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Brixner 356 - September 2019

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EXTRA

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Einrichten & Wohnen

Jahrgang 30 · September 2019

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Jugendeuropameisterschaft in der Brixner Vertikale

Kraxeln in Absprunghöhe HERBERTHAUS: Altersruhesitz der St.-Josefs-Missionare PORTRAIT: Guido Osthoff und seine Lebensfäden AUSSTELLUNG IN DER HOFBURG: Beauty Case MÜLLENTSORGUNG: „Müllsündern auf der Spur“


Brixen: Neunerweg

Neubauprojekt der Spitzenklasse Neue Einfamilienhäuser sowie hochwertige Neubauwohnungen Ideal für Menschen mit hohen Ansprüchen, die moderne Architektur, edle Materialien und absolute Privatsphäre in der Stadt zu schätzen wissen. Klimahaus-Standard A Nature Übergabe: Frühjahr 2021

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Projekt Kranebitt


Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | HERBERTHAUS: Leben für die Mission 08 | Bühlerhof: Das Sarnser Adelsparadies 14 | Ausstellung: Gehen oder Bleiben – die Option 15 | Brixen: Junge Kultur greift nach den Sternen 16 | Brixen: Oh ja, Jugend zählt! 18 | Adolf Engl: „Den Patienten ganzheitlich verstehen“ 24 | Vahrn: Radweg – eins, zwei oder drei? 26 | Paul Videsott: „Die Universität für Nicht-Studenten öffnen“ Menschen & Meinungen >>> 34 34 | PORTRAIT: Guido Osthoff 39 | Pro & Contra: Recht auf einen Kleinkindbetreuungsplatz? 40 | Umfrage: Fridays for Future Kunst & Kultur >>> 42 42 | BEAUTY CASE: Vergängliche Schönheit 46 | Jubiläum TPZ: Theaterspiel ist Bildung 48 | Othmar Auer: „Ein magischer Moment für Bonsai“ 50 | Theater: „Ach, diese Lücke…“ Veranstaltungen 57 | TIMER: Oktober 2019

>>> 57

Freizeit & Sport 62 | JUGENDEUROPAMEISTERSCHAFT: Bouldern 64 | Verena Steinhauser: „Die Freude am Sport“ 67 | Seniorenmeisterschaft: Dabei sein ist alles!

>>> 62

Wirtschaft & Umwelt >>> 72 72 | MÜLLENTSORGUNG: „Müllsündern auf der Spur“ 78 | Meransen: Grünes Licht für den Kleingitsch 80 | Event: duka Extra 87 | Einrichten & Wohnen 98 | Fotoaktion NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP

>>> 87

Signor Cattoi Nach dem Ersten Weltkrieg ist Südtirol vor exakt 100 Jahren, am 10. September 1919, über den Staatsvertrag von Saint-Germain-en-Laye Italien zugewiesen worden – als Entschädigung, weil man Österreich und seinen Verbündeten die Alleinschuld am Krieg gab. Damit begann für Südtirol eine unselige Zeit, in der der Staat versuchte, die Provinz „italienisch“ zu machen; erst 53 Jahre später kam Südtirol durch das Autonomiestatut zur Ruhe. Und jetzt mache ich einen unüblichen Gedankensprung zu Ferdinando Cattoi: Ich bin in der Bahnhofstraße aufgewachsen und hatte das Glück, seine Familie mit den vier Kindern Cristiana, Paolo, Massimo und Maurizio, den wir auch heute noch „Icio“ nennen, als Nachbarn zu haben. Jeden Tag ist der stets gut gelaunte Signor Cattoi fischiettando mit seinem Radl den kurzen Weg zum Bahnhof hinaufgefahren, wo er am Fahrkartenschalter arbeitete. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er hinter der Scheibe immer einen kleinen Witz machte und dabei ein schelmisches Lächeln aufsetzte – die personifizierte Lebensfreude. Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals mit uns laut geworden wäre, obwohl es ganz sicher Gründe dafür gegeben hätte. Zu mir sagte er manchmal, „Willy, parla un po‘ tedesco con i nostri boci, devono impararlo“. Auch meine Eltern schätzten ihn sehr, für sie war er nie ein Walscher, sondern eben „der Cattoi“. Ich sage Ihnen, wenn Sie als Siebenjähriger Deutscher das Privileg haben, einen Italiener wie den Signor Cattoi besser kennenzulernen, lösen sich mögliche historisch gewachsene Feindbilder in Luft auf. Wenn Brixen immer ein Vorzeigemodell des friedlichen Zusammenlebens zwischen den Sprachgruppen war, dann liegt das auch an Menschen wie dem caro Signor Cattoi. Vor einigen Tagen ist Ferdinando Cattoi, dem ich zu Dank verpflichtet bin, mit 93 Jahren verstorben – fast auf den Tag genau 100 Jahre nach dem vorhin genannten Vertrag.

Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

ZU BESUCH IM HERBERTHAUS IN KRANEBITT

Leben für die Mission D

as Herberthaus − ein Ort der Ruhe. „Uns geht das Leben ab. Es fehlen die Kinder, von denen man in der Mission stets scharenweise umgeben ist. Das Geschrei von Kindern, das Lachen, aber auch das Weinen bringen Lebensfreude und Lebendigkeit“, erzählen Rektor Anton Steiner und Toni Amort, meine Interviewpartner im Herberthaus, dem Altersruhesitz der Priester und Brudermissionare der St.-Josefs-Mission. „Wir sind eine apostolische Gemeinschaft. Wir sind Priester und Brüder, aber keine Pater, weil wir keine Gelübde von Gehorsam, Armut und Keuschheit ablegen.“ Aber sie stellen ihr Leben den Aufga-

ben der Gesellschaft zur Verfügung. „Wir sind auf derselben Stufe wie ein Diözesanpriester, nur versprechen wir unseren Gehorsam nicht einem Bischof, sondern dem Generaloberen unserer Mission.“ Wir stehen vor dem Haus, unterhalb von Elvas gelegen, in der Fraktion Kranebitt und begeistern uns am herrlichen Blick über die Bischofsstadt bis weit in den Süden des Eisacktals. Friedvoll und beschaulich lebt man hier inmitten der Natur. „Die Obstwiesen rund um das Haus sind nicht in unserem Besitz. Uns gehört nur der kleine Garten, aus dem wir uns mit Gemüse versorgen.“ Das Haus selbst trägt mit viel Beton

In der hauseigenen Kapelle trifft man sich zum Morgengebet und abends zum Rosenkranz

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und hohen Räumen deutliche Zeichen seines Erbauers Architekt Othmar Barth, der auch die Cusanus Akademie in Brixen geplant hat. „Ein Betonklotz, in dem zu viel Raum verschwendet wurde durch die offene Halle, die im Winter kaum zu beheizen ist, und die hohen Fenster sind schwer zu putzen. Aber immer wieder haben wir Architekturstudenten hier, die sich für die Bauweise von Barth interessieren.“ 1967 wurde der Bau des Hauses in Auftrag gegeben, 1970 ist es eingeweiht worden. 1983 vergab der Heimatschutzverband dem Herberthaus eine Auszeichnung − gleich rechts neben der Eingangstür ist die entsprechende

Fotos: Oskar Zingerle

In Kranebitt, direkt an der Elvaser Straße, befindet sich das Herberthaus, das Ende der sechziger Jahre nach den Plänen von Othmar Barth entstanden ist. Es ist der Altersruhesitz der St.-Josefs-Missionare. Hinter den Betonmauern verbergen sich bewegende Geschichten der Brudermissionare, die ihr Leben in der Weltmission verbracht haben.

Keramik in die Außenwand eingemauert –, „weil das Haus so gut an die Landschaft angepasst ist“.

Die St.-Josefs-Missionare. St.-

Josefs-Missionare gibt es in Brixen seit 1891. Als der englische Kardinal Herbert Vaughan 1866 die St.-Josefs-Missionsgesellschaft im englischen Mill Hill gegründet hatte, wo heute noch das Mutterhaus steht, war er auf der Suche nach katholischen Missionaren. „Nach Brixen hatte der Kardinal Verbindung zur Adelsfamilie in Sarns, weshalb gerade hier schon früh St.-Josefs-Missionare tätig waren.“ Seit 1903 steht ihnen das Missionshaus in der Regensburger Allee zur Verfügung, wo bis zum Jahr 1995 bis zu 90 Schüler und Studenten beherbergt wurden. Heute wird ein großer Teil des Hauses von der angrenzenden Universität genutzt. St.-Josefs-Missionare waren und sind überall dort tätig, wo es einst englische Kolonien gegeben hat: in Afrika in Uganda, Kenia, Kongo,


DIE ST.-JOSEFS-BRUDERMISSIONARE IM AUFENTHALTSRAUM DES HERBERTHAUSES: Einen Ruhestand in dem Sinn gibt es nicht; wer will und kann, wird eingesetzt, wo Hilfe nötig ist

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Sudan und Westkamerun, in Indien, in Pakistan, in Malaysia, auf den Philippinen, in Neuseeland und seit 1973 auch in Brasilien. „Nachwuchs haben wir JosefsMissionare heute nicht mehr in Europa, sondern in den ehemaligen Missionsländern“, erklärt Rektor Anton Steiner – aber nicht wirklich mit Bedauern, denn das Abgeben von Einflussbereich entspricht dem

an den Wänden kann ich auch in Leder gebundene Ausgaben erkennen. Jene mit englischem Titel rufen mir sogleich die enge Verbindung der St.-Josefs-Missionare zum Mutterhaus in Mill Hill nahe London in Erinnerung. Auf den Missionsgründer Kardinal Herbert Vaughan geht auch der Name „Herberthaus“ des Seniorenheims zurück: „Von Anfang

sam mit dem ersten Rektor Albert Rainer eingezogen. Um die Kosten halbwegs in Griff zu behalten, wurde das Haus in den ersten zehn Jahren auch als Gästehaus geführt. „Rektor Rainer muss gut vernetzt gewesen sein, denn noch heute kommt es vor, gerade um die Weihnachtszeit, dass wir immer mal wieder Zimmeranfragen bekommen.“

„Man baut in der Mission gemeinsam mit den Leuten vor Ort Gemeinde auf“_ Rektor Anton Steiner Ideal seiner Missionsgesellschaft: „Anfangen dort, wo noch nichts ist, aufbauen und dann bereit sein, sich zurückzuziehen.“

Der Ruhesitz. Zurückgezogen für

unser Gespräch haben auch wir uns und sitzen in der hauseigenen Bibliothek im Erdgeschoss. Unter den vielen abgegriffenen Büchern in den Regalen rechts und links

an war es gedacht als Haus für unsere Missionare im Ruhestand“, und zwar für jene, für die das St.Josefs-Missionshaus in der Brixner Regensburger Allee altersbedingt nicht mehr geeignet ist, „da es weder über einen Aufzug noch über private Waschräume verfügt“. Für zwölf Personen geplant und gebaut, sind 1970 zunächst nur zwei Brudermissionare gemein-

Aber schon lange ist das Haus ausschließlich Missionaren im Ruhestand vorbehalten. Die obere Etage ist barrierefrei angelegt. Nebeneinander befinden sich die zwölf Zimmer mit eigenen kleinen Bädern, die Kapelle, der Aufenthaltsraum, der Speiseraum und ein Baderaum, der für die Altenpflege geeignet ist. „Zunehmend mehr wird das Herberthaus

als Pflegeheim geführt, denn wir versuchen, unsere Bewohner so lange wie möglich im Haus zu behalten – auch dann noch, wenn sie auf Pflege angewiesen sind.“ Für die Pflegebedürftigen sorgt entsprechendes Pflegepersonal; rund um die Uhr ist der Dienst abgedeckt. Hinzu kommen eine Köchin, die sich um das leibliche Wohl der Bewohner bemüht, und eine Raumpflegerin kümmert sich darum, dass alles aufgeräumt und ordentlich bleibt. Weitgehend autonom gestaltet sich der Tagesrhythmus im Herberthaus, wo zurzeit neun Heimbewohner leben; „zwei Mitbrüder sind in diesem Jahr verstorben.“ Man trifft sich zu den gemeinsamen Gebeten in der Kapelle morgens und abends und zu den gemeinsamen Mahlzeiten, aber „untertags geht jeder seinen Tätigkeiten und Interessen nach“. Abends gibt es dann noch zu einem Glas Wein die gemütliche Stunde, „nicht länger, da herrscht eine strenge Ordnung!“. 5


Fotos: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Anton Steiner: „Unser Ideal ist: Anfangen, wo noch nichts ist, aufbauen und bereit sein, sich zurückzuziehen“

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Bewegende Leben. Die derzei-

tigen Heimbewohner sind alle geboren zwischen 1925 und 1954. Der Älteste, heute 94 Jahre alt, war ab 1959 viele Jahre in Kamerun als großer Pionier. „Im hintersten Urwald, wo man zu Fuß nur in Zweibis Dreitagemärschen hingelangte, hat er eine Mission aufgebaut unter großen Entbehrungen“, erzählt Toni Amort, Jahrgang 1934, der selbst ebenfalls acht Jahre in Kamerun in der Mission war. Der Zweitälteste, geboren 1932, war wohl kurz in Uganda, aber „er ist eigentlich ein Opfer der Heimatmission. Zwei Mal war er Rektor im Missionshaus in Brixen, und als Rektor war er viel auf Besuch in den Missionshäusern, deshalb kennt er den Großteil unserer Missionare persönlich“. Ein weiterer Mitbewohner ist der heute 86-Jährige, der 50 Jahre in der Mission gearbeitet hat, darunter „in Malaysia, wo er Großartiges aufgebaut hat“. Seit 2001 lebt er im Herberthaus im „aktiven“ Ruhestand, da er die Aufgabe des Gärtners übernommen hat und „uns alle das ganze Jahr über mit Gemüse versorgt“. Altersmäßig an die vierte Stelle reiht sich sodann Toni Amort, geboren in St. Pauls, mit seinen 85 Jahren. Nach acht Jahren in Kamerun in der Mission hatte man ihn nach Brixen ins Missionshaus zurückgerufen, um die Zeitschrift „St. Josefs Missionsbote“ zu übernehmen. „Das habe ich 13 Jahre lang gemacht.“ Parallel dazu war Amort drei Jahre lang Rektor im Brixner Missionshaus und zwölf Jahre lange Redaktionsmitarbeiter beim „Katholischen Sonntagsblatt“, wo „ich es mit dem Gestalten der politischen Seite durchaus zu einer gewissen Berühmtheit gebracht habe“. 1987 wurde Amort wieder in die Mission geschickt, diesmal nach Brasilien. 30 Jahre darauf, 2017, trat er mit dem Einzug ins Herberthaus seinen Ruhestand an. Hauptsächlich in Uganda und Kenia in der Mission 6

war dagegen der 1935 im Ahrntal geborene Mitbewohner, der seit 2014 im Herberthaus zu Hause ist. Noch heute hilft er als Priester aus bei den Terziarschwestern in Mühlbach. Ebenfalls seit 2014 im Herberthaus lebt ein weiterer Missionar im Ruhestand, der 1937 am Nonsberg geboren ist. Nach vielen Jahren in Kamerun, wo er alle Importe für die Mission geregelt hatte, hat er in Brixen bei der Verteilung des Missionsboten gearbeitet. Der Rektor selbst, Anton Steiner, ein gebürtiger Osttiroler, ist Jahrgang 1942. 2010 hat man ihn bis 2016 zum Regionaloberen gewählt, und weil der Regionalobere damals im Herberthaus seinen Sitz hatte, ist er nach Kranebitt gekommen, wo er auch das Amt des Rektors übernahm. „Studiert habe ich bei den Franziskanern in Hall in Tirol und – wie alle unsere Missionare − Theologie in London.“ Auf den Erzieher im Missionshaus Absam folgten mit Unterbrechungen 16 Jahre in der Mission in Brasilien. Seit 21 Jahren − „das hat mir Toni Amort eingebrockt!“ – ist Steiner auch der Schriftleiter des St. Josefs Missionsboten. Bereits in diesem Oktober wird Steiner das Herberthaus verlassen, um als Rektor ins Missionshaus nach

Toni Amort: „Unsere Missionare sind überall dort, wo es englische Kolonien gegeben hat“

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Absam zu gehen und dort auch als „Finanzminister der gesamten Region“ zu agieren. Das Amt des Rektors im Herberthaus wird dann Franz Kristler übernehmen. Der gebürtige Toblacher, 1949 geboren, hat 1976 den Missionseid abgelegt und „ging sofort in die Mission in den Sudan, wo er bis 2010 unter den schwierigsten Verhältnissen gelebt hat“. Der Jüngste in der Runde der Heimbewohner, 1954 in Prettau geboren, verbrachte viele Jahre in der Mission in Kamerun, Kongo und Uganda. Seit gut 20 Jahren ist er „in der Heimatdiözese BozenBrixen als Aushilfspriester tätig“. Als Wochenendkooperator war er zunächst in Toblach und inzwischen seit elf Jahren in Bruneck, denn „im Grunde gibt es bei uns nicht einen wirklichen Ruhestand. Solange jemand fähig ist und es auch will, wird er eingesetzt, wo Hilfe nötig ist“, unterstreicht Rektor Anton Steiner.

Missionsbeweggründe. Ein Er-

lebnis in seiner Studienzeit bei den Franziskanern in Bozen hatte Toni Amort dazu bewogen, Missionar zu werden: Zwei Pater hatten sich verabschiedet, um nach China in die Mission zu fahren. „Das hat mich damals so aufgebracht, weil ich überzeugt war, dass das

Weil sich der Bau so gut an die Landschaft anpasst, erhielt das Herberthaus 1983 eine Auszeichnung

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absoluter Blödsinn ist, der sogar verboten gehört!“ Als er später über der griechischen Grammatik saß, tauchten drei Schlüsselworte in seinen Gedanken auf: „Aber warum nicht?“ Und auch weil dem „Pater werden“ bereits etwas Verstaubtes anhaftete, das „nach Schnupftabak gerochen hat“, war Amort von dem Moment der Eingebung an begeistert, Missionar zu werden, „und das hat jetzt 70 Jahre gehalten“. Bei Anton Steiner ging der Entscheidung, in die Mission zu gehen, kein Blitz oder Donnerschlag voraus. Durchs Lesen und durch das Studium im Missionshaus bekam er Kontakt zu den Missionaren, die im Schnitt nach zehn Jahren aus der Mission zurückkehren. „Ich war fasziniert vom Leben der Brüder in der Mission.“ Zunächst begeisterte ihn das Leben als Abenteurer, und später war es der pastorale Einsatz, „dass man Aufgaben in der Seelsorge übernimmt, die über das Feiern der Messe hinausgehen. Man baut in der Mission gemeinsam mit den Leuten vor Ort Gemeinde auf“.

sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


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Politik & Gesellschaft

Das Sarnser Adelsparadies U

m die Jahrhundertwende siedelte sich in Sarns eine ganze Gruppe von hochintellektuellen Familien an, deren Lebensgeschichten sich teilweise innerhalb der Mauern des Vatikans abgespielt hatten und deren Lebensmittelpunkt aufgrund der geschichtlichen Ereignisse nunmehr das kleine Dorf Sarns wurde.

Foto: Privatbesitz Rudolf Baron von Unterrichter

Die Wiederaufnahme des Schulbetriebs am Bühlerhof in Sarns bei Brixen ist die Ursache für diese kleine Abhandlung über die Geschichte der Sarnser vatikanischen Adelskolonie und im speziellen über die wechselvolle Geschichte des Bühlerhofes. Der Text stammt von Rudolf von Unterrichter, der ihn kurz vor seinem Verkehrsunfall, an dem er einige Wochen später verstarb, an den „Brixner“ übermittelt hat.

Der Auslöser. Auslöser dieser

vatikanischen Kolonie dürften der Verkauf von Palaus an den wirklichen vatikanischen Geheimkämmerer Ernst Baron SchönbergRoth-Schönberg durch Carl Baron Unterrichter von Rechtenthal im Jahre 1875 gewesen sein. Carl Baron Unterrichter entstammte einem alten Geschlecht aus Kaltern, wo die Familie durch Jahrhunderte die Richterstelle innehatte. Sein Vater Franz Sales, Literat und Abgeordneter zur Frankfurter Paulskirche, hatte seine ganze Dienstzeit in Venedig, Verona und Mailand im österreichischen Justizdienst verbracht, und Carl war auf diese Weise in italienischen Landen aufgewachsen. Nach der Gymnasialzeit bei den Jesuiten im damals österreichischen Venedig und in Padua sowie der Heirat mit Amalie von Putzer-Reibegg verkaufte er den elterlichen Besitz Salegg in Kaltern und zog nach München, wobei die Sehnsucht nach dem Land an der Etsch und im Gebirge immer aufrechtblieb. Durch die Wahl in den Innsbrucker Landtag 1859 war eine Rücksiedlung notwendig, war doch die Annahme des Landtagmandats damals mit Grundbesitz in Tirol verbunden. Die Suche nach einem geeigneten Gut führte Carl zuerst nach Rotholz im unteren Inntal, dann nach Schloss Prösels bei Völs, doch 8

Schloss Palaus von Südwesten, um 1865 schlussendlich fiel die Wahl auf das Schloss Palaus bei Brixen. Brixen war damals ein kleines Städtchen mit großer Vergangenheit, hatte jedoch mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 seine Bedeutung als reichsunmittelbares Fürstentum verloren. Die Geistlichkeit stellte zwar immer noch die alles dominierende Bevölkerungsschicht, doch als Bezirkshauptort, Gerichtssitz und Militärkommando bildete sich parallel eine intellektuelle Bürgerschicht heran. Gleichzeitig bildete der Adel im geistlichen Brixner Fürstentum durch Jahrhunderte das politische und kulturelle Rückgrat, was sich nicht zuletzt in prächtigen Ansitzen und Schlössern in der

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Umgebung zeigte – beispielsweise in Sarns und Milland, so Kampan, Ratzötz, Sarnfeld und Palaus. Bis zum Ende der weltlichen Herrschaft dienten sie als Heimstatt der bischöflichen Ministerialen und Beamten. Nach der Aufhebung 1803 kam es zu einer großen Umschichtung der Bevölkerung, und die Besitzungen kamen zum Teil in bäuerliche Hände. Am 9. November 1860 trat der Bauer Andrä Gasser aus Feldthurns (heute Santerhof in Mühlbach) das sich seit 1828 in bäuerlichem Besitz befindliche Anwesen Palaus um etwa 40.000 Gulden an Karl Unterrichter v. Rechtenthal ab. In den Kauf mit eingeschlossen waren damals der Oberkampanhof, ein

Weingarten, ein Weinackerl und mehrere weitere Grundstücke in Schlossnähe. Wenige Monate später konnte auch der sich unterhalb des Schlosses befindliche Unterkampanhof vom Bärenwirt in Brixen erworben werden.

„Collegio Fagnani“. Die gesamte Anlage von Palaus war damals praktisch zu einer Ruine verkommen und musste in allen ihren Teilen restauriert, erweitert und umgebaut werden. Kaum war der Bau abgeschlossen, erging an Karl die Anfrage, ob er bereit wäre, seine ehemaligen Lehrer, die Jesuiten aus Padua und Verona, in Palaus aufzunehmen. Nach der Niederlage 1866 bei Königgrätz gegen Preußen musste


Foto: Privatbesitz Rudolf Baron von Unterrichter

Der Unterkampanhof wurde später zum Ansitz ausgebaut, vor 1868

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Österreich – trotz der Siege bei Custozza unter Erzherzog Albrecht von Österreich-Teschen und bei Lissa unter Admiral Wilhelm von Tegetthoff – Venetien an das Königreich Italien abtreten. Die neue liberale und kirchenfeindliche Regierung im Veneto verbot als erste Maßnahme den Jesuitenorden, und die Ordensmitglieder wurden des Landes verwiesen. Dies war der Grund, weswegen das 1855 in Padua gegründete Jesuitengymnasium „Collegio Fagnani“ 1866 merkwürdigerweise nach Brixen und nicht nach Welschtirol verlegt wurde, obwohl nicht nur die Lehrer, sondern auch die etwa 100 Schüler, Kinder von Flüchtlingen aus Venetien und der Lombardei, mehrheitlich italienischsprachig waren und die Unterrichtssprache folglich Italienisch sein musste. Die Professoren wurden zunächst auf Schloss Palaus, die Schule im Ansitz Sarnfeld (heute St. Georg) untergebracht. 1868 kauften die Jesuiten dann das Malfattihaus an der Ecke Runggadgasse/Widmannbrückengasse in Brixen (ehemals oberer Küchenmaierhof) und bauten den großen Nordostflügel, die so genannte „Jesuitenkaserne“, (heute Rosminischule) an. Die italienischsprachige Schule erhielt aber kein Öffentlichkeitsrecht, sodass die Jesuiten 1876 wieder abzogen. Das Bistum Brixen mit seinem übervollen Priesterseminar mit teilweise hervorragenden Lehrern hatte zur damaligen Zeit einen ausgesprochen konservativen Ruf. Anlass für die Ansiedlung in Brixen war sicher die gastfreundliche und protestantenfeindliche Haltung des Bischofs Vinzenz Gasser, die der damaligen Geisteshaltung der Jesuiten entgegenkam. Papst Pius IX hatte Gasser ob dieser Geisteshaltung

während des ersten vatikanischen Konzils als „Colonna del concilio“ und als „solus inter multa sidera“ bezeichnet. Die Gewährung der Gastfreundschaft hatte für das Sarnser Adelsparadies mit seinen vielen Ansitzen und Schlössern weitreichende Folgen, war sie doch der Ursprung der Ansiedlung hoher Persönlichkeiten aus dem vatikanischen Umfeld, die sich im Zuge der Eroberung des Kirchenstaates durch piemontesische Truppen im Jahre 1870 nach einem neuen Lebensmittelpunkt umsahen. Am 10. Mai 1868 brach an einem Sonntag um zwei Uhr nachmittags ein Großbrand in Kampan aus, was den Auslöser gab, das obere Schloss Palaus zu verkaufen und in Kampan eine stattliche Wohnstatt zu errichten. Die Renovierung von Palaus war noch nicht ganz abgeschlossen, und nun musste zusätzlich noch Kampan aus den Brandruinen wieder aufgebaut werden.

Wie Baron Schönberg-RothSchönberg nach Sarns kam. So

wurde Palaus samt Oberkampan mit Stall, Wagenremise, Garten und Schlosswiese im Oktober 1875 um 46.000 Gulden an das junge Ehepaar Baron Ernst Schönberg-Roth-Schönberg (18501923) und seine reiche aus einer amerikanischen Bankiersfamilie stammende Frau, Elizabeth Ward, verkauft. Diese hatten durch vatikanisch-jesuitische Kreise von den Verkaufsintentionen gehört und mussten sich wegen der weltbewegenden geschichtlichen Ereignisse in Rom nach einer neuen Bleibe umsehen. Der Kirchenstaat hatte mit der Eroberung von Rom 1870 durch die piemontesischen Truppen seine Existenz verloren, und Papst Pius IX. war ein Gefangener im Vatikan. Der Vater der


Foto: Privatbesitz

Baronin Elisabeth Schönberg-Rothschönberg, um 1900

–––––––––––––––––– recht Simon Aichner (1816–1910) gewesen sein, den er in Rom kennenlernte. Nach der Eroberung des Kirchenstaates 1870 durch piemontesische Truppen tauchte auch kurzfristig der Plan auf, den Papstsitz in deutsche Lande zu verlegen, wobei Brixen mit seiner papsttreuen Haltung in die nähere Auswahl gezogen wurde. Vielleicht wollte Schönberg diesem Plan vorgreifen und sich in Brixen eine gute Ausgangsposition sichern. Simon Aichner hatte 1854 mit einem grundlegenden Buch über Kirchenrecht auf sich aufmerksam gemacht, in dem er das Jurisdiktionsprimat des Papstes begründete, das dann neben dem Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit 1870 beim Ersten Vatikanischen Konzil verkündet

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und Mantel“ (cameriere segreto di cappa e spada) zu fungieren. Es war dies ein schöner Titel, der in Wirklichkeit wenig oder keinen Einfluss auf die päpstliche Politik jener Zeit gewährte. Die wesentlichen Aufgaben bestanden in der Vorbereitung der päpstlichen Audienzen, dem Vorbringen der Ansuchen und die Platzanweisung während der Feierlichkeiten. Dieses einflusslose Leben und vor allem der Verlust des Kirchenstaates 1870 dürften Ernst v. Schönberg dazu bewogen haben, sich nach einer Bleibe in deutschen Landen umzusehen. Ausschlaggebend dafür, dass die Wahl schlussendlich auf Brixen fiel, dürften jesuitische Kreise und die damals ultramontane Haltung der Geistlichkeit um den damaligen Professor für Kirchen-

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Politik & Gesellschaft

Elizabeth Ward war als Bankier bei der Vermittlung des 1867 stattgefundenen Verkaufs von Alaska durch Russland an die Vereinigten Staaten von Amerika zu großem Wohlstand gelangt. Die Familie des Baron Schönberg-Roth-Schönberg stammte ursprünglich aus Sachsen. Ernst war 1868 im Alter von 16 Jahren mit seiner Mutter geb. von Malortie (1811–1877) nach Rom gezogen. Schönberg, der damals noch Protestant war, gewann dort in Lucien Kardinal Bonaparte (1828–1895) einen Förderer, der ihn nicht nur am Hof Pius IX. einführte, sondern ihn am 21. Januar 1868 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder Egon in die katholische Kirche aufnahm. Erst 1870 wurde Ernsts Einwanderungsgesuch in den Kirchenstaat stattgegeben und er als päpstlicher Untertan anerkannt., wobei ihm der Papst am 20. Februar 1870 gestattete, sich „Baro romanus“ zu nennen – ein Titel, der in Sachsen erst am 26. Juni 1912 als „Freiherr von Schönberg-Roth-Schönberg“ anerkannt wurde. Die Übersiedlung nach Rom hatte für den jungen Ernst schwerwiegende Folgen. Schönbergs Vater Arthur von Schönberg (1802–1870) enterbte seinen Sohn nach dessen Konversion und unternahm (vergeblich) juristische Schritte, den Konfessionswechsel für ungültig erklären zu lassen, da Ernst minderjährig gewesen sei und ohne seine Zustimmung gehandelt habe. Durch die Heirat mit der um drei Jahre älteren Elizabeth Ward (1847–1920) gewann Ernst Schönberg eine finanzielle Unabhängigkeit, die es ihm erlaubte, als Hofcharge „hauptamtlich“ in päpstliche Dienst zu treten und ab dem 16. März 1870 als einer der sechs „wirklichen Geheimkämmerer mit Schwert

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wurde. Dieses Werk brachte Simon Aichner 1879 den durch Leo XIII. verliehenen Titel eines „Monsignore“ und das Amt eines päpstlichen Hauskaplans ein. Der hochgeschätzte Theologe wurde auf Grund dieser Verdienste dann 1882 zum Nachfolger des Bischofs Vinzenz Gasser geweiht. Baron Schönberg kaufte in der Folge auch die in der Franzosenzeit gebrandschatzte Ruine Schloss Ratzötz, das Götelschlössel (Ansitz Sarnfeld, heute Bildungshaus St. Georg), den großen Rumlhof und viele Gründe in Sarns, sodass sein Besitz 1922 etwa 35 Hektar betrug. Das Ehepaar führte auf Palaus ein offenes Haus; aus der damaligen Presse treten neben den Besuchen aus dem europäischen Hochadel besonders die vielen Besuche aus der Weltkirche hervor, wie der


britische Primas Erzbischof von Westminster Kardinal Vaugham (1893) und der für die Kommission „Propaganda fidei“ zuständige niederländischen Kurienkardinal van Rossum (1912).

Das soziale Engagement von Francis Mac Nutt. Besonders en-

gagierten sich die Besitzer von Palaus für die Sarnser Bevölkerung: So finanzierten sie 1878 die Restaurierung der Kirche von Sarns und nahmen den Bau der Straße nach Albeins in Angriff. Leider blieb die Ehe kinderlos, und Baron Schönberg geriet nach dem Tod des New Yorker Schwiegervaters in große finanzielle Schwierigkeiten, sodass Palaus 1926 in den Besitz des aus Spalato in Dalmatien stammenden Grafen Alessandro Dudan überging. Dudan hatte für den Besitz keine Verwendung, verkaufte Grundstücke und ließ das Schloss verfallen. Baron Schönbergs Kontakt zum Vatikan blieb natürlich aufrecht und hatte zur Folge, dass sich der Ruf der herrlichen Brixner Landschaft, des guten Klimas, des konservativen Geistes und der gastfreundlichen Bevölkerung dort herumsprach. So wurde das Interesse eines weiteren Geheimkämmerers seiner Heiligkeit, des Francis Mac Nutt, geweckt, der 1903 von Baron Schönberg das Schloss Ratzötz in Milland kaufte und es großzügig zu seinem Wohnsitz umbaute. Francis Augustus Mac Nutt wurde 1863 in Richmond im US-Bundesstaat Indiana in eine wohlhabende Bankiersfamilie geboren – ein Umstand, der es ihm erlaubte, ein materiell sorgenloses Leben zu führen. Nach seiner Konvertierung zum katholischen Glauben studierte er in Rom Theologie und wurde zum Geheimkämmerer des Vatikan ernannt, wo er Baron Schönberg und wohl auch Graf Ledochowski kennenlernte. Nach der Heirat mit Margareth van Cortland Ogden erwarb er Schloss Ratzötz und baute es großzügig zu seinem Wohnsitz aus. Als amerikanischer Staatsbürger, doch dem österreichischen Kaiserhaus loyal verbunden, blieb er während des Ersten Weltkrieges auf Schloss Ratzötz unbehelligt, kümmerte sich sehr um die Versorgung der Brixner Bevölkerung mit Lebensmittel und wurde durch zahlreiche Spenden zu einem Mäzen des kulturellen und sozialen Lebens in Brixen. So finanzierte er die Umbauarbeiten am Kapitelhaus am Kreuzgang, in dem

in der Folge das Diözesanmuseum und dann die Musikschule untergebracht wurden, und trug wesentlich zur Finanzierung des neuen Brixner Krankenhauses (1914) bei. Nach dem Untergang Altösterreichs bemühte sich Mac Nutt, der zeitweise auch im diplomatischen Dienst der USA gestanden hatte, bei der Friedenskonferenz in Paris, während der er in Kontakt mit dem amerikanischen Präsidenten Wilson war, erfolglos für den Verbleib Südtirols bei Österreich. Ebenfalls erfolglos waren seine Bemühungen um Kaiser Karl und negativ auch eine Initiative, mit Unterstützung der USA aus Lettland ein katholisches Königreich zu machen. Er verstarb 1927 auf Schloss Ratzötz und wurde in Milland beigesetzt.

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Der Erbauer des Bühlerhofes. Durch diesen vatikanischen Gesellschaftskreis in Sarns kommen wir nun zum eigentlichen Erbauer des Bühlerhofes in Sarns, Franz Halka Graf Ledochowski (1876– 1954). Die Halka von Ledochow stammten ursprünglich aus Wolhynien (heute Polen/Ukraine). Sie stellten durch Jahrhunderte Senatoren, Wojewoden und Minister. Nach der dritten polnischen Teilung erlangten sie im Jahre 1800 die erbländisch-österreichische Grafenwürde und bekleideten höchste Ämter im kaiserlichen Heer, in der katholischen Kirche und im Dienst des Kaiserhauses. So war ein Ledochowski Erzieher des späteren Kaisers Franz Josef, ein anderer Adjutant von Kaiser Karl. Eine besondere Beziehung pflegte die Familie mit der katholischen Kirche und insbesondere mit dem Jesuitenorden – eine Beziehung, die sie schließlich nach Brixen führte. Franz Halka Graf Ledochowski war der Neffe des einflussreichen Kurienkardinals Mieczyslaw Halka Ledochowski, Erzbischof von Gnesen und Posen, Primas von Polen und ab 1875 Kurienkardinal in Rom. Noch bedeutender war dessen Neffe Wladimir Ledochowski, der 1914–1942 als General der Jesuiten fungierte, sodass wir auch hier die Verbindung mit dem Jesuitenorden vorfinden. Franz Ledochowski war auch der Onkel der heiligen Ursula Ledochowska (1865–1939), Begründerin der Ursulinen, die 1989 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde. In diese Kreise wurde also 1876 Franz Halka Graf Ledochowski hineingeboren. Die Verbindung

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auch in Brixen Halt, um Zitas Brüder zu besuchen.

Foto: Privatbesitz

Politik & Gesellschaft

zum Kaiserhaus und zu vatikanischen Kreisen sollte ihn ein Leben lang begleiten und dürfte wohl auch in Rom die Bekanntschaft mit Baron Schönberg und Francis Mac Nutt ermöglicht haben. Er wählte ursprünglich die militärische Laufbahn, rüstete dann als Rittmeister (Hauptmann) der Kavallerie ab und heiratete Eva Gräfin Bethlen von Bethlen, die ihm drei Kinder schenkte (Anton, Maria und Clara). Durch vatikanische Kreise aufmerksam gemacht, kaufte Franz Graf Ledochowski am 16. Oktober 1907 den Bühlerhof und begann sofort mit den Umbauarbeiten, um sich und seiner Familie eine standesgemäße Heimat zu schaffen. Der Bühlerhof bestand in seinen Ursprüngen aus einigen wenigen Grundparzellen und einem bescheidenen Bauernhaus an der Straße nach Albeins. Franz Graf Ledochowsky und dessen aus Ungarn stammende Frau reihten ihn durch die Umbauten, die praktisch einem Neubau gleichkamen, würdig in die umliegenden Adelssitze von Palaus, Kampan, Sarnfeld und Ratzötz ein. Vor allem die straßenseitige Fassade mit den schlossartigen Zinnen und den beiden seitlichen Ecktürmen mit Biberschwanzziegeln gaben dem Bau mit dem mit Holzschindeln überdachten Balkon ein herrschaftliches Gepränge. Das Haus wurde über eine große, südlich angelegte Außenstiege vom ersten Stock aus betreten. Im Inneren erschloss ein gut eingefügtes hölzernes Stiegenhaus die oberen Stockwerke und mündete in einer sich gegen Süden öffnende Veranda, wobei die kunstvollen schmiedeeisernen Fenstergitter dem Haus einen herrschaftlichen Eindruck vermittelten. Die Familien verkehrten häufig miteinander, und aus Rom kamen immer wieder gewichtige Persönlichkeiten nach Sarns, die das gesellschaftliche Leben bereicherten. Die „Brixener Chronik“ berichtet, dass sich Gräfin Ledochowska nach Kräften der Armen und Waisenkinder annahm und mit Baronin Schönberg die Patronage einer Mädchengrundschule in Brixen übernahm. Graf Ledochowski war auch Erzieher der Prinzen Felix und René von Bourbon-Parma, die zeitweise in Sarns aufwuchsen. Felix und René waren die zwei jüngeren Brüder von Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, der späteren Kaiserin Zita. Erzherzog Karl und seine Gemahlin Zita machten auf ihrer Hochzeitsreise 1911 folglich

Die dramatischen Folgen des Ersten Weltkriegs. Nur sieben

Jahre konnte sich Graf Ledochowski über seinen Besitz freuen; schon kündigte der Erste Weltkrieg das Ende dieser für Sarns bedeutungsvollen Zeit an. Wohl wegen des Ausbruchs des Krieges übertrug der Graf 1914 den Bühlerhof an seine Frau Eva Gräfin Bethlen von Bethlen. Die Schule im Vinzentinum musste 1914 einem Kriegslazarett weichen und wurde in den Ansitz Sarnfeld, damals schon Exerzitienhaus St. Georg, verlegt. Die Familie Ledochowski stellte fünf Zimmer für die Professoren im Ansitz Bühlerhof zur Verfügung, ebenso Baron Schönberg am Rumlhof. Franz Graf Ledochowski erlangte nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges die polnische Staatsbürgerschaft und zog sich nach Brixen zurück, wo er sich als Aufsichtsrat der Südtiroler Sparkasse betätigte. Jedoch wurde er von den faschistischen Behörden wegen seiner Beziehung zum Haus Bourbon-Parma, das den spanischen Thronprätendenten der Karlisten stellte, der „carlistischen Umtriebe“ bezichtigt und drangsaliert. Das Ehepaar entschloss sich in der Folge, den Bühlerhof 1923 zu verkaufen und nach Salzburg zu übersiedeln. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich stand für die Familie 1940 eine neuerliche Übersiedlung an, diesmal nach Rom, wo Franz Graf Ledochowski 1954 und seine Frau 1961 verstarben. Ihrem letzten Wunsch entsprechend wurden sie auf dem Ortsfriedhof von Albeins begraben. Doch auch auf den anderen Schlössern brach nach dem Ersten Weltkrieg die Welt zusammen: 1923 verstarb auf Palaus Baron Ernst Schönberg-Roth-Schönberg, 1927 auf Ratzötz Francis Mac Nutt. Palaus ging, wie bereits erwähnt, an den dalmatinischen Grafen Dudan, Präsident der italienischen Faschistenkammer, der es verfallen ließ. Ratzötz hatte mehr Glück, kam es doch durch Erbschaft in Besitz des Malteserordens und weiter in die Hände der kunstbeflissenen Genueser Reederfamilie der Duca di Galese, die es als Sommerresidenz nutzte. Anlässlich der Verhandlungen zum Südtiroler Autonomiestatut trat das Schloss noch einmal in den Mittelpunkt des Geschehens, diente es doch

Die Grafen Ledochowski am Bühlerhof, der von 1907−1923 in ihrem Besitz war zum Treffen der österreichischen und italienischen Außenminister Bruno Kreisky und Giuseppe Saragat. Auch der Bühlerhof kam durch Verkauf in ausländische Hände: Die aus Niederländisch-Indien (heute Indonesien) stammende Kaufmannsfamilie Koch erwarb 1923 das Anwesen. Diese übersiedelte 1947 nach Holland in die Heimat der Frau Maarten Vrolijk. Der Bühlerhof kam nun in italienische Hände, doch die neuen Eigentümer kamen bald nach dem Kauf, wie aus den Grundbuchauszügen hervorgeht, in große finanzielle Schwierigkeiten. So wechselte der Bühlerhof innerhalb von drei Jahren zweimal den Besitzer, bis ihn 1950 der aus Antholz stammende Lehrer Peter Leitgeb kaufte. Die Erhaltung des ansehnlichen Baues und wohl auch die notwendigen Sanierungsarbeiten brachten es mit sich, dass Leitgeb den Ansitz 1957 an die Südtiroler Landesregierung verkaufte, sich aber einen Grundanteil behielt. Auf Initiative des damals als Regionalassessor fungierenden Besitzers von Schloss Kampan, Mario Günther Baron Unterrichter, und seines Kollegen des Landesrates

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für Landwirtschaft, Peter Brugger, wurde hier nun die erste Haushaltungsschule Südtirols untergebracht. Hierzu waren umfangreiche Umbauarbeiten notwendig. Insbesondere wurde dem hinteren, der Straße abgewandten Teil, ein Stockwerk aufgesetzt, das die alte Bausubstanz stark in Mitleidenschaft zog, doch die herrschaftliche Fassade unverändert erhalten hat. So konnte 1958 der erste Haushaltungskurs durch das mit einem Sgrafitto des Klausner Künstlers Hans Prünster verzierten Torbogens einziehen, wobei die legendäre Thresl Innerhofer die Direktion des Hauses übernahm. Ziel war es vor allem, die weibliche, bäuerlich-ländliche Bevölkerung in hauswirtschaftlichen Fächern zu unterrichten und sie auf ihre Aufgaben im Haushalt und auf den Bauernhöfen vorzubereiten. Anfang der siebziger Jahre machten sich in Südtirol die gesellschaftlichen Veränderungen auch in den Haushaltsschulen bemerkbar, und die Fächerauswahl passte sich den neuen Erfordernissen an. Zugleich wuchs der Druck auf die Politik, die Ausbildung in den Hauswirtschaftsschulen als Berufs-


bildung anzuerkennen. Aus den Hauswirtschaftsschulen wurden „Fachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung“ mit Maturaabschluss. Die Haushaltungsschule in Sarns übersiedelte nach Salern. Der immer noch herrschaftliche Ansitz fand nun teilweise als Ausweichquartier für Brixner Schulen und Kindergärten Verwendung, wobei er schlussendlich einige Jahre leer stand, bis ihn 2003 die Baufirma Bürgstaller und Partner aus Kiens mit der Absicht erwarben, hier eine Wohnanlage zu errichten. Um die vorhandene Kubatur voll ausnützen zu können, war ein Totalabriss vorgesehen, doch Denkmalamt und Ensembleschutz vereitelten dieses Vorhaben, das Sarns um einen geschichtsträchtigen und erhaltenswürdigen Bau ärmer gemacht hätte.

