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Trends & Wirtschaft
Jahrgang 30 · Dezember 2019
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Schauspielerin Margot Mayrhofer im Portrait
„Manchmal wachsen einem Flügel“ MARIAHILF IN ZINGGEN: Restaurierungsarbeiten beendet KULTUR: Bildhauer Karl Grasser – Sonderausstellung in der Hofburg SENIORENSPORT: Alfred Dissertori und Stephan Dejaco im Interview WIRTSCHAFTSSTANDORT EISACKTAL: Initiative „InnoValley Eisacktal“
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Editorial
Politik & Gesellschaft 04 | MARIAHILF IN ZINGGEN: Erfolgreich restauriert 06 | Toni Pizzecco: Im digitalen Chaos 13 | AVULSS: Lächeln schenken und zuhören
>>> 04
2020
Menschen & Meinungen >>> 23 23 | PORTRAIT: Margot Mayrhofer 27 | Pro & Contra: Belastet Elektromobilität die Umwelt? 28 | Umfrage: E-Qualm, kleineres Übel? Kunst & Kultur 30 | KARL GRASSER: „Aus tiefem, tiefem Herzen“ 32 | Musik: Dreifacher Konzertgenuss 33 | Film: Über allen Gipfeln ist Ruh‘ 34 | Theater: Angst essen Seele auf 35 | In Memoriam: Willi Seebacher
>>> 30
Veranstaltungen 43 | TIMER: Jänner 2020
>>> 43
Freizeit & Sport 48 | SENIORENSPORT: Fit bis ins hohe Alter 52 | Handball: Ein Spitzenderby 55 | Wintersport: Kinderparadies Plose
>>> 48
Wirtschaft & Umwelt >>> 58 58 | INNOVALLEY EISACKTAL: Interview mit Michael Reifer 62 | Brixen: Neue Lösung für den Auwald Extra 67 | Trends & Wirtschaft NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP
>>> 67
Das Leben ist kompliziert geworden. Die Welt verändert sich in rasendem Tempo, das Internet hat unsere Verhaltensweisen verändert, die Smartphones sowieso – von der Politik ganz zu schweigen, denn dass Typen wie Donald Trump oder Boris Johnson demokratische Wahlen gewinnen können, würde für die Überzeugung schon ausreichen, dass die Welt ganz sicher bald untergehe. Und über allem pendelt der Klimawandel als scharfe Klinge, die sich in schwingenden Bewegungen immer weiter auf die Menschheit herabzusenken scheint, und viele haben das Gefühl, sie könnten den Geruch ihres Stahls bereits riechen. Überall hocken die Schwarzmaler und tauschen ihre Versionen vom Weltuntergang aus, vor allem im Internet. Überall kriselt es, und außer den Populisten scheint niemand eine Antwort auf diese Ratlosigkeit zu haben. So, das sind die Rahmenbedingungen, unter denen wir die zwanziger Jahre beginnen sollen. Dabei dürfen wir nicht vergessen: Die Zukunft hat man immer schon schlechtgeredet, und heute ist die gute alte Zeit von morgen, wie Karl Valentin schon sagte. Die Welt hat sich immer schon verändert, sonst würden wir heute noch in Höhlen leben, Zeichen auf die Wände kritzeln und an einer Grippe sterben. Ein Höhlenmensch, der durch eine Zeitreise im Jahr 2020 landen würde, würde mit großer Wahrscheinlichkeit für unsere Zukunftssorgen nur ein müdes Lächeln übrighaben. Ich will jetzt nicht die Herausforderungen kleinreden, die auf uns alle im nächsten Jahrzehnt zukommen, aber genau sie braucht es, damit Kräfte aktiviert werden, um uns weiterzuentwickeln. In Schockstarre zu verharren, ist keine Lösung, und es gibt auch keinen Grund dazu, denn jede Veränderung birgt Risiken, aber noch mehr Chancen. Und diese Chancen kann man nicht ergreifen, solange man im eigenen Selbstmitleid suhlt. Mit Zuversicht packen wir auch das kommende Jahrzehnt, und es wird noch besser werden als das letzte. Wetten, dass? Ihr Willy Vontavon
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Politik & Gesellschaft
WALLFAHRTSKIRCHE MARIAHILF IN ZINGGEN
Erfolgreiche Restaurierung W
ie schon beim Wallfahrtskirchlein Freienbühl, beginnt auch hier die Geschichte mit zwei Legenden, in deren Mittelpunkt der Mühlenbesitzer Philipp Ohringer und zwei Statuen stehen, die die Mater Dolorosa und den Schmerzensmann zeigen. Angeblich hatte Ohringer diese im Eisack gefunden. Für deren Unterbringung ließ er eine kleine hölzerne Kapelle anfertigen. Bald wurde die Kapelle Ziel vieler Wallfahrer, sodass der Mühlenbesitzer mit Erlaubnis der kirchlichen Behörden Spenden für den Bau einer Kirche sammeln durfte. Nach vier Jahren Bauzeit wurde sie am 20. Oktober 1658 von Weihbischof Jesse Perkhofer eingeweiht. „Die Kirche sollte gelten als Dankeszeugnis des Brixner Reichsfürstentums an die Mutter Gottes für den Schutz im Dreißigjährigen Krieg“, schrieb Heinrich Waschgler in seiner Geschichte anlässlich der Dreihundertjahrfeier. Inzwischen sind über 360 Jahre vergangen. Durch Überschwemmungen in den Jahren 1757, 1882 und 1966 wurde das Kirchlein arg in Mitleidenschaft gezogen. Die letzte große Sanierung war 1910 durchgeführt worden. Drei Jahre später wurde im Auftrag der Pfarrei das Dach saniert, da mehrmals Platten auf die Straße heruntergefallen waren. Dass viele Wallfahrer aus Dankbarkeit für die Hilfe durch die Muttergottes wertvolle Schmuckstücke spendeten, wurde bald bekannt − auch bei Dieben und Einbrechern. So gab es bereits im 18. Jahrhundert Diebstähle und Plündereien. Der letzte große Diebstahl geht auf den Herbst 1980 zurück. Schließlich sahen sich die Verantwortlichen ge-
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zwungen, wertvolle Votivtafeln in Sicherheit zu bringen.
Mit Entschlossenheit und Tatkraft. Dass es um das Wall-
fahrtskirchlein schlecht bestellt war, war letzthin nicht zu übersehen. So mancher Kranebitter war betrübt darüber – wie zum Beispiel Hermann Thaler vom Gasthof „Sunnegg“. Er wollte nicht länger zusehen, sondern handeln. Bereits im Herbst 2017 kontaktierte er Robert Recla vom Brixner Geschichtsverein und andere Freunde und Bekannte. Schließlich wurde am 7. Februar 2018 ein Komitee gegründet, das die Sanierung ernsthaft, energisch und erfolgreich vorantrieb. Es besteht neben Hermann Thaler und Robert Recla aus Franz Berretta, Norbert Nössing, dem Pfarrer Alois Flarer und Matthias Falk. Letzterer, er ist der Jüngste der engagierten Gruppe, übernahm den Vorsitz.
Schritt für Schritt. Im Februar
2018 wurden die auszuführenden Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten erhoben und geplant. Dafür mussten Genehmigungen vonseiten der Kurie, des Landesdenkmalamtes und anderer öffentlicher Gremien eingeholt und Kostenvoranschläge sowie Machbarkeitsstudien erstellt werden. Vier Monate später wurden die Arbeiten vergeben – und zwar ausschließlich an Firmen aus Brixen und Vahrn. Bereits im Sommer des Vorjahres wurde mit dem Aushub für die Drainage zur notwendigen Trockenlegung der Außenmauern begonnen. Weiter ging es im Herbst mit den Maurerarbeiten im Innenraum der Kirche, mit dem
Verputzen und Ausbessern der Wände und mit dem Erneuern der Elektroanlage. Im Frühjahr wurde die Drainage fertiggestellt und die Tischlerarbeiten ausgeführt. Auch die anstehenden Arbeiten am Boden und die Restaurierung der Figuren wurden in die Wege geleitet. Beim Aushub des Kirchenbodens stieß man auf archäologische Funde; zum Beispiel auf eine Grabstätte. Es handelt sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um den Brixner Dombenefiziaten Georg Stier von und zu Neidheimb. Unter dem Altarraum musste die Krypta freigelegt werden. Um künftig Energie zu sparen, verlegte man die Heizung in den Boden. Es folgten die Verlegung des Kirchenbodens und die Restaurierung der Innenkirche mit ihren Fresken und Altären sowie der Sakristei. Die Restaurierungsarbeiten hatte Lars Cimadom gemeinsam mit seinem Vater übernommen. Zunächst galt es, die Fresken im Gewölbe vom Ruß zu reinigen und die Statuen und Bilder in die Werkstatt zu bringen, wo sie von Verunreinigungen befreit, ausgebessert und mit Pigmentfarben retuschiert wurden. „Die Arbeit an den Deckenfresken hat mir besonders Freude bereitet“, erzählt Cimadom. Besonders erfreut zeigen sich die Mitglieder des Komitees über die erfolgreiche Sanierung der Orgel, von der Experten eigentlich abgeraten hatten. Die Orgel funktioniert nun wieder bestens. Nach Fertigstellung der Arbeiten musste die Kirche für die Einweihungsfeier vorbereitet werden. Dabei packten die Mitglieder des Komitees samt Ehefrauen
selbst an, um die Kirche bei der Einweihungsfeier ins beste Licht zu rücken. Kleinere Arbeiten sind im Frühjahr noch zu erledigen, so einige Ausbesserungen im Außenbereich und die Restaurierung der Bänke.
„O Maria, hilf!“. Ab nun öffnet der
Messner Ferdinand Fleckinger die südliche Seitentür täglich gegen 7:30 Uhr; bei Einbruch der Dunkelheit gegen 17:30 Uhr wird sie wieder abgeschlossen. Wer die restaurierte Kirche heute betritt, dem fällt als erstes der barocke Hochaltar mit dem Gnadenbild der Muttergottes auf. Es ist eine der zahlreichen Kopien des deutschen Malers Lucas Cranach der Ältere; das Original befindet sich im Innsbrucker Dom. Auch der Hochaltar musste zunächst von den Übermalungen bei der letzten Restaurierung befreit und dann wieder retuschiert werden. Dann wurden die Vergoldungen gereinigt und wiederum vergoldet.
Die Kosten für die Restaurierung. Insgesamt mussten für all
Arbeiten 380.000 Euro aufgebracht werden. Das Landesdenkmalamt hat rund 40 Prozent der Kosten übernommen; der Rest kam von der Gemeinde Brixen, der Pfarrei, der Stiftung Sparkasse, der Südtiroler Volksbank und der Raiffeisenkasse Eisacktal sowie einigen Brixner Firmen. Unverzichtbar waren und sind auch die Spenden, die von Privatpersonen kamen. Dafür möchte sich das Komitee herzlich bedanken.
johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Fotos: Oskar Zingerle
Zahlreiche Gläubige feierten Ende November mit Bischof Ivo Muser, Dekan Albert Pixner und Rektor Alois Flarer das Ende der Restaurierungsarbeiten an der Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ in Zinggen. Ab Jänner wird samstags um 8 Uhr wieder ein Gottesdienst gefeiert.
DIE WALLFAHRTSKIRCHE ERSTRAHLT IM NEUEN GLANZ: Vom Ruß gereinigt, die Bilder und Fresken restauriert und mit Pigmentfarbe retuschiert, die Vergoldungen erneut vergoldet
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Politik & Gesellschaft
SÜDTIROL
Im digitalen Chaos In seinem Buch „Mensch bleiben im digitalen Chaos“ taucht Toni Pizzecco ein in die Welt der sozialen Netzwerke und beleuchtet als Arzt die daraus resultierenden physischen und psychischen Belastungen, mit der besonders die heutige Jugend – meist unbewusst – nicht mehr zurechtkommt. Der „Brixner“ bringt einen Ausschnitt aus dem Buch, das nicht nur die Probleme aufzeigt, sondern auch die möglichen Wege aus dem „digitalen Chaos“.
I
ch gebe zu, ich war innerlich sehr aufgewühlt, als ich mich eines Abends hinsetzte und die Geschichte von Maria niederschrieb. Es war die Wut, die mich antrieb. Ich wollte Marias Drama festhalten und das Problem der übermäßigen Nutzung und der Abhängigkeit der Jugend von den digitalen Endgeräten in Angriff nehmen. Es war der Weg, meine Traurigkeit und Erschütterung zu bewältigen. Es war eine Möglichkeit, andere Familien auf aktuelle Gefahren aufmerksam zu machen. Denn was ich beim Fall von Maria gelernt habe, ist, dass wir alle unvorbereitet den Problemen gegenüberstehen, die die Digitalisierung mit sich gebracht hat. Ich möchte niemanden belehren oder mich als großer Experte
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aufspielen. Dieses Buch ist die Reise eines Arztes und Vaters, geboren in der Generation der Babyboomer, der in einer Zeit der großen Verunsicherung auf Zehenspitzen versucht, die Welt der heutigen Jugend zu betreten. Dabei sind viel Schmerz und Ratlosigkeit in mir hochgekommen, aber auch viel Liebe und Hoffnung. Es ist für uns alle eine Zeit der überwältigenden Veränderungen, und wir können nicht nur zuschauen. Eltern und Kinder müssen zusammen die digitale Welt mit ihren Schattenseiten erforschen, wenn sie nicht von ihr mitgerissen werden wollen. Seit vierzig Jahren versuche ich als Arzt, den Leuten Mut zu machen. Wie ich es mache und ob es mir gelingt, hängt von vielen Dingen ab: von meiner Verfas-
sung, von der des Patienten, von dem, was die Medizin dazu sagt und am Ende von dem, was mir mein Herz sagt. Diese Arbeit hat mir immer schon Freude bereitet. In den letzten Jahren ist mein Job jedoch immer komplizierter und anstrengender geworden. Die Feinde unserer Gesundheit, die ich als Arzt kennengelernt habe und erfolgreich bekämpfen sollte, haben neue Gesichter bekommen. Die moderne Zeit hat neue „Schädlinge“ in unsere Häuser gebracht. Sie haben sich vermehrt und neue Formen angenommen. Während meines Studiums war von diesen „Schädlingen“ noch nichts zu hören. Man kannte zwar Bakterien und ähnliche Wesen, die unseren Körper angreifen und Krankheiten auslösen konnten, man kannte Schadstoffe und Gifte,
vor denen man sich hüten musste. Man lernte, woher sie kamen, die Gefahren, die sie mit sich brachten und wie man sich vor ihnen schützen konnte. Die letzten 25 Jahren haben viele Veränderungen mit sich gebracht, darunter das digitale Zeitalter, das uns mit neuen Herausforderungen überrumpelt und unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Die neuen Sitten der digitalen Welt begleiten unseren Alltag und haben uns unbemerkt zu Versuchskaninchen gemacht. Ein Lebensstil, den wir nicht kennen und vor dem wir uns nicht schützen können, klopft an unsere Haustür. Begriffe wie Facebook, YouTube, Twitter, Tinder, WhatsApp, Snapchat und Instagram haben sich langsam in unsere Welt eingeschlichen und sich wie
ein Virus im Wesen der Menschen eingenistet. Das Ungeziefer ist inzwischen so weit verbreitet, dass wir seine Anwesenheit gar nicht mehr wahrnehmen. Stillschweigend werden wir infiziert und lassen regungslos den Überfall auf uns und unsere Kinder zu. Körper und Geist leiden darunter, doch das kümmert scheinbar nur Wenige. Die Gesellschaft tut sich schwer, das Problem und dessen Ursachen zu identifizieren. Man kennt den Aufbau und die Hintergründe des Systems zu wenig. Man sieht nur die Folgen und ist als Eltern und Erzieher ratlos. Es ist eine stille Revolution, die auch ich täglich in meiner Praxis erlebe, eine Revolution von solch gewaltigem Ausmaß, dass man sie als Arzt kaum ignorieren kann. Es steht vieles auf dem Spiel, wenn der Geist und die Struktur einer Gesellschaft ins Wanken geraten sind und keiner sich ernsthaft dagegen wehrt. Wir müssen anfangen, zu hinterfragen und Antworten zu verlangen. Das Überleben in der digitalen Zeit ist schon lange nicht mehr nur ein Problem der oberen Schicht, der hochvernetzten Wirtschaft und der Finanzwelt. Inzwischen ist die digitale Revolution von den Großstädten in die Peripherie und in jedes Seitental, bis zum letzten Bergbauernhof vorgedrungen. Wenn ich „vorgedrungen“ sage, dann meine ich, dass die meisten von uns inzwischen täglich mehrere Stunden vor einem Bildschirm sitzen, vom Bewohner des städtischen Seniorenheimes bis zu
seinem vierjährigen Enkel, von der Bergbäuerin auf dem hintersten Hof bis zum Fischermann auf hoher See, vom Familienvater bis zur Hausfrau, vom Schulkind bis zum Studenten. Eine Angewohnheit, die unser Dasein verändert hat. Wie gut unser Körper die ständige Alarmbereitschaft verkraften kann, zeigen die vollen Wartezimmer der Arztpraxen und der steigende Verbrauch an Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten und Psychopharmaka. Wie es so weit kommen konnte, versuche ich in diesem Buch zu erörtern. Denn die digitale Realität ist eine Welt für sich, die man kennen muss.
Der Fall von Maria. Maria ist 16
Jahre alt. Sie lebt in einem kleinen Dorf und geht dort zur Schule. Ich kenne sie von klein auf und habe sie heranwachsen gesehen. Ich kenne ihre Eltern, ihre Geschwister, ihre Großeltern und ihre Cousinen. Marias Familie gehört der Mittelschicht an. Der Vater ist Angestellter, die Mutter Lehrerin. Als Hausarzt nach dreißig Jahren im Dorf kennt man die Familien inund auswendig. Marias Familie habe ich immer als „pflegeleicht“ eingestuft: Ein bodenständiger Vater und eine Mutter mit gesundem Hausverstand haben die Familie geprägt und ihr eine positive Lebenseinstellung vermittelt. Das Ganze spiegelt sich im Charakter der drei Kinder wider, die lustig und lebensfroh sind. Vor nicht allzu langer Zeit erscheint die Mutter in meiner
info Mensch bleiben im digitalen Chaos Die digitale Ära hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Soziale Medien wie Facebook, YouTube und Instagram haben sich langsam in unsere Welt geschlichen und wie ein Virus im Wesen der Menschen eingenistet. Welche Auswirkungen das ständige Vernetztsein und das Idealisieren einer virtuellen Welt auf Körper, Geist und vor allem das Gemüt haben, ist wenigen bewusst. Im „Mensch bleiben im digitalen Chaos“ (Athesia-Tappeiner Verlag) erforscht Toni Pizzecco die Entwicklung des digitalen Zeitalters und erläutert Hintergründe der sozialen Netzwerke. Als Mediziner berichtet der Autor über die daraus resultierenden physischen und psychischen Belastungen, die besonders die heutige Jugend beeinträchtigen. Er gibt Anweisungen, wie man sich und seine Kinder vor einem Zuviel an Digitalisierung schützen kann, ohne als Weltfremder in der modernen Zeit unterzugehen.
Praxis. Es geht um die jüngste Tochter, die einst sonnige und lebensfrohe Maria, die immer offen und wohlauf, heiter und weltoffen war, die Bewegung in ihre Familie und ihren Freundeskreis gebracht hat. Die Mutter erzählt, dass ihre Tochter sich seit einigen Monaten komisch verhält: Sie verkriecht sich mit dem Smartphone in ihrem Zimmer und ist meist ruhig und wortkarg. Wenn sie etwas sagt, dann sind es meistens Klagen gegen die Schule und die Lehrer, Kritik an ihren Kollegen und Bekannten. Maria lacht nur noch
selten und nimmt nicht einmal mehr die Geige zur Hand, obwohl Musik eigentlich immer ihr Lieblingshobby war. Die Mutter bemerkt, dass sie mit Ausdrücken wie „Loser“, „gestört“, „behindert“, „Goaner“, „Stoller“ und Ähnlichem Menschen abstempelt und in der Familie immer öfter mit Kritik und negativen Kommentaren auffällt. Es gibt Momente, in denen sie plötzlich in Tränen ausbricht und klagt, sie fühle sich alleine, habe keine Freunde und führe ein wertloses Leben. Ein paar Wochen später kommt die Mutter wieder zu mir und
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erzählt besorgt, dass Maria seit Tagen nur mehr im Bett liegt, heult und sich vor Verzweiflung windet. Sie will nicht mehr zur Schule gehen, sie will weder essen noch aufstehen. Weil ich in den Augen der Mutter den Schmerz und die Ratlosigkeit sehe, beschließe ich, einen Hausbesuch zu machen. Im Dorf ist der Hausarzt immer noch die erste Anlaufstelle für jedes Problem. Als ich am späten Nachmittag das Haus betrete, kommen mir der Vater und der ältere Bruder mit traurigem Blick entgegen. Ich sehe die Sorge in ihren Augen. Maria selbst liegt im Bett ihres verdunkelten Zimmers und versteckt sich unter der Decke. „Hallo Maria, der Doktor ist da“, sagt die Mutter leise. Ich setze mich ans Bett und knipse die Nachttischlampe an. Maria dreht sich zu mir. Ich erkenne sie kaum wieder. Vor mir keine Spur vom einst lächelnden Sonnenkind. Die Augen sind rot und angeschwollen, die Haare verklebt und der Gesichtsausdruck verkrampft. Ich gebe ihr die Hand zur Begrüßung und frage sie, wie es ihr geht. Maria öffnet die Augen, dann verschwimmen sie hinter Tränen. „Ich pack es nicht mehr, ich will nicht mehr, ich will sterben!“
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Geschichte weitergeht, ist schnell erzählt: Maria fällt in eine tiefe Depression, weint bitterlich stundenlang bei Tag und bei Nacht. Wenn sie spricht, schluchzt sie, dass sie Angst habe. Angst, es nicht mehr zu schaffen, Angst vor der Schule, Angst vor den Kollegen und selbst vor ihren besten Freunden, Angst vor dem Leben. Sie spüre, dass sie ein ganz anderer Mensch geworden sei. Sie habe etwas, das im Inneren schmerzt und drückt. Vater, Mutter, Bruder und Schwester, alle sind bedrückt
und leiden mit ihr. Dauernd sitzen sie an ihrem Bett, umarmen und streicheln sie, sprechen ihr Mut zu, massieren ihr Hände und Rücken. Manchmal weinen sie mit ihr. In der Nacht schläft sie bei der Mutter im Ehebett. Bei Tisch stochert sie lustlos im Essen herum. Nun macht sich auch in mir Ratlosigkeit breit. Die Lage verschärft sich, Maria geht nicht mehr zur Schule. Jeder Tag ist ein Albtraum, der alle mitreißt. Bei meinen Hausbesuchen versuche ich mit Maria zu reden, um ihre plötzliche Lebenskrise zu entziffern. Aber Maria betont immer nur dasselbe: „Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Keiner versteht mich. Ich schaffe es nicht mehr, ich kann nicht mehr!“ Immer wieder fleht sie: „Lasst mich sterben!“, was auf ernste Suizidgedanken schließen lässt. Maria fällt immer tiefer in ein dunkles Loch. Gemeinsam mit den Eltern beschließe ich, Maria sofort Beruhigungsmittel zu verabreichen. Sie beginnen nur langsam zu wirken. Nach einigen Tagen holen wir einen Psychiater zu Hilfe, der zu einer Therapie mit Antidepressiva rät. Diese Medikamente werden bei jungen Menschen nicht ohne Weiteres und nur in besonderen Fällen verabreicht. Da Suizidgedanken die Situation besonders akut erscheinen lassen, gibt es keinen Zweifel: Maria erhält Medikamente und eine Psychotherapie. Der Vorschlag, sie vorübergehend in eine psychiatrische Abteilung einzuliefern, wird von Maria vehement abgelehnt. Sie bleibt während der Behandlung zuhause, wird aber nie alleine gelassen. Ihre Familienmitglieder wollen sie immer wieder dazu überreden, aufzustehen und spazieren zu gehen. Sie sitzen abwechselnd an ihrem Bett und versuchen ihr Hoffnung und positives Denken zu vermitteln.
Die Tage vergehen und die Lage beginnt sich zu verbessern. Nach zwei Monaten Therapie weint Maria weniger, sie hat wieder kurze Momente der Freude. Das sind Augenblicke, in denen sie spricht und etwas von ihrer inneren Welt preisgibt, Momente, in denen wir einige Antworten auf unsere vielen offenen Fragen bekommen. Eines Nachmittags spreche ich lange mit Marias Eltern und ihrer großen Schwester. Plötzlich öffnet sich auch Maria, es ist wie bei einem Dammbruch. Für mich sind Marias vertrauliche Enthüllungen wie eine Reise in eine unbekannte und beunruhigende Welt, von deren Existenz ich bis dahin keine blasse Ahnung hatte.
Die Vernetzung der Jugend. Mir fällt auf, dass sie eines immer bei sich hat: ihr Smartphone. Wie einen wertvollen Schatz, eine kleine Schatzkiste, hält sie das Ding krampfhaft in den Händen, legt es unter den Kopfpolster. Es ist ihr ständiger Begleiter, Tag und Nacht. Als ich Maria frage, ob sie das Handy nicht für eine Weile auf den Nachttisch legen will, tut sie das mit einer Miene des Unmuts. Es dauert nicht lange, da klammert sie sich auch schon wieder daran. Ich scherze mit ihr und frage sie, ob das Smartphone so etwas wie eine Bibel für sie sei, oder warum sie es so wichtig finde. Da meldet sich Marias große Schwester Katja zu Wort. Zum ersten Mal fällt der Name Instagram: „Man muss ja schauen, was auf Instagram passiert“. Voller Begeisterung erklärt mir Katja, wie diese „App“ funktioniert, dieses kleine Programm fürs Smartphone: Instagram ist ein kostenloser Dienst, um Fotos und kurze Videos übers Internet mit anderen Menschen zu teilen. Jeder, der ein Smartphone hat, ein „intelligentes Telefon“, kann mitmachen und Momente aus dem eigenen Leben mit Nutzern aus aller Welt teilen. In erster Linie dreht sich Instagram um „Selfies“: Das sind mit dem Smartphone aufgenommene Selbstporträts, die dokumentieren, was man gerade macht und wo man gerade ist. Als ich frage, ob sie und ihre Schwester bei diesem „Spiel“ mitmachen, meldet sich die Mutter zu Wort. Ich erfahre, dass Maria, von der großen Schwester angespornt, seit vier Jahren ein Instagram- und Facebook-Profil hat, einen eigenen YouTube-Kanal besitzt und intensiv WhatsApp nutzt. Maria hat 2.400 Follower auf Instagram. Sie ist eine stolze Bloggerin und
erhält regelmäßig über 600 Likes auf ihre Instagram-Posts. Obwohl ich die Hälfte dieser Bezeichnungen nicht kenne, frage ich, wie viel Zeit sie eigentlich braucht, um da überall mitzumachen. Die Mutter erzählt traurig, dass sie mit ihren Töchtern seit Jahren einen Krieg ums Smartphone führt – ohne Erfolg. Sie spricht von Tagen, an denen vor allem Maria stundenlang übers Handy gebeugt dasitzt und nicht einmal eine Essenspause einlegt. Alle paar Sekunden geht ein Klingelton los und ihre Finger tippen wie verrückt auf der kleinen Tastatur herum. Die Mädchen wollen alles erfahren: wer wo wann was getan hat, wer mit wem wo war und wie alles gelaufen ist. Das Wochenende ist eine ruhige Zeit im Haus, erzählt die Mutter, denn die beiden Töchter und immer öfter auch der Sohn liegen wie gelähmt auf dem Wohnzimmersofa, den Blick auf das Handy gerichtet, die unzähligen Instagram- und Snapchat-Beiträge bewundernd. Im Sekundentakt trudeln Bilder aus der ganzen Welt ein, von Tokio bis Los Angeles, von Oslo bis Johannesburg und von Matrei am Brenner bis nach Salurn. Nach drei bis fünf Sekunden haben sich die Jugendlichen auch schon sattgesehen und wischen weiter zum nächsten Foto oder Video. Rechnet man das hoch, sind es vierzig Bilder pro Minute, 240 Bilder pro Stunde, ein paar Tausend Bilder an einem Vormittag am Wochenende. Bilder von grölenden Partyhechten aus aller Welt, die zeigen wollen, wie glücklich und
toll sie doch sind. „Show ist das Wichtigste“, bemerkt die große Schwester. Die Mutter erzählt, dass Maria seit mehr als einem Jahr ständig Selfies macht: Allein vor dem Spiegel oder zusammen mit Freundinnen posiert sie und zeigt sich
von ihrer besten Seite. Unzählige Bilder werden geknipst, detailliert begutachtet, aussortiert und bearbeitet. Die besten werden auf Instagram veröffentlicht. Das alles geschieht in der Schule, zu Hause, im Restaurant, beim Ausgehen, bei Bergtouren und besonders gerne auf Reisen. „Fotos machen, wo auch immer man gerade ist“, scheint die Devise zu lauten – es muss halt was hermachen. Wahrscheinlich, damit die Welt sehen und bewundern kann, wie cool, schön, sportlich und perfekt sie doch ist. Auch in Katjas „Feed“ wimmelt es nur so von diesen Bildern. Der Mutter schießen Tränen in die Augen, als Maria plötzlich ihren Blick hebt und mit gebrochener Stimme sagt: „Ihr alle könnt das nicht verstehen! Ich muss dabei sein, ich muss mitmachen, denn sonst verliere ich die Freunde. Jeder muss dabei sein, denn sonst schreibt die Gruppe einen ab.“ Am Ende sagt sie: „Ich hasse mich, ich kann nicht mehr mitmachen, ich bin ein Loser, und das wissen jetzt alle!“ Diese Worte haben mich begreifen lassen, dass hier unglaublich viel dahintersteckt, von dem
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Politik & Gesellschaft
ich bislang nichts gewusst habe. Maria ist gefangen in ihrer digitalen Welt, zu der ihre Eltern keinen Zutritt haben. Eine Welt mit eigenen Regeln, in der es am wichtigsten ist, sich rund um die Uhr von seiner besten Seite zu zeigen. Maria hat um jeden Preis versucht, beim Rennen mitzumachen und jederzeit ein Bild der Perfektion präsentiert. Doch dieses Bild existiert nicht mehr. Es ist in sich selbst zusammengebrochen, gemeinsam mit Marias Onlinewelt, der sie nun Rechenschaft über ihre tiefe Verzweiflung schuldig zu sein glaubt. Maria spürt, dass das Netz auf sie wartet und schämt sich. Wo sind sie jetzt, ihre Hunderte von Freunden? Sie sucht sie vergebens. Dass sie jetzt weinend im Bett liegt und versucht, durch Psychotherapie und Medikamente die Angst vor dieser Welt zu überwinden, weiß niemand. Hier hat sie keinen Follower mehr, keinen digitalen Freund, der ihr den Kopf streichelt oder der sie mit einem Like von ihrem Schmerz befreit. Maria ist alleine in ihrer digitalen Welt.
Vernetzt und doch allein? Maria
hat Glück gehabt. Sie hat sich geöffnet und zugelassen, dass man ihr hilft, sodass die Familie ihr beistehen und im entscheidenden Moment ärztliche Hilfe holen konnte, um sie aus dem tiefen Loch der Depression zu holen. Vielen anderen Jugendlichen im Alter von Maria ist es nicht so ergangen. 2.400 Selbstmordversuche bei Teenagern gibt es jährlich in Deutschland. Bei 600 von ihnen kommt jede Hilfe zu spät. Die Anzahl der Selbstmordversuche bei Jugendlichen in Südtirol ist ebenfalls erschreckend. Mehr als die Hälfte der Fälle ist irgendwie mit dem Gebrauch von digitalen Medien verbunden: Cybermobbing, Onlinesucht, Leistungsdruck
und Minderwertigkeitsgefühle. Experten sehen seit Jahren einen Zusammenhang zwischen Depressionen und der Verwendung von Smartphones und sozialen Netzwerken: „Seit Erscheinen des ersten iPhones im Jahr 2007 stieg die Selbstmordrate und Depressivität bei Teenagern massiv an“, behauptet die US-Psychologin Dr. Jean M. Twenge in einem Gastbeitrag im US-Magazin „The Atlantic“. Die Jugendlichen von heute würden viel später unabhängig, hätten weniger Freunde und seien häufiger depressiv oder sogar suizidal. „Haben Smartphones eine Generation zerstört?“, fragt die Psychologin provokant. Ihre Antwort darauf ist so ausführlich wie unangenehm: Twenge zitiert mehrere aussagekräftige Studien und befragt ihre Studenten, was sie mit dem Smartphone machen, wenn sie schlafen gehen. Die meisten von ihnen geben an, mit dem Gerät unter dem Kopfkissen oder der Matratze zu schlafen, einige legen es auf den Nachttisch. Das letzte, was sie vor dem Schlafengehen sehen, ist das Smartphone, und morgens weckt es sie auf. Wenn sie nachts aufwachen, beschäftigen sie sich damit. Die Art, wie sie selbst davon sprechen, zeigt erste Anzeichen einer Sucht: „Ich weiß, dass ich das nicht tun sollte, aber ich kann nicht anders!“ Andere sehen das Smartphone als Erweiterung ihres Körpers oder sprechen davon, als wäre es eine leibhaftige Person: „Mein Telefon nahe bei mir zu haben während ich schlafe gibt mir Geborgenheit“, erklärt eine von Twenges Studentinnen.
Geborgenheit oder Einsamkeit? Die Geborgenheit, die die junge Dame im Smartphone sucht, hat Maria wieder bei ihrer Familie gefunden. Inzwischen sind sechs
Monate seit ihrem Nervenzusammenbruch vergangen, und es geht ihr besser. Sie nimmt noch ein leichtes Antidepressivum, um ihre immer seltener werdenden Rückfälle zu meistern, geht wieder regelmäßig zur Schule und hat nach langen Diskussionen mit ihren Eltern wenigstens ein paar Apps von ihrem Smartphone eliminiert. Außerdem stellt sie keine Fotos mehr ins Netz und hat ihren Instagram-Account gelöscht. Maria kann man als geheilt betrachten, auch wenn man merkt, dass sie die Krise noch nicht ganz vergessen hat. Allerdings habe auch ich noch lange über das alles nachgedacht und versucht, Marias Geschichte auf den Grund zu gehen.
