorstellungen 23,81% Nein, denn ich habe bereits mehrmals schlechte Erfahrungen gemacht
Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“.
Dachwartung Spenglerei Zimmerei Dachanhebungen ohne Abriss Julius-Durst-Str. 44/b I-39042 Brixen Tel. +39 0472 25 09 81 Handy +39 348 8512359 info@gostnerdach.it www.gostnerdach.it
Die aktuelle Frage des Monats:
„Wer hat Ihrer Meinung nach die besten Chancen, zum neuen Landeshauptmann gewählt zu werden?“ > Siegfried Brugger > Herbert Dorfmann
> Arno Kompatscher > Richard Theiner
> Keiner von diesen
Stimmen Sie mit! www.brixner.info 21
Richtig sierig
BRIXEN
„Ich fürchte, das ist erst der Anfang“, sagt der Franz, während sein Blick zwischen Frieda und mir hin- und herpendelt, „wir werden uns wohl von manchen Privilegien und Förderungen und Beiträgen langsam verabschieden müssen, auch wenn sie so bequem waren und wir uns so an sie gewöhnt hatten“. Für die Pendler ist eben nun auch zu wenig Geld im Landeshaushalt, sage ich, dabei habe ich wirklich Verständnis für ihre Sorgen und Nöte, bei diesen Benzinpreisen. „Andererseits pendle auch ich jeden Tag von Terenten bis Brixen“, sagt Frieda, „aber dass ich dafür als Unternehmerin einen Beitrag verlangen könnte, wär mir noch nicht eingefallen“. Die Pendler hingegen sind richtig sierig, weil jetzt das Land einen Riegel vorschiebt, weil plötzlich jeder um einen Beitrag angesucht hatte, der dreimal die Woche von der Küche ins Bad pendelt. No money, no show! „Förderungen fördern eben vor allem das Forderungsdenken“, sagt der Franz, „und Forderungsdenken ist einer Gesellschaft nicht förderlich“. Oha, denk ich mir, diesen Satz muss ich aufschreiben und nochmal langsam für mich lesen, damit ich ihn auch verstehe. Frieda hingegen hat Gleichgewichtsstörungen: Sie pendelt schon das dritte Mal von der Kaffeemaschine zu unserem Tisch und balanciert dabei unseren geliebten Cappuccino, ohne dass auch nur ein Tropfen über den Rand rinnt, trotz ihres schwindligen Zustandes. Dabei heißt der Cappuccino in Brixen inzwischen anders, denn Cappuccino, ja, das ist in Brixen inzwischen ein Unwort. Klingt komisch, ist aber so.
Neue Fraktionssprecher z Gleich zwei Parteien im Brixner Gemeinderat haben einen neuen Fraktionssprecher: SVP und PD. Bei der Südtiroler Volkspartei hat Leo Dariz aus persönlichen Gründen die Aufgabe zurückgelegt – sehr zum Leidwesen seiner Parteikollegen, die seine ausgleichende und ruhige Art, die Diskussionen zu leiten, sehr geschätzt haben. Ingo Dejaco (Bild oben) hat die Aufgabe als sein Stellvertreter übernommen, bis ein neuer Fraktionssprecher gewählt wird. Beim PD hat Alberto Ghedina seinen Rücktritt als Fraktionssprecher eingereicht; er übergibt das Amt dem Kollegen Horand Meier (Bild unten). Sowohl Ghedina als auch Dariz bleiben natürlich im Gemeinderat. Die Aufgaben der Fraktionssprecher der drei Koalitionspartner sind vielfältig und zeitaufwendig: Sie leiten die politischen Diskussionen innerhalb ihrer Fraktion und versuchen dann, gemeinsam mit den restlichen beiden Koalitionspartnern einen Konsens zu finden. Sehr häufig treffen sie sich aber auch mit den Fraktionssprechern der Opposition. wv
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
LAMMento
Echo
Leser schreiben uns
„Unpassende Entscheidung“ Zum Bericht über neue Straßennamen in Brixen, „Brixner“ Nr. 270, S. 12
Stefan Rabensteiner, Brixen
Vor kurzen beschloss der Gemeinderat von Brixen, einige Straßen umzubenennen. Ich bin überzeugt, dass der Be22
schluss im Paket gefasst wurde und nicht jeder einzelne Name unter die Lupe genommen wurde. Es ist für mich nämlich unverständlich, wie man einem Karel Havlícˇek eine Straße widmen kann, der über Brixen folgendes schrieb: (aus Wikipedia): „Von der Stadt Brixen hielt er aber nicht viel und beschrieb sie wie folgt: ‚[...] ist Brixen und seine Umgebung aufrichtig und kurz gesagt ein miserables, durch Missbrauch der Religion verdorbenes Nest voll Dummköpfe und Heuchler,
mit wenigen Ausnahmen, von denen ich aber nach einem Aufenthalt von 13 Monaten noch keine kennengelernt habe. [...] Und Brixen ist in dieser Beziehung nach dem allgemeinen Urteile selbst der Tyroler die schlechteste Gegend!’ (Karel Havlícˇek Borovský: Brief vom 1. Februar 1853 an Emilie Zöldnerová in Prag)“ Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob der genannte Karel Havlícˇek für die Stadt Brixen Verdienste aufweisen kann, aber wer solche Äußerungen tätigt, ist es meiner
Meinung nach nicht wert, den Namen einer Straße zu bekommen, auch wenn er in ebendieser im Exil gelebt hat. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
Pro& Contra Sollten Italien und Südtirol Freudenhäuser legalisieren? Der Hintergrund:
Die Ermordung einer Prostituierten in Bozen hat die Diskussion wieder entfacht: Sollte die Regelung des Merlin-Gesetzes von 1958, das Bordelle in Italien verbietet, geändert werden?
ULLI MAIR, Landtagsabgeordnete der Freiheitlichen: „Bordelle sind sicher, hygienisch, geschützt, medizinisch ständig betreut“ Ja Ja, und Prostitution sollte endlich als legale Erwerbstätigkeit, als legale Dienstleistung anerkannt und somit enttabuisiert werden. Prostituierte sollten sich zum Beispiel als Selbständige anmelden können, kranken- und rentenversichert sein und natürlich auch Steuern zahlen. Per Gesetz sollen die Frauen selbst entscheiden können, ob sie gewisse Kunden oder Sexualpraktiken ablehnen. Bordelle bieten bei entsprechender gesetzlicher Regelung den Vorteil, ohne Zuhälter zu arbeiten, könnten von Frauen selbst genossenschaftlich geführt werden oder auch in Clubs, die sicherstellen, dass der Betreiber für die sexuellen Dienste nichts verdient, dennoch für sichere Arbeitsbedingungen sorgen muss. Zuhälterei, Ausbeutung und Menschenhandel werden in modernen Bordell-Strukturen von vornherein ausgeschlossen; die Frauen arbeiten dort freiwillig, sind selbstbewusst, selbstbestimmt und keine Opfer! Bordelle bieten den Frauen beste Arbeitsbedingungen, sie sind sicher, hygienisch, geschützt, medizinisch ständig betreut und kontrolliert. Freier müssen sich ausweisen, bei Verweigerung gibt es Hausverbot. Es bedarf aber auch einer klaren gesetzlichen Grundlage zum Umgang mit Prostitution. Die Stigmatisierung, dass diese Arbeit schmutzig und abartig ist, muss bekämpft werden. Viele Prostituierte leiden unter dieser Stigmatisierung, sie schämen sich. Diese Scham macht es auch sehr schwer, sich zu bekennen, Rechte und Respekt einzufordern. Frauen sollen aus der Anonymität und dem Doppelleben herausgeholt werden. Das muss sich nicht nur in den Köpfen der zuständigen Behörden durchsetzen. z
MULTIMEDIAL
GENIAL
ULRIKE OBERHAMMER, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit: „Damit würde der Ausbeutung von Prostituierten Tür und Tor geöffnet“ Nein Ich bin gegen eine Legalisierung der Freudenhäuser, da mit der Forderung des Verbots von Prostitution auf öffentlichen Straßen und der gleichzeitigen Legalisierung der Freudenhäuser der Ausbeutung von Prostituierten Tür und Tor geöffnet wird. Es darf zudem nicht vergessen werden, dass diese Diskussion erst nach dem Mord einer jungen Prostituierten aufgeflammt ist. Jetzt sollten alle Prostituierten schnellstmöglich in Freudenhäusern untergebracht und damit das Problem gelöst werden. Ich denke jedoch, dass dies absolut der falsche Weg ist. Viele der Prostituierten werden dazu gezwungen, ihren Körper zu verkaufen und stehen nicht freiwillig nachts leichtbekleidet auf der Straße. Ob dies nun auf der Straße oder in Freudenhäusern passiert, ändert nichts daran, dass die Frauen ausgebeutet und erniedrigt werden. Das große Geld machen zumeist andere. Denn wer glaubt, dass in legalisierten Freudenhäusern die Frauen besser geschützt werden, verschließt die Augen vor der Realität. Ausbeutung hat viele Gesichter und hängt nicht davon ab, ob die Frauen ihren Körper auf der Straße oder hinter verschlossenen Türen verkaufen. Die Lösung ist somit nicht die Wiedereinführung der Bordelle, sondern eine verstärkte Kontrolle der Freier, zum Schutz der Frauen, die ihren Körper verkaufen und von einem besseren Leben träumen. Zudem muss dringend der Frage nachgegangen werden, warum in Südtirol innerhalb weniger Monate zwei Frauen umgebracht wurden und dies nicht verhindert werden konnte. z
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Menschen & Meinungen
Umfrage
Wer wird der neue„Luis“? Luis Durnwalder hat unwiderruflich erklärt, im Herbst 2013 nicht mehr für das Amt des Landeshauptmannes zu kandidieren. Wen könnten sich die Brixner als neuen Landeshauptmann oder -frau vorstellen?
Carlo Canali hat nicht sehr viele Favoriten: „Come persona mi piacerebbe l’avvocato Gerhard Brandstätter, il presidente della Fondazione della Cassa di Risparmio. Lui potrebbe essere la persona adatta. Altrimenti ci sarebbe anche Arno Kompatscher, capo dei sindaci, che ha cinque figli. Anche lui sarebbe adatto visto che conosce i problemi di una famiglia e della gente.“
Martin Ragginer hofft auf eine starke und gute Vertretung des Eisacktals im nächsten Landtag: „Wichtig ist, dass wir im Bezirk gut vertreten sind. Wer die Favoriten für die Landeshauptmann-Rolle sind, wird sich in den nächsten Monaten herauskristallisieren. Es gibt auf jeden Fall einige interessante Kandidaten. Ich bin schon gespannt, wer der Nachfolger vom ‚Luis’ werden wird.“ 24
Monika Pflanzer findet es sehr schade, dass Hans Heiss nicht mehr kandidiert: „Er wäre mein absoluter Favorit gewesen für die Position des Landeshauptmannes. Er würde von mir aus gesehen von all den Männern, die im Gespräch sind, am besten für diese Stelle passen. Über Alternativen habe ich mir noch keine Gedanken gemacht – Luis Durnwalder sollte es auf jeden Fall nicht mehr machen.“
„Anche se continua a dire che non sarà più lui il prossimo Landeshauptmann, spero che sarà il buon Luis a continuare a guidare la nostra Provincia“, sagt Gabriele Mery. „Da italiano devo dire che è uno dei pochi politici che ammiro. Vedere un politico che lavora così tanto è oramai una cosa molto rara nel nostro paese. Al momento non vedo un successore alla sua altezza“.
„Mir ist eigentlich egal, wer Landeshauptmann wird; der eine macht’s richtig und der andere auch. Es ist nicht leicht als Politiker: Wenn man den einen etwas Gutes tut, schimpfen die anderen – und umgekehrt. Das ist wie beim Wetter: Wenn es regnet, gefällt es den Touristen nicht, und wenn es zu trocken ist, jammern die Bauern – man kann es niemandem recht machen“, sagt Reinhard Lageder.
„Ich hätte Hans Heiss von den Grünen gut gesehen als neuen Landeshauptmann. Es ist einfach wahnsinnig schade, dass er nicht mehr kandidiert. Dass das neue Oberhaupt ein SVPler wird, ist wohl fix: Dann könnte ich mir eventuell Richard Theiner vorstellen, er wäre meines Erachtens eventuell eine Alternative zu Heiss“, sagt Simon Raffeiner.
„Leider ist die Landeshauptmannwahl kein Wunschkonzert: Das Allerwichtigste ist, dass der Neue kompetent fürs Amt und fachlich auf der Höhe ist, und nicht um fünf Uhr in der Früh die Wähler empfängt – das muss nämlich nicht sein. Generell wünsche ich mir von der Politik, dass einfach weniger gepacktlt wird“, so Georg Mayr.
„Ganz spontan fällt mir Arnold Schuler ein: Er hat eine positive Ausstrahlung und kommt sympathisch rüber – ob er dann auch kandidiert, ist allerdings fraglich. Aber als Mensch würde ich ihn in dieser Position ganz gut sehen. Alternativ fällt mir Arno Kompatscher ein, der menschlich und kompetenzmäßig einen guten Eindruck macht“, sagt Evi Lanziner.
Ihr Business Partner in wirtschaftlichen und steuerrechtlichen Angelegenheiten sowie bei strategischen Entscheidungen! Die ACM GmbH (Accounting – Consulting – Management) unterstützt Unternehmen bei allen unternehmerischen Herausforderungen und im gesamten Verwaltungsmanagement. Die Kunden profitieren von einem umfassenden Komplettservice: Unternehmensgründung, Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Bilanzierung, MwSt.- und Steuererklärung, italienische Steuervertretung sowie Unterstützung und Beratung in steuerrechtlichen Angelegenheiten als auch bei der wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung der Unternehmen. Die Vision der ACM GmbH ist es, den Kunden ein Business Partner in allen wirtschaftlichen und steuerrechtlichen Angelegenheiten sowie bei strategischen Entscheidungen zum Wohle ihrer Unternehmen zu sein.
INTERVIEW Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Schlüsselthema unserer Zeit. Welches ist Ihr Geheimnis, als alleinerziehende Mutter auch beruflich erfolg-
HEiDi SpArbEr Dipl. akad. Wirtschaftsmanagerin und Geschäftsführerin der ACM GmbH
Heidi Sparber, diplomierte akademische Wirtschaftsmanagerin, ist seit drei Jahren alleinige Gesellschafterin und alleinige Inhaberin der ACM GmbH, die aus der ehemaligen Business Consulting Dr. Carrato & Partner GmbH hervorgegangen ist. Frau Sparber, wie hat sich Ihr Unternehmen in den letzten drei
reich zu sein? ➔ Gerade hoch qualifizierte Frauen entscheiden sich oftmals, der Karriere wegen auf Kinder zu verzichten. Eine höhere Frauenbeschäftigung sollte nicht auf Kosten der Familien- und Kinderfreundlichkeit einer Gesellschaft erfolgen. insofern wird die Gestaltung von familiengerechten rahmenbedingungen zum Schlüssel für eine zukunftsorientierte Wirtschafts- und Sozialpolitik. Mit einer guten Organisation und einer präzisen Tagesablaufplanung gelingt mir auch als Unternehmerin eine ausgewogene Work-Life-balance, in der die Ansprüche meines Kindes im Alltag ebenfalls nicht zu kurz kommen.
Jahren entwickelt und wo liegen die Kernkompetenzen der ACM GmbH? ➔ Heidi Sparber: Seit Übernahme der business Consulting Dr. Carrato & partner GmbH und Änderung der Firmenbezeichnung in ACM GmbH im Jahr 2010 haben sich vor allem in den fiskalischen Verpflichtungen sehr viele Neuerungen ergeben, die eine kontinuierliche Weiterbildung unerlässlich machen. Die Kernkompetenzen der ACM GmbH liegen sicherlich nach wie vor in der Führung der buchhaltung für Dritte, unter Einhaltung aller zivil- und steuerrechtlichen gesetzlichen Vorgaben, der Führung der Gesellschaftsbücher, der Erstellung und telematischen Hinterlegung der Jahresabschlüsse (EU-bilanzen, konsolidierte bilanzen, Konzernbilanzen) sowie der Erstellung und Hinterlegung von Steuererklärungen (UNiCO sowohl für natürliche personen als auch für personen- und Kapitalgesellschaften inklusive der für diese erforderlichen Sektorenstudien, MwSt.-Jahreserklärungen, Mod.770) über intrastat-Meldungen, der iMU-Abwicklung bis hin zur Lohnbuchhaltung - unser komplettes Leistungsspektrum finden Sie unter www.acm.bz.it. Das Arbeitsumfeld und die Tätigkeitsfelder der ACM GmbH haben sich in den letzten drei Jahren enorm weiterentwickelt, heute sind wir nicht nur Ansprechpartner, wenn es um Steuerfragen geht, sondern ein echter „business partner“ und Unternehmensberater auch für komplexe Fragen. Durch die weiterhin bestehende Zusammenarbeit mit Dr. bruno Carrato (Wirtschaftsprüfer und Steuerberater) bleiben auch im bereich Steuerberatung keine Fragen offen. Als Mitglied der „Experten Community“ beim TiS innovation park der Autonomen provinz bozen beraten und analysieren wir Unternehmen, damit sich Unternehmer erfolgreich für die Zukunft rüsten können.
» Beratung und Begleitung bei Unternehmensgründung bei Unternehmensführung » Wirtschafts- und Steuerberatung durch Dr. Bruno Carrato » Unternehmensberatung » Finanz- und Lohnbuchhaltung » Bilanzierung & Bilanzanalyse » Steuererklärungen » Intrastat-Meldungen » uvm.
Worin liegen Ihre Stärken als Unternehmerin? ➔ Einen Großteil der Kunden, die wir durch die Übernahme der business Consulting Dr. Carrato & partner GmbH im Jahr 2010 übernommen haben, zählen wir auch heute noch zu unserem Kundenportfolio – ein beleg für unsere Leistungskompetenz. Unsere Kunden schätzen insbesondere die umfassende betreuung und beratungskompetenz sowie die hohe Qualifikation unseres gesamten Teams. Durch Fachwissen, Kompetenz und Loyalität konnten wir außerdem zahlreiche Neukunden dazugewinnen und das Kundenportfolio von Jahr zu Jahr kontinuierlich erweitern. indem wir die Aufträge in zeitlicher, sachlicher und organisatorischer Hinsicht ordnungsgemäß und im interesse des Kunden bestmöglich abwickeln, erzielen wir eine hohe Kundenzufriedenheit und damit letztlich eine starke Kundenbindung.
Sie setzen die Ziele, wir bringen Sie dahin! Neustadt 28, 39049 Sterzing, Tel. +39 0472 766060 info@acm.bz.it - www.acm.bz.it
Fotos: Arnold Ritter
150 JAHRE MGV BRIXEN
Kunst & Kultur
Keine halben Sachen
Der Männergesangverein Brixen wird 150 Jahre alt, doch seine Reife merkt man ihm nicht an. Der bei derart hohem Alter zu erwartende Nachruf wird glücklicherweise nicht gebraucht. Es ersetzt ihn eine Zwischenbilanz.
D
er MGV macht keine halben Sachen“, entfährt es einem nach Luft schnappenden Zuschauer, als er knapp 15 Meter über sich ein etwa zwei Quadratmeter großes CD-Cover erblickt. Seine Augen täuschen ihn nicht: Was über ihm mithilfe eines Krans transportiert wird, ist der an Größenwahn grenzende Abschluss eines mit größenwahnsinnigen Aktionen nicht geizenden Abends. Der über ihm schwebende Datenträger soll die bevorstehende CD-Veröffentlichung ankündigen, ist aber gleichzeitig ein martia-
lisches und selbstironisches Sinnbild für einen Verein, der zur Identität Brixens gehört wie die Türme zum Domplatz. Der Männergesangverein nannte es „Spectaculum“, die anwesenden Zuschauer ein kleines Altstadtfest: Mit knapp 800 Besuchern war das untere Ende des Großen Grabens für mehrere Stunden ein undurchdringbarer Klumpen schaulustiger Fans, die mit weit geöffneten Augen und Mündern die sich minütlich selbst überbietenden Spektakel verfolgten. Von Limousinen mit Ehrengästen und eigenem Secret Service und
info Männergesangverein Brixen 1862 Schwerpunkte der musikalischen Vereinsarbeit bilden vorab die Pflege der traditionellen Männerchorliteratur, aber auch das echte Volkslied sowie die Einbeziehung geistlicher Chorwerke. Von großer Bedeutung ist auch der Kontakt zu anderen Chorgemeinschaften, der das Leben des Vereins stets wesentlich bereicherte. Große Chorleiter wie Otto Rubatscher (1962-1994) und Andi Ellecosta (1994-2007), die oft über Jahrzehnte hin wirkten, bestimmten grundlegend Arbeit und Ausrichtung des Vereins; nicht minder wichtig war die Organisationsarbeit und einigende Führung durch die Obmänner. Der Chor ist durch seine sängerische Tätigkeit fest im Brixner Stadtleben verankert. Zudem setzt er neben dem Singen auch gesellschaftliche und kulturelle Akzente, wobei das „Stadtlerlachn“ sowie die Herausgabe der Faschingszeitung „Hoblschoatn“ im Fasching hervorzuheben sind.
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Sängern, die aus einem Dutzend Fenstern musizierten, bis hin zu Feuerspuckern und der dazugehörigen Feuerwehr hätte ein Altstadt-großes Zirkuszelt die Illusion nicht besser hingekriegt: Was hier passiert, passiert nicht bei jedem Gesangsverein.
Ein besonderes Jahr. Man muss
den gesunden Menschenverstand nicht vollends in Frage stellen. Wenn sich die Männer des MGV etwas Besonderes einfallen lassen, dann in erster Linie, weil es für sie ein besonderes Jahr ist. Am 12. Jänner 1862 wurde der Chor gegründet, der Männergesangverein war damals eine Modeerscheinung, bei der es jedoch nicht blieb. „Ein Kaiserreich, ein Königreich, zwei Diktaturen und eine Operettenrepublik“ überlebte der noch oft sehr testosterontrunkene Verein, der Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts zu einem Neuanfang gezwungen war. Als Otto Rubatscher sich kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum des strauchelnden Vereins annahm, fand er ein Trauerspiel vor in Form von „17 Sängern, die nicht in der Lage gewesen wären, ein würdiges Jubiläum zu begehen“. Rubatscher erinnert sich: „Das Tenorregister schwach, wenige Bässe. In meiner Erinnerung sind
die Jahre 1962 bis 1970 die harten Jahre. Ich habe damals eben das Mögliche gemacht.“ Neben schwachen Sängern war es auch eine kulturelle Barriere, gegen die sich der Chorleiter mit voller Kraft stemmen musste: „Ein Badiot will uns deutsches Liedgut vermitteln!?“, so die stillen Vorwürfe an die neue Führung. Doch mit dem weichenden Stolz der Männer stieg die Qualität des Chores, der seine Mitgliederzahl schon bald verdreifachte. Von diesen Schwierigkeiten ist heute freilich wenig zu spüren: Als der MGV Brixen im Jahr 2010 das Gesamttiroler Wertungssingen mit einem ersten Platz verließ, wurde er für seine „außergewöhnlich hohe Qualität“ gelobt. Das ausgestellte Zeugnis hängt an den Wänden des Walthersaals, wohl auch als Erinnerung daran, wie weit man in den letzten 50 Jahren gekommen ist.