Neustart für den Bühlerhof.

Rudolf von Unterrichter Leserbriefe an: echo@brixner.info

Foto: Privatbesitz

Nach einer langen Phase des Dahinsiechens und des Verfalls wurde mit der Übernahme des

Ansitzes durch die Waldorfschule im Jahre 2015 ein Neustart für das Gebäude ermöglicht. Nach einem kompletten Um- und teilweisen Neubau wurden vor allem die alten architektonisch nicht wertvollen Bereiche der ehemaligen Haushaltungsschule abgerissen und so ein funktioneller Neubau errichtet. Die Süd- und vor allem Westfassade des Gebäudes samt der als Naturdenkmal ausgewiesenen Zeder als Rest des kleinen von Graf Ledochowski angelegten Parks gegen Süden konnten nach intensiven Diskussionen mit dem Denkmalamt erhalten bleiben. Mit Beginn des Schuljahres 2017, 110 Jahre nach der Erbauung durch Graf Ledochowski, konnte so die seit Jahren im Athesiagebäude in Zinggen untergebrachte Waldorfschule im Bühlerhof eine neue Heimstatt finden und dem Gebäude so eine neue würdige Funktion verleihen.

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Karl Baron von Unterrichter in Schützenmontur, um 1865

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Politik & Gesellschaft

AUSSTELLUNG

Gehen oder Bleiben – die Option von 1939 Die Option des Jahres 1939 war eines der tragischsten Ereignisse in der Geschichte Südtirols und ganz besonders auch der Stadt Brixen, die in vielfacher Weise im Mittelpunkt des Geschehens stand. Vom 19. Oktober bis 9. November findet dazu in der Galerie AdlerArt eine Ausstellung statt, die vom Geschichtsverein und von der Schützenkompanie Brixen veranstaltet wird.

M

it Stichtag am 31. Dezember 1939 mussten die Südtiroler innerhalb kürzester Zeit entscheiden, ob sie die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen und auswandern oder die italienische Staatsbürgerschaft behalten und sich assimilieren lassen wollten. Beide Entscheidungsmöglichkeiten, die den Südtirolern von zwei unmenschlichen Regimen aufgezwungen wurden, waren mit vielen Ungewissheiten verbunden. Man wusste nicht, wohin man im Fall der Option für Deutschland auswandern würde, und man wusste nicht, ob man im Fall der Option für Italien in der Heimat bleiben dürfe oder in den Süden umgesiedelt würde, womöglich gar in die Kolonien. Es kam in Südtirol zu einer erbitterten Propagandaschlacht, die mit viel Emotionen und wenig echten Informationen geführt wurde. Die schwere Entscheidung spaltete Dorfgemeinschaften, Familien und Freundschaften. Den italienischen Faschismus kannte man aus eigener bitterer Erfahrung, vom deutschen Nationalsozialismus, den man nur aus der Propaganda kannte, erwarteten sich viele Südtiroler Wunderdinge. So entschieden sich schließlich rund 86 Prozent der Südtiroler für das Auswandern. Etwa 80.000 wanderten tatsächlich aus, bevor die Kriegsereignisse der Auswanderung ein Ende setzten. Nach dem Krieg kehrten knapp 30.000 Ausgewanderte zurück. Allein aus der Stadt Brixen sind rund 3.500 Personen ausgewandert. Sie alle und weitere tausende Menschen aus den umliegenden Gemeinden fuhren vom Brixner Bahnhof aus in eine ungewisse Zukunft, verabschiedet von einer anfangs großen und dann immer kleiner werdenden Menschenmenge mit traurigen

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Rund 3.500 Brixner sind in der Optionszeit mit allem Hab und Gut ausgewandert; hier vor der Speditionsfirma Mitterrutzner am heutigen Maria-Hueber-Platz Heimatliedern. Nur ein Teil der Auswanderer kehrte nach dem Krieg zurück – meist illegal über die grüne Grenze, weil Italien die im Gruber-Degasperi-Abkommen von 1946 vereinbarte Rückerstattung der Staatsbürgerschaft hinauszögerte. Die Rücksiedler, wie man sie nannte, wurden zunächst meist notdürftig in Behelfsunterkünften untergebracht. Brixen war in der Optionszeit auch deswegen ein Brennpunkt des Geschehens, weil hier Fürstbischof Geisler residierte, der von allen Seiten argwöhnisch beobachtet und bedrängt wurde. Im Gegensatz zu seinem Trienter Amtskollegen Celestino Endrici, einem italienischen Nationalisten, der sich in seiner damals noch über halb Südtirol erstreckenden Diözese für das Dableiben stark

machte, empfahl Geisler seinen Geistlichen absolute Neutralität, um dann schließlich am 25. Juni 1940 selbst für Deutschland zu optieren. In Brixen wirkte aber auch Hans Egarter, der im AndreasHofer-Bund auf verlorenem Posten für das Dableiben kämpfte. Und in Brixen war auch im ehemaligen Hotel Tirol (heute Volksbank) eine Zweigstelle der Amtlichen Deutschen Einwanderungs- und Rückwanderungsstelle (ADEuRST) untergebracht, einer Unterorganisation der SS, die für die Abwicklung der Option zuständig war. Hier tagte auch die Wertfestsetzungskommission, die die Immobilien der Auswanderer zu schätzen hatte. Der Geschichtsverein Brixen und die Schützenkompanie Peter

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Mayr haben dieser dramatischen Epoche der Südtiroler Geschichte aus Anlass des 80-Jahr-Gedenkens eine Ausstellung gewidmet, die vom 19. Oktober bis zum 9. November in der Galerie AdlerArt in der Adlerbrückengasse zu sehen ist. Anhand von zahlreichen Fotos, Dokumenten und Schriften werden die Ereignisse von damals nachgezeichnet. Die Absicht der Ausstellung ist nicht, Wertungen vorzunehmen, sondern die damaligen Ereignisse möglichst objektiv zu schildern und die Besucher der Ausstellung zum Nachdenken anzuregen. Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr. Hartmuth Staffler Leserbriefe an: echo@brixner.info


Foto: Oskar Zingerle

Das neue Jugendkulturzentrum „Astra“ wird im November den Betrieb aufnehmen

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BRIXEN

Junge Kultur greift nach den Sternen Das neue Jugendkulturzentrum im sanierten und erweiterten ehemaligen Astra-Kino ist am 18. September erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Entstanden ist eine vielseitige „Hardware“, und man darf gespannt sein, mit welcher „Software“ sie künftig bespielt werden wird.

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or rund zehn Jahren wurde in Brixen im Rahmen der offenen Jugendarbeit eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich damit befasst hat, ob Brixen ein Zentrum für „junge Kultur“ bräuchte. „Man war der Meinung, dass es in diesem Bereich noch viel ungenutztes Potenzial gäbe“, berichtet SVPGemeinderat Ingo Dejaco, der das gesamte Projekt von Anfang an maßgeblich begleitete und im Auftrag der Gemeindeverwaltung koordinierte. Die erste Machbarkeitsstudie geht auf das Jahr 2010 zurück, die dem Standort des ehemaligen Astra-Kinos ein gutes Zeugnis in Bezug auf den urbanistischen Kontext ausstellte. Die darauf aufbauenden Planungsarbeiten wurden in Form eines partizipativen Prozesses in Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzergruppen gestaltet. Die Ideen und Vorstellungen waren vielfältig, und dementsprechend ist eine vielseitige und gut ausgestattete

Struktur entstanden. Architekt Matteo Scagnol zeigte sich bei der Präsentation erfreut darüber, dass ein historisches Gebäude, das zu einer Zeit entstanden ist, in der sich Jugendliche nicht frei äußern durften, nun wiederum Jugendlichen zur Verfügung gestellt wird – mit der Möglichkeit, mit freien Ausdrucksformen zu experimentieren. So manche am Planungsprozess beteiligte Jugendliche hätten sich gewünscht, das Jugendkulturzentrum auch selbst führen und verwalten zu dürfen. Diesen Freiraum konnte die Gemeinde dann allerdings doch nicht gewähren angesichts der teuren und technisch bestens ausgestatteten Infrastruktur.

Synergien mit Forum Brixen. Verwaltet wird das Jugendkulturzentrum von den Stadtwerken Brixen, deren bestehender Dienstleistungsvertrag für das Forum auf das Astra ausgeweitet wird – eine durchaus sinnvolle Strategie: Die

Stadtwerke haben durch das Forum inzwischen Kompetenz in der Führung, Wartung und Instandhaltung von derlei Infrastrukturen, sowohl aus technischer wie aus Sicht der Verwaltung. Genutzt werden kann das Astra übrigens nicht nur von Jugendorganisationen, sondern auch für verschiedenste Veranstaltungen mit oder ohne Gewinnabsichten. Welche Nutzungstarife für welche Nutzergruppen fällig werden, muss erst festgelegt werden. Ab 1. November wird eine Person mit der Koordination des Astra beauftragt werden; das Auswahlverfahren läuft bereits. Außerdem werden die Stadtwerke ein Gremium mit beratendem Charakter einsetzen, das die Tätigkeit im Astra koordinativ überblicken soll.

Drei Kernelemente. Ingo De-

jaco fasst die Bestimmung des Zentrums auf drei Kernelemente zusammen: Wichtigstes Element und Markenkern soll eine offene und niederschwellige Struktur

sein, die junger, experimenteller Kultur Raum gibt. Zum zweiten soll Bewährtes darin Platz finden, etwa im Film-, Theater- und Musikbereich. Und ein dritter Aspekt ist die Rolle in der Vernetzung – sowohl innerhalb der Kulturlandschaft Brixens mit seinen Vereinen, aber auch über Brixen hinaus im Bereich der jungen Kultur landesweit und darüber hinaus. Derzeit sind noch die Arbeiten zum Bau der Unterführung vom Astra zum Parkhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Gange. Sobald auch diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann der Eingangsbereich zum Jugendkulturzentrum definitiv gestaltet und ein offizieller Eröffnungsakt veranstaltet werden. Die Kosten für das gesamte Projekt betragen 2,5 Millionen Euro. Land und Gemeinde übernehmen die Finanzierung je zur Hälfte. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 15


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Am Aktionstag der OJA ließ man sich die Laune auf dem Brixner Domplatz auch vom Regen nicht verderben

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BRIXEN/SÜDTIROL

Oh ja, Jugend zählt! Der Tag der Offenen Jugendarbeit fand in seiner zweiten Auflage am 6. September in Brixen auf dem Domplatz statt. Unter freiem Himmel wurden verschiedene für Jugend relevante Stationen eingerichtet, um junge Menschen niederschwellig zu erreichen und um die Arbeit der Offenen Jugendarbeit sichtbar zu machen.

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eute jung sein? Das Beste überhaupt, denken viele. Schon falsch. Noch nie stand Jugend so im Fokus, noch nie wurde ihr so viel Aufmerksamkeit geschenkt, ihr so viel Bedeutung beigemessen wie in unserer Gegenwart. Es hat aber auch noch nie eine Zeit gegeben, in der Jugend einen derartigen Vertrauensvorschuss genoss. Das mag unserem modernen Leben in einer sich rasant verändernden digitalen Welt geschuldet sein, in der sich die Jugend naturgemäß schneller zurechtfindet. Das mag aber auch daran liegen, dass wir es uns in unserer Wohlstandsgesellschaft leisten können, unseren Kindern die besten Startbedingungen und Ausbildungsmöglichkeiten für ein erfolgreiches Leben zu bieten. Der Preis, den die Jugend zahlt, sind hohe an sie gestellte Erwartungen. Diese Tatsache setzt unter Druck und stellt junge Menschen vor Herausforderungen, die Organisation und Vernetzung verlangen – nicht zuletzt deshalb, um bei dieser Fülle an Angeboten und Chancen nicht durchs Raster zu fallen und den Überblick zu verlieren.

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Hier bei Bedarf korrigierend einzugreifen ist das Ziel der Offenen Jugendarbeit (OJA), des Dachverbands der Jugendtreffs, Jugendzentren und Jugendkulturvereine. Wie das zu bewerkstelligen ist, wollten wir uns genauer ansehen und machten uns am 6. September auf zum Aktionstag der OJA auf dem Brixner Domplatz.

Am Domplatz. Der Wind zaust

in meinen Haaren, der Regenschirm liegt griffbereit in meiner Tasche. Das Wetter will nicht recht mitspielen an diesem Freitagnachmittag, schließlich bleibt uns auch der Regen nicht erspart. „Den Kletterturm haben wir am späten Vormittag schweren Herzens abgesagt“, gesteht Maria Karnutsch, Ansprechpartnerin für inhaltliche Fragen im „netz – Offene Jugendarbeit“, aber man lasse sich die Laune auch vom Regen nicht verderben. Zu aufwändig war die Organisation, zu wichtig ist dieser Aktionstag für die OJA. „Nach unserem ersten Aktionstag, den wir im Vorjahr in Bozen organisierten, haben wir Fragebögen zu künftigen Zielen und Wünschen verteilt. Ganz klar trat zutage, dass wir diesen Aktionstag in der gemeinsamen Form an einem öffentlich

zugänglichen Platz wiederholen wollen, dass wir uns präsentieren wollen, dass wir zeigen wollen, was wir machen.“

Im Netz. Der Verband wurde im

Jahr 2001 als „netz – Netzwerk der Jugendtreffs und -zentren“ gegründet und ist seit 2002 in der Liste der ehrenamtlich tätigen Vereine eingetragen. „Der Dachverband entstand auf Initiative von engagierten Personen mit dem Ziel, die Interessen der Jugendtreffs, Jugendzentren sowie Jugendkulturvereine landesweit zu vertreten und die Offene Jugendarbeit sichtbar zu machen und sie in Südtirol besser zu vernetzen“, erzählt „netz“-Präsident Robert Perathoner. Südtirolweit sind heute über 150 Leute beruflich in der OJA tätig; hinzu kommen die meist sechsköpfigen ehrenamtlichen Vorstände in den einzelnen Einrichtungen. Regelmäßige landesweite Netzwerktreffen dienen dem Austausch und der fachlichen Weiterentwicklung. Ein Netzwerktreffen galt sodann auch der Motto-Findung für den Aktionstag 2019.

Das Motto. Man entschied sich schließlich für das Motto „You(th)

matter(s). „Dieses Motto hat zwei Bedeutungen, einmal ‚Du bist wichtig‘ und gleichzeitig ‚Jugend ist wichtig‘.“ Das Motto sei aus der Überlegung heraus entstanden, dass es heute viele Herausforderungen von globaler Brisanz zu bewältigen gelte, „die vor allem die neue junge Generation zu meistern hat“. Ihr Elan und ihre Fantasie sind für innovative Lösungen nötig, aber genauso auch die Erfahrung der älteren Generation. Deshalb ist es wichtig, dass Jugendliche und Erwachsene sich gemeinsam einbringen, dass wir einander nicht als Teile der Gesellschaft sehen, sondern dass wir alle gemeinsam Gesellschaft sind“, hebt Maria Karnutsch hervor. „Wenn wir gemeinsam gestalten, kann unser Kreativitätspotential voll ausgeschöpft werden, und dann können wir auch Herausforderungen, die uns unsere Zeit stellt, besser meistern.“ War das Motto gefunden, galt es auch, dem Schlagwort der OJA gerecht zu werden: Vielfalt. „Wir wollten den Platz bunt und vielfältig gestalten, also haben wir verschiedene themenbezogene Stationen eingerichtet, um Einblick zu geben in die Alltagsrealitäten und die Lebenswelten der


Jugendlichen, der Jugendarbeiter und der ehrenamtlichen Verantwortungsträger der Jugendtreffs, Jugendzentren und Jugendkulturvereine.“

Unter freiem Himmel. Um sich

zu informieren, aber auch um sich einzubringen und mitzugestalten, hat man für die Besucher auf dem Brixner Domplatz ein kleines „Jugendzentrum“ aufgebaut mit Jugendcafé, einer Musik- und Kulturecke, einer Medienecke, einem offenen Treffpunkt, einem Kreativlabor, einem Bereich für geschlechtersensibilisierende OJA und einem Bereich für die Begleitung junger Menschen. Ausgerüstet mit Regenschirm und wärmender Jacke, wagen wir einen Rundgang durch das Jugendzentrum unter freiem Himmel. Neben den Info-Ständen und jenen, wo man Ideen einbringen und Wünsche deponieren kann, gibt es auch noch jede Menge Handgreifliches. An einem Stand konnte Schokolade aus Fairem Handel selbst hergestellt und Apfelsaft selbst gepresst werden, an einem wurden Schlüsselanhänger, Buttons und Kopfhörer-Halterungen gebastelt. Zur Stärkung gab es Couscous und Smoothies. Wer mochte, konnte gar einen Lebensparcours absolvieren oder verschiedenste Lebens- und Liebensformen erkunden. Das Highlight war aber unangefochten das Konzert bis in die Nachtstunden mit zwei jungen Songwriterinnen und zwei Bands, wovon eine bereits im Anschluss an die Pressekonferenz den Brixner Domplatz zum Rocken brachte.

Die zweite Auflage. Auf der

Suche nach einem geeigneten Standort für die zweite Auflage des Tages der OJA war Brixen schnell gefunden. „Ich habe gleich eingewilligt, das ‚netz‘ bei der Umsetzung des Aktionstages hier in Brixen so gut wie möglich zu unterstützen“, versichert Mitorganisator Patrick Faller, Jugendarbeiter vom Kassianeum und vom Kulturverein „Astra 2.0“. Auch von den Brixner Gemeindevertretern wurde der Aktionstag auf allen Ebenen unterstützt, denn in Brixen sei man sich, betont Bürgermeister Peter Brunner, „über die Wichtigkeit der Themen Jugend und Jugendarbeit sehr wohl bewusst, da die Zukunft einer Gemeinde stark davon abhängt, wie Jugendliche sich dort entfalten können und welche Zukunftsperspektiven ihnen geboten werden“.

Herausforderung heute. In den

neunziger Jahren, zur Zeit der Anfänge der OJA, waren es noch konkrete Räume, die eingefordert wurden. „In der Anfangszeit kam es öfter zur Rebellion: Räume wurden besetzt, Strukturen wurden

ein Gesellschaftsthema und kein reines Jugendthema“. OJA richtet sich an alle Jugendlichen ab einem Alter von elf Jahren, ohne Bindung an eine Szene, eine Kultur oder an eine Gruppe. „Der niederschwellige Ansatz ist

Jugendliche, und die OJA begegnet der Gesellschaft“, so Robert Perathoner, aber ebenso sei es ein Tag der Vernetzung – zum Beispiel mit dem Haus der Solidarität, der Organisation für eine solidarische Welt, den Südtiroler Weltläden,

„Die Offene Jugendarbeit ist Jugendlichen gegenüber erwartungsfrei und ein Stück weit bedingungslos“_ Maria Karnutsch, Mitarbeiterin im „netz – Offene Jugendarbeit“ gefordert und Einrichtungen.“ Mittlerweile gibt es in nahezu jeder Gemeinde ein Jugendzentrum oder einen Jugendtreff. Heute gehe es nicht mehr um den Raum als Struktur, denn „heute suchen Jugendliche nach einem metaphorischen Raumangebot, zum Beispiel über die virtuellen Räume oder über einen Treffpunkt im Freien. Vor allem aber suchen Jugendliche – und das ist nach wie vor gleichgeblieben – Beziehung. Das war und ist immer Thema in der OJA. Jugendliche suchen eine Beziehung zu einer Person, der man alles erzählen kann, außerhalb von Familie und Schule, wo man sich weiterentwickeln kann, wo man einfach auch mal ‚sein‘ darf, ohne etwas ‚leisten‘ zu müssen“. Dafür müsse weder eine Sprache beherrscht werden, noch müsse man ein Sport-Ass sein oder sei eine Mentalität zu verfolgen, wie es bei anderen Traditionsverbänden ist – und das sei das große Plus der OJA. „Erwachsene meinen zu oft, man muss immer Wege vorgeben, damit Jugend perfekt funktioniert. Wichtig ist aber genauso das Chillen, das Abhängen, denn da entsteht sehr viel Kreativität, und das wiederum bringt Innovation. Zeit für Muse und Zeit für Vertrauen sind ganz wichtig, ohne gleich Leistung zu fordern. Die OJA ist hier erwartungsfrei und ein Stück weit bedingungslos.“ Eine Herausforderung in den Jugendzentren und -treffs sei dagegen immer wieder der Umgang mit Suchtmitteln, „wobei Alkohol zurzeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Probleme kennen wir vermehrt mit stoffungebundenem Suchtverhalten, wie extreme Sportausübung oder intensive Beschäftigung mit den digitalen Medien“, weiß Maria Karnutsch. Drogen seien natürlich immer ein Thema, die OJA arbeite hier schon seit Jahren sehr präventiv und sensibilisierend, „aber letztlich sind Alkohol und Drogen

für uns wesentlich, um alle zu erreichen, auch bildungsferne und sozial schwache Schichten.“ Genauso wesentlich ist der OJA die Mitgestaltung und das Einbringen der Jugendlichen selbst, um auf Bedürfnisse rasch reagieren zu können. Flexibilität und Professionalität sind somit von Seiten der Jugendarbeit gefordert.

Begegnung & Netzwerk. Neben

dem Wunsch, die Arbeit der OJA öffentlichkeitswirksam sichtbar zu machen, stand der Tag der OJA in Brixen vor allem auch unter dem Zeichen der Begegnung: „Es begegnen sich Erwachsene und

dem Kulturverein Astra. Auch die Kontakte mit den Netzwerkpartnern, der Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, das Forum Prävention, das Jugendhaus Kassianeum und der Südtiroler Jugendring, seien sinnvoll. Wichtig ist der OJA aber genauso die Vernetzung mit der Politik und der Landesverwaltung, denn nur damit kann die Einbindung und Befähigung der Jugendlichen durch die Gesellschaft gelingen − die Voraussetzung, damit es nicht allein beim Motto bleibt: Jugend ist wichtig! Du bist wichtig! sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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INTERVIEW

Politik & Gesellschaft

„Den Patienten ganzheitlich verstehen“ ADOLF ENGL war 31 Jahre lang Hausarzt in Brixen, bis er vor einigen Wochen in den Ruhestand ging. Er bezeichnet diesen Ruhestand lächelnd als „Halbpension“, denn aktiv bleibt er nach wie vor. Im Gespräch mit dem „Brixner“ erfahren wir seine Einschätzung darüber, was im Südtiroler Gesundheitssystem gut läuft – und auch, wo es Handlungsbedarf gibt. Dr. Engl, Ihr Rückzug als Hausarzt ist für viele Patienten überraschend gekommen. War das der richtige Zeitpunkt? ADOLF ENGL: Diese Entscheidung habe ich in großer Klarheit und ziemlich schnell getroffen, und in diesem Sinn war es für mich der richtige Zeitpunkt. Der Rückzug aus unserer Gemeinschaftspraxis erfolgt in einem Moment, in dem ich das Gefühl habe, dass alles ziemlich gut funktioniert. Unsere Gemeinschaftspraxis hat mir immer viel Rückhalt gegeben

und viel Freude bereitet; wir hatten immer ein gutes Klima. Auch meine eigene kognitive Leistungsfähigkeit war noch nicht abgesunken. Grundsätzlich hatte ich aber das Gefühl, dass ich insgesamt einfach zu viel zu tun hatte, und ich wollte einen Schnitt machen, damit ich mehr Zeit für mich habe und für die Tätigkeiten, die mir sonst noch bleiben. Sie sind 66 Jahre jung; ist das das ideale Pensionsalter bei Hausärzten?

Apfelfest

13.10. in Natz

n mit den Gruppen ab 10.00 Uhr Frühschoppe „Natzner Böhmische“ und „Baumgartner Duo“ 14.00 Uhr

Großer Festumzug

15.30 Uhr

Konzert „Die originalen Zillertaler“

Um in den Ruhestand treten zu können, muss man mindestens 35 Dienstjahre haben. Ich habe 36 Dienstjahre; für die volle Pension hätte ich aber noch zwei Jahre arbeiten müssen. De facto gehe ich in „Halbpension“, weil ich weiterhin einen Tag pro Woche im Bürgerheim die Senioren im Wohnbereich betreue – im Team mit drei weiteren Ärzten. Das ändert sich also nicht, weil ich schon vorher auf diese Weise tätig war. Außerdem bin ich nach wie vor Präsident im Institut für Allgemeinmedizin an der Claudiana in Bozen, das vom Assessorat für Gesundheitswesen vor einem Jahr gegründet wurde und praktisch ein Nachfolger der Südtiroler Akademie für Allgemeinmedizin ist. Die Patienten werden aber Ihre Entscheidung mit Enttäuschung aufgenommen haben. Hat der Wechsel zu Ihrer Nachfolgerin gut funktioniert? Es war mir ein sehr wichtiges Anliegen, diesen Wechsel optimal zu organisieren. Ich hatte das Glück, eine Nachfolgerin zu finden, die sehr gut ausgebildet ist und auch menschlich meinen Vorstellungen entspricht, und ich hoffe, dass meine Patienten dies genauso sehen. Froh bin ich auch darüber, dass ein „fliegender Wechsel“ möglich war: Meine Patienten sind direkt an Dr. Beatrice Traverso übertragen worden. Sie stammt aus Ferrara, hat sich in Bologna zur Allgemeinmedizinerin ausgebildet. Vor allem aber hat sie viel praktische Erfahrung mit Vertretungen; sie hat auch längere Zeit in Hospizen gearbeitet. In den vergangenen fünf Jahren arbeitete sie im Brixner Krankenhaus. Vor einiger Zeit war es in Bruneck beim Abschied von einem Hausarzt zu ziemlich chaotischen Umständen gekommen,

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weil die Patienten für sich einen neuen Hausarzt wählen mussten. Warum ist der Wechsel hier anders organisiert worden als in Bruneck? Der Sanitätsbezirk hat auf die Erfahrungen von Bruneck reagiert. Es spricht vieles dafür, bei der Verabschiedung eines Hausarztes die Patienten en bloc auf den Nachfolger zu übertragen; die Praxis bleibt dieselbe, Kontinuität wird gewährleistet. Aus Patientensicht wäre dies generell sinnvoll, denn jeder Bürger ist ja nicht verpflichtet, beim zugeteilten Arzt zu bleiben. Fakt ist, dass die Wahlmöglichkeit bei uns in Brixen sehr eingeschränkt ist, denn ich bin ja bereits der vierte Hausarzt, der in den Ruhestand tritt. Für zwei dieser Hausärzte hatte man das Problem der Nachfolge mit einer provisorischen Beauftragung lösen müssen, weil kein direkter Nachfolger zur Verfügung stand. Bei mir war es deshalb anders, weil Dr. Traverso sich zur Verfügung gestellt hat, in der Praxis meinen Platz einzunehmen. Ist das von Ihnen genannte Institut für Allgemeinmedizin inzwischen Teil des Südtiroler Sanitätsbetriebes? Nein, es ist Teil der Fachhochschule Claudiana. Das Institut für Allgemeinmedizin ist der Fachhochschule für Gesundheitsschule gleichgestellt, hat einen eigenen Institutsrat und veranstaltet einerseits die dreijährige Ausbildung für Hausärzte und andererseits Forschung. Derzeit haben wir 51 Ärzte in Ausbildung. Man hört immer wieder, dass es südtirolweit einen Mangel an Hausärzten gibt. Ist Ihr Institut eine Reaktion auf diese Situation?


Foto: Oskar Zingerle

Dr. Adolf Engl: „Ich hatte das Glück, eine Nachfolgerin zu finden, die sehr gut ausgebildet ist und auch menschlich meinen Vorstellungen entspricht“

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Nicht unbedingt, denn vorher hatte die Akademie für Allgemeinmedizin diese Aufgabe übernommen. An den Aufgaben hat sich also nichts Wesentliches geändert, aber durch die Beteiligung des Landes gibt es endlich Planungssicherheit. Den Hausärztemangel gibt es also nach wie vor, die Pensionierungswelle rollt massiv. Wie viele Hausärzte gibt es in Südtirol?

dizin und kehren dann aber nicht zurück in ihre Heimat. Warum? Es gibt mehrere Gründe. Die Ausbildung zum Hausarzt machen viele nicht bei uns, weil sie im Ausland sofort einen Arbeitsvertrag bekommen – schnell und ziemlich unbürokratisch. Bei uns ist das derzeit nicht möglich: In Italien bekommen die Auszu-

italienischen Regionen in Bozen ausbilden, aber im Vergleich zum Ausland für Südtiroler zu unattraktiv. Hängen die genannten Rahmenbedingungen für Jungärzte von Bozen ab oder von Rom? Primär hängen sie von Rom ab. In Italien ist die Facharztausbildung völlig universitätszentriert; das ist ganz sicher nicht mehr zeitgemäß.

Manchmal wird uns Ärzten unterstellt, wir dürften aus Kostengründen bestimmte Leistungen gar nicht erbringen – das ist natürlich Unfug“_ Dr. Adolf Engl Es sind 380, von denen mehr als hundert demnächst in den Ruhestand treten. In unserem Institut kommen übrigens leider weniger als ein Viertel der auszubildenden Ärzte aus Südtirol; die jungen Südtiroler Kollegen studieren meist im Ausland Me-

bildenden ein Stipendium und keinen Arbeitsvertrag. Das hat unter anderem zur Folge, dass sie sich selbst rentenversichern müssen. Das Stipendium ist in Südtirol zwar wesentlich höher als in Restitalien, weshalb wir viele Ärzte aus den verschiedenen

Die Ausbildung zum Hausarzt erfolgt hingegen in eigenen Schulen; ein Institut für Allgemeinmedizin gibt es nur in Südtirol. Wo kommen die auszubildenden Ärzte am Institut für Allgemeinmedizin der Claudiana her?

Weniger als ein Viertel kommt aus Südtirol, der Rest aus ganz Italien. Letzte Woche haben zum Beispiel zwei Sizilianerinnen die Abschlussprüfung bestanden. Beide wollen übrigens in Südtirol bleiben. Sie wollen sich hier niederlassen, haben mittlerweile den Zweisprachigkeitsnachweis. Eine der beiden will interessanterweise unbedingt in einer Landgemeinde arbeiten. Das sind durchaus interessante Perspektiven, die ich sehr positiv bewerte. Gleichzeitig müssen wir eben leider feststellen, dass Südtiroler Jungärzte bei uns Mangelware sind. Sie kommen nicht zur Ausbildung und sie kommen auch nach einer Ausbildung im Ausland nicht nach Südtirol zurück. Das ist auch deshalb kein Wunder, denn die Gründung einer eigenen Praxis ist zu schwierig, wird zu wenig gefördert. Ein junger Hausarzt, der eine eigene Praxis eröffnet, hat am Anfang natürlich nicht besonders viele Patienten, muss aber die Praxis anmieten, eine Praxismitarbeiterin einstellen, Geräte zur Diagnostik erwerben. Das ist für viele Jungärzte eine 19


Gerade der Start einer Praxis ist für den jungen Hausarzt also ziemlich kostenintensiv. Ja, genau. Das ist ein großer Hemmschuh hier bei uns. Schauen Sie, mehr als die Hälfte aller Südtiroler Hausärzte haben keine Praxismitarbeiterin, weil sie diese Kosten nicht tragen können oder wollen. Damit ist der Hausarzt selbst extrem gefordert, was dann oft zu Überarbeitung führt – ganz unabhängig davon, dass er weniger Zeit für seine Kernaufgabe hat, die Betreuung der Patienten. Das ist auch deshalb gravierend, weil die Bürokratie extrem zugenommen hat. Wird dies im benachbarten Ausland anders gehandhabt? Im Ausland werden die Jungärzte geradezu geködert – sowohl die Allgemeinmediziner als auch die Fachärzte für Krankenhäuser. Das geht oft soweit, dass man ihnen sogar bei Unterzeichnung eines längerfristigen Arbeitsvertrages eine Wohnung überschreibt. Außerdem gibt es in Deutschland das Berufsbild der Praxismitarbeiterin mit eigenen Schulungen.

Sie haben die Kompetenz, den Hausärzten sehr viel Arbeit abzunehmen. Unser Institut hat schon vor einer Weile den Vorschlag unterbreitet, einen Lehrgang für Praxismitarbeiterinnen durchzuführen. In Südtirol spricht man schon seit vielen Jahren von einer Aufwertung der Allgemeinmedizin – passiert ist aber leider nicht viel.

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Hürde, die sie oft nicht nehmen können. Es gibt keinerlei Starthilfe, wie es sie zum Beispiel für Jungunternehmer gibt. Was kaum jemand weiß: Der Hausarzt ist ja im Grunde ein Unternehmer, der mit dem pauschalen Beitrag pro eingeschriebenen Patienten, den er vom Sanitätsbetrieb bekommt, sämtliche Kosten für Miete, Personal und Gerätschaften selbst finanzieren muss. Wir bekommen aber keinerlei Vergütungen für Laborbefunde, weder für ein EKG, eine Ultraschall-Untersuchung oder eine Harnuntersuchung. Für Praxismitarbeiterinnen bekommen wir nur einen minimalen Beitrag.

Was müsste die Politik tun? Eine Lösung kann nur über Investitionen erfolgen. Das heißt nicht, dass das Honorar steigen muss, aber die Kosten für Praxismitarbeiterinnen oder Krankenschwestern sowie die Investitionen in Instrumentaldiagnostik wie Ultraschallgeräte oder Laboruntersuchungen müssten im Interesse der Patientenversorgung unbedingt erheblich stärker gefördert werden als es heute der Fall ist. Wenn Ihr Institut zum Großteil von Jungärzten aus Italien besucht wird – führt dies nicht zu einer „Italianisierung“ der Hausärzteschaft? Ja, das ist so – und betrifft nicht nur die Hausärzte, sondern vor allem auch die Krankenhausärzte. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass ein Jungarzt einen Sprachtest bestehen muss, um bei unserem Institut ausgebildet zu werden. Ein minimales Sprachverständnis der deutschen und italienischen Sprache ist also Voraussetzung. Dieser Sprachtest ist übrigens der Grund, warum wir kaum Jungärzte aus dem deutschsprachigen Ausland haben: Sie haben meist keine Italienischkenntnisse. Die positive Erfahrung des letzten Lehrganges war aber, dass sich alle Ärzte sehr bemüht haben, im Laufe der Ausbildung Deutsch zu lernen und die Zweisprachigkeitsprüfung zu absolvieren.

THEOLOGIE & PHILOSOPHIE IM KONTEXT

Dr. Adolf Engl: „Südtirol wird an einem neuen Ausbildungsmodell, zum Beispiel eine von öffentlicher Hand getragene Privatuniversität, nicht herumkommen“

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So gesehen wäre es im Sinne der Patienten, wenn Südtirol die Sanität autonom verwalten dürfte, um in ihren Entscheidungen nicht von Rom abhängig zu sein? Ja, das ist so. Die italienische Gesetzgebung ist auf diesem Gebiet sehr rigide und schwierig, und sie orientiert sich sehr wenig an den derzeitigen Notwendigkeiten. Das ist ganz sicher ein großes Problem. Für mich ist es unverständlich, dass man in Vergangenheit von politischer Seite nicht alles un-

ternommen hat, um zumindest wichtige Teilkompetenzen nach Südtirol zu holen. Wenn wir einen Zauberstab hätten: Welche Schritte müsste man setzen, damit Südtiroler Jungärzte nach ihrer Ausbildung im Ausland wieder vermehrt in ihre Heimat zurückkehren? Die Niederlassungen müssen erheblich stärker gefördert werden, es braucht Investitionen in die Allgemeinmedizin. Meines Wis-

ESOTERIK

EINE ALTERNATIVE ZUR RELIGION? Vorträge für Interessierte an der Phil.-Theol. Hochschule Brixen:

17. Oktober 2019

24. Oktober 2019

Prof. Paul Renner

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Einführung in Begriffe und Praxis der Esoterik

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jeweils von 14.00 bis 16.30 Uhr. INFOS/ANMELDUNG > www.hochschulebrixen.it/ Tel. 0472 271 120 / annimi@hs-itb.it

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sens bereitet Landesrat Thomas Widmann gerade ein entsprechendes Paket vor; ich bin gespannt, wie es aussehen wird. Es geht aber nicht nur um Geld: Jungärzte wollen nicht nur Theorie, sondern in die Praxis eintauchen; schon während des Studiums wollen sie den direkten Kontakt zu Patienten. Im Ausland hat man darauf entsprechend reagiert, und die Hausarztpraxen bieten sich dafür natürlich an, weil hier der Patientenkontakt am intensivsten ist. An den Universitäten in Italien wird ausschließlich die Facharztmedizin vermittelt, die Allgemeinmedizin existiert hier gar nicht. Im Ausland gibt es bei jeder medizinischen Fakultät auch eine universitäre Abteilung für Allgemeinmedizin. Es gibt eine Reihe von Modellen, die in den verschiedenen Staaten bereits erfolgreich durchgeführt werden und die man auf Südtirol übertragen könnte.

Die Situation ist etwas anders, aber im Grunde ähnlich. Der Ärztemangel ist in ganz Italien etwas geringer, weil die Auszubildenden ja normalerweise in Italien studieren und hier dann auch arbeiten wollen. Kann man erklären, warum es europaweit plötzlich zu wenig Ärzte gibt? Das ist in der Tat eine interessante Frage, weil die Ausbildungsplätze im Vergleich zu früher ja nicht abgenommen haben. Eine Rolle spielt ganz sicher die Demographie: Sehr viele Ärzte haben ungefähr mein Alter – es gab also vor 40 Jahren offenbar einen richtigen Boom an Jungärzten, die nun alle in den Ruhestand treten. Außerdem hat sich auch bei Ärzten der Sinn für Work-LifeBalance verändert: Junge Ärzte sind vielfach nicht mehr bereit,

„Was mit wenig Aufwand erreicht werden kann, wird mit viel Aufwand vergeblich versucht“_ Dr. Adolf Engl Was kann man tun, um den generellen Ärztemangel zu reduzieren? Die Anzahl der Studienplätze muss unbedingt erhöht werden. In Österreich gibt es eine Aufnahmeprüfung, die ziemlich schwierig ist, weil die Anzahl der Studienplätze sehr beschränkt ist. Es treten sehr viele Studenten an, was eigentlich bedeutet, dass das Interesse an einem Arztberuf sehr groß ist. Südtirol wird an einem neuen Ausbildungsmodell, zum Beispiel eine von öffentlicher Hand getragene Privatuniversität, nicht herumkommen. Südtiroler Studenten könnten hier bevorzugt behandelt werden. Nordtirol hat ja bereits bestehende Ausbildungsstrukturen ... Ja, aber das ist zu wenig. Naheliegend wäre es, wenn sich Nordtirol und Südtirol zu einem gemeinsamen Modell zusammentun würden. In Nordtirol hat es entsprechende Bestrebungen bereits gegeben. Ist die Situation im Trentino ähnlich? Ich frage deshalb, weil dies ja theoretisch ein EuregioProjekt werden könnte.

so viele Stunden zu arbeiten, wie wir es taten. Außerdem gibt es neue Regelungen, die besagen, dass Ärzte keine Überstunden mehr machen dürfen. Ebenfalls spannend ist zu beobachten, dass die Medizin weiblich geworden ist: Bei uns im Institut sind 70 Prozent weibliche Jungärzte. Wenn diese in Mutterschaft gehen, müssen sie sich für diese Zeit eine Vertretung organisieren. Das ist auch der Grund, warum vor allem Gemeinschaftspraxen besonders gefördert werden müssten, denn in Gemeinschaftspraxen ist die zeitweilige Vertretung eines Arztes etwas leichter zu organisieren. Das Institut für Allgemeinmedizin beschäftigt sich auch mit Forschung. In welchen Bereichen? Jedes Fachgebiet definiert sich aus Forschung und Lehre, und dementsprechend ist Forschung auch in unserem Institut sehr bedeutend. Da praktisch jeder in Südtirol Wohnhafte einem Hausarzt zugewiesen ist, gibt es eine Unmenge von Daten, die im Bereich der allgemeinmedizinischen Versorgung bisher nur in sehr geringem Ausmaß ausgewertet wurden. Epidemiologisch und


Wir waren zum Beispiel Partner bei einem großen EU-Projekt, bei dem es um Vielfachbehandlungen ging: Welche Medikamente „vertragen“ sich eigentlich bei über 75-Jährigen? Wir haben dazu eine Software entwickelt, bei dem ein Arzt per Mausklick herausfinden kann, welche Medikamente in dieser Altersgruppe gemeinsam ohne Probleme eingenommen werden können und welche nicht. Die Hausärzte brauchen in einer immer komplexeren Welt diese Entscheidungshilfen, die aus breiten Erfahrungswerten resultieren.

Kann ein Patient überversorgt werden?

Das ist ohne Zweifel der direkte Patientenkontakt und die lange Beziehung zum Patienten, wobei man zugeben muss, dass Langzeitbeziehungen hin und wieder auch ihre Schwierigkeiten haben können. Was mich immer gereizt hat, ist, die Probleme des Patienten ganzheitlich zu verstehen – problemorientiert und patientenzentriert. Man spricht vom biopsycho-sozialen Modell: In die biologische muss man immer auch

Ja, natürlich. Ein überversorgter Patient erfährt ein Zuviel an Instrumentaldiagnostik und Medizin. Ein unterversorgter Patient hingegen erfährt häufig zu wenig soziale Zuwendung und Kommunikation. Die Erkenntnisse der Forschung sind in diesem Sinn extrem wichtig – auch als Entscheidungshilfe für die Politik.

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

statistisch ist eine Auswertung dieser Daten aber extrem spannend, vor allem auch im Zeitvergleich. Unsere Forschung beschäftigt sich zum Beispiel mit der Frage, wie wissenschaftliche Ergebnisse in die Praxis transferiert werden können. Vor allem spannend ist dabei die Frage, welche Behandlungen überhaupt sinnvoll sind – zum Beispiel bei Patienten, die über 80 sind. Für diese Altersgruppe gibt es kaum wissenschaftliche Studien, an denen sich ein Arzt orientieren kann. Sehr viele haben Mehrfacherkrankungen, was eine Riesenherausforderung ist. Es gilt, eine Balance zu finden zwischen Überversorgung und Unterversorgung.