Immer mehr Narzissten durch Facebook und Instagram. Face-
book war der Vorreiter der Kultur des Sich-im-Internet-Treffens. Der Erfolg war so überwältigend, dass Gründer und Vorsitzender Mark Zuckerberg 2012 seinen damals noch kleinen Konkurrenten Instagram aufkaufte, der die Funk-
tionen von Facebook erweitern und noch mehr Leute ködern sollte. Um das zu erreichen, ließ sich der geniale Zuckerberg von einer Figur aus der griechischen Mythologie inspirieren. Der Schönling Narziss verliebte sich einst abgöttisch in sein eigenes Spiegelbild, als er sich über einen See beugte. Hypnotisiert von der eigenen Schönheit fiel er ins Wasser und ertrank. Heute kennen wir den Begriff des Narzissmus, der die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen beschreibt. Ein bisschen Narzissmus ist normal und sogar gesund: Wir brauchen ein positives Eigenbild, um im Einklang mit uns selbst leben zu können. Entscheidend aber ist, wie sehr es unsere Persönlichkeit prägt oder gar steuert. Nur zwei Monate nach Gründung hatte Instagram bereits eine Million Nutzer, heute ist es mit die beliebteste Plattform der jungen Smombie-Generation. Was war an der App so besonders? Ganz einfach, man hatte mit Instagram ein System erfunden, das der mensch-
RICHTIGSTELLUNG ZUR WERBEANZEIGE
„ÜBERNAHME ZAHNARZTPRAXIS DR. MED. DENT. SILVAN WIERER“ im Brixner November 2019, Seite 16. Dr. Michaela Malata-Lutz widerspricht hiermit ausdrücklich, dass es eine Übernahme ihrer Praxis gegeben hätte, vielmehr eröffnet Dr. med. dent. Silvan Wierer seine neue Zahnarztpraxis in ihren ehemaligen Räumlichkeiten. Dr. Malata hat ihre Ordination am 30.11.2019 geschlossen und lediglich Ordinationsmöbel wie ärztliche Gerätschaft an Dr. Wierer verkauft, ohne Computeranlage, ohne Archiv und ohne Patientendaten; weiters hat sie ihr Einverständnis erteilt, dass die Telefon- und Faxnummer der Ordination an Dr. Wierer übergeht. Alle Daten der Patienten Dr. Malata werden auch weiterhin ausschließlich von Dr. Malata im Sinne der gesetzlichen (auch Datenschutz) Bestimmungen aufbewahrt.
Weiters zur Klarstellung: Die Patienten von Dr. Malata können Kopien ihrer Daten erhalten, hierzu Kontaktdaten: Tel. 0472 836446 (bitte auf Anrufbeantworter sprechen); E-Mail:malata@lutz.it
Dr. Michaela Malata dankt ihren Patienten hiermit nochmals für das langjährige Vertrauen! 10
lichen Eitelkeit und Selbstdarstellung freien Lauf lässt. Hier kann jeder Fotos und Videos von sich posten und erhält über Likes und Kommentare sofort Rückmeldung durch andere Nutzer. Wen man kennen möchte, dem kann man folgen, um keinen seiner Posts mehr zu verpassen. Ein genialer Köder, der den versteckten Narziss in uns hervorlockt. Das Modell der Selbstdarstellung, das bei Facebook schon bei der älteren Generation funktioniert hatte, bot nun den Jugendlichen die ideale Bühne, um sich, wenn nötig auch mit Filter, von seiner schönsten Seite zu präsentieren. Während man bei Facebook noch meist Texte postete und gelegentlich mal ein Bild, steht bei Instagram das Foto im Vordergrund, ganz besonders das Selfie. Die Erfinder wussten, dass sich hinter dieser Selbstinszenierung der Wunsch eines jeden Menschen nach Bestätigung durch andere verbirgt. Dieses Bedürfnis nach Stärkung des Selbstwertgefühls ist gerade bei Jugendlichen sehr ausgeprägt und erklärt den Erfolg von Instagram, speziell bei Teenagern. Erhält der Blogger ein Like oder einen Kommentar seiner Follower, fühlt er sich akzeptiert.
wir alle, und ganz besonders die Jugendlichen, durch die sozialen Netzwerke immer stärker der unverhältnismäßigen Selbstwerterhöhung und Selbstwertminderung im Netz ausgeliefert. Das Traurige am Ganzen ist, dass wir unser Selbstwertgefühl immer stärker von der Anzahl unserer Likes, Follower und Kommentare abhängig machen. Wie wir es bei Maria gesehen haben, kann das „virtuelle Treffen“ auf den verschiedenen Plattformen zu einem Albtraum werden. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass immer mehr Jugendliche in die Spirale der sozialen Medien hineingezogen werden. Die Tatsache, dass jeder seine Fotos und Videos auf verschiedenen Plattformen posten und mit ausgewählten Freunden oder der anonymen Allgemeinheit teilen kann, führt dazu, dass Millionen von Jugendlichen und Erwachsenen Informationen über ihr Privatleben preisgeben. Jeder sieht, was der andere macht. Das wird zu einem Wettlauf, in dem jeder versucht, der Welt etwas Besonderes aus seinem Leben zu zeigen. Denn das Internet ist nicht nur Zuschauer, nein, es ist auch Richter, weil jedes Bild mit
Je mehr Likes er in immer kürzerer Zeit erhält, umso wichtiger und „wertvoller“ kommt er sich selbst vor. Unzählige Heranwachsende hängen täglich schmachtend über ihrem Instagram-Profil und warten darauf, von anderen bewundert zu werden, nachdem sie ein Foto gepostet haben. Gleichzeitig sehen sie in ihrem „Feed“, der chronologisch geordneten Startseite, hunderte neue Posts anderer Instagramer und vergleichen sich unweigerlich mit ihnen. Menschen waren immer schon eitel und heischten mal mehr, mal weniger nach Komplimenten und Anerkennung. Heute sind
einem Daumen nach oben oder mit einem Herzchen bewertet werden kann. Und kein Herzchen und kein Daumen nach oben, oder noch schlimmer ein Daumen nach unten, sind auch ein Urteil. Das macht das Konzept Instagram so beliebt und gleichzeitig so gehasst. Vom guten Ansatz „sich treffen können“ ist es zu „sich zeigen müssen“ und sogar zu „sich von seiner besten Seite zeigen müssen“ geworden. Die Folgen für die jungen Nutzer sind gewaltig: Stundenlang sitzen sie mit leuchtenden Augen über ihr Smartphone gebeugt und wischen von einem Bild zum nächsten. Im
panettone hausgemacht beste zutaten alte backtradition
das domcafè-team wünscht seinen gästen und freunden geruhsame feiertage und viel gesundheit im neuen jahr ... und ein herzliches danke allen handwerkern für die super arbeit beim fernwärmeanschluss
Zum Autor Grunde genommen dreht sich alles nur um eines: „Hast du gesehen, was ich alles erlebe? Und du nicht!“ Was für ein Teufelskreis des Narzissmus, in dem unsere Kinder ihre kostbare Jugend vergeuden! Ihre ganze Welt beginnt und endet im Wunderkästchen Smartphone. Es hat sie geködert, gekidnappt, beobachtet, ausspioniert, abgestempelt, verkauft und am Ende auch noch gedemütigt dadurch, dass man sie untereinander in einen endlosen und weltweiten Konkurrenzkampf zwingt. Irgendwann passiert es dann aber doch, der Smombie schaltet das Smartphone aus und sitzt wieder in der realen Welt. Seine Augen sind müde, der Nacken verspannt vom langen Hinunterblicken auf den kleinen Bildschirm. Das Leben holt ihn wieder ein, er ist mit der Realität konfrontiert. Stunden sind an ihm vorbeigezogen, alles hat sich weiterbewegt, nur er ist stehen geblieben, während er dem Leben der anderen zugeschaut hat. Wie sollte er da auch nicht betrübt, von Gewissensbissen geplagt und voller schlechter Laune sein? Das ist nämlich das, was die befragten Jugendlichen von sich sagen: Nach längerem Internetkonsum empfinden sie meist Leere und Gereiztheit. Sie brauchen dann immer eine gewisse Zeit und Überwindung, um sich wieder aufzuraffen, etwas zu bewerkstelligen und zu unternehmen. Ja, das bloße Zuschauen macht einen faul und träge. Die Versuchung, passiv in den Bildschirm zu glotzen, ist zu groß. Warum
sich selbst abrackern und Erfahrungen machen, wenn die Welt zuhause auf dem Sofa erlebbar ist? All die Instagram-Fotos und YouTube-Videos vermitteln aber keine Lebensenergie. Ganz im Gegenteil, sie rauben dem jungen Zuschauer auch noch seinen letzten Rest Tatendrang. Die Lust, selbst etwas in Angriff zu nehmen, geht bei den fleißigen Internetnutzern immer mehr zurück.
Die Wende. Wo sollen wir anfan-
gen? Wenn Sie einer der Glücklichen sind, der die moderne Technik zwar beherrscht, aber auch ohne soziale Plattformen leben kann und keine Entzugserscheinungen bekommt, wenn der Computer oder das Smartphone mal ein paar Tage ausgeschaltet bleiben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Sie sind die Ausnahme, und ich rate Ihnen, so weiterzumachen und Ihre Freiheit zu genießen. Wenn Sie aber wie ich zu den 99 Prozent der Internetnutzer gehören, die sich auch nur ein wenig mit dem Bild des Smombies identifizieren, auf den die lange Liste der Digitalisierungsschäden wartet, sollten Sie schleunigst versuchen, sich von der digitalen Krankheit zu befreien und den Gebrauch Ihrer digitalen Geräte einzuschränken, bevor auch Sie als potenzieller Suchtpatient beim Psychiater landen. Sie denken, aller Anfang ist schwer? Von wegen! Es ist ein Kinderspiel und dauert nur wenige Sekunden: Nehmen Sie Ihr Smartphone in die Hand und halten Sie die Ausschalttaste ge-
Toni Pizzecco, Arzt für Allgemeinmedizin in Latsch und Musiker bei „Westbound“, lebt und arbeitet in Südtirol. Notarzt bei den Flying Doctors of East Africa. Gründer und Präsident des Vereins “Südtiroler Ärzte für die Welt”, der Einsätze in Äthiopien, Indien, Tansania, Nigeria, Brasilien und Kenia organisiert. Bestsellerautor von „Mut machen oder mies machen?“, „100 Gedanken, die Mut machen“ und „OptimismusTraining“.
drückt. Das Wunderkästchen wird Ihnen nicht gleich gehorchen und Sie fragen, ob Sie es denn wirklich ausschalten wollen – lassen Sie sich davon nicht beirren und bestätigen Sie. Dann ist es soweit: Das Licht am Bildschirm verschwindet, und die digitale Welt ist weg. Willkommen in der analogen Welt! Willkommen zurück im Leben! Ich glaube, ich brauche gar nicht zu betonen, wie wichtig dieser Schritt für jeden von uns ist. Probieren Sie es einfach mal aus, am besten jetzt, sofort! Der Ausweg aus der digitalen Falle ist einfach: So lange wie möglich offline, so kurz wie nötig online. Toni Pizzecco Leserbriefe an: echo@brixner.info
BRIXEN/MÜHLBACH
Lächeln schenken und zuhören Foto: Oskar Zingerle
Ohne viel Aufhebens kümmern sich die Mitglieder des Freiwilligenvereins AVULSS um ältere, erkrankte und einsame Mitbürger. Sie sind da, wenn man sie braucht, und das inzwischen seit 30 Jahren in Brixen und seit 20 Jahren in Mühlbach.
E
in- bis zweimal die Woche statten die Freiwilligen „ihren“ Betreuten einen Besuch ab, leisten ihnen Gesellschaft, machen mit ihnen im Rollstuhl einen Spaziergang, erledigen kleinere Besorgungen, lesen ihnen aus der Zeitung vor, trinken mit ihnen Kaffee, haben Zeit für ein Gespräch, ein Lachen, eine Umarmung − sie tragen dazu bei, dass das Leben wieder lebenswerter wird. „Man bekommt aber viel mehr zurück, als man gibt“, versichert Herta Anvidalfarei Moling, die schon seit 25 Jahren Mitglied bei AVULSS-Brixen ist und vor zwei Jahren auch den Vorsitz der Sektion AVULSS-Brixen übernommen hat. Ihr zur Seite steht als Vize-Vorsitzende Helene Wieser, seit 2006 beim Verein: „Ich war
damals schon in Pension und alleinstehend. Die Kinder waren aus dem Haus, und ich wollte meine Freizeit nutzen, um etwas Gutes zu tun.“ In den Wohn- und Pflegeheimen, in der Abteilung für Langzeitkranke im ehemaligen Sanato-
bene im Friedhof − das sind die Einsatzbereiche der Freiwilligen von AVULSS (Associazione per il volontariato nelle unità locali dei servizi socio-sanitari). „Die Aufgabe der AVULSS-Freiwilligen bei der Beschäftigung mit alten Menschen ist zweigeteilt: Einmal
den privaten Wohnungen, in den Altenheimstrukturen oder auch in den Abteilungen für Langzeitpflege entgegenzuwirken“, erläutert Pfarrer Hugo Senoner. Auf seine Initiative gehen sowohl die Gründung der Sektion AVULSSBrixen im Jahr 1989 als auch der
„Der Freiwilligendienst ist eine sehr große Freude für die, die profitieren, aber auch für die, die ihn ausüben“_ Herta Moling, Vorsitzende AVULSS Brixen rium, als Beistand und Begleitung in den Privathaushalten, für den spirituellen Dienst im Krankenhaus an den Sonntagen, für den spirituellen Dienst für Verstor-
dient ihr Einsatz der Entlastung von Angehörigen mit einem Pflegefall zu Hause. Und die zweite wesentliche Aufgabe besteht darin, der Vereinsamung im Alter in
Sektion AVULSS-Mühlbach im Jahr 1999 zurück. „Der damalige Caritasdirektor von Bozen, Silvio Bortalamedi, war mit einer Menge Informationsmaterial über 13
Fotos: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
AVULSS an mich herangetreten mit der Bitte, eine Begleitung für die alten Leute in den Strukturen, aber auch in den Privathaushalten zu organisieren, da hier vielfach Besuche einfach ausblieben.“
Infos zu AVULSS. Vor 40 Jahren
wurde AVULSS von Don Giacomo Luzietti in der Lombardei ins Leben gerufen, wo sich in Saronno in der Provinz Varese noch heute der Hauptsitz befindet. Italienweit finden sich 200 Sektionen mit rund 12.000 Mitgliedern. In Südtirol gibt es derzeit vier aktive Sektionen: Meran, Leifers, Brixen und Mühlbach. „Nach Brixen und Mühlbach habe ich eine Sektion auch in Sterzing gegründet, aber diese hat genauso wie jene in Bozen ihre Tätigkeit inzwischen wieder eingestellt“, bedauert Pfarrer Hugo Senoner. Es sei schwierig, Leute zu finden, die bereit sind, Verantwortung für die Vereinsführung zu übernehmen. „Der bürokratische Aufwand nimmt laufend zu und stellt eine große Hürde dar.“
Die Voraussetzungen. Die
Absolvierung eines fundierten Grundkurses, der „immer dann abgehalten wird, sobald sich genügend Teilnehmer melden“, ist für alle verpflichtend, die aktive Mitglieder bei der AVULSS werden möchten. Diese umfangreichen Kurse dienen dazu, dass „man eine Ahnung bekommt, wie man mit älteren Menschen umgehen kann, welche Handgriffe man einsetzen muss, wenn man eine Person im Rollstuhl aufrichten möchte, wenn man helfen möchte, eine Jacke oder einen Pullover aus- oder anzuziehen. Und wie man mit Tod und Abschied umgehen kann“, erläutert Pfarrer Hugo Senoner. Dass die Mitglieder im sozio-sanitären Bereich, im psychologischen und im spirituellen Bereich ausgebildet werden,
hielt der nationale Gründer Don Giacomo Luzietti für außerordentlich wichtig. Die Kurse, die sich über mehrere Monate erstrecken und meist zehn Abende umfassen, werden von der AVULSS organisiert, die auch die Kosten übernimmt für die qualifizierten Referenten aus den Bereichen der Medizin, der Psychologie, der Soziologie, aus dem sozio-sanitären und dem spirituellen Bereich. Die Teilnehmer haben nur einen geringen Beitrag zu entrichten, „damit die Kosten nicht der Verein alleine tragen muss, weil es doch vorkommt, dass Leute zwar den Kurs besuchen, aber dann nie mit dem Freiwilligendienst beginnen“. Anfänglich war die Absolvierung des Kurses vor Antritt des Freiwilligendienstes Pflicht. Heute hat man diese Handhabe gelockert: „Oft ist es gut, dass man sich selbst erst erproben kann, ob einem dieser Freiwilligendienst überhaupt liegt, ehe man den Kurs besucht.“ Die AVULSS-Mitglieder sind zudem zur monatlichen Fortbildung verpflichtet, „die uns hilft, unsere
Herta Moling: „Man bekommt viel mehr zurück als man gibt“
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Arbeit immer besser zu erledigen“. Verpflichtet sind die Mitglieder auch zur Verschwiegenheit: „Was im Dienst mit den Betreuten besprochen wird, bleibt im Verein.“ Weiters ist es absolut verboten, eine Bezahlung für seine Dienste anzunehmen, selbst Geschenke
Wir bedanken uns bei allen Gästen und Freunden und wünschen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Familie Hinteregger und das Rossalmteam
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dürfen von den Betreuten nicht regelmäßig gemacht werden. „Legitim ist es dagegen, dass wir einen Beitrag als Spende für die AVULSS bekommen.“ Denn über Spenden sowie von den Beiträgen der Gemeinden und vom Land finanziert sich der Verein.
info AVULSS Sektion Brixen Widmannbrückengasse 4 Tel. 0472 831406 oder 0472 837634
AVULSS Sektion Mühlbach
Katharina-Lanz-Straße 31 Tel. 0472 849769
Helene Wieser: „Man wird dankbarer, das Leben bekommt einen Tiefgang“
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Freiwillig zur Pflicht. Es ist ein
Freiwilligendienst, aber es ist eine verpflichtende Freiwilligkeit. Wer sich dazu entschließt, eine Betreuung zu übernehmen, trägt auch Verantwortung dafür. „Es ist eine Aufgabe, eine Ehrenpflicht.“ Für die Betreuten werden die Stunden, die sie mit „ihren“ Freiwilligen verbringen dürfen, zu kostbaren Terminen, „auf die sie sich freuen und die sie wartend herbeisehnen“, versichert Pfarrer Hugo Senoner. Neben den Diensten, Zeit mit einem Betreuten zu verbringen, bietet die Vereinigung AVULSS auch einen Begleitdienst zu Visiten oder für Botengänge an, die ebenso von Freiwilligen abgedeckt werden. „In unserem Ausschuss gibt es eine Verantwortliche für die Altenheime, eine für die privaten Haushalte, und eine ist verantwortlich für die spirituelle Gruppe im Krankenhaus, die neben der Betreuung im ehemaligen Sanatorium auch das Austeilen der Kommunion an den Sonntagen übernimmt. Und eine Verantwortliche, die die Begleitdienste zu Visiten oder für Botengänge koordiniert“, erzählt Herta Moling. Was man aber auch immer tue, „es bleibt ein freiwilliger Dienst. Man entscheidet auch selbst, wie oft man sich einbringen möchte. Aber wenn man einen Dienst übernimmt, dann soll das auch zuverlässig erfolgen“. Ganz wichtig sei dabei, „dass man sich selbst nicht übernimmt“. Um nicht Gefahr zu laufen, sich selber auszupowern, sei es besser, „einmal die Woche einen Besuch zu tätigen, den aber mit Freude“.
Pfarrer Hugo Senoner: „Einmal die Woche kann man sich nützlich machen und hat eine Aufgabe, und dadurch bleibt man selbst länger jung und voller Lebensfreude“
Für die Zeit, in der man im Dienst für die anderen ist, ist man vom Verein AVULSS aus versichert. „Immer am Jahresende bei unserer Weihnachtsfeier geben wir bekannt, ob wir uns im kommenden Jahr weiter aktiv einbringen werden. Und dann wird auch die Versicherung wieder verlängert.“
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dass „AVULSS in Brixen bekannter wird. Er ist zwar als italienischer Verein entstanden, aber wir sind kein rein italienischer Verein. Auch unter den Betreuten sind viele Deutschsprechende, die sich eine Betreuung in deutscher Sprache wünschen“. Pfarrer Hugo Senoner sieht in diesem
Freiwilligendienst besonders für Pensionisten eine ideale Möglichkeit, sich einzubringen: „Bei dieser Aufgabe können sie sich nützlich machen. Sie schenken Freude. Und das wiederum trägt dazu bei, dass die Freiwilligen selbst jung bleiben, weil sie mit Leuten in Kontakt sind, weil sie helfen können.“ Willkommen sei jeder, eine soziale Ader sollte man aber mitbringen. „Der Freiwilligendienst ist eine sehr große Freude für die, die profitieren, aber auch für die, die ihn ausüben. Er ist eine große Bereicherung für beide Seiten.“ sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Mitgliedersuche. Der Freiwil-
ligendienst bei unseren älteren, kranken und einsamen Mitmenschen ist ein Dienst, der den Betreffenden ein großes Mehr an Lebensqualität bringt. Es ist ein Dienst, der überaus notwendig ist, der aber nicht zu finanzieren wäre. Er funktioniert nur, weil sich Menschen freiwillig einbringen für ihre Mitmenschen. Die Mühlbacher Sektion zählt zurzeit 16 Mitglieder, jene in Brixen 32. „Wir sind aber immer auf der Suche nach Freiwilligen“, sagt Pfarrer Hugo Senoner. Er hat schon viele Grundkurse organisiert, „um neue Mitglieder zu akquirieren – und damit die Gruppe sich verjüngt“. Viele beginnen die Freiwilligentätigkeit, wenn sie selbst in Pension gehen. Die Pensionierung ist aber keinesfalls eine Notwendigkeit: „Der Dienst ist sehr überschaubar; gewöhnlich ist man einmal die Woche für etwa zwei Stunden verpflichtet.“ Zurzeit sind die aktiven Freiwilligen hauptsächlich Pensionisten und hauptsächlich weiblich. „Männer als Freiwillige sind aber durchaus gesucht.“ Herta Moling wünscht sich generell, „dass wir wachsen und dass unsere Mitglieder wieder jünger werden, damit der Dienst weiterhin aufrecht bleiben kann“. Helene Wieser ist es ein Anliegen, 15
Foto: GettyImages, bizoo_n
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Am 3. Mai wird gewählt stimme Peter Brunner zum SVPBürgermeisterkandidaten gewählt. Brunner teilte bei dieser Gelegenheit mit, dass auch alle weiteren SVP-Stadträte bei den Gemeindewahlen antreten werden – auch Paula Bacher, die allerdings nach ihrer dritten Amtszeit a priori als Stadträtin ausscheiden wird. Wer von den Gemeinderäten noch einmal antreten wird, steht noch nicht
z Die Regionalregierung hat in ihrer Sitzung vom 9. Dezember den Termin für die Gemeindewahlen 2020 festgelegt: Sie finden demnach am 3. Mai statt. In Brixen hat der SVP-Koordinierungsausschuss vor einigen Tagen ohne Gegen-
P&G
fest; die elf SVP-Ortsausschüsse des Gemeindegebiets haben die Aufgabe, die jeweiligen Kandidaten zu bestimmen. Bürgermeisterkandidatin beim PD ist Renate Prader; ob PD-Stadtrat Claudio Del Piero sich der Wahl stellen wird, steht indes noch nicht fest. Die restlichen im Brixner Gemeinderat vertretenen Parteien haben sich noch nicht geäußert. oz
BRIXEN
100 E-Bikes zu vergeben z Die Brixner Gemeindeverwaltung will über konkrete Projekte den Individualverkehr reduzieren, die Straßen entlasten und die Umweltbelastung senken. Eines dieser Projekte nennt sich „Ebike2work“: Ende November hat der Stadtrat beschlossen, 100 E-Bikes zu erwerben und diese gegen eine jährliche Nutzungsgebühr von nur 200 Euro an interessierte Pendler zu vergeben. „Unser Ziel ist es, damit jene Brixner zu unterstützen, die für ihren täglichen Weg zur Arbeit bewusst vom Auto auf das Elektrofahrrad umsteigen möchten“, sagt Bürgermeister Peter Brunner,
kurz
notiert
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„wer mit dem E-Bike zur Arbeit fährt oder die Kinder zur Schule bringt, trägt nicht nur dazu bei, den Straßenverkehr und die C02Emissionen zu reduzieren, sondern gewinnt vor allem Zeit.“ Wer Interesse an diesem Angebot hat, muss auf der Homepage der Gemeinde online ein Formular ausfüllen, in das neben den persönlichen Daten auch genaue Informationen zur Strecke angegeben werden müssen. Anschließend wird eine Rangliste nach Vorzugskriterien erstellt; im März 2020 können die E-Bikes dann abgeholt werden. Das Formular muss allerdings in-
Seit 6. Dezember fährt der „Freitag-Nightliner“ zwischen Waidbruck und Bruneck/Reischach: Um 21:11 Uhr von Waidbruck und um 0:20 Uhr von Klausen nach Reischach, um 22:45 Uhr und um 2:15 Uhr von Reischach nach Waidbruck. Streckenverlauf, Zwischenstationen und Tarife entsprechen dem Samstag-Nightliner.
Foto: GettyImages, tigerstrawberry
Politik & Gesellschaft
nerhalb 31. Dezember ausgefüllt werden – für die Papierausgabe dieses „Brixner“ ist dieser Termin sehr ungünstig; allerdings sind bei Redaktionsschluss bereits mehr als 120 Anfragen eingetroffen. Wenn
die Initiative den erwünschten Erfolg haben wird, werden in den „kritischen“ Zeiten am Morgen und am späten Nachmittag etwa 100 Autos weniger auf dem Weg sein – immerhin! wv
Erleichterung für die Freiwilligen Feuerwehren Südtirols: Künftig sind die Wehren bei Anschaffungen von Fahrzeugen und Gerätschaften von der Regelung für öffentliche Ausschreibungen ausgenommen. Das hat der Senat im Zuge der Verhandlungen zum italienischen Haushaltsgesetz 2020 beschlossen.
Mit über 2.000 Besuchern aus Südtirol, Österreich und Deutschland hat die Ausstellung zur Option in Brixen alle Erwartungen der Organisatoren, dem Geschichtsverein und der Schützenkompanie Peter Mayr, übertroffen. Dass die Schulen trotz Einladung kein Interesse zeigten, wurde bedauert.
NACHGEFRAGT
„Radfahrer ohne Licht sind eine Gefahr“ Herr Wieland, man hört immer wieder Klagen, dass die Radfahrer in der Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind. Ist das eine bekannte Tatsache für Sie? Ja, das ist leider so. Radfahrer, die in der Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind, sind eine große Gefahr für sich selbst und auch für die anderen Verkehrsteilnehmer, vorwiegend für die Autofahrer. Radfahrer haben auch die schlechte Angewohnheit, über die Zebrastreifen und auf den Gehsteigen zu fahren, obwohl sie da eigentlich vom Fahrrad absteigen und dieses schieben müssten.
Sieht die Straßenverkehrsordnung nicht bestimmte Verhaltensregeln vor? Die Straßenverkehrsordnung sieht bestimmte Maßnahmen nicht vor. Zum Beispiel muss das Rad laut Gesetz nur eine Glocke und einen Rückstrahler haben, aber eine Lampe vorne an der Lenkstange ist nicht vorgesehen. Die Polizei kann nur strafen, wenn der Radfahrer in der Dunkelheit ohne Licht unterwegs ist. Dazu ist noch zu sagen, dass der Autofahrer im Stadtbereich bei einem Unfall mit einem Radfahrer relativ schlechte Karten hat. Die Geschwindigkeit des Autos muss nämlich den jeweiligen Verhältnissen angepasst sein.
Wie hoch sind die Strafen, und wie viele haben Sie in diesem Jahr ausgestellt? Die Strafe beträgt 26 Euro. Die Anzahl der Strafen fällt nicht ins Gewicht; wir sind da kulant, weil unsere Strategie das Ermahnen und Verwarnen ist. Das Dilemma ist ja, dass wir einerseits froh sein müssen, wenn viele auf das Rad umsteigen, und dass Gott sei Dank bisher keine schlimmen Unfälle passiert sind. Andererseits zählen die Radfahrer zu den undiszipliniertesten Verkehrsteilnehmern. Deshalb appelliere ich an die Eigenverantwortung!
Foto: Oskar Zingerle
GERNOT WIELAND, stellvertretender Kommandant der Ortspolizei Brixen, appelliert an die Eigenverantwortung der Radfahrer, die bei Dunkelheit ohne Licht unterwegs sind.
hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Notaufnahme? Nur im Notfall. Erfahren Sie mehr auf www.sabes.it/notaufnahme
Die Notaufnahme ist rund um die Uhr für Sie da, wenn es sich um einen Notfall handelt. Für andere Gesundheitsfragen ist der Arzt / die Ärztin für Allgemeinmedizin Ihr erster Ansprechpartner.