STIMMGEWALTIG: Die 60 Mitglieder des Männergesangvereins Brixen verwöhnen ihr Publikum mit außergewöhnlich guten Darbietungen
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Wo die wilden Kerle wohnen. inspirierte bald zu Größerem. Der Walthersaal erfüllt Obmann Alfred Ellecosta sichtlich mit Stolz: „Es ist der schönste Saal in Brixen“. In der Tat hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. War der Walthersaal vor
Kleine Spotlights strahlen auf die Büste des historischen SaalSchirmherren Walther von der Vogelweide, die Böden wurden geschliffen, neue Toiletten installiert, selbst die Tafeln an den
„Nachwuchsprobleme haben wir beim MGV zum Glück überhaupt nicht, im Gegenteil!“_ Alfred Ellecosta, Obmann wenigen Jahren noch ein hübsches, wenn auch etwas in die Jahre gekommenes Vereinslokal, erstrahlt er nun in neuem Glanz. Ursprünglich waren nur kleine Malarbeiten geplant gewesen, doch das Potential des Raumes
Wänden, die in nur für eingefleischte Geisteswissenschaftler lesbarem Mittelhochdeutsch an den Namenspatron erinnern, wurden aufwendig erneuert. Der Grund für die plötzliche Veränderung liegt beim Frucht-
genuss, der dem Männergesangverein vor wenigen Jahren zugesprochen wurde und ihm damit lebenslange Nutzung zusichert. Jeder eingesetzte Euro wird somit zur langfristigen Investition, ob große Restaurierungen oder kleine Details wie das Regal, auf dem in liebevollen DioptrienAbstufungen Ersatz-Lesebrillen für vergessliche Sänger liegen. „Ich brauche die selber hin und wieder“, scherzt Obmann Ellecosta.
Der alte Mann ... Überalterung ist nicht nur für Männerchöre eine Herausforderung. Nachwuchsprobleme plagen beinahe jedes Ensemble, junge Sänger und Sängerinnen sind oft Mangelware. Darf man die Lesebrillen als Vorzeichen sehen? „Beim MGV sehen wir diese Entwicklung überhaupt nicht, im Gegenteil!“, wehrt Ellecosta ab, „beim letzten Chorlei-
terwechsel waren wir 42 aktive Sänger, inzwischen sind wir 60.“ Neben ihm steht der erst kürzlich erworbene Notenschrank, der für jeden Sänger ein Plätzchen bereit hält. Nur nach mehrmaligem Hinsehen lässt sich noch eine freie Schublade ausmachen. „Wir stoßen bald an eine Obergrenze. Es muss schon jemand sehr viel Talent haben, um im Moment bei uns aufgenommen zu werden.“ Als Ellecosta vor zwölf Jahren zur optimalen Größe eines Chors befragt wurde, nannte er sie „einen Bus voll“. Damals hatte der MGV noch 51 Mitglieder – kein Wunder also, dass es mittlerweile auch mal ein Flieger sein darf.
...und das Meer. Dass sich der Männergesangverein nicht vor den kritischen Ohren eines auswärtigen Publikums fürchten muss, ist nicht erst seit Wettbewerbs-
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Kunst & Kultur Der Feier zum 150-Jahr-Jubiläum des MGV fehlte es nicht an Sensationen
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erfolgen eine unumstrittene Tatsache. Das Reisen hat Tradition und führte die Sänger bereits nach Budapest und Prag, Berlin und Barcelona. Zum 150. Jubiläum wird die Tradition fortgesetzt, nur um im selben Atemzug mit einer anderen zu brechen. Ellecosta erklärt: „Da der MGV nach seiner Gründung lange Zeit ein durch
und durch männlicher Verein war, hielt man das Familienleben vom Chorleben strikt getrennt. Kurz gesagt, es hätte sich keine Frau in die Gesellschaft getraut. Seit damals hat sich einiges getan. Jedes zweite Jahr laden wir die Partnerinnen zu unseren Chorreisen ein; auch dieses Jahr wäre es wieder Zeit dafür.“
Sein Lächeln verrät die Ausnahme. „Zu unserem Jubiläum haben wir schon lange eine Reise geplant, zu der der Chor geschlossen und ohne Partnerinnen antritt.“ Das andere Chromosomenpaar kann sich auf lebhafte Erzählungen gefasst machen: In diesem Jahr führt der Weg nämlich nach St. Petersburg.
Time-Out vom Burnout. Die Auf-
lockerung darf man dem Männergesangverein gönnen: Bei seiner Rückkehr wartet ein wahrer Berg an Veranstaltungen auf den viel beschäftigten Chor, der mühelos einen kompletten Ankündigungskalender füllen könnte. Geplant sind ein offizieller Festakt, ein mit dem Domchor gestaltetes
Seit 2006 ist Christian Unterhofer musikalischer Leiter des MGV
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Hochamt, ein Kurzfilmdreh, die Aufführung einer Brahms-Rhapsodie und eines Requiems – die Liste ließe sich noch lange fortführen. Auf dem Papier zeigt rege Tätigkeit eine starke Nachfrage, in der Praxis lässt die Motivation oft schneller nach als Heiserkeit die Stimme erreicht. „Das Jubiläumsjahr kann ruhig etwas intensiv sein“, so Ellecosta, „außerdem sind diese Darbietungen meist projektbezogen, fordernd, aber kurz.“ Auch wenn Bierlieder durch Busoni-Konzerte ersetzt werden? „Das Eine schließt das Andere nicht aus. Unser Chorleiter Christian versteht sich darauf, das Volkslied zu pflegen, mit einem Repertoire von mehr als 25 auswendig vorgetragenen Liedern wird diese Sparte nicht links liegen gelassen. Wir haben für jeden etwas“. Christian Unterhofer, der 2006 die Leitung des MGV übernahm, begann seinen Leitungsauftrag mit einem konservativen Programm: Sein „Zurückstufen der Ansprüche, überschaubares Einstiegsprogramm“ haben sich seitdem beinahe ins Gegenteil verkehrt. Von baldiger Ruhe kann übrigens nicht ausgegangen werden, das Stadtlerlåchn 2013 steht bereits in den Startlöchern. Der MGV ist im Bereich der musikalischen
Obmann Alfred Ellecosta: „Das Jubiläumsjahr kann ruhig etwas intensiv sein“
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Vielfalt an seinem Höhepunkt angekommen. Sollte man nicht aufhören, wenn’s am schönsten ist?
Noch einmal, auswendig! Das
erst kürzlich zum Jubiläum vorgestellte neue Logo widerspricht. Das historische „1862“ geschickt aus dem direkten Blickfeld verbannt, strahlt es jung und ungekünstelt von den Wänden des Walthersaals herab. Der violette Schriftzug, der seinen Weg bereits auf die neuen Abzeichen des Vereins gefunden hat, lässt keinen Zweifel daran, dass die besten Zeiten noch vor ihm liegen. Die Frage, ob der Männergesangverein noch einmal 150 Jahre überleben kann, entlockt Obmann Ellecosta ein zuversichtliches Lächeln: „Mit geeigneten Führungskräften und fähigen Chorleitern dürfte das sicher kein Problem werden“. Die lachenden Sänger auf dem noch immer triumphierend in einer Zimmerecke stehenden, überlebensgroßen CD-Cover scheinen ihm zuzustimmen. Mit den halben Sachen hatten Sie recht, lieber Zuschauer: Der MGV Brixen nimmt Sie beim Wort.
Das Geheimnis für Geschmack liegt in der Natur.
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Der Walthersaal erstrahlt nach den Sanierungsarbeiten in neuem Glanz
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AUSSTELLUNG
Kunst & Kultur
Mehr als ein Katalog Zur Ausstellung „Belichtet. 75 Fotografen – 75 Jahre Durst Phototechnik“ ist nun der Katalog über Tiroler Fotografie 1854-2011 erschienen. Ein spannender Einblick in die Fotokunst.
I
n diesen Tagen läuft in Mannheim die Ausstellung „Die Geburtsstunde der Fotografie“ an, mit dem ältesten Foto der Welt von Joseph Nicéphore Nièpce aus dem Jahr 1826. Und wieder einmal ist die Firma Durst Phototechnik eine Nasenlänge voraus – sie hatte schon im Juli in Brixen die Schau über die Tiroler Fotografiegeschichte „Belichtet. 75 Fotografen – 75 Jahre Durst Phototechnik“ eröffnet, immerhin mit dem ersten Foto aus dem Tiroler Raum, 1854 vom Maler Joseph Mühlmann aus Sand in Taufers aufgenommen.
Vertiefende Einblicke in die Fotokunst. Zur Finissage der überaus
erfolgreichen Ausstellung im ehemaligen Astra-Kino, die ab 21. September in die Lienzer Spitalskirche übersiedeln wird, wurde der vorab angekündigte Begleitkatalog präsentiert. Den Begriff „Katalog“ allerdings kann man getrost streichen: Es ist ein 271 Seiten starkes, in edlem Schwarz gehaltenes Werk geworden, mit vorsorglich eingearbeitetem silberfarbenen Lesebändchen. Der gewichtige Fotoband, der knapp drei Kilogramm schwer und im Haymon-Verlag erschienen ist, ist geradezu prädestiniert, als Tirolensie Eingang in den heimischen Bücherschrank zu finden. Die informativen, aus rezeptionsästhetischen Gründen kurzen
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Erläuterungstexte der Kuratoren Michael Forcher und Meinrad Pizzinini finden in der Publikation nun den gebührenden Rahmen und gewähren vertiefende Einblicke in die spannende Welt der Fotokunst. Reich bebildert und umfassend dokumentiert, erfährt man viel Wissenswertes über die ersten Dorffotografen bis zu den neuen Tendenzen.
Weiterführende Beiträge und Essays. Martin Kofler
erörtert in seinem Beitrag die kulturhistorische Bedeutung der Lichtbilder und hebt in diesem Zusammenhang das „Tiroler Archiv für fotografische Dokumentation und Kunst (TAP)“ als einmaligen Gedächtnisspeicher hervor. Über die Rivalität von Malerei und Fotografie, die ersten Fotoausstellungen 1864 und die ewige Streitfrage „Ist es Kunst, ist es Handwerk“ liest man im Essay von Nina Schröder und Carl Kraus. Sybille Moser Ernst setzt
sich behutsam mit der ideologisch angehauchten Heimatfotografie auseinander, im Besonderen in der Person des „Amateurs“ Simon Moser. Sabine Gamper stellt acht Tiroler Fotografen und Fotografinnen im Kontext zeitgenössischer Kunst vor und erweitert die Positionen auf Walter Niedermayr, Eva Schlegel und Anna de Manincor. Einen kritischen Blick
auf die technischen Revolutionen und ihre Konsequenzen für die Kunst des Fotografierens wirft Rupert Larl, Gründer der Galerie Fotoforum West. Wer die Ausstellung verpasst hat, sollte geflissentlich in der vorliegenden Publikation schmökern. Es lohnt sich! irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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MUSIK
A persönliches Videogespräch und a persönliche Rezension der erschten Veröffentlichung vom Liadermåcher „Max von Milland“, der im Dialekt seine Liader schreib und sing.
H
allo?“, her i aus an kloanen, pixeligen Computerfenster. Stille, Rauschen. „Max, hersch du mi? Ha... Hallo?“ „Mmmjå, wårt, wol“. „Wårt kurz, meine Kamera, ähm...“ A Interview über Videotelefonie zu führen sollat im 21. Jåhrhundert eigentlich standardisiertes Procedere sein, obo schun der erste Versuch holt oan schnell aufn Boden der Tåtsåchen zrugg: Es ruckelt und flimmert, und zwischendrin wünscht man sich, man hett des Gånze decht klassisch, offline, von Gsicht zu Gsicht gemåcht, wenns denn möglich war. Es isch net möglich, und sel aus guatem Grund: Mein Gsprächspartner hoaßt Max Hilpold, isch zum Zeitpunkt von inserm Gspräch grot 27 gworden (i muas mi zrughålten, inser Gespräch net durch a „Happy Birthday“ zu untermolen), sitzt lässig vor seiner Webcam und isch für ålles bekånnt, lai net für seinen Nochnomen. Der „Max aus Milland“ isch in Weg von „Die Ladiner“ gången: Wer ihn kennt, woaß, woher er kimp und kånn am kollektiven ungläubign Kopfschütteln über seinen Erfolg teilnemmen. Der Grund nämlich, worum der Max und i grot a Online-Interview führen, hot nichts mit insre digitalen Präferenzen zu tian, nichts mit TransparenzWünsche und nichts mitm Wetter. Der Grund isch sein Durchbruch.
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
Woher i eigentlich kimm
Mit seiner Single „Leg di her“ schaffte es Max von Milland in unzählige Radiosender, und mit dem dazugehörigen Video sogar auf den Musiksender VIVA
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Wohin i eigentlich g’her. „Deine
Single ,Leg di her’ laft im Radio und dein Musikvideo auf Viva. Wås måcht man iaz nochm Durchbruch?“ „Nochm Durchbruch startet die Tour“, sog er schnell,
und seine Vorfreude strohlt aus seine hell låchenden Augen durch jede Breitbåndverbindung, „zuerst noch München, dånn Köln, dånn Hamburg und so weiter und so fort“. A bissl verwundert
seine Begeisterung schun, es lieg immerhin a ziemliche SisyphosÅrbeit vor ihm. Im Gegensåtz zu viele åndere Songwriter, de ausm Berliner Welt-Wohnzimmer in restlichen Globus erobern, muaß er
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es deutsche Millionenpublikum net lai von seinem nuien Album „Woher i eigentlich kimm“ überzeugen, er muaß vielen von ihnen sogor in Titel erklären. Dass er auf Südtiroler Dialekt sing, isch zwår furchtbår charmant, taug ober zumindest net beim ersten Horchn zum sofortigen Mitsingen. Wer woaß schun, ob net längerfristig lai seine Südtiroler Fans zum Karaokesingen bewegt werden kennen.
Woher i eigentlich kimm. „Du
bisch grot in Berlin, Max, weit weck von Milland. Hoamweah?“ Nochdem i es Eis schun gebrochen hon, isch iaz sein Herz drun. Er bleib gfåsst: „Hoamweah isch so a komischs Wort. I tat so sogn: Man woaß oanfoch, wås man an sein Dohoam håt, wenn man amål länger weck isch. Sicher, i bin iaz net in Amerika oder schunst wo und kånn meine Koffer påcken und hoamfohrn, obo es isch hålt decht an Unterschied, wo man sich befindet.“ Es Horchn vun sein Album låsst wianig Zweifel an der romantischen Zuneigung, de der Max für seine Heimat empfindet. Wenn er in „Schiane Johr“ seinen Gesprächspartner noch die guatn åltn Zeiten fråg oder im titelgebenden „Woher i eigentlich kimm“ a schmachtendes „Will wieder zrug zu dir, wo i hinkehr“ zum Refrain haucht, nor isches lai zu an kloanen Toal Kitsch, der die ständig gegenwärtigen akustischen Gitarren untreib. Der groaße Rescht isch nostalgische Melancholie, de es Versprechen vum verwaschenen Polaroid-Cover mit jedem Ton einlöst. Überhaupt, es traurig Passive isch a durchgehendes Thema in seinem Album, trotz die überwiegend fröhlichen schnellen Nummern: Dauernd brauchts Hände, de auffången und ziachn, helfn und führen und in ständiger Charme-Offensive zum Leben aufruafn, lai um im negsten Såtz wieder die Haustür zum Dohoam aufzusperren. „Woher i eigentlich kimm“ erinnert in seine schlechten Momente ans unguate Gfühl, weit weck von der Provinz in a fremder Kultur an Südtiroler zu treffen. In seine beschtn Momente erinnerts ans tolle Gfühl, weit weck von der Provinz in a fremder Kultur an Südtiroler zu treffen. Die Heimat-Medaille håt eben schun ålm zwoa Seitn ghåb. Guat, dass oane dovun heller glänzt.
Wohin i eigentlich will. „Du hosch Pläne, nimm i un?“, frog i und kenn di Åntwort schun.
„Wenns drauf unkimp, wås isch wichtiger? Geld oder künstlerischer Auftrog?“ „Wenn mir oaner såg, i vodian mit ånderer Musik mehr, ischs für mi aus“, åntwortet er streng, „mit ,Sing åb iaz auf Hoachdeitsch braucht man mir gor net kemmen, di Sproche ghert zu dem, wås i bin. Sicher, oan, zwoa Liader im Bundesdeutschen sein koan Problem, ober im Groaßn und Gånzen will i mir treu bleibn.“ Meine kritische Froge håt an Hintergrund, den i net weit herholen muas. Sprochbarrieren sein, ob mans wohrhoben will oder net, a wichtiger Schritt zu musikalischer Akzeptanz, und du warsch net einzigårtig, wenn der Dialekt als deine groaße Stärke a der Grund für dein Scheitern war. Yael Naim, die israelische Sängerin, de mit ihrem beinohe oanzigen englischen Liad „New Soul“ 2008 durch Apple in die Charts katapultiert geworden isch, wår schneller wieder vergessen als des in der Apple-Werbung ungepriesene Produkt. Die Vorarlberger vom „Holstuanarmusigbigbandclub“? Oan Liad, oan Erfolg, seitdem Stille um die Band mit die unaussprechlichen Songtexte. Der Hubert von Goisern beweist, dass es a ånders geat, und man kånn in Max lai wünschen, dass seine aktuellen und zukünftigen Fans es ähnlich segn und mitm Langenscheidt unterm Årm begeistert im Konzert stian. A restliche Sorge bleibt ållerdings, schliaßlich håts sein Grund, wieso die Beatles Authentizität geopfert hoben, um mit „Sie liebt dich, Yeah, Yeah, Yeah“ aufm deutschn Musikmårkt Fuaß zu fåssen.
Per Videotelefonie hält Max von Milland von Berlin aus den Kontakt zu seiner Heimat lebendig – und führt manchmal auch Interviews mit dem „Brixner“ …
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und net verstian, dass Ziachorgln und Knödel a lei „unique selling propositions“ auf der Preisliste sein. Du bisch also net der Erste, dem die Ehre zuteil wert, des Attribut zu trogen, koane Ångst. Du bisch a net der Erste, der seine Südtiroler Herkunft in Musik verpåckt, Spåtzen und åndere Vögel måchn des schun wesentlich länger und wesentlich lukrativer.
Obo in dem Moment, in dem du in an kloanen, viel zu pixeligen Computerfenster dovun erzählsch, dass Berlin schun decht weit von Brixen entfernt isch, kimps mo so vor, als warsch du der Erschte, der wirklich vosteat, wovon er eigentlich sing. anton.rainer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Dohoam. „Wenn man di authen-
tisch hoaßt, freisch di? Schamsch di? Beades?“ I merk, dass die Froge noch schlechtem Witz kling, dabei moan i sie wirklich ernst. I vosuach meine Mimik dem unzupassen. Er grinst. „Es Wort isch sicher ausgelutscht, obo wenn mans grundsätzlich als ,ehrlich‘ vosteat, stea i dohinter. Sem binni gern authentisch.“ I bin ehrlich, Max, i mogs Wort „authentisch“ net sonderlich. Es kling noch Werbung und PR, noch Legebatterien, de mit glückliche Freilåndzeichnungen überpickt werden, und Volksfeste, de Tradition nennen, wo außer Bier-Trinken net viel dohintersteckt. Und trotzdem werd do Begriff inflationär verwendet, es Marketing Südtirols leb dovun, und Touristn kemmen, weils genau des isch, wås sie suachn, wenn sie Prospekte aufschlogn 33
Foto: Irene Dejaco
Kleinod in der Hofburg z Die Schätze des Diözesanmuseums sind seit kurzem um eine kleine Holzstatuette aus der Spätrenaissance (1580) erweitert. Nach der vorgenommenen Konservierung durch das Amt für Denkmalpflege wird sie nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Entdeckt wurde die verwitterte Figur (im Bild mit Waltraud Kofler Engl vom Amt für Denkmalpflege) aus Zirbelholz auf der Voliere des
Herrengartens, wo sie vor Absturzgefahr gerettet wurde. Auf Grund der Einbuchtungen am Mauerwerk vermutet man, dass sie in Begleitung von anderen drei Statuetten auf das Treiben der Stadt heruntergeschaut hat. Vielleicht hat sie als Wachmännchen fungiert, denn die fragmentarische Bekleidung zitiert mit Brustpanzer und Ptergyes (metallbeschlagener Lederschurz) die Rüstung eines
römischen Legionärs. Ebenfalls zu erkennen sind der Abdruck einer antiken Kopfbedeckung und Farbreste. Die Figur könnte aller-
K&K
dings aufgrund einer Einbuchtung auch als Windmännchen die Spaziergänger im Ziergarten erfreut haben. ird
Kunst & Kultur
KABARETT
Foto: Martina Jaider
Kunst & Kultur
DIVERSES
Luis auf der Pirsch z Mit seinen Kurzfilmen „Luis im Auto“ wurde die Kabarettfigur „Luis“ in Südtirol über Nacht zum Star. Es folgten Live-Programme, mit dem er durch das Land tourte und das Publikum begeisterte. Der Darsteller Manfred Zöschg ist dabei ein Exil-Südtiroler – seine Eltern wanderten beim Bau des Ultner Stausees nach Österreich aus –, der eine enge Bindung zum Heimatland seiner Eltern hat und perfekt den Ultentaler Dialekt beherrscht. Nun kehrt der Luis mit seinem aktuellen Kabarett „Auf der Pirsch“ nach Südtirol zurück. Darin erzählt er von den Erlebnis-
kurz
notiert
34
sen auf seiner Weltreise: Gesegnet mit einer scharfen Beobachtungsgabe blieben ihm nämlich die kulturellen Unterschiede zu seinem bergbäuerlichen Dasein im abgeschiedenen Ultental nicht verborgen, und es stellten sich ihm Fragen über Fragen über die kulturellen Gepflogenheiten der Amerikaner, Afrikaner oder Inder. Dabei lässt er nichts unversucht, um Erklärungen zu finden. Und wo selbst mit seiner bestechenden Logik und dem gesunden Hausverstand kein Weiterkommen ist, eilt ihm sein Freund, der Wiener Professor Genius, zu Hilfe. Am
3. Oktober um 20 Uhr tritt Luis aus Südtirol auch im Forum Brixen auf – nähere Infos dazu in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db
Die oew lädt am 25. Oktober um 20 Uhr in ihrer Fachbibliothek zu einer literarischen Weltreise ein: Markus Fritz stellt hierbei die Neuerscheinungen des letzten Jahre vor, Donatella Gigli liest ausgewählte Passagen, musikalisch umrahmt von Thomas Piazza und Christian Hofer.