Was ist eigentlich das Schöne am Beruf des Hausarztes?

- Feierliche Gestaltung der Liturgien durch das Kirchenjahr - Kennenlernen anspruchsvoller Chormusik, z. B. großer Orchestermessen - Freundschaft und Gemeinschaftserlebnisse Dies alles kannst du als Mitglied des Domchores erleben. Sänger/innen, die sich dafür interessieren und bei einer Chorprobe mit Domkapellmeister Heinrich Walder dabei sein möchten, haben dazu die Gelegenheit: Wann: am Freitag, 11. Oktober um 20 Uhr Wo: im Kapitelsaal (Probelokal des Domchores) in der Brixner Musikschule Komm zur offenen Chorprobe und stimme mit uns ein. Der Domchor Brixen freut sich auf dich!

Dr. Adolf Engl: „Es ist unverständlich, dass man in Vergangenheit von politischer Seite nicht alles unternommen hat, um zumindest wichtige Teilkompetenzen der Sanität nach Südtirol zu holen“

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die psychische und soziale Seite einfließen lassen. Das Verstehen des Patienten ist die Basis einer jeden guten Diagnostik. Diese Gesamtschau, die bei den Hausärzten noch möglich ist, ist in den Fachbereichen schwer durchhaltbar. Sehr viele Probleme liegen vermehrt im psychischen Bereich. Die moderne Gehirnforschung liefert sehr spannende Ergebnisse, die Psychologie kann man von der Biologie nicht trennen. Ein Satz zur ärztlichen Versorgung ist für mich wesentlich: Was mit wenig Aufwand erreicht werden kann, wird mit viel Aufwand vergeblich versucht. Konkret? Wenn ein Patient mit leichtem Kreuzschmerz zu mir kommt, rate ich ihm nach der Abklärung der Situation oft zu Bewegung, Entspannung und Veränderung des Lebensstils. Wenn er sich daran hält, ist in sehr vielen Fällen das Problem bereits gelöst – ohne Therapie und ohne Medizin. Die Herausforderung dabei ist, den Patienten von diesem Lösungsansatz zu überzeugen. Sie waren seit 1988 Hausarzt in Brixen, waren vorher fünf Jahre

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in Pfalzen tätig. Wie hat sich das Verhalten der Patienten im Laufe der vergangenen 30 Jahre verändert? Ich habe beobachtet, dass die Patienten seit vier oder fünf Jahren vermehrt verunsichert sind. Sie haben Angst, dass ihnen nicht die optimale Versorgung angedeiht. Das ist vor allem eine Folge der Diskussionen, die letzthin in der Öffentlichkeit über das Gesundheitssystem geführt worden sind. Das Gesundheitssystem ist allgemein schwieriger geworden. Die Wartezeiten haben zugenommen, die Versorgung der Patienten ist problematischer als früher. Hat sich der Patient verändert, oder ist das System schlechter geworden? Das Gesundheitssystem hat sich nicht verschlechtert, aber es war nicht in der Lage, sich an die neuen Herausforderungen anzupassen – zum Beispiel an die neuen Regeln zu den Arbeitszeiten der Ärzte in den Krankenhäusern, die logischerweise Engpässe zur Folge hatten. Vor allem die Diskussion über notwendige Einsparungen ist sehr einseitig geführt worden. Es ist sehr schade, dass es zu


lungen in die Praxis kommen. Im Internet nach den eigenen Symptomen zu suchen, ist aber ziemlich fatal: Es löst Ängste aus, stiftet Verwirrung, überfordert den Patienten total. Und der Hausarzt muss diese Verwirrung dann wieder zurechtrücken, was sehr zeitaufwändig ist. Andererseits ist ein informierter Patient, der eine gewisse Gesundheitskompetenz hat, eine große Hilfe – für die praktische Arbeit, aber vor allem für die Prävention. Ich habe Gesundheitsförderung immer als wichtiges Ziel in der Betreuung der Patienten gesehen. Die Allgemeinmedizin muss anders arbeiten als die Facharztmedizin. Zu uns kommen relativ selten Patienten mit schweren Krankheiten; meist sind es leichte Erkrankungen und Beschwerden, die wieder heilen. Im Umgang mit den Patienten braucht es also eigene Methoden, die sich grundlegend von jenen im Facharztbereich unterscheiden. Damit zurechtzukommen ist nicht einfach, aber extrem spannend.

dieser Verunsicherung gekommen ist, weil sie die Arbeit der Hausärzte erschwert. Es braucht mehr Zeit für vertrauensbildende Kommunikation. Manchmal wird uns unterstellt, wir dürften aus Kostengründen bestimmte Leistungen gar nicht erbringen. Das ist natürlich Unfug. Der Patient glaubt seinem Arzt nicht mehr, weil er vermutet, dass gewisse vermeintlich notwendige Leistungen aus Kostengründen „verboten“ sind? Ich wiederhole: Diese Ängste sind vollkommen unbegründet, aber leider verbreitet. Es braucht dementsprechend viel Überzeugungsarbeit. Wenn es ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gibt, das über viele Jahre entstanden ist, tut sich der Arzt leichter, solche Unsicherheiten aus der Welt zu schaffen. Sind Patienten im Laufe der Zeit fordernder geworden? Ich persönlich habe diese Erfahrung nicht gemacht, weil ich immer das Gefühl hatte, die Patienten seien primär an meiner Einschätzung interessiert. Aber von meinen Kollegen höre ich immer wieder, dass Patienten zuerst Dr. Google interpellieren und dann mit klaren Vorstel-

Deftige Freuden

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Fazit ist also, dass das Südtiroler Gesundheitswesen erheblich besser ist als sein Ruf? Ja, aber das heißt nicht, dass es keinen Handlungsbedarf gibt. In den vergangenen Jahren ist sehr viel geredet worden, es sind viele Pläne entwickelt worden, aber an der Umsetzung ist man dann gescheitert. Das hatte zur Folge, dass es nun einen Rückstau an notwendigen Maßnahmen zur guten Weiterentwicklung gibt. Es braucht also Interventionen. Das Südtiroler Modell der Hausärzte finde ich hingegen sehr gut; es funktioniert auch in anderen Ländern wunderbar, zum Beispiel in Skandinavien. Bei uns fehlt es aber an Leistungsanreizen – das muss noch korrigiert werden. Und die Patienten müssen viel mehr Wahlmöglichkeit haben, denn wenn Vertrauen zum eigenen Arzt immer wichtiger wird, muss der Patient auch die Möglichkeit haben, seinen Arzt zu wechseln, wenn dieses Vertrauen abhandenkommt. In diesem Sinn ist die derzeitige Höchstgrenze von 1.500 Patienten, die ja kontinuierlich reduziert worden ist, nicht zielführend. Wenn ein Hausarzt seine Praxis gut organisiert hat, wären 2.000 Patienten überhaupt kein Problem. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft Drei Möglichkeiten, von denen die „gelbe“ bereits aus dem Rennen ist: Die „rote“ führt über die Alte Pustertaler Straße, die „blaue“ müsste aufwändig gebaut werden

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VAHRN

Eins, zwei oder drei? Seit vielen Jahren diskutiert man heftig, wie die Verbindung des übergemeindlichen Radwegs im Bereich von Neustift realisiert werden soll. Nun scheint eine endgültige Entscheidung bevorzustehen.

I

m Zuge der Realisierung des übergemeindlichen Fahrradwegenetzes diskutiert die dafür zuständige Bezirksgemeinschaft Eisacktal schon seit etwa zehn Jahren, wie man Vahrn am besten mit dem Pustertal verbinden könnte. Heute führt der offizielle Radweg etwas umständlich von Vahrn zur Festung Franzensfeste und von dort über Aicha nach Schabs. Mit einer direkten Verbindung über die Schabser Höhe, die viel kürzer wäre, scheiterte man bislang; der Radweg von Vahrn endet derzeit, von Brixen kommend, an der Kreuzung zum Bistro Frischluft bei den Neustifter Tennisplätzen. Vor zwei Jahren kam Bewegung in die Sache, als die Bezirksgemeinschaft in Absprache mit den jeweiligen Gemeinden beschloss, den Radweg ab der nördlichen Zufahrt der Zieglersiedlung bis zur Dorfeinfahrt von Schabs zu errichten, und zwar entlang der Pustertaler Straße auf der Talseite derselben. Dafür musste im ersten Baulos eine Gasleitung der SNAM verlegt werden; diese Arbeiten werden derzeit durchgeführt. Danach können die Bauarbeiten zum Radweg

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ausgeschrieben werden. Bis zur Fertigstellung werden allerdings noch etwa zwei Jahre vergehen.

Der letzte Kilometer. Jetzt geht es nur noch um die Verbindung vom bestehenden Radweg beim Bistro Frischluft bis zur nördlichen Zufahrt der Zieglersiedlung im Bereich des Oberplaiknerhofes – Luftlinie etwas mehr als ein Kilometer. Hierzu scheiden sich allerdings nach wie vor die Geister. Wenn man nach dem derzeitigen Bauleitplan verfahren würde, würde der Radweg westlich vom Kloster Neustift in Richtung Norden verlaufen, um ebenfalls westlich der Zieglersiedlung zum Oberplaiknerhof zu gelangen – auf dem abgebildeten Plan in gelber Farbe gekennzeichnet. „Die Eintragung dieser Trasse in den Bauleitplan erfolgte vor etwa zehn Jahren; damals war das Amt für Raumordnung der Meinung, dass dies die beste Lösung sei“, erinnert sich Bürgermeister Andreas.“ Schatzer, „diese Trasse ist aber nicht mehr aktuell.“ Inzwischen sei man zur Erkenntnis gelangt, dass die Trasse an manchen Stellen viel zu steil sei und

dem vorgeschriebenen Standard der Radwege nicht entspreche. Die zweite Möglichkeit ist, für die Verbindung zwischen Oberplaiknerhof und Frischluft die bestehende Alte Pustertaler Straße zu nutzen – in der Abbildung in roter Farbe gekennzeichnet. Die Straße darf heute im überwiegenden nördlichen Teil nur von den Anrainern befahren werden, die nun auf die Barrikaden gehen. Einer davon ist der ehemalige Bürgermeister von Vahrn, Wilhelm Überbacher: Er hat dem „Brixner“ eine Aussendung übermittelt, in der er auf die Nachteile der „roten“ Trasse eingeht. Unmittelbar nach der Abzweigung von der Landesstraße gebe es einen sehr steilen Abschnitt, vorbei am Staudenmaurerhof, wo fünf Ausfahrten in die Zufahrtsstraße einmünden. „Die dritte Ausfahrt beim Zieglerhof ist sehr beengt“, schreibt Überbacher, „ein PKW benötigt die gesamte Straßenbreite, um einbiegen zu können“. Da die Radfahrer das steile Stück „sehr schnell fahren“, sei das Unfallpotential an dieser Stelle groß. Außerdem gebe es weiter südlich eine Reihe von Engstellen, und Überbacher fragt

sich, „wo finden Fußgänger und Schulkinder neben Autos und Radfahrern Platz?“

Maßnahmen an der Alten Pustertaler Straße. Bürgermeister

Schatzer gibt dem „Brixner“ gegenüber zu, dass ein Mischverkehr bei der heutigen Gestaltung der Straße eventuell zu kritischen Situationen führen könnte, aber: „Es ist doch logisch, dass die Straße sicherer gemacht werden muss, wenn sie auch als Radweg fungieren soll.“ Und da gebe es eine Reihe von ausgezeichneten Möglichkeiten, „die wir sowieso realisieren müssen, denn schließlich geht es ja auch darum, dass die in der Zieglersiedlung wohnhaften Kinder mit dem eigenen Fahrrad sicher ins Dorf und in die Schule gelangen sollen“. Dies werde unabhängig von der heutigen Diskussion geschehen müssen, sagt Schatzer, „denn heute befahren die Anrainer die Straße oft in viel zu hoher Geschwindigkeit“. Ohne ins Detail zu gehen, „denn das müssen dann die Techniker tun“, könnte sich der Bürgermeister vorstellen, einen Teil der an viele Stellen sehr großzügigen Straße zu


Die Alternative. Überbacher

bringt trotzdem den Vorschlag zu „einer besseren Lösung“, die auf der Abbildung in blauer Farbe gekennzeichnet ist: Sie führt im ersten Teil an der heutigen Bauleitplan-Trasse entlang, um allerdings dann dem Eisack entlang beim Unterplaiknerhof in den Wald zu münden, von wo aus über vier Kehren der Oberplaiknerhof erreicht wird. Diese Lösung sei „vernünftig“, schreibt Überbacher, und könne „als Touristenattraktion genutzt werden“, da sie an den vorgeschichtlichen Funden beim Nössingbühel vorbeiführe. Außerdem führe diese Variante direkt zum Kloster Neustift. „Auf den ersten Blick klingen die Ausführungen Überbachers vernünftig“, gibt Schatzer zu, „weshalb die Bezirksgemeinschaft das Ingenieurteam Bergmeister mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt hat, die die drei Varianten vergleichen sollte.“ Fazit dieser Studie, die bereits im Jänner 2019 fertiggestellt wurde: Die „rote“ Trasse über die Alte Pustertaler Straße hat unterm Strich die beste Benotung erhalten. „Die Route sticht durch eine hohe Attraktivität hervor, die unter anderem den herrlichen Blick auf das Tal und das Kloster Neustift ermöglicht. Sie ist in der Gesamtlänge kurz und großteils als Radroute gekennzeichnet, was bedeutet, dass Radfahrer, Fußgänger und Fahrzeuge diese gleichermaßen

Foto: Oskar Zingerle

pflastern. „Damit würde der Raum für Autos beengt, und es würde ein Gehsteig entstehen, der auch von Radfahrern befahren werden kann.“ Vor allem aber würde man mit solchen und ähnlichen Maßnahmen „die Durchschnittsgeschwindigkeit erheblich senken“. Bei den Zufahrten stören derzeit, so Schatzer, oftmals Pflanzen oder eine falsch gesetzte Säule die freie Sicht; „hier reichen manchmal nur ein paar einfache Maßnahmen“. Und die unüberwindbaren Engstellen müsse man eben mit Ausweichbuchten überbrücken „und auch hier mit geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen sicherer machen“, sagt Schatzer. Ronald Amort, der für die Bezirksgemeinschaft die Radwege verwaltet, ist derselben Meinung: „Hier werden Ängste geschürt, die vollkommen unverhältnismäßig sind“, sagt er, „wenn wir überall mit dieser übervorsichtigen Denkweise vorgegangen wären, gäbe es heute im gesamten Eisacktal keinen einzigen Radweg.“

BM Andreas Schatzer: „Ich werde mich für die ‚rote‘ Lösung einsetzen, weil ich von deren Richtigkeit überzeugt bin“

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nutzen.“ Auch die Kosten seien wesentlich geringer, „da kein neuer Radweg errichtet werden muss, sondern das Bestehende angepasst wird“. Im Hinblick auf die Sicherheit sei es allerdings notwendig, so steht es in der Studie, „die Gefährdungen des gemeinsam genutzten Abschnitts und die Anbindung an den bestehenden Radweg bei der Kreuzung zur Bar Frischluft zu entschärfen“. Schatzer fühlt sich in seiner Meinung bestätigt: „Ohne Zweifel lässt sich die Alte Pustertaler Straße optimal anpassen. Die von Überbacher vorgeschlagene Variante wäre die unattraktivste und unlogischste Lösung. Die Strecke ist viel länger und das Panorama viel weniger attraktiv. Es geht auch um Kosten, die ja von Steuergeldern bezahlt werden müssen, aber das ist ganz bestimmt nicht das ausschlaggebende Element.“

der Abzweigung nach Neustift, „wo wir massive Platzprobleme haben“. Trotzdem will er diese Variante überprüfen und mit den Anrainern ins Gespräch kommen, „dann sehen wir weiter“. Der größte Nachteil der von Überbacher vorgeschlagenen „blauen“ Variante hingegen sei für Schatzer der damit verbundene Zeitverlust: „Wir müssten eine Bauleitplanänderung beschließen,

neue Pläne vorbereiten lassen, die Finanzierung suchen – das alles dauert Jahre.“ Bis dahin, so Schatzer, würden die Radfahrer sowieso über die Alte Pustertaler Straße fahren, denn „das ist die logischste Verbindung“. So gesehen wäre auch eine Entscheidung für die „blaue“ Trasse für die Anrainer der Zieglersiedlung ein Pyrrhus-Sieg, denn die Radfahrer werden sich den in ihren Augen besten Weg aussuchen, „und der führt ohne Zweifel über die Alte Pustertaler Straße“, sagt Schatzer. Da es unabhängig von der derzeitigen Diskussion Maßnahmen braucht, die die Straße sicherer machen, könnte man theoretisch auch eine Testphase andenken: Die Gemeinde beschließt die „rote“ Trasse, die Bezirksgemeinschaft finanziert die entsprechenden Maßnahmen, von denen natürlich auch die Anrainer profitieren, „und sollten wir nach ein paar Jahren feststellen, dass die Lösung nicht funktioniert, könnten wir immer noch die Alternative angehen“, sagt Schatzer. Auch dieser Ansatz klingt vernünftig. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

Und wie geht es jetzt weiter?

„Der Gemeinderat wird im Oktober oder November zu einer Entscheidung kommen“, sagt Schatzer. Heute könne er noch nicht sagen, wie der Gemeinderat entscheiden wird, denn auch die SVP hat heute noch keine klare Linie. „Ich selbst werde mich für die ‚rote‘ Lösung einsetzen“, sagt Schatzer, „weil ich von deren Richtigkeit überzeugt bin.“ Er habe großen Respekt vor der Meinung der Bewohner der Zieglersiedlung, weshalb er in den nächsten Tagen noch einen vierten Lösungsansatz prüfen werde: „Wir könnten theoretisch auch entlang der Landesstraße bis zur Kreuzung nach Neustift fahren.“ Hier gebe es allerdings Probleme beim Parkplatz des Köfererhofes, „den wir irgendwie überbrücken müssen“, und bei 25


„Die Universität für Nicht-Studenten öffnen“ PAUL VIDESOTT, Dekan der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen, verrät dem „Brixner“, warum man das Projekt „Studium Generale“ Wikipedia vorziehen sollte – und welchen Vortrag man nicht verpassen darf. Herr Videsott, das „Studium Generale“ hat 2011 an der Freien Universität Bozen begonnen und wurde nun erstmals auf Brixen ausgeweitet. Das Projekt war also ein Erfolg?

beginnt, liegt dieser im Bereich der Sprachen. Im Frühjahr beschäftigen wir uns mit Ethik; es folgen Geschichte und Anthropologie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik und Philosophie.

PAUL VIDESOTT: Das Projekt ist in Bozen gestartet, weil es dort mehr Fakultäten gibt und dort das Einzugsgebiet größer ist als in Brixen. Es war aber von Anfang an geplant, das „Studium Generale“ auf diesen Standort auszuweiten, und nun ist es endlich auch in Brixen soweit. Gemeinsam mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule haben wir ein eigenes Programm hochgezogen – mit Schwerpunkten in jenen Bereichen, in denen wir besonders stark sind. Das Programm in Bozen ist nach Wirtschaft, IT und Design ausgerichtet, wir hingegen eher geisteswissenschaftlich.

Heutzutage kann man theoretisch Informationen zu jedem Thema im Internet finden. Ist das „Studium Generale“ trotzdem relevant?

Wie funktioniert das „Studium Generale“ in Brixen? Wir haben einen Zyklus von drei Jahren geschaffen, und pro Semester werden wir uns im Rahmen von neun Vorträgen von verschiedenen Professoren mit einem Schwerpunkt auseinandersetzen. Im ersten Semester, das jetzt im Herbst

Das Internet hat in unserer Gesellschaft sehr viel Gutes bewirkt, so viel sei vorausgeschickt. Wissen war für die Allgemeinheit noch nie so leicht zugänglich. Leider ist die Wahrscheinlichkeit, dass man im Internet auf Dummheiten, Fake News und Verschwörungstheorien stößt, relativ hoch. Viele Informationen, die online zu finden sind, sind auf irgendeine Weise ideologisch ausgerichtet. Wer weiß schon, wer einen Wikipedia-Artikel ändert? Mit dem „Studium Generale“ möchten wir garantieren, dass die Bevölkerung auf ungefärbtes Wissen zurückgreifen kann. Wir haben den Anspruch, so objektiv wie möglich zu sein. Außerdem sind wir Menschen aus Fleisch und Blut, und die Leute können sehen, wer vorträgt. Sie haben die Möglichkeiten, Rückfragen zu

stellen. Sie können Diskussionen starten. Das ist das Nonplusultra dieses Angebots: Man ist keiner anonymen, unüberprüfbaren Information ausgeliefert. Woher stammt die Idee des Projekts? Die Grundidee stammt vom Collège de France, eine der ange­ sehensten Bildungseinrichtungen weltweit. Dort hat man seit 500 Jahren den Auftrag, Vorlesungen für die Bevölkerung anzubieten, natürlich auf akademischem Niveau. Das Konzept hat mir sehr imponiert. Wir möchten quasi ein „Collège de Brixen“ schaffen. Mit dem „Studium Generale“ wollen wir uns auch bei der Öffentlichkeit bedanken, die uns ja schließlich mit ihren Steuermitteln finanziert. Außerdem befinden sich an unserer Fakultät 60 Uniprofessoren, die der Gesellschaft etwas bieten können. Das „Studium Generale“ ist übrigens vollkommen gratis. Die Vorträge stehen jedem offen, auch ohne Einschreibung. Interessenten müssen gar nichts machen, außer an den Terminen vorbeizuschauen. Wer sollte sich für ein „Studium Generale“ entscheiden?

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

INTERVIEW

Jeder aufgeweckte Geist, der der Meinung ist, dass er noch etwas lernen könnte und möchte. Die Idee des „Studium Generale“ ist, die Universität auch für Nicht-

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Studenten zu öffnen, und zwar nicht im Sinne des eingetrichterten Wissens. Es geht vielmehr darum, sich persönlich weiterzuentwickeln. Wir leben länger, und gleichzeitig ist das Leben auch komplexer geworden – dass man mit der Pflichtschule ausgelernt hat, stimmt heutzutage einfach

gut gefüllt wäre, mit etwa 20 bis 30 Personen, wäre ich schon sehr zufrieden. Aber auch zehn Teilnehmer wären keine Enttäuschung. Wichtig ist, dass jene Leute, die kommen, auch interessiert sind. Ein persönliches Programmhighlight?

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Paul Videsott: „Mit dem ‚Studium Generale‘ auf ungefärbtes Wissen zurückgreifen können“

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nicht mehr. Eine Möglichkeit bietet beispielsweise die Vorlesung „Sprache und Ethik“ (Anm. d. Red.: findet am 17.10. statt). Die Forschung hat in diesem Bereich in den letzten 30 Jahren enorme Fortschritte gemacht, und Wissen von damals ist heute vollkommen überholt. Sich und sein Wissen auf dem Laufenden zu halten – das ist für die eigene Persönlichkeit ungemein wichtig. Hier greift das Konzept des lebenslangen Lernens. Mit welcher Beteiligung rechnen Sie, und was würden Sie sich wünschen? Da wir das „Studium Generale“ zum ersten Mal in Brixen anbieten, ist eine Prognose recht schwierig. Wir haben noch keine Erfahrungswerte. Wenn der Raum

Die Vorlesungen finden ab 10. Oktober jeden Donnerstag von 17.30 bis 19.30 Uhr an der Uni Brixen statt, und jede einzelne Vorlesung ist meiner Meinung nach empfehlenswert. Es ist schwierig, eine Auswahl zu treffen. Ich als Sprachwissenschaftler würde alle sprachwissenschaftlichen Vorträge empfehlen. Im Bereich der Ethik wird sich Professor Gottfried Ugolini (Anm. d. Red.: findet am 20. April 2020 statt) mit der Frage auseinandersetzen, ob sich sexueller Missbrauch verhindern lässt. Er ist in dieser Thematik europaweit ein gefragter Referent – nun bietet sich die Möglichkeit, ihn anstatt in Kopenhagen einmal in Brixen zu hören. anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

BRIXEN/EISACKTAL

Nachwuchs gesucht! z Die Freiwillige Feuerwehr Brixen ist auf der Suche nach jungen Mädchen und Burschen im Alter von zwölf bis 17 Jahren für die Feuerwehr-Jugendgruppe. Bereits seit 13 Jahren gibt es in Brixen auch eine Gruppe, in der Nachwuchswehrmänner und -frauen für die aktive Wehr ausgebildet werden. Für den Dienst bei der Feuerwehr sollte man Leidenschaft mitbringen für Technik und Taktik und die Kameradschaft hochhalten. Zwei

Mal im Monat finden die Treffen der Jugendgruppe statt. Jeder Jugendliche, ob Bub oder Mädchen, der seine Freizeit sinnvoll und für den Mitmenschen investieren möchte, ist gerne willkommen. Melden kann man sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Brixen unter info@feuerwehr-brixen.org oder auf Facebook. Anmeldungen sind nach einem persönlichen Treffen jederzeit möglich. sp

P&G

Politik & Gesellschaft NEUSTIFT

Länderübergreifende Krippenschau z Vor kurzem fand in Neustift die 14. Alpenländische Wallfahrt der Krippenfreunde und zugleich das 40-Jahr-Jubiläum des Verbandes der Krippenfreunde Südtirol statt, der 1.300 Mitglieder zählt. Zahlreiche Freunde aus dem In- und Ausland folgten der Einladung des Bezirksobmannes von Brixen, Heinrich Töll, und des Schriftführers Luis Faistnauer, die für die Organisation dieser Wallfahrt verantwortlich zeichneten. Vom Stiftsplatz zog man mit den Krippelern, angeführt von den

kurz

notiert

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Fahnenabordnungen und gefolgt von Bischof Ivo Muser und Probst Eduard Fischnaller, in die Stiftskirche „Maria Himmelfahrt“ ein. Die festlich gestaltete Messfeier wurde vom Männerchor Neustift unter der Leitung von Rudi Chizzali musikalisch umrahmt. Es folgte die Begrüßung durch den Verbandsobmann Michael Horrer, der sich an die Worte von Krippenpionier und Altprälat Konrad Lechner anlehnte: „Krippenfreunde sein, Krippen machen, Krippen bauen und

Für den Bau eines Mehrzweckplatzes in der Sportzone Laugen in Natz-Schabs will der Brixner Stadtrat ein Viertel der Kosten übernehmen. Die 30.000 Euro seien gerechtfertigt, so Bürgermeister Peter Brunner, da viele Brixner der Fraktion Elvas die Sportanlage in Natz-Schabs benutzen.

Krippen lieben ist kein Hobby und Zeitvertreib, sondern ein Apostolat.“ Weitere Grußworte folgten vom Präsidenten des Weltverbandes Johann Dendorfer

und von Heinrich Töll. Nach der Festmesse hatten die Freunde die Gelegenheit, zahlreiche verschiedene Krippen in der Engelsburg zu besichtigen. wa

OEW-Geschäftsführer Matthäus Kircher lud kürzlich auf dem Maria-Hueber-Platz zum fünften Zebra-Jubiläum. Die Idee der OEW Brixen zur Straßenzeitung ist heute ein erfolgreiches Sozialprojekt mit 187 Verkäufern und finanziert sich mittlerweile eigenständig.

Die Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen in Brixen, Romstraße 7, hat seit kurzem neue Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag 8:30 bis 13 Uhr, Montag, Dienstag und Donnerstag: 14 bis 16:30 Uhr. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym.


NACHGEFRAGT

„Riesenfreude, dass das geklappt hat“ PETER NATTER, Vorsitzender der JG Eisacktal der SVP, über den neuen Nachtzug, der ab 10. Dezember täglich um 23:35 Uhr in Bozen startet und bis Brixen fährt – und welche Ziele sich die JG nun setzt. Herr Natter, es gibt einen neuen Nachtzug von Bozen nach Brixen ... Der Zug fährt ab 10. Dezember täglich um 23:35 Uhr in Bozen und fährt bis Brixen, wo er kurz nach Mitternacht ankommt. Bisher startete der letzte Zug ab Bozen um 22:30 Uhr – das heißt, dass ein Kino- oder Theaterbesuch abgebrochen werden musste, um diesen letzten Zug noch zu erreichen. Es war also höchst an der Zeit, hier eine Lösung zu finden – auch im Sinne der Umwelt, denn je mehr Leute die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, desto weniger Verkehr haben wir auf der Straße

und desto weniger belastet wird die Luft, die wir atmen. Wer hat das in die Wege geleitet? Die JG Eisacktal der SVP arbeitet daran seit zwei Jahren. Bereits 2017 hatten wir ein erstes Gespräch mit dem damaligen Landesrat Florian Mussner, der viel guten Willen zeigte. Aber die Sache gestaltete sich extrem schwierig, und auch mehrmaliges Nachhaken hat nicht zum Erfolg geführt. Mit Landesrat Daniel Alfreider kam dann Schwung in die Geschichte: Er hat unser Anliegen sofort verstanden und offenbar bei den Staatsbahnen an den richtigen

l. i t S n i me . u e a l i n t e s G io m l i o Propri

Schrauben angesetzt. Wir haben eine Riesenfreude, dass es jetzt geklappt hat, und die Reaktionen vor allem der Jugendlichen auf diese Nachricht sind sehr positiv. Nach Bozen retour fährt der Zug aber nicht? Unser Ziel wäre es in der Tat, dass der Zug nach Mitternacht wieder nach Bozen zurückfährt. Das wäre deshalb ein Mehrwert für Brixen, weil Eisacktaler und Bozner nach dem Besuch einer Veranstaltung in Brixen mit dem Zug zurückfahren könnten. Dazu haben wir noch keine Lösung. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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z Der Öffentliche Betrieb für Pflege- und Betreuungsdienste „Zum Heiligen Geist“, der in Brixen das Bürgerheim, das Hartmannsheim und das Sanatorium verwaltet, verfügt seit einigen Tagen über einen neuen rollstuhlgerechten Kleinbus mit neun Plätzen, der kürzlich im Rahmen einer kleinen Feier eingeweiht wurde. „Lebensfreude und Glücksmomente im Alltag schenken, Zufriedenheit und Lebensqualität für unsere Bewohner – das sind Leitsterne unserer Arbeit“, sagte Präsident Hansjörg Bergmeister, „dabei steht der Bewohner als Individuum und seine Möglichkeit, ein weitgehend normales Leben führen zu können, im Mittelpunkt.“ Auch kleinere Ausfahrten und Ausflüge in die nähere Umgebung, zum Beispiel auf eine Alm oder zu einem See, würden für viele der Heimbewohner „wahre Momente des Glücks“ darstellen. Da der ÖBPB bisher über kein eigenes Fahrzeug verfügte, mussten die Fahrzeuge jedes Mal angemietet

Fotos: Oskar Zingerle

Ein Bus für die Senioren

werden. Somit waren die Ausflüge nur in begrenztem Ausmaß und mit einer längerfristigen Planung organisierbar; „öfters waren sie dann aufgrund von Schlechtwetter regelrecht ins Wasser gefallen“. Spontane Ausflüge waren ohne betriebseigenes Fahrzeug überhaupt nicht möglich. Die Finanzierung des Wagens erfolgte über die

Abteilung Soziales der Autonomen Provinz und durch Sponsorenbeiträge: Bergmeister dankte der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der Raiffeisenkasse Eisacktal und dem Lions Club Brixen. Auch Stadträtin Paula Bacher, die Bürgermeister Peter Brunner vertrat, bedankte sich herzlich. Im Bild (v.l.n.r.): Helene Trippacher (Pflegedienst-

leitung ÖBPB), Stadträtin Paula Bacher, Willy Vontavon (Lions Club Brixen), Karl Heinz Plaseller (Raiffeisenkasse Brixen), Vizepräsident Francesco Bertoldi, Präsident Hansjörg Bergmeister, Michaela Summerer (Direktorin des ÖBPB), Gerold Holzer (Sparkasse Brixen) und Thomas Demetz (Stiftung Südtiroler Sparkasse). oz

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Politik & Gesellschaft

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BRIXEN/MALS

Wallfahrt nach Marienberg z Die diesjährige Wallfahrt führte die Gruppe der Brixner VinzenzKonferenz in den Obervinschgau nach Mals ins Benediktinerstift Marienberg. Die Wallfahrtsgruppe, darunter Zentralpräsident Josef Haspinger und Bezirkspräsident Josef Jobstraibizer, machte sich früh morgens von Brixen aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg. Nach gut drei Stunden Fahrtzeit war Burgeis erreicht, von wo aus es nach einer kurzen Mittagsrast zu Fuß weiter hinauf zum Kloster ging. „Eigentlich hatten wir beabsichtigt, den Weg betend zurückzulegen, aber der Termin, den wir zur Besichtigung der neuen Bibliothek erhalten hatten, drängte uns zur Eile“, erzählt Richard Peer, Präsident der Brixner Vinzenz-Konferenz. Nach einer halben Stunde Fußmarsch war das Kloster erreicht, das seit 900 Jahren den Regeln des Hei-

ligen Benedikt folgt. Abt Markus Spanier empfing die Gruppe zur Besichtigung der neuen Bibliothek und im Anschluss zur kurzen Andacht in der stiftseigenen Marienkapelle. „Bevor wir die Heimreise antraten, besuchten wir auch die neue Klosterbar, die neu eingerichtet wurde anstelle der heute nicht mehr benötigten Sägerei.“ Mit September nimmt die Brixner Vinzenz-Konferenz auch wieder ihre Tätigkeit auf. Montags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr ist die Kleiderkammer für Bedürftige offen, freitags von 14 bis 16 können Lebensmittel abholt werden. Auch Ansuchen um Unterstützung werden entgegengenommen. Gut erhaltene saubere Kleider können von Montag bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr im Kolpinghaus abgegeben werden. sp

BRIXEN

Die Gefahren der Smartphones z Keine Klarheit zu den möglichen Gefahren des Mobilfunks brachte ein Fortbildungskurs der „Associazione Italiana di Radioprotezione Medica“, der kürzlich in enger Zusammenarbeit mit der Universität von Padua und der Gemeinde Brixen im Forum Brixen stattfand, wobei einer der Kurstage öffentlich zugänglich war. Der Kurs beschäftigte sich vor allem mit wissenschaftlichen Fragen der Gesundheit im Zusammenhang mit ionisierender und nichtionisierender Strahlung. Gespannt war das Publikum auch auf mögliche Antworten zu Risiken der 5G-Technologie, die nun weltweit Verbreitung findet. Fazit der eingeladenen Experten: Von keiner Technologie kann wissenschaftlich behauptet werden, dass sie hundertprozentig unbedenklich sei, aber: Die bis-

her verfügbaren Daten würden darauf hindeuten, dass man bei normaler Nutzung eines Mobiltelefons keinem erhöhten Risiko an Erkrankungen ausgesetzt sein dürfte. Sehr wohl gefährlich können Funkfrequenzen aber für Herzschrittmacher oder Insulinpumpen sein; hier ist es notwendig, einen Sicherheitsabstand von mindestens 15 Zentimeter zwischen Telefon und Gerät einzuhalten. Ein hohes Risiko stellen Smartphones inzwischen für den Straßenverkehr dar: Autofahrer werden von den Geräten abgelenkt; allein das Lesen einer Whatsapp-Nachricht hat sehr oft fatale Folgen. Ein weiteres Risiko sehen die Fachleute bei Kindern und Jugendlichen, die durch exzessive Nutzung der Smartphones psychische Probleme bekommen können. wv

Foto © Sebastian Hoppe

Geächtet Ein Gastspiel des Staatsschauspiels Dresden

von Ayad Akhtar

Donnerstag, 24. Oktober 2019 Brixen, Forum

Beginn: 20.00 Uhr Einführung: 19.15 Uhr Karten: www.kulturinstitut.org Tel. 0471 313800 – Athesia-Ticket

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Tolle Aktion! z Der Brixner Domplatz wurde am 7. September umfunktioniert zum Austragungsort des Brixner Familien- und Sporttages. Die Idee, zum jährlich stattfindenden Familientag auch die Sportvereine mit ins Boot zu holen, hatten Familienstadträtin Paula Bacher und Sportstadtrat Andreas Jungmann vor zwei Jahren. Seitdem soll alle zwei Jahre der gemeinsame Familien- und Sporttag ausgerichtet werden. 24 Vereine und Sektionen, darunter 16 Sportvereine und acht Vereine aus dem Bereich Familie, haben am Samstag ihre Stände und Stationen anfänglich noch unter Nieselregen aufgebaut. Das Wetter besserte sich zusehends und hat für gute Besucherzahlen gesorgt. Besonders Familien mit Kindern ließen sich das Angebot, sich überall ausprobieren und testen zu können, nicht entgehen. So hatte etwa der SG Eisacktal einen Laufteppich eingerichtet,

Vorrichtung zur Verfügung, in der ein Flug simuliert werden konnte. Auf dem Skilaufparcours des WSV Brixen konnte mit Helm und Skistöcken ein Slalom gelaufen werden. Medicus Comicus sorgten für Unterhaltung mit Auftritten der Clowns, für Tanzauftritte sorgten

der ASV Dynamic Dance und der Tanzsportverein City Rock, der Spieleverein Dinx stellte Brett- und Kartenspiele zur Verfügung. Den musikalischen Rahmen gestaltete die Jungbürgerkapelle Brixen. sp

BRIXEN

BRIXEN

Lions und Tesla bei Durst

Ferialpraktikum für Senioren

z „Diese Veranstaltung vermittelte allen Beteiligten neue Eindrücke und Erlebnisse“, sagt Andreas Lindner über die Betriebsbesichtigung der Firma Durst, die den Lions Club Sillian Innichen kürzlich nach Brixen brachte. Lindner, der dem Club als Präsident vorsteht, hatte auch den „Tesla Owner Club Helvetia“ eingeladen, der den Mitgliedern die verschiedenen Tesla-Modelle präsentierte. Ein langjähriges Mitglied im Owner Club, Diego Dudli, hielt im Durst-Campus ein Referat

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vom WSV hatten die Falcons ein Hockeyfeld aufgestellt, der SSV Brixen, Sektion Volleyball, organisierte ein Volleyballfeld, vom Familienverband gab es eine Hüpfburg, der Circolo Acli veranstaltete eine Schatzsuche, und der Paragliding Club stellte eine

über PlusEnergieBauten und Elektromobilität. Ebenso beeindruckt waren die Clubmitglieder vom neuen Gebäude der Durst Phototechnik AG und von den hochintegrierten Prozessen im Unternehmen selbst. Eingeladen war auch der Vorstand des Lions Clubs Brixen, dessen Präsident Robert Peintner erklärte, dass die Freundschaft zwischen den beiden Clubs verstärkt werden sollte – mit dem Ziel, den LionsGedanken grenzüberschreitend zu erbringen: Helfen, wo Hilfe benötigt wird. wv

z Anna, Greta und Luna, drei Oberschülerinnen aus dem Raum Brixen, absolvierten im Sommer ein achtwöchiges Praktikum im Seniorenwohnheim ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ in Brixen. Im Zuge ihres Praktikums, das unter dem Motto „Sommer einmal anders“ stand, trafen sie auch drei Seniorinnen der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund, Anneliese, Carolina und Elisabeth. Die drei Frauen kamen mit ihren Smartphones, Tablets und Laptops ins ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ und wandten sich mit Fragen zu den neuen Medien an die drei Jugendlichen: Wie werden Fotos über WhatsApp verschickt? Wie kann ich auf dem Handy E-Mails lesen und schreiben? Wie kann ich im Internet etwas suchen? Der

Direktor des Verbands der Seniorenwohnheime, Oswald Mair, zeigt sich begeistert: „Unsere Idee war es, zwischen Senioren und Jugendlichen, die als Praktikanten tätig sind, Kontaktmöglichkeiten zu schaffen. Beim Erklären von Handy, Tablet oder Laptop und bei der Hilfestellung zur Benutzung dieser digitalen Geräte findet Kommunikation und Begegnung statt.“ Die Seniorenvereinigung ihrerseits war schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihren Mitgliedern individuelle Schulungen im digitalen Bereich zu ermöglichen. „Diese Form des generationenübergreifenden Lernens war schließlich genau das, was wir gesucht hatten“, betont Gottfried Oberstaller, der Landespräsident der Vereinigung. sp


PR-Text

Der Brixner Hairstylist Alexander Trenkwalder von Salon Alexander hat vor kurzem den begehrten Gold-Star-Status der Calligraphy-Cut-Technik erlangt. Warum der Calligraphy Cut die Welt der Friseursalons im Sturm erobert und warum das innovative Haarschneidegerät Hairstylisten und Kunden gleichermaßen begeistert, verrät Alexander Trenkwalder im Gespräch.

Herr Trenkwalder, Sie haben vor kurzem das Gold-Star-Seminar der Calligraphy-Cut-Technik erfolgreich abgeschlossen. Worum handelt es sich dabei? Alexander Trenkwalder: Das Gold-StarSeminar ist die Trainerausbildung zur Calligraphy-Cut-Technik. Mit dem erfolgreichen Abschluss wird die höchste Qualifikationsstufe im Bereich der Calligraphy-Cut-Ausbildung verliehen, dies ist der Gold-StarStatus. Damit kommen wir direkt auch schon zur Kernfrage: Was ist der Calligraphy Cut? Der Calligraphy Cut ist ein innovatives Haarschneidegerät, das der deutsche Friseurmeister Frank Brormann entwickelt hat und mit dem er in der deutschen Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ die Investoren auf Anhieb überzeugen konnte. Der Calligraphy Cut sieht anders aus als herkömmliche Haarschneidegeräte und funktioniert auch anders: Denn im Gegensatz zu Schere oder Messer ist beim Calligraphy Cut die Messerklinge so eingebaut, dass das Haar stets im idealen Winkel von 21 Grad auf die Klinge trifft. Damit wird die Schnittfläche des Haares um 270 Prozent vergrößert, wodurch ein optimales Ergebnis erzielt wird. Worin äußert sich dieses Ergebnis? Der schräge Haaranschnitt reduziert den Überzeugend im wissenschaftlichen Vergleich: Das Schnittergebnis des Calligraphy Cut

Schere

Messer

Calligraphy Cut

Haarbruch auf ein Minimum. In Folge entsteht kaum mehr Haarspliss. Das Haar wird elastischer, es erhält mehr Volumen und fühlt sich weicher an. Frisuren halten länger, auch lässt sich das Haar Tag für Tag einfach in Form bringen. Ist der Calligraphy Cut somit für alle Haare zu empfehlen? Ja, auf jeden Fall! Der Calligraphy Cut eignet sich für alle Haartypen, auch lässt er sich bei allen Haarlängen einsetzen. Frauen mit dünnem Haar erhalten mit dem Calligraphy Cut mehr Volumen im Haar, während bei dickem Haar ein weicherer Schnitt erzielt wird. Doch gilt wie bei vielen Geräten auch beim Calligraphy Cut: Es kommt auf die richtige Anwendung an. Daher auch Ihre Ausbildung zum Gold-Star-Trainer? Genau. Frank Brormann wusste ebenfalls um die Bedeutung der korrekten Anwendung und hat den Erwerb seines innovativen Haarschneidegerätes mit einer Mindestausbildung gekoppelt. Mir war diese jedoch zu wenig, weshalb ich mich im Anschluss um einen der stark begehrten Trainerausbildungsplätze bemüht hatte. Vor kurzem habe ich nun das Gold-Star-Seminar absolviert und damit die höchste Ausbildung im dreistufigen Ausbildungsprogramm der Calligraphy-Cut-Technik erfolgreich abgeschlossen. Was bringt die Trainerausbildung für Sie und Ihre Kunden? Ich habe mir damit die nötige Zusatzqualifikation für die fachlich kompetente Anwendung der Calligraphy-Cut-Technik angeeignet, die mich befähigt, meine Kunden optimal zu bedienen und jedes Hairstyling typ- und haargerecht umzusetzen. Dadurch gelingt es mir, schöne Haare und Hairstylings mit dem Calligraphy Cut sicherzustellen, die begeistern und für lange Zeit schöne Ergebnisse bringen.

