Skip to main content

Brixner 261 - Oktober 2011

Page 1

Einzelnummer 0,10 Euro - Versand im Postabonnement - 45% - Artikel 1, Gesetz 46/2004 - Filiale Bozen - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

EXTRA

261

Heizung & Energie

www.brixner.info

Jahrgang 22 · Oktober 2011

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Made by

Dokumentationszentrum zur Südtiroler Schulgeschichte

Schulgeschichte(n) aus der Vergangenheit LÜSEN: Vor 90 Jahren fiel der Dorfkern von Lüsen einem Brand zum Opfer PORTRAIT: Elisabeth Fischnaller versendet seit Jahren Altkleider in den Sudan HANDBALL: Brixens erste Mannschaft führt überraschend die Elite-Liga an BRENNER BASISTUNNEL: Konrad Bergmeister erklärt: „Der Tunnel wird gebaut“


WIR PRÄSENTIEREN DIE BAUSTELLE IN RAAS: 4-Zimmerwohnung mit 2 Balkone und Keller Euro 299.000.Garage im Untergeschoss Euro 19.000.-

KLIMAHAUS B

NEUHEIT IN RAAS

FRIEDRICH ÜBERBACHER

BRIXEN

DOMPL ATZ 20

T 0472 834 100

WWW.DOMUS.CC


Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | Lüsen: Ein Dorf in Asche 09 | Event: Habemus Episcopum! 10 | Herbert Dorfmann: „Bankrott ist bereits im Laufen“ 16 | Eisacktal: Kindergartengebühren im Vergleich Menschen & Meinungen >>> 22 22 | E. Fischnaller: „Etwas Gutes für die Menschen tun“ 27 | Pro & Contra 28 | Umfrage: Gedanken zu Allerheiligen Kunst & Kultur >>> 30 30 | Doku-Zentrum: Schulgeschichte(n) aus Südtirol 33 | Ausstellung: Mit Nadel und Faden 34 | Symposion: Drama und Liturgie 35 | Musik: 20 Jahre VocalArt Freizeit & Sport >>> 42 42 | Handball: Vier Spiele, vier Siege 45 | Event Mrs. Sporty: Happy Birthday zum Zweiten! 46 | Damenfußball: „Abenteuer Serie A2“ Wirtschaft & Umwelt >>> 50 50 | BBT: „Der Tunnel wird gebaut!“ 56 | Brixen: Neue Töne im Forum 57 | Event Pro Natura: 20 Jahre Bioerlebnis in Brixen Extra 63 | Heizung & Energie

Schneckenpost Eines vorweg: Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Postboten. Es ist nur schwer vorstellbar, wie anstrengend es sein muss, Tag für Tag durch die Stadt zu düsen und Briefe abzuliefern. Die Briefe nehmen keine Rücksicht auf Wind und Wetter und wollen so schnell wie möglich ihren Empfänger erreichen. Papier ist in diesem Fall überhaupt nicht geduldig, sondern einfach nur schwer, und wer’s nicht glaubt, soll einmal versuchen, 50 Zeitschriften zu nehmen und damit in die Stadt zu latschen. Und trotzdem: Wir sind extrem unzufrieden mit der Geschwindigkeit, mit der der „Brixner“ die Haushalte erreicht. Teilweise sind wir selbst daran schuld, weil auch wir uns schwer tun, pünktlich abzuliefern, und für das neue Jahr geloben wir Besserung. Wenn aber die Post für die Verteilung eines Teils der Auflage sieben, acht oder gar zwölf Tage braucht, dann ist dies für mich absolut inakzeptabel – übrigens auch für unsere Werbekunden und für unsere Leser, die sich bei mir persönlich immer wieder beschweren. Eine Zeitschrift ist kein Werbeprospekt und braucht prioritäre Behandlung. Nachdem wir jahrelang stoisch die verspäteten Auslieferungen ohne Reklamation beobachtet haben – immer aus Rücksicht auf die Postboten, die nichts dafür können, weil die Post immer weniger Personal zur Verfügung stellt – habe ich mir nun vorgenommen, auf diesem öffentlichen Weg sanft Druck auszuüben. Ich bitte die Post und jeden einzelnen Postboten, dem „Brixner“ jene Bedeutung zukommen zu lassen, die uns nach 21 Jahren Partnerschaft auch zusteht. Ich bitte aber auch alle Leser, uns über Mail zu informieren, wann der „Brixner“ bei Ihnen eintrudelt (post@brixner.info). Wir wollen in der nächsten Ausgabe schreiben dürfen, dass sich die Situation verbessert hat.

>>> 63

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

Land _______________

Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I-39042 Brixen


Politik & Gesellschaft

Fotos: Bildungsausschuss Lüsen

BRAND IN LÜSEN VOR 90 JAHREN

Ein Dorf in Asche Am 10. Oktober 1921 brannte der Dorfkern von Lüsen samt Pfarrkirche bis auf die Grundmauern nieder. 90 Jahre und drei Generationen später gedachten die Lüsner dieses Ereignisses und zeichneten die schwierigen Folgejahre nach.

D

er Dorfbrand hatte in Kombination mit den damaligen weltpolitischen und wirtschaftlichen Ereignissen katastrophale Folgen“, umreißt Franz Kaser, Alt-Bürgermeister der Gemeinde, jene Zeit. „Die Leute waren traumatisiert von diesem

4

Unglück und hatten die bittere Not noch Jahrzehnte nach dem Brand in Mark und Bein.“

Der Abend des 10. Oktober 1921. Es war ein Montag – und Rosarimarkt in Brixen. Viele Lüsner gingen wie gewohnt den

dreistündigen Fußmarsch oder fuhren mit der „Kretze“, einem Pferdefuhrwerk mit Sitzbank, in die Bischofsstadt. Auf dem Heimweg kehrten sie bei den Gasthäusern entlang des Weges oder in den Dorfgasthäusern ein. Es war ein sonniger, leicht windiger Tag.

Eine frische Oktobernacht legte sich über das Bergdorf Lüsen. Plötzlich erleuchtete ein Feuer die Nacht. Flammen züngelten aus dem „Krumer-Haus“ des Karl Salvador, das mitten im Dorfzentrum stand. Es war kurz vor acht Uhr abends. „Es gibt mehrere


11. OKTOBER 1921: Die Ruinen des Dorfes Lüsen am Morgen nach dem verheerenden Brand

––––––––––––––––

Versionen zur Brandursache“, berichtet der Dorfchronist Paul Detomaso. „Eine besagt, dass es Brandstiftung gewesen sein muss. Eine andere, dass ein 17-jähriges Mädchen beim Lesen eingeschlafen und die brennende Kerze erst ihr Bett und dann das ganze Haus in Brand steckte. Allerdings bestreitet ihre Familie dies bis heute.“ Paul Detomaso befasste sich intensiv mit den Geschehnissen jener Zeit und hielt Anfang Oktober 2011 im Auftrag der Schützenkompanie und der Gemeinde einen Vortrag im Gemeindesaal. „Jedenfalls konnte die Ursache für den Brand nie restlos geklärt werden.“ „Der Tiroler“ brachte am Tag nach dem Brand einen Bericht mit dem Titel „Großfeuer in Lüsen“. „Ein erschütterndes Brandunglück. Lüsen abgebrannt! – Kein Telephon!“ titelte die „Brixener

Chronik“ in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober 1921. Die Schilderungen in der Lokalpresse, im „Feuerwehrbüchl“, der Pfarrchronik und im Protokollbuch der Gemeinde sind dramatisch.

führte wegen der Trockenheit nur wenig Wasser. Schnell breitete sich das Feuer vom „Krumer-Haus“ auf die zwei angrenzenden Gebäude aus. Der Wind drehte und trug die Flammen in Richtung Dorfgasse.

Zwei Handspritzen und 50 Meter Schläuche. So schlug im

„Die Ursache für den Brand konnte nie restlos geklärt werden“ Paul Detomaso, Dorfchronist

Kirchturm ein Hammer auf eine Eisenschiene und zwei kleinere Glocken, um Alarm zu geben. Die großen Glocken waren während des Ersten Weltkrieges abgenommen und für Kriegszwecke eingeschmolzen worden. Ein Hornsignal rief die Feuerwehrleute zusammen, die mit zwei Handspritzen, 50 Meter Schlauchmaterial und anderen Gerätschaften ausrückten. Sie standen allerdings auf verlorenem Posten: Der starke Wind fachte das Feuer immer wieder aufs Neue an, und die kleine Wasserleitung vom „Wotscher“ oberhalb des Dorfes

Kurz darauf brannte die gesamte südliche Häuserfront vom Gasthaus Oberwirt bis zum „Strummer“. Einzig die leicht abseits liegenden Höfe „Roder“ und „Koch“ blieben verschont, da sie von den Feuerwehrleuten bespritzt wurden. Der Wind wechselte erneut und steckte die an der Nordseite gelegenen Häuser in Brand: Klamperhaus,

Binderhaus, Prasthaus – kurzum alle Gebäude der Dorfgasse, das Großhaus und auch das Schulhaus. Innerhalb von einer Stunde brannte somit, mit Ausnahme von zwei Höfen, der gesamte Dorfkern.

Das Feuer drohte auch auf die Pfarrkirche überzugreifen, die nahe am brennenden Schulhaus stand. Die Feuerwehrleute gaben ihr Bestes und hofften sie zu retten, doch versiegte das Wasser aus der Wasserleitung. Der „Wotscherbauer“ kehrte das Wasser ab, um sein eigenes Haus, das nicht in Gefahr war, zu bespritzen. Damit 5


Politik & Gesellschaft

Noch einige Tage danach rauchten die Brandreste

––

war auch die Kirche verloren. Der Turmhelm hatte Feuer gefangen, brannte lichterloh und stürzte auf das Kirchendach. Dazu steht im Lüsner Dorfbuch: „Unheimlich, gespensterhaft und tief ergreifend soll es gewesen sein, als die Turmuhr um 23:30 Uhr ihre letzten zwei Schläge auf die Eisenbahnschiene tat, während der Helm hoch zum Himmel brannte und Feuermassen aus den Schallöchern herausdrangen.“ Um 23 Uhr kam Verstärkung durch die Brixner Feuerwehr, eine halbe Stunde später traf auch die von einem Knecht alarmierte Feuer-

wehr von Rodeneck ein. Sie bespritzten die Häuser „Roder“ und „Koch“ sowie den „Mairhof“ und schützten diese vor den Flammen. Die Dorfbewohner versuchten unterdessen zu retten was sie retten konnten und brachten die Habseligkeiten auf zwei Feldern abseits des Feuers in Sicherheit. Aus der Kirche wurde das Allerheiligste geholt und zum „Bäckn“ jenseits des Gfase-Baches gebracht, wo laut Dorfbuch „unser Herr unter einer Schar weinender Kinder und jammernder Mütter eine vorübergehende Wohnung fand.“ Um zwei Uhr nachts trafen PR-Info

DIETLINDE & HANS-WERNERLE mit ihrem neuem Programm „Zum Bledsein braucht man Hirn“ in BOZEN und VAHRN

Nach dem Motto „Lachen ist die beste Medizin“ sind die beiden Stars aus „NarrischGuat“ mit ihrem neuen Programm auch 2011 wieder auf Tournee. Zwei Stunden Lachkur sind garantiert, und dies rezeptfrei mit äußerst erfreulichen Nebenwirkungen: Ihr Herz wird lachen, das Zwerchfell stimuliert und die Bauchmuskeln werden trainiert. Freuen Sie sich auf einen therapeutisch wertvollen Abend mit Gags, Pointen und Witzen am laufenden Band.

schließlich 15 Mann der Feuerwehr Natz ein. Einer von ihnen hatte den Feuerschein durch die Nacht leuchten gesehen.

Wie konnte es dazu kommen?

29 Gebäude, davon 14 Wohnhäuser, zwei Futterhäuser und die Kirche waren binnen weniger Stunden ein Raub der Flammen, 129 Personen wurden obdachlos. Einen Grund dafür liefern Aufnahmen des Dorfes aus der Zeit vor 1921. Die Häuser waren sehr stark ineinander verschachtelt und bis auf das gemauerte Erdgeschoss zur Gänze aus Holz gezimmert. „Zudem wurden nicht nur in den Futterhäusern, sondern auch in den Wohnhäusern Heu und Holz aufbewahrt“, weiß der Dorfchronist zu berichten. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Schnelle Nachbarschaftshilfe. In

jener Nacht war Viktoria Mellauner fünf Monate alt. Sie wohnte mit ihren zwei Großeltern, sieben Onkels und Tanten sowie den Eltern in einem bescheidenen Haus im Weiler „Kaserbach“, der abseits des Dorfes liegt. Sie erzählt: „Mitten in der Nacht kam die Oberwirtin. Sie hatte einen Sohn, der gleich alt war wie ich und

Donnerstag, 3. November 2011, um 20.00 Uhr VAHRN, Voitsberghaus – Heimatbühne Vahrn Kartenvorverkauf: Bibliothek der Gemeinde Vahrn, Tel. 0472 834434 Mo-Sa: 9-12 Uhr, Mo+Mi+Do: 14-17 Uhr, Di: 14-19 Uhr

Freitag, 4. November 2011, um 20.00 Uhr BOZEN, Waltherhaus – Heimatbühne Branzoll Kartenvorverkauf: Tel. 0340 3664173, E-Mail: annemarie_markart@hotmail.com 6

Die Kirche wurde vergrößert wiederaufgebaut

––––––

bettelte, ob sie den Knaben hier unterbringen könne. Daraufhin legte meine Mutter den kleinen Josef neben mich in die Wiege.“ Die obdachlos gewordenen Familien fanden bei Verwandten, anderen Dorfbewohnern sowie im Pfarrhaus Unterschlupf. Sie erhielten Kleider, Mehl, Brot und andere Lebensmittel von Bauern und Spendern aus dem Brixner Raum. Für die Abbrändler kochten die Bewohner der drei vor dem Brand geretteten Höfe. Viele Lüsner kamen nur mit dem nackten Überleben davon. Die wenigen geretteten und im Freien gelagerten Habseligkeiten wurden von den Feuerwehrleuten bewacht. Dazu steht im Dorfbuch: „Als Wächter wurde Josef Kerer, genannt Braun Seppele, aufgestellt, der seines Amtes mit mehr Eifer und Mühe als mit Erfolg waltete.“

Schwieriger Wiederaufbau. „Die

Not nach dem Ersten Weltkrieg wurde durch den Brand noch verschlimmert“, erzählt der Dorfchronist, „zudem waren die Häuser sehr schlecht gegen Feuer versichert.“ Die angerichtete Schadenssumme belief sich auf 1.100.000 Lire, die Versicherungen deckten aber nur 250.000 Lire ab. Dazu schreibt der „Brixner Bote“: „In kaum zwei Stunden waren über hundert Menschen obdachlos; darunter die Dorfhandwerker, denen meist auch das Werkzeug verbrannt war; und viele alte Knechte und Mägde, die ihren Lebensabend in einer bescheidenen Kammer des Dorfes zu verbringen gedachten. Auch sie haben ihre geringe Habe gänzlich eingebüßt. Selbst die meisten Hausbesitzer sind ohne fremde Hilfe nicht imstande, ihre Häuser wieder aufzubauen.“ Im „Brixner Bote“ finden sich in den Folgemonaten immer wieder Aufrufe zu Geld- und Sachspenden


sowie zu Kirchensammlungen. Die Lüsner Gemeindeverwalter erlaubten jedem Abbrändler, der sein Haus wieder aufbauen wollte, 150 Stämme Holz aus dem Dorfer Interessentschaftswald zu schlägern. Mit dem Wiederaufbau der Pfarrkirche beschäftigte sich der Gemeinderat am 16. Oktober: „Es herrschte große Uneinigkeit darüber, wie und wann die Kirche wiedererrichtet werden sollte“, erzählt Detomaso. „Pfarrer Josef Schmid wollte die zu bauende Kirche vergrößern und wurde vom Gemeindevorsteher und Mairhoferbauern Franz Hinteregger in seinem Vorhaben unterstützt. Eine Gruppe um den Oberwirt Josef Niedermayr hingegen sah darin keine Notwendigkeit, eine dritte Gruppierung wollte erst die Wohnhäuser und dann die Pfarrkirche, allerdings ohne Erweiterung, aufbauen.“ Schließlich setzte sich der Mairhoferbauer durch, indem er für die Erweiterung 10.000 Lire spendete. Daraufhin wurden zwei Komitees eingesetzt, die sich mit dem Aufbau des Dorfes und der Kirche befassten. Die Gemeinde versuchte den Wiederaufbau möglichst günstig durchzuführen und kaufte deshalb

zum Preis von 50.000 Lire mehrere Motoren, Bohr- und Stemm- sowie Hobelmaschinen. Zuerst wurde das Schulhaus instandgesetzt, dann das Gemeindegasthaus. Für den Bau von Kirche und Gemeindegasthaus wurden die Bauern zu sogenannten „Robotschichten“ eingeteilt, die sich an der Höhe des Steuerbetrages orientierten. So nahm das Dorf nach und nach wieder Gestalt an. Das Ausmaß der Zerstörung und der Streit um den Wiederaufbau der Pfarrkirche setzten dem Ortspfarrer gesundheitlich arg zu. Am 10. April 1922 begannen die Arbeiten am Kirchenbau; allerdings stürzte das neu errichtete Kirchengewölbe am 12. November aufgrund der zu frühen Entfernung der Ausschalung ein. „Diese Ereignisse verkraftete der Pfarrer nicht. Er starb sechs Monate später im Alter von nur 54 Jahren“, berichtet Detomaso.

Erdrückende Schuldenlast. Der

Dorfvorsteher Franz Hinteregger legte nach dem Wiederaufbau einen Schuldentilgungsplan vor, dessen Rückzahlung realistisch gewesen wäre. Holzschlägerungen waren im benötigten Ausmaß

Im Mittelgang: Trümmer des eingestürzten Deckengewölbes der barocken Pfarrkirche

––––––––––––––––––––

möglich und die Holzpreise hoch. „1922 aber kamen die Faschisten an die politische Macht, und sie wirtschafteten außerordentlich schlecht. Das bekamen auch die Lüsner zu spüren“, berichtet Detomaso.

1928 versuchte der damals von den Faschisten eingesetzte Amtsbürgermeister (Podestà), der Oberwirt Josef Niedermayr, die durch den Brand entstandenen Gemeindeschulden zu tilgen. Diese betrugen zum damaligen

7


Politik & Gesellschaft

„Die Not in Lüsen ist geradezu himmelschreiend. Zahlreiche Familien leiden tatsächlich seit Monaten schon Hunger. Ich habe in den schlechtesten Zeiten des [Ersten] Weltkrieges und nach dem Krieg keine solche Not und Armut und keinen solchen Hunger angetroffen wie jetzt in Lüsen.“ Die Leute hatten so gut wie kein Bargeld, wohnten auf hoffnungslos überschuldeten Höfen und konnten ihre Steuerschulden nicht bezahlen. So standen Pfändungen und Versteigerungen an der Tagesordnung. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die Option im Jahr 1939 trugen dazu bei, die Situation zu verschlimmern und die Dorfgemeinschaft noch weiter zu entzweien.

Die Freiwillige Feuerwehr des Jahres 1921

––––––

Zeitpunkt rund 500.000 Lire, wovon die Zinsen 110.000 Lire ausmachten. Da die Grundstücke im Gemeindebesitz nicht ihrem Wert entsprechend veräußert werden konnten, wurde eine außergewöhnliche Holzschlägerung von 2.000 Kubikmeter Holz durchgeführt. „In dieser Zeit wurde mit der Gutmütigkeit der Menschen Schindluder betrieben“,

erinnert sich Franz Kaser, AltBürgermeister der Gemeinde. „Unter Vorspielung falscher Tatsachen und zum Teil unter Androhung von Strafen versuchte man, die Gemeindeschulden den Grundeigentümern aufzuhalsen.“ Viele von ihnen unterschrieben schließlich Vereinbarungen, die sie zu einer Zahlung von 90 Lire je Hektar Wald verpflichtete.

DAS HAUS

MIT INTELLIGENTER QUALITÄT iQ BEWEIST SICH: WWW.HARTLHAUS.IT

Allerdings unterschrieben damals nicht alle Grundeigentümer, was zu Spannungen im Dorf führte. In der Folge weigerten sich auch andere Bauern, die Abgaben zu leisten, und führten kostspielige Prozesse. „1934 wurde in Rom ein Gerichtsurteil erlassen, wonach jene, die die Vereinbarungen zur Übernahme der Gemeindeschulden unterschrieben hatten, ihren Teil mit einer Verzinsung von 9 Prozent nachzahlen mussten“, berichtet der Dorfchronist. Es wurde nämlich behauptet, dass die Unterschriften seinerzeit freiwillig geleistet worden wären. Neben der bitteren Armut entzweiten so Wut, Streit, Hass und Ärger die Lüsner Bevölkerung. Hinzu kommt, dass die örtliche Raiffeisenkasse diese ausstehenden Beträge im Gesamtwert von 184.000 Lire mit aller Härte einzutreiben versuchte. Sie scheute vor Gerichtsverfahren nicht zurück und forderte hohe Zinsen. Dadurch verlor sie das Vertrauen. Die Einleger behoben ihr Geld, die mit ihrem Eigentum haftenden Mitglieder traten, insofern es ihnen noch möglich war, zurück. Als die Raiffeisenkasse Gries, bei der die Raiffeisenkasse Lüsen bedeutende Darlehen aufgenommen hatte, zahlungsunfähig wurde, musste auch die Raiffeisenkasse Lüsen Konkurs anmelden.

Dann kam die Weltwirtschaftskrise 1929. Die Teuerung und die Ecoline 152

HARTL HAUS Italien GmbH Carlo-Abarth-Straße 18, 39012 Meran (BZ), 0473 491 413, info@hartlhaus.it, www.hartlhaus.it

8

starke Geldentwertung der im Jahr 1929 einsetzenden weltweiten Wirtschaftskrise belasteten die Familien zusätzlich. So verlor ein Hof innerhalb von sechs Jahren die Hälfe seines Wertes. Mitte der 1930er Jahre schrieb der Pfarrer von Lüsen an den Gemeindearzt:

Lethargie, Passivität, Stillstand. „Die erdrückende Schuldenlast des Wiederaufbaus und die nachfolgenden politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse brannten sich in das kollektive Gedächtnis der Lüsner Bewohner ein und sollten die Gemeindepolitik noch Jahrzehnte später bestimmen“, erinnert sich Franz Kaser. Er wurde 1956 im Zuge der zweiten Gemeinderatswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg im Alter von 23 Jahren das erste Mal in den Gemeinderat gewählt. „Es war ungemein schwierig, als junger Mensch mit Visionen etwas umzusetzen. Im Gemeinderat saßen noch viele Räte, die den Dorfbrand und die große Not der Folgejahre miterlebt hatten. Sie blockierten jedwede Entscheidung, die mit Ausgaben verbunden gewesen wäre, mit dem Hinweis auf den Dorfbrand.“ Die Gemeinde versank im Schlaf, hatte keinen Glauben an die Zukunft, war in gewisser Weise gelähmt und gefangen in ihrer eigenen Vergangenheit. „Um Lüsen aufzubauen, bedurfte es einer neuen Generation – einer Generation, die nicht durch den Dorfbrand und die Weltwirtschaftskrise gelähmt war“, zeigt sich der Alt-Bürgermeister Franz Kaser überzeugt: „Die Unwetter des Jahres 1966 mit den großen Vermurungen und Schäden, so dramatisch und tragisch sie waren, rüttelten die Lüsner wach. Das Dorf lag im wahrsten Sinne des Wortes am Boden, doch die Leute erkannten, dass es an der Zeit war, anzupacken und Initiativen zu starten.“

carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


Fotos: Diözese Boz en-Brixen

BRIXEN

Habemus Episcopum! Am 9. Oktober ist der ehemalige Regens des Brixner Priesterseminars, Ivo Muser, zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen geweiht worden – ein Freudentag für alle gläubigen Christen des Landes. z Hunderte Gläubige aus ganz Südtirol waren an jenem strahlend schönen Herbstnachmittag nach Brixen gekommen, um die Weihe ihres neuen Bischofs „live“ mitzuerleben. Die rund 500 Sitzplätze im Dom waren geladenen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft vorbehalten und selbstredend bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Menschen zwängten sich auch noch in die Gänge des Domschiffs, um das Zeremoniell hautnah miterleben zu können. Andere verfolgten die Weihe auf Leinwänden am Domplatz sowie in der Pfarrkirche – oder zu Hause am Fernseher. Sie sahen,

wie Bischof Muser die effektive Weihe durch Handauflegen der anwesenden Bischöfe empfing – darunter von Hauptzelebrant Erzbischof Luigi Bressan und vom Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer. Ein besonders bewegender Moment war die Handauflegung des von seiner Parkinsonerkrankung schwer gezeichneten Vorgängers und nunmehr emeritierten Bischofs Karl Golser. Nach dem Weihgebet wurde Bischof Ivo Muser mit Chrisam gesalbt, ihm wurde das Evangelienbuch übergeben, und er empfing die bischöflichen Insignien Ring,

Mitra und Stab. Als Bischof Ivo auf der Kathedra, dem Lehrstuhl des Bischofs, platznahm, brach spontaner Applaus im Dom aus. Auf dem Domplatz wurde Ivo Muser von Schützenkompanien empfangen, die zu seinen Ehren eine Salve abfeuerten. Die Musikkapelle seiner Heimatgemeinde Gais spielte auf. Die Bürgerkapelle Brixen beglückwünschte den neuen Bischof mit der Uraufführung des Stücks „Habemus Episcopum“, das der Gaiser Robert Schwärzer eigens zu diesem Anlass komponiert hatte. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

9


Politik & Gesellschaft

EU-POLITIK

„Bankrott ist bereits im Laufen“ Ist Griechenland noch zu retten? Wer ist schuld an der Euro-Krise? In welche Richtung muss sich die Europäische Union entwickeln, um langfristig funktionieren zu können? Ist der soziale Frieden in Gefahr? EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann im Gespräch mit dem „Brixner“.

Herr Dorfmann, ist die EU eine scheiternde Vision, eine Illusion, gebaut von blauäugigen und auch tricksenden Nationalpolitikern, die nun von der Realität eingeholt werden? HERBERT DORFMANN: Nein, ich hoffe nicht. Die Währungsunion ist nur Teil eines Gesamtprojektes, das über mehrere Jahrzehnte geht, und dieses Gesamtprojekt kann man nicht anhand eines einzigen Problems für tot erklären. Man muss sehen, was diese Staatenunion für Europa in den vergangenen Jahren geleistet hat. Man darf nicht Europa lediglich als eine Art Freihandelszone sehen, in der man eben problemlos Waren hin- und herschieben kann. Die Europäische Union ist viel mehr: eine Solidargemeinschaft von 27 Staaten, auf ein gemeinsames Recht basiert. Es gibt also gemeinsame Rechte und Pflichten, und dem entsprechend muss es auch eine gewisse Solidarität zwischen den Staaten geben – sofern jeder seine Pflichten erfüllt. Ohne Zweifel haben wir derzeit ein Problem, aber man muss schon klarstellen, dass nicht die Europäische Union sich verschuldet hat, sondern einige seiner Mitgliedsstaaten.

Wer ist also schuld an der EuroKrise? Mit einer entsprechenden Analyse muss man weit in die Vergangenheit zurückgehen, auch über Europa hinaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat es eine starre Welt gegeben, eingeteilt in reiche und

Finanzwirtschaft gekommen. Die heutige Krise ist eine Folge der Finanzkrise, und die Finanzkrise war die Folge der Bankenkrise. Heute stellt sich die Frage, ob es damals richtig war, dass Deutschland und Griechenland die Maastricht-Kriterien aufgeweicht haben, denn ohne diese

„Nicht die Europäische Union hat sich verschuldet, sondern einige seiner Mitgliedsstaaten“_ EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann arme, in prosperierende und weniger erfolgreiche Staaten. 1990 ist diese „alte Welt“ zusammengebrochen, und meiner Meinung nach muss man die Ursachen – so brutal es klingt – in diesem Zusammenbruch suchen. Dort hat die Öffnung der Märkte begonnen, die Globalisierung der Welt. Diese Globalisierung hat zu einer Umverteilung des Wirtschaftsreichtums in der Welt geführt. Es ist aber auch, unterstützt durch die liberale Gesinnung vor allem der amerikanischen Regierung, ab der Jahrtausendwende zu einer relativ ungezügelten Liberalisierung der

Maßnahme wäre uns vielleicht mancher Schlamassel erspart geblieben. Aber im Nachhinein ist man oft schlauer. Eigentlich hätte die Politik auf die Banken- und Finanzkrise mit strengeren Rahmenbedingungen reagieren müssen ... Nun, in der Europäischen Union sind seither eine ganze Reihe von zweckdienlichen Entscheidungen getroffen worden, die in diese Richtung gehen: Die Europäische Bankenaufsicht zum Beispiel, oder die Einführung des Europäischen

Larcher Fliesen GmbH Fliesen - Naturstein - Marmor - Mosaik Verkauf und Verlegung von Fliesen, Mosaik, Marmor und Naturstein Brixen - Tel. 349 15 90 807 10

Risikofonds. Eher unvorbereitet war man hingegen auf die Heftigkeit der Reaktion der internationalen Märkte auf die Staatsverschuldung. Davon betroffen ist im Übrigen nicht nur Europa, sondern auch Amerika. Ich denke, man sieht die Dinge derzeit sehr einseitig: Wir reden nur von den Schwierigkeiten

Griechenlands und vergessen dabei, dass die EU einen Mechanismus in Gang gesetzt hat, der in anderen Ländern, in Portugal und Irland, halbwegs zu funktionieren scheint. Auch macht man gern den Fehler, die Krise Griechenlands als ein Problem darzustellen, das die restlichen Staaten der Union nichts angeht. Ein Staatsbankrott ist aber vergleichbar mit einem Unternehmenskonkurs: Nicht nur das Unternehmen selbst ist davon betroffen, sondern auch die Gläubiger. Im Fall von Griechenland sind dies Banken, Versicherungen, Privatiers.


Fotos: Oskar Zingerle

Wenn Banken oder Versicherungen crashen, sind auch private Ersparnisse in Gefahr ... Ja, natürlich. Denken Sie nur daran, wie viele Privatiers Staatsanleihen gekauft haben. Staatspapiere galten bis vor einem Jahr als sicher, heute ist man sich bei manchen Anleihen nicht mehr so sicher, ob man sein Geld wieder bekommt. Wie ist die Stimmung in Brüssel? Die Stimmung ist nicht gut, weil diese Finanzkrise eine Vertrauenskrise für die gesamte Organisation ist. Politisch ist dies für uns ein großes Problem, weil der falsche Eindruck entsteht, dass die Europäische Union dieses Problem eingebrockt habe. Es hat schon lange nicht mehr solche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Institution als Ganzes gegeben. Die vor 20 Jahren propagierten „Vereinigten Staaten von Europa“ sind, kritisch beäugt, eigentlich eine leere Floskel: Einerseits predigt man Gemeinsamkeit, andererseits will keines der 27 Mitgliedsländer auf seine Souveränität verzichten. Ist dieses Paradoxon der nur theoretischen Macht der EU das größte Problem Europas? Die Frage ist eher, wie es jetzt mit der Staatengemeinschaft weitergehen soll. Business as usual ist jetzt nicht mehr möglich, das ist jedem in Brüssel klar. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Wir können einen Schritt zurück machen und damit die Nationalstaaten zu Lasten der Europäischen Union stärken. Das würde bedeuten, die europäische Idee auf Eis zu legen. Ich denke, dass die Mehrheit der Bürger in Europa dies nicht wünscht. Aber: Wir leben in einer Demokratie, und wir stellen fest, dass es einen wachsenden Teil der Bevölkerung gibt, der sich sogar mit einem solchen Schritt anfreunden würde. Die zweite Möglichkeit ist, einen Schritt nach vorn zu gehen. Derzeit diskutieren wir im Parlament heftig darüber, wie groß dieser Schritt sein soll. Wir sind der Meinung, wir müssen einen gemeinschaftlichen Ansatz haben und damit die auf das Recht begründete Union stärken. Wir brauchen ein neues Europarecht, das vom Parlament beschlossen und auch umgesetzt wird. Derzeit haben wir ein intergovernmentales System, eine Regierungszusammenarbeit zwischen Staaten, bei der die Entscheidungskompetenz

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann: „Business as usual ist jetzt nicht mehr möglich, das ist jedem in Brüssel klar“

––––

bei den Staaten verbleibt. Bezeichnend war vor einigen Wochen die Aussage Angela Merkels, es bräuchte einen europäischen Wirtschaftsminister. Nur: Die EU hat diesen längst. Die EU-Kommission hat einen für Wirtschaft zuständigen Kommissar. Es klingt vielleicht etwas zu theoretisch, aber im Grunde muss die EU von der Intergovernmentalität zur Gemeinschaftsmethode wachsen. Wir brauchen ein gemeinsames Recht, mit dem alle 27 Staaten einverstanden sind. Derzeit hat hingegen durch die Pflicht auf Einstimmigkeit de facto jeder Staat ein Veto-Recht. Dass ein einziger kleiner Staat wie die Slowakei zum Beispiel die Möglichkeit gehabt hätte, den Rettungsschirm zu verhindern, ist absolut diskutabel und veränderungswürdig.

Die EU setzt aber eigentlich auf den Grundsatz der Subsidiarität: Nur dort, wo die kleinere Gemeinschaft überfordert ist, soll die nächsthöhere Instanz eingreifen. Wie souverän dürfen die einzelnen Staaten in Zukunft sein, damit das Konstrukt Europa langfristig funktioniert? Ich mache ein aktuelles Beispiel, das die Absurdität des heutigen Systems offenlegt: Vor einigen Wochen hat jemand beim deutschen Bundesverfassungsgerichtshof eine Klage eingereicht zum Thema Rettungsschirm. Heute könnte es theoretisch sein, dass jede einzelne Entscheidung der EU vom Verfassungsgericht eines einzigen Staates wieder außer Kraft gesetzt wird. Dies schränkt die Arbeit der EU enorm ein, weil man immer am Gängelband von 27 Regierungen und von 27 Verfassungsgerichtshöfen ist. Schauen

Sie, wenn sich die Union eine neue Verfassung gibt, dann soll darüber Einstimmigkeit herrschen, aber darüber hinaus ist das heute praktizierte System der Einstimmigkeit wirklich absurd. Nun, jeder Vertrag ist am Ende nur so gut, wie man ihn auch lebt. 1991 hatte man sich gegenseitig blauäugig verpflichtet, die Staatsverschuldung auf höchstens 60 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung zu begrenzen und Strafen zu verhängen, wenn ein Staat diese Regel brechen würde. Heute wissen wir: Diese Regel scheint nicht durchführbar. Paradoxerweise hat damals ausgerechnet Deutschland die Regelung ausgehebelt. In der Tat – das war 2002 ein klassisches Beispiel für den Intergovernmentalismus: Ein in diesem Fall wichtiger Staat der 11


Politik & Gesellschaft

Union hat ein Problem, kontaktiert einen zweiten großen Staat, und gemeinsam treffen sie eine Vereinbarung – über die Köpfe der EU-Kommission hinweg. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf. So kann es nicht funktionieren. Ich habe aber den Eindruck, dass der bislang sehr zurückhaltende Kommissionspräsident nun verstanden hat, wie es nicht laufen darf. In den vergangenen Wochen hat er im Parlament klar ausgesprochen, wie sich die Union seiner Meinung nach entwickeln muss. Theo Waigel hat kürzlich in der Süddeutschen Zeitung die Aufnahme Griechenlands in die EU im Jahr 2000 als „Todsünde“ bezeichnet. Heute wissen wir: Er hatte möglicherweise Recht. Wenn Griechenland nicht Mitglied der Währungsunion wäre, würde der Drachme heute abgewertet, was den Export Griechenlands ankurbeln und die Wirtschaft beleben würde. Außerdem wäre Griechenland in den vergangenen Jahren gar nicht zu den günstigen Krediten gekommen – also wäre die Verschuldung des Landes geringer. Das ist im Grunde nur ein Beweis dafür, dass die seinerzeit definierten Maastricht-Kriterien absolut richtig sind. Nun, ob aber Griechenlands Export wirklich

desto weniger werden die Grenzgebiete leiden. Wenn man eine solche Grenzsituation in Frage stellt, müsste man den Binnenmarkt als solchen abschaffen. Polen hat gut gearbeitet, seine Wirtschaft entwickelt sich prächtig, sodass die Einführung des Euro in diesem Land nicht mehr ausgeschlossen ist. Eine etwas später durchgeführte Mitgliedschaft in der Währungsunion wäre also auch für Griechenland, vielleicht sogar für Italien, sinnvoll gewesen?