Das Symposion der Brixner Initiative Musik und Kirche beschäftigt sich vom 12. bis zum 14. Oktober mit dem Thema „Sehnsucht nach Gott – eine mystisch-musikalische Reise zu Religionen.“ Auf dem Programm stehen diverse Referate und Konzerte – Infos dazu im timer.
Der Landesjugendchor Südtirol gibt Jugendlichen im Alter von 16 bis 28 Jahren die Gelegenheit, Eindrücke im Bereich der Chormusik zu sammeln und an der eigenen musikalischen Karriere zu arbeiten. Zu hören ist der Chor gemeinsam mit dem Tiroler Landesjugendchor am 12. Oktober um 20.30 Uhr im Forum Brixen.
NACHGEFRAGT
„Schule geschwänzt, um zu zeichnen“ FRANCESCO CONTÒ, Mitglied des Kunstkreises St. Erhard, über seine Ausstellung „Brixen – Gestern und Heute“ sowie seine Leidenschaft fürs Zeichnen und Malen. Herr Contò, Sie sind in Genua geboren und leben in Brixen. Wie kommt das? Gleich nach meiner Geburt ist meine Familie von Frankreich zurück nach Rom, wo ich aufgewachsen bin. 1959 musste ich den Militärdienst in Brixen ableisten. Hier habe ich meine Frau Anna kennengelernt – und bin geblieben. Anfangs habe ich in der Firma Durst, später bei der ENEL gearbeitet und in Stufels gewohnt. 1976 bin ich aus Arbeitsgründen für zwanzig Jahre nach Rom übersiedelt, habe aber den Kontakt mit Brixen nie abgebrochen und bin nach meiner Pensionierung
endgültig in meine Wahlheimat zurückgekehrt. Sie malen und zeichnen mit Talent und Hingabe. Haben Sie eine entsprechende Ausbildung genossen? Nein, ich bin ein waschechter Autodidakt. Auf Wunsch meines Vaters habe ich eine technische Ausbildung absolviert. Ich habe aber häufig die Schule geschwänzt, um zu zeichnen, das konnte ich am besten. In Brixen bin ich dann auf bekannte Künstler gestoßen, und bald wurde ich Mitglied im Kunstkreis St. Erhard, den ich von 1998 bis 2007 als Präsident leiten durfte.
In der Ausstellung „Brixen – Gestern und Heute“, die in der Galerie AdlerArt in der Adlerbrückengasse stattfand, zeigten Sie detailgetreue Zeichnungen und Aquarelle der Stadt. Bevorzugen Sie vor allem Stadtansichten? Ich liebe besonders die Berge, die Gassen, die Fassaden in meiner Umgebung. Meistens fotografiere ich die Motive, und zu Hause führe ich bei klassischer Musik die Arbeiten aus. Als Technik bevorzuge ich Aquarelle, Bleistiftund Federzeichnung sowie Kupferstiche. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Brixner Geschichten auf der Bühne z Das Verzehren der ersten Spaghetti beim Stremitzer in Stufels. Das mit dem Kopf wackelnde „Negerle“ beim Erler in der Weißenturmgasse, mit dem neben der Registrierkasse für die Mission gesammelt wurde. Das erste prickelnde Kracherle und der erste bunte Luftballon nach der Kassiansprozession. Der Stufler Pfarrer Don Franco und sein mit einer Elektrobatterie aufgerüstetes Fahrrad, oder s’Ladele in Stufels mit der freundlichen Inhaberin, die jeden zweiten Tag mit der Spülbürste den Boden scheuert. Es ist eine Vielzahl von Alltagsgeschichten, die Senioren
aus Brixen und Umgebung im Theaterstück „Vom Plumpsklo zum Wasserklo“ auf die Bühne gebracht haben. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Maria Neuwirth sammelten die Senioren Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugendzeit, verpackten diese in unterhaltsame Szenen und ließen so ein Stück vergangenes Brixen wieder lebendig werden. Aufgeführt wurde die so erarbeitete Theatercollage mit viel Witz und Esprit anlässlich des Stufler Kirchtigs Anfang September im Anreiterkeller in Stufels – und fand sogleich die ungeteilte Zustimmung des Publikums, das sich
wohl auch an die eigene Kindheit in Brixen zurückversetzt fand. Aufgrund des großen Erfolges wird das Stück wahrscheinlich im November wieder aufgeführt. db
KABARETT
z Lukas Lobis geht mit seinem aktuellen Kabarettprogramm „Kevin Kostner darf nicht sterben“ auf die Südtiroler Bühnen und gastiert dabei auch in Brixen. Kevin Kostner, der umtriebige Hotelier aus St. Ulrich mit der etwas anderen Sicht auf die Welt, trifft mit dem anspruchsvoll daher kommenden Kabarettisten Lukas Lobis in einen veritablen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Es geht um alles! Denn es wird bald klar: Lobis oder Kostner – es kann nur einen geben! Am Ende des Stücks muss einer der beiden
ins heimatliche Gras beißen. Ein wissenschaftliches Experiment mit Urtiroler Genmaterial läuft nämlich total aus dem Ruder, und nur die ultimative Notbremse kann den genetischen Supergau noch verhindern. Dies hofft zumindest der schusselige Professor, der die Kontrolle über das Experiment verloren hat. Nun muss sich zeigen, wer die Oberhand behält: Bodenständiger Pragmatismus und als selbstverständlich vorausgesetzter Eigennutz oder komplexe Weltsicht, tiefgründiges Schürfen im Grenzbereich zur Plattitüde und hohe Ansprüche an Korrektheit
Foto: Oskar Zingerle
Kevin Kostner darf nicht sterben!
und Moral – die dann doch nicht recht standhalten wollen, wenn es ans Eingemachte geht. Im neuen Soloprogramm von Lukas Lobis trifft Bauch auf Hirn, Urmaterie auf Speckknödel und Neoliberalismus
auf Gemeinwohlökonomie – eine Südtiroler Variante des Yin und Yang. Die detaillierten Infos zur Aufführung in Brixen finden sich im Veranstaltungskalender timer. db
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Kunst & Kultur
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Foto: Andrea Huber
THEATER
Von Allende bis Walser z Theater, Literatur und Musik – die neue Spielzeit des Südtiroler Kulturinstituts bringt auch heuer wiederum fünf Aufführungen ins Forum Brixen. Von der Kindheit in Chile, einem Leben im Exil, von Liebe und Versöhnung erzählt Isabel Allende in ihrem Buch „Paula“. Die Schauspielerin Sophie von Kessel und die Musikerinnen Ruth Kirchner und Isabel Lhotzky gestalten aus dem Text einen musikalisch-literarischen Abend mit dem Titel „Nostalgia“, der am 10. Oktober die Spielzeit eröffnet. Das Münchner Volkstheater ist am 28. November mit einer Romanadaption nach Thomas Mann zu Gast: Regisseur Bastian Kraft lässt in „Felix Krull“ gleich drei Schauspieler in der Hauptrolle auftreten und sie darum buhlen, der jeweils glaubhafteste Hochstapler zu sein (im Bild).
Mit existenziellen Fragen ist Mariam, die Hauptfigur des Stückes „ArabQueen oder Das andere Leben“ beschäftigt, das am 21. Jänner folgt. Als ihre Eltern sie zwangsverheiraten wollen, muss Mariam zwischen Familientradition und Freiheit entscheiden. Der Berliner Heimathafen Neukölln unter der Regie von Nicole Oder hat für diese Inszenierung den Publikumspreis beim Festival
„Radikal Jung“ erhalten. Wie hätte es geklungen, wenn die Comedian Harmonists in den Zwanziger Jahren Musik von Nena, den Beatles oder Michael Jackson gesungen hätten? Diese Frage beantworten die Berlin Comedian Harmonists am 6. März beim Liederabend „Verrückte Zeiten“. „Die ganze Welt“ gerät zwar nicht aus den Fugen, wenn die Nachbarn überraschend vor der Tür stehen.
Aber die Ehe der zwangsbeglückten Gastgeber in Theresia Walsers und Karl-Heinz Otts gleichnamigem Stück tut es sehr wohl. Das Nationaltheater Mannheim beschließt mit der spritzigen Uraufführungsproduktion am 17. April die Spielzeit. Mehr zum Abendprogramm und auch zum Kinder- und Jugendtheater unter www.kulturinstitut.org. db
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Kunst & Kultur
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In Szene gesetzt z „Das Astra-Kino hat mich immer schon interessiert; hier war ich als Kind bereits im Kino, und heute finde ich den Raum interessant, weil er durch seine Vergangenheit als Gebäude des Faschismus einen negativen Beigeschmack hat und derzeit zudem ohne Funktion und Inhalt ist“, so die Brixner Architekturstudentin Johanna Kiebacher. Für ihre Masterarbeit ergriff sie nun die Gelegenheit, den Raum neu zu inszenieren: Sie schuf für das Theaterstück „haut“, das vom Jungen Theater Eisacktal „jet“ derzeit aufgeführt wird, das Bühnenbild. Wobei dies eigentlich kein Bühnenbild im herkömmlichen Sinne ist, „sondern die Inszenierung des gesamten Raumes, bei dem alles mitbenutzt wird“. So tauschte Johanna Kiebacher beispielsweise den Bühnenraum mit dem Zuschauerraum,
und in einer „Stühle-Aktion“ rief sie dazu auf, für das Publikum einen Stuhl bereitzustellen, der dann mit dem Namen des Besitzers und der Information, welchen Kinofilm dieser zum ersten Mal gesehen hat, versehen wurde. „Während des Studiums habe ich mich intensiv mit der Szenografie beschäftigt, mit der Kunst der Inszenierung eines öffentlichen Raumes, und dies beinhaltet oft auch die Interaktion mit den Menschen“, so Johanna Kiebacher. Wie sie auf den Raum aufmerksam macht und dessen Funktion gewechselt hat, lässt sich bei den Aufführungen der Jugendtheatergruppe „jet“ betrachten: Das Stück nach Motiven von „Peer Gynt“ und „Nora“ von Henrik Ibsen, verfasst von Joachim Goller, wird bis 14. Oktober im Astra-Kino aufgeführt. db
AUSSTELLUNG
Achtung, Überfall! z Seit 2011 stellt die Raiffeisenkasse Eisacktal ihren Hauptsitz als Spielwiese für Südtiroler Künstler zur Verfügung. Zentraler Aspekt bei sämtlichen Projekten ist der ironische Blick auf die Welt der Banken, zum Teil mit systemkritischen Ansätzen. Josef Rainer zeigte das Treiben in der Bank anhand von dreidimensionalen Alltagsszenen in ausgehöhlten Mini-Fernsehern. Arnold Mario Dall’O zitierte mit seinem Schriftzug aus der Brecht’schen Dreigroschenoper – „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie“ – die heute mehr denn je umstrittene Rolle der Banken. Der Architekt und Designer Armin Blasbichler geht mit seiner Intervention „Blasbichler Twentyone“ noch einen Schritt weiter: In einem ungewöhnlichen Forschungsprojekt erstellen 21 Studenten den Plan für 21 „Banküberfälle“, wobei es hier weniger um Geld, sondern um nicht-monetäre Werte geht wie
Zeit, Diskretion oder Glaubwürdigkeit. Genau wie im spektakulären Soderbergh-Film „Ocean’s Eleven“ wird minutiös geplant und böse getrickst. Mit einem seelenverwandten Alter Ego aus den verschiedensten Bereichen erstellen die 21 „Räuber“ absurde Szenarien und Notfallplan-Grafiken, die als eine Art Menetekel an den Wänden des Gebäudes hängen. Martin Neugebauer richtet sich zum Beispiel mit seinem fiktiven Partner Erich Kästner an die Kunden von morgen, die Kinder. Über ein Gewinnspiel, wo sie am Ende die großen Verlierer sind, lernen sie eine Lektion über Gier und Banken. Honni soit qui mal y pense – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. ird
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MUSIK
Rock meets Blasmusik z Kein gewöhnliches Rockkonzert soll es werden, sondern eine spannende Kombination zwischen Progressive Rock und Blasmusiktradition: Die Bozner Rocklegenden „Mad Puppet“ werden am Samstag, 6. Oktober, gemeinsam mit der Bürgerkapelle Gries auf der Bühne der FS-Remise in Bozen stehen. Die Songs des Konzeptalbums „King Laurin and his rosegarden“ wurden für das Zusammenspiel mit Blaskapelle arrangiert, um mit dem Rocksound von „Mad Puppet“ zu einem ebenso einmaligen wie ungewöhnlichen Klangerlebnis zu verschmelzen. „King Laurin and his rosegarden“ erschien als aufwendiges Konzeptalbum bereits im Jahr 1995. Im selben Jahr rockten „Mad Puppet“ zur Erzählung vom sagenumwobenen Zwergenkönig in einem denkwürdigen Konzert in den Mauern
von Schloss Sigmundskron. In den Jahren darauf tourten „Mad Puppet“ mit verschiedenem Repertoire durch die Lande. Einzelne Songs der Laurin-Saga wurden immer wieder ins Programm genommen, eine vollständige Darbietung des Albums fand seit 1995 jedoch nicht mehr statt. Die Idee, die Geschichte irgendwann mal wieder auf die Bühne zu bringen, lebte jedoch weiter – bis sie 2010 in einer faszinierenden Kooperation mit der Bürgerkapelle Gries endlich Wirklichkeit wurde. Drei äußerst erfolgreiche Konzerte fanden statt: am Karerpass, in Kaltern und Gries. Jetzt möchte die Band, die in wechselnder Besetzung bereits seit über 30 Jahren besteht, dieses Konzert in erweiterter Ausführung und in einem außergewöhnlichen Rahmen präsentieren – und auch auf Video dokumentieren.
NEU IM REGAL Unbekannte Nähe entdecken Über die Alpingeschichte und den aufkommenden Tourismus nähert sich der Südtiroler Journalist Markus Larcher seiner Heimat. Und durch dessen Menschen und deren persönlichen Blickwinkel stellt er die Kultur- und Naturlandschaft vor: So erzählt Manni Nössing vom Hoandlhof in Kranebitt über das Weinmachen, und der ladinische Bildhauer Lois Anvidalfarei über das Kreuz mit der Kunst im Lande. In „Auf nach Südtirol“, einem Reiseführer der etwas anderen Art, greift Markus Larcher nicht nur Verborgenes, Skurriles und Kulinarisches auf, sondern entwirft auch ein äußerst kontroverses Bild des Landes: hier hochtechnisierter Obst- und Weinbau und die Industrie – da sanfter Tourismus, ökologisches Wirtschaften sowie der Erhalt traditioneller Anbauformen. Natürlich gibt es auch was für den leiblichen Genuss – zum Beispiel typische Rezepte des Landes oder jene Adressen, wo man zeitgenössische
Schauspieler Dietmar Gamper wird als Erzähler durch die Geschichte führen. Das Konzert findet am 6. Oktober um 20 Uhr
in der Bahnhofsremise FS in der Schlachthofstraße in Bozen statt; Kartenreservierungen im Internet: www.rocknet.bz wv
DIVERSES
Gesucht: Frauen, die im Kriegsdienst waren z Militär und Krieg gelten gemeinhin als Männersache. Es hat aber auch in Südtirol während des Zweiten Weltkrieges Frauen gegeben, die „Kriegsdienst“ geleistet haben: als Flakhelferinnen, Telefonistinnen, Übersetzerinnen, Arbeiterinnen in der Rüstungsindustrie, Krankenschwestern in Lazaretten und Helferinnen in ähnlichen Funktionen. Die Erfahrungen dieser Frauen haben noch keinen Eingang in die Geschichtsschreibung gefunden. Der Bozner Verlag Edition Raetia
hat deshalb eine Projektgruppe ins Leben gerufen: Martha Verdorfer, Astrid Kofler, Sarah Trevisiol und Thomas Hanifle sollen diese Erinnerungen in ein Buch- und Ausstellungsprojekt verarbeiten. Die Projektgruppe sucht deshalb Frauen, die über solche Erfahrungen erzählen können, oder Angehörige, die Fotos oder andere Unterlagen aus dieser Zeit haben. Betreffende sollten sich bei Thomas Hanifle, Telefon 333 2690479 oder E-Mail thomas.hanifle@ raetia.com melden. db
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Sterneküche oder ein gutes Glas Wein genießen kann. Auch für „Einheimische“ spannend zu lesen – weil das Gute halt oft ganz nah ist.
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FOTOGRAFIE
BILDHAUEREI
z „Impressionen im Nebel“ nennt sich die Fotografie von Hugo Wassermann, die kürzlich beim weltweit renommierten Naturfotowettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“ ausgezeichnet wurde. Dieser Wettbewerb wird vom Natural History Museum in London und von der Zeitschrift BBC Wildlife Magazine ausgetragen. Für die diesjährige Ausgabe wurden 48.000 Bilder aus 95 Ländern eingereicht; daraus wurden die 100 besten Naturaufnahmen des Jahres 2012 zu verschiedenen Themen gewählt. Das Foto von Hugo Wassermann, der 1959 in Brixen geboren ist und hier in seiner eigenen Werkstätte als Möbelrestaurator arbeitet, hat die begehrte Auszeichnung in der Kategorie „Kreative Visionen“ erhalten: Es zeigt einen auffällig geformten, abgestorbenen Ast einer Edelkastanie, auf dem ein Wiedehopf sitzt.
Das Motiv ist von Nebel umhüllt und entstand im mittleren Eisacktal. Hugo Wassermann ist Mitglied bei „Strix-Naturfotografen Südtirol“, und diese Auszeichnung wurde ihm nicht zum ersten Mal zuerkannt: Bereits 2004 wurde in London eines seiner Bilder prämiert. Auch andere Fotografen der Gruppe „Strix“ wurden bereits in London ausgezeichnet: Vor mehreren Jahren schaffte es Roberto Siniscalchi aus Brixen gleich zweimal; 2010 erhielt Georg Kantioler aus Feldthurns einen Preis. Zudem war „Strix“-Präsident Josef Hackhofer vor drei Jahren bei diesem Wettbewerb als Jurymitglied in London dabei. Noch mehr Bilder von Hugo Wassermann können im Bildband „Stille Zeit – Winterreise in die Natur“ betrachtet werden, den er kürzlich gemeinsam mit Erwin Brunner im Athesia-Verlag veröffentlichte. db Foto: Hugo Wassermann
Kunst & Kultur
Preisgekröntes Bild „Humanae“ auf Schloss Velthurns z Der Brixner Bildhauer Markus Gasser vervollständigte seine Ausbildung auf der Akademie „Brera“ in Mailand und ist seit 1996 als freischaffender Künstler tätig. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit stehen Menschen und Materialien. Seine Arbeit kreist um Geheimnis und Tiefe der menschlichen Existenz, zugleich bestimmen Beschaffenheit und Form von Holz- und Gesteinsarten sein Vorgehen. Bezeichnenderweise trägt die Ausstellung den Titel „Humanae“, denn das Menschsein in seinen Entblößungen und Schattierungen, in Erdverbundenheit oder in geistiger Entrückung darzustellen ist das Anliegen des Künstlers. Mit hoher Virtuosität und Hingabe widmet er sich dem rohen Material, strebend nach der perfekten Rundung, ohne dabei das kantige, eigenwillige im Ausdruck zu vernachlässigen. Seine gemeißelten Antlitze fungieren als Membran, die innere Bewegung außen sichtbar macht. Der Intuition von Landeskonservator Leo Andergassen ist es zu
verdanken, dass die Werkschau von Markus Gasser im historischen Ambiente des Schlosses stattfindet, wo sie ausgezeichnet zur Geltung kommt. Im Geist der Renaissance, wo erstmals das Individuum gefeiert wird, aber auch die Heldentaten des Altertums, fügt sich unter anderem der ausdrucksstarke Kopf des Achill kongenial in die Räumlichkeiten ein. Zu bewundern sind außerdem die liebevolle Abhängigkeit von „Mutter und Kind“ aus eingefärbtem Kastanienholz oder „Das Paar“ in seiner wechselseitigen Beziehung, um nur einige Beispiele der umfangreichen Schau zu nennen. Neugierig macht der total verhüllte, zwei Meter hohe Frauenakt, der nur wenige, winzige Einblicke gewährt. Im romantischen Schlossgarten trotzen die steinernen Vermächtnisse „Laurin und Dolasilla“ den Unbilden der Witterung. Die Skulpturen-Schau ist bis zum 30. November täglich zu den Führungszeiten von 10 bis 12 und 14.30 bis 16 Uhr zu besichtigen. ird
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MUSIK
Pëufla und Sonoton begeistern z Der Präsident der Pro Cultura, Mario Castiglioni, freute sich und war verblüfft: Noch nie hatte ein von seinem Traditionsverein veranstaltetes Konzert so viele Besucher ins Forum Brixen gelockt. Dabei hatte er sich eigentlich im Vorfeld leichte Sorgen gemacht, denn bisher hatte sein Verein stets Klassik im ursprünglichen Sinn angeboten – diesmal verkündete die Werbung in englischer Sprache eine auf den ersten Blick irritierende Idee: „rock band meets symphonic orchestra“. Die Rechnung ging in jeder Beziehung auf – vor allem aus künstlerischer Sicht: Die Grödner Rockband Pëufla arrangierte ihre eigenen englisch- und ladinischsprachigen Lieder für ein großes Symphonieorchester und ließ sich vom „Orchestra Sonoton Gherdëina“ begleiten. Das Ergebnis war ein kraftvolles Miteinander der beiden Stilrichtungen, ein gegenseitiges Hochschaukeln von Emotionen. Pëuflas Musik klang durch diese Unterstützung auch
aufgrund der außergewöhnlichen Leistung des Sängers Gregor Pasolli ein bisschen nach Genesis in ihrer besten Zeit, in der Phil Collins noch Schlagzeug spielte und gleichzeitig sang. „Sonoton“ hat die musikalischen Grenzgänge in ihren Genen: Seit der Gründung des Orchesters im Jahr 1992 ist es darauf bedacht, ein Programm zu präsentieren, das die Jugend mit einbezieht. Bis 1998 hatte Eduard Demetz das Orchester geleitet, ihm folgte Vinzenz Senoner, bis im Jahr 2008 Matthäus Crepaz diese Aufgabe übernahm. wv
LITERATUR
Erinnerung an Maria Veronika Rubatscher z Klaus Vontavon und sein Team vom Verein „heimat Brixen“ bemühen sich im Sinne der Erinnerungskultur um Grenzgänger, um Außenseiter der Gesellschaft. 2009 wurde mit einer Grabplatte des Journalisten und Widerstandskämpfers Hans Egarter gedacht. Zum 25. Todestag von Maria Veronika Rubatscher, die am 1. September 1987 verstorben ist, wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv ein Symposium mit namhaften Referenten abgehalten. Johann Holzer, Ferruccio Delle Cave, Rut Bernardi, Christine Riccabona und Josef Feichtinger analysierten in ihren Statements die wechselvolle Lebensgeschichte der Heimatdichterin, die für einige Jahre Ordensfrau und
später Katakombenlehrerin war. Rubatschers Literatur, der Blutund-Boden-Ideologie nahe, wurde unter dem Nationalsozialismus zunächst gefördert. Als Optionsgegnerin fiel sie allerdings in Ungnade und verbaute sich damit ihre schriftstellerische Karriere. Sie lebte ab 1975 bis zu ihrem Tod im Bürgerheim von Brixen. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangten ihre Heiligenlegenden, der Sarntaler Roman „Sonnwend“ und vor allem der recht originelle grödnerische Künstlerroman „Der Lusenberger“. Der 1987 ausgeschriebene Maria-VeronikaRubatscher-Preis wurde 2001, wohl wegen der Umstrittenheit der Autorin, in „Prosapreis der Städte Brixen und Hall“ umbenannt. ird
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Freizeit & Sport
INTERNATIONAL MOUNTAIN SUMMIT 2012
Der Berg als Event
Zum vierten Mal findet ab 20. Oktober der International Mountain Summit statt – die inzwischen führende Veranstaltung zum Thema Alpinismus und Berg. In den vergangenen Monaten war die Förderung der Gemeinde für den IMS in Brixen zum Politikum geworden – zu Unrecht, denn die Stadt profitiert von solchen Veranstaltungen.