Alexander Trenkwalder mit Frank Brormann, dem Erfinder des Calligraphy Cut

Plosestraße 38 Milland/Brixen E-Mail: info@salon-alexander.it Tel: 0472 830838 Öffnungszeiten: Di., Do., Fr. 8–12 und 15–19 Uhr, Mi. & Sa. 8–16 Uhr  Follow us on facebook!


Lebensfäden GUIDO OSTHOFF ist ein waschechter Rheinländer aus Düsseldorf – und heute eine feste Säule in der Südtiroler Caritas. Seit 2002 lebt er hier, „weil es sich in Südtirol für gemischtsprachige Familien einfach gut leben lässt“.

G

uido Osthoff ist ein waschechter Rheinländer, weltoffen und anpassungsfähig und, wie er selbst sagt, wohl auch frech und direkt. Und er kann sich fast überall auf der Welt wohlfühlen. Geboren ist er in Düsseldorf, und dort ist auch definitiv seine Heimat. Seit 2002 lebt er in Südtirol. Die Entscheidung, hierher zu ziehen, war keine endgültige: „Ich weiß nicht, wohin es mich noch tragen wird.“ Guido Osthoff wollte einfach eine Zeit lang in einem anderen Land leben. Eher zufällig entdeckte er im Internet ein

Er ist seinen Eltern unendlich dankbar für eine Kindheit, die ihn gelehrt hat, allen Menschen gegenüber aufgeschlossen zu begegnen. Interkulturell offen zu sein, das bewegt ihn bis heute. An einem großen Fluss aufzuwachsen, mit ständigem Kommen und Gehen zu leben, das prägt auf eine ganz eigene Art.

In Düsseldorf. Guido Osthoffs Vater war Automechaniker und Autohändler, seine Mitarbeiter und Geschäftspartner kamen aus allen Teilen der Welt. Unvoreingenommen zu sein war in seiner Familie

„Netzwerkarbeit heißt auch, manchmal über etwas hin­ wegzusehen, sich einordnen zu können“_ Guido Osthoff Stellenangebot der Caritas Bozen. Er bewarb sich darum, erhielt die Stelle – und ist geblieben. Weil er fasziniert ist von diesem kleinen Land mit seinem unglaublichen Potential. Weil es sich in Südtirol für gemischtsprachige Familien einfach gut leben lässt. Und weil er mit seiner klaren, tiefgründigen und humorvollen Art zu einer festen Säule in der Caritas geworden ist.

Liebe zu Italien. Irgendwie ver-

spürte er seit jeher eine Vorliebe für die italienische Kultur, die Mentalität, die italienische Sprache. Das mag vielleicht auch mit der Lieblingstante seiner Großmutter zu tun haben, die der Liebe wegen nach Italien gezogen war, ins Valcamonica, ein 70 Kilometer langes Tal zwischen dem Tonalepass und dem Iseo-See. In Valcamonica verbrachte seine Familie viele Urlaubswochen, „die Berge gehören also immer schon zu meinem Leben“. 34

selbstverständlich. „Wenn man offen und freundlich auf andere zugeht, haben Menschen mit bösen Absichten weniger Chancen.“ Als einmal ein Mann anklopfte und um Geld bat, weil er mit seinem Auto hängen geblieben war, lud ihn Guido Osthoffs Vater zu sich nach Hause zum Abendessen ein und bot ihm an, bei seiner Familie zu übernachten. Tage später wurde vor einem Betrüger gewarnt, der den Leuten mit dieser Masche Geld aus der Tasche zog. Guido Osthoffs Familie war nichts passiert – „vielleicht auch, weil wir große Hunde hatten.“ Wenn er erzählt, kommt man nicht umhin, ihm voll und ganz zuzuhören. Guido Osthoff ist witzig und weltgewandt, und er kann mit seiner Begeisterung anstecken.

Immenses Grundvertrauen. Was

ihn wirklich auszeichnet, ist ein immenses Grundvertrauen zu anderen Menschen, etwas, das in seiner Familie ohne viel Aufhebens

gelebt worden ist. Er ist mit zwei Brüdern und zwei Ziehschwestern aufgewachsen. Andere Menschen zu unterstützen, auch langfristig, das haben ihm seine Eltern und Großeltern vorgelebt, damit ist er groß geworden, und das hat auch seinen Blick auf das Leben stets weit gehalten. Die Lebenshaltung seiner Familie dürfte für ihn auch Wegweiser für Studium und Beruf gewesen sein. An der Fachhochschule Düsseldorf studierte er Sozialpädagogik und an der Bochumer Ruhr-Universität Theologie. Sein Studium hat er sich selbst finanziert, hat in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen. Nachtbereitschaft in einem Heim für Alkoholkranke, Bildungsreferent bei der Katholischen Jungen Gemeinde der Erzdiözese Köln, Engagement in der Friedensbewegung – die Lebensfäden von Guido Osthoff verweben sich wie selbstverständlich ineinander. Er sagt von sich, dass er dabei immer auch viel Glück gehabt habe. Aus Arbeitsgründen zog er 1992 von Düsseldorf nach Frankfurt, in eine Stadt, die nicht gerade den Ruf hatte, dass man sich dort wohlfühlen könnte, und verbrachte dort allen Unkenrufen zum Trotz zehn schöne Jahre. „Ich komme überall gut zurecht.“ Als Projektreferent für junge Erwachsene im Auftrag des Bistums Limburg kümmerte er sich um politische, psychosoziale und religiöse Bildungsangebote. Im Jahre 2001, rund um seinen 40. Geburtstag, wollte Guido Osthoff „irgendwohin fahren, wo ich noch nie gewesen bin“. Diese Zeit scheint insgesamt ein Wendepunkt gewesen zu sein oder „ein anderer Lebensfaden“. Er landete schließlich auf Sardinien, in Meana Sardo im Herzen der Insel. In dem kleinen Dorf, wo nur wenige Touristen hinkommen, lernte er seine Frau Angela

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

PORTRAIT

kennen, die dann mit ihm nach Südtirol gezogen ist. Geheiratet haben die beiden 2006 auf Sardinien, „mit einer bunten Gästeschar“.

In Südtirol. Sprachlich kommt Guido Osthoff in Südtirol sehr gut zurecht. „Ich verstehe sogar


„EHER ZUFÄLLIG HIER GELANDET“: Der Düsseldorfer Guido Osthoff kam über eine Stellenanzeige der Caritas Bozen nach Südtirol

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den Dialekt.“ Den einen oder anderen sympathischen Stolperer gibt es natürlich, ein „Na“ anstelle des „Nö“ beim Bäcker in Düsseldorf, und mit dem Wort Kondominiumsverwaltung „denkt man außerhalb von Südtirol an ganz andere Geschichten“.

Bei der Caritas ist er heute Fachbereichsleiter für den Bereich Familie und Jugend und für den Bereich Zuhören und Beraten. Zu letzterem gehören die Männerberatung, die Telefonseelsorge, die Hospizbewegung und die Arbeit im Netzwerk Suizidprävention.

Unkompliziert und strukturiert und stets das Wesentliche im Auge behaltend, versteht es Guido Osthoff auch hier, viele Fäden miteinander zu verweben. Er setzt dabei auf Teamarbeit, auf Leitungsteams, auf ein echtes Miteinander. „Netzwerkarbeit heißt

auch, manchmal über etwas hinwegzusehen, sich einordnen zu können.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 35


Foto: Mati Photography

Menschen & Meinungen

BRIXEN/WIEN

Kind der Erde z Im Laufe ihres Lebens durfte Claudia Contu mal schmerzvoll und mal wundervoll erfahren, wie schwarz-weiß und doch so bunt das Leben mit einem spielen kann: „Ich habe viele unterschiedliche Wege eingeschlagen, bevor ich angelangte, wo ich nun stehe: am Höhepunkt meiner Leidenschaft!“, erzählt die gebürtige Brixnerin, die ihre Leidenschaft schon längst zum Beruf gemacht hat. Als Lebens- und Sozialberaterin lebt sie mit ihrer Familie heute in Wien.

Nun hat sie mit ihrem Werk „Erdenkind“ ein Achtsamkeitsbuch verfasst – ein Buch zum Lesen, Nachdenken, Reflektieren, selbst Ausfüllen und Reinschreiben. Die nebenbei tiefenpsychologischen Anstöße lassen auf sich wirken und regen zur Beschäftigung mit dem Selbst und dem Ich an. „Ein Werk, das dem Leser eine individuelle Reise zu sich und seinem innersten Ich erleben lässt, und jedes Erdenkind wird ganz anders sein“, so die Autorin. sp

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Neue Primare vorgestellt z Drei Primariate am Krankenhaus Brixen wurden oder werden mit neuen Primarärzten besetzt. Ivana Gutwenger leitet fortan die Abteilung Anästhesie und Wiederbelebung. Ihre Facharztausbildung für Anästhesiologie absolvierte Gutwenger im akademischen Lehrkrankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Nach einem kurzen Aufenthalt als Fachärztin im Krankenhaus Brixen kehrte sie nach Regensburg zurück, wo sie bis 2017 als Oberärztin in allen Bereichen der Anästhesie mit Schwerpunkt Intensivmedizin tätig war. Michael Aigner wurde bereits mit 1. Mai

kurz

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zum Primar der Urologie ernannt. Er ist seit 1999 nahezu durchgehend im Krankenhaus Brixen tätig und bekleidet seit 2010 mit kurzen Unterbrechungen die Position des Primarstellvertreters und jene des geschäftsführenden Primars für Urologie. Martin Patscheider wird ab Jänner 2020 die Geschicke der HNO-Abteilung in die Hand nehmen. Er ist seit 2005 im Bereich der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Klinikum Großhadern in München in verschiedenen Funktionen tätig. Seit der Erlangung des Facharzttitels für HNO im Jahre 2011 ist er dort als Oberarzt beauftragt und erlangte

Der Brixner Moraltheologe P. Martin Lintner leitete vom 8. bis 11. September an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen den Kongress zum Thema „Christliche Tierethik“, an dem 80 Theologen und Ethiker aus dem deutschen Sprachraum teilnahmen.

ein breites Spektrum chirurgischer und konservativer Fähigkeiten in diesem Fachbereich. Gilbert Spizzo ist seit 1. April leitender Facharzt für Innere Medizin, Onkologie und

Hämatologie. Zwischen 2007 bis 2017 hatte er die Position eines Oberarztes an der Interdisziplinären Internistischen Tagesklinik des Krankenhauses in Meran inne. oz

Der Vorstand des Brenner-Basistunnels (BBT), der längsten unterirdischen Eisenbahnverbindung der Welt, ist neu bestellt worden. Mit Martin Gradnitzer und Gilberto Cardola übernahmen am 18. September zwei ausgewiesene Fachexperten das grenzüberschreitende Steuerruder der BBT-Gesellschaft.

Der Brixner Erich Barth hat die Geschichte seines Stammbaumes in 20 Jahren zusammengetragen und nun veröffentlich unter dem Titel: „Familien-Stammbaum der Barth aus dem österreichischen Waldviertel und Tirol. 1772−2017“. Anfang September erfolgte die Buchvorstellung des 472 Seiten starken Werks.


O o op s

LAMMento

mein Hoppala

Christian Villscheider, Student

„Wo ist meine Banane?“ Ich verbringe meine Mittagspause meistens mit meinen geschätzten Arbeitskollegen in der Mensa. An diesem speziellen Tag hatte ich mir von dort eine Banane zum Nachtisch mitgenommen, die ich am späteren Nachmittag verzehren wollte. Als jedoch etwas später der von mir lang ersehnte Moment gekommen war, bekam ich einen regelrechten Schock: Die Banane war weg! Einfach so, gestohlen!! Enttäuscht begann ich, meine Arbeitskollegen zu terrorisieren, um den gefräßigen Bananendieb ausfindig zu machen. Keiner wollte mir verraten, wer so dreist gewesen war, meine Banane zu stehlen, aber ich hatte das dumpfe Gefühl, dass sie mehr wussten, als sie zugeben wollten. Wer wollte mir einen Streich spielen, auf Kosten einer unschuldigen Banane? Schließlich erbarmte sich einer meiner Kollegen und teilte mir mit, dass ich die Banane bereits auf dem Weg von der Mensa zum Büro selbst verspeist hatte. Mein Heißhunger hatte wohl mein Gedächtnis lahmgelegt.

Leser kochen für Leser

mmh!

Alexandras Erdäpfelplattln > Zutaten 650 g Kartoffeln Salz 2 Eier 180 g Mehl 45 g Butter Fett zum Backen

> Zubereitung Die Kartoffeln mit der Schale kochen, noch heiß schälen und passieren. Aus zerlassener Butter, Mehl, Salz, Eiern und Kartoffeln bereitet man einen glatten Kartoffelteig und teilt ihn auf einem bemehlten Nudelbrett in 4 Stü-

cke, die man etwa 3 bis 4 mm dick ausrollt. Die Teigblätter werden in handgroße Rechtecke geteilt und im heißen Fett schwimmend gebacken. Zu den Erdäpfelplattln schmeckt vorzüglich frisches Sauerkraut.

Angst „Und wieder hat die Menschheit Angst“, sagt der Franz, während er zitternd seinen Kamillentee verschüttet. Wahrscheinlich braucht die Menschheit dieses Gefühl wie die Luft zum Atmen, sage ich, denn Angst hat es irgendwie immer schon gegeben. In meiner Kindheit zum Beispiel hatten wir ja auch schon Angst – vor der Hölle, und vor den Russen, die anscheinend bald kommen würden. Gekommen sind sie dann nie, was aber niemand mehr gekümmert hat, denn inzwischen hatten wir ja Angst vor der Atombombe, da war ein Einzug der Russen dann doch das kleinere Übel. „Und das Waldsterben – erinnert ihr euch noch an das Waldsterben?“ Auch da reagierten die Medien ziemlich hysterisch, und die Bevölkerung ließ sich wieder anstecken und hatte ... Angst. „Mit Angst lässt sich eben wunderbar Politik machen“, sagt der Franz, worauf die Frieda zustimmend nickt: „Ich habe auch Angst, vor den Schwarzen, die überall herumlungern.“ Eben, sag ich, mit der Einwanderung lässt sich auch herrlich Angst schüren, und in halb Europa gibt es eine Menge Parteien, die dieses Geschäft wunderbar beherrschen. „Und wenn’s blöd hergeht, gewinnen sie Wahlen“, sagt die Frieda. Logisch, sag ich, denn für Populisten ist die Angst der Bevölkerung das tägliche Brot, von dem sie leben. So funktioniert die Politik in Zeiten wie diesen: Man jagt den Leuten so viel Angst ein, dass ihnen jede Lösung recht ist. „Angst ist aber immer ein schlechter Ratgeber“, sagt Frieda. Recht hat sie. Bringst mir auch einen Kamillentee?

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Der Öffentliche Betrieb für Pflege- und Betreuungsdienste „Zum Heiligen Geist“ Brixen sucht für befristete, unbefristete Einstellungen und über Mobilität: Seit kurzem bereichert Alexandra Bauer unser Grafikteam. Dass diese leckere Hausmannskost nicht nur gerne im Eisacktal gegessen wird, sondern auch bei unseren Nachbarn in Nordtirol, bestätigt die gebürtige Schwazerin. Für den „Brixner“ hat sie dafür im Rezeptbuch ihrer Oma gestöbert. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

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Wir freuen uns auf Ihre Anfrage bis zum 25.10.2019 – 12 Uhr an: personal@altersheim-brixen.it Weitere Informationen unter 0472 255011 oder auf: www.altersheim-brixen.it 37


z Michele Tomasi ist am 14. September im Brixner Dom zum Bischof geweiht worden. Nach dem feierlichen Einzug in den mit über 500 geladenen Gästen und hunderten Gläubigen gefüllten Dom erfolgte die Vorstellung des Weihekandidaten. Dazu ist die Ernennungsurkunde des Papstes verlesen worden, die dann allen Anwesenden gezeigt worden ist, um so deutlich zu machen, dass er die Weihehandlung tatsächlich im Auftrag des Papstes vollzieht. Bischof Ivo Muser, der seinen bisherigen Bischofsvikar im Beisein von 17 weiteren Bischöfen, fünf Äbten und über 230 Geistlichen aus den Diözesen Bozen-Brixen und Treviso zum Bischof weihte, überreichte Michele Tomasi als Geschenk eine Reliquie des seligen Josef Mayr-Nusser. Muser bezog sich in seiner Predigt auch auf die Wurzeln, auf die Heimat des Weihekandidaten: „Lieber don Michele, bei deiner Ernennung zum Bischof habe ich dir gewünscht, dass du deine Wurzeln nicht vergisst. Heute, am Tag deiner Bischofsweihe, danInserat Oktober

Foto: Oskar Verant

Festliche Bischofsweihe

ke ich dir für dein Sein und deine 21 Priesterjahre unter uns.“ Die während des Weihegottesdienstes gesammelten Spenden kommen

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Leserbrief zum RäderVandalismus auf dem Brixner Uni-Gelände

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Mir wurde einmal von einem deutschen Ehepaar vorgeschwärmt, wie hoch die Lebensqualität in Brixen sei und wie gern sie dort lebten. Mir ist die Freude an Brixen aber vergangen, seitdem mir dort mein gutes Galetti-Rad systematisch – in drei Anläufen – zerstört wurde im heurigen Jahr. An meinem weißen Einkaufskorb vorn war es gut

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– auf Wunsch von Michele Tomasi − den Obdachloseneinrichtungen der Caritas zugute. Bischof Michele Tomasi, 54 Jahre alt, in

Leser schreiben uns

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Menschen & Meinungen

BRIXEN

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

kenntlich. Und so wurde mir Ende Jänner 2019 der Hinterreifen zuerst aufgeschlitzt, dann Ende Juli die linke Vorderbremse abgebrochen durch brutales Hinschmeißen und Ende August schließlich das Rad schrottreif zerstört, der Sattel blau überklebt. Eine Reparatur ist ausgeschlossen. Trotz Anzeigen im Februar und jetzt im September bei Carabinieri und Staatspolizei und trotz der Videoüberwachung um das UniGelände, wo ich das Rad stehen hatte, erhielt ich keine Reaktion, ob Täter festgestellt werden konnten. Ich bin auf ein Rad für meine Einkäufe sehr stark angewiesen, die ich wöchentlich vornehme, und habe zwar jetzt ein altes Fahrrad in Benützung dafür, aber ich höre von allen Seiten, ob privat oder öffentlich, dass die Zerstörungswut auf dem UniGebiet extrem zugenommen habe, ja, dass auf den umgeworfenen Rädern sogar noch herumgetrampelt würde von besoffenen Jugendlichen, die sich dort disco-mäßig aufhiel-

Bozen geboren und zweisprachig aufgewachsen, wird am 6. Oktober offiziell die Diözese von Treviso übernehmen. sp

Richtigstellung Mit großem Interesse habe ich Ihr Interview mit Franz Kaser im aktuellen „Brixner“ gelesen, weil mein Vater – wie im Interview erwähnt – an der Einführung der Mozzarella-Produktion in Brixen federführend beteiligt war. Umso mehr war ich enttäuscht, seinen Namen im Artikel nicht korrekt zu lesen: Er hieß Alois und nicht Hans Pichler. Ich lege Wert auf diese Richtigstellung. Christine Pichler

Anm. d. Red.: Frau Pichler hat Recht; wir entschuldigen uns für den Fauxpas.

ten und randalierten. Deshalb mein Appell an die Öffentlichkeit: Stopp dem Vandalismus rund um die Uni in Brixen! Verzweifelte betroffene Radbesitzer, darunter viele der Studenten und Pendler, werden es danken – so auch ich.


Pro& Contra Recht auf einen Kleinkindbetreuungsplatz für alle? Der Hintergrund:

MARIA ELISABETH RIEDER, Abgeordnete im Südtiroler Landtag: „In Deutschland gibt es dieses Recht seit 2013“

Nein Anlehnend an gute europäische Modelle geht es vor allem darum, altersgerechte Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder zu schaffen. Ob von 0 bis 3 Jahren in der Kleinkindbetreuung, von 3 bis 6 im Kindergarten und anschließend in der Grundschule, steht dabei eines immer im Vordergrund: das Wohl der Kinder. Wir haben in den vergangenen Jahren ein flexibles und gut funktionierendes System aufgebaut, das ständig weiterentwickelt wird. Vor allem im Bereich der Kleinkindbetreuung wurde seit 2014 verstärkt in den qualitativen und quantitativen Ausbau des Angebots investiert. Seither wurden etwa einheitliche Tarife für Eltern geschaffen, die einkommensabhängig zwischen 0,90 und 3,65 Euro/Stunde liegen, der Betreuungsschlüssel wurde auf 1:5 (1 Betreuer/in für 5 Kinder) festgelegt, damit Kinder in einem ruhigen und geregelten Umfeld betreut werden können. Überdies muss seit 2016 jede Gemeinde den Bedarf an Betreuungsplätzen erheben und entsprechendes Angebot entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden schaffen. All diese Schritte haben sich als erfolgreich herausgestellt, denn gab es 2015 noch 50 Kitas in Südtirol, sind es nunmehr 92; die Betreuungsstunden der Tagesmütter konnten seit 2013 von 440.000 auf 868.000 nahezu verdoppelt werden. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir auch in Zukunft gehen. Dafür müssen wir als Politiker die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen – für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und besonders für das Wohlergehen unserer Kinder. z

08.10.–12.10. BEAUTY

15.10.–19.10. BEAUTY

05.10.–12.10. SHISEIDO 12.10.–19.10. H. RUBINSTEIN 19.10.–26.10. BIOTHERM 26.10.–09.11. VIELE DÜFTE

SONDERWOCHEN

Ja Eltern können frei entscheiden, ob sie ihre Kinder zu Hause betreuen oder einen Kleinkindbetreuungsdienst in Anspruch nehmen. Finanzieller Druck, die Angst um den Arbeitsplatz oder die fehlende Anerkennung der Rentenjahre sollten hier keine Rolle spielen. Leider ist dies im Moment Wunschdenken. Die Erhöhung des Kindergartenalters hat die Diskussion um die Kleinkindbetreuung neu entfacht. Natürlich werden die Kindergärten dadurch entlastet, und natürlich werden Kinder unter 3 Jahren in den Kleinkindbetreuungsdiensten altersgemäßer betreut. Die Kleinkindbetreuungsdienste kosten aber auch erheblich mehr als der Kindergarten und stürzen Familien damit in Mehrkosten, mit denen sie nicht gerechnet haben. In beiden Strukturen, in Kindergärten wie in den Kleinkindbetreuungsdiensten, fehlt es an qualifiziertem Personal. Die Erneuerung der Kollektivverträge in den Kindergärten und der Abschluss eines Zusatzvertrages für die Kleinkindbetreuung sind die Grundvoraussetzung, um diese Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten. Zudem haben nicht alle Gemeinden in Südtirol Kleinkindbetreuungsdienste, was ihre Pflicht ist. Hier gilt es nachzubessern. Wenn ein Kind nicht mit 2,5 Jahren in den Kindergarten darf, muss es – wenn nötig – einen Kleinkindbetreuungsplatz garantiert bekommen. In Deutschland gibt es dieses Recht seit 2013. Aus diesen Gründen möchte das Team Köllensperger die Landesregierung dazu verpflichten, das Anrecht auf einen Kleinkindbetreuungsplatz für alle Kinder von 0-3 Jahren gesetzlich festzuschreiben. z

WALTRAUD DEEG, Landesrätin für Familie: „Das Wohl der Kinder steht immer im Vordergrund“

SCHÖNHEITSBEHANDLUNGEN

In Südtirol steigt der Bedarf an Kleinkindbetreuungsplätzen stetig – nicht zuletzt durch die jüngste Gesetzesänderung, die vorschreibt, dass Kinder in jenem Jahr, in dem sie in den Kindergarten kommen, das dritte Lebensjahr vollenden. Nicht alle Südtiroler Gemeinden bieten Betreuungsplätze an; in vielen Einrichtungen gibt es lange Wartelisten. Soll es aber ein Anrecht auf Kleinkindbetreuung geben – nach bundesdeutschem Modell?

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Menschen & Meinungen

UMFRAGE

Fridays for Future

Fotos: Oskar Zingerle

Mit Beginn des neuen Schuljahres nimmt auch die weltweite Initiative „Fridays for Future“ ihre Aktivität wieder auf; in Bozen gingen am 20. September etwa 200 Schüler auf die Straße, um sich für besseren Klimaschutz einzusetzen.

Jennifer Taschler ist geteilter Meinung: „Prinzipiell finde ich die Idee gut – aber nur, wenn die Schüler wirklich demonstrieren, weil ihnen das Klima wichtig ist. Leider kenne ich aber auch einige Beispiele von Schülern, die nur daran teilnehmen, damit sie nicht in die Schule gehen müssen. Zudem bin ich der Meinung, dass man auch konkrete Vorschläge bringen muss und im privaten Leben auch danach leben sollte, wenn man für etwas protestiert.“

„Meine Meinung dazu ist, dass die Schüler nur jetzt demonstrieren, wenn die Schule wieder begonnen hat. Und ich denke auch nicht, dass es wirklich sinnvoll ist“, findet Egon Engl. „Ich persönlich versuche, meinen Beitrag in Sachen Klimaschutz zu leisten. Zu Hause trenne ich strikt den Müll, ich fahre mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto. Das sind Kleinigkeiten, die jeder tun könnte und jeder auch tun sollte. Wenn wir das alle täten, würde es auch einen viel größeren Nutzen haben.“ 40

„Ich finde es gut und absolut notwendig, dass man sich für einen besseren Klimaschutz einsetzt“, sagt Karl Kerschbaumer. „Ich selbst habe eine eigene Initiative gestartet: ‚Freiwillig 100‘ – das heißt, dass man mit dem Auto maximal 100 Stundenkilometer schnell fährt. Besonders auf der Autobahn muss man sich da schon mal einbremsen. Aber wenn man das wirklich durchzieht, stößt man ein Viertel bis ein Drittel weniger CO2 aus.“

Julia Wierer findet es „sehr schade, dass viele den Jugendlichen nachsagen, sie würden nur demonstrieren, um Schule schwänzen zu können. Schließlich setzen sie sich für ihre Zukunft ein und für ein Thema, dass ihnen am Herzen liegt. Auch wenn ich selbst nie an einer solchen Demonstration teilgenommen habe, versuche ich, zu Hause ein bisschen zu einem besseren Klima beizutragen“.

„Ich weiß ehrlich gesagt nicht viel von dieser Initiative, aber ich empfinde es auch als wichtig, so gut wie möglich nachhaltig zu leben. Beispielsweise trenne ich Müll, kaufe regionale und saisonale Produkte und biologisches Fleisch. Dabei achte ich sehr auf die Qualität und kaufe auch lieber weniger, aber dafür qualitativ hochwertigeres Fleisch“, erzählt Massimo Lorenzi.

„Die Jugendlichen sollen sich ruhig bewegen und sich für ein besseres Klima einsetzen. Man kann aber auch anders einen Beitrag leisten und nach gewissen Prinzipien leben. Vieles hängt von uns Konsumenten ab; der Endkonsument müsste viel sensibler agieren, um seinen Umweltbeitrag zu leisten. Andererseits muss man auch die Strukturen schaffen, die der Bequemlichkeit des Menschen zuträglich sind – beispielsweise mehr Parkplätze am Bahnhof, um die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver zu machen“, sagt Hard Noflatscher.

„Wenn ich heute in diesem Alter wäre, würde ich sicher auch an diesen Demonstrationen teilnehmen. Heutzutage ist das Thema Klimawandel unglaublich wichtig, also sollte auch jeder Haushalt und jede Familie ihren Beitrag leisten und eine Kleinigkeit zum Klimaschutz beitragen. Beispielsweise versuche ich, so wenig wie möglich Plastik zu kaufen und nehme beim Einkaufen meine eigene Tasche mit. Das sind wirklich Kleinigkeiten, die jeder machen könnte“, findet Elena Favretto.

„Ich finde es sehr schön, dass sich unsere Generation so stark für ihre Zukunft einsetzt. Ich selbst hatte leider noch nicht die Möglichkeit, an einer solchen Demonstration teilzunehmen, kenne aber sehr viele, die schon mitgemacht haben, und bei der nächsten wäre ich dann wirklich gerne dabei“, erzählt Valentina Forer. „Zu Hause bemühe ich mich natürlich, so gut es geht nachhaltig zu leben: Ich versuche, Strom zu sparen und so wenig Plastik wie möglich zu kaufen.“


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Kunst & Kultur 4.500 EIERSCHALEN: Die fragile Installation „O“ von Maria Walcher versperrt den freien Zugang zur wertvollen Reliquie

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AUSSTELLUNG IN DER HOFBURG: BEAUTY CASE

Vergängliche Schönheit Rund um den September als „Monat der Schöpfung“ ranken sich mehrere Veranstaltungen – einmal das Symposion „Liebevolle Schöpfung“ Anfang Oktober und zum anderen das zeitgenössische Kunstprojekt „Beauty Case“ in der Hofburg.

D

Botticellis Geburt der Venus. Seit der Moderne wird das Schöne ersetzt durch das Erhabene, das Interessante, das Authentische oder gar durch das Hässliche. Im digitalen Zeitalter sagen uns Influencerinnen auf Instagram, wo

Ästhetische Metaphern. Für die

Kuratoren ist die Hofburg selbst ein Beauty Case, ein etwas groß geratenes Schönheitsköfferchen mit vielen Kleinoden, die es zu bewahren gilt und die in Dialog mit der Gegenwartskunst treten.

„Schönheit ist gefährdet, dauerhaftes Bewahren wird eingefordert“_ die Kuratoren Michael und Thomas Rainer es in puncto Schönheit langgehen soll; es wird ein enormer sozialer Druck erzeugt und ein ungesunder Zwang zur Selbstdarstellung und Selbstbespiegelung.

Neun international tätige Künstler, sieben Frauen und zwei Männer, wurden repräsentativ für die jungen Wilden unter den spannenden Südtiroler Kunstschaffenden

ausgesucht, um die Hofburg mit ihren Positionen zur Schönheit und deren Bewahrung zu bespielen. Der schon genannten Selbstbespiegelung mit dem daraus resultierenden Schönheitswahn samt Skalpell-Furor widmet sich die junge Brixner Künstlerin Alexandra Angerer aka AliPaloma. Ihre Arbeit rückt einen sonst kaum beachteten venezianischen Spiegel in den Fokus der Aufmerksamkeit. Eine aufgeklebte rosafarbene Tapete mit exakten Einschnitten als Paraphrase für die Schönheitschirurgie symbolisiert die Haut unter dem Messer des Chirurgen, wobei unter der aufgeschlitzten Haut wieder ein Spiegel hervorblitzt. Wie weit kann der Selbstoptimierungswahn gehen? Ali Paloma liefert mit ihrer Installation eine sehr heutige Version von

Fotos: Jürgen Eheim

ie zündende Idee zu „Beauty Case. Die Schönheit der Schöpfung bewahren“ kam von der Brixner Initiative Musik und Kirche. Lisa Trockner vom Südtiroler Künstlerbund holte die Hofburg als kongenialen Bewahrungsort und das Institut De Pace Fidei mit ins Boot. Für die Ausrichtung der Sonderausstellung − sie läuft bis 31. Oktober − konnten die zwei Nordtiroler Kunsthistoriker Michael und Thomas Rainer gewonnen werden, die sich als freie Kuratoren hautsächlich im Spannungsfeld der Zeitgenössischen Kunst bewegen. Michael Rainer lebt in Wien und war langjähriger Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes; Thomas Rainer hat sich in München niedergelassen und war zuletzt Kurator für die Wiedereröffnung des Weltkulturerbes Markgräfliches Opernhaus Bayreuth und veröffentlichte „Case Studies zur Medialität der Hülle“.

Dehnbarer Schönheitsbegriff.

Schon Platon sagt: „Die Seele des Menschen ist dem Schönen zugeneigt.“ Schönheit sorgt beim Menschen für Freude und Offenheit. Durch die Liebe übersteigt der Mensch die Ebene des Körperlichen und bevorzugt die Schönheit der Seelen. Schöne Gespräche werden wichtiger als schöne Körper. Soweit stimmen die Kuratoren mit Platon sicherlich überein, denn „conversare“ ist die Voraussetzung für „conservare“ – beides am besten in einem Museum möglich, in der Reflexion über die Bedeutung der Erinnerung für die Bewahrung. In der Kunst stand seit jeher die Suche nach dem Schönen im Mittelpunkt; man denke an Sandro

AliPaloma paraphrasiert mit ihrer Hauttapete die hemmungslose Schönheitschirurgie

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Fotos: Jürgen Eheim

Kunst & Kultur Petra Polli setzt der künstlichen Flitterkrone eine raumfüllende Baumkrone entgegen

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Degiorgis stellt sich in seinen Fotoarbeiten immer die Frage nach Identität. Als sichtbares Pendant zu Manuela Kerers unsichtbarem Werk greift der Fotograf auf ungewöhnliche Art Erinnerung an die Toten auf. Er zeigt Fotos von Grabsteinen, die Gesichter anonymisiert durch darübergelegte Bilder von poliertem Marmorstein. „Gesichtserkennung“ in der Gesteinstextur ist ein gewollter Nebeneffekt, ebenso wie der Vergänglichkeitsgedanke: „Aus Staub sind wir geboren, zu Staub werden wir werden.“ Im angrenzenden Raum riecht es nach Honig, denn Linda Jasmin Mayer hält die Erinnerung in Form eines Wachstuches fest. Sie hat ein Tuch über die Objekte der letzten Ausstellung gelegt; es in Wachs getaucht und die Gegenstände anschließend entfernt. Was bleibt, ist die reine Hülle, die an das Gewesene erinnert.

Erlösung. Der Paul-Flora-Preisträ-

von Selbstportraits in warmen Farben bestückt.

ger Sven Sachsalber alias Kalter König stellt einen Muscle Suit aus nach einem Modell, das Radrennprofi Mario Cipollini getragen hat. Er gemahnt an die abgelöste Haut des Märtyrers Marsyas, aber auch an die Nacktheit des Erlösers zum spätmittelalterlichen Gegenstück von Hans Klocker. Das Spezialgebiet der vielfach ausgezeichneten Künstlerin Karin Ferrari ist eigentlich die Videokunst. In der Hofburg wiederholt sie die Gestalt des Silber-/ Goldkelches aus dem Bestand der Hofburg und stellt ausnahmsweise Skulpturen in Kelchform aus Kunststoff auf. Gesammeltes Abfallmaterial wird zu einem Kunstwerk erhoben und hat somit (leider!) ewigen Bestand.

Dauerhafte Schönheit. Auf eine

Fragile Installation. Die wohl

Das Wachstuch von Linda Jasmin Mayer bewahrt die Erinnerung an bereits entfernte Objekte

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Giovanni Bellinis „Junge Frau bei der Toilette“ aus dem Jahr 1515, die sich selbstvergessen im Spiegel betrachtet. Fettpölsterchen? Damals schön, heute wäre Bodyshaming angesagt. Als

Gegenstück zum venezianischen Spiegel aus dem 18. Jahrhundert positioniert Jasmine Deporta zwei klassische, millionenfach produzierte Ikea-Kosmetikspiegel „Fräck“, die sie mit Fragmenten

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ganz besonders wertvolle Klosterarbeit treffen wir im zweiten Raum: das ephemere Objekt einer Primizkrone, die als Tischdekoration erhalten geblieben ist. Petra Polli nimmt den Zierrat zum Anlass, über Künstlichkeit und Natürlichkeit nachzudenken, und sie setzt der Flitterkrone als Kontrapunkt eine natürliche Baumkrone entgegen, eine Wandmalerei, die den gesamten Raum überwuchert.

Erinnerung. „Kein Bewahren ohne Erinnerung“ ist das Thema in Raum Nr. 3. Manuela Kerer lässt Menschen in Altenheimen von ihren akustischen Erinnerungen erzählen und verfremdet diese in ihrer Klanginstallation. Nicolò

spektakulärste Installation inszeniert die Brixner Künstlerin Maria Walcher im Gang. 4.500 Eierschalen, ganz, halbiert oder zerbröselt, versperren den direkten Zugang zur kostbaren Reliquie, die eine schützende Hülle aus Wachs umgibt. Um zum Wachsgefäß zu gelangen, müsste der fragile Eierschalen-Teppich zerstört werden. Die Installation untermauert in stringenter Weise das Konzept der Ausstellung: Schönheit ist gefährdet, dauerhaftes Bewahren wird eingefordert.

irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info


JUBILÄUM TPZ

Kunst & Kultur

Theaterspiel ist Bildung Vor 30 Jahren wurde der Kinder- und Jugendtheaterverein „Theater im Regenbogen“ gegründet. Vor 20 Jahren wurde dieser in ein „Theaterpädagogisches Zentrum“ umgewandelt, das seit kurzem als Sozialgenossenschaft geführt wird. Grund genug zum Feiern, findet das Team um Thomas und Heidi Troi. Am 25. September ging das Jubiläums-Opening im Don-Bosco-Saal über die Bühne.

E

s begann vor mehr als drei Jahrzehnten mit Ernst Campidell, einem Mittelschullehrer und begeisterten Theatermenschen. Ihm gelang es, seinen Schülern über das Theater Zugänge zur Literatur zu verschaffen und die Möglichkeit zu bieten, zusammenzuwachsen, sich zu entwickeln und beweisen. Da immer mehr Mädchen und Buben nicht nur aus seinen Klassen stammten, sondern speziell aus dem Realgymnasium hinzukamen, mit dem sich bald eine enge Zusammenarbeit ergab, wurden die schulischen Rahmenbedingungen zu eng. Deshalb entschied er, sich dem Amateurtheaterverein „Kulisse“ anzuschließen, doch währte diese Zusammenarbeit nicht lang.

Erstmals in Südtirol. 1989 gründete Campidell das „Theater im Regenbogen“, den ersten eigenständigen Kinder- und Jugendtheaterverein Südtirols, dessen erster Obmann Walter Goller wurde. Hilfreich zur Seite standen dem Duo Christa Campidell, die Kostüme entwarf und nähte, Karl Kerschbaumer, der Bühnenbilder schuf, und Karl Dander, der die Technik verwaltete. Die Mitglieder des Vorstands standen allzeit für organisatorische Aufgaben bereit. Die jungen Akteure spürten, dass ihre Darbietungen ernstgenommen wurden. In der Folge wuchs der Zuspruch ständig. Da der Austausch mit Jugendlichen im In- und Ausland ein wichtiges Ziel war, war Ernst Campidell sehr bestrebt, seinen Spielern die Teilnahme an internationalen Festivals zu ermöglichen – so in Graz und St. Pölten, aber auch in Brüssel und Esch. Im Juli 1992 reisten acht 14-Jährige für eine Woche ins ungarische Békéscsaba nahe der rumänischen Grenze zum „Internationalen Kindertheater-Projekt“, an dem Gleichaltrige aus 30 Ländern teilnahmen. Ein Highlight war auch die Teilnahme zweier Oberschüler an einem Ausbildungslehrgang in Finnland. 46

Höhepunkte im TPZ: das Festival „sapperlot“ für Jugendliche …

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Großartige Darbietungen. Das

Umweltstück „Der letzte Habenichts“ von Peter Ustinov wurde im Frühjahr 1990 als erstes aufgeführt. Es folgte im selben Jahr noch das Kabarett „Bleib cool, Schätzchen“. Und jedes Jahr folgte eine neue Inszenierung: die Komödie von Friedrich Dürrenmatt „Der Besuch der alten Dame“, William Sheakespeares „Sommernachtstraum“, die Musicals „Goodbye to Berlin“ und „Linie 1“. Diese Aufführungen gelangen umso mehr, als Experten herbeigezogen wurden, so der Musiker

und Dirigent Stephen Lloyd, der kurze Zeit auch als Tennislehrer in Brixen tätig war, und der Choreograf Rheda Roshdy. Das vorläufige Ende des „Theaters im Regenbogen“ kam 1994, als wegen fehlender Unterstützung durch das Land die Vorstandsmitglieder aus Protest zurücktraten.

Aufgeben gilt nicht. Mehrere jun-

ge Spielerinnen und Spieler warfen das Handtuch nicht, sondern machten unverdrossen weiter: Sie bilden heute das Kernteam des neu gegründeten Theaterpäda-

gogischen Zentrums, das sich als TPZ mittlerweile gut etabliert hat. Offensichtlich war es inzwischen auch in der Landespolitik zu einem Umdenken gekommen, denn kurze Zeit später schrieben das Amt für Weiterbildung, das Pädagogische Institut und der Südtiroler Theaterverband Lehrgänge für Angewandte Theaterpädagogik aus. Die Leitung wurde Felix Rellstab anvertraut, der bis zu seinem Tod wichtiger Ansprechpartner für das Team um Thomas Troi, Heidi Campidell, Elfi Troi und Lilli Unterkircher war. Auch Experten aus Deutschland, Ungarn, Großbritannien und sogar Brasilien begleiteten die Arbeit der TPZler. Einige Zeit später erhielt Thomas Troi, der sein Repertoire an theaterpädagogischen Übungen ständig ausbaute, eine der drei Beraterstellen für Theaterpädagogik am Pädagogischen Institut in Bozen. Unterstützung erfuhr das TPZ von vielen Menschen und Institutionen, so von Luis Benedikter, Klaus Runer und Helmuth Burger. Nicht vergessen werden darf Peter Liensberger, Geschäftsführer des Jugendhauses Kassianeum und ehrenamtlicher Rechnungsprüfer. Und Klaus Nothdurfter, Amtsdirektor für Jugendarbeit, fand immer wieder Wege, dass Projekte umgesetzt werden konnten. Auch von politischer Seite kam allmählich Anerkennung und Wertschätzung.

