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Brixner 198 - Juli 2006

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Jahrgang 17 - Nr. 07 Juli 2006

www.brixen.net

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Einzelnummer 0,10 Euro - Versand im Postabonnement - 45% - Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen / I.P. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Street Angels

Flippige Flitzer Biomüll

Warum die umliegenden Dörfer von der Trennwut der Brixner profitieren

Warum die Friedhofsordnung zu ungeahnten Auslastungsproblemen führt

Vahrn

Fußball-WM

» S. 24

» S. 32

» S. 45

Warum das Endspiel am Domplatz partout nicht übertragen werden konnte


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Editorial

Juli

Thema 5

4 Street Angels: Flippige Flitzer

Menschen&Meinungen 9

13 Umfrage: Abseits für Fußball mit Politik? 14 Portrait Magdalena Amhof: Politik als Abenteuer

Öl ins Feuer Wenn sich Fans aus Italien, Ecuador, Deutschland, Frankreich, England, Portugal oder Argentinien in den Armen liegen, gleich wer gewonnen oder verloren hat, dann weiß man, dass Fußball eine völkerverbindende Sportart sein kann. Den deutschen Organisatoren muss man zugestehen, dass sie in diesem Sinn eine tolle Weltmeisterschaft organisiert haben, die in der ganzen Welt positive Impulse des gegenseitigen Respekts und Verständnisses gesetzt hat.

Brixen&Milland 17

20 Event Brixmedia: Eine feurige Fete 23 Europäische Verkehrspolitik für das Eisacktal 24 Bio-Tonnen mit System

Dörfer&Fraktionen 27

30 Warnende Rufe gegen den Brennerbasistunnel 31 Event OBI: Alles zum Selbermachen unter einem Dach 32 Gemeinde Vahrn: Ordnung auf dem Friedhof

Kunst&Kultur 35

37 Buchvorstellung: Was das Volk dachte 38 Brixen Art Film Festival: Filme über die Kunst 39 Buchvorstellung : Unauslöschliche Erfahrungen 40 Buchvorstellung: Wundsalz 41 Hommage an Mozart

Sport&Co. 43

44 Brixen im WM-Rausch 45 (Eigen)Toooooooor!

Spezial 47

47 Computer & Büro

Tipps&Events

Impressum

50

50 Veranstaltungen und Weiterbildung

Der „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Auflage: 8.800. Preis Abonnement: 1 Euro. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St.   Redaktionsanschrift: „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Tel. 0472 060200 - Fax 0472 060201 - E-Mail brixner@brixmedia.it   Eigentümer: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, 39042 Brixen   Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Willy Vontavon   Redaktionsmitglieder: Willy Vontavon (wv), Doris Brunner (db), Marlene Kranebitter (mk), Andreas Gottlieb Hempel (agh), Annamaria Mitterhofer (amm), Thomas Oberrauch (to), Oskar Zingerle (oz), Günther Eheim vulgo Sigmund (GEvS), Elmar Albertini (ea), Manuela Kerer (mak), Dietmar Pattis (dp), Hildegard Gargitter (hg), Elisabeth Stürz (es)   Layout & DTP-Satz: Gabriele Tauber, Brixmedia    Titelbild: Oskar Zingerle

Anzeigenverkauf: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Tel. 0472 060200 - Fax 0472 060201 - E-Mail sonja.messner@brixmedia.it Druck/Fertigstellung: AthesiaDruck Brixen Nächster Redaktionsschluss: 31. Juli 2006 Werbeannahmeschluss: 2. August 2006 Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in den Formatanzeigen, sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Nachdruck sowie Vervielfältigungen jeder Art ausschließlich mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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In der ganzen Welt? Nein! Ein von unbeugsamen Südtirolern bevölkertes Ländchen an Eisack, Etsch und Rienz hört nicht auf, Widerstand zu leisten. Beckenbauers Positivismus, in dem die Achtung vor menschlichen und sportlichen Leistungen im Zentrum des Zusammenlebens in der zukünftigen Gesellschaft stehen sollte, verhallte ungehört, als in Bozen vereinzelt rechtsradikale Parolen hörbar wurden und diese Vermischung von Sport und Politik über die Medien einen unproportionierten Widerhall fanden. Öl ins Feuer gossen einige Politiker, die in überflüssigen Stellungnahmen in den Medien ein denkbar schlechtes Vorbild abgaben. Einige Beispiele gefällig? Eva Klotz erklärte vor dem Endspiel unisono mit Andreas Pöder, sie müssten wohl zu den Franzosen halten, obwohl diese den Ander auf dem Gewissen hätten. Pius Leitner blies ins selbe Horn, indem er verlautbarte, dass er „für Italien nun einmal keine Gefühle“ habe. Martha Stocker hat sich „nach dem Halbfinale Italien-Deutschland völlig ausgeklinkt“. Ulli Mair sagte vor dem Endspiel, sie hoffe, dass Italien nicht Weltmeister werde, und Franz Pahl hält „aus rein politischen Gründen zu Frankreich“. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich der italienischsprachige Südtiroler – und auch sehr viele deutschsprachige Fans der italienischen Nationalmannschaft! – brüskiert fühlen und sogar hinter einem klassischen Eigentor der Brixner Stadtverwaltung (S. 45) ethnische Beweggründe vermuten. Ihr

Willy Vontavon


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Street Angels

Flippige Flitzer Foto: Oskar Zingerle

Wer an lauen Freitagabenden Lust auf eine Curry-Wurst beim Würstl Schorsch hat, bekommt gratis dazu den unbeschreiblichen Ausblick auf cool „getunte“ Flitzer: Der Street Angels Underground Tuning Club fährt auf.

A

Als ich den Auftrag erhielt, eine Reportage über die Street Angels zu schreiben, war ich doch etwas besorgt. Die Street Angels assoziiert der Laie ja allzu leicht mit irgendwelchen berüchtigten Rockern, und zu denen wollte ich auf keinen Fall. Der männliche Begleitschutz in Gestalt unseres Fotografen war dann aber doch etwas unnötig, zumindest in seiner Schutzfunktion.

Größter Auto-Tuning-Club Südtirols Die Jungs und Mädels, die sich jeden Freitagabend mit ihren Autos auf dem Parkplatz in Vahrn treffen, sind sympathische junge Leute, die gerne ihre Autos tunen, also optisch aufmotzen. Die Street Angels, die ihren Vereinssitz in Vahrn haben, sind mit rund 60 Mitgliedern der größte Auto-Tuning-Club Südtirols, und zu den Mitgliedern zählen auch einige „Ohneglieder“, sprich sechs Frauen. Der Club besteht seit knapp zwei Jahren und ist regulär registriert, samt Mehrwertsteuernummer. Was den Auto-Tunern noch fehlt, ist ein Vereinslokal, in dem sie sich auch im Winter treffen können.

Eine andere Auto-Welt Für mich als blutiger Auto-Laie tat sich eine neue Welt auf. Normalerweise kann ich einen Fiat Punto sehr wohl von einem Peugeot 206 unterscheiden – so dachte ich zumindest. Aber viele der getunten Autos sind „gecleant“, das heißt, sämtliche Hersteller-Embleme wur-

Die Street Angels sind mit rund 60 Mitgliedern der größte Auto-TuningClub Südtirols, und zu den Mitgliedern zählen auch sechs Frauen den entfernt. Zum Glück hatte ich im PR-Verantwortlichen Pirmin Frener und im Präsidenten Marco Masotti zwei fachkundige und vor allem geduldige Experten zur Seite, die mich mit einem milden Lächeln aufklärten. Tunen heißt zwar laut Lexikon „durch technische Veränderungen auf höhere Leistung bringen“, die Street Angels jedoch möbeln in erster Linie die Karosserie auf und nicht den Motor. „Außen kann man mit verhältnismäßig wenig Geld tolle Effekte erzielen“, erklärt Marco, „wenn man hingegen den Motor tunt, wird dies bald zum teuren Spaß. Zudem ist man gesetzlich nicht in Ordnung, und man sieht vom vielen Geld optisch rein gar nichts.“ Die Street Angels frisieren ihre Autos auf, indem sie etwa Originalteile abnehmen und durch andere – „coolere“ – ersetzen. Dazu gehören beispielsweise Stoßstange, Kühlergrill, Lichter, Auspuff und Spoiler. Einer der getunten Wagen hat sogar Flügeltüren – der helle Wahnsinn! Ganz wichtig ist weiters die Musikanlage des Autos, vor allem die Boxen. Dabei gilt:

Je lauter, umso besser. Genauso beim Auspuff, denn „wenn man so ein Auto nicht hört, ist es tot“.

Aktivitäten Die Street Angels sind ein markenoffener Club, jedes Fabrikat ist im Club willkommen – „Hauptsache, es wird fetzig getunt“. Somit stehen rund um den Würstl Schorsch die Puntos, Peugeots, Golfs, Audis und Hondas einträchtig nebeneinander. Der Tuning-Verein bietet seinen Mitgliedern zahlreiche Veranstaltungen. Es werden Erste-Hilfe-Kurse organisiert, Fahrsicherheitstrainings absolviert, Go-Kart-Meisterschaften finden statt, und beim Silvesterfest in Bruneck waren die Street Angels mit einem eigenen Stand vertreten. Besonders hervorzuheben ist ein Kurs, in dem Fahren unter Alkoholeinfluss getestet wird. Außerdem arbeiten die Street-Angels eng mit dem italienischen Automobilclub ACI und anderen Auto-Clubs zusammen. Eines der Mitglieder studiert Jura und informiert die anderen „Straßen-Engel“ regelmäßig über

gesetzliche Vorschriften und Änderungen. „Wie jeder andere Verein gehen wir natürlich auch Törggelen, grillen und gemeinsam wandern“, erzählen Marco und Pirmin, die sichtlich stolz auf ihren Club, den Mitgliedern und vor allem auf die flippigen Flitzer sind. Worauf sie noch mit Stolz verweisen, ist die enge Freundschaft unter den Mitgliedern. Da versucht jeder jedem zu helfen; so wie der bereits genannte Jura-Student sich um den gesetzlichen Teil kümmert, helfen der Mechaniker und der Karosseriespengler den anderen Mitgliedern, sobald Not am Motor oder an der Karosserie ist. Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein, und so sind die Street Angels zwar keine Engel, aber doch eine tolle Truppe, die eine gemeinsame Leidenschaft verbindet.

„Da kugeln die Augen raus“ Höhepunkt der Club-Aktivitäten sind mit Sicherheit die gemeinsamen Ausfahrten. Wenn die Street Angels davon erzählen, leuchten ihre Augen, und


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Heavy Spielchen

bereits erwähnt, das Motto „je lauter, je lieber“. Bei einer richtigen Auto-Fete dürfen fesche Mädels natürlich nicht fehlen. Nach den mörderischen Wettkämpfen boten GoGo-Girls beim „sexy Carwash“ gar einiges für das männliche Auge. Nach der Wahl der „Miss Tuning 2006“ unter allen anwesenden Frauen gab es am Abend noch eine große Fete. Für einen Neuling ist der ganze Zauber zugegebenermaßen etwas heavy­, insgesamt sind die Street Angels ein bunter Haufen mit noch bunteren Autos, die gerne feiern und das Leben in ihren Flitzern genießen.

Probleme bleiben nicht aus Das rosige Bild wird etwas getrübt von den Problemen, mit denen sich ein Auto-Tuning-Club zwangsläufig herumschlägt. Tuning wird von vielen mit gewaltfreudigen Schlägertypen und illegalen Autorennen in Verbindung gebracht. „Damit haben wir nichts am Hut“, betonen alle anwesenden Street Angels im Chor. Außerdem ist die Gesetzeslage zum Thema Tunen ziemlich widersprüchlich. So sagt etwa das eine Gesetz, dass man am Auto gar nichts verändern darf, ein anderes wiederum lässt Änderungen zu, solange die Dimensionen des Fahrzeugs nicht verändert werden. Auch mit den Ordnungshütern gibt es immer wieder Diskussionen: „Wir werden von der Polizei gerne ‚sekkiert’“, erzählt Präsident Marco. Wenn die Polizei ihn anhält, will sie nicht nur „patente e libretto“ sehen, sondern kontrolliert sämtliche Papiere aufs Genaueste. „Bei

Kontrollen verliere ich immer mindestens eine halbe Stunde, aber zum Glück sind meine Papiere okay.“

Gesamtstaatlicher Verband Aber von solchen Kleinigkeiten lässt sich ein wahrer Auto-Tuner nicht beirren. Derzeit ist, ausgehend von der monatlich erscheinenden Tuning-Zeitung

Präsident Marco Masotti (links): „Mit illegalen Autorennen haben wir nichts zu tun“ „Elaborare“, ein gesamtstaatlicher Tuning-Verband im Aufbau. Die Street Angels arbeiten fleißig mit, denn ein nationaler Verband bedeutet Unterstützung, Kontakt mit anderen Clubs und noch mehr Sicherheit. Elisabeth Stürz

Fotos: Oskar Zingerle

Anfang Juli fand beim Putzerhof das 3. Internationale VWAudi-Treffen statt, das von den Street Angels organisiert wurde. Am Freitagabend begann das Treffen mit einer Ö3-Disco-Party, wo Auto-Fans und normal Sterbliche gemeinsam abtanzten. Am Samstag dann volles Programm: Nach dem Frühschoppen fuhren nach und nach die ersten Auto-Clubs vor. Am Nachmittag vergnügten sich die Auto-Freaks mit verschiedenen Spielchen und Wettkämpfen. Eines der Highlights war „Hau den Opel“, wo mit Hämmern und allen möglichen anderen Werkzeugen und Instrumenten auf einen armen alten Opel eingedroschen wird – was vermuten lässt, dass Opel nicht unbedingt die Lieblingsmarke der Auto-Tuner sein dürfte. Beim „Burn-out-Wettkampf“ werden Autoreifen so lange geschliffen, bis sie brennen. Sieger ist, wer am längsten durchschleift oder durchhält. Aus sicherer Entfernung sehr zu empfehlen ist die Dezibel-Messung für Auspuff und Musikanlage. Hier gilt, wie

Foto: Oskar Zingerle

sie kommen richtig ins Schwärmen: „Das ist einfach toll, wenn 20 oder 30 getunte Autos zusammen irgendwo hin fahren. Wir fallen richtig auf, und den Leuten kugeln fast die Augen heraus“. Manchmal fahren die Auto-Tuner nur so zum Spaß durch die Gegend, aber meist geht es zu regelrechten Treffs mit anderen Auto-Clubs, wie etwa zum Punto-Treffen am Gardasee, zum GTI-Treffen am Wörthersee oder zur Auto-Messe in Rimini.


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Marlene Kranebitter marlene.kranebitter@brixen.net Tel. 0472 060200

ticker LH Luis Durnwalder sicherte der Gemeinde Brixen finanzielle Unterstützung für die Restaurierung des Weißen Turms, die Realisierung einer Kletterhalle und die Überdachung des Olympiabeckens durch einen beweglichen Ballon zu. Weiters stehen die Sanierung des Don Bosco, der Coni-Turnhalle, des Astra Kinos und der Schulen Manzoni und Tschurtschenthaler auf dem Bauplan.

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Der ehemalige Primar der Radiologie am Krankenhaus Brixen, Amedeo Scagno, wurde für seine 25-jährige Tätigkeit zum Professor emeritiert. Die Verleihung des Titels erfolgte in Mailand.

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Karl Golser wurde zum Vorsitzenden der Moraltheologen Italiens („Atism“) gewählt. Zwei Drittel der Stimmen fielen auf Golser.

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Die Schülerinnen der 2. Klasse der Neusprachlichen Fachrichtung des Realgymnasiums Brixen haben sich mit dem Thema „Frauenrechte und Verletzungen von Frauenrechten bei uns und anderswo“ beschäftigt. Der Erlös aus dem Verkauf der daraus entstandenen Broschüre übergaben sie dem Frauenhaus Brixen.

1,5 Millionste Besucherin Am 10. Juli um 16.20 Uhr war es soweit: Nichts ahnend betrat die Brixnerin Barbara Michaeler die acquarena Brixen und wurde sogleich überrascht: Sie ist die 1,5 Millionste Besucherin des Erlebnisschwimmbades und erhielt somit einen Gutschein, der sie dazu berechtigt, im Kultauto VW New Beetle Cabrio ein Belvita Alpine Wellness Hotel anzusteuern, um dort ein genussvolles Wochenende zu erleben. Die acquarena Brixen ist seit November 2002 geöffnet und erfreut sich eines stetig wachsenden Zustroms an Gästen. db

Ausgezeichneter Liedermacher Markus Dorfmann und seine Band „DorDoggiSing’“ haben den Nachwuchspreis der HannsSeidel-Stiftung des Jahres 2006 gewonnen. Die Stiftung betreibt politische Bildungsarbeit im „Dienst von Demokratie, Frieden und Entwicklung“ und unterstützt mit dem Förderpreis deutschsprachige Liedermacher jenseits der Masse. Unter den bisherigen ausgezeichneten Interpreten befinden sich deutsche Musikgrößen wie Haindling, Willi Astor oder Rosenstolz. „DorDoggiSing’“ besteht seit dem Jahr 2003, tourt seitdem durch Südtirols Musikszene und hat mit „Anjedn a pissl“, „Viere“ sowie der soeben erschienenen „Kraut und Ruabm live“ drei CDs veröffentlicht. Auf Anregung von Ado Schlier, Journalist beim RAI Sender Bozen und zudem Initiator des Festivals „Songs an einem Sommerabend“, kam Markus Dorfmann in den Bewerberkreis und wurde schlussendlich aus über 300 Anwärtern als Nachwuchspreisträger ausgewählt, gemeinsam mit den Interpreten Klima, Fiebig und Michael Krebs. Die Preisverleihung erfolgte Mitte Juli beim restlos

ausverkauften Open-Air-Festival in Bad Staffelstein, bei dem Größen wie Reinhard Mey, Konstantin Wecker, Giora Feidmann und Ludwig Hirsch teilnahmen. DorDoggiSing’ begeisterten auf der Klosterwiese mehrere tausend Zuhörer – und wer weiß, vielleicht erlebt das Südtiroler Publikum den Doggi ja mal im Duett mit einen der ganz Großen? Eine Mischung aus „Stufels“ und Meys „Über den Wolken“ klänge sicher ganz spannend… db

Der Spruch vom Much I woaß schun, prum der Zidane sein Kopf eingsetzt håt. Er håt schun von früher gwisst, dass seine Mander schlecht schiaßn werdn…


LAMMento

Brutal, gell? Dieser Macchiato ist heute brutal gut, sage ich, während der Franz an seiner Tasse schlürft, worauf das Schlürf-Geräusch aber augenblicklich verstummt und er mich entgeistert anschaut. „Der arme Kaffee“, sagt der Franz und schaut ihn mitleidig an, „was hat er dir getan, dass du ihn paradoxerweise einerseits für gut befindest, andererseits aber als gewalttätig, unmoralisch und unethisch, eben brutal, bezeichnest?“ Jetzt bin ich dran, nach diesem unverhofften Exkurs in Sprachphilosophie mein Schlürfen augenblicklich abzustellen. Brutal hat in Südtirol dieselbe Bedeutung wie ‚sehr’, ‚enorm’ oder ‚unglaublich’, versuche ich dem Franz den Wind aus dem Segel zu nehmen. „Viechisch, gell?“, sagt der Franz spöttisch, worauf ich sofort moniere, dass die armen Tiere wohl rein gar nichts mit Friedas viechisch gutem Kaffee zu tun haben dürften – bis auf die Tatsache, dass die Milch im Macchiato von einer Kuh stammen sollte. „Menschen mit sensiblem Sprachempfinden tun sich mit den Südtirolerischen Spracheigenheiten eben schwer“, sagt der Franz, „das Südtirolerische ist nicht nur brutal schwierig zu verstehen, sondern auch viechisch schwer anzuwenden, denn schließlich gibt es allein in unserem kleinen Landl über 40 Dialekte.“ Trotzdem, sage ich zum Franz, ist es schon erstaunlich, wie fahrlässig wir Südtiroler mit der deutschen Sprache umgehen. „Brutal, gell?“, grinst der Franz.

Bestellschein ❐ ❐

Ich habe die Zeitschrift „Brixner“ bis jetzt nicht erhalten. Senden Sie mit bitte monatlich ein Exemplar zu. Meine Adresse hat sich geändert. Bitte senden Sie den „Brixner“ ab sofort auf meine neue Adresse.