A
m Anfang stand die Idee: Markus Gaiser und Alex Ploner wollten eine jährliche Veranstaltung „erfinden“, mit der sie die Themen Alpinismus und Berg dauerhaft besetzen konnten. „Hier hatten wir eine Marktlücke entdeckt“, sagt Gaiser, „es gab praktisch keinen internationalen Event zu diesem Thema“. Brixen schien ihnen der optimale Veranstaltungsort zu sein – vor allem auch deshalb, weil fast zeitgleich die Malik-Studie ergeben hatte, dass die Kombination Stadt als Tor zum Süden und Berg als Tor zum Weltnaturerbe Dolomiten sich für eine Positionierung von Brixen hervorragend eignen würde. 2009 hatten die beiden dann sämtliche Anfangshürden geschafft; sie hatten mit Reinhold Messner einen großen Namen als Unterstützer gewonnen und über das in Bergsteigerkreisen nach wie vor unvergessene wenn auch nicht mehr intensiv praktizierte „Abklettern“ eine attraktive Magnetbotschaft für Bergsportler der ganzen Welt geschaffen. Vor allem die Finanzierung war allerdings trotzdem schwierig, da Sponsoren grundsätzlich neuen Initiativen nicht sofort aufgeschlossen sind und es auch einige
Schwierigkeiten gab, öffentliche Gelder im gewünschten Ausmaß zu bekommen. Trotzdem zogen sie die erste Veranstaltung durch – in einer Dimension, die von einigen Beobachtern als nicht unbedingt angemessen bezeichnet wurde. „Wer eine Veranstaltung mit internationaler Relevanz plant, muss unbedingt bereits beim ersten Mal beeindrucken“, sagt Alex Ploner, „denn der erste Eindruck ist entscheidend“. Klein anfangen und langsam wachsen funktioniere hier nicht,
MEHRWERT FÜR BRIXEN: Der IMS bringt die Marke Brixen bereits heute international in die Medien und verfügt zudem über ein großes Entwicklungspotenzial
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sagt er. Aber: „Es stimmt: Das eine oder andere würden wir aus heutiger Sicht wohl anders machen“. Bis auf die Finanzen war die erste Veranstaltung aber in der Tat ein großer Erfolg, dem zwei weitere in den nächsten Editionen 2010 und 2011 folgen würden. Gaiser und Ploner hatten aus den Erfahrungen der ersten Ausgabe gelernt, die Stärken ausgebaut und jene
Programmteile, die sich als unvernünftig teuer herausgestellt hatten, gestrichen. Der inhaltlichen und organisatorischen Qualität der Veranstaltung tat dies keinen Abbruch – ganz im Gegenteil: Der IMS wurde in wenigen Ausgaben zum wichtigsten Treffpunkt der Bergwelt. Die Wirtschaftlichkeit der Veranstaltung wurde erheblich verbessert, sodass man es in der vergangenen Ausgabe 2011 fast geschafft hätte, einen kleinen Gewinn zu schreiben. „Wir sind
auf dem richtigen Weg“, konstatierten sich die beiden selbst, „und das ist wichtig, weil wir ja die Schulden aus den ersten Ausgaben abbauen wollen“.
Kongress dieser Größenordnung ist teuer. Ein Kongress
dieser Größenordnung kostet nämlich viel Geld – man geht grundsätzlich von einem „Wunschbudget“ von etwa 600.000 Euro aus, die vergangenen beiden Ausgaben waren aber günstiger. Zum Vergleich: Das „Trento Film Festival“, das heuer zum 60. Mal veranstaltet wurde, soll ein Budget von 900.000 Euro haben – fast vollständig finanziert von der öffentlichen Hand. Die Einnahmen beim IMS bestehen aus Eintrittsgeldern, Sponsorenerlösen und Beiträgen. 2011 haben die Veranstalter über die verschiedenen Sponsoren immerhin 200.000 Euro erhalten, das Land steuert mit 125.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) bei, die Region mit 50.000. Die Gemeinde Brixen bezahlt pro Jahr 100.000 Euro. Dieser Beitrag führte im Vorjahr dazu, dass der IMS in Brixen zum Politikum wurde – dank Walter Blaas von den Freiheitlichen, der in Frage stellte, ob die 100.000 Euro der Gemeinde auch gut investiertes Geld sei. Vor allem aber ging es Blaas um die Frage, ob der Veranstalter, der von Ploner und Gaiser gegründete Verein „Eventus (OK)-IMS“, sämtliche Regeln der Gemeinde in Bezug auf die Gewährung von Beiträgen befolge.
Damit begann für die beiden Veranstalter ein Hürdenlauf von Bürokratie, Argumentationen und Richtigstellungen, der de facto bis heute anhält. Ein Beschlussantrag im Gemeinderat, der eine „Überprüfung der Unterlagen und Dokumentation“ des IMS im Sinne der Regeln der Beitragsvergabe vorsah, wurde am 2. Februar 2012 einstimmig angenommen – gegen eine Kontrolle kann ja niemand etwas einzuwenden haben.
Unpräzise Gemeindeverordnung. Die Rechnungsprüfer der
Gemeinde, Claudio Pasetto, Karin Runggaldier und Manfred Psaier, haben daraufhin aufgrund der gültigen Gemeindeverordnung für die Gewährung von Beiträgen die Dokumentation der Veranstaltung im Detail überprüft und sind zu einem grundsätzlich positiven Ergebnis gelangt – bis auf ein
Berücksichtigung, dass das Komitee keine Gewinnabsichten verfolgen darf“ – die zwei Organisatoren hatten zu einem geringen Teil ihre eigenen Spesen an ihren Verein fakturiert. In einem zweiten Papier bescheinigen die Rechnungsprüfer, dass „diese Beträge (...) keine besonderen Auswirkungen auf die bereits ausgezahlten Beiträge“ haben – sprich: sie sind in ihrer Dimension eigentlich nicht relevant. Die Prüfer kommen aber zu einem wichtigen Schluss: „Eine Ergänzung der bestehenden Verordnung ist unerlässlich“, um in Zukunft ähnliche Diskussionen zu vermeiden. Durch die Überprüfung der IMS-Unterlagen sei man also draufgekommen, dass die gültige Gemeindeverordnung erhebliche Mängel aufweist. Diese Mängel können theoretisch die Vergabe von Beiträgen an Vereine grundsätzlich in Frage
Darf der Verein von einer Firma, an der der Präsident beteiligt ist, eine Rechnung bekommen? Die Verordnung lässt diese Fragen offen. Die Kontrollen über die Einhaltung der Regeln wären aber bei einer strengen Auslegung auf keinen Fall angemessen, denn die Gemeinde als Beitraggeber kann ja nicht die Buchhaltung eines jeden Briefmarkensammelvereins detailliert überprüfen.
Gewinn nicht möglich? Pasetto
hat die Lösung im Grunde bereits im erklärenden Text seines Fazits definiert: Kosten, die Vereinsmitglieder an den Verein fakturieren, müssen „notwendig, effektiv und (der entsprechenden Leistung) angemessen sein“ – im gegenteiligen Fall handelt es sich nämlich um eine Gewinnausschüttung, die für einen „Verein ohne Gewinnabsicht“ nicht möglich ist.
„Vom Werbeeffekt her ist das eine gewaltige Veranstaltung“_ Markus Huber, Präsident des Tourismusvereins Brixen Detail, das Walter Blaas wiederum zu einer Stellungnahme nötigte: „Im Rahmen der Überprüfung wurden kritische Aspekte in Bezug auf einige Leistungen an das Organisationskomitee ‚Eventus (OK)-IMS’ von den Unternehmen, die auf Mitglieder des Organisationskomitees zurückzuführen sind, festgestellt. Diese Aspekte bedürfen weiterer Überprüfungen (...), da es notwendig ist, die Notwendigkeit, Effektivität und Angemessenheit der Angaben in den Rechnungen zu prüfen, unter der
stellen, denn die Formulierung der Verordnung lässt mehrere Interpretationen zu. Vor allem geht es dabei um grundsätzliche Fragen: Darf ein Verein mit einer Veranstaltung einen Gewinn generieren und trotzdem einen Beitrag von der Gemeinde erhalten? Darf die Gemeinde zum Beispiel das Altstadtfest, das ja erklärtermaßen zur Finanzierung der Tätigkeit der beteiligten Vereine dient, nicht mehr bezuschussen? Darf zum Beispiel ein Chorleiter, der gleichzeitig im Vorstand des Chors ist, seine Leistung an seinen eigenen Verein fakturieren und trotzdem einen Beitrag erhalten?
Was ist aber genau ein „Verein ohne Gewinnzwecke“, wie es in der Verordnung steht? Darf die Veranstaltung selbst keinen Gewinn generieren, oder dürfen eventuelle Gewinne nur nicht ausgeschüttet werden? Vor allem aber: Was passiert, wenn ein Verein den Gewinn verwendet, um Verluste der vergangenen Jahre abzudecken? Der konkrete Fall des IMS zeigt die Absurdität dieser Frage: Damit ein Verein Verluste abdecken kann, ist er nämlich gezwungen, irgendwann Gewinne zu schreiben. Das darf er aber nicht, weil die Gemeinde bei strenger Auslegung der Verordnung die Beiträge um den Betrag des Gewinns reduzieren könnte. Damit wäre dem Verein die Möglichkeit genommen, sich selbst zu sanieren.
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Freizeit & Sport
Gaiser: „Eigentlich geht es um Sponsoring“. „Die Diskussion ist
müßig“, sagt Markus Gaiser, „denn eigentlich müsste sie vollkommen anders geführt werden“. Gaiser sagt, man könne den IMS nicht
vergleichen mit einem Kultur- oder Sportverein, der eben für seine Tätigkeit einen Jahresbeitrag erhält. „Eigentlich geht es hier nämlich um Sponsoring: Unsere Veranstaltung erzeugt dem Sponsor
oder eben einer Destination einen klaren Mehrwert“. Also ist der bürokratische Weg, den die Gemeinde Brixen für solche Veranstaltungen derzeit beschreitet, grundsätzlich diskutabel. Das
in solchen Dingen erfahrenere Amt für Handel und Tourismus in Bozen verfährt im Fall des IMS und ähnlicher Veranstaltungen klarer: „Wir unterzeichnen einen Konzessionsvertrag, der genau
Programm 2012 Samstag, 20.10.2012 Climbing: Klettern für Anfänger und leicht Fortgeschrittene 10 Uhr - Klettergarten Hohe Festung Franzensfeste 19.30 Uhr - Forum Brixen Eröffnung 20 Uhr - Forum Brixen Talk: Passion 8.000 - Tiefe überall
Akteure: Matthias Scherer, Tanja Schmitt, Josune Bereziartu, Rikar Otegui, Toni Lamprecht, Carlo Zortea
Akteure: Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits
Sonntag, 21.10.2012 08 Uhr - Forum Brixen 10 Uhr - Klettergarten Burgkofl - St. Lorenzen 11 Uhr - Forum Brixen 14.30 Uhr - Forum Brixen 16 Uhr - Forum Brixen 18 Uhr - Forum Brixen 20 Uhr - Forum Brixen
Walk: Gipfelwanderung in den Sarntaler Alpen Climbing: Klettern für Fortgeschrittene Film: Cold; Stick Climbing; Declaration of immortality Film: Verticalmente Démodé Film: Peak Talk: Eine gemeinsame Leidenschaft Talk: Ganz nah
Akteure: Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits Akteure: Matthias Scherer, Tanja Schmitt, Josune Bereziartu, Rikar Otegui, Toni Lamprecht, Carlo Zortea, Ines Papert
Akteure: Josune Bereziartu, Rikar Otegui Akteure: Hervè Barmasse, Marco Barmasse
Montag, 22.10.2012 08 Uhr - Forum Brixen 17 Uhr - Forum Brixen 18 Uhr - Forum Brixen 20 Uhr - Forum Brixen
Walk: Sanfte Höhenwanderung überm Valsertal Talk: IMS Adventure by GORE-TEX® Film: Messner Talk: The old breed - Erstbesteigung des Saser Kangri II
Akteure: Josune Bereziartu, Rikar Otegui, Hervè Barmasse, Marco Barmasse
Akteure: Steve Swenson, Mark Richey
Dienstag, 23.10.2012 14 Uhr - Forum Brixen 18 Uhr - Forum Brixen 20 Uhr - Forum Brixen
Congress: Die Alpen zwischen Ab- und Zuwanderung Talk: IMS Adventure by GORE-TEX® Talk: Dreamcatcher
Akteure: Florian Riegler, Martin Riegler
Mittwoch, 24.10.2012 Walk: Panoramawanderung mit Dolomitenblick Congress: Die Freiheit der eigenen Entscheidungen, die Freiheit in den Bergen 17.30 Uhr - Forum Brixen Congress: IMS Media 20 Uhr - Forum Brixen Talk: Segeln und Klettern in Grönland 08 Uhr - Forum Brixen 09 Uhr - Forum Brixen
Akteure: Steve Swenson, Mark Richey, Florian Riegler, Martin Riegler Akteure: Oswald Oelz, Carlo Bonardi, Federico Pedrini, Paolo Manfrini, Hermann Brugger, Maurizio Dalla Libera Akteure: Nicolas Favresse, Olivier Favresse
Donnerstag, 25.10.2012 08 Uhr - Forum Brixen 09 Uhr - Forum Brixen
Walk: Kammwanderung hoch über Passeier Congress: Fallen uns die Berge auf den Kopf?
09 Uhr - Forum Brixen 18 Uhr - Forum Brixen 20 Uhr - Forum Brixen
Congress: Paradigmenwechsel im nachhaltigen Bergtourismus Talk: IMS Adventure by GORE-TEX® Talk: 20 Jahre vertikal am Berg Akteure: Eneko Pou, Iker Pou
Akteure: Nicolas Favresse, Olivier Favresse Akteure: Volkmar Mair, Hanns Kerschner, Josef Nössing, Felix Keller, Gerald Valentin, Christian Bommer, Philippe Schoeneich, Ludwig Nössing, Alberto Carton, Gerhard Lieb
Freitag, 26.10.2012 08 Uhr - Forum Brixen 08 Uhr - Forum Brixen 09 Uhr - Forum Brixen
Walk: Aussichtskanzel überm Brixner Talkessel Walk: Rundwanderung Villnöss Congress: Architektur und Berge
18 Uhr - Forum Brixen
Congress: Grenzgänge zwischen Erfolg und Misserfolg
Akteure: Edurne Pasaban, Asier Azagirre, Enko Pou, Iker Pou Akteure: Reinhold Messner Akteure: Luca Gibello, Thomas Moser, Heinrich Kreuzinger, Peter Büchel, Claudio Volcan, Kathrin Aste, Andreas Flora Akteure: Sascha Lobo, Marc Girardelli, Alberto Alessi, Reinhold Messner, Harald Pechlaner, Edurne Pasaban, Thomas Fuchs, Marlis Prinzing
20 Uhr - Vertikale Brixen Bouldering: AVS-Bouldernight
Samstag, 27.10.2012 09 Uhr - Forum Brixen 14 Uhr - Forum Brixen 18 Uhr - Forum Brixen 20 Uhr - Forum Brixen 44
Congress: ISPO Academy Congress: Spaß am Berg. Wir pfeifen aufs Risiko Talk: Seilschaften Talk: Berge versetzen
Akteure: Hans Overduin, Anke Riedel, Ahnad Ansari, Luca Pedrotti, Bernhard Kiehl Akteure: Edurne Pasaban, Asier Izagirre Akteure: Reinhold Messner
Zanotti: „IMS bringt die Marke Brixen in die Welt“. Dass der IMS
für Brixen wichtig ist, bestätigt Werner Zanotti, Direktor des Tourismusvereins Brixen: „Es ist zwar nicht eine Veranstaltung, die viele Nächtigungen generiert, aber sie bringt die Marke Brixen in die Welt“. Und: „Der IMS braucht noch Zeit, sich zu entwickeln – das Potential ist da, und auch wir als Kooperationspartner sind gefordert, geeignete Urlaubspakete zu schnüren“. In Ansätzen passiere dies bereits heute, aber „hier gibt es noch viele Möglichkeiten“. Markus Huber, der Präsident des Tourismusvereins, bläst ins selbe Horn: „Vom Werbeeffekt her ist das eine gewaltige Veranstaltung“, sagt er, „der direkte Nutzen in Form von Nächtigungen ist zwar noch nicht da, aber dazu braucht es eben ein bisschen Zeit“. Der größte Vorteil liege im Fakt, dass die Veranstaltung Brixen in direkte Verbindung mit dem Thema Berg bringt – und dies in Hunderten Presseberichten weltweit.
Foto: Manuel Ferrigato-IMS
vorsieht, welche Pflichten wir haben, welche Leistungen das Amt bieten kann und welche Unterlagen wir nach der Veranstaltung als Dokumentation bringen müssen“. Welche Veranstaltung aber ist „förderungswürdig“? Christoph Engl, Direktor der SMG, hat dies anlässlich der in Meran kürzlich stattgefundenen Messe „Ambitions“ klargestellt: „Eine Veranstaltung muss der Positionierung der Destination entsprechen, für die Angebotsentwicklung in der Destination relevant sein und Südtirol medial transportieren – im Fernsehen, im Web, in Zeitungen und im Radio. Wenn diese drei Elemente zutreffen, handelt es sich um ein „LeadEvent“ – eine hohe Förderung ist damit gerechtfertigt.
Markus Gaiser, Rikar Otegui, Josune Bereziartu und Alex Ploner
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Dieser „Medienwert“ ist inzwischen auch quantifiziert worden – über eine Studie der LeopoldFranzens-Universität Innsbruck. Fünf Studentinnen haben 991 Presseberichte in den Bereichen Print und Online der Ausgabe 2011 analysiert und deren Flächen nach den jeweiligen Inseratenpreisen bewertet. „Die Medienanalyse hat ergeben“, sagt Gaiser, „dass der International Mountain Summit von Journalisten weltweit inzwischen als zentrale Veranstaltung zum Thema Berg gesehen wird“. Der Medienwert liege dem entsprechend bei 4,8 Millionen Euro. Die Studie hat aber auch im Detail analysiert, welche Marken in Verbindung mit dem IMS von diesem Medienwert in welchem Ausmaß profitieren. „Spitzenreiter“ ist der Hauptsponsor „KIKU“, der auf etwa 220.000 Euro Medienwert kommt, gefolgt von „Arc’teryx“, „Gore-Tex“ und „AKU“. Vor allem die Marke Südtirol schneidet gut ab: Die Studie bescheinigt einen Medienwert von 2,78 Millionen Euro, da der IMS grundsätzlich mit Südtirol und Brixen genannt wird.