Theaterpädagogik – was ist das? Wie die neue Bezeichnung

„Theaterpädagogisches Zentrum“ schon sagt, wurde nun von der jüngeren Generation das Hauptaugenmerk nicht so sehr auf aufwändige Inszenierungen, sondern auf die Theaterpädagogik gelegt. Diese wurde vom TPZ in Zusammenarbeit mit ihrem „Lehrer“ Felix Rellstab umfassend definiert und hier in Kurzform wiedergegeben: „Theater will Menschen allen Alters im Spiel von Körper, Sprache und Sinnen ganzheitlich fördern. Im Mittelpunkt stehen der spielende Mensch, seine Gedanken


und Sinne, seine Erfahrungen und Gefühle, seine Wünsche und Träume. Theaterpädagogen arbeiten mit Kindern und Erwachsenen und entwickeln behutsam und gemeinsam deren Gaben und Fertigkeiten, deren körperliche und sprachliche Ausdrucksfähigkeit, stärken ihre Selbständigkeit und ihr Selbstbewusstsein und geben dadurch inneren Halt. Doppeltes Ziel ist Stärkung des Gemeinschaftlichen und aussagekräftiges Theater.“

Höhen und Tiefen. Zu den Hö-

hen gehören die Festivals „Hollawind“ (für Kinder) und „sapperlot“ (für Jugendliche), mit denen das TPZ seit etwa 20 Jahren international Anerkennung errungen hat. Auch der Druck der Anthologie „Bühne frei, Licht an“ zählt dazu; ebenso der Umstand, dass die Finanzierung der Stelle von Thomas Troi über die Jahre gehalten werden konnte. Positiv ist auch, dass die „alte Riege“ des TPZ durch engagierte neue Mitarbeiter verjüngt werden konnte. Mittlerweile experimentieren die „jungen Wilden“ mit Filmprojekten. Auch die Tatsache, dass die Arbeit des TPZ durch den Kulturprozess der Stadt Brixen verstärkt gewürdigt wird, ist erfreulich. Probleme gab es jedoch immer wieder bei der Suche nach geeigneten Probe- und Lagerräumen. Man könnte geradezu von einer Odyssee sprechen: Gestartet ist das „Theater im Regenbogen“ ebenerdig in der Kammerhube; drei Jahre später erfolgte der Umzug ins Don-Mazza-Gebäude in der Runggadgasse, dann wieder zurück in ein oberes Geschoss der Kammerhube, darauf für einige Jahre im ehemaligen Lebensmittelgeschäft Rienzner in der Brunogasse. Seit 2006 logieren die TPZler in der Köstlanstraße 28 und haben vor kurzem dort sogar einen zusätzlichen Raum beziehen können. Was die finanzielle Seite angeht, heißt es umsichtig und sparsam handeln. Mit den Fördergeldern von Land und Stadt können knapp zwei Drittel der Gesamtkosten abgedeckt werden. Der Rest kommt von Kursbeiträgen und Dienstleistungen für Bildungs- und Jugendeinrichtungen. Die Beiträge durch Inserate und Eintritte sind ein Tropfen auf den heißen Stein. „Alles in allem geht die Rechnung auf, zumindest zum Großteil. Zum Glück gibt es private Förderer und viele Ehrenamtliche, die vor allem bei der Unterbringung und Versorgung

… und das Festival „Hollawind“ für Kinder von Kindern und Jugendlichen der Festivals einspringen. Das bereitet uns viel Freude“, sagt Heidi Troi.

Es wurde gefeiert. Dass das „The-

ater im Regenbogen“ und das „Theaterpädagogische Zentrum“ viel Positives bewirkt haben, wurde beim Jubiläums-Opening am 25. September von den Vertretern aus Gemeinde- und Landespolitik sowie von Schule und Bildung und von Jugend- und Theaterorganisationen hervorgehoben. Erfreulich war die Anwesenheit samt Spontanauftritten von ehemaligen Akteuren, die teilweise sogar den Schritt auf die große Bühne gewagt haben, wie Viktoria Obermarzoner, Miriam Kaser, Martin Thaler und Peter Schorn. Ein Höhepunkt war die Ehrung langjähriger Mitarbeiterinnen: Annalisa Cimino stieg 1995 als Presseverantwortliche ein und ist seit 20 Jahren Obfrau des TPZ. Elfi Troi und Lilli Unterkircher agieren seit 30 Jahren auf und hinter der Bühne. Ihnen wurde ganz herzlich gedankt. Ein weiteres Glanzlicht war die Bekanntgabe der drei Sieger des Wettbewerbs für Theaterszenen „Bleib cool, Schätzchen“, der im Februar ausgeschrieben worden war. Die bis 30. Juni unter Codenamen eingereichten 65 Texte wurden von einer fünfköpfigen Jury bewertet. Als Sieger gingen Hans-Jürgen Fischer aus Hannover, Benedikt Troi aus Brixen und Marit Ziebur aus Oldenburg hervor. Im Frühjahr 2020 werden diese Szenen auf die Bühne gebracht. Richtig lustig wurde es bei der Aufführung des Umweltstücks

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„Der letzte Habenichts“. Als Schauspieler traten – wie vor 29 Jahren – Arno Dejaco (in der Rolle des letzten Habenichts), Lilli Unterkircher (als der Reiche) und Lisi Kiebacher (als Angst) auf. Begleitet wurden sie von ihren Kindern, zumal die Originaldarsteller nicht mehr griffbereit wa-

ren. Neben dem Rückblick auf Vergangenes und den Ausblick auf das Programm 2019/20 gab es noch viel Zeit zum gemütlichen Beisammensein und zum Austausch von Erinnerungen. johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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INTERVIEW

Kunst & Kultur

„Ein magischer Moment für Bonsai“ Herr Auer, wie kam Bonsai nach Brixen? OTHMAR AUER: Begonnen hat alles damit, dass wir zur Geburt unseres Sohnes einen Baum pflanzen wollten. In Amsterdam auf dem Blumenmarkt kam mir der Zufall zuhilfe, wo ich einen Bonsai entdeckt habe. Sofort war mir klar, dass ich keinen großen Baum pflanzen möchte, der dann unbeweglich an einem Ort bleiben muss. Ich wollte einen Bonsai, den man überallhin mitnehmen kann. 1985 begann ich, mich mit der Kunst des Bonsai als Autodidakt zu beschäftigen. Drei Jahre später gab ich im Kulturverein in Brixen dazu Kurse. Im Zuge dessen kam der Wunsch nach einem Club auf, um sich Unterstützung zu holen, die Kniffe zu lernen und die Techniken. 1989 kam es schließlich zur Clubgründung. Heute bin ich aufgrund meiner beruflichen Entwicklung hin zum professionellen Bonsai-Gewerbe nicht mehr aktives Mitglied, aber ich stehe dem Club bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite. Im November findet in Brixen die Bonsai-Ausstellung statt. Was bedeutet „Akiten“? „Akiten“ ist japanisch und bedeutet „Herbst-Ausstellung“. In Japan, wo die Bonsai-Kunst eine jahrhundertealte Tradition hat, weiß man, dass der Herbst eine gute Jahreszeit ist, um Bonsai auszustellen. Einmal hat man in der Ruhephase der Bäume Zeit, eine Ausstellung zu machen, zum anderen ist der Herbst auch deshalb für eine Ausstellung so gut geeignet, weil die Laubbäume in dieser Jahreszeit ihre Blätter verlieren; sie entblößen damit ihr Geäst. Wenn man jeden Ast, jede feine Verzweigung erkennt, kann man die Qualität der Bäume viel 48

Foto: Oskar Zingerle

Im November findet in Brixen die Bonsai-Ausstellung „Akiten 2019“ statt. Gastgeber und Organisator ist der Bonsai-Club-Brixen. Wir sprachen mit OTHMAR AUER, dem Gründer des Brixner Bonsai-Clubs, über seine Faszination der in Japan kultivierten Kunst des Ziehens von Bonsai.

Othmar Auer: „Beim Schneiden des Bonsai gibt es kein Richtig oder Falsch, denn Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters“ besser beurteilen. Der Spätherbst ist damit ein magischer Moment, um Bonsai zu präsentieren. Sind Sie der Kurator von „Akiten“? Die Bonsai werden von mir ausgesucht. Mein Motto bei einer Ausstellung ist nicht, generell die besten Bäume zu zeigen, sondern die besten Bäume für die jeweilige Ausstellung. Jeder Bonsai muss mit dem andern zusammenstimmen. Es muss ein guter Mix gezeigt werden zwischen Nadelbäumen und Laubbäumen. Und das Kunstwerk soll ohne Information betrachtet werden können, um das Urteil des Betrachters nicht zu beeinflussen. Es kommt zwar vor, dass beanstandet wird, man könne wenigstens die Baumart benennen oder das Alter des Bonsai. Aber wenn man durch

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den Wald geht, dann bekommt man diese Informationen ja auch nicht. Und weil die Schönheit des Baumes um seiner selbst willen zum Tragen kommen soll, wird auf jegliche Zusätze verzichtet. Ich war zehn Jahre lang Präsident der Japanischen Künstlervereinigung in Europa, und da habe ich dieses Vorgehen eingeführt, die Pflanze zu schätzen und nicht dem Besitzer zu schmeicheln.

Zyklus. Für diese Ausstellung nun sind 30 Künstler aus Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz eingeladen, ihre Bäume zu präsentieren. Unser Ehrengast Suzuki Tohru wird uns aus Japan besuchen. Und wir werden zwei Runde Tische abhalten zu Bonsairelevanten Themen.

„Akiten“ wurde in Brixen bereits 2017 organisiert. Heuer die zweite Ausstellung?

Ein Runder Tisch ist dem Thema Keramik gewidmet, der zweite dem Thema Zeit und Entschleunigung; wie man mit Zeit umgeht und mit unserer Schnelllebigkeit. Eine gute Freundin sagte mir: „Ihr Bonsaianer agiert immer so, als würdet ihr 500 Jahre leben!“ Aber das Ziehen von Bonsai ist natürlich eine Kunst, die Zeit benötigt. Das Wachstum der Bäume können wir nicht beschleunigen,

Nun, im Grunde haben wir bereits 1993, 1995, 2000 und 2008 Bonsai-Ausstellungen organisiert, allerdings mit unregelmäßigem Zyklus. Nun wollen wir den Zweijahresrhythmus beibehalten. 2017 war die erste und heuer ist es die zweite Ausstellung in diesem

Welchen Themen werden Sie sich heuer widmen?


Foto: Oskar Zingerle

umgestaltet wird, kultiviert und vererbt wird, dann können das auch 700 oder 800 Jahre sein. Ab wann ist ein Baum kein Bonsai mehr?

Suiseki sind zum Kunstwerk erhobene Steine, die in der Natur gefunden wurden

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aber wir können unseren Rhythmus dem der Bäume anpassen. In Japan werden Bonsai auch kultiviert, um sie weiterzuvererben; das geht über Generationen. Die Bonsai werden auch verkauft; die hochwertigsten erzielen Preise in Millionenhöhe. Wie errechnet man den Wert eines Bonsai? Zunächst ist die Geschichte des Baumes wesentlich. Jeder Baum hat seine eigene Geschichte, jeder Bonsai ist einzigartig. Die Zeitrechnung beginnt mit dem Moment, ab dem der Baum in der Schale kultiviert wird. Die Charakteristika eines Baumes, so etwa Totholz oder die Beschaffenheit der Rinde, sind für den Preis wichtig, genauso wie der Besitzer, der den Bonsai kultiviert hat. Das Japanische Kaiserhaus hat zum Beispiel sehr viele Bonsai, die dort von Generation zu Generation weitergepflegt werden. Deren Wert ist gar nicht zu beziffern.

nicht nötig, mit dem Samen zu beginnen – im Gegenteil, das dauert sehr lange, da würde man die Freude an der Kunst verlieren. Besser ist da schon, man bearbeitet eine große Pflanze. Dafür kann man einen Ast abmoosen; das bedeutet, man lässt daran Wurzeln wachsen, um ihn anschließend abzutrennen und daraus einen Bonsai zu formen. Man kann aber

Solange der Baum in der Schale kultiviert wird, ist er ein Bonsai, denn Bonsai heißt nichts anderes als „Baum in der Schale“. „Bon“ ist die Schale und „Sai“ bedeutet wachsen. Natürlich gibt es eine Obergrenze bei der Größe, die bei etwa 120 Zentimeter liegt. Keramik mit Bonsai sind eng verbunden? Pflanze und Schale gehören zusammen, sie bilden eine Einheit. Die wertvollsten Schalen sind jene, die von der Kulturrevolution in China verschont geblieben sind und vor 300 bis 350 Jahren von China nach Japan gebracht wurden. Diese Schalen werden sehr hoch gehandelt. Ein alter

Welche Bäume eignen sich für das Ziehen von Bonsai? Jeder Baum, der in der Natur wächst, kann zu einem Bonsai gezogen werden; Nadelbäume genauso wie Laubbäume, mit oder ohne Früchte. Auch ist für Bonsai

Wie viel Zeit investiert man in die Pflege eines Bonsai? Das ist eine lebenslange Aufgabe. Der Bonsai erfordert immer wieder Eingriffe. Wenn man einen Bonsai nur wachsen lässt, dann wächst er aus der Form heraus. Das ist ein strittiges Thema, denn viele sagen, Bonsai sei Kunst, aber

„Die Pflege eines Bonsai ist eine lebenslange Aufgabe“_Othmar Auer, Gründer des Bonsai-Club Brixen auch einen großen Baum so weit reduzieren, dass er kleiner wird. In Japan gibt es inzwischen ein

Baum braucht eine alte Schale. Eine alte Schale bekommt über die Jahrhunderte eine eigene Patina,

Der Bonsai-Künstler beeinflusst den Wert seiner Arbeit nicht? Unter Umständen schon. Es gibt in Japan einige Bonsai-Künstler, deren Bäume ganz besonders hohe Preise erzielen. Japan hat sich in den letzten Jahrhunderten zur Bonsai-Kultstätte entwickelt, auch wenn die Bonsai-Kunst nicht in Japan, sondern in China ihren Ursprung hat. So wie die Chinesen ziemlich alles nach Japan gebracht haben, vom Reis über den Buddhismus, trifft das auch auf die Bonsai-Kunst zu.

dürfen sie werden. Im Grund sind Suiseki etwas ganz Banales; das ist gefundene Kunst, die zum Kunstwerk erhoben wird. In erster Linie symbolisieren diese Steine Gebirge, aber auch Figuren sind darunter. Auch Suiseki werden vererbt. Aber außer, dass er den Stein findet, macht der Mensch nichts am Stein. Es ist schon schwierig, etwas zu finden, das so perfekt ist − das allein ist die Kunst. Im Unterschied zum Suiseki, der naturbelassen bleiben muss, ist die Kunst beim Bonsai gerade der starke Eingriff des Menschen.

im Grunde ist Bonsai arbeitsintensives Handwerk. Die Kunst kommt eigentlich nur dann zum Tragen, wenn man den Baum ausstellt. In dem Moment, wo man ihn vorführt, wird er zum Kunstwerk erhoben. Auf einem eigenen Tisch in der richtigen Umgebung wird er mit einer richtigen Beipflanze, die das Bild ergänzt, präsentiert. Im Betrachten soll die Fantasie angeregt werden. Kunst ist nichts anderes als Kommunikation zwischen Künstler und Beobachter. Das Medium ist in unserem Fall der Bonsai. Bonsai soll also erfreuen?

Bonsai und Schale bilden eine Symbiose: Die Größe muss stimmen, die Form, der Ton, die Farbe

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Verbot, Bäume in der freien Natur auszugraben, weil sich zu viele Leute einen Baum geholt haben, um ihn als Bonsai zu kultivieren.

die kann man nicht nachmachen. Die Schale muss zum Baum passen wie ein Kleid.

Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Bonsai?

Bei der Ausstellung „Akiten“ werden Sie 44 Bonsai ausstellen und Suiseki. Was sind Suiseki?

Wenn in der Pflege nichts schiefgeht, kann so ein Baum uralt werden. Oft werden Bäume ausgegraben, deren Alter in der Natur schon 500 Jahre betragen hat. Wenn so ein Baum zum Bonsai

Auf Japanisch heißt Suiseki „Wasserstein“. Das sind Steine, die man in der Natur findet, überwiegend in Wassernähe. Wesentlich ist, dass sie unbearbeitet und ganz natürlich bleiben; lediglich geputzt

Nun, in Japan ist Bonsai den älteren, reichen Generationen vorbehalten. In Europa ist die Kultur eine andere als in Japan; auch ist Bonsai hier nicht so sehr an Reichtum gebunden. In erster Linie ist Bonsai aber dazu da, um Geduld zu lernen. Dann ist der „Grüne Daumen“ gefordert; man muss verstehen, was die Pflanze braucht – Wasser, Dünger, Licht. Der Rest ist sekundär. Beim Schneiden gibt es kein Richtig oder Falsch, denn Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 49


THEATER

Seit 2003 verwöhnt das in der Hauptstadt Bozen verankerte Südtiroler Kulturinstitut regelmäßig das Brixner Publikum mit spannenden Theaterabenden. Auch heuer gelangen wieder fünf Stücke von renommierten Autoren zur Aufführung, auf die Bühne gebracht von ebenso hochkarätigen Ensembles.

W

ie gewohnt, zeigt das Südtiroler Kulturinstitut in seinem Programm von 2019/2020 die Vielfalt in der deutschsprachigen Theaterlandschaft, die das Publikum seit 65 Jahren begeistert. Vom klassischen Sprechtheater, der Romanadaption bis zum Maskenspiel mit LiveMusik spannt sich der Bogen. „Die Theaterstücke in der neuen Saison zeigen, wie sehr die Antworten auf die großen Fragen des Lebens von Sichtweisen abhängen“, sagt der Direktor Peter Silbernagl. Wie hat ein Moslem zu sein? Was ist Kunst? Solche und ähnliche Fragen werden in den Inszenierungen abgehandelt, und das Publikum darf mitfiebern.

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Kunst & Kultur

„Ach, diese Lücke…“

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Heuer serviert uns das Kulturinstitut besondere Leckerbissen mit jungen Autoren wie Ayad Akthar und Yasmina Reza, die uns unbarmherzig mit bissigem Humor in die oberflächliche Wohlstandsgesellschaft katapultieren.

Brisanter Start. Am 24. Okto-

ber startet das Staatsschauspiel Dresden mit „Geächtet“ von Ayad Akthar – ein Stück, das sowohl am Burgtheater als auch bei den Vereinigten Bühnen Bozen schon aufgeführt wurde. Es geht um den New Yorker Anwalt Amir Kapoor (verheiratet mit der attraktiven und erfolgreichen Künstlerin Emily, gespielt von Christine Hoppe), der sich von seinen pakistanischen Wurzeln so weit distanziert, dass er als integrierter Amerikaner par excellence gilt. Als der Galerist Isaac und Kollegin Jory zum Abendessen erscheinen, bröckelt aber die Fassade, und unterdrückte Vorurteile, religiöse Ignoranz und rassistische Klischees lassen die Situation schnell eskalieren. Die Katastrophe ist unausweichlich.

Ach, diese Lücke … Wer liebt ihn

nicht, diesen Tausendsassa Joachim Meyerhoff! Vor allem weibliche Fans verpassen keine Lesung und kein Theaterstück mit dem erklärten Frauenschwarm. Bei der Bühnenfassung seines Romans „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, in Szene gesetzt vom Metropoltheater München, wird er am 27. November allerdings nicht selbst zu bewundern sein. James Newton spielt Joachim, der auszog, um Schauspieler zu werden und mangels bezahlbarer Alternativen bei den Großeltern einzieht. Sie, eine Grande Dame der Schauspielkunst, er, ein ehrwürdiger Philosophieprofessor, bieten dem angehenden Schauspieler einen bizarren und alkoholgeschwängerten Alltag, der den jungen Mann leicht überfordert zurücklässt. Er muss erkennen, die Lücken, die das Erwachsenwerden bereithält, sind

James Newton in der Komödie „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“

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gewaltig und noch lange nicht gefüllt.

Familie Flöz. Man stelle sich das Hotel Paradiso von Gio Ponti im hinteren Martelltal vor. Eine Hotelruine, aber auch Inspirationsquelle für Künstler aller Genres. Das Auftragwerk „Hotel Paradiso“ wurde vom Festival Transart im September auf der Heinzen-Alm aufgeführt. Wer es dorthin nicht geschafft hat, kann sich auf die Vorstellung vom Klassiker der Familie Flöz (Theaterhaus Stuttgart) am 5. Februar 2020 freuen. Das „Hotel Paradiso“ in der Geschichte gibt anfangs paradoxerweise die Marteller Situation wieder. Das Kurhotel hat die besten Zeiten hinter sich, die Seniorchefin versucht, den Betrieb in den Bergen mühsam aufrecht zu erhalten. Ein verträumter Sohn, ein kleptomanisches Dienstmädchen, ein zwielichtiger Koch sind weitere

Ingredienzien zu einem Alp(en)Traum, der alle in einen Strudel voller Abgründe reißt. Am Ende ist man überzeugt, die Figuren hätten gesprochen, gelacht, gestritten und geweint, aber nein, die Familie Flöz kommt ohne Worte aus, und alle Darsteller tragen Masken.

Puppentheater. Beim Gastspiel

„Clara“ des Puppentheaters Halle unter der Regie von Christoph Werner am 18. März geht es um Clara Schumann. Ihr letztes Konzert im März 1891 ist Ausgangspunkt einer Hommage an diese vielfältig begabte Frau. Ihr Leben war erfüllt von Triumphen, Tragödien und Tratsch. Sie war Wunderkind, Starpianistin, Komponistin, Künstlergattin, achtfache Mutter, Konzertmanagerin. In einer Mischung aus Puppenspiel und Live-Musik werden einige Stationen aus dem Leben die-


ser ungewöhnlichen Frau an der Seite von Robert Schuhmann beleuchtet. Am Klavier spielt Ragna Schirmer, zweifache Bach- und ECHO-Preisträgerin, die sich seit langem mit dem Leben und Werk von Clara Schumann beschäftigt und ihr das Album „Madame Schumann“ gewidmet hat.

Yasmina Reza. Seit dem über-

wältigenden Erfolg von „Gott des Gemetzels“ gibt es wohl kaum

jemanden, der die französische Autorin Yasmina Reza nicht kennt. In ihren Screwball-Komödien jagt ein hitziges Wortgefecht das andere, geschliffene Dialoge und geistreicher Wortwitz zeichnen ein perfektes Tableau vivant der heutigen Gesellschaft. Genau so ist ihr vielgespieltes Stück „Kunst“ angelegt, das vom St.-Pauli-Theater Hamburg unter der kundigen Regie von Ulrich Waller am 23. April zur Aufführung gelangt. Serge, Marc und Yvan diskutieren um die „weiße Scheiße“, ein sündhaft teuer erstandenes Bild ganz in Weiß. Der Streit um das Bild bricht bald überraschende Facetten im Beziehungsgeflecht der Freunde auf, die wunderbar von Stephan Schad, Peter Jordan und Hans Löw verkörpert werden. Längst geht es nicht mehr um Kunst, sondern um das Konstrukt aus Liebe, Freundschaft und Vertrauen, das im Chaos zu versinken droht.

Für Kinder- und Jugendliche. Peter Silbernagl ist stets darauf bedacht, nicht nur ein abwechslungsreiches Abendprogramm, sondern auch packendes Theater für die Jugend in die Außenbezirke zu bringen. Den Anfang macht am 24. Oktober das zauberhafte Musical „Die Schöne und das Biest“, ein Gastspiel des Theaters mit Horizont Wien für die Grundschule. Die berührende Story um die junge Belle und dem Scheusal, in Wahrheit ein verzauberter Prinz, fesselt immer wieder Groß und Klein, so wie in diesem Arrangement von Clemens Handler und Gernot Kogler. Comedia Köln bringt am 11. und 12. November mit Play Galilei/Der Wert der Wahrheit“ von Holger Schober einen Plot für die Oberschule auf die Bühne. Galileo Galilei stellt als erster Wissenschaftler das heliozentrische Planetensystem vor, mit dem er das Weltbild seiner Zeit in Frage stellt. Unter dem Druck der Inquisition widerruft er seine Erkenntnisse. Die Problematik wird ins Heute geholt über die Diskussion mit seinen halbwüchsigen Kindern, die unterschiedliche Meinungen zu seinen Forschungen und dem Konflikt mit der Kirche haben. „Patricks Trick“ heißt das Stück für die Mittelschule vom Next Liberty Theater Graz am 4. Dezember. Es ist eine raffiniert erzählte und humorvoll philosophische Coming-of-Age-Geschichte, wo der Hauptakteur Patrick erfährt, dass es zur sogenannten Normalität ziemlich viele Alternativen gibt. Ein Gastspiel des Theaters MOKI Wien bringt am 3. März „Die kleine Meerjungfrau“ nach Brixen. In einer Mischung aus Puppen- und Schauspiel mit viel Musik wird für die Grundschule die Geschichte von der kleinen Nixe erzählt, die aus Liebe zu einem Prinzen den Meeresgrund verlässt und ihr Glück in der neuen fremden Welt sucht. Eine besondere Überraschung gibt es zum Ende der Saison mit dem Klassiker „Heidi“ vom Theater in der Pfütze, Nürnberg. Johanna Spyris Erfolgsroman vom Waisenkind Heidi, das alle Herzen gewinnen kann, überzeugt bis heute als zeitlose Geschichte über das Alleinsein, die Freundschaft und die Suche nach Geborgenheit. Weitere Infos unter www.kulturinstitut.org. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

Foto: Oskar Zingerle

MUSIK

Westbound begeistern z Schätzungsweise tausend Zuschauer kamen Ende August zum Konzert der Rockband Westbound auf den Brixner Domplatz – und erlebten zwei Stunden Rock und Pop vom Feinsten. Bandleader Toni Pizzecco hatte mit Walter Nogler, Victoria und Alexandra Pizzecco, Mattia Mariotti, Philipp Trojer, Marino Sartin, Gabi Janssen und Christian Wurz eine

Truppe aus drei Generationen auf die Bühne gebracht, und das Musikprogramm, das sich genauso an die verschiedenen Zeiträume orientierte, beinhaltete unter anderem Lieder von Simon & Garfunkel, Sting, AC/DC und Ed Sheeran. Höhepunkt war ein Lied, das inzwischen auch in der Interpretation von Westbound zum Klassiker geworden ist: Bei „Hotel

California“ der Eagles glänzten vor allem die beiden Gitarristen Mattia Mariotti und Philipp Trojer, die das legendäre Gitarrenduell originalgetreu wiedergaben. Die freiwilligen Helfer des Vereins

K&K

„Südtiroler Ärzte für die Welt“ sammelten Spenden für das Krankenhaus Attat in Äthiopien. Das Konzert wurde veranstaltet von der Liederszene Südtirol/rocknet. bz. wv

Kunst & Kultur

MUSIK

Doggis neuer Hip-Hop-Song z „Mei‘ Generation håt an Scheiß gebaut, in 50 Johr die Erde versaut“, prangert Markus „Doggi“ Dorfmann in seinem neuesten Hip-Hop-Song unser Leben an. „Sorry for my generation“ nennt sich das neueste Werk des Brixner Musikers, und er trifft damit genau den Nerv der Zeit. Gewidmet hat „Doggi“ seinen Song, der zum Nachdenken animieren soll, der Jugend, die für den Klimaschutz kämpft. Die vergangenen 50 Jahre seien die besten aller Zeiten gewesen, singt der 56-Jährige. Er textet

kurz

notiert

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in seinem Rap, dass jeder Mensch das Recht auf gute Luft habe, auf eine Welt ohne Krieg, auf ein Leben ohne Angst. Die Menschheit aber habe es in den vergangenen 50 Jahren geschafft, die Welt nahe an den Abgrund zu bringen: „Es macht mich traurig und ärgert mich zugleich, wenn Schüler bei den Klimastreiks wegen des Schulschwänzens verurteilt werden“, sagt der Songwriter, „die jungen Menschen machen sich ernsthaft Sorgen um ihre Zukunft.“ Weit besser sei es, die Jugend in ihrem

Unterfangen für eine saubere und lebenswerte Umwelt zu unterstützen, denn „wir tragen gemeinsam Verantwortung für Gegenwart und Zukunft“. Zusammengetan hat sich „Doggi“ − diesem Prinzip folgend − auch für den Videodreh zum Song, der schließlich in Milland im zweiten Anlauf organisiert wurde, nachdem der auf dem Karerpass geplante Dreh am 8. September sprichwörtlich ins Wasser gefallen war. Eingeladen zum Mittun waren alle Interessierten: Junge und Alte, Familien, Singles und Paare. sp

Nach einem Konzertabend im September mit dem Duo Giovanni und Walter Sanin auf Flöte und Gitarre präsentiert Pro Cultura am 5. Oktober im Forum die Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß, in Szene gesetzt vom Teatro Musica Novecento.

Martina Peintner ist eine junge Künstlerin, die Wall Painting zu ihrer bevorzugten Ausdrucksmöglichkeit auserkoren hat. Jetzt ist die begabte Wandmalerin als erste Frau und Nicht-Bildhauerin in der Gruppe der Grödner Holzschnitzkünstler aufgenommen worden.

Die Dekadenz startet ab 25. September in die Herbstsaison mit einem Stück von Jakob Nolte. Im „Gespräch wegen der Kürbisse“ kommen Freundinnen (Ingrid Lechner und Brigitte Knapp) zusammen und liefern sich ein rasantes Wortgefecht über Beziehungen, die Waffenlobby, den Mossad oder eben über Kürbisse.


NACHGEFRAGT

„Im Sprachlabor ist jeder willkommen“ MIRIAM UNTERTHINER, Leiterin des neuen Projekts „Sprachlabor“, das im Oktober in der Stadtbibliothek Brixen in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung startet. Frau Unterthiner, was ist ein „Sprachlabor“? Das „Sprachlabor“ versteht sich als ein offener Raum für jegliche Art von sprachlichen Äußerungen sowie kreativen Umgang mit, um und in unterschiedlichen Sprachen. Sprachen werden dabei im weiten Sinne verstanden − es ist sozusagen alles erlaubt, auch Fantasiesprachen. Der Fokus des Sprachlabors liegt auf der eigenen künstlerischen Arbeit; das heißt, es werden gemeinsam Texte geschrieben, wir tauschen uns untereinander dazu aus, und es wird eifrig diskutiert.

Welche Beweggründe gingen dem Projekt voraus? Zum einen wollte ich eine Schreibförderung in Südtirol schaffen, die sich vor allem mit der Sprache als Ausdrucksmittel befasst. In Brixen oder in Südtirol ist mir kein ähnliches Projekt bekannt. Zudem sehe ich mit dem Sprachlabor die Möglichkeit, das große mehrsprachige Sprachpotential in Südtirol zu nutzen, das heißt Deutsch, Italienisch, Ladinisch und alle anderen hier gesprochenen Sprachen. Ich glaube, in der Kunst liegt ein großes Potential, Menschen auf diese Weise zu vereinen. Südtirol kann hier fördernd wirken.

Wer ist die Zielgruppe des Sprachlabors? Das Sprachlabor heißt jeden ab 13 Jahren willkommen, der sich künstlerisch mit Sprache im weitesten Sinne beschäftigen möchte. Es kann dabei sowohl erstes literarisches und künstlerisches Arbeiten erprobt als auch das eigene Interesse am Schreiben entdeckt werden. Wir treffen uns jeweils an einem Sonntag im Monat in der Stadtbibliothek Brixen – die Intensität entscheidet jeder selbst. Anmelden kann man sich bis zum 15. Oktober unter sprachlaborsuedtirol@gmail.com. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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THEATER

40 Jahre auf der Bühne

Späte Rache Foto: Michl Vikoler

Kunst & Kultur

THEATERGRUPPE VILLNÖSS

z Vor genau 40 Jahren, 1979, gaben Klaus Deporta und Elmar Albertini den Anstoß zu einer Wiederauflage des Theatervereins und brachten neuen Schwung ins Villnößer Bühnenleben. Denn Theater gespielt wurde im Villnößtal schon lange vor dem Jahr 1979: Die ersten Aufzeichnungen über bäuerliche Lustspiele gehen auf die fünfziger und sechziger Jahre zurück: „Die Geierwalli“, „Das Kreuz in der Klamm“ oder „Der Hallewaggl“ waren damals sehr populäre Stücke. Anfang der siebziger Jahre löste sich die Theatergruppe jedoch auf, und es wurde einige Jahre lang still auf der damaligen Bühne des Villnößer Pfarrheims – bis zum besagten Jahr 1979. Seither gibt es regelmäßig Aufführungen, die über das traditionelle Bauerntheater weit hinaus reichen: Von ernsten Inszenierungen wie „Kein Platz für Idioten“ und „Föhn“ bis hin zu Komödien

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wie „Floh im Ohr“ und „Manderwirtschaft“ findet sich alles im Archiv der Theatergruppe Villnöß. Seit 1995 werden auch immer wieder Jugendtheaterstücke ins Programm aufgenommen, um die Nachwuchstalente im Tal zu fördern. Nun will das runde Jubiläum gebührend begangen werden: Die Theatergruppe Villnöß hat sich mit „Don Camillo und Peppone“ ein anspruchsvolles Stück ausgesucht; als Regisseur konnte dafür der Salzburger Claus Tröger gewonnen werden. In einer fünfwöchigen Schulung wurde hart am spielerischen Niveau des gesamten Ensembles gearbeitet, um dem Publikum im Jubiläumsjahr ein ganz besonderes Erlebnis bieten zu können. Auch Spieler der Heimatbühne Teis sowie junge Spieler aus der Jugendgruppe wirken bei der großen Jubiläumsproduktion mit. sp

z Die Pustertaler Theatergemeinschaft hat kürzlich in der Festung Franzensfeste wie gewohnt ein Theaterstück zum Nachdenken zur Uraufführung gebracht, diesmal unter der Regie des Villacher Regisseurs Alfred Meschnigg. „Eine Art Bruder“ von Burkhard Wetekam greift ein heikles Thema auf – jenes der Rettungskinder, die nur als Knochenmarkspender für eine Stammzellentransplantation gezeugt werden. Erik Stamm (gut gespielt vom Osttiroler Wolfgang Michor) feiert das zehnjährige Firmenjubiläum. Er setzt seine ganze Energie und sein Vermögen ein − sehr zum Leidwesen von Buchhalter Knäpper (sehr gut Peppe Mairginter) −, um neue Therapien gegen die Immunschwäche zu erforschen, an der er selbst leidet. Seine Frau Anna (Sonja Ellemunt) entdeckt einen ungebetenen Gast, der seine Identität verschleiert und kryptische Aussagen tätigt. Es ist Paul (Rudolf Beikircher), der herausbekommen hat, dass

er vor 35 Jahren zum Zweck gezeugt worden ist, seinen Bruder Erik durch Knochenmarkspenden zu retten. Jetzt fordert er als Entschädigung von Erik die Hälfte seines Vermögens und die Teilhaberschaft, denn schließlich habe er als „eine Art Bruder“ indirekt Eriks Überleben und seinen finanziellen Aufstieg erst ermöglicht. Als Dreingabe will er Anna, aber die hat für das Dilemma eine ganz andere Lösung parat. Kongeniale Musik von Stefan Kühne umrahmt das Geschehen; sehr gut herausgearbeitet wird die emotionale Frage nach Herkunft und Lebenssinn, wenn auch manche Dialogsequenzen etwas langatmig und ermüdend sind. ird

NEU IM REGAL Heimat neu denken Heimat sei ein anrüchiger Begriff, von allen werde er „missbraucht“, von links, rechts, liberal oder grün. Angesichts der aktuellen Debatten um kollektive Identität, um Migration und Asyl sei es hoch an der Zeit, dieses Konzept zu hinterfragen und Heimat anders zu denken, meint Elsbeth Wallnöfer. Die Südtirolerin ist Volkskundlerin und Philosophin und lebt seit 34 Jahren in Wien. Sie setzt in ihrem Buch dem Begriff Heimat den Heimwehschmerz entgegen, der laut Studien noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts für Suizide und sogenannte „Heimwehverbrechen“ verantwortlich war. Sie schreibt auch darüber, wie Heimat eine Ideologie wurde und wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen für das, was man tut. Heimat sei nicht anhand eines Bedrohungsszenarios zu formulieren, sondern sie ist im Zusammenhang mit personaler Identität zu sehen. Heimat sei eine Summe

Elsbeth Wallnöfer: Heimat. Ein Vorschlag zur Güte. Haymon Verlag, 2019

von Lebensäußerungen, eine intime private Angelegenheit. Reisen ist heute an der Tagesordnung, die Erkundung des Fremden bedeutet Entkoppelung von Heimat. Eine große Erleichterung nach zweihundert Jahren Burschenschaftsideologien.


MUSIK

und traumtänzerisch sind ihre poetischen Lieder; sie singt von Gesprächen mit dem Wal, von Sonnenuntergängen, die nicht froh machen, und sehr oft von Schokolade als Rettungsanker. Oder sie erzählt von ihrer Geburt und dass ihre Mutter sie danach ins

Wasser getaucht hat, wo sie voller phosphoreszierendem Plankton wieder aufgetaucht ist. „Gut beim Tanzen in der Disco“, lacht die vielsprachige Sängerin. Gut auch für uns, denn das Leuchten umgibt Eva heute noch, und es dringt bis in unsere Seelen. ird

Fotos: Arnold Ritter

z Wenn sie nicht gerade am Theater- oder Filmset ist, schreibt Eva Kuen Texte, die es in sich haben. Wer Glück hatte, konnte eine Kostprobe ihrer Lieder im Kulturprogramm des Tschumpus erleben, wo die Erfahrungen ihrer einstigen jahrelangen Segelreise mitschwingen. Mitgebracht zur Premiere ihres neuen musikalischen Programms „Käptn Lost“ hat Eva Kuen die Musiker Philipp Schwarz an der E-Gitarre und Simon Gamper am Bass-Piano sowie Manuel Thoma am Schlagzeug. Corinne Amrand ist ihr musikalisches Alter Ego, das das sturmerprobte Segelschiff mühelos zwischen Indie-Rock- und Pop-Inseln herummanövriert. „Lost“ ist Eva Kuen nur in den ersten Minuten vor lauter Aufregung vor heimischem Publikum, aber wie eine waschechte Seebärin ruft sie ihrer Mannschaft zu: „So Jungs, jetzt geben wir mal Futter für die Fische!“ Bluesgetränkt

Fotos: Arnold Ritter

Walgesänge

MUSIK

Love letters z Schade für all jene, die wegen des schlechten Wetters nicht zur Abschlussveranstaltung in den Tschumpus gekommen sind, um Elis Noa zu hören, denn die haben eine wirklich faszinierende Performance verpasst. Elis Noa aus Wien formieren sich aus der Brixner Sängerin Elisa Godino, den Wiener Musikern Angel Vassilev (Keyboarder und Komponist), Aaron Hader am Sax und Michael Schatzmann an den Drums, der in Brixen durch Raphael Landthaler ersetzt wurde. Elisa Godino erweitert schon seit frühester Jugend ihren musikalischen Horizont. Sie studierte Jazz-Gesang in Wien und absol-

viert zurzeit das Masterstudium zur Vertiefung von Gesangspädagogik und Gesangsvermittlung. Der musikalische Fundus reicht von elektronischem Pop über Contemporary Rhythm&Blues bis zu hin zu Future Soul. Das Publikum im Tschumpus kam in den Hörgenuss der zweiten EP „Love Letters“, in der Elisa musikalisch hinreißend verpackte Geschichten erzählt voller Hingabe, Wünsche, Frustration und Ekstase. „Mit unseren Texten haben wir die Möglichkeit, etwas laut zu sagen, was wir in der Realität nicht wagen würden“, sagen die vier kreativen Köpfe, von denen wir noch viel hören werden. ird 55


z Ende August ging es im Tschumpus noch einmal hoch her, als Gabi Rothmüller die Crème de la Crème der bairischen Kabarettisten im Schlepptau hatte, um das Kult-Germanical „Siegfried“ endlich auch in Südtirol zu präsentieren. Der Newcomer Martin Frank als Siegfried „siegt“ auf der ganzen Linie, Constanze Lindner gibt eine etwas überreife, frechfrivole Kriemhild und Alexander Liegl mimt den unbedarften Gunther. Last but not least steht Regisseurin Gabi Rothmüller sogar selbst auf der Bühne als stets kreischende Göttergattin vom sich nur „aushäusig“ fortpflanzenden Wotan. „Jetzt vergreift er sich auch noch an sterblichen Eisacktalerinnen!“, wütet das kleine Zornteufelchen mit herrlicher Beehive-Perücke. Siegfried − mit blondem Haar und Fellschurz − hat den Drachen Fafnir getötet und den Zwergenkönig Alberich (Alex Liegl auf Knien) den Schatz

Foto: Oskar Zingerle Fotos: Oskar Zingerle

Bairischer Drachentöter

abgeluchst und ist dadurch im „rechtmäßigen Besitz von Hort, Ring und Haube“. Er, der reine Tor, muss die „Drecksarbeit“ für den Schlappschwanz Gunther verrichten, in dem er mit der Tarnkappe die stolze Brünnhilde im Feuerwall (nord. Waberlohe) erobert. Es ist zum Niederknien,

übern Brenner drübergfahrn“. Eine witzige Persiflage auf das hehre Nibelungenlied ist den Kabarettisten um Rothmüller und Liegl mit diesem „Germanical“ gelungen – mit toller Live-Musik, umwerfenden Gags, schmissigen Liedern und lustigen Tanzeinlagen. ird

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wenn die Truppe munter intoniert „Waberloh, wir gehen jetzt in die Waberloh“ – frei nach dem Abba Song Waterloo. Kriemhild hat ein Auge auf Siegfried geworfen, der sie allerdings erst beachtet, als er von einem speziellen „Trank im Schrank“ nippt, denn schließlich „bin i ja zum ‚Saufa‘ extra

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Kunst & Kultur

KABARETT

z Die Idee, dass man die Partnerstädte von Regensburg musikalisch über einen BlasmusikMarathon verbinden könnte, kam von Franz Rumstadt, Kapellmeister der Oberpfälzer Musikgruppe „Blas Brothers“. Gesagt – getan: Die erste Station des kürzlich stattgefundenen Blasmusik-Marathons war Brixen; es gab ein gemeinsames Konzert mit der Bürgerkapelle Brixen am Domplatz. In der Nacht stiegen dann vier Brixner Musikanten mit in den Bus der Regensburger nach Budapest. In Budovar wurde man herzlich empfangen; man spielte ein vielbeachtetes Konzert bei der Fischer-Bastei mit den „Scho-

rokscharer Burschen“. Am da­ rauffolgenden Morgen stiegen fünf ungarische Musikanten in den Bus, und es ging weiter nach Pilsen in Tschechien. Es wurden einige Stücke mit der dortigen Gruppe „12 Plzen“ im Park gespielt,­wobei fünf tschechische Musikanten dazukamen, und von da ging es weiter nach Regensburg zur „Dult“, wo das Schlusskonzert stattfand. In der Brixner Partnerstadt wurden die Musikanten von der Bürgermeisterin, den Politikern sowie Sponsoren und Musikfreunden herzlichst empfangen, und es gab im Festzelt ein internationales Konzert. wa


TIMER

Oktober 2019 DIVERSES

Liebevolle Schöpfung Um unseren Umgang mit der Schöpfung und um ihre Bewahrung, um entsprechende Lebensstile, wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Umsetzungen geht es im heurigen Symposion der Initiative Musik und Kirche. Der musikalische Teil betont die positiven Aspekte des Themas und gipfelt in der Aufführung von Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“.

Foto: Hugo Wassermann

ein Weinberg – Stabat Mater“ ist der Titel des Konzertes mit dem Ensemble ¡Kebataola! aus Slowenien unter der Leitung von Karmina Šilec. Die Jahreszeiten und deren Wechsel sind wohl etwas vom Schönsten, was uns die Natur zu bieten hat. Im Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn werden die Jahreszeiten mit herrlicher Musik veranschaulicht. Ausführende sind Solisten, die Wiltener Sängerknaben und die Philharmonie Timisoara. z Die Referate. Namhafte Persönlichkeiten werden in Kurzreferaten Statements zum Thema abgeben: Adriano Sella fordert auf, von Naturvölkern neue Lebensstile zu lernen. Paolo Renner befasst sich mit der Entdeckung der Schöpfung im kirchlichen Lehramt. Für Markus Moling gilt es, das menschliche Verhalten zum Tier ethisch zu reflektieren. Gerhard M. Tarmann beschäftigt sich mit der schwindenden Artenvielfalt. Michil Costa spricht über das ethische Wirtschaftsmodell Gemeinwohlökonomie.