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Zweierlei Könige im „Elephanten“ Ende Juni logierten in aller Diskretion zwei „Könige“ im Hotel Elephant in Brixen: Der echte, blaublütige Monarch von ihnen ist Albert II. von Belgien (Bildmitte), der sich völlig bescheiden und unerkannt mit Begleitung einige Tage Urlaub gönnte. König Albert hält Brixen für den idealen Ausgangspunkt für Wanderungen und Rundfahrten durch die Dolomiten, wobei es ihm die Südtiroler Küche besonders angetan hat. Dem zurückhaltenden Herrn in den Siebzigern liegen alle Allüren fern, und er hat seine Wiederkehr fest zugesagt. Zugleich

legte mit Gianni Morandi ein ganz Großer der italienischen Schlagerszene einen Zwischenstopp in Brixen ein. Soeben 60 geworden, hat sich „Gianni Nazionale“ beneidenswert fit erhalten und sich seit seinen frühen Erfolgen kaum verändert. Das Geheimnis seiner Jugendlichkeit wurde bald gelüftet: Noch spätabends absolvierte Morandi am Eisack entlang ein Jogging-Pensum von über 10 Kilometer. Absolut locker und sympathisch, ist der Sänger ganz er selbst geblieben und hat sich im „Elephanten“ ausgesprochen wohl gefühlt. db

leserforum „Keine Antwort auf unsere Fragen“ Die Arbeitsgruppe „Tarife“, die einen Vergleich der Müll- und Straßenreinigungsgebühren erarbeitete, nimmt zur Reaktion der Stadtwerke Brixen im Juni-„Brixner“ Stellung

Zur Stellungnahme der Stadtwerke Brixen bezüglich des Abschlussberichtes über die Müllgebühren in der Gemeinde Brixen, verfasst von der Arbeitsgruppe bestehend aus den Sozialpartnern, die wiederum von der Gemeinde eingesetzt wurde, möchten wir Folgendes klarstellen. Erstens: Die Arbeitsgruppe ist für die 18.000 Einwohner der Gemeinde Brixen eingesetzt worden und sicherlich nicht für die wenigen, die sich mit Verwaltungsräten oder anderen auseinandersetzen. Zweitens: Wir haben der Gemeinde Brixen eine Bestandsaufnahme, eine „Fotographie“ des aktuellen Standes der Mülltarife übergeben, deren Basis offizielle Dokumente des Landesassessorates für Umwelt, offizielle Tabellen der Gemeinde Brixen, effektive und nicht theoretische Rechnungen von vielen Bürgern sowie die Bilanzen der letzten Jahre von den Stadtwerken Brixen sind. Nationale und europäische Daten haben wir nicht in Betracht gezogen. Dass einige Daten

fehlen ist uns bewusst, dass wir aber nicht alle Daten von den Stadtwerken erhalten haben, die wir gebraucht hätten, um detailliertere Recherchen anstellen zu können, ist leider Realität. Wir mussten fast einen Monat lang darauf warten, bis einige von uns sich wenigstens einmal mit der Führung des Betriebes treffen konnten. Wir möchten keine Auseinandersetzung mit den Stadtwerken, aber es gibt von ihrer Seite keine Antwort auf unsere Fragen, außer nationale Daten wiederzugeben, die für uns nicht förderlich sind. Wir wollten uns nicht mit Abbiategrasso oder Castelvolturno vergleichen, sondern wissen, warum in Brixen die Müllgebühren bis zu drei Mal teurer sind als in ähnlichen Orten Südtirols wie Bruneck oder Eppan. Anerkennend, dass die Stadtwerke trotzdem gute Arbeit leisten, wird es Aufgabe des Gemeindeausschusses sein zu entscheiden, ob man unsere Ausarbeitung in einem Betrieb (Stadtwerke) zur Anwendung bringt, der, wie wir nicht vergessen sollten, von der Gemeinde und damit von den Brixner Bürgern kontrolliert wird. Die Arbeitsgruppe erwartet nun Antworten von der Gemeindeverwaltung bezüglich der Ergebnisse des Berichtes und ist jedenfalls


mmh!

…und noch mehr blaues Blut in Brixen Otto von Habsburg, Sohn des letzten österreichischen Kaisers Karl I., residierte im Rahmen eines Ferienaufenthalts in der Kuranstalt von Guggenberg. Schon sein Vater hatte die Kuranstalt Guggenberg in Brixen als Domizil für seine Ferienaufenthalte gewählt. Sein Sohn Otto von Habsburg setzt diese Tradition fort und genoss seinen Urlaub in Brixen. Bürgermeister Albert Pürgstaller und Gemeinderatspräsident Gebhard Dejaco haben die Gelegenheit genutzt, um dem Sohn des letzten österreichischen Kaisers einen Besuch abzustatten und die Bedeutung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Otto von Habsburg und der Stadt Brixen zu untermauern. Der

zu jeder Auseinandersetzung bereit, die der Bevölkerung von Brixen konkrete Vorteile bringen kann. Manfred Gamper, für die Arbeitsgruppe „Tarife“

Bombenstimmung für den Skate-Park? Franz Pisoni über den möglichen neuen Standort des Skate-Parks

Der Skate-Park an der Mozartbrücke wurde Ende des Sommers 2005 ersatzlos geschlossen. Nachdem von der Gemeindeverwaltung inzwischen mehrere ungeeignete Flächen vorgeschlagen wurden, warten viele Brixner Jugendliche noch immer vergeblich auf einen Ersatz. Kürzlich wurde erneut das Flachdach auf dem mit Gas betriebenen Fernheizwerk, nur fünf Meter von der viel befahrenen Mozartallee entfernt, vorgeschlagen. Als ob Feinstaub, Lärm und Abgase nicht reichen würden, sollen die Jugendlichen nun neben den Kaminen des Verbrennungs­ ofens ihren Rollsport ausüben. Es ist verständlich, wenn unter diesen Voraussetzungen keine Bombenstimmung aufkommt. Andere Gemeinden im Lande zeigen wesentlich mehr Sensibilität. Einen Skate-Park auf dem Dach eines mit Gas betriebenen Heizkraftwerkes gibt es weit und

Wenn seine Frau Marlene Kranebitter für den „Brixner“ unterwegs ist, schwingt hin und wieder Christoph Zingerle den Kochlöffel. Ob dann wirklich das untenstehende Gericht auf den Tisch kommt, bleibt trotz intensiver Recherche unsererseits ein Geheimnis…

letzte Besuch von Habsburgs in Brixen liegt erst wenige Monate zurück: Im April wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum Gedenken an Kaiser Karls 84. Todestag die „Festmusik Kaiser Karl“ von der Bürgerkapelle im

Dom zu Brixen uraufgeführt. Im Gespräch mit Bürgermeister und Gemeinderatspräsident versicherte Otto von Habsburg, so bald wie möglich wieder nach Brixen kommen zu wollen, da er sich hier sehr wohl fühle. db

breit garantiert keinen. Bleibt zu hoffen, dass die verantwortlichen Brixner Politiker und die Leitung der Stadtwerke ihr Vorhaben rechtzeitig den zuständigen Landesbehörden für Sicherheit, Gesundheit sowie für Luft und Lärm zur Begutachtung vorlegen werden. Übrigens: Ein geeigneteres ungenutztes Areal mitten in der Stadt befindet sich in der Brunogasse zwischen dem Jugendhaus Kassianeum und dem Bezirksgefängnis.

deratswahlen zerstört würde. Keine Partei Südtirols hat das historische Recht, sich die Bürgerlisten einzuverleiben, nicht die Grünen und auch nicht die Union. Wir Freiheitlichen beteiligen uns jedenfalls nicht an diesem feigen Spiel. Ich bin selbst seit 1995 Gemeinderat der Bürgerliste Terlan-Vilpian-Siebeneich und gleichzeitig auch im Landesparteivorstand der Südtiroler Freiheitlichen. Eine klare Trennung zwischen Partei und Bürgerliste ist für mich selbstverständlich. Wenn Irene Hell oder Hans Rieder, Walter Harpf oder Markus Lobis für die Landtagswahlen kandidieren wollen, so ist die Parteienlandschaft in Südtirol groß genug: Rot, Blau, Gelb, Schwarz, Grün… was wollen sie mehr? Wenn sie trotzdem politisch heimatlos sind, so kommt es einem politischen, egoistischen und feigen Diebstahl gleich, wenn sie in irgendeiner Weise unter dem Namen „Bürgerliste/n“ antreten. Sie haben meiner Meinung nach überhaupt nicht das Recht dazu, denn nicht alle Bürgerlisten stehen dahinter, ganz im Gegenteil.

Franz Pisoni, Gemeinderat der Grünen Bürgerliste

Klare Trennung Ein Leserbrief über die politische Ausrichtung der Bürgerlisten

Die Bürgerlisten haben sich bei Gemeinderatswahlen in den vergangenen Jahren bewährt. Sie sind zu einer Plattform geworden, wo sich Kandidaten nicht einer Partei anschließen müssen und wo ein Zusammenspiel zwischen Parteikandidaten und Parteilosen möglich ist. Der Plan, Bürgerlisten für die Landtagswahlen zu ködern, ist ein hintertückisches Spiel, mit dem die neutrale Plattform der Bürgerlisten für die kommenden Gemein-

Sigmar Stocker, Terlan

Der Der „Brixner“, „Brixner“, Brennerstraße Brennerstraße 28, 28, 39042 39042 Brixen Brixen fax fax 0472 0472 060201 060201 -- e-mail e-mail brixner@brixmedia.it brixner@brixmedia.it

Pikanter Käsekuchen nach Berliner Art Zutaten für 4 Personen: 100 Gramm Halbfettbutter 3 Eier 100 Gramm Mehl 1 Teelöffel Backpulver 125 Gramm Tilsiter 100 Gramm magerer Schinken 1 Teelöffel Öl 1 Esslöffel Semmelbrösel 1 Teelöffel Senf 1 Esslöffel gemischte frische Kräuter (z.B. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Salbei, Origano) Salz und Pfeffer

Zubereitung Die Butter mit den Eiern schaumig schlagen, Mehl und Backpulver nach und nach unterrühren. Käse und Schinken in Würfel schneiden und zusammen mit den gehackten Kräutern, dem Senf sowie Salz und Pfeffer unterheben. Eine Kastenform (25 cm Länge) mit Öl auspinseln und mit Bröseln ausstreuen. Den Teig einfüllen und bei 180 Grad (Heißluft) etwa 35 Minuten goldbraun backen. Tipp: Schmeckt hervorragend lauwarm auf Blattsalaten!

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? Bringen Sie Ihr Rezept und Ihr Foto einfach vorbei (Redaktion „Brixner, Brennerstraße 28, Brixen, Tel. 0472 060200) oder schicken Sie uns ein e-mail: brixner@brixmedia.it. 11


Neuer Vorstand der Krebshilfe

Der Wegbegleiter Seit zehn Jahren steht Ivo Muser dem Priesterseminar in Brixen als Regens vor. Seine primäre Aufgabe ist die Begleitung der Seminaristen, wobei die kleine Zahl der Priesteramtskandidaten als besondere Herausforderung gilt. Doch letztlich ist für Regens Muser nicht die Anzahl entscheidend, sondern dass den einzelnen Kandidaten Hilfen geboten werden, ihre eigene Berufung klären zu können. So will Muser kein Wegweiser, sondern Wegbegleiter sein, der den Priesteramtskandidaten hilft, sich ihre eigene Lebens-, Glaubens- und Berufungsgeschichte zu stellen. „Den Weg finden und eine Entscheidung treffen müssen die Seminaristen selbst. In diesem Sinn tragen sie auch die Hauptverantwortung für ihre Ausbildung“, unterstreicht Muser. Er will dazu beitragen, dass die Kandidaten ihre Motive hinterfragen und sich mit der entscheidenden Frage auseinandersetzen, was Gott mit ihnen und durch sie vorhat. Anlässlich

eines Dankgottesdienstes blickte Ivo Muser auf das vergangene Jahrzehnt zurück und betonte, dass die Aufgabe als Regens „ein schöner Dienst ist, weil ich junge, motivierte Menschen begleiten darf, die sich ein großes Ziel gesetzt haben.“ Ivo Muser wurde 1962 als dritter Sohn einer Arbeiterfamilie geboren und besuchte in Gais und Bruneck die Pflicht- und Oberschule. Seine Priesterausbildung absolvierte er im Collegium Canisianum und an der Theologischen Fakultät von Innsbruck, 1987 wurde er zum Priester geweiht. Ivo Muser war Kooperator in Toblach sowie Privatsekretär des Bischofs und schloss sein Lizentiats- und Doktoratsstudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ab. 1995 arbeitete er als Spiritual am Vinzentinum und begann seine Lehrtätigkeit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen. db

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Renate Daporta Jöchler aus Brixen ist mit großer Mehrheit als Präsidentin des Bezirkes Eisacktal der Südtiroler Krebshilfe bestätigt worden. Nives Fabbian De Villa als Vizepräsidentin, Guglielmina Gamper Piasenti, Anneliese Conci, Elisabeth Berger Oberhofer, Odetta Bruscagin Giotto, Elfriede Burger Scapin und Marialuise Ploner Morrando als Vertreterin des Wipptals sind die weiteren Vorstandsmitglieder. Der Bezirk Eisacktal zählt heute 290 betroffene und 120 unterstützende Mitglieder. Das bereits bestehende Angebot an Hilfeleistungen erstreckt sich von der ärztlichen und psychologischen Beratung über den bürokratischen Beistand bis hin zu den Selbsthilfegruppen. Um unverschuldet in finanzielle Not geratenen Krebspatienten und deren Angehörigen helfen zu können, unterhält

die Vereinigung eine so genannte finanzielle Soforthilfe. Krebs ist heute zwar kein Tabuthema mehr, doch die Erkrankung flößt nach wie vor große Angst ein. Der neue Vorstand möchte nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren“ Projekte initiieren, die die Bevölkerung über die Möglichkeiten der Krebsvorbeugung und Früherkennung aufklären. Der Aufbau eines sozialen Netzes, die Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Ärzten und den Sanitätsbetrieben, die Aus- und Weiterbildung für die Helfer, ob ehrenamtlich oder professionell, gehören ebenso zu den Zielsetzungen für diese Amtsperiode. Im Bild (v.l.n.r.): Renate Daporta Jöchler, Nives Fabbian De Villa, Guglielmina Gamper Piasenti, Odetta Bruscagin Giotto, Anneliese Conci und Elisabeth Berger Oberhofer. db

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Umfrage

Abseits für Fußball mit Politik? Die Fahrt italienischer Tifosi nach Natz, Ärger über Autofahrten der italienischen Fußballfans durch die Altstadt, die Diskussion rund um die Errichtung einer Großbild-Leinwand auf dem Domplatz – es scheint, als ob die Fußball-Weltmeisterschaft für politische Zwecke missbraucht worden sei. Wir wollten von den Brixnern wissen, wie sie die Situation einschätzen. „Die Politik ist bei den Spielen nicht am richtigen Ort“, findet Lucia Losavio. „Es war schade, dass auf dem Domplatz keine gemeinsame Feier stattgefunden hat. Bei den Italienern kommt die Freude vielleicht mehr zum Ausdruck, aber das mit Natz hätte nicht sein müssen. Es ist falsch, den Sieg dann gleich ins Politische zu ziehen.“

„In Deutschland waren Politik und Patriotismus gar kein Thema“, erzählt Harald Rosmann, der die WM vor Ort mitverfolgt hat. „Es waren zwar Jubelfeiern mit Fähnchenschwenken, dann war aber auch Schluss, und alle haben gemeinsam gefeiert.“ „Mettere la politica con lo sport non mi va!“ ärgert sich Renzo Sevignano. „Io guardo le partite a casa mia, me le godo davanti alla tv e non vado in mezzo a nessuno, perché se sento solo parlare quando gli altri commentano la partita per me è finita.”

„Patriotismus ist schon gut, allerdings darf man nicht alles gleich in die Waagschale legen, wenn einmal ein Südtiroler die italienische Fahne schwingt“, findet Reinhold Salcher. „Dass die Ausstrahlung auf dem Domplatz nicht geklappt hat, ist wirklich schade. Dies wäre eine tolle Chance gewesen, ein gemeinsames Fest zu feiern – aber es war eben zu kurzfristig organisiert.“

„Ich bin Anti-Fußballerin, das interessiert mich überhaupt nicht“, sagt Annelies Saxl, „aber dass die Geschichte mit der Großleinwand auf dem Dom­ platz aus organisatorischen Gründen nicht geklappt haben soll, kaufe ich niemandem ab. Man wusste schließlich schon einige Zeit vorher, dass die WM stattfindet.“

Peter Cestari ist aus Bologna zurückgekehrt und meint, dass es „auf der ganzen Welt kein Problem ist, wenn zwei Natio­nen gegeneinander spielen. Nur hier in Südtirol ist es wohl aus historischen Gründen problematisch, wenn Deutschland und Italien auf dem Fußballfeld stehen – da kommen dann die alten Spannungen zwischen deutsch- und italienischsprachigen Südtirolern heraus.“

Fotos: Doris Brunner

„Der Fußball ist ein Vorwand, um zu tun, was man will – nur weil die eigene Mannschaft gewonnen hat“, sagt Mirco Barbato. „Am Gardasee wurden ebenso Autos von deutschen Touristen beschädigt. Ich finde jedoch, dass Provokationen nicht notwendig sind: Wieso muss jemand nach Natz fahren, wenn er auch in Brixen feiern kann? Man weiß ja schließlich, was passiert.“

„Ich sehe hinter Ausschreitungen keine Politik, sondern teilweise nur Fanatismus“, sagt Reini Bacher. „Für mich ist es eine faule Ausrede, wenn behauptet wird, dass aus organisatorischen Gründen keine Leinwand auf dem Domplatz aufgestellt werden konnte. Der Domplatz ist ein toller Platz, ein Heiligtum für Brixen – aber es wäre schön gewesen, hier die Leute zusammenzubringen. Man wusste schließlich Jahre davor, dass die Weltmeisterschaft stattfindet.“

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Portrait

Politik als Abenteuer 2005 wurde Magdalena Amhof „eher überraschend“ zur Brixner Stadträtin gewählt. Dem „Brixner“ erzählte sie über ihr Leben zwischen Beruf, politische Arbeit und Freizeit.

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Wir treffen Magdalena Amhof am frühen Abend in den Räumen des Brixner Kulturvereins am Großen Graben. Seit April vergangenen Jahres arbeitet sie dort als Direktorin. Draußen ist es drückend schwül. Ab und zu dringen verhaltene Schreie durch die weit geöffneten Fenster. Das Fußballspiel Italien gegen Australien ist in vollem Gang, vor den Fernsehgeräten entlang des Grabens kleben Menschentrauben, schließlich geht es um den Einzug ins Viertelfinale. Wir unterhalten uns in der Zwischenzeit völlig unberührt vom Fußballfieber über den Werdegang der aufstrebenden jungen Frau.

Abenteuer Gemeinderatswahlen Seit über einem Jahr ist Magdalena Amhof nämlich auch Stadträtin für die deutschen Schulen und Kindergärten, für den Bereich der Immigration, für Menschen mit Behinderung und für Sport. Genau genommen ist sie eine politische Quereinsteigerin. Im Jahr 2000 ließ sie sich, damals knappe 23 Jahre jung, zum ersten Mal „auf das Abenteuer Gemeinderatswahlen“ ein, wurde aber nicht gewählt. Fünf

Jahre später habe sie sich dann wieder überreden lassen. „Der Zeitpunkt war vor allem aus privater Sicht nicht gerade günstig“, erzählt sie, „ich war dabei, endlich mein Studium zu beenden, und die Arbeitsstelle beim Kulturverein lockte auch.“ Im Frühjahr 2005 stand die ehrgeizige Politikwissenschaftlerin, die sich in ihrer Diplomarbeit – betreut wurde sie von Günther Pallaver – der Berichterstattung in den Südtiroler Medien unter dem ethnischen Aspekt gewidmet hatte, in der Tat an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Sie ließ sich allen Umständen zum Trotz auf die Kandidatenliste der Südtiroler Volkspartei für die Gemeinderatswahlen setzen, „und wenn man dann drinnen ist, steigt der Reiz“. Magdalena Amhof landete schließlich „eher unerwartet“ im Stadtrat. „Ich hatte mich zwar beworben, aber nicht damit gerechnet, dass ich es schaffen könnte“, erinnert sie sich. „Sehr überrascht“ habe sie die Herausforderung aber angenommen.

Leidenschaftliche Läuferin Zwischen Kulturverein und Gemeinde hin und her zu pendeln mag wohl manches Mal einem Drahtseilakt gleichkommen, und das tägliche Arbeitspensum ist beachtlich. „Ich komme selten vor 22 Uhr nach

Die ersten Lebensjahre verbrachte Magdalena Amhof in Gsies Hause“, gesteht sie. Ihr Zuhause ist eine kleine Wohnung in der Mozartallee, die sie sich mit ihrem Lebensgefährten Alex Agostino teilt. „Ein kleiner Garten gehört auch dazu“, sagt sie, „um den kümmert sich mittlerweile aber ausschließlich Alex“. Auch für den heiß geliebten Sport hat sie nur mehr wenig Zeit. Früher joggte die leidenschaftliche Läuferin, die von der zweiten Mittelschule an bis zum 17. Lebensjahr Landesmeisterin im Sprinten war, mindestens eine Stunde pro Tag, „heute bleibt mir für den Sport nur mehr das Wochenende“. Im Winter lässt sie es sich nicht nehmen, jedes Wochenen-

de auf den Schiern zu stehen. In der zweiten Klasse Oberschule war Magdalena Amhof Vize-Italienmeisterin im 100-Meter-Lauf. Sie wurde in die Nationalmannschaft geholt und sollte zu den Olympischen Spielen für Oberschüler nach Zypern fahren. Aufgrund der vielen Fehlstunden verweigerte die Schule ihre Zustimmung. „Damals habe ich viel gekämpft, ich habe mir einfach gewisse Dinge nicht gefallen lassen.“ Sie fuhr letztendlich nach Zypern, der Kampf gegen die Schule forderte aber auch seinen Preis. Magdalena Amhof musste ein Schuljahr wiederholen und wechselte schließlich an die LBA nach Bruneck.