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN/BRUNECK/BOZEN/MERAN
Krebs betritt die Bühne z Offen über die Krankheit Krebs reden ist sehr oft nicht einfach, denn krank zu sein hat gerade in unserer Leistungsgesellschaft selten Platz. Aber, so Onkologe Christoph Leitner und Rechtsanwalt Andreas Leiter, „Krebs geht uns alle an!“, weshalb ein offener Dialog über die Krankheit so wichtig sei. Sie sind die Initiatoren der „Brunecker Krebsgespräche“, die vor zwei Jahren in Bruneck ins Leben gerufen wurden. Heuer gingen sie damit ins ganze Land, und zwar auf die Bühnen der Kleinkunsttheater in Bozen, Bruneck, Meran und Brixen unter der Moderation von Verena Duregger. Den Auftakt machte Bruneck, wo im Stadttheater auch Peter Mitterrutzner auf der Bühne saß. In der Bozner Carambolage stand das Thema Brustkrebs im Fokus, und im Meraner Altstadttheater sprachen zwei betroffene Theatermacher über ihre Erfahrungen. In Brixen betrat am 28. November Krebs die Bühne der Dekadenz. Hier ging es um drei Menschen,
die trotz der Krebsdiagnose positive Erfahrungen machen durften. Vor einem voll besetzen Theatersaal erzählten Valentina Vecellio, Meinhard Feichter und Walter Lücker von den Höhen und Tiefen ihrer Krankheit: Was diese
Diagnose für das eigene Leben gebracht hat, wie sich das Umfeld verändert hat, und vor allem, was diese Diagnose an Gutem für die Betroffenen selbst brachte. So hat Meinhard Feichter etwa ein Buch geschrieben, und Valentina
Vecellio hat ein Sportprogramm für Krebspatienten entwickelt. Im Kern der Krebsgespräche standen von Anfang an die Patientengespräche, während Fachärzte für den medizinischen Rahmen sorgen. sp
Wir bedanken uns bei unseren Kunden für das erwiesene Vertrauen und wünschen allen frohe Festtage und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Larcher & Brunner GmbH · Julius-Durst-Straße 66 39042 Brixen · Tel. 0472 068 199 info@larcherbrunner.it 18
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EISACKTAL / PUSTERTAL
Holy shit
z Die Jugenddienste Brixen, Unteres Eisacktal und Unteres Pustertal haben ganz im Zeichen der Kinder- und Jugendpastoral die Aktion „Holy shit“, ein religiöses Wochenende, auf die Beine gestellt. Das Motto lautete: „48 Stunden, in denen dem Glauben keine Grenzen gesetzt werden“. Gemeinsam mit neun Jugendlichen zwischen 14 und 22 Jahren begaben sich drei Referenten ins Jungscharhaus Nobls. Dort warteten ein buntes Programm, leckeres Essen und viel Spaß auf die Jugendlichen. Der erste Abend lud zum Nachden-
ken über Glaube und Musik ein. Eigene Lieblingslieder wurden auf ihre Botschaft hin überprüft; gemeinsam wurde eine Soundandacht gefeiert, in der jeder zu Wort kam. Der Samstag ließ Zeit für eine Glaubens-Selbstreflexion. Nach einem Couchgeflüster über die Gottesvorstellungen wartete ein theatralischer Teil auf, der auch die Bibel mit einschloss. Der Abend war von Kreativität gezeichnet und endete am Lagerfeuer mit Marshmallows und einer Schneeballschlacht. Beim Brunch wurde am Sonntag noch die eigene Rhetorik geübt. Hier ging es vor allem um das Reden über den Glauben. Kinder und Jugendliche in ihrer Glaubensentwicklung zu fördern, die Pfarreien und Gemeinden dabei zu unterstützen und mit Weitblick Räume und Rahmen dafür zu schaffen, stellt für die 20 Jugenddienste Südtirols eine wesentliche Aufgabe dar. sp
he c u S r e d f u a Noch EN? G I T H C I R r e d nach
BRIXEN
Esten in Brixen z Die neueste PISA-Studie hielt eine Überraschung parat: Die neuen Musterschüler Europas kommen diesmal nicht aus Finnland, sondern aus Estland, jenem kleinen Staat am nordöstlichsten Rand der EU, bis vor drei Jahrzehnten noch Teil der Sowjetunion. In den PISA-Tests werden weltweit die Kompetenzen von Schülern insbesondere in Mathematik und beim Lesen getestet. Kurz nach Bekanntwerden der Ergebnisse war eine Delegation des estnischen Bildungsministeriums zu Gast an der Fakultät für Bildungswissenschaften. Grund genug für Stadträtin Monika Leitner, die 20 Kolleginnen im Gemeinderatssaal zu begrüßen: „Ihr seid die erste Delegation aus Estland bei uns in Brixen und die erste Gruppe, die unser neu umgebautes Rathaus besucht.“ Die
Gäste, Expertinnen zum Thema „Mehrsprachigkeit“, bekamen Einblicke in den Alltag am Kindergarten Millecolori und an den ladinischen Schulen im Gadertal. Obgleich die Kinder in Estland bei PISA besser als unsere Schüler abgeschnitten haben, konnte die Delegation Anregungen von hier mitnehmen, wie etwa die neue dreisprachige Grammatik, erarbeitet an der Uni Bozen. Unvergessliches Highlight des Programms waren jedoch die Weinverkostung bei Manni Nössing und ein Blitzbesuch auf der Plose: „Unser höchster Berg in Estland ist gerade mal 380 Meter hoch. Hier auf gut 2.500 Meter zu sein, ist einfach nur fantastisch“, schwärmte Anna Golubaeva, Organisatorin des Besuchs und Vertreterin der russischsprachigen Minderheit Estlands. ris
WIR BIETEN ARBEITSSTELLEN... für Auszubildende, Lehrlinge und Quereinsteiger, als Spengler, Isolierer, Abdichtungsmonteure.
www.bauspenglerei-stampfl.it
z In der Gemeinderatsitzung vom 29. November berichtete Stadträtin Monika Leitner unter anderem über die Tätigkeiten der Kommission für Chancengleichheit. Dazu präsentierte Annemarie Augschöll, Professorin an der Fakultät für Bildungswissenschaften, die Ergebnisse der Projektkooperation der Kommission mit dem Forschungs- und Dokumentationszentrum der unibz. Mittels Fragebogen waren von Studierenden der Fakultät im Mai 2017 alle Maturanten der Brixner Oberschulen befragt worden. Von den 294 Interviewten waren 182 weiblichen und 112 männlichen Geschlechts. Unterschiedlich waren die Kriterien bei der Schulwahl: Bei den Mädchen waren in hohem Ausmaß die Eltern die wichtigsten Berater. Die Jungen hingegen haben sich zu 50 Prozent selbst informiert. Lehrpersonen und Berufsberater spielten bei beiden Geschlech-
tern eine geringe Rolle. Ausschlaggebende Kriterien bei der Berufswahl sind der interessante Job, die gute Bezahlung und die persönlichen Fähigkeiten. Während Jungen glauben, dass sie ihre Traumberufe erreichen können, sind Mädchen skeptischer. Wichtige Erkenntnisse der Studie sind, dass Brixen als Schulstadt vornehmlich Mädchen anspricht, da das Angebot an technischen Oberschulen begrenzt ist. Darunter leiden vor allem Jungen aus entfernteren Gebieten. Deshalb wäre die Errichtung einer technischen Oberschule, wie es sie in Bozen und Bruneck gibt, notwendig. Da den Jugendlichen Berufe in Betrieben in und um Brixen vielfach nicht bekannt sind, bräuchte es zudem dazu eine bessere Aufklärung. Erste Gespräche mit Vertretern aus Politik und Schule hat es im Mai 2019 bereits gegeben; weitere Maßnahmen sind geplant. jb
Inserat Jänner
13. – 18.1.2020
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GRATI
ZIRBENKISSEN BEIM KAUF VON DREI ÄTHERISCHEN ÖLEN IHRER WAHL
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BRIXEN
Firstfeier für die Musikschule z Am 30. Dezember 2014 hatte Albert Pürgstaller das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb zur neuen Brixner Musikschule vorgestellt – und fast auf den Tag genau fünf Jahre später durfte die Gemeinde auf dem Rohbau den Firstbaum anbringen. Im offenen Durchgang zwischen Musikschule und dem neuen Probelokal der Bürgerkapelle Brixen fand eine kleine Feier statt, in der Bürgermeister Peter Brunner Worte des Dankes aussprach – vor allem in Richtung Baufirmen und Handwerker, die „wirklich ausgezeichnete Arbeit leisten“. Er bedankte sich ebenfalls beim zuständigen Stadtrat Thomas Schraffl und den beiden technischen Leitern Renato Sette und Alexander Gruber, die
den Bau koordinieren. Fast 13 Millionen Euro wird die Musikschule gekostet haben, sobald Ende 2020 die Musik in ihr einziehen wird. Der Direktor der Musikschule, Hans Peter Stifter, freute sich anlässlich der Firstfeier, dass die Wartezeit bald ein Ende finden werde, denn die Musikschule platzt in den derzeitigen Räumlichkeiten aus allen Nähten. Auf derselben Baustelle entstehen, wie erwähnt, auch die neuen Probelokale der Bürgerkapelle und die Vereinslokale des AVS Brixen, der übrigens in direkter Nachbarschaft gerade die Kletterhalle erweitert. Bürgermeister Brunner brachte es auf den Punkt: „Wenn alle in dieselbe Richtung arbeiten, geht etwas weiter.“ wv
BRIXEN
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Foto: Willy Vontavon
Schulstadt Brixen
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
z Am 30. November organisierte der Krampusverein „Ofra Steilhongteifl“ den zweiten Krampuslauf in seinem Heimatdorf Afers. Mit dabei waren neun Gruppen mit insgesamt 130 Teufeln. „Alle zwei Jahre werden wir in Zukunft einen Krampuslauf organisieren, abwechselnd mit jenem der ‚Oachna Krampusse‘“, erzählt Sebastian Pernthaler, Obmann der „Ofra Steilhongteifl“. Im Jänner 2018 hat er in Afers den Krampusverein gegründet, „weil so viel Nachfrage danach war“. Ausgehend von einer WhatsApp-Gruppe hatten sich in Windeseile 25 Mitglieder gefunden, die inzwischen auf 28 angestiegen sind, alle im Alter von 18 bis 35 Jahren. „In unserer Gruppe gibt es auch drei Frauen – eine Feuerspuckerin und zwei Schildträgerinnen bei den Schauläufen.“ Gleich zu Beginn hatte man sich darüber geeinigt, dass man ein traditioneller Krampusverein sein wolle, „mit echten Zirbenholzmasken und richtigem Ziegenfell“. Der Schnitzer Luca Pojer aus Salurn
„Ofra Steilhongteifl“
fertigt die hochwertigen Masken, die im Schnitt 1.000 Euro kosten. „Zusammen mit dem Ziegenfellkostüm und der Glocke kommen wir auf rund 1.500 Euro, die jeder von uns aus eigener Tasche bezahlt.“ Nicht nur das Kostüm stellt einen Aufwand dar, sondern die gesamte Organisation des Krampuslaufs selbst. „Sehr aufwändig ist es, die Sicherheit der Teufel bei
den Schauläufen zu garantieren. Wir selbst sehen mit unseren Masken fast nichts.“ Neben dem Krampuslauf in Afers sah man die „Ofra Steilhongteifl“ auch bei den Krampusläufen in Villnöß am 6. Dezember, in Kastelruth am 7. Dezember und im Fassatal am 14. Dezember. Facebook: Ofra Steilhongteifl. sp
BRIXEN
Weniger Steuerbelastung
BRIXEN
Schüleraustausch mit Holland z Die Klassen 3AS des Sprachengymnasiums und 3BR des Realgymnasiums J. Ph. Fallmerayer in Brixen nahmen an einem Austausch mit einer Schule der Niederländischen Stadt Weert teil. Ziel dieses Austauschs war es, die sprachlichen Kompetenzen der Schüler zu verbessern und ihnen eine andere – für viele noch komplett fremde − Kultur näherzubringen. Die Schüler aus Holland besuchten in diesem Rahmen Ende November Südtirol; dabei wurde ihnen ein Einblick in den Südtiroler Alltag gegeben, indem man mit ihnen nicht nur Törggelen war,
sondern auch Bozen und die Seiser Alm besuchte. Der erste Teil des Austauschs war ein voller Erfolg: „Die Woche war sehr außergewöhnlich für uns alle. Wir hatten die Möglichkeit, dem Schulalltag zu entfliehen und eine komplett neue Erfahrung zu machen. Während der Woche hatten wir sehr viel Spaß, und es sind viele neue Freundschaften entstanden“, erzählt die Schülerin Eva Huber. Im März werden sich die zwei Schulklassen dann auf den Weg nach Weert machen. „Wir freuen uns alle schon darauf, die Holländer wiederzusehen!“ lv
z Der Brixner Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 18. Dezember den IRPEF-Freibetrag für den Berechnungszeitraum 2020 von derzeit 28.000 auf 35.000 Euro erhöht; das bedeutet, dass ab 2021 über 2.000 Brixner um insgesamt etwa 100.000 Euro weniger Steuern bezahlen müssen. Mit der bisherigen Regelung waren bereits 68 Prozent der Brixner von dieser Steuer befreit, also insgesamt 11.400 Bürger; ab 2020 werden es 13.500 und somit knapp 81 Prozent der Steuersubjekte sein; bei den Pensionisten sind es sogar 88 Prozent. Die Erhöhung des Freibetrags ist ein weiterer Schritt hin zur Entlastung der Bevölkerung – „ein wichtiges Zeichen von Bürgermeis ter Peter Brunner für einen ausgeglichenen Haushalt, der neben zahlreichen Investitionen auch im Steuerbereich Akzente setzt“, sagt der Arbeitnehmer-Gemeinderat Ingo Dejaco (im Bild). Das Brixner Modell des Zuschlages auf die Einkommenssteuer (IRPEF) wurde schon 2013 vom italienischen
Wirtschaftsmagazin „Il Sole 24 Ore“ in einem groß angelegten Vergleich lobend hervorgehoben, da es sozial ausgewogen sei und niedrige Einkommen zu Gunsten höherer entlaste. Die SVP-Arbeitnehmer zeigen sich erfreut über die geplante neuerliche Anpassung: „Unser Ziel ist die langfristige Abschaffung dieser Zusatzsteuer. Bis dies finanziell möglich ist, wollen wir den Hebesatz sozial verträglich gestalten“, so Dejaco, der das IRPEF-Modell mit dem stufenweisen Hebesatz seinerzeit mit ausgearbeitet hatte. wv
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Menschen & Meinungen DIE FILIGRANE LANGGLIEDRIGE: Margot Mayrhofer spielt auf allen Bühnen zwischen Innsbruck und Meran
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PORTRAIT
Die Dünnhäutige Foto: Oskar Zingerle
Spätestens seitdem sie bei den „Schaßtrommeln“ die todessehnsüchtige Wienerin spielte, ist MARGOT MAYRHOFER als Schauspielerin in Südtirol einem breiten Publikum bekannt geworden. Heuer begeht die 42-Jährige ihr 20. Bühnenjubiläum.
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ie ist in Wien zur Welt gekommen, im gleichen Krankenhaus wie Romy Schneider. Von Geburt an von einer solchen Aura umgeben – wenn das kein gutes Omen ist! Aufgewachsen ist sie aber am Marchfeld, „Klein Texas“, nennt es Margot, denn es gibt lauter Erdölfelder und Windparks dort. Eine öde Gegend. Kein Wunder, dass sie ausbrechen will. Schon als Jugendliche fährt sie mit ihren Freunden immer nach Wien, um sich Filme und Musicals anzusehen. Die sanfte Mutter hat nichts dagegen, aber der Vater, ein Apotheker, sähe sie als seine Nachfolgerin doch gerne mit weniger Flausen im Kopf. Selbst der Vater muss ihr zugestehen: „Die einzigen ausgeglichenen Momente in der Pubertät waren die, wenn du von der Theaterprobe heimgekommen bist.“ Ja, das Eintauchen in eine andere Welt, die Schüchternheit, die Komplexe wegen ihrer Größe gaben ihr Selbstvertrauen. Als Margot dann auch noch die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Krauss bestand, war der Samen gesät, obwohl die Oma ihr doch geraten hatte: „Geh doch auf einen Apotheker-Ball und angle dir einen feschen Pharmazeuten!“
Erste Erfahrungen. „Probier’s
halt!“, meinte der Vater, und die Ausreißerin zog in eine WG nach Wien Favoriten und frönte endlich vorbehaltlos ihrer Leidenschaft. Die Jahre an der Schauspielschule waren natürlich spannend, auch weil die Schauspielanwärter immer wieder mit Namen wie Regina Fritsch und Robert Meyer zu tun hatten. Für Mädchen gab es kaum Rollen damals, aber Margot bot sich eine tolle Gelegenheit in Reichenau an der Rax, dem Sommerspielort des Burgtheaters. Meyer suchte für das Stück „Das Mädl aus der Vorstadt“ vier völlig unterschiedliche Mädchenrollen. „In so ein Konzept passe ich natürlich gut rein“, freut sich Margot, „endlich hatte ich meine erste richtige Rolle.“ Als der Schauspielschulleiter Klaus Rohrmoser als Direktor an das Landestheater Innsbruck be-
ordert wurde, nahm er die junge Schauspielabsolventin kurzerhand mit. „Es waren vier herrliche Jahre am Landestheater“, erinnert sich Margot, „ich hatte ein geregeltes Einkommen und genoss nebenher die Vorzüge einer lebendigen Studentenstadt.“
Bitteres Leid. Die Freude über das
wunderbare Engagement wurde bald getrübt durch einen tragischen Vorfall, der den Lebensplan der jungen Frau kurz ins Wanken brachte: Die geliebte Mutter erlitt 47-jährig einen Schlaganfall, an dessen Folgen sie bis heute zu leiden hat. Margot, die Melancholische, die Sensible, wurde zum ersten Mal mit der Endlichkeit des Seins konfrontiert. Sie, die stundenlang auf das weite Marchfeld blicken konnte, mit dem Hochnebel, den kreisenden Krähen, und die das Alleinsein zelebrierte, gab sich ganz dem Schmerz hin. „Diese Wiener Schwermut wabert auch heute noch manchmal im Verborgenen“, gesteht Margot, „aber der Lukas, der erdet mich Gott sei Dank.“
Familiengründung. Der Lukas, das
ist der Lukas Lobis, eine Größe in Südtirols Theaterszene. Sie lernen sich am Landestheater kennen, ziehen nach einem kurzen Intermezzo in einem Nest bei Wattens nach Südtirol und heiraten im Jahr 2006. „Ich wollte einfach Familie in der Nähe haben“, sinnierte Margot, „und da gibt es nichts Idealeres als den Lobis-Clan mit seinen elf Mitgliedern.“ Inzwischen sind Greta, elf Jahre, und Rosa, sechs Jahre, dazugekommen, und Finn, der Hund. Unterschiedliche entwicklungspsychologische Befindlichkeiten, von Trotzphase bis Vorpubertät, bestimmen den Alltag. „Ich bin heilfroh, dass wir zu zweit sind“, befindet Margot, „wir sind als Eltern ein gutes Team, und wer beruflich gerade mehr gefordert ist, für den übernimmt der andere.“ Grade wird das Lobis-Haus umgebaut, Lukas mimt gekonnt den Bauherrn und Margot die Interior Designerin („Meine Küche wird mint-grün!“).
Aus dem Alltag einer Schauspielerin. Südtirol ist ein gutes
Pflaster zum Arbeiten für Margot Mayrhofer. Niemand scheint sich hier an ihren 186 Zentimetern zu stören, die filigrane Langgliedrige spielt an allen Bühnen von Meran bis Bruneck. Mit den „Schaßtrommeln“, dem bissig humorvollen Kabarett von Dietmar Gamper, tourt sie mit Christina Khuen und Susan La Dez drei Jahre lang durch die Lande und steigert damit ihren Bekanntheitsgrad. Sie arbeitete als Radiosprecherin, moderiert seit vier Jahren die „Spielzeit“ im Fernsehen, gibt Rethorikkurse, übernimmt Voice-over-Sprechrollen in Radio und TV. „Manchmal wachsen einem Flügel“, freut sich Margot, „wie bei ‚Grillenparz‘ im vorigen Jahr, wo einfach alles perfekt passte und ich endlich wieder mal singen durfte.“ „Ganslhaut“ bereiten ihr auch Projekte wie TalKlang mit Markus Prieth, wo sie Texte las und Prieth die Musik dazu arrangierte. Gänsehaut bereitet sie umgekehrt auch dem Publikum, das manchmal in Ehrfurcht erstarrt vor soviel Schauspielkunst. Lampenfieber kennt sie übrigens nur bei der Premiere. Danach wird sie eins mit ihrer Rolle, der Perfektionistin unterläuft kein einziger Fehler, Hänger oder Versprecher. Sie beeindruckt tief mit ihrer geschliffenen Sprache und dem unverwechselbaren Klang ihrer Stimme.
Die Engagierte. Derzeit ist sie
mit dem Stück „Angst essen Seele auf“ auf Tournee, eine leicht abgeänderte Fassung vom gleichnamigen Rainer-Werner-FassbinderFilm, der die Diskriminierung von Ausländern zum Inhalt hat. „Die Kleiderkammern sind voll“, weiß Margot, „jetzt ist die Zeit reif für reale Begegnungen. Angst hat man nur vor dem Unbekannten! Wir müssen bereit sein für neue Geschichten, neue Kulturen, durch deren Sichtweise wir uns selber reflektieren.“ Nicht nur soziale Ungerechtigkeit ist ein Thema, sondern auch das Ringen um Gleichberechtigung. „Auch wenn
manches aus dem Ruder gelaufen ist, hat die MeToo-Debatte doch einiges ins Rollen gebracht“, zeigt sich Margot zufrieden, die selbst auch schon ungute Erfahrungen mit der chauvinistischen Männerwelt hatte. Sie ist glühender Fan von Greta Thunberg und versucht, im Rahmen des Möglichen (man muss ja nicht mit dem Flieger nach Wien) umweltbewusst zu leben – auch um der Kinder willen. Südtirol liebt sie nicht nur wegen der schönen Landschaft, sondern einmal aus ernährungstechnischen Gründen: „Man kauft beim Bäcker, beim Metzger, beim Gemüsehändler regionale Produkte, und erst am Ende der Kette steht der Supermarkt, wo höchstens die Nudeln und der Reis besorgt werden.“ Als zweiten Pluspunkt wertet die Niederösterreicherin unser Schulsystem, das jedem Kind bis zum Ende der Mittelschule Zeit gibt, sich zu orientieren.
Aussichten. „M M“ ist glücklich in
ihrem Beruf, aber die richtige Balance zwischen Arbeit und Familie ist ihr wichtig. So hat sie bis auf die Ausnahme im letzten Sommer, wo sie auf Schloss Tirol mitspielte, noch keine Freilichtaufführung bestritten. Sie genießt die Ferien mit den Kindern und die Besuche im Elternhaus. Jetzt hat sie wieder Lust, Gesangsstunden zu nehmen, ihr Cello aus der Ecke zu holen, um ein paar Good Vibrations zu spüren. Und wer weiß, vielleicht einmal mit Lukas zusammen auf der Bühne zu stehen. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie auf mehr Förderung für das junge Theater pochen, eine Szene, die am Puls der Zeit sitzt, die polarisiert, Denkanstöße liefert. Und wenn der Dünnhäutigen mal alles zuviel wird, dann haut sie ab nach Wien, um Freunde zu treffen und durch die Stadt zu stromern. Wien bleibt eben Wien!
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 23
Menschen & Meinungen
BRIXEN/BERLIN
In den IKEMBeirat berufen z Rudi Rienzner, Direktor des Südtiroler Energieverbandes (SEV), ist in den Beirat des angesehenen Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) in Berlin berufen worden. Der gebürtige Brixner dazu: „Unsere Stromerzeuger arbeiten überwiegend mit Wasserkraft, die meisten Fernheizwerke nutzen Biomasse als Brennstoff, und eine dezentral ausgerichte-
te Versorgung mit Energie gilt heute als zukunftsweisend. Aus dieser Tradition heraus möchte ich dazu beitragen, unsere Energiezukunft in einem europäischen Wissenschaftsnetzwerk innovativ zu gestalten.“ Der neu gebildete Beirat traf sich am 25. November in Berlin und beriet über mögliche Themen für die Forschungsarbeit des IKEM, wie Umsetzungsstrate-
gien für die Energiewende oder die Zukunft der Wärmeversorgung. Dem Gremium gehören 20 Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an. sp
M&M BRIXEN
Neuer Präsident bei den Lions z Der Brixner Wirtschaftsberater Robert Peintner (links im Bild) wurde zum Präsidenten des Lions Clubs Brixen gewählt, dem er nun für ein Jahr vorsteht. Kürzlich fand im Hotel Grüner Baum gemeinsam mit dem Lions Club Brenner Europa brücke ein Mitgliederabend statt, an dem auch der Distrikt-Gouverneur Guido Cella (rechts) aus Bassano del Grappa teilnahm. Der Lions Club Brixen wurde 1990 gegründet und besteht derzeit aus 35 Mitgliedern aus dem Raum Brixen, Klausen, Sterzing und Bruneck. „Wir versuchen, den Gedanken der weltweiten Lions-Familie auf lokaler
kurz
notiert
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Ebene weiterzutragen – mit einfachen, aber effizienten Aktionen“, sagt Peintner. Gleichzeitig unterstütze der Brixner Club auch globale Hilfsaktionen der Lions – „immer mit dem Ziel, der Gemeinschaft zu dienen“. Vor wenigen Tagen verkauften Mitglieder der Lions am Brixner Weihnachtsmarkt Glühbier und Lebkuchen; der Erlös wird verwendet für ein Projekt innerhalb des Südtiroler Zentrums für pädia trische Palliative Care, das gerade in Planung ist. Seit der vergangenen Ausgabe ist der Club auch am Brixner Altstadtfest präsent. Der Lions Club unterstützt in aller Stille aber
Jakob Pichler und Niklas Mantinger heißen die Sieger des Wettbewerbs „Let’s cook it“. Der Wettbewerb, bei dem junge Kochtalente in Zweierteams gegeneinander antreten, fand heuer in seiner zweiten Auflage an der Landesberufsschule für das Gast- und Nahrungsmittelgewerbe Emma Hellenstainer statt.
Foto: Willy Vontavon
Menschen & Meinungen
auch häufig Familien, die nach einem Unglücks- oder Todesfall in Not geraten sind. Lions ist die weltweit größte und bedeutendste
gemeinnützige Organisation; sie besteht aus 46.000 Clubs und über 1,4 Millionen Mitgliedern. wv
Sechs Schüler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums Josef Gasser in Brixen – Adam Ainhauser, Lorén Kerschbaumer, Anna Schönegger, Nadia Stuffer, Julian Summerer und Jana Zingerle – beteiligten sich am internationalen Projekt „SchulBrücke Europa“ in Jena.
Der Generalvikar, Domkapitular an der Kathedrale sowie Regens am Bischöflichen Institut Vinzentinum in Brixen, Eugen Runggaldier, wird ab 6. Jänner zusätzlich zum Dompropst an der Kathedrale in Brixen ernannt. Er ersetzt Josef Matzneller, der weiterhin Präsident der Hofburg in Brixen bleibt.
O o op s
LAMMento
mein Hoppala
Philipp Achammer, Landesrat
Dank für elterliche Begleitung Als Landesrat für Schule und Bildung nahm ich vor einigen Jahren an einer Diplomverleihungsfeier teil – keine Seltenheit in meinem beruflichen Alltag. Wie immer zu solchen Anlässen sah ich in durchwegs fröhliche Gesichter, wenn es mir auch etwas seltsam vorkam, dass der Altersdurchschnitt der Absolventen gefühlt etwas höher war als sonst. In meiner Ansprache habe ich allen Abgängern ganz herzlich zu ihrer Leistung gratuliert, und – wie immer – auch die Gelegenheit ergriffen, den Eltern dafür zu danken, dass sie die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Ausbildungsweg begleitet haben. Im Anschluss an die Diplomverleihung ist ein Absolvent zu mir gekommen und hat sich herzlich bedankt. Er werde den Dank auch seiner Mutter weiterleiten, die allerdings bereits 95 und im Altersheim sei. Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es handelte sich um Absolventen des zweiten Bildungswegs, also durchwegs Erwachsene. Der Fauxpas in meiner Ansprache war hoffentlich nicht allen aufgefallen ...
Leser kochen für Leser
mmh!
Sonjas Mohn-Quark-Torte > Zutaten Mohnbiskuit: 4 Eier; 150 g Zucker; 1 EL Vanillezucker; 100 g Mohn, gemahlen; 50 g Maisstärke; 1 TL Backpulver Creme: 250 ml Sahne; 100 g Zucker; 250 g Quark; 1 EL Vanillezucker Fruchtspiegel: 1 Blatt Gelatine; 100 g Früchte; 1 EL Zucker
> Zubereitung Biskuit: Eier und Zucker schaumig rühren. Vanillezucker, Mohn, Maisstärke und Backpulver vermischen und unter die Ei-Zucker-Masse heben. Springform einfetten, Masse einfüllen und glattstreichen. Im vorgeheizten Backofen auf der unteren Schiene
bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) zirka 45 Minuten backen. Kuchenrand mit Messer von der Form lösen und abkühlen lassen. Creme: Sahne mit Zucker steif schlagen. Quark und Vanillezucker unterrühren, auf den Biskuit streichen. Fruchtspiegel: Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Früchte und Zucker pürieren, bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Gelatine darin auflösen. Etwas auskühlen und auf dem Kuchen verteilen. Im Kühlschrank mindestens 2 Stunden kaltstellen.
Scheinheilig „Die ganze Welt versucht permanent, Gretas Scheinheiligkeit zu beweisen!“, ärgert sich der Franz, während er im überfüllten Zug nach Bozen auf dem Boden kauert und einen biologischen Ingwer-Pressling lutscht. Das ist eine psycho-logische Reaktion von Menschen, die sich ertappt fühlen, sag ich, man ist in der Defensive und sucht eben Methoden der Verteidigung. Zum Beispiel das Delegieren der Verantwortung auf andere: „Eigentlich ist mein ökologischer Fußabdruck doch gar nicht so schlimm – jener der Chinesen ist viel schlimmer!“ Oder man kauft sich frei: „Ich hab doch ein Elektroauto, und den Müll trenn ich auch – dafür kann ich im Sommer nach Malibu fliegen und mittags bei MacDonalds in zehn Minuten fünf Kilo Abfall erzeugen!“ Oder man relativiert: „Klimawandel – das ist doch nur so ein Ökoscheiß.“ Die beste Methode besteht aber im Gegenangriff: „Du woll du, bisch jå um koan Deit besser!“ Und der Gegenangriff auf die Ankläger ist meist effizient: „Warum verkaufst du nicht dein Auto? Aha, am Wochenende fliegt ihr um 30 Euro nach Barcelona?? Und stimmt es, dass ihr gestern ein argentinisches Steak gegessen habt? Und ... bäh! Ist das etwa eine Plastikflasche??“ Wer mit erhobenem Zeigefinger besserwisserisch sein Umfeld anklagt, muss sich also schon sehr sicher sein, dass er selbst ohne Schuld ist – und das gelingt nicht einmal Greta. Wenn hingegen jeder in Stille versuchen würde, sein eigenes Verhalten ansatzweise klimaschutztauglich zu gestalten, ginge es uns allen besser. Dem Klima übrigens auch.
Unsere Anzeigenleiterin Sonja Messner hat die „Brixner“Crew mit dieser leckeren Torte verwöhnt. Wir waren begeistert und einstimmig der Meinung, dass dieses Rezept definitiv zum Nachbacken auch unseren Lesern bekanntgemacht werden muss. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
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Menschen & Meinungen
Echo
Leser schreiben uns
„Wie lange sollte man applaudieren?“ Ein Leserbrief zur Rezension zu „Play Galilei“, „Brixner“ Nr. 358, S. 50
Sophia Mariarosa Unterkircher, Brixen, im Auftrag der Klasse 1BR, Realgymnasium J. Ph. Fallmerayer
BRIXEN
Stammgast auf 3.195 Metern z Willi Weissteiner hat seine Liebe zum Bergwandern erst spät entdeckt: Im Alter von rund 40 Jahren wurde er mit dem Bergvirus infiziert, und seitdem ist er auf den Gipfeln der Welt unterwegs. In der Schweiz erklomm er sechs Viertausender, darunter den Mont Blanc. Der eigentliche Aufhänger dieser Meldung ist aber ein anderer: Willi Weissteiner hat in seinem Leben nicht weniger als 33-mal den Becher in Ridnaun erklommen, zuletzt im heurigen Sommer. Wer den 3.195 Meter hohen Berg mit seinem außergewöhnlichen gleichnamigen Gipfelhaus schon einmal bestiegen hat, weiß, dass eine solche Tour,
zumal mit 85 Jahren, wahrlich kein Spaziergang ist. Sowohl für den Aufals auch für den Abstieg muss man jeweils mit sechs Stunden Gehzeit rechnen; in seinen „fitten Jahren“ ist Willi auch schon in vier Stunden hinaufgegangen. Heute teilt er sich die Tour, wie viele andere auch, auf zwei Tage auf. Willi Weissteiner war in den 80er Jahren zum ersten Mal auf dem Becher. Das Erlebnis hat ihn offenbar geprägt, denn seither wiederholte er die Tour fast jedes Jahr, wenn es die Wetterverhältnisse zuließen. Wenn es die Gesundheit erlaubt, wird Willi wohl auch im nächsten Jahr wieder auf dem Becher stehen. oz
Wir möchten zu ihrem Artikel des aktuellen „Brixner“ über das Theaterstück „Play Galilei“ Stellung nehmen. Wir als Zuschauer sind mit der Beschreibung des Stückes und auch mit der Kritik am Publikum unzufrieden. Sie schreiben nämlich in Ihrem Artikel: „Mit beißendem Humor und in einer modernen Sprache gelang es dem Ensemble, die Geschehnisse um 1600 in das Heute zu übertragen.” Bei der „modernen Sprache“ können wir Ihnen zustimmen, jedoch trifft der zweite Punkt, der des „beißenden Humors“, nicht zu. Auch haben Sie darüber geschrieben, dass die Schulklassen es nicht zu honorieren wussten und die witzigen Pointen nicht verstanden haben. Da fragen wir uns zuerst einmal, wo diese Pointen waren. Auch die Lehrpersonen haben diese nicht als besonders „witzig“ empfunden. Sind diese also auch zu blöd? Eigentlich wäre es die Aufgabe des Ensembles, altersgerechte und für Jugendliche verständliche „Witze“ zu gestalten, vor allem bei
Jugendstücken. Außerdem finden wir Ihre Aussage, den Schülern sei nicht bewusst gewesen, dass man nach einer Aufführung zu klatschen habe, nicht berechtigt, da das Publikum am Ende der Vorführung sehr wohl applaudiert hat. Wie lange sollte man nach einem Theaterstück, um höflich zu sein, applaudieren? Dieser Applaus war die Rückmeldung an das Stück, das weder eine Thematik mit eindeutigem Höhepunkt besaß noch überzeugend gespielt wurde. Zusammenfassend kann man sagen, dass einzelne Schüler nicht aufmerksam waren, aber das ist bei Aufführungen für Erwachsene nicht anders. Bei dieser Aufführung trifft die Schuld unserer Meinung nach nicht das Publikum, sondern die Interpretation des Stückes. Anm. d. Red.: In der Rezension haben wir niemandem Dummheit unterstellt, sondern allenfalls divergierendes Pointenverständnis oder geringes Interesse. Mag das Urteil über ein Stück auch individuell sein, gebietet die Höflichkeit, den Einsatz des Ensembles mit Applaus zu honorieren. Das fehlende Engagement wird durch die Zusendung dieses Leserbriefes erfreulicherweise widerlegt. Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
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Pro& Contra Belastet Elektromobilität die Umwelt? Der Hintergrund:
Foto: Oskar Zingerle
Seit das US-amerikanische Elektro-Auto Tesla des Unternehmers Elon Musk auch bei uns die Straßen bevölkert und damit die klassischen Premiummarken gehörig unter Druck setzt, diskutiert die Welt heftig über die Kernfrage: Sind Elektro-Autos wirklich so umweltfreundlich, wie es den Anschein hat, oder ist alles mehr Schein als Sein? Auch in Südtirol reißen die Diskussionen darüber nicht ab.
OTTO MAHLKNECHT, Die Freiheitlichen: „Unökologisch und unglaubwürdig“
Ja Wenn man den gesamten Lebenszyklus eines Elektro-Autos von der Herstellung bis zur Entsorgung berücksichtigt, hat es eine schlechtere Umweltbilanz als ein Auto mit Dieselmotor. Das Problem sind die bis zu 700 Kilogramm schweren Batterien. Der Bau ist enorm energieaufwändig. Es braucht Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, seltene Erden, Kupfer, Nickel und Grafit, für deren Herstellung doppelt so viel Umwelt zerstört wird wie für den Bau eines Autos mit Verbrennungsmotor. Beim Lithiumabbau verschwinden im wasserarmen Abbaugebiet zwischen Bolivien, Argentinien und Chile für ein einziges Auto bis zu 80.000 Liter Wasser. Kobalt kommt meist aus dem Kongo und wird oft mithilfe von Kinderarbeit gewonnen. Das Recyceln der Batterien ist wegen der vielen Inhaltsstoffe und der komplexen Demontage zu teuer. Die Einnahmen aus dem Verkauf der recycelten Stoffe wiegen die Kosten für Sammlung, Demontage und Recycling nicht auf. Deshalb landen die viele Batterien als gefährlicher Elektroschrott auf Müllhalden oder werden verbrannt. Außerdem müssen Batterien meist Hunderte Kilometer weit zu einem industriellen Entsorger gebracht werden, was auch sehr gefährlich ist. E-Autos erzeugen auch Feinstaub – ihr einziger Vorteil besteht darin, dass sie am Einsatzort keine Emissionen erzeugen. Aber auch das ist nur für verdreckte Megacitys notwendig und nicht für die kleinen sauberen Südtiroler Städte. Weltweit Dreck und CO2 erzeugen, damit man in Brixen emissionsfrei fahren kann? Das ist unökologisch und unglaubwürdig. z
MARKUS FREI, Grüne Bürgerliste: „Es braucht eine ‚Verkehrswende‘“
Nein Mobilität ist aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie basiert allerdings bisher auf fossilen Energieträgern, verursacht damit Emissionen von Stickoxiden, Feinstaub und dem Klimagas CO2 und belastet damit Mensch und Umwelt. Was das Klima angeht, so gehen die Emissionen durch Industrie und Gebäude zurück; beim Verkehr tut sich dafür seit Jahren fast nichts, weil Autos immer größer und schwerer werden und wir immer mehr Kilometer zurücklegen. Es braucht deshalb eine „Verkehrswende“. Priorität ist nach wie vor Verkehrsvermeidung durch kürzere Wege und Vermeidung unnötiger Fahrten. Danach kommt die Verlagerung des Verkehrs auf Fahrräder oder öffentlichen Verkehr für insgesamt weniger Individualverkehr und mehr Lebensraum in der Stadt. Durch die Elektromobilität haben wir die große Chance, den verbliebenen Verkehr lokal emissionsfrei zu gestalten und mit erneuerbarem Strom zu versorgen. Mit kleinen und leichten Elektroautos, mit Elektrofahrrädern und mit Carsharing-Angeboten können wir Elektromobilität nachhaltig gestalten. Was noch fehlt, ist die weitere Verbesserung der Umweltbilanz von Batterien. Materialien wie Kobalt und Lithium können verringert werden, und alten Batterien aus Elektroautos kann ein zweites Leben als Energiespeicher für zuhause eingehaucht werden. Klar ist: Wenn wir den Klimaplan Südtirol und die Pariser Klimaziele einhalten und bis 2050 vollständig auf erneuerbare Energieversorgung umsteigen wollen, dann kommen wir ohne Elektromobilität nicht aus. z
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UMFRAGE
E-Qualm, kleineres Übel?