Georg Kaser, einer der weltweit renommiertesten Klimaforscher, erläutert den Klimawandel aus naturwissenschaftlicher Sicht. Sigrid Stagl spricht über bedrohte Natur und Wirtschaft. Schließlich gibt uns Lisa Plattner Einblick in die reale Situation der politischen und wirtschaftlichen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels.

Die Musik. Der musikalische Teil

des Symposions ist nicht auf Untergangsszenarien, sondern auf eine liebevolle Beziehung zur Schöpfung ausgerichtet. „Du bist

Der Gottesdienst. Den Ab-

schluss des Symposions, das in Zusammenarbeit mit dem Institut „De pace fidei“, dem Südtiroler Künstlerbund und der Hofburg Brixen veranstaltet wird, bildet der sonntägliche Gottesdienst, den das Ensemble Alla Breve und das Ensemble ¡Kebataola! musikalisch gestalten. Josef Lanz schreibt: „Das Symposion soll uns dazu anregen und ermutigen, eine liebevolle Beziehung zur Schöpfung aufzubauen, uns neue Lebensformen anzueignen, die eine Zerstörung nicht zulassen.“

* Freitag, 11. Oktober

17 Uhr, Priesterseminar: Eröffnung und Kurzreferate 20 Uhr, Kirche des Priesterseminars: ”Du bist ein Weinberg – Stabat Mater“ mit dem Ensemble ¡Kebataola!

* Samstag, 12. Oktober

9 Uhr & 15.00 Uhr, Priesterseminar: Referate 11 Uhr, Hofburg Brixen: Besichtigung der Ausstellung Beauty Case 19 Uhr, Dom Brixen: Joseph Haydn: Oratorium ”Die Jahreszeiten“ mit den Wiltener Sängerknaben und der Philharmonie Timisoara

* Sonntag, 13. Oktober

10 Uhr, Dom Brixen: Gottesdienst mit Regens Markus Moling Ensemble Alla Breve – Ensemble ¡Kebataola!

„ „DIE JAHRESZEITEN Joseph Haydn

Chor und Solisten der Wiltener Sängerknaben Philharmonie Timisoara Hanne: Martha Harreiter, Sopran Lukas: David Kerber, Tenor Simon: Oliver Sailer, Bass Johannes Stecher, Leitung Samstag,

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12. Oktober, 19 Uhr Dom Brixen

Kartenvorverkauf: Tourismusbüro Brixen Tel. 0472 275252, info@brixen.org

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Foto: Sebastian Hoppe

Veranstaltungen

Regionale Tournée Kunst der Vielfalt präsentiert

OTELLO CIRCUS

THEATER

Geächtet

von Antonio Viganò

Ein Operntheater, das sich an die Werke von Verdi und Shakespeare anlehnt und in einem alten Zirkus spielt, in dem Otello gezwungen ist, seine persönliche Tragödie darzustellen. Er tut dies gemeinsam mit anderen Figuren, die dem Zirkus angehören: der Akrobat, der Messerwerfer, der Seiltänzer, der Gehilfe, der Dompteur. Die Bühne beheimatet einen riesigen Zirkus der Gefühle, in dem alles Geschehen von den Leidenschaften und der Geltungssucht der Figuren bestimmt wird. UBU PREIS 2018 Mit Rodrigo Scaggiante, Mirenia Lonardi, Matteo Celiento, Maria Magdolna Johannes, Jason De Majo, Michael Untertrifaller, Daniele Bonino, Rocco Ventura · Künstlerische Mitarbeit: Antonella Bertoni und Paola Guerra · Kostüme: Roberto Banci · Light design: Michelangelo Campanale Eine Produktion: Teatro la Ribalta - Kunst der Vielfalt (Bozen) In Zusammenarbeit mit Lebenshilfe Südtirol, mit der Unterstützung von Region Trentino-Südtirol und Stiftung Allianz UMANAMENTE

* Do., 3. & Fr. 4. Oktober, 21 Uhr Forum Brixen

Anmeldung erforderlich: info@teatrolaribalta.it, Tel. 0471 324943 Eintritt: 15 euro (ermäßigt 10 Euro)

z Unter dem Motto „Sichtweisen“ lädt das Südtiroler Kulturinstitut in der neuen Spielzeit dazu ein, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Mit der preisgekrönten Komödie „Geächtet“ von Ayad Akhtar in der Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden geht es zum Auftakt der Saison um die heißen Themen Zuwanderung und Integration. Im Mittelpunkt steht der aufstrebende New Yorker Anwalt Amir Kapoor, dem es bestens geht: Demnächst soll er zum Partner der jüdischen Kanzlei werden, in der er arbeitet, er ist verheiratet mit der erfolgreichen Künstlerin Emily, und von seinen pakistanischen Wurzeln hat er sich so weit distanziert, dass er ein Vorbild an Integration darstellt. Doch als Emilys Galerist

THOMAS HOCHKOFLER DER HAUSMEISTER

Isaac und Amirs Kollegin Jory zu einem Abendessen eingeladen werden, zeigt die Fassade mit zunehmendem Alkoholkonsum schnell ihre Risse. Wie unter einem Brennglas lässt Ayad Akhtar in einer Gruppe wohl­situierter Bürger die schwelenden Konflikte um religiöse Ignoranz, falsch verstandene Assimilation, ethnische Vorurteile und alltäglichen Rassismus Feuer fangen.

* Do., 24. Oktober, 20 Uhr Forum Brixen

Einführung: 19:15 Uhr Karten bei Athesia-Ticket und www. kulturinstitut.org Informationen: Tel. 0471-313800 Die Veranstaltung des Südtiroler Kulturinstituts wird von der Volksbank unterstützt.

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Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Primärlogo unter 25 mm

* Samstag, 19. Oktober, 9–16:30 Uhr Lana, am GriesV.2.u25mm

V.2. V.1.

Eintritt frei

V.1.u25mm

Kartenreservierung: Tourismusverein Mühlbach, Tel.: 0472 886048

58

V.2.

V.2.u25mm


Mittwoch, 2. Oktober

Theater

Freitag, 4. Oktober

20:30 Uhr

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller

Vortrag

20 Uhr

Chemotherapie heilt Krebs und die Erde ist eine Scheibe Die 10 größten Mythen der Onkologie mit Lothar Hirneise Mühlbach, Graf-Meinhard-Haus

Lesung

Donnerstag, 3. Oktober Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen

Theater

14 Uhr

Otello Circus Teatro la Ribalta, mit Rodrigo Scaggiante Forum Brixen

21 Uhr

Theater

Samstag, 5. Oktober

Diverses

ab 9 Uhr

Benefizflohmarkt Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn bis 18 Uhr Vahrn, alter Kindergarten

Operette Theater

20:30 Uhr

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller

Sonntag, 6. Oktober

Diverses

ab 10 Uhr

Mittwoch, 9. Oktober

16:30 Uhr

Geistliches Konzert Abschiedskonzert von Rudi Chizzali: Männerchor Neustift und Männerchor „Germania“ Freiendiez Neustift, Stiftskirche

20:30 Uhr

Regie: Anna Heiss Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Biofest(a) Bio-Bauernmarkt, Bioland Verband Südtirol Brixen, Hartmannplatz

Musik

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller

Theater

21 Uhr

Otello Circus Teatro la Ribalta, mit Rodrigo Scaggiante Forum Brixen

20 Uhr

Aus „Feierabend – 36 Kurzgeschichten rund um die schönste Zeit des Tages lesen die Autorinnen Marion Bischoff, Heike Stadelmann, Ulrike Schmid, Monja Luz und Heidi Troi TPZ Brixen

Diverses

Theater

Una notte a Venezia (ital.) Teatro Musica Novecento Forum Brixen

Theater

20 Uhr

20:30 Uhr

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz,

20:30 Uhr

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 10. Oktober

Diverses

14 Uhr

Diverses

ab 18 Uhr

Theater

20:30 Uhr

Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen

Repair Cafè Gemeinsam mit Experten reparieren, was noch zu retten ist Kolping-Mensa, Fallmerayerstr. 4 B Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller

Foto: Hermann Maria Gasser

Die Spielgemeinschaft Vintl-Weitental EO bringt den Kinoerfolg

"ZIEMLICH BESTE FREUNDE" nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache, für die Bühne adaptiert von René Heinersdorff Ein ebenso berührendes wie komisches Theaterstück, das die tragikomischen Ereignisse einer wahren Begebenheit liebevoll erzählt. Philippe, reich und intelligent, benötigt im Alltag Hilfe, da er vom Hals abwärts gelähmt ist. Als er wiedermal einen neuen Pfleger engagiert, stolpert Bacari in sein Haus. Soeben aus dem Gefängnis entlassen, möchte sie eigentlich nur einen Stempel dafür haben, dass sie sich vorgestellt hat, um weiterhin Arbeitslosenunterstützung zu erhalten. Frei nach dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ stellt Philippe, zum Entsetzen seiner Verwandten und Vertrauten, Bacari ein. Ihre unbekümmerte, ungehobelte, authentische und mitleidslose Art fasziniert Philippe. Anfangs abgeneigt, überhaupt einer festen Beschäftigung nachzugehen, krempelt Bacari nach und nach das Leben von Philippe um. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen, verrückten Freundschaft, die beide gleichsam verändern wird. Regie: Gerd Weigel

* 25., 30. Oktober & 2., 5., 7., 8., 11. November, 20 Uhr Sonntag, 27. Oktober & 3., 10. November, 17 Uhr Festung Franzensfeste

BUCHVORSTELLUNG „Feierabend – 36 Kurzgeschichten rund um die schönste Zeit des Tages“ Nach „Lichter im Advent“ stellen die Autorinnen Marion Bischoff, Heike Stadelmann, Ulrike Schmied, Monja Luz und Heidi Troi nun eine zweite Kurzgeschichtensammlung vor. Markus „Doggi“ Dorfmann wird die Lesung musikalisch umrahmen.

* 4. Oktober, 20 Uhr

Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Eintritt: freiwillige Spende Informationen und Platzreservierungen: tpz-brixen.org/programm/macht-mal-feierabend-lesung oder Tel.: 335 535 99 55

Reservierung: 331 59 83 980 oder theatervintl@hotmail.de

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Freitag, 11. Oktober

Sonntag, 13. Oktober

Veranstaltungen

Musik

20 Uhr

„Du bist ein Weinberg“ Carmina Slovenica/Ensemble ¡Kebataola!, künstlerische Leitung: Karmina Šilec Kirche des Priesterseminars, Brixen

Theater

20:30 Uhr

Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller Samstag, 12. Oktober

Musik

19 Uhr

Joseph Haydn: Oratorium „Die Jahreszeiten“ Chor und Solisten der Wiltener Sängerknaben. Philharmonie Timisoara Dom Brixen

Freitag, 18. Oktober

Musik

10 Uhr

Gottesdienst mit dem Ensemble ¡Kebataola! Dom Brixen

Diverses

27. Apfelfest Natz, Dorfzentrum

ab 10:30 Uhr

Comedy 20:30 Fix me if you can Reparaturanleitung für eine Person mit Behinderung, mit Elisabeth Löffler Dekadenz, Anreiterkeller

Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen

Vortrag

ab 8:45

Die Schöne und das Biest Gastspiel des Theaters mit Horizont, Wien. Für die 3. bis 5. Klasse Grundschule Forum Brixen

14 Uhr

Mittwoch, 23. Oktober

Vortrag

14 Uhr

Gesund durch den Winter mit Schüsslersalzen Referentin: Ingrid Ramoser Brixen, Apotheke Peer

Esoterik – Eine Alternative zur Religion? Prof. Paul Renner: Einführung in Bergriffe und Praxis der Esoterik Phil.-Theol. Hochschule Brixen

Musik

20:30

Montag, 21. Oktober

Kindertheater Uhr

Donnerstag, 17. Oktober

Diverses

Comedy

Fix me if you can Reparaturanleitung für eine Person mit Behinderung, mit Elisabeth Löffler Dekadenz, Anreiterkeller

Donnerstag, 24. Oktober

20:30 Uhr

Kreativ Mozart JW Orchestra und Marco Gotti Dekadenz, Anreiterkeller

20 Uhr

Samstag, 19. Oktober

Diverses

ab 9 Uhr

Event Markt SelberGmocht Lana, am Gries

Theater

20 Uhr

Ball der einsamen Herzen Theatergruppe Lüsen Lüsen, Gemeindesaal

Diverses

14 Uhr

Vortrag

14 Uhr

Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen

Esoterik – Eine Alternative zur Religion? Mag. Martin Pezzei: Esoterische Bewegungen in Südtirol Phil.-Theol. Hochschule Brixen

LADINISCHER ABEND

Internationale Theaterpädagogik Tage

THEATERPÄDAGOGIK IST … MEHR! Die neu gegründete Plattform Theaterpädagogik Südtirol tritt mit diesen ersten internationalen Theaterpädagogik Tagen zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. In verschiedenen Workshops setzen sich Referent*innen aus Deutschland, Österreich, Italien und England mit der Frage auseinander, was Theaterpädagogik eigentlich von anderen Methoden unterscheidet, was sie bewirken kann und welche Möglichkeiten sie bietet. Eine Tagung für Theaterpädagog*innen und Interessierte.

* 25.-27. Oktober Forum Brixen

Informationen und Anmeldungen: tpz-brixen.org/theaterpaedagogik-tage oder Tel.: 335 535 9955

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Im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe „Kultur in der Fabrik“ findet heuer in den Produktionshallen der Zingerle AG in Schabs ein Ladinischer Abend statt. Typisch ladinische Klänge werden vom Kirchenchor St. Martin in Thurn sowie von Armin Dasser mit seiner Ziehharmonika zum Besten gegeben, für das leibliche Wohl sorgen die Bäuerinnenorganisationen Abtei und Wengen, welche die Gäste im Anschluss an das Konzert mit ladinischen Spezialitäten verwöhnen. Der Erlös des Abends kommt auch dieses Jahr wieder wohltätigen Zwecken zugute.

* Samstag, 26. Oktober, 18:30 Uhr

Zingerle AG (Förche 7), Schabs

Eintritt freie Spende –Reservierung nicht erforderlich

Building up moments.


Theater

20 Uhr

Film

20 Uhr

Theater

20 Uhr

Theater

20 Uhr

Ball der einsamen Herzen Theatergruppe Lüsen Lüsen, Gemeindesaal

Geächtet Komödie von Ayad Akhtar, Inszenierung des Staatsschauspiels Dresden Forum Brixen

European Outdoor Film Tour 19/20 Forum Brixen Ball der einsamen Herzen Theatergruppe Lüsen Lüsen, Gemeindesaal Sonntag, 27. Oktober

Diverses

ab 9 Uhr

Theaterpädagogik Tage TPZ Bixen

Theater

17 Uhr

Ziemlich beste Freunde Für die Bühne adaptiert von René Heinersdorff. Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Franzensfeste

Südtiroler Brot und Strudelmarkt 4.−6. Oktober, ab 10 Uhr Brixen, Domplatz

Symposion Musik & Kirche 11.−13. Oktober ab 17 Uhr Dom Brixen, Priesterseminar, Kirche des Priesterseminars

Ausstellungen Hofburg bis 31. Oktober Brixen in alten Ansichten Di.−So., 10−17 Uhr bis 31. Oktober Zu Tisch beim Fürstbischof Di.−So., 10−17 Uhr bis 31. Oktober Martin Rainer. Das Werk vor dem Werk Di.−So., 10−17 Uhr

Freitag, 25. Oktober

Diverses

Theater

20 Uhr

Ball der einsamen Herzen Theatergruppe Lüsen Lüsen, Gemeindesaal Mittwoch, 30. Oktober

Theater

Theater

20 Uhr

Ziemlich beste Freunde Für die Bühne adaptiert von René Heinersdorff. Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Franzensfeste

Diverses

20:30 Uhr

77 Cent – Karriere kein Kinderspiel Dekadenz, Anreiterkeller

Diverses

ab 9 Uhr

Musik

„Kultur in der Fabrik“ Ladinischer Abend Schabs, Zingerle AG

18:30 Uhr

Flohmarkt „Ggumperermarkt“ Sa., 5. & 12. Oktober, 8–17 Uhr Albuingasse

20:30 Uhr

Ans Eingemachte! Gespräche im Keller, Teil 1: Frauenrollen Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 31. Oktober

Musik

18 Uhr

Theater

20 Uhr

Theater

20 Uhr

Brixner Orgelmeditationen Dom, Brixen

Musik

Theaterpädagogik Tage TPZ Bixen

bis 31. Oktober Beauty case. Die Schönheit der Schöpfung bewahren täglich, 10–17 Uhr

20 Uhr

Don Camillo & Peppone Theatergruppe Villnöß bringt eine Komödie, Regie: Claus Tröger St. Peter Villnöß, Kulturhaus

Diverses

Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Parkplatz in der Brennerstrasse, in der Albuingasse, am Hartmannsplatz und in der Trattengasse

Ziemlich beste Freunde Für die Bühne adaptiert von René Heinersdorff. Spielgemeinschaft Vintl-Weitental Franzensfeste

Ball der einsamen Herzen Theatergruppe Lüsen Lüsen, Gemeindesaal

Samstag, 26. Oktober

Bauernmarkt mittwochs und samstags, 7:30–13 Uhr Hartmannplatz

Monatsmarkt Di., 1. Oktober, Michaelimarkt Mi., 9. Oktober, Rosarimarkt 8:30-13 Uhr Schwesternau

ab 10 Uhr

Theaterpädagogik Tage TPZ Bixen

Märkte

20:30 Uhr

Always Modern Simone Zonchini ZZ Quartet Dekadenz, Anreiterkeller

Theatergruppe Villnöß bringt die Komödie

DON CAMILLO & PEPPONE Regie: Claus Tröger

* Premiere: Donnerstag, 31. Oktober, 20 Uhr Sa. 2., Mi. 6., Fr. 8., Mi. 13. & Sa. 16. November, 20 Uhr So. 3. November, 18 Uhr & So. 10. November 16 Uhr Kulturhaus St. Peter Villnöß Die Theatergruppe Vormerkungen: Tel. 339 522 3385 Villnöss bringt die Komödie

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JUGENDEUROPAMEISTERSCHAFT IN BOULDERN

Freizeit & Sport

Alles im Griff

D

ie Wettkampfstätte nahe am Eingang der Acquarena war mir in den letzten Tagen natürlich aufgefallen − das emsige Treiben dort, die jungen Männer, die Griffe montierten und gleich ausprobierten, die Banner, die gehängt wurden, das Podium, das aufgestellt wurde. Alles zusammen versprach einiges, obwohl meine Vorstellungen von einem Boulder­ wettkampf eher vage waren. Als ich dann vor der riesigen Kletterbühne sitze, schwanken meine Gefühle zwischen Zirkus, internationalem Wettkampf und ... Disco. Das Publikum – zum größten Teil junge Leute – fiebert mit den bis in jede Muskelfaser durchtrainierten Athleten mit. Speaker und DJ heizen die Stimmung an, und ich frage mich, wie sich die Kletterer bei diesem Lärm überhaupt konzentrieren können. Bis ich eines Besseren belehrt werde und jemand mir die Regeln des Boulderwettkampfes erklärt: Die Lautstärke der Musik verhindert nämlich, dass den Athleten Anweisungen zugerufen werden, wenn sie innerhalb der in jedem Durchgang zugestandenen Zeit (vier oder fünf Minuten) vor der ihnen bis dahin völlig unbekannten Route stehen und versuchen, diese bis zum höchsten Griff zu durchklettern. Der Sprung zurück auf die Matte gehört dabei dazu, denn Bouldern heißt Klettern ohne Gurt und Seil in Absprunghöhe.

Streng geregelte Routen. Zuund Abgang der Kletterer zu den Routen sind streng geregelt. Die Athleten warten in getrennten Räu62

men vor und nach ihrem Auftritt, jegliche Kommunikation innerhalb der Mannschaften ist untersagt. Das Ganze nennt sich nicht umsonst „Isolation“. Mit ihrem Magnesiumsäckchen treten jeweils zwei Boulderer dann auf die Bühne, ihr Dress ist leger und individuell. Die Uhr beginnt rückwärts zu laufen, ein kurzer oder längerer Blick auf die Route, der erste Versuch und meist recht bald der Sprung zurück auf die Matte. Sofort starten dann die „Besenjungen“, die mit ihren an Stangen gebundenen Bürsten die Griffe vom Magnesium reinigen, ähnlich den Balljungen beim Tennis, die übers Feld fegen, um die Bälle einzusammeln. Die Spannung erfasst mich jedenfalls sehr schnell, und ich fiebere mit, erlebe, wie immer wieder neue Varianten versucht werden und schließlich die Besten unter tosendem Applaus gekürt werden.

Zuschlag an Vertikale. Bereits

vor zwei Jahren hatte die Landesleitung des Alpenvereins, Sektion Sportklettern, mit Unterstützung des nationalen Kletterverbands FASI das Ansuchen um die Austragung der diesjährigen Jugend­ europameisterschaften im Bouldern gestellt. Der Zuschlag wurde erteilt; die Vertikale punktete dabei mit einer europaweit einzigartigen, 36 Meter langen Boulderhalle im Freien. Der Termin selbst wurde von „oben“ zugewiesen, das zeitliche Zusammentreffen mit dem Mountainbike-Testival war daher nicht zu verhindern. Lange Zeit war in Brixen wenig zu spüren

Foto: Oskar Zingerle

Die 300 besten Nachwuchskletterer aus 30 europäischen Ländern trafen sich vom 19. bis zum 22. September in der Vertikale und erkletterten sich im wahrsten Sinne des Wortes die Europameistertitel der Jugendkategorien U16, U18 und U20.

vom im Jahr 2019 wichtigsten Boulderereignis Europas. Die Vorbereitungen liefen während des letzten Jahres noch großteils im Hintergrund und unter der Leitung der OK-Chefin Alexandra Ladurner in den Büros der AVS-Leitung in Bozen. Der Italiencup im März dieses Jahres und der Jugendeuropacup 2018 in Bruneck dienten sozusagen als Probeevents, bei denen wichtige Erfahrungen für die Organisation der Europameisterschaften gesammelt wurden.

Die Vorbereitungen. Während

der letzten Wochen jedoch veränderte sich um die Vertikale in Brixen einiges. An der neuen Kletterwand erarbeiteten die sieben

Routenbauer unter der Aufsicht eines internationalen Schiedsrichters die Routen für die Wettkämpfe, natürlich streng geheim. Der Innenbereich wurde vorbereitet, er diente als Aufwärmzone, als Ruhezone und Massageraum. Im Außenbereich erweiterte eine Tribüne das Angebot an Sitzplätzen für die Zuschauer, am Verpflegungsstand wurde für die kulinarische Versorgung der Athleten und ihrer Betreuer vorgesorgt. OK-Chefin Alexandra Ladurner, 2009 selbst Junioren-Weltmeisterin, und Peter Unterkofler, der für die Wettkampfstätte verantwortlich zeichnete, leiteten souverän und schwungvoll die Vorarbeiten; die letzten Monate bezeichneten sie salopp als „sehr intensiv“. Am


SPANNENDE WETTKÄMPFE: In der Vertikale in Brixen traf sich die Créme de la créme der europäischen Boulderszene

–––

größten Sportkletterevent, das Südtirol bislang erlebt hat, arbeiteten täglich gut 50 Helfer mit, Mitarbeiter der Kletterhalle wie Mitglieder des Landeskaders und viele Freiwillige aus den Reihen der Südtiroler Kletterszene und der Brixner AVS-Sektion. Auch die Gemeinde Brixen und die Tourismusgenossenschaft bewiesen ihre Unterstützung, und dies, wie bei Sportveranstaltungen in Brixen gewohnt, tatkräftig.

Das Event. Vier Tage lang war

die Brixner Vertikale für die „normalen“ Sportkletterer gesperrt, zumindest im aktiven Sinne. Als Zuschauer fanden sie sehr wohl kostenlosen Zutritt, um den geschicktesten und schnellsten

Boulderjungstars aus ganz Europa zuzusehen. Am Donnerstagabend wurden die 300 Athleten empfangen und eingewiesen, 80 Trainer, Betreuer und Ärzte wurden angemeldet, das Programm vorgestellt und die Gäste mit einigen Südtiroler Traditionen bekanntgemacht. Der Freitag und der Samstagvormittag waren dann den Qualifikationsbewerben gewidmet, bevor die Auserwählten im Halbfinale um die Finalteilnahme boulderten. Nach jeder Qualifikationsrunde wurde die Kletterwand neu „bespickt“; die Griffe wurden an den vorher genau durchstudierten Routen angebracht. Der Spannungspegel stieg denn auch von Tag zu Tag, obwohl der ein-

heimische Topfavorit Filip Schenk, amtierender Jugendeuropameister, verletzungsbedingt nicht teilnehmen konnte. Johannes Egger aus Olang hielt schließlich mit seinem guten achten Platz die Südtiroler Fahne hoch; Camilla Moroni, Miriam Fogu und Alessandro Mele holten zwei zweite und einen dritten Platz für das italienische Team. Die Finalsieger kamen letztendlich mit Stefan Scherz und Sandra Lettner bei den Junioren (U20) aus Österreich, in der Kategorie Youth A (U18) schlugen die Franzosen mit Paul Jenft und Naile Meignan zu, die Besten in der Kategorie Youth B (U16) kamen mit Toby Roberts aus Großbritannien und Oriane Bertone aus Frankreich.

Gold für Brixen. Gold holte auf

alle Fälle Brixen als Austragungsort. Die Komplimente der vielen Mannschaften bestätigten die Arbeit der Organisatoren; sie hatten einmal mehr bewiesen, dass auch eine kleine Stadt große Events austragen kann und dass Wettkampfstätte, Gastfreundschaft, Hotellerie und Betreuung gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Stadt in den Köpfen und Herzen vieler sportlicher Gäste lebendig bleibt.

sabine.dejakum@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 63


„Die Freude am Sport“ Die Triathletin VERENA STEINHAUSER hat sich für die Olympischen Sommerspiele in Tokyo 2020 qualifiziert. Der „Brixner“ hat sich mit ihr über ihren bisherigen Weg und über ihre Zukunft unterhalten.

Frau Steinhauser, die Olympiateilnahme kommt nicht von ungefähr. Wie schwierig war Ihr Weg bis hierher? VERENA STEINHAUSER: Meine Qualifikation für Tokyo 2020 ist das Ergebnis der letzten 15 Monate, aber ganz fix ist damit die effektive Teilnahme noch nicht. Im Triathlon hängen die Startplätze bei Olympia von einer internationalen Rangliste ab, die aufgrund der Weltcuprennen und der WorldTriathlon-Serie erstellt wird. Je nach der Anzahl der Plätze in diesem Ranking unter den ersten 30 erhält eine Nation dann entsprechend viele Startplätze. Bei den Frauen sind es für Italien zur Zeit derer drei; wer dann effektiv fährt, wird innerhalb der Nationalmannschaft entschieden. Am wichtigsten ist auf internationaler Ebene die World-Triathlon-Serie, deren Rennen am meisten Punkte bringen. Die Weltcuprennen liegen niveaumäßig knapp dahinter und vergeben etwas weniger Punkte. Wie fühlt man sich angesichts der Nachricht: „Auf nach Olympia!“? Natürlich habe ich bei meinem letzten Rennen Anfang September in Lausanne gehofft und versucht, durch dieses Ergebnis die Qualifikation zu schaffen. Meine Freude und Erleichterung, dies erreicht zu haben, war dann groß. Gleichzeitig verspüre ich Verpflichtung und Verantwortung. Mit der Qualifikation ist ja erst die Tür geöffnet; der Weg nach Tokyo liegt noch vor mir und verspricht einiges an „Arbeit“. Wie sind Sie eigentlich auf Triathlon gekommen? Als Jugendliche war ich in der Leichtathletik aktiv. Als der Schwimmclub Brixen 2008 mit seiner Sektion Triathlon startete – ich war damals 14 Jahre alt –, begann ich mit dem Schwimmen und dem Radfahren und fand 64

sofort großes Gefallen an der Kombination der drei Sportarten. Außerdem vermittelte uns die Trainerin Manuela Ianesi einfach sehr viel Freude am Sport, unabhängig von den Erfolgen. Als Jugendliche genoss ich zudem die Gemeinschaft und den Spaß

der ich drei Jahre lang trainierte. 2017 zog ich dann nach Pescara. Sie sind nun also in Pescara „zuhause“? Ja und nein. Pescara und meine Mannschaft „Project Ultra Man“

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

INTERVIEW

Verena Steinhauser: „Ruhe und Erholung finde ich am besten zuhause in Brixen“

––––––

in der Gruppe, wenngleich wir uns ständig auch in Disziplin und Konsequenz üben mussten; Eigenschaften, die ich heute täglich beweisen muss. Nach meiner Maturaprüfung 2013 beschloss ich,

sind meine Trainingsbasis. Ich genieße dort nahezu optimale Trainingsbedingungen: Hallenund Freibad, das Meer, ebenes und hügeliges Gelände zum Radfahren, dank des Klimas das ganze

überall in der Welt. Andererseits vermisse ich meine Heimatstadt, meine Familie, meine Freunde, und ich versuche, so oft und so lange wie möglich in Brixen zu sein. Ruhe und Erholung finde ich nach wie vor am besten zuhause. Wie sieht Ihr Tages- und Wochenablauf heute aus? Meine Arbeit besteht zum Glück aus Triathlon; nebenberuflich wäre das Trainingspensum nicht zu schaffen. Durchschnittlich trainiere ich 25 bis 28 Stunden pro Woche, vor Wettkämpfen mit 15 bis 16 Stunden etwas weniger. Im Winter starte ich morgens mit dem Schwimmen, fahre dann in den warmen Stunden Rad, laufe gegen Abend. Drei Mal pro Woche mache ich Krafttraining und als Ausgleich täglich Stabilisationsübungen. Im Sommer orientiert sich der Tagesablauf nach den Temperaturen, mit dem Rad- und Lauftraining in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Anfang September absolvierten Sie in Caserta ein Ausbildungslager der Fiamme Oro. Nun sind Sie bereits vom Weltcuprennen in China zurück, bei dem Sie den sensationellen dritten Platz eroberten. Was steht in den nächsten Monaten auf dem Programm?

„Meine Freude war groß, die Qualifikation erreicht zu haben, aber mit der Qualifikation ist erst die Tür geöffnet; der Weg nach Tokyo liegt noch vor mir und verspricht einiges an Arbeit“_ Verena Steinhauser mich ganz dem Triathlon zu widmen. Die Trainingsbedingungen in Brixen sind klimabedingt allerdings nicht ideal für diese Sportart; die Radsaison ist einfach zu kurz. Ich musste meine Heimatstadt wohl oder übel verlassen und fand eine Mannschaft in Cremona, bei

Jahr über, und eine Trainingsgruppe, die ihr Programm auf mich abstimmt und mich unterstützt. Auch die Nähe zum Flughafen in Rom, den ich in zwei Stunden erreiche, ist für mich von Bedeutung, denn ich bin ständig am Reisen zu den Wettkampfstätten

Die ersten zwei Septemberwochen verbrachte ich in Caserta in der Grundausbildung, da ich das Glück hatte, in die Polizeisportgruppe Fiamme Oro aufgenommen zu werden. Dies bedeutet für mich eine gewisse finanzielle und auch langfristige Absicherung,


Foto: Janos M. Schmidt – ITU Media

genauso bedeutend wie körperliche Gesundheit. Ich bin davon überzeugt, dass sogar Verletzungen zum Teil Kopfsache sind. Jungen Sportlern möchte ich sagen: Habt Mut zu Entscheidungen, macht den Schritt auch von zuhause weg, glaubt an euch selbst! Wenn Durchhaltevermögen, Konsequenz und eine gewisse Härte aus der inneren Motivation kommen, dann passt der Weg. Profi-Triathleten werden in ihrer aktiven Karriere – sportlich gesehen – relativ alt. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

beeinflusst ansonsten meinen Zeitplan aber kaum. Nach dem Rennen in China, über das ich sehr glücklich bin, stehen nun sehr wahrscheinlich noch zwei Triathlons in Korea und Japan an. Dann freue ich mich auf zwei Wochen absolute Trainingspause und ruhige Tage in Brixen, bevor ich das Training gemütlich wieder angehe. Im nächsten März ist der

erste wichtige Termin ein Triathlon in Abu Dhabi. Was möchten Sie jungen Sportlern mitgeben, die sich auf den Weg in eine Triathlonkarriere machen? Das Wichtigste im Sport ist die Freude daran. Dies mag im Profibereich zwar etwas unrealistisch

klingen, für mich ist es aber nach wie vor die grundlegende Voraussetzung, um hart zu trainieren, konsequent zu bleiben, Einschränkungen in Kauf zu nehmen und schlussendlich auch erfolgreich zu sein. Fehlen die Freude und die positive Einstellung, fällt alles schwerer. Seelische und psychische Ausgeglichenheit – oder wie immer man es nennen mag – sind

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Sie haben recht, Triathleten dürfen relativ „alt“ werden. Deshalb denke ich im Moment wirklich noch nicht an mein Karriereende und hoffe, weiterhin von Verletzungen verschont zu bleiben. Die Aufnahme in die Polizeisportgruppe ist für mich eine Absicherung, als Polizistin im klassischen Sinne sehe ich mich allerdings nicht. Aus heutiger Sicht möchte ich im Bereich Sport tätig sein – vielleicht als Trainerin. sabine.dejakum@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Oskar Zinger le Fotos:

EVENT

Dabei sein ist alles! Weit über 200 Senioren bewiesen bei der 6. Südtiroler Seniorenmeisterschaft, dass Sportgeist keine Altersgrenze kennt. Austragungsort der diesjährigen Meisterschaft war die Sportzone Süd in Brixen.

B

ereits zum sechsten Mal folgten zahlreiche Bewohner der Südtiroler Wohn- und Pflegeheime der Einladung des Verbandes der Seniorenwohnheime Südtirols (VdS) zur mittlerweile landesweit bekannten Seniorenmeisterschaft. Die Wahl des Austragungsorts fiel heuer auf die Sportzone Süd in Brixen, wo am 28. August mehr als 240 Senioren in drei verschiedenen Disziplinen – zwei Einzeldisziplinen, Kegeln und Hindernisparcours, und einer Mannschaftsdisziplin − gegeneinander antraten. Organisiert wurde die Meisterschaft vom VdS in Zusammenarbeit mit dem Verein der Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten in der Altenarbeit (VELPA) und dem ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ Brixen. Unter dem Motto „Dabei sein ist alles!“ wurden in den zwei Einzeldisziplinen Geschicklichkeit und Gewandtheit der Senioren unter Beweis gestellt und um Medaillen gewetteifert. Spaß und

Unterhaltung kamen dabei nicht zu kurz; besonders bei der Mannschaftsdisziplin der Bezirke wurde viel gelacht. Zusammenhalt zahlt sich aus, und so ging der Bezirkstitel dieses Jahr an den Bezirk Pustertal/Eisacktal/Wipptal. Auch die Mitarbeiter traten gegeneinander an; angefeuert von zahlreichen Zuschauern, Ehrengästen und freiwilligen Helfern gewann ebenfalls die Mannschaft des Bezirks Pustertal/Eisacktal/ Wipptal. Am meisten zu feiern

hatte jedoch das Seniorenwohnheim Ojöp Frëinademetz ÖBPB aus St. Martin in Thurn; es wurde mit dem Titel „Gesamtsieger“ in den Einzeldisziplinen ausgezeichnet. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

SEI DABEI! Auftaktveranstaltung des WSV Brixen Ski am Dienstag, 15. Oktober um 19.30 Uhr im Millander Hof Hol dir hier alle Infos zu den verschiedenen Trainingsgruppen und Einheiten.

Tel. 349 4285834, E-Mail: ski@wsvbrixen.it

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Beachsaison abgeschlossen z Es war das dritte und gleichzeitig letzte Turnier der Saison, das die Beachvolleyballer des SSV Brixen ausgerichtet haben. 32 Mannschaften aus ganz Südtirol in den Kategorien Damen, Herren und Mixed waren angereist, um sich auf dem Beachvolleyball-Platz vor der Brixner Acquarena zu messen. Auch wenn um den Sieg gespielt wurde, so stand doch der

Spaß am Sport im Vordergrund. Dabei war das zweitägige Turnier definitiv das Highlight der Saison – und konnte bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen werden. Spannende und packende Spiele begeisterten die Zuschauer.­Katja Janes und Elisa Pavone sicherten sich den Sieg bei den Damen, Maxi Balzarini und Thomas Berger heißen die Sieger der Herren.

Beim Mixed-Turnier holten sich Katja Janes und Armin Zanlucchi den Sieg und verwiesen die Brixner Lokalmatadore Sabine Perez und Martin Pöder auf den zweiten Platz. sp

F&S Freizeit & Sport FRAUENHANDBALL

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

VOLLEYBALL

Schritt für Schritt z Pünktlich um 17 Uhr standen am 21. September die Handballerinnen des SSV Brixen Südtirol bereit für die Pressekonferenz. 18 junge Athletinnen – nur eine fehlte: die 30-jährige Brasilianerin Rafhaela Ferreira Priolli, die wegen des plötzlichen Todes ihrer Mutter in ihre Heimatstadt São Paulo gefahren war. Nach Berlin, Kirchhof, Bremen und Gran Canaria ist sie in Brixen gelandet. Neu im Team sind auch Torfrau Monika Prünster und Flügelspielerin Giulia Losio. Neben den bewährten sind vier junge einheimische Talente dazugekommen: die Kastelruthe-

kurz

notiert

68

rin Barbara Nothdurfter und die Brixnerinnen Elina Prast, Lena di Carlantonio und Axelle Bosio. Bei der Präsentation waren neben den Vorstandsmitgliedern auch Handballfan Martha Stocker, Landesrat Massimo Bessone, Vertreter der Sponsoren, des SSV Brixen und Stadtrat Andreas Jungmann anwesend, der die Parole ausrief: „Gemeinsam stark“. Damit meinte er, dass Spielerinnen aus sieben Südtiroler Sportvereinen (Brixen, Schenna, Bozen, Kastelruth, Bruneck, Taufers und Toblach) die Frauschaft bilden. Trainer Hubi Nössing lobte den Fleiß und die

Bei den Italienmeisterschaften im Triathlon räumten die Brixner Nachwuchstriathleten ab: Gold für Euan de Nigro und die Landesauswahl „Ragazzi“, Silber für Pia Fischer und die Jungs im Zeitfahren, Bronze für Sebastian Weissteiner und die Landesauswahl Youth.

Charakterstärke seiner Handballgitschn, die wöchentlich viermal abends – einige zusätzlich zweimal mittags – zum Training kommen. Gleichzeitig warnte er davor, sich allzu sehr unter Druck setzen zu lassen: „Wir denken von Spiel zu Spiel“, betonte er. Die Spielerinnen wissen, was auf sie zukommt: lange Fahrten zu Auswärtsmatches (über 900 Kilometer nach Nuoro

und Salerno), das erste ChallengeSpiel am 9. November und der Super-Cup am 22. Dezember. Was sie sportlich draufhaben, bewiesen sie dann auf dem Spielfeld: Mit 29 zu 16 Toren fertigten sie die Gegnerinnen aus Nuoro ab. Alle 18 kamen im Lauf der 60 Minuten zum Einsatz, und Neuling Barbara Nothdurfter durfte sich über ihr erstes Tor freuen. hb

Bei den „Handball Mediterranean Games“ in Patras/Griechenland holten sich die italienischen Damen und Herren die BronzeMedaille. Der SSV Brixen Handball gratuliert seinen Spielerinnen Anja Rossignoli und Moni Prünster sowie seinen Spielern Christian Mitterrutzner und Riccardo Di Giulio.

Junge Kicker kamen Ende August in Schabs zum HelmutWolf-Gedächtnisturnier zusammen, das heuer zum sechsten Mal ausgetragen wurde. Insgesamt spielten 18 Jugendmannschaften der Kategorien U8, U9, U10 und U11 gegeneinander und lieferten spannende Spiele.


NACHGEFRAGT

„Nicht leicht, die Mannschaft zu verlassen“ Herr Sader, Ihr Rücktritt von der Brixner Handballmannschaft kam für viele doch etwas überraschend. Was hat Sie dazu bewogen? Ich habe bereits im März mit dem Verein gesprochen und meinen Rücktritt angekündigt – vor allem aus zeitlichen Gründen: Neben meinem Beruf werde ich in einem FitnessStudio mitarbeiten, das ein guter Freund in Kürze eröffnen wird. Trotzdem habe ich zunächst nach einer Möglichkeit gesucht, alles unter einen Hut zu bringen. Aber ich musste mir bald eingestehen, dass die Zeit nicht reichen wird.

Sie sind seit Ihrer Kindheit mit dem Handballsport verbunden. Da meine Eltern selbst Handball spielten, schickten sie mich mit acht Jahren zur Ballspielstunde, die von Stefan Leitner geleitet wurde. Dann machte ich mit vielen Trainern alle Kinder- und Jugendteams durch – teils mit großem Erfolg. So wurden wir einmal sogar Italienmeister. Mit 18 Jahren schaffte ich dann den Sprung in die erste Männermannschaft. Voriges Jahr noch Kapitän, und nun sitzen Sie auf den Zuschauer­ rängen … Es ist noch ziemlich ungewohnt, bin ich doch seit über 20 Jahren

immer wieder in die Handballhalle gekommen, um zu trainieren und zu spielen – in den Jahren, in denen ich als Spieler und Jugendtrainer tätig war, sogar mehrmals täglich. Da verspüre ich nun einerseits Erleichterung, andererseits auch Wehmut, denn es ist keineswegs leicht, die Mannschaft zu verlassen, in der ich viele Freunde gefunden habe.

Fotos: Oskar Zingerle

FELIX SADER, 30 Jahre jung, Lehrer an der Mittelschule Michael Pacher, über seine sportliche Laufbahn – und seinen Abschied vom Handball.