Jugendliche Stadträtin Kämpferisch scheint Magdalena Amhof seit jeher gewesen zu sein, und das dürfte ihr auch in ihrem politischen Amt zugute kommen. Die Atmosphäre im Stadtrat beschreibt sie durchwegs als gut, „und es ist vor allem fein, dass noch eine Frau dort ist.“ Ab und zu sorgt sie aufgrund ihres jugendlichen Aussehens für Verwunderung. „Vielleicht stellt man sich eine Stadträtin vom Äußeren her etwas anders vor“, lacht sie, was aber nicht heißen will, dass man die junge Politikerin nicht ernst nimmt. Marlene Kranebitter

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steckbrief Magdalena Maria Notburga Amhof wurde am 21. Juli 1977 in Innichen geboren. Die ersten zwei Grundschuljahre absolvierte sie in Gsies, denn ihre Eltern stammen beide aus dem Gsieser Tal – die Mutter aus St. Martin, der Vater aus Pichl. Die Familie lebte zunächst auf dem Heimathof der Mutter, zog dann aber nach Milland, wo der Vater eine Wohnung besaß. Mit ihren drei Brüdern, einer älter, die beiden anderen jünger, verbrachte Magdalena Amhof dort ihre Kindheit und Jugendzeit. Nach der Mittelschule besuchte sie die Lehrerbildungsanstalt, wechselte dann nach drei abgeschlossenen Jahren nach Bruneck und maturierte dort. Anschließend studierte sie Politikwissenschaften und Geschichte in Innsbruck und legte auch einige Prüfungen in Rechtswissenschaften ab. Während der Studienzeit jobbte sie unter an-

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derem bei der österreichischen Presseagentur und bei der Tiroler Tageszeitung. Im Rahmen ihres Studiums belegte sie zwei Semester an der Universität von Neapel und verbrachte eineinhalb Monate in New Orleans. Gegen Ende der Studienzeit arbeitete sie im Bildungshaus Kloster Neustift. Sie war dort für den Computerbereich und für den Gesundheitsbereich zuständig und betreute die Ausbildung der Natur- und Landschaftsführer.

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2005 wechselte sie zum Kulturverein und übernahm dort die Leitung. Nahezu zeitgleich wurde sie in den Stadtrat gewählt. Neben dem Sport gehört das Lesen zu ihren Hobbys, mit Vorliebe schmökert sie in Büchern von Andrea Camilleri und Herbert Rosendorfer. mk

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Foto: Oskar Zingerle

Willy Vontavon willy.vontavon@brixen.net Tel. 0472 060200

ticker In der Zone Priel wird kein neuer Handyumsetzer aufgestellt. Die Gemeindeverwaltung ist davon überzeugt, dass die vorhandenen Sendeanlagen den Grundbedarf decken und im Sinne des Schutzes der Gesundheit der Bevölkerung keine neuen Anlagen aufzustellen sind.

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Selbstgepflückte Pilze können in der mykologischen Kontrollstelle des Sanitätsbetriebes in der Dantestraße 51 von Experten untersucht werden. Die kostenlose Beratung wird jeweils montags und an den zwei darauf folgenden geraden Tagen von 15.30 bis 16.30 Uhr durchgeführt.

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Die Mozzarella des Milchhofes Brixen „Brimi“ ist Europameister. Österreichs Verbrauchermagazin „Konsument“ kürte das Produkt mit „sehr gut“, somit erreichte die Brixner Mozzarella Platz eins unter den europaweit größten Herstellern.

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Die Mitglieder des Alpenvereins Brixen feierten Anfang Juli das 60-jährige Bestehen ihrer Sektion mit einer Messfeier und einem Festakt am Radlsee. Das 50-Jahr-Jubiläum der Radlseehütte wurde gleich mitgefeiert.

Großer Umzug Im Laufe des Monats August übersiedelt eine Reihe von Gemeindediensten in das neue Gemeindehaus am Maria-Hueber-Platz, das nach zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde. Im Erdgeschoss zieht der Bürgerschalter sowie die Ämter der Bereiche Wirtschaft, Sanität und Lizenzen ein, im ersten Obergeschoss alle Ämter des Dienstbereichs Urbanistik. Weiters finden hier ab 18. August die Sprechstunden des Bürgermeisters statt. Die Ämter Öffentliche Bauarbeiten und Instandhaltung finden sich im zweiten Obergeschoss, die Bereiche Buchhaltung und Steuern einen Stock darüber. Im vierten Obergeschoss siedelt sich die Abteilung Vermögen an. db

Leitprogramm für Altenbetreuung Die Stiftung „Altersheim zum Heiligen Geist“ in Brixen will bis Ende dieses Jahres ein „Strategiepapier zur Konzeption­ künftiger Betreuungs- und Dienstleistungsangebote“ erarbeiten. Damit erhofft sie sich, auf die kommenden Veränderungen in der Altenbetreuung in angemessener Form reagieren zu können. In einem ersten Schritt wurden Daten und Fakten zur Bevölkerungsentwicklung gesammelt, um die derzeitige Situation zu veranschaulichen. Vor kurzem traf sich der Verwaltungsrat der Stiftung mit Bürgern aus Brixen und den umliegenden Gemeinden und mit Vertretern der so genannten „Systempartner“. Dazu gehören die Landesverwaltung, die Gemeinden, die Bezirksgemeinschaft, der Sanitätsbetrieb, die Basisärzte sowie verschiedene Verbände und Vereine. Dabei wurde ermittelt, was in Zukunft von einem Altersheim erwartet wird. Es wurde deutlich, dass sich die Menschen ein offenes, in das Umfeld eingebundenes

Heim mit einem vielfältigen Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse wünschen. „Alter soll nicht ausgegrenzt werden, sondern Teil unserer Gesellschaft sein“, so ein Teilnehmer. Man diskutierte, welche Auswirkungen die Zunahme der pflegebedürftigen alten Menschen und die steigende Zahl der Demenz-Erkrankungen auf ein Altersheim haben werden. Dabei zeigte sich, dass qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege nur mit gut aus-

gebildetem und motiviertem Personal möglich ist. Die dafür notwendigen Mittel müssen, so die einhellige Meinung, auch weiterhin zur Verfügung stehen. „Der Zusammenhang zwischen Qualität und Kosten muss offen und klar diskutiert werden. Nur so können wir sicherstellen, dass wir keine falschen Erwartungen wecken“, betont Helmut Pranter, Direktor des Brixner Altersheimes. hg

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Die Sozialgenossenschaft Kairos in Brixen bietet ab Ende Juli einen neuen Dienst an: Ein Internetportal für Todesanzeigen, das zum Selbstkostenbeitrag genutzt werden kann. Angehörige oder Freunde eines Verstorbenen können im Portal www.todesanzeigen.bz eine Todesanzeige aufgeben und ins Netz stellen; die Anzeigen sind somit weltweit und für unbegrenzte Zeit zugänglich. Weiters können die Benutzer nach Anzeigen verstorbener Personen suchen oder eine Kondolenz oder Danksagung verfassen. Außerdem sind zahl-

reiche Informationen rund um das Thema Todesfall abrufbar wie beispielsweise hilfreiche Ratschläge zur Trauerbewältigung, Gebete, Gedichte, Bibelzitate oder Büchertipps. Die Sozialgenossenschaft Kairos, die Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung bietet, verfolgt mit diesem Projekt keine Gewinnabsichten. Mit dem Unkostenbeitrag werden lediglich anfallende Ausgaben gedeckt. Weitere Informationen können per E-Mail info@todesanzeige.bz eingeholt werden, das Portal ist auch unter www. rip.bz zu erreichen. db

Foto: Oskar Zingerle

Todesanzeigen im Internet Schule außer Haus Passend zum bevorstehenden Erntebeginn hat die Obstgenossenschaft Melix ein farbigeres Outfit bekommen: Schülerinnen und Schüler der Lehranstalt für Werbegrafik durften die straßenseitige Wand nach ihren Vorstellungen bemalen. Mit dem Angebot der Fassadengestaltung ist die Obstgenossenschaft im Vorjahr an die Schule herangetreten. Sie suchte eine Lösung für die hässliche graue Wand und wollte gleichzeitig jungen Menschen eine Plattform bieten – „Raum für Heutiges“, wie Gerhard Thomaser, der Geschäftsführer der Melix, betont. Im Unterricht haben sich die Jugendlichen fächerübergreifend mit dem Thema Apfel auseinander gesetzt, im Rahmen des Projekts der gesundheitsfördernden Schule auch mit dem Gesundheitswert

Lungenheilstätte auf der Palmschos Brixen, Montag, 23. Juli 1923

Brixener Matrikel

Brixen, Montag, 23. Juli 1923

Volksbewegung von Brixen im ersten Halbjahr 1923. Die Matrikel der Stadt Brixen weisen für das abgelaufene Halbjahr folgende Ziffern aus: 120 Geburten, 58 Trauungen, 77 Sterbefälle. Im ersten Halbjahr 1922 verzeichnete man 72 Geburten, 69 Trauungen und 96 Sterbefälle. Der starke Zuwachs an Geburten erklärt sich daraus, dass unser Sanatorium immer häufiger von auswärtigen Frauen aufgesucht wird.

Dank den Bemühungen des zur Propaganda für diese Lungenheilstätte gegründeten Vereines kam Donnerstag aus dem Süden eine Reihe von illustren Persönlichkeiten und Journalisten in Brixen an, um nach einem von der Stadtgemeinde im Hotel Tirol veranstalteten Diner zu 104 Gedecken die Teilnehmer mit bereitgestellten Autos auf die Palmschos zu bringen. Wir behalten uns vor, über diese für unser Gemeinwesen so bedeutungsvolle Veranstaltung in nächster Nummer eingehend zu berichten.

Das Leben in Nürnberg

Ein Freund der „Brixener Chronik“, der gegenwärtig sich in Bayern aufhält, schreibt uns aus Nürnberg, dass dort das Leben für 18

der heimischen Frucht. Kurz vor Ende des Schuljahres ging es an die praktische Umsetzung des Gelernten. Mit Hilfe von Schablonen wurden die Motive auf die Wand übertragen, abgeklebt und mit Acrylfarben ausgemalt. Nach der Fertigstellung der einzelnen Motive wurden die Verbindungselemente geschaffen. Den Jugendlichen machte der Unterricht außer Haus so großen Spaß, dass sie zur Freude der Projektleiterinnen Maria Luisa Weißensteiner (Visuelle Kommunikation) und Herta Neumair (Grafik-Design) die Arbeitsschritte schneller erledigten als im Zeitplan festgelegt. Auch Geschäftsführer Thomaser war „äußerst positiv überrascht“. Er sieht im Ergebnis eine Bestätigung für die Schüler, etwas Bleibendes geschaffen zu haben. kra

einen „Liriker“ noch immer billig sei, während die Einheimischen infolge der schweren Erwerbsmöglichkeiten schrecklich unter der Teuerung zu leiden haben. So kostet 1 Liter Bier 6.000 Mark (66 Cent), 1 Pfund Butter 40.000 Mark (L. 8.80 per Kilo), 1 kleine Semmel 600 Mark (6,6 Cent). Aus der Tschechoslowakei dagegen, wo das Bier noch immer vorzüglich sei, könne er nicht über Billigkeit „plodern“. Von dort wäre er bald als „Deliriker“ – in jeder Beziehung! – weggekommen!

Einbruch

Brixen, Samstag, 28. Juli 1923

Dem Einbrecher, der am Dienstag, 17. Juli, nachmittags, also bei helllichtem Tag, beim Saderbauer in Töschling einstieg und dort 2.300 Lire entwenden konnte, ist man nunmehr glücklich auf der Spur. Es soll ein bekannter Bursche aus einem etwas entfernteren Dorf sein, der um diese Tageszeit dort ge-


Brixner Sommeremotionen Positiver Jahresabschluss Einstimmig verabschiedeten die Bezirksräte der Bezirksgemeinschaft Eisacktal auf der Trostburg den vom Generalsekretär Johann Grünfelder erarbeiteten und von Vizepräsident Claudio Del Piero vorgelegten Finanzabschlussbericht für das Jahr 2005. Die Bezirksräte hatten auch allen Grund zur Zustimmung: Seit Johann Grünfelder im Jahre 2004 die Geschäftsführung und Reorganisation der Verwaltung übernahm, hat sich die finanzielle Situation der Bezirksgemeinschaft Eisacktal deutlich verbessert. Hatte beispielsweise die Liquidität im Jahr 2001 den Tiefststand von fast 400.000 Euro Minus erreicht, so kann man nun auf den bisherigen Höchststand der Liquidität von 6,2 Millionen Euro verweisen. Auch die ordentlichen Einnahmen zeigten mit

18,7 Millionen Euro gegenüber den Ausgaben in Höhe von 18,6 Millionen Euro ein Plus auf. Die Einnahmen verteilten sich zu 58 Prozent auf Zuwendungen des Landes Südtirol, mit 21 Prozent auf die Beiträge der Gemeinden und mit etwa 11 Prozent auf die Aufwendungen von Privaten. Die Finanzautonomie der Bezirksgemeinschaft liegt damit bei 40,46 Prozent. Zwei Drittel der Ausgaben werden für die Sozialdienste benötigt, der Rest verteilt sich auf die Umweltaufgaben der Wasser- und Abfallwirtschaft und die Zentralverwaltung. Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal ist mit 250 Mitarbeitern und einem Haushaltsabschluss von nahezu 26,5 Millionen Euro nach den Sanitätsbetrieben der zweitgrößte Arbeitgeber des Eisacktales. agh

Von Mitte Juli bis Mitte August ist am Donnerstagabend in der Brixner Altstadt geschäftiges Treiben angesagt: Die Gassen verwandeln sich ab 19 Uhr in eine Straßenbühne, und der Domplatz wird zur Konzerthalle, wobei das Spektrum vom Jet Symphonic Orchestra bis hin zur Bürgerkapelle Brixen reicht. Zusätzlich bieten die einzelnen Gastbetriebe ebenso Live-Musik sowie verschiedene feste und flüssige Spezia­ litäten an. Am 27. Juli laufen Models bei der Sportler-Modenschau über den Laufsteg, am 3. August im Rahmen der Fashion Night by Peter Öhler ebenso. Weiters findet in der Albuingasse ab 17 Uhr ein Flohmarkt statt, unter den Großen Lauben dürfen sich Sprayer über die Graffiti-Wettbewerbe freuen, und das alte Handwerk lebt am 20. Juli sowie am 10. und 17. August in der Altenmarktgasse auf. Für die Kinder bietet der VKE am Maria-Hueber-Platz verschiedene Spielmöglichkeiten und Ponyreiten an. Für all jene, die trotz Promille sicher heimkommen möchten, steht im Großraum Brixen ein kostengünstiger Shuttle-Dienst zur Verfügung. db

sehen wurde und ein auffallend scheues Benehmen zur Schau trug. Merkwürdigerweise hatte man den Diebstahl anfangs gar nicht bemerkt, sondern kam auf ihn erst vorigen Donnerstag darauf, als man zufälligerweise für Marktzwecke Geld benötigte.

in Waidbruck, während ein Sohn und eine Tochter dem alten Vater daheim die Wirtschaft führen. Die Festmesse zelebrierte der hochw. Herr Pfarrer von Tschötsch. Dem alten Mesner-Vater wandten sich die Sympathien der ganzen Gemeinde aus diesem Anlass besonders zu, und alles wünscht ihm noch eine lange Reihe gottgeschenkter Jährlein.

Afers

Vor Monaten hat man gelesen, dass die chinesische Mauer abgetragen werden soll. Dafür ist in Afers etwas Ähnliches aufgestellt worden im heurigen Frühjahr. Von der Planatscher Wiese hinunter zum Heuweg und längs desselben bis zum Schnetzbach, also in einer Länge von zirka 6 Kilometer, wurde ein Zaun errichtet, um dem Almhirten die Arbeit zu erleichtern. Einige Interessenten wollen behaupten, es wäre angezeigter gewesen, anstatt des Zaunes auf der Plosealm einige einfache Ställe als Unterkunft für das arme Vieh zu bauen; der heurige Juni hätte die Notwendigkeit davon erwiesen.

Überspannt - Auf den Bürstlingswiesen ersteht ein Sommerfrischhaus für die Familien Strasser und Kahl in Brixen; den Firsttrunk haben die Arbeiter bereits gehalten.

Seltenes Alter

In Tötschling bei Brixen feierte Montag, 23. Juli, der dortige Mesner Herr Hofer das Fest der Vollendung seines 90. Jahres. Aus diesem Anlass haben sich

die Verwandten aus nah und fern zahlreich eingefunden, um dem alten Großvater ihre Glückwünsche darzubringen. Ein Sohn des Gefeierten ist der bekannte Sägewerksbesitzer Hofer in Zinggen, eine Tochter, ehrwürdige Schwester Gaudentia, ist Oberin der Schwestern im Gymnasium in Meran, zwei Söhne sind in Feldthurns verheiratet, ein Sohn ist bei der Post in Meran angestellt, ein Sohn und eine Tochter

Beim letzten Gewitter, Mitte Juli, passierte einigen Fahrgästen auf der Pustertaler Bahn folgendes Malheur: Infolge des schadhaften Daches tropfte es in einem fort auf die Sitzplätze herab. Etliche Fahrgäste wussten sich zu helfen, indem sie den Regenschirm aufspannten und mit überspannten Köpfen abwarteten, bis die Niederschlagsverhältnisse sich wesentlich gebessert hatten. Erst dann wurden sie ihrer Überspanntheit wieder ledig. 19


Eine feurige Fete Brixmedia und Consisto feierten am 14. Juli die neuen Räumlichkeiten in der Brennerstraße 28. Ein Rückblick auf ein feurig-luftiges Fest, hoch über den Dächern von Brixen.

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Nicht nur die sommerliche Hitze bescherte der Brixmedia sowie der Internet-Firma Consisto ein heißes Einweihungsfest: Rund 300 geladene Gäste fanden sich ein, um mit den Geschäftsführern Willy Vontavon (Brixmedia) und Alex Origo (Consisto) sowie deren Mitarbeitern auf die stilvollen Räumlichkeiten anzustoßen.

Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller, Willy Vontavon

Christian Webhofer (Athesia Druck Brixen)

Alessandro Origo

Führende Internet-Agentur Beim Empfang erhielten die Gäste sogleich ein personalisiertes Namensschild, das den „Grund“ ihres Kommens klarstellte und für manche Lacher sorgte. Die Feier begann mit der Segnung der Räumlichkeiten im ersten Stockwerk des Gebäudes, in dem die Internet-Firma Consisto ihr neues Zuhause gefunden hat. Der Bereich Internet wurde vor fünf Jahren von der Brixmedia in einer sehr erfolgreichen Joint Venture mit der ACS Data Systems in die Consisto GmbH ausgelagert und wuchs mit dem Geschäftsführer Alex Origo zu einer der führenden Südtiroler Internet-Agenturen heran. Origo dankte seinen Mitarbeitern Marion Walcher, Ruth Zemmer, Philipp Brüning und Christian Leiter, den Partnern Willy Vontavon und Martin Plunger, „die allesamt an das Projekt Consisto geglaubt haben und jeden Tag ihren Einsatz zeigen.“ Landtagsabgeordneter Hans Heiss ging in seiner Rede auf den Standort des Mediengebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Glockengießerhauses ein, und Stadtrat Gianlorenzo Pedron betonte die Wichtigkeit der Internet-Branche und des Wirtschaftsstandortes Brixen. Nach der Segnung durch Kanonikus Johannes Messner zogen die Gäste ein Stockwerk höher in die Brixmedia-Etage. 20

Architekt Ralf Dejaco Landesrätin Sabina Kasslatter Mur Lüsens Bürgermeister Josef Maria Fischnaller, Landtagsabgeordneter Hanspeter Munter, Alois Hinteregger (Hotel Rosenthal)

Josef Palfrader (Möbel Palfrader), Josef Gostner (Garage Plose), Mario Castiglioni (Castiglioni & Gitzl)

Kanonikus Johannes Messner Kanonikus Johannes Messner, Rudi Rienzner (Raiffeisenkasse Eisacktal), Wolfgang Plank (Stadtwerke Brixen)

Der „Brixner“ und die Werbeagentur Hier hieß Willy Vontavon die zahlreichen Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Medien willkommen. In einer schwungvollen Rede ließ er die Geschichte der Werbe­agentur und des Verlages Brixmedia sowie die damit verbundene Entwicklung der Zeitschrift „Brixner“ lebendig werden. Das Unternehmen Brixmedia hat sich in den letzten 15 Jahren in einem schwierigen Markt

zu einem kleinen, aber feinen Unternehmen entwickelt. 1990 von einer Handvoll Brixnern gegründet, war der erste und einzige Zweck die rentable Herausgabe einer monatlichen Bezirkszeitung. Zu dieser Zeit herrschte in Brixen eine niedergedrückte Stimmung in der Bevölkerung, und dieser sollte mit einem grundsätzlich positiven Blatt entgegen gearbeitet werden. Ende der Neunziger Jahre erkannten die Inhaber, dass das Wachstumspotential der lokalen Zeitschrift nicht mit dem Wachs-

Herbert Achammer (Itas),, Vahrns Bürgermeister Josef Sigmund

Helmuth Pider, Hanspeter Troi (GES GmbH)

tumswunsch der Brixmedia übereinstimmte: „Wir suchten zusätzliche Bereiche, die uns Spaß versprachen und in denen wir Eigenkompetenz vorweisen konnten“, erzählte Vontavon, „wir wurden zur Webeagentur, boten Dienstleistungen im Internet an, bildeten uns weiter und versuchten unsere bisherigen Kunden davon zu überzeugen, dass wir eben nicht nur der „Brixner“ sind, sondern auch andere Dienstleistungen erfüllen.“ Heute ist die Brixmedia auch eine erfolgreiche Werbeagentur,


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Die Stadträte Gianlorenzo Pedron und Peter Brunner mit Claudia Messner (Gemeinde Brixen) Rudi Rienzner und Karlheinz Außerhofer

Ruth Zemmer, Elia Plunger, Christian Leiter, Marion Walcher (Consisto)

die verschiedenste Werbekonzepte ausarbeitet, Drucksachen gestaltet, Firmenzeitungen erstellt, Werbebudgets verwaltet, Werbespots fürs Radio produziert oder Logos erarbeitet. Untermalt wurde dies während der Feier durch anschauliche Präsentationen, die eine Reihe von Werbekreationen und Titelbilder des „Brixner“ abspielten.