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann: „Eine explizite Bankrotterklärung Griechenlands wird es meiner Meinung nach nicht geben“

–––

dürfen und nicht im Ausland. Würde diese Maßnahme viele Probleme lösen? Zumindest hätte der Ausschluss eines Landes von der Währungsunion keine dramatischen Folgen. Das ist bei der Verflechtung der heutigen Finanzmärkte unmöglich. Staaten emittieren Staatspapiere, die weltweit gehandelt werden. Wie soll man das steuern? Diese Maßnahme würde auch dem europäischen Geist eines

Ja, Griechenland den Euro zu verweigern wäre damals in der Tat möglich gewesen. Italien den Euro zu verweigern wäre hingegen aus meiner Sicht politisch nur schwer durchzusetzen gewesen. Wenn man sich ehrlich ist, so haben sich die meisten Länder den Eintritt in die Währungsunion mit falschen Zahlen erschwindelt – nicht nur Griechenland, vielleicht auch Italien, Frankreich und Deutschland. Die EU hatte damals kein Instrument, diesen Schwindel zu durchschauen. Wie sieht Brüssel heute die damaligen Entscheidungen? Ich glaube nicht, dass Italien sich in die Währungsunion geschwindelt hat. Der Schuldenstand

„Die Stimmung in Brüssel ist nicht gut, weil diese Finanzkrise eine Vertrauenskrise für die gesamte Organisation darstellt“_ EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann angekurbelt worden wäre, wage ich zu bezweifeln, denn was produziert und exportiert Griechenland eigentlich? Na ja, der Tourismus hätte davon profitiert ... Ein schwacher Drachme wäre in der Tat tourismusfördernd, aber im Grunde ist die Abwertung einer Währung immer ein Spiel mit dem Feuer: Die meisten Schulden hat Griechenland in Euro, also würde der Ausstieg Griechenlands und eine nachfolgende Abwertung des Drachme gleichzeitig ein entsprechendes Ansteigen der Schuldenlast bedeuten. Eine Lösung für die Zukunft wäre dann vielleicht, dass die Staaten sich nur im eigenen Land, bei den eigenen Bürgern, verschulden 12

gemeinsamen Wirtschaftsraumes widersprechen. Besser ist, wir orientieren uns an einem positiven Beispiel: Polen. Dieses Land hat gezeigt, dass man innerhalb der EU auch mit einer eigenen Währung eine vernünftige wirtschaftliche Entwicklung erreichen kann. Polen ist derzeit das Land mit dem höchsten Wirtschaftswachstum. Polen startete aber auf einem sehr tiefen Niveau ... Ja, ähnlich wie Griechenland. Polen hat heute eine akzeptable Arbeitslosenrate und ist sehr erfolgreich. Darunter leiden allerdings die an Polen grenzenden Gebiete in Deutschland ... Ja, selbstverständlich. Aber: Je stärker sich Polen entwickelt,

Italiens war allen bewusst, und es ist bis heute nicht bewiesen, dass Italien damals Zahlen getürkt hat – wie es eben die Griechen getan haben. Italien hatte damals bereits Schulden in der Höhe von über 100 Prozent der eigenen Wirtschaftskraft, und bei der Aufnahme hat man diesen Umstand explizit in Kauf genommen. Italien hat aber in den Neunziger Jahren im Unterschied zu Griechenland massive Reformen im Staatshaushalt eingeleitet – vor allem die Rentenreform. Zu ähnlichen Maßnahmen wird Griechenland nun gezwungen, zum Beispiel auch zur Liberalisierung der Lizenzen. Wir dürfen nicht vergessen, dass von 2004 bis 2008 alle Länder der EU außer der Gesamtverschuldung sämtliche Maastricht-Kriterien eingehalten hatten.

Griechenland hatte die Zahlen getürkt ... Ja, das stimmt schon, Griechenland war hier eine Ausnahme. Aber Italien hat in diesen Jahren die Gesamtverschuldung abgebaut. Dann ist die Situation eskaliert, und in Italien kam eine Vertrauenskrise dazu, unter der wir bis heute leiden. Könnten Sie mit der Behauptung leben, dass diese Krise der EU am Beispiel von Griechenland im Grunde vielleicht sogar eine Krise der Demokratie ist? Wie darf ich das verstehen? Es ist für einen Politiker, der systembedingt immer nur an das nächste Wahlergebnis denkt, nicht zielführend, sparsam zu sein. Er nimmt mit großer Gelassenheit Schulden auf, senkt mit diesen Mitteln die Arbeitslosigkeit, indem er zum Beispiel zehntausende sinnleere Beamtenstellen schafft. Er gewinnt damit die Wahlen, aber die Rückzahlung der Schulden vererbt er an seine politischen Nachfolger. Gleichzeitig ist er beim Einheben der Steuern nachlässig – auch das mögen die Bürger, was sich wiederum positiv auf den Wahlausgang auswirkt. Dieses System muss implodieren, weil die Schulden irgendwann einmal nicht mehr schulterbar sind. Na ja, ich bin für dieses Szenario ein etwas zu optimistischer Mensch. Die Demokratie setzt voraus, dass man daran glaubt, dass der Wähler in der Summe intelligent ist. Daran glaube ich. Der Wähler kann in seiner Gemeinschaft – vielleicht nicht der einzelne, aber in Gemeinschaft – sehr gut beobachten, was um ihn herum passiert. Wenn ich mir Wahlergebnisse anschaue, fühle ich mich zum Teil bestätigt – leider nur zum Teil. Das von Ihnen kritisierte sprichwörtliche Wahlzuckerle gehört leider vor allem auch in Italien fast schon zur Tradition. Aber andererseits: Es gibt unzählige Länder, die seit Jahrhunderten in demokratischen Systemen leben und daran nicht zerbrochen sind. Im Umkehrschluss würde Ihre pessimistische Aussicht bedeuten, dass wir darauf vertrauen, dass es jemand, der demokratisch nicht legitimiert ist, besser machen würde. Das wäre wohl die schlechtere Lösung. Menschen sind imstande, genau einzuschätzen, wer ihre Rahmenbedingungen im Sinne der Allgemeinheit


verbessern kann – auch ohne dass sie mit sinnlosen Wahlgeschenken geködert werden. Auch hier darf festgestellt werden, dass im Grunde die Richtlinien von Maastricht eine sinnvolle Lösung dieser Problematik wären, wenn es für deren Nichteinhaltung auch konkrete Folgen für den sündigen Staat gegeben hätte. Nur: Inzwischen wissen die Staaten, dass ein Verstoß folgenfrei bleibt. Die EU scheint hier machtlos zu sein: Wie soll ein bankrotter Staat auch noch bestraft werden? Das ist eine grundsätzliche Frage: Wie funktioniert der Vollzug? Auch heute sind die Maastricht-Kriterien noch aufrecht, man hat daran trotz der kritischen Situation nicht gerüttelt. In der Zwischenzeit sind die Kriterien 68 Mal verletzt worden, und man sah sich offenbar gezwungen, die eigentlich vorgesehenen Strafen nicht einzufordern. Das ist, als würde ich auf der Autobahn eine Geschwindigkeitsbegrenzung überschreiten und danach selbst entscheiden, ob ich die Strafe bezahlen muss oder nicht – dieses System würde eher nicht funktionieren. Das Hauptproblem dabei war bisher, dass die Sanktionen vom Europarat einstimmig beschlossen werden mussten. Mit den neuen Regeln beschließt nun die Kommission, und der Rat kann nur mehr mit qualifizierter Mehrheit ablehnen, und diese Ablehnung muss begründet werden. Wie gesagt: An den Kriterien ist nicht gerüttelt worden, aber der Vollzug wurde nun verbessert. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass man einem bankrotten Staat nichts mehr nehmen kann ...

Herbert Dorfmann im EU-Parlament: „Menschen und Wirtschaft müssen der Regierung zutrauen, dass sie imstande sein wird, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen – in Italien ist dies nicht der Fall“

––––––––––––

Für diese Problematik bilden die Maastricht-Kriterien natürlich keine Lösung, weil sich mir damit keine andere Sanktion erschließt außer Geld. Uns hilft dabei die vollkommen neu eingerichtete makro-ökonomische Aufsicht: In Zukunft gibt es nicht mehr nur die Maastricht-Kriterien, sondern eine ganze Reihe von makro-ökonomischen Daten der einzelnen Staaten, die wie in einem Benchmark-System verglichen werden. Damit ersieht man auf den ersten Blick, in welchen Bereichen ein Staat Schwierigkeiten bekommen könnte. In einer Simulation hat man in der EU-Kommission festgestellt, dass man mit diesem System bereits vor fünf Jahren die Probleme in Griechenland und

Sonderwochen Schönheitsbehandlungen: (nach Vormerkung) 03.11. - 05.11. Kosmetikbehandlung Kanebo 29.11. - 03.12. H. Rubinstein

Drogerie - Parfümerie

29.10. - 05.11. 05.11. - 12.11. 12.11. - 19.11. 19.11. - 26.11.

Spanien erkannt hätte. In diesem Fall wären diese beiden Länder gezwungen worden, in den kritischen Bereichen einen frühzeitigen Sanierungsplan vorzulegen und dann auch durchzuführen. Bei Vorlage des Plans wären die Länder gezwungen worden, ein Gelddepot zu hinterlegen, das zur Strafe umgewandelt wird, wenn sich der Staat weigert, den Sanierungsplan umzusetzen. Spaniens Immobilienkrise hätte man also auch frühzeitig vorausgesehen? Ja. Spanien wähnte sich vor fünf Jahren in einem unheimlichen Boom: Wenig Arbeitslose, hohe Bautätigkeit. Von 2003 bis 2007

sind die Immobilienpreise jedes Jahr um 15 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg war nicht auf eine größere Wirtschaftskraft Spaniens zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass die Banken in großem Stil leichtfertig Kredite vergeben haben, worauf Private und Unternehmen unglaublich viel gebaut haben. Die Privatverschuldung hat enorme Ausmaße erreicht, die Immobilienpreise sind explodiert. Dann kam die Bankenkrise, und die Banken haben plötzlich die Kredite zurückverlangt. Daraufhin ist das ganze System implodiert. Diese Entwicklung hätte man mit den makro-ökonomischen Kriterien frühzeitig erkannt, und man hätte Spanien rechtzeitig zu Gegenmaßnahmen zwingen können.

Biotherm viele Düfte E. Lauder Shiseido

Brixen, Domplatz 2 • Tel. 0472 836458 Auch jeden Samstagnachmittag geöffnet.

13


Politik & Gesellschaft EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann: „Wenn wir ehrlich sind, trägt auch Südtirol an der sukzessiven Verschuldung Italiens bei“

–––

Nun, mit Eurostat konnte die EU ja auch bisher statistische Werte der Staaten vergleichen ... Ja, aber das war ein reines Informationssystem, ausschließlich basierend auf Daten, die von den Staaten geliefert wurden. Damit hätte die Kommission nie erkennen können, dass etwas aus dem Ruder läuft. Radikal zusammengefasst, hat die EU nach den vergangenen zehn Jahren gelernt, dass es hinter einer gemeinsamen Währung auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik braucht, wenn man den Euro erhalten will. Man darf nicht mehr zulassen, dass ein Staat wirtschaftspolitische Entscheidungen trifft, die die Gemeinschaft gefährden. Dann geht man aber davon aus, dass es sich bei der Union um eine Gemeinschaft ähnlicher Staaten handelt. Dies stimmt aber nicht, weil man Spanien oder Portugal schon allein aufgrund der verschiedenen Mentalitäten nie mit Deutschland oder Finnland vergleichen kann. Im Grunde ist Europa wie Italien: Seit Generationen zahlt der reiche Norden die Kosten der Lethargie im Süden. 14

Dann stelle ich eine Gegenfrage: Kann man Wisconsin oder Nebraska mit New York oder Washington DC vergleichen? Kann ich Bayern mit Mecklenburg-Vorpommern vergleichen? Wir haben nicht nur in Italien innerhalb eines Staates ein großes Gefälle. Das Wirtschaftsgefälle in der EU ist nicht größer als in den Vereinigten Staaten. Das ist also kein reines europäisches Problem. Aber: Die USA haben eine gemeinsame Wirtschaftspolitik – allerdings mit Einschränkungen, wie man an den Schwierigkeiten Kaliforniens sieht. Auch wenn der Rettungsschirm noch weiter gespannt wurde: Es gibt Experten, die felsenfest davon überzeugt sind, dass auch die größte Besicherung Griechenland nicht wird retten können. Wäre es sinnvoller, Griechenland bankrott zu erklären? Was würde dann passieren? Eine explizite Bankrotterklärung wird es meiner Meinung nach nicht geben. Derzeit passieren auf den Märkten eigenartige Dinge: Der Spread für griechische Staatspapiere hat eine astronomische Höhe erreicht. Wenn jemand

griechische Staatspapiere kauft, bekommt er 10 Prozent Zinsen! Auf der anderen Seite gibt es den europäischen Rettungsschirm, der Sicherheit für griechische Staatspapiere zu geben versucht. Ich bin kein Finanzexperte, aber man sagt mir, dass die Abwertung griechischer Papiere in den Banken bereits stattgefunden hat: Der Bankrott ist also im Grunde bereits im Laufen. Wenn ich heute um 100 Millionen Euro griechische Staatspapiere besitze, kann ich im Fall eines Verkaufs höchstens 50 Millionen erlösen. Das heißt, dass ich diese Papiere in meiner Bilanz abwerten muss. Dies kann eine Bank in große Schwierigkeiten bringen, wie wir am Beispiel der griechischen Dexia-Bank ersehen, die kürzlich daran zerbrochen ist. Die Kernschmelze ist also im Grunde bereits im Gange, wenn man es brutal ausdrücken möchte. Die EU-Kommission versucht nun vernünftigerweise, dass die europäische Bankenwelt diese Abwertungen halbwegs heil übersteht. Man sagt mir aber, dass es in Europa kaum Banken gibt, die mehr als 2 oder 3 Prozent ihres Portfolios in griechische Staatspapiere investiert haben. Wenn diese Banken also auf die Hälfte des Wertes der Staatspapiere verzichten müssen, so bringt dies die Banken zumindest nicht um. Griechenland allein wird also kaum irgendeine Bank in Europa in den Konkurs treiben. Läuft Europa Gefahr, dass der Rettungsschirm auch vollzogen wird? In diesem Fall würden sich die EU-Staaten ihrerseits enorm verschulden. Ich schätze die Gefahr als gering ein, weil diese Rettungsfondspapiere als letzte verwendet würden. Viel gefährlicher wäre das Szenario, dass ein Schuldenschnitt für Griechenland zu angenehm, zu bequem wäre. Dieses Szenario könnte andere Staaten fast schon animieren, sich in eine ähnliche Situation fallen zu lassen. Portugal könnte daraus lernen, Irland, Spanien – und wohl auch Italien ... Das ist gefährlich, ja. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Entwertung vor allem über die Finanzwelt über die Bühne gehen wird – mit Verlusten zwar, aber in einem für die Gemeinschaft erträglichen Ausmaß. Das ist trotzdem ein großes Problem, denn: Geht es den Banken schlecht,

so leidet am Ende der Private darunter. Staatspapiere sind nicht im Eigentum der Banken, sondern sind wiederum in Fonds an private Sparer verkauft worden. Griechenland wird nun also gezwungen sein, drastische Sparmaßnahmen zu forcieren – genauso wie die übrigen „kritischen“ Staaten. Dies bedeutet, dass mit großer Wahrscheinlichkeit die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen wird. Ist der soziale Frieden in Europa in Gefahr? Genau das war im EU-Parlament im vergangenen Jahr der zentrale Streitpunkt zwischen der MitteRechts- und der Mitte-Links-Hälfte des Hauses. Letztere sagen, dass jetzt erst recht Geld ausgegeben werden muss, damit die Wirtschaft angekurbelt wird – in der besten keynesianischen Theorie. Allerdings hat man dabei vergessen, dass John Keynes davon ausging, dass ein Staat in guten Zeiten Geld ansparen muss, damit er in schlechten Zeiten damit manövrieren kann. Im Ansparen waren die Staaten aber nicht sonderlich erfolgreich – das ist das Problem. Wenn heute ein Staat einen riesigen Schuldenberg angesammelt hat, so sehe ich eigentlich keine andere Möglichkeit, als durch Sparmaßnahmen diesen Schuldenberg langsam abzubauen. Dann verliert die entsprechende Regierung die nächsten Wahlen. Ja, das kann, aber es muss nicht passieren. Eine Rosskur sondergleichen hat Lettland hinter sich, und trotzdem hat der lettische Ministerpräsident die Wahlen danach wieder gewonnen. Die letzte Wahl hat er jetzt zwar verloren, aber das hatte andere Gründe. In Deutschland gab es im Dezember 2009 das wunderschön formulierte „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“: Deutschland hat viel Geld investiert und damit kurzfristig seit langer Zeit die höchste Neuverschuldung verursacht, aber heute steht der Staat gut da. Dieses Konjunkturpaket entstand allerdings aus einer Wirtschaftskraft heraus. In Griechenland würde dies nicht funktionieren. Italien hat es in den letzten Jahren geschafft, das Vertrauen in die eigene Regierung zu zerstören. Menschen und Wirtschaft müssen der Regierung zutrauen, dass sie imstande sein wird, günstige


Rahmenbedingungen zu schaffen. Dieses Vertrauen ist derzeit in der Tat nicht da. Die Regierung muss aber nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch Fakten: Die versprochenen Rahmenbedingungen müssen auch Realität werden. Welche Motivation könnte heute zum Beispiel ein weltweit operierendes Unternehmen haben, Italien als Standort zu wählen – und nicht China, Kanada, die USA oder Deutschland? Die erkennbaren Hürden für eine Investition in Italien sind enorm. Das Problem ist, dass sich derzeit eine Unternehmensgründung in Italien nicht lohnt, und die schwindend geringe Anzahl an Jungunternehmern ist ein schlagender Beweis dafür. Die Jungunternehmer von heute sind aber die Arbeitgeber von morgen. Die Rahmenbedingungen stimmen eben nicht. Die italienische Regierung muss dringendst notwendige Reformen einleiten: Wir haben eine überbordende Bürokratie, und das Rechtssystem bedingt, dass ein Unternehmen jahrelang auf ein Urteil warten muss, was zum Beispiel beim Eintreiben von Forderungen inakzeptabel ist. Die Arbeitskraft muss flexibilisiert werden – sosehr die Gewerkschaften auch darüber schimpfen. Die italienische Regierung muss endlich imstande sein, dieses verkrustete Verbands- und Gewerkschaftssystem zu durchbrechen. Das größte Unternehmen Italiens, Fiat, will aus der Confindustria austreten, weil es mit seinen Mitarbeitern direkt verhandeln will und nicht über die Gewerkschaften – das ist bezeichnend, oder? Das Rentensystem in Italien ist unbezahlbar: Auch heute noch gehen Leute oft mit 55 Jahren in Pension. Ein globales Mindestrentenalter ist

unabdingbar. Eigentlich sind diese bevorstehenden unbedingt notwendigen Reformen für Italien die viel größere Herausforderung als die Lösung des derzeitigen kurzfristigen Finanzproblems. Könnte es Aufgabe der EU sein, die Staaten zu Reformen und zu entsprechend günstigen Rahmenbedingungen zu zwingen? Ja, die Staaten werden in Fragen ihrer Wirtschaftssysteme einen Teil ihrer Wirtschaftskompetenzen an Europa abgeben müssen – zumindest die Euro-Staaten. Anders wird es nicht gehen. Dieser Prozess ist bereits im Gange, ein Jahr lang haben wir darüber diskutiert.

zum Glück. Wenn Länder wie China jedes Jahr zehn Prozent Wirtschaftswachstum haben, und die Welt wächst insgesamt um nur vier Prozent, so ist dies ein klarer Beweis dafür, dass derzeit eine Neuverteilung von Reichtum stattfindet. Am Ende unseres Gesprächs möchte ich Südtirol thematisieren: Welche Folgen hätte eine Destabilisierung Italiens auf unser Land? Italien ist nicht Griechenland, weshalb eine Destabilisierung unwahrscheinlich ist. Sollte Italien in eine große Krise geraten, so ist der gesamte Euro-Raum in Gefahr.

Abkoppelung vom nationalen Rentensystem nachdenken. Von 4,4 Millionen Erwerbstätigen in Griechenland sind 1,5 Millionen öffentlich Bedienstete. Das ist in etwa dasselbe Verhältnis, das wir auch in Südtirol haben. Sollte uns das zu denken geben? Ja. Die Jahre der goldenen Haushalte sind auch in Südtirol vorbei. Wenn wir ehrlich sind, dann trägt auch Südtirol an der sukzessiven Verschuldung Italiens bei, weil 90 Prozent der Steuern wieder in unser Land zurückfließen und der Staat aber weitere Dienste bezahlen muss, deren Kosten die restlichen zehn Prozent deutlich

„Die EU hat gelernt, dass es hinter einer gemeinsamen Währung auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik braucht, wenn man den Euro erhalten will“_ EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann Die Staaten wehren sich dagegen heftig, weil eine Kompetenzverlagerung für den Mitgliedsstaat nie angenehm ist. Die Alternative zu dieser Kompetenzverlagerung wäre, wie anfangs bereits angedeutet, ein Schritt zurück: Jeder spielt wieder in seiner eigenen Liga, jeder mit seiner eigenen Währung. Und dann schau ich mir an, wie sich ein einzelner Staat behaupten kann im zunehmend globalisierten Wirtschaftsumfeld. Es muss uns endlich bewusst werden, dass derzeit weltweit eine große Umverteilung von Reichtum im Gang ist. Die Jahrzehnte, in der wir in einer wohligen warmen Stube gelebt haben, während der Rest der Welt in ärmlichsten Verhältnissen haust, sind vorbei – vielleicht

Heute wird zum Teil recht populistisch in den Raum gestellt, dass Südtirol dieses sinkende Schiff verlassen sollte. Auch wenn man dies in Südtirol nicht überall gern hört: Ein Grundprinzip der Europäischen Union ist der gegenseitige Respekt der Souveränität und der Grenzen. In der EU wäre eine Grenzverschiebung schon allein aus diesem Grund nicht möglich. Ich glaube, wir sollten eher danach trachten, auch die letzten Kompetenzen nach Südtirol zu holen – zumindest jene, von denen wir glauben, sie besser verwalten zu können. Vielleicht wäre es zum Beispiel besser, wenn wir selbst für die Verwaltung der Gerichtsbarkeit zuständig wären. Wir sollten auch irgendwann über eine

übersteigen. Optimal wäre, wenn der Staat damit einverstanden wäre, dass Südtirol und auch das Trentino sich irgendwann sämtliche Dienste selbst verwalten und finanzieren könnte. Das führt dann allerdings dazu, dass Südtirol über konkrete Sparmaßnahmen nachdenken muss. Dies ist auch möglich, denn viele Dinge kann man im Kleinen besser und kostengünstiger lösen als im Großen. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten, aber dass wir zum Beispiel zwei getrennte Organisationen für die Sicherheit haben, ist diskutabel, weil damit automatisch Doppelgleisigkeiten geschaffen werden. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

St. Andrä bei Brixen · Tel. 348 5657106 · info@ofenbau-steiner.it 15


Kindergartengebühren im Vergleich Das Kindergartenjahr 2011/12 ist angelaufen – und mit ihm der Alltag vieler hundert Kinder in NatzSchabs, Mühlbach, Brixen, Vahrn und Lüsen. Für den „Brixner“ Grund genug, die entsprechenden Gebühren vor allem der günstigsten und teuersten Gemeinde genauer unter die Lupe zu nehmen.

E

s ist kurz vor acht Uhr früh. Annalena betritt an der Hand ihres Vaters den Kindergarten in Lüsen. Obwohl die Sprösslinge schon um halb acht Uhr eintreffen können, sind noch auffallend wenige Kinder da. Die beiden nehmen die Treppe, die ins Obergeschoss führt und bleiben auf halbem Weg stehen. An der halbrunden Wand hängen Fotos der Kinder aus der „Sternchengruppe“. Sie ist neben der „Fischlein-“ und der „Käferleingruppe“ die dritte Sektion des Kindergartens. Annalena sucht ihr Namensschild aus einem an der

Foto: Archivbild/Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

EISACKTAL

Alle Kindergärten in Brixen und Umgebung bieten qualitativ hochwertige Rundumversorgung - die Gebühren weichen jedoch stark voneinander ab

––––––––––––––––––

KFZ-ANKAUF

Sie möchten Ihr Auto verkaufen? Wir nehmen alles ... Pkws, Busse, Lkws, Fa.-Fahrzeuge ab ’98 mit und ohne Collaudo, mit vielen km, auch Unfallwagen und nicht fahrbereite Fahrzeuge

... und zahlen

Höchstpreise und bar! Auch an Sonn- u. Feiertagen erreichbar:

Tel. 342 37 92 000 kfzankauf@gmx.com Seriöse Abwicklung!

16

Wand hängenden Korb und heftet es unter ihr Foto. Die Klammer, die ihr der Vater dafür reicht, zeigt an, dass er sie um halb drei Uhr nachmittags wieder abholen wird. Dann nämlich schließt der Kindergarten. Dieselben Öffnungszeiten haben auch die Kindergärten der Nachbargemeinden NatzSchabs, Mühlbach, Vahrn und Brixen. Die Strukturen sind von Mitte September bis Mitte Juni geöffnet und bieten allesamt eine qualitativ hochwertige Rundumversorgung der Kinder. Einzig die Gebühren weichen in nicht unerheblichem Ausmaß voneinander ab. Während die Eltern von Annalena in Lüsen 26 Euro pro Monat bezahlen, geben die Eltern in Natz-Schabs 33 Euro, jene in Mühlbach 54 Euro, in Vahrn 65 Euro und in Brixen sogar 69,50 Euro für ihren ersten Spross pro Monat aus. Wie aber kann es sein, dass für ein Kind in der Stadt für dieselbe Leistung mehr als doppelt soviel ausgegeben werden muss als in den zwei günstigsten Gemeinden?

Verschiedene Rahmenbedingungen. „Die Gründe dafür sind

vielfältig“, umreißt die zuständige Brixner Stadträtin Magdalena Amhof die Thematik. So betreibt die Stadt 14 zum Teil sehr kleinstrukturierte Kindergärten. „Während jene in der Stadt genauso wie in den Umlandgemeinden gut besucht sind, haben wir in den Außenfraktionen Afers, Tils, Tschötsch und Elvas Schwierigkeiten mit der Auslastung. Dies erhöht die kalkulatorischen Kosten pro Kindergartenkind in der jeweiligen Sektion in nicht unerheblichem Ausmaß.“ Alle Kindergartenkinder der Gemeinde zahlen aber natürlich einen einheitlichen Tarif – unabhängig davon, welchen Kindergarten sie besuchen. Einzig für Kinder, die nicht im Melderegister der Gemeinde aufscheinen, wird der Besuch teurer: Sie bezahlen rund 25 Prozent mehr, nämlich 78 Euro pro Kind und Monat. Auch die Gemeinden Vahrn und Mühlbach haben für nicht ortsansässige Familien einen eigenen, um rund 20 Prozent höheren Tarif. Während

in Mühlbach im laufenden Kindergartenjahr kein Kind aus einer anderen Gemeinde eingeschrieben ist, liegt der Grund für den Höchsttarif in Brixen in einer gewissen Platzknappheit – und wohl auch daran, dass die Gemeinde nicht bereit ist, ihren Teil der Kosten auch für Kinder der Nachbargemeinden zu tragen.

Mittagszeit! Auf ihren Plätzen

in Lüsen sitzen nun auch die 62 Lüsner Kindergartenkinder: Es ist Mittagessenszeit. Die Köchin Maria Rastner hat ihnen ein Gemüsecremesüppchen und Grießschmarrn mit Apfelmus zubereitet. „Wir haben zur Zeit kein Kind mit Lebensmittelunverträglichkeiten, deshalb kommen wir mit einem Menü gut zurecht“, erklärt die Köchin – ein Umstand, von dem ihre Kolleginnen in Brixen nur träumen können. Hier werden pro Tag aufgrund von Allergien und Unverträglichkeiten wie Zöliakie und Laktose sieben verschiedene Menüs für insgesamt 750 Kinder gekocht. Doch scheint sich dieser Mehraufwand nicht unbedingt in


den Lebensmittelkosten niederzuschlagen; diese liegen nämlich in der teuersten Gemeinde Brixen ebenso wie in der billigsten Gemeinde Lüsen bei rund 1,40 Euro pro Kind und Essen. Die Gründe für die Gebührenunterschiede scheinen somit woanders zu liegen. Magdalena Amhof bringt es auf den Punkt: „Der Kindergartenbetrieb finanziert sich über Landesbeiträge und über die Gebühren der Eltern, wobei der monatliche Höchstbetrag über Beschluss der Landesregierung vorgegeben wird. Der Restbetrag muss von jeder Gemeinde selbst geschultert werden.“ Und hier hängt es stark davon ab, ob und in welchem Ausmaß die jeweilige Gemeinde finanzielle Spielräume hat oder nicht. Brixen ist im Vergleich zu ähnlichen Gemeinden wie Bruneck, Bozen oder Meran in einer denkbar schlechten Lage: Sie ist die einzige Gemeinde dieser Größe, die keine Einnahmen aus der Stromproduktion hat. Einen familienfreundlicheren Tarif kann sie sich schlichtweg nicht leisten.

Gemeinde Brixen übernimmt die Hälfte der Kosten. „Lüsen

versteht sich als familienfreundliche Gemeinde, weshalb wir vor allem die Gebühren für den Kindergarten bewusst sehr niedrig halten“, erläutert Bürgermeister Josef Fischnaller. „Wir rechnen für das laufende Jahr mit Einnahmen aus den Gebühren von 13.500 Euro, über die wir die Ausgaben für die Lebensmittel knapp abdecken.“ In der Stadtgemeinde hingegen muss strenger kalkuliert werden: Hier fließen alle Ausgaben, die mit dem Kindergartenbetrieb zusammenhängen, in die Kostenberechnung mit ein. So finden sich in der Kostenstellenrechnung neben den Ausgaben für die Lebensmittel sämtliche Personal-, Büro-, Heizungs- und Instandhaltungskosten ebenso wie Reinigungs- und Wartungsarbeiten oder Darlehensrückzahlungsraten. „Diese komplexen Berechnungen ergeben pro Kindergartenplatz Kosten in Höhe von 1.450 Euro, von denen rund 13 Prozent das Land finanziert und 37 Prozent von den Eltern eingehoben werden. Die restlichen 50 Prozent müssen von der Gemeinde übernommen werden“, rechnet Stadträtin Amhof vor – ein nicht unerheblicher Kostenpunkt. Einzig über Ermäßigungen für kinderreiche Familien scheint die Stadtverwaltung familienpolitisch agieren zu können. So bezahlt man für das zweite Kind nur mehr die

Hälfte und für das dritte wiederum die Hälfte, nämlich 34,75 sowie 17,38 Euro. Diese familienfreundliche Staffelung findet sich auch in den anderen Gemeinden: In Natz-Schabs kostet der Kindergartenbesuch des zweiten Kindes mit 28 Euro um 15 Prozent weniger, während das dritte Kind kostenlos betreut wird. In Mühlbach reduziert sich die Gebühr für das zweite Kind von 54 auf 49 Euro, der Kindergartenbesuch des dritten Sprosses ist ebenfalls gratis. In Vahrn nimmt die Ausgabe für die Betreuung des zweiten und jedes weiteren Kindes um 23 Euro auf 42 Euro ab, in Lüsen von 26 auf 23 Euro.

Der Nachmittag ist angebrochen. Annalena und die anderen

Kindergartenkinder ziehen sich um und sprechen die letzten Reime. Es ist kurz nach 14 Uhr, bald werden sie von den Eltern abgeholt. Für rund 200 Kinder in der Stadt dauert das Wiedersehen mit Mami und Papi noch etwas länger: Sie besuchen den verlängerten Stundenplan und bleiben bis 17 Uhr im Kindergarten. Dieses Angebot wird vor allem von in Vollzeit arbeitenden Eltern gern genutzt, die nicht auf die Betreuung durch Großeltern oder andere Verwandte zurückgreifen können. Dieser verlängerte Aufenthalt kostet rund ein Drittel mehr, nämlich 88,50 Euro pro Monat für das erste und jeweils die Hälfte für das zweite oder dritte Brixner Kind. Nicht ansässige Familien bezahlen den von der Landesregierung festgesetzten Höchstbetrag von 102 Euro pro Kind und Monat. Um allen Familien die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder in den Kindergarten zu schicken, gibt es für einkommensschwache Familien Reduzierungen in allen Gemeinden. Auf Antrag der Familien können die jeweiligen Gemeindeausschüsse die Gebühren senken oder die jeweiligen Kinder zur Gänze befreien. „Hier gibt es eine vermehrte Nachfrage“, weiß zum Beispiel die zuständige Beamtin der Gemeinde Mühlbach. Ob Annalena in Lüsen, Daniel in Brixen, Leo in Natz-Schabs, Magdalena in Mühlbach oder Stefan in Vahrn – ihre Eltern zahlen für die siebenstündige pädagogische Rundumbetreuung inklusive Mittagessen und Jause pro Tag zwischen 1,30 Euro und 3,50 Euro oder, anders ausgedrückt, es kostet sie zwischen einem „Macchiato“ und einem „Lattemacchiato“ mit Gipfele pro Tag.

Noch mehr Geschmack in neuem Design

8 Bocconcini aus frischem Mozzarella, jetzt in der neuen und praktischen Schale zu 200 g. Dank der Verwendung eines speziellen Rezeptes und bewährter natürlicher Zutaten versprechen die Bocconcini ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Bocconcini Brimi: Mozzarella für Genießer

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

mack + Gesch h isc + prakt eundlich ltfr + umwe Milchhof Brixen Brennerstraße 2 I-39040 Vahrn (BZ) Tel. 0472 271300 www.brimi.it

Natürlich frisch

carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 17


Foto: Oskar Zingerle

Gefühlswelten aus Ton z Im September beteiligten sich 23 Kinder an einer von der Stiftung Gräfin Lene Thun und den Sozialdiensten Eisacktal initiierten Projektwoche und sammelten dort erste Erfahrungen im Modellieren mit Ton. Unter der Anleitung der Keramiklehrerin Margot Christandl formten die Kinder und Jugendlichen Vasen, Schüsseln, Tiere

oder Fabelwesen und bemalten sie mit bunten Farben. Sie erlebten dabei wertvolle Momente des Beisammenseins, erlangten Vertrauen in ihre Fähigkeiten und hatten am Ende die Gewissheit, dass sie trotz einer schwierigen Situation Spaß haben können. Das Gefühl, etwas Neues und Wertvolles mit eigenen Händen geschaffen zu

haben, stärkt Selbstvertrauen und Zufriedenheit der Kinder. Durch die Arbeit teilten sie ihre eigenen Empfindungen mit und setzten

P&G

sich mit den Gefühlen anderer auseinander, in der Gruppe oder mit der eigenen Familie. oz

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Keine langen Wartezeiten mehr? z Schon seit Längeren machen die Krankenhäuser unseres Landes mit schlechten Schlagzeilen auf sich aufmerksam: Die Wartezeiten seien zu lang, und trotz vereinbarten Termins muss man oft noch Stunden warten, beklagen sich Patienten. Dies soll sich jetzt ändern: Ein zentrales Vormerksystem, das einmal monatlich publiziert und für jeden zugänglich ist, könnte die Lösung des Problems sein. So

kurz

notiert

18

kann jeder Patient selbst die Initiative ergreifen und herausfinden, in welchem Krankenhaus und in welchem Bereich er am schnellsten behandelt werden kann. Betroffen sind nur ambulante und instrumental-diagnostische Leistungen; stationäre Behandlungen sowie auch die Erste Hilfe sind nicht Teil des Vormerksystems – die heute bereits praktizierte Regelung nach Dringlichkeit bleibt

Die KVW Ortsgruppe Schabs veranstaltete kürzlich im Grundschulgebäude das diesjährige Familienfest. Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren haben zusammen einen geselligen Nachmittag miteinander verbracht.

demnach erhalten. Zudem ruft der Sanitätsbetrieb dazu auf, Termine einzuhalten, pünktlich zu erscheinen und, falls es unmöglich ist, den zugewiesenen Termin wahrzunehmen, ihn frühzeitig

abzusagen. Erster Ansprechpartner bleibt aber der Hausarzt. Ob dieses System dazu führen wird, die Wartezeiten in Südtirols Krankenhäusern deutlich zu verkürzen, wird sich in der Praxis zeigen. jk

Im Rahmen eines Treffens im Bürgerheim Brixen gingen österreichische Seniorenreferenten und Vertreter der Landesabteilung Familie und Sozialwesen der Frage nach, ob es zwischen Österreich und Südtirol relevante Unterschiede in der Seniorenbetreuung gibt.

Die Bewohner des Dienstbotenheims und die Brixner Vinzenz-Konferenz feierten am 13. September das Fest der Heiligen Notburga. Die Dienstmagd Notburga ist die Patronin dieses Seniorenheimes in der Trattengasse, das nach 23 Jahren nun wieder von der Vinzenz-Konferenz geführt wird.