Bleiben Sie in irgendeiner Funktion der Brixner Handballszene erhalten? Auszuschließen ist es mit Sicherheit nicht! johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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Alle Neune! z In der ersten Septemberhälfte rollten auf der Kegelbahn im Grissino eifrig die Kugeln: 40 DreierTeams kämpften um den Einzug ins Finale, bei dem die besten sechs Mannschaften in einem äußerst spannenden Endkampf um die Podestplätze des „Stadtlerkegelns“ kegelten. Im Vordergrund stand bei diesem Turnier nicht nur die sportliche Leistung: Nur ein Mitglied der Teams durfte „Sportkegler“ sein, die anderen zwei mussten aus den Reihen der Amateure oder Freizeitkegler rekrutiert werden. Und so fanden sich gar einige ein, die nur selten auf der Kegelbahn zuhause sind; das gemütliche Beisammensein im Anschluss an die Schübe war dafür umso wichtiger und ausgiebiger. 90 Schub auf jeweils drei Bahnen, die Hälfte in die „Vollen“, die Hälfte in die „Abräumer“ – so lautete das Reglement. Der Sieg rollte letztendlich nach Steinegg

zur „Hefekommission“ (Arnold und Siegfried Lantschner, Arthur Vieider), die „Superpolli“ mit den alten Sportkegelhasen Luis Cerboni, Norbert Dolliana und Walter Gufler kegelten sich auf Platz zwei, und Platz drei ging an die „Neustifter Spitzmäuse“ mit Karin Dorfmann, Alex Cerboni und Arnold Holzeisen. Mit dem „Stadtlerkegeln“ feierte der Amateur-Sportkegelclub Prichsna heuer auch sein 40-jähriges Bestehen. Gegründet 1979, nimmt der Verein seither ununterbrochen an den italienischen Sportkeglermeisterschaften teil; die erste Mannschaft gehört zu den besten Südtiroler Teams. Bruno Knoflach, Konni Reifer und Luis Cerboni sind seit der Gründung im Verein. Stadträtin Paula Bacher und Präsident Alex Cerboni überreichten ihnen eine Auszeichnung und den Siegern des Turniers tolle Preise. sde

z Bei traumhaftem Herbstwetter und sommerlichen Temperaturen bevölkerten am 15. September gut 300 Kinder und Jugendliche aus ganz Oberitalien das Freibad der Acquarena. Nachwuchstriathleten aus 33 Mannschaften gaben sich beim 7. Acquarena Aquathlon die Ehre, um die Schnellsten in der Kombination von Laufen, Schwimmen, Laufen zu küren und gleichzeitig die Triathlonserien Trikids Nordestcup und Regionalcup abzuschließen. Der gastgebende Schwimmclub Brixen, mit 44 Athleten das zahlenmäßig stärkste Team am Start, hatte bereits Tage vor dem Aquathlon das Wettkampfgelände vorbereitet: Die Liegewiese war für die Laufstrecken unterteilt, Start- und Zielbogen

strebten Richtung Himmel, Zelte schützten vor der Sonne, die Verpflegung der sportlichen Gäste und ihrer Begleiter wollte organisiert sein. So klappte denn auch alles wie am Schnürchen. Stadträtin Paula Bacher gratulierte am Nachmittag den Siegern und freute sich besonders, zwei erste, drei zweite und drei dritte Brixner Plätze prämieren zu dürfen. Bei der Ehrung der Gesamtwertung des Nordestcups färbte sich das Podium orange: Zum sechsten Mal in Folge holte sich der Schwimmclub den Mannschaftssieg, ebenso wie im Regionalcup. In den einzelnen Kategorien der Triathlonserien gingen insgesamt neun erste, sieben zweite und fünf dritte Plätze an den Schwimmclub. sde

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ten ein dickes Fell, um den Wettkampftag so „normal“ wie möglich abzuwickeln. Umso mehr freute sich der gastgebende SG Eisacktal über die Erfolge aus den eigenen Reihen: Andreas Magro siegte im 400-Meter- und im 800-Meter-Lauf, Sarah Gasser im Weitsprung und über 400 Meter Hürden, Sofia Barberio holte sich Gold über 100 und 200 Meter, Lara Cubich war die beste Hammerwerferin, Patrick Baù der Schnellste über 200 und 400 Meter, und Angela Kier dominierte im Weitsprung und sprang im Dreisprung auf das zweithöchste Podesttreppchen. Ende September steht für den SG Eisacktal ein weiterer Wettkampftag in Brixen auf dem Organisationsprogramm. In einem Grand Prix werden sich zum Abschluss der Saison noch die Kategorien U14 und U16 messen. sde

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SKISPORT

z Im Rahmen einer außerordentlichen Vollversammlung wurde vor kurzem im Beisein von WSV-Präsident Stefan Barbieri der Vorstand der Sektion Ski im Wintersportverein Brixen neu bestellt. Zu den vier bestehenden Mitgliedern Wolfgang Meraner (Sektionsleiter), Günther Blasbichler, Klemens Maria Tscholl und Joachim Mayrhofer ist Stefan Gasser neu hinzugekommen. Ziel des Vorstandes ist es in erster Linie, den Kindern, Athleten und auch Eltern die Freude

am Skisport zu vermitteln. Die Bewegung in freier Natur, der Zusammenhalt in der Gruppe, die Erfahrung mit Mut und nicht zuletzt der spielerische Umgang im Wettkampf können solide Basis für die Kinder auf ihrem weiteren Lebensweg sein. Eine erste offene Informationsveranstaltung der heurigen Wintersaison findet am 15. Oktober um 19:30 Uhr im Millanderhof statt; bei dieser Gelegenheit werden Trainingspläne, Abläufe und Trainer vorgestellt. wv

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z Die Wettkampfsaison der Leichtathleten neigt sich mit September ihrem Ende zu; mehrmals waren die jungen Athleten heuer in Brixen zu Gast. Auch am 8. September trotzten 100 Springer, Sprinter und Werfer aus Südtirol und dem Trentino dem strömenden Regen, um unter den 16- bis 19-Jährigen die Regionalmeister zu küren. Ein Teil der Wettkämpfe hatte bereits am Tag zuvor in Lana stattgefunden, doch auch in Brixen stand vom Hammerwerfen bis hin zum Gehen über fünf Kilometer noch einiges auf dem Programm. Die Wetterbedingungen machten es den Wettkämpfern allerdings nicht leicht: Regen und herbstliche Temperaturen ließen keine Spitzenleistungen zu; es war wahrlich eine Herausforderung, sich an den Start zu wagen. Auch die Trainer, Zeitnehmer und Helfer brauch-

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WARUM SICH ILLEGALE MÜLLENTSORGUNG NICHT LOHNT

„Müllsündern auf der Spur“ Während Rom beispielsweise seit Jahren ein riesiges Entsorgungsproblem beim Müll hat, ist Brixen in diesem Bereich ausgezeichnet organisiert. Und trotzdem gibt es Probleme, Herr Bellucco. Worin liegen diese? MICHELE BELLUCCO: Wir haben sehr große Probleme in der Qualität des gesammelten Mülls. Das heißt, dass wir in den verschiedenen Recyclingmüllsorten viel zu viele Fremdstoffe finden – sowohl im Biomüll als auch im Papiermüll. Auch die illegale Entsorgung von Restmüll ist problematisch. SEPP UNTERRAINER: Erst vor kurzem haben die Bezirksgemeinschaften Eisacktal und Wipptal

eine Sitzung zu diesem Thema einberufen, bei der alle Umweltreferenten zwischen Lajen und Brenner anwesend waren. Interessanterweise gibt es in allen Gemeinden eine Verschlechterung zu verzeichnen; die Menge der Fremdstoffe ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Dabei geht es nicht nur um ähnliche Stoffe, die die Leute ohne böse Absicht in den falschen Container werfen, sondern um eklatanten Missbrauch. Verfallenes Hühnerfleisch landet beim Papier, Windeln im Biomüll. Wir haben damals vereinbart, dass wir versuchen müssen, die Bevölkerung über die Probleme zu informieren und ihnen auch aufzuzeigen, wie man es richtig macht. In diesem Sinn

bedanken wir uns beim „Brixner“, dass wir hier die Gelegenheit zur Information bekommen.

Foto: Oskar Zingerle

Immer mehr Leute entsorgen ihren Müll falsch – aus Unwissen oder oft auch mutwillig. Was falsch gemacht wird und wie die Behörden darauf reagieren, erklären dem „Brixner“ der zuständige Stadtrat JOSEF UNTERRAINER, der Leiter der Umweltdienste bei den Brixner Stadtwerken, MICHELE BELLUCCO, und EGON BERNABÈ, stellvertretender Leutnant der Ortspolizei.

Wenn wir zu diesem Gespräch auch einen Vertreter der Ortspolizei eingeladen haben, dann liegt das daran, dass der falsche Umgang mit Müll strafbar ist. Herr Bernabè, wie geht die Ortspolizei vor? EGON BERNABÈ: Wir bekommen letzthin vermehrt Hinweise von Bürgern über Missbrauchsfälle. Aber auch unsere Mitarbeiter finden während ihrer normalen Polizeitätigkeit auf den Straßen immer mehr Müll, der einfach herumliegt – in der Böschung, im Wald, am Straßenrand. Illegale

Müllentsorgung ist strafbar, also versuchen wir natürlich, die einzelnen Verursacher auszuforschen. Die vorhin getätigten Aussagen muss ich leider bestätigen: Das Problem ist inzwischen wirklich gravierend, weshalb wir als Ortspolizei immer mehr Zeit dafür aufwenden müssen. Wo liegen die konkreten Probleme beim Biomüll?

80.000 Kilogramm Biomüll mussten heuer als Restmüll umklassifiziert werden, weil er zu viele Fremdstoffe enthielt

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Bellucco: Im Juli haben wir den gesammelten Biomüll analysiert und leider feststellen müssen, dass etwa acht Prozent des Gesamtgewichts des gesammelten Biomülls aus Fremdstoffen besteht. Da landen im Biomüll ganze Säcke Restmüll, aber auch Windeln, verpackte verfallene Lebensmittel. In den Biomüll darf ausschließlich biologisch abbaubares Material kommen, vor allem Speisereste. Das heißt natürlich auch, dass verfallene Lebensmittel von der Verpackung getrennt werden müssen.


INTERVIEWTERMIN BEIM „BRIXNER“: Egon Bernabè (Ortspolizei), Michele Bellucco (Stadtwerke) und Stadtrat Josef Unterrainer

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Kann es sein, dass der Bürger nicht genau Bescheid weiß, was in den Biomüll gehört? Bellucco: Eigentlich nicht. Wenn jemand einen Sack Restmüll in den Biomüllcontainer wirft, ist das mutwillig. Ich gehe eher davon aus, dass er es aus Bequemlichkeit

müll entsorgt werden. Heuer musste die Bezirksgemeinschaft Eisacktal, Betreiber der Kompostierungsanlage in Schabs, bis jetzt 80 Tonnen Biomüll aus Brixen als Restmüll umklassifizieren und aufgrund der starken Verunreinigung im Verbrennungsofen entsorgen – 80.000 Kilo! Neben

Bellucco: Ja, teilweise effektiv auch aus Unwissen – obwohl auf allen Papiersäcken, die wir zu diesem Zweck liefern, genau draufsteht, wie man vorzugehen hat. Zum Beispiel verwenden viele fälschlicherweise für den Biomüll Plastiksäcke und Einkaufstaschen und meinen, dass

„Wir haben festgestellt, dass 800 unserer Kunden das ganze Jahr über keine einzige Entleerung vorgenommen haben“_ Stadtrat Josef Unterrainer tut oder er glaubt, Geld zu sparen, weil er damit eine geregelte Entleerung vermeidet. Das ist ein totaler Trugschluss.

dem Schaden für die Umwelt entstehen dadurch auch Mehrkosten, die die Allgemeinheit tragen muss.

Welche Probleme entstehen, wenn Biomüll verunreinigt wird?

80 Tonnen – das ist eine ziemlich unglaubliche Menge. Es sind also nicht einzelne Nutzer, die das System falsch verwenden, sondern es ist ein Massenphänomen.

Bellucco: Wenn Biomüll stark verunreinigt ist, muss er als Rest-

diese ja „biologisch abbaubar“ und deshalb unproblematisch seien. Manche nehmen unsere Papiersäcke und legen sie dann in Plastiksäcke – das ist ebenfalls vollkommen falsch. Plastiksäcke haben auf keinen Fall im Biomüll etwas zu suchen. Sie funktionieren für die Kompostierung nicht.

Also muss man sich auf die von den Stadtwerken gelieferten Papiersäcke beschränken? Bellucco: Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, manchmal fehlt unseren Kunden die Zeit, bei unseren Kundenschaltern die Papiersäcke abzuholen – und dann suchen sie eben nach Alternativen. Ab nächstes Jahr werden wir deshalb mit unseren Papiersäcken von Haus zu Haus gehen. Damit entstehen natürlich auch Kosten, aber wir sehen das als Investition in die Umwelt. Wenn wir damit die Verunreinigung reduzieren, rechnet sich dieser Aufwand. Das heißt, man muss auf jeden Fall die Papiersäcke der Stadtwerke verwenden. Bellucco: Ja. Anders funktioniert es nicht. Wir verteilen jedes Jahr 600.000 Papiersäcke; es gibt 31 Halbunterflur-Biomüllcontainer und etwa 400 Biomüll-Tonnen. 73


Unterrainer: Wir haben hier ein sehr engmaschiges Netz aufgebaut; die Infrastruktur wäre also eigentlich optimal. Der Erfolg hängt aber vom richtigen Verhalten der Kunden ab. Das Ungerechte dabei ist, dass die dadurch verursachten Kosten alle tragen müssen, also auch jene Bürger, die sich vollkommen korrekt verhalten.

durchschnittlichen Kunden. Ob also ein Kunde keine einzige Entleerung vornimmt oder den gesamten Restmüll ordnungsgemäß entsorgt, macht in den meisten Fällen bei den Kosten des Kunden keinen Unterschied.

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

Jährlich werden 1.300 Tonnen Biomüll gesammelt.

Bellucco: Im Gegenteil: Wenn die allgemeinen Kosten der Müllentsorgung steigen, müssen die Stadtwerke dies auf eine Steigerung der Grundgebühr und der Mindestmengen umwälzen. Neben den Kunden, die aus Unwissen Fehler begehen, gibt es aber offenbar auch viele, die sich wissentlich falsch verhalten ...

Wie ist das zu verstehen? Unterrainer: Das Einsammeln illegal entsorgten Mülls oder das Entsorgen verunreinigten Biomülls verursacht Kosten. Die Müllgebühren werden errechnet durch die Kosten, die den Stadtwerken insgesamt entstehen. Deshalb haben wir im Stadtrat beschlossen, die Strafen von 80 auf 160 Euro zu verdoppeln. Bernabè: Das ist das Paradoxe an dieser Situation: Wenn jemand einmal erwischt wird, bezahlt er praktisch in etwa jenen Betrag, den er für das ganze Jahr sowieso über die Grundgebühr bezahlt. Illegale Entsorgung rechnet sich also auf keinen Fall ...

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insgesamt weiteren 32,37 Euro zum Tragen. Inklusive der Mehrwertsteuer bezahlt eine vierköpfige Familie also etwa 160 Euro pro Jahr; mit dieser Gebühr finanzieren die Stadtwerke die Entsorgung des gesamten Mülls, aber auch die Straßenreinigung. Die Mindestmenge im Restmüll ist dabei so kalkuliert, dass statistisch etwa 70 Prozent der Jahresmenge sowieso bezahlt werden

muss – auch wenn das ganze Jahr keine einzige Entleerung verzeichnet wird. Es gibt also offensichtlich immer noch Leute, die nicht verstanden haben, dass sich illegale Entsorgung in keiner Hinsicht rechnet. Um dies noch einmal anschaulich zu betonen: Die Grundgebühr und Mindestmenge beinhaltet also 70 Prozent der Jahresmenge eines

Foto: Oskar Zingerle

Bellucco: ... auch deshalb, weil der Kunde über die Grundgebühr und Mindestmenge sowieso eine ordentliche Anzahl an Entleerungen bezahlt. Eine vierköpfige Familie bezahlt beispielsweise 113,55 an fixer Grundgebühr; die Mindestmenge beträgt 22,5 Kilo pro Kopf und kommt mit

Michele Bellucco: „Auch an den Wertstoffinseln und Müllsammelstellen wird sehr oft illegal entsorgt: Die Leute bringen den Müll dorthin und lassen ihn einfach liegen“

Bernabè: Ja, leider. Die Stadtwerke teilen uns jedes Mal mit, wenn es Probleme gibt. An den Hotspots, also dort, wo sich die Fälle mehren, beginnen wir, unauffällig zu kontrollieren. Das führt sehr oft auch zum Erfolg. Zum Beispiel gab es im Stadtzentrum den Betreiber einer Bar, der in nur zwei Tagen zwei Mal erwischt wurde, wie er den schwarzen Restmüllsack in die Biomülltonne stopfen wollte. Wir haben beides Mal eine Strafe ausgestellt. Nach der zweiten Strafe hat er endlich begriffen, dass es sich nicht lohnt. Es ist allerdings zu hoffen, dass der Betreiber den Müll jetzt nicht anderswo „entsorgt“ oder vielleicht sogar verbrennt. Unterrainer: Auch das bleibt aber nicht unbemerkt, denn der Kamin ist ja sichtbar, und man riecht sofort, was da abläuft. Außerdem lagern sich an der Ofenwand Fremdstoffe an, was seine Heizkraft total reduziert. Solche Fälle beweisen aber, dass wir hier eine klare Linie fahren müssen. Wir werden kein Auge mehr zudrücken, sondern für jeden Fall eine Strafe ausstellen. In vielen Fällen, zum Beispiel bei Nicht-EU-Bürgern, geht es auch um Erziehung; sie sind es oftmals einfach nicht gewohnt, Müll regulär zu entsorgen. Bernabè: In der Tat gehen an die 60 Prozent der ausgestellten Strafen an Nicht-EU-Bürger, aber es sind auch Einheimische, das möchte ich betonen. Die schlimmsten Fälle wurden von Einheimischen verursacht.

Viele Kunden stecken ihren Restmüll in diese Abfalleimer – im Irrglauben, dass sie damit Geld sparen

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Bellucco: Wenn wir verunreinigten Biomüll finden, versehen wir die entsprechende Tonne mit einem roten Aufkleber und dem Hinweis, dass sich der Kunde bei den Stadtwerken melden muss.


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Unterrainer: Ganz schlimm ist es, wenn Restmüll in Bachläufen landet, wie letzthin am Pfeffersberg oder in St. Andrä. Das sind Umweltsünden, die nicht zu rechtfertigen sind. Viele Kunden stopfen den Restmüll aber auch in die 400 kleinen Abfalleimer, die wir an den Wegen aufgestellt haben. Viele Restmüllsäcke landen dort, wo sie nicht landen dürften. Wir haben festgestellt, dass 800 unserer Kunden das ganze Jahr über keine einzige Entleerung vorgenommen haben. Bitte? Bellucco: Ja, der Wert stimmt wirklich; von unseren insgesamt 13.000 Kunden gab es 800, die keinen Restmüll zu verursachen scheinen. Wir haben diese Kunden daraufhin angeschrieben. Bei vielen gibt es eine logische und nachvollziehbare Erklärung – zum Beispiel, wenn eine Wohnung aus irgendwelchen Gründen nicht benutzt wird. Aber es gibt auch sehr viele Fälle, die wirklich eklatant sind.

Wie reagiert man auf solche Fälle? Bernabè: Die Stadtwerke informieren uns, und wir kontrollieren konzentriert. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Auch illegal entsorgtem Müll, zum Beispiel in Böschungen, gehen wir nach, und es gab auch schon einige Erfolge und entsprechende Strafen. Die Anzahl der Strafen ist im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen? Bernabè: Die Tendenz ist klar erkennbar: Die Anzahl der Fälle steigt, wir kontrollieren vermehrt und dementsprechend stellen

Foto: Oskar Zingerle

Zum Beispiel?

Bellucco: Viele erklären mit einigem Selbstbewusstsein, dass sie im Haushalt keinen Restmüll produzieren. Ich frage mich: Wie soll das gehen? Auch bei penibler Mülltrennung bleibt ein Restmüll übrig. Es gibt Abfälle, bei denen eine Wiederverwertung unmöglich ist. Viele sagen, sie stopfen die Säcke in die Abfalleimer. Einer hat erklärt, er bringt den Müll immer zu seiner Freundin, ohne aber zu wissen, dass auch sie keine Entleerungen vorweisen konnte. Man könnte ein Buch darüber schreiben.

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

Die Tonne wird bis zum Gespräch nicht geleert; bei der Entsorgung wird der Müll als Restmüll dem Kunden verrechnet.

Stadtrat Josef Unterrainer: „Das Ungerechte ist, dass die durch illegale Müllentsorgung verursachten Kosten alle tragen müssen, also auch jene Bürger, die sich vollkommen korrekt verhalten“

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wir auch jedes Jahr mehr Strafen aus. Gibt es Zonen im Gemeindegebiet, die besonders betroffen sind? Bernabè: Problematisch sind unter anderem Albeins, Milland, die Lüsner Straße, Feldthurner Straße. Auch an den Wertstoffinseln und Müllsammelstellen wird sehr oft illegal entsorgt: Die Leute bringen den Müll dorthin und lassen ihn einfach liegen. Auch dabei glauben sie, mit dieser Vorgehensweise Geld zu sparen, was natürlich nicht stimmt. Manchmal finden wir an den Müllsammelstellen Kunststoff – vielleicht, weil den Leuten der Weg zum Recyclinghof zu weit ist. Bei den Müllsammelstellen gibt es für Kunststoff keinen eigenen Container?

Egon Bernabè: „Die Tendenz ist klar erkennbar: Die Anzahl der Fälle steigt, wir kontrollieren vermehrt und dementsprechend stellen wir auch jedes Jahr mehr Strafen aus“ 76

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Bellucco: Eine getrennte Kunststoffsammlung ist nur in den Recyclinghöfen möglich, weil die Trennung ziemlich kompliziert ist und deshalb ständig beaufsichtigt werden muss. Kunststoff muss also entweder im Recyclinghof abgegeben werden oder in den Mini-Recyclinghöfen, die Freitag und Samstag mit Personal geöffnet sind. Aber der beste Müll ist jener, der erst gar nicht entsteht ...

Bellucco: Ja, das stimmt absolut. Für Getränke in Plastikflaschen gibt es die Alternative Glas, und beim Wasser schmeckt am besten jenes, das zuhause aus dem Wasserhahn kommt. Unterrainer: Es ist in der Tat schrecklich zu sehen, wenn Speckpackungen gekauft werden, in denen fünf Scheiben stecken und das Gewicht der Plastikverpackung höher ist als jenes des Produkts. Der Kunde hat hier die Macht: Wenn die übermäßig verpackten Produkte nicht mehr gekauft werden, werden sie auch nicht mehr produziert. Wir wollen Denunziantentum nicht fördern, aber: Würde es sinnvoll sein, wenn Bürger beobachtete Fälle der Ortspolizei mitteilen? Bernabè: Ja, natürlich. Es geht um Umweltschutz, und es geht darum, die aufrichtigen Bürger zu schützen, denn wenige schwarze Schafe schaden der Allgemeinheit, indem sie Kosten verursachen, die am Ende auf alle umgewälzt werden müssen. Ein Anruf oder eine E-Mail genügen: Telefon 0472 836131 oder ortspolizei@brixen. it. Wir gehen jedem Fall nach.

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MERANSEN

Grünes Licht für den Kleingitsch Die Südtiroler Landesregierung genehmigte kürzlich ein Projekt des Skigebiets Gitschberg Jochtal. Zu dem Vorhaben lag ein negatives Gutachten des Umweltbeirates sowie ein positives sozioökonomisches Gutachten vor, dessen Argumenten man letztlich Vorrang gewährte. Der Aufschrei der Empörung ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warten.

S

eit dem Zusammenschluss der Skigebiete Gitschberg und Jochtal investiert die damals neugegründete Aktiengesellschaft mit Unterstützung der öffentlichen Hand massiv in den Ausbau des Skigebiets. Damit soll das Gebiet und die Gesellschaft auf eine solide Basis gestellt werden, die einen profitablen oder zumindest nicht defizitären Betrieb des Skigebiets langfristig ermöglicht. So errichtete die Gitschberg Jochtal AG bereits vor einigen Jahren ein Speicherbecken im Jochtal und erneuerte die Beschneiungsanlage. Letztes Jahr ersetzte man am Gitschberg zwei alte Lifte durch eine neue hochmoderne Kabinenbahn, reaktivierte eine alte stillgelegte Piste und legte eine neue Rodelbahn an. In der Skizone Gitschberg wurde die gesamte Beschneiungsinfrastruktur erneuert und ein Speichersee errichtet, der in den kommenden Wochen im Großen und Ganzen fertiggestellt sein wird. Aus dem ehemaligen Skiweg von der Mittel- zur Talstation wird eine vollwertige Piste. An der Talstation entsteht ein neuer Kinderbereich. Neben der Erneuerung der Seilbahn Mühlbach-Meransen plant die Liftgesellschaft eine weitere Rodelbahn im Jochtal, teilweise neue Trainingspisten in beiden Skizonen, die Umgestaltung des Parkplatzes im Jochtal und die Erschließung des Kleingitsch. Letzteres Projekt wurde kürzlich von der Landesregierung abgesegnet, was für Unmut sorgte – vor allem in den Reihen der Umweltorganisationen.

Neue Kabinen-Umlaufbahn. Die Liftgesellschaft plant, den bestehenden Schlepplift „Mitterwiese“, im Volksmund auch „Kurvenlift“ genannt, durch eine neue Kabinen-Umlaufbahn zu ersetzen und gleichzeitig das Skigebiet auf 78

Von der Bergstation der geplanten Umlaufbahn führt ein schmaler Skiweg zur bestehenden Piste „Mitterwiese“ sowie zu den neuen Pisten „Kleingitsch“ und „Kleinberg“ dem Kleingitsch zu erweitern, sozusagen der „kleine Bruder“ an der Seite des markant-runden Gitschbergs. Der dieselbetriebene „Kurvenlift“, der ersetzt werden soll, ist über 45 Jahre alt. Er befindet sich außerdem in einem Lawinenhang; das heißt, dass der Lift an derselben Position gar nicht mehr erneuert werden kann und eine neue Trasse gefunden werden musste. Stefan Gruber, Geschäftsführer der Gitschberg Jochtal AG, erklärt dazu: „Bei der Wahl der notwendigen neuen Trasse haben wir versucht, jenen Verlauf zu finden, der für die Entwicklung des Skigebiets günstig ist und gleichzeitig die Natur möglichst wenig beeinträchtigt.“

die zum geplanten Vorhaben ein erstes Mal im November 2017 und nach den Einwänden der Sektion Brixen des Alpenvereins ein zweites Mal im März 2018 genehmigt. „Die Bewertung der sozioökonomischen Aspekte ist positiv ausgefallen. Im Gutachten vom Dezember 2018 wird vor allem auf das Einzugsgebiet von vier Gemeinden und die rund 300 Beherbergungsbetriebe verwiesen“, schreibt die Landesregierung in einer Aussendung. Mit dem Vorhaben könne das Angebot in diesem Gebiet weiterhin gewährleistet werden. Ein negatives Gutachten erteilte hingegen der Umweltbeirat im April 2019. Der Geländerücken des Kleingitsch sei in mehrfacher Hinsicht ein „herausragender, interessanter und ökologisch wertvoller Lebensraum für diverse Flora und Fauna“, heißt es in dem Gutachten. Bedenken äußerte der Umweltbeirat zu den notwendigen Erdbewegungsarbeiten entlang des schmalen Bergrückens sowie für den Bau der Bergstation.

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Neben dem neuen Lift sollen auch drei neue Pisten entstehen – genauer gesagt handelt es sich um eine Piste über den Bergrücken des Kleingitsch, die sich etwa auf Höhe der Baumgrenze zweiteilt. Die Gründe, warum die Liftgesellschaft gerade hier eine neue Piste plant, erläutert Gruber: „Im Skigebiet Gitschberg haben wir fast keine blauen Pisten, die für uns als Familienskigebiet aber extrem wichtig sind, um langfristig bestehen zu können.“ Solche blauen Pisten würden durch die Erschließung entstehen.

Machbarkeitsstudie zweimal genehmigt. Die Gemeinde Mühlbach hatte die Machbarkeitsstu-

„Sozioökonomische Überlegungen überwiegen“. Im Falle

von voneinander abweichenden Gutachten wäge die Landesregierung die Vor- und Nachteile des Vorhabens ab, heißt es in der Aussendung. Man sei zum Schluss gekommen, dass die sozioökonomischen Überlegungen überwiegen: Es handle sich um ein familienfreundliches Skigebiet in peripherer Lage. Ohne Entwicklungsmöglichkeiten bestünde die Gefahr, dass Einheimische und Gäste auf andere Skigebiete ausweichen. Die Genehmigung ist allerdings mit der Auflage verbunden, dass für die Gestaltung der Bergstation der Aufstiegsanlage Kleingitsch ein Gutachten des Landesbeirats für Baukultur und Landschaft eingeholt werde. „Damit tragen wir den Anmerkungen


des Umweltbeirates zu diesem Bereich Rechnung“, unterstreicht die zuständige Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer. Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz hält die Tatsache, dass man „all diese und viele weitere fachlich sauber belegten Ablehnungsgründe mit der Auflage einer durch den Landesbeirat für Baukultur und Landschaft begleiteten Gestaltung der Bergstation kompensieren will, als schlechten Scherz“. Die Umweltverbände kritisieren, dass „in Südtirol im Zweifelsfall Ökonomie immer noch vor Ökologie“ stünde. In dieselbe Kerbe schlägt die Grüne Landtagsfraktion und protestiert „gegen die fragwürdige Vorgehensweise des Landeshauptmanns“. Die Entscheidung der Landesregierung, das Skigebiet Gitschberg zu erweitern, sei eine Farce. Von der Entscheidung schockiert zeigt sich auch die Bezirksgruppe Eisacktal der Süd-Tiroler Freiheit: „Wo bleibt der Schutz unserer sensiblen Alpenwelt?“, schreibt der Eisacktaler Bezirkssprecher Andreas Köck, „mit solchen Schritten entfernt man sich meilenweit von einem nachhaltigen und sanften Tourismus.“

„Wir wollen das Altfasstal schützen“. Stefan Gruber zeigt auf,

dass die Eingriffe weniger invasiv seien, als sie die Umweltverbände in ihren Pressemitteilungen schildern oder befürchten: „Wir selbst sind Touristiker und haben somit allergrößtes Interesse, das Altfasstal zu schützen. Ich habe schon gelesen, dass die Erschließung des Kleingitsch der erste Schritt zur Erschließung des Altfasstales sei. Das ist völliger Blödsinn. Wir haben bisher nie über die Erschließung des Altfasstales diskutiert und werden das auch in Zukunft nicht tun.“

Die Einwände zur „Zerstörung“ des Kleingitsch kann Gruber nicht nachvollziehen: „Im Gutachten des Umweltbeirates heißt es beispielsweise, wir würden den Gipfelgrad abtragen, was nicht stimmt. Die Vertreter der Umweltverbände waren selbst bei einem Lokalaugenschein vor Ort, bei dem ihnen das Vorhaben genau erklärt worden ist. Von der Bergstation aus führt je ein schmaler Skiweg nach Norden und nach Süden. Erst dort, wo der Bergrücken breiter wird, beginnt die eigentliche Piste.“ Der Eingriff am Bergrücken werde minimal sein und sich im Wesent-

lichen auf die Beschneiungsanlage beschränken, so Gruber. Die Bergstation selbst wird etwas unterhalb des Gipfels stehen und somit von der Seite des Altfasstales nicht einsehbar sein. Das Projekt sieht derzeit einen halbunterirdischen Bau vor. Um die Beeinträchtigung der Fauna im Vorfeld der Projektierung zu untersuchen, habe man den Jagdverband in die Planung mit einbezogen. Der entsprechende Bericht zeichne ein anderes Bild als das Gutachten des Umweltbeirates. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

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ng der Öffnu urde mit zene gesetzt w g n u n lle Eröff tür in S Die offizie bolischen Dusch einer sym Der neue Firmensitz ist schlicht, elegant, funktionell – wie auch die Duschkabinen von duka

EVENT

Zwei große Momente Besondere Momente gilt es zu feiern! Gleich zwei davon feierte duka am 23. August: die offizielle Einweihung des neuen Firmensitzes in Brixen Süd und ihr 40-Jahr-Jubiläum.

Im Herbst vergangenen Jahres konnte der Duschkabinenhersteller duka seine bisherigen vier Standorte im neuen Werk nahe der Autobahnausfahrt Brixen Süd endlich zusammenführen. Darüber hinaus wurden am neuen Firmensitz optimale Arbeitsbedingungen geschaffen und ein an der Industrie 4.0 orientiertes hochmodernes Produktionssystem eingerichtet.

Große Feier. Am 23. August

feierten die Unternehmerfamilie Krapf und Mitgesellschafter Luis Rabensteiner gemeinsam mit Freunden und Bekannten die offizielle Einweihung des neuen Firmensitzes und zugleich auch das 40-Jahr-Jubiläum der duka. „Die Einbindung der duka in das gesellschaftliche Gefüge von Brixen und des gesamten Eisacktales war uns immer schon wichtig, sie ist Teil der DNA dieses Unternehmens“, erklärte Firmengründer Hans Krapf. Bei einer Podiumsdiskussion kamen neben den Bauherren auch Politiker von Stadt und Land sowie die Planer zu Wort. Die Vertreter der Landespolitik und der Brixner Stadtverwaltung hoben insbesondere die Bedeutung hervor, die Investitionen − wie jene in den neuen duka-Sitz − für die Stärkung des Standortes und für den heimischen Arbeitsmarkt haben.

und Harald Pichler des Studios KUP ARCH, erläuterten das architektonische Konzept des neuen Firmengebäudes. Laut Planern und Bauherren ist ein Bauwerk entstanden, das zwar durch Form und Größe markant ist, sich aber dennoch durch Schlichtheit, Eleganz und Leichtigkeit perfekt in die Landschaft einfügt. Damit spiegelt der neue Firmensitz genau jene Werte wider, die auch die Duschkabinen von duka auszeichnen. Mit seiner dunklen Metallhaut und den hellen vertikalen Profilen fungiert der neue Firmensitz auch als Visitenkarte: Die hellen Elemente deuten Wassertropfen an,

Bea Mitterhofer, Roland Griessmair (BM Bruneck), Harald Pichler, BM Peter Brunner, LR Philipp Achammer, Moderator Pietro Polidori

Schlicht, elegant, funktionell. Die Planer, allen voran die Brixner Architekten Karl Kerschbaumer 80

die von einer glatten Oberfläche abperlen – ähnlich wie am Glas einer Duschkabine. Bei einem Werksrundgang konnten sich die geladenen Gäste persönlich einen Eindruck vom neuen Herzstück der duka verschaffen und zeigten sich beeindruckt.

Die Führungsmannschaft der duka

Pfarrer Alois Gurndin nahm die Segnung vor

Luis Durnwalder, Vizebürgermeister Claudio Del Piero, Landesrat Philipp Achammer, Stadtrat Andreas Jungmann

Bürgermeister Peter Brunner, Hans Krapf, LH Arno Kompatscher, Luis Rabensteiner


FAMILIEN HABEN VERSCHIEDENSTE HERAUSFORDERUNGEN: DIE PASSENDE ABSICHERUNG, DIE RECHTZEITIGE VORSORGE ODER ERBSCHAFTSANGELEGENHEITEN. VOM 7. BIS 20. OKTOBER 2019

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7.-11. Oktober 2019 Individuelle Beratung in den Filialen der Raiffeisenkasse Eisacktal

16. Oktober 2019 - 19:30 Uhr Hauptsitz der Raiffeisenkasse Wipptal

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(La relazione si terrà in lingua italiana) Arno Perathoner - Raiffeisen Versicherungsdienst

In Kooperation mit der Sozialberatung des Südtiroler Bauernbundes

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10. Oktober 2019 - 19:30 Uhr Forum Raiffeisenkasse Bruneck

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Absicherung der Familie* Markus Pretto - Raiffeisen Versicherungsdienst 10. Oktober 2019 - 19:30 Uhr Hauptsitz der Raiffeisenkasse Wipptal

Familie: viele Fragen, einige Antworten* Christa Ladurner - Forum Prävention und Mitglied des Familienbeirates

Weitere Informationen findest du unter www.raiffeisen.it/familienforum. * Anmeldung zur Veranstaltung bei der Raiffeisenkasse erforderlich!

Il fabbisogno assicurativo famigliare*

Raiffeisen Elternberatung - Wir begleiten Sie in den neuen Lebensabschnitt* Ingrid Kofler - Mitarbeiterin der Raiffeisenkasse Bruneck, Waltraud Deeg - Landesrätin, Ursula Steinkasserer Goldwurm - Stadträtin Raiffeisenkasse Welsberg-Gsies-Taisten 18. Oktober 2019 - 20:00 Uhr Paul Trogerhaus - Raiffeisensaal

Absicherung und Vorsorge für die junge Familie. Christian Oberrauch - Raiffeisen Versicherungsdienst

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Familienforum.


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Keramik und Tonhandwerk z Nicht nur bei unserer Ernährung kann man auf eine faire und umweltfreundliche Auswahl achten, sondern auch bei Geschirr und Haushaltsgegenständen. Über ein Angebot an fair gehandeltem Keramikgeschirr verfügt der Weltladen Brixen. Einer der Produzenten ist die vietnamesische NonProfit-Organisation Craft Link; die Produkte kommen aus einer Keramikwerkstätte in Bat Trang

in der Nähe von Hanoi. Beim Sortiment von Craft Link handelt es sich um Handwerk pur: Jede Rohform wird auf der Töpferscheibe bearbeitet, anschließend bei einer Temperatur von 800 Grad gebrannt, danach glasiert und schließlich bei 1.170 Grad nachgebrannt. Der Weltladen Brixen wird sich im Oktober dem Thema Keramik speziell widmen, auf die Produzenten aufmerksam machen

und sie vorstellen. Derzeit sind im Weltladen neben Keramik und Tonhandwerk aus Vietnam auch Produkte aus Tunesien erhältlich. wv

W&U Wirtschaft & Umwelt BRIXEN

Forderung nach fairen Bedingungen z „Die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes und der Erreichbarkeit des Landes für den Export und Wohlstand Südtirols“ war kürzlich das Thema einer von der Handelskammer Bozen organisierten Tagung in der Brixner Hofburg. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Handelskammerpräsident Michl Ebner: „Der Erfolg der drei Wirtschaftsräume Tirol, Südtirol und Trentino hängt im hohen Maße von einer guten Erreichbarkeit und einer funktionierenden Infrastruktur ab.“ Um das

kurz

notiert

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zunehmende Verkehrsaufkommen und die daraus entstehende Überlastung auf dem Brenner-Korridor stemmen zu können, gelte es, adäquate Lösungen für die bestehenden Transportsysteme zu finden: „Faire Bedingungen sind die Voraussetzung dafür, dass sich die heimischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten können. Dazu ist es notwendig, dass dieselben Rahmenbedingungen innerhalb der Euregio-Länder gelten.“ Bürgermeister Peter Brunner äußerte

sich erfreut darüber, dass Brixen aufgrund seiner zentralen Lage an der Brennerachse als Austragungsort für die Veranstaltung gewählt wurde. Christoph Leitl, der Präsident von Eurochambres, dem Dachverband der europäischen Kammerorganisationen, erklär-

te, es sei wichtig, „dass wir uns auf EU-Ebene weiterentwickeln, um mit den großen Wirtschaftsmärkten der Welt konkurrieren zu können.“ Anschließend gingen die Unternehmer Federico Giudiceandrea und Stephan Gostner auf ihre Praxiserfahrungen ein. wv

In Zusammenarbeit mit ihren Bauern der Bauernbundsortsgruppe hat die Gemeindeverwaltung NatzSchabs Anfang September wieder für die ordentliche Instandhaltung jener öffentlichen Wege gesorgt, die durch die sommerlichen Unwetter arg beschädigt wurden.

Ab Oktober werden die Eintrittspreise der Acquarena steigen. „Die neue Preiserhöhung wird mit einer Anpassung an die Inflation begründet“, schreiben die Brixner Stadtwerke in ihrer Presseaussendung. Eine Tageskarte wird somit um 0,50 Cent auf 12 Euro erhöht.

Die Brixner Sozialgenossenschaft WiaNui und die Stadtwerke Brixen laden auch heuer wieder viele Schüler ein, beim Projekt zur Umweltbildung den richtigen Umgang mit Abfall zu lernen. Eine kreative Möglichkeit, Abfall zu vermeiden, ist das Upcyceln: aus Abfall Nützliches schaffen.