Ploner:„Wir brauchen Planungssicherheit“. Alex Ploner weiß aber
info Die Top-Alpinisten des IMS 2012 Gerlinde Kaltenbrunner (AUT) Ralf Dujmovits (GER) Ines Papert (GER) Josune Bereziartu (ESP) Rikar Otegui (ESP) Hervè Barmasse (ITA) Marco Barmasse (ITA) Toni Lamprecht (AUT) Steve J. Swenson (USA) Florian Riegler (ITA)
Damit wird ein Wert generiert, der nicht zu unterschätzen ist. „Diese Zahlen sind sehr wichtig, weil die verschiedenen Entscheidungsträger – ob dies nun Politiker sind oder Unternehmer – wissen müssen, welchen Gegenwert sie für ihre Investition bekommen“, sagt Markus Gaiser. Der IMS bringt Brixen aber auch sehr banale Vorteile, sagt Ploner: „Wir haben 2011 Aufträge im Wert von insgesamt 280.000 Euro an Brixner Lieferanten erteilt.“ Auch die Gemeinde selbst ist indirekt durch die Vermietung des Forums an der Wertschöpfung des IMS beteiligt – im Wert von über 30.000 Euro. Brixen profitiert von dieser Veranstaltung also auf jeden Fall. Die Frage wird eher sein, ob Brixen sich den IMS auch in Zukunft leisten wird können – denn der Haushalt der Gemeinde befindet sich in einem prekären Zustand. „Es wäre extrem schade, wenn diese Veranstaltung nicht in Brixen bliebe“, sagt Zanotti, „denn es ist wichtig, dass Brixen auch in Zukunft qualitativ hochwertige Veranstaltungen beheimatet.“
Martin Riegler (ITA) Alessandro Gogna (ITA) Nicolas Favresse (BEL) Olivier Favresse (BEL) Eneko Pou (ESP) Iker Pou (ESP) Edurne Pasaban (ESP) Asier Izagirre (ESP) Reinhold Messner (ITA)
auch, dass die Veranstaltung sich noch weiterentwickeln muss: „Wir müssen noch internationaler werden, und wir müssen noch mehr Leute bekommen, die in Brixen nächtigen“. Das sei aber nur mit Kooperationen zu schaffen: „Der Hotelier muss verstehen, dass es sich auch für ihn auszahlt, auf seiner Homepage ein Paket anzubieten“. Dabei sind die Zahlen im Grunde jetzt schon nicht schlecht: 7.000 Besucher sind 2011 gezählt worden, etwa 1.300 kommen von außerhalb zum Event. „Unser größtes Anliegen: Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt Ploner, „für die jetzige
Ausgabe haben wir erst im August die Zusage für den Beitrag der Gemeinde erhalten“. Organisatorisch ist dies ein Harakiri-Akt: „Zwei Monate vor der Veranstaltung könnten wir das Programm nicht mehr kürzen“. Das Amt für Handel ist hier etwas professioneller: Die Zusage kommt bereits jeweils im Jahr vorher.
willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
info IMS 2012 Das Bergfestival „International. Mountain.Summit.“ vereint Bergliebhaber aus aller Welt. In Brixen, dem Tor zu den Südtiroler Dolomiten, entsteht ein Netzwerk der Generationen. Leidenschaft und Begeisterung für den Berg verbinden die Gastgeber, die Besucher und die Mitwirkenden. Im Rahmen von Kongressen und Diskussionsrunden werden kontroverse Themen der Bergwelt beleuchtet. Internationale Größen der Szene, Top-Bergsteiger, Entscheidungsträger des Alpinismus und Impulsgeber tauschen ihre Ideen und Meinungen aus. Vorträge und Bergfilme nehmen den Zuschauer mit auf atemberaubende Abenteuer zwischen Felstürmen und Gipfelhängen. Wanderer und Kletterer können selbst aktiv werden und mit den Profis gemeinsam Wege beschreiten und Wände erklimmen. Beim „Abklettern“ wird gelacht, gefeiert, diskutiert und über die Zukunft der Berge und des Alpinismus nachgedacht. 45
TENNIS
Freizeit & Sport
Hochklassig besetztes Tennisturnier z Mit 4.000 Euro war das OpenTurnier in Brixen dotiert: 180 Teilnehmer, darunter mehr als 20 Spieler der zweiten Kategorie, spielten im Tennis Brixen Bressanone bei tollen Bedingungen und auf besonders hohem Niveau. Bereits zum dritten Mal wurde dieses Turnier ausgetragen, wobei sich die Organisatoren über eine stetig steigende Teilnehmerzahl,
nicht nur aus Südtirol sondern aus ganz Italien, freuen. Patrick Prader aus Barbian besiegte im Finale Andrea Ceccarello aus Rom, während bei den Damen die Grödnerin Verena Hofer als Siegerin vom Platz ging. Auch das Turnier der vierten Kategorie, das gleichzeitig stattfand, erfreute sich reger Teilnahme: Dabei gingen Alexander Weis vom Tennis-
F&S
club Rungg bei den Herren und Valentina Eccel-Trappolin vom Centro Tennis USSA als Sieger vom Platz. eh
Freizeit & Sport BRIXEN
Everybody goes surfing z Surfen auf dem Eisack – klingt komisch, ist aber so. Eine kleine Gruppe sportlicher Brixner hat die Interessensgemeinschaft „Surfwelle Brixen“ gegründet. Dahinter stecken surfbegeisterte Jugendliche, die die weite Reise ans Meer zum Wellenreiten satt hatten und lieber auf dem Eisack ihre Aktivitäten ausüben. Gesurft wird bereits seit einigen Jahren bei der Holzbrücke gegenüber der Mensa in der Industriezone, da der Fluss dort breit und flach ist und zudem eine etwas höhere Geschwindigkeit aufweist. Am elastischen Seil ist ein Griff
kurz
notiert
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befestigt, an dem sich die Surfer halten können. Mit dem Surfbrett, das aus Sicherheitsgründen immer am Fuß befestigt wird, stemmen sich die Surfer gegen das Wasser. Durch den aufgebauten Druck können sie dann über die Oberfläche gleiten – dabei tragen sie aufgrund der nicht immer angenehmen Temperaturen einen Surfanzug. Wie das genau funktioniert, kann man sich im multimedialen BrixnerPlus ansehen. Die Interessensgemeinschaft „Surfwelle Brixen“ agiert hauptsächlich über Facebook und setzt sich besonders für die stehende
Der Schachklub Brixen-Milland bietet ab sofort Schachkurse für Kinder an. Informationen darüber sind unter der Rufnummer 0472 834174 erhältlich.
Welle ein, die im Rahmen des Flussraumforums bereits angesprochen wurde. Die Universität Innsbruck ist dabei, eine Machbarkeitsstudie für die künstliche Surfwelle in der Rienz bei der Senoner-Brücke durchzuführen.
Übrigens: Ganz neu ist die SurfIdee nicht. Anscheinend haben einige Brixner bereits vor knapp drei Jahrzehnten auf Türen und mit einem Seil aus Linden auf dem Eisack ihre Surfkenntnisse vertieft. eh
Die Triathletin Lisa Schanung fährt mit der Nationalmannschaft zur Junioren-Duathlon-Weltmeisterschaft nach Frankreich, wo sie die Sprintdistanz und die Stafette bestreiten wird.
Roland Osele gewann den 6. Vahrner See Sprinttriathlon, knapp gefolgt von Tobias Weissteiner. Platz drei belegte Walter Polla. Bei den Damen gewann Elke Innerebner vor Daniela Pivetta und Julia Parmeggiani. In der Kategorie „Über-50-Jährige“ siegte Kurt Hofer; die Schwergewichtsklasse entschied Christian Moriggl für sich.
NACHGEFRAGT
„Hoffen auf Großes“ Herr Rastner, was sind Ihre Ziele nach den großen Erfolgen von vor zwei Jahren und dem ersten Jahr in der Seniorenklasse der letzten Saison? In der diesjährigen Saison werden mein Rodelpartner Ludwig Rieder und ich rund zehn Rennen bestreiten. Dabei möchten wir bei jedem Bewerb unter den Top 10 landen. Besonders wichtig ist uns dabei das Training auf der Olympiabahn in Sochi in Russland. Dort wird 2014 die Olympiade ausgetragen, für die wir uns qualifizieren möchten. Wie bereiten Sie sich auf die Saisonen und die Rennen vor?
Dieses Jahr scheinen die Vorbereitungen optimal gelaufen zu sein – jedenfalls hat die
Saison für Sie bereits erfolgreich begonnen ... In der Tat! Wir konnten am 1. September die Weltelite beim Startwettkampf im Meransen deklassieren und wirklich zeigen, was wir drauf haben. Im Doppel fuhren wir den ersten Platz mit dreimaligem Bahnrekord heraus. Ludwig Rieder errang im Einzel den ersten Platz, und ich wurde knapp Zweiter. Diese hervorragenden Ergebnisse haben uns viel Motivation gegeben, und wir starten somit mit wirklich großer Zuversicht in die Saison. carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
DIVERSES
KLETTERN
Workshop in„Parkour“
Vielseitig und erfolgreich
z Als „moderne Kunst der kreativen Fortbewegung“ wird die neue Sportart „Parkour“ beschrieben. Gemeint ist damit das Turnen, Springen oder Klettern im tänzerischen Stil über alles, was sich gerade auf der Straße befindet. Ob Zäune, Gemäuer oder Geländer – die Jugendlichen springen, klettern und tanzen zur Musik darüber hinweg. Die Sicherheit wird dabei groß geschrieben, sowie auch der respektvolle Umgang mit Foto: Shutterstock
Wir beginnen mit dem Trockentraining jedes Jahr Anfang Mai. Dieses Training dauert rund fünf Stunden am Tag. Dabei werden Kraft, Geschicklichkeit, Koordination, Schnelligkeit und Ausdauer ausgebaut. Ende Juli beginnt dann das Starter-Training, und Anfang Oktober geht es dann auf das Eis. Mit der gesamten Rodelmannschaft sind wir einmal im Monat für eine Woche im Trainingslager, wo zwischen sechs und sieben Stunden Training auf dem Programm stehen.
Foto: H. Sobe
PATRICK RASTNER aus Lüsen, Junioren- und U23-Weltmeister im Kunstbahnrodeln der Saison 2010/11, über seine Pläne und künftigen Ziele.
der Umgebung. Am 13. Oktober findet im Brixner Skatepark in der Mozartallee ab 15.30 Uhr ein Workshop zur Sportart „Parkour“ statt, an dem Interessierte teilnehmen können. Organisiert wird der Kurs vom Jugendhaus Kassianeum und dem Verband der Sportvereine Südtirols. Wer sich für die Sportart und die „Traceure“ oder „Freerunner“, wie die Parkour-Akteure genannt werden, interessiert, findet auf youtube Videos dazu. eh
z In Singapur fand am 1. September die Jugendweltmeisterschaft im Sportklettern in den Disziplinen Vorstiegsklettern (Lead) und Geschwindigkeitsklettern (Speed) statt. Andrea Ebner vom AVS Brixen erreichte dabei den ausgezeichneten fünften Platz im Leadbewerb: Nach zwei Qualifikationsrunden hatte sie es geschafft, sich unter den besten 26 für das Halbfinale zu qualifizieren, wo sie schließlich als Achte das Finale erreichte. Im Finale konnte sie dem großen Druck problemlos standhalten und sich zudem noch steigern: Sie kletterte im Leadbewerb bis auf den fünften Platz vor.
Das ist für die junge Brixnerin eine hervorragende Leistung und beweist einmal mehr, dass sie auf internationalem Niveau mithalten kann. Ebner bewies auch in Singapur ihre Vielseitigkeit und nahm als eine der wenigen Athletin zudem beim Speedbewerb teil, wo sie den 14. Rang erreichte. Bereits im August hatte sie beim Jugendeuropacup im Speedklettern den zweiten Gesamtrang erklettert. Im November finden dann die Jugendeuropameisterschaften in Gémozac (Frankreich) und der letzte Bewerb im „Lead“ und „Speed“ beim Jugendeuropacup in Kranj (Slowenien) statt. db
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Im Zwiegespräch
Fotos: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
DISKUSSIONSABEND ZUM PROJEKT SEILBAHN
Anfang September lud die Gemeinde Brixen zu einer zweiten Informationsund Diskussionsveranstaltung zur angedachten Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä. Ein rückblickendes, subjektives Stimmungsbild.
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ine halbe Stunde vor Diskussionsbeginn. Die ersten Menschen kommen ins Forum Brixen, eine Viertelstunde später ist der Saal fast gefüllt, zu Beginn der Veranstaltung sitzen die Leute auf den Stiegen und stehen entlang der Saalwände. 800 Personen sind gekommen, so viel wie nie zuvor bei einer Bürgerversammlung.
Die Diskussionsgrundlage: Der Standort Bahnhof. Es ist dies
die zweite Infoveranstaltung zur geplanten Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä. Vor acht Monaten hatte die Gemeinde in Brixen und in St. Andrä bereits das Resultat einer Bewertung der sieben möglichen Standorte der Talstation in Brixen vorgestellt – mit dem Ergebnis, dass der Standort Bahnhof die besten Voraussetzungen biete, mit wenig Abstand zum Standort Parkhaus und mit einer „Ersatzlösung“ an der Diskothek Max bei Nichtverfügbarkeit der beiden Favoriten. Ende Juli folgte dann die Bekanntgabe, dass für Gemeinde und Land nur der Standort Bahnhof infrage komme: „Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass dieser Standort auch aus wirtschaftlicher Sicht die besten Voraussetzungen hat, was die potentiellen privaten Investoren bestätigten, die nur hier an einer Investition interessiert sind“, betont Bürgermeister Albert Pürgstaller seither immer wieder, „es macht doch keinen Sinn, über alternative Standorte zu diskutieren, wenn diese dann nicht verwirklichbar sind. Wenn Alternativen benannt werden, so muss auch deren Umsetzbarkeit gewährleistet sein.“ 48
Ja, Nein und Ja aber ... Der Start
vom Bahnhof weg bringt allerdings einen nicht nur sprichwörtlichen Schönheitsfehler mit sich: den Überflug des gesamten Tales. Wohl auch deshalb wird seit Wochen sowohl in der Bevölkerung wie zwischen den Parteien selbst äußerst kontrovers diskutiert, wobei sich drei Lager aufgetan haben: jene, die die Seilbahnverbindung mit Standort Bahnhof als einzig mögliche, sinnvolle und wirtschaftlich unabdingbare Möglichkeit festgemacht haben; jene, die eine Seilbahn als notwendig erachten, aber mit dem Standort Bahnhof nicht einverstanden sind, und jene, die die Seilbahnverbindung generell in
Die fünf Sessel am Podium sind mittlerweile besetzt. Günther Burger, Direktor der Landesabteilung Mobilität, Landesrat Thomas Widmann, Bürgermeister Albert Pürgstaller und Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron, alle mit einem dicken Bündel Unterlagen auf den Knien, sowie Moderatorin Evi Keifl blicken dem Saal entgegen. Der Ablauf des Abends ist straff organisiert: Die Vorstellung des Ist-Zustandes durch die politischen Vertreter der Gemeinde und des Landes, die Einspielung eines Video-Clips, der die Trasse und deren Verlauf bildlich vor Augen führt, die Beantwortung der sechs häufigsten Fragen, die sich bei den Treffen mit den überflogenen
„Nur wer fundiert informiert ist, kann eine qualifizierte Entscheidung treffen“_ BM Albert Pürgstaller Frage stellen beziehungsweise andere Verkehrsmittel wie Busse, Zahnrad- oder Standseilbahn bevorzugen würden. Und dann gibt es auch jene, die irgendwo mittendrin stecken zwischen den Positionen. Bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung werden nun die verschiedenen Standpunkte aufeinandertreffen. Im Saal sowie am Podium ist man für einen dementsprechenden Schlagabtausch gewappnet. Wie heftig dieser werden wird, ist ungewiss. Noch bevor das erste offizielle Wort gesprochen ist, lässt sich aber eine emotional aufgeladene Stimmung verspüren.
Hauseigentümern herauskristallisiert haben, und anschließend noch gut zwei Stunden, um die Fragen der Anwesenden zu beantworten. Punkt dreiviertel elf Uhr soll Schluss sein. Pürgstaller und Pedron eröffnen als Doppelspitze den Abend, demonstrieren damit wohl bewusst auch Einigkeit zwischen den Koalitionspartnern SVP und PD. Elda Letrari von der Grünen Bürgerliste und somit dritter Koalitionspartner sitzt hingegen im Publikum und wird später eine Stellungnahme zur Position ihrer Partei verlesen. Bürgermeister und Vize betonen nochmals die Wichtigkeit der Seilbahnverbindung für die
wirtschaftliche Entwicklung der Plose und der Stadt, begründen erneut die Entscheidung für den Standort Bahnhof: „Es ist uns allen klar, dass der damit verbundene Überflug einen landschaftlichen Eingriff und eine Belastung für die Anrainer darstellt. Wir haben uns alle die Frage gestellt, ob die Vorteile für die Allgemeinheit groß genug sind, um den überflogenen Personen die damit verbundenen Nachteile zumuten zu dürfen“, so Albert Pürgstaller, „aber selbst die Gegner des Standortes Bahnhof müssen ehrlich eingestehen: Jeder andere Standort bringt eine mehr oder weniger belastende Überfluglinie oder auch andere Nachteile mit sich, würde andere Gebäude und andere Anrainer betreffen – das ist bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht zu vermeiden.“ Noch ist im Publikum, in dem auch die „Überflogenen“ sitzen, kein hörbarer Protest zu vernehmen. Ein erstes Raunen wird erst dann zu hören zu sein, wenn der Video-Clip mit einer Simulation der Trassenführung eingespielt wird.
Eine Volksabstimmung wird angekündigt. Für die meisten im Saal überraschend kündigen Albert Pürgstaller und Gianlorenzo
HOHE BETEILIGUNG: Der zweite Diskussionsabend motivierte so viele Menschen wie nie zuvor, an einer Informationsveranstaltung der Gemeinde Brixen teilzunehmen
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Pedron eine Volksabstimmung an: Auf Initiative des Gemeinderates, wofür eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist, könnte diese gegen Ende Mai 2013 abgehalten werden. Werden hingegen von anderer Seite her Unterschriften für eine Volksbefragung gesammelt, wird die Abstimmung nicht vor Frühjahr 2014 stattfinden können, weil der Iter einer Einleitung durch den Bürger länger dauert als durch den Gemeinderat. Warum aber lässt man nicht viel früher abstimmen?, wird später eine Frage aus dem Publikum lauten. „Derzeit kursieren noch jede Menge Gerüchte und Fehlmeinungen über das Seilbahnprojekt: Das Referendum wird dann gemacht, wenn die Menschen korrekt informiert sind“, antwortet Gianlorenzo Pedron, und auch Pürgstaller weist darauf hin, dass „vor dem Referendum die technische, wirtschaftliche und strategische Machbarkeit im Detail abgeklärt sein muss. Die Bevölkerung muss über das Gesamtpaket entscheiden können – und nur wer fundiert informiert ist, kann eine qualifizierte Entscheidung treffen.“ Mit der Ankündigung der Volksbefragung wird auch die später verlesene Stellungnahme der Grünen Bürgerliste zeitlich
gesehen obsolet, in der angekündigt wird, dass diese in der Gemeinderatssitzung eine Woche später eine „ehestmögliche Einleitung einer Volksabstimmung auf Initiative des Gemeinderates vorschlagen wird.“ Trotz der im Saal ersichtlichen räumlichen Zweiteilung zwischen SVP und PD am Podium und GBL im Zuschauerraum, die schon einiges vermuten ließ: Die Koalition zwischen allen dreien besteht also noch.
Fragen über Fragen, Antwort um Antwort. Dass die Bevöl-
kerung noch jede Menge Information haben will, wird bei der Diskussion deutlich. Die Hände schnellen in die Höhe, es gibt viele Fragen und viele Vorschläge. Die Antwortgeber am Podium jedenfalls sind gefordert. Es sind nicht, wie von manch einem befürchtet, verbale Tiefschläge, die im Publikum geäußert werden – viel mehr zeigen sich die Fragesteller gut vorbereitet, die Fragen sind wohl durchdacht, und so mancher Einwand erweist sich als plausibel und berechtigt. Es gelingt, die Diskussion zumeist auf sachlicher Ebene zu führen, was angesichts der Brisanz des Themas, der „Zweiteilung“
zwischen Befürwortern und Gegnern und der Gruppendynamik keine Selbstverständlichkeit ist. Günther Burger antwortet mit der Sachlichkeit des Technikers, Albert Pürgstaller verteidigt den Standort Bahnhof und zeigt äußerst klar auf, dass er voll und ganz hinter dieser Entscheidung und dessen Umsetzung steht. Ein kleines Zeichen von Zaudern oder Rückzug seinerseits? Keineswegs. Gianlorenzo Pedron, auch Mitglied der Arbeitsgruppe, meistert den Balance-Akt, die Einwände ernsthaft aufzugreifen, die Zweifel und Ängste zu benennen und sie im Gegenzug gelassen zu entkräften. Landesrat Thomas Widmann ist es anzumerken, dass er solche Diskussionen nicht zum ersten Mal führt und teilweise den rhetorischen Autopilot zuschalten kann. Laut Zuschauerreaktion schmeckt aber der Cappuccino auf dem Brixner Domplatz nicht mehr jedem.
gesammelt. Paolo Cattoi und Silvia Zanotto durchschreiten sichtlich aufgebracht den Saal und übergeben die Unterschriften Bürgermeister Pürgstaller, verbunden mit der Aufforderung, „eine sanfte Lösung zu finden, die Umwelt und Menschen schont. Wir wehren uns vehement gegen den Überflug, der eine Respektlosigkeit gegenüber dem gesamten Tal und den Bürgern darstellt.“ Eine weitere Bürgerinitiative namens „Proalt-Altvor“, der ebenfalls vor allem Überflogene angehören, hat in den Wochen vorher bereits 1.470 Unterschriften gegen den Standort Bahnhof gesammelt: „Wir sind uns bewusst, dass Brixen die wirtschaftliche Perspektive braucht und sind deshalb nicht gegen die Seilbahn“, so Ingo Fink, ein Vertreter der Initiative, „unser Vorschlag für den Standort ist jedoch die Sportzone Milland mit der Realisierung der Südspange.“
Emotionale Betroffenheit legen verständlicherweise vor allem die direkt Betroffenen an den Tag: Jene Bürger, die neben der geplanten Seilbahntrasse wohnen, haben 689 Unterschriften
Frage nach der Sinn- und Wirtschaftlichkeit der Seilbahn, die als Hauptthemen des Abends ausgemacht werden können: Ist die Plose durch die Seilbahn zu retten? „Davon bin ich felsenfest
Ist die Plose zu retten? Es ist Der Protest der „Überflogenen“. der Überflug, aber auch die
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LR Thomas Widmann: „Sind Sie sich bewusst, was passiert, wenn die Plose zusperrt?“
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überzeugt – es wird aber nicht nur eine Maßnahme dafür brauchen, sondern eine Reihe von Maßnahmen, um die Plose als Ganzjahresdestination attraktiv zu machen“, so Albert Pürgstaller, und es ist ihm anzumerken, dass die geäußerte Skepsis in dieser Frage seinen Geduldsfaden mehr als nur anknabbert: „Wir haben nur zwei Möglichkeiten:
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Albert Pürgstaller: „Wenn Alternativvorschläge auf den Tisch kommen, deren Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit auch belegt ist, sind wir gerne bereit zu diskutieren.“
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Entweder wir lassen die Plose sterben, oder wir tun etwas für ihre Entwicklung. Die Problematik abzuwehren und zu sagen, ,Der Marzola wird’s schon machen’, ist zu wenig. Es geht um unseren Hausberg und die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt!“
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Informationsarbeit und Diskussion muss weitergeführt werden. Zwei Stunden lang Fra-
gen über Fragen, Antworten um Antworten, souverän moderiert
von Evi Keifl. Als beobachtender Zuhörer schwankt man hin und her: Mal ist ein Pro-Argument überzeugend, mal ist ein Gegenargument nicht von der Hand zu weisen. Fakten fließen, die so noch nicht kommuniziert wurden. Was wohl am meisten befürchtet, bleibt jedoch aus: Angriffe unter der Gürtellinie, symbolisch gesehen versteht sich. Was allerdings auch größtenteils ausbleibt sind die Stellungnahmen der ohne Zweifel ebenfalls anwesenden Befürworter im Saal; stattdessen strampeln sich Pürgstaller, Pedron & Co. am Podium heftig ab. Nur einige Wirtschaftsvertreter unterstreichen die Wichtigkeit der Seilbahnverbindung aus ihrer Sicht. Dies mutet zunächst etwas seltsam an, kommt letztendlich aber der Diskussion zugute. Denn am Ende des Abends wird klar: Gar einiges wurde von Seiten der Gemeinde geklärt, aber Informationsarbeit und Diskussion werden weitergeführt werden müssen.