Fotos: Oskar Zingerle
Eigentlich gibt es sie schon lange, aber seit einigen Jahren erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit: E-Zigaretten, die – weil nur Dampf produzierend – angeblich weniger schädlich sein sollen als herkömmliche Glimmstängel. Zu dieser These liest man letzthin öfter von gegenteiligen Erkenntnissen. Was meinen unsere Leser dazu?
Marlene Seeber hält E-Zigaretten „sicher für nicht weniger schädlich als gewöhnliche Zigaretten. Duft- und Inhaltsstoffe der Dampfzigaretten sind bestimmt nicht harmloser als jene im Tabak. Dass E-Raucher keine Sonderbehandlung in Lokalen erhalten sollen, ist daher mehr als klar. Mir ist das Gedampfe auch nicht sympathisch. Ich rauche selbst – nicht aus Überzeugung –, aber auf EZigaretten würde ich auf keinen Fall umsteigen“.
Elsa Aichner findet E-Zigaretten „nicht so schlimm, weil man sie weniger riecht als Tabak-Zigaretten, aber aus meiner Sicht hat beides wenig Sinn. Die Inhaltsstoffe der E-Zigaretten sind wohl nicht weniger schädlich als jene mit Tabak, und deswegen möchte ich selbst passiv keine der beiden Sorten mitrauchen müssen. Ein Verkaufsverbot für E-Zigaretten, wie es in San Francisco bereits gibt, würde ich befürworten“. 28
„Man hat ja angenommen, dass die E-Zigarette weniger schädlich sei, aber wie man in letzter Zeit gehört hat, soll das nicht stimmen“, weiß Pepi Mutschlechner. „Ich rauche weder normale noch E-Zigaretten. Neben einem Raucher zu stehen oder zu sitzen, ist zwar nicht angenehm, aber wegen mir muss jemand seine Zigarette auch nicht auslöschen. Ein Verbot bringt wenig. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“
Mit dem Rauchen aufgehört hat Martin Pider schon vor langer Zeit: „Rauchen ist allgemein nicht gut für die Gesundheit. Wenn jemand meint, er muss eine EZigarette rauchen, dann soll er das tun, und das gilt genauso für normale Zigaretten. Auch wenn E-Zigaretten nur Dampf produzieren, sollen auf jeden Fall dieselben Regeln gelten wie für das herkömmliche Tabak-Rauchen.“
Alexandra Mair raucht „jetzt nicht mehr“ und deutet dabei stolz auf den Kinderwagen, den sie vor sich herschiebt. „Ich habe sogar selbst E-Zigarette geraucht und damit mehr gehustet als mit den normalen Zigaretten. Meine Bronchien haben die E-Zigarette gar nicht vertragen. Eine strengere Reglementierung halte ich nicht für sinnvoll. Wer rauchen will, greift entweder zum Dampfer oder zur normalen Zigarette.“
Lena Acherer raucht selbst normale Zigaretten und hat „schon einmal eine E-Zigarette probiert. Der chemische Geschmack hat mir gar nicht gefallen, und deshalb ist das nichts für mich. Ob das eine oder das andere mehr oder weniger schädlich ist, kann ich nicht beantworten. Mich selbst stört es nicht, wenn neben mir ‚gedampft‘ wird; ich könnte aber durchaus verstehen, wenn sich Nichtraucher gestört fühlen“.
„Aus persönlicher Erfahrung und Überzeugung“ ist Christian Potauner „entschieden gegen jede Form des Rauchens. Rauchen kann das Leben zerstören, und dafür bezahlen Menschen auch noch gutes Geld! Jeder müsste so viel Verstand haben, zu verstehen, was ihm gut tut und was nicht. Wenn neben mir jemand eine herkömmliche Zigarette raucht, stört es mich mehr, als wenn E-Zigarette geraucht wird. Mit Verboten und Reglements ist das Problem aber nicht zu lösen“.
„Von E-Zigaretten wie von normalen Zigaretten gestört“ fühlt sich auch Josef Stofner, der selbst Nichtraucher ist. „In Restaurants und Bars sollten für alle Raucher unabhängig von der ‚Technik‘ dieselben Regeln gelten, damit Nichtraucher ihre Ruhe haben. Schädlich und störend ist das eine wie das andere. In diesem Sinne finde ich die gesetzlichen Vorschriften in Italien ausreichend.“
.CC
WĂźnsche allen einen guten Start ins Jahr 2020.
Kunst & Kultur
KARL GRASSER: SONDERAUSSTELLUNG IN DER HOFBURG
Aus tiefem, tiefem Herzen Über 520 Holzschnitte hat der Vinschger Bildhauer Karl Grasser im Laufe seines Lebens gefertigt. In einer Sonderausstellung in der Hofburg sind 135 Arbeiten dieses bedeutenden noch lebenden Künstlers zu sehen – aber nur noch bis zum 6. Jänner. 30
A
m 23. Dezember wird Karl Grasser 96 Jahre alt. Da kann man es ihm nicht verdenken, dass er anlässlich der Eröffnung auf „The Artist is present“ verzichtete. Seine Grußworte kamen per Videobotschaft, wo sich der Künstler in bescheidenster Weise „aus tiefem, tiefem Herzen“ dankbar zeigte, dass er in der ehrwürdigen Hofburg ausstellen darf. Es ist wohl genau die Tiefe des Herzens, die uns bis ins Innerste berührt, die dieser gradlinige, ernsthafte, wahrhaft gläubige Künstler in seinen Werken lesbar macht.
Kunstfertigkeit zeugt und von hoher Vorstellungskraft. Es ist die älteste grafische Technik zur Bildherstellung, ihr bedeutendster Exponent Albrecht Dürer ist jedem ein Begriff. Eine Wiedergeburt feierten der Holz- und der Linolschnitt zur Zeit des Expressionismus und wurde vor allem
rere Bereiche fokussierte: Dörfer, Weiler und Höfe, Menschen bei der Arbeit, Naturstudien, Tiere, selten das eigene Ich. Und immer wieder Mütter.
Chronist der Landschaft. „Im
Holzschnitt kann man viel aussagen, auch daran erinnern, was
Die Zeichnung. Die Themen
der Holzschnitte sind seit jeher eng mit dem Alltag des Künstlers verbunden. Bei Spaziergängen und Wanderungen hatte er bis vor kurzem immer einen Zeichenblock bei sich. „Die Zeichnung ist meine Ausgangsbasis; ohne Zeichnung entsteht kein Bildwerk“, präzisiert der Künstler. Seine scharfe und einfühlsame Beobachtungsgabe, das Studium der Natur, des Kulturraumes, der Verhaltensweise der Menschen sind notwenige Voraussetzungen für seine Zeichnungen, die er meist mit Bleistift, seltener mit Tusche zu Papier bringt. Da der Holzdruckstock als Negativ bearbeitet wird, bedient sich der Künstler eines Spiegels, um die Zeichnung entsprechen wiederzugeben.
Kein leichter Weg. Leicht wur-
de es dem begnadeten Künstler nicht gemacht, seinen Weg bis zum berühmten Bildhauer und Holzschnitzer zu gehen. In Kortschgeboren, besuchte er dort in der Faschistenzeit die italienische Volksschule. Als Jugendlicher geriet er in die Wirren der Optionszeit, musste sich als Hirte und Knecht verdingen. Als 20-Jähriger wurde er zum Wehrdienst einberufen, war zunächst in Russland, dann in Italien stationiert. Im Kampf am Montecassino wurde er durch mehrere Schüsse schwerstens verletzt; seinen linken Arm wird er nie mehr vollwertig gebrauchen können. Und doch studierte er auf Empfehlung von Josef Mahlknecht an der Akademie für bildende Künste in Wien und war Meisterschüler von Franz Santifaller, Hans Andre und Herbert Boeckl.
Zurück in der Heimat. Gras-
ser sehnt sich zurück in seine karge Vinschgauer Landschaft, mit der er zeitlebens innig verwurzelt bleibt. Er widmet sich vordergründig der Bildhauerei, ist überzeugt: „Die Plastik − das ist die Ehrlichkeit, da kann man nicht schwindeln.“ Im gesamten Vinschgau gestaltet er Kirchenkunst, Grabmäler und öffentliche Plätze. Nebenher widmet er sich dem Hochdruckverfahren; bereits 1958 datiert sich die Ägidiuskirche in Kortsch in einer Auflage von fünf Exemplaren. Waren es in den ersten Jahren seines Schaffens nur jährlich zwei bis drei Drucke, so schuf er in den letzten 20 Jahren eine große Anzahl an verschiedenen Motiven, immer darauf bedacht, nicht mehr als 20 Abzüge zu fertigen. Schwarz-Weiß, Hell-Dunkel, Weich-Hart ist die Geschichte dieser Drucktechnik, die von großer handwerklicher
gut hin, verschließt euch nicht, weder der Not noch der Schönheit“ steht als Appell dahinter. Das gilt im Besonderen für die Mutter-Kind-Motive. Seine Mütter lächeln nicht; sie zeigen sich besorgt, legen schützend ihre Hände um die Kleinen. Sie sprechen mit großen dunklen Augen, immer in Frontalansicht, genau wie in seinem Selbstportrait aus dem Jahr 2007, das den ernsten Menschen zeigt, dem man bis in die Seele schauen kann.
Das hohe Alter. Direktor Peter
von den Brücke-Künstlern hoch geschätzt. Ihnen lag diese Kunst mit den harten und kantigen Linien, die Vereinfachung der Form.
Eigene Formensprache. Nach
jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit plastischen Körpern war vielleicht genau der Wunsch nach Reduktion, nach Klarheit
nicht mehr existiert“, meint Karl Grasser. Er bannt alles auf seine Bildstöcke, was ihm am Herzen liegt, vor allem verlorenes Kulturgut wie Höfe, Zäune, altes Gemäuer. Er wird zum Chronisten seiner Heimat. Er erzählt mit seinen Holzschnitten über das bäuerliche Leben und die Traditionen, den gebeugten Kornträger,
„Im Holzschnitt kann man viel aussagen. Auch daran erinnern, was nicht mehr existiert“_ Karl Grasser so machtvoll, um Grasser zum Holzschnitt zu führen. Seine Formensprache reicht dabei von rigider Vereinfachung bis zu ausführlicher Differenzierung. Die Motive holte er sich stets aus der unmittelbaren Umgebung, wobei sich der Holzschnitzer auf meh-
den Drescher, aber auch Liebliches wie Frauen im Garten, die sich einen Blumenstrauß binden. Grasser hat überdies einen genauen Blick für Not und Verzweiflung: Arme, die sich verzweifelt öffnen, die Hand, die das Gesicht bedeckt. „Schaut
Schwienbacher hat die Sonderausstellung nach den verschiedenen Bereichen geordnet und sie in den Räumen gesammelt, auch ein Bildstock ist zu besichtigen. Am Anfang des Themenkreises „Leid und Elend“ im wunderschön gestalteten Katalog (Peter Schwienbacher/Eva Gratl, Fotograf: Andrea Terza) beeindruckt das kleine Werk „Meine Hände“ aus dem Jahr 2015. Diese Hände, die Krieg, Studium, Familie, Freundschaften und Landschaftsumbrüche mitgemacht haben, diese Hände waren schlicht und einfach dem Grundsatz verpflichtet zu zeigen, was es gibt. Heute ist es Karl Grasser auf Grund seines hohen Alters nicht mehr möglich, Ausflüge in die Natur zu machen. Selbst in die Werkstatt schafft er es nur mehr selten. Aber im Wohnzimmer liegen Block und Stift bereit, und er zeichnet jeden Tag.
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 31
Foto: Matthias Gasser
Kunst & Kultur Viel Applaus ernteten die Musikanten von BrixBanda, „MischMasch 1.7“, „Di Vógaiga“ und der Bürgerkapelle Brixen
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MUSIK
Dreifacher Konzertgenuss „Bunterkunt3“ – so lautete der Titel des Cäcilienkonzerts der Bürgerkapelle Brixen am 30. November im Forum Brixen. Und immer, wenn die Bürgerkapelle Brixen zu einem Konzertabend lädt, ist eines gewiss: Musik auf höchstem Niveau steht auf dem Programm.
D
ie rund 30 Jugendlichen im Alter von sieben bis 19 Jahren der Brixbanda unter der Leitung ihres Kapellmeisters Ewald Stampfl eröffneten den Konzertabend mit dem festlichen Konzertmarsch „Knights of the royal realm“ aus der Feder von Robert W. Smith. Die jungen Talente meisterten diese Herausforderung mit Bravour, ebenso wie die beiden Euphonium-Solisten Vera Obexer (zehn Jahre) und Lorenz Strobl (zwölf Jahre) im Stück „Solo Flight“ von Larry Neeck. Es folgten die Werke Alliance von William Palange, mit dem die Brixbanda im April 2019 erfolgreich am 8. Jugendblasorchesterwettbewerb in Kaltern teilgenommen hatte, und der Walt-Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“ von Richard Sherman. Das unterhaltsame Werk wurde von den Jugendlichen mit sehr viel Spielwitz, Freude und Spaß vorgetragen, ohne sich dabei der Gefahr übermütigen Musizierens auszusetzen.
Ensemble MischMasch 1.7. Beeindruckend und begeisternd war der Auftritt des Ensembles „Misch32
Masch 1.7“ mit Johanna Strobl an der Flöte, Lia Obexer und Sofie Novaresi an der Klarinette, Julia Pezzei am Horn, Enya Auer am Alt-Saxofon, Philipp Kerer an der Trompete und Federico Biscáro am Bariton-Saxofon. Die sieben Musiker interpretierten das Allegro Molto aus der Sinfonie Nr. 40 in g-Moll, KV 550 von Wolfgang Amadeus Mozart auf höchstem Niveau.
Di Vógaiga. „Charmant augen-
zwinkernd“, „knisternd temperamentvoll“, „berührend tiefsinnig“ – das sind Attribute, die zu den „Di Vógaiga“ passen. Ihre schrägen Zwischenklänge überraschen und bringen zum Staunen gleichermaßen. Die fünf Ausnahmekönner Erich Feichter, Anna Feichter, Ulli Mattle, Günther Hopfgartner und Peter Paul Hofmann musizieren mit einem Schmunzeln im Herzen, und es hat den Anschein, als wüssten sie manches Mal auch selbst nicht recht, welchem Genre ihre Kompositionen zuzuschreiben sind. Überraschende musikalische Wendungen in der Polka „Wia do
Michel“ und berührende Klänge im „Sehnsuchtswalzer“ (beide Erich Feichter), verzaubernde Musik mit dem „Nikolaus Boarischer“ und dem „Vergissmeinnicht Landler“ (beide Peter Paul Hofmann) sorgten für unvergessliche Momente. Anna Feichter widmete den „Rosalindenwalzer“ ihrer Tochter: Wiener Walzerklang, vereint mit dem in Musik ausgedrückten verrückten Treiben eines kleinen Kindes. „Der erschte Schnea“ (Erich Feichter) stimmte einfühlsam in die kommende Adventszeit ein.
Bürgerkapelle Brixen. Im An-
schluss folgte ein weiterer Höhepunkt des Cäcilienkonzerts: die Bürgerkapelle Brixen. Die Musikanten um Kapellmeister Hans Pircher spielten die Ballettsuite „Schwanensee“ von Peter Ilijtch Tschaikowsky in einem Arrangement von Josè Schyns. Der Klangkörper präsentierte sich bei der stilechten Interpretation dieses Werkes, wie in der heimischen Blasmusikszene seit Jahren bekannt, als eindrucksvolles symphonisches Blasorchester –
dabei wie immer bestechend das Dirigat von Hans Pircher, der die Bürgerkapelle Brixen auch durch die heikelsten Passagen immer sicher und souverän führte. Lobenswert sind bei diesem aus sieben Sätzen bestehenden Werk die solistischen Leistungen an Oboe, Trompete und Klarinette, erwähnenswert auch das einwandfreie, stets harmonische Zusammenspiel zwischen den einzelnen Registern und das Meistern höchst anspruchsvoller technischer Passagen. Das außergewöhnliche musikalische Niveau dieses Klangkörpers wurde abgerundet durch ein strahlendes hohes Blechregister, getragen vom samtenen Klang der tiefen Register und präzise begleitet durch das äußerst musikalische Schlagzeugregister. Kleinere Stimmungsschwierigkeiten im Zusammenspiel zwischen dem Holzregister und dem hohen Blech trübten dabei das Gesamtbild nur wenig. Moderatorin Claudia Messner führte durch den Konzertabend. Günter Röggla Leserbriefe an: echo@brixner.info
FILM
Über allen Gipfeln ist Ruh‘ Ende November präsentierte sich das Theaterpädagogische Zentrum Brixen als Filmemacher mit einer Premiere im Kulturzentrum Astra.
N
ormalerweise denkt man bei Filmpremieren an Hollywood, Venedig oder Berlin. Ende November stand Brixen im Rampenlicht des Kinos: Das erst jüngst renovierte Kulturzentrum Astra wurde mit einer Filmpremiere gewürdigt. Der Film „Über allen Gipfeln ist Ruh‘“, der in Brixen und mit Brixnern zum Thema Generationenkonflikt gedreht wurde, prahlt in seiner Entstehungsgeschichte nicht mit den gängigen Superlativen. Einzigartig ist viel mehr, dass mit so wenig Mitteln in so kurzer Zeit – das Team drehte gerade mal eine Woche lang – ein derart gelungenes Werk zustande kam.
Vom Theater zum Film. Heidi
Troi, Drehbuchautorin und Regisseurin in Personalunion, hatte sich mit dem Thema „Begegnung zwischen den Generationen“ bereits in einem Bilderbuch beschäftigt; eine kleine Begebenheit aus dem Verwandtenkreis gab dann noch den letzten Anstoß zum Entstehen des Drehbuchs. Und wie könnte es in der Theaterfamilie Troi auch anders sein – letztlich waren alle Mitglieder mit dabei: Thomas als Kameramann und im Schnitt, Jonathan als Schauspieler, Benedikt im Ton, Nathaly Ebner zuständig für Kostüme und Continuity, Tochter Magdalena als Assistentin. Für die Rolle der strengen Oma hatte man Lioba Sperber gewinnen können, die TPZ-Nachwuchstalente Liam Fiechter und Guido Rossi halfen als Kamera- und Tonassistenten mit und drehten den Behind-thescenes-Film, Margit und Peter Troi stellten ihr Haus zur Verfügung.
Immer und überall aktuell. Die
Zuschauer erleben im rund 40 Minuten langen Streifen eine recht alltägliche, aber hinreißend erzählte Geschichte, die Gegensätze und Verständnisschwierigkeiten zwischen den Generationen offen anspricht, aber auch das Verbindende, eine versteckte Zärtlichkeit
Die Dreharbeiten zum Film brachten die Crew auch aufs Penser Joch erahnen lässt. Ob in den vielen humorvollen Pointen oder im angedeuteten tragischen Ende: Weder Jung noch Alt kommen als die „Guten“ oder „Bösen“ weg. Im Gegenteil: Die Verantwortung jeder Generation für ein positives Miteinander spricht klar aus der Handlung, aus den dargestellten Ereignissen wie aus dem Geschehen im Hintergrund. Geplant war die Filmproduktion eigentlich bereits 2018, und auch im heurigen Jahr fanden die TPZler nur knapp Zeit für die Dreharbeiten. Doch die kleine Crew schaffte es schließlich doch, brachte sämtliche Aufnahmen „in den Kasten“, bezog die hartnäckigen und sehr neugierigen Ziegen am Totenkirchl als Statisten mit ein, verjagte Haflingerpferde von Berggipfeln und musste sich am Penser Joch zähneknirschend mit den Drohnen anderer Hobbyfilmer arrangieren.
Nachwuchs vor und hinter der Kamera. Zur Premiere am 30.
November füllte sich das Astra mit einem bunt gemischten Pu-
blikum, das sich im Applaus aber sehr einig war. Gezeigt wurde am selben Abend auch ein Kurzfilm („Control Freak“) der Jungfilmer Liam Fiechter und Guido Rossi (beide zwölf Jahre alt), mit dem sie im Rahmen eines 48h-Festivals Talent und Kreativität unter Beweis gestellt hatten. Die richtige Plattform für ihre Arbeit fanden sie in den Sommer-Filmprojekten des Theaterpädagogischen Zentrums,
––
in denen Mittelschüler sich im Umgang mit audiovisuellen Medien vor und hinter der Kamera üben können. „Über allen Gipfeln ist Ruh´“ ist noch zu sehen am 16. Februar 2020 im Rahmen der 30-Stunden-Theater-Aktion anlässlich des 30-jährigen Bestehens im TPZ Brixen in der Köstlanstraße 28. sabine.dejakum@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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> www.willeitimmojus.it 33
THEATER
K
aum zu glauben, dass Rainer Werner Fassbinders Melodram aus dem Jahr 1974 nichts an Aktualität eingebüßt hat. Damals wurden die Gastarbeiter Ziel rassistischer Attacken; heute sind es Flüchtlinge oder Migranten. Man tut sich anfangs schwer, das Bild der unvergleichlichen Brigitte Mira als Emmi aus dem Kopf zu kriegen, die sich in den Marokkaner Ali verliebt. Margot Mayrhofer ist eine ganz andere Emmi; weniger alt, farblos zwar, aber nicht hässlich und ziemlich abgeklärt. Sie trifft auf Ali, in der Version von Michaela Senn interpretiert durch den Düsseldorfer Schauspieler Olcay Uslu. Uslu hat türkische Wurzeln, ist aber in Duisburg geboren und spricht ein-
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wandfrei Deutsch. Umso erstaunlicher, mit welcher Professionalität er die Herausforderung gestemmt hat, die Szenen in gebrochenem Deutsch zu meistern.
Foto: Georg Hofer
Nach der Premiere am 4. Dezember tourt die Organisation für Eine solidarische Welt (OEW) mit dem Theaterstück „Angst essen Seele auf“ durch ganz Südtirol. Es geht um menschliche Abgründe, aber auch um Liebe und Zuneigung.
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Kunst & Kultur
Angst essen Seele auf
Der Inhalt. Die Geschichte von
Emmi und Ali ist so berührend wie trostlos – zwei desillusionierte Figuren, die aneinander Halt suchen. Die verwitwete Putzfrau Emmi betritt eine Kneipe, aus der arabisch klingende Musik dringt. Der Marokkaner Ali ist zu erledigt zum Sex („Schwanz kaputt“) mit der Kellnerin. Um ein bisschen Abwechslung in den tristen Trott Saufen/Sex zu bringen, tanzt der viel Jüngere mit Emmi. Er begleitet sie nach Hause („besser nix allein“), sie lässt ihn bei sich übernachten. Emmi weint vor Glück, dass sie nicht allein ist, aber auch aus Angst vor der Zukunft. Ali meint: „Angst nix gut, Angst essen Seele auf“, und bleibt bei Emmi. So entfliehen beide der Einsamkeit, und als der Hausbesitzer den „heimlichen“ Untermieter beanstandet, heiraten die beiden kurzerhand. Eine Weile halten sie den Anfeindungen von Nachbarn, Kollegen und den eigenen Verwandten stand, aber als sie es nicht mehr aushalten, flüchten sie für ein paar Wochen nach Marokko. Nach ihrer Rückkehr kriechen die Rassisten aus opportunistischen Gründen zu Kreuze (sie winden sich buchstäblich am Boden), aber die beiden sind vom Gift des Umfeldes bereits infiziert. Emmi würdigt Ali für nützliche Dienste herab und lässt es an Zuneigung und Achtung mangeln. Ali nimmt sein altes Leben wieder auf und holt sich beides bei der Kneipenwirtin und eine Portion Couscous dazu. Emmi möchte ihn zurückholen, in dem sie Verständnis für seine Bedürfnisse zeigt und ihm alle Freiheiten lassen will. Da bricht Ali zusammen, Emmi hält seine Hand, Ausgang ungewiss. Trost kommt nur von Louis Armstrongs „La vie en rose“.
Die Inszenierung. Michaela Senn
hat zusammen mit Anna Heiss ein
Durch die Heirat versuchen Emmi und Ali der Einsamkeit zu entfliehen
––
portables Bühnenbild geschaffen: Ein paar Hocker dienen als Möbel, vier Stühle dienen als Haltestation für die Mitstreiter auf der Bühne, die alle Rollen übernehmen. Magda Ferdigg (mit rätselhaft hartem Akzent) und Tazio Dalsass (mit perfektem französischen Zungenschlag als Kellner) geben ein wackeres Debüt, Alessandra Luciani kommt wie gewohnt ziemlich kaltschnäuzig daher, und Andreas Penn punktet mit seiner Wandelbarkeit. Alle untermauern die fragile Situation der beiden mit
harten Einwürfen, die den Hass der Gesellschaft auf das Fremde wiedergeben: „Das sind doch alles Schweine/Non hanno cultura, hanno solo il sesso in testa.“ 45 Jahre nach Fassbinder hat sich die gesellschaftliche Akzeptanz zwar etwas erhöht, aber Populismus und Fremdenhass züngeln immer und überall. Was uns bleibt, ist die Hoffnung, dass sich Gesinnungen ändern können. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
IN MEMORIAM WILLI SEEBACHER
Bleibende Spuren Willi Seebacher war 30 Jahre lang Direktor der Brixner Musikschule und hat auch durch sein Engagement für die Kirchenmusik das musikalische Brixen jahrzehntelang geprägt wie kaum jemand vor ihm. Am 22. November ist er 81-jährig verstorben. Der folgende Nachruf stammt von seinem Freund Reinhold Janek. seinen Kinderchor komponierte und die an die Ausführenden hohe Ansprüche stellte. Seine Frau Greti hat dieses Werk mit dem Chor des Pädagogischen Gymnasiums wieder aufgenommen und halbszenisch aufgeführt. Der Erfolg im Forum Brixen war überwältigend! Für diesen Chor hat Willi noch mehrere reizende Lieder geschrieben und außerdem die Kantate „Max und Moritz“, sehr anspruchsvoll in den Chören und Sprechchören. Aus Willis Feder stammt die „Antonius-Messe“, die er dem Völser Männerchor gewidmet hat. Nicht zu vergessen sind Willis Chorlieder für dreistimmigen Frauenchor, dem Verdinger Frauenchor zugeeignet, der von seiner Frau Greti geleitet wird.
Foto: Oskar Zingerle
M
it dem berührenden und beeindruckenden Lied „Os justi“ von Anton Bruckner hat Ursula Torggler die Sendung im Rahmen der Reihe „Chormusik in Südtirol“ zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Willi Seebacher ausklingen lassen und sich mit dem schönsten musikalischen Abschiedsgruß vom verdienten Chorleiter, Komponisten und Musikpädagogen verabschiedet. Das Chorwerk hat Willi Seebacher 1998 mit dem Lehrerchor der Musikschulen einstudiert und zur Aufführung gebracht. Willi, mit dem mich eine jahrzehntelange Freundschaft verband, ist am 27. Mai 1938 in Kastelruth geboren. Nach seiner Schulausbildung erhielt er eine Ausbildung als Zahntechniker; er hat diesen Beruf auch einige Jahre ausgeübt, musste aber dann ein Jahr im Lungensanatorium von Brixen verbringen. Während der Kur hat er das Schachspiel erlernt und es in diesem Königsspiel zu großer Meisterschaft gebracht. Die Begeisterung dafür hat ihn noch bis vor wenigen Jahren begleitet. Von 1960 bis 1963 besuchte Willi das Konservatorium C. Monteverdi in Bozen, Abteilung Kirchenmusik, und belegte bei seinem hochgeschätzten Lehrer Ferdinando Tagliavini die Fächer Harmonielehre und Kontrapunkt. Das Studium im Fachbereich „Jugendmusik“ am Mozarteum in Salzburg, zu dem auch das Kompositionsstudium bei Caesar Bresgen gehörte, absolvierte er mit Auszeichnung, und der dazu gehörige Abgangspreis wurde ihm vom Bundesminister für Unterricht überreicht. 1965 folgte das Diplom für die Lehrbefähigung. Er vervollständigte schließlich seine Ausbildung bei der Vereinigung der Volksmusik Salzburg: Er belegte die Fächer Dirigieren (für Blasorchester) und Tonsatz und schloss diese Ausbildung ebenfalls mit dem Diplom ab. Der „Ausflug“ zur Blasmusik war kein Zufall, denn schließlich war Willi bereits mit 16 Jahren der
Das größte Anliegen war Willi Seebacher, Chorleiter, Komponist, Musikpädagoge und Träger der Goldenen Ehrennadel des Landes und des VSM, stets die Chormusik jüngste Kapellmeister des Landes; 1997 erhielt er die Goldene Ehrennadel des Verbandes Südtiroler Musikkapellen.
Chormusik als großes Anliegen. Das größte Anliegen war Willi aber immer die Chormusik und das Singen im Allgemeinen. Dies spiegelt seine Biografie deutlich wider. Er war aktives Mitglied des Bozner Pfarrchores und des Kammerchores Leonhard Lechner in Bozen-Gries, den er 1970 in der Nachfolge von P. Oswald Jäggi und Johanna Blum als Chorleiter übernahm und bis 1992 leitete. Der Chor errang unter seiner Leitung den zweiten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb von Arezzo und erhielt auch im selben Zeitraum die PalestrinaMedaille. Willi Seebacher wurde mit der Orlando-di-Lasso-Medaille ausgezeichnet und erhielt so die höchste Auszeichnung, die der internationale Cäcilien-Verband zu vergeben hat. Neue Impulse holte er sich bei Chorleiterseminaren, zum Beispiel in Aarhus in Dänemark bei Gunnar
–––––––––
Ericksson oder beim legendären Helmuth Rilling in Kassel. Bestes Zeugnis über die Leistungen des Leonhard-Lechner-Chores und ihres Leiters legen drei Platteneinspielungen ab, erschienen im Christophorus Verlag. 1973 übernahm Willi Seebacher die Leitung der Musikschule Brixen, und einige Jahre später wurde er zum Inspektor der Landesmusikschulen ernannt. 2003 trat er in den Ruhestand. Für seinen Einsatz „Zum Wohle der Bevölkerung“ wurde er von der Landesregierung mit einer Urkunde und der dazugehörigen Goldenen Nadel belohnt. Willi war in seiner Zeit als Lehrer und Leiter kompositorisch tätig und schrieb zahlreiche Instrumental- und Liedsätze für alle Lehrpersonen, die für ihre Klassen und Gruppen Unterrichtsmaterial brauchten, aber auch anspruchsvolle Chormusik. Unvergesslich sind seine „Mausefallensprüchlein“ nach Eduard Mörike, und wunderschön ist seine „Rattenfängerkantate“ – der Text stammte vom Schreiber dieser Zeilen –, die er für
Musikalische Jugend als Lebensziel. Willi Seebachers Einsatz
für die musikalische Jugend war sein wichtigstes Lebensziel. Dafür wurden ihm zwei bedeutende Ehrungen zuteil: Von der Gemeinde Brixen erhielt er die Ehrenmedaille „Civitas Brixinensis“, und vom Rotary-Club Brixen wurde ihm die Paul-Harris-Fellow-Ehrung verliehen. Zum Abschluss dieses Nachrufes möchte ich noch an die große Leidenschaft Willis für das Theater erinnern. Er schrieb wunderbare Musik für einige Produktionen der „Kulisse“, für das Eisacktaler Volkstheater (Chöre und Sprechchöre für die Produktion „Der dritte Tag“), für die „Freilichtspiele Schloss Prösels“ und für Georg Kasers „Theakos“, dessen Vorstandsmitglied Willi bis vor kurzem war. Bei all diesen Produktionen hat er mit viel Geduld, Fachkenntnis und Einfühlungsvermögen den Schauspielern das Singen beigebracht. Willi Seebacher konnte auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Sein Wirken hat bleibende Spuren in Südtirols Musikwelt hinterlassen. Reinhold Janek Leserbriefe an: echo@brixner.info 35
Foto: Oskar Zingerle
Musikalischer Advent z Zwölf Bläserensembles des Musikbezirkes Brixen haben die Adventszeit mit einem andächtigen Adventsbenefizkonzert in der Stiftskirche von Neustift eingeläutet. Gestaltet wurde das Konzert von Jungmusikanten und aktiven Musikanten der Jugendkapelle Neustift, der Musikkapellen Neustift, Feldthurns, Vahrn und Schalders sowie der Bürgerkapelle Brixen.