NACHGEFRAGT

„Schon als Kind von der Uniform geträumt“ ROSSELLA D’ANDREANO steht an der Spitze der Brixner Finanzwache und ist somit die erste Frau, die in der Bischofsstadt dieses Amt inne hat. Sie löst Nicola Russo ab, der wieder in seine Heimatstadt Rom zog. junge Frau. Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? Es gibt eigentlich keine speziellen Gründe für meine Berufswahl. Die meisten Entscheidungen in meinem Leben treffe ich mit dem Herzen; schon als Kind wollte ich Uniform tragen, aber auch die Universität besuchen. Irgendwann bekam ich die Möglichkeit, beide Wünsche zu vereinen. Ich bekam eine militärische Ausbildung und wurde mit den nötigen Mitteln ausgestattet, um meinen Abschluss zu machen.

Die Tätigkeit in der Finanzwache ist nicht ein alltäglicher Beruf, insbesondere für eine

Als Frau müssen Sie sich in der Finanzwache durch ein männerbeherrschendes Terrain schlagen;

haben Sie beruflich deshalb irgendwann schon mal negative Erfahrungen gemacht? Ehrlich gesagt kann ich mich weder an negative Vorfälle noch an Probleme erinnern, die ich aufgrund meines Geschlechtes machen musste. Es gibt natürlich hin und wieder alltägliche Schwierigkeiten, denen man im Berufsleben begegnet, und sicher hatte der eine oder andere kleine Vorbehalte, sich einer Frau unterzuordnen. Aber alle Vorurteile haben sich von selbst gelöst, nachdem man sich besser kennengelernt hat.

Foto: Alexa Brenner

Frau D’Andreano, Sie stammen aus Sapri in der Provinz Palermo und waren letzthin in der Lombardei tätig. Was ist Ihr erster Eindruck von Südtirol und Brixen? Brixen ist eine wunderschöne Stadt und ein Ort, an dem ich mich sofort wohl gefühlt habe. Die Kultur, die Umgebung und die vielen Veranstaltungen machen Brixen zu einem sehr lebenswerten Ort, an dem ich mir sogar vorstellen könnte, meine Kinder großzuziehen.

Alexa Brenner Leserbrief an: echo@brixner.info

HERBSTANLEIHE DER SPARKASSE

*Bruttozinssatz p.a. (entspricht 2,63% p.a. netto) des ersten Zinskupons. Der Bruttozinssatz der darauffolgenden Zinskupons ist am Euribor 3 Monate indiziert, mit einem Aufschlag von 1,4% p.a. für jene, die alljährlich im Herbst anreifen. Für alle anderen Zinskupons ist ein Aufschlag von 0,7% p.a. vorgesehen. Nur für Neueinlagen und Umschichtungen von Einzeltiteln, die von Dritten ausgegeben wurden.

Werbemitteilung. Vor Zeichnung Informationsprospekt lesen, insbesondere den Abschnitt zu den Risikofaktoren, der

von der Consob am 09.06.2011 genehmigt wurde. Vertragliche und wirtschaftliche Bedingungen hinsichtlich der Erbringung der Wertpapierdienstleistungen finden Sie in den Verträgen und in der vorvertraglichen Information. Für die vertraglichen Bedingungen in Bezug auf die Depot- und Verwaltungsdienstleistungen verweisen wir auf das Informationsblatt. Der Informationsprospekt und das Informationsblatt sind in den Filialen und auf www.sparkasse.it verfügbar.

Mit 3%* starten und im Herbst lohnt sich’s doppelt!

Herbst

Sommer Frühling

www.sparkasse.it 840 052 052

Herbst

Winter

Mehr Bank.

19


Politik & Gesellschaft

MÜHLBACH

Erweiterungszone statt Jugendherberge TOP AUTO GmbH Vahrner-See-Weg 1 39040 Vahrn

Alex 348 385 8660 Guido 348 385 8661

Skoda Octavia 1.9 TDI Wagon, Bj 2009 15.500 Euro

BMW 320d Touring mit Leder und Navi, Bj 2009 25.500 Euro

Toyota RAV4 Bj 2007 15.900 Euro

Ford Galaxy 2.0 TDCi 140 PS, mit Leder, Navi, Panoramaglasdach, DVD hinten usw., Bj 2008 20.500 Euro

Verschiedene VW Passat Variant TDI, Bj 2007-2009 ab 13.400 Euro

Erträgen der Photovoltaikanlage. In der Gemeinderatssitzung vom Juli verfehlte der Vorschlag die Mehrheit allerdings um eine Stimme, weshalb die aus Verwandtschaftsgründen befangene und somit von der Abstimmung ausgeschlossene Gemeinderätin Agnes Rieder Prosch in der Folge zurücktrat. Mit dem nachgerückten Rat Albert Weissteiner stimmten nun acht Räte für die Umwidmung. Die vier Freiheitlichen verließen bei der Abstimmung den Saal, drei SVP-Mandatare stimmten dagegen. Wie bei Wohnbauzonen üblich, sind 60 Prozent des Volumens zu konventionieren, und es sind Erschließungskosten und Baukostenabgaben von 135.000 Euro fällig. oz Foto: Oskar Zingerle

Audi A4 Avant 2.0 TDI S-Line, 85.000 km, Bj 2007 18.500 Euro

z Der Gemeinderat von Mühlbach stimmte in seiner Sitzung vom 6. Oktober der Umwidmung von einer Zone für öffentliche Einrichtungen in Wohnbauzone zu. Wie in der AugustAusgabe des „Brixner“ berichtet, handelt es sich dabei um die alte Talstation der GitschbergUmlaufbahn, an deren Stelle eine Jugendherberge entstehen hätte sollen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten beantragten die Betreiber aber bereits vor einem Jahr die Umwidmung, um 17 Kleinwohnungen errichten zu können. Als Gegenleistung boten sie der Gemeinde einen 106 Quadratmeter großen Raum für den Sportverein, einen Autoabstellplatz sowie einen Anteil von 30.000 Euro an den

Tüchtige(r)

Verkäufer(in) und Kassierer(in)

MB ML 320 CDI Sport 76.000 km, Bj 2008 39.900 Euro

VW Touran 1.9 TDI 7 Sitze, Bj 2008 15.950 Euro

Alle Angebote unter

www.topauto.it 20

mit Erfahrung im Schuh- und Bekleidungssektor, Vollzeit oder Teilzeit nur nachmittags, für unsere Filiale in Vahrn gesucht.

shoes toys food

Kontakt: Frau Elke Tel. 0472 970303


BRIXEN

Lebenserfahrung Alkohol z Wenn sich in diesem Herbst im Raum Brixen rund 80 Personen outen, die nach einer Alkoholabhängigkeit ihr erstes cleanes Jahr hinter sich haben, dann gibt das zu denken. Wie hoch die Zahl der Alkoholabhängigen wirklich ist, lässt sich nur schätzen. Betroffen sind Menschen jeglichen Alters und jeglicher sozialer Schicht. „Wer nicht schon mal einen Rausch erlebt hat, kann nicht mitreden“ – mit dieser provokanten These geht der früher selbst Alkoholabhängige Peter Stockner aus St. Andrä seit Jahren auf seine Zuhörer zu. Auf Anfrage wird er auch wieder an zahlreichen Schulen zu Gast sein, um mit den Jugendlichen das Thema zu beleuchten. „Alkohol“, so sagt er, „ist Gift, wenn er in den falschen Maßen konsumiert wird“. Die Frage des Missbrauchs orientiere sich am Zeitraum des Konsums und an der Einstellung dem Alkohol gegenüber. Vor

allem aber sei den Ursachen für einen übermäßigen Konsum auf den Grund zu gehen, bevor der Krake Alkohol alle Lebensbereiche des Opfers zu zerstören beginnt. Wo der ehemals selbst Betroffene auch hinkommt und von seinen Erfahrungen berichtet, wird die Problematik für die Zuhörer greifbar und nachvollziehbar. Peter Stockner gehört dem Alkoholkrankenverband Südtirol an und ist vor allem im Eisacktal und im Wipptal aktiv. Interessierte Lehrer, Jugendgruppenleiter, aber auch Einzelpersonen können sich telefonisch mit ihm in Verbindung setzen: 340 4904844. ab

BRIXEN

Spielerisch gegen Gewalt und Rassismus z Bei der siebten Auflage des vom Jugendzentrum juze kass ins Leben gerufenen Projektes gegen Gewalt und Rassismus, „instant acts“, nahmen junge Akrobaten, Sänger, Schauspieler und Tänzer aus allen Kontinenten teil. Die Teilnehmer konnten selbst entscheiden, ob Sie sich mit Trommeln, Breakdance, Rap, Zirkus oder Körpertheater austoben wollen; im Zentrum stand aber immer die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und Rassismus sowie das positive Wahrnehmen kultureller, ethnischer und religiöser Vielfalt. Bei den in den Schulen von Brixen, Auer, Dietenheim und Salern abgehaltenen Workshops

lernten die Teilnehmer verschiedene Kulturen kennen, bildeten Vertrauen, überwanden Ängste und bauten Vorurteile ab. Über das Thema Gewalt und Rassismus wurde auf spielerische und künstlerische Weise aufgeklärt; darüber hinaus lernten die Jugendlichen, dass man sich gegen Gewalt und Unterdrückung wehren und schützen kann. Die Workshops waren so konzipiert, dass jeder der jungen Künstler in kürzester Zeit eine Performance präsentieren konnte. Als Abschluss des Projektes boten die internationalen Künstler die atemberaubende Show „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus 2010“. eh

NEU IN BRIXEN: WIND SHOP

Wir erWarten dich ab november in der Mozartallee, 10 21


Fotos: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen EINSATZ FÜR AFRIKA: Elisabeth Fischnaller betreibt seit 25 Jahren Entwicklungshilfe

–– PORTRAIT

„Etwas Gutes für die Menschen tun“ ELISABETH FISCHNALLER unterstützt seit über 25 Jahren ihren Bruder, Comboni-Missionar Erich Fischnaller, indem sie Altkleider und vieles mehr sammelt, drei Mal im Jahr in einen Container packt und in den Sudan schickt.

W

enn ein LKW mit Kleidern, Schuhen, Spielsachen und Geschirr eintrifft, dann verbringt sie wochenlang jeden Tag einige Stunden im Lager, öffnet Kartons, sortiert und stapelt und presst die Kleider zu handlichen Ballen. Wenn sie

22

dann nach Hause geht, ist Elisabeth Fischnaller stets von einer tiefen Zufriedenheit erfüllt. „Ich weiß, dass ich etwas Gutes für die Menschen getan habe.“ Seit über 25 Jahren unterstützt sie gemeinsam mit ihren Geschwistern ihren Bruder Erich, der als

Missionsbruder der Combonimissionare 24 Jahre lang in Südafrika wirkte. Vor sieben Jahren wurde er in den Südsudan versetzt, um den Menschen dort nach über 20 Jahren Bürgerkrieg beim Wiederaufbau zu helfen. „Einsatz für Afrika“ nennt sich der Verein der

Geschwister Fischnaller – Einsatz für Afrika und gleichzeitig Hilfe zur Selbsthilfe.

Kartoffelsäcke voller Kleider. Angefangen hatte alles damit, dass Erich Fischnallers Mutter, im Dorf gemeinhin als „die Kathl“


Steckbrief bekannt, ihrem Sohn, der damals in Glen Cowie in Südafrika tätig war, Kartoffelsäcke voller Kleider schickte. Die Kartoffelsäcke wurden mühevoll gewaschen, und die Schwestern im Herz-Jesu-Institut versahen sie mit großen Stoffetiketten, auf denen die Adresse von Bruder Erich stand. Genau 20 Kilo durften die Säcke schwer sein, gewogen wurden sie beim „Nannele“ im benachbarten Obstund Gemüsegeschäft. Bald kamen immer mehr Kleiderspenden aus der Bevölkerung, und der kleine Flur im elterlichen Haus in Mühlbach quoll über. „Wir haben uns dann nach geeigneten Räumen umgesehen“, erinnert sich Elisabeth Fischnaller. Im ComboniMissionshaus in Milland wurde den Geschwistern ein Magazin zur Verfügung gestellt. Als dort umgebaut wurde, stellte Hansjörg Auer ein paar Räume in der Lüsner Straße zur Verfügung, und schließlich fanden sie Unterschlupf im ausgedienten Brixner Bauhof.

„Brother Eric“. Von diesem Lager aus werden inzwischen jährlich bis zu drei Container in den Südsudan geschickt. Über zwei Monate sind die Sachspenden unterwegs, ehe sie „Brother Eric“ in Empfang nehmen kann: von Triest über die ugandische Hafenstadt Mombasa auf einem holprigen, von Straßensperren unterbrochenen Landweg nach Lomin. Zum Beladen eines Containers sind viele fleißige Hände nötig. „Ich rufe dann Uwe Dariz von der Millander Feuerwehr an, und er

ist mit zehn oder auch 15 Mann zur Stelle.“ Ein Dankeschön, das von Herzen kommt, und eine Pizza – das ist der Lohn für mehrere Stunden Präzisionsarbeit. „Steckvoll“ muss er nämlich sein, der Container, jeder Zentimeter muss genutzt werden, denn die Transportkosten belaufen sich auf etwa 10.000 Euro. Diesen Betrag erhält Elisabeth Fischnaller von großen und kleinen Spendern.

wird mir oft gestellt“, sagt sie, und auch im Missionshaus sind bei weitem nicht alle von dieser Art der Hilfe überzeugt. Hört man aber den Erzählungen von Elisabeth Fischnaller zu, so merkt man bald, wie wichtig die Container für ihren Bruder und seine Arbeit sind. Erich Fischnaller hat nämlich ein kleines Geschäft, in dem er die Sachen zum Verkauf anbietet. Eine einheimische Angestellte legt die Preise

„Ich weiß, dass ich etwas Gutes für die Menschen tue“_ Elisabeth Fischnaller 500 bis 600 Ballen, jeder zwischen 30 und 40 Kilo schwer, passen in einen Container, dazu Kartons und jede Menge kleine und große Säcke. An die 20 Minuten braucht Elisabeth Fischnaller, um einen Ballen zu pressen, „je nachdem, wie ordentlich die Kleidungsstücke bei mir ankommen.“ Die Kleider und all die anderen Gegenstände kommen aus verschiedenen Pfarrgemeinden oder auch von Privatpersonen. Wenn sie Kartons und Säcke öffnet und gut erhaltene, fein säuberlich geordnete Sachen vorfindet, dann freut sie sich: „Das erleichtert meine Arbeit sehr.“

Hilfe zur Selbsthilfe. Ob es denn

nicht besser sei, das Geld in den Sudan zu schicken, anstatt sich all die Mühe anzutun? „Diese Frage

fest, und wer nicht bezahlen kann, hat die Möglichkeit, als Gegenleistung im Garten zu helfen, das Auto zu waschen oder irgendeinen kleinen Hilfsdienst zu verrichten. Und dann gibt es noch jene Menschen, die mit dem Motorrad oder dem Fahrrad kommen, für wenige Euro einen Ballen ergattern und die Kleider dann im Landesinneren weiterverkaufen. Mit dem Erlös können sie ihre Familie ernähren und das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen. Hilfe zur Selbsthilfe, und ein klein wenig auch die Wahrung der Würde. Zur Zeit braucht Erich Fischnaller „einfach alles“. Der nächste Container wird am 29. Oktober beladen, die Menschen im Südsudan warten schon sehnsüchtig darauf. Nähmaschinen, Werkzeug, Geschirr: Der Wiederaufbau im Sudan ist mühevoll und gekennzeichnet von vielen kleinen Schritten. Vor zwei Jahren war Elisabeth Fischnaller für einige Wochen bei ihrem Bruder. Der Aufenthalt in Afrika gab ihr neuen Antrieb, weiterzumachen. „Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr sich

Elisabeth Fischnaller wurde am 18. Februar 1953 in Mühlbach „in der Stube auf dem Boden“ als neunte von zehn Geschwistern geboren. Sie besuchte, wie es damals üblich war, acht Jahre lang die Volksschule in Mühlbach und begann dann, als Kindermädchen zu arbeiten. Nebenbei besuchte sie die Abendmittelschule in Brixen. Später arbeitete sie dann im Rechenzentrum Eisacktal und in der Volksbank im Bereich der Datenverarbeitung. Nach der Geburt ihrer Kinder Christian und Verena war Elisabeth über viele Jahre Hausfrau und Mutter. Dann machte sie über vier Jahre berufsbegleitend eine Ausbildung zur Mitarbeiterin für Integration. Sie ist seit Jahren an verschiedenen Schulen tätig, derzeit an der Grundschule Vinzenz Goller. Seit 1978 ist Elisabeth Fischnaller mit Flavio De Monte Zanguol verheiratet. Einen Teil ihrer Freizeit widmet sie der Notfallseelsorge, und seit 25 Jahren unterstützt sie gemeinsam mit ihren Geschwistern ihren Bruder Erich Fischnaller, einem ComboniMissionar, der seit sieben Jahren im Südsudan arbeitet.

die Menschen über unsere Lieferungen freuen und wie wertvoll unsere Bemühungen sind.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Immobilien & Recht

Rund um Immobilien und Recht: Dr. jur. Hannes Willeit Eisackstraße 1/ Löwecenter - VAHRN St. Margarethenstraße 46 - STERZING Mobil: 349 77 61 878 - Tel.: 0472 97 06 90 info@willeitimmojus.it - www.willeitimmojus.it Terminvereinbarung erbeten

Die gespendeten Kleider werden in Kartons gepresst

––––––––––––––––––––

Verträge Immobilienvermittlung Erbschaften Schätzungen Unternehmens- und Hofübergaben 23


Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

IN EIGENER SACHE

Glückliche Gewinner z Vera Verginer und Tobias Senoner haben bei der heurigen „Brixner“-Kinderfotoaktion am süßesten in die Kamera gelacht, weshalb die Jury das Bild zum Siegerfoto gekürt hat. In Begleitung ihrer Mütter Marika Putzer und Brunhild Putzer nahmen die Gewinner kürzlich ein Überraschungsgeschenk als Siegerprämie entgegen. Elektro Reichhalter

überreichte den Cousins Vera und Tobias gleich zwei Digitalkameras, mit denen sie nun unzählige Erinnerungsfotos schießen können – beispielsweise bei einem Ausflug ins Annatal in Gröden, wo auch das Siegerfoto entstanden ist. Im Bild: Brunhild Putzer, Karl Reichhalter, Marika Putzer; vorne: Tobias Senoner und Vera Verginer. oz

M&M Menschen & Meinungen ST. ANDRÄ

Neuer Seelsorger am Ploseberg

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum die Verbände für die Fete vom Luis nix zohln welln. Sie sein net sicher, ob sie dafür a an Beitrog kriagn ...

kurz

notiert

24

z Am 1. September hat Pfarrer Jakob Ploner seine Stelle als Seelsorger in den Pfarreien St. Andrä und Afers angetreten. Er übernimmt das Amt von seinem Vorgänger Jörg Ernesti, der mit Herbstbeginn an die Hochschule für Theologie in Brixen gewechselt ist. Ploner, Jahrgang 1944, stammt aus einer Bauernfamilie in Enneberg. Bereits in seiner Kindheit lernte er Brixen und seine Umgebung kennen. Hier besuchte er das Vinzentinum und genoss dann im Priesterseminar seine theologische Ausbildung. Nach seiner Priesterweihe am

29. Juli 1971 machte Ploner seine ersten Erfahrungen als Kooperator in verschiedenen Pfarrgemeinden des Landes. Seine Wirkungsstätten als Pfarrer waren zuerst Buchholz/Gfrill bei Salurn, Untermoi und Welschellen, später Sinich bei Meran, dann St. Nikolaus und Gumer im Eggental, bis er schließlich die letzten 14 Jahre in Wengen und Welschellen im Gadertal tätig war. Ploner sieht sich selbst als der verlängerte Arm des Bischofs und versucht in diesem Sinne die Arbeit der Diözese tatkräftig zu unterstützen. Einen Schwerpunkt legt er

Der Kiwanis Club Brixen hat einen neuen Vorstand gewählt und Bettina Kerer als erste Frau in Südtirol zur Präsidentin bestellt. Ihr zur Seite stehen die Vorstandsmitglieder Helmut Tauber, Sara Bernardi, Thomas Klapfer, Walter Messner, Alexander Wagner und Beate Mitterhofer.

Die 20-jährige Grafikerin und Mediendesignerin Karin Fischnaller aus Teis/Villnöß hat bei den Berufsweltmeisterschaften in London die Goldmedaille errungen. Sie musste vier verschiedene Designprojekte entwerfen und zeichnen, darunter Logos, Plakate und ein Verpackungsdesign.

auf die Sonntagsgottesdienste, die für ihn Grundpfeiler des Gemeinschaftslebens einer Pfarrei sind: „Erst durch die gemeinsame Messfeier wird der Sonntag zum Tag des Herrn und unterscheidet sich somit von einem gewöhnlichen freien Tag“. ab

Eine Delegation aus Brixen, bestehend aus den Ordensschwestern Anna und Plerina sowie Vize-Bürgermeister Gianlorenzo Pedron und Stadtrat Claudio Del Piero nahmen an der Seligsprechung von Antonia Maria Verna in Ivrea teil. Verna hatte 1835 den Orden der Barmherzigen Schwestern gegründet.


O o op s

Leser kochen für Leser

Leckere Apfel-Nutella-Muffins

mein Hoppala

> Zutaten

Willi Tauber, Geschäftsführer des Milchhofs Brixen

„Metti i piedi per terra“ Es ist schon einige Zeit und einige Italienischkurse her, als mich meine Mutter im Mittelschulalter zum Friseur nach Brixen schickte, um meiner Frisur einen modernen Schliff zu geben. Giancarlo hieß der damals angesagteste Friseur der Stadt, der besonders bei den Jugendlichen aufgrund seiner modischen Haarschnitte beliebt war. Dort angekommen, setzte ich mich auf den bequemen Friseurstuhl und legte meine Füße auf der dafür vorgesehenen Fußstütze ab. Auf seine Frage, was ich denn gerne machen würde, antwortete ich höflich: „Einmal waschen und schneiden, bitte“. Zum Haare waschen beugte man sich damals noch zum Waschbecken vor – heute lehnt man sich ja bekanntlich ganz bequem nach hinten. „Metti i piedi per terra ...“, sagte Giancarlo, und da meine Italienischkenntnisse zu jener Zeit noch nicht so ausgereift waren, verstand ich leider nicht genau, was Giancarlo von mir verlangt hatte. Daraufhin wiederholte der Friseur seine Aufforderung, und ich kniete mich schüchtern und unbeholfen vor ihn auf den Boden, was nicht nur beim Friseur, sondern auch bei den anwesenden Kunden großes Gelächter auslöste. VAHRN

Jugendpreis 2011 z Südtirols Katholische Jugend (SKJ) zeichnete kürzlich den Augustiner Chorherr und Pfarrer von Neustift und Vahrn, Karl Blasbichler, für sein langjähriges und beherztes Engagement mit dem „Jugendpreis 2011“ aus. „Der Preis, für den mich die Neustifter Jugend vorgeschlagen hat, ist für mich

mmh!

eine große Ehre. Er gibt mir Motivation und bestärkt mich weiterzumachen“, freut sich Blasbichler. „Herr Karl“ reiste 1997 erstmals offiziell mit einer Südtiroler Jugendpilgergruppe nach Paris, und er begleitete die Gruppen ebenso nach Rom, Toronto, Köln oder Sydney. Er ist überzeugt von der Nachhaltigkeit dieser Pilgerreisen, von der positiven Veränderung und der Einmaligkeit im Leben eines jungen Menschen. Der gebürtige Feldthurner erinnert sich gerne an die tolle Gemeinschaft, die er als Schüler im Heim des Klosters Neustift erlebte, und er kehrte 1994 nach der Priesterweihe gerne als Heimleiter und Religionslehrer dorthin zurück. Die Jugendlichen von heute sind in seinen Augen „sehr bunt, direkt, begeisterungsfähig und offen sowohl für Ideale als auch für Blödsinn. Gerade deshalb brauchen sie gute Vorbilder unter den Erwachsenen!“ hb

200 g Vanillejogurt 70 g weiche Butter 2 Eier 125 g Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 250 g Mehl 2 ½ TL Backpulver ½ TL Natron Früchte der Saison, z.B. Äpfel 1 Glas Nutella

> Zubereitung Backofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen, Muffinblech einfetten oder Förmchen aus Papier einlegen.

Eier zusammen mit Zucker und Butter schaumig rühren. Anschließend das Jogurt dazu geben. Mehl mit Natron und Backpulver vermischen und ebenfalls unterrühren. Früchte in kleine Stücke schneiden und dazugeben. Falls der Teig zu klebrig ist, einen Schuss Mineralwasser hinzugeben. Je einen Esslöffel Teig in die Formen füllen, dann einen Teelöffel Nutella in jede Form und schließlich die restliche Masse auf die Förmchen verteilen. Für ca. 20 Minuten backen lassen.

Sich gesund zu ernähren ist gut. Aber manchmal will ein angestrengt rauchendes Maturantengehirn auch mit etwas „endleckerem“ gefüttert werden, wie Julia Kauffmann aus eigener Erfahrung weiß. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Bringt die neue Regelung zur Bürgerbeteiligung der Gemeinde Brixen Vorteile?“ 4 6,15% Ja, vor allem durch die Abschaffung des Beteiligungsquorums 1 1,54% Ja, vor allem weil das Promotoren komitee nun nur noch aus 30 Personen bestehen muss 1 9,23% Nein, die Vorgehensweise ist immer noch zu aufwändig 2 3,08% Nein, die Einführung des Zustimmungs quorums ist nicht zielführend

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Sollten die Geschäfte sonntags geöffnet werden?“ > Ja, ich bin für eine durchgehende Öffnung der Geschäfte, das ganze Jahr über > Ja, die Geschäfte sollten zur Weihnachtszeit auch sonntags geöffnet bleiben > Nein, ich bin dafür, dass die Geschäfte auch zur Weihnachtszeit sonntags geschlossen bleiben > Nein, aber dafür sollten die Läden das ganze Jahr werktags mittags durchgehend geöffnet bleiben Stimmen Sie mit! www.brixner.info 25


Menschen & Meinungen

LAMMento

Tank leer „Oha!“ – Gewöhnlich sagt der Franz „Aha!“ und betont dabei das zweite A, aber diesmal sagte er o-betonend „Oha!“, was derart ungewohnt klang, dass Frieda an der Kaffeemaschine augenblicklich eine Pause einlegte, und auch ich begann, den Franz zu beobachten, in der Hoffnung, in Erfahrung zu bringen, was ihn derart verblüfft hatte, dass er vom „Aha“ aufs „Oha“ umgestiegen war. „Der Polizei geht das Benzin aus“, sagte er, und er machte dabei ein derart grinsendes Gesicht, dass man auf den ersten Blick nicht ganz genau sagen konnte, ob er sich nun darüber freute oder ob er sich darüber freute. Wenn ich mir ein Auto noch leisten könnte, würde ich mich darüber freuen, sagte ich, denn dann könnte ich sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorieren und einfach davonbrausen, ohne dass mich die tankleere Polizei einholen könnte. „Damit die Bullen nicht in eine Sinnkrise verfallen, wird man die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Fahrradtempo reduzieren müssen“, sagte Frieda, während sie in einem wahrscheinlich eh schon verbotenen Tempo ihren Super-Macchiato mit 95 Oktan servierte, worauf ich mir bildlich vorzustellen versuchte, wie die Fahrrad-Polizei einem Fahrrad-Gauner nachhechelt, der die erlaubten 5 km/h überschritten hatte. „Alles im Leben hat seinen Sinn; alles, was geschieht, hat eine Ursache“, sagte Frieda in ihrer unendlichen Weisheit, „wahrscheinlich ist die angeordnete Benzinknappheit Berlusconis Beitrag zur Entschleunigung“. Oder er will einfach verhindern, dass er nach seinem Rücktritt sofort von der nächstbesten Volante abgeholt wird. Oha!

26

BRIXEN

Neues Führungsduo im Katholischen Forum z Die Millanderin Isabella Engl wurde am 26. September ins neue Führungsteam des Katholischen Forums gewählt. Gemeinsam mit dem ehemaligen SVP-Landtagsabgeordneten Herbert Denicolò wird sie in den nächsten drei Jahren dem Dachverband vorstehen, der 15 kirchliche Vereine und Verbände umfasst und dem rund ein

Drittel der Südtiroler Bevölkerung angehören. Vorgeschlagen wurde Engl von der Organisation für Eine solidarische Welt und der Katholischen Frauenbewegung. Die gebürtige Wienerin ist seit etwa 40 Jahren mit Jakob Engl verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Bereits in den Achtziger Jahren – Tochter Alice konnte damals gerade mal über den Ladentisch gucken – stand sie im Eine-Welt-Laden. Sie ist Mitbegründerin der OEW und hielt sich mehrfach auch über längere Zeit in Uganda auf, um die Durchführung von Jugendund Frauenprojekten voranzutreiben. Auch im Vorstand der katholischen Frauenbewegung setzte sie Akzente. Auf die Frage, welche konkreten Vorhaben in nächster Zeit umgesetzt werden sollen, antwortet sie: „Kinder brauchen ihre Eltern, Menschen brauchen einen Ruhetag. Daher wollen wir, dass die Geschäfte am Sonntag geschlossen bleiben!“ Besonders am Herzen liegt ihr, dass die kirchlichen Amtsträger Frauen nicht nur mit Worten anerkennen, sondern sie auch in oberen Entscheidungsgremien mitbestimmen lassen. hb


Pro& Contra Ist der ethnische Proporz überholt? Der Hintergrund:

Seit einigen Wochen wird im Rahmen der Volkszählung auch die Sprachgruppenzugehörigkeit der in Südtirol ansässigen Bürger statistisch und anonym erhoben. Die „Grünen“ rufen dabei zum zivilen Ungehorsam auf, weil sich „viele Bürger in den angegebenen drei Sprachgruppen nicht wiederfinden.“

WIR KAUFEN GOLD UND BEZAHLEN BAR ... Ketten, Ringe, Armbänder, Medaillen, Bruchstücke, Ohrringe, usw. ... kurz, wir kaufen alles was Gold ist und bezahlen bar.

BRIXEN

Vitt. Veneto-Str. 54/B Tel./Fax 0472 801851 BRUNECK - Dantestr. 6/A Tel./Fax 0474 412034 BOZEN - Gaismairstr. 12 Tel./Fax 0471 400933

SEPP KUSSTATSCHER, Grüne: „Diese Art des Schutzes brauchen die zwei Sprachminderheiten in Südtirol nicht mehr“

Ja Der ethnische Proporz, wie er im Pariser Vertrag angedacht, vom Paket verankert und mit einer Durchführungsbestimmung (DPR Nr. 752/1976) geregelt wurde, war notwendig, um das große Unrecht zu beheben, das die Faschisten und die Nachkriegsregierungen Italiens der deutschen und ladinischen Minderheit in Südtirol zugefügt haben. Die Zeit für diese „Reparatur“ wurde damals mit 25 Jahren festgesetzt. Bis 2002 wurde der Sprachgruppen-Proporz mehr oder weniger erreicht. Dass Schlawiner, zum Beispiel bei der Eisenbahnverwaltung, mit „trucchi“ vieles hintertrieben haben und dass die SVP oft großzügig weggeschaut hat, soll hier allerdings auch erwähnt werden. Heute ist der ethnische Proporz überholt, vor allem die komplizierte und starre Form in der Anwendung. Diese Art des Schutzes brauchen die zwei Sprachminderheiten in Südtirol nicht mehr. Im öffentlichen Dienst soll Wert auf eine gute Zwei- und Mehrsprachigkeit und auf die Kompetenz der Bediensteten gelegt werden, nicht so sehr auf die Zugehörigkeit zu einer der drei Sprachgruppen. Die SprachgruppenZugehörigkeitserklärung macht immer mehr Personen Schwierigkeiten – zum Beispiel solchen, die mehrsprachig sind oder als Anderssprachige sich nur künstlich zuordnen müssen. Wie viele Ladiner außerhalb der eigenen Täler erklären sich als Deutsche oder Italiener, weil sie sonst von den meisten Posten ausgeschlossen wären!? Ich wünschte mir eine Volkszählung, wo alle Sprachen anonym erfasst und statistisch gut ausgewertet werden. Seit der Volkszählung 1981 haben wir nämlich wegen unserer Verbohrtheit auf diesen Proporz keine diesbezüglichen Statistiken mehr. Schade! z

PHILIPP ACHAMMER, SVP-Landessekretär: „Es ist bedenklich, dass eine Partei zum ‚zivilen Ungehorsam’, also zur Nichtbefolgung des Gesetzes aufruft“

LEIFERS - Kennedystr. 114 Tel./Fax 0471 956136 MERAN - Romstr. 156 Tel./Fax 0473 210412

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 10-12.30 Uhr und 15.30-19 Uhr

Nein Es mag überraschen, dass gerade ein junger Vertreter der SVP wie ich diese „alte“ Säule der Autonomie verteidigt. Ich bin jedoch überzeugt, dass der Proporz nach wie vor eine Basis für das friedliche Zusammenleben in unserem Land darstellt: Entsprechend der Größe der jeweiligen Sprachgruppe wird die Vertretung in Politik und Verwaltung gewährleistet und eine angemessene Aufteilung der Ressourcen ermöglicht. Dies vermittelt ein Gefühl von Gerechtigkeit und Sicherheit, einer möglichen Ungleichbehandlung wird entgegengewirkt, unnötige Spannungen zwischen den Sprachgruppen werden vermieden. Der Proporz zementiert dadurch jedoch nicht die Trennung der Sprachgruppen, sondern bringt geradezu die Notwendigkeit der Kooperation in allen Bereichen zum Ausdruck. Daher ist dieses Instrument der Autonomie nach wie vor erforderlich. Unabhängig davon wird eine flexible Anwendung des ethnischen Proporzes in der Praxis, sofern nötig, bereits aufgrund von Durchführungsbestimmungen aus dem Jahre 1997 ermöglicht. Schlussendlich finde ich es bedenklich, dass eine im Landtag vertretene Partei wie die Grünen zum „zivilen Ungehorsam“ bei der laufenden Sprachgruppenerhebung, also zur Nichtbefolgung des Gesetzes aufrufen. Einerseits ist dies unverständlich, weil diese Erhebung jeder Bürgerin und jedem Bürger die eventuelle Möglichkeit offen lässt, sich keiner Sprachgruppe zugehörig zu erklären. Andererseits muss es auch im Interesse der Grünen liegen, dass der Minderheitenschutz für die deutsche und ladinische Volksgruppe gesichert wird – Voraussetzung dafür ist, dass das Bestehen der Minderheit überhaupt erhoben wird. z 27


Menschen & Meinungen

Umfrage

Gedanken zu Allerheiligen Allerheiligen ist jene Zeit im Jahr, in der man der Verstorbenen gedenkt. Wir haben uns umgehört, ob dieser Zeitraum auch Anlass gibt, um sich Gedanken über den eigenen Tod, den Nachlass, eine eventuelle Organspende und die Möglichkeit der Einäscherung zu machen.

„Gedanken über den Tod sollte sich jeder machen, auch wenn es ein schlimmes Thema ist – man entlastet die Nachkommen, wenn die Dinge vorher geklärt sind“, sagt Martina Fischnaller, die sich „auf jeden Fall einäschern lassen würde. Den Nachlass würde ich, vor allem wenn ich Kinder hätte, auch regeln, insbesondere um jeglichen Stress in der Zeit der Trauer zu vermeiden.“

Michaela Oberhuber spricht sich klar für die Organspende aus: „Aber wenn ich dann keine Organe mehr habe, möchte ich auf jeden Fall eingeäschert werden. Das finde ich einfach sympathischer, wenn man das so makaber sagen darf. Besonders wichtig ist es, den Nachlass zu regeln – einfach um die Nachkommen somit zu entlasten und vor Streitigkeiten zu bewahren.“

„Über den Tod nachdenken ist eine ganz natürliche Sache, und das sollte auch jeder tun“, erklärt Stefan Larcher, der mit den Organen, mit denen er zur Welt gekommen ist, auch wieder gehen möchte. „Ich möchte nichts geben und auch nichts nehmen – eins ist aber sicher: Sollte ich an einer Maschine hängen, so soll diese, wenn es nicht mehr geht, abgeschaltet werden“.

Dass man sich mit dem Thema auseinandersetzen sollte, um frühzeitig gewappnet zu sein, findet auch Greti Eichbichler. „Damit tut man den Angehörigen einen Gefallen. Meine Kinder wissen zum Beispiel, dass ich nicht künstlich am Leben erhalten werden möchte. Wir wurden mit dem Thema bereits konfrontiert, und diese Botschaft habe ich dann meinen Kindern gleich mitgegeben.“

Klara Ploner weiß, dass es wichtig ist sich um den Nachlass zu kümmern: „Man schiebt das aber andauernd vor sich her und setzt sich nie dran. Als Krankenpflegerin werde ich ständig mit der Problematik konfrontiert, aber selber habe ich mich noch nie dazu durchgerungen. Zum Thema Beerdigung hingegen habe ich klare Vorstellungen und diese auch bereits mündlich an meine Familie weitergegeben.“

„Ich bin ein absoluter Befürworter der Organspende, jedoch eindeutig dagegen, das Leben um jeden Preis zu verlängern. Meine Angehörigen wissen Bescheid und werden, sollte es der Fall sein, keine lebensverlängernden Maßnahmen ergreifen“, erklärt Josef Palfrader, der auch die Möglichkeit, eine Patientenverfügung zu schreiben, nutzen wird, „um alles zu regeln“.