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Latent ist im Saal dennoch ein leichtes oder tieferes Misstrauen zu verspüren, das auch die politischen Vertreter wahrnehmen: „Nicht nur in den Medien, sondern auch bei Gesprächen kursieren jede Menge Spekulationen und Mutmaßungen in Bezug auf die Seilbahnverbindung. Ich selbst wurde mit einer Reihe von Mutmaßungen über angeblich bereits angedachte Public-Private-Partnership-Modelle konfrontiert“, so Bürgermeister Pürgstaller. Pedron erging es ebenso, und beide erklären unisono: „Es gibt keine Pakteleien.“ Und ob die Seilbahn überhaupt gebaut werde, sei noch längst nicht entschieden: „Unabhängig vom Referendum gibt es noch eine Reihe von Hürden und unklaren Punkten“, so Albert Pürgstaller, „auch aus diesem Grund wird sich die Gemeinde mit Alternativen zur Rettung der Plose beschäftigen müssen.“
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Frage um Frage, Antwort um Antwort Welche Gefahren bringt der Überflug der Seilbahn für die darunterliegenden Gebäude mit sich? Günther Burger: Die Seilbahn ist eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt: Was das tödliche Unfallrisiko bei der Seilbahn betrifft, so ist dies zehnmal kleiner als beim Auto und 50 mal kleiner als beim Flugzeug. Aber auch für die darunterliegenden Gebäude ist die Gefahr gering: Die Kabinenfenster werden vergittert, sodass die Fahrgäste nichts hinauswerfen können. Eine Brandgefahr ist nicht gegeben, weil kein brennbares Material verwendet wird, und für das Schmieren der Seile wird eine eigene Flüssigkeit verwendet, die nicht tropft. Auch Schnee- oder Eisreste werden nicht die Häuser beschädigen, da die Schneemenge auf den Seilen zu gering ist, und die Bälle, die ab Milland zur Sichtbarmachung der Seilbahn dienen und auf denen sich Schnee ablagern könnte, werden beheizt. Bezüglich des Schattenwurfes muss man sagen, dass die Kabinen zu hoch fliegen, um Schatten auf die Terrasse zu werfen – und wenn, dann wäre dies für die jeweiligen Häuser nur an manchen Tagen zu merken, weil sich der Schattenwurf mit dem Sonnenstand und mit der Jahreszeit jeweils ändert. Und welche Gefahren drohen durch durchkreuzende Hubschrauber oder Flugzeuge? Günther Burger: Wir haben sicher alle den Unfall in Cermis im Kopf, bei dem ein Kampfflugzeug das Tragseil der Seilbahn durchtrennt hatte. Dabei ist aber zu bedenken: Es war ein militärischer Düsenjet im Tiefflug, mit über 800 Stundenkilometern. Ein normaler Hubschrauber oder ein anderes Flugzeug können diese Geschwindigkeit gar nicht erreichen: Wären diese in das Seil geraten, wäre dieses niemals zerborsten.
Foto: Oskar Zingerle
Eine Bündelung und Zusammenfassung der Fragen und Antworten beim Diskussionsabend zur Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä am 5. September im Forum Brixen.
Stellten sich den vielen Fragen: Direktor der Abteilung Mobilität Günther Burger, Landesrat Thomas Widmann, Moderatorin Evi Keifl, Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron
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Welche Lärmbelästigungen sind durch die Seilbahn zu erwarten? Günther Burger: Die wesentliche Lärmquelle ist der Motor, der jedoch bei der Bergstation außerhalb der Wohngebiete angebracht und zudem eingehaust wird. Weiters werden auch die Stützen mit den Rollen leichte Geräusche verursachen: Im bewohnten Gebiet betrifft dies die Stütze in der Mozartallee, und hier werden diese Geräusche vom Straßen- und Zugverkehr übertönt. Das leichte Summen, das die Seilbahn verursacht, ist nur zu hören, wenn rundherum alles still ist – das ist eigentlich nur bei Nacht der Fall, da fährt die Seilbahn nicht. Ich muss hierbei erwähnen, dass bezüglich Lärmbelastung die Techniker vor allem durch die Erfahrungen bei der Rittner Seilbahn viel dazugelernt haben. Verliere ich als Eigentümer eines überflogenen Gebäudes das Recht, dort bauliche Maßnahmen wie eine Aufstockung vorzunehmen?
Albert Pürgstaller: Die Trassenführung wurde bewusst so hoch gewählt, um keine Beeinträchtigung für zukünftige bauliche Maßnahmen zu erzielen: Am niedrigsten schwebt die Kabine über die Tischlerei Goller in St. Andrä hinweg, und auch dort dürfte noch die Aufstockung um ein Stockwerk möglich sein. Alle anderen Gebäude haben keine urbanistischen Einschränkungen. Ist mit einem Wertverlust der überflogenen Immobilie beziehungsweise mit einer Entschädigung zu rechnen? Albert Pürgstaller: Es ist gesetzlich geregelt, dass die Eigentümer jener Gebäude, die überflogen werden, eine Entschädigung erhalten: Hierfür wird eine Bewertung des Objektes vorgenommen und der Wert der Entschädigung ermittelt. Eine Wertminderung der Immobilie kann in manchen Fällen gegeben sein; dafür ist der finanzielle Ausgleich vorgesehen.
Die Gemeinde Brixen muss für den Bau der Seilbahn 5 Millionen Euro aufbringen: Was bedeutet dies für den einzelnen Bürger, und wie kommt man zur Annahme, dass die Seilbahn in den nächsten 20 Jahren den Brixner nichts kosten wird? Albert Pürgstaller: Wenn ich davon ausgehe, dass für den CitybusDienst 600.000 Euro jährlich für den Raum Brixen ausgegeben werden oder der Bau eines Fußballplatzes zirka 3 Millionen Euro kostet, so finde ich die einmaligen Kosten von 5 Millionen Euro gerechtfertigt: Die Relation zur Seilbahn dürfte insgesamt stimmig sein, denn schließlich wird die Seilbahn ja auch als öffentliches Verkehrsmittel eingesetzt. Die Aussage, dass die Seilbahn in Folge den Südtiroler nichts kostet, wurde nie gemacht: Die Infrastrukturkosten sind wie für jede andere öffentliche Infrastruktur fällig – nur, dass sie in diesem Falle auch von privaten Investoren mitgeschultert werden. Die Gemeinde wird sich daran aber auf keinen Fall beteiligen müssen. 51
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Brixen ist in den letzten Jahren wirtschaftlich nicht gewachsen, die Arbeitslosigkeit steigt. Für die Seilbahn wird nun jedoch viel Geld verwendet, und dies in Zeiten der Krise: Warum wird das Geld nicht anderweitig investiert, sodass es direkt den Menschen zugute kommt?
sei es im Bereich Handel oder in der Gastronomie. Ich denke sehr wohl, dass die Seilbahn eine Ankurbelung der Wirtschaft bringt und Arbeitsplätze schafft. Es gibt bereits heute Schwierigkeiten, für Jugendliche einen Arbeitsplatz zu finden – und darüber sollten wir uns Gedanken machen.
Albert Pürgstaller: Der Ploseberg wird schließen, wenn er in der heutigen Situation belassen wird. Das wird zwar von einigen gut geheißen, aber sehen wir uns doch mal die Folgen an: Allein bei der Seilbahn wären bei einer Schließung rund hundert Arbeitsplätze betroffen, also hundert Familien, die dann kein Einkommen mehr zur Verfügung haben. Diese hundert sind nur die direkt Angestellten, hinzu kommen noch die Folgen für jene Betriebe, die ebenso vom Ploseberg leben –
Thomas Widmann: Die Gesamtkosten von 30 oder 35 Millionen Euro sind isoliert betrachtet eine große Investition. Diese Investition wird jedoch im Laufe der Zeit viele hunderte Millionen Euro nach Brixen bringen, und dann schaut die Rechnung anders aus. Wenn wir etwas für Wirtschaft, Wohlstand und zukünftige Arbeitsplätze in Brixen machen wollen, so müssen wir die Seilbahn bauen. Ist man sich eigentlich bewusst, was es heißen würde, wenn die Plose zusperrt? Ist die Winterdestination Plose überhaupt zu retten? Und ist sie mit einer Seilbahn zu retten?
info Gemeinderat genehmigt Bauleitplanänderung Nach einer erwartungsgemäß langen Diskussion fasste der Brixner Gemeinderat bei seiner Sitzung am 13. September mit 18 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und 10 Nein-Stimmen den Beschluss zur Eintragung der Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä in den Bauleitplan. Dieser Beschluss ist eine Voraussetzung, um weitere Überprüfungen hinsichtlich der Machbarkeit der Seilbahnverbindung vom Bahnhof nach St. Andrä vorzunehmen, so etwa in Bezug auf Grundverfügbarkeit und Überflugrechte. Auch wird nun die Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet.
Albert Pürgstaller: Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Plose zu retten ist. Dafür wird es aber nicht nur eine Maßnahme brauchen, sondern eine ganze Reihe von Maßnahmen. Die Brixner haben es selbst gezeigt: Durch die Einführung der Mobilcard konnten die Fahrten von 20.000 auf 60.000 gesteigert werden. Zudem wurde auf der Plose eine Vielzahl von Maßnahmen geschaffen, wie beispielsweise der Fun-Park oder die Rodelbahn, um das Skigebiet zu unterstützen. Es geht aber nicht nur um das Skigebiet Plose, es geht vor allem um die Ganzjahresdestination Plose. Wir haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder wir lassen die Plose sterben, oder wir tun etwas für ihr Überleben. Die
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Gianlorenzo Pedron: „Neben provokativen Rückmeldungen spüre ich auch viel Verbundenheit mit der Plose – und diese muss der rote Faden sein, der uns gemeinsam eine Lösung finden lässt.“
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Problematik abzuwehren und zu sagen, „der Marzola wird’s schon machen“, ist zu wenig. Es geht um unseren Hausberg und die wirtschaftliche Zukunft unserer Stadt. Das Skigebiet Plose ist zwar ein Juwel, aber im Vergleich zum Kronplatz oder Gröden leuchtet es weniger. Warum schafft man nicht zuerst ein attraktiveres Skigebiet und baut dann erst die Seilbahn? Gianlorenzo Pedron: Die Katze beißt sich da in den Schwanz: Investiert man zuerst in die Seilbahn und dann in das Skigebiet, oder umgekehrt? Die Seilbahn ist klarerweise nicht eine Wunderlampe, um die Plose zu retten; dazu braucht es ein Maßnahmenpaket. Erste Schritte, um die Plose zu beleben, sind bereits gemacht worden, weitere werden folgen. Es ist wohl auch verständlich, dass der Betreiber zu diesem Zeitpunkt mit den Investitionen abwartet, ob die Seilbahn entsteht oder nicht. Thomas Widmann: Die Plose darf man nicht nur als Winterskigebiet sehen, in diesem Bereich ist die Konkurrenz zu anderen Skigebieten wirklich groß. Man muss die Plose im gesamten Kontext und als Ganzjahresdestination betrachten: Das Potential liegt hierbei nicht in der Größe des
Günther Burger: „Insbesondere durch die Rittner Seilbahn haben die Techniker in Sachen Lärmbelästigung viel hinzu gelernt.“
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Gebietes, sondern in touristischen Trends wie Ruhe, Nachhaltigkeit, sanfte Erreichbarkeit – in diesen liegen die Zukunft. Albert Pürgstaller: Ich bin ja ein gebranntes Kind von Attraktionen. Einen Lunapark oder ein Disneyland auf die Plose zu stellen, um Leute anzuziehen, ist für die Plose wohl der absolut falsche Weg: Wenn man oben die Geisler auf sich wirken lässt, ist dies doch Attraktion genug. Wie interessant wird der Standort Bahnhof in einigen Jahren sein, wenn die Züge im Brennerbasistunnel unter der Erde fahren und Brixen keinen internationalen Bahnhof mehr haben wird? Thomas Widmann: Ich hoffe, dass der BBT so schnell wie möglich kommt, weil er eine Alternative zum Flughafen ist. Wir werden zukünftig viele Zuggäste haben – von Frankfurt, Rom oder Mailand. Die oberirdischen Bahngeleise sind dann frei für den regionalen Verkehr, und es werden gezielt Züge organisiert werden, die nach Südtirol kommen, auch von privaten Anbietern. Zudem ist ein Shuttle-Service zwischen den Skigebieten geplant. Werden die Busverbindungen am Ploseberg eingeschränkt, wenn die Seilbahn kommt? Albert Pürgstaller: Es ist klar, dass die Busverbindungen nach Afers trotz der Seilbahn aufrecht bleiben
müssen; angedacht ist dabei eine 15-Minuten-Takt-Verbindung. Auch Mellaun wird nach wie vor erschlossen werden.
belastung gelegt, mal mehr auf die Erreichbarkeit. Das Ergebnis war dabei immer dasselbe, die Tendenzen blieben dieselben.
Die Oppositionsparteien wurden nicht in die Planungsarbeiten involviert. Inwieweit ist dies ein demokratisches Vorgehen?
Albert Pürgstaller: Die Mozartallee, die zur Kaserne führt, ist die meistbefahrene Straße in Brixen; die Stickstoffbelastung ist hier höher als neben der Autobahn. Hier noch mehr Verkehr durchzuführen ist aus meiner Sicht nicht verantwortbar.
Gianlorenzo Pedron: Es ist durchaus eine Spielregel der Demokratie, dass Vertreter der Mehrheitsparteien in den Arbeitsgruppen vertreten sind und die Ergebnisse dann mit allen im Gemeinderat diskutiert und gemeinsam entschieden wird. Was spricht gegen eine Zahnrad- oder Standseilbahn beziehungsweise einer flexiblen Busverbindung? Gianlorenzo Pedron: Auch ich war zunächst ein Befürworter eines Zubringers durch die Stadt mittels einer Zahnrad- oder Standseilbahn. Durch die Analysen habe ich mich dann überzeugen lassen, dass dies keine Alternative darstellt: Es gibt geologische Schwierigkeiten; unter anderem ist das Gestein so instabil, dass große Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden müssten, die kostenintensiv wären und das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen würden. Dies hat ebenfalls zur Folge, dass die Bahn eine Runde quer durch Milland ziehen müsste, was die Fahrzeit so weit erhöht, dass ich mit dem Auto wesentlich schneller wäre. Wir hätten also erheblich mehr Kosten, einen erheblich größeren Eingriff in die Landschaft, viel weniger Kapazität und die dreifache Fahrtzeit. Wie wurde die Evaluierung der Standorte durchgeführt? Warum wurde beispielsweise die Schenoni-Kaserne als dezentral an letzter Stelle gereiht? Dieser Standort würde kaum den Überflug von Häusern bedeuten und wäre für die Millander und den Südostteil der Stadt der nächstgelegene Standort und mit weniger Kosten zu realisieren. Günther Burger: Die Kommission hat für alle Standorte über 40 Kriterien in den vier Hauptgruppen Erreichbarkeit, Auswirkungen, Umsetzung und Eignung für unterschiedliche Zielgruppen bewertet. Die Kriterien wurden dabei auch mehrmals durcheinander gewirbelt und unterschiedlich gewichtet, beispielsweise hat man mal mehr Gewicht auf die Umwelt-
Die Standorte Acquarena und Parkhaus wurden unter anderem wegen des Überflugs ausgeschlossen. Warum ist dies beim Bahnhof nicht der Fall? Albert Pürgstaller: Der Überflug ist nur eine der Komponenten in der Bewertung. Beim Standort Acquarena sammelt sich bereits eine Vielzahl an Dienstleistungen; würde man dort auch noch die Seilbahn ansiedeln, würde sich mit der Kletterhalle, Sauna, Schwimmbad und anderem zu viel an einem Ort konzentrieren. Beim Parkhaus würde der Überflug hingegen in der Nähe der Domtürme vorbeiführen – ich glaube nicht, dass dies die bessere Lösung wäre. Es ist uns allen klar, dass der Überflug einen landschaftlichen Eingriff und eine Belastung für die Anrainer darstellt. Wir haben uns alle die Frage gestellt, ob die Vorteile für die Allgemeinheit groß genug sind, um den überflogenen Personen die damit verbundenen Nachteile zumuten zu dürfen. Bei einem Projekt dieser Größenordnung wird es jedoch immer Betroffene geben.
was eine landschaftliche Beeinträchtigung darstellt. Werden die Leitungen noch vorher verlegt? Albert Pürgstaller: Ich denke schon, dass die Leitungen vor dem Bau der Seilbahn verlegt werden können – sofern die Seilbahn überhaupt gebaut wird. Die Gemeinde hat kürzlich 21 Millionen Euro an Umweltgeldern zugewiesen bekommen, die prioritär in die Verlegung der Hochspannungsleitungen gesteckt werden; anteilig erfolgt auch eine Kostenübernahme durch das Land. Die Verlegung der Leitungen ist also in greifbare Nähe gerückt – und ich glaube nicht, dass es uns davor gelingt, die Bahn zu bauen. Warum erfolgt die Eintragung in den Bauleitplan vor dem Referendum, wenn es auch die Möglichkeit gibt, diese nachher eintragen zu lassen? Albert Pürgstaller: Die Eintragung in den Bauleitplan gibt der Gemeinde die Möglichkeit, Informationen zur Grundverfügbarkeit, zu Überflugrechten und zur Umweltverträglichkeitsprüfung
sammeln zu können. Nur durch diese Überprüfung ist es möglich zu ersehen, ob die Seilbahnverbindung machbar ist oder nicht. Bevor das Referendum stattfindet, müssen die technische, wirtschaftliche und strategische Machbarkeit geklärt sein – die Bevölkerung soll ja über ein effektiv realisierbares Gesamtpaket entscheiden können. Wer besser informiert ist, entscheidet auch besser. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
info Weiterführende Infos: Die Standortuntersuchung mit der Bewertung der einzelnen Standorte, ein Informationsblatt der Gemeinde sowie der Videoclip mit der Simulation der Trassenführung sind im multimedialen BrixnerPlus, aber auch auf der Homepage www.brixen.it / Projekte & Themen / StadtBergBahn abrufbar.
Wäre die Sportzone Milland mit der Realisierung der Südspange eine geeignete Alternative? Albert Pürgstaller: Die Südspange braucht es – unabhängig davon, ob die Seilbahn kommt oder nicht. Die Talstation in der Sportzone Milland zu errichten hieße aber, eine Kathedrale in der Wüste zu bauen: Es müssten dort Parkplätze entstehen wie in Reischach, und dies kann kein Vorbild für uns sein. Wenn Alternativvorschläge auf den Tisch gekommen wären, deren Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit auch belegt ist, wären wir gerne bereit gewesen noch einmal zu diskutieren. Dies war aber nicht der Fall. Beim Bau der Seilbahn müssten die Hochspannungsleitungen vielleicht abgedeckt werden,
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Rund um die „Keschtn“ z Der Kastanienbaum prägt das Landschaftsbild des Eisacktals, und die „Keschtn“ waren früher ein unabkömmliches Lebensmittel: Das Kastanienmehl galt nämlich als Ersatz für das viel teurere Weizenmehl. Heute verarbeiten kreative Köche die Kastanie zu vielfältigen Vor-, Haupt- und Nachspeisen wie Kastaniensuppe, Nudeln aus Kastanienmehl oder Kastanienkrapfen. Bei den
Eisacktaler Kastanienwochen des Bezirks Eisacktal des Hoteliersund Gastwirteverbandes laden 19 Gastbetriebe zwischen Vahrn und Ritten dazu ein, diese Spezialitäten zu verkosten. Umrahmt werden die gastronomischen Wochen, die heuer vom 19. Oktober bis zum 4. November stattfinden, mit geführten Wanderungen, Konzerten, Märkten oder Herbstfesten. Nähere Infos zu den „Eisacktaler
Kastanienwochen“ finden alle Interessierten im Internet unter www.kastanie.it. db
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Wirtschaft & Umwelt
EISACKTAL
Informationstafeln zum Hochwasserschutz z Mitte August wurden in den Brixner Rappanlagen die ersten Informationstafeln zum Projekt „Flussraum Mittleres Eisacktal“ aufgestellt: „Sie geben weitreichenden Aufschluss darüber, wie es um die Ökologie und den Hochwasserschutz im Raum Brixen steht und welche Maßnahmen dazu in den kommenden 20 Jahren geplant sind“, so Alexander Pramstraller vom Amt für Wildbachverbauung. Parallel zu den dauerhaft installierten Tafeln in den Rappanlagen werden dieselben Inhalte auch in
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Form einer mobilen Wanderausstellung in zahlreichen Schulen und Gemeindehäusern des Projektgebiets gezeigt. Das große Hochwasserrisiko, die umfangreichen Eingriffe baulicher Natur und die notwendige Aufklärung der Bevölkerung für eigenständige Vorsorge machen es notwendig, die Bürger laufend auf dem aktuellen Stand der Dinge zu halten und aktiv in das Projekt mit einzubeziehen. Teil der Informations- und Sensibilisierungsinitiativen sind auch die „Wasserwerkstätten“ im Bildungs-
Rund 25 Bio-Bauern präsentieren beim Biologischen Erntefest samt Kinderprogramm am 7. Oktober im Vinzentinum ihre biologischen Produkte. Das Fest dauert von 10 bis 17 Uhr an; für das kulinarische Wohl sorgt die Südtiroler Gesellschaft für Gesundheitsförderung mit biologischen und vollwertigen Speisen.
haus Kloster Neustift. Mit Schülern aus Grund- und Mittelschulen wird dabei am Biotop des Klosters die ökologische Artenvielfalt studiert und am nahegelegenen Flussufer des Eisacks auf spielerische Art und Weise der Hochwasserschutz baulich simuliert. Am 16. November findet schließlich das diesjährige große Flussraumforum
statt. Dabei laden die Projektverantwortlichen wiederum sämtliche Interessensvertreter und Akteure ein, um ihnen den aktuellen Stand der Dinge zu erläutern und die weiteren Schritte vorzustellen. Noch im Winter 2012/13 erfolgt die Ausschreibung für die Planung der Hochwasserschutzmaßnahmen in der Brixner Altstadt. db
Der Bäuerliche Notstandsfonds startet wieder seine Weihnachtskartenaktion. Das Geld kommt unverschuldet in Not geratenen Familien in Südtirol sowie bedürftigen Familien in Süd-Sudan zugute. Infos unter www.menschen-helfen.it
Züge, die durch Brixen fahren, dürfen nachts nur mehr in Notfällen ein akustisches Signal abgeben – dies hat das Regierungskommissariat auf Anfrage der Gemeinde angeordnet. Die lauten Töne haben bisher manche Anrainer nachts aus dem Schlaf gerissen.