Den Gesamterlös aus freiwilligen Spenden in der Höhe von über 2.000 Euro übergaben Bezirksjugendleiterin Anna Vonmetz und Bezirksobmann Pepi Ploner dem Obmann des Vereins Kinderkrebshilfe Regenbogen. Den musizierenden Kindern und Jugendlichen war das Adventskonzert somit eine gute
Gelegenheit, sich vor Publikum zu präsentieren, das von den Klängen spürbar angetan war. Gleichzeitig leistete man mit der Veranstaltung einen Beitrag, um gerade in der Advents- und Weihnachtszeit jenen Kindern etwas Freude und Hoffnung zu schenken, denen es nicht so gut geht. oz
K&K Kunst & Kultur
SCHABS
Unterführung „unter Wasser“ gesetzt z Die Unterführung in der Nähe des Peintnerhofes in Schabs wurde kürzlich im Rahmen eines Graffiti-Projektes von Kindern und Jugendlichen als Unterwasserwelt farbig gestaltet. Martina Peintner und Paul Löwe sind vom Fach, was das Thema angeht, und haben die Teilnehmer zunächst mit den Hintergründen der Graffiti-Technik vertraut gemacht, den Umgang mit den Spraydosen erklärt und für eine verantwortungsvolle Anwendung im öffentlichen Raum sensibili-
kurz
notiert
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Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
BENEFIZKONZERT
siert. „In einem zweiten Schritt haben wir gemeinsam die Motive definiert und skizziert, bevor es an die Umsetzung gegangen ist“, beschreibt Martina Peintner den Ablauf. Die Motive wurden auf die Wände der Unterführung übertragen und von den Kindern ausgemalt. Die Kosten von rund 3.000 Euro wurden zu knapp zwei Dritteln von der Gemeinde übernommen, 400 Euro steuerte der Bildungsausschuss bei, und jeder Teilnehmer zahlte 30 Euro. Den Rest finanzierte die
Mütterrunde, von der die Initiative ausgegangen war. Zweck der Maßnahme ist es, dass die Unterführung wieder verstärkt genutzt wird, insbesondere von Kindern und Jugendlichen. „Wie lange der Anziehungseffekt durch die Neugestaltung anhalten wird,
kann man nicht sagen, aber jedenfalls war das gemeinschaftsfördernde Projekt eine Gelegenheit, damit sich Jugendliche abseits vom Smartphone mit dem Thema Kunst und Graffiti auseinandersetzen“, sagt Sonja Rienzner von der Mütterrunde. oz
Der Kunstbeirat der Raiffeisen Landesbank hat für die Gestaltung der heurigen Weihnachtskarte die Künstlerin Mirijam Heiler beauftragt. Angelehnt an das Lied „Oh Tannenbaum“ hat sie als Motiv den Tannenbaum erwählt – in einer exakten strukturellen Anordnung der Nadeln.
Im Rahmen von „Kunst im Advent“ fand kürzlich in der Festung Franzensfeste ein Figurentheater von Eva Sotriffer mit Jonathan Delazer am Schlagzeug statt. In „Pan TaDam“ begibt sie sich auf Spurensuche nach Pan, dem griechischen Hirtengott, dessen schwer greifbares Wesen Rätsel aufgibt.
Die Brixner Rockband „Frei. Wild“ hat mit ihrem neuen Album „Still 2“ Platz 1 der offiziellen deutschen Album-Charts erobert. Für Frei.Wild ist es das fünfte Studioalbum in Folge, das auf Anhieb die Chartspitze erreicht. „Still 2“ ist nach „Still“ aus dem Jahr 2013 das zweite Akustik-Album der Band.
NACHGEFRAGT
„Es ist wirklich eine große Anerkennung“ MANUELA KERER, preisgekrönte Komponistin unserer Stadt, über ihre Auszeichnungen und Anerkennungen sowie über den jüngst erhaltenen Preis des Südtiroler Künstlerbundes (SKB) samt Begründung der Jury.
Wie lautet die Begründung der Jury? Hier ein paar Auszüge: „Besonders hervorgehoben wurde Manuela Kerers wandelbares Œvre, durch das sie sich und ihre Kompositionen stetig neu
erfindet. Kerer arbeitet nicht fachspezifisch linear, sondern sie ist geprägt von vielseitigem Interesse. Zudem gelingt es ihr, durch ihren natürlichen und authentischen Charakter auch die beteiligten Akteure (...) zu begeistern. (...) Mit ihrem Engagement für die lokale Szene ist sie nicht nur eine Bereicherung für das Land und darüber hinaus, sondern eine Vorreiterin, die mit höchster fachlicher Kompetenz, einem zukunftweisenden Verständnis für das Zeitgenössische und einer gehörigen Portion Leidenschaft, Mut, Humor und nicht zuletzt Menschlichkeit eine einzigartige Ausdruckskraft entwickelt“
Letzthin wurden Ihnen viele Auszeichnungen zuteil … Eine schöne Anerkennung sind „Residencies“, zu denen man eingeladen wird, um in einem bestimmten Kontext zu arbeiten. 2019 war ich Komponistin im Fokus der Schlossmediale Werdenberg, Composer in Residence am ZZM Kärnten und bei „Leicht über Linz“ an der Anton-BrucknerPrivatuniversität, wo ich eine Meisterklasse gehalten habe. Im April wird mein „Gletscherquartett“ bei den New Music Awards in Neuseeland aufgeführt – eine große Ehre für mich.
Foto: Schlossmediale Werdenberg
Frau Kerer, Sie wurden gerade mit dem SKB-Preis ausgezeichnet. Was bedeutet der Preis für Sie? Ich bin ein großer Fan der Idee des SKB, sehr viele Kunstrichtungen zu vereinen. So etwas gibt es selten, und unter all den Kunstschaffenden ausgewählt zu werden ist wirklich eine große Anerkennung.
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
BILDUNGSANGEBOT DER LANDESBERUFSSCHULE „CH. J. TSCHUGGMALL“, BRIXEN STAATLICHE ABSCHLUSSPRÜFUNG (MATURA)
MEISTERBRIEF
LAUT LG.NR. 11/2010 ART. 2
GESELLENBRIEF LEHRABSCHLUSSZEUGNIS
5. Kl
Vorbereitungsjahr auf die Staatliche Abschlussprüfung SPEZIALISIERUNG (BERUFSDIPLOM)
VERKÄUFER/IN
BERUFSFACHSCHULE (BERUFSBEFÄHIGUNGSZEUGNIS) (DREIJÄHRIG)
METALLBERUFE
ANLEHRE
(3- BZW. 4-JÄHRIG)
*BERUFSGRUNDSTUFE (einjährig)
Berufsfachschule Schönheitspflege
Bruneck
KFZ-MECHATRONIKER/IN LEHRE DUALE AUSBILDUNG IN DER SCHULE UND BETRIEB
4. Kl
HANDEL & VERWALTUNG
Meran BFS BFS METALLTECHNIK HOLZTECHNIK
BFS FACHINFORMATIK
BFS HANDEL & VERWALTUNG BFS SCHÖNHEITSPFLEGE UND FRISUR
BERUFSFINDUNG
3. Kl
FACHINFORMATIK & NETZWERKTECHNIK
2. Kl
BAU- UND GALANTERIESPENGLER/IN
MÖBELBAU
1. Kl
MASCHINENBAU
TISCHLER/IN
MITTELSCHULE 3 JAHRE GRUNDSCHULE 5 JAHRE *ORIENTIERUNGSFELDER BERUFSGRUNDSTUFE: HOLZ, METALL, ELEKTRO
Landesberufsschule für Handel, Handwerk und Industrie
TAG DER OFFENEN TÜR 18.01.2020 VON 09:00 – 16:00 UHR EINSCHREIBUNGEN VOM 15.01. – 15.02.2020
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Foto: Dario Bonazza
Kunst & Kultur
z Das Tanztheaterfestival „Alps Move“ bestritt kürzlich erstmals in der Dekadenz in Brixen einen Gastauftritt. Doris Plankl und Martina Martini widmen das Festival heuer der Tanzlegende Pina Bausch, deren Todestag sich zum zehnten Mal jährt. Pina brach das herkömmliche Rollenspiel des Theaters auf und revolutionierte
TANZTHEATER
KUNST
Blauer Drachen
Spiegel des Lichts
den Tanz mit ihrem Konzept, das Innere nach außen zu kehren und rigide Formalismen zu verlassen. Das „Kollektiv Textkörper“, das sind Greta Pichler, Katharina Illnar und Sarah Merler, zeigt „How to ask“. Sie verbinden in ihrem Stück, ganz im Sinne von Pina Bausch, die gesprochene Sprache mit der Bewegung des Körpers, sodass wirklich ein Textkörper entsteht. Greta Schuster tanzt live vor einem Video mit einer Kuh hinter einem Zaun; so wie die Kuh die Welt draußen anstarrt, so glotzt das Publikum die Performerin an. Beobachtet zu werden bedeutet, sich unfrei zu fühlen; folglich setzt man sich selbst Grenzen. Die Brixnerin Sabrina Fraternali präsentiert die spannende Choreografie „Glauco“, die von Flora Orciari ausdrucksvoll getanzt wird und von sinnlich rhythmischer Musik untermalt ist. Inspiriert durch ein Buch von Clarice Lispector, das als Titelbild einen Glaucus atlanticus hat, also eine Meeresschnecke, auch Blauer Drachen genannt, zeigt das Solo einen Körper, der ständig in Bewegung ist. Die leuchtende Schminke und das phosphoreszierende Kostüm evozieren das Bild des blauen Drachens; die stromlinienförmigen Bewegungen lassen an die Wellen des Meeres denken. ird
z Birgit Kuss ist in Brixen keine Unbekannte – schon 1997 hat sie in unserer Stadt ihre lichten Kunstwerke ausgestellt. Nach der Kunstschule in Gröden besuchte die gebürtige Klausnerin die „Accademia delle belle arti“ in Florenz. Seit 25 Jahren präsentiert Birgit Kuss ihre Werke in Österreich, Oberitalien und Frankreich – umso erfreulicher, dass Jakob Kompatscher die in Telfs lebende Künstlerin kürzlich in seine Hofburggalerie eingeladen hat. Birgit Kuss ist keine Trendsetterin; sie steht unerschütterlich zu ihren zeitlosen Arbeiten, die stets Ausdruck
ihrer spirituellen Reise sind. Die buchstäblich strahlenden Werke übermitteln meditative Ruhe und kraftvolle Mystik. Ihre „hochkarätigen“ Bilder – sie verwendet Blattgold – symbolisieren das Göttliche, die spirituelle Ebene. Die leuch tenden Spiralen zeugen von der ewigen Energie und sind gleichzeitig Schutzsymbole wie schon zu Zeiten antiker Hochkulturen. Ob ihrer Zeitlosigkeit tauchen Birgits Werke auch moderne, oft ernüchternd kalte Wohnungen in einen wärmenden Glanz. ird
die Generation Mittelalter, die dazwischen steht und von den Erwartungen der Jungen und der Alten erdrückt wird, klagte auch ihre Wünsche ein. Eine großartige Leistung, die von allen Spielern
geboten wurde und inhaltlich darauf hinzielte, dass Zusammenarbeit und gegenseitiges Verstehen ausschlaggebend sind, damit man lernt, sich zu akzeptieren. ha
THEATER
„Lasst uns fliegen, die Starrheit besiegen“ z Elf Theaterbegeisterte im Alter von zwölf bis 80 Jahren präsentierten sich bei sechs Aufführungen dem Publikum im Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) „TAKT-LOS“: Unter der Leitung von Maria Neuwirth, Theaterpädagogin und Referentin im Südtiroler Theaterverband, fochten sie in mehreren Szenen Konflikte zwischen den Generationen aus und erzählten von deren Begegnungen. In komischen, skurrilen, berührenden und nachdenklich machenden Szenen wurde die Sicht auf die jeweils andere Generation dargestellt. Als einzige Requisite fungierten Kleiderhaken, die einmal 38
Handy, Laptop, Einkaufswagen und Schuhe waren und immer wieder die Beziehungen zwischen den Generationen, dem „Hängen“, symbolisierten. Man konnte sich zusammenhängen, aushängen, anhängen – und alles war gespielt mit einer wohldurchdachten Choreografie. Es ging im Spiel nicht darum, Klischees und Vorurteile zu zementieren. Der Anspruch der Jungen war, zu dem zu stehen, was sie sind und tun: die Füße auch einmal im Bus auf den Sitz legen, den sonntäglichen Kirchgang verweigern und eine alte Frau auch mal als „alte Schachtel“ zu bezeichnen. Die Alten wollten nicht auf ihr „Altsein“ reduziert werden, und
Foto: Adekuss
OPERETTE
La vie parisienne z Geplant war das Auftragswerk für die Weltausstellung, aber da dem Komponisten die Arbeit flott von der Hand ging, feierte die Operette „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach bereits im Jahr 1866 Premiere. Die deutschsprachige Erstaufführung in Wien erfolgte wenig später; Johann Nestroy war begeistert von Offenbachs Leichtigkeit und Esprit und sein Faible für schmeichelnde Melodien. Mit dem Begriff „Offenbachiade“ bezeichnet man seine überbordenden Werke, die das Operngehabe parodieren und gespickt sind mit satirischer Hintergründigkeit. Die Südtiroler Operettenspiele mit Leo Ploner als Regisseur und Davide Lorenzato als musikalischer Leiter setzen diese Intention kongenial um. Das minimalistische Bühnenbild mit Eiffelturm im Mittelpunkt ist stimmig, die rockigen AnimalPrint-Kostüme von Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo sind
gewöhnungsbedürftig, spiegeln aber auf ironische Weise die halbseidene Welt der Möchtegerns wider. Die verworrene Handlung mit den diversen Animositäten kann man eigentlich außer Acht lassen. Man muss nur soviel wissen, dass alle um Metella buhlen, sogar der Südtiroler (Alto Adige!) Baron Quirein, der bedauerlicherweise
mit Gemahlin angereist ist, also im „Doppelpack“ daherkommt. Die Umkehrung der gesellschaftlichen Hierarchie war schon in „Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin“ eine gelungene Szene. Auch hier ist der plumpe Auftritt der Bediensteten, die sich als ihre Herren verkleiden, ein Fest für Aug und Ohr. Die Protagonisten, allesamt
aus unserem Land, bieten eine hervorragende Leistung, gesanglich wie schauspielerisch, angefangen von Leo Ploner, Roman Pichler bis zu Mirjam Gruber oder Priska Malsiner. Ein Textblatt wäre allerdings manchmal hilfreich, da die Partien überaus schnell gesungen werden und deshalb oft schwer verständlich sind. ird
NEU IM REGAL Toms Brillenkrieg Es war im Jänner 2018, als der Vahrner Holzbrillenhersteller WooDone der beiden Unternehmer Thomas Oberegger und Klaus Tavella nach einem Aufsehen erregenden Wirtschaftskrimi und den entsprechenden Ermittlungen endgültig ins Straucheln kam: Das Unternehmen WooDone wurde daraufhin geschlossen, alle Mitarbeiter entlassen. Oberegger arbeitet im sehr persönlich gehaltenen 130 Seiten starken Büchlein „Mein Brillenkrieg – die WooDone-Affäre“ die Geschichte des Unternehmens auf: „In diesem Buch geht es um meine Geschichte – von der Gründung des Start-Ups ‚WooDone‘, das Holzbrillen herstellte und von Vahrn aus in die ganze Welt verkaufte“, schreibt Oberegger im Vorwort, „eines der Produkte, von denen man niemals gedacht hatte, dass sie einer erfindet und dass sie funktionieren würden. Und dann kam einer und hat es einfach gemacht.“ Obereg-
Tom Oberegger: Mein Brillenkrieg – die WooDone-Affäre Eigenverlag, 12,90 Euro Erhältlich in Brixen bei Athesia und A. Weger
ger veröffentlicht im Buch auch viele Details einer Intrige, die er als Ursprung der Probleme von WooDone sieht. Es endet übrigens mit einem positiven Grundgedanken: „Am Ende eines jeden Tages ist nur wichtig, dass ein schöner Moment dabei war, der dich lächeln ließ.“
Wir wünschen besinnliche Festtage und ein gutes neues Jahr!
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EQC
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AUSSTELLUNG
z Bis 29. Dezember ist in der Festung Franzensfeste die zweite Ausgabe der Schau „Kunst im Advent“ zu besichtigen. Sieben Künstler sind der Einladung gefolgt und haben die Innenhöfe der Festung in einen schräg-heiteren Kunstparcours verwandelt – mit einem kritischen Blick auf die Kommerzialisierung des Festes. Hubert Kostner widmet sich mit seinem Peace-Zeichen aus Fahnenstangen im Tunnelring des BBT dem Begriff Frieden – dem wichtigsten Kulturgut für das Überleben, für den wirtschaftlichen Aufschwung und die geistige Entwicklung der Menschheit. Johannes Kofler stellt einen Beton-Quader auf dem Exerzierplatz auf, wo jeder seine Wünsche und Gedanken festhalten
kann. Auch Petra Polli arbeitet mit Beton und zeigt 15 Einkaufstaschen aus dem unverwüstlichen Material – ein „Gegengewicht“ zum kurzlebigen Konsumverhalten unserer Wegwerfgesellschaft. Der inverse Weihnachtsbaum mit den Wurzeln nach oben von Simon Rauter verweist auf die besinnliche Zeit und dass wir hinter die oft trügerische Fassade blicken sollen. Ungewohnt ist die Arbeit von Stefan Fabi, dessen Installation mit Müllsäcken, einer Feuerstelle und abgestellten Schuhen ein etwas kryptischer Lagebestand vom Beziehungsgeflecht des Menschen sein soll. Maria Hilber aka Mandarina Muttertier würdigt in einem Video das Suchen und Ankommen von 71 Flüchtlingen,
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
Kunst im Advent
die 2015 in einem LKW tot aufgefunden wurden. Eine poetische Installation stammt von Verena Oberhollenzer, die 24 Kugeln aus
Alufolie aufhängt und der Frage nachgeht, ob wir uns wohl vom Kometen den rechten Weg weisen lassen. ird
AUSSTELLUNG
Lieblingswerke
FILM
Kirchen und Stifte z Die Gemeinde Brixen hat kürzlich den Film über die Partnerstädte Brixen/Regensburg vorgestellt, ein Projekt der Rai Südtirol mit Filmemacher Willi Rainer nach einer Idee von Johanna Bampi und Benjamin Zwack. Vor lauter Schönheit strotzend liefern sich die Städte ein amüsantes Duell in Sachen Historie und Bistumstradition. Klangvoll erzählt, erfahren wir Spannendes über die Anfänge beider Städte – Regensburg als einstiges Militärlager zur Befriedung des Römischen Reiches, Brixen als Schenkung an Bischof Zacharias. „Stift reiht sich an Stift und Kirche an Kirche“, meinte Goethe von der „nördlichsten Stadt Italiens“, 42
dasselbe in Grün sagte Montaigne von Brixen. N.C. Kaser hätte dazu auch eine Meinung, aber der wurde natürlich nicht zitiert. Dafür aber gab es großen Bahnhof für unseren neuen Winzerphilosophen vom Kuenhof als Pendant zum Regensburger Brauereimeister. Dem witzigen „Milchschwammerl“, dem Fliegenpilz-Kiosk, haben wir die ausgesuchte Kulinarik des Hotel Elephant entgegenzusetzen, wobei die Decantei, der Alte Schlachthof und brix 0.1 unerwähnt bleiben. Überhaupt wird dem jungen Brixen kein Platz eingeräumt – weder als Universitätsstadt noch als Zentrum für junge Kultur und Zeitgenössische Kunst. ird
z Seit über 50 Jahren beschäftigt sich der Kunstkreis St. Erhard mit der Kunst in all ihren Facetten. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig am Vereinssitz, um soziale Kontakte zu pflegen und sich gegenseitig auszutauschen. Unter dem Präsidenten Claudio Olivotto werden Kurse und Workshops abgehalten in den diversen Techniken wie Zeichnung, Radierung, Malerei und Keramik. Die Ausstellungen finden zwei bis drei Mal im Jahr statt, wobei nicht selten eine Personale präsentiert wird. Zum Abschluss des heurigen Jahres organisiert der Erhardkreis eine Gemeinschaftsausstellung, die wie gewohnt in der Galerie AdlerArt stattfindet. 27 Künstler zeigen jeweils ein
Werk, das für sie ein wichtiges Statement ihrer Kunst darstellt. Fotografie steht im Fokus von Bruno Gheno und Monika Delmonego, während Liz Faber, Hanni Rifesser und Annemarie Fischnaller mit Aquarellen überzeugen. Claudio Olivotto, Verena Winkler, Elia Rifesser und Francesco Contò zeigen detailverliebte Zeichnungen, Elisabeth Amort und Leander Piazza stellen abstrakte Malerei aus, und Pascale Alessi bleibt ihrem Lieblingsmotiv treu, den Tänzerinnen. Zwischen all den vielfältigen Arbeiten sticht besonders jene von Romeo Sommavilla hervor: eine elfengleiche Frauenfigur auf einem mit ihr gleichsam verwachsenen Podest. ird
TIMER
Jänner 2020 MUSIK
Trautonium trifft Streicher Ein einzigartiges Klangerlebnis garantieren die Interpretationen von Peter Pichler auf dem Trautonium in Solo-Werken und in der Synthese mit dem Südtiroler Laurin-Quintett. Eine Komposition kommt von Manuela Kerer, die durch den Konzertabend führt.
z Das Trautonium ist als elektronisches Musikinstrument ein Vorläufer der heutigen Synthesizer. Es wurde 1929 in Deutschland erfunden und faszinierte nicht nur Komponisten wie Paul Hindemith und Harald Genzmer, sondern auch Filmemacher wie Alfred Hitchcock. Dennoch müsste man das Trautonium auf die Liste
der vom Aussterben bedrohten Instrumente setzen, würde es diese geben. Das liegt allerdings mit Sicherheit nicht an seinen unglaublichen Klangmöglichkeiten.
Der Trautonium-Spieler. Peter
Pichler ist einer der extrem wenigen öffentlich auftretenden Trautonium-Interpreten weltweit.
Neben Solo-Werken wird er mit dem Südtiroler Laurin-Quintett Werke für Trautonium und Streicher interpretieren, darunter eine Komposition der Brixner Komponistin Manuela Kerer, die durch den Abend führen wird. Zudem bringt das Laurin-Quintett Werner Pirchners legendäre EmigrantenSymphonie zu Gehör.
* Peter Pichler, Trautonium Laurin Quintett Manuela Kerer, Komposition, Moderation
Freitag, 24. Jänner, 20 Uhr Forum Brixen
Kartenvorverkauf: Forum Brixen, Tel. 0472 27 55 88, info@forum-brixen.com
Heiße Themen gibt es viele – da muss man gar nicht lange suchen. Das TheaterStudio Freitag hat sie unter der Leitung von Thomas Troi aufgespürt, und zwar dort, wo sie uns am meisten belasten: im täglichen Leben. Freuen Sie sich auf Gletscher bei Weight Watchers, Hitzewallungen bei Männern, die ultimativen Stadtführer – natürlich dreisprachig, auf Instagram-Touristen, heiße Anekdoten und eine besondere Maturareise – kurz: Auf einen unterhaltsamen Abend oder um es mit anderen Worten zu sagen: „Gut Schwitz!“
BLEIB COOL, SCHÄTZCHEN Kabarett mit Wellnesseffekt – TheaterStudio Freitag
* Fr., 31. Jänner, 20 Uhr
Reservierung:
Brixen, Köstlanstraße 28
oder per SMS/WhatsApp: 335 535 99 55
Sa., 1. Februar, 10 Uhr (Matinee) So., 2. Februar, 18 Uhr Mo., 3. & Di. 4. Februar, 20 Uhr Theaterpädagogisches Zentrum
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Veranstaltungen
DAS NEUE KURSPROGRAMM IST DA!
THEATER
Fröhliche Landung – Funny Landing
Sprache & Beruf Italienisch für die Zweisprachigkeitsprüfung Mo. 03.02. | 19:30−21 Uhr | 12 Treffen | Mo. & Mi.
English Conversation Class: B1 Mi. 12.02. | 18−19:30 Uhr | 12 Treffen | jeweils Mi.
Conversazione in italiano B1-B2
Mo. 02.03. | 19:30−21 Uhr | 8 Treffen | jeweils Mo.
Mehr Zeit für das Wesentliche …
… durch konsequente Tagesplanung Fr. 13.03. | 8:30−17 Uhr
Afro-Fit
Mo. 02.03. | 19−20:30 Uhr | 10 Treffen | jeweils Mo. | GS Vinzenz Goller
Hobby & Freizeit
Buchhaltung kompakt
Fleischkochkurs
EDV
Gitarrenkurs für Erwachsene
Mo. 23.03. | 8−13 Uhr | 5 Treffen | täglich von Mo. bis Fr.
Apple - Mac Anwendertreffen
Fr. 24.01. | 18:30−21:30 Uhr
Smartphone-Apps im Griff Sa. 22.02. | 9−12 Uhr
10-Finger-Tippsystem in 5 Stunden
Di. 25.02. | 18−19:30 Uhr | 4 Treffen | jeweils Di. & Do. | SOWI Gym.
Grundkurs Laptop Sa. 21.03. | 9−15 Uhr | 3 Treffen | jeweils Sa.
Gesundheit Fitnessboxen
Mo. 27.01. | 17:45-18:45 Uhr | 12 Treffen | jeweils Mo. | GS Tschurtschenthaler
Shaolin Qi Gong
Mi. 15.01. | 18:30−22:30 Uhr | Voitsberg Vahrn
Entspannungsmethoden zum Ausprobieren Di. 11.02. | 18:30−19:45 Uhr | 6 Treffen | jeweils Di.
So., 19. & 26. Jänner, 16 Uhr Mi., 22., Sa. 25., Di. 28. & Fr. 31. Jänner, 20 Uhr Feldthurns, Castaneum
Kartenreservierung: 0472 855228 zu Geschäftszeiten
Weidenflechten:
Weidenkorb - formschön und langlebig Sa. 01.02. | 9−18 Uhr
Auf die Fäden, fertig los! Nähen lernen an einem Tag Sa. 08.02. | 9−17 Uhr
Zu Gast im Restaurant Fink: Kartoffel die tolle Knolle Di. 03.03. | 18−22 Uhr
Permakultur im Hausgarten
Di. 10.03. | 19:30-21:30 Uhr
Knödel: eine runde Sache Do. 19.03. | 18−22 Uhr | Voitsberg
Alle Kurse finden Sie auf unserer Homepage www.vhs.it
Peter-Mayr-Straße 9 | Tel. 0472 836 424 | brixen@vhs.it | www.vhs.it
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* Premiere: Fr., 17. Jänner, 20 Uhr
Mo. 20.01. | 18:30−20:30 Uhr | 10 Treffen | jeweils Mo. | Gitarrenschule Milland
Mi. 29.01. | 6−7:15 Uhr | 8 Treffen | jeweils Mi.
Dem Stress die Stirn bieten!
z Ein von Flugangst geplagter Showmaster, eine völlig durchgeknallte Hochzeitsgesellschaft, ein Scheich mit Dolmetscher, dazu ein übereifriger Steward − das sind die Gäste auf der maroden Fluglinie der Fun-Airline auf dem Flug nach Dubai. Auf 10.000 Meter Höhe stellt sich bald jeder panisch die Frage: „Bruchlandung oder Totalabsturz?“ – nur eines ist sicher: „Oben bleibt koaner!“ Die Heimatbühne Feldthurns lädt zu dieser turbulenten Komödie in drei Akten von Bernd Spehling ins Castaneum, die am 17. Jänner Premiere feiert. Regie führt Christoph Gostner.
NEUJAHRSKONZERT Haydn Orchester von Bozen und Trient Silvia Micu, Sopran Felix Bender, Dirigent Melodien von Gaetano Donizetti, Amilcare Ponchielli, Emil Waldteufel, Franz Lehár und Johann Strauß (Sohn)
* Sonntag, 5. Jänner, 17 Uhr Forum Brixen
Kartenvormerkungen: Forum Brixen, Tel. 0472 275588 info@forum-brixen.com
Sonntag, 5. Jänner
17 Uhr
Musik
Neujahrskonzert Haydn Orchester von Bozen und Trient Forum Brixen
Musik
20:30 Uhr
Do Not Be Afraid Jazzkonzert mit Burch, Goller und Hart alias „Vula Viel“ Dekadenz Anreiterkeller Freitag, 17. Jänner
20 Uhr
Theater
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: Christoph Gostner Feldthurns, Castaneum
18 Uhr
Musik
Brixner Orgelmeditationen Dom Brixen Donnerstag, 9. Jänner
Diverses
ab 18 Uhr
Repair Cafè Gemeinsam mit Experten reparieren, was noch zu retten ist Kolping-Mensa, Fallmerayerstr. 4 B
20 Uhr
Musik
Herbert Pixner & The Italo Connection Astra Brixen
Kabarett
20:30 Uhr
Witz ins Dunkel Galaprogramm – 20 Jahre Ludwig W. Müller Dekadenz, Anreiterkeller
Musik
Marc Perin Fingerstyle Guitar Solo 3fiori café & craft beer bar Bäckergasse, Brixen
Freitag, 10. Jänner
Kabarett
Kabarett
20:30 Uhr
Die etruskische Statuette – Ein anachronistischer Kriminalfall Kabarett mit Dietmar Gamper Dekadenz Anreiterkeller Montag, 13. Jänner
20 Uhr
Film
Alkohol – Der globale Rausch Astra Brixen
Samstag, 18. Jänner
Kabarett
Sonntag, 19. Jänner
Theater
19:30 Uhr
Ein Marathon im Land der Taliban Manfred Mussner über ein etwas anderes Laufevent Vinzentinum, Festsaal Donnerstag, 16. Jänner
Vortrag
14 Uhr
Esoterik – Eine Alternative zur Religion? Univ.-Prof. Andreas Conca: Magie: Heil und Fluch unseres Seelenlebens Phil.-Theol. Hochschule Brixen
Samstag, 25. Jänner
Theater
20 Uhr
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: Christoph Gostner Feldthurns, Castaneum
14 Uhr
Esoterik – Eine Alternative zur Religion? Univ.-Prof. Andreas Conca: Magie: Heil und Fluch unseres Seelenlebens Phil.-Theol. Hochschule Brixen Freitag, 24 Jänner
Musik
20 Uhr
Trautonium trifft Streicher Peter Pichler am Trautonium mit dem Südtiroler Laurin-Quintett Forum Brixen
Diverses
20:30 Uhr
Kabarett
20:30 Uhr
Quiz und Show – What The Franz? Kabarett mit Franz-Xaver Franz und Martin Fritz Dekadenz, Anreiterkeller Balldini’s Night Barbara Balldini, Österreichs „Sexpertin“, präsentiert in der zweiten Südtirolrunde die Highlights aus ihren vier Kabarettprogrammen Forum Brixen
20:30 Uhr
ERMES COSTA Weltmeister auf der diatonischen Harmonika „Make the Steirische great again“ ist das Motto des ZiehharmonikaWeltmeisters aus Corvara. Entsprechend vielfältige Töne entlockt er dem Instrument. Eine Reise quer durch die Stilrichtungen. Von Queen über die Beatles bis hin zu aktuellen Hits.
16 Uhr
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: Christoph Gostner Feldthurns, Castaneum Montag, 20. Jänner
Dienstag, 14. Jänner
Donnerstag, 23. Jänner
Vortrag
21 Uhr
Witz ins Dunkel Galaprogramm – 20 Jahre Ludwig W. Müller Dekadenz, Anreiterkeller
Film
Vortrag
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: Christoph Gostner Feldthurns, Castaneum
20:30 Uhr
Die etruskische Statuette – Ein anachronistischer Kriminalfall Kabarett mit Dietmar Gamper Dekadenz Anreiterkeller Samstag, 11. Jänner
20 Uhr
Theater
20 Uhr
Parasite Koreanischer Film mit der Goldenen Palme Cannes 2019 ausgezeichnet. Astra Brixen Mittwoch, 22. Jänner
Musik
20 Uhr
Ermes Costa Ziehharmonika-Weltmeister aus Corvara Vinzentinum, Festsaal
* Mittwoch, 22. Jänner, 20 Uhr Vinzentinum, Festsaal
Das Konzert wird von der Stiftung Vinzentinum pro futuro organisiert. Eintritt frei. Sämtliche freiwilligen Spenden kommen in Form von Stipendien Vinzentiner Schülern aus einkommensschwachen Familien zugute.
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Veranstaltungen
UNSER FRÜHJAHRSPROGRAMM … ist online: bildung.kvw.org Die Vielfalt ist groß. Lassen Sie sich inspirieren von unseren Weiterbildungsangeboten: Lehrgänge wie die „Fotoschule“, „Emotionale Kompetenzentwicklung im beruflichen Kontext“, „Abenteuer Radio“‚ „Erfolgreich werben mit Instagram und Facebook“ erweitern Ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen. Weitere Veranstaltungen: Fasten im Alltag, Zero Waste im Alltag, Testament und Erbrecht, „Mami sorgt vor“, Make-up-Grundkurs für Frauen ab 40, Elternkurse, Erste Hilfe bei Kindern, Bewegungs- und Wohlfühlkurse usw. Angebote gibt es auch im Bereich Buchhaltung, EDV und digitale Medien, SPID sowie die beliebten Treffen des „Senioren Online Cafés“. Sprachkurse werden in Kooperation mit der zertifizierten Sprachschule alpha beta picadilly durchgeführt.
Melden Sie sich telefonisch oder online an, oder kommen Sie für eine persönlichen Beratung vorbei Ab 7. Jänner wieder für Sie da! KVW Bildung Brixen ·Hofgasse 2 0472 20 79 78 · bildung.brixen@kvw.org bildung.kvw.org
Sonntag, 26. Jänner
16 Uhr
Theater
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: C.Gostner Feldthurns, Castaneum Montag, 27. Jänner
20 Uhr
Film
But Beautiful Erwin Wagenhofer beleuchtet die positiven Seiten des Lebens und fragt nach dem Guten und Schönen im Menschen. Astra Brixen Dienstag, 28. Jänner
Vortrag
14 Uhr
Theater
20 Uhr
Esoterik – Eine Alternative zur Religion? Univ.-Prof. Andreas Conca: Magie: Heil und Fluch unseres Seelenlebens Phil.-Theol. Hochschule Brixen
Mittwoch, 29. Jänner
Diverses
* Premiere: Samstag, 15. Februar, 20 Uhr
18., 20., 25., 27. & 28. Februar, 20 Uhr Sa., 22. & 29. Februar, 18 Uhr So., 23. Februar, 17 Uhr & So., 1. März, 16 Uhr Grundschule Neustift
Reservierungen ab Mo., 27. Jänner unter 380 347 8313, Mo.−Fr., 17−20 Uhr Mehr Infos unter www.theaterneustift.it
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20:30
JIMI Big Band & The Mahavishnu Orchestra Project Dekadenz, Anreiterkeller Freitag, 31. Jänner
Theater
20 Uhr
Theater
20 Uhr
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: Christoph Gostner Feldthurns, Castaneum Bleib cool, Schätzchen Kabarett mit Wellnesseffekt − TheaterStudio Freitag. Theaterpädagogisches Zentrum
20:30 Uhr
Ans Eingemachte! OEW – Organisation für Eine solidarische Welt und Dekadenz laden zum Gespräch im Keller, Teil 2: Aber SICHER! Dekadenz, Anreiterkeller
Bauernmarkt samstags, 7:30–13 Uhr Hartmannplatz
Der Theaterverein Neustift spielt kein klimakritisches Stück und lässt keine Greta Thunberg aufmarschieren. Dafür entzündet er ein Feuerwerk an Witzen und schnellen Sprüchen, die die Zuschauer ins Wirtshaus „Zum Gaudinger“ entführen. Im beschaulichen Dorf hat sich aufgrund eines Zeitungsberichts das Gerücht verbreitet, dass ein Komet auf die Erde zurast und die Welt untergehen wird. Kurz nach dem explosiven Ende tritt die unerwartete Wendung ein… Seien Sie gespannt! Regie: Thomas Hochkofler
Musik
Fröhliche Landung – Funny Landing Die Heimatbühne Feldthurns bringt eine turbulente Komödie. Regie: C.Gostner Feldthurns, Castaneum
Märkte
DIE WELT GEAT UNTER!