28

Tamara Bartoletta hat sich über ihren eigenen Tod noch wenig Gedanken gemacht. Aber über die Einäscherung ist sie sich sicher, dies bedeutet nämlich auch für die Nachkommen weniger Kostenaufwand am Grab. „Als Jugendlicher macht man sich vielleicht weniger Gedanken. Wir reden aber zu Hause offen über das Thema, somit weiß ich auch über den Wunsch meiner Angehörigen Bescheid. Ich finde es auch wichtig, dass mit dem Thema offen umgegangen wird.“

„Je älter man wird, umso mehr denkt man über das Thema Tod nach. Die Allerheiligen-Tage geben dazu einen guten Anlass“, sagt Josefine Schlechtleitner, die sich aber auch noch nicht eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. „Wenn es irgendwie möglich ist und meine Organe einem anderen das Leben retten, dann befürworte ich auch die Organspende.“


Freundlichster Mitarbeiter gesucht! Die Volksbank hat in den vergangenen Mona-

Am vergangenen 19. Oktober wurden die Sieger

ten nach den freundlichsten Mitarbeitern in den

prämiert – und zwar nicht nur die »freundlich-

133 Filialen der Bank gesucht. Über 20.000 Kunden

sten Mitarbeiter«, sondern auch die Kunden, die

haben sich an der Wahl beteiligt und ihren Favori-

bei der Verlosung gewonnen haben. Die Preise

ten bzw. ihre Favoritin gewählt.

wurden in Brixen von der Verwaltungsrätin Margit

Marianna Radmüller ist die freundlichste Mitarbei-

Tauber und Filialleiter Norbert Künig überreicht.

terin in der Volksbank-Niederlassung Brixen. In Südtirol haben die Kunden Margit Gruber (Niederlassung Bozen), Markus Plunger (Niederlassung Brixen), Klaus Neumair (Niederlassung Bruneck)

und

Fabrizio

Bellini

(Niederlassung

Meran) gewonnen – sie durften sich über ein iPhone4 freuen.

Freundlichkeit geht vor. Im Bild v.l.n.r.: Norbert Künig, Leiter der Filiale Brixen/Große Lauben, Mitarbeiterin Marianna Radmüller, Kunde und Gewinner Markus Plunger sowie Mitarbeiterin Michaela Oberhofer.

»Die hohe Beteiligung der Kunden zeigt, welchen hohen Stellenwert die Freundlichkeit und Kompetenz der Bankmitarbeiter einnimmt«, sagte Generaldirektor

Johannes

Schneebacher.

Für

die Mitarbeiter sei dies Vertrauensvorschuss und Motivation zugleich.

www.volksbank.it

Unten links: Marianna Radmüller (Bildmitte) mit August Baumgartner und Familie. Unten rechts (v.l.n.r.): Margit Tauber, Verwaltungsrätin der Volksbank, Stadträtin Elda Letrari, Marianna Radmüller und Stadträtin Paula Bacher.


Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur SCHIEFERTAFEL UND TINTENFASS: Im Forschungs- und Dokumentationszentrum ist ein Klassenzimmer aus den 1950er Jahren nachgestellt

–––––––––––––––––– Forschung und Dokumentation der Südtiroler Schulgeschichte

Schulgeschichte(n) aus Südtirol Wie wurde im vergangenen Jahrhundert Schule gestaltet? Welche Rahmenbedingungen herrschten vor 50 Jahren? Im Fokus des Forschungs- und Dokumentationszentrums zur Südtiroler Bildungsgeschichte (FDZ) der Fakultät für Bildungswissenschaften im Brixner Missionshaus stehen die heute unglaublich klingenden Lebens-, Lern- und Arbeitsbedingungen von Schülern und Lehrern.

M

it 18 Jahren, ich hatte gerade meine Ausbildung an der damals einzigen Lehrerbildungsanstalt in Meran abgeschlossen, wurde mir eine Stelle in Petschied-Hinterlüsen angeboten. 25 Mädchen und Buben der dritten, vierten und fünften Klasse sind mir damals anvertraut worden. Untergebracht waren wir in der Stube des ‚Karnerhöfls’ an der Lasanke; auf der anderen

30

Bachseite wurden die Erst- und Zweitklässler ebenfalls in einer Stube unterrichtet. Es gab kein elektrisches Licht, im Winter zudem für zwei Monate keine Sonne. Bei nebligem Wetter konnte in der ersten Stunde nicht gelesen und geschrieben werden. Na ja, und neben dem Schulhaus diente eine Holzhütte als offenes Klo.“ Diese Geschichte, vom Vahrner Lehrer Ernst Parschalk erzählt,

und viele andere, die heute fast unglaublich klingen, sind im Forschungs- und Dokumentationszentrum (FDZ) zur Südtiroler Bildungsgeschichte an der Fakultät für Bildungswissenschaften im Brixner Missionshaus gesammelt und aufbewahrt.

Das Brixner „Schulmuseum“. Es

war ein lange gehegter Wunsch der ehemaligen Stadträtin Kathi Trojer,

die selbst viele Jahre den Lehrberuf ausgeübt hatte, ein „Schulmuseum“ zu errichten. Gemeinsam mit Franz Holzer, wie sie aus Sexten stammend, legte sie den Grundstein der umfangreichen Sammlung an alten Heften, Fotos und anderen didaktischen Hilfsmitteln und suchte hartnäckig den Kontakt zur damals neu gegründeten Universität. Bei Professor Helmwart Hierdeis, dem damaligen Dekan


Österreichs und des Schweizer Kantons Graubünden unter einem geschichtlichen und aktuellen Fokus betrachtet wurde.

Reiche Sammlung. Der Aus-

tausch mit anderen Ländern – es sind mittlerweile 19, darunter Australien und Brasilien – wird angestrebt und gefördert. „Auch wird die reiche Sammlung an didaktischen Wandbildern, in

„Sparen war oberstes elterliches Gebot: Beim Schreiben ja keine Zeile im Heft freilassen!“_ Paula Fischnaller Meraner auch isoliert bearbeitet werden: Forschung und Dokumentation. So bemühten wir uns in letzter Zeit, das regionale Phänomen der Südtiroler Bildungsgeschichte in überregionalen und internationalen Projekten zu bearbeiten.“ Im Projekt „Kleinschulen im alpinen Raum“ ging es darum, dass das Leben, Lernen und Arbeiten von Schulkindern und Lehrpersonen in Kleinschulen in vergleichbaren geografischen Gebieten

deren Besitz wir gelangt sind, in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg und einem niederländischen Schulmuseum unter folgenden Aspekten hinterfragt: Welche Inhalte wurden damit vermittelt? Welche Lernziele wurden angestrebt?“ Als ein weiteres Projekt mit internationaler Ausrichtung nennt Frau Augschöll das Symposium „Mehrsprachigkeit und Schulbuch“, das vom 22. bis 24. September

stattfand. Untersucht wurden folgende Fragen: Wie lernen Kinder, die mit mehr Sprachen aufwachsen, lesen und schreiben? Wie fördert das Lesen lernen in mehr als einer Sprache die Integration? Wie kann verhindert werden, dass Sprachen aussterben? Zu diesen auch für Südtirol aktuellen Fragestellungen diskutierten namhafte Schulexperten, Sprachwissenschaftler, Politiker, Verleger und Verbandsvertreter aus Ländern wie der Schweiz, Polen und Finnland. Parallel dazu wurden mehrsprachige historische Fibeln ausgestellt und eine Auswahl aktueller mehrsprachiger Schulbücher aus verschiedenen Ländern präsentiert“.

für das Verständnis von Schule vor Ort von großem Wert. Daneben arbeitet das FDZ an der Erstellung einer „Oral-HistoryDatenbank“. Oral History steht für mündlich erzählte Geschichte, die der Geschichtswissenschaft da nützt, wo schriftliche Quellen nicht vorhanden sind. Sie ist durchaus in der Lage, Lücken in der Südtiroler Bildungsgeschichtsforschung, so zum Beispiel aus der Zeit der totalitären Regimes und nachher, zu füllen. Foto: Oskar Zingerle

für Bildungswissenschaften, stieß sie auf ein offenes Ohr. Und so gilt er, der kurz darauf in Pension ging, als der Initiator der im Jahr 2007 geschaffenen Forschungs- und Dokumentationsstätte. Seine Nachfolge als wissenschaftliche Leiterin trat Annemarie Augschöll Blasbichler an. Sie erläutert ausführlich die zwei wesentlichen Aufgaben des FDZ, die „zum Teil komplementär, zum Teil

„Graue Literatur“ geht hier nicht verloren. Neben der Forschung

geht es im FDZ aber vor allem auch um Dokumentation, also die Sammlung von didaktischen Materialien wie Wandbildern, Karten und Hilfsmitteln vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern. Daneben wurden Sammlungen von Fotos, Schulbüchern, Heften, Registern, Zeugnissen, Vorbereitungsheften und dergleichen angelegt. Diese Dokumente werden als „graue Literatur“ in öffentlichen Archiven nicht geführt, sind aber

Annemarie Augschöll Blasbichler: „Wir bemühen uns, die Südtiroler Bildungsgeschichte in überregionalen und internationalen Projekten zu bearbeiten“

–––– 31


Kunst & Kultur Alte Fotos, Hefte, didaktischen Hilfsmittel und mündliche Erzählungen spiegeln den Südtiroler Schulalltag der Vergangenheit wider

––––––––––––––––––––––

„Die Sammlung umfasst derzeit 70 Interviews mit deutschsprachigen Lehrern und Schülern, und sie wächst laufend.“

Wie war die Schule vor 50 Jahren? Tatsache ist allerdings,

dass die Schule aus einer reinen Betrachtung der Verordnungen

.11.2011 8 1 is b . 4 vom 40% s i b -20 Ski- und Sportbrillen aller Marken

MODELLE 2011/12

und Gesetze nie und nimmer die Wirklichkeit, wie sie an der Schule vor Ort war, widerspiegelt – schon aufgrund der heute nur noch schwer nachvollziehbaren Rahmenbedingungen: Das Schulgebäude als solches, weite Schulwege, Kinder mit Nachmittagsunterricht, aber ohne Mittagessen, die Einstellung der Eltern zur Bildung ihrer Kinder, die Einflussnahme der Ortsgeistlichkeit auf die Einstellung der Eltern und dergleichen mehr. Höchst interessant sind in diesem Zusammenhang die Erinnerungen des Lehrers Sepp Pfattner, der von 1970 bis 1972 zunächst sechs, im zweiten Jahr zwölf Kinder im Rossstall des Schlosses Garnstein unterwies, ausgestattet mit einfachsten Lehrmitteln, darunter zwei Landkarten aus der Faschistenzeit. Erst mit dem Bau der Straße über den „Bucher“, konnte ein Schülertransport nach Latzfons organisiert werden. Den Besuchern des Dokumentationszentrums fallen im Eingangsbereich die Plakate mit geschichtlichen Angaben zur Schulgesetzgebung und im Stiegenhaus die zahlreichen Fotos, alle aus dem Jahr 1979, von Schulhäusern auf. Ungeheuer groß sind die damaligen Unterschiede zwischen Fraktions-, Dorf- und Stadtschulen.

Eine Klasse im Original. Ja, und Kleine Lauben 1A · 39042 Brixen · Tel. 0472 836 266 32

dann ist da noch das Klassenzimmer aus der Zeit vor etwa 50 Jahren mit den kleinen, hölzernen

Bänken, den Schiefertafeln samt Griffeln und „Löschhuderchen“, den Tintenfässchen in den Bankmulden, den unzähligen Wandbildern mit dem Einmaleins, den Uhrzeiten, den Pflanzen und Tieren. Wenn Schulklassen die Ausstellung besuchen, kommen sie aus dem Staunen nicht mehr heraus, und es ist für sie ein reizvoller Auftrag, die von Mitarbeitern der Fakultät vorbereiteten Aufgaben zum Vergleichen zu lösen. Dass auch in prekären – so würde man heute sagen – Verhältnissen gerne und tüchtig gelernt wurde, bestätigt Paula Fischnaller Meraner, in den Fünfziger Jahren eines der insgesamt zwölf Mesnerkinder in Petschied: „Ich erinnere mich, dass wir zunächst gar keine Schultasche brauchten, denn an Büchern gab es nur jenes für Lesen und Religion. Später hat uns die Mutter eine Stofftasche genäht. Überhaupt war Sparen oberstes elterliches Gebot: Beim Schreiben ja keine Zeile im Heft freilassen! Dass einzelne Lehrer zwischen Bauernkindern und Arme-LeuteKindern Unterschiede machten, kam auch vor. Bei Lehrer Parschalk war das nicht der Fall, im Gegenteil: Er spendierte uns einmal einige Lira für ein Extra-Vergnügen. Wir besaßen nichts, aber unsere Eltern ermunterten uns zum Lernen und zu guten Noten, und da konnten wir uns durchaus behaupten. Sie haben selbst auf Vieles verzichtet, um uns den Besuch einer weiterführenden Schule zu ermöglichen“.

johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Forschungs- und Dokumentationszentrum zur Südtiroler Bildungsgeschichte Missionshaus Regensburger Allee 24, Brixen Tel. 0472 011000 Öffnungszeiten: Dienstag, 15 bis 17 Uhr Donnerstag, 9 bis 12 Uhr


Ausstellung

Mit Nadel und Faden W

er nostalgische Rüschenromantik erwartet, muss sich etwas gedulden, denn zunächst führt der Parcours zur Ausstellung an Wilma Kammerers filmtauglichen HitchcockVögeln vorbei, Dohlen, die auf wachsgetränkten Putzlumpen herumhacken. Galgenvögel auf dem Kriegsschauplatz? Möglich, denn Kammerer gibt sich kämpferisch, die Militär-Abdeckplane mit eingenähten Aufzeichnungen von verletzten Soldaten spricht (Ton-)Bände.

Jacke wie Hose. Gesellschaftskri-

tische Töne schlägt auch Fabian Feichter mit seinem Videostill „Eine Minute des Schweigens“ an, wo er die Zehenhaut seines Fußes zusammennäht und ihm Trauerfarbe auferlegt. Salonfähig macht Feichter Hydraulikerwolle als Haarbewuchs – Symbol für Verführung, aber auch für männliche Stärke. Wer erinnert sich nicht an die Philisterin Delila, die den Israel-Retter Samson seiner Haarpracht und somit seiner übermenschlichen Kraft beraubt. Martina Drechsler gewährt in ihrer frappierenden Videoarbeit zu männlicher Marschmusik einen voyeuristischen Blick auf rosa verhüllte, weibliche „living sculptures“, und Julia Bornefeld ironisiert die Gender-Thematik mit dem fleischgewordenen Wortspiel „Jacke wie Hose“. Die junge Brixner Künstlerin Maria Stockner verquickt die frauengeschichtliche Komponente konsequent mit dem Textilhandwerk, seit jeher im Mittelpunkt ihres Schaffens. Hingebungsvoll sammelt sie fragile Fragmente aus der Vergangenheit, wie Vorhänge, Tücher, Spitzen, Bordüren, und führt sie, losgelöst vom ursprünglichen Kontext, einer neuen Bestimmung zu. Die Applikationen entstehen stets im Einklang mit dem Raum; in der Hofburg zeigt Stockner naturfarbene Stoffbahnen mit einer durchscheinenden Mandorla. Die mandelförmige Aureole symbolisiert die erwachende Sexualität

der jungen Mädchen, die deckenden Hände schützen die Jungfräulichkeit. Ephemere Engelchen aus hauchzarten Spitzenkragen schweben leise und licht von der Decke. In jeder neuen Lesart der alten Versatzstücke spürt man die Liebe zum Detail und die Achtung vor der Intimität der Wäschestücke früherer Trägerinnen. „Die handwerkliche Beschäftigung ermöglicht auch den Rückzug auf mich selbst“, meint die junge Mutter, „und gleichzeitig fühle ich, wie in einer Biedermeier-Vedute, die Befindlichkeit der Handarbeiterinnen vergangener Zeiten.“ Ähnlichen Respekt empfindet auch Elisabeth Oberrauch für ihre stickenden Vorgängerinnen: Die Papierkünstlerin bindet die mit Monogrammen versehenen Kopfkissenbezüge zu einem Buch der Erinnerungen. Ruth Gampers Kunst gehört zur Trash-Art: Sie verwendet ausgediente Reis- und Kaffeesäcke und übt damit latente Kritik an der Wegwerfgesellschaft.

Nicht allen Arbeiten liegt ein kritischer Subtext zugrunde. Manche der jungen Wilden stellen den dekorativen Aspekt in den Vordergrund, wie Leander Schwazer mit seiner MinimalArt-Installation von aneinandergereihten Reißverschlüssen – oder Peter Kaser mit seinen auffallend gemusterten „Hangerlen“. Irene Kubicek überrascht mit einer Figurengruppe aus Ultener Brottüchern und Ingrid Canins mit einer quietschbunten Riesen-Zopfliesl. Heinz Mader präsentiert 30 Decken aus verschiedenen Geweben, Mustern und Orten und Berty Skuber eine Patchwork-Arbeit aus unzähligen Kleideretiketten. Arnold Mario Dall’Ó malt nur scheinbar gepixelte Bilder und Paul Thuile überträgt seine verzerrten Raumausschnitte diesmal auf einen Teppich. Christian Kaufmann strickte eine Liebeserklärung in 71 Minuten – die addierte Zeitspanne,

in der er sich mit dem Gedanken an Weihnachtsgeschenken befasste. Helga von Hofe legt leere Schaumstoffhüllen auf und Erwin Wurm eine seiner Pullover-Skulpturen, während Carmen Müller und Manfred Mayr ein Steckspiel aus Stricknadeln und Wollknäueln aufgebaut haben. Eine Besonderheit sind die fantastischen Bildteppiche der großen May Hofer und ein Werkentwurf ihres Gatten, Anton Hofer, im Wiener Secession-Stil für die Brunecker Weberei Ulbrich. Sogar filigrane Breverl-Etuis für kurze Schutzbriefchen finden in der Ausstellung Platz sowie eine Komposition aus gestickten, gehäkelten und geklöppelten Deckchen in ehrendem Gedenken an die vielen Handarbeiterinnen in Klöstern und Manufakturen. Eines der Kleinode hat Kuratorin Brigitte Matthias als Hommage an ihre Mutter „eingeschmuggelt“, 1930 bei den Englischen Fräulein entstanden. Fantastische Stoffwelten kreierten die geschützten Werkstätten von Salurn und Prad, aber die Inspirationsquelle zur Ausstellungsidee für Lisa Trockner vom Südtiroler Künstlerbund war Arianna Moroder mit ihren märchenhaften Landschaften aus Seide und Viskose. Der bunte Reigen der Stoffkünstlerinnen schließt sich mit

Foto: Georg Hofer

Die Hofburg beherbergt noch bis zum 30. Oktober die Ausstellung „Neue Stofflichkeit. Textilkunst durch die Jahrhunderte“ – ein Gemeinschaftsprojekt des Südtiroler Künstlerbundes und des Diözesanmuseums.

Das Werk der Brixner Künstlerin Maria Stockner: Seit jeher verknüpft sie Frauengeschichte mit dem Textilhandwerk

––––––––––

einem zeitgenössischen Messgewandentwurf von Karin Welponer, die damit nicht nur zwischen Orient und Okzident vermittelt, sondern auch zwischen Textilkunst einst und jetzt. Das kostbarste Exponat des Domschatzes, die Adlerkasel aus byzantinischer Luxusseide um das Jahr 1000, ist im Diözesanmuseum ausgestellt. Das Kloster der Tertiarschwestern unterhält noch heute eine Paramentenstickerei. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

www.alphouse.it

ab uro 0 0 . 1 0E ² m o pr

DAS ZIEGELHAUS IN FERTIGBAUWEISE

Das einzige massive Fertighaus Italiens! 33


Symposion

Kunst & Kultur

Drama und Liturgie „Drama und Liturgie – Das liturgische Drama in Ost und West“ lautete das Thema des diesjährigen Symposions der Brixner Initiative Musik und Kirche. Eine Nachlese.

D

ie „Carmina Burana“ meint dank Carl Orff jedermann zu kennen. Dass diese Liedersammlung aus dem 13. Jahrhundert auch das älteste erhaltene lateinische Passionsspiel birgt, wissen nur einige Spezialisten. Diesen Text mit seiner Neumennotation (also zum Singen gedacht) und am anderen Abend als Pendant aus der orthodoxen Kirche den „Gesang der drei Jünglinge im Feuerofen“ zum Leben zu erwecken, und zwar nicht zum ästhetisierenden Scheinleben so genannter „historischer Aufführungspraxis“, sondern eingebettet in den ursprünglichen Ort einer Liturgie, dazu bedarf es neben dem historisch gebildeten musikalischen Sachverstand der Ausführenden auch des Mutes der Veranstalter, nicht bloß ein Konzert zu bieten, sondern wie in jeder Liturgie zum hörenden Mitfeiern und zum Mitgehen des Passionsweges einzuladen. So mögen es die zahlreichen Hörer auch verstanden haben, denn am Ende herrschte gesammelte Stille, wohltuend, ohne Beifall!

Sprechende Gesten, sparsames „Bühnenbild“. Johann Wolfgang

Niklaus mit seinem Ensemble der Schola Teatru Wegajty aus Polen und Kinder der Neustifter Singschule – wobei die Mehrzahl der „Pueri Hebraeorum“ puellae waren – gestalteten dieses liturgische Drama mit ihrer großen Erfahrung, eindrucksvoll im Gesang, besonders in der Bekehrung der Magdalena und der Marienklage, mit sprechenden Gesten, sparsamem „Bühnenbild“ und dem Abschreiten des Passionsweges, beginnend in der Pfarrkirche über den Einzug in Jerusalem vor dem Domportal über die Frauenkirche zurück nach St. Michael. Beim Referat tags darauf gaben einige Mitglieder des Ensembles Einblick in die Erarbeitung dieses Werkes und in dessen Ursprung und liturgische Funktion an der geschichtlichen Nahtstelle zu den beginnenden Mysterienspielen, die sich schließlich von der Liturgie lösen. 34

Adrian Sirbu mit dem Chor „Byzantion“ aus Iasi in Rumänien zusammen mit Lykourgos Angelopoulos vom Griechischbyzantinischen Chor aus Athen sangen das „Offizium über die drei Jünglinge im Feuerofen“ und gaben auch voraus eine Einführung zu diesem einzigartigen Werk. Die älteste der vier überlieferten Handschriften stammt zwar erst aus dem 15. Jahrhundert, ebenso die genaue Beschreibung des dramatischen Ablaufes durch Bischof Symeon von Thessaloniki. Da dieses liturgische Drama im so genannten asmatischen, das heißt durchaus gesungenen Ritus abgefasst ist, der nach dem Bilderstreit des 9. Jahrhunderts vom monastischen Ritus weitgehend abgelöst wurde, dürfte es aber in wesentlich frühere Zeit zurückreichen. Mehr noch als im westlichen Verständnis von Liturgie sieht die Orthodoxie in der irdischen Liturgie ein Abbild und den Vorgeschmack der himmlischen Liturgie, in die der Mitfeiernde hineingenommen wird. So begann das „Offizium von den drei Jünglingen im Feuerofen“ im Kreuzgang mit dem Spiel auf dem hölzernen Simandron, mit dem die Gläubigen zum Gebet gerufen werden. Nach den Psalmen zur Matutin in der Frauenkirche zog die Prozession zum dramatischen Teil des Offiziums in die Johanneskapelle.

Liturgie und Theater – verträgt sich das? „Drama und Liturgie

– Das liturgische Drama in Ost und West“ lautete das Thema des diesjährigen Symposions der Brixner Initiative Musik und Kirche. Liturgie und Theater? Verträgt sich das? Mit großem Engagement und unterhaltsamem Ernst führte der gebürtige Südtiroler und in Wien tätige Schauspieler Hannes Benedetto Pircher aus, wie Liturgie im besten Sinne des Wortes Theater ist, ja sein muss; nämlich Vergegenwärtigung durch Tun, Ineinsklang von Raum, Klang, Szene, Aktion und Wahrnehmung. Theater entsteht immer im Augenblick, ist nicht reproduzierbar,

Beeindruckend: das Passionsspiel der Schola Teatru Wegajti aus Polen

–––––––––––

sondern muss immer neu gewagt werden. Aus dieser „Theatralität“ – so nannte es der Referent in Abgrenzung zum Theatralischen – entstanden im Mittelalter die geistlichen Spiele. In diesem Sinn – so die Summe des Vortrages – braucht die Liturgie Theater. Woher kommt es, so muss man weiterfragen, dass zu großen kirchlichen Feiern „selbst erklärte Atheisten gelaufen kommen“ (Meyerhold), jene im gleichen Atemzug aber als zu theatralisch abgetan werden? Zwei Missverständnissen gilt es zu wehren. Der Rationalismus meint, in den Riten, Gesten, Spielen der Liturgie werde den Menschen etwas vorgespielt, vorgegaukelt, was sie dann glauben sollen. Die Entstehung der mittelalterlichen Spiele verläuft genau umgekehrt. Weil die Menschen glaubten, wollten sie das Geglaubte sichtbar und greifbar machen, in aller Kargheit und wohl wissend, dass alles Darstellen nur Vorspiel und Hinweis auf das größere Unsichtbare sein kann. Damit hängt auch das zweite Missverständnis zusammen. In unserer eindimensional gewordenen Welt, der die Metaphysik (das, was dahinter ist) abhanden kam, kann nichts mehr zum Vorschein kommen, bleibt alles an der Oberfläche. Liturgie verkommt dann schnell zum entleerten,

starren Ritus oder zur Spielwiese der Beliebigkeit, zum Theatralischen im schlechten Sinn des Wortes. Dem zum Trotz bauten Referate und Liturgien dieses Symposions eine Brücke, welche Möglichkeiten und Herausforderungen für die spirituelle Suche unserer Zeit sich aus der christlichen Überlieferung erschließen können.

Vortrag und Film über Jakob Philipp Fallmerayer. Eingescho-

ben zwischen die liturgischen Dramen aus Ost und West war das Gedenken an einen Suchenden zwischen Orient und Okzident, einen Wanderer zwischen diesen beiden Welten: Jakob Philipp Fallmerayer aus Brixen, der vor 150 Jahren starb. Seinem Leben und oft unverstandenen Wirken waren ein Vortrag von Ellen Hastaba und ein Film von Renato Morelli gewidmet. Den Gottesdienst am Sonntag zelebrierte Pater Urban Stillhard, die gregorianischen Gesänge – ein wenig erdenschwer im Gegensatz zu den gewohnten schwerelos schwebenden Linien der Gregorianik – gestaltete die Schola Teatru Wegajty. Den Abschluss bildeten orthodoxe Gesänge des rumänisch-byzantinischen Chores Byzantion. Carl Graf Leserbrief an: echo@brixner.info


Musik

20 Jahre VocalArt Das Brixner Ensemble VocalArt feiert am 13. November mit einem Jubiläumsgottesdienst im Brixner Dom sein 20-jähriges Bestehen.

C

höre werden gegründet und lösen sich wieder auf. Was mit großer Begeisterung begonnen wird, scheitert oft schon an den Mühen des Aufbaus und – im Falle von kulturellen Initiativen – auch an der Konstanz der Organisatoren und am Durchhaltevermögen der Sängerinnen und Sänger. Das Brixner Ensemble VocalArt bildet in diesem Sinne eine Ausnahme, konnte es sich doch nunmehr zwei Jahrzehnte lang halten und mit seinen zahlreichen Konzerten in Südtirol, aber auch außerhalb, immer wieder besondere Akzente setzen. Das heute 24 Mitglieder zählende Ensemble ist aus dem kulturellen Leben Brixens inzwischen nicht mehr wegzudenken. Das 20-jährige Bestandsjubiläum soll am Sonntag, 13. November, in einem Festgottesdienst um 10 Uhr im Dom alle ehemaligen und derzeit aktiven Mitglieder sowie Freunde und Bekannte des Chores zusammenbringen und einen Blick zurück auf 20 Jahre erfolgreiches Wirken erlauben.

Vielfalt der Stilrichtungen. Ge-

gründet wurde der Chor im Jahr 1991, vorwiegend aus Lehrern des Instituts für Musikerziehung. Von Beginn an leitete Domkapellmeister Heinrich Walder das Ensemble, dessen Name „VocalArt“ programmatisch auf die Vielfalt der Stilrichtungen verweisen

Sakralmusik, weltliche Musik und Uraufführungen von zeitgenössischen Komponisten sind die Schwerpunkte im Repertoire der 24 SängerInnen von VocalArt

––––––––

sollte. Lag der Schwerpunkt der Programmauswahl vor allem auf Sakralmusik aus Renaissance und Barock, kamen dennoch weltliche Musik und zeitgenössische Stilrichtungen nicht zu kurz, was zahlreiche Uraufführungen von Werken einheimischer Komponisten beweisen. So schuf 1993 Nicoló Castiglioni eine „Missa Brevis“ für VocalArt, 2007 wurde der „Schreitgesang“ von Josef Mayr im Brixner Kreuzgang aufgeführt. Weiters gehören eine „Missa Brevis“ des Innsbrucker Komponisten Kurt Estermann und Werke des Brixners Hannes

Kerschbaumer zum Konzertrepertoire. Die Ensembles, mit denen VocalArt zusammen konzertierte, lassen sich kaum an zwei Händen aufzählen. Stellvertretend seien das „Ensemble Gherdeina“, die „Tiroler Barockbläser“ oder der Chor „novoCanto Innsbruck“ genannt. Kontinuierliche Probenarbeit sowie Einzel- und Chorstimmbildung zeitigten auch ihre Früchte, wie den 1998 erworbenen 3. Platz beim Internationalen Chorwettbewerb „Guido von Arezzo“. 2006 sollte der Chor mit dem 1. Preis in der Kategorie Kunstlied beim Chor-

wettbewerb in Spittal/Drau seine höchste Auszeichnung erhalten. Auch nach 20 Jahren gehören dem Ensemble zahlreiche Mitglieder der ersten Stunde an, die allerdings nicht versäumt haben, jüngere Sängerinnen und Sänger anzuwerben. Im laufenden Jubiläumsjahr steht neben dem Festgottesdienst und dem Jubiläumskonzert im November auch ein Konzert im bayerischen Waldsassen auf dem Programm, zu dem sich die Mitglieder im Frühjahr 2012 aufmachen werden. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

BRIXEN

„Turnhof“, Bahnhofstraße 34

Garagen zu vermieten und zu verkaufen Informationen und Verkauf: SEESTE BAU AG Bozen, Pacinottistr. 3 Tel. 0471 246 811 mail@seeste.it www.seeste.it

Mo - Sa 16-20 h -1 10 3 /

Bausteine fürs Leben.

Station Center 39042 Brixen - Mozartallee

35


Kunst & Kultur

MUSIK

Köstliches von „The other“ z „The other“ – das sind Judit Pixner, Daniela Pichler, Andrea Weger und Kriemhild Brugger, allesamt aus dem Passeiertal. Mit ihren unverwechselbaren Stimmen sind sie seit 20 Jahren musikalisch gemeinsam unterwegs und haben zum runden

Jubiläum ein neues Album aufgenommen. Es nennt sich „simply delicious – einfach köstlich“ und beinhaltet spritzige PopsongArrangements, unter anderem mit Hits von Michael Jackson, James Brown, Kylie Minogue oder Bon Jovi. CDs sind im Fachhandel

sowie bei den Konzerten der Band erhältlich. Online-Bestel-

K&K

lungen und Informationen unter www.the-other.it oz

Kunst & Kultur

DIVERSES

Kunterbuntes Klein Kunst Festival z Das 3. Klein Kunst Festival im Jugendhaus Kassianeum gibt fünf Tage lang, vom 16. bis zum 20. November, einen Einblick in die Welt der gespielten Geschichten und wartet mit neuen Höhepunkten auf: 35 Vorstellungen mit zwölf verschiedenen Bühnen und Künstlern aus sieben Ländern warten dabei auf neugierige Zuseher. Puppen- und Figurentheaterbühnen stehen im Zentrum des Festivals, aber auch andere Theaterformen kommen zum Einsatz, wie das Improvisations-

kurz

notiert

36

theater, Papiertheater, Schauspiel, Pantomime oder Clownerie. Mal entführen Ton- und Klangstücke ohne Sprache in die Welt der Fantasie, mal reizen Clownstücke die Lachmuskeln der jüngeren und älteren Zuseher. Poetisches Figurentheater oder feinsinniges Puppentheater erzählen ebenso Geschichten von allerlei besonderen Wesen aus der Märchen-, Tieroder Menschenwelt. Während vormittags die Kindergärten und Schulklassen die Aufführungen stürmen – Mitte September waren

bereits alle Vorführungen ausgebucht –, sind die Nachmittage und das Wochenende den Familien und anderen Kindertheaterliebhabern reserviert. Am Sonntag endet das Klein Kunst Festival mit einem attraktiven Familienprogramm: Es werden parallel zwölf verschiedene Stücke gespielt; in der Mittagspause gibt es schmackhafte Gerichte zu familienfreundlichen Preisen. Das detaillierte Programm finden Sie in unserem Veranstaltungskalender „timer“ oder unter www.jukas.net. db

Der Träger des Deutschen Kabarettpreises und Poetry-SlamChampion Sebastian Krämer gastiert am 11. und 12. November gemeinsam mit seinem Kollegen Marco Tschirpke in der Dekadenz. Sie präsentieren in ihrem Programm virtuose Lieder, die zumeist harmlos beginnen und dann im Wahnwitz enden.

Eine brillierende BlauschafHerde bevölkerte vor kurzem den Hofburgplatz: Die Schafe aus Polyesterharz sind Teil eines Kunstprojektes für ein friedvolles Miteinander, in Szene gesetzt von den Künstler Bertamaria Reetz und Rainer Bonk. Die Schafherde tourt drei Jahre lang durch ganz Europa.

Der Männergesangverein Brixen und die Bürgerkapelle Brixen gestaltet auch heuer gemeinsam das traditionelle Cäcilienkonzert am 26. November im Forum Brixen. Neben exzellenter Blasmusik werden dabei auch Opernchöre dargeboten.


NACHGEFRAGT

„Spiegelbild der Menschlichkeit“ THADDÄUS SALCHER, erfolgreicher Grödner Bildhauer, gestaltete den künstlerischen Beitrag am Zubau der Landesberufschule für Gast- und Nahrungsmittelgewerbe „Emma Hellenstainer“. Herr Salcher, Ihr Name taucht in den letzten Jahren immer häufiger auf; Peter Weiermair zählt Sie zu den „Jungen Wilden“ der Grödner Szene. Wo liegt eigentlich das Geheimnis Ihres Erfolgs? Durchhaltevermögen und bedingungslose Bereitschaft, sich ganz der Kunst zu widmen sind meine Stärken, ebenso wie Kompromisslosigkeit bei der Umsetzung meiner Ideen, abseits des kommerziellen Mainstream. Das ist ein entbehrungsreicher Weg, der nicht zuletzt Dank der Unterstützung meiner Familie möglich war, der ich sehr dankbar bin.

Landauf, landab, so auch in Brixen und Umgebung, nahmen Sie bereits an mehreren Projekten teil. Können Sie einige Beispiele nennen? Einzelausstellungen gab es im Krankenhaus Brixen im Jahr 2009 und im Stadtmuseum Klausen 2010. Heuer wurden meine Werke in der Festung Franzensfeste bei 50x50x50 artSüdtirol und bei „Figura“ gezeigt. Bei einem Wettbewerb des Vinzentinums konnte ich mit Igor Comploi den 1. Preis für einen Besinnungsraum erringen, und für den neuen Hauptsitz der Raiffeisenkasse Kastelruth habe ich eine großformatige Arbeit in Eisenguss fertig gestellt.

Was inspirierte Sie zur monochromen Installation „Menschlichkeit“ in der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ in Brixen? Ich wollte in diesem Fall vor allem eine Verbindung zur außergewöhnlichen Namensgeberin „Emma Hellenstainer“ herstellen. In ihr fühle ich eine große Menschlichkeit, die ich zum Ausdruck bringen wollte. Der Mensch im Kontext der Unendlichkeit steht immer im Zentrum meiner großformatigen Arbeiten, die den Raum mit positiver Energie füllen. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

RESIDENCE ELEFANT

Wohnungsbeispiel

BRIXEN Wohnen im historischen Zentrum Klimahaus A 18 Wohnungen mit Garten oder Balkon Fertigstellung: Sommer 2013

Informationen und Verkauf:

Wohnung 12 2-Zimmer-Wohnung im 2. Stock

Bausteine fürs Leben.

SEESTE BAU AG | Bozen, Pacinottistr. 3 | Tel. 0471 246 811 | mail@seeste.it | www.seeste.it 37


Film

Kunst & Kultur

Andere Einblicke von der Welt z Beim Auftakt der Konferenz „Trends in Higher Education in the Muslim World: Film and Media Analysis” an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen in Brixen präsentierten Anfang Oktober internationale Filmemacher und Experten filmische Eindrücke ihrer Forschungstätigkeit. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Premiere des Films „Understanding Islam: A Prerequisite for Integration of Muslim Immigrants into South Tyrol and the Region” – eine Produktion der Professorin Annemarie Profanter aus Brixen in Zusammenarbeit mit der US-Forscherin Stephanie Ryan Cate und der niederländischen Filmemacherin Arda Nederveen. Profanter verfolgt mit diesem Filmprojekt das Ziel, die gesellschaftlichen und familiären Veränderungen in traditionellen islamischen Stammesgesellschaften sichtbar zu machen und einem breiteren Publikum

vorzustellen. Die Dreharbeiten fielen dabei geradezu in die Zeit des sogenannten „Arabischen Frühlings“: Die Produktion wurde durch Protestkundgebungen und Aufstände erheblich erschwert. Dennoch gelang es den Filmemacherinnen, Gesellschaftssysteme und Reformbestrebungen in ein neues Licht zu rücken. Das Ergebnis ist ein Film, der es schafft, islamische Lebenswelten dem Publikum näher zu bringen und in Hinblick auf die Integration von muslimischen Einwanderern in Südtirol zu verwerten. Zu ähnlichen Themen berichteten weitere Experten und Filmemacher, wie etwa die amerikanischägyptische Filmemacherin Yasmin Moll, die vor allem die aktuelle Situation und die Emanzipation junger islamischer Frauen in Ägypten hervorhob. Das Bild der Frau im Islam wurde dabei in ein neues Licht gerückt: Der Zuschauer wird entgegen der verbreiteten Vorstellung von

passiven und unterdrückten Frauen in die reale Lebenswirklichkeit von jungen, aktiven und emanzipierten Frauen in Ägypten geführt. Ein weiterer Höhepunkt war zudem der Filmabend in Zusammenarbeit mit

NEU IM REGAL Patriarch in Buchform Pünktlich zum Siebzigsten erscheint in Österreich eine Würdigung des amtierenden Landeshauptmanns von Südtirol, Luis Durnwalder. Unter dem Titel „Der Südtiroler und Europäer“ enthält das vom Nordtiroler Journalisten Peter Plaikner verfasste Buch eine geraffte Zusammenfassung des Werdeganges vom „Luis“ sowie auch eine Momentaufnahme des „Systems Durnwalder“, das nach fast fünf Legislaturen zwar viele Kritiker hat, die aber meist leiser werden, sobald sie mit den statistischen Werten des Fürstentums oder mit den über 100.000 Vorzugsstimmen des Fürsten konfrontiert werden. Plaikner hat als Basis für sein Werk in Archiven gestöbert und vor allem in bester journalistischer Manier auch Interviews geführt – mit dem Patriarchen selbst, mit dem ehemaligen FFChefredakteur Hans Karl Peterlini, mit Reinhold Messner und Wendelin Weingartner. Als halbwegs informierter Südtiroler erfährt man nicht viel Neues, außer vielleicht, dass er in seiner täglichen frühmorgendlichen „Praxis für psychosoziale Polithygiene“ auch hin und wieder Prostituierte berät und

38

dem Filmclub Brixen: Angeregt durch die bunten, vielfältigen Eindrücke verschiedener Filmbeiträge entstand eine interessante Diskussion zwischen Publikum und Forschern sowie Filmemachern. db

Plaikner, Peter: Luis Durnwalder – der Südtiroler und Europäer Styria Premium Verlag, 2011, 208 Seiten; 19,99 Euro

ihnen im Pensionsalter zu einer „ordentlichen“ Arbeitsstelle verhilft. Das Buch ist empfehlenswert – vor allem auch für jene, die bisher nicht verstanden haben, warum der „Luis“ ein Erfolgsmodell ist.


KopfGeburt z Im Begriff „Kopfgeburt“ stecken mehrere Deutungen, die auf den Künstler Sergio Sommavilla zutreffen. In der Mythologie stoßen wir auf die Geburt von Athene, die aus dem Kopf des Zeus entspringt und nicht nur die Verkörperung des Geistes darstellt, sondern auch als Schutzgöttin der Handwerker fungiert. Im heutigen Sprachgebrauch steht das Wort für die mühevolle Entwicklung einer Idee, die der Bildhauer schlussendlich in Form von Köpfen „gebiert“. Und Sergio Sommavilla erschafft viele Köpfe; mit Bleistift im kleinen „Moleskine“ skizziert, erhalten

die Gesichter dann im Atelier ihre Dreidimensionalität. Eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Materialien steht dem gebürtigen Grödner zu Diensten: glatter Puflatscher Basalt, Muschelkalk, Marmor, Bronze, Terrakotta und Holz. Letzteres wird häufig mit Acryl übermalt, um die Übermacht des Werkstoffs in der Grödner Holzschnitzerei zu mildern. Engobierte Terrakotta-Büsten (mit flüssigem Ton eingefärbt) wechseln sich ab mit BuccheroKöpfen – einer Methode, die bei den Etruskern beliebt war, denn durch die grau-schwarze Farbe und den Glanz der Tonerde wird ein verblüffender Metalleffekt

Foto: Oskar Zingerle

Ausstellung

erzielt. Sie sind still, diese geistigen Essenzen aus Stein, aber keinesfalls stumm; sie sprechen die universelle Sprache der Weisheit, der Ruhe, des inneren Friedens. Reduzierte Formen gleich den Kykladenidolen der Ägäis

in der Bronzezeit, idealisierte menschliche Züge, jenseits aller Regungen, scheinen für den Künstler die höchste Erfüllung zu sein. Die Ausstellung in der StadtGalerie Brixen ist bis zum 30. Oktober frei zugänglich. id

der Hellenstainer. Am Nachmittag fand im Stern-Kino zudem die Präsentation des Kurzfilms „Vera“ von Francesca Melandri statt: Dieser erzählt die Geschichte von Vera, die einer hebräisch-kroatischen Familie entstammt und als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebt hat. Der „MelandriTag“ fand seinen Abschluss bei einer Begegnung mit der Autorin

in der Cusanus-Akademie, die von der Stadtbibliothek und dem Verein „heimat brixen“ organisiert worden war. Sonja Mehlitz las dabei Auszüge aus dem Werk, Gabriele Di Luca moderierte die anschließende Diskussion. Im Bild: Francesca Melandri, Gabriele Di Luca, Hilda Oberhollenzer, Verena Del Bello und Gabriella Truzzi Menolli. es

LITERATUR

Francesca Melandri zu Gast in Brixen z Einen Tag lang war die erfolgreiche italienische Schriftstellerin Francesca Melandri, Autorin des Romans „Eva schläft“ (Eva dorme), zu Gast in Brixen. Am Vormittag war sie zu einem LiteraturLunch in der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ geladen, da der Roman durch einen relevanten Bezug zur Gastronomie gekennzeichnet ist: Gerda, eine der Protagonistinnen, ist Köchin, und die Welt der kulinarischen und touristischen Entwicklung Südtirols stellt eine der Grundlagen des Romans dar, aus der Handlungsstränge entstehen und die dargestellten Figuren quasi

zum Leben erwachen. Der Roman thematisiert unter anderem die Anfänge des Tourismus, die Ausbeutung des Personals und das Aufeinandertreffen zweier Kulturen. Während des Literaturlunchs wurden die Inhalte des Romans diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf dem politisch-geschichtlichen Hintergrund und den Veränderungen in der Gastronomie und im Tourismus Südtirols lag. „Beim gemeinsamen Essen ging es um die Verbindung zwischen Literatur und Kulinarik, die eine durchaus interessante Symbiose versprechen“, so Brigitte Gasser Da Rui, Direktorin

ScHABS · Tel. 0472 412 300 · www.weger-heizung.it

· · · · ·

Sanitäre Anlage Heizungsanlagen aller Art Kontrollierte Raumlüftung Solaranlagen Badzimmereinrichtungen / 3D Planung

NEU - NEU - NEU! Planen Sie Ihr Bad selbst auf unserer Homepage! 39


Witziges über eheliche Machtverhältnisse 

Vitaltrainer

Pilates

Nordic Walking

Miha bodytec

z Antonia (Patrizia Pfeifer) und Giovanni (Günther Götsch) können nicht miteinander, und sie können nicht ohne einander. Sie sind über 40, verheiratet, die Kinder außer Haus. Eine harmonische Beziehung wäre nun der einzig gute Grund ihres Zusammenseins. Sie leben hingegen in einer offenen Zweierbeziehung: Er, Giovanni, lebt. Sie, Antonia, leidet. Sie will sterben, weil er ständig fremdgeht. Er bricht aus, weil sie ihn sexuell nicht mehr reizt. Antonia sucht sich eine eigene Wohnung, eine Arbeit, einen Geliebten. Es beginnt die Krise für den Mann: Giovanni verliert die Kontrolle, seine Lust an „intimen Erlebnissen“ mit anderen Damen, den Lebenssinn. Franca

Miha bodytec ist eine neue revolutionäre Form von Fitnesstraining. Dieses Gerät trainiert die Muskulatur bis in die tiefsten Strukturen. Verschiedene richtig ausgeführte Kräftigungsübungen werden durch elektrische Muskelstimulation gelenksschonend am ganzen Körper verstärkt, sodass man mit minimalem Zeitaufwand sofort spürbare Effekte erzielt und sichtbare Ergebnisse erreicht. Miha bodytec ist bereits seit einigen Jahren bei Sportwissenschaftlern, Profisportlern, Ärzten, Fitnesstrainern und Physiotherapeuten im Dauereinsatz. Cellulite-Probleme werden bekämpft, Gewicht und Fett reduziert, Durchblutung und Stoffwechsel angeregt, die Muskulatur wird gekräftigt.

Rame und Dario Fo stellen in der 1983 uraufgeführten Farce die Machtverhältnisse in der Ehe mit allen Mitteln der Komik auf den Kopf: Sie manövrieren Antonia und Giovanni in groteske Situationen, legen ihnen witzig derbe Dialoge in den Mund. Treuefetischisten bekommen in diesem von Helga Walcher inszenierten Stück genauso ihr Fett weg wie die Befürworter offener Beziehungsmodelle. Vermeintliche Toleranz kippt in Sekundenschnelle in rasende Eifersucht. Denn die Großzügigkeit hat ihr Ende, sobald das eigene Herz in Gefahr gerät. Zu sehen ist das Stück am 10. November im Forum Brixen. Weitere Infos: www.theater-bozen.it. oz

Foto: Hermann Maria Gasser

Pilates ist ein höchst effektives Übungssystem, das neben den oberflächlichen Muskeln auch die tiefe, wirbelsäulennahe Muskulatur trainiert. Nordic Walking hat wegen der hohen Muskelbeteiligung einen enorm hohen Energieverbrauch, löst Muskelverspannungen im Schulter- und Nackenbereich, verbessert die Herz–Kreislauf-Leistung.

revolutionär, mobil, obil, flexibel, kreativ Elmar Wachtler Ortnerweg 27 39042 Brixen/Kranebitt Dipl. Vitaltrainer Dipl. Pilatestrainer Nordic Walking Instructor Miha bodytec-Trainer

 

Tel. +39 335 75 38 173 73 elmar.wachtler@alice.it e.it

Sie möchten sich beruflich verändern?

Gerne komme ich auf Anfrage zu Ihnen nach Hause

Vom 02.11. bis einschließlich 18.11.2011 Miha bodytec Probetraining stationär oder mobil zum einmaligen Preis von 19 € Mehr Infos unter:

40

www.elmar-wachtler.it

Wir suchen Verstärkung im Verkauf www.pluristamp.it

uch tehe ich a s ls te o H Für fügung g zur Ver kurzfristi

PLURISTAMP

Kunst & Kultur

THEATER

(Zone Wipptal-Eisacktal-Pustertal sowie Zone Südtirol). Interessiert? Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Handy: 335 423189


Diverses

Ausstellung

Mit Kreativität gegen die Krankheit z Wer in diesen Tagen das Krankenhaus von Brixen betritt, begegnet im Eingangsbereich zahlreichen Ausstellungstafeln mit Bildern. Diese stammen von Patienten der Psychiatrie und stellen einen Bilderzyklus dar, der von Saint-Exupèrys „Kleinen Prinzen“ inspiriert ist. Die Abteilung Psychiatrie bietet seit 2006 die Kunsttherapie an, die von Marisa Nastati und Hans Prossliner begleitet wird. Primar Josef Schwitzer betont, dass der kreative Prozess den Patienten hilft, selbst aktiv Anteil an der Behandlung und an der Wiederherstellung zu nehmen und dass „im künstlerischen Tun Konflikte und der Blick auf die Welt wirkungsvoller aufgezeigt werden als es verbal oft möglich ist“. In diesem Zusammenhang kommt dem Herstellen die weit größere Bedeutung als dem Ergebnis

zu. Auch im Untergeschoss des Krankenhauses im Bereich der gynäkologischen Ambulatorien begegnen den Besuchern ausdrucksstarke Bilder. Sie stammen von krebskranken Menschen, die die begleitende Maltherapie nutzen. Renate Jöchler Daporta von der Krebshilfe Südtirol betont, dass eine gute medizinische Betreuung bei krebskranken Menschen nicht ausreiche: „Die Patienten kommen sich dabei oft fremdgesteuert vor“. Deshalb sei zusätzlich eine psychosoziale Betreuung nötig. Bei der Maltherapie haben die Menschen die Möglichkeit, die eigene Kreativität als Kraftquelle zu nutzen. Malen hilft, Emotionen und Belastungen auszudrücken. Der Patient wird aktiver Gestalter, der psychische Kräfte mobilisiert und seine Regeneration fördert. amm

Kulturprogramm im Forum z Mit dem kürzlich erschienenen Kulturprogramm 2011/2012 hat die Gemeinde Brixen in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein erneut einen anspruchsvollen und ansprechenden Musik- und Theaterkalender erstellt und will damit bei der Brixner Bevölkerung Lust auf Kultur wecken oder verstärken. Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten die Verantwortlichen die siebte Auflage von „Forum Cultur“, die quer durch die Saison 2011/2012 mit einer bunten Vielfalt an erstklassigen Musik- und Theaterveranstaltungen im Forum aufwartet – wie beispielsweise dem Wiener Hugo Wolf Quartett, Brechts „Kleinbürgerhochzeit“ von Schauspiel Dortmund oder die Opern-Gala der Württembergischen Philharmonie im März nächsten Jahres. Mit im Programm sind aber auch eine ganze Reihe einheimischer Produktionen, Künstler oder Formationen; das Cäcilienkonzert des Männer-

COMPUTERPROBLEME? WIR HELFEN IHNEN WEITER! Bringen Sie uns Ihren Computer zum Durchchecken vorbei, wir führen eine vollständige Problemdiagnose durch und beheben den Fehler, egal ob Systemreparatur, PC-Aufrüstung, Datenrettung oder Virenentfernung. Der praktische PC-Service in Ihrer Nähe, mit Beratung, Verkauf, Installation und Reparatur.

gesangvereins und der Bürgerkapelle Brixen, Franz Lehàrs „Die Lustige Witwe“ von der Komödie Brixen, das Jugendorchester Südtirol unter der Leitung von Stephen Lloyd und viele andere mehr. Wen die Lust auf Kultur gepackt hat, dem steht mit dem Konzertabonnement ein vorteilhafter Paketpreis zur Verfügung. Das Abo umfasst heuer fünf Aufführungen freier Wahl aus acht besonderen Konzerten, darunter auch das große Neujahrskonzert am 5. Jänner 2012. Es ist im Forum Brixen zu günstigen Bedingungen erhältlich. Im Bild (v.l.): Silvia Zanotto, Christine Magagna, Josef Lanz, Konrad Eichbichler, BM Albert Pürgstaller, Gianlorenzo Pedron und Mario Castiglioni. oz

519 € inkl. MwSt.

ASUS K53SC

15,6“ TFT (1366 x 768) / Core i3-2310M 2x 2.10GHz / 4096MB - 500GB / DVD+/-RW DL NVIDIA GeForce GT520MX 1024MB Windows 7 Home Premium / 2 Jahre Garantie Solange der Vorrat reicht

KONZEPT GmbH

Brixen, Weißlahnstraße 17 · Tel. +39 0472 801770 Sterzing, Pfitscherstraße 54 · Tel. +39 0472 765656 Innsbruck, Andechsstraße 44 · Tel. +43 (0)512 279259

www.konzept.it · info@konzept.it 41


SAISON-TRAUMSTART DER BRIXNER HANDBALLER

Freizeit & Sport

Vier Spiele, vier Siege Nach den Italienmeistertiteln in den 90er Jahren und dem freiwilligen Abstieg in die dritte Liga im Jahr 2007 steht der SSV Brixen nun wieder an der Spitze des italienischen Handballsports – mit dem Unterschied, dass im Vergleich zu 1990 großer Wert auf einheimische Spieler gelegt wird.

A

rmin Michaeler, Michael Ploner, Felix Grömminger, Manuel Dejakum, Stefan Ploner, Roland Giuliani, Beni Mairvongrasspeinten, Martin Sonnerer, Felix Sader, Holger Kovacs, Andreas Salcher, Ivan Stuffer, Michael Ranalter, Andreas Kammerer und Markus Oberrauch – das sind die Namen jener „jungen Brixner“, die die Tradition des Eisacktaler Handballs weiterführen und gewillt sind, zwei Jahrzehnte nach den beiden Brixner Italienmeistertiteln der Saisonen 1990/91 und 1991/92 wieder ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Vergabe des italienischen Meistertitels geht. Die ersten vier Meisterschaftsspiele der neuen Saison wurden mittlerweile absolviert. Der SSV Brixen steht zur Überraschung aller nun – punktegleich mit dem als Favoriten gehandelten SSV Bozen – an der Tabellenspitze der italienischen Elite-Liga. Die Spiele gegen Bologna, Fasano, Mezzocorona und Ambra konnten allesamt gewonnen werden. Das Trainerduo Nössing/Niederwieser spricht von einem „Traumstart, der nicht alle Jahre passiert.“ Nössing relativiert im gleichen Moment: Diese guten Spielergebnisse seien zwar „durch Ehrgeiz, aber auch durch viel Glück“ erzielt worden. Die großen Herausforderungen stehen noch an.

Zwölf Mannschaften in der Elite-Liga. Heuer nehmen nicht

mehr neun, sondern zwölf Mannschaften an der höchsten italienischen Spielklasse teil. Neben Brixen und Bozen kämpfen auch Conversano, Triest, Junior Fasano, Noci, Teramo, Ancona, 42

Bologna, Ambra, Pressano und Mezzocorona um die italienische Handballkrone. Dabei versprechen vor allem das Derby gegen den Lokalrivalen SSV Bozen, das Match gegen den Titelfavoriten aus Conversano und der Klassiker gegen Altmeister Triest zu Spitzenspielen zu werden. Brixen ist zwar gewillt, den Erfolg der Neunziger Jahre zu wiederholen, aber heuer wird dies trotz Traumstart vielleicht noch etwas zu früh sein, munkelt man in Brixner Insiderkreisen. In den nächsten Jahren sollte es aber aufgrund der laufend zunehmenden Erfahrung der noch jungen Spieler möglich werden.

Zwei neue Legionäre aus Slowenien. Zum Stamm der Mann-

schaft gesellen sich jährlich – je nach Saisonziel – etwa ein bis

Beide können bereits auf Erfahrungen in der slowenischen Nationalmannschaft und in der Champions League verweisen und „passen“ laut dem Trainerduo „hervorragend in die bestehende Mannschaft“. Allerdings handelt es sich für beide um die erste Auslandserfahrung. Sektionsleiter Reinhold Engl bestätigt, dass der Verein „weiterhin auf eine junge und motivierte Mannschaft aus einheimischen Spielern“ setzt. Es soll, so wünscht er sich, „ein Jahr der Erfahrung, aber auch ein Jahr der positiven Überraschungen“ werden. Die Entscheidung, großteils mit einheimischen Spielern aufzulaufen, wurde bisher vom Brixner Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen – sowohl vor vier Jahren in der dritten Liga

Der SSV will zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist und sich in der Elite-Liga behaupten kann.

Unkonventionelles Trainergespann. Bereits die vierte Saison

in Folge wird der SSV Brixen vom Trainerduo Hubert Nössing und Michael Niederwieser trainiert. Die Erfolge in diesen letzten Jahren geben dieser etwas ungewohnten, in Italien einzigartigen Trainerkonstellation Recht. Während Nössing vor allem für Technik und Taktik zuständig ist, übernimmt Niederwieser das Torwarttraining und beschäftigt sich großteils mit der zeitaufwändigen Videoanalyse und Einholung von Vorab-Informationen. „Es gibt eigentlich keine richtige Aufgabenteilung zwischen uns, denn vier Augen sehen einfach mehr als zwei“, versucht Nieder-

„Wir wollen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und uns in der Elite-Liga behaupten können“_ Reinhold Engl, Sektionsleiter SSV Brixen Handball zwei Legionäre dazu, die die junge Brixner Mannschaft verstärken sollen. Während für die heurige Meisterschaft nicht nur der Brixner Aaron Da Rui, der zum ASV Eppan gewechselt ist, sondern auch die beiden letztjährigen Legionäre Scepanovic und Radukic weggefallen sind, wurde Ausschau nach neuen Ausländern gehalten. Die Wahl fiel auf die zwei jungen Slowenen Aljosa Stefanic (29 Jahre) und Mirko Nikolic Kaijc (27 Jahre).

als auch in der jetzigen EliteLiga. Während bei „normalen“ Meisterschaftsspielen an die 600 Zuschauer in die Halle finden, verdoppelt sich diese Zahl bei den Spitzenspielen. Bei Finalspielen wurden auch schon 1.800 Zuschauer gezählt. Das Ziel von Reinhold Engl und seinem Vorstand ist es, „heuer einen weiteren Qualitätssprung zu schaffen, sodass ein Platz im Mittelfeld gesichert ist und wir eine Runde im Play-Off überstehen.“

wieser zu erklären. „Natürlich“, so Nössing, „muss zum Beispiel während eines Spiels oft eine schnelle, unabhängige Entscheidung getroffen werden. Aber im Normalfall sprechen Michael und ich sowohl vor, während als auch nach dem Spiel alles gemeinsam ab, wobei die Grenzen unserer Zuständigkeiten großteils fließend sind.“ Dass es dabei auch gelegentlich zu Reibereien kommt, streiten die beiden nicht ab: „Ja, das


passiert ab und zu, aber es ist sehr selten, und vielleicht gehört es irgendwie auch dazu. Es ist ähnlich wie in einer Ehe – mit der Ausnahme, dass wir nicht ineinander verliebt sind ...“, grinst Niederwieser. Genauer betrachtet ist das Brixner Trainer-Duo eigentlich ein Trio: Bernhard Thaler ist nämlich bereits seit fünf Jahren für die Fitness und Kondition der Spieler verantwortlich und hat ebenfalls einen gehörigen Anteil am derzeitigen Erfolg. Gute Fitness ist für einen Handballer eine Grundvoraussetzung, denn Handball ist eine Sportart mit häufigem Körperkontakt. Für Sektionsleiter Reinhold Engl gehört Handball „zu den härtesten Sportarten überhaupt, und ich bin der Meinung, dass es sogar härter zugeht als beim Rugbyoder Eishockeyspiel: Hier werden die Athleten nämlich nicht durch eine Montur geschützt.“ Vor allem auch deshalb ist die Präventionsarbeit des Konditionstrainer von äußerster Wichtigkeit, um Verletzungen vorzubeugen. „Andererseits“, so Engl, „ist dieses schnelle körperbetonte Spiel gerade für die Zuschauer interessant und spannend.“

Handball-Jugendzentrum Eisacktal formt Talente. Die Ba-

sis des Brixner Handballsports wächst im Handball-Jugendzentrum Eisacktal heran, wo derzeit an die 160 Kinder und Jugendliche den Sport unter Anleitung von zehn Trainern erlernen. Die hohe Anzahl von Athleten in der Kategorie U20 hat den Vorstand dazu bewogen, nach einer längeren Pause erstmals wieder eine Serie-B-Mannschaft zu stellen. Langfristig wird diese Mannschaft als Sprungbrett für die erste Kampfmannschaft dienen. „Das Spiel selbst ist in den letzten Jahren viel schneller und körperbetonter geworden“, beschreibt Michael Niederwieser, selbst damaliger Italienmeister und langjähriger Nationaltorhüter, die Entwicklung des Handballsports. Und trotzdem: „Würde die Brixner Meistermannschaft aus den Neunziger Jahren auf die heutige Eliteliga-Mannschaft treffen“, fährt Niederwieser fort, „so würde ich ihr den Sieg noch einmal zutrauen.“

thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

SPITZENREITER: Der SSV Brixen Handball führt gemeinsam mit Bozen die Elite-Liga an

––––––––––––––––––– 43


TRONY IST TRONY IST IMMER GÜNSTIG

www.trony.it www.trony.it

Vom 4. bis 20. November 2011 Vom 4. bis 20. November 2011

IMMER GÜNSTIG

299 209 299 209 piedoneESTENDO

30-04-2008

15:39

Pagina 1

piedoneESTENDO

30-04-2008

15:39

Pagina 1

Alle Preise beinhalten den Ökobeitrag Alle Preise beinhalten RAEE und nur deninÖkobeitrag teilnehmenden RAEE Geschäften und nur in teilnehmenden gültig. Die Angebote Geschäften sind gültig gültig.nur Diesolange Angebote dersind Vorrat gültig reicht. nurDruckfehler solange der und Vorrat Abänderungen reicht. Druckfehler vorbehalten. und Abänderungen Die Fotos haben vorbehalten. nur beschreibende Die FotosWirkung. haben nur beschreibende Wirkung.

1000Hz

600 G

1000Hz BOSCH WAE12161II

600 G

WASCHMASCHINE

Energieeffizienzklasse: A • Füllmenge: 5 Kg • Schleuderdrehzahl: 600 U/Min.

BOSCH WAE12161II

Energieeffizienzklasse: A • Füllmenge: 5 Kg • Schleuderdrehzahl: 600 U/Min.

PHILIPS 32PFL3605

69 69 SAMSUNG ES80 DIGITALKAMERA

5 Kg

CARICO

5 Kg

TV-LCD

16:9 Format • 100 Hz • Auflösung 1920x1080 • Full HD • DVBT

90 90

CARICO

449 449

WASCHMASCHINE

PHILIPS 32PFL3605 TV-LCD

16:9 Format • 100 Hz • Auflösung 1920x1080 • Full HD • DVBT

RAM 4 GB HD 320 GB RAM 4 GB HD 320 GB

ZOOM 5X BATT. LITIO ZOOM 5X

HP G6-1133SL

BATT. LITIO

NOTEBOOK

12,2 Megapixel • optischer Zoom: 5x • ISO 1600 • Display zu 2,4” • Lithium

Monitor 15,6” • 1366x768 LED • CPU Intel Pentium P6100 • Ram DDR3 4Gb • Grafikkarte Ati Radeon HD5470 512Mb ded. • HD 320Gb 5400rpm • Windows 7 home Premium

SAMSUNG ES80

NOTEBOOK

HP G6-1133SL

DIGITALKAMERA

Monitor 15,6” • 1366x768 LED • CPU Intel Pentium P6100 • Ram DDR3 4Gb • Grafikkarte Ati Radeon HD5470 512Mb ded. • HD 320Gb 5400rpm • Windows 7 home Premium

12,2 Megapixel • optischer Zoom: 5x • ISO 1600 • Display zu 2,4” • Lithium

ALLUNGA ✂ LA GARANZIA CON ESTENDO Con ESTENDO prolunghi fino a 3 anni la garanzia sui prodotti acquistati da Trony: informatica, telefonia, fotocine, apparecchi audio e video, elettrodomestici e climatizzazione. L’estensione di garanzia comprende: SOLO Pezzi di ricambio, manodopera, il diritto fisso di chiamata, l’IVA Sostituzione del prodotto, se non riparabile Servizio a domicilio entro 48 ore Presa e riconsegna gratuita del prodotto o invio del tecnico a domicilio Per informazioni numero verde 800 210 834

ALLUNGA LA GARANZIA CON ESTENDO

ALLUNGA LA GARANZIA CON ESTENDO

IN

29,

HE

GU

TS

CH E

IN

FINANZIERUNG AUF ALLES ✂ Lieferung und Montage 90 ZUM NULL ZINS 90 + 4 Jahre Garantieverlängerung*� FINANZIERUNG AUF ALLES � 29, Antivirus 2 Lieferung Jahre für bis 3 PC** undzuMontage ZUM NULL ZINS + 4 Jahre Garantieverlängerung* siete per questo siete questo eLAr GARANZIA Antivirus 2 Jahre fürALLUNGA bis zu 3p PC** rony: Y ESTENDO CON ESTENDO ALLUNGA i TRONCON clieLAntGARANZIA rony: NZIA CON ESTENDO NY Con ESTENDO prolunghi fino a 3 anni la garanzia sui prodotti acquistati da Trony: informatica, telefonia, fotocine, apparecchi audio e video, elettrodomestici e climatizzazione. L’estensione di garanzia comprende: SOLO Pezzi di ricambio, manodopera, il diritto fisso di chiamata, l’IVA Sostituzione del prodotto, se non riparabile Servizio a domicilio entro 48 ore Dies ist eine Werbebotschaft. Angebot gültig del vomprodotto 4.11.2011o bis 20.11.2011, wiea domicilio beim folgenden Presa e riconsegna gratuita invio del tecnico Beispiel: Produktpreis € 1.000,00, Finanzierungskosten €0, TAN fix 0,0%, TAEG 3,7% in 24 MoPer informazioni numero verde 800 210 834

Con ESTENDO prolunghi fino a 3 anni la garanzia sui prodotti acquistati da Trony: informatica, telefonia, fotocine, apparecchi audio e video, elettrodomestici e climatizzazione. L’estensione di garanzia comprende: SOLO Pezzi di ricambio, manodopera, il diritto fisso di chiamata, l’IVA Sostituzione del prodotto, se non riparabile Servizio a domicilio entro 48 ore Presa e riconsegna gratuita del prodotto o invio del tecnico a domicilio Per informazioni numero verde 800 210 834

�

90 29,

TS C

natsraten zu € 41,66 zusätzlich der folgenden Kosten die in der TAEG Berechnung eingebunden sind: € 1,5 monatlich, Stempelsteuer € 2,5, Postgebühren (mindestens 1 mal pro Jahr) von € 1,03 zusätzlich € 1,81 Stempelsteuer. Gesamtbetrag des Kredites: € 1.000,00. Geschuldeter * Beim Kauf eines Fernsehers oder eines großen Elektrogeräts im Wert von über 499€ Gesamtbetrag des Verbrauchers: € 1.041,34. Lesen Sie vor der Unterzeichnung vertraglichen Dies ist eine Werbebotschaft. Angebot gültig vom 4.11.2011 bis 20.11.2011, wiedie beim folgenden Bedingungen des Vertrages und die europäischen Standartinformationen für Verbraucherkredite, die Beispiel: Produktpreis € 1.000,00, Finanzierungskosten €0, TAN fix 0,0%, TAEG 3,7% in 24 Mo** beim Kauf eines PCs oder Notebooks im Wert von über 499€ bekommst du kostenlos: in der Verkaufsstelle aufl iegen. Vorbehaltlich Genehmigung der FindemesticBanca S.pA. „Ercashopping natsraten zu € 41,66 zusätzlich der folgenden Kosten die in der TAEG Berechnung eingebunden rony: Trend Micro Internet Security 2 Jahre für bis zu 3 PCs GmbH“: von Finanzierungsverträgen, mittels der Findomestic Banca SpA,pro für Jahr) den Kauf sind: € Vermittlung 1,5 monatlich, Stempelsteuer € 2,5, Postgebühren (mindestens 1 mal vonvon € Angebot gültig bis zum 24.12.2011 Waren und Dienstleistungen . 1,03 zusätzlich € 1,81 Stempelsteuer. Gesamtbetrag des Kredites: € 1.000,00. Geschuldeter Con ESTENDO prolunghi fino a 3 anni la garanzia sui prodotti acquistati da Trony: Con ESTENDO prolunghi fino a 3 anni la garanzia sui prodotti acquistati da Trony: * Beim Kauf eines Fernsehers oder eines großen Elektrogeräts im Wert von über 499€ Gesamtbetrag des Verbrauchers: € 1.041,34. Lesen SieTELEFONICHE vor der•Unterzeichnung die vertraglichen • ATTIVAZIONI TELEFONICHE • CONSEGNA A audio DOMICILIO • ATTIVAZIONI • CONSEGNA A DOMICILIO PREVENTIVI ED INSTALLAZIONI • PREVENTIVI ED INSTALLAZIONI informatica, telefonia, fotocine, apparecchi video, elettrodomestici informatica, telefonia, Bedingungen deseVertrages und die europäischen Standartinformationen für Verbraucherkredite, die fotocine, apparecchi audio e video, elettrodomestici beim Kauf eines PCs Notebooks im Wert von über 499€ bekommst du kostenlos:• MONTAGGI e climatizzazione. eSO climatizzazione. LO DI CLIMATIZZAZIONE garanzia sui ** prodotti acquistati da Trony: • oder PAGAMENTI RATEALI INSTALLAZIONI PAGAMENTI effettuati RATEALI • MONTAGGI ED INSTALLAZIONI effettuati IMPIANTI IMPIANTI SOLO DI CLIMATIZZAZIONE in derED Verkaufsstelle aufliegen.•Vorbehaltlich Genehmigung der FindemesticBanca S.pA. „Ercashopping L’estensione di garanzia comprende: L’estensione di garanzia comprende: Ai audio DOMICILIO Trend Micro Internet Security 2 Jahre für bis zu 3 PCs • PREVENTIVI ED INSTALLAZIONI e video, elettrodomestici • INSTALLAZIONE COMPUTER direttamente nostro • INSTALLAZIONE specializzato COMPUTER direttamente dal nostro personale specializzato • SMALTIMENTO ECOLOGICO ELETT GmbH“:dal Vermittlung von personale Finanzierungsverträgen, mittels der Findomestic Banca SpA, für den Kauf ECOLOGICO von • SMALTIMENTO ELETTRODOMESTICI Pezzi di ricambio, manodopera, ilWaren diritto fisso di chiamata, l’IVA Pezzi di ricambio, manodopera, il diritto fisso di chiamata, l’IVA O L Angebot gültig bis effettuati zum 24.12.2011 und Dienstleistungen . D INSTALLAZIONI IMPIANTI DI CLIMATIZZAZIONE SOSostituzione del prodotto, se non riparabile Sostituzione del prodotto, se non riparabile R GEÖFFNET Servizio a domicilio entro 48 ore Servizio a domicilio entro 48 ore dal nostro personale specializzato • SMALTIMENTO ECOLOGICO ELETTRODOMESTICI TAG 6.56NOVEMBE NNGrappoli, Presa e riconsegna gratuita del prodotto o invio del tecnico a domicilio Presa e riconsegna gratuitaParcheggio del prodotto o invio del tecnico aSO domicilio Via Grappoli, 56 Via GRATUITO Parcheggio tto fisso di chiamata, l’IVA Weintraubengasse 56Per informazioni numero verde Weintraubengasse 56 Sie parken GRATIS Sie parken Per informazioni numero verde 800 210 834 800 210 834 arabile

✂

GU

SERVITI E RIVERITI SERVITI E RIVERITI RIVERITI clienti TRO ✂

29,

90

, 9 2 B O Z EBNO L Z A N O �

90

�

per quest clienti TR

29,

90

• BRIXEN MERAN B O L Z �A N OGRATIS- B O•Romstraße Z E215/217 N - Tel. 0473.050 540 Sie parken GRATIS Sie parken Sie parken GRATIS Bahnhofstraße 28 - Tel. 0472.970 540 ÖFFNUNGSZEIT: Mo-Fr 9.30-12.30 - 15-19 ÖFFNUNGSZEIT: Mo-Fr 9.30-12.30 - 15-19 BRESSANONE - BRIXEN BRESSANONE - BRIXEN O SaZ9.30-12.30 EN - 15-18 Sa 9.30-12.30 - 15-18 Sa 9.30-12.30 - 15-18 – So 9.30-12.30 • BOZEN

- Tel.Grappoli, 0471.050 tto o Weintraubengasse invio del tecnico a 56 domicilio Via 56 460 9.30-12.30 - 15-1956 34 ÖFFNUNGSZEIT: Mo-FrWeintraubengasse

RIXEN

Tel. 0471 050 460

Viale Stazione, 28 Bahnhofstraße, 28 Tel. 0472 970 540

Tel. 0471 050 460

Viale Stazione, 28 Parcheggio GRATUITO Bahnhofstraße, 28 Sie parken GRATIS Tel. 0472 970 540 (P.zza Dante am Bahnhofplatz)

Parcheggio GRATUITO Sie parken GRATIS

(P.zza Dante am Bahnhofplatz)

Tel. 0471 050 460

Parcheggio GRATUITO Sie parken GRATIS

Viale Stazione, 28 Bahnhofstraße, 28 Tel. 0472 970 540

(P.zza Dant

Parcheggio Sie parken


Maria von Mrs. Sp orty

Das Mrs.-Sporty-Team mit Dynamic Dance

EVENT

Happy Birthday zum Zweiten! Seit mittlerweile zwei Jahren bringt der Frauensportclub Mrs. Sporty Bewegung und bewussten Lebensstil nach Brixen – mit tollen Erfolgen und großem Spaßfaktor! z Vor kurzem hatten Maria Rastner, ihr Mann Markus und das gesamte Brixner Mrs.-Sporty-Team die zahlreichen Mitglieder zur zweiten Geburtstagsfeier ihres Frauensportclubs geladen. Zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Mrs. Sporty in Brixen eröffnet wurde. Viele der Mitglieder sind von der ersten Stunde an mit dabei, mit viel Begeisterung und großen persönlichen Erfolgen. Mit einem humorigen Rückblick begrüßte das Mrs.-Sporty-Team die Gäste auf der Feier: „Schuftn tianse insre schneidigen Frauen, do kånn sich glått koan Månn einigetraudn! Ratschn, tratschn und fescht låchn, in de zwoa Johr hobmer ålles g’håp, sella Sochn!“ Entsprechend wurde auch am Festabend viel gelacht und gefeiert. Für Spaß vom Feinsten sorgten Lukas Lobis alias Kevin Kostner, der von seinem Besuch im Mrs.-Sporty-Club erzählte, und die Tanzformation Dynamic Dance, die mit ihren Showeinlagen die Halle zum Beben brachte.