Foto: Christjan Ladurner / Architekturplus
STADTGEHEIMNISSE Foto: Shutterstock
Woher stammt das Törggelen? Getörggelet wird heute landauf, landab – der ursprüngliche Brauch ist allerdings im Eisacktal entstanden. Hier, im nördlichsten Weinanbaugebiet, reichte die Weinmenge, anders als beispielsweise im weinreichen Etschtal, nicht bis gegen Ende des Jahres, und der „Nuie“ wurde schon sehnsüchtig erwartet. Sprachlich gesehen stammt das Wort „Törggelen“ dabei vom lateinischen „torquere“ (pressen) ab, worauf auch die „Torggl“, die Traubenpresse im Kelterraum, verweist. Das Törggelen fand früher nur unter den Winzern statt und war nichts anderes als eine Verkostung des neuen Weins im Kellerraum, wobei Erfahrungen kritisch ausgetauscht wurden. Später siedelte man dann zur Weinprobe in die wärmere Stube hinauf und reichte zum Wein auch die bekannte deftige Bauernkost. Man begann, auch Nachbarn und Verwandte miteinzuladen, und die ursprüngliche Weinverkostung wandelte sich zur geselligen Törggele-Partie, Musik und Tanz inklusive. Anregungen: redaktion@brixner.info
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Durchführungsplan genehmigt z Mit 16 Ja-Stimmen, elf NeinStimmen und zwei Enthaltungen hat der Gemeinderat von Brixen nun auch den Durchführungsplan für eine Wohnzone in der Carduccistraße genehmigt, nachdem bereits Ende November des Vorjahres die entsprechende Bauleitplanänderung und ein Raumordnungsvertrag beschlossen worden waren. Damit kann der Bauherr nun die Detailplanung für das vorgesehene Bauvolumen von 28.000 Kubikmeter angehen und nach Ausstellen der Baukonzession auch mit dem Bau beginnen. Die Umwidmung von Ende November 2011 von Gewerbezone auf Wohnbauzone sah eine Senkung der Baudichte von 4,5 auf 3,6 m3/m2 vor. Die Wohnungen werden dem freien Wohnungsbau zugeführt, 60 Prozent davon werden konventioniert. Als Gegenleistung für diese Umwidmung erhält die Gemeinde Brixen eine ausgebaute Polizeistation für die Stadtpolizei mit zehn Garagen
und zehn Stellplätzen, 1.867 Kubikmeter Büros und 933 Kubikmeter Nebenräume, eine Grundparzelle von 1.163 Quadratmeter in der Carduccistraße, auf der ein Kinderspielplatz realisiert werden wird, sowie eine 1.744 Quadratmeter große Grundparzelle in der Peter-Mayr-Straße. Ebenfalls realisiert wird eine Lärmschutzwand an der Bahn. Der dadurch erzielte Gesamtmehrwert der Gemeinde beträgt etwa 3,3 Millionen Euro; allein der Sitz der Stadtpolizei hat einen Wert von 2,4 Millionen Euro. Der Durchführungsplan sieht vier Gebäude vor – eines davon, das längs der Eisenbahnlinie errichtet wird, wird eine lärmschützende Funktion haben, wobei an der westlichen Seite lärmschluckendes Material verwendet wird – die Wohn- und Schlafräume sind hingegen gegen Osten ausgerichtet. Dieses Areal hat früher die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft beheimatet. wv
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BRIXEN
Busbahnhof im Umbau
Acquarena feierte Geburtstag
Projekt für die Neugestaltung des Busbahnhofs wurde vom Landesmobilitätsressort in Abstimmung mit der Brixner Gemeindeverwaltung definiert und vom Brixner Ingenieurteam Bergmeister ausgearbeitet. Die Kosten für die Bauarbeiten betragen 770.000 Euro und können über EU-Fonds gedeckt werden. Für die Ausführung der Arbeiten zeichnet die Südtirol Transport Strukturen AG (STA) verantwortlich. Während der Bauarbeiten, die bis Anfang Dezember andauern, werden insgesamt vier verschiedene Abfahrtsbereiche für die einzelnen Buslinien am Busbahnhof und in der Dantestraße eingerichtet; entsprechende Informationsschilder sind ausgehängt. db
vom Laura Willeit Quartet, Vorführungen von Acquagym, Zumba, Slakeline, Dynamic Dance sowie ein Riesenwuzzler-Turnier, bei dem am Ende auch ein Team der Stadtwerke gegen ein Team der Gemeindeverwaltung antrat. Bürgermeister Albert Pürgstaller freute sich, dass die Vision seines Vorgängers Klaus Seebacher Realität wurde, den Brixnern ein Spaßbad zu bauen, das für Sportler und Freizeitschwimmer sowie für Saunagänger und FitnessBegeisterte gleichermaßen attraktiv ist. Stadtwerke-Direktor Wolfgang Plank, Präsident Peter Winkler und sein Vize Carlo Costa freuten sich über den Erfolg der Acquarena, die seinerzeit von Architekt Ralf Dejaco geplant worden war – und die in der Planungsphase auch heftig kritisiert wurde. Heute wissen Brixner und Gäste das Bad zu schätzen. wv Foto: Lukas Auer
z Als im Jahr 2006 der neue Busbahnhof vor dem Universitätsgebäude in Betrieb ging, hielt sich die Begeisterung über die Gestaltung und Benutzerfreundlichkeit des Areals in Grenzen. Nun wird der Busbahnhof umgestaltet: Die Haltestellen werden von zehn auf 14 aufgestockt und einige Halteplätze für den längeren Aufenthalt neu reglementiert. Zudem erfolgt eine Neugestaltung der Warteunterstände, die durchgängig überdacht werden, und auch die Voraussetzungen für die Beleuchtung und Überwachung des Busbahnhofs werden geschaffen. Ziel der Umbauarbeiten ist es nicht nur, die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, sondern auch die Verkehrsmanöver und die Sicherheit innerhalb des Areals zu verbessern. Das
z Am 16. November 2002 wurde Brixens Acquarena eröffnet – fast genau zehn Jahre später, am 8. September 2012, feierte das beliebte Spaßbad seinen zehnten Geburtstag. Die neue Direktorin Petra Untermarzoner hatte bei strahlendem Wetter unter Mithilfe verschiedener Vereine ein unterhaltsames Programm gestaltet, das von den leider nicht besonders zahlreich anwesenden Gästen begeistert angenommen wurde. Im großen Becken des Freibereichs präsentierten die Wasserrettung Eisacktal und der Taucherverband ihre Tätigkeiten, der SSV Brixen Schwimmen und der Schwimmclub organisierten ein Kinder-Aquathlon und ein Turmspringen. Als Höhepunkt schwamm die schnellste Brixnerin, Olympia-Teilnehmerin Laura Letrari, gegen den schnellsten Brixner, Junioren-Landesmeister Matthias Dalfovo. Es gab Musik
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BRIXEN
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NACHGEFRAGT
„Sehe Überprüfung gelassen“ Herr Frasnelli, die Landesregierung prüft, ob die Eisackwerk Mühlbach GmbH der Pflicht zur Offenlegung von Treugebern nicht nachgekommen sei. Befürchten Sie den angedrohten Entzug der Konzession? Das müssen wir in keinem Fall befürchten, und wir sehen diese Nachricht vollkommen gelassen, weil es an der Eisackwerk Mühlbach GmbH keine beteiligten Treuhandgesellschaften gibt und auch nicht gegeben hat. Folglich konnten wir auch nichts offenlegen. Wie kann die Landesregierung aber zu dem Verdacht kommen?
Es ist uns vollkommen unbekannt, wie man zu dem Verdacht gekommen ist. Auf der Homepage der Handelskammer kann jeder überprüfen, dass an der Eisackwerk Mühlbach GmbH keine Treuhandgesellschaften beteiligt sind, und ich lege die Eigentumsverhältnisse hiermit auch gerne offen. Die Eisackwerk Mühlbach GmbH gehört zu 5,5 Prozent der Bozen Invest, zu 20 Prozent der Privatperson Peter Thun, zu 37,25 Prozent meiner Firma Investa und ebenfalls zu 37,25 Prozent der Firma des Bozner Wirtschaftsberaters Karl Pichler. Die Eisackwerk Mühlbach ist also zu 100 Prozent in Südtiroler Hand.
Sie sehen also beruhigt der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks in Mühlbach entgegen ...? Wir produzieren ja bereits seit einigen Monaten Strom im bestehenden Werk am Mühlbacher Stausee, und ich bin guter Dinge, dass wir innerhalb November des heurigen Jahres das neue Kavernenkraftwerk ans Netz schließen können. Die alten Hochdruckleitungen werden wir vollständig entfernen. Die Arbeiten an den senkrechten unterirdisch verlaufenden Druckrohrleitungen – mit 440 Metern im Übrigen die längsten ihrer Art in ganz Europa – schreiten zügig voran.
Foto: Oskar Zingerle
HELLMUTH FRASNELLI, Miteigentümer der Eisackwerk Mühlbach GmbH, zu der von der Landesregierung angekündigten Überprüfung der Eigentumsverhältnisse seiner Gesellschaft.
oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
BRIXEN
Grabungsfreie Rohrsanierung z Die Stadtwerke Brixen führten kürzlich eine Sanierung der Abwasserleitungen in der Trattengasse durch. Keine besondere Nachricht, eigentlich, doch in diesem Fall waren weder ein Bagger noch eine Baugrube und somit auch kein Staub und keine Vibrationen zu verspüren. Die Sanierungsarbeiten wurden nämlich mit Roboteranlagen und Spezialmaschinen durchgeführt: Diese stabilisierten vorerst die Abwasserleitungen, um dann ein neues Rohr im Rohr zu bauen. Ausgeführt wurde diese grabungsfreie Rohrsanierung von der Firma Rotech aus Schabs. Zuvor hatte das Ingenieurbüro HBPM aus Brixen per Kamera-
inspektion eine Bestandsaufnahme gemacht und daraus ein Sanierungsprojekt ausgearbeitet, das die Sanierung der beiden Tonrohre mit einer Gesamtlänge von 400 Metern vorsah. Die Rohrleitungen befinden sich dabei in einer Tiefe von etwa drei Metern und nehmen sämtliche Abwässer aus den anliegenden Häusern auf. Nach der Fertigstellung dieser Arbeiten entfallen nun nicht nur die Kanalreinigungsarbeiten, sondern es ist auch sicher gestellt, dass keine Abwässer in den Boden und kein Grundwasser in den Kanal gelangt. Insgesamt kosten die Sanierungsarbeiten etwa 135.000 Euro. db
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Einrichten & Wohnen
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Glas in Perfektion Finstral-Hebeschiebetüren stehen für viel Licht im Haus, harmonische Fassadengestaltung, barrierefreien Übergang zwischen drinnen und draußen, hohen Bedienkomfort und gute Stabilität. Architektonisch besonders interessant sind die Hebeschiebetüren durch ihre auffallend schmalen Rahmen. Dabei sind sie wesentlich belastbarer als Dreh-KippTüren und eignen sich besonders für großflächige Öffnungen. Mit einem neuen Rahmensystem stellt Finstral noch stabilere und flexiblere Konstruktionsmöglichkeiten für harmonisch proportionierte Glasfronten vor. Separate Fest- und Oberlicht-Kippfelder können nun in die Fensterwand integriert werden, ohne dass der Charakter der stabilen Wand verloren geht. Außerdem sind auf die neuen Profile abgestimmte Sicherheitsbeschläge für die Hebeschiebe-Elemente verfügbar, sodass Balkon- und Terrassentüren mit dem gleichen Sicherheitsstandard wie Fenster ausgestattet werden können.
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Die schlanken Rahmen benötigen nur eine sehr flache Schwelle, die durch ihre thermische Trennung gut in die wärmedämmende Konstruktion eingebunden ist. Die Verglasung der Hebeschiebetür wird standardmäßig mit zwei 6 mm starken Einzelscheiben ausgeführt. Das 30-mm-Wärmeschutzglas mit einem Ug-Wert von 1,1 W/m²K in Verbindung mit den
Mehrkammerprofilen bewirkt eine hohe Wärmedämmung bereits in der Grundausstattung.
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neue Finstral-Hebeschiebetür besteht in der Standardausführung aus hochwertigem und strapazierfähigem Kunststoff. Sie entspricht auch in der Farbgebung dem aktuellen Trend zu leichter, transparenter Gestaltung des Wohnumfeldes und ist in vielen hellen Oberflächen und Farben erhältlich. Für besonders hohe Ansprüche an Optik und Wetterbeständigkeit ist die Tür auch mit außen aufgesetzter Aluminiumschale lieferbar, die in vielen RAL- und verschiedenen MetallicSonderfarben angeboten werden. Auf Wunsch ist eine beidseitige Aluminiumverblendung möglich, sowie die Ausführung in HolzKunststoff oder Holz-Aluminium. Weitere Informationen unter www.finstral.com
Die neue Hebeschiebetür von Finstral eröffnet eine neue Dimension grenzenloser Wohnfreude
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Schönes für Zuhause Elegant präsentiert sich das neue Geschäft „Ambiente Home & Wine“ im idyllischen Säbener-Tor-Durchgang, das mit der Kombination aus Dekoration für Zuhause und edlen Tropfen einzigartig ist in Brixen. Bereits der Blick ins Schaufenster lässt das Herz von Einrichtungsliebhabern und Weinkennern höher schlagen. Kerzen, Düfte, Kissen, Decken und eine große Auswahl an edlen Weinen – als Geschenkideen oder einfach für sich selbst – bietet Geschäftsinhaberin Doris Lutteri ihren Kunden. Mit viel Liebe zum Detail wurde jeder einzelne Artikel ausgewählt und in Szene gesetzt, um so nicht nur ein Geschenk, sondern auch die eigenen vier Wände aufzuwerten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das Geschäft, das Anfang Oktober seine Tore öffnet, ist einzigartig in der Bischofsstadt und auf jeden Fall ein neues Highlight im Stadtzentrum.
Edles für Weinkenner. Im „Ambiente“-Sortiment findet man
nicht nur edle handgestrickte Designerkissen, warme Decken für die Winterzeit, verwöhnende Duftkerzen oder Kleinigkeiten für ein schönes Zuhause, sondern auch eine ganz spezielle Wein-Ecke mit edlen Weinetiketten. Geschäftsinhaberin und Sommelier Doris Lutteri berät die Kunden in Sachen Wein – sei es für ein gemütliches Gläschen daheim oder für die passende, schön verpackte Weinflasche zum Verschenken.
Geschenke der besonderen Art. Alles andere als alltäglich sind auch die anderen Artikel, die es im „Ambiente Home & Wine“ zu erwerben gibt. Wer auf der Suche
nach einem passenden Geschenk für einen Geburtstag, für Weihnachten, einer Geschäftseröffnung, einer Einladung oder für sich selbst ist, ist im Säbener-TorDurchgang genau richtig und kann sich das gemütliche Ambiente zu sich nach Hause holen. Egal, ob für Männer oder Frauen: Hier wird man bei Geschenken in jeder Preisklasse fündig. Auch Gast- und Hotelbetriebe finden in dem mit viel Liebe und Holz eingerichteten Geschäft geeignete Dekoration, um ihre Räumlichkeiten noch schöner und heimeliger zu gestalten. Ein Blick ins neue Geschäft lohnt sich allemal.
Doris Lutteri, Geschäftsinhaberin
„Mein neues Geschäft ‚Ambiente Home & Wine’ ist ab Anfang Oktober für Sie geöffnet. Ich freue mich jetzt schon, Sie dort begrüßen zu dürfen!“
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Entspannt schlafen Gerade weil erholsamer Schlaf so wichtig ist, sollte man sich beim Bettsystem nur für beste Qualität entscheiden. Die moderne Lebensweise zwingt den Menschen immer mehr zum Sitzen – sei es bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder zu Hause. Hinzu kommt, dass er die meiste Zeit des Tages in einer für den Rücken ungünstigen Haltung verbringt. Daran lässt sich nicht immer etwas ändern. Man kann aber dafür sorgen, dass der Körper nachts entspannt und sich erholt.
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Einrichten & Wohnen
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Optimiertes Bettsystem. Um
diesbezüglich optimale Voraussetzungen zu schaffen, hat die Firma „dormabell“ Bettsysteme entwickelt, die mehr Entlastung für Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenke bringen. Der individuell einstellbare Bettrahmen mit gut durchdachter Unterfederung bildet eine ideale Grundlage; höhenverstellbare Elemente und
Anhand des „dormabell“ Mess-Systems werden die individuellen „Schlafmaße“ ermittelt
fein justierbare Festigkeitsschieber sorgen sowohl in Seiten- als auch in Rückenlage für eine entspannte Liegeposition.
Der Mensch ist das Maß. Da-
mit der Bettrahmen das hält, was er verspricht, muss er individuell auf die jeweilige Person eingestellt werden. Mithilfe eines „dormabell“-Mess-Systems
Bei Betten Erler wird man optimal beraten
Erholung in bester Lage Den dormabell Innova Rahmen stellen wir ganz individuell auf Ihre Körpermaße ein und kombinieren ihn mit der passenden Matratze zu Ihrem optimalen Bettsystem.
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werden die Einstellungen des Rahmens bestimmt, indem die Körperkontur, die Körpergröße, das Gewicht und die bevorzugte Schlaflage des Kunden erfasst werden. Eine darauf abgestimmte Matratze macht den Schlafkomfort schließlich perfekt. Die bewährten „dormabell“Bettsysteme erhält man bei Betten Erler in Brixen, wo sie auch individuell eingestellt werden. Darüber hinaus bekommt man bei Betten Erler auch Zudecken aus eigener Werkstatt – individuell auf die jeweiligen Schlafgewohnheiten abgestimmt. Betten Erler ist damit das Fachgeschäft in Brixen für erholsamen Schlafgenuss.
Entlastung der Schulter Unterstützung der Wirbelsäule Entlastung der Hüfte, Schonung der Knie
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Das Bad als Wohnraum Das Baddesign und die Badgestaltung haben sich im Laufe der Jahre verändert – weg von reiner Zweckmäßigkeit hin zu mehr Ambiente und Wohnlichkeit. Handtuchhalter sowie Spiegelvarianten mit und ohne Licht, wahlweise mit Glasablage und Steckdose. Die Memento Lichtspiegel in den Breiten 60, 80 und 120 cm sind optional mit einem Soundsystem „+Sound“ erhältlich. Das komplette System ist unsichtbar in den Badezimmerspiegel integriert, die Übertragung und Steuerung der Musik erfolgt drahtlos per Bluetooth. iPhone, iPad und alle weiteren Bluetooth-fähigen Geräte wie Mobiltelefone oder MP3-Player können problemlos eingesetzt werden.
Leichtigkeit sorgen soll – das zugehörige luftige Möbel betont diesen Eindruck noch einmal. Der Waschtischunterbau hat einen Platz sparenden integrierten Handtuchhalter, die Konsolenschublade ein optional herausnehmbares Tablett. Für den ganz persönlichen ästhetischen Spielraum sorgt zudem die Möglichkeit, die Möbelfronten über ein Magnetsystem einfach auszutauschen; neben Kastanie
sind sie auch in den Farben Sand, Aqua und Grey erhältlich. Ein Spiegelsystem, eine freistehende Badewanne, ein WC und Bidet in schwungvollem Design runden die Kollektion ab. Viele andere Badausstattungen von Villeroy & Boch sowie anderer bekannter Hersteller findet man in den Bäderausstellungen von „Innerhofer – Bad und Haustechnik“.
Natürliche Eleganz. Ganz an-
ders die Kollektion „My Nature“, ebenfalls von Villeroy & Boch. Zentrales Element ist hier der geschwungene Waschtisch, der mit seinem schlanken Körper für
Villeroy & Boch, Memento
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Die Badserie „Memento“ von Villeroy & Boch besticht durch eine minimalistische Formensprache in zeitlosem Design. Befreit von allem Überflüssigen bringt Memento konsequente Geradlinigkeit ins Bad. Die Kollektion umfasst Waschtische in sechs verschiedenen Größen und ein Handwaschbecken. WC und Bidet, beide wandhängend, greifen das typische Memento-Design auf. Die Keramikteile gibt es in hochglänzendem Weiß, in mattem Edelweiß, in Glossy Black und teilweise auch mit Dekor. Stimmig ergänzt wird die Kollektion durch ein Möbelprogramm aus edlen Materialien. Zur Wahl stehen verschiedene Waschtischunterschränke mit Auszügen und Schubladen, Waschtischplatten in unterschiedlichen Breiten, passende
Mit einer Badrenovierung ist jetzt Geld gut angelegt. Neu, schön, funktional – das gibt neue Lebensfreude und jeden Morgen frische Energie. Immer gut beraten mit einem Bad von INNERHOFER. Beratungstermine in den Bäderausstellungen: St. Lorenzen (Tel. 0474 470-200), Meran (Tel. 0473 272400), Trient (Tel. 0461 1730-900) und Belluno (Tel. 0437 273-400) www.innerhofer.it
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Intelligent vernetzt Neue Elektrolösungen bringen mehr Wohnkomfort und niedrigere Stromkosten – und entlasten zudem die Umwelt. In Verbindung mit intelligenter KNX-Haustechnik lassen sich zahlreiche Raumfunktionen zentral steuern. Beleuchtung, Jalousien oder Temperatur: Viele Raumfunktionen lassen sich dank intelligenter KNX-Haustechnik bequem zentral steuern – manuell, automatisch, flexibel per Funk, über Touchscreen oder über eine entsprechende App sogar vom iPhone, iPad oder iPod touch aus.