Intelligenz, Kreativität und Herz Willy Vontavon lobte in erster Linie seine Mitarbeiter

Karlheinz Damiani mit dem Landtagsabgeordneten Hans Heiss

Sonja Messner, Gaby Tauber, Heidi Oberhauser, Verena Campestrini, Oskar Zingerle, Doris Brunner und das Redaktionsteam für ihr leidenschaftliches Engagement. Gedankt wurde auch allen am Bau beteiligten Personen und Unternehmen, insbesondere dem Architekten Ralf Dejaco, der Innenarchitektin Beate Mitterhofer und dem Bauleiter Kurt Bacher. Mit lustigen Cartoons ließ Dejaco die Baugeschichte Revue passieren, eingeflochten war dabei manche Anekdote. Landesrätin

Andrea Rogen, Manuela Fischnaller

Sabina Kasslatter Mur hob den „Brixner“ als informatives Medium hervor, das den Grundsatz der Objektivität wahrt, und plädierte für das Recht der freien Meinungsäußerung. Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller erklärte, er warte „wie wohl die meisten Brixner immer neugierig auf den ‚Brixner’“ und äußerte sich lobend über die Tätigkeiten der Werbeagentur, in denen die Mitarbeiter mit „Intelligenz, Kreativität und Herz“ verschiedenste Projekte ausarbeiten.

Irrtum/Zwischenverkauf vorbehalten.

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Oskar Zingerle, Marlene Kranebitter (Brixmedia)

Mirko Risaliti (Fideuram), Renate Pichler, Astrid Saboth, Helmuth Wolf (Wolf Fenster) Angelika Mayr, Claudia Troi Klaus und Ingo Ramoser (Cool Breeze)

Thomas Angerer (Südtiroler Volksbank), Peter Helmersson (ACS Data Systems), Magdalena Angerer

Philipp Brüning, Marion Walcher, Klement Petzner (Falkensteiner Hotelmanagement), Ruth Zemmer, Albina Kritzinger

Helmuth Grünfelder und Heidi Oberhauser (Brixmedia)

Marlene Marlene Kranebitter, Kranebitter, Doris Doris Brunner, Brunner, Gaby Gaby Tauber Tauber und und Verena Verena Campestrini Campestrini (Brixmedia) (Brixmedia)

Inge von Lutz, Roland Rinnergschwentner, Beate Mitterhofer

Vroni Oberleitner Thomas und Christoph Oberrauch Erich Feichter (elch music), Walter Eschgfäller (Liederszene Südtirol)

Die „Hardliner“ um 3.30 Uhr

Im Anschluss segnete Kanonikus Johannes Messner die Räumlichkeiten, die in ihrem Mix aus transparenter Ästhetik und Funktionalität viel Kommunikation und Kreativität ermöglichen. Willy Vontavon wies weiters darauf hin, dass der Event auch dazu „benutzt“ wird, um in Zusammenarbeit mit dem Bürgerkomitee „Weißer Turm“ und dem Lions Club Brixen Spenden für die Restaurierung des Brixner Wahrzeichens einzuheimsen. Am 22

Silvia Zanotto, Willy Vontavon, Michael Markart (ACS Data Systems) Werner Oberrauch (Europrint)

Tag nach der Feier wurde dem Komitee der gesammelte Betrag von 560 Euro überreicht.

Open Space mit Open End Nach dem offiziellen Teil bevölkerte sich die große Dachterrasse und das dritte Stockwerk mit heiterem Stimmengewirr, Gläserklirren und Musik der Brixner Band „Cool Breeze“ von Klaus Ramoser. In luftiger Höhe, über den Dächern von Brixen,

genossen die Gäste die hervorragenden Häppchen und gekonnt geschüttelten Drinks, die angeregten Diskussionen und den Blick auf die Umgebung – und das bis in die frühen Morgenstunden hinein. Wie angekündigt, war die Einweihungsfeier eben ein Open Space mit Open End, in dem die zwanglose Kommunikation untereinander und die Unterhaltung im Vordergrund standen.

Fotos: Oskar Zingerle

Peter Palese (Itas), Michael Niederwieser (Südtiroler Sparkasse) und Sonja Messner (Brixmedia)

Walter Prighel (Thermostudio)


Europäische Verkehrspolitik für das Eisacktal Foto: Oskar Zingerle

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Die EU will künftig den Verkehr auf der Straße ebenso fördern wie den Verkehr auf der Schiene. Damit wird das Prinzip der Bevorzugung des Schienenverkehrs zur Entlastung der Umwelt aufgegeben. Ist die EU-Kommission vor dem Druck der Frächterlobby in die Knie gegangen? Wird das Eisacktal in Zukunft noch mehr belastet?

Die EU tut derzeit alles, um auch die gutwilligsten Freunde der Europäischen Vereinigung abzuschrecken und wieder nach der Kompetenz der Nationalstaaten rufen zu lassen. Aber die Erwartungshaltung, der Schienenverkehr würde zur Entlastung der Umwelt unterstützt werden, hat schon deshalb keinen Sinn, weil auch die nationalen Regierungen längst dem Einfluss der Fächterlobbies erlegen zu sein scheinen. Das beste Beispiel ist Italien, das wieder die Alpenkonvention mit den darin vorgesehenen Einschränkungen für die Frächter nicht unterschrieben hat.

Betroffenes Eisacktal

EU-Weißbuch und Alpenkonvention Nun wurde dieser Tage das Weißbuch der EU zur Europäischen Verkehrspolitik bis 2010 vorgestellt. Und siehe da, die ehemalige politische Präferenz der Europäer, die Schwertransporte auf die Schiene zu verlegen, wurde gestrichen. Eine Zwischenbilanz hatte nämlich ergeben, dass der Güterverkehr auch künftig auf der Eisenbahn rückläufig sein werde, was nicht zuletzt auch am miserablen Zustand der italienischen Staatsbahnen liegt. Der neu berufene italienische Verkehrsminister der Mitte-Links-Regierung, Alessandro Bianchi, hatte gleichzeitig die Unterzeichnung der Alpenkonvention verweigert, in der ebenfalls die Verlagerung des schweren Güterverkehrs auf die Schiene gefordert wird. Auf der Rundreise zu den Amtskollegen in Österreich, Deutschland und Frankreich hatte Ministerpräsident Romano Prodi zwar schulterklopfend verkündet, die italienische Regierung werde die Alpenkonvention selbstverständ-

terfernverkehrspolitik auch das Ende eines sinnvollen Brennerbasistunnels bedeuten könnte.

Im Jahre 2005 wurden 78 Prozent der Güter auf der Straße transportiert lich unterschreiben – aber ob er das nur tat, um die Südtiroler Politiker zu beschwichtigen, ist nicht ganz klar.

denkt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass diese Kehrtwendung in der europäischen Gü-

Anfang der Fünfziger Jahre wurden auf der Schiene genauso viele Güter befördert wie auf der Straße. Damals betrug die beförderte Menge 30 Millionen Tonnen. Dann begann sich das Verhältnis zu verschieben mit dem Ergebnis, dass von den 412 Millionen Tonnen Gütern im Jahre 2005 die Bahn nur noch 22 Prozent befördert, hingegen auf der Straße 78 Prozent dieser Menge bewegt wird. Der Brennerbasistunnel für die Bahnstrecke ist eigentlich dazu gedacht, den Frachtanteil der Bahn wieder zu steigern. Nach den vorbereitenden Studien ist geplant, dass nach dem Bau des Tunnels der Anteil der Bahn am Frachtaufkommen im Jahre 2015 auf 35 Prozent steigen würde – schon allein deshalb, weil die Aufnahmekapazität der Brennerautobahn für den Lastverkehr bis dahin erschöpft sein würde. Andreas Gottlieb Hempel

Ende des BBT? Zunächst setzt die italienische Regierung die Verweigerungspolitik von Silvio Berlusconi bruchlos fort. Was kümmern uns Luft und Lärm in den Alpentälern? – werden sich die Europapolitiker gefragt haben, obwohl die Geduld der Menschen in den belasteten Alpentälern wie vor allem im Eisacktal mit zwei Millionen Frächterpassagen im Jahr längst am Ende ist. Die EU wird also in Zukunft die Straße genauso fördern wie die Schiene. Wer darüber nach23


Bio-Tonnen mit System

D

Die getrennte Sammlung von Biomüll ist derzeit ein häufig diskutiertes Thema in Südtirols Medienwelt. Das liegt wohl daran, dass die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt seit wenigen Monaten eine Anlage betreibt, die Biomüll über mehrere Stufen in Biogas umwandelt, das dann zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt wird. Um die dafür nötige Menge an Biomüll zu bekommen, wurde im Burggrafenamt eine flächendeckende Biomüllsammlung eingeführt, der sich demnächst Bozen anschließen wird. In der Bezirksgemeinschaft Eisacktal wird seit Jahren Biomüll getrennt gesammelt und zu Kompost verarbeitet. Im Vergleich zur Burggräfler Lösung ist dies kostengünstiger und wesentlich einfacher zu handhaben – allerdings gibt es als Endprodukt keinen Strom oder Wärme, sondern Kompost, der nur zu einem niedrigen Preis abgesetzt werden kann.

Reduzierung der Restmüllmenge Die Landesverwaltung hat bereits vor einiger Zeit den Bezirksgemeinschaften Ziele vorge-

Foto: Oskar Zingerle

Die getrennte Sammlung von verschiedenen Arten von Müll gehört zu einem der obersten Prinzipien der Südtiroler Abfallwirtschaft. Vor allem die unterschiedlichen Gebühren­ berechnungen scheinen für den Erfolg eines solchen Systems entscheidend. geben, um die Restmüllmengen zu reduzieren. Damit soll die Kapazität der Verbrennungsöfen nicht überstrapaziert, die damit zusammenhängenden Transportfahrten reduziert, Deponieraum für die Verbrennungsreste gespart und der Feuchtanteil des Restmülls verringert werden. Ab 2007 wird verpflichtend vorgeschrieben, dass der gesammelte Biomüll mindestens 30 Kilogramm pro Einwohnergleichwert betragen muss. Wird dieses Ziel nicht erreicht, müssen „Strafen“ bezahlt werden, die von den erzeugten Restmüllmengen ausgehend berechnet werden.

30-Kilogramm-Limit erreicht Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal muss sich wegen einer solchen Strafe allerdings keine Sorgen machen, denn die Stadtwerke Brixen haben mit ihrer durchorganisierten Biomüllsammlung die Hausaufgaben mehr als erfüllt, wovon nun auch andere Gemeinden im Eisacktal profitieren, die das 30Kilogramm-Limit nicht erreichen. Werden in Brixen und Vahrn jährlich an die 40 Kilogramm pro Einwohnergleichwert gesammelt, so liegt der Wert in der Gemeinde Mühlbach bei 25 Kilogramm und in Natz-Schabs gar nur bei 8,3 Kilogramm. Trotzdem

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Ensembleschutz muss sich auch Natz-Schabs vor Strafen nicht fürchten: „Tatsächlich werden nicht die Werte der einzelnen Gemeinden gezählt, sondern ein Bezirksdurchschnitt berechnet, und da stehen wir dank der guten Sammelleistung der Brixner gut da“, erklärt Ronald Amort von der Bezirksgemeinschaft Eisacktal.

Mengenunabhängige Grundgebühr In Brixen wurde die getrennte Biomüllsammlung bereits vor mehreren Jahren eingeführt. Das praktizierte System basiert auf Papiertaschen, die in einen Ständer eingehängt und später in einen belüfteten Gemeinschaftscontainer entsorgt werden. Einmal wöchentlich entleeren die Stadtwerke diese Container. Dafür erheben sie eine Grundgebühr von 14,68 Euro pro Person/Haushalt, wobei maximal sechs Personen pro Haushalt berechnet werden. Im Gegensatz zum Restmüll gibt es in diesem System keine Entleerungsgebühr. Es ist also unerheblich, wie oft der Container entleert wird und ob er dabei ganz gefüllt oder halb leer ist. Diese mengenunabhängige Grundgebühr macht durchaus Sinn: Jeder, der Biomüll trennt, hat ein Interesse daran, dass die volle oder halbleere Tonne an jedem Sammeltag mitgenommen wird, denn ansonsten breiten sich bald unliebsame Gerüche aus, die die Akzeptanz für diese Mülltrennung schnell sinken lassen würde.

Biomüllsammlung in der Umgebung In Vahrn und Mühlbach praktiziert man etwas andere Sammelsysteme, die Berechnung erfolgt aber ebenfalls mittels einer Grundgebühr. In Vahrn werden für die Biomüllsammlung 80-Liter-Container zur Verfügung gestellt, für die 39 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu bezahlen sind. Bis vier Familien können sich einen solchen Container und damit auch die Grundgebühr teilen. Machen mehr als vier Familien bei einem Container mit, wird die Grundgebühr verdoppelt. Der Dienst wird zurzeit nur in Vahrn und Neustift angeboten, die Teilnahme ist freiwillig. Für die ländlich geprägten Gebiete Spiluck und

Schalders ist derzeit kein Angebot geplant. In Mühlbach existiert nur im Hauptdorf die getrennte Sammlung von Rest- und Biomüll. Vier Sammelcontainer stehen im Dorf verteilt; Interessierte erhalten hierfür einen Schlüssel und können ihren Biomüll entsorgen. Die Haushalte bezahlen eine Grundgebühr von 6,50 Euro plus 5,88 Euro je Person/Haushalt, dabei werden maximal vier Personen berechnet. Sowohl in Vahrn wie in Mühlbach verzeichnet man reges Interesse von Seiten der Bürger für diese Art der Entsorgung.

Andere Regelung in Natz-Schabs Anders verhält es sich in Natz-Schabs, wo kein privater Haushalt die Biomüllsammlung in Anspruch nimmt. Dies ist wohl auf die andere Art der Gebührenberechnung zurückzuführen: In Natz-Schabs wird an Stelle einer Grundgebühr ein Mengentarif berechnet. Jeder interessierte Haushalt erhält einen 80-LiterContainer, für jede Entleerung werden 3 Cent pro Liter berechnet. Das macht 2,40 Euro pro Entleerung beziehungsweise bei einer wöchentlichen Entleerung 124,80 Euro im Jahr. Weil nicht anders feststellbar, wird immer ein voller Container berechnet, obwohl kaum eine Familie so viel Biomüll produziert, um die Tonne wöchentlich zu füllen. Aber wer will schon den stinkenden Biomüll für mehrere Wochen vor seiner Haustür stehen haben? So verwundert es nicht, dass diese Art der Entsorgung in Natz-Schabs von keinem privaten Haushalt praktiziert wird.

Stadt oder Land Für den Erfolg der getrennten Biomüllsammlung ist aber nicht nur der zu bezahlende Tarif ausschlaggebend. Ein weiteres wichtiges Kriterium besteht darin, ob man es mit einem städtisch oder ländlich geprägten Gebiet zu tun hat. Wer einen eigenen Garten hat, kann darin selbst kompostieren, landwirtschaftliche Betriebe verwerten Bioabfälle vor Ort. Aus diesen Gründen wird es wohl nie zu einer völlig flächendeckenden Sammlung an Bioabfällen kommen.

Von Klerant nach Albeins

Wir haben unsere Wan­ derung in den Fraktionen von Brixen fortgesetzt. Im Gegensatz zur Stadt sind dort die Ensembles noch nicht beschlossen worden – ein Grund mehr, sich ihren Umfang und die vorgeschla­ genen Festlegungen auf Voll­ ständigkeit und Schlüssigkeit genau anzusehen. In Klerant hat sich noch am besten der bäuerliche Charakter einer Streusiedlung erhalten. Aber die Zeichen der Vervorstäd­ terung sind unübersehbar und wohl nicht aufzuhalten. Das Ensemble ist im Umfeld von St. Nikolaus (15. Jht.) ausgewiesen. Besonders sehenswert sind die Wand­ gemälde im Chor und an der Nordseite im Inneren dieser kleinen gotischen Kirche, die in einem ummauerten aufgelassenen Friedhof liegt, umgeben von Scheunen und schönen Bauernhöfen, die teilweise gut erneuert Ferienwohnungen anbieten. Jenseits der Ensemblegren­ ze fällt das Hotel Fischer in Maßstab und Bauformen deutlich aus dem Rahmen.

Dies wirft die Frage auf, wie denn nun direkt im Anschluss an einen Ensemble­ bereich gebaut werden soll. Ist der Bauwerber in Sichtweite der im Ensemble befindlichen Bauten davon befreit, sich in Maßstab, Materialien und Gestaltung in die Vorgaben eines En­ sembles einzupassen? Ein Ensemble wird ja schließlich nur durch eine gedachte Linie umgrenzt, jenseits derer nicht einfach alles anders gemacht werden kann. Mit dieser Problematik sollten sich die Planer und Baukommissionen künftig sorgfältig auseinandersetzen.

Aber auch innerhalb des En­ sembles sind deutliche bauliche Unterschiede zu bemerken, unter anderem ein wohl als bäuerliches Nebengebäude genehmigtes und im Gegensatz zum Hotel zu kleinmaßstäb­ liches Häuschen, das ganz of­ fensichtlich als Ferienhaus dient. Also von neuem Widersprüche im Ensemblebereich, der hier die nach Süden anschließenden schönen Höfe unverständli­ cherweise nicht mehr umfasst.

Sehr viel mehr als in Klerant wurde in den letzen Jahren in Albeins gebaut, einem Ort, der nicht nur durch zwei Kirchen, sondern auch durch den brutal kanalmäßig regulierten Aferer Bach zweigeteilt erscheint. Über 15 Jahre zog sich der Ausbau der Ortsmitte hin, dem mit Schule, Widum, Musikübungs­ gebäude, Mesnerhaus und dem Kircherhof über die neue Brücke eine innerörtliche Verbindung gelang, die eine beispielhafte moderne Gruppierung darstellt. Besonders der westliche Ortsteil um das Gasthaus Tauber ist ein erhaltenswertes Ensemb­ le, das aber nicht vollständig in den Plan aufgenommen wurde. Auch hier erhebt sich wie auch anderswo die Frage nach der Logik und den Krite­ rien für die Festlegungen, die häufig wohl zu oberflächlich vorgenommen wurden. Ein Beitrag von

Annamaria Mitterhofer

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Annamaria Mitterhofer

Geburtsstunde der Galerie 90

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Die Südspange Brixen soll eine bessere Anbindung an das Skigebiet auf der Plose ermöglichen. Hierzu stellte Landeshauptmann Luis Durnwalder genauso Unterstützung in Aussicht wie für die geplante Umfahrung von St. Andrä zur Verkehrsberuhigung des Dorfkerns.

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Am 19. Juli fand die erste „Mühlbocha Gossnkuchl“ des Sommers 2006 in den Gassen von Mühlbach statt. Bis zum 30. August unterhält man sich dort jeweils mittwochs ab 18 Uhr bei Musik und kulinarischen Köstlichkeiten.

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Die Schabser Schützenkompanie „Peter Kemenater“ feierte kürzlich die Segnung des neuen Gefallenendenkmals. Paul Rainer, Kanzler der Diözese und Landeskurat des Südtiroler Schützenbundes, segnete das Denkmal.

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Die HGV-Ortsgruppe von Vahrn setzt sich für den Entwurf eines neuen Leitbildes für Vahrn ein. Obfrau Marlene Piok verwies auf die touristische Bewerbung der Ortschaft und wünschte sich eine stärkere Einbindung der Fraktionen in die Marketingbemühungen.

Foto: Oskar Zingerle

ticker

Am vergangenen Samstag eröffnete in Mühlbach eine neue Kunstgalerie mit dem klingenden Namen „Galerie 90“. Parallel mit der Einweihung der Räumlichkeiten im geschichtsträchtigen Wolkensteiner Haus begann auch die erste Ausstellung mit einer kleinen Sensa­ tion: Es sind Werke bedeutender Tiroler und Trentiner Künstler zu sehen, darunter Gotthard Bonell, Josef Brunner, Paul Flora, Heinz Mader und Sergio Sommavilla. Auch Werke bereits verstorbener Künstler werden gezeigt: Alexander Koester, Carl Moser, Josef Telfner, Peter Fellin, Karl Plattner oder Eddy von Ferrari, um nur einige zu nennen. Die Ausstellung dauert bis zum 31. August und ist täglich außer Montags von 10 bis 12 und von 17 bis 20 Uhr zuoz gänglich.

Eisacktaler Handwerk präsentiert sich Das Eisacktaler Handwerk zeigt sich vom 27. bis 30. Juli von seiner besten Seite: Was 60 Betriebe im Raum Klausen, Villanders, Barbian, Lajen, Villnöß und Waidbruck so alles zu bieten haben, wird in geballter Form bei der Zweiten Handwerksausstellung im Gelände der Klausner Mittelschule zu erleben sein. Nach der Eröffnung am Donnerstag, 27. Juli, um 18 Uhr folgt ein Wochenende voller Information und Unterhaltung. Während sich die Weltmeisterin Marialuise Rabensteiner um das Make-up der Besucher kümmert oder die Musikschule Klausen für die künstlerische Note während der Schau sorgt, informieren die Aussteller Kunden und Interessierte aus Nah und Fern. Freitagabend herrscht Partystimmung, und am Samstagabend sorgen die „Nachtfalter“ für eine vergnügliche Sommernacht. Am Sonntagvormittag laden die Handwerker zum Frühschoppen, außerdem wird der tollste Stand prämiert. Die Handwerksausstellung ist am Freitag von 15 bis 22 Uhr, am Samstag von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag von

10 bis 18 Uhr geöffnet. „Überzeugen Sie sich selbst von der hohen Qualität, Kompetenz und Professionalität der Handwerker vor Ort“, lädt Josef Felderer, LVH-Orts- und Bezirksobmann von Klausen und Präsident des Organisationskomitees, ein. Zur Zweiten Handwerksausstellung

erscheint ebenso ein Eisacktaler Handwerksführer, in dem sich branchenspezifisch das passende Unternehmen für die verschiedenen Handwerksarbeiten findet. db

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Spiel mit Musik! Viel Musik und Bewegung fĂźr Kinder ist in Vahrn angesagt: Die Bibliothek Vahrn lädt vom 7. bis 11. August zum Workshop „Spiel mit Musik!“ ein. Kindergartenkinder und GrundschĂźler der 1. Klasse werden hierbei von 9 bis 11.30 Uhr singen, sich nach Musik bewegen, mit TĂźchern tanzen oder nach Musik malen. Einfache Rhythmus- und Orff-Instrumente sorgen fĂźr die klangliche Untermalung, und die Kinder selbst werden auch einfache Instrumente bauen. Die Leitung dieser Musikwoche hat Michaela Dellago inne, der Workshop findet im Jugendtreff im Haus Voitsberg in Vahrn statt. Die Kosten fĂźr ein Kind betragen 30 Euro, fĂźr weitere Geschwisterkinder 20 Euro. Informationen erteilt die Biblio­ thek Vahrn unter Telefon 0472 834434; hier kann auch die Andb meldung erfolgen.

Spingeser FF ist Landesmeister Die Wettkampftruppe der Freiwilligen Feuerwehr von Spinges holte sich kßrzlich bei den 19. Landesmeisterschaften in Sterzing den 1. Platz der Kategorie Bronze A. Ziel der Wettkämpfe ist die schnelle und präzise Durchfßhrung zahlreicher Geschicklichkeitsßbungen, wobei ein Einsatz von der Wasserentnahmestelle bis hin zum Brandobjekt durchgespielt wird. Bewertet werden Schnelligkeit, Präzision und Art der Durch-

fßhrung. Insgesamt erreichte Spinges 414,09 Punkte und verwies damit Tanas mit 413,90 und Rodeneck mit 412,59 Punkten auf die Plätze Zwei und Drei. Vollen Einsatz zeigten die Feuerwehrmänner Elmar Lamprecht, Klaus Mair, Wilfried Plank, Siegfried Lamprecht, Manuel Wieland (im Bild stehend von links) sowie Dietmar Lamprecht, Hartmann Plank, Manfred Plank und Markus Niedermair (im Bild sitzend von links). Fßr die Feuer-

wehr Spinges war dies der erste bedeutende Titel, und dem entsprechend war die Freude groĂ&#x;. Organisiert worden war die Landesmeisterschaft von den Feuerwehren Sterzing und Thuins, zu den Bewerben hatten sich Ăźber 350 aktive Wettkampftruppen und rund 100 Jugendmannschaften gemeldet. Jede Staffel setzt sich aus neuen Teilnehmern zusammen. db

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Bauernfeschtl in St. Andrä dem überdachten Festplatz in St. Andrä, ab 14.30 Uhr spielen verschiedene Jungmusikanten, die Jagdhornbläser aus Afers und die Jugendkapelle St. Andrä zum Konzert auf. Die Volkstanzgruppe wird ebenso auftreten, und ab 19.30 Uhr laden die „Südtiroler“ musikalisch zum Tanz. Um Essen und Trinken braucht man sich auf einem Bauernfest sowieso nicht sorgen, auf dem Speiseplan stehen unter anderem Tirtln, Strauben, Rindsgulasch mit Knödel und Gegrilltes vom Lamm. Organisiert wird die Veranstaltung von den Bäuerinnen, der Bauernjugend und den Senioren von St. Andrä. db

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1956 wurde die Freiwillige Feuerwehr Spiluck gegründet, und somit wird sie heuer runde 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass wird das zur Tradition gewordene Feuerwehrfest am ersten Sonntag im August auf der Spilucker Platte durch einen entsprechenden Festakt am Vormittag erweitert. Um 9 Uhr treffen sich die Feuerwehren, Fahnen­abordnungen und Ehrengäste am Platz beim Ortner, um begleitet von der Vahrner Musikkapelle zur Feuerwehrhalle zu marschieren. Um 9.30 beginnt der Festgottesdienst mit an-

schließendem Festakt, Ehrungen und Umtrunk. Dann geht es gemeinsam zur Spilucker Platte, wo das Fest beginnt, das von einem Konzert der Musikkapelle Neustift sowie dem Duo Sommerwind musikalisch umrahmt wird. Die Freiwillige Feuerwehr erstellte zum Jubiläum auch eine Festschrift, in der sich allerhand Wissenswertes über die Geschichte und die Aktivitäten des Vereins findet. Im Bild: Der erste öffentliche Auftritt der Freiwilligen Feuerwehr Spiluck beim ersten Bezirksfeuerwehrfest am 16. September 1956 in Brixen. db

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Warnende Rufe gegen den BBT Foto: Oskar Zingerle

Die Bürgerlisten von Natz Schabs, Vahrn und Brixen luden mit den deutschen Opposi­ tionspolitikern im Südtiroler Landtag zu Protestveranstaltungen gegen den groß in Szene gesetzten Anstich zum Pilotstollen für den Brennerbasistunnel.

A

Als die Ägypter vor mehreren Tausenden von Jahren die Pyramiden erbauten, gelangen ihnen damit Bauwerke von majestätischer Erhabenheit und mathematischer Präzision, obwohl sie damals nur über einfache technische Hilfsmittel verfügten. Vergleicht man diese Megaprojekte von damals mit dem aktuellen Megaprojekt Brennerbasistunnel, so stellt man sich unwillkürlich ein paar Fragen: Wenn man vor so langer Zeit solche Bauwerke geschaffen hat, soll es heute nicht gelingen, einen Tunnel zu bauen, der nach der Fertigstellung tatsächlich seinen Anforderung gerecht wird und eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr darstellen kann? Sind das ganze Ingenieurwissen, die Kenntnis über Geologie, die Möglichkeit zur Entwicklung von Logistikströmen und die übrigen dazugehörenden Wissenschaften tatsächlich so wertlos?

Kundgebung in Aicha Dieser Tunnel löst keine Probleme im Transitbereich, sind sich die Grünen Südtirols und die mit ihnen verbundenen Bürgerlisten sicher, und so haben sie am 30. Juni in Aicha zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Anlass war der Spatenstich zum Pilotstollen, der zeitgleich in Aicha und in der Nähe von Innsbruck erfolgte. Der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel, Minister Hubert Gorbach, die drei Landeshauptleute von Tirol, Südtirol und Trentino 30

Am 30. Juni versammelten sich an die 100 Gegner des Brennerbasistunnels zu einer Protestkundgebung sowie Vertreter der italienischen Regierung verfolgten am Brenner den Spatenstich per Video. Für Kanzler Schüssel war es zugleich der krönende Abschluss seiner sechsmonatigen EU-Präsidentschaft. Die Grünen ihrerseits wollten in einer Demonstration um 11 Uhr und bei einer Bürgerversammlung um 20 Uhr vor allem den Aichnern zur Seite stehen, die ab dem nächsten Jahr unterhalb des Dorfes die Baustelle für den Pilotstollen vorfinden werden. Bei der Vormittagsveranstaltung war die Beteiligung der Aichner allerdings gering. An die hundert Leute waren gekommen, gar einige davon waren Tunnelgegner aus dem Trentino. Am Abend hatte die Veranstaltung einen populären „Gegner“: das WM-Spiel Italien gegen Ukraine. Trotzdem fanden sich etwa 50 Personen ein. Am Podium machte die versammelte deutsche Opposition mit Markus Lobis, Andreas Pöder, Pius Leitner und Hans Heiss mobil. Christina Kury und Landtagspräsident Riccardo Dello Sbarba verfolgten das Geschehen vom Publikum aus, Walter Baumgartner war als Vertreter der SVP ge-

laden, hatte allerdings aus persönlichen Gründen kurzfristig absagen müssen.

„Der Tunnel dient nur der Baulobby“ Bei den Protestreden wurden allseits ablehnende und bereits bekannte Argumente gegen den Tunnel aufgelistet: Die immensen Baukosten, die lange Bauzeit, das ungewisse Ende, die Belastung für die angrenzende Bevölkerung und Umwelt sowie die über allem schwebende Frage, ob der Nutzen je diese Kosten rechtfertigen wird. „Der Tunnel dient der Baulobby und sonst niemandem“, lautete der allgemeine Tenor. Im Rahmen der Veranstaltung warb man vor allem um Interessierte, die sich in einer Bürgerinitiative zusammenschließen sollten, um Fragen weiterzuleiten, Informationen zu sammeln und Entwicklungen zu beobachten.

Herkulesaufgabe Dabei handelt es sich wohl um eine Herkulesaufgabe, wie sich aus einer Stellungnahme

von Christina Kury herauslesen lässt. Sie hat alle Beschlüsse der Landesregierung zum Brennerbasistunnel (BBT) gesammelt und die Entwicklungen mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. So kann sie berichten, dass zurzeit für den gesamten BBT ein Einreiche-Projekt vorliegt, das im Sommer 2004 einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen worden ist. Diese UVP wurde bis auf den Teilabschnitt Pfitsch-Brenner positiv abgeschlossen. Für den Pilotstollen liegt ein Ausführungs-Projekt vor, das keiner UVP mehr unterzogen werden muss, weil bereits jene positive für den gesamten Tunnel vorliegt. In diesem Fall kommt eine der Gesetzesänderungen der Regierung Berlusconis zum Tragen, mit denen Umweltverfahren vereinfacht – manche würden sagen wirkungslos – gemacht werden. Trotzdem forderte Hans Heiss die Anwesenden auf, sich das Ausführungsprojekt detailliert anzuschauen, weil dieses möglicherweise Chancen offen lässt, gegen den Bau vorzugehen. Annamaria Mitterhofer


Alles zum Selbermachen unter einem Dach Mit der Riesenauswahl, die der Heimwerkermarkt OBI in Vahrn bietet, hat seit kurzem ein wahrer Heimwerker-Boom in Brixen und Umgebung eingesetzt.

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Seit seiner Eröffnung am 7. Juli erfreut sich der Heimwerkermarkt OBI in Vahrn großer Beliebtheit bei Jung und Alt, die vor allem Eines verbindet: ihre Freude am Heimwerken. Die Riesenauswahl an Werkzeugen und Materialien sowie die Beratung und Heimwerkertipps bei OBI steigern die Lust zum Selbermachen und vereinfachen manchen Handgriff.

2.500 Quadratmeter feierlich eröffnet Am 6. Juli fand die offizielle Eröffnungsfeier statt. Die Gesellschafter Georg Pallua und Alois Wegscheider hatten zahlreiche Freunde, Bekannte, Interessierte, Handwerker sowie Vertreter der OBI-Gruppe Deutschland und Italien geladen, um mit der Segnung und der Banddurchtrennung den Startschuss zur Eröffnung des Heimwerkermarktes am darauf folgenden Tag zu geben. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Riesenauswahl an Produkten auf der über 2.500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche. In seiner Festansprache dankte Georg Pallua allen Beteiligten, ganz besonders Roland Falk für die Bereitstellung der Betriebsfläche, den Handwerkern für die gute Zusammenarbeit und den über 30 Mitarbeitern für ihren großen Einsatz bei den Vorbereitungsarbeiten. Danach übertrug Pallua seinem Mitarbeiter Vincenzo Statile mit einem symbolischen Schlüssel die Marktleitung in Vahrn.

geordneter Walter Baumgartner äußerten sich anerkennend über die positiven Impulse des Heimwerkermarktes auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt; Bürgermeister Josef Sigmund freute sich über den Imagegewinn seiner Gemeinde durch die Ansiedlung des angesehenen Baumarktes. Auf die Segnung durch den Vahrner Pfarrer Josef Granruaz folgte die Banddurchtrennung, musikalisch umrahmt von der Böhmischen aus Schalders, danach luden die Gastgeber zum Buffet und geselligen Beisammensein.

Georg Pallua übergab die Marktleitung an Vincenzo Statile

Georg Pallua und Alois Wegscheider bei der Banddurchtrennung

Landtagsabgeordneter Walter Baumgartner

BM Albert Pürgstaller Landesrätin Luisa Gnecchi unterstrich die Bedeutung des Heimwerkermarktes als Arbeitgeber von über 30 Mitarbeitern

Georg Pallua, geschäftsführender Gesellschafter der WEPA GmbH, der Betreiberfirma des OBI-Marktes in Vahrn BM Josef Sigmund

Pfarrer Josef Granruaz nahm die Segnung vor

Fotos: Brixmedia

Positive Impulse Die Ehrengäste Landesrätin Luisa Gnecchi und LandtagsabDie Böhmische aus Schalders

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Ordnung auf dem Friedhof Foto: Oskar Zingerle

Auch in Vahrn ist streng geregelt, wer wie auf dem Friedhof beigesetzt werden darf. Durch die starke Bevölkerungsfluktuation und die Abwanderung von Bewohnern der Vahrner Grenzbezirke in Nachbarpfarreien ergibt sich im Dorf aber ein zusätzliches Problem: In der Pfarrei und in den Vereinen „fehlen“ die Lebenden.

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Wer denkt schon ans Sterben, wenn er mitten im Leben steht? Erst wenn man durch den Tod eines Verwandten unmittelbar betroffen ist, macht man sich Gedanken. Dabei herrschen auf Südtirols Friedhöfen genaue Vorschriften, die in der Friedhofsordnung festgelegt werden und die auf den ersten Blick streng erscheinen. Die Friedhofsordnung regelt im Rahmen der gesetzlichen Normen, wer im dorfeigenen Friedhof beigesetzt werden kann, legt die Maße und Formen für die Gestaltung von Grabmälern fest und bestimmt die Zeitspanne für den Bestand von Grabstätten. Jedes Grabmal muss würdig gestaltet sein und sich in das Gesamtbild des Friedhofes einordnen. Auch für die Bepflanzung der Gräber und für die Verwendung von Gefäßen zum Einfrischen von Schnittblumen gibt es genaue Richtlinien. Die Bestimmungen der Friedhofsordnung können aber von Pfarrei zu Pfarrei abweichen.

Wer darf in Vahrn beigesetzt werden? Laut Friedhofsordnung der Pfarrei Vahrn haben alle Personen, die in Vahrn zu Tode kommen, auch das Recht, dort beigesetzt zu werden, unabhängig von ihrem Wohnsitz. Personen, die zwar in der Gemein32

de Vahrn ansässig sind, aber nicht zur Pfarrei Vahrn gehören, brauchen eine Sondergenehmigung. Um also als Neustifter in Vahrn begraben zu werden, benötigt man eine entsprechende Erlaubnis. Einigen Antragstellern wurde eine Erdbestattung in der Pfarrei Vahrn nicht gewährt, da sie weder dort ansässig waren noch einen engeren Kontakt zu Vahrn nachweisen konnten. Gründe für die Ablehnung waren die hohen Kosten für die Bereitstellung eines Grabes und der nur begrenzt zur Verfügung stehende Platz. Der Friedhof wurde 1995 mit einem Kostenaufwand von einer Milliarde Lire, also knapp 517.000 Euro, erweitert und soll in erster Linie den Pfarreiangehörigen zur Verfügung stehen. Menschen aller Konfessio­ nen haben Anspruch auf Bei­ setzung im Friedhof. So haben in der Pfarrei Vahrn auch zwei Juden und ein Muslim ihre letzte Ruhe gefunden. Letzterer kam

bei einem schweren Unfall ums Leben. In seinem Testament hatte er den Wunsch geäußert, in einem Friedhof mit Blick auf die Plose beigesetzt zu werden, da diese ihn an seine Heimat erinnere. Von den sechs Prozent in Vahrn ansässigen Ausländern sind bisher zwei Personen verstorben und auf Wunsch der Angehörigen in ihre Heimat überführt worden.

Reservierung und Kosten Grundsätzlich werden in der Pfarrei Vahrn Grabstätten für 20 Jahre zur Verfügung gestellt. Familiengräber bleiben erhalten, solange eine Familie in der Pfarrei ansässig ist oder es von den Angehörigen gewünscht wird. Aus steuerrechtlichen Gründen werden anstelle von Friedhofsgebühren freiwillige Beiträge in Form von Spenden eingehoben, mit denen unter anderem die Kosten für Wasser und Strom und diverse Instand-

In der etwa 2.600 Einwohner zählenden Pfarrei Vahrn werden durchschnittlich zehn Beerdigungen pro Jahr durchgeführt haltungsarbeiten abgedeckt werden. Sämtliche Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen werden von freiwilligen Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung unentgeltlich durchgeführt. Ein Ankauf oder eine langfristige bezahlte Besetzung einer Grabstätte ist nicht möglich. Die Reservierung der Grabstätten, der Urnennischen und Gedenktafeln muss alle fünf Jahre erneuert werden. Die Praxis der fünfjährigen Erneuerung wurde eingeführt, um einen minimalen Kontakt zu den Angehörigen aufrechtzuerhalten. „Früher hat man bei vielen Gräbern nicht gewusst, wer für sie zuständig ist“, erinnert sich Walter Kerer, Vorsitzender des Friedhofausschusses. Es konnten keine Beiträge eingehoben oder Grabstätten aufgelöst werden, da es keine Angehörigen mehr im Dorf


Bleiben oder gehen? Die Gemeinde Vahrn ist als Dorf sehr â&#x20AC;&#x17E;lang gezogenâ&#x20AC;&#x153;. Viele Bewohner in den Grenzgebieten der Pfarrei fĂźhlen sich mehr der Nachbarpfarrei verbunden. So haben die Bewohner der Elisabethsiedlung bereits 1987 einen Antrag zu einem Anschluss an die Pfarrei Brixen gestellt und gehĂśren seither kirchlich zu Brixen. Durch Neubauten in dieser Zone ist es nĂśtig geworden, die kirchlichen Grenzen nochmals zu Ăźberdenken. Deshalb wurden im Mai dieses Jahres von der Gemeinde Vahrn 150 Haushalte der Elisabethsiedlung und des Ignaz-Mader-Weges zu

wirken. Elisabethsiedlung und Ignaz-Mader-Weg wĂźrden zwar zur Gemeinde Vahrn gehĂśren, aber es wĂźrde noch schwieriger werden, Kontakt zu den Menschen dort aufzubauenâ&#x20AC;&#x153;, glaubt Walter Kerer.

Ortskern ohne BevĂślkerung? Ă&#x201E;hnlich verhält es sich in der Zone LĂśwenviertel. FrĂźher wurden die Kinder aus dieser Zone in den Kindergarten nach Neustift geschickt. Zum einen waren in Neustift zu wenige Kinder, und der Vahrner Kindergarten platzte aus allen Nähten, zum anderen war Neustift fĂźr die LĂśwenviertler auch näher. Vahrn hat jedoch nicht bedacht, dass dies längerfristig Auswirkungen haben kĂśnnte. Diese Kinder besuchten nicht nur den Kindergarten in Neustift, sondern auch die Schule und traten den dortigen Vereinen bei. Was damals als gute LĂśsung empfunden wurde, rächt sich nun fĂźr Vahrn: â&#x20AC;&#x17E;Diese Leute fehlen heute in der Kirche und bei den Vereinenâ&#x20AC;&#x153;. Hildegard Gargitter

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In der etwa 2.600 Einwohner zählenden Pfarrei Vahrn werden durchschnittlich zehn Beerdigungen pro Jahr durchgefßhrt. Nur zwei davon sind Feuerbestattungen, meist fßr Verstorbene italienischer Muttersprache. Die deutschsprachige BevÜlkerung fßhlt sich immer noch mehr der Tradition der Erdbestattung verbunden. Während man bei Erdbestattungen in der Pfarrei Vahrn noch zwischen Einzelund Doppelgrab auf unbestimmte Zeit wählen kann, werden anderenorts nur mehr Einzelgräber als Rotationsgräber fßr 15 Jahre zur Verfßgung gestellt. Von der MÜglichkeit, die Urne mit der Asche des Verstorbenen zu Hause aufzubewahren, hat in der Pfarrei Vahrn noch nie-

einer Versammlung eingeladen. Dabei sollte auf die derzeitige Situation hingewiesen, auf die WĂźnsche und Vorstellungen der Betroffenen eingegangen werden. Bei der bescheidenen Besucheranzahl von fĂźnf Personen war die Versammlung jedoch nicht sehr fruchtbringend. Allerdings hatten die Bewohner der Elisabethsiedlung vor der Veranstaltung eine schriftliche Stellungnahme eingebracht, warum der GroĂ&#x;teil von ihnen bei der Pfarrei Brixen bleiben mĂśchte: Die Kinder besuchen Kindergarten und Grundschule in Brixen, und die Familien sind dem entsprechend in das kirchliche und soziale Leben Brixens integriert. Weiters befinden sich die meisten Familiengräber der in der Elisabethsiedlung Ansässigen in Brixen. Mit einer Fragebogenaktion im September soll nun geklärt werden, ob auch der Ignaz-Mader-Weg an die Pfarrei Brixen abgetreten werden soll. â&#x20AC;&#x17E;Eine weitere Verkleinerung der Pfarrei Vahrn wĂźrde sich allerdings negativ auf das Dorf aus-

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Tradition und Tendenz

mand Gebrauch gemacht. Die Tendenz die Verstorbenen in der Totenkapelle aufzubahren, nimmt auch in Vahrn stetig zu. Grund dafßr sind nicht nur kleine Wohnungen der Verwandten, die Aufbahrung eines Toten weckt bei manchen Nachbarn Unbehagen. Nach wie vor ist der Tod fßr viele ein Tabuthema und wird verdrängt.

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gab. In mĂźhevoller Kleinarbeit mussten Adressen zusammengetragen und Verwandte ausfindig gemacht werden. Deshalb wird heute auch keine Vorauszahlung von zehn oder mehr Jahren akzeptiert.

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ticker Eisacktaler Weinkultur kann am Freitag, 28. Juli, ab 19 Uhr in der Brixner Altstadt genossen werden: 17 Produzenten präsentieren ihre Weine, umrahmt von Hansi Baumgartners Käsevariationen, Weinliedern und Melodien des Männerchors Neustift und der Eisacktaler Klarinettenmusig.

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Im Park der Durst Phototechnik AG sind bis zum 1. September Aquarelle von KlausJürgen Wittig zu sehen. Unter dem Titel „KUNST*DRUCK“ ist dies die erste Ausstellung einer hoffentlich langen Reihe im öffentlichen Kunstpark des Unternehmens.

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In den Monaten Juli und August ist das Pharmaziemuseum täglich außer sonntags geöffnet: Montag bis Freitag jeweils von 14 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr.

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Rund 200 Kinder- und Jugendbücher stehen für die Sommerleseaktion der Stadtbibliothek Brixen zur Auswahl bereit. Wer mindestens fünf Bücher liest, erhält im Herbst eine kleine Überraschung.

Konzerte im historischen Ambiente Klassische Musik in stimmungsvoller Atmosphäre – die Veranstaltungsreihe „Musicastello“ hat bereits zahlreiche Liebhaber gefunden. Das Wiener Merlin Ensemble präsentiert am Sonntag, 30. Juli, in Neustift den „Dornbacher Ländler“ von Joseph Lanner, „Ein musikalischer Spaß“ von W. A. Mozart sowie dessen „Divertimento in B-Dur“. In der Hofburg hingegen konzertiert „Juvavum Brass“ (im Bild), die sich mit großer Gewandtheit zwischen Renaissance, Jazz, Klassik und zeitgenössischer Musik bewegen. Am Dienstag, 8. August, heißt es um 21 Uhr „BrassArt goes Mozart“ – und der Name ist zugleich Programm. Karten für beide Konzerte sind im Tourismusverein Brixen erhältlich. db

Dekadenz hält Rückschau 109 Vorstellungen und rund 6.000 Besucher – dies ist in Zahlen gemessen die Bilanz der Tätigkeiten der Brixner Gruppe Dekadenz von September 2005 bis Mai 2006. Auf der Bühne des Anreiterkellers wurde eine bunte Mischung aus Kabarett, Theater und Jazzkonzerten präsentiert, um einem vielfältigen Publikum ein möglichst ansprechendes Programm zu bieten. Neben 57 Gastproduktionen und 12 Konzerten fanden auch 32 Aufführungen der Theater-Eigenproduktionen „Die Räuberinnen“ und „Kunst“ mit einheimischen Schauspielern und ausländischer Regie statt. Die Jugendtheatergruppe widmete sich unter der Leitung von Ingrid Porzner und Monika Costabiei dem Genre Volkstheater und trat mit dem ländlichen Lustspiel „Die drei Eisbären“ vors Publikum. Im vergangenen Halbjahr bot sich die Gruppe Dekadenz weiters als Plattform für Südtiroler Künstler an: Rund elf Südtiroler Theaterund Kabarettproduktionen, Konzerte und Lesungen kamen im Anreiterkeller zur Aufführung. Bei den Gastproduktionen stan-

den bekannte Größen wie Helmuth Schleich, Joesi Prokopetz, Alex Liegl, Michael Altinger, Kay Ray oder Martin Puntigam auf der Bühne. Daneben bot die Gruppe Dekadenz aber auch Neustartern wie Michael Krebs der kürzlich in Deutschland den Förderpreis der Hanns-Seidel-Stiftung er-

halten hatte Raum für sein Programm. Das qualitativ hochwertige Jazzprogramm mit Musikern wie dem Moscow Art Trio, Pietro Bonelli, Pino Fusco oder Bassx3 lockte rund 400 Zuschauer nach Brixen und erfreut sich von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit. db

Hitzig hetziger Fußball Der WM-Rummel ist vorbei die Hitze hat wohl auch mitgespielt.

Litera Elixier

Tifosi küssten die Fahne Beckenbauer die Merkel.

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Foto: Oskar Zingerle

Kulturbeirat bestellt

Kunsttreffs in der Altstadt Gab es in den letzten Monaten keinen festen Platz fĂźr die Bildende Kunst in Brixen, so hat sich nun dieser Mangel an Kunsträumen gleich zweifach verbessert: Mit dem Umzug des BĂźrgerschalters in das neue Gemeindehaus am Maria-Hue­berPlatz wird die Rathausgalerie frei, und ab 15. August finden dort, wie gehabt, in regelmäĂ&#x;igen Abständen Kunstausstellungen statt. Weiters hat dank einer Privatinitiative von Jakob Kompatscher, Inhaber der Gale-

rie Hofburg, die Bildende Kunst einen zusätzlichen Ausstellungsraum im Zentrum von Brixen erhalten: Mitte Juli erĂśffnete er das â&#x20AC;&#x17E;art windowâ&#x20AC;&#x153; in der Bäckergasse und nimmt somit das Risiko des Betreibens einer privaten Kunstgalerie auf sich. Die erste Ausstellung dort ist dem Wahlbrixner Markus Damini gewidmet. Seine â&#x20AC;&#x17E;Pusteblumenâ&#x20AC;&#x153; erzählen uns von der Leichtigkeit der Harmonie, seine Lieblingsfarbe ist Blau in vielen Nuancen, und signiert sind seine Werke mit â&#x20AC;&#x17E;IOâ&#x20AC;&#x153;. cm

Die Gemeinde Brixen hat eine Arbeitsgruppe fßr Kultur eingesetzt, die dem Stadtrat und dem Bßrgermeister beratend und mitgestaltend zur Seite stehen soll. Im März waren die Brixner Vereine im Bereich Kultur aufgefordert, ihre Vorschläge fßr Kandidaten einzureichen. Nun stehen die Mitglieder fest: Hermine Larcher wird den Bereich Bibliothek vertreten, Jasmine Rizzi die Archäologie, Leo Andergassen die Museen, Maria Luise Campei Klapfer die Bildende Kunst, Franz Wunderer das Theater, Mario Castiglioni die Musikveranstalter, Paul Silbernagl und Ilario Sedrani die ChÜre,

Andreas Reifer die Musikkapellen und Hartmut Staffler den Bereich Heimatpflege und Geschichte. Der Kulturbeirat soll bei der Erstellung eines Kulturleitbildes, der Kriterien fßr die Beitragsvergabe sowie bei der Aufteilung der fßr den Bereich Kultur vorgesehenen Finanzmittel die politisch Verantwortlichen beraten und bei den Entscheidungen eine MitsprachemÜglichkeit erhalten. Weiters soll der Kulturbeirat bei der Erstellung des kulturellen Jahresprogrammes und den Kulturinitiativen der Gemeinde Brixen mitwirken und zu einer stärkeren Vernetzung db beitragen.

und verbindet gute Kßche und Ambiente mit Wandervorschlägen sowie Hinweisen auf NaturschÜnheiten und Kulturschätze. Der neu aufgelegte Band ist erweitert und enthält viele neue Adressen. Nicht alle sind jedoch schlichte LandgasthÜfe, es befinden sich auch durchaus ambitionierte Restaurants mit gehobener Kßche darunter. So fragt man sich schon, warum zum Beispiel der Gasthof in Amaten nicht erwähnt wird, wenn der

Saalerwirt dabei ist â&#x20AC;&#x201C; aber so ist das eben mit diesen FĂźhrern, nicht alle LieblingsgasthĂśfe und Geheimtipps finden Platz. Dennoch, es sind mehr als genug, um ein Leben lang in SĂźdtirol Urlaub zu machen! agh

LandgasthĂśfe in SĂźdtirol Zum Genusswandern gehĂśrt in SĂźdtirol ganz wĂśrtlich auch Speis & Trank. Die Dichte der schĂśnen Wanderwege entspricht in SĂźdtirol der Anzahl gemĂźtlicher Einkehrstätten. In der SĂźdtirolreihe des Folio Verlages in Bozen ist Oswald Stimpfls Klassiker â&#x20AC;&#x17E;LandgasthĂśfe in SĂźdtirolâ&#x20AC;&#x153; nun in erweiterter Neuauflage erschienen. Ausgewählte Ausflugsgasthäuser, Buschenschänken und Almwirtschaften beschreibt Stimpfl, Bozner Unter-

nehmer und SĂźdtirolkenner par excellence. Von ihm stammen auch die im gleichen Verlag erschienenen Bände â&#x20AC;&#x17E;SĂźdtirol fĂźr Insiderâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;SĂźdtirol fĂźr Kinderâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;Bozen kompaktâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;Schneeschuhwandern in SĂźdtirolâ&#x20AC;&#x153;, â&#x20AC;&#x17E;Schneeschuhwandern in den Dolomitenâ&#x20AC;&#x153; und â&#x20AC;&#x17E;LandgasthĂśfe im Trentinoâ&#x20AC;&#x153;. Der Autor kennt die bekannten und weniger bekannten Ziele, wo es lokale Spezialitäten gibt, stellt deren Wirte mit besonderen Angeboten vor

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Was das Volk dachte Der Verein „La fabbrica del tempo“ hat eine Reihe von zensurierten Briefen aus der Optionszeit ediert. In dem zweibändigen Buch mit dem Titel „Le lettere aperte“ finden sich auch zahlreiche von Brixnern verfasste Briefe.

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Die Option hat sich längst als ein Kapitel der Südtiroler Geschichte mit langer Halbwertzeit erwiesen. Neuerdings kommt seiner sachlichen Annäherung nicht nur der Umstand zugute, dass die Zeitzeugen langsam aussterben, sondern auch ein ernst zu nehmendes Interesse der italienischsprachigen Südtiroler für dieses Thema. Von der deutschsprachigen Südtiroler Geschichtsschreibung bislang kaum beachtet, sind die von „La fabbrica del tempo“ edierten Abschriften zensurierter Briefe aus dem Staatsarchiv in Rom von besonderer Bedeutung. Als authentische Quellen gewähren sie nicht nur einen unverstellten Blick auf die Erfahrungen und Stimmungen in der Südtiroler Bevölkerung während der leidvollen Jahre der Option, sie geben auch Aufschluss über die Arbeit der faschistischen Zensur.

Handschriftenstudium im Postamt Die faschistische Regierung war brennend daran interessiert zu wissen, wie die Südtiroler Bevölkerung auf das Options­ abkommen mit Hitler reagierte. Die Zensur arbeitete in Südtirol trotz notorischen Personalmangels intensiver als in anderen Regionen. Eine ganze Flut an Postsendungen musste jede Nacht bewältigt werden – der Brief stellte ja damals das einzige Verständigungsmittel über weitere Entfernungen dar. Zusätzlichen Aufwand bedeutete die Übersetzung der deutsch geschriebenen Briefe. Die sprachliche Gestalt der Abschriften verrät, dass dabei keineswegs profes­

Zensierte Briefe aus der Optionszeit dokumentieren das damalige Befinden vieler Südtiroler sionelles Personal am Werk war: Studenten, Lehrer, Pensionisten mit faschistischem Parteibuch, aber unzureichenden Kenntnissen beider Sprachen wurden für diese Arbeit rekrutiert.

1939: Gehen oder bleiben? Im entscheidenden Jahr 1939 geben die aus Brixen geschriebenen Briefe Auskunft über die Schwierigkeiten der Entscheidungsfindung, darüber, wer geht und wer bleibt, wie die „Lösung der Südtirolfrage” und die darauf folgenden Ereignisse bewertet werden. Sie erzählen von Verhaftungen und Verschleppungen, von Diffamierungen, vom schwierigen Zusammenleben mit den Italienern, vom Druck durch die Propaganda und Boykott der Dableiber. Eine der Brixner Briefschreiber, „Margit von Besuder“, erzählt dem Berliner Baron Rudolf von Unterrichter am 18. November von der Rede Mastromatteis anlässlich der Einweihung neuer Gebäude in Brixen, in der er die Bedeutung der Option relativiert. Daraufhin hätten sich alle Ärzte und Kaufleute auf die Auswandererstelle begeben. Nach Ablauf der Frist für die Option werde Mastro­ mattei eine Überraschung erleben, prophezeit von Besuder.

„Erna Winter“ hingegen berichtet am 21. November in einem Brief nach München von der Unmöglichkeit, eine hundertprozentige Italienerin zu werden und von der Angst der Regierung vor einer teuren Massenemigration. Daher lasse sie, die Regierung, alle verhaften, die fürs Auswandern propagieren.

1940-43: Die Ernüchterung „Se tu sapessi quanti militari che abbiamo qui“, schreibt „Elsa“ am 8. Juni 1940 an Mario Simon. Das ganze Land sei voller Munition, Festungen werden gebaut, Brixen eine einzige Baustelle. Süditalienische Arbeiter schreien nachts besoffen durch die Straßen – mit diesen Leuten mache der Duce keine gute Figur, meint die Schreiberin. Drei Jahre später ärgert sich „Elisabetta Pignater“ über die Wehrmachtssoldaten in ihrem Haus, die sich wie die Hausherren aufführen, und resümiert: „Così gli italiani non sono“. Die Optanten ihrerseits müssen erkennen, dass sich die Propaganda als falsch erwiesen hat. Sie schreiben von Beschimpfungen, schlechter Behandlung, von Hunger und Wohnungsnot und sehnen sich nach den „lieti giorni trascorsi nella bella Bres-

sanone“. Wie schlecht es ihr ergangen sei, schreibt eine Maria aus Kufstein an Rosa Gargitter, wünsche sie nicht einmal ihrem größten Feind. Anfang April wurde das Buch in der Cusanus Akademie Brixen dem zahlreich anwesenden Publikum vorgestellt. An die Wand projizierte Bilddokumente und Musik aus den 40-er Jahren ergänzten die szenische Lesung im Hintergrund. Mit dieser jüngsten Publikation beweist das Autorenteam der „Fabbrica del tempo“ aufs Neue ihr Bemühen um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem historischen Erbe aller in Südtirol Lebenden. Albina Kritzinger

info Le lettere aperte 1939–43: l‘Alto Adige delle Opzioni Hg.: La Fabbrica del Tempo/Die Zeitfabrik 2 Bde. Bozen 2006 15 Euro 37


Filme über die Kunst

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In der ersten Augustwoche findet in Brixen die zweite Ausgabe des „Brixen Art Film Festival“ statt.

Filme über Kunstwerke, Ausstellungen und Künstler, über Kunstepochen, Museen und Architektur, zumeist in italienischer Sprache und von italienischen Filmemachern, die Dauer der Filme reicht vom Ultrakurzfilm von fünf Minuten bis hin zur einstündigen Produktion. Mit einem Festival von Dokumentarfilmen über Kunst „haben wir eine Nische belegt“, erklärt Peter Righi, der Präsident des Organisationskomitees.

Helmuth Plankl, Peter Righi und Dario Stablum bei der Vorstellung der heurigen Ausgabe des „Brixen Art Film Festival“

Vielseitiges Programm Die beiden künstlerischen Leiter Alessandra Giuliani und Paolo Spirito bemühten sich, ein möglichst vielseitiges Spektrum an Filmen über den Bildschirm flimmern zu lassen. So wird beispielsweise eine Biografie von Künstlern von Katia Bernardi zu sehen sein, ein Film über Vincent van Gogh von Marc Lobet oder Fabiola Giancottis Studie über Mondrian und dessen abstrakte Malerei. Weiters stehen Rückschauen von Ausstellungen auf dem Programm, eine musikalische Dokumentation über die Mosaike der Piazza Armerina, ein Film über die Kulturgeschichte von Rovereto oder die Porträts der zwei Filmgiganten Federico Fellini und Luchino Visconti. Die meisten Filme werden in zwei Staffeln gezeigt, von denen die erste um

16 Uhr und die zweite um 21 Uhr beginnt.

Wettbewerb Zugleich ist das „Brixen Art Film Festival“ aber auch ein internationaler Wettbewerb, bei dem eine fünfköpfige Jury unter der künstlerischen Leitung von Paolo Spirito und Alessandra Giuliana die eingereichten Filme bewerten wird. Studenten der Universität von Padua (DAMS), die ihre Sommerkurse an der Brixner Dependance belegen, werden ebenso Preise in drei Kategorien vergeben. Den Preis für ihr Lebenswerk erhalten in diesem Jahr Filmemacher Luciano Emmer und Giovanni

Minoli, der Direktor von Rai 3. Von Dienstag bis Donnerstag ist jeweils um 11 Uhr eine Retrospektive der Werke von Luciano Emmer zu sehen. Den Preis „Brixen Art“ für die „Ausstellung des Jahres“ erhalten die „Scuderie del Quirinale“ in Rom für die Ausstellung der Werke von Antonello von Messina, einem sizilianischen Maler aus dem 15. Jahrhundert.

Mehr Besucher erwünscht Bei der ersten Ausgabe des „Brixen Art Film Festival“ konnten nicht gerade Besucherströme willkommen geheißen werden: „Etwa 450 Besucher wurden im vorigen Jahr verzeichnet“, er-

klärt Peter Righi. Dies mag an den spezifischen Thematiken der Dokumentarfilme liegen, die nicht gerade als Kassenschlager konzipiert sind, und daran, dass in Brixen im vorigen Jahr die Erstausgabe des Festivals recht lautlos über die Bühne gegangen beziehungsweise in der Hitze des Sommers mit seinen zahlreichen Freiluftveranstaltungen „verdampft“ ist. Heuer möchte man vermehrt auf das Festival aufmerksam machen – unter anderem wird die Ausstrahlung einiger Filme auf dem Domplatz angedacht, um die Nische auch mit Besuchern zu füllen.

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Unauslöschliche Erfahrungen

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Martin Unterkircher untersuchte die Folter- und Hafterfahrungen der Südtirolaktivisten. Seine Diplomarbeit ist in leicht verkürzter Form nun als Buch erschienen.

Obwohl die Vereinten Nationen (UNO) vor zwei Jahrzehnten anerkannt haben, dass physische wie psychische Verletzungen Verhafteter von Seiten der Staatsgewalt zur Erpressung von Geständnissen oder zur Bestrafung unmenschlich und daher zu verfolgen und bestrafen seien, ist in der jüngsten Vergangenheit deutlich geworden, dass nach wie vor Gefangene im Verborgenen misshandelt werden. Dabei stellt das, was an die Öffentlichkeit sickert, Abu Ghraib, Guantánamo, die Gefangenenflüge der CIA und des Bundesnachrichtendienstes zur Folterung von Verdächtigen im Ausland, die Knebelungen mit Todesfolge von Schubhäftlingen in Österreich, die Abtrennung von Gliedmaßen in vielen arabischen Ländern beispielsweise nur die Spitze des Eisberges dar: Laut Amnesty International wird die Folter gegenwärtig in über 150 Ländern, also in drei Viertel aller Länder der Erde, angewandt. Solche Skandale kratzen zwar am Image insbesondere westlicher Demokratien, die nicht direkt von der Folter Betroffenen verschließen aber die Augen vor dieser Tatsache. Den Angehörigen der Gefolterten fehlen die rechtlichen Mittel und der Mut, diese Art der staatlichen Gewaltausübung zu bekämpfen. Die Folter dient meist nicht nur der Erpressung von Geständnissen, sondern auch der Abschreckung vor Wiederholungstaten und Einschüchterung der Anhänger.

Kaum erforschter Bereich Die Auswirkungen der Folter auf die Psyche des Betroffenen sind bisher kaum, und wenn, dann nur stichprobenartig und daher nicht repräsentativ untersucht worden – an einer Gruppe von Holocaustüberlebenden, an ehemaligen DDR-Gefangenen und politischen Häftlingen in der Türkei. Auf diese Thematik ist auch der in Brixen geborene und nun in Innsbruck lebende

Uni-Absolvent Martin Unterkircher im Laufe der Recherchen für seine Diplomarbeit gestoßen. Er interessierte sich für eine alle seine Studien (Geschichte, Germanistik und Psychologie) verbindende Fragestellung und fand sie in der Südtiroler Zeitgeschichte. Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde die Erfassung der Belastungen, denen die Südtirolaktivisten während und nach der Folter und der Haft ausgesetzt waren, sowie der Methoden, mithilfe derer sie bewältigt wurden. Unterkircher ging es bei seiner Arbeit weniger um die Befragung möglichst vieler Opfer als vielmehr darum, ein detailliertes Bild zu erhalten. Er kontaktierte fünf Zeitzeugen, die sich als Informanten zur Verfügung stellten. Nach welchen Kriterien er sie ausgewählt hat, erwähnt er im Buch jedoch nicht explizit. Er hätte möglicherweise genauso gut 40 andere ehemalige Folteropfer für seine Untersuchung auswählen können. Die Daten sammelte der Autor gemäß der biografischen Methode anhand eines Interviewleitfadens und eines Fragebogens. Gut die Hälfte des Buchs besteht in der Auswertung der Interviews nach Themenbereichen und Teilaspekten.

Ergebnis der Untersuchung Das Erleben einer Folterung und die damit zusammenhän-

gende Reaktion des Betroffenen werden in der Psychologie allgemein als traumatisch bewertet. Vor allem hinsichtlich der Südtirolaktivisten trifft das zu, weil sie sich zwar der möglichen Folgen ihrer Handlungen bewusst waren, aber konkret nicht mit Folter gerechnet hatten. Vier der von Unterkircher Befragten waren in den ersten Tagen nach der Verhaftung einer „cura speciale“ ausgesetzt und litten zum Teil sehr unter dem Gefühl der Machtlosigkeit und des schutzlos ausgeliefert Seins. Einer von ihnen empfand den Wunsch zu sterben. Schwer getroffen waren die inhaftierten Attentäter vom Tod zweier Mitkämpfer an den Folgen der Folter und vom Ausgang des Folterprozesses von Trient. Die Ungewissheit über die Anklage und die Dauer der Haft, die Haftbedingungen, die Sorgen um die Familie und den Betrieb, die soziale Ablehnung eines Teiles der Bevölkerung und der Presse belasteten die Inhaftierten überdies. Sie litten an den körperlichen Verletzungen infolge der Folter oder erkrankten aufgrund der psychischen Belastungen. Eine medizinische Versorgung stand ihnen nicht zur Verfügung.

Bewältigung des Erlittenen Erstaunlich ist das Ergebnis des Fragebogens, das Aufschluss darüber gibt, dass mit Ausnahme eines Informanten die befragten Südtirolaktivisten das Erlebte gut verarbeitet haben und heute, vier Jahrzehnte nach den Folterungen, kein Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung aufweisen. Im Vergleich zu den Ergebnissen ähnlicher Studien stellt Unterkircher fest, dass vor allem die kurze Dauer der Folter, die besseren Haftbedingungen, die große soziale Unterstützung, Alter, Geschlecht und Entwicklungsstand der von ihm untersuchten Gruppe politisch Gefangener ausschlaggebend für die Bewältigung dieses

Martin Unterkircher erfasste und untersuchte die Belastungen, denen die Südtirolaktivisten während der Haft ausgesetzt waren traumatischen Erlebnisses war. Interessanterweise spielte bei den Informanten Unterkirchers der Rachegedanke eine geringe Rolle. Gerade davon aber gibt die US-Regierung vor, sich fürchten zu müssen, wenn es zum Beispiel um die Frage der Auflassung ihres Gefangenenlagers auf Guantánamo geht. Eine unberechtigte Angst? Unberechtigt ist doch vielmehr, dass ein Land Menschen gewaltsam festhält, foltert und tötet, ohne ihnen einen fairen Prozess zuzugestehen. Die wissenschaftliche Arbeit Unterkirchers, die etwas gekürzt in Buchform erschienen ist, mag manchem über seine Gleichgültigkeit gegenüber der aktuellen Entwicklung in der Anwendung der Folter zu denken geben. Albina Kritzinger

info Martin Unterkircher:

„Unauslöschlich ...“ Südtirolaktivisten berichten über ihren Umgang mit Folter- und Hafterfahrungen Studienverlag 2006, 242 S., 29,90 Euro 39


Wundsalz

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Im Buch „UnErhörtes. Visionen des Jungen Südtirol“ wird das zukünftige Südtirol erdacht. Eine variationsreiche Mischung von Gedanken und Szenarien, die reizt.

51 Frauen und Männer zwischen 20 und 43 Jahren machen sich Gedanken über Südtirols Zukunft. Was blüht und was verblüht im Lande? Und welche Blüten sollen zukünftig treiben? Im Buch „UnErhört. Visionen des jungen Südtirol“, herausgegeben von Angelika Burscher und Thomas Kager im Raetia-Verlag, findet sich eine variationsreiche Mischung von erdachten, erwarteten und erträumten Szenarien.

Ernsthafter Wunsch nach Kurswechsel Vielfältig sind die Beiträge, sowohl in der Form wie auch im Inhalt. Fotoarbeiten und Essays, Zeichnungen und Theaterstücke, Kurzgeschichten und Collagen – die einen gingen mit ironischem Augenzwinkern an das Gedankenspiel ran, die anderen bemühten sich um konkrete Lösungsvorschläge. So findet sich darin ein feministisches Forderungs-ABC für ein frauengerechtes Südtirol (Heidi Hintner, Claudia Messner) wie die Fotoarbeit „Oukhet – Sister“ von Brigitte Niedermair, die eine Frau in schwarzem Tschador vor den Drei Zinnen zeigt. Esther Stockners „Maßnahmen für die Zukunft“ versprengen sich in schwarz-weißen konjunktiven Floskeln, die junge Autorin Dea Xhango schließt ihren Text mit „Manche Menschen werden es

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Brigitte Niedermairs Fotoarbeiten „Oukhet-Sister“ zwar versuchen, dennoch wird das Haus eines anderen niemals das eigene ersetzen können, aber wieso soll man sich darin trotz aller Unterschiede nicht wie daheim fühlen? Warum nicht in Südtirol? Warum nicht ich?“ Allen gemeinsam ist der ernsthafte Wunsch nach einem Kurswechsel, nach einer Umsetzung von Dingen, die schon seit Jahrzehnten immer wieder gefordert, aber bis dato nicht realisiert wurden: Mehr Integration, mehr Bürgerbeteiligung, mehr Demokratie, mehr Nachhaltigkeit. Weniger Feindbilder, weniger Schein, weniger Vermarktung, weniger Superlativen.

keln auf der Stubencouch. Sie bröseln und schütten Salz in alte Wunden, reißen jedoch auch neue auf. „Un erhörtes“ ist eine Bestandsaufnahme von Südtiroler Realitäten und deren fantastischen Folgen. Fantastisch im Sinne von fiktiv, nicht von wundervoll. Mal scheinen die Visio­ nen durchaus erreichbar, mal werden sie weiterhin ein unerreichbares, aber möglicherweise leitendes Fernziel sein. Und manchmal hofft man inständig, dass Südtirol nicht weiterhin in die aufgezeigte Richtung steuert.

Fantastische Folgen

Das Beste daran: Die Gedanken verfangen sich nicht in Schuldzuweisungen, Ausweglosigkeit und „Nun macht mal, ich schau zu.“ Meist herrscht in

Unbehagen ist zu spüren, im schönen fetten Südtirol. Die Beiträge sind kein wohliges Rä-

Verharren oder Vision?

den Beiträgen das Wir an Stelle des Ihr vor, sie machen teilweise das zum Programm, was darin gefordert wird: Mut, aktive Teilnahme, Vielfältigkeit, Reduktion, Kreativität bei der Problemlösung, Internationalität. Somit reizen die einzelnen Arbeiten – zum noch mal Lesen, noch mal Anschauen, zur Diskussion, zum Überdenken, zum Bejahen oder Verneinen. „Un erhörtes“ versteht sich laut Klappentext als „Appell, selbst aktiv zu werden und die Zukunft dieses Landes mitzugestalten.“ Bleibt zu hoffen, dass der Aufruf nicht so endet wie in der herrlich pointierten „Anzeige“ von Peter Senoner: „Tausche 6 neuwertige visionäre Zeichnungen gegen Autoabstellplatz in Bozen Mitte. Zuschriften erwünscht unter Chiffre 031072.“ Es folgen zur Ansicht die sechs visionären Zeichnungen. Doris Brunner

info Angelika Burtscher, Thomas Kager (Hrsg):

UnErhört Visionen des jungen Südtirol Edition Raetia, 2006 14,90 Euro


Hommage an Mozart Das Jahr 2006 steht nach wie vor unter dem Zeichen des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart. Zu diesem Anlass lädt die Brixner Initiative „Musik und Kirche“ in den Sommermonaten zu einigen Veranstaltungen ein.

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Die „Neue Hofkapelle München“ gedenkt auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Christoph Hammer sowie der Kammerchor München und die Solisten Andrea Brown (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Tom Allen (Tenor) und Dominik Wörner (Bass) am 25. Juli im Dom des einzigartigen Komponisten. In Zusammenarbeit mit dem ORF Wien Ö1 (CD-Produktion) gelangt sein Offertorium „Misericordias Domini“ KV 222 (1775) zur Aufführung. Die Musiker gehen über die gewohnten Mozart-Gedenkjahr-Konzerte hinaus und interpretieren außerdem Werke von Zeitgenossen Mozarts, die ebenso eine bedeutende Stellung in der klassischen Musik einnahmen. Dazu gehören Michael Haydn (1737-1806) mit dem Offertorium „Oh Jehova“ für Bass solo und Chor, Anton Teyber (1756-1822) mit der „Missa in D“ und Carl Cannabich (1771-1806), dessen „Ouverture in C“ und „Mozart Gedächtnis Feyer“ aufgeführt werden.

Wolfgang Amadé und Leopold in Tirol Am 23. August um 20.30 Uhr wird die Innsbrucker Universitätsdozentin und Musikwissenschaftlerin Hildegard HerrmannSchneider einen Vortrag zum Thema „Mozarts Spuren in Tirol“ in der Hofburg halten. Tirol ist seit Jahrhunderten ein Durchzugs- und Passland. So zogen auch Wolfgang Amadé und Leopold Mozart auf ihren drei Italienreisen zwischen 1769 und 1773 durch Tirol und machten an einigen Orten Halt. hierbei trafen sie mit Repräsentanten

des Adels und der Musikkultur zusammen. Mozart in Tirol – dieses Thema beinhaltet auch im internationalen Kontext Außergewöhnliches und blieb bis heute nahezu unberücksichtigt. Christoph Hammer, Spezialist auf dem Spiel historischer Tasteninstrumente und Träger des bayerischen Kunstförderpreises, spielt dazu die Sonate D-Dur KV 284, zwölf Variationen über die Romanze „Je suis Lindor“ KV 354, die Fantasia d-moll KV 397 und die Sonate B-Dur KV 333 von Mozart. Zu diesem Anlass wird ihm eine Kopie eines Flügels von Anton Walter, der zur Zeit Mozarts wohl berühmteste Klavierbauer Wiens, vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zur Verfügung gestellt. Somit kann Mozart im Originalklang genossen werden.

Eine spezifische Verbindung zum Jahresjubilar Mozart wie zum Aufführungsort Neustift schafft außerdem die Darbietung des Flötenkonzerts von Franz Sebastian Haindl, der damals zu den führenden Tiroler Musikern gehörte, deren persönliche Anwesenheit Wolfgang Amadé und Leopold Mozart bei ihrem Aufenthalt in Innsbruck 1769 schriftlich festhielten. Haindls galantes Flötenkonzert aus den Jahren um 1770 ist singulär im Musikarchiv des Klosters Neustift überliefert: Eine Tirol-Premiere in der Aura des 18. Jahrhunderts. Manuela Kerer

Wolfgang Amadè machte auf seinen Italienreisen auch in Tirol Halt

Restaurant

Tirol-Premiere Nach der „Mozart-Premiere“ in der Hofburg Brixen erklingt der Mozart-Hammerflügel von Anton Walter exklusiv am 24. August um 20.30 Uhr im Augustinisaal Neustift ein weiteres Mal. Unter dem Titel „Mozarts Spuren in Tirol“ Teil II findet ein Konzert des auf historische Instrumente spezialisierten „Quartetto Luigi Tomasini“ mit Linde Brunmayr (Flauto Traverso) und Christoph Hammer (Hammerflügel) statt. Zu Beginn des Programms stehen das Klavierkonzert in D-Dur (KV 107/1) und das Streichquartett in D-Dur (KV 155) des 16jährigen Mozart, die entstanden, nachdem er am 11. und 12. Dezember 1771 musizierend beim Domherrn Graf Ignaz von Spaur in der Brixner Hofburg zu Gast gewesen war und bevor oder nachdem er am 26. Oktober 1772 im königlichen Damenstift zu Hall auf der Orgel brillierte. Einen Höhepunkt bildet das Klavierkonzert in A-Dur (KV 414), komponiert in Wien 1782/83, zum Erwerbungszeitpunkt von Mozarts Wiener Walter-Flügel.

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ticker Für den Bau der neuen Brixner Kletterhalle wurde von der Autonomen Provinz Bozen ein Landesbeitrag von einer Million Euro genehmigt. Entstehen wird der Komplex in der Zone Priel auf einem Teil des derzeitigen Parkplatzes der „Acquarena“.

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Erfolgreiche Masters Acht Schwimmer des SSV Brixen brachten von der Italienmeisterschaft der Masters in Riccione gleich 14 Medaillen mit nach Hause. Beinahe sensationell war der Gewinn der Goldmedaille von Barbara Letrari über 100 Meter Delfin. Ebenso holte sich in derselben Disziplin Fredi Dissertori den Italienmeistertitel. Dieses aus Brixner Sicht ausgezeichnete Gesamtergebnis ist nicht nur den einzelnen Sportlern, sondern auch dem Trainer Paul Dalsass zuzuschreiben, der die Brixner Masters mit Können und Hingabe für diese wichtigen Wettkämpfe vorbereitet hat. to

SV Stegen auf Shoppingtour

Der Brixner Immobilienmakler Friedrich Überbacher hat bei der 20. Maratona dles Dolomites über 55 Kilometer den hervorragenden 9. Platz seiner Kategorie erreicht; im Gesamtklassement der knapp 2.000 Athleten kam er an den 63. Platz.

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Marco Andreatta aus Brixen, der das Amt des Rennsportleiters der italienischen Rodel-Nationalmannschaft innehat und somit „Chef“ des Olympiasiegers Armin Zöggeler ist, hat seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Der SSV Brixen Fußball ist wohl eine der wenigen Mannschaften in der Oberliga, die aus überwiegend Brixnern und somit aus vereinseigenen Spielern besteht. Dies lässt auf eine gute Arbeit im Jugendsektor schließen, zumal der Aufbau der Jugend im Brixner Verein an erster Stelle steht. „Ziel des Vereins ist es immer gewesen, die eigene Jugend stets in das Spielgeschehen der ersten Mannschaft einzubinden“, erklärte der ehemalige Sektionsleiter Paul Seeber. Doch inzwischen haben auch andere Vereine die Ergebnisse der erfolgreichen Jugendarbeit gewittert – allen voran der SV Stegen. Dieser ist in Südtirol bereits bekannt als fleißiger „Einkäufer“ auf dem Spielermarkt.

Mit übermäßig hohen Gagen locken die Vereinsverantwortlichen die Topspieler aus dem ganzen Land nach Stegen. So auch einige Brixner: Die Stammspieler Robert Niederkofler, Matthias Fischnaller (im Bild) und Michael Gasser werden in der nächsten Saison im Stegener Leibchen um den Titel spielen. Auch ein weiterer Brixner Topspieler konnte dem Angebot von Stegen nicht widerstehen: Alex Feltrin wechselte bereits im Vorjahr zum Pusterer Erfolgsverein. Somit spielt der SV Stegen auch in der kommenden Saison unter seinem Dorfnamen, doch kommen nur zwei Spieler aus dem Ort selbst. Ziel des SV Stegen ist es, in der nächsten Saison in die Serie D aufzusteigen. dp

Wiederaufstieg des „3B Dolar“ Vor kurzem sicherte sich die Brixner Basketmannschaft „3B Dolar“ im zweiten Play-Off-Spiel durch einen 75:33-Kantersieg gegen Borgo Valsugana den Meisterschaftssieg der ersten Amateurliga. Dadurch schafften die Brixner den direkten Wiederaufstieg in die regionale Meisterschaft der „Promozione“. Die Freude war nicht nur bei den Spielern groß, sondern auch bei den Trainern Gianni Amante, Maurizio Brocco und Giuseppe Zanoni. Sie hatten das ganze Jahr über für gute Trainingsbedingungen gesorgt und verstanden es, eine erfolgreiche Mischung zwischen den „alten“ Stammspielern Mair, Messner, De Santis, Candia, Bellumori und Omeghi sowie den Nachwuchskräften Mureda, Rainer, Kantioler, Pattis, Amante, Corradini und Sparaco zu schaffen. Der Verein „3B Dolar“, dessen Name übrigens lediglich als Abkürzung für „Bressanone Basket Brixen“ steht, besteht seit 1996. Seit dessen Gründung steht ihm Massimo Lucarelli als Präsident vor. to 43


Brixen im WM-Rausch Während der Fußball-Weltmeisterschaft herrschte auch in Brixen jene ganz besondere Atmosphäre, die wohl nur alle vier Jahre aufkommt. Verkehr lahm gelegt

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Vier Wochen lang war auch in Brixen die Fußballweltmeisterschaft das Gesprächsthema Nummer Eins und zog die ansonsten oft recht ruhige Bischofsstadt in ihren Bann. Beinahe jedes Restaurant und jede Bar hatte für seine Gäste einen Flachbildschirm aufgestellt, mal im Inneren des Lokals, mal im Freien.

Einzigartiges Zusammengehörigkeitsgefühl Während der Spiele war vor den Bildschirmen kaum ein freier Platz zu ergattern. Kopf an Kopf starrte Jung und Alt, Männer und Frauen, auf die Bilder mit dem grünen Rasen, den Fußballelfs und den mehr oder weniger rollenden WM-Ball. Eine einzigartige Stimmung schwang mit: Ob nun Ghana, Brasilien, Deutschland, Italien oder sonst wer spielte – während und nach den Spielen machte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ein Aus-Sich-Rausgehen breit. Egal, für welche Mannschaft man gerade die Daumen hielt, man war ein Fußballfan. Diese Atmosphäre zu erzeugen schafft wohl nur der Fußballsport.

Als am Abend des Schlusstages, dem 9. Juli, sehr zur Freude der vielen einheimischen Tifosi auch noch Italien Fußballweltmeister wurde, ließen viele ihrer Freude freien Lauf. Wie bereits bei den Italien-Spielen zuvor, wurde der Straßenverkehr in einigen Bereichen regelrecht lahm gelegt. Unendliche Hupkonzerte in beinahe allen Haupt- und Nebenstraßen der Stadt, überfüllte Autos und Motorräder, Tifosi in geöffneten Kofferräumen, quietschende Reifen, improvisierte Sprechgesänge, Tricolore-Fahnen und Tifosi in Italia-Leibchen, wohin man auch schaute. Die Straßenverkehrsordnung schien, so wie im übrigen Italien, auch in Brixen plötzlich völlig aufgelöst. Die Ordnungshüter drückten meist beide Augen zu und ließen, sofern die Sicherheit der Feiernden gegeben war, die Masse feiern.

corso“ seine unendlichen Runden durch die Brixner Straßen gedreht hatte, versammelten sich die Tifosi nach Mitternacht am Domplatz und brachten hier bis in die frühen Morgenstunden ihre Freude über den Weltmeistertitel zum Ausdruck. Thomas Oberrauch

Laut, aber friedlich Zentrum der Feiern war die Kreuzung Romstraße/Kleiner Graben. Die Fans verwandelten die Straße regelrecht in ein Tollhaus. Egal, ob deutsch- oder italienischsprachig: Alle feierten gemeinsam den Sieg, auf den man 24 Jahre lang gewartet hatte. Die Feier war laut, aber friedlich. Nachdem der „Auto-

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Fotos: Fabio De Villa

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(Eigen)Tooooooooor! Wie entsteht ein klassisches Eigentor? Indem der Ball unkontrolliert über mehrere Verteidiger springt und plötzlich beim Schwarzen Peter landet, der ihn elegant ins eigene Netz befördert.

Ooops! Uns fehlt noch die Lizenz… Doch dann stolperte man über die eigenen Beine: Es fehlte die Veranstaltungslizenz – ein Papier, mit dem die Gemeinde die Abhaltung einer Veranstaltung genehmigt. Ausgestellt wird sie vom Lizenzamt, dem Stadtrat Peter Brunner vorsteht. Ausgerechnet ihn hatte Amhof erst mit zweitägiger Verspätung am Freitag informiert, als sie bei Bürgermeister Albert Pürgstaller, der um die Unterschrift der Li-

„Alto Adige“ vom geplanten Event Wind bekommen und kündigte in der Samstagausgabe denselben an. Bürgermeister Albert Pürgstaller erkannte bei der morgendlichen Zeitungslektüre sofort die Gefahr der ethnisch gefärbten Polemik, die nach einer pressemäßigen Ankündigung und nachträglichen Absage einer derartigen Veranstaltung drohte. Während der Ball schon in Richtung Tor rollte, versuchte er, das Eigentor mit seinem linken Fuß zu verhindern und die Veranstaltung in letzter Minute doch noch zuzulassen. Gemeinsam mit Brunner versuchte er am Samstag Vormittag Amhof am Handy anzupeilen, was ihm nicht gelang, da sie in Innsbruck an einer Sponsionsfeier teilnahm. Pedron war inzwischen schon nach Berlin abgedüst, wo er sich das Finalspiel gönnte. Die Verantwortlichen der zwei Jugendzentren waren ebenfalls nicht erreichbar. Das Eigentor war nicht mehr zu vermeiden.

Schwarzer Peter Den Schwarzen Peter hatte an den darauf folgenden Tagen nicht nur Brunner, sondern auch der Bürgermeister, dem man die Verantwortung für die verhinderte Übertragung anlastete, weil er am Freitag die Unterschrift auf der Lizenz verweigerte, um sei-

Peter Brunner: „Große Events auf dem Domplatz sollten dem Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt werden“ nen zuständigen Stadtrat nicht zu übergehen. Theoretisch hätte Brunner, der Bürgermeister – oder Vize-Bürgermeister Dario Stablum! – die Lizenz auch am Samstag Vormittag noch unterzeichnen können, aber zu diesem Zeitpunkt wären mit großer Wahrscheinlichkeit alle Beteiligten nicht mehr in der Lage gewesen, die Veranstaltung ordnungsgemäß zu organisieren. Also blieb dem Bürgermeister nur noch übrig, dem Ball zuzuschauen, wie er gemächlich ins eigene Tor rollte. Willy Vontavon

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Im Grunde war es eine gute Idee, die die Stadträte Magdalena Amhof und Gianlorenzo Pedron exakt 100 Stunden vor dem Finalspiel um die Fußballweltmeisterschaft ausgebrütet hatten: Warum sollte es nicht möglich sein, das alles entscheidende Spiel zwischen Italien und Frankreich – und möglicherweise auch jenes um den dritten Platz zwischen Deutschland und Portugal – in Brixens guter Stube, dem Domplatz, auf einer Großleinwand zu zelebrieren? Es war Mittwoch Nachmittag, als Amhof und Pedron die Möglichkeiten und potentiellen Schwierigkeiten zu sondieren begannen. Man holte sich das Einverständnis der Stadtpolizei und der Carabinieri, die an den zwei Abenden sowieso einen Großeinsatz geplant hatten, man kontaktierte die zwei Jugend­ organisationen Centro Giovani und Jukas, die als Organisatoren fungieren sollten, und das Forum Brixen sollte Projektor, Leinwand und Lautsprecher zur Verfügung stellen. Alle Hürden, die den ultimativen und sprachgruppenverbindenden WM-Spaß noch verhindern hätten können, schienen bereits überwunden zu sein.

zenz gebeten wurde, abblitzte. Pürgstaller sagte zu Recht, seine Parteikollegin sollte sich doch bitte an Brunner halten. Dieser aber rannte am Freitag Morgen in Bozen von einer Sitzung in die andere und war nur schwer erreichbar. Als er am späten Vormittag Amhof zurückrief, handelte er zwar wenig impulsiv und flexibel, aber dafür professionell: Er fragte nach schriftlichen Bestätigungen der Polizei, stellte grundsätzlich die Sicherheit der Besucher dieser Veranstaltung in Frage und erinnerte auch daran, dass es bei Tausenden Dom­ platzgästen trotz des vermeintlich heiligen Fußballs auch so profane Dinge wie mobile Klos geben sollte, damit die Wände der Anrainerhäuser in den tiefen Regionen nicht einen gelblichen Schimmer davontragen würden. Und außerdem sollte man auch daran denken, den Kirchenbereich abzugrenzen. Und vielleicht findet ja gleichzeitig eine Messe statt – auch diese Frage sollte man abklären. Schließlich gebe es aber auch Dutzende Gastwirte in Brixen, die dumm aus der Wäsche gucken würden, wenn ihre eigenen Riesenleinwände am Sonntag vereinsamen würden, monierte der Wirtschaftsstadtrat. Grundsätzlich sei es so, sagte Brunner seiner Kollegin, dass solche wichtigen Events im Stadtrat zur Genehmigung vorgelegt werden sollten – im worst case einer Katastrophe hätte der zuständige Politiker zumindest die moralische Entlastung, dass der gesamte Stadtrat die Veranstaltung genehmigt hatte.

Absage mit Grollen Amhof ließ sich erweichen und sagte die Veranstaltung ab – mit einem Grollen, das von Milland bis in die Parteizentrale in der Weißenturmgasse zu hören war. Dummerweise hatte – wahrscheinlich über den Centro Giovani – die Tageszeitung 45


Das Büro wird mobil Mobile Technologien liegen im Trend. Ziel ist es, immer und überall erreichbar zu sein und jederzeit Zugriff auf relevante Informationen zu haben.

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Im Geschäfts- und Arbeitsleben entwickelt sich der Arbeitsplatz immer mehr in Richtung „mobiles Büro“. Tragbare Laptops und Multifunktionsgeräte können sich per Telefon in Netzwerke einwählen. Moderne Handys mit oder ohne Kamera, Datenkarten für Laptops sowie Lösungen für E-Mail-Kommunikation und Outlook-Synchronisation unterwegs erlauben mehr Flexibilität. Voraussetzung für das mobile Büro sind breitbandige mobile Netze auf Basis von GPRS (General Packet Radio Service), UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und W-LAN (Wireless Local Area Network). Tarife für die günstige mobile Sprach- und Datenkommunikation sowie Security-Lösungen für den sicheren Datenaustausch mit dem Firmennetzwerk runden die Leistungen ab.

Kompakte Multifunktionsgeräte Sie drucken, kopieren, scannen und faxen: Kompakte Multifunktionsgeräte leisten mehr und beanspruchen weniger Platz. Zur Reihe der kompakten Multifunktionsgeräte zählt der Canon Pixma MP450, der je nach Bedarf als Tintendrucker, Kopierer oder Scanner fungiert. Möglich ist auch der Fotodirektdruck von PictBridge-kompatiblen Kameras, Camcordern und – via IrDA-Anschluss oder optionalem Bluetooth-Adapter – auch von Fotohandys.

Kabellose Netzwerke In kleineren Umgebungen erfolgt die Kommunikation zwischen PC und anderen Geräten zunehmend über drahtlose Netzwerke wie zum Beispiel über Bluetooth. Bluetooth ist ein In-

dustriestandard für die drahtlose (Funk-)Vernetzung von Geräten über kurze Distanz. Bluetooth bietet eine drahtlose Schnittstelle, über die sowohl mobile Kleingeräte wie Mobiltelefone und PDAs als auch Computer und Peripheriegeräte miteinander kommunizieren können.

Internet-Telefonie: der große Renner Internet-Telefonie, auch „Voice over Internet Protocol“, kurz VoIP genannt, verdankt seine schnelle Verbreitung den flächendeckenden Breitbandzugängen (DSL) und günstigen Flatrates. Längst gibt es auch kostenlose Software für Internet-Telefonie, wie zum Beispiel die kostenlose VoIP-Software „Skype“. Skype macht mittels PC mit Mikrofon und Lautsprecher kostenloses Telefonieren via Internet sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz und zu Mobiltelefonen möglich („SkypeOut“). Der gebührenpflichtige Dienst „SkypeIn“ ermöglicht die Erreichbarkeit aus dem herkömmlichen Telefonnetz. Konferenzschaltungen sind für bis zu fünf Gesprächsteilnehmer möglich. Wer ohne Computer VoIP nutzen will, braucht einen speziellen Adapter oder einen Router, um den digitalen Datenstrom in ein Format umzuwandeln, mit dem das herkömmliche Telefon etwas anfangen kann.

Unentbehrlicher Begleiter Handheld Computers und SmartPhones sind längst zu unentbehrlichen Begleitern geworden. Die handlichen Endgeräte vereinen alle wichtigen Funktionen zur Organisation von Terminen, Kontakten und Aufgaben. Mit wachsender Leistungsfähigkeit nehmen auch die Einsatzmöglichkeiten der Minicomputer zu. Zwar dominiert

bisher nach wie vor der Bereich Messaging (E-Mail, Kontakt- und Adressverwaltung), doch allein die vielen Innovationen im Bereich Hardware wie Datenfunk, schnellere Prozessoren und größere Displays führen zu neuen Nutzungsmöglichkeiten.

Lokale Netzwerke für unterwegs Mobile Arbeitsgruppen gewinnen an Effizienz und Flexibilität beim Zugriff auf Firmennetz oder Internet. Fürs OnlineArbeiten werden neben einem Notebook oder PC lediglich der neue UMTS-Router von Linksys und eine Mobile Connect Card UMTS von Vodafone benötigt. Damit lässt sich innerhalb weniger Minuten und unabhängig von Festnetz und DSL nahezu überall ein temporäres Netzwerk für mehrere Teilnehmer aufbauen. Die Datenverbindung ins Firmennetz oder Internet wird über die Vodafone Mobile Connect-Card UMTS hergestellt, die einfach in den PCMCIA Card-Slot des UMTS-Routers gesteckt wird. Außerhalb der UMTS-BreitbandVersorgungsgebiete schaltet die Datenkarte fürs Notebook automatisch auf UMTS oder GPRS um. Die Installation einer Software ist nicht erforderlich. Bei Trony in der Bahnhofstraße in Brixen findet man auf über 700 Quadratmeter neben Elektronik und Haushaltsgeräten die neuesten Trends für das mobile Büro – von den handlichen Endgeräten bis hin zu kompakten Multifunktionsgeräten, Datenträgern und Zubehör.

Das ideale mobile Gerät für E-Mails, Internet und Zugang zu Firmen-LAN-Ressourcen: Der i-Mate JASJAR mit Tri-Band GSM/GPRS, einem 180° rotierenden Bildschirm, vollem QWERTY Keyboard, eingebautem Bluetooth und WiFi

TV-Handy Samsung P920: Das UMTS-Triband-TV-Handy mit DVB-H (Digital Video Multimedia Broadcasting for Handheld Media)-Empfang und integrierter Kamera

Mit Vodafone Mobile Connect Card UMTS Broadband hat man überall bequemen und sicheren Zugriff auf Firmennetz, Internet, EMails, Daten, Termine und mobile Anwendungen 47


Der Druck als Schlüssel zum Erfolg Eine erfolgreiche Geschäftskommunikation kommt nicht ohne professionellen Druck aus.

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Der Erfolg eines Unternehmens hängt neben der guten Geschäftsidee wesentlich von einem abgestimmten Marketingkonzept ab. Das Marketingkonzept umfasst sämtliche Unternehmenskommunikation, vom Logo über Geschäftsunterlagen bis hin zur Produktpräsentation. Ein Großteil der Unternehmenskommunikation erfolgt über Drucksorten, wie zum

Beispiel Visitenkarten, Briefpapier, Formulare, Mappen, Prospekte. Die Geschäftsunterlagen sind ein wesentliches Aushängeschild eines jeden Unternehmens, deshalb sollte die Realisierung der Drucksorten von Anfang an durch professionelle Partner erfolgen.

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Sicherheitsmängel in Brixner Computernetzen Studenten des ESF-Lehrgangs „Network System Engineer“ haben bei einer Untersuchung in Brixen gravierende Sicherheitsmängel in EDV-Systemen festgestellt.

IT-Experte Martin Wieland

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Die Firma Martin Wieland KG IT-Solutions hat sich auf Computertechnologien und –schulungen spezialisiert und führt unter anderem den ESFLehrgang „Network Systems Engineer“ durch. Zum Thema Sicherheitsmängel in Brixner Computernetzwerken hat sich Martin Wieland zu einem Interview bereit erklärt. Sicherheitsmängel in Brixen – wie kommen Sie zu dieser Feststellung? Martin Wieland: Seit nunmehr drei Jahren führen wir im Auftrag des Europäischen Sozial­ fonds (ESF) und der Südtiroler Landesregierung den EDV-Spezialisierungslehrgang „Network System Engineer“ durch. Der kostenlose Lehrgang gewährt Jugendlichen mit sehr guten PC-Kenntnissen eine Ausbildung auf hohem Niveau unter Berücksichtigung internationaler Standards und der lokalen Bedürfnisse der Netzwerkadministration von Unternehmen. Im Zuge des Moduls „Netzwerkund Windows-Sicherheit“ haben sich die Teilnehmer intensiv mit den Themen WLAN (Wireless Local Area Network) und Verschlüsselungstechnologien (WEP, WAP) sowie Authentifizierung (IEEE 802.1x, RADIUS, Zertifikate, Smartcards) beschäftigt. Dabei wird jedes Jahr eine Exkursion durchgeführt, in deren Verlauf der Gebrauch von Sicherungssystemen in Firmen und privaten Haushalten über-

prüft wird. Heuer führte die Exkursion durch die Brixner Altstadt. Das Ergebnis ist Besorgnis erregend: Von 82 lokalisierten WLAN-Netzen waren 50 Prozent nicht ausreichend gesichert; ein ungesicherter Zugang zum Heim- oder Firmennetzwerk und somit auch zum Internet war ohne Schwierigkeiten möglich. Hier herrscht akuter Handlungsbedarf, denn offensichtlich sind sich die Betroffenen nicht über die Konsequenzen eines offenen WLANS im Klaren. Was sind WLANs? Martin Wieland: WLANs sind Funknetzwerke, bei denen die Geräte ohne Verkabelung über Funkwellen miteinander kommunizieren. Diese WLANs gewinnen immer mehr Anhänger unter den mobilen PCNutzern. Die Technik ist billig, bequem und schnell installiert. Die lästigen Stolperkabel in der Wohnung entfallen, der Laptop kann in der ganzen Wohnung und sogar auf Balkon, Terrasse oder Garten genutzt werden. Der Haken bei der Sache: Ein Funknetzwerk endet nicht bei den eigenen vier Wänden oder an den Grundstücksgrenzen. Je nach Beschaffenheit kann also auch der Bewohner im Stockwerk darüber, der Nachbar von gegenüber oder ein Passant auf der Straße die Funkwellen des WLANs empfangen. Eine besondere Hackertechnik braucht man fürs Schwarzfahren in fremden WLANs nicht. Wenn auf einem Rechner Windows XP und eine entsprechende WLANKarte installiert sind, sucht das Betriebssystem automatisch nach offenen Netzwerken. Mit einem Klick ist man drin. Zu viele Nutzer vernachlässigen die Sicherheit ihres WLANs völlig und vergessen selbst die einfachsten Sicherheitsfunktionen zu aktivieren.“

Welche Folgen können sich daraus für PC-Nutzer ergeben? Martin Wieland: Ein ungeschütztes, offenes WLAN lädt nicht nur zu kostenlosen Internet-Ausflügen unter fremdem Namen, sondern möglicherweise auch zu kriminellen Handlungen ein. Entweder sucht der Angreifer gezielt private Daten und Informationen des PC-Nutzers, oder er will einen direkten Schaden hervorrufen, etwa durch Einspeisung eines Virus oder Trojaners. Die eindeutig kriminell gesonnenen WLANSchnüffler haben bei privaten Netzen vor allem ein Ziel: das Löschen oder Stehlen von Daten, vorrangig von PIN-Nummern, Kreditkarteninformationen und Kontodaten. Auch kann ein Internetzugang für ungesetzliche Zwecke verwendet werden: Verschicken von gesetzeswidrigen Spam-Mails, Einspeisen von verbotenen Inhalten ins Netz oder deren Herunterladen. Stichwort Kinder und PC? Martin Wieland: Der Umgang mit dem PC und die Fähigkeit, sich darüber gezielt Informationen zu besorgen, zählen heute neben Lesen, Rechnen und Schreiben zu den wichtigsten Kulturtechniken. Kinder und Jugendliche werden im Internet unter Umständen mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert – nicht alles ist gut, richtig und wichtig. Die beste Grundlage zum Schutz von Kindern und Jugendlichen ist der bewusste Umgang mit dem Medium Internet, um Medienkompetenz zu erwerben. Welchen Service bietet in diesem Zusammenhang die Firma Wieland IT-Solutions an? Martin Wieland: Zunächst widmen wir uns der Sicherheit: Wir sichern das WLAN-Netz von Firmen und privaten Haushalten und installieren Filtersoftware

zum Schutz vor unerwünschten Webinhalten. Unter unserer Supporthotline 0472 207071 oder 0472 833587 stehen unsere Techniker für alle Fragen gerne zur Verfügung. Wir helfen all jenen beim Einstieg, die die Anschaffung eines drahtlosen Internetzugangs beabsichtigen. Weiters bieten wir zum vierten Mal den ESF-Lehrgang „Network System Engineer“ an, der von Oktober 2006 bis Juli 2007 dauern wird; der Anmeldeschluss ist am 6. Oktober. Der kostenlose modulare Lehrgang umfasst insgesamt 1.140 Stunden, davon 990 Stunden Theorie und 150 Praktikum. Ziel des Projektes ist es, in Südtirol Systemverwalter heranzubilden und zu zertifizieren (MCSE-Zertifikat, Version 2003). Zudem werden auch alternative Betriebssysteme, die sich in Südtirol langsam etablieren, mit entsprechender Stundenanzahl berücksichtigt.

info Mozartallee 7 39042 Brixen Tel. 0472 833587 Fax 0472 208707 info@wielandmartin.it www.martinwieland.it Die Firma Martin Wieland IT-Solutions ist ein Unternehmen mit Fokus auf Computertechnologie. Seit über zehn Jahren ist sie landesweit im IT-Bereich tätig und bietet folgende Leistungen: · Schulung · Consulting · IT-Security · Verkauf von Hard- und Software · Softwareentwicklung · Kompetenztraining · Installation, Konfiguration und Betreuung von Netzwerken 49


Musik Di., 25. Juli Mozart-Gedächtnis-Feier Dom, 20.30 Uhr Do., 27. Juli Jet Symphonic Band Jugendorchester aus Belgien Domplatz, 21 Uhr Fr., 28. Juli Musikkapelle Albeins Dorfplatz Sarns, 21 Uhr Sa., 29. Juli Nice Price Acoustic Band Domplatz, 21 Uhr So., 30. Juli Merlin Ensemble Klassisches Konzert im Rahmen von „Musicastello“ Kloster Neustift, 20.30 Uhr Di., 1. August All´improviso Improvisationskonzert mit Sabine Federspieler und Franz Comploi Johanneskapelle, 20.30 Uhr Do., 3. August In memoriam Lucio Battisti Domplatz, 21 Uhr Sa., 5. August Konzert der Musikkapelle St. Andrä Festplatz St. Andrä, 20.30 Uhr Sa., 5. August Konzert der Musikkapelle Mühlwald Dorfplatz Milland, 20.30 Uhr Sa., 5. August Konzert der Musikkapelle Vahrn Domplatz, 21 Uhr Di., 8. August Juvavum Brass Konzert im Rahmen von „Musicastello“ Innenhof der Hofburg, 21 Uhr Do., 10. Augsut Konzert der Bürgerkapelle Brixen Domplatz, 21 Uhr Fr., 11. August Multiperkussion & Orgel Martin Grubinger & Christina Schmitt Dom, 20.30 Uhr Fr., 11. August Konzert der Musikkapelle Albeins Dorfplatz Albeins, 21 Uhr Do., 17. August Mamas Gun Soul Quartet Domplatz, 21 Uhr

Fr., 11. August Multiperkussion & Orgel Martin Grubinger und Christian Schmitt Dom, 20.30 Uhr

Fr., 11. August Fahrenheit 9/11 Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr

Fr, 28. Juli Treffpunkt Wein Weinverkostung der Eisacktaler Weine Lauben Brixen, 19 bis 24 Uhr

Sa., 12. August Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg Domplatz, 21 Uhr

Fr., 18. August Der Name der Rose Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr

Sa., 6. August 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Spiluck Spilucker Platte

Mi., 16. August European Philharmonic Orchestra Dom, 20.30 Uhr Sa., 19. August Böhmische von Natz und Volkstanzgruppe Brixen Domplatz, 21 Uhr

Sonstiges

Do., 24. August Mozarts Spuren in Tirol Quartetto Luigi Tomasini, Christoph Hammer, Linde Brunmayr Augustini-Saal Neustift, 20.30 Uhr

25. Juli, 1., 8., 22., 29. August Mit dem Nachtwächter unterwegs Abendlicher Rundgang durch die Altstadt Tourismusverein Brixen, 21.30 Uhr

Film & Ausstellung

26. Juli, 2., 9., 16. August Brixens Klosterleben Rundgang, Beginn 10 Uhr (Tourismusverein Brixen)

bis 1. Oktober Unsere Bistumspatrone in Legende, Kult und Kunst Sonderausstellung im Diözesanmuseum Hofburg Di.-So., 10-17 Uhr

20., 27. Juli, 3., 10., 17. August Brixner Sommeremotionen Musik und Kulinarisches in der Altstadt, ab 19 Uhr

5., 12., 19. Juli Sommerabend im Museum Führung durch das Diözesanmuseum und Sonderausstellung Hofburg Brixen, 20.30 Uhr

27. – 30. Juli Zweite Eisacktaler Handwerksausstellung Mittelschule, Klausen

31. Juli bis 5. August Brixen Art Film Festival 2006 Dokumentarfilme zur Kunst Forum Brixen Di., 1. August Pippi Langstrumpf in der Südsee Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr Fr., 4. August Easy Rider Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr Sa., 5. August Kunst unter den Sternen Ausstellung im Freien Mühlbach, 9 bis 22 Uhr Di., 8. August Amy und die Wildgänse Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr

Kein Problem! Die Inhalte des vorliegenden Veranstaltungskalenders sind mit dem entsprechenden Bereich des Brixner Internet-Stadtmagazins brixen.net gekoppelt. Vereine und Veranstalter können nach einer Registrierung kostenfrei Hinweise auf ihre Veranstaltungen in den Be­reichen Theater, Musik und Sport veröffentlichen. Vor Drucklegung des „Brixner“ werden die Inhalte aus brixen.net für die Seite „Tipps & Events“ übernommen. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich beim Projektleiter Oskar Zingerle nähere Informa­ tionen einholen: Telefon 0472 060200, e-mail: oskar.zingerle@brixmedia.it

Sa., 12. August 2. Bauernfeschtl Festplatz St. Andrä, ab 14 Uhr Di., 15. August Mittersommernachtsfest Altstadt, ab 21 Uhr Mi., 23. August Mozarts Spuren in Tirol Vortrag & Musik Hofburg Brixen, 20.30 Uhr 25. bis 27. August Brixner Altstadtfest

26. Juli, 2., 9., 16., 23. August Ein Sommerabend im Museum Führung durch das Diözesanmuseum und die Sonderausstellung Hofburg Brixen, 20.30 Uhr

bis 1. September Kunst*Druck Aquarelle von Klaus-Jürgen Wittig Durst AG, Brixen

Veranstaltungen selbst veröffentlichen?

50

Di., 22. August Momo Sommerkino im juze kass Innenhof Kassianeum, 21 Uhr

weiterbildung Jugendhaus Kassianeum 31. Juli bis 4. August Rätseln des Lebens auf der Spur Philosophie-Werkstatt für 10- und 11Jährige 9. August Radausflug mit Radspielen von 9 bis 12 Jahren 10. und 11. August Nicht mir mir! Training für Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen von 12 bis 14 Jahren 14. bis 18. August Lerncamp für Oberschüler Englisch und Mathematik in Kombination mit