Helene Völkl und Barbara

Das Geheimnis des Erfolges.

Wenn man Maria Rastner nach dem Erfolgskonzept von Mrs. Sporty fragt, bringt sie es wie folgt auf den Punkt: „Zwei- bis dreimal wöchentlich eine halbe Stunde Zirkeltraining in entspannter Atmosphäre tut Körper und Seele gut. Die Kombination von Ausdauer, Kräftigung und Koordinationstraining sorgt nicht nur für

lang anhaltendes Wohlbefinden, sondern auch für einen erhöhten Kalorienverbrauch beim und nach dem Training. In Verbindung mit einem einfachen und bewährten Ernährungskonzept ist der individuelle Erfolg unvermeidbar.“ Die konstante Betreuung und familiäre Atmosphäre bei Mrs. Sporty schaffen zudem einen Ort, an dem sich Frauen wohlfühlen. „Wir freuen

uns, so viele Frauen begeistern zu können“, so Maria, „und sind stolz auf die Leistungen und tollen Erfolge unserer Mitglieder. Das bestärkt uns darin, noch viele weitere Frauen zu einem aktiveren Leben zu bewegen.“

Maria Putzer und Astrid Vicentini

Dynamic Dance Martina Lanz und Evi Tauber Steffi Steger, Dagmar Fischnaller, Markus, Alexia Beltrami Markus, Alice und Isabella Engl, Claudia De Zolt

Julia, Brigitte Lusser, Evelyn Strobl und Barbara

Evi, Maria, Lukas Lobis, Barbara und Julia

Martina Kerschbaumer und Helene Rabanser

Rosmarie Larcher, Markus und Martina Pallua

Andrea Schölzhorn und Petra Stevenato 45


„Abenteuer Serie A2“ Die Mann- bzw. Frauschaft der Sektion Damenfußball im SSV Brixen spielt in diesem Jahr erstmals in der zweithöchsten italienischen Liga, gemeinsam mit dem CF Südtirol. Jugendkoordinator Florian Demetz über den überraschenden Aufstieg sowie die mittel- und langfristigen Ziele des Damenfußballs in Brixen. Herr Demetz, der SSV Brixen beendete die letzte Saison in der Serie B im Mittelfeld. Wie kam es dennoch zum „Aufstieg“ in die Serie A2? FLORIAN DEMETZ: Die Serie A2 wurde von ehemals zwei Kreisen zunächst auf drei aufgestockt – mit dem Ergebnis, dass es kaum mehr Mannschaften für die Serie B gab. Man entschied dann in Rom, endgültig alle Mannschaften mit der A2 zusammenzulegen, und so kam noch ein vierter Kreis hinzu. Es war eine etwas chaotische Situation, die sich im nächsten Jahr aber wohl wieder ändern wird. Damit ist die Liga nahezu doppelt so groß wie im letzten Jahr. Wie

sieht es mit dem Spielniveau aus, und welches Ziel verfolgt der SSV für die aktuelle Saison? Ich denke, es wird etwas unausgeglichen sein, mit ein paar Top-Mannschaften an der Spitze der Tabelle und zahlreichen Teams, die sich eng gedrängt im Mittelfeld tummeln werden. Wir hoffen und erwarten uns, dass wir in diesem Mittelfeld gut mithalten können. Entsprechend ist unsere erste Zielsetzung für die Saison natürlich der Klassenerhalt. Daneben aber setzen wir uns auch zum Ziel, die vielen jungen Spielerinnen, die schrittweise aus der Jugendarbeit in die erste Mannschaft vorstoßen,

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

DAMENFUSSBALL

einzubinden und ihnen maximale Spielpraxis zu ermöglichen. Es ist nicht leicht, im Damenfußball gute Spielerinnen für dieses Niveau zu finden. Wie sieht die personelle Besetzung in diesem Jahr aus, und wie sind die Perspektiven? Es ist in der Tat schwierig, gute Spielerinnen zu finden. Der Damenfußball in Südtirol steckt noch in den Kinderschuhen, und es gibt bei uns wenige Spielerinnen, die das technische und taktische Niveau für eine Serie A2 haben und gleichzeitig bereit sind, dem Fußball Vieles unterzuordnen. Aus diesem Grund investieren wir bereits seit einigen Jahren viel

Florian Demetz: „Investition in die Jugend ist unser Potential für die Zukunft“

––

in unsere Jugend, denn das ist unser Potential für die Zukunft. Durch die professionelle Arbeit

Verlängert bis Ende November: Aktionsgutscheine bis 200 Euro!

n i e h c Guts

ehers Ferns Euro s e in auf e b 500 Beim Krockners a n oder T en Sie eine erhalt gutschein is s Aktion rt von 50 b* ! e im W uro gratis 200 E * Diese Sonderaktion gilt bis 30.11.2011, die Aktionsgutscheine können bis 31.12.2011 eingelöst werden. Nicht kumulierbar mit anderen Gutscheinen und ausgenommen Sonderaktionen.

BESTE MARKEN 46

35

ELEKTRO

BRIXEN Vittorio-Veneto-Str. 55 Tel. 0472 975200 Fax 0472 975201 info@reichhalter.it www.reichhalter.it

Jahre

BESTER SERVICE

BESTER PREIS

BESTE MARKEN

BESTER SERVICE


Foto: Ingo Dejaco

Die erste „Mannschaft“ des SSV Brixen Damenfußball spielt in der Serie A2

–––––

im Jugendsektor werden unsere Jugendspielerinnen bestmöglich auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet, um sie dann langsam in die Kampfmannschaft einzubauen. Noch sind wir nicht ganz soweit, aber spätestens in ein paar Jahren dürften die Früchte dieses Engagements noch sichtbarer werden. Wie viele Jugendmannschaften hat die Sektion zur Zeit, wie viele Spielerinnen insgesamt? Wir haben fünf Jugendmannschaften und eine erste Mannschaft mit insgesamt rund 90 Spielerinnen. In den letzten Jahren sind wir stetig leicht gewachsen, aber in dieser Größenordnung wird es sich einpendeln. Alle Mannschaften, mit Ausnahme der U8, spielen in einer Meisterschaft mit. Unsere U10 und die U12 messen sich in der Meisterschaft mit anderen Bubenmannschaften, da sie dort mehr gefordert werden und sich besser entwickeln können. Ist das langfristige Ziel des Vereins die Serie A?

Wer weiß, was alles möglich ist. Natürlich strebt man immer nach dem höchsten, und insofern ist der Gedanke an die höchste Liga auch eine Vision, die man hat. Aber die Verwirklichung dieser Vision hängt bei uns entscheidend von einem Kriterium ab: dass das Gros aller Spielerinnen aus der eigenen Jugend kommt. Wir haben kein Interesse an einem potentiellen Aufstieg, wenn deswegen unser Kader massiv durch Spielerinnen von außen verstärkt werden muss. Wir streben nach oben, aber immer unter der Bedingung, dies aus eigener Kraft zu schaffen. Sie spielen in dieser Saison wiederum in der gleichen Liga wie der CF Südtirol Vintl – Südtirols erste Adresse, was den Damenfußball betrifft. Der SSV ist irgendwie immer im Schatten der Vintler gestanden. Haben sie ein Problem damit? Nein überhaupt nicht. Sehen Sie, der CF Südtirol Vintl hat den Anspruch, ganz oben mitzuspielen und eine Top-Mannschaft auf die

Mit SKI HEIL

Beine zu stellen. Sie sind im letzten Jahr in die Serie A vorgestoßen und haben dem entsprechend hohes mediales Echo erfahren. Im Fahrwasser dieses Echos haben auch wir uns präsentieren können, und der gesamte Damenfußball wurde in Südtirol populärer. Als Konkurrenz sehen wir den CF Südtirol aber kaum, denn, wie schon erwähnt, haben wir doch eine etwas andere Vision. Bekommen die Spielerinnen der ersten Mannschaft eigentlich ein Gehalt? Bei ihren männlichen Kollegen ist das ja schon in unteren Ligen fast gang und gäbe ... Nein, eine Vergütung bekommt keine unserer Spielerinnen, das wäre für den Verein auch nie finanzierbar. Wir müssen schon so schauen, halbwegs über die Runden zu kommen, denn im Bereich des Sponsorings führt der Damenfußball trotz steigender Popularität letztlich eher ein Schattendasein. Was wir unseren Spielerinnen aber schon bezahlen, ist eine Vergütung der Fahrtkosten,

Agip

Senoner

in die Skisaison!

KLEON

und das ist auch richtig, denn schließlich nehmen einige von ihnen knapp 100 Kilometer Anfahrt pro Training in Kauf. Hat die Damenfußball-WM im vergangenen Jahr die Popularität dieser Sportart nochmals gepusht? Haben sie das als Verein direkt gespürt? Die WM war sehr gut und die Spiele spannend und interessant anzuschauen. Insofern wurde der Damenfußball insgesamt bekannter und attraktiver, was uns indirekt zugute kommt. Wir selbst haben aber so gut wie nicht gespürt, dass es direkte Auswirkungen gehabt hätte. Von Jahr zu Jahr stoßen einige neue Mädchen zu uns und beginnen mit dem Fußballspielen. Das war bei diesem Saisonstart eigentlich nicht anders als in den Jahren zuvor. Für die Spielerinnen selbst und ihre Identifikation mit dem Damenfußball aber war die WM sicherlich mehr als förderlich. ingo.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Eurospar Raika Apotheke

Sarns Plose Volksbank

Brixen Zentrum Bahnhof

Kompletter Ski-Service um nur 20 Euro und -20% auf Ski-Wax und -Zubehör!* *Angebot gültig bis 30.11.2011

Plosestraße 24 – Milland · JETZT WIEDER FÜR SIE GEÖFFNET: Montag 14.30 bis 18.30 Uhr, Dienstag bis Samstag 9.00 bis 12.00 und 14.30 bis 18.30 Uhr, im November Samstagnachmittag geschlossen 47


Freizeit & Sport

Foto: IMS - Piotr Drozdz

SLACKLINE

Weltmeister Lewis z Im Rahmen des International Mountain Summit wurde auch heuer der Weltmeister im Slacklining ermittelt. Der Contest war gleichzeitig die letzte Station des „Slackline World Championship 2011 by Kiku“. Über 1.000 Zuschauer fanden sich am Brixner Domplatz ein, um den K.O.-Bewerb der acht besten Slackliner der Welt hautnah zu verfolgen. Im dafür errichteten Riesenzelt wurden die Sportler durch den arena-artigen Flair und das mitfiebernde Publikum

zu Höchstleistungen angespornt. Im Finale standen die beiden Amerikaner Andy Lewis und Michael Payton. Während sich ersterer den Gesamtcup holte, konnte Payton den K.O.-Bewerb und damit den Weltmeistertitel für sich entscheiden. Mit dabei in diesem Bewerb war auch der 17-jährige Brixner Lukas Huber, der gegen den späteren Weltmeister antreten musste und damit ausschied. Der Vorstoß Hubers unter die besten Acht der Welt bedeutet aber in jedem Fall

einen enormen Erfolg der Brixner Slackline-Szene, der durch die Beteiligung von Lorenz Klapfer

und Kassian Aricochi an internationalen Contests in dieser Saison abgerundet wird. id

Vorbild nennt die Brixnerin die aus Österreich stammende Weltmeisterin Angela Eiter, die sie persönlich kennt und von der sie mehrere Wettkämpfe verfolgt hat. Zum Ziel gesetzt hat sich

Andrea Ebner, „in einigen Jahren im Weltcup starten zu dürfen.“ Da aber das Niveau der noch jungen Sportart Sportklettern sehr hoch ist, wird dies alles andere als einfach werden. to

Bei den U18-Handball-Landesmeisterschaften der Damen in Eppan löste JZ Eisacktal A den ASV Meusburger als Landesmeister ab. Die Brixnerinnen starteten etwas schwerfällig, behielten im Endspiel gegen Schenna aber mit 5:3 die Oberhand.

Der Schwimmclub Brixen hat einen neuen Vereinsbus angekauft. Der neue Bus, dessen Finanzierung der Großzügigkeit zahlreicher Sponsoren zu verdanken ist, wurde deswegen auch mit einer gebührenden Feier auf dem Domplatz begrüßt und gesegnet.

F&S Freizeit & Sport KLETTERN

Schwieriger, höher, schneller z Das Sportklettern ist nicht nur seit dem International Mountain Summit in aller Munde: Eine 15-jährige Brixnerin ist seit einiger Zeit drauf und dran, sich an die Spitze der italienischen Kletterwelt zu bouldern. Gemeint ist Andrea Ebner, die sich bereits seit einigen Jahren dem Sportklettern verschrieben hat und mittlerweile große, auch internationale Erfolge feiern kann. Dabei ist es egal, in welchen der drei Disziplinen sie gerade antritt: dem Schwierigkeitsklettern, dem Bouldern oder dem SpeedGeschwindigkeitsklettern. Den

kurz

notiert

48

dritten Platz in der U16-Kategorie bei einem Europacup aus dem Vorjahr konnte Andrea Ebner heuer im Schwierigkeitsklettern erfolgreich verteidigen, indem sie denselben Podestsplatz wiederholte. Aber auch beim Bouldern erreichte sie zwei dritte Plätze, was ihr den zweiten Gesamtrang im Europacup sicherte und ihr den Titel „Vize-Europameisterin“ eingebracht hat. Dass die junge Kletterin heuer in guter Form ist, beweist, dass sie Anfang Oktober in Brescia einen Bewerb des Boulder-Italiencups der Erwachsenen gewann. Als ihr großes

Ende Oktober fand in der Brixner CONI-Halle und in der Altstadt ein internationaler Vergleichskampf im Yoseikan Budo statt. Dabei trat eine Delegation aus der französischen Provence gegen Südtiroler Athleten an. Organisiert wurde auch ein gemeinsames Training mit Florian Spechtenhauser, dem Trainer der italienischen Nationalmannschaft.


NACHGEFRAGT

„In New York will ich ein gutes Ergebnis“ HERMANN ACHMÜLLER, einer der erfolgreichsten Südtiroler Langstreckenläufer und seit kurzem Wahl-Brixner, über seine nächsten Ziele und seinen neuen Beruf. Herr Achmüller, Sie gelten derzeit als einer der besten Südtiroler Marathonläufer und haben nicht nur beide Ausgaben des Marathons Brixen-Plose, sondern unter anderem auch den MünchenMarathon und den JungfrauMarathon gewonnen. Vor kurzem haben Sie Ihren Wohnsitz nach Brixen verlegt – warum? Bisher wohnte ich als waschechter Pusterer in Pfalzen. Letzthin pendelte ich andauernd nach Brixen, wobei ich nun seit Mai offiziell meinen Wohnsitz hierher verlegt habe. Der Grund hierfür ist die Nähe zu meiner neuen Arbeit und – was noch mehr wiegt – zur Liebe …

Was machen Sie beruflich? Die letzten zehn Jahre war ich als Masseur tätig. Seit Anfang dieses Jahres betreibe ich einen Großhandel für Sportartikel, wobei ich vorwiegend Südtiroler Fußballund Handballvereine ausstatte. Den Masseurberuf betrieb ich anfangs noch einige Zeit parallel zur neuen Tätigkeit, habe ihn aber mittlerweile aufgegeben. Was waren im heurigen Jahr ihre größten sportlichen Erfolge? Der Sieg beim Marathon BrixenPlose und der zweite Platz in Kalifornien beim Big-Sur-Marathon waren wichtige Erfolge. Der Höhepunkt des heurigen

Jahres kommt aber hoffentlich erst noch: Am 6. November bestreite ich nämlich den New York City Marathon. Welche Ziele haben Sie für das Jahr 2012? Da ich bereits die 40 überschritten habe, kann ich keine großen Sprünge mehr erwarten. Ich werde Jahr für Jahr planen, bin aber bereit, alles zu geben. Mein großes Ziel ist, Anfang September nächsten Jahres beim Jungfrau-Marathon, der gleichzeitig als BerglaufWeltmeisterschaft gewertet wird, eine Medaille zu holen. thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Werbeanzeige_94x139_RZ_Layout 1 12.10.11 11:09 Seite 1

VEREINIGTE BÜHNEN STADTTHEATER SÜDTIROLTOURNEE BOZEN

OffENE zwEIER BEzIEHUNg VON FRANCA RAME/DARIO FO MIT Günther Götsch und Patrizia Pfeifer K STADTTHEATER BRUNEC 20.00 Uhr Do 27. Okt 11 20.00 Uhr 28. Okt 11 Fr ICHEN JOSEF-RESCH-HAUS, INN Uhr 0 20.0 11 29. Okt Sa

FORUM BRIXEN Do 10. Nov 11

20.00 Uhr

ESF - NEUSTART IN DIE ARBEITSWELT Für Menschen zwischen 20 und 55 Jahren, die seit längerem nicht berufstätig sind bzw. noch kein reguläres Arbeitsverhältnis haben / hatten und sich neu orientieren möchten. Dauer: 14.12.2011 – 28.02.2012 Seminar anschließend 120 Stunden Praktikum sowie individuelle Betreuung und Einzelcoaching Informationsveranstaltung: Mittwoch, 2.11.2011 um 17 Uhr im KVW Kursraum Hofgasse 2 in Brixen Weitere Informationen: KVW Bildung Brixen Tel. 0472 836 060

DT, MERAN THEATER IN DER ALTSTA 0 Uhr 20.3 11 Do 01. Dez 20.30 Uhr 02. Dez 11 Fr

WWW.THEATER-BOZEN.IT TICKETS&INFOS T 0471 065 320

20JAHRE THEATER VBB

49


Wirtschaft & Umwelt

DISKUSSIONSVERANSTALTUNG ZUM BRENNERBASISTUNNEL

„Der Tunnel wird gebaut!“ Im Rahmen eines Informations- und Diskussionsabends in Klausen zum Thema „Brenner Basistunnel – aktuell?“, wurden die Eisacktaler Bürger auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht – und hörten klare Botschaften.

S

eit Jahren schon gehen die Meinungen meilenweit auseinander: Kaum ein Thema wird im Eisacktal so kontrovers diskutiert wie der imminente Bau des Brennerbasistunnels (BBT). Wie weit ist die Planung fortgeschritten? Ist mit dem Bau eigentlich schon begonnen worden? Wann wird er fertig gestellt? Wie verläuft die Planung der für das Eisacktal so wichtigen Zulaufstrecke von Franzensfeste bis Waidbruck und weiter bis ins Unterland? Ist die Finanzierung gesichert? Wird er überhaupt gebaut? Fragen über Fragen, die vor allem auch für das durch die Eisenbahn lärmgeplagte Klausen äußerst wichtig sind. Die Klausner Bevölkerung verspricht sich nämlich durch den BBT – oder besser gesagt: durch die Zulaufstrecke – eine erhebliche Verbesserung ihrer eigenen Lebensqualität. Bürgermeisterin Maria Gasser-Fink lud aus diesem Grund Konrad Bergmeister, für den österreichischen Teil des BBT zuständiger Vorstand der Brenner-BasistunnelGesellschaft BBT SE, und Landesrat Thomas Widmann ein, die im Rahmen der Diskussionsreihe „Transit der Zukunft“ in Klausens Dürersaal über den aktuellen Stand der Dinge referierten.

auf den Tisch: „Die Finanzierung ist gesichert, der Spatenstich ist erfolgt. Der BBT wird gebaut, davon bin ich überzeugt“. In seinem Vortrag informierte Bergmeister über den aktuellen Stand der Dinge – und wiederholte einführend die Gründe, warum der BBT eine Infrastruktur von europäischem Interesse ist. „Der BBT ist das Herzstück der TEN-Achse Berlin-Palermo“, sagte Bergmeister. Diese 2.200 Kilometer lange Eisenbahnachse ist für die Europäische Union das vorrangige Infrastruktur-Projekt im Trans-Europäischen Netzwerk. Derzeit sind 67 Prozent der Strecke bereits in Betrieb, der restliche Teil befindet sich in einer teilweisen Realisierungs- oder zumindest Planungsphase. Die Strecke von Berlin bis Halle ist zum Beispiel bereits fertiggestellt. Von Halle bis

Der aktuelle Stand. Um alle

Nürnberg und München wird die Trasse bis 2017 betriebsbereit sein, so dass man ab diesem Jahr von Berlin bis München ein durchgehendes neues Eisenbahnsystem haben wird. Der Abschnitt von München in Richtung Rosenheim und Wörgl musste inzwischen neu konzipiert werden; die neue Trassierung samt Umfahrung von München wird zurzeit politisch

Zweifel zu zerstreuen, erfolgte im April 2011 demonstrativ in Innsbruck der Spatenstich für den Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt, der nach Fertigstellung insgesamt 64 Kilometer messen und von Franzensfeste bis nach Tulfes in Nordtirol verlaufen wird. Konrad Bergmeister legte in Klausen dem entsprechend klare Fakten 50

und technisch diskutiert. Der 42 Kilometer lange Bereich von Wörgl bis Tulfes bei Innsbruck befindet sich derzeit in Bau. Angrenzend an diese Strecke wird in Zukunft der BBT verlaufen. Mehr Schwierigkeiten gibt es im Süden: Für den Abschnitt zwischen Palermo und Salerno bei Neapel gibt es noch keine Finanzierungszusage. Von Salerno bis Neapel und weiter bis nach Verona hingegen ist bereits seit Dezember 2009 eine nagelneue Trasse mit neuer Technologie in Betrieb: Züge können hier bis zu 200 Stundenkilometer erreichen.

Herzstück: Verona bis Innsbruck. Die Strecke von Innsbruck bis Verona und dem entsprechend die Untertunnelung des Brenners stellt auf der TEN-Achse Berlin-Palermo den zentralen und wichtigsten

gewisse Länge nicht überschreiten dürfen; für die Steigung und zum Bremsen braucht es teilweise drei Lokomotiven, die aneinander gereiht werden müssen. Ein Tunnel hingegen verläuft nahezu flach. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Lokomotiven schaffen bei größerer Geschwindigkeit auch eine größere Anzahl an Waggons, womit die Strecke eine erhebliche Potenzierung erfährt. Der eigentliche Brenner Basistunnel wird von Innsbruck bis Franzensfeste verlaufen, die südliche Zulaufstrecke von Franzensfeste

„Die Zusammenarbeit von zwei Ländern, von zwei Eisenbahngesellschaften, von positiven und kritischen Stimmen – das ist ein schwieriges und träges Unterfangen“_ Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT SE Teilabschnitt dar. Den Brennerpass zu untertunneln – dieses waghalsige Unternehmen war im Prinzip bereits im Jahr 1847 angedacht worden. Erst jetzt, mehr als 150 Jahre später, kommt es endlich zur Realisierung. Die Höhe des Brennerpasses bedingt nämlich, dass die Eisenbahn heute große Höhenunterschiede bewältigen muss, weshalb die Züge hier eine

bis Waidbruck und von Waidbruck bis ins Unterland sowie vom Unterland bis nach Verona. Der BBT wird aus zwei parallel verlaufenden Röhren bestehen – und einer dritten Röhre, die derzeit bereits im Bau ist: ein Erkundungsstollen, der am Ende etwa elf Meter unter den Hauptröhren mittig verlaufen wird und heute zur geologischen Gebirgsvorerkundung dient.


DREI RÖHREN, 64 KILOMETER LÄNGE: Der heute in Bau befindliche Erkundungsstollen dient nach Fertigstellung zur Entwässerung und Wartung

–––––––––––––

„Dies ist eine bautechnische Besonderheit, die kein anderes Bauwerk dieser Art bisher hatte“, sagt Konrad Bergmeister, „dieser Stollen wird heute auch für bauvorbereitende Maßnahmen für die Hauptröhren genutzt. Nach Inbetriebnahme des BBT wird er dann der Entwässerung dienen“. Somit muss der Bahnbetrieb nicht mehr für Wartungsarbeiten unterbrochen werden – ein nicht unerhebliches Detail für eine wirtschaftliche Nutzung, wie die entsprechenden Drainageprobleme anderer Tunnels beweisen. In den zwei Hauptstollen des BBT werden die Züge in jeder Röhre eingleisig verkehren, wobei Güterzüge mit maximal 120 Stundenkilometer und Personen-

züge mit höchstens 160 Stundenkilometer durch die Röhren fahren werden. „Daraus ergibt sich für die Fahrt von Innsbruck bis Franzensfeste eine Fahrtzeit von etwa 20 Minuten“, sagt Bergmeister. Zur Zeit baut man, wie erwähnt, intensiv am Erkundungsstollen. 19 Kilometer und die dazugehörigen Fensterstollen sind bereits gebaut; in Arbeit sind noch 24 Kilometer. Auf der Südseite des Brenners wurden bereits 13, auf der Nordseite sechs Kilometer fertiggestellt. Laut Bergmeister kann mit dem Bau der zwei Hauptröhren 2016 begonnen werden; „2022 wird der Tunnel fertiggestellt sein“. Danach muss er noch mit den notwendigen technischen Gerätschaften ausgestattet werden; nach einem Probebetrieb

kann er, so Bergmeister, „2025 in Betrieb gehen“.

Sorgenkind Zulaufstrecke. Viele

unbeantwortete Fragen gibt es allerdings zum Thema Zulaufstrecke, insbesondere im Eisacktal. Wann wird mit dem Bau begonnen, von wem wird sie finanziert? Konrad Bergmeister konnte hierzu keine genauen Antworten geben, weil die Zulaufstrecke nicht in seinen Kompetenzbereich fällt: Während der BBT nämlich von der österreichisch-italienischen Gesellschaft BBT-SE gebaut wird, fällt die Zulaufstrecke in den Zuständigkeitsbereich der italienischen Eisenbahngesellschaft RFI. Sicher ist lediglich, dass es bereits im Jahr 2003 ein Vorprojekt gab, das inzwischen leicht über-

arbeitet wurde. Fest steht, dass in der Zone Forch ein Zugangsstollen entstehen wird, von dem aus der 15,5 Kilometer lange „Schalderer Tunnel“ in Richtung Süden vorgetrieben werden soll. Das Tal wird bei der Villnösser Haltestelle über eine 260 Meter lange Brücke gequert, die allerdings mit geeigneten Lärmschutzmaßnahmen versehen sein wird. Dann folgt ein 5,9 Kilometer langer Tunnel bis nach Waidbruck, wo die Anbindung an den Schlerntunnel erfolgt. In Albeins und Klausen sind vorsichtig Fensterstollen geplant, von denen man aber heute noch nicht sicher ist, ob sie überhaupt notwendig sein werden. Für die Anbindung in Waidbruck konnte inzwischen eine Lösung gefunden werden, die eine komplette Lärmreduzierung mit sich bringen würde: Der gesamte Bereich vom heutigen Bahnhof bis zum bestehenden Schlerntunnel könnte künstlich eingehaust werden, was vor allem für die Bewohner von Kollmann, Barbian und Waidbruck von größter Wichtigkeit wäre. Allerdings handelt es sich bei dieser Planung lediglich um ein Vorprojekt; in den nächsten zwei Jahren muss für den gesamten Bereich zwischen Franzensfeste und Waidbruck erst ein 51


Wirtschaft & Umwelt

Betrieb sind“. Die derzeit genutzte Eisenbahnstrecke zwischen Waidbruck und Franzensfeste wäre auch aufgrund der Steigung ein Flaschenhals, der die Investition der beiden Staaten und der EU in den BBT unnütz machen würde. Trotzdem: „Das Vorantreiben des Projekts erweist sich als nicht besonders einfach; Italien punktet in diesem Bereich durch Trägheit, Bürokratieanhäufungen und Organisationsschwierigkeiten“, sagt Bergmeister. Positiv ist eine Nachricht der vergangenen Tage: Die Südtiroler Landesregierung hat den UVP-Bericht zur Zulaufstrecke Waidbruck-Franzensfeste analysiert und gutgeheißen. Die Umweltverträglichkeit des Projektes sei damit gegeben.

Finanzierung des BBT gesichert.

Landesrat Thomas Widmann und BBT-SE-Vorstand Konrad Bergmeister: „Der BBT wird 8 Milliarden Euro kosten, die von Italien, Österreich und der EU bezahlt werden“

––––––––

Ausführungsprojekt erarbeitet werden, das dann den endgültigen Verlauf definieren soll. In dieser Zeit wird es wichtig sein, dass sich die jeweiligen Gemeinden in die Planung einbringen.

„Fakt ist, dass Italien am 18. November 2010 im Rahmen der Finanzierungszusage für den BBT auch das Vorprojekt für die Zulaufstrecke von Franzensfeste bis Waidbruck mit einer Finanzierung

WARTEN SIE NICHT AUF DEN LETZTEN AUGENBLICK!

MIT STG BEGINNT DER

REIFENWECHSEL FRÜHER.

von 1,6 Milliarden Euro genehmigt hat“, sagt Bergmeister. Er ist sich sicher, dass Italien den Bau nicht verzögern wolle, weil „der BBT erst dann wirkungsvoll ist, wenn die Zulaufstrecken ebenso in

Im Staatsvertrag zwischen Österreich und Italien von 2004 wurde festgelegt, dass das Projekt BBT zur Hälfte von Österreich und zur Hälfte von Italien finanziert wird, abzüglich der europäischen Zuschüsse. Auf dieses Abkommen haben sich die beiden Staaten geeinigt, auch wenn die Streckenabschnitte in Österreich um einiges länger sind als in Italien. Die

Verlegen Sie die Saison vor, STG erwartet Sie in ihren Verkaufsstellen! Und falls Sie die Qualitätsmarke Pirelli wählen, erwartet Sie ein nettes Geschenk.

Pneus Brixen ZONA ARTIGIANALE • HANDWEKERZONE 1 39040 VARNA • VAHRN (BZ) TEL. 0472 834 788 L’ORGANIZZAZIONE DEI PUNTI VENDITA UNSERE VERKAUFSSTELLEN

Centro Gomme Bolzano Centro Nastri Bolzano Meranese Gomme Pneus Brixen Pneus Bruneck

www.stg.bz.it

52


Kosten belaufen sich, einschließlich der Risiken, mit heutigem Stand auf acht Milliarden Euro; davon betreffen etwa 65 Prozent Baukosten, 15 Prozent Ausrüstungskosten und 12,5 Prozent Dienstleistungskosten wie zum Beispiel Management und Grundablöse. Die Finanzierung des Baus des BBT und auch etwaiger Führungsdefizite wurde bereits 2010 von beiden Staaten vertraglich abgesichert. Die Finanzmittel werden sukzessive zur Verfügung gestellt; der Bauzeitplan gilt dabei als Grundlage für die Investitionsund Finanzflüsse.

werde das Projekt Tag für Tag vorangetrieben, wichtige Punkte umgesetzt: „Die Zusammenarbeit funktioniert tadellos“. Und: „Der Tunnel wird gebaut und bis 2025 fertig gestellt sein, davon bin ich überzeugt“, wiederholt Bergmeister. Auch dass die lokale Wirtschaft vom Projekt profitiere, dass ein Weiterkommen durch eine gute Zusammenarbeit absolut möglich sei und dass die befürwortenden und auch die kritischen Stimmen mit dem Bau des BBT einen gesünderen Lebensraum erhalten würden, bestätigte Bergmeister abschließend.

Wie geht’s weiter?

Zug statt Flugzeug. Mittel-

„Die Zusammenarbeit von zwei Ländern, von zwei Eisenbahngesellschaften, von positiven und kritischen Stimmen – das ist ein schwieriges und träges Unterfangen“, sagt Bergmeister, „und doch brauchen wir auch die Kritiker, denn sie geben oft wichtige Hinweise und helfen uns, etwas zu bewegen“. Trotz der Schwierigkeiten

Die Baustelle für den Erkundungsstollen in Aicha

––––––––––––––––––––

fristig gibt es keine Alternative zum BBT – davon ist auch Landesrat

Thomas Widmann überzeugt. „Das ist die einzige Lösung, um den Brenner und das Eisacktal verkehrsfreier zu gestalten und damit die Lebensqualität der Anrainer zu verbessern. Österreich und Deutschland brauchen zudem einen schnellen Zugang zu Italien, und Italien muss das Wirtschaftsland Deutschland ebenfalls gut erreichen“, erklärte Widmann. Der Zug sei die Mobilitätsstruktur der Zukunft; „nicht nur im Güter-, sondern auch im Personenverkehr und darüber hinaus wird die Eisenbahn in einigen Jahren eine attraktive Alternative zum Flugzeug sein, insbesondere auf den mittleren Distanzen von 400

bis 700 Kilometern“. Der Bau des Basistunnels sei laut Widmann auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: „Etwa 40 Prozent der Aufträge werden an Südtiroler oder Nordtiroler Unternehmen vergeben werden“. Bei den Zulaufstrecken hingegen gebe es leider noch wenig Sicherheit, da für diese der Staat Italien zuständig sei; aber nichtsdestotrotz „ist der Trakt von Franzensfeste bis Waidbruck auch bereits gesichert“, so Widmann. Wie viel Schwerverkehr nach Fertigstellung des BBT von der Straße auf die Schiene verlagert werden wird, kann heute noch nicht definiert werden. Hierzu hat die Landesregierung noch ein großes Stück Arbeit vor sich, denn die Garantie, dass die heutige Schiene von den lauten Güterzügen befreit werden sollte, ist besonders für die Eisacktaler Bevölkerung essentiell. „Diese Garantie kann ich heute nicht geben“, sagte Widmann, „es gibt in Europa freien Personen- und Warenverkehr, und das kleine Land Südtirol kann

hier nicht dominant eingreifen. Hierfür benötigen wir die Hilfe von Deutschland, Österreich, Italien und der EU.“ Aber: „Wir werden natürlich alle Hebel in Bewegung setzen“. Mit der großen Kapazität, die der BBT aufweisen wird, müsse es gelingen, den Durchzugsverkehr auf die Schiene zu verlagern. Ob dafür die Autobahntarife erhöht oder zum Beispiel

EINMALIG IN KREUZTAL

CHALET ZU VERKAUFEN

Hinreisendes Chalet in exklusiver Ferienhaussiedlung mit prächtigem Ausblick auf den Geisler, direkt an der Piste. Auf drei Etagen zwei Wohnungen, 2 Balkone, Terrasse, Sauna, u.v.m.

QR-CODE LINK ZUR IMMOBILIE

IMMOBILPICHLER KG SAS TEL. 0472 83 55 50 WWW.IMMOBILPICHLER.IT

53


Wirtschaft & Umwelt

zusätzliche Umweltauflagen für Lastkraftwagen eingeführt werden, ist derzeit noch nicht sicher. Die Umweltfreundlichkeit und Lärmregulierung steht laut Widmann aber jedenfalls im Vordergrund.

Lärmschutzwände bringen zu wenig. Das Eisacktal benötige

aber nicht nur eine langfristige, sondern auch eine kurzfristige Lösung, um den Lärmpegel der durchratternden Güterzüge in den Griff zu bekommen. Auch wenn die langfristige Lösung BBT ein Lichtblick am Ende des Tunnels sei, erwarten sich die lärmbelasteten Bürger eine schnellere Lösung – die ist aber alles andere als greifbar. „Die Lärmschutzwände bringen nur einen teilweisen Verbesserungseffekt“, sagt Widmann. „Die einzige Lösung ist der unterirdische Verlauf der Schiene; erst dann wird das Eisacktal wieder lebenswert.“ Klausens Bürgermeisterin Maria Gasser-Fink ist in dieser Hinsicht nicht untätig: Sie ist bereits mit dem Regierungskommissariat im Gespräch, um eine Geschwindigkeitsregulierung des Schwerverkehrs auf der Schiene zu erhandeln, um so vorerst eine kleine Entlastung herbeizuführen. Eine mittelfristige Lösung für die Stadt Klausen wäre die Untertunnelung der Schiene im Stadtbereich, „doch dafür haben wir kein Geld“, so Gasser-Fink.

Und trotzdem: Kritik verstummt nicht. Hans Heiss, Sepp Kusstatscher und Klaus Peter Dissinger

äußerten sich in der Diskussionsrunde kritisch: Die Zweifel an der Realisierung und der Fertigstellungszeit, aber besonders an Finanzierung und Fertigstellung der Zulaufstrecken kämen besonders bei diesem Großprojekt immer wieder an die Erdoberfläche. Auch am Informationsabend in Klausen wurden die von Bergmeister und Widmann genannten Zahlen, Kosten und Fakten angefochten und hinterfragt. „Das größte Dilemma bei solchen Großprojekten liegt darin, im ersten Moment tendenziell Zeiten, Kosten und Erschwernisse geringer einzuschätzen, damit das Projekt genehmigt und akzeptiert wird“, rechtfertigt Bergmeister das Ansteigen der Kosten. „Die Landesregierung hat bei jeder Fahrt nach Rom den Rucksack mit Forderungen vollgepackt und versucht, den Bau der Zulaufstrecken zu beschleunigen – wie gesagt: Wir setzen alle Hebel in Bewegung. Natürlich hat man Ängste und Sorgen, wenn es um so große Projekte geht, aber ich bin trotzdem überzeugt, dass diese Lösung die einzig richtige ist, da ich an das Projekt glaube“, bestätigt Thomas Widmann. Maria Gasser-Fink hofft indes sogar darauf, dass die Zulaufstrecke rascher realisiert werde als der BBT: „Wir Eisacktaler müssen versuchen, in Rom Druck auszuüben, damit die Zulaufstrecke von Franzensfeste bis Waidbruck so schnell wie möglich realisiert

Der geologische Querschnitt demonstriert auch eindrucksvoll den größten Vorteil des BBT: Die Züge bewältigen den Brennerpass ohne Steigung

––––––

54

Die Strecke München-Verona bildet das Herzstück der 2.200 Kilometer lange TEN-Achse Berlin-Palermo

––––––––––

wird.“ Damit könne man die Bestandsstrecke modernisieren und vor allem für den lokalen Personenverkehr nutzen – im Stil der Vinschger Bahn, die durch moderne Schienentechnologie und ebenso modernem Roll-

material der Züge fast keinen Lärm verursacht.

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


Autorisierungsnummer: 0009097 vom 19/10/2011

Maxi Mode Center Vahrn Eisackstr. 5, Tel. 0472 970 303 Durchgehend geöffnet: MO-SA: 8.00-19.00 Uhr

PREIS 8 03 46 00

PREIS

20 00 74

PREIS

200 074 8 034 600

8 03 46 00

20 00

IS

PRE

74

46 8 03

00 00 20

74

PREIS PREIS

20 00 74 8 03 46 00

8 03 46 00

20 00 74

PREIS 8 03 46 00

20 00 74

PREIS 8 0346 00

200074

SCHNEIDEN SIE DIESEN RABATTSCHEIN AUS UND LÖSEN SIE IHN IM MAXI MODE CENTER EIN. SIE ERHALTEN EINEN

SOFORTRABATT

PREIS VON

8 0346 00

10%!

200074

Gültig bis zum 28.11.2011

10% RABATT PREIS

Dieser Rabattschein berechtigt Sie zu 10% Preisnachlass auf die mit diesem Hinweis gekennzeichneten Markenartikel. Pro Person kann nur 1 Rabattschein eingelöst werden.

8 0346 00

200074


Neue Töne im Forum Zum 10-jährigen Jubiläum des Forums Brixen wurde nun auch die Ton- und Beschallungsanlage teilerneuert.

E

ilig hatten es die Betriebe und Handwerker vor etwa zehn Jahren, als die offizielle Eröffnung des Forums unaufhaltsam näher rückte. Gerade im Bereich Akustik und der entsprechenden Technologie wurde Vieles in der Hektik nie ganz fertiggestellt. Manches wurde gar vergessen, und Einiges wurde noch in letzter Sekunde irgendwie „zurechtgebastelt“, um den eng gesteckten Zeitplan auf Biegen und Brechen zu erfüllen.

Zehnjähriges Provisorium beendet. So litt unter anderem auch

die Beschallungsanlage im Forum unter dem damaligen Zeitdruck und konnte daher ihre wahren Qualitäten leider nie ganz unter Beweis stellen. Zudem ist sie nach zehn Jahren Dauerbetrieb mittlerweile in die Jahre gekommen, und einige der damals hochmodernen Geräte sind inzwischen hoffnungslos veraltet und können teilweise auch gar nicht mehr repariert werden. Auch die Art der Audioverkabelung bot nicht die nötige Flexibilität, um an die vielen unterschiedlichen Veranstaltungsarten schnell und unkompliziert angepasst zu werden, was dem technischen Personal im Forum oft zeitaufwändige Klimmzüge abverlangte.

Auch neue Verkabelung. Inzwi-

schen wurde die gesamte Audio-

verkabelung im Saal Prihsna, in der Hauptregie und in den Dolmetscherkabinen sowie auch im Saal Regensburg komplett erneuert. In beiden Sälen wurden neue digitale Tonmischpulte, drahtlose Mikrofonanlagen, Zuspiel- und Peripheriegeräte angeschafft. Auch die Verbindung zwischen Bühnenbereich und Regie sowie zu den Leistungsverstärkern im Bühnenhaus findet inzwischen digital statt, um hörbare Störungen, verursacht durch die langen Wege und die zahlreichen Dimmer der Bühnenbeleuchtung, zu eliminieren. Auch die neue bidirektionale Verbindung zwischen dem Saal Regensburg und den Dolmetescherkabinen bringt den Übersetzern bei ihrer anstrengenden Arbeit eine spürbare Erleichterung. Mangels spezieller Zeitverzögerungsgeräte waren einige der Lautsprecher im großen Saal bisher überhaupt noch nie in Betrieb. Ein störendes Echo und eingeschränkte Sprachverständlichkeit wären die Folge gewesen. Mit der neuen digitalen Infrastruktur konnten nun sämtliche Lautsprecher im Bühnenportal, im Deckenbereich, in den seitlichen Wänden und im rückseitigen Zuschauerbereich neu positioniert und mittels aufwändiger Einmessverfahren aufeinander abgestimmt werden. Aus den bisher genutzten drei

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Die Saaltechniker Sandro Giudici und Karl Dander inmitten der neuen Technologie

–––

Hauptlautsprechern im Bühnenportal stehen nun plötzlich 13 Lautsprecher zur Verfügung, was eine bessere und homogenere Beschallung zu Folge hat. Auch der Vorführung von Filmmaterial mit Mehrkanalton

wurde Rechnung getragen, so dass ab nun auch Filme mit effektvollem 5.1-Surround-Sound unterstützt werden. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Holzfiguren für jeden Anlass und für jeden Geschmack.

ön!

h c s n e k n e h c S m Zu

HOLZSCHNITZEREIEN GASSER HELMUT KAMPAN-Center, 4. Stock · Brixen J.-Durst-Straße 66 · Industriezone Tel. 0472 068425 · Handy 339 4130239 MO-FR 8-12.30 und 14-18 Uhr SA 9-12 Uhr

Traditionelle, moderne, bäuerliche und orientalische Krippen 56


Fotos: Oskar Zing erle

Heike Theiner dank für ihre 20-jährige te Midi Tauber Arbeitstreue

er ies Larch ofler, Marl rk e b O Elisabeth Steinmann und Edith Walter Theiner erzählte die Geschichte der Familie Theiner und von Pro Natura

EVENT

20 Jahre Bioerlebnis in Brixen Dass Bio bei Südtirols Konsumenten immer gefragter wird, ist mitunter dem großen Angebot von Pro Natura zu verdanken. Vor kurzem feierte das Biofachgeschäft in Brixen sein 20-jähriges Bestehen. z Südtirols Bioerlebnis ist für viele untrennbar mit der Familie Theiner verbunden, die zu den Pionieren der Biolandwirtschaft und des Biomarktes im Lande gezählt werden darf. Seit Mitte der 70er Jahre widmet sie sich aus tiefster Überzeugung der modernen biologischen-ökologischen Lebensweise; zunächst stellte sie ihre eigenen Lebensgewohnheiten um, wandelte anschließend ihren Bauernhof in Gargazon in einen Biohof um, gründete einen BioVerteilservice, eröffnete im Jahr 1991 das Biofachgeschäft „Pro Natura“ in Brixen und 2009 das Bio-Hotel „Theiner’s Garten“ in Gargazon.

Naturkosmetik und vielem mehr ist Pro Natura ein wichtiger BioBezugspunkt für zahlreiche umweltbewusste Konsumenten aus ganz Südtirol geworden. Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens veranstaltete Familie Theiner Anfang Oktober einen Tag der offenen Tür – mit feierlicher Eröffnung der neugestalteten Verkaufsräume, Verkostung ausgesuchter Südtiroler Produkte und kostenlosen Kosmetikbehandlungen. Über 400 Interessierte, Kunden, Freunde und Bekannte waren der Einladung gefolgt und lauschten

interessiert den Ausführungen von Seniorchef Walter Theiner, der die Gäste mit auf eine kurze Zeitreise der „Theinerischen BioErfolgsgeschichte“ nahm. Sowohl hds-Präsident Walter Amort als auch Stadtrat Peter Brunner würdigten das Bestreben und den erreichten Erfolg. Nachdem Armin Theiner auf die gestalterischen Änderungen in den über 280 Quadratmeter großen Verkaufsräumen hingewiesen hatte und Verkäuferin Midi Tauber für ihre 20-jährige treue Mitarbeit geehrt worden war, öffnete sich den Besuchern

Größtes Biofachgeschäft in Brixen. Mit einem breiten An-

gebot an Obst und Gemüse aus biologischem Anbau, biologischen Lebensmitteln und Getränken, ökologischen Haushaltsartikeln,

der Weg zu den Verkostungsständen und Schnupperbehandlungen, die für großen Zuspruch und reichlich Gesprächsstoff unter Gleichgesinnten sorgten. Der neugestaltete Eingangsbereich begeisterte die Kunden

hds-Präsident Walter Amort und Stadtrat Peter Brunner

Heike Theiner-Hütter, Hannah Hütter und Myriam Theiner Florian Überegger betreute den Verkostungsstand der Bio-Plose-Säfte Verkostung des Ultner Bio-Brotes

Übersichtlich und einladend präsentieren sich die umgestalteten Verkaufsräume

Arno Hütter, Ingo Theiner, Armin Theiner

Johannes Plattner bei der Bio-Weinverkostung 57


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Unternehmen auf Erfolgskurs z Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller besucht gemeinsam mit den Stadträten Unternehmen in Brixen, die sich durch besondere Erfolge im In- und Ausland auszeichnen. Zu diesen Betrieben gehören unter anderem das Unternehmen Industrietechnik, das Geräte für die Heizungs-, Klima- und Lüftungsindustrie herstellt, das Elektrotechnikunternehmen Linel,

das Lösungen für den gesamten energietechnischen Lebenszyklus bietet und der Gewächshausspezialist Rabensteiner, der Gartenhäuser und Gartencenter herstellt. Pürgstaller und die Stadträte zeigen sich beeindruckt von den vielen Brixner Unternehmen, die am weltweiten Markt ganz vorne mitmischen. Im Bild die Vertreter der Stadtregierung beim Besuch

der Firma Industrietechnik: Elda Letrari, Werner Prosch, Petra de Biase, Albert Pürgstaller, Unternehmensgründer Claudio de Biase und Paula Bacher. eh

W&U Wirtschaft & Umwelt EISACKTAL

Goldene Kastanie an Franz Tauber z Für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Verdienste rund um die Kastanie hat der HGV Franz Tauber kürzlich mit der „Goldenen Kastanie“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Eisacktaler Kastanienwochen zum ersten Mal verliehen. In Zukunft soll mit diesem Zeichen der Wertschätzung jedes Jahr eine Person ausgezeichnet werden, die sich besonders für die Kastanie einsetzt und dazu beiträgt, dass die stachelige Frucht im Eisacktal

kurz

notiert

58

eine immer wichtigere Rolle spielt. „Wir haben Mut zur Regionalität gezeigt und die Kastanie ins Rampenlicht gestellt. Das war nicht immer einfach, aber es hat sich gelohnt“, blickte Franz Tauber zufrieden auf zehn Jahre Eisacktaler Kastanienwochen zurück. 20 Gastbetriebe von Vahrn bis zum Ritten verwöhnen ihre Gäste im Rahmen der zehnten Eisacktaler Kastanienwochen noch bis zum 6. November mit kreativen Kastanienköstlichkeiten. Nähere Infos zu den Eisacktaler

Die zweite Landschaftsschutzkommission gab grünes Licht für die Errichtung von zwei Zufahrtswegen zu den Stützen Nummer 6 und 7 im Rahmen des Baus der neuen „Gaisjochbahn“, die die Skigebiete Gitschberg und Jochtal verbinden wird.

Kastanienwochen und zum Rahmenprogramm gibt es im Internet: www.kastanie.it. oz

Die Perspektiven für Jugendliche durch die raschen Änderungen im Energiesektor standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Eisacktaler und Wipptaler Unternehmer. Es wurde aufgezeigt, dass die heimischen Betriebe Schulabgängern zukunftsträchtige Berufsmöglichkeiten bieten können.

Ab dem 1. November dürfen Fahrzeuge der Kategorien Euro 0 und 1 montags bis freitags von 7 bis 10 sowie von 16 bis 19 Uhr mit Ausnahme der Westumfahrung nicht mehr im Brixner Stadtgebiet verkehren. In einem Jahr wird das Verbot auch auf Zweitakt-Motorräder ausgedehnt.


Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle

Wo konnte man im späten Mittelalter in Brixen baden?

BRIXEN

Im späten Mittelalter gab es in Brixen drei öffentliche Badstuben, die ihr Wasser aus der Mühlwiere bezogen und folglich in deren Nähe angesiedelt waren. Im so genannten Ostheimerhaus, Altenmarktgasse 10, befand sich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts das obere Badl. Etwa um dieselbe Zeit führte ein gewisser „Maister Hans“ im Haus am Großen Graben 2, heute Maria-Hueber-Platz, die mittlere Badstube. Aus einer Urkunde des Jahres 1374 geht hervor, dass „daz padehaus an dem Griezze“, heute Adlerbrückengasse 5, also das untere Badl, von einer gewissen Witwe Katreine gepachtet worden war. In den Badstuben wurden von den Badern, selbständigen Gewerbetreibenden, Schwitz- und Wannenbäder angeboten, Haare geschnitten, Bärte gestutzt und kleine chirurgische Eingriffe zur Wundbehandlung und gegen Bluthochdruck durchgeführt. Dass Badstuben auch als beliebte Treffpunkte für geselliges Beisammensein genutzt worden sind, war allgemein bekannt. Deshalb wurden sie auch gern von Männlein und Weiblein aufgesucht. Das Gerede darüber mag die Behörden Mitte des 18. Jahrhunderts wohl dazu veranlasst haben, die öffentlichen Badeanstalten ein für alle Mal zu schließen. Anregungen: redaktion@brixner.info

Attraktive Shoppingstadt z Kürzlich wurde das Ergebnis einer von der Gemeinde Brixen in Auftrag gegebenen Motivforschung zum Thema „Einkaufen in Brixen“ vorgestellt, die von einem österreichischen Unternehmen durchgeführt wurde. Befragt wurden Bewohner der Stadt und des Umfeldes, getrennt nach Sprachgruppe. Kernaussage der Ergebnisse ist die Tatsache, dass Brixens Altstadt sich im Bewusstsein der Konsumenten im Grunde zu wenig von anderen Einkaufsstrukturen in der Peripherie unterscheidet: Es gibt ein vergleichbares Warensortiment, eine ähnliche Preisgestaltung, ähnlich – nicht immer zufriedenstellende – Fachberatung, ähnliche – nicht immer einheitlich gestaltete – Öffnungszeiten. Trotzdem: 95 Prozent der Brixner gehen regelmäßig in ihrer Heimatstadt einkaufen; aus dem Umland sind es immerhin noch 80 Prozent. „Im Vergleich

zu ähnlichen Städten in Österreich, wo in den vergangenen Jahrzehnten der Einzelhandel vermehrt in die Peripherie verlagert wurde, ist dies ein erfreulich hoher Wert“, sagte Georg Gumpinger. In der anschließenden Diskussion wurde vor allem die derzeitige Parkraumgestaltung kritisch beäugt: So gab es einerseits Stimmen für mehr kostenfreie Parkplätze, andererseits kritisierte man das samstägliche freie Parken am Acquarena-Parkplatz, das für Chaos sorge. Bürgermeister Albert Pürgstaller stellte eine Neuordnung des Parkraumes in Aussicht, die vielleicht auch eine halbe Stunde Gratisparken vorsehen könnte. Die Kaufleuteschaft sei aber auch gefordert: Es brauche Kundenbindungs- und Bonussysteme, Stadtmarketing und bessere Kundenberatung sowie eine Vereinheitlichung der Öffnungszeiten. wv

59


Wirtschaft & Umwelt

EISACKTAL

Spuren der Vergangenheit z Auf dem Weg zwischen Brixen und Franzensfeste begegnet man einer ganzen Reihe von Zeugen der jüngeren Geschichte, der Donaumonarchie bis zurück ins späte Mittelalter. Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal hat in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Brixen, Vahrn und Franzensfeste entlang dieser Stationen einen Geschichtsparcours erstellt und eine entsprechende Informationsbroschüre herausgegeben. Die meisten Zeugen aus der Vergangenheit sind noch sichtbar, wie zum Beispiel das

Heilig-Geist-Spital, die ehemalige Bezirkshauptmannschaft und heutige Carabinieri-Kaserne, der Soldatenfriedhof oder die Festung Franzensfeste. Zu diesen und zu anderen heute nicht mehr direkt vorhandenen historischen Stätten

liefert die Broschüre interessante Bilder und geraffte Hintergrundinformationen, beispielsweise zum Schießstand am Vahrner See, dem im Stausee versunkenen Gasthof Unterau oder zur Brixner Klause. Nicht unmittelbar historischen

Charakter haben die Stationen „Biotop Vahrner See“ oder das „Phänomen Eislöcher“, aber auf einer gemütlich-informativen Geschichtsparcours-Wanderung nimmt man auch diese sicher gerne mit. oz

BRIXEN

Sri-Lanka-Delegation im Weltladen z Chamal Rajapaksa, Präsident des Parlaments von Sri Lanka, stattete gemeinsam mit seiner Delegation dem Weltladen in Brixen kürzlich einen Besuch ab. Der faire Handel in diesen Verkaufsstellen liegt Rajapaksa besonders am Herzen. Die Präsidentin des Weltladens Brixen, Martha Gasser Sebastiani, erklärte der Delegation die Zielsetzung der Organisation. Die schwierige Lage der Bevölkerung in den Entwicklungsländern kann mit dem Verkauf von Produkten aus dem fairen Handel nachhaltig verbessert werden und trägt zu Entwicklungsmöglichkeiten dieser Völker bei. Die Abordnung aus Sri Lanka lobte insbesondere

den Einsatz der Weltläden, unterstrich deren Wichtigkeit und ersuchte, den Idealismus weiterhin zu behalten. Jeder einzelne Kunde kann mit einem Einkauf minderbemittelte Menschen unterstützen und dazu beitragen, die Beschäftigung zu fördern. „Das faire Miteinander und die Gemeinsamkeit sind der einzig richtige Weg, etwas zu bewegen und verändern“, betont Chamal Rajapaksa. Im Bild von links: Cristina Gianmoena-Capitani, Marlene Plank, Carolina Fermi, Monika Runggaldier, Raki Alif, Marta Gasser Sebastiani, Rudi Dalvai, Chamal Rajapaksa und Clara Kerschbaumer. eh

Brixen, Großer Graben 17, Tel. 0472 836049 Jeden Samstagnachmittag geöffnet!

Die angesagtesten Trends unter

sportacherer.com

Kinder Carvingski, Bindung, Schuhe, Stöcke 99,90 € Schlittschuhe, verstellbar 29,90 € Top Carvingski mit Bindung 169,90 € Coole Freestyle-Skier mit Bindung 169,90 €

60

BRIXEN

Bürger planen mit z Die Initiative Brixner Architekten „Architektenfrühstück“ veranstaltet gemeinsam mit der Gemeinde Brixen ein Symposium zum Thema der Bürgerbeteiligung bei öffentlichen Planungen unter dem Motto „Die Zukunft mitplanen, teilnehmen statt zuschauen“. Ziel der Veranstaltung ist es, die für gemeindliche Planungen Zuständigen und die Bürger auf positive Erfolge von Verfahren mit Bürgerbeteiligung aufmerksam zu machen. Mittels Beispielen aus österreichischen Gemeinden und anhand der städteplanerisch übergreifenden Planung im Grödnertal wird dies veranschaulicht. Die Veranstaltung findet am 5. November von 9 bis 13 Uhr in

der Aula Magna der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen statt. Anschließend wird die Ausstellung der Preisträger des „LandLuft Baukultur“-Gemeindepreises 2009 eröffnet, die bis zum 26. November zugänglich bleibt. Dieser Preis wird alle drei Jahre an engagierte Gemeinden verliehen. Dabei wird besonders auf die zukunftsorientierte Entwicklung der Dörfer und Städte sowie auf baukulturell innovative Maßnahmen geachtet. Die Gruppe „Architektenfrühstück“, die diese Veranstaltung initiiert, hatte sich bereits für Bürgerbeteiligungen beim Masterplan Brixen, dem Neubau der Bibliothek und der Öffnung des Hofburggartens eingesetzt. eh


NACHGEFRAGT

„Talgemeinden im Vorteil“ Herr Lechner, das WIFO hat festgestellt, dass einige Gemeinden Südtirols bei Bevölkerung und Wirtschaft kräftig zugelegt, andere mit Abwanderung zu kämpfen haben. Nach welchen Kriterien ist die Studie erstellt worden? Es wurde eine Vielzahl von Indikatoren analysiert, die die bevölkerungsmäßige, soziale und wirtschaftliche Situation jeder Gemeinde beschreiben – etwa die Anzahl Jugendlicher, Pendler, den Bildungsgrad, Bautätigkeit, Nächtigungen und so weiter. Das Eisacktal steht aufgrund der Studie sehr gut da. Neben

Brixen schneiden auch Mühlbach, Natz-Schabs und Vahrn überdurchschnittlich ab ... Talgemeinden und leicht erreichbare Gemeinden haben einen Wettbewerbsvorteil. Auch im Trentino und in Nordtirol haben die Gemeinden entlang der Brennerachse ein gutes Ergebnis erzielt. Im Vinschgau, Burggrafenamt und Pustertal gibt es die meisten Problemgemeinden. Wie ernst ist die Situation einzuschätzen? Die Lage ist ernst, wenn die jungen Menschen abwandern. Zweitens besteht die Gefahr, dass große Flächen nicht mehr gepflegt werden, mit entsprechend negativen

Folgen für die Zentrumsgemeinden und für den Tourismus. Welche Konsequenzen sollte die Politik aus den Ergebnissen ziehen? Aufbauend auf den Besonderheiten jeder Gemeinde gilt es, gemeinsam mit der Bevölkerung innovative Projekte in den Bereichen Lebensqualität und Arbeitsplätze zu entwickeln, auch in Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden. Die Rahmenbedingungen – wie beispielsweise die Erreichbarkeit, dringend im Bereich Datenanbindung – müssen verbessert werden.

Foto: Oskar Zingerle

OSWALD LECHNER, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO), über eine kürzlich erstellte Studie zur Wirtschafts- und Sozialstruktur der Südtirols Gemeinden.

oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

DER NEUE YARIS. ten Sie Wir erwar robefahrt! jetzt zur P

Max. Werte: Kraftstoffverbrauch 5,4 l/100 km. CO₂-Emissionen 127 g/km.

Multimedia-System Toyota Touch&Go mit Navigation und Rückfahrkamera; Wenderadius mit einem Rekordmaß von nur 4,7 Metern; Motoren mit Toyota Optimal Drive Technologie.

AUTOZEN

BOZEN - Siemensstraße 4 - Tel. 0471 545600 BRUNECK - J.G.-Mahl-Str. 40 - Tel. 0474 531183

Today Tomorrow Toyota

www.autozen.it 61


Illegale Müllentsorgung lohnt sich nicht!

11

RBST 20 E H G N U L M M A S T GRÜNSCHNIT

eine en gegen Anmeldung ixen AG den BrixnerInn Br rke we dt Sta die tet 3 Im November 2011 bie Mengen über 3 m nittsammlung an. für ), sch St. ün Gr Mw e 0% tig ich (+1 fl np gebühre mmlung € 25,00 x. 3 m3 beträgt die Sa 3 Für eine Menge von ma 0% MwSt.) berechnet. (+1 von 1 m € 105,50/Stunde n vo s rei elp le bis zu einer Menge mm fäl Sa ab ün Gr , wird ein ist ch gli dass es außerdem mö Wir weisen daraufhin, raße 24 abzugeben. f in der A.-Ammon-St ho ng cli cy Re im be s kostenlo h bitte an: .2011 wenden Sie sic .10 31 lb ha er inn en nen und Anmeldung Für weitere Informatio .it ail: gruenschnitt@asmb Tel. 0472 823 523 - E-M

Strom

|

Wasser

|

Fernwärme

|

UMWELT & ABFALL

|

Technische Netze

BEZAHLT WERDEN MUSS IMMER So mancher glaubt, sich durch das Abstellen von Müll am Straßenrand Geld sparen zu können. So kommen jedes Jahr tausende Kilo Abfall zusammen, die die Umwelt gefährden und teuer eingesammelt werden. Diese Kosten werden als Fix-Anteil am Müllentsorgungstarif unter allen Bürgern aufgeteilt. Außerdem wird jedem Haushalt eine Mindestmenge berechnet, die unabhängig ist vom tatsächlich entsorgten Müll. Also den Müll lieber ordentlich entsorgen!

Grüne Nummer

800-046161


ELEKTRO PLAICKNER

Energie clever nutzen Mit einer modernen Elektroinstallation lässt sich in den eigenen vier Wänden gezielt Energie sparen. Hohe Energiepreise sensibilisieren und animieren zunehmend zum Energiesparen. Im Bereich der Gebäude- und Haustechnik kann eine moderne Elektroinstallation dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Martin Plaickner von Elektro Plaickner, einem renommierten Elektrofachbetrieb in Brixen, klärt über die Möglichkeiten auf, mit Energie effizient umzugehen, ohne auf Wohnkomfort zu verzichten. „Sowohl mit Einzelmaßnahmen als auch mit intelligenter Elektroinstallation lassen sich enorm viel Energiekosten sparen“, erläutert er, „so rechnet sich bereits der Einsatz von energiesparenden Leuchtsystemen und ganz besonders von LED-Lampen, die außerdem mit langer Lebensdauer, hervorragender Lichtqualität,

umweltfreundlicher Lichttechnologie und vielen Design-Möglichkeiten überzeugen.“ In Kombination mit Lichtschaltautomatik und Dimmfunktion lassen sich weitere Einsparmöglichkeiten erschließen. „In weniger genutzten Bereichen, beispielsweise im Flur, im Treppenhaus oder im Außenbereich, bietet sich der Einsatz einer Lichtschaltautomatik an“, empfiehlt Martin Plaickner, „damit wird das Licht nur dann eingeschaltet, wenn es wirklich gebraucht wird.“ Mit dimmbaren Leuchten lässt sich zusätzlich Energie sparen, da mit dem Dimmen nicht nur die Leistung, sondern auch der Energiebedarf sinkt. Insbesondere in Objektbauten kommen mittlerweile vielfach dimmbare Leuchtsysteme zum Einsatz, die zusätzlich mit einer Tageslichtsteuerung kombiniert werden; in Verbindung mit einem Lichtsensor passt hier eine Lichtsteuerung die Leuchtkraft dem jeweiligen Tageslicht optimal an und reduziert den Energieverbrauch entsprechend.

Gebäudeautomation spart Energie. Weit mehr Einspa-

Foto: Shutterstock

Dimmbare Leuchtsysteme eignen sich insbesondere für Objektbauten

LED-Leuchtsysteme bieten unzählige Gestaltungsmöglichkeiten

rungspotenzial als punktuelle Maßnahmen bringt eine Gebäudeautomation. Mit dem Ziel der Optimierung und dem sinnvollen Zusammenwirken vieler Einzelfunktionen werden dabei Heizund Kühlsysteme,Belüftungs- und Klimaanlagen, die Beleuchtung, die Beschattung sowie Brandschutz- und Sicherheitssysteme automatisiert und zentral gesteuert. Die Vernetzung von Gebäudefunktionen ermöglicht eine wirksame Kontrolle des Energieverbrauchs und aller laufenden Betriebskosten. „Die Gebäudeautomation ist nicht nur für die Neuplanung, sondern auch für Altbauten interessant und lässt sich dort im Rahmen von Sanierungen und Modernisierungen problemlos nachträglich einbauen“, erklärt derzertifizierte Fachinstallateur von KNX-Systemen, dem weltweiten Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik.

Martin und Barbara Plaickner von Elektro Plaickner

Regenerative Energien. Die

Nutzung regenerativer Energien schlägt in der Energiebilanz von Gebäuden ebenfalls positiv zu Buche. „Mit Photovoltaik lässt sich aus Sonnenenergie elektrischer Strom produzieren. Dieser kann unter bestimmten Auflagen mit dem aus dem Netz bezogenen Strom verrechnet werden“, so Martin Plaickner, „staatliche Abnahmegarantien und feste Einspeisevergütungen bieten sichere Einkünfte, die in der Energiebilanz von Gebäuden ebenfalls zu berücksichtigen sind.“

Investitionen in Energieeffizienz rechnen sich. Die

Energieeffizienz eines Gebäudes ergibt sich aus dem optimalen Zusammenspiel von Gebäudehülle, Anlagentechnik und Betrieb. „Auch wenn die Anfangsinvestitionen für energiesparende Lösungen zunächst teuer erscheinen mögen, rechnen sich diese unterm Strich letztlich, da sich die Mehrkosten durch die erhebliche Energieeinsparung im laufenden Betrieb über kurz oder lang amortisieren“, fasst Martin Plaickner zusammen.

Maßgeschneiderte Lösungen.

Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie

Mehr Wohnkomfort durch optimierte und zentrale Steuerung vieler Gebäudefunktionen

Von der Lichtplanung und -installation über Gebäudeautomation und der Erstellung von Niedrigenergiekonzepten bis hin zur Realisierung von Photovoltaikanlagen bietet Elektro Plaickner maßgeschneiderte Lösungen für eine energieeffiziente Gebäudeund Haustechnik.

J.-Durst-Straße 66 Kampan, 3. Stock 39042 Brixen Tel. 0472 068311 info@elektro-plaickner.it 63


Das KlimaLand Südtirol regt mit zahlreichen Initiativen ein neues Denken an. Südtirol will Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen. Eine nachhaltige Energiepolitik ist die wichtigste Voraussetzung dafür. Die Klimastrategie der Autonomen Provinz Bozen ist es deshalb Südtirol zu einem KlimaLand zu machen, einem Land, in dem die Ressourcen quer durch alle Lebensbereiche nachhaltig bewirtschaftet werden und dadurch Wohlstand gerecht verteilt wird. Die Vision von einem KlimaLand Südtirol ist geprägt von einer gesunden Umwelt und vom guten Zustand der natürlichen Ressourcen, wie reines Wasser, saubere Luft und gesunder Boden. Dazu gehören aber auch gesunde, lokal erzeugte Nahrungsmittel, grüne Energie, eine einzigartige Landschaft, wie die Ernennung der Dolomiten zum UNESCO Weltnaturerbe beweist, moderne Infrastrukturen, sanfte Mobilität, soziale Sicherheit. Dies alles ist und soll auch weiterhin Ausdruck von hoher Lebensqualität sein – und soll vernetzt als Marke präsentiert werden, um Südtirol zu positionieren.

Extra

Heizung & Energie

Klimaschutz geht uns alle an

Global denken, lokal handeln. Die Vision KlimaLand ist daher nicht nur von Leidenschaft für die globale Dimension des Klimaproblems geprägt, sondern auch eine kulturelle Herausforderung auf lokaler Ebene. Diese möchte das Land annehmen und es gut machen. Ein großer Teil dieses Erfolgs liegt in der Kommunikation.

Den Entscheidungsträgern ist klar geworden, dass wegen dem Klimawandel niemand sein Verhalten ändern wird. Deshalb hat die Provinz Südtirol beschlossen, eine andere Kommunikationsschiene zu fahren und auf die Vorteile, die der Klimaschutz für die Brieftasche mit sich bringt, aufmerksam zu machen. Beispiel KlimaHaus: Wieso sollte jemand zwei Monate im Jahr für die Heizung arbeiten, wenn auch nur zwei Wochen reichen würden? Ganz abgesehen von der höheren Wohnqualität, die ein KlimaHaus mit sich bringt. Andere Projekte der Provinz Südtirol setzen beispielsweise bei den Klimaschützern von morgen an und lehren die Kinder schon früh, anders zu denken: Etwa das Projekt „Klimaschritte“, bei dem Kinder den Schulweg zu Fuß gehen, oder das Projekt „Ökopause“, bei dem die Kinder eine gesunde, auf regionalen Kreisläufen basierende Jause erhalten. Letztes Glied in der Umweltbildung ist ein spannender Klimafilm mit dem Titel „Verfolgungsjagd im KlimaLand“, den man unter www.provinz.bz.it/umweltagentur/ umweltbildung.asp kostenlos downloaden kann.

Weg von den fossilen, hin zu den erneuerbaren Energien. Gestern war noch Energiesparen angesagt – heute geht es um eine möglichst intelligente Nutzung der Energie, die Verbesserung der

Luft verpesten ist OUT

Klima schützen ist IN

64

Energieeffizienz und den behutsamen Ausbau der erneuerbaren Energieträger, wie Wasser, Biomasse, Sonne, Photovoltaik, Biogas, Geothermie und andere. Das deklarierte Ziel, bis 2020 in Südtirol 75 Prozent des Energiebedarfs – den Verkehr nicht mit eingerechnet – mit erneuerbaren Energien zu decken, wird allerdings nur mit einer Reduzierung des Energieverbrauchs insgesamt erreichbar sein. Daher ist die energetische Sanierung des Gebäudebestandes ein großes Zukunftsthema. Hier kann bis zu 90 Prozent Energie eingespart werden. In Sachen Green Energy nimmt die Provinz Südtirol innerhalb Italiens eine herausragende Rolle ein. In Südtirol werden mittlerweile bereits 56 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt, innerhalb 2020 sollen diese drei Viertel der gesamten Energieproduktion ausmachen. Es ist von grundlegender Bedeutung, alternative Energiesysteme zu forcieren, um die Natur zu erhalten und eine umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung zu ermöglichen. Knapp 200 Unternehmen mit Sitz in Südtirol sind mittlerweile erfolgreich in der Branche unterwegs. Und die von der Südtiroler Landesregierung mit großem

Michl Laimer, Umweltlandesrat

„Klimaschutz ist keine lästige Pflicht, sondern ein Qualitätssprung. KlimaLand ist keine Utopie, sondern eine konkrete Zukunftschance“

Erfolg ins Leben gerufene KlimaHausAgentur arbeitet im Bereich des intelligenten Bauwesens, der erneuerbaren Energien und der Bewahrung der Ressourcen. Sie ist sozusagen die Südtiroler Antwort auf die energetischen Herausforderungen im Gebäudesektor.

Vom „KlimaHaus“ zum „KlimaLand“. Das Erfolgsmodell „Klima-

Haus“ ist das beste Beispiel dafür, dass man auch aus ordnungspolitischer Sicht attraktive Voraussetzungen schaffen kann und muss, um Energie intelligent zu nutzen und Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz durchzusetzen. Ziel ist es neue Verhaltensweisen zu fördern, innovative technische Standards im Alt- und Neubau zu setzen, die Nutzung umweltverträglicher Materialien und den Bau „aktiver“ Gebäude voranzutreiben, die mehr Energie produzieren als konsumieren. Die KlimaHaus-Strategie hat sich so in den letzten Jahren von der „klimaZone“ über die „klimaStadt“ bis hin zum „KlimaLand Südtirol“ weiterentwickeln können.


PROGRESS AG

Bauen auf Innovation Das Bauen mit gedämmten Betonfertigteilen im „KlimaHaus-Standard“ erweist sich als fortschrittliche und zukunftsfähige Technologie. Progress baut auf diese Innovation und zeigt die Vorteile auf. Die Entwicklung der Progress Thermowand erweist sich immer mehr als besonders innovative, fortschrittliche und zukunftsfähige Technologie. Es handelt sich dabei um ein industriell vorgefertigtes Betonfertigteil mit innenliegender Wärmedämmung, das durch die äußere Scheibe einen wirksamen Schutz erhält. Diese Betonfertigteile eignen sich – neben ihren statischen Vorteilen – besonders für eine schnelle und effiziente Bauweise, wobei eine moderne Architektur und die Ästhetik der Gebäude mehr in den Vordergrund rücken.

PROGRESS Thermowand

Beste Dämmwerte für Ihr KlimaHaus

glatt und gewährleistet somit ein ansprechendes Aussehen. Aufgrund der thermischen Eigenschaften, die die Progress Thermowand aufweist, wird diese besonders im Gewerbebau (wie zum Beispiel bei Bürogebäuden) sowie auch im Hotelbau eingesetzt und ermöglicht zudem eine energieeffiziente Bauweise im „KlimaHaus-Standard“. Progress ist regionaler Marktführer in der Produktion von Betonfertigteilen sowie in der Errichtung von Objekten in Betonbauweise und steht mit ihrem Namen für Qualität und Innovation.

Optimale Eigenschaften. Neben

den statischen Vorteilen und der optimalen Dämmeigenschaft sowie dem schnellen Baufortschritt kommt die Progress Thermowand dem häufig geäußerten Wunsch des Architekten und Bauherren nach einem anspruchsvollen ästhetischen Erscheinungsbild in besonderem Maße entgegen. Die Oberfläche ist metallschalungs-

PROGRESS AG Julius-Durst-Straße 100 I-39042 Brixen (BZ) Tel. +39 0472 823111 info@progress.cc www.progress.cc

Ob Wohnbau, Bürogebäude oder Hotelbau – die Progress Thermowand findet überall ihren Einsatz

Intelligent und ästethisch: Bauen mit gedämmten Betonfertigteilen Das Bauen mit gedämmten Betonfertigteilen steht für eine innovative und zukunftweisende Bauweise. Die Massivität des Baustoffes Beton, kombiniert mit Fertigteilen mit innenliegender Wärmedämmung ergibt optimale Dämmeigenschaften für ein Wohlfühlklima im „KlimaHaus Standard“. Betonfertigteile ermöglichen eine ungeahnte Symbiose aus Individualität, anspruchsvoller Architektur sowie energieeffizienter und nachhaltiger Bauweise.

PROGRESS Julius-Durst-Straße 100, I-39042 Brixen (BZ), Tel. +39 0472 823 111, info@progress.cc, www.progress.cc 65


FINSTRAL AG

Heizung & Energie

U NE

SCHÖN WOHNEN. ENERGIE SPAREN.

Top 90: Top im Wohnkomfort, Top im Umweltschutz. Top 90 ist die perfekte Symbiose aus Wärmedämmung, Technik und Design. Das Fenster- und Türensystem kombiniert hochwertige Ästhetik mit innovativer Wärmedämmtechnologie und schafft so nicht nur ein optimales Wohnklima, sondern schützt auch unsere Umwelt. Wohnen im Einklang mit der Natur.

Fenster mit Verbundflügel Im Fenstersystem „Top 90“ von Finstral sind ausgezeichnete Wärmedämmung, eleganter Sonnenschutz und optimaler Schallschutz vereint.

Extra

Das Fenster- und Türensystem „Top 90“ von Finstral kombiniert modernes Design mit innovativer Technologie. Die Variante mit Verbundflügel besteht aus zwei Flügeln und drei Glasebenen, die sich durch beste Wärme- und Schalldämmung sowie eine integrierte Jalousette im wettergeschützten Scheibenzwischenraum auszeichnet. Die 25 Millimeter breiten Lamellen laufen im Zwischenraum von Isolierglas und Außenflügel und ermöglichen die individuelle Regulierung von Licht- und Energieeinfall. Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) variiert dabei zwischen 10 Prozent bei geschlossener und 54 Prozent bei geöffneter Jalousette. Das Außenglas schützt vor Niederschlag, Wind und Schmutz und sorgt dadurch für einen minimalen Wartungs- und Reinigungsaufwand der Jalousette. Deren Wartung und Reinigung kann bei geöffnetem Verbundflügel raumseitig erfolgen.

Wärme- und Schalldämmung inklusive. Die Mehrkammer-

Kunststoffprofile der Wandstärken-Qualitätsklasse A sorgen für sehr gute Wärmedämmwerte. Auch der Drei-Scheiben-Aufbau und die wärmegedämmten Glasabstandhalter tragen zum hohen Wärmeschutz der neuen „Top 90“-Verbundflügel bei. Bei geöffneter Jalousette beträgt der Uw-Wert des Fensters KV-Classic

FINSTRAL AG Gastererweg 1 . 39054 Unterinn/Ritten (BZ) T 0471 296611 . F 0471 359086 finstral@finstral.com . www.finstral.com 66

0,98 W/m²K und bei geschlossener Jalousette 0,90 W/m²K. Die Verglasung besteht aus einem 28 Millimeter starken WärmeschutzIsolierglas (Ug = 1,1 W/m²K) und einem 6-mm-Einfachglas im äußeren Verbundflügel. Die Sandwichbauweise mit großen Scheibenzwischenräumen und Mehrfachdichtungen sowie die dritte Glasscheibe im Verbundflügel gewährleisten einen optimalen Schallschutz bis 47 Dezibel.

Vielseitige Ausführung. Der „Top

90“-Verbundflügel wird in den Kunststoff-Varianten KV-Classic und KV-Nova sowie den Kunststoff-Aluminium-Ausführungen KAV-Classic und KAV-Nova angeboten. Insbesondere die NovaVariante besticht durch eine moderne, besonders ansprechende Fensteroptik mit verdeckt liegendem, außenseitig kaum sichtbaren Flügelprofil. Weitere Informationen zum Fenstersystem „Top 90“ erhält man unter www.finstral.com oder direkt in den Finstral-Verkaufsniederlassungen. Innovatives Fenstersystem „Top 90“ mit drei Glasebenen und integrierter Jalousette

Innen höchster Komfort und außen modernes Design – „Top 90“ überzeugt in allen Facetten


E. INNERHOFER AG

Solarenergie für Warmwasser und Heizung Eine kombinierte Anlage aus Wärmepumpe und Solaranlage setzt neue Maßstäbe in der Nutzung thermischer Solarenergie. Die Größe einer Solaranlage auf einem durchschnittlichen Einfamilienhaus reicht oftmals nicht aus, um den Gesamtenergiebedarf durch Solar zu decken. Um das volle Potenzial der Sonnenenergie auszuschöpfen, bietet sich die Kombination einer Solaranlage mit anderen Heizsystemen an.

Gebündelte Nutzung von Sonnenenergie. Eine kombinierte

Zukunftsweisende Technik. Rotex Solaris überzeugt dank ausgeklügelter Technik durch sehr hohe Energieeffizienz. Im innovativen Drain-Back-Solarsystem wird das Speicherwasser direkt und ohne Wärmetauscher in die Hochleistungskollektoren befördert, dort erwärmt und dann wieder im drucklosen Speicher eingeschichtet. Die Flachkollektoren füllen sich nur mit Wasser, wenn genügend Sonne vorhanden

ist oder der Wärmespeicher auch Wärme aufnehmen kann. Andernfalls schaltet die Förderpumpe ab, und das gesamte Solar-System entleert sich in den Wasserspeicher, wodurch die Notwendigkeit eines Frostschutzmittels entfällt. Eine Wärmepumpe im Außenbereich entzieht der Umgebungsluft Wärme und beliefert den Speicher parallel mit Energie. Der kompakte Wärmespeicher ist als Zweischichtsystem konzipiert – mit einer ständig warmen Brauchwasserzone im oberen und einer kühlen Solarzone im unteren Bereich. Indem das zu wärmende Wasser durch ein wendelförmiges Edelstahl-

rohrsystem von unten nach oben geleitet und dabei erwärmt wird, sind sowohl die Funktionalität des Temperaturschichtsystems als auch eine optimale Wasserhygiene gewährleistet.

Nahezu wartungsfrei. Die kombinierte Anlage ist betriebssicher und nahezu wartungsfrei und lässt sich selbst in bestehende Warmwasser- und Heizungssysteme einfach einbinden. Weitere Informationen zu Rotex Solaris erteilen Heizungs- und Solarinstallateure sowie die Haustechnik-Fachberater bei E. Innerhofer AG. 3hochk.de

Anlage, die den Wärmebedarf weitgehend aus thermischer Solarenergie deckt, ist Rotex Solaris. Im bewährten Kombi-System leiten Solaranlage und Wärmepumpe Wärme aus der Umgebungsluft

und von der Sonne in einen gemeinsamen Solarthermie-Speicher und teilen sich die Warmwasseraufbereitung und Heizleistung.

Freu dich auf deine Energierechnung.

Geld sparen mit erneuerbarer Energie: Solar, Erdwärme und Wärmerückgewinnung. Moderne Haustechnik-Produkte von INNERHOFER sorgen kostengünstig für Warmwasser, Heizung bzw. Kühlung sowie Frischluft in Neubauten oder bei Renovierungen. St. Lorenzen (Tel. 0474 470-000) Meran · Bozen · Trient · Belluno www.innerhofer.it

INN_Anz_Entspannung_192x139_RZ.indd 1

14.04.2011 10:22:05 Uhr

67


MARTIN OBERHOFER

Heizung & Energie

Sanieren mit dem richtigen Partner

Extra

Der Bauunternehmer und Sanierfachmann Martin Oberhofer begegnet den unternehmerischen Herausforderungen seit mittlerweile fast 20 Jahren erfolgreich mit Vielseitigkeit und Flexibilität. Herr Oberhofer, Sie sind seit fast zwei Jahrzehnten im Bausektor tätig. Wie hat sich Ihr Unternehmen seitdem entwickelt?

MARTIN OBERHOFER: Im nächsten Jahr werden es 20 Jahre, dass ich unternehmerisch tätig bin. Begonnen habe ich als selbständiger Maurer und Verputzer, wobei ich mir im Laufe der Zeit weitere Kompetenzen angeeignet und das Leistungsangebot meines Unternehmens kontinuierlich ausgebaut habe. Heute übernehmen mein Team und ich Abbrucharbeiten, Mauerarbeiten, Gebäudeaufstockungen, Vollwärmeschutz im Innen- und Außenbereich, den Austausch von Rollokästen - die ich dank hervorragendem Service ausschließlich von Hella beziehe -, Verputzarbeiten, Bodenaufbauten, Außengestaltung, Minibaggerarbeiten und vieles mehr. Ihre Vielseitigkeit bringt Vorteile? Auf jeden Fall. Gerade in den letzten Jahren hat sich unsere Vielseitigkeit als eine unserer großen Stärken erwiesen. Denn während die Anzahl von Neubauten zuletzt etwas zurückging, nahmen die Altbausanierungen zu, begünstigt unter anderem durch staatliche und landesweite Förderprogramme. Mit unserem breiten Leistungsprogramm können wir gerade bei der energetischen Sanierung

Viums, St.-Magdalena-Straße 6 39040 Natz-Schabs Tel. 0472 410175 Mobil 335 6699114 68

überzeugen und konnten uns daher auch in diesem Bereich gut etablieren.

ich Anfragen gerne an sie weiter und profitiere im Gegenzug von laufenden Sanierungsaufträgen.

Ihre Kunden schätzen aber nicht nur Ihre Vielseitigkeit ...

Wie weit erstreckt sich Ihr Einzugsgebiet?

Das stimmt. Wir legen großen Wert auf zuverlässige und saubere Ausführung der Arbeiten. Das kommt bei den Kunden sehr gut an, viele empfehlen uns weiter, woraus sich in Folge weitere Aufträge ergeben.

Wir sind vor allem in Brixen und Umgebung tätig. Unsere diesjährigen Sanierungsvorhaben befanden sich folglich in Vintl, Aicha, Schalders und Pfalzen, derzeit sind wir in Raas im Einsatz. Obwohl Pfalzen eigentlich schon außerhalb des näheren Einzugsgebietes liegt, haben wir die Sanierung eines dortigen Wohnhauses dennoch übernommen, da wir diesen Auftrag der Weiterempfehlung unseres Kunden in Vintl verdanken. Wie viele andere, hatte sich der Pfalzener Bauherr zur Beratung zunächst an die TopHaus AG gewandt und sich bei der Auswahl möglicher Sanierungspartner umgehend für uns entschieden. Dies bestätigt mir wieder einmal mehr, dass sich Bauherren letztlich zugunsten von Gesamtlösungen und auf Basis von Empfehlungen entscheiden.

Auf dem Markt gibt es viele verschiedene Dämmsysteme und -lösungen zur Gebäudeisolierung. Welche verwenden Sie? Ich habe mich insbesondere auf die Dämmsysteme der TopHaus AG und Röfix AG spezialisiert, die sich beide aufgrund hervorragender Dämmeigenschaften bewährt haben, wobei sich die Zusammenarbeit in diesem Jahr vor allem auf die TopHaus AG konzentriert hat. Worauf gründet die enge Zusammenarbeit mit der TopHaus AG? Dieses Unternehmen hat sich frühzeitig auf die Bedürfnisse der Bauherren von energetischen Altbausanierungen eingestellt und bietet in Form eines Energie-SparPaketes umfassende Beratung mit Lokalaugenschein, Kostenberechnung unter Berücksichtigung aller Fördermöglichkeiten sowie begleitende Unterstützung bei der bürokratischen Abwicklung. Damit unterstützt die TopHaus AG nicht nur Bauherren, sondern auch Sanierungspartner wie mich: Indem sie die Beratung, Berechnungen und bürokratische Abwicklung übernimmt, können wir uns auf die Ausführung der Arbeiten konzentrieren. Die Zusammenarbeit basiert auf gegenseitigem Nutzen. Und da ich die Anliegen der Kunden bei ihr in besten Händen weiß, vermittle

Gab es in diesem Jahr herausragende Objekte? Ein besonders schönes Referenzobjekt ist sicherlich der von uns sanierte Bühlerhof in Aicha. Ein

Der sanierte Bühlerhof in Aicha

Martin Oberhofer wesentlicher Charakterzug des jahrhundertealten Gebäudes waren die markant schrägen und buckeligen Mauern. Um diese architektonische Besonderheit trotz Wärmedämmung zu erhalten, wurde die Isolierung praktisch den schrägen Mauern nachgezogen. Da im Rahmen der Altbausanierung der Kubaturbonus von 200 Kubikmetern ausgeschöpft werden konnte, wurde das Gebäude außerdem um eine Etage aufgestockt. Dazu wurden das Dach zur Gänze abgetragen, die letzte Decke verstärkt, eine Stockhöhe aufgemauert und schließlich ein neues Dach angebracht. Das Ergebnis bereitet uns viel Freude: wieder ein gelungenes Bauvorhaben und ein weiterer sehr zufriedener Bauherr.


Energetische Gebäudesanierung

TOPHAUS AG

Top-Beratung Südtirolweit hat die TopHaus AG mehr als 1.000 Beratungen für energetische Sanierungen durchgeführt und ist damit die Anlaufstelle Nummer 1 in Südtirol, wenn es um energetische Gebäudesanierung geht. Die TopHaus AG bietet Hauseigentümern ein Energie-SparPaket zur energetischen Gebäudesanierung, mit dem sich künftig bis zu 80 Prozent der Energiekosten einsparen lassen. Das Energie-Spar-Paket umfasst einen Lokalaugenschein, eine exakte Berechnung der Energieverluste und die Ausarbeitung von effizienten Sanierungsvorschlägen, die Heizkosten senken und das Wohlbefinden verbessern. Die Sanierungsvorschläge werden dabei mit den entsprechenden Kosten beziffert, wobei Steuerabsetzmöglichkeiten berücksichtigt werden. Zudem berät die TopHaus AG zu den Möglichkeiten, den Kubaturbonus von 200 Kubikmeter im Rahmen einer energetischen Sanierung auszuschöpfen. Mit dem Energie-Spar-Paket weiß der Hauseigentümer also von Anfang an, welche konkreten Vorteile ihm eine energetische Gebäudesanierung bringt und was diese kostet. Auf Wunsch vermittelt die TopHaus AG für die Ausführung der Arbeiten qualifizierte Fachbetriebe, die sich im Bereich der energetischen Sanierungspezialisiert haben.

Kostenamortisation nach wenigen Jahren. Maßnahmen zur

Energieeinsparung werden vom Staat gefördert, indem 55 Prozent der Investitionssumme von der Steuer abgesetzt werden. Die

Steuerbegünstigung von 55% für Wärmedämmung bestehender Gebäude

s

TopHaus AG steht hierzu von der Beratung bis hin zur bürokratischen Abwicklung zur Seite.

nu o b r u t Kuba 3 200 m

Rundum wohlfühlen. Ob man

sich in Räumen wohlfühlt, hängt entscheidend von der Temperatur der Oberflächen der Innenwände, Böden, Decken und Fenster ab. In einem schlecht gedämmten Haus sind diese spürbar kalt und bewirken eine unbehagliche Wohnatmosphäre. Eine optimale Wärmedämmung erhöht die Oberflächentemperatur und garantiert angenehm gleichbleibende Temperaturen.

Jetzt sanieren und Förderungen nutzen. Wer die Vorteile einer

energetischen Sanierung nutzen möchte, sollte möglichst bald handeln, um die zeitlich begrenzten Vorzüge der Fördermaßnahmen nützen zu können. Die qualifizierten KlimaHaus-Energieberater der TopHaus AG stehen für Auskünfte und einen unverbindlichen Lokalaugenschein gerne zur Verfügung.

Wir organisieren die gesamte Sanierung für Sie!

- Berechnung - Beitragsgesuche - Ausführung

Tel. 0472 823311

Info: www.tophaus.com

Eine energetische Sanierung bringt auf Dauer erhebliche Kostenvorteile und steigert das Wohlbefinden

TopHaus AG - Julius Durst Str. 100 - 39042 BRIXEN Brixen

Bozen

Meran

Lavis


Vielerorts unentbehrlich: die mobile Heizanlage Bauunternehmer müssen mit ständig kürzeren Bauzeiten und immer weniger vorhersehbaren Wetterverhältnissen leben. In diesen und vielen anderen Situationen überzeugen die großen Vorteile der mobilen Heizanlagen der Firma Ener-Tec. Mobile Heizanlagen sind eine ideale Übergangslösung in allen Phasen der Bautätigkeit und kommen beispielsweise zur Beheizung von Rohbauten und beim Innenausbau zum Einsatz, zur Vorwärmung beim Einbau einer Fußbodenheizung, bei Umstellung auf Fernwärme oder Hackschnitzel, bei Ausfall, Reparatur und Sanierung bestehender Heizanlagen, zur vorübergehenden Beheizung von Magazinen, Gewerbehallen und in vielen weiteren Fällen. Die Firma Ener-Tec in Brixen bietet für jeden dieser Anwendungsbereiche individuelle Lösungen an – kurzfristig, pünktlich und effizient.

Extra

Heizung & Energie

ENER-TEC KG

Mobile Lösungen. Aufgrund ihrer

Kompaktheit kann eine mobile Heizanlage auch auf engstem Raum eingesetzt werden. Sie ist in kürzester Zeit montiert und funktionstüchtig und gewährleistet eine zuverlässige Wärmeversorgung über Wochen und Monate. Die Anlage besteht aus Brenner und Heizkessel, Öltank und Kamin, Anschluss für Vor- und Rücklauf sowie einem eingebauten Sicherheitssystem. Der Betrieb läuft vollkommen autonom und zuverlässig. Mit einer Leistung von 30 bis 850 Kilowatt stehen verschiedene Modelle für die unterschiedlichen Anforderungen zur Verfügung.

FÜHRUNG UND WARTUNG, 3. VERANTWORTLICHER

Meist wird die Anlage in einer abschließbaren Blechschachtel untergebracht und präsentiert sich unscheinbar und geschützt. Auf Wunsch kann sie zusätzlich mit einem externen Alarmgeber ausgerüstet werden. Ebenso kann eine automatische Belieferung mit Brennstoff vereinbart werden. Der Einsatz mobiler Heizanlagen eignet sich sowohl bei kleinen Baustellen als auch bei öffentlichen Großbauten; so haben sich die mobilen Lösungen von Ener-Tec beispielsweise beim Bau der Freien Universität Bozen, von Berufsschulen oder beim Ausbau des Fernwärmenetzes bewährt. Mit einem

WÄRME DURCH MOBILE HEIZANLAGENSYSTEME

zuverlässigen Service garantiert Ener-Tec die einwandfreie Funktion rund um die Uhr.

Mobile Heizanlagen sind ideale Wärmelieferanten in allen Bauphasen

TANKINHALTSANZEIGEN MIT FUNKÜBERTRAGUNG

MOBILE HEIZANLAGEN: ideale Übergangslösung bei Ausfall, Reparatur und Austausch einer Heizanlage Anwärmen der Fußbodenheizung Individuelle Lösungen ab 30 KW! Kontaktieren Sie uns unverbindlich!

ENER-TEC KG – BRIXEN, BRENNERSTR ASSE 21 T 348 15 17 099 – leo@ener-tec.it

70


TIROLER SPARKASSE

Sicher investieren Einlagensicherung, Anlegerentschädigung und Haftungsverbund machen Kapitalinvestitionen bei österreichischen Banken besonders sicher. „Einlagen bei der Tiroler Sparkasse sind sicher. Dafür sorgen sowohl die gesetzliche Einlagensicherung und Anlegerentschädigung als auch die Gewährleistung durch den Haftungsverbund von Erste Bank und der Sparkassen“, erklärt Roberto Simoni, Leiter des Vetriebs Italien der Tiroler Sparkasse

Gesetzliche Einlagensicherung. Seit Jänner 2010 gilt in Österreich nämlich eine gesetzliche Einlagensicherung, mit der die Auszahlung des bei einer österreichischen Bank einliegenden Geldes von natürlichen Personen bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro garantiert wird. Damit sind Kapital und Zinsen auf Girokonto, Sparbuch, Profitkonto und Bausparkonto je Bank und natürliche Person bis zu einem Gesamtbetrag von bis zu 100.000 Euro geschützt. Einlagen nichtnatürlicher Personen sind pro Einleger und pro Bank hingegen mit einem Höchstbetrag von 100.000 Euro gesichert.

Gesetzliche Anlegerentschädigung. Die gesetzliche Anlegerent-

schädigung sichert Forderungen von Kunden gegenüber einer Bank ab, die sich aus Dienstleistungen in Bezug auf Wertpapiere ergeben können. Dies umfasst jene Fälle, in denen die Bank Gelder aus Wertpapiertransaktionen wie zum Beispiel Dividendenzahlungen auf unverzinste Konten gutschreibt und nicht mehr auszahlen kann oder Wertpapiere nicht mehr zurückgegeben werden können. Natürliche Personen erhalten auf diesbezügliche Forderungen Entschädigungen bis maximal 20.000 Euro, juristische Personen oder Personengesellschaften hingegen 90 Prozent ihrer Forderung, höchstens jedoch 20.000 Euro. Der Schutz der gesetzlichen Anlegerentschädigung steht dem Kunden zusätzlich zur Einlagensicherung zu.

Roberto Simoni, Leiter Vertrieb Italien der Tiroler Sparkasse in Innsbruck „Einlagensicherung und Anlegerentschädigung schützen Kunden in jenen Fällen, in denen sie ihr Vermögen von der Bank nicht mehr ausbezahlt bekommen, weil über das Kreditinstitut der Konkurs eröffnet, die Geschäftsaufsicht verhängt oder eine behördliche Zahlungseinstellung verfügt wurde“, erläutert Roberto Simoni.

Sicherheit durch Haftungsverbund. Österreichische Kreditinsti-

tute sind gesetzlich verpflichtet, einer Sicherungseinrichtung anzugehören. Für Erste Bank und die österreichischen Sparkassen ist das die Sparkassen-HaftungsAktiengesellschaft. „Um Kunden bessere Finanzleistungen und besseren Schutz bieten zu können, haben die Erste Bank und die Sparkassen einen Haftungsverbund gegründet“, so Simoni, „dieser bildet in Krisenzeiten ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Die Sparkassen im Haftungsverbund haften wechselseitig für die Auszahlung von Kundeneinlagen bis zu 100 Prozent. Der Haftungsverbund sichert dabei währungsunabhängig sowohl Einlagen als auch Wertpapiere.“ 71


Geld sparen durch Heizungsoptimierung Die Komponenten vieler Heizungsanlagen sind oftmals nicht optimal aufeinander abgestimmt. Eine Heizungsoptimierung bringt nicht nur mehr Komfort, sondern auch eine große Ersparnis bei den Heizkosten. In vielen Heizungsanlagen ist eine optimale Zusammenarbeit der verschiedenen Einzelkomponenten nicht gegeben. Nicht vorein-

Extra

Heizung & Energie

HERMAN HEIZTECHNIK KG

gestellte Thermostatventile, zu große Heizungsumwälzpumpen, schlecht isolierte Rohrleitungen und falsch eingestellte Regelungen

führen zu Wärmeverlusten und einem erhöhten Energiebedarf. Hier schlummert ein enormes Einsparpotenzial.

Auf die Einstellung kommt es an. Ein entscheidender Schritt zur

Optimierung der Heizungsanlage ist der hydraulische Abgleich in Verbindung mit der Anpassung von Pumpe, Armaturen und Regelung. Dieser sorgt für eine optimale Verteilung der erforderlichen Heizwassermenge und die richtige Einstellung der Heizungsanlage: Die von den Heizkörpern benötigte Wassermenge wird dabei mit der Wärmeleistung abgestimmt, die nötig ist, um die Wohnräume komfortabel zu beheizen. Fehlt diese Abstimmung, wird mehr Energie verbraucht als nötig. Gleichzeitig vermindert sich der Heizkomfort.

Wenig Aufwand, große Ersparnis. Eine optimierte Einstellung Ihr Fachbetrieb mit einem Service, der begeistert: • Sanitär- und Heizungsinstallationen • Badeinrichtung und -sanierung • Kontrollierte Wohnraumlüftung • Pellets- und Hackschnitzelanlagen • Solaranlagen • Wärmepumpen • schneller Reparatur- und Kundendienst • hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage Wir sind gerne für Sie da. 39040 Vahrn - Vahrner-See-Weg 17 Tel. 0472 83 15 03 - Fax 0472 83 21 17 E-mail: info@herman-heiztechnik.it

! n e z t u n ll o v n n i s ie En e rg 72

der Heizung ist eine Energiesparmaßnahme, die sich mit wenig Aufwand schnell bezahlt macht. Darüber hinaus bringt sie höheren Komfort und eine geringere Umweltbelastung. Für einen optimalen Abgleich sollte man sich jedoch an einen Fachmann wenden. Wer dies jetzt noch macht, spart von Beginn der Heizsaison an bares Geld. Herman Heiztechnik in Vahrn und Sterzing bietet neben der Heizungsinstallation auch den hydraulischen Abgleich bestehender Heizungsanlagen an.


KRAUS GMBH / ECOSOLARIS GMBH

Ein versiertes Zweigespann Die Unternehmen Kraus GmbH und ecosolaris GmbH bieten Hochbau, energetische Gebäudesanierung und Photovoltaik aus einer Hand und punkten in Sachen Qualität und Kundenzufriedenheit. Das Bauunternehmen Kraus und der Photovoltaik-Spezialist ecosolaris überzeugen mit einem kompletten Leistungsspektrum im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren – von der Beratung und Planung über Projektierung und Bau bis hin zu Wartung und Service. Am gemeinsamen Firmensitz in Sterzing erhält man alles aus einer Hand – und alles unter einem Dach.

Energieeffizienz überzeugt mit vielen Vorteilen. Eine energie-

effiziente Bauweise oder Sanierung minimiert nicht nur den Energiebedarf eines Gebäudes, sondern steigert auch die Wohnqualität sowie den Wert einer Immobilie. Eine Photovoltaikanlage schont die Umwelt, macht ein Gebäude rentabel und dessen Eigentümer unabhängig von fossilen Energieträgern und steigenden Preisen. Dies alles aus einer Hand mit einheimischem Personal aus dem Raum Brixen und Sterzing findet der Bauherr beim

Bauunternehmen Kraus und dem Photovoltaik-Spezialisten ecosolaris, der südtirolweit im vergangenen Jahr über 3.000 Kilowatt-peak (kWp) an Photovoltaikleistung installiert hat.

Vielseitig versiert. Das breit ge-

fächerte Betätigungsfeld der Baufirma Kraus reicht vom Wohn- und Gewerbebau über die Errichtung von öffentlichen Gebäuden, Büro- und Geschäftshäusern sowie Bankgebäuden bis hin zum Bau schlüsselfertiger Einheiten. Eine 60-jährige Erfahrung des im Jahre 1950 von Geometer Erich Kraus gegründeten Unternehmens und dessen fortwährende Modernisierung garantieren für handwerkliche Qualität auf dem neuesten Stand der Technik unter Verwendung hochwertiger, den jeweiligen Anforderungen entsprechender Materialien. Ein Spezialgebiet des ISO-zertifizierten Unternehmens ist die Altbausanierung, insbesondere die Sanierung denkmalgeschützter Bauten.

Man findet die Baufirma Kraus deshalb auch in der Liste des Südtiroler Landesdenkmalamtes zu diesbezüglich qualifizierten Unternehmen.

Damit sich Photovoltaik auch wirklich rechnet. Den

Photovoltaik-Bereich deckt ecosolaris ab. Bei derzeit weit mehr als 1.000 verschiedenen PV-Modulen auf dem Markt bedarf es eines Partners des Vertrauens, der verlässliche Ertragsprognosen erstellt, dem Kunden in Fragen der Finanzierung und steuerlicher Belange zur Seite steht, Anlagen den individuellen Bedürfnissen gemäß projektiert und fachgerecht montiert sowie deren Wartung und Überwachung anbietet und so tatsächlich eine zukunfts-

 Hochbau  Klimahaus  Altbausanierung  Sanierung denkmalgeschützter Gebäude  Energetische Gebäudesanierung

www.graphic-kraus.it

 Edilizia civile  Casa Clima  Ristrutturazioni  Risanamento di edifici sotto tutela artistica  Risanamento energetico

Bauunternehmen Impresa costruzioni KRAUS GmbH s.r.l.

Mehrfamilienhaus in Sterzing: Energetische Gebäudesanierung nach Klimahaus-Standard und Wärmedämmung, kombiniert mit einer Photovoltaikanlage

Für die Plose Ski AG in Brixen wurde eine 200-kWp-Anlage realisiert, die seit August in Betrieb ist sichere, rentable und saubere Stromerzeugung aus Sonnenenergie ermöglicht.

Regenerative Energie PHOTOVOLTAIK Energia rinnovabile FOTOVOLTAICO

Projektierung & Installation Sanierung von Asbestdächern Wartung & Reinigung von PV-Anlagen Errichtung von Inselanlagen Photovoltaik-Alarmanlagen Elektromobilität: E-Bike & E-Roller

     

Progettazione & installazione  Risanamento delle coperture in cemento amianto  Manutenzione & pulizia di impianti fotovoltaici  Sistemi isolati privi di infrastrutture  Impianti d’alarme  Mobilità elettrica:  biciclette & moto elettriche

Sterzing - Vipiteno Brennerstraße 13 via Brennero Tel. 0472 765 229 www.krausbau.it | ecosolaris

Tel. 0472 760 250 www.ecosolaris.it

73


Impressum rasch zurücktrat und gleichzeitig Maria Rafreider dem Täter von der Seite in den Arm fiel. Maraia wurde zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info

Diebstähle Dienstag, 10. Oktober 1911

Oktober 1911

Eröffnung des KinematographenTheaters Dienstag, 3. Oktober 1911 Gestern, Sonntag, fand in dem von Herrn Rubicek neuerbauten Hause in der Erzherzog-EugenStraße die Eröffnung des Kinematographen statt. Schon lange vor 2 Uhr stand die Brixener Jugend auf der Straße und

Sport Ein wirklich interessantes Fußballwettspiel fand vor einer großen Zuschauermenge gestern in der Kachlerau statt: Sechsermannschaft des Kolpingturnerbundes contra Sechsermannschaft des Gymnasiums. Die Sechsermannschaft des Gymnasiums erwies sich als gut eingespielt und behauptet das Feld mit 3:1 Gool. Den Wettkampf zeichnete faires Spielen aus.

Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info

Erpressung

Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Willi Aricochi (wa) Anton Rainer (ar) Anina Vontavon (av) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annina Ramoser (ara) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Julia Kaufmann (jk) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. November 2011 Nächster Redaktionsschluss: 6. November 2011 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 74

In letzter Zeit waren der Gendarmerie wiederholt Anzeigen über erfolgte Diebstähle zur Anzeige gebracht worden, ohne daß es gelang, die Täter zu erwischen. Am Samstag nachmittags hatte ein 18-jähriges Mädchen einer hier ansässigen Frau eine Uhr gestohlen. Die Diebin, welche flüchten wollte, wurde vom Gendarm eingeholt und festgehalten. Es wurde festgestellt, daß dieses Mädchen eine Komplicin hatte, mit welcher es gemeinsam Diebstähle in der Stadt und der Umgebung unternommen hatte. Beide Mädchen gehören einer herumwandernden Karnertruppe an.

Dienstag, 24. Oktober 1911

begehrte sehnsüchtig Einlaß. Der große, geräumige Saal war fast während des ganzen Nachmittags voll besetzt. Die Einteilung der Plätze ist als glücklich zu bezeichnen; auch wurden die billigen Eintrittspreise freudig begrüßt. Wir glauben, daß Herr Rubicek mit den Eintrittspreisen einen guten Besuch erwarten kann. Etwas störend wirkt noch die Eingangstüre. Wir würden vorschlagen, daß Herr Rubicek hier einen Vorhang anbringen würde. Auch wäre die Belegung des Bodens mit Teppichen erwünscht, um unnützes Geräusch zu vermeiden. Der Saal selbst und die sonstige Einrichtung machen einen guten, gediegenen Eindruck, was besonders von der Bemalung der Wände zu betonen ist. Das Programm war gut. Äußerst spannende Bilder wechseln mit humoristischen ab. Der Besuch kann jedem empfohlen werden.

Verurteilung Donnerstag, 5. Oktober 1911 Am 19. August abends entließ der Tischlermeister Johann Rafreider in Brixen den bei ihm bis dahin in Diensten gestandenen Gehilfen Angelo Maraia aus Verona, übergab ihm das Arbeitsbuch und ließ ihm durch seine Tochter Maria Rafreider den Lohn auszahlen. Maraia erklärte aufgebracht, die Kündigung nicht anzunehmen, warf das Arbeitsbuch zu Boden und schlug auf den Tisch, weshalb Rafreider mit der Polizei drohte, falls er sich nicht entferne. Nun zog der Beschuldigte aus seiner Rocktasche ein breites, scharfgeschliffenes Stemmeisen heraus, riß die schützende Holzschale weg und führte, gegen Rafreider rasch vortretend, mit großer Wucht und Schnelligkeit einen Stoß gegen dessen Unterleib, welchem Rafreider nur dadurch entging, daß er, diese Bewegung rechtzeitig bemerkend,

Ein junger hiesiger Bursche hat schon mehreremale an einer hier wohnhaften angesehenen Persönlichkeit Erpressungsversuche unternommen. Gestern hat der Bursche neuerdings versucht, seinem Opfer 40 Kronen herauszulocken. Er wollte diese postlagernd beheben. Die Gendarmerie, die auf das Treiben dieses Burschen aufmerksam gemacht wurde, nahm den Erpresser in dem Momente fest, als er sich am Postamte nach der erhofften Sendung erkundigen wollte; er wurde dem Bezirksgerichte überstellt.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


www.volkswagen-veicolicommerciali.it

BERNI

Leistungsstarke TDI-Motoren für Ausnahmesituationen: Ihren Alltag.

Extrem kraftvoll: Die neuen Common-Rail-TDI-Motoren mit dem höchsten Drehmoment beim geringstem Verbrauch seiner Klasse. Wer Großes leistet, braucht große Leistung. Deshalb haben wir den neuen Crafter mit neuen TDI-Motoren ausgestattet, die dank BiTurbo Technologie ein wesentlich höheres Drehmoment auf die Straße bringen. BlueMotion Technology mit Motor-Start-Stopp und Energiemanagement sorgen dabei für einen Kraftstoffverbrauch ab nur 7,6l/100km*.Noch ein Leistungsplus: Die kostenlose Anschlußgarantie** für das dritte Betriebsjahr bei vollem Leistungsumfang (bis max. 250.000 km). Zuverlässigkeit? Beim neuen Crafter ganz alltäglich.

Der neue Crafter. Gebaut für die extremsten Jobs.

Nutzfahrzeuge

Auto Brenner

BRIXEN • Bahnhofstraße 32 • Tel. 0472 971111

Auto Brenner Camper & Van Equipment Exclusiv Partner für Südtirol

BOZEN • Lanciastraße 3 • Tel. 0471 201111

* Daten bezogen auf Crafter 2.0 BiTDI BlueMotion Technology 120 kW (kombinierter Verbrauchszyklus). ** Garantie-Info: www.volkswagen-veicolicommerciali.it Das abgebildete Fahrzeug ist mit aufpreispflichtigem Zubehör ausgestattet. Volkswagen Nutzfahrzeuge empfiehlt

.


ESPACE VITAL SPACES FOR LIFE IL LUOGO

FOR LIFE IL LUOGO DEI TUOI SOGNI SPACES FOR LIFE

ESPACE VI

SCHABS

Neuwertige Haushälfte in massiver Holzbauweise, ruhige Südlage, mit Garten, Keller und Doppelgarage, in zentraler Dorflage. Verkauf nur an Kunden mit Wohnsitz oder Arbeitsplatz in der Gemeinde Natz/Schabs möglich.

T 0472 201250

E INFO@SADER.IT

SADER.IT


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Brixner 261 - Oktober 2011 by Brixmedia GmbH - Issuu