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neueste Generation von Türsprechanlagen informiert nicht nur in Echtzeit, sondern auch über vergangene Besuche: Beim Auslösen der Türklingel wird der Besucher am Videodisplay angezeigt, gleichzeitig ein Foto im Bildspeicher hinterlegt. So weiß man immer, ob jemand zu Besuch kommen wollte – auch wenn man mal nicht da gewesen ist.
Musikgenuss aus der Wand. Ein
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Einbauradio in der Küche und im Bad oder ein elegantes MusikMinicenter mit Docking-Station für MP3-Player, iPod und iPhone: In die Haustechnik integrierte HomeEntertainment-Systeme verschwinden nahezu ganz in der Wand. Was bleibt, ist ein großartiges Klangerlebnis in Schaltergröße. Externe Hi-Fi-Geräte können über entsprechende Anschlüsse bequem angedockt werden.
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Moderne Antennen garantieren einen Signalempfang in Premiumqualität und ein Höchstmaß an Funktionalität. Neueste Multifeed-Satellitenempfangssysteme ermöglichen darüber hinaus den Empfang von gleich mehreren Satellitenpositionen.
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Staubsauganlagen überzeugen durch komfortables Handling, geringere Lärmbelästigung und bessere Hygiene. Durch die Trennung von Staubansaugung und Zentralgerät werden Staubpartikel wirksam aus den Wohnräumen abgesaugt, ohne dass feinste Mikroteilchen über Umwege wieder zurückgelangen. So werden Allergie- und Krankheitserreger vollständig entfernt, und die Raumluft bleibt sauber. Für diese und viele weitere Lösungen rund um die Haustechnik findet man bei Hofer & Zelger kompetente Ansprechpartner, die mit jahrzehntelanger Erfahrung jedes Zuhause in ein komfortables Heim verwandeln.
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Auf dem Holzweg nach Italien Eine eigentlich simple Idee machte Parkett Direkt zum erfolgreichsten Anbieter von Holzböden im deutschsprachigen Raum: Hochwertiges Parkett für jedermann – schnell, unkompliziert und günstig. Ob eleganter Nussbaum-Einzelstab, rustikale Eiche, schickes Schiffsbodenparkett oder massives Stabparkett: Holzböden liegen voll im Trend. Seit über einem Jahrzehnt feiert das zeitlose Naturmaterial ein Comeback als prak-
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Passgenaue Wohnideen Schönes Wohnen beginnt mit einer optimalen Raumgestaltung und einer ganz nach Wunsch gefertigten Einrichtung, die sich perfekt in die Räume fügt und viel Platz zum Leben lässt. Jeder verbindet schönes Wohnen mit einer Einrichtung, die genau den eigenen Vorstellungen entspricht, perfekt in die jeweiligen Räume passt und gekonnt Design, Funktionalität und Wohnlichkeit in sich vereint. Mit über 25 Jahren Erfahrung und unzähligen Referenzen im Privat- und Objektbau ist die Tischlerei Oberhuber in Schabs eine beliebte Adresse für Einrichtungen und Qualitätsmöbel nach Maß.
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Einrichten & Wohnen
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Kunden, um dessen individuelle Wohnwünsche zu erfassen und ihn bei der Raumgestaltung und -einrichtung optimal zu beraten. Die Planung erfolgt detailgetreu und in realitätsnaher 3D-Visualisierung, die Fertigung verläuft passgenau und formschön. Mit
viel Erfahrung und stilsicherem Gespür für zeitgemäßes Wohnen entstehen so einzigartige Wohnideen für Bäder, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Garderoben, Küchen, Büros, Ausstellungs- und Aufenthaltsräume, Speisesäle, Rezeptionen und Ferienwoh-
nungen – von traditionell, klassisch, rustikal bis modern, kombiniert mit verschiedensten Materialien wie zum Beispiel Glas, Edelstahl, Gips oder Stein und stets in bester Qualität sowie zu einem fairen Preis.
Genau nach Wunsch und Maß. Im traditionsreichen Familienunternehmen wird jede Einrichtung ganz nach den Wünschen und Vorstellungen des Kunden gefertigt. Dazu nimmt man sich im Vorgespräch viel Zeit für den
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Tischlerei Gebr. Oberhuber GmbH Handwerkerzone Förche 28 39040 Natz-Schabs Tel. 0472 412 441 www.tischlerei-oberhuber.it
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Planung mit 3D-Visualisierung
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duka AG
Kann man ein gutes Produkt noch verbessern? duka kann! Der Duschkabinenspezialist aus Südtirol hat getreu dem Motto „Gut ist nicht gut genug“ sein Erfolgsmodell „gallery 3000“ gründlich überarbeitet. Die neue „gallery 3000 new“ kann sich sehen lassen: Bestechend als Duschabtrennung aus einem Guss ergänzt sie die Vorteile ihrer Vorgängerversion um viele neue Ideen und Lösungen. Die Modellreihe „gallery 3000 new“ stammt aus dem vertica-Segment und richtet sich an Kunden mit einem ausgeprägten Gespür für ausgefallene Lösungen und ansprechendes Design zu einem hervorragenden Preis-LeistungsVerhältnis.
Zeitlose Eleganz neu interpretiert. Die schlanke Silhouette der Profile wurde bewahrt, jedoch gibt es von außen keine sichtbaren Verschraubungen auf den Profilen mehr, was der „gallery“ eine organische Anmut verleiht.
Dass sich die Kabine trotzdem auch nachträglich feinfühlig justieren lässt, steht selbstredend für duka-Technik. Die Scharniere dürfen diesem hohen Anspruch natürlich in nichts nachstehen. Keine Abstufungen mehr, allseitig geschlossen, bieten sie nun keine Angriffspunkte mehr für Schmutz und Ablagerungen. Selbstverständlich wurde vom Vorgängermodell die bewährte Innenbündigkeit der Scharniere beibehalten – ein eindeutiges Plus für Reinigung und Ästhetik der Duschabtrennung.
Gleitender Schließmechanismus und Schwebeoptik. Alle
Varianten der „gallery 3000 new“ verfügen über einen Hebe-/Senkmechanismus der Tür. Unsichtbar
in das Scharnier integriert, hebt dieser die Tür beim Öffnen leicht an und lässt die Tür auf den letzten Zentimetern selbsttätig in die Schließposition gleiten. Komfort, made by duka! Selbst Details wie die Stützen der gallery wurden nicht unangetastet gelassen. Diese sollten weniger Befestigungspunkte an der Wand benötigen, was weniger Bohrungen und Montageaufwand bedeutet. Gleichzeitig sollten sie die Linie der neuen „gallery“ unterstreichen. Die Techniker der duka lösten diese Aufgabe, indem sie das Design der neuen Stützen anpassten und Varianten entwickelten, die sich in die Oberkante der Tür harmonisch integrieren und von außen fast nicht wahrgenommen werden.
Vielseitig überzeugend. Die
„gallery 3000 new“ wird in unterschiedlichsten Varianten für jeden Geschmack angeboten: Als Lösung für die Nische, als Eckeinstieg oder Rundkabine – ein echtes Allroundtalent aus dem Hause duka, zu erleben ab November 2012 bei allen dukaFachhändlern.
gallery 3000 new duka hat einen Klassiker neu erfunden – die gallery 3000 new. Ausgereifte, pflegeleichte Technik, verpackt in zeitlosem Design, das sich harmonisch in jedes Bad einfügt. Die neue gallery 3000 – ab November bei Ihrem Fachhändler. www.duka.it
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Küchen, die inspirieren Elegante Designküchen, modernste Küchentechnik und einzigartige Wohnraumkonzepte – das sind die Zutaten, mit denen das Einrichtungshaus Tötsch geschmackvolle Wohlfühlküchen für Individualisten kreiert. Moderne Küchen präsentieren sich heute als Teil einer offenen Wohnwelt, in der die verschiedenen Wohnbereiche fließend ineinander übergehen. Einen Überblick über aktuelle Küchentrends international führender Küchenmarken wie Ewe oder Modulnova kann man sich in der
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Einrichten & Wohnen
EINRICHTUNGSHAUS TÖTSCH
großen Ausstellung im Einrichtungshaus Tötsch in Wiesen bei Sterzing verschaffen. Als Neuheit besticht insbesondere die junge Premiummarke Intuo von Ewe, die mit ihrem reduzierten, charakterstarken Design den exklusiven Geschmack kompromissloser Ästheten trifft. Für eine perfekte
Geometrie sorgen extradünne Arbeitsplatten oder designorientierte Thekenlösungen, die horizontale Linien schaffen und einzigartige Akzente setzen. Als eine exklusive und nicht alltägliche Designidee werden Fronten in durchgehendem Holzfurnierbild angeboten. Besonderheiten wie versenkbare Dunstabzugshauben, edle Glashängeborde und wohnliche Elemente runden die Philosophie der Intuo-Designküchen perfekt und extravagant ab.
Innovative Küchentechnik. Das
Intuo – Designküchenlinie für Individualisten
Der innovative KochfeldDunstabzug von Bora
Einrichtungshaus Tötsch führt auch die neueste Küchentechnik im Programm und verwandelt damit jede Designküche in eine echte Wohlfühlküche. Ein Mehr an Komfort beim Kochen bringt
beispielsweise der innovative Kochfeld-Dunstabzug von Bora. Dieser saugt den Kochdunst genau dort ab, wo der Dunst entsteht, direkt am Kochfeld – energiesparend, geräuscharm und wesentlich wirksamer als herkömmliche Dunstabzugshauben.
Ein Spezialist für anspruchsvolles Wohnen. Seit über dreißig
Jahren überzeugt das Einrichtungshaus Tötsch mit Kompetenz und Qualität. Im Sterzinger Einrichtungshaus findet man nicht einfach nur Möbel, sondern einzigartig raffinierte Wohnideen sowie eine fachkundige Betreuung bei der Realisierung von anspruchsvollen und individuellen Wohnkonzepten.
DIE MEISTERMALER
Mehr als nur vier Wände Eine Wand ist nicht nur eine Wand – immer öfter wird sie zu einem dekorativen Gestaltungselement, beispielsweise durch besondere Formgebung, Struktur, Farbe oder Materialien. Wie man mehr aus Wänden machen kann, zeigen die Meistermaler aus Vahrn mittlerweile seit rund 15 Jahren: Ihre Palette reicht von klassischen Malerarbeiten über Farbgestaltungen nach Feng-Shui bis hin zu kreativen Oberflächengestaltungen. Besonders im Trend sind dekorative Spachteltechniken mit Verwendung besonderer Materialien, wie zum Beispiel gemahlenem Naturstein (Terrastone), einem fugenlosen Belag auf Zementbasis (Pandomo) oder Kunstharz, die den Oberflächen eine ganz besonders edle Optik verleihen. Aber auch Tapeten kehren vermehrt in die Räume zurück und verbreiten mit extravaganten Mustern und Formen einen Hauch von Retro-Look.
Wohnen in Stufels: Ausführung der Gipsbau- und Malerarbeiten von Kunstharzböden findet man im Vahrner Meisterfachbetrieb stets kompetente Ansprechpartner für die Innen- und Außengestaltung. Zahlreiche Referenzen sprechen für das starke Leistungsprogramm und belegen die Vielseitigkeit des 17-köpfigen Handwerksbetriebes.
Klaus Holzmann und Siegfried Heidegger
Kulturzentrum Rosenbach in Bozen: Gipsbau in ovaler Form mit Akustikputz
„Viele unserer Kunden betreuen wir bereits seit Jahren; auf diesem Wege möchten wir uns herzlich für deren Vertrauen und die langjährige Zusammenarbeit bedanken.“
Ein vielseitiger Malerbetrieb. Neben Maler-, Tapezier- und Spachtelarbeiten leisten die Meistermaler noch viel mehr: Von der Wärmedämmung, Fassadengestaltung einschließlich der Oberflächenbehandlung von Fenstern, Holz, Dächern und Balkonen über kleinere Stuckarbeiten bis hin zu Trockenbau, Sichtbetonsanierungen und der Verlegung
Boutique Oehler unter den Großen Lauben: behutsame Wandgestaltung und Lackierarbeiten zur Wahrung der geschichtsträchtigen Atmosphäre
Apotheke Peer: Ausführung der Maler- und Gipsbauarbeiten, Verlegung der Kunstharzböden und Fassadengestaltung des denkmalgeschützten Stadthauses
Hotel Pupp: Fassadengestaltung mit Besenputz, Malerarbeiten und Gipsbau
Raiffeisenkasse Eisacktal: Gipsbau- und Malerarbeiten sowie Vollwärmeschutz
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Hunderte Kinderfotos haben uns auch dieses Jahr für unsere Foto-Aktion erreicht – und dieses Mal konnten wir auch alle Fotos veröffentlichen – zum Teil in dieser Papierausgabe, zum größeren Teil im multimedialen BrixnerPlus. Lustige, weinende, lachende, aber vor allem glückliche Kinder lachen aus dieser Ausgabe und aus dem Internet. Besonders angetan hat es uns heuer der kleine Alex Misura aus Tschötsch. Das verschmitzte Lächeln hat die interne Jury überzeugt: Somit darf sich der Fotograf des Siegerfotos über ein Überraschungsgeschenk freuen, das freundlicherweise von Elektro Reichhalter zur Verfügung gestellt wird. Kinderfotos, die aus Platzgründen nicht im „Brixner“ abgedruckt wurden, können im BrixnerPlus angesehen werden
Extra
Kinderfotoaktion
Verschmitzter Schnappschuss – entweder auf unserer Homepage www.brixner.info oder am iPad und iPhone in der „Brixner“-App. Wir bedanken uns bei den Einsendern für die rege Teilnahme!
Alle in Papierform abgegebenen Bilder können selbstverständlich wieder in unserer Redaktion (Brennerstraße 28, Brixen) abgeholt werden.
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Jana Pfattner, Brixen
Gabriel Prosch, Meransen
Fabian und Renè, Vahrn Marie Unterkofler, Brixen
Liam, Neustift Maria und Elias Hasler, Latzfons Emily Gallmetzer, Thomas Huber und Fabian Gallmetzer, Brixen
Lukas aus Brixen Omar Hadziahmetovic, Brixen
Simon und Rafael Girardi, Vahrn
Maja Huber, Elvas
Jakub Misura, Tschötsch
Philipp und Alexander Hofer, Brixen
Leo und Paul Hinteregger, Lüsen
Jana Prader, Afers
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Kinderfotoaktion
Lian Schroffenegger und Alexa Planatscher, Brixen
Aivie Giovanoli, Brixen
Alexandra, Rodeneck Leon Wieland Rainer, Brixen
Extra
Leo aus Brixen
Claudia Baumgartner, Albeins
Alessio Kranebitter, Vals
Sarah Freund, Brixen
Gesundheit auf Chinesisch
Regina, Tils
Cedric, Neustift
Lukas Ramoner, Brixen
Carolin und Eva Astner, Brixen
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Elia, Neustift
Nina und Lisa, Vals
Sara, Payrdorf
Aline Gostner, Afers Paula und Emil, Lüsen
Susanne und Nadine Ramoner, Brixen
Vera aus Brixen
Simon Rottensteiner, Milland
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Isabel, Rafael, Annika und Sophia Braun Latzfons
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Martina Bernardini, Milland
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Tamara Pergher, Brixen
Felix Engl, Kiens
Sofia und Alice Cicero, Brixen
Extra
Lara und Jakob Maurer, Brixen
Julia, Tamara und Lukas, St. Andrä
Malik Kornprobst, Elvas
Anna Sofie und Lea Schenk, Brixen
Moritz Leiter, Vahrn
Maximilian aus Brixen
Gratulation zum 25-Jahr-Mitarbeiterjubiläum
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Die Firma BERNARDI G. & SÖHNE OHG, seit 40 Jahren in der Naturstein- und Fliesenbranche tätig, feiert im Oktober 2012 das 25-Jahr-Jubiläum ihres Mitarbeiters
Stefano Scapin Bei Ettore Bernardi mit der Lehre angefangen, hat Stefano bis heute drei Generationen der Unternehmerfamilie Bernardi miterlebt. Er trägt damit einen großen Anteil am Erfolg des Unternehmens. Lieber Stefano, „Du hast schon 25 Jahre hier geschafft, mit Fleiß, Schweiß und Nervenkraft. Nimm unseren Respekt entgegen. Solche wie dich muss man pflegen, damit sie dem verrückten Treiben recht lange noch erhalten bleiben.“
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Bouba Diallo, Brixen
Raffael Fink, Brixen
Fabian Moosburger, Aicha
Julia Moosburger, Aicha
Leonora Profanter, Brixen
Tobias Nitz, Natz
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BERNARDI G. & SÖHNE Fliesen & Naturstein 72
Andrè Unterkofler, Brixen
Nadia Jabnouni, Brixen
Lukas Oberhofer, Rodeneck Simon Knollseisen, Milland
Carolin aus Brixen Laura aus Klausen
Kilian Pider, Mühlbach
Manuel und Armin Pabst, Meransen
Oscar, Franziska, Jana und Greta, Sarns
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www.konzept.it · info@konzept.it Öffnungszeiten Brixen: Mo-Fr 9-12 Uhr und Mi 15-18 Uhr 73
Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Empfang in Sarns
Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Oktober 2012 Nächster Redaktionsschluss: 6. Oktober 2012 Foto Titelseite: Piotr Drozdz-IMS Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 74
Samstag, 21. September 1912
September 1912
Vom Liebhaber der Tochter erschossen Dienstag, 3. September 1912 Letzte Woche wurde vor dem Kreisgericht Bozen gegen den Sagschneider Martin Giacomuzzi verhandelt, welcher, wie wir seinerzeit berichteten, in Mittewald den Liebhaber seiner Tochter tötete. Giacomuzzi hatte sich wegen Verbrechens der schweren Körperbeschädigung zu verantworten, denn betreffend der Verletzungen, die er dem Kofler beibrachte, erklärten die Ärzte, dass diese mit
Trinkwasser. Den Tiefrastensee umgeben nach drei Seiten Berge, bei deren Besteigung geübte und ungeübte Touristen auf ihre Rechnung kommen.
Vom Kassianeum Donnerstag, 19. September 1912 Das Kassianeum ist heuer stärker besetzt als je zuvor. Von den 56 Zöglingen dieses ausgezeichneten Instituts besuchen 38 das Untergymnasium und 18 das Obergymnasium. Die Zahl der Maturanten betrug am Ende des letzten Studienjahres zehn –
Heute abends war jung und alt unseres sonst so stillen Dörfchens in fieberhafter Tätigkeit. Galt es ja, den hochwst. Kardinallegaten von Rossum im einzig schönen Schloss Pallaus als Gast des päpstlichen Geheimkämmerers Exzellenz Baron Schönberg-Roth-Schönberg, seines treubesorgten Wiener Reisebegleiters, zu empfangen. Als der Zug die Station Albeins passiert hatte, donnerten die Böller vom Schlossgarten den Brixenern die baldige Ankunft entgegen. Schloss Pallaus erstrahlte an dem dunklen Abend in feenhafter bengalischer Beleuchtung. Nachdem die kräftigen Marschweisen der Brixener Bürgerkapelle, die man bis Sarns hörte, verklungen waren, gab der Feuerwehrhauptmann von Sarns das Zeichen zur allgemeinen Bereitschaft. Der ganze Schlossweg war mit Fackeln beleuchtet.
Promenadekonzert des Männergesangsvereins Samstag, 28. September 1912
einem solchen Werkzeuge und auf solche Art unternommen wurden, womit Lebensgefahr verbunden ist. Das Urteil lautete auf sechs Monate schweren Kerkers.
Eröffnung der Fritz-Walde-Hütte Samstag, 14. September 1912 Die Fritz-Walde-Hütte, eine Widmung des Großkaufmannes Herrn Fritz Walde in Brixen a.E. an die Sektion Brixen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, wird mit der Sonntag, den 15. September um 3 Uhr nachmittags stattfindenden Einweihung und Eröffnung der Sektion übergeben werden. Die Hütte ist von der Bahnstation Vintl (Niedervintl) zu Fuß in vier Stunden zu erreichen. Die Hütte wird vorläufig nicht bewirtschaftet, ist aber gut verproviantiert und so angelegt, dass im Bedarfsfall eine Erweiterung leicht duchführbar ist. Das Bächlein, das den reizenden See speist, versorgt auch die Hütte mit vorzüglichem
ebenfalls eine Ziffer, die noch nie erreicht wurde. Sämtliche zehn Kassianeisten wurden als reif mit Stimmeneinhelligkeit klassifiziert.
Die Kundgebung der Stadt Brixen
Am Sonntag, 29. September, findet von 11 bis 12 Uhr vormittags in der Rappanlage ein Promenadekonzert statt. Dasselbe wird ausgeführt vom Orchester des Brixener Männergesangvereins unter der bewährten Leitung des Herrn Direktors Myon.
Donnerstag, 26. September 1912 Wie nicht anders zu erwarten, hat die von uns an der Tafel angeschlagene telegraphische Nachricht von der anfangs bedenklichen Erkrankung unseres verehrten Stadtoberhauptes die Bevölkerung von Brixen in große Aufregung versetzt. Unter dem ersten Eindrucke dieser Erregung sandte Herr Magistratsrat Stremitzer – Vizebürgermeister Wiesthaler ist von Brixen abwesend – im Namen der Stadtvertretung ein Telegramm an die Frau Gemahlin des Bürgermeisters, das der tiefsten Betrübnis der Bevölkerung und dem Wunsche Ausdruck gibt, dass die göttliche Vorsehung der Familie und der Stadt noch lang Herrn Dr. v. Guggenberg erhalte.
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K uriositäten werden ohne K orrektur beibehalten.
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