Donnerstag, 30. Jänner
Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Parkplatz in der Brennerstrasse, in der Albuingasse, am Hartmannsplatz und in der Trattengasse Monatsmarkt Montag, 13. Jänner, Dandermarkt 8:30-13 Uhr Goethestraße Weihnachtsmarkt bis 6. Jänner Mo.−Do. 10−19 Uhr, Fr. & Sa. 10−19:30 Uhr, Sonn- & Feiertage 9:30−19 Uhr, 1.01. 12−19 Uhr, 6.01. 10−18 Uhr Domplatz
Best of Soliman’s Dream bis 6. Jänner Licht- und Musikshow zur Weihnachtszeit in Brixen Täglich um 17:30, 18:30 & 19:30 Uhr Keine Show am 24. & 25. Dezember Innenhof der Hofburg Brixen
Ausstellungen Hofburg bis 6. Jänner Krippen in der Hofburg täglich, 10−17 Uhr bis 6. Jänner Martin Rainer. Das Werk vor dem Werk täglich, 10−17 Uhr bis 6. Jänner Karl Grasser. Holzschnitte täglich, 10−17 Uhr StadtGalerie Brixen bis 11. Jänner The Money Maker Der SKB präsentiert den dritten Teil der Trilogie Tourismus, Kultur, Wirtschaft, in der die Wirtschaft im Zentrum steht. Di.−Fr. 10−12 Uhr & 16−18 Uhr
DIE BETRIEBE DER GEWERBEZONE
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SPORTANGEBOT FÜR SENIOREN IN BRIXEN UND UMGEBUNG
Freizeit & Sport
„Seniorensport hält jung!“ Herr Dejaco, Sie betreuen im Rahmen des SSV Brixen den Senioren-Schwimmsport, die Masterschwimmer. Wie kam es dazu? STEPHAN DEJACO: Schwimmen ist seit meiner frühesten Kindheit meine Leidenschaft. Geboren 1949, war ich im Schwimmbad zuhause. Meine Eltern hatten das Guggenberg-Schwimmbad in den fünfziger Jahren geführt. Nach einer kurzen aktiven Schwimmkarriere und den Studien sowie ersten Berufsjahren kam ich Anfang der achtziger Jahre zurück nach Brixen. Seitdem bin ich als Masterschwimmer aktiv, wobei „Master“ beim Sport nicht die Qualität, sondern das Alter kennzeichnet. Mit mir wurde die Schwimmleidenschaft auch bei anderen geweckt, ehe-
Herr Dissertori, wie kamen Sie zum Seniorensport? ALFRED DISSERTORI: Seniorensport hat mich schon im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit interessiert. Als Landessportamtsdirektor von 1965 bis 2000 und VSS-Geschäftsführer vom Gründungsjahr 1965 bis 1989 musste ich Analysen über Sportentwicklung vorlegen. Dabei stieß ich schon in den siebziger und achtziger Jahren auf die Forderung der Europäischen Charta, dem Seniorensport verstärkte Aufmerksamkeit und Förderung zukommen zu lassen. Man prognostizierte dem Seniorensport große Zuwachsraten, weil man annahm, dass immer mehr ältere Menschen sich aus Gesundheitsbewusstsein sportlich betätigen würden – was später auch zutreffen sollte.
ner Pensionierung im Jahr 2000 ändern, und da habe ich mich bei meinem „alten“ Verband um das Seniorensportreferat beworben. Meine Ernennung erfolgte 2001.
Seniorensport-Übungsleiterkurse zu organisieren, um Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich auf diesem Gebiet fachgerecht weiterzubilden.
Welche Veränderungen im Seniorensport gingen sodann von Ihnen aus?
Es bedarf eigener Übungsleiter für den Seniorensport?
Dissertori: Bereits in der Wintersaison 2001/02 entstand der „Skitreff 50 Plus“ auf der Plose. Für dieses Projekt konnte ich den Brixner Hubert Fink, einst Präsident des Weltskiverbandes, gewinnen. Im Zentrum standen Inhalte wie Sicherheit, zwischenmenschliche Begegnung, Geselligkeit und Sportkameradschaft. Das Interesse bei den Seniorensportlern war gewaltig: Bald hatten wir acht parallele Kurse für über 90 Teilnehmer laufen, und unse-
„Sport ist keine Medizin, die man einnimmt, um den Alterungsprozess aufzuhalten; Sport ist eine Einstellung, eine Lebensphilosophie“_ Alfred Dissertori maligen Wettkampfschwimmern genauso wie Schwimmbegeisterten. Heute haben wir eine Schwimmmasterbewegung von etwa 20 Frauen und Männern – großteils Senioren. Wir treffen uns zwei Mal die Woche zum intensiven Training. Neue Schwimmer sind immer willkommen. Wir trainieren regelmäßig, aber es besteht überhaupt kein Wettkampfzwang. 48
Nach Ihrer Pensionierung wurden Sie Seniorensportreferent im VSS ... Dissertori: Das Seniorensportreferat im VSS ist bereits 1996 mit der Bestellung von Marlene Seibstock als Referentin umgesetzt worden, aber im Grunde ist außer vielen und schönen Reden im Seniorensport nicht wirklich viel passiert. Das wollte ich mit mei-
re Initiative fand schließlich im ganzen Land Nachahmung. Auch im Schwimmsport wurden wir aktiv und hielten ab 2002 in der neu eröffneten Acquarena Kurse ab für „Schwimmen, Aquagym, Aquajogging 50 Plus“. Ich verlangte dabei kein Kurshonorar, um auch Minderbemittelten die Teilnahme zu erleichtern. Ab 2003 ging ich dann als Seniorensportreferent daran, systematisch
Dissertori: Bei den Sondierungsarbeiten zum Seniorensport kamen wir zum Schluss, dass es unbedingt notwendig ist, Übungsleiter für den Seniorensport spezifisch auszubilden, wenn wir den Seniorensport einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Denn nur so werden Seniorenkurse in den verschiedensten Sportarten im ganzen Land angeboten werden. Dafür habe ich hauptsächlich mit dem Bayerischen Landessportverband zusammengearbeitet, da ich dort qualifiziertes Personal fand für die Ausbildung unserer Übungsleiter. Diese Ausbildungskurse sind dann auch gut besucht worden. Dank dieser Aktion ist der Seniorensport in den Sportvereinen im ganzen Land bis heute gut aufgestellt. Man entdeckte den Seniorensport als neue Marktlücke? Dejaco: Eine Marktlücke ist der Seniorensport bis heute! Wir werden immer älter und sind meist auch lange in einer sehr guten körperlichen Verfassung, und damit das so bleibt, wählen immer mehr Senioren eine sportliche Betätigung, um sich fit zu halten. Die Senioren bieten somit ein großes Potential.
Foto: GettyImages, Steve Mason
Sich bis ins hohe Alter fit zu halten ist angesagter denn je. ALFRED DISSERTORI und STEPHAN DEJACO, zwei Säulen im Brixner Seniorensport, erzählen im Gespräch mit dem „Brixner“ vom Sportangebot, das Senioren in Brixen und Umgebung vorfinden, worauf es beim Seniorensport ankommt und wie wichtig Sport nicht nur für die körperliche, sondern auch für die geistige Fitness ist.
SENIORENSPORT IST GEFRAGTER DENN JE: Regelmäßige gezielte körperliche Bewegung hilft, dem Abbau von Knochen und Muskeln entgegenzuwirken
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Dejaco: Das ist eine gute Frage! Als Fredi 2001 den „Skitreff 50 Plus“ auf die Beine gestellt hat, gab es schon unterschiedliche Meinungen dazu. Für mich war schon damals jemand mit 50 Plus noch kein Senior! Heute hat sich diese Grenze noch weiter nach oben verschoben. Auch die Definition, dass man mit 65 Jahren als Senior gilt, ist für mich noch eine sehr subjektive Wertung. Im Prinzip gibt es kein definiertes Alter, mit dem der Seniorensport startet. Es ist wohl mehr eine Sache des Gefühls. Wie unterscheidet sich Seniorensport vom üblichen Training? Dissertori: Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Seniorensport nicht wettkampfmäßig aufgebaut ist. Das Ziel des Seniorensports sind damit nicht, gute Ergebnisse bei Wettkämpfen zu schaffen, sondern eine permanente körperliche Leistung. Denn wenn man ein sportlich aktives Leben führt, kann man dem Kräfteabbau entgegenwirken, den das Alter mit sich bringt. Regelmäßige Bewegung ist somit gerade im Alter empfehlenswert? Dissertori: Fakt ist, dass ein 80-Jähriger infolge des Muskelmasseabbaus nur mehr knapp 45 Prozent seines ursprünglichen Leistungsniveaus besitzt. Und der Kräfteabbau geht mit zunehmendem Alter progressiv weiter. Das bedeutet unter anderem, dass ein 85-Jähriger im Normalfall kaum mehr imstande ist, allen Grundfunktionen des täglichen Lebens – den sogenannten „Basic activities of daily living“ – ohne fremde Hilfe zu genügen. Die gute Nachricht
Fotos: Oskar Zingerle
Freizeit & Sport
Ab wann gilt man im Sport als Senior?
Stephan Dejaco: „Schonend soll die Sportart sein und doch bis zu einem gewissen Maß fordernd für den Körper“
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zu dieser erschreckenden, aber wissenschaftlich erwiesenen Realität ist, dass durch gezieltes, moderates und alterskompatibles Kraft- und Ausdauertraining, eine sportaktive Lebensführung oder andere zweckdienliche Bewegungsformen der zunehmende Abbau der körperlichen und geistigen Kräfte um bis zu zehn Jahre verzögert werden kann. Die Wieder- oder Neuaufnahme des Trainings oder der Bewegungsaktivitäten sollte spätestens mit 65 Jahren erfolgen. Welche Sportmöglichkeiten gibt es gegenwärtig im Brixner Raum für Senioren? Dissertori: Aufgrund unserer Initiative seinerzeit, Übungsleiter für den Seniorensport spezifisch auszubilden, verfügen die Vereine heute über fachgerecht ausgebildete Seniorensportübungsleiter und -leiterinnen, die verstärkt Konditions-, Gymnastik-, Schwimm-, Ski-, Langlauf-, Nordic-Walking-, Radsport-, Mountainbike-, Tischtennis- und Badmintonkurse oder Treffs anbieten. Dejaco: Eine umfassende Seniorensportlandschaft in der Form gibt es jedoch nicht. Aber fast jeder Sportverein bietet für Se-
THEOLOGIE & PHILOSOPHIE IM KONTEXT
nioren entsprechende Kurse an. Spezifisch hat der SSV Brixen die Wassergymnastik für Senioren, die sehr gut angenommen wird – auch, weil Gymnastik im Wasser sehr schonend für die Gelenke ist. Aber auch Badminton ist für Senioren sehr geeignet, oder im Besonderen auch der beliebte Tanzsport. Ich beobachte auch, dass gerade ältere Semester gerne ins Fitness-Studio gehen; auch dort finden sich geeignete Angebote für Senioren.
Bewegungsablauf erfordern, ist es doch wichtig, ein qualifiziertes Training zu absolvieren, und das gelingt für Laien nur mit qualifiziertem Personal. Andernfalls ist die Gefahr gegeben, dass man von der sportlichen Betätigung mehr Schaden als Nutzen davonträgt. Beim Wandern kann weniger falsch gemacht werden: Unsere Alpenvereine AVS und CAI bieten beispielsweise ein vielfältiges Angebot, das auch für Ungeübte sehr attraktiv ist. Ebenso ist der Radsport für Ungeübte zu empfehlen, gerade heute auch mit den E-Bikes. Inzwischen gibt es eigene Organisationen, die für Senioren sogar mehrtägige Radtouren anbieten. Auch hier geht es nicht um die Leistung, die erzielt werden muss; der gesundheitliche Aspekt steht immer im Vordergrund. Wobei doch zu beachten ist, dass man – selbst wenn man die 60 Jahre davor nie etwas getan hat – bei moderater, aber konstanter Bewegung mit Sicherheit Kondition aufbauen wird. Das ist auch der Sinn und Zweck im
„Es gibt beim Seniorensport keine goldene Regel: Jeder, wie er sich fühlt“_ Stephan Dejaco Die sportliche Betätigung ist aber mit Kosten verbunden?
Seniorensport, dass man seinen Körper sportlich entwickelt.
Dejaco: Die Sportvereine sind gemeinnützige Einrichtungen ohne Gewinnabsicht, weshalb die Kurskosten überschaubar bleiben. Zudem darf betont werden, dass für die sportliche Betätigung nicht unbedingt immer ein Kurs besucht werden muss. Sehr beliebt, kostengünstig und empfehlenswert ist hier etwa das Wandern. Aber für Sportarten, die einen korrekten
Auch Menschen, die erst mit der Pensionierung mit einer sportlichen Betätigung beginnen wollen, finden genügend niederschwelliges Angebot? Dejaco: Wenn ein Senior in Brixen an einer sportlichen Betätigung Interesse hat, dann soll er ins Büro des SSV Brixen kommen; dort findet er die 13 Sektionen und
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Alfred Dissertori: „Die Aufnahme der Bewegungsaktivitäten sollte spätestens mit 65 Jahren erfolgen“
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kann sich informieren, welches Angebot für Senioren konkret vorliegt. Daneben gibt es aber noch viele Vereine und kommerzielle Einrichtungen, die ein entsprechendes Angebot haben und auch Schnupperkurse anbieten. Was ist Senioren beim Sport abzuraten? Dissertori: Wettkampfsport! Das ist – wenn überhaupt – nur für jene akzeptabel, die ihr Leben lang Wettkampfsport betrieben haben, allen anderen ist davon abzuraten. Als ich im Jahr 2000 in Pension ging, intensivierte ich meinen Schwimmsport und war als Senior ziemlich erfolgreich. Zwischen meinem 60. und 70. Lebensjahr − ich bin Jahrgang 1939 – holte ich mit den Masterschwimmern noch neun Italienmeistertitel. Als ich Herzkreislaufprobleme bekam, haben mir die Ärzte den Wettkampfsport verboten. Abzuraten ist weiters vom Schnellkraftsport ganz generell: Handball, Fußball oder beispielsweise Tennis. Ein 50-Meter-Sprint etwa ist absolut ungesund, weil er den ganzen Organismus überlastet. Da sind jene Sportarten vorzuziehen, bei denen kein harter Körpereinsatz oder Aufprall erforderlich ist und bei denen es erst gar nicht zu Stürzen kommen kann. Langlauf ist demnach zum Beispiel dem alpinen Skisport vorzuziehen. Dejaco: Geeignet für Senioren sind dagegen alle Sportarten, die schonend für die Gelenke sind: Gymnastik, Wassergymnastik, Aquabike, Schwimmen – und da ist besonders das Rückenschwimmen zu nennen, da es ideal ist bei Rückenbeschwerden. Ich selbst war in jüngeren Jahren viel Joggen. Inzwischen habe ich das eingestellt. Die Fersen, die Gelenke, die Knöchel, die Wirbelsäule – ich habe gemerkt, dass mir das Laufen nicht mehr gutgetan hat. Schonend soll die Sportart sein
und doch bis zu einem gewissen Maß fordernd für den Körper. Die positive Auswirkung auf den Körper überträgt sich sodann auch auf den Geist, sodass man auch geistig fit bleibt.
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Gibt es eine goldene Regel für den Seniorensport? Dissertori: Was man sich zutraut, ist immer sehr individuell. Als goldene Regel könnte genannt werden: Alters- und gesundheitskompatibel sollte der Sport sein, den man ausübt. Wie motiviert man ältere Menschen zum Sport? Dejaco: Der soziale Aspekt, den eine sportliche Betätigung in der Gruppe mit sich bringt, kann Motivation sein. Bei den Masterschwimmern etwa oder auch beim „Skitreff 50 Plus“, wo ich auch dabei bin, sind wir eine nette Gruppe, die sich auch privat versteht. Dissertori: Der gesellschaftlichen Vereinsamung im Alter tritt man, wenn man in einer Seniorensportgruppe aktiv ist, sicherlich entgegen. Meine Frau und ich sind etwa auch beim Veteranensportverein dabei. Hier werden außer dem Softsportprogramm auch andere gemeinsame Aktivitäten angeboten, wie etwa Reisen oder Festveranstaltungen. Eine gute Motivation, dass ältere Menschen sich gerne sportlich betätigen, ist mit Sicherheit allein der positive Effekt, den die sportliche Bewegung auf die Gesundheit hat. Allerdings darf man vom Sport keine Wunder erwarten: Sport ist keine Medizin, die man einnimmt, um den Alterungsprozess aufzuhalten. Sport ist eine Einstellung, eine Lebensphilosophie.
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HANDBALL
Ein Spitzenderby Bereits 64 Mal standen sich die Handballer des SSV Brixen und des SC Meran gegenüber. Am 30. November trafen die beiden Mannschaften zum 65. Mal aufeinander. Der „Brixner“ war live dabei, um das spannende Match zu dokumentieren. Die Anspannung war groß: Wer wird es schaffen? Alles schien möglich!
B
ereits zwei Stunden vor Spielbeginn gibt es reges Leben vor und in der Handballhalle. Im kleinen Parterre-Raum befindet sich Georg Prosch, der die Vorbereitungen für den Aufbau der Banden und Banner, für die Verteilung der
Lose und Klatschen sowie für die Sprechanlage und die Kassa trifft. Er ist gewählter Präsident des Fanclubs „La Ola“, zu dem 23 helfende Mitarbeiter und an die 100 Mitglieder gehören. Ach ja, auch die Trommeln müssen an ihren Platz gebracht werden,
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genauso wie die Verkleidung des Maskottchens – es trägt, in Erinnerung an den legendären Trainer Miki Kovacs, den Namen Miki. Auch der Aufbau des Fanshops mit eigenen Shirts und Kappen muss in die Wege geleitet werden. Indessen erzählt er, der immer eine positive Energie ausstrahlt, von der Geschichte des Fanclubs: „Gegründet wurde er bereits in der Saison 2011/12 von Gerd Seebacher. Ich kam ein Jahr später dazu. Unser Ziel war und ist es, den Verein, und zwar Männer, Frauen und die Jugend, zu unterstützen und möglichst viele Zuschauer in unsere Halle und zu Auswärtsfahrten zu bringen.“ Seit 2017/18 läuft vor und während der Spiele die von der Gruppe Frei.Wild eigens komponierte Handball-Hymne. Besonders stolz ist Prosch auf die Zusammenarbeit mit der Sektion Tanzen des SSV Brixen: „Die Mädchen
umrahmen als Cheerleaders mit ihren tänzerischen Einlagen die Spiele auf einmalige Art.“
Ein wichtiger Treffpunkt. Auch
in die Sportlerbar kehrt allmählich Leben ein. Karl Kerer startet mit der Kamera Richtung Halle und kümmert sich um den Aufbau für das Filmen. Treue Fans aus dem Pustertal sind auch schon eingetroffen. Edith Monopoli sitzt mit geöffneter Mappe am ersten großen Tisch, überprüft die Spielerliste und sammelt von den allmählich eintrudelnden Spielern die Dokumente ein. Sie ist das Bindeglied zu den Schiedsrichtern und sorgt in der Pause zwischen den zwei Halbzeiten für Tee oder Wasser. Für ihre knapp 40-jährige ehrenamtliche Vereinsarbeit erhielt sie im letzten „Pamper“ die Bestnote zehn. Sie ist, kurz gesagt, nicht wegzudenken von der Brixner Handballfamilie.
Nun kommt Bewegung in die Halle. Noch fehlt eine gute hal-
be Stunde bis zum Anpfiff. Die Athleten kommen nun von der Ankleidekabine aufs Spielfeld und beginnen mit dem Aufwärmen und Einspielen. Viele Zuschauer haben bereits Platz auf den Tribünen genommen – ihren Platz! Es ist halt so, dass viele, die seit Jahren und Jahrzehnten die Begegnungen verfolgen, Wert auf ihren Stammplatz legen und die Nase rümpfen, wenn dieser vielleicht sogar von Fans der gegnerischen Mannschaft besetzt ist. Auch die ganz Kleinen, Kinder von drei Spielern, haben mit ihren Mamas ihren Platz vorne an der Seitentribüne gefunden. Während die achtjährige Maia ihrem Papa ganz toll die Daumen drückt, schwirren die Jüngeren fröhlich und unbekümmert um die Sitzreihen.
Es geht los! Wenige Minuten vor
19 Uhr erfolgt der Einlauf der Teams: zuerst die 16 Meraner, viele junge, einheimische Spieler, von denen die Hälfte im neuen Jahrhundert geboren ist. Der Jüngste, Luca Visintin, ist gerade mal 16 Jahre alt. Die knapp 1.000 Zuschauer auf den gut gefüllten Tribünen klatschen höflich. Mit dem Einlaufen der Brixner wird der Applaus lauter und euphorischer. Die Trommeln geben eine
Fotos: Oskar Zingerle
Einer der ersten Spieler, der die Sportlerbar betritt, ist Uroš Lazarević, der nach einem Jahr Abwesenheit nach Brixen zurückgekehrt ist. Auf die Frage, wie nervös er denn heute sei, gibt er sich gelassen und antwortet: „Gar nicht besonders.“ Wirklich? Mit seinen 36 Jahren und seiner langen Erfahrung in Deutschland, Österreich, der Schweiz, im Iran und Katar kann man es ihm, dem 2,01 Meter langen Hünen, abkaufen. Mit den neun Toren, die er im Spiel dann erzielen wird, beweist er tatsächlich seine Coolness. Kurz lässt sich auch der Sektionsleiter Werner Wieland in der Bar blicken. Er hat bereits ein Treffen mit Pressevertretern und den Organisatoren der U20-EM hinter sich, die vom 2. bis 20. Juli 2020 gemeinsam mit Innsbruck ausgetragen wird. Dann zieht er sich zurück und setzt sich unauffällig mit seiner Frau ins Publikum. Er braucht Ruhe. Auch der 15-jährige Discjockey Marvin Pfitscher sitzt mit einem Freund an seinem Arbeitstisch und spielt am Spielfeldrand die ersten Songs ein.
Wenn Davor�Čutura (rechts) Anweisungen gibt, dann heißt's zuhören und aufpassen!
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heftige Geräuschkulisse ab. Auch unter den einheimischen Spielern sind einige junge, so Felix Mühlögger, er wird bald 17, und die 18-jährigen Max Brugger und Christian Mitterrutzner. Der älteste Spieler (und Trainer) ist der Serbe Davor Čutura, der zwei Tage vorher die 40 Jahre erreicht hat. Erstmals dabei ist der in Vittorio Veneto geborene Riccardo Pivetta, der seinen Einstand beim Spiel in Eppan gefeiert hatte, heute aber richtig zum Zug kommen soll. „Ich war ungemein nervös“, gesteht er später, „denn ich wusste, wenn der erste Wurf gelingt, dann läuft es für mich!“ Tatsächlich erreicht der erste Wurf vom linken Flügel das Ziel, und es folgen drei weitere Tore. Darüber freut sich der 31-Jährige, der mehrere Jahre in Bologna und Conversano sowie zwei Dutzendmal in der Nationalmannschaft gespielt hat.
Ein prächtiges Derby. Mit vier
Toren Rückstand gehen die Brixner nach 30 Minuten in die Kabine. Meran hat sich bestens geschlagen: Neben dem starken Bogdan Petričević und dem wendigen Leo Prantner war es vor allem die Abwehr, die den Brixnern stark zusetzte. Doch nach der Pause zeigen die Brixner, was in ihnen steckt, und ein herausragender Alex Wierer tut im Tor das Seine. In der 38. Minute wird erstmals der Ausgleich erzielt. Zehn
Minuten später steht es 26 zu 22 für Brixen. Nach dem 29 zu 27, erzielt durch Dominik Dorfmann, wird es laut im Publikum, das die
letzten zwei Minuten klatschend im Stehen verbringt. 30 zu 28 lautet das Endergebnis! Der Jubel ist grenzenlos.
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info wird die Verpflichtung des Spielertrainers Davor CĚŒutura allgemein bezeichnet. Er ist gebĂźrtiger Serbe und hat sich Ăźber viele Jahre in Spaniens erster Liga als Torjäger herausragend geschlagen. Beim Verband ist er als Spieler gemeldet; offiziell ist dort Rudi Neuner, ehemaliger Spieler und Assistenztrainer von Miki Kovacs, eingetragen, denn er besitzt die entsprechende Lizenz. Andreas Salcher ist als Co-Trainer der Dritte im Bunde. Davor CĚŒutura gibt sich stets bescheiden und erklärt, dass er, der erstmals eine Mannschaft trainiert, dabei ist, Erfahrungen zu sammeln, dass viele Kleinigkeiten ein gutes Spiel ausmachen und dass es auf ein „laboro consequente“ ankomme. Auf die Frage, ob es denn stimme, dass er seine Anweisungen zunächst auf Englisch gebe, dann aber schon mal ins Spanische oder sogar in seine Muttersprache wechsle, wenn er noch deutlicher werden wolle, nickt er zustimmend.
Allen Grund zum Feiern. Richtig laut und eng wird es nach dem erfolgreichen Spiel in der Bar. Die Zuschauer, darunter viele
SSV Brixen Handball Die Bilanz der Hinrunde der Serie A1 Meisterschaft 2019/20
Foto: Oskar Zingerle
Freizeit & Sport
Ein GlĂźcksgriff. Als GlĂźcksgriff
ehemalige Spieler und Funktionäre, diskutieren in GrĂźppchen die Begegnung. Einer davon ist Gigi Da Rui, der 1976 als junger Spieler von Teramo nach Brixen gekommen und hier geblieben ist: „Wie schon Ăśfters in diesem Jahr ist Brixen, nachdem es in der ersten Halbzeit den Gegner ‚studiert‘ hat, wie verwandelt aus der Kabine gekommen und hat zugeschlagen, ‚come il gatto fa con il topo‘. Respekt fĂźr die Paraden des Alex Wierer und fĂźr UroĹĄ LazarevicĚ , der auch in der Defensive eine Glanzleistung erbracht hat, und natĂźrlich fĂźr Davor CĚŒutura, der trotz Manndeckung als
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Spieler und Spielleiter alle seine Register gezogen hat. ‚Da brivido‘ auch das Publikum, um das uns ganz Italien beneidet. Wahrhaftig: der achte Mann!“ Allmählich, es geht auf 21 Uhr zu, kommen auch die ersten Spieler, die von den Fans euphorisch beglĂźckwĂźnscht werden. Christian Mitterrutzner, der, an einer Sprunggelenksverletzung leidend, die 60 Minuten auf der Spielerbank verbracht hat, bekräftigt: „Es war ein klassisches Derby! Beide Mannschaften wollten gewinnen. Meran hat eine tolle Figur gemacht. FĂźr mich war es nicht leicht zuzusehen, aber ich freue
13 ausgetragene Spiele 7 Auswärtsspiele 6 Heimspiele (alle gewonnen) 10 Siege 3 Niederlagen (alle auswärts: gegen Siena, Bozen, Cassano) 20 Punkte 374 erzielte Tore 334 erhaltene Tore 3. Rang (damit bestes Team Sßdtirols – vor Bozen, Meran und Eppan) Das erste Spiel der Rßckrunde wird in Brixen gegen den Tabellenersten Siena am 18. Jänner ausgetragen.
mich, dass ich von der Spielerbank aus meine Mannschaft ein wenig unterstĂźtzen konnte.“ FĂźr die eingefleischtesten Anhänger des SSV Brixen wird es wohl Mitternacht werden, bis sie die Sportlerbar verlassen werden, denn Gesprächsstoff gibt es genĂźgend nach so einer Partie. johanna.beranardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
WINTERSPORT
Kinderparadies Plose
Oben eine traumhafte Schneelandschaft und beste Pistenverhältnisse, unten viele Kinder, die noch nie auf den Skiern standen. Und mittendrin der Wintersportverein und sein Ski-Sektionsleiter Wolfgang Meraner.
S
eit Wochen leuchtet unser Hausberg in weißer Pracht übers Tal, das Skifahren ist spätestens nach den ersten Weltcuprennen Medienthema, und die Welt des weißen Sports bereitet sich auf eine vielversprechende Saison vor. Auch Wolfgang Meraner, Sektionsleiter des Brixner Wintersportvereins im Bereich Ski, steckt mit seinen Vereinsmitarbeitern und den aktiven Mitgliedern mitten drin im Saisonstart. Einerseits läuft dabei alles in gewohnten Bahnen, andererseits versucht sich der Verein aber auch auf neuen Pfaden.
Winterliche Trendwende? Den
Wintersportverein kennt man in Brixen; Helmuth Kerer führte ihn jahrzehntelang durch eine Zeit, in der das Skifahren wohl die wichtigste Wintersportart war. Während der letzten Jahre ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich am Nachmittag auf den Pisten der Plose tummeln, jedoch gesunken. Nicht nur die Rennfahrergruppe litt am zahlenmäßigen Schwund, auch die Schar jener, die mit Skiern oder Snowboard ohne Profiambitionen Winterluft und -landschaft genießen, hat sich verkleinert. Wolfgang Meraner weiß, dass es gewiss nicht einfach ist, an Schultagen nach einem schnellen Mittagessen in die Skiausrüstung zu schlüpfen, auf die Plose zu
fahren und sich abends noch an die Hausaufgaben zu setzen. Die organisatorischen Herausforderungen sind für Eltern und Kinder beträchtlich, doch die Mühe lohnt sich: Bewegung an der frischen und gesunden Winterluft, Spaß in der Gruppe, Freude an den erzielten Fortschritten und Erfolg beim nächsten Skirennen, und dies alles unter der fachlichen Anleitung der Skitrainer und Skilehrer. „Wir haben mit der Plose ein wunderbares Skigebiet vor der Haustür, und wir möchten, dass alle unsere Brixner Kinder die Freude an der Natur, am Schnee und am Skifahren erleben dürfen – ob sie nun an Rennen interessiert sind oder nicht“, so Meraner. Der Brixner Wintersportverein fährt sein Angebot deshalb im Parallelslalom: Einmal finden Kinder und Jugendliche, die sich auf Skirennen vorbereiten wollen, die notwendigen Trainingsbedingungen, sei es auf der Piste als auch im Drumherum. Zum Zweiten gibt es aber auch jene, die nur an einem Nachmittag pro Woche zum Training auf die Plose kommen, aus reiner Freude am gemeinsamen Skifahren und mit dem Ziel, sich selbst zu verbessern und einige lokale Wettkämpfe zu bestreiten.
Skifahren soll jeder lernen dürfen. „Im Mittelschulalter trainieren
Freizeit- und Rennfahrer gemeinsam, in Gruppen von sechs bis 20 Kindern und zwei bis drei Betreuern, wobei die einen ein bis zwei Mal pro Woche, die anderen drei bis vier Mal zum Training kommen. Freies Fahren wechselt sich mit Stangentraining ab; die Gemeinschaft und das Gruppenerlebnis stehen neben den sportlichen Zielen dabei immer im Vordergrund. Mit Teambildungsmaßnahmen und pädagogisch gut durchdachten Trainingskonzepten möchten wir vom WSV bewusst weg vom Image der reinen Rennfahrerschmiede hin zur Plattform für Skibegeisterte und solche, die es werden möchten“, beschreibt Wolfgang Meraner. „Natürlich ist es nicht immer leicht, allen Anforderungen gerecht zu werden. In Bezug auf das Training arbeiten wir mit anderen Vereinen (Klausen, Lüsen, Plose-Berg) zusammen, damit die Qualität stimmt und genügend Trainer gefunden werden können. Und da wir wissen, dass Skifahren nicht das kostengünstigste Hobby ist, haben wir eine Art Second-hand-Markt organisiert, bei dem gebrauchte Skiausrüstung weitergegeben und angekauft werden kann.“
Das Schöne ist so nah. Zur Zeit
betreut der WSV Brixen 50 Kinder und Jugendliche, die sich mehr oder weniger dem Skifah-
ren verschrieben haben – von den Jüngsten im Grundschulalter, in den Rennkategorien mit den unbeliebten Bezeichnungen „Super-Baby“ und „Babysprint“ geschmückt, bis hin zu den jugendlichen Nachwuchstalenten und Schneeliebhabern. Dazu gesellen sich die Masters, die, durch die Tore flitzend, ihre ehemaligen Rennfahrerkarrieren weiter pflegen, und eine Gruppe von Frauen, die einmal wöchentlich unter fachlicher Anleitung ihre Schwungtechnik verbessert. Zu den offiziellen Höhepunkten der Saison zählt für Brixens Skinachwuchs das Volksbank-CupRennen, Teil einer dreiteiligen Serie und organisiert vom WSV, bei dem Rennfahrer und Freizeitfahrer sich unter „Normalfahrer“Bedingungen messen können. „Für die jungen Skifahrer zählen jedoch die vielen kleinen Höhepunkte weit mehr“, vermutet Wolfgang Meraner, „der Spaß während der Anfahrt im Vereinsbus, die gemeinsamen Abfahrten, das Lob des Trainers, der Blick auf die verschneiten Gipfel und die gesunde Müdigkeit bei der Rückkehr ins warme Wohnzimmer.“ Und er hofft, dass Brixens Nachwuchs die Liebe zur Natur und zur Bewegung vermehrt am nahen Hausberg findet. sabine.dejakum@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 55
Freizeit & Sport
CONI
Lob für den Schwimmclub z Das Landeskomitee Bozen-Südtirol des Nationalen Olympiakomitees CONI hatte vor zwei Jahren mit den so genannten „Centro Coni“ eine Initiative gestartet, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen möglichst viele Sportarten und Bewegungsmöglichkeiten näherzubringen. In der Bischofsstadt beteiligte sich der Schwimmclub Brixen an die-
sem Projekt, zumal Vielseitigkeit ohnehin zu seinen Grundsätzen gehört und neben Schwimmen, Laufen und Radfahren auch ein abwechslungsreiches Programm in der Turnhalle und bei Trainingslagern anbietet. Kürzlich wurden im Haus des Sports in Bozen 93 Südtiroler Sportler für ihre herausragenden Leistungen in der Saison 2018 mit der CONI-
Medaille ausgezeichnet. Die Vizepräsidentin des Schwimmclubs, Daniela Ianesi, hatte bei dieser Gelegenheit die Ehre, die offizielle Anerkennung des Landeskomitees für die Bemühungen ihres
Vereins entgegenzunehmen. Im Bild: Heinz Gutweniger, Präsident CONI Südtirol, Daniela Ianesi, Enrico Collattuzzo vom Karate Club Laives und LH Arno Kompatscher. sde
chende Zeiten. Auch wenn in den Startsprüngen und Schwimmstilen noch einiges Verbesserungspotenzial liegt, so durften die zuschauenden Erziehungsberechtigten und Trainer doch stolz auf den Mut, Einsatz und die Leistung der Nachwuchsathleten sein. Vor allem bei den Staffelbewerben am späteren Vormittag wuchsen die kleinen Schwimmer förmlich über sich selbst hinaus und kämpften für den Erfolg ihrer jeweiligen Staffel. Der Schwimmclub Brixen als Gastgeber holte sich mit 30 Medaillen – davon 14 in Gold − die meisten Podestplätze, gefolgt von
Polisportiva Vipiteno und Bolzano Nuoto. Wie gewohnt, wurden jedoch nicht nur die schnellsten,
sondern alle Kinder mit Medaillen und Sachgeschenken fürs Mitmachen belohnt. sde
Beim diesjährigen NikolausCross-Lauf zeigten sich die Teilnehmer des SG Eisacktal stark: Lukas Lanzinger und Sebastian Weissteiner siegten in der U16und in der U18-Kategorie, Euan De Nigro lief auf Platz 2 (U16), Julian Fliri vom SSV Brixen erreichte Platz 3 (U12).
Einfach mal probieren darf Mann und Frau das Eisstockschießen, und zwar donnerstags ab 19:30 Uhr in der Eishalle Brixen. Die Sektion Eisstock des SSV Brixen lädt jeden Interessierten zum Training ein. Geübtere dürfen sich dann am 14. und 15. März 2020 beim traditionellen 2-Tage-Turnier messen.
Dem Aufstieg entgegen scheinen sich die Brixner Volleyballerin en der Serie D derzeit zu spielen. Mit Druck, einer guten Verteidigung und schnellen Aktionen ließen sich die Mädchen von Trainer Patrick Canal vor kurzem auch von ihren starken Gästen aus Trient nicht besiegen.
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Im Wettkampffieber z Wettkampfstimmung pur erfüllte am dritten Adventsonntag die Brixner Acquarena: 150 junge Schwimmer im Alter zwischen fünf und zehn Jahren waren mit ihren Trainern, Begleitern und vielen Familien der Einladung des Schwimmclubs Brixen zur ersten Etappe der vierteiligen USSA-Kinderwettkampfserie gefolgt. Je nach Alter wurden alle vier bzw. drei Schwimmstile auf der 25-m-Distanz geschwommen. Die Startschüsse hallten in rascher Abfolge durch das Hallenbad, die Nachwuchs athleten gaben ihr Bestes und schwammen zum Teil vielverspre-
kurz
notiert
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NACHGEFRAGT
„Noch ist Renovierungsbedarf“ Frau Hofer, 80.590 Euro hat die Gemeinde Brixen in die Sanierung der Sportzone Pfeffersberg investiert. Was wurde erneuert? Auf dem Mehrzweckplatz, auf dem man Fußball, aber auch Tennis spielen konnte, wurde 1994 ein Teppich mit Quarzsand verlegt, damit man einen Untergrund für die doch unterschiedlichen Sportarten hatte. Über die Jahre hat sich dieser Quarzsand so verfestigt, dass nach einem starken Regenguss der Platz einem See glich. Nach langem Hin und Her mit der Gemeinde hat man sich dazu entschlossen, einen Kunstrasen-
platz zu verlegen und den Platz fußballtauglich zu machen. Gibt es weiteren Renovierungsbedarf? Definitiv ja! Da man auf dem jetzt sanierten Platz kein Tennis mehr spielen kann, wird im Frühjahr als zweites Baulos ein Tennisfeld errichtet. Dafür hat die Gemeinde ein Stück des angrenzenden Grundes angekauft. Zukunftspläne haben wir aber viele. Die Zone soll zu einem Treffpunkt für die Pfeffersberger Bevölkerung werden. Der Kinderspielplatz ist derzeit veraltet; er bedarf einer Generalsanierung. Im Raum steht auch eine Verlegung des der-
zeitigen Sporthauses mit Bar, da dieses durch den Grundzukauf nun mitten im Gelände steht.
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BARBARA HOFER, Präsidentin des Amateursportvereins Pfeffersberg, über die neuen Betätigungsfelder ihres Vereins, die mit der Fertigstellung der neuen Sportzone Pfeffersberg möglich geworden sind.
Bringt die neue Sportzone neue Möglichkeiten? Wir haben eher einen Schritt zurück gemacht. Tennis kann zurzeit nicht gespielt werden. Dass auf dem sanierten Platz Volleyball gespielt werden kann, muss erst noch von der Bevölkerung angenommen werden. Auch die Errichtung des stets sehr gut besuchten Eislaufplatzes ist auf dem sanierten Platz leider nicht mehr möglich. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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INITIATIVE ZUR STÄRKUNG DES WIRTSCHAFTSSTANDORTES EISACKTAL
„Step by step“ Herr Reifer, seit drei Jahren gibt es „InnoValley Eisacktal“ – eine Initiative des Bezirksausschusses des Unternehmerverbandes, die aber der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt ist. Warum ist diese Initiative gegründet worden? MICHAEL REIFER: Es gibt ein mittlerweile schon abgedroschenes Wort dafür: Fachkräftemangel. Das Eisacktal hat sich als touristischer Wirtschaftsraum gut positioniert: Es gibt mit Brixen, Sterzing und Klausen drei schöne Städte, es gibt schöne Berge, es ist kulinarisch ziemlich einzigartig. Brixen ist zudem ein Zentrum der Kultur und klimatisch das Tor zum Süden. Das alles wissen inzwischen viele.
sondern alle Wirtschaftsbereiche einschließt – also auch Tourismus, Landwirtschaft, Handel, Dienstleister. Kernthema von „InnoValley Eisacktal“ ist die Stärkung des gesamten Wirtschaftsstandortes Eisacktal.
Hightech-Technologien mit den klingenden Bezeichnungen Deep Learning, 3D-Sensorik und den entsprechenden industriellen Anwendungen beschäftigt – nahe an den Themen Digitalisierung und Automation.
Wie geht man an eine solche Aufgabe heran?
Worin liegt der Unterschied zwischen Grundlagenforschung und Angewandten Forschung?
Es gab in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Treffen zwischen Unternehmern, die vor allem auch eine Vernetzung der Betriebe zum Ziel hatten. Wir haben inzwischen vier Handlungsfelder definiert: Wir brauchen einen gemeinsamen Auftritt, wir brauchen Exzellenz- und Kompetenzzentren, wir wollen Fachkräfte
Die Angewandte Forschung ist viel konkreter und praxisorientierter. Während die Grundlagenforschung nicht auf unmittelbare praktische Anwendung zielt, hat der Wissenschaftler in der Angewandten Forschung ein klares Ziel, das er oft tüftelnd erreicht – also durch praktische Prototypen, die
„Das Eisacktal muss sich auch als Wirtschaftsstandort mit einem spannenden Arbeitsangebot etablieren, denn die Arbeitsplätze im Eisacktal sind wirklich einzigartig“_ Michael Reifer, Bezirksvertreter im Unternehmerverband Das Eisacktal ist aber viel mehr: Es gibt eine hohe Konzentration an wunderbaren Betrieben, vor allem im technologischen Bereich. Und diese Betriebe bieten hervorragende Arbeitsplätze – und dabei meine ich nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch eine ganze Reihe kleiner wertvoller Betriebe aus Industrie und Handwerk. Diese Chancen für Arbeitsuchende und Schulabgänger sind zu wenig bekannt – also haben wir, aufbauend auf eine erste Projektskizze aus dem Jahre 2014, versucht, eine gesamtheitliche Vision für diesen Wirtschaftsraum zu entwickeln, die aber nicht nur die Industrie und das Handwerk betrifft, 58
rekrutieren und diese in der Gesellschaft vernetzen, und last but not least geht es um Ausbildung. In einem dieser Treffen ist zum Beispiel das Schlagwort „Tal der Tüftler“ entstanden, in dem sich viele unserer Betriebe wiedererkennen. Im Eisacktal betreiben wir keine Grundlagenforschung wie zum Beispiel im Silicon Valley in Kalifornien – dazu sind unsere Betriebe viel zu klein. Wir beschäftigen uns viel mehr um Angewandte Forschung, und das in sehr innovativen Bereichen. Im Rahmen von „InnoValley Eisacktal“ haben fünf Eisacktaler Betriebe unter der Marke Covisionlab bereits eine Konsortialgenossenschaft gegründet, die sich auf Basis von
sehr oft auch handwerklich entstehen. Auch im Covisisonlab werden erste Leiterplatten, Maschinen- und Sensorikaufbauten klassisch durch Fräsen, Schweißen, Löten und Verkabeln entstehen. Fachkräftemangel ist ja europaweit ein Schlagwort. Ist die Problematik in Brixen durch die Konzentration hochtechnologischer Betriebe akuter als anderswo? Nein, das würde ich nicht sagen. Es ist ein ganz großes europaweites Problem. Das führt dazu, dass Unternehmen als Arbeitgeber sich gegenseitig Konkurrenz machen. Wir sehen die Problematik aber
ein bisschen globaler: Es sind nicht die Unternehmen, die miteinander im Wettbewerb sind, sondern eigentlich ist es ein Wettbewerb der Regionen und Standorte. Also ist es sinnvoll, gemeinsam Standortmarketing voranzutreiben. Dies ist eine große Herausforderung, weil die Unternehmen bis jetzt gewohnt waren, dass jeder für sich die Mitarbeitersuche betreibt und teilweise dem Nachbarn die Mitarbeiter abwirbt. Wir haben gemeinsam erkannt, dass wir wahrscheinlich mehr Erfolg haben, wenn wir gemeinsam Lösungen suchen, weil wir uns sonst gegenseitig kannibalisieren. Ziel muss es viel mehr sein, den Standort Eisacktal für Leute attraktiv zu machen, die heute noch nicht hier arbeiten. Genauso wichtig ist es aber, die heranwachsenden Südtiroler optimal auszubilden und ihnen unsere Arbeitsplätze schmackhaft zu machen. Sollten viel mehr Schüler für Technik begeistert werden? Nun, eines ist sicher: Heute gibt es in Südtirol viel mehr Interesse für ein Studium in Geisteswissenschaften als in Technologie. Das ist das Dilemma! Dabei hat ein technischer Beruf unglaublich attraktive Perspektiven, die in Zukunft noch viel wichtiger sein werden – denken wir nur an angewandte Digitalisierung und Automation an der Schnittstelle zur reinen Technik und auch zu handwerklichen Prozessen. Wenn wir an die einheimische Jugend denken: Wie müssen sich die Ausbildungsstrukturen bei uns entwickeln, damit sie in Zukunft genügend Fachkräfte heranbilden? Nun, es braucht eine landesweite Strategie für Südtirol für die technische Ausbildung zwischen
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„InnoValley Eisacktal” ist eine Initiative des Unternehmerverbands zur Aufwertung des Wirtschafts- und Arbeitsstandorts Eisacktal. Der dafür verantwortliche Bezirksvertreter MICHAEL REIFER erklärt dem „Brixner“, wie die Idee entstanden ist, welche Ziele formuliert wurden und welche Maßnahmen entwickelt werden.
DAS EISACKTAL HAT INNOVATIVE UNTERNEHMEN, SPANNENDE ARBEITSPLÄTZE, HOHE LEBENSQUALITÄT: „Diese Kombination ist aber zu wenig bekannt, daran müssen wir weiterarbeiten“ (Michael Reifer)
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vorhandenen technischen Fachoberschulen (TFOs) und Berufsschulen. Die Grundausbildung und die vorhandenen Fachrichtungen müssen durch zusätzliche Spezialgebiete für die lokalen Erfordernisse der Wirtschaft ergänzt werden. Für Bruneck ist dies der Maschinenbau, für Brixen könnte es IT sein mit Spezialthemen zu Sensorik und in Zusammenarbeit mit der Berufsschule Tschuggmall, die die praxisorientierteren Bereiche in der IT, dem Metall- und Holzsektor, aufnimmt. Die Möglichkeit der Berufsmatura und der Höheren technischen Fachausbildung muss diesbezüglich stärker sichtbar gemacht werden. Bis jetzt
ist eine derartige berufliche Weiterbildungsmöglichkeit lediglich angedacht – es ist allerdings noch ein weiter Weg dorthin. Der zweite Bildungsweg wird dadurch vollumfänglich möglich und ist auch politisch verankert. Im Bereich der universitären Ausbildung gibt es bereits ein Commitment mit der Universität Bozen-Brixen, die natürlich auch die Vorteile erkannt hat, die durch die räumliche Nähe der Ausbildung zu Exzellenzzentren entstehen werden. Es bräuchte aber auch noch mehr Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen und den Unternehmen – in beiderseitigem Interesse. Zum Beispiel könnten die Lehrer der
Tschuggmall und der TFO Brixen im Sommer für einen Monat in einem der Betriebe arbeiten; damit würden sie in Kontakt treten mit den aktuellsten Neuerungen in den Betrieben. Die Erkenntnisse daraus könnten sie im Lehrplan einbauen. Generell bringen projektorientiete Initiativen zwischen Ausbildungseinrichtungen und Unternehmen allen Beteiligten wertvolle Vorteile. Der ideale Lehrprozess wäre also, dass ein junger Mann nach Volksund Mittelschule die TFO oder die Tschuggmall besucht und danach die Möglichkeit zu einem technischen Bachelor-Studium
bekommt, das möglichst auch in Brixen angesiedelt ist? Grundsätzlich ja, aber junge Leute müssen zunächst auch in die Welt hinaus, das ist ganz wichtig. Ebenso wichtig ist aber, dass man Möglichkeiten schafft, dass die Jugendlichen den Bezug zum hiesigen Arbeitsmarkt nicht verlieren. Wenn jemand an der TU München studiert oder sogar in Japan oder sonstwo, so muss er die Möglichkeit haben, im Sommer in einem hiesigen Betrieb oder auch in einem Kompetenzzentrum zu arbeiten und dort konkrete Erfahrungen zu machen, die er möglicherweise durch angebotene 59
Ist das aber nicht illusorisch? Die großen Konzerne an den Uni-Standorten rekrutieren die Mitarbeiter ja direkt von der Schulbank. Wir wissen, dass BMW, Siemens und Co. den Uni-Absolventen sehr gute Arbeitsangebote unterbreiten, aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Junge Leute suchen besondere Arbeitsplätze, und im Eisacktal gibt es diese. Wenn man in einem Konzern arbeitet, ist man eben Teil einer großen Marke. Die jungen Mitarbeiter werden sehr oft von einer Leiharbeiterfirma angestellt und den Großunternehmen entlehnt; dies ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Schauen Sie, meiner Meinung nach gibt es Leute, die gern in Konzernen arbeiten und in Großstädten leben, und es gibt Leute, die viel lieber in KMUs arbeiten, also in Unternehmen mit einer überschaubaren Dimension, mit flachen Hierarchien und familiären Kulturen. In der Re-
gel bieten KMUs ausgezeichnete Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Es ist also eine der wichtigsten Aufgaben von „InnoValley Eisacktal“, die Leute über die phantastischen Möglichkeiten der hiesigen Betriebe zu informieren – zuzüglich zu den bereits laufenden Initiativen, die beispielsweise der Unternehmerverband vorbildlich vorantreibt. Warum ist ein Arbeitsplatz in einem Brixner Technologieunternehmen attraktiv? Warum sollte ein Absolvent der TU München oder Linz ausgerechnet in Brixen arbeiten? Ich sagte es schon vorhin: Es ist die Möglichkeit zum Tüfteln, die die hiesigen Unternehmen auszeichnet. Das ist keine Floskel! Ich bin sehr oft in den Eisacktaler Technologieunternehmen, und alle haben sie eine ähnliche DNA: Sie wollen wissen, wie sie durch ihre eigenen Kernkompetenzen an der Schnittstelle zu neuen Technologien neue innovative Produkte entwickeln können. In unseren Unternehmen haben Mitarbeiter die Möglichkeit, Dinge schneller ausprobieren zu können,
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Praktika und Projekte bereits seit der Oberschule oder Berufsschule kennt. Wir wollen die jungen Leute nach ihrem Studium wieder zurückhaben.
Michael Reifer: „Der Aufbau einer Struktur für ‚InnoValley Eisacktal‘ wird notwendig sein“
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eben wegen der angesprochenen flacheren Hierarchien. Normalerweise gibt es höchstens drei Führungsebenen, was bedeutet, dass Entscheidungen sehr schnell fallen. Man kommt schneller ins Tun – das Wort „Tüfteln“ beinhaltet diese Philosophie. Es ist der Wille, schnell etwas umzusetzen und trotzdem langfristige Überlegungen anzustellen. Eigentlich hatte ich mir erwartet, dass Sie die hiesigen Arbeitsplätze in Verbindung bringen mit der hohen Lebensqualität oder mit Work-Life-Balance, das ein immer wichtigeres Schlagwort zu werden scheint. Das ist in der Tat ein enormer Vorteil von Brixen, und dieser Vorteil macht das Eisacktal auch
für Leute aus dem Ausland so attraktiv. Das sind Menschen, die die Grundwerte von uns Südtirolern teilen: Sie lieben es zu arbeiten, aber sie lieben besonders auch die Natur, die Berge, das ausgezeichnete Essen. Unser Betrieb hat beispielsweise inzwischen sehr viele Mitarbeiter aus dem italienischen Sprachraum. Diese neuen Mitarbeiter finden es faszinierend, nach der Arbeit auf die Plose zu wandern oder mit dem Mountain Bike unterwegs zu sein. Im Wege stehen uns leider die teuren Mieten, die hier verlangt werden. Dieses Problem wird sich nicht leicht lösen lassen ... Doch, wir haben dazu bereits ein Konzept. Angedacht ist ein bedarfsorientierter Campus, in
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dem nicht nur Ausbildung stattfindet, sondern auch Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Das könnten also etwas größere Strukturen sein, die mehrere Wohnungen in verschiedenen Größen, aber auch gemeinsame Räume zur Zusammenarbeit und zur Ausbildung beinhalten. Solche Konzepte sind andernorts bereits teilumgesetzt, zum Beispiel in Coburg/Kronach. Schaffen die Brixner Unternehmen es inzwischen, mit den Vorteilen, die Sie genannt haben, Fachkräfte aus dem Ausland nach Brixen zu locken? Die Unternehmen versuchen natürlich, an den Universitäten Fachkräfte anzuwerben. Wir präsentieren uns an Studentenmessen, vergeben Praktika und Diplomarbeiten, und interessanterweise ist die Marke Südtirol, die vom Tourismus geschaffen wurde, zum Teil ein Vorteil bei solchen Rekrutierungen. Südtirol und vor allem das Eisacktal muss sich aber auch als Wirtschaftsstandort mit einem spannenden Arbeitsangebot präsentieren und etablieren, denn die Arbeitsplätze im Eisacktal sind wirklich einzigartig. Ist das hiesige Lohnniveau ein Nachteil für den Standort Südtirol im Vergleich zu anderen Regionen wie Bayern? Gegenüber Bayern haben wir möglicherweise einen Wettbewerbsnachteil, wenn man nur die Höhe der Entlohnung, insbesondere von Führungskräften, anschaut und sich nicht einen ganzheitlichen Eindruck der verschiedenen Möglichkeiten verschafft. Die Auswahl des Arbeitsstandortes hängt aber längst nicht mehr allein vom Gehalt ab. Ich bin davon überzeugt, dass das Eisacktal als Standort mehrfach punktet: Wir haben extrem innovative Unternehmen, die äußerst spannende Arbeitsplätze mit sehr guten Karrierechancen anbieten. Und wir haben bei uns eine Lebensqualität, die einen extrem hohen Standard aufweist. Diese Kombination ist aber zu wenig bekannt. Und genau daran müssen wir weiterarbeiten. Im Moment gibt es weder eine Homepage von InnoValley noch Personal, das sich um die Konkretisierung von Projekten kümmert. Ist eines der Handicaps von „InnoValley Eisacktal“ die fehlende Struktur?
Ja, das ist so. Eine Struktur wäre wünschenswert, weil es einfach schneller geht, wenn sich jemand ständig darum kümmert. Liegt diesem Handicap ein Denkfehler zugrunde? Sie kümmern sich um InnoValley ja in ihrer knappen Freizeit ... Nun, andererseits würde es mich als Unternehmer sehr stören, wenn wir als erstes um einen Projektbeitrag für die Anstellung von vier Mitarbeitern angesucht hätten, die dann am Projektende kein konkretes Ergebnis präsentieren könnten und auf der Straße ständen, weil man sich am Anfang zu wenig um die Zielsetzungen gekümmert hat. Wir sind den längeren, aber aus meiner Sicht nachhaltigeren Weg gegangen. Es ist immer noch nicht ganz leicht, allen grundsätzlich an der Initiative interessierten Unternehmen den Mehrwert auf Basis von reinen Zahlen zu vermitteln. Deshalb arbeiten wir im Moment vor allem auf Projektebene und treiben die am schnellsten erreichbaren Ziele voran. Aber der Aufbau einer Struktur wird trotzdem irgendwann notwendig sein – daran werden wir nicht herumkommen, um zumindest in der bisherigen sehr schlanken Form weiterarbeiten zu können.
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Was steht also konkret nun an? Einige Projekte sind durch „InnoValley Eisacktal“ bereits entstanden. Das Exzellenzzentrum Covisionlab ist, wie erwähnt, gegründet, installiert und online, die Marke „InnoValley Eisacktal“ ist bei verschiedenen Veranstaltungen kommuniziert und deren Projektinhalte dargestellt worden. Die meisten Netzwerke und Arbeitsgruppen in den verschiedenen Projekten sind angebahnt und müssen nun weiterbearbeitet werden. Die Gemeinde Brixen realisiert beispielsweise einen neuen Imagefilm, in dem das produzierende Gewerbe ein Drittel der Sendezeit bekommt – unsere Vernetzung hat in der Vorbereitung und Co-Finanzierung dieses Films gut funktioniert. Die vorentwickelte Homepage mit dem entsprechenden Markenbild wird im ersten Quartal 2020 online gehen, damit wir uns auch digital vernetzen können. Das sind kleine Erfolge, die uns zuversichtlich machen. Think big und gehe step by step, das muss die Devise bleiben.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Wirtschaft & Umwelt
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„Eine gute Lösung“ Im Brixner Industriegebiet möchte das Unternehmen Progress eine neue zusätzliche Halle errichten und hat dafür ein Grundstück erworben, das heute als Auwald fungiert. Progress hat in enger Kooperation mit der Hyla-Umweltgruppe Eisacktal ausgedehnte Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet. MARTIN PRADER, Vorstandsmitglied der Umweltgruppe, verrät im Gespräch mit dem „Brixner“ die Details zu dieser außergewöhnlichen Kooperation zwischen Wirtschaft und Umwelt.
Herr Prader, einen Außenstehenden könnte die Diskussion um die Auwaldreste südlich von Brixen irritieren: Einerseits gibt es eine Gruppe, die sich „SOS Auwald Brixen“ nennt, für die eine Umwidmung eine Todsünde wäre, und andererseits gibt es Ihre Umweltgruppe Eisacktal, die in einer Umwidmung kein großes Problem sieht ... MARTIN PRADER: Nun, dass eine Umwidmung kein Problem darstellen würde, stimmt nicht. Sie müssen wissen, dass vor etwas mehr als einem Jahre auf demselben Areal bereits zwei kleine Grundparzellen umgewidmet und verbaut worden sind. Die Gemeinde hatte damals angemessene Ausgleichsmaßnahmen vorgeschrieben, die bis heute allerdings nicht realisiert wurden. Als die Diözese auch die restliche große Fläche verkauft hatte, sind einige Brixner Naturschützer, die unter anderem auch Mitglieder bei der Umweltgruppe sind, sofort hellhörig geworden, weil sie befürchteten, dass der gesamte Waldrest einfach verschwinden würde. Also sind Sie aktiv geworden? Eigentlich war es die Progress, die den ersten Kontakt gesucht hat, als sie mitbekommen hat, dass diese Entwicklung einigen ganz und gar nicht gefällt. Zusammen mit einer Gruppe Brixner Naturkundler und dem Arbeitskreis für Vogelkunde Südtirol hat sich darauf eine Gesprächrunde gebildet. Inzwischen haben wir uns mit den Entscheidern bei Progress sicher sieben oder acht Mal getroffen, haben auch einen gemeinsamen Lokalaugenschein organisiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Denn eines ist ja klar: Es ist logisch, dass dieses Waldstück wertvoll ist, und es ist ebenso logischerweise schade, wenn diese Fläche verbaut wird. Aber anderer62
Für den Auwald, die letzte unbebaute Fläche inmitten eines Industriegebietes, soll weiter nördlich ein Auwald und Biotop entstehen
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seits genügt ein Blick auf Google Maps: Diese Fläche ist die letzte inmitten eines Industriegebiets, und sie ist umringt von Straßen. ... weil damit das Industriegebiet natürlich erweitert werden kann
und der Auwald heute im Grunde ein Fremdkörper in einem Industriegebiet darstellt? Ja, leider. Leider! Wir haben keine Freude mit einer Umwidmung, das können Sie mir glauben. Das
Waldstück hat ohne Zweifel seinen Wert, das muss man unterstreichen. Es gibt einige seltene Vogelarten, die dort festgestellt wurde. Andererseits ist diese Entwicklung in diesem Fall aus unserer Sicht leider vorherseh-
War Progress sofort gesprächsbereit? Am Anfang gab es gegenseitige Skepsis, aber inzwischen ist diese nicht mehr vorhanden, und wir haben wirklich viele und lange produktive Gespräche geführt. Die Führung der Progress hat ein Gespür für Natur; ihr liegt etwas daran – ich habe wirklich diesen Eindruck. Uns ist durch die Gesprächsbereitschaft von Seiten der Progress etwas gelungen, was meiner Meinung nach für Südtirol wirklich einzigartig ist: eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Naturschutz. Die Lösung liegt in der Bereitstellung von Ausgleichsflächen? Wir haben lange nach Flächen gesucht, die dafür geeignet wären, und dann ist Progress in den Millander Auen fündig geworden – also auf der gegenüberliegenden Seite des Eisacks. Dort gibt es bereits ein Feuchtbiotop, dessen Wald- und Feuchtfläche nun nahezu doppelt so groß werden wird. De facto wird dieselbe Fläche, die wir verlieren, zu einem Auwald und Biotop erweitert und als solches ausgewiesen. Nun, die Gegner dieses Projektes behaupten ja, dass eine solche „Umsiedlung“ nie funktionieren werde. Es gibt viele Beispiele, bei denen die Renaturierung eines Geländes sehr gut funktioniert hat, sofern es Restbiotope in der Umgebung gibt – und die gibt es! Natürlich braucht das seine Zeit. Auch die Umsiedelung von Tieren kann funktionieren, wenn man es richtig angeht. Andererseits haben wir in unserem speziellen Fall die einmalige Chance, dass hier ein wirklicher Auwald entsteht, den es ja im Industriegebiet im Grunde nicht mehr gibt, denn es gibt keine direkte Verbindung des Auwaldes zum Eisack. Zusätzlich ist der Grundwasserspiegel ständig gesunken, was die unterirdische Wasserverbindung des Auwaldes auch stark beeinträchtigt. Seit dem Bau der Straße gibt es logischerweise auch keine natürliche Überschwemmung mehr. Für Amphibien und Reptilien ist der heutige Auwald inzwischen gänzlich ungeeignet.
Und der Kleinspecht? Funktioniert bei ihm eine Umsiedlung? Für den Kleinspecht wird die neue Ausgleichsfläche erst in frühestens 20 bis 30 Jahren als Brutstätte interessant werden. Bis dahin kann er im bestehenden Altholzbestand im nördlichen Teil der Millander Au sowie im Baumbestand der Sarnser Au seinen geeigneten Brutplatz finden. Natürlich gibt es keine Garantie, dass sich der Kleinspecht sein neues Brutgebiet hier sucht, aber das hoffen wir doch stark. Wichtig ist, dass er während der Brutzeit nicht gestört wird, und das wurde uns von Progress zugesichert. Es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis im heutigen Auwald der erste Baum gefällt wird. Ihre Aussagen klingen plausibel. Warum kommt von „SOS Auwald Brixen“ trotzdem Kritik? Diese Gruppe hat behauptet, wir hätten nie ein Gespräch mit ihnen gesucht, was absolut falsch ist: Wir haben die Akteure mehrmals zu einem Gespräch eingeladen, was uns aber nicht gelungen ist; wir wollten die Diskussion entemotionalisieren und auf eine nüchterne wissenschaftliche Ebene bringen. Was mich in dieser Geschichte wirklich stört, ist, dass hier Umweltgruppen gegeneinander arbeiten. Das ist kontraproduktiv; wir arbeiten ja schließlich alle ehrenamtlich und setzen uns für dieselben Ideale und Werte ein. Wir sitzen doch alle im selben Boot! Das geht so weit, dass sogar das Gerücht gestreut wurde, dass unser Verein direkt profitieren würde, sogar finanziell, was natürlich frei erfunden ist. Dabei steht die Umweltgruppe Eisacktal ja nicht alleine da ... Schauen Sie, wir haben von Anfang an mit allen das Gespräch gesucht, und die meisten haben unsere Argumente verstanden und unsere Vorgehensweise unterstützt und mitgetragen. Das geht vom Dachverband für Natur und Umweltschutz bis hin zur Gemeinde Brixen und zum Land. Mit der Gruppe rund um Franz Pattis ist aber leider kein Gespräch möglich.
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bar gewesen. Sich dagegen aus Prinzip zu sträuben nützt nichts, also suchten wir diesmal einen anderen Weg.
Martin Prader: „Was mich in dieser Geschichte wirklich stört, ist, dass hier Umweltgruppen gegeneinander arbeiten – das ist kontraproduktiv“
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in die Millander Au integriert und als Biotop ausgewiesen werden. Daraufhin wird dieses Grundstück renaturiert. Die gesamte neuerworbene Fläche wird auf ihre ursprüngliche Wasserquote abgesenkt. Anschließend wird das Grundstück in ihren natürlichen Ursprungszustand zurückgeführt, wobei man folgendes errichten könnte: einen neuen Wasserlauf, sprich ein neues Fließgewässer mit Verbindung zum Eisack, Wasserbecken mit Schilfflächen, Ried-
wiesen und neue Erlenbestände. Vom alten Auwald könnte man sogar Totholz entnehmen und in die neuen Flächen transportieren, damit die darin lebenden Larven und Kleintiere „übersiedeln“ können. Für die Brixner Bürger könnten neue Informationstafeln und Aussichtspunkte am Biotoprand, also am Radweg, errichtet werden. Unterm Strich ist es wirklich eine gute Lösung. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Wir wünschen unseren Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern frohe Festtage und ein erfolgreiches neues Jahr 2020!
Was ist also konkret geplant? Progress plant, ein 1,75 Hektar großes Grundstück zu kaufen, das sich südlich direkt angrenzend an die Millander Au befindet. Es soll
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Wirtschaft & Umwelt
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„Multitalent Beton“ z Vom Laaser Marmor zum innovativen Progress-Betonfertigteil − das war das Thema der dritten Ausgabe von „Multitalent Beton“. Im Jahr 2018 hatten die Maurer und Baumeister im lvh zum ersten Mal zur Veranstaltung „Multitalent Beton“ geladen. Die dritte Ausgabe hat die Berufsgemeinschaft der Maurer und Baumeister in Zusammenarbeit mit Progress sowie der Architektenkammer
Bozen organisiert. Piero Bernabé, Geschäftsführer der Progress, hieß rund 30 Teilnehmer, darunter Maurer und Baumeister sowie Architekten, in Brixen willkommen. Anschließend folgte der Vortrag „Weißer Beton“ sowie die
Präsentation des neuen ProgressHeadquarters durch Architekt Manuel Gschnell. Beim praktischen Teil der Veranstaltung standen der Produktionsrundgang und die Baustellenbesichtigung auf dem Programm. sp
W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN
Neues vom Recyclinghof z Jeden Tag nutzen im Schnitt 350 Kunden den Recyclinghof Brixen, um ihre Wertstoffe oder Sonderabfälle zu entsorgen. Es gibt Tage mit großen Spitzen, wie zum Beispiel Brückentage, und auch samstags ist der Zulauf groß. „Um die Benutzerzeiten etwas zu entflechten, wird der Recyclinghof Brixen künftig ohne Mittagspause und nachmittags eine Dreiviertelstunde länger offen halten. Ab 2. Jänner 2020 steht der Recyclinghof Brixen den Kunden von Brixen, Vahrn und Natz-Schabs von Montag bis Freitag von 7:45 bis 17:45 Uhr, also zehn Stunden am Tag,
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zur Verfügung; samstags behalten wir die Öffnungszeiten wie gewohnt von 7:45 bis 12 Uhr bei“, sagt Michele Bellucco, der Leiter der Umweltdienste der Stadtwerke Brixen. „Mit den durchgehenden und längeren Öffnungszeiten entsprechen wir dem Wunsch der Bürger: Acht von zehn Befragten haben sich im Frühling bei einer repräsentativen Kundenumfrage für diese Änderung ausgesprochen“, sagt Karl Michaeler, der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Wir hoffen, dass die Bürger die neuen, sehr kundenfreundlichen Öffnungszeiten ausnutzen und
vielleicht auch mal eher am späten Nachmittag oder über Mittag ihre Abfälle zügig entsorgen, anstatt am Samstagvormittag in der Schlange zu stehen“, sagt Bellucco, „wer nur
wenige Wertstoffe entsorgen muss, kann übrigens auch außerhalb des Recyclinghofs parken und mit seiner personalisierten Karte den Fußgängerzugang benutzen“. sp
Die Südtiroler Landesregierung hat beschlossen, die derzeit bestehende Regelung zum Energiebonus bis zum 30. Juni 2020 zu verlängern. Er sieht einen Kubaturbonus für jene vor, die über die vorgeschriebenen Mindeststandards hinaus die Energieeffizienz von Gebäuden verbessern.
Unter dem Thema „MehrWertLebensmittel“ standen in der Fachschule Salern in Vahrn die dritten Salerner Gespräche. Rund 100 Interessierte nahmen an den Referaten über den Mehrwert von achtsam hergestellten Lebensmitteln und der anschließenden Podiumsdiskussion teil.
Das Flussraummanagement des mittleren Eisacktals stand Anfang Dezember im Mittelpunkt der Veranstaltung zum Projekt StadtLandFluss in Vahrn, bei dem über 40 Teilnehmer, Experten und Verantwortliche, den Hochwasserschutz für Brixen und Vahrn und die Gewässerökologie vertieften und diskutierten.
Wie kam der „Grüne Baum“ zu seinem Namen?
Foto: Simon Allneider
STADTGEHEIMNISSE
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Die erste Wirtschaft in der Stuflergasse 11, früher Nr. 12, eröffnete Hans Heiserer im Jahr 1705. Aus dieser Zeit stammt auch der Name „Heisserwirt“ beziehungsweise „Häuserer“. Nach alten Stadtrechten mussten jene Betriebe, die das ganze Jahr über Speise und Trank sowie Unterkunft für mindestens acht Personen in vier Betten boten, jedoch keine Stallung hatten, einen grünen Baum vor die Türe stellen. Eine solche Wirtschaft war der heutige „Grüne Baum“ damals. 1774 übernahm Andrä Zingerle die Wirtschaft. Dessen Erbtochter heiratete 1784 Johann Stremitzer. 1842 etablierte sich unter Johann Stremitzer der Name „Baumwirt“. Zwei Generationen später – und zwar 1895 – benannte Johann Stremitzer, der vierte des Namens, den Betrieb „Gasthaus zum Grünen Baum“. In dieser Zeit erlangte die Wirtschaft dank Stremitzer, der Bürgermeister der Stadt Brixen war, und dessen Frau Maria Mair, Wirtstochter aus Oberwielenbach, große Beliebtheit bei Einheimischen und Fremden. 1896 wurde der dritte Stock aufgebaut. Seit 1960 bilden die Häuser Stuflergasse 7, 9 und 11 durch die einheitliche Gestaltung der Fassade ein gemeinsames Haus. Quelle: Ignaz Mader: Brixner Häusergeschichte (1963), S. 268 f. Anregungen: redaktion@brixner.info
Diplomverleihung an der Hellenstainer z Der Meilenstein der ersten beruflichen Qualifikation ist für die Absolventen der Brixner Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ geschafft; im November wurde zur feierlichen Verleihung der Abschlussdiplome geladen. Erstmals sind dafür zwei Termine organisiert worden: Am 12. November wurden die Absolventen der dualen Ausbildung für ihre Leistungen gewürdigt, und zwei Wochen später waren die Absolventen der Berufsfachschulen an der Reihe. Nach einer schwungvollen Eröffnung durch das Ensemble „Saxplus“ begrüßte die Direktorin Brigitte Gasser Da Rui die zahlreich erschienen Gäste; neben den ehemaligen Hellenstainer-Schülern waren auch Eltern, Vertreter der Berufsverbände und Arbeitgeber anwesend, darunter Cäcilia Baumgartner vom Amt für Lehrlings-
wesen und Meisterausbildung: „Qualifizierte Arbeitskräfte sind in allen Bereichen des Gast- und Nahrungsmittelgewerbes dringend gesucht – egal ob die Ausbildung in der Bäckerei, Konditorei, Metzgerei, in der Küche oder im Service absolviert worden ist. Die Berufe, für die sich die Jugendlichen entschieden haben, sind absolut krisensicher und gefragt.“ Die offizielle Verleihung der Diplome nahm die Direktorin vor, unterstützt von den Fachlehrpersonen sowie den Vertretungen der jeweiligen Berufsverbände. „Aus teils rebellischen Jugendlichen sind tolle junge Männer und Frauen geworden, worauf wir stolz sind“, so die Direktorin in ihrer Ansprache. Im Bild: Fachlehrer Markus Prinoth mit dem Vertreter der Konditoren-Innung Christian Pupp mit der Absolventin im Bereich Konditorei. sp
Wir bedanken uns bei unseren Kunden und wünschen allen ein gutes neues Jahr!
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Wirtschaft & Umwelt
NACHGEFRAGT
„Kritik ist ernst zu nehmen“ HELMUT TAUBER, HGV-Bezirksobmann Eisacktal und Landtagsabgeordneter, über das HGV-Medienfrühstück in Brixen zum Thema „Touristische Entwicklung im Eisacktal und Wipptal sowie in Südtirol“. Herr Tauber, in welche Richtung soll sich der Tourismus entwickeln? Die gute Entwicklung des Tourismus im Eisacktal und Wipptal der letzten Jahre ist auch der Investitionsbereitschaft der Hoteliers und Gastronomen sowie der Aufstiegsanlagenbetreiber geschuldet. Entsprechend ziehen alle Sektoren einen Mehrwert daraus. Der Beitrag des Tourismus zum Erhalt eines lebendigen ländlichen Raums wird gerade auch im Eisackund Wipptal deutlich. Der Tourismus ist aber auch mit Belastungen verbunden. Im abgelaufenen Jahr wurde das
immer wieder kritisiert. Diese Kritik ist ernst zu nehmen. Welche werden die großen Herausforderungen sein? Der Tourismus kann nur dann erfolgreich sein, wenn er im Einklang mit der Bevölkerung gestaltet wird. Deshalb brauchen wir eine Entwicklung, die noch mehr auf Qualität setzt und immer nachhaltiger wird. Der Aspekt der Nachhaltigkeit wird mittelfristig zu einem Wettbewerbsfaktor werden. Eine ganz besonders große Herausforderung stellt der Verkehr, und zwar insbesondere der LKW-Transit dar. Zum einen gilt es, diesen von der Straße auf die
Schiene zu bringen. Zum anderen muss der öffentliche Personennahverkehr im Tal optimiert werden. Welche sind die spezifischen Bezirksthemen? Neben dem Transitverkehr geht es darum, die Lärmbelastungen durch Autobahn und Eisenbahn zu reduzieren. Die Ski- und Wandergebiete müssen wir so weiterentwickeln, dass sie ganzjährig für Einheimische und Gäste attraktiv sind. Nicht zuletzt gilt es auch, die Hotellerie in den Städten Klausen, Brixen und Sterzing zu stärken. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
BRIXEN / EISACKTAL
Innovative Betriebe stärken z Der Besuch des neuen Hauptsitzes der Durst AG, dem Brixner Weltmarktführer für digitale Hochleistungs-Drucksysteme, stand im Zentrum der Herbstveranstaltung des Bezirks Eisacktal/ Wipptal im Unternehmerverband. „Das Eisacktal ist ein Beispiel dafür, dass innovative Betriebe ein Mehrwert für das ganze Land sind, und zwar sowohl im Bereich der Investitionen als auch bei der Schaffung von Wertschöpfung und hochqualifizierten Arbeitsplätzen“, erklärte UnternehmerverbandsPräsident Federico Giudiceandrea. Das Angebot an qualifizierten Arbeitsplätzen mache den Bedarf an entsprechend ausgebildeten Mitarbeitern besonders dringend. „Aus diesem Grund haben wir die Tätigkeit des Bezirks insbesondere auf die Erreichbarkeit und die Stärkung des Dialogs mit der Welt der Schulen ausgerichtet“, so Bezirksvertreter Michael Reifer in seinem Rückblick auf die Tätigkeit des Bezirks Eisacktal/Wipptal. Ein Thema, das den Unternehmen zudem besonders am Herzen liegt, ist die Verfügbarkeit von Mietwohnungen für die 66
Mitarbeiter. Die verarbeitenden Betriebe in Südtirol schaffen 80 Prozent des Exports des Landes; je wettbewerbsfähiger diese Betriebe weltweit sind, umso mehr investieren sie auch dort, wo sie
angesiedelt sind. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Durst AG in Brixen, zu der 20 Niederlassungen und insgesamt 700 Mitarbeiter weltweit gehören, 280 davon in Brixen. sp
AUTO BRENNER
Gute Fahrt im neuen Jahr! 2020 bringt Volkswagen wieder viele interessante Neuheiten auf den Markt.
Neuer Standort Vahrn. Im Som-
mer 2019 ist Auto Brenner an den neuen Standort für Brixen/Vahrn übersiedelt. Die Besucher und Kunden erwartet ein einladender
Das Team von Auto Brenner in Brixen/Vahrn Showroom und eine moderne Werkstatt mit großem Serviceprogramm sowie einer großen Auswahl an Volkswagen-Modellen und -Nutzfahrzeugen, ebenso wie
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Großes VW-Angebot und vollgepackter Service am neuen Standort von Auto Brenner in Vahrn
Gebrauchtfahrzeuge mit dem zertifizierten Qualitätssiegel „Das WeltAuto“. Unschlagbare Angebote, einschließlich attraktiver
Der neue Polo SPORT
Konditionen für Leasing und Langzeitmiete, machen den Besuch lohnenswert.
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Gestartet wird bei Volkswagen mit dem neuen Golf 8, der bereits jetzt bei Auto Brenner in Vahrn vorbestellt werden kann. Auch die vollelektrische Kompaktlimousine im Golf-Format ID.3 wird 2020 in Südtirol erhältlich sein. Auch wird die „ID.“-Familie schon bald um viele attraktive Modelle erweitert – vom Kleinbus im Stil des VW Bulli bis zum Stadtauto, SUV oder 7-Sitzer.
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MADER GMBH
Extra
Trends & Wirtschaft
„Gut gerüstet“ Um die Vorteile einer starken Unternehmensgruppe mit der Agilität eines kleinen Unternehmens zu vereinen, hat die mittlerweile auf 200 Mitarbeiter angewachsene Mader-Gruppe kürzlich ihre Tätigkeitsbereiche neu strukturiert und Geschäftsführer für diese ernannt. Im Bereich Heizung, Kühlung, Lüftung und Sanitär übernimmt mit Jänner 2020 Michael Reinalter die Geschäftsführung. Der gebürtige Andrianer erklärt im Gespräch seine Ziele und Vorhaben sowie die sich abzeichnenden Trends in seinem Bereich.
Herr Reinalter, Sie waren bereits bei Mader GmbH tätig, bevor Sie Anfang 2020 die Geschäftsführung im Bereich Heizung, Kühlung, Lüftung und Sanitär übernehmen. Welche Aufgaben haben Sie bisher ausgeübt?
MICHAEL REINALTER: Ich bin bereits seit zweieinhalb Jahren bei Mader und war bisher technischer Leiter für den Bereich Lüftung und Industrieanlagen. Diesen Bereich habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen Daniel Volgger und Erwin Knapp aufgebaut und zu einem wichtigen Standbein der Mader GmbH entwickelt. Vor kurzem wurden die Tätigkeiten der Mader-Gruppe neu aufgeteilt und die Verantwortlichkeiten definiert. Es gibt nun drei Kernbereiche: Dies ist zum einen der Bereich Heizung, Kühlung, Lüftung und Sanitär (HKLS), den ich künftig verantworte, zum anderen sind es die zwei Bereiche Elektro und Bau. Mit welchen Zielsetzungen treten Sie Ihre neue Position an? Mein Hauptaugenmerk wird vor allem darauf liegen, den Bereich HKLS gut zu positionieren und den Vertrieb über die Grenzen hinaus weiter auszubauen. Auch möchte ich den Anlagenbau, also den Bau von Industrieanlagen, weiter forcieren. Weiters gilt es, die Standorte optimal zu koordinieren, denn im Bereich HKLS arbeiten auf vier Standorte verteilt rund 100 Mitarbeiter. Die Zentrale ist in Sterzing, weitere Standorte befinden sich in Vahrn, Bozen und Bruneck. Wo sehen Sie die großen Stärken im Bereich HKLS? 68
In Südtirol sind wir im Wohnund Hotelbau besonders stark. Wir wickeln jedes Jahr im Schnitt 15 Projekte im Hotelbau ab. Wir haben eigene Teams, die nur auf Hotelprojekte spezialisiert sind und die mit großer Erfahrung den Projekterfolg sicherstellen. Eine weitere große Stärke, die bei Mader seit jeher gepflegt wird, ist die Wartung. Mit einem mittlerweile zehnköpfigen Service- und Wartungsteam gewährleisten wir die reibungslose Funktionalität der technischen Anlagen rund um die Uhr und sind im Bedarfsfall selbst an Feiertagen schnell zur Stelle. Zu den jüngsten Neuzugängen im Bereich HKLS zählen die Teilbereiche Kühlung und Lüftung, wo wir uns auf Großbetriebe und Industrieanlagen spezialisiert haben. Hier sind wir vor über zwei Jahren zu dritt gestartet; heute beschäftigen wir in diesem Segment zwölf Mitarbeiter. In dieser kurzen Zeitspanne konnten wir bereits einige Projekte realisieren, die uns viel positive Resonanz gebracht haben, allen voran die technische Flusswasserkühlung im Brixner Industriegebiet. Eine technische Flusswasserkühlung – was kann man sich darunter vorstellen? Bei diesem Projekt wurde für vier große Betriebe, dies sind Alupress, duka, demnächst folgen noch Progress und Microtec, eine einzigartige technische Kühllösung für ihre Produktionsanlagen realisiert, bei der für die Kühlung das Wasser aus dem Eisack bezogen wird. Mit Hilfe einer innovativen hydraulischen Anlage wird Wasser aus dem Eisack abgepumpt und zur Kühlung der Produktionsanlagen genutzt, ohne dass die
Wasserqualität beeinträchtigt wird. Anschließend wird das Wasser wieder in den Eisack zurückgeführt. Diese technische Lösung ist weitaus günstiger und umweltfreundlicher als herkömmliche Kühlanlagen, die sehr energie- und wartungsintensiv sind und teils fluorhaltige Gase verwenden, die bei Austritt zum Treibhauseffekt beitragen würden. Die Anlage ist seit Juni in Betrieb und in ganz Europa einzigartig. Die Realisierung stellte eine große Herausforderung für uns dar, da es bisher nichts Vergleichbares gab. Auch galt es, einige strenge Umweltauflagen zu erfüllen: So mussten die Fischwege störungsfrei gewährleistet bleiben, und außerdem musste sichergestellt werden, dass das nach dem Kühldurchlauf in den Eisack zurückgeführte Wasser einen geringen Temperaturunterschied hat. Dies wird mittels Temperatursensoren strengstens überwacht. Die Anlage wurde in enger Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro als 3D-Modell schrittweise konzipiert und abgestimmt. Nach jeder Freigabe wurden die entsprechenden Einzelteile bestellt und anhand von 3D-basierten Zeichnungen zusammengebaut, sodass die Anlage fast wie ein Puzzle Stück für Stück Form annahm. Hat das Projekt aufhorchen lassen? Ja, wir haben bereits Anfragen von einigen Betrieben aus ganz Südtirol erhalten, die aufgrund ihrer Lage nahe an Flüssen großes Interesse an der Kühllösung bekundet haben. Die Flusswasserkühlungsanlage ist dabei nicht nur ein Vorzeigeprojekt aus umwelttechnischer und technologischer
Michael Reinalter, Geschäftsführer im Bereich HKLS bei Mader GmbH Sicht, sondern zugleich ein Beleg für unsere große Leistungs- und Innovationsfähigkeit. Stichwort Innovation: Welche weiteren Entwicklungen zeichnen sich in Ihrem Bereich ab? Bei technologischen Anlagen geht es immer mehr hin zu umweltfreundlichen Lösungen. Wir verzeichnen ein starkes Interesse an langfristigen Umweltlösungen. So ist beispielsweise die Nachfrage nach Wärmepumpen rapide angestiegen – ein Bereich, in dem wir großes Wachstumspotenzial sehen. Ein weiterer Trend, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet und in Zukunft noch viel weiter gehen wird, ist jener des intelligenten Wohnens. Künftig werden intelligente Netze die gesamte Gebäudetechnik steuern. Sie helfen nicht nur dabei, Energie zu sparen, sondern sorgen auch für Sicherheit und Wohnkomfort. Mit den drei Tätigkeitsbereichen der Mader-Gruppe sind wir optimal aufgestellt und gut gerüstet, um diesen Zukunftstrends Rechnung zu tragen – dies zeigt sich bereits heute bei unseren eigenen Immobilien, die wir von Grund auf planen und damit von Anfang an ein optimales Zusammenspiel sicherstellen.
Wir sagen Danke! Peter Paul Mader
Florian Mader
Thadd채us Mader
Die Familie Mader dankt allen Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern f체r das erfolgreiche Miteinander. Wir w체nschen Euch und Euren Familien ruhige, besinnliche Weihnachten sowie Gl체ck, Gesundheit und Erfolg im neuen Jahr.
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Trends & Wirtschaft
Jedermanns neuer Lieblingsplatz
HOTEX
Extra
Lange waren sie in Vergessenheit geraten, doch seit einigen Jahren erobern sie die Wohnzimmer zurück: Die Rede ist von den Relaxsesseln, die im neuen Design zum begehrten Sitzplatz avancieren.
Der eine oder andere mag sich vielleicht noch an die breiten Polstersessel erinnern, in denen man es sich in früheren Zeiten nach Feierabend bequem gemacht hatte und sich am liebsten den ganzen Abend nicht mehr davon wegbewegte. Familiengroße Couchlandschaften verdrängten später die Polstersessel, doch seit einigen Jahren feiern sie ein Comeback.
Sitzkomfort in neuem Design. Dass die gepolsterten Stil-Ikonen wieder ins Wohngeschehen rü-
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cken, ist vor allem auf die Kombination von altbewährtem Sitzkomfort mit neuem Design und vielen Komfortfunktionen zurückzuführen. Dazu tragen edle Stoffoder Lederbezüge ebenso bei wie die weichen Sitzpolster, eine ergonomische Rückenlehne, die eventuell verstellbar ist, bis hin zur Fußstütze, mit der sich die neuen Relaxsessel auf Wunsch in Relaxliegen verwandeln. Angesichts dieser Vielfalt ist eines gewiss: Auf der Suche nach seinem Lieblingsplatz wird jeder fündig – insbesondere, wenn man
sich dazu in den Showrooms von Hotex umsieht.
BESSER HÖREN
Kleine Hörgeräte, große Hörqualität „Ich denke, du brauchst ein Hörgerät” – das ist ein Satz, den viele Betroffene zunächst ignorieren. Oft dauert es lange, bis man sich überwindet und irgendwann dann doch einen Hörakustiker aufsucht. Dabei bieten moderne Hörgeräte nicht nur beste Hörqualität, sondern längst auch großen Tragekomfort – und sind kaum mehr zu sehen. Im-Ohr-Hörgeräte sind nicht nur sehr klein und damit praktisch unsichtbar, sie sitzen auch sicher und komfortabel im Gehörgang. Die Modelle werden individuell an die Form des Gehörganges angepasst und nach Maß hergestellt, weshalb sie sehr angenehm zu tragen sind. Und obwohl sie so klein sind, sind sie doch mit modernster Technologie ausgestattet.
Bester Klang. Neueste Hörgeräte
erlauben, alles im 360-Grad-Win-
kel zu hören. So können Sprache und Ton aus jeder Richtung aufgenommen werden, ohne dass man die Geräusche um einen herum verliert. Die Hörgeräte erkennen automatisch die verschiedensten Umgebungen und passen ihre Einstellungen an – von der belebten Straße bis zum lauten Restaurant. Wo immer man sich befindet, wird ein natürliches und reiches Klangerlebnis wiedergegeben. Dank der integrierten WirelessFunktion verwandeln sich die
neuesten Hörgeräte in Kopfhörer: Telefongespräche, Musik oder Ton können direkt vom Smartphone in die Hörgeräte übertragen werden, ebenso wie die Fernsehsendung oder der Videofilm von TV oder Computer.
Kostenloses Probetragen. Bei
„Besser Hören“ können Interessierte verschiedenste Modelle der modernsten Technik einen Monat lang kostenlos zur Probe tragen. Dazu einfach einen Termin unter
der Rufnummer 0471 263390 vereinbaren – oder in eine der 30 Servicestellen von „Besser Hören“ vorbeischauen!
Besser Hören. Besser Leben. Wir wünschen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2020!
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Unsere Service-Stellen in Brixen Jeden Montag 9–12 Uhr Sanitätshaus Vita Plus, Regensburger Allee 14 – Atrium
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Trends & Wirtschaft
Ein ganzes Modehaus für Freundinnen
Extra
Wem im stressigen Alltag die Zeit für einen gemütlichen Shoppingbummel fehlt oder wer keine Lust darauf hat, auf eine freie Umkleidekabine zu warten, dem bietet das Modehaus globus° ein ganz besonderes Shoppingerlebnis: private Shoppingabende ganz unter Freunden!
Mit dieser Neuigkeit lässt das Modehaus globus° die modebewusste Herren- und Damenwelt aufhorchen: Nach Vereinbarung können bei globus° persönliche Shoppingpartys gebucht werden; nach Feierabend wird dabei ein gemütlicher Shoppingabend mit Freunden in ungestörter Atmosphäre genossen. Nach Ladenschluss gehört die Lieblingsfiliale also ganz der privaten Herren- und Damenrunde. Zu diesen Anlässen stellen die Modeberater
zunächst die aktuellsten Modetrends vor, dazu wird eine kleine Verköstigung serviert. Anschließend heißt es dann „Bühne frei“ für die Gäste, die nach Herzenslust anprobieren oder sich nach den Empfehlungen der Modeberater einkleiden können. Wer das Angebot nutzt, den erwartet ein unvergesslicher Shoppingabend. Der Shoppingabend ist kostenfrei; es sollten mindestens vier Personen daran teilnehmen. Die entsprechenden Terminanfragen können online
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getätigt werden unter: globusmode.com/service/private-shopping-party/
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Der Umwelt zuliebe
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Vom „tütle“ bis zum „Wrapeer“: Die Brixner Apotheke Peer versucht, mit einer innovativen Papiertüte und einem Bienenwachstuch, den ökologischen Fußabdruck zu verbessern.
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Papiertüte aus Recyclingpapier. Bereits vor mehreren Jahren wurden aus der Apotheke Peer und aus Euvita Plastiktüten aus dem Verkaufsraum verbannt. Stattdessen werden als ökologische Alternative ganz spezielle Tüten aus Papier angeboten, die sogenannten „tütle“. Was ist das Besondere an diesen? Untersuchungen zeigen, dass sowohl die „Bio“-Plastiktüten, die aus dem Lebensmittel Mais hergestellt werden, als auch „normale“ Papiertüten eine negative Umweltbilanz aufweisen – vor allem, wenn sie nur einmal verwendet werden. Der Energieaufwand zur Herstellung ist einfach zu groß. Das „tütle“ hingegen wird aus Recyclingpapier produziert, ist feuchtigkeitsresistent und zu 100 Prozent kompostierbar. Einmal die Medikamente nach Hause gebracht, kann es perfekt für den Biomülleimer verwendet werden, und gerade diese Zweitverwendung fördert die Umweltbilanz. Die Herstellung des „tütle“
erfolgt zu 100 Prozent CO2-neutral in Deutschland, sodass auch die Transportwege kurz sind. In der Apotheke Peer und bei Euvita werden darüber hinaus auch keine Verpackungsmittel mehr aktiv angeboten, wodurch der Verbrauch von Tüten um fast 50 Prozent gesenkt werden konnte. Denn noch besser als umweltfreundlicher Müll ist überhaupt kein Müll.
Praktisches Bienenwachstuch „WraPeer“. Seit Anfang dieses
Jahres wird sowohl in der Apotheke Peer als auch bei Euvita eine wiederverwendbare Alternative zur Klarsicht- und Aluminiumfolie angeboten, das „WraPeer“. Dabei handelt es sich um ein Bienenwachstuch, das sich perfekt zum Aufbewahren von Brot, Gemüse, Obst oder einer Marende sowie zum Abdecken von Schüsseln, Gläsern und Tassen eignet. Handgemacht in Österreich aus kontrolliert biologischen Rohstoffen, lässt sich ein WraPeer vielfältig verwenden, leicht reinigen und ist zirka ein bis zwei Jahre haltbar. Frisch geschnittenes Brot, Käse oder auch eine Schüssel mit Salat: Eingewickelt oder abgedeckt mit dem Bienenwachstuch „WraPeer“ bleiben die Lebensmittel angenehm frisch. Das Bienenwachstuch ist in verschiedenen Größen einzeln oder im Set erhältlich.
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Die Gesundheitsbranche an sich ist nicht unbedingt ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz: Die zahlreichen und allumfassenden Vorschriften zur Patienten- und Produktsicherheit verursachen doch einiges an Müll, der sich nicht leicht vermeiden lässt. Nichtsdestotrotz versuchen die Apotheke Peer und das zur Apotheke gehörende Euvita, Schritte in die richtige Richtung zu unternehmen und den ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Zwei dieser Innovationen sind beispielsweise das „tütle“ und das „WraPeer“.
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WEISSES KREUZ
Trends & Wirtschaft
Ein Plus für alle Mitglieder
Extra
Sicherheit plus Schutz plus Einsatz plus Hilfe plus Ehrenamt plus …: Das ist der Landesrettungsverein! Das Weiße Kreuz bietet seinen Fördermitgliedern auch heuer wieder interessante Vorteile, die sich sehen lassen können.
Mehr als 135.000 sind schon dabei. Fördermitglieder des Weißen Kreuzes haben viele Vorteile und helfen gleichzeitig den über 3.400 Freiwilligen des Vereins, die Sicherheit in ganz Südtirol noch mehr zu verbessern. Zusätzlich zu den Vorteilen, die man als Jahresmitglied „Südtirol“ oder „weltweit“ genießt, können „weltweit plus“-Fördermitglieder schon am ersten Tag in ein heimatliches Krankenhaus zurückgeflogen werden (statt nach 14 Tagen mit der Mitgliedschaft „weltweit“). Ihre ambulanten Behandlungskosten im Ausland werden voll übernommen, die stationären sogar bis zu einer halben Million Euro. Auch beim Akutwerden bereits bestehender Krankheiten auf der Reise sind die Kosten für die Behandlung bis 40.000 Euro gedeckt. Darüber hinaus werden die Kosten einer unterbrochenen Rundreise sowie einer späteren Rückreise übernommen. Ganz besonders für Familien fühlt sich eine solche gut organisierte Rückholung aus dem Urlaub im Notfall sehr beruhigend an.
Jede Mitgliedschaft lohnt sich. Mit 35 Euro im Jahr ist das BasisMitglied schon dabei: Es erhält acht kostenlose Krankentransporte in der gesamten Euregio, einen Erste-Hilfe-Grundkurs, das Flugrettungsticket und den Anschluss eines Haus- oder Mobil-NotrufGerätes. Dazu ein Tipp rechtzeitig vor Weihnachten: Einzel- oder Familien-Mitgliedschaften können auch verschenkt werden und sind ein nützliches Weihnachtsgeschenk, über das sich jeder freut!
Im Dienst für die Gemeinschaft.
Die Einkünfte der jährlichen Mitgliederaktion kommen in erster Linie den Freiwilligen der Dienste Rettung und Krankentransport zugute, der Notfallseelsorge, des Zivilschutzes und der Jugendarbeit im Weißen Kreuz. Vereinspräsidentin Barbara Siri bedankt sich daher ganz herzlich bei den Tausenden treuen Fördermitgliedern. Alles über die Fördermitgliedschaft 2020 kann man auf http:// mitglieder.wk-cb.bz.it/de/ nachlesen oder unter der Rufnummer 0471 444 310 erfahren.
immer da.
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0471 444 310
weisseskreuz.bz.it
Jahresmitgliedschaft 2020 Professionelle Hilfe im Notfall, umfangreicher Schutz im In- und Ausland und UnterstĂźtzung unserer Freiwilligenarbeit.
Trends & Wirtschaft
Ein besonderes Jahr
DUKA
Extra
Ein runder Geburtstag, ein neues Werk, eine Reihe von Auszeichnungen: Für duka war 2019 ein ganz besonderes Jahr. Und doch wieder nicht, denn auch wenn vieles neu ist, bleibt der Brixner Duschspezialist im Herzen doch derselbe: Eine große Familie, die mit Passion Qualität schafft. Und ein ganz besonderes Gefühl beim Duschen.
Der neue Firmensitz der duka – nicht nur in der Weihnachtszeit ein Blickfang Am Erfolgsrezept von duka hat sich seit 1979 nichts geändert; seit den Tagen also, als dukaGründer Hans Krapf in einer Garage die ersten Duschkabinen entwarf. Diese sollten nicht länger eine reine Zweckmäßigkeit sein, sondern maßgeschneiderte Schmuckstücke und technische Meisterwerke. In 40 Jahren wurde duka so zu einem über 300 Mitarbeiter starken Familienunternehmen, das jährlich rund eine Viertelmillion Duschabtrennungen fertigt.
ler, Handwerker und Planer bekommen im neuen „dukaversum“ Einblick in das Sortiment und in das Hightech-Innenleben jeder Duschabtrennung. Das „dukaversum“ hat dabei nicht nur die Besucher überzeugt, sondern auch
die Fachjury beim diesjährigen „German Brand Award“ in Berlin. So konnte es sich im Wettbewerb mit weit über 1.000 Teilnehmern aus aller Welt behaupten und wurde gleich zweimal ausgezeichnet: in der Kategorie „Architecture
Neuer Firmensitz. Mit dem ste-
tigen Wachstum stieg auch der Platzbedarf, das alte Werk platzte aus allen Nähten. So war die duka AG zuletzt in und um Brixen auf vier Standorte verteilt. Im neuen 50.000 Quadratmeter großen Werk im Süden Brixens wurde die duka-Familie endlich vereint. Das neue Werk, das im August seine offizielle Eröffnung feierte, ist hochmodern, digitalisiert und hebt die Arbeit bei duka auf ein neues Niveau.
Einzigartiges„dukaversum“. Neu
ist auch das duka-Erlebnis, das duka im neuen Werk ihren Geschäftspartnern bietet. Fachhänd76
Im „dukaversum“ wird das Duschen zum Erlebnis gemacht
& Buildings“ ging es als Gewinner hervor, in der Kategorie „Brand Experience of the year“ wurde es für die gelungene Markeninszenierung gewürdigt.
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Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Sabine Dejakum (sd) Evi Hilpold (eh) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Sabine Peer (sp) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Jänner 2020 Nächster Redaktionsschluss: 10. Jänner 2020 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info
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1919
Die KleingeldMisere
Zum Feuer in Trient
Mittwoch, 13. August 1919
Bei dem in der Nacht auf den 19. September in Trient erfolgten großen Brande beim Viale Serfina hinderte der Wassermangel ein erfolgreiches Löschen. Das dürre Holz der eingeäscherten Militär-
Man schreibt uns: Eine wahre Kalamität bildet die Frage betreffs des österreichischen Kleingeldes. Die Schmuggler haben es über den Brenner hereingebracht. Draußen ist alles Kleingeld verschwunden. Die Not an Kleingeld ist dort derart groß, daß man mit Briefmarken oder Innsbrucker Stadtgeld (Papierfetzen) bezahlen muß. Und hier will jetzt auf einmal niemand mehr österr. Kleingeld in den Geschäften annehmen; auch die Post, das Steueramt usw. weigern sich, obwohl es gesetzlich Geltung hat, und zwar al pari der Lire-Währung. Anderes
d. h. italienisches Kleingeld ist fast keines im Umlauf. Es ist höchste Zeit, daß sich doch endlich die Behörde um diese Sache kümmert. Entweder soll das österr. Kleingeld eingelöst werden, daß es endlich vom Markte verschwindet, oder die Behörde soll sorgen, daß es bei den staatlichen Ämtern angenommen werden muß, und zwar ohne Beschränkung, solange es ersatzweise als gangbares italienisches Staatsgeld anerkannt ist.
Donnerstag, 25. September 1919
baracken trug ein Funkenmeer in das Weite. Die Militärwäscherei brannte gänzlich ab. Die Ursache des Feuers konnte noch nicht erhoben werden. Die Schadenshöhe ist noch unbekannt; da große Wäschevorräte zum Opfer fielen, ist der verursachte Schaden jedenfalls sehr bedeutend.
Frascati Roma: Frick Anton, Sohn des Josef aus Mölten; Gufler Johann, Sohn des Johann aus Meran; Epp Georg, Sohn des Johann aus Jenesien-Bozen; Strasser Franz, Ehefrau Maria, Kartitsch, Pustertal; Baril Außerhofer, Schwester Josefine, Sillian, Pustertal; Josef Wabuscheg, Tante Paula Eder, Schlanders, Vinschgau; Ospedale Campo 078 Nogara (Verona): Schatzer Alois, Afers 72; Hitzenbichler Alois, Ehefrau Juliana Schwaz, Berggasse 224; Oberlaner Johann, Schwester Margarete, Bannberg i. P., Pustertal.
Schleichhändler entdeckt Donnerstag, 25. September 1919 Das Innsbrucker Kriegswucheramt brachte in Erfahrung, daß ein sicherer J. U. mit Hilfe eines Südbahnkondukteurs aus dem Schmierntale einen schwunghaften Schleichhandel mit Butter und Schweinefett betreibe. Es avisierte hievon telephonisch die Gendarmerie Steinach, weil der Mann sich nach den erhaltenen Informationen eben wieder auf einer Hamsterreise im Schmierntale befand, welche dann den Schleichhändler dort beim Butterhamstern betreten hat. Die Butter wurde beschlagnahmt, während die Ausforschung seiner Komplizen im Zuge ist.
Tiroler Kriegsgefangene in Italien Sonntag, 1. Juni 1919 Der zur Zeit in Brixen stationierte italienische Feldkurat Dr. Albert Vignolo teilt uns die nachstehenden Namen verschiedener Tiroler Kriegsgefangenen in Italien mit, die er jetzt im Laufe des Monates in folgenden Spitälern Italiens besucht hat: Ospedale Militare di
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
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Wohnen mit dieser Aussicht