STADTGEHEIMNISSE

ALBEINS

Erneuerte Infrastruktur

Woher hat die Altenmarktgasse ihren Namen? Um 1085 wurde jenes Gebiet, auf dem heute die Altenmarktgasse liegt, als „Markt außer der Stadtmauer“ und damit auch außerhalb der Domburg erwähnt. Dies würde zwar die Bezeichnung als Marktgasse rechtfertigen, doch wie kam es zum Zusatz „alt“? In den unruhigen Zeiten um 1273 verlegte man den Markt in das von der Stadtmauer umgebene Zentrum von Brixen, genauer auf den Domplatz. Der vormalige Marktplatz hieß von dort an „Altenmarkt“, auch wenn gegen 1820 der Markt wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückgekommen war. 1867 wurde der Markt abermals verlegt, diesmal in den Großen Graben. Ihre Entstehung verdankt die Altenmarktgasse schließlich der Mühl- oder Stadtwiere, die in dieser Zone angelegt wurde, um zwei Mühlen, eine Hammerschmiede („Kössl im Hammer“ miteingerechnet), eine Färberei und zwei Badstuben zu betreiben. Die Entwässerung der nördlich der Stadt gelegenen Wiesen brachte neue Herausforderungen für die Altenmarkt- und die Trattengasse mit sich, denn das Grundwasser stieg dadurch so hoch, dass es im Sommer oft bei den Haustüren herausfloss. Deshalb wurde 1868 im Bürgerausschuss beschlossen, durch beide Gassen „einen drei Schuh tiefen Entwässerungskanal“ zu graben. Anregungen: redaktion@brixner.info

z Die Brixner Fraktion Albeins wird an das Fernwärmenetz angeschlossen; die Arbeiten dafür haben am 9. September begonnen. Ab Herbst 2020 werden rund 113 Haushalte, die ihr Interesse an einem Anschluss bekundet haben, mit Fernwärme heizen können. Das entspricht einer Anschlussdichte von über 90 Prozent. In Albeins selbst ist dabei kein neues Fernwärmewerk geplant; die Lieferung erfolgt über eine Verbindungsleitung von der Stadt aus nach Albeins, wobei in der Industriezone von Brixen voraussichtlich eine neue Biomassezentrale errichtet wird. Begonnen hat man die Grabungsarbeiten bei der Hauptzufahrt zum Dorfzentrum. „Parallel dazu werden die Grabungsarbeiten für die Hausanschlussleitungen im unteren Dorfkern im Bereich Musberg durchgeführt“, sagt Franz Berretta, der

technische Leiter der Stadtwerke Brixen. „Vor Beginn der Arbeiten haben wir einen Auffangparkplatz an der Ortseinfahrt eingerichtet, der für den gesamten Zeitraum der Arbeiten bestehen bleibt. Bis zum Abschluss der Ernte werden die Hauptverkehrswege im Dorfkern von Albeins sowie entlang der Obstwiesen von den Arbeiten aber nicht beeinträchtigt“. Der Bauzeitplan wurde in Absprache mit der Brixner Gemeindeverwaltung, mit den Vertretern des örtlichen Fraktionsausschusses, der Trinkwasserinteressentschaft sowie dem Bodenverbesserungskonsortium ausgearbeitet, da gleichzeitig mit den Arbeiten zum Fernwärmenetz ein Großteil des Trinkwassernetzes im Auftrag der Interessentschaft erneuert wird. Außerdem wird Albeins an das Glasfasernetz angebunden. sp

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Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Mittelanschluss verzögert sich

z Die Brixner müssen auf den Mittelanschlusses zur Westumfahrung nun doch etwas länger warten: Die eigentlich für Ende des Jahres geplante Inbetrieb-

nahme verzögert sich um zwei oder drei Monate. Umberto Simone, Direktor im Landesamt für Straßenbau Nord-Ost, erklärte auf Anfrage, dass man nach ent-

sprechenden Verkehrssimulationen zum Schluss gekommen sei, dass die geplante T-Kreuzung zur Westumfahrung nicht optimal funktionieren würde: „Mit der bisher geplanten Variante hätten jene Autofahrer, die über den Mittelanschluss in die Westumfahrung in Richtung Norden weiterfahren wollen, an der T-Kreuzung warten müssen, bis der Verkehr in der Umfahrung ein Einbiegen zulässt“, sagt Simone. Das hätte

dann dazu geführt, dass sich in verkehrsreichen Situationen der Verkehr bis zur Dantestraße zurückstauen könnte“. Die beauftragten Verkehrsexperten rieten zu einem Kreisverkehr, dessen Planung etwas Zeit in Anspruch genommen hat. Der Kreisverkehr mitten in der Westumfahrung bedingt auch, dass entsprechende Beschilderungen in den beiden Tunnels angebracht werden, die den Verkehr im Mittelteil verlangsamen müssen. Auch der Kreisverkehr an der Dantestraße wurde übrigens überarbeitet: Von der Knochenform ist man auf einen erweiterten Kreisverkehr umgeschwenkt, der den Verkehrsfluss positiv beeinflussen wird. „Ziel des Ganzen ist, die Zu- und Abfahrt zum Mittelanschluss so attraktiv wie möglich zu gestalten“, sagt der zuständige Stadtrat Thomas Schraffl, „ich hoffe, dass dieser Mittelanschluss dann auch intensiv genutzt wird, damit die Belastung auf der Hauptstraße reduziert wird“. Eine direkte Zufahrt vom Mittelanschluss ins Parkhaus ist indes nicht möglich: „Die Techniker haben diese Option ausgeschlossen“. wv

MÜHLBACH/SPINGES

Neue Straße eröffnet Perspektiven

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scheidenden Landeshauptmann Luis Durnwalder konnten wir damals noch das Versprechen abringen, dass das Land den Ausbau der Forststraße zu einer vollwertigen Verkehrsverbindung nach Spinges finanziell unterstütze“, erinnert sich Bürgermeister Prugger. Das Versprechen löste Alt-Landesrat Florian Mussner

2016 dann auch ein, und mit der Finanzierungszusage konnten Planung und Bau des restlichen Streckenabschnitts angegangen werden. Nun ist die langersehnte Straße fertig und wird bereits viel befahren. Eine vor wenigen Jahren ausgewiesene Wohnbauerweiterungszone sowie eine Gewerbezone werden durch die

neue Verbindung wohl mittelund langfristig an Attraktivität gewinnen. Eine bessere Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln könnte die Lebensqualität in Spinges hingegen schon kurzfristig um einen weiteren Aspekt bereichern. Die diesbezüglichen Möglichkeiten gilt es noch besser auszuloten. oz Foto: Oskar Zingerle

z Vor Kurzem wurde eine neue Verbindungsstraße von Mühlbach nach Spinges feierlich in Betrieb genommen. Die neue Straße reduziert Wegstrecke und Fahrtzeit zwischen Hauptort und Fraktion um die Hälfte und eröffnet der Entwicklung beider Dörfer somit neue Perspektiven. Bei der Spinger Bevölkerung ist die Freude über die neue Verbindung groß – insbesondere bei Gemeindereferent Dietmar Lamprecht, der sich in den letzten Jahren mit Bürgermeister Christoph Prugger maßgeblich für die Fertigstellung der Straße eingesetzt hatte. Nachdem man 1999 zunächst mit dem Bau einer Forststraße noch kleine Brötchen backen musste, wurde im Juli 2013 mit der Zufahrt vom Sandbichlweg/Koara in die Wohnbauzone Straßhof tatsächlich das erste Teilstück der Spinger Straße eingeweiht. „Dem


NACHGEFRAGT

„Die Konkurrenz war groß!“ LISA HILPOLD, Floristin aus Brixen und einzige Südtiroler Goldmedaillengewinnerin bei der Berufsweltmeisterschaft in Kasan, über die Herausforderung der Teilnahme an den „WorldSkills 2019“. Frau Hilpold, Sie sind mit Gold prämiert worden für Ihre Leistung als Floristin. Wie stark war die Konkurrenz? Natürlich war die Konkurrenz in allen Berufsgruppen groß! Umso mehr war es ganz wichtig, sich während der Wettkampftage auf die einzelnen Aufgabenbereiche zu konzentrieren und Schritt für Schritt kleine Ziele zu erreichen. Unter den 13 Südtiroler Handwerkern, die in Kasan angetreten sind, sind Sie die einzige Brixnerin und sogar einzige aus dem Eisacktal. Wie kommt‘s?

Das Südtiroler Handwerk ist im ganzen Land vertreten, und bestimmt verstecken sich unzählige Talente, die es noch zu entdecken gibt. Dieses Mal hatte ich das Glück und die Chance, teilnehmen zu dürfen. Nach meinem Sieg in Kasan gilt es, junge Leute mit meinen Erfahrungen zu begeistern und für eine Teilnahme zu motivieren. Was hat Sie am russischen Kasan am meisten beeindruckt? Es gibt wunderschöne Moscheen und orthodoxe Kirchen zu bestaunen. Am besten jedoch fand ich unseren langen Spaziergang entlang der Wolga, die mitten

durch die Stadt fließt. Vor Wettbewerbsbeginn war dies ein ruhiger Ort, um sich zu sammeln. Welche Veränderungen wird die Goldmedaille für Ihre berufliche Zukunft bringen? Weniger die Goldmedaille, sondern mehr die Erfahrung und das Wissen werden eine Bereicherung für mich sein. Das monatelange Training mit Expertin Maria Steinmair hat mir sehr geholfen und mir ermöglicht, die floristischen Kenntnisse zu erweitern und meine Liebe zum Beruf noch stärker auszuleben. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info

2018-19

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Den Brenner Basistunnel hautnah erleben Öffnungszeiten der Ausstellung im BBT-Infopoint Von Mai bis Oktober: Dienstag–Sonntag 10:00–18:00 Uhr Von November bis April: Dienstag–Sonntag 10:00–16:00 Uhr Montag geschlossen

Kontakt

www.bbtinfo.eu / info@bbtinfo.eu / BBT-Infopoint Brennerstraße, 39045 Franzensfeste (BZ), Südtirol – Italien T +39 0472 057200 / F +39 0472 057219

Foto: Alessandra Chemollo

Auf knapp 200 m2 Ausstellungsfläche entfaltet sich in den suggestiven historischen Räumen der Festung Franzensfeste die Darstellung des BBT-Projektes in seiner faszinierenden technischen Vielseitigkeit bis hinzu Natur und Kultur. Highlights sind interaktive Scannerfahrten in den Tunnel genauso wie das multimediale Erleben des Tunnelvortriebs.


AUTONOME PROVINZ BOZEN

Asbest in Gebäuden: Jetzt ansuchen! Wer an seinem Haus eine Asbestsanierung vornimmt, kann bis zum 2. Dezember um eine Förderung des Landes ansuchen.

Der Anteil an Wohngebäuden, in denen Teile aus Asbest eingebaut sind, ist in den vergangenen Jahren konstant zurückgegangen. Wesentlichen Anteil daran haben neben einem allgemeinen Bewusstsein für gesunde Baumaterialien auch die Förderungen, die das Land Südtirol für den Abbau und die Entsorgung von Asbest zur Verfügung stellt. So wurden für die zuletzt 29 genehmigten Gesuche insgesamt 120.000 Euro ausbezahlt. Die Landesregierung hat auf Antrag von Landesrätin Waltraud Deeg beschlossen, die

Fristen für die Einreichung eines Beitragsansuchens zum Abbau und zur Entsorgung von Asbest an Wohngebäuden wieder zu öffnen.

Breite Förderung. Unterstützt

werden dabei Eigentümer oder Mieteigentümer, aber auch Mieter, Entlehner, Nutznießer oder Inhaber anderer Nutzungsrechte der betroffenen Immobilie. Asbesthaltige Materialien können beispielsweise in Dämmplatten, Dachplatten, Balkongeländern, Rohren oder Fliesen vorkommen. Wenn diese beschädigt werden und sich Fasern freisetzen, kann dies zu einer Gefährdung der menschlichen Gesundheit führen. Auch schon in niedriger Konzentration kann Asbeststaub die Entstehung von Lungenkrankheiten bewirken. „Gerade aufgrund des gesundheitlichen Aspektes ist es wichtig, auch die letzten Reste von Asbest in bestehenden Wohngebäuden zu entfernen“, betont Wohnbaulandesrätin Waltraud Deeg.

Bereits ab 500 Euro lohnt sich ein Ansuchen. Nachdem in den

Vorjahren bereits vielfach dem Aufruf des Landes Folge geleistet wurde, wird die diesjährige Förderung voraussichtlich das letzte Mal ermöglicht. Betroffen sind laut Erhebung der Abteilung Woh-

nungsbau noch etwa 100 Gebäude. Eigentümer und Verwalter können bereits für Sanierungs­ arbeiten ab 500 Euro 70 Prozent der anerkannten Kosten als Beitrag erhalten. Beitragsgesuche sind auf der Wohnbauseite des Landes abrufbar.

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Der perfekte Partner für Böden und Oberflächen Wenn das Unternehmen Hofer Fliesen & Böden auf seine über 40-jährige Handwerkstätigkeit zurückblickt, kann es eines mit Gewissheit von sich sagen: Ziel war es immer schon, für jede Gegebenheit die passende Lösung zu finden.

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Das richtige Material am richtigen Ort: Diesen Anspruch hat sich das Familienunternehmen aus Waidbruck auf die Fahne geschrieben. Präzise Verlegung, sauberes Arbeiten, ein Mit- und Vorausdenken haben mitunter zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.

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Wohnungen oder die Gestaltung von Bädern, Terrassen, Gartenanlagen und Pools: Hofer Fliesen & Böden ist Ansprechpartner für sämtliche Oberflächen. Die Leistungspalette spannt sich von Holz über Teppich bis Kunstharz, von Fliesen über Naturstein bis hin zu Mosaik und Sonderanfertigungen. Nicht zu vergessen: die kompetente und individuelle Beratung. Dank des breiten Fachwissens der qualifizierten Mitarbeiter und modernster Technik hilft Hofer den Kunden dabei, ihre Wünsche und Vorstellungen zu realisieren.

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zigartiges zu verfügen ist heute der Wunsch vieler. In der neuen, modernen Keramik-Verarbeitungswerkstätte kreiert Hofer zahllose Unikate und fertigt in sorgfältiger Maßarbeit Waschtische, Küchenblöcke, Treppenstufen und Möbel aus Keramik inklusive Innenleben. Die Vorteile der kompakten Raumelemente liegen auf der Hand: leichte Reinigung, extreme Belastbarkeit, einheitliche Optik und natürlich millimetergenaue Fertigung nach Kundenwunsch. So fügt sich jeder Waschtisch harmonisch ins Bad und jede bodengleiche Dusche und Glastrennwand perfekt in den Raum.

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Entspannt schlafen Weil erholsamer Schlaf so wichtig ist, sollte man sich beim Bettsystem nur für beste Qualität entscheiden.

Die moderne Lebensweise zwingt den Menschen immer mehr zum Sitzen – sei es bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin oder zuhause. Hinzu kommt, dass er die meiste Zeit des Tages in einer für den Rücken ungünstigen Haltung verbringt. Daran lässt sich nicht immer etwas ändern. Man kann aber dafür sorgen, dass der Körper nachts entspannt und sich erholt.

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Optimiertes Bettsystem. Um

optimale Voraussetzungen dafür zu schaffen, hat die Firma „dormabell“ Bettsysteme entwickelt, die mehr Entlastung für Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenke bringen. Der individuell einstellbare Bettrahmen mit gut durchdachter Unterfederung bildet eine ideale Grundlage; höhenverstellbare Elemente und fein justierbare

Anhand des „dormabell“-Mess-Systems werden die individuellen „Schlafmaße“ ermittelt

Festigkeitsschieber sorgen sowohl in Seiten- als auch in Rückenlage für eine entspannte Liegeposition.

Der Mensch ist das Maß. Da-

mit der Bettrahmen das hält, was er verspricht, muss er individuell auf die jeweilige Person eingestellt werden. Mithilfe eines „dormabell“-Mess-Systems werden die Einstellungen des

Den dormabell Innova Rahmen stellen wir ganz individuell auf Ihre Körpermaße ein und kombinieren ihn mit der passenden Matratze zu Ihrem optimalen Bettsystem.

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Wohnlichkeit auf Maß Mit passgenauen und kreativen Einrichtungslösungen setzt die Tischlerei Plank neue Maßstäbe.

Maßgeschneiderter Charme. Die Tischlerei Plank in Brixen plant zeitgemäße Wohnraumlösungen ganzheitlich und individuell. Jede Einrichtung wird auftragsbezogen gefertigt, weshalb eine exakte Anpassung an die architektonischen Bedürfnisse und an die individuellen Wünsche der Kunden gewährleistet ist.

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Ort der Ruhe und Entspannung sein, das Bad ein Wohlfühl-Spa für die Körperpflege. Die Einrichtungsplaner der Tischlerei Plank wissen, worauf es ankommt, damit Wohlfühlräume entstehen. Gerne zeichnen sie die Möglichkeiten auf, wie formschöne Möbel jedes Schlafzimmer und jedes Bad in harmonische Wohlfühloasen verwandeln.

Gerade in stressigen Zeiten braucht es Orte zum Entspannen. Wir schaffen individuelle Lebensräume in modernem Design und handwerklicher Qualität.

Von der Fantasie beflügelte Wohnlichkeit. Die Tischlerei Plank

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erarbeitet kreative Lösungen und extravagante Wohnlichkeit, oftmals in Zusammenarbeit mit Architekten und Planern. Dank der umfassenden Kompetenz in den Bereichen Material und Technik sowie der jahrzehntelangen Erfahrung im Handwerk realisiert das fachliche Team der Tischlerei Plank individuelle Wohnträume.

Fotos: JM ARCHITECTURE – 2017

Stilvoller Genuss. Welcher Hobbykoch wünscht sich nicht eine moderne Küche, die neben einer ansprechenden Optik auch durch ein Höchstmaß an Funktionalität besticht? Jede Küche der Tischlerei Plank wird auf Maß gefertigt, nach individuellen Vorstellungen und mit optimaler Raumeinteilung, einfach und doch nicht simpel, funktionell und doch nicht aufdringlich, vielfältig kombiniert mit Stein oder Inox. Eiche, Nuss oder lackiert – was darf es sein? Mit großer Fach- und Sachkenntnis realisiert die Tischlerei Plank Traumküchen für jeden Wohnstil und für jeden Geschmack.

Eleganz im Schlafzimmer und Bad. Das Schlafzimmer soll ein

JM ARCHITECTURE – 2017

Möbel tragen wesentlich zur Atmosphäre eines Raumes bei. Sie verbinden Wohnbereiche, ergänzen Mauern, präsentieren Objekte, verstecken Unerwünschtes. Doch vor allem schaffen sie Behaglichkeit, wenn sie harmonisch aufeinander abgestimmt sich nahtlos in die Räume fügen.

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Weniger ist mehr Jedes Jahr werden auf Fach- und Publikumsmessen die neuesten Wohntrends präsentiert. Bei diesen werden die Neuheiten im Badezimmer ganz besonders unter die Lupe genommen, denn gerade Badplanung und -renovierung wollen gut überlegt und durchdacht sein.

Ein Trend hebt sich derzeit ganz besonders in der Badausstattung hervor: die vielen kombinierten Lösungen. „Weniger ist mehr“, lautet die Devise bei den Herstellern und Designern. Das hat vor allem einen Grund: Der Platz fürs Bad wird tendenziell immer kleiner, die Ansprüche größer. Es gilt damit, Design und Luxus auf kleinem Raum zu vereinen, ohne Abstriche in Sachen Funktionalität zu machen. Die Antwort liefern sogenannte Multifunktionslösungen.

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Einrichten & Wohnen

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IXMO – kompakt und funktionsreich. Eine solche präsentiert

Ganz schön clever: Das DuschWC. Kein Platz für Bidet und WC?

Nicht so mit einem Dusch-WC von Geberit! Die elegante „AquaClean Sela“ verfügt über äußerst einfache und intuitiv bedienbare Funktionen, so zum Beispiel die patentierte WhirlSpray-Duschtechnologie, die eine besonders gezielte, gründliche und wohltuende Reinigung ermöglicht.

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Bidet und WC in einem: Das Dusch-WC von Geberit

Viele Neuheiten bei Innerhofer. von Innerhofer einen Überblick Wer neugierig geworden ist auf diese und viele weitere Neuheiten im Bad, kann sich dazu in den Fliesen- und Bäderausstellungen

verschaffen. Ein Besuch lohnt sich ganz besonders für alle, die demnächst ein neues Bad planen.

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beispielsweise der Hersteller Keuco mit der neuen Armaturenserie IXMO für Dusche, Wand und

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Multitalente an der Wand

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Tapeten können die Raumwirkung positiv beeinflussen: Eine passend gewählte textile Wandbekleidung lässt kleine Räume größer und hohe Räume niedriger erscheinen, verleiht den Räumen mehr Tiefe oder Lebendigkeit und steigert die Wohnlichkeit um ein Vielfaches.

Farben sind in allen Bereichen bedeutende Elemente zur Erzeugung von Emotionen, Atmosphären und Illusionen. In Räumen können gut aufeinander abgestimmte Farbtöne und Muster vollkommen neue Raumstimmungen kreieren. Der Digitaldruck und neue Materialien haben Tapeten für Wohndesigner letzthin wieder interessant gemacht. Entsprechend wird die textile Wandbekleidung wieder verstärkt in Raumkonzepte integriert. Technische Beschichtungen ermöglichen außerdem die Verwendung von Tapeten auch in Feuchträumen oder zur Festigung des Mauerwerks an Außenwänden.

Langlebige Wanddesigns. Die

klassische Tapete wurde in ästhetischer und technischer Hinsicht neu interpretiert. Strukturen und optische Details setzen Räume facettenreich in Szene. Motive wie fotografische Abbildungen, Wandmalereien und vieles mehr werden zum Muster an der Wand und schaffen unerwartete visuelle Effekte. Die neue Generation der Tapeten bietet zumeist auch eine besonders stoß-, reiß- und kratzfeste Variante – mit einer Garantie von zehn Jahren.

Auswahl und Beratung. Eine

große Auswahl an Tapeten in vielen Mustern und Materialien findet man in den Showrooms

von Hotex in Brixen und St. Lorenzen. Doch vor allem lohnt sich die Beratung durch das fachkundige Einrichtungsteam, um die passende Tapete für eine optimale Raumwirkung zu wählen.

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MATRATZENLAND

Einrichten & Wohnen

Gute Matratze, guter Schlaf Schlaf ist für den menschlichen Körper wichtig, da er diesen zur Regeneration und Erholung benötigt. Eine auf den Körper abgestimmte Matratze bildet die Grundlage für einen guten und erholsamen Schlaf.

Extra

Warum ist man morgens größer als abends? Im Durchschnitt ist der Mensch am Morgen etwa einen Zentimeter größer als im Tagesablauf und am Abend wieder entsprechend kleiner; während des Tages schwankt die Größe um etwa einen halben Zentimeter. Der Grund dafür ist auf die Wirbelsäule zurückzuführen. Und wie ist die menschliche Wirbelsäule aufgebaut? Bei der Wirbelsäule handelt es sich um ein Gefüge von sich überlagernden Wirbeln, die zusammen eine einzigartige Struktur bilden, die es uns Menschen ermöglicht, zu gehen und uns in aufrechter Position zu bewegen. Die Wirbelsäule stellt damit die Hauptstütze des Körpers dar. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 33 oder 34 Wirbeln. Sie ist unterteilt in fünf Wirbelsäulenabschnitte, die aus jeweils mehreren Wirbeln bestehen: die Halswirbelsäule, die Brustwirbelsäule, die Lendenwirbelsäule, das Kreuzbein und das Steißbein. Zwischen je zwei benachbarten Wirbelkörpern liegen druckelastische Bandscheiben. Die Bandscheiben haben die wichtige Aufgabe, die Bewegung, Beugung, Dehnung

und Drehung der Wirbelsäule zu ermöglichen. Sie sind somit eine Art flexible Puffer zwischen zwei Wirbeln. Die Bandscheiben bestehen aus Knorpelgewebe und haben bemerkenswerte elastische Eigenschaften. Wenn wir nachts in liegender Position ruhen, wird die Wirbelsäule vom Druck des Körpergewichts entlastet, die Bandscheiben dehnen sich aus und regenerieren sich. In Folge lässt sich am Morgen, wenn wir aufstehen, ein Zuwachs von etwa einem halben Zentimeter im Vergleich zu unserer durchschnittlichen Körpergröße feststellen. Am Abend hingegen verzeichnet man einen Rückgang um etwa einem halben Zentimeter; dieser Rückgang ist auf die Wirbelsäule zurückzuführen, die tagsüber unser Körpergewicht zu tragen hat; dabei werden die Bandscheiben im Laufe des Tages immer flacher zusammengedrückt – bis am Abend die Körpergröße um etwa einen halben Zentimeter zur durchschnittlichen Körpergröße geringer ist.

Die Bedeutung einer richtigen Matratze. Das Ausdehnen und Zusammenziehen der Wirbelsäule

ist ein natürlicher Prozess, der jeden Tag und jede Nacht stattfindet. Die nächtliche Erholung ist deshalb von immenser Bedeutung, um die Regeneration und Entspannung der Wirbelsäule zu gewährleisten. Ein guter Schlaf, der durch eine rückengerechte und auf den jeweiligen Körper angepasste Matratze unterstützt wird, ist daher für die Gesundheit des menschlichen Organismus wesentlich. Wird eine für den jeweiligen Körper nicht ideale Matratze verwendet, möglicherweise auch eine zu alte Matratze, die womöglich einige ungleichmäßig nachgebende Stellen aufweist, könnte dies dazu führen, dass sich die Bandscheiben nicht ausdehnen und sich vom tagsüber getragenen Gewicht nicht regenerieren können. Dies kann in Folge zu Rückenschmerzen führen, vor allem im Lenden- oder Halsbereich. Die Matratze ist daher essenziell für die nächtliche Erholung und für ein gutes Körperbefinden tagsüber. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Liegepositionen im Schlaf – der eine schläft bevorzugt in Seitenlage, der andere auf dem Rücken oder auf

x Zu hart 

Eine auf das Körpergewicht optimal abgestimmte Matratze unterstützt den natürlichen Aufbau der Wirbelsäule und trägt zu ihrer Regeneration bei 94

dem Bauch liegend – und auch die unterschiedlichen Höhen der verwendeten Kopfkissen, gestaltet sich die Wahl einer geeigneten Matratze nicht immer einfach.

Große Auswahl und innovative Lösungen. Das Studio Matratzen-

land in Vahrn ist die ideale Anlaufstelle, um sich fachkundig beraten zu lassen und die passende Matratze für den erholsamen Schlaf zu finden. Zehnjährige Branchenerfahrung ermöglicht ein fachkundig zusammengestelltes Sortiment, das laufend um innovative Produkte erneuert wird. Dem entsprechend findet man in der großen Ausstellung Matratzen aus Memory Foam, Waterfoam, mit Feder- und Mikrofederkern, aus Latex sowie biologische und natürliche Matratzen. Dabei beschränkt sich Matratzenland nicht auf eine einzelne Herstellermarke, sondern führt Lösungen verschiedener führender Hersteller, deren Produkte durch Qualität und Funktionalität überzeugen. Mit diesem breiten Fokus will Matratzenland seinen Kunden das Beste für den erholsamen Schlaf bieten.

x Zu weich 

x Richtiger Härtegrad 


Wohnkonzepte in 3D Das Möbelhaus Rogen bietet nicht nur eine große Auswahl an Möbeln, sondern verwirklicht individuelle Wohnträume von der Planung an. Wer kennt das nicht: Auf der Suche nach einer neuen Einrichtung sieht man vieles, doch kann man sich nicht immer ganz genau vorstellen, ob die Möbelstücke, Textilien und Gegenstände am Ende auch tatsächlich zusammenpassen. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist im Möbelhaus Rogen an der richtigen Adresse, denn gerade die Planung und Realisierung von individuellen Einrichtungslösungen zählen zu seinen großen Stärken. Bei der Verwirklichung persönlicher Wohnträume stehen erfahrene Fachberater zur Seite.

Extra

Einrichten & Wohnen

MÖBEL ROGEN

Auf die Planung kommt es an. Die Fachberatung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Kunden, bei dem dessen Wünsche erfasst und wohnliche Tipps gegeben werden. Bei einem gemeinsamen Durchgang durch die große Möbelausstellung kann sich der Kunde einen Überblick über Wohnlösungen, Materialien und Oberflächen verschaffen und seine Präferenzen mitteilen. Anschließend beginnt die hausinterne Planung: Nach Anfertigung einer ersten noch händisch gezeichneten Grobskiz-

ze folgt die Feinplanung mittels professioneller Planungssoftware. Dabei lassen die Fachplaner die Wünsche des Kunden in professionelle Wohnkonzepte einfließen und bringen diese als realitätsnahe 3D-Visualisierungen auf den Bildschirm und zu Papier.

Virtualisierung erleichtert Entscheidung. Bereits beim nächsten

Termin werden konkrete Visualisierungen präsentiert, die im Detail besprochen werden. Anhand einer Virtual-Reality-3DBrille kann der Kunde die Einrichtung so erleben, als ob er sich durch die möblierten Räume bewegen würde. Entspricht das Wohnkonzept der Vorstellung des Kunden, wird eine Reihe von Prozessen in Gang gesetzt – von der Bestellung der Möbel über die Maßanfertigung in der eigenen Tischlerei bis hin zur anschließenden Montage durch gelernte Montagetischler. In diesem professionellen Zusammenspiel verwirklicht das Möbelhaus Rogen einzigartige Wohnträume für Bad, Küche, Schlafzimmer oder Wohnzimmer oder gesamte Einrichtungslösungen für Private, Hotellerie und Gastronomie.

Das Möbelhaus Rogen realisiert Wohn- und Einrichtungslösungen, von der Planung mit realitätsnaher Virtualisierung ...

... bis zur fachmännischen Umsetzung

Mühlbach, Pustertaler Straße 30 info@moebel-rogen.it 0472 849522 WWW.MOEBEL-ROGEN.IT

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RUBNER HAUS

„Beste Wohnqualität“ In einem Holzhaus zu wohnen wünschen sich viele bereits von klein auf. Rubner Haus hat die Fertigung seiner Holzhäuser so perfektioniert, dass vieles möglich ist. Mehr dazu verrät DANIEL OBERRAUCH, Verantwortlicher für den Vertrieb der neuen Produktlinie „Studio“ in Südtirol. Herr Oberrauch, wofür steht Rubner Haus? DANIEL OBERRAUCH: Rubner Haus bedeutet beste Wohnqualität aus Holz. Dies gelingt, indem wir die Wände eines jeden unserer individuell geplanten Holzhäuser werkseitig vorfertigen und im Werk noch komplett mit Fenstern, Haustür und allen elektrischen Vorinstallationen ausstatten. Die Vorfertigung bringt den Kunden viele Vorteile: eine große Zeitersparnis auf der Baustelle, kalkulierbare Gesamtkosten sowie eine hohe Bauqualität. Mit der Wand als Fertigungseinheit kombinieren wir außerdem ideal die Vorteile der Fertigbauweise mit gleichzeitiger Gestaltungsfreiheit in der Architektur. Und auch in Sachen Energieeffizienz überzeugen unsere Holzhäuser, denn mit unserem Vollwärmeschutz, der aus einer Kombination aus Holz, Holzfasern und Kork besteht, erzielen wir dermaßen gute Dämmwerte, dass Rubner-Häuser im Gegensatz zu Ziegelhäusern mit einer geringeren Mauerdicke in den Außenwänden auskommen; dies bringt bei gleicher Kubatur entsprechend mehr Wohnraum.

Rubner Haus hat in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorbildfunktion eingenommen. Wie äußert sich das? Die Nachhaltigkeit unserer RubnerHäuser stellen wir über die gesamte Wertschöpfungskette sicher. So stammt das Holz, das wir verarbeiten, aus zertifizierten Wäldern im Alpenraum. Dieses wird in den firmeneigenen Sägewerken zugeschnitten und findet Anwendung in der Fertigung der Wandsysteme in Kiens, in der Produktion unserer Fenster im Sarntal und unserer Türen am Ritten. Sind Rubner-Häuser nur als Neubau realisierbar, oder können diese auch in bestehende Gebäude integriert werden? Jedes Rubner-Haus wird individuell gefertigt, weshalb wir jeder Anforderung gerecht werden können: Neubau, Anbau oder Aufstockung, in allen Größenordnungen und für alle Typologien, wie beispielsweise freistehendes Haus, Reihenhaus, Hotel oder Feriendomizil am Gardasee. Auch bieten wir unterschiedliche Leistungsstufen, zwischen denen der

Das Projektteam „Studio“ mit Daniel Oberrauch (Zweiter von links) Kunde wählen kann, ob er nur den Rohbau von uns wünscht oder eine schlüsselfertige Abwicklung ab dem Fundament – und in der erweiterten Form unserer neuen Produktlinie „Studio“ einschließlich allem, was dazugehört. Die Produktlinie „Studio“ ist für ganze Gebäude konzipiert, die wir von der technischen Entwurfsplanung bis hin zur Umsetzung komplett abwickeln – samt Fundament, Außengestaltung, Schwimmbäder und Wellnessbereiche. Auf Wunsch organisieren wir auch die Einrichtung und Lichtsysteme. Mit dieser Rundumbetreuung wenden wir uns an alle, die sich beim Wohnen einen gewissen Luxus gönnen

möchten und für ihr Bauprojekt einen einzigen Ansprechpartner wünschen. Noch eine letzte Frage: Wie wohnt es sich in einem RubnerHaus? Das lässt sich mit wenigen Worten auf den Punkt bringen: Wohngesund und unvergleichlich schön! Ich bekomme von Kunden durchwegs positive Rückmeldungen, oftmals noch Monate und Jahre nach ihrem Einzug. Sie alle bezeichnen ihre Entscheidung für ein Rubner-Haus als beste, die sie für sich und ihre Familie treffen konnten.

LEBENSRAUM. AUSDRUCK D E I N E R W E LT.

Rubner Haus, Handwerkerzone 4, 39030 Kiens, T: 0474 563333, E: haus@rubner.com, W: rubner.com/haus

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Viel Freude haben uns auch heuer wieder die vielen Kinderfotos bereitet, die uns in den letzten Wochen fleißig zugesandt wurden. Ein großes Dankeschön allen Einsendern! Der vitale Luftsprung auf unserem Siegerfoto hat alles, was Sommer ausmacht: Sonne, Luft und Leichtigkeit! Genau so muss Sommer sein – so muss er sich anfühlen, dass wir ihn lieben: herrlich warm, unter freiem Himmel und strotzend vor Lebendigkeit! All diese Eigenschaften vereint das Siegerfoto, auf dem Anna Goller aus Kastelruth herrlich leicht durch den Sommer wirbelt! Ein großes Lob gilt wohl auch dem Fotografen, dem es gelungen ist, diesen herrlichen Luftsprung auf einem Bild festzuhalten. Die „Brixner“-Redaktion hat die Luftakrobatik jedenfalls überzeugt, und das Siegerfoto stand fest. Weil Sieger immer einen Preis bekommen sollen, wird auch Anna Goller für ihre Glanzleistung mit einem Geschenkkorb belohnt werden, der uns freundlicherweise von der Brimi zur Verfügung gestellt wird. Große Freude hatten wir aber mit allen uns zugesendeten Kinderfotos, für die wir uns bei unseren Lesern herzlich bedanken. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen sich von den zuckersüßen Fotos verzaubern!

Extra

Fotoaktion

Salto durch den Sommer

FOTOAKTION

Leitner, Mühlbach Lea, Leon und Julian

Emil Lorenzin Rainer, Franzensfeste

Fabian Silbernagl, Natz 98

Anna Goller, Kastelruth

Elina Rosa Egger, Milland

Emma und Marie Lechner, Viums

Elias Malleier, Scha bs


Alex Dorfmann, Brixen Leni und Robin Gasser, Sarns Felix Piok, Lüsen

Sonja Malleier, Schabs Jonathan und Niklas Höller, Aicha

TRIENALA LADINA 2019 PEST ARTISTICH „RICHARD AGREITER“ 21.09.19 — 24.05.20 Museum Ladin Ciastel de Tor Str. Tor 65, San Martin de Tor (BZ)

Ben Dorfmann, Brixen

Annatina Dermont

Yvonne Gienal

Eleni Hofer, Pairdorf

Michael Schrattenthaler

Claus Soraperra

Karin Schmuck

é la Tobias Tavella

Vernissage 20.09.2019, 19:00

Jonas Malleier, Schabs

Design: Lupo Burtscher

99


Fotoaktion

Leon Egger, Milland

en Leonie und Lara Salcher, Brix

Extra

Kerschbaumer Jonas, Terenten

Mara, Vera und Lisa Delueg, Feldthurns

Lisa und Felix Duregger, Vahrn

Landeskindergeld - Gesuche können ab September gestellt werden! Der notwendige fünfjährige bzw. historische Wohnsitzung muss gänzlich in der Provinz Bozen vorgewiesen werden. Davon ausgenommen sind Personen, welche im Jahr  das regionale Familiengeld bezogen haben und die Voraussetzungen des fünfjährigen Wohnsitzes in der Regi-

PR-Info

Leo Piock, Lüsen

Das ehemalige regionale Familiengeld trägt nun den Namen „Landeskindergeld“. Ab September können die Gesuche für das Bezugsjahr  wieder gestellt werden.

on Trentino- Südtirol erfüllt haben, sowie zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrages für  auch in Südtirol wohnhaft waren. Für die jeweiligen Anträge wird die „Einheitliche Einkommens- und Vermö-

genserklärung“ – EEVE benötigt. Das Bauernbund Patronat ENAPA steht allen Bürgern kostenlos bei der Erstellung der EEVE-Erklärung, sowie der Antragstellung für das Landeskindergeld und Familiengeld von Seiten des Arbeitsgebers zur Verfügung.

Voraussetzungen mindestens  minderjährige Kinder Familien mit einem behinderten Kind (auch nach dessen Volljährigkeit)

oder

ein einziges Kind unter  Jahren ein minderjährigen Kind mit einem mitlebenden volljährigen Geschwister

Zusatzinfo: Die Anträge zur Auszahlung des Familiengeldes über den Arbeitgeber müssen, seit .., elektronisch an das NISF/INPS und nicht wie bisher in Papierform beim Arbeitgeber erfolgen.

EEVE? Familiengeld?

Kostenlos für alle beim SBB-Patronat

www.sbb.it/patronat Bezirksbüro Brixen: K.-Lechner-Str. /A,  Vahrn – Brixen • Tel.:   enapa.brixen@sbb.it Bezirksbüro Sterzing: Jaufenpass Straße ,  Sterzing • Tel.:  , enapa.sterzing@sbb.it

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Entdecken Sie Südtiroler Brot und Strudel garantierter Herkunft und geprüfter Qualität auf dem Brixner Domplatz.

Valeria, Claudia und Aurelia Maier, Milland

Und schauen Sie danach beim Südtiroler Speckfest Villnöss vorbei – bequem mit dem Linienbus erreichbar.

brotmarkt.it speckfest.it

Lena Knollseisen, Millan d

Simon & Gabriel Laner, Brixen

Maximilian und Anna D‘Alberto, Natz

Rafael und Elias Holzer, Vahrn

Sandra und Daniel Mantinger, Gufidaun

Südtiroler Brotund Strudelmarkt Brixen, 04.–06.10.2019

Gabriel Steinmann, Vahrn

Paul Kuprian, Schabs


Impressum

Fernsprechverkehr Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Samstag, 13. September 1919

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Willi Aricochi (wa) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Sabine Dejakum (sed) Evi Hilpold (eh) Susanne Hutter (sh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Sabine Peer (sp) Franziska Rude (fr) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Titelbild: Oskar Zingerle Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Oktober 2019 Nächster Redaktionsschluss: 10. Oktober 2019 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 102

September 1919

Unheimliche Fahrt Samstag, 13. September 1919 Neulich kam der Schnellzug Brenner–Bozen in Franzensfeste mit 23 Minuten Verspätung an. Dort machte er eine Minute dazu, was 24 Minuten ausmacht. Diese 24 Minuten brachte er zwischen Brixen und Bozen ein, sodaß er in letztgenannter Station richtig fahrplanmäßig ankam. Am Samstag, den 6. September, fuhr der Schnellzug gleicher Nummer von Klausen nach Bozen in 29 Minuten, d.h. er fuhr schneller als der schnellste Zug von Innsbruck nach Wörgl, wo es weder solche Gefälle, noch Tunnels, noch solche Kurven und gefahrdrohende Lehnen gibt, wie auf der vorgenannten Teilstrecke des Eisacktales. Die Reisenden des genannten Zuges sagen, daß sie von Waidbruck ab bis über Blumau hinaus jede Minute zitterten, ob der rasende Zug nicht rechts oder links aus dem Geleise fliegt. Wenn der Bau der zu Unrecht so verschimpften Südbahn nicht ein so ausgezeichneter wäre, hätte es schon ein Unglück geben müssen. Die Lokomotivführer glauben, sie können bei uns wie in der lombardischen Ebene dahinsausen. Muß ein Unglück kommen, bis sie von dieser Ansicht ablassen? Oder trifft man nicht vorher kompetenterseits lieber Abhilfe?

Buchdruckerstreik Samstag, 13. September 1919 Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 9., 10. und 11. September, konnte in Bozen keine Zeitung erscheinen, weil die Schriftsetzer und Buchdrucker sämtlicher Buchdruckereien in Bozen in

den Ausstand getreten waren. Es handelte sich um wirtschaftliche Forderungen. Dieselben waren in ganz Südtirol gleich, und auch die Stellungnahme zu diesen Forderungen war überall die gleiche. Es mußte daher überraschen, daß in Bozen die Arbeit eingestellt wurde, während sich die Gehilfenschaft in Meran und Brixen nicht zur Arbeitseinstellung veranlaßt gesehen hat. Der „Volksbote“ kann diese Woche wegen des stattgefundenen Buchdruckerstreikes zu unserem eigenen Bedauern nicht erscheinen. Die nächste Nummer erscheint am Mittwoch, den 17. September.

Laut uns zugekommener amtlicher Mitteilung dürfte in etwa zwei Wochen der Privatfernsprechverkehr zwischen Meran, Bozen, Brixen, Bruneck, Franzensfeste und Sterzing zugelassen werden.

Vorsicht beim Obstgenuß! Samstag, 13. September 1919 Man schreibt uns aus Kaltern: Mehrmals kamen in letzter Zeit Erkrankungen an Brechdurchfall und Ruhr vor. Einer Bauersfamilie in St. Nikolaus starben kurz hintereinander zwei Kinder im Alter von 6 und 10 Jahren an dieser tückischen Krankheit. Ebenso starb am 7. September ein fünfjähriges Kind (Knabe) des Schuhmachermeisters Ploner in Mitterdorf.

Schulbeginn im Institute der Englischen Fräulein in Brixen Samstag, 13. September 1919 Bei Schulbeginn eröffnet das Institut nebst den daselbst schon bestehenden Privatschulen auch eine Lehrerinnenbildungsanstalt mit allen 4 Jahrgängen. Über die Aufnahmsbedingungen gibt die Institutsvorstehung gewünschte Auskunft. Das Schuljahr beg. Für die Lehramtskandidatinnen sowie für die Schülerinnen der bereits bestehenden zweif. Handelsschule Montag, den 29. September, an welchem Tage die Aufnahmsprüfungen vorgenommen werden; der regelmäßige Unterricht beginnt mit 30. September. An der Bürgerschule beginnt das Schuljahr Montag, den 15. September. Am 15. und 16. September erfolgt die Anmeldung neuer Schülerinnen; am 17. ist um ½ 8 Uhr in der Institutskirche das Heilig-Geist-Amt.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


LASSEN SIE SICH DIESE EINMALIGE GELEGENHEIT NICHT ENTGEHEN!

SKIFAHREN

FÜR ALLE

WICHTIG!

Die Erfolgsgeschichte „Skifahren für Alle“ wird im Konsortium Gitschberg Jochtal – Brixen auch in der kommenden Saison fortgeführt. Das Skifahren war in den vergangenen 50 Jahren die Wintersportart Nummer eins und die beliebteste Freizeitbeschäftigung vieler Südtiroler. Der Saisonspass des Konsortiums Gitschberg Jochtal – Brixen kann in den Skigebieten Gitschberg Jochtal & Plose sowie bei den Dorfliften von Villnöss, Feldthurns, Lüsen & Terenten genutzt werden. Wie der Name „Skifahren für Alle“ bereits verspricht, ist auch in diesem Jahr der Saisonspass zu sehr günstigen Preisen erhältlich. Vom 1. Oktober bis zum 31. Oktober haben alle die einmalige Möglichkeit, Kinderpässe für die gesamte Saison um nur € 15 zu erwerben. Jugendliche bezahlen nur € 149, Jungbürger nur € 199. Für alle Erwachsenen gilt der einmalige Sonderpreis von € 299. Diese Preise sind mit keiner anderen Ermäßigung kumulierbar. Die Saisonspässe können von Montag bis Sonntag bei den Verkaufsstellen in Vals, Meransen und St. Andrä (Büro in St. Andrä ist an den letzten beiden Oktoberwochenenden geschlossen!) erworben werden. Für den Erwerb muss die jeweilige Person, auf die der Saisonspass augestellt wird, anwesend sein und einen gültigen Personalausweis vorweisen.

DAS SOLLTEN SIE NICHT VERGESSEN! - Personalausweis - Saisonspass 2018/19 (bei Verlust € 5 Unkostenbeitrag) - Jede Person, auf die der Saisonspass ausgestellt wird, muss anwesend sein

ALTER

GEBURTSDATUM

SKIFAHREN FÜR ALLE vom 01.10. –31.10.19

VORVERKAUF bis 21.12.19

NORMAL-VERKAUF ab 22.12.19

Kinder

0 –11

Geb. am oder nach dem 30.11.2008

€ 15,00

€ 120,00

€ 160,00

Jugendliche

11–16

Geb. zw. 30.11.2003–29.11.2008

€ 149,00

€ 180,00

€ 210,00

Jungbürger

16–25

Geb. zw. 30.11.1994–29.11.2003

€ 199,00

€ 260,00

€ 310,00

Erwachsene

25–60

Geb. zw. 30.11.1959–29.11.1994

€ 299,00

€ 440,00

€ 500,00

Senioren

60–70

Geb. zw. 30.11.1949–29.11.1959

€ 299,00

€ 400,00

€ 450,00

Supersenioren

70+

Geb. am oder vor dem 29.11.1949

€ 299,00

€ 340,00

€ 370,00

Max. Betrag pro Familie

€ 899,00

€ 1.099,00

€ 1.199,00

Family Ticket (inkl. Kinder geb. am oder nach dem 30.11.2001)

Mehr Informationen gerne auch telefonisch: Büro Vals: 0472 547 113, Büro Meransen: 0472 520 322 oder Büro St. Andrä: 0472 200 433


Das beste Brixen vom Wohnen.

NIDUS - BRIXEN Die neue Wohnanlage entsteht in der Zone Landwirt und wird aus zwei Baukörpern bestehen.. Alle Wohnungen erhalten großzügige Terrassen oder Gärten. Die moderne Architektur und hochwertige Ausführung sorgen für ein einzigartiges Wohnerlebnis. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Büro.

Tel. 0472 201 250 · info@sader.it · sader.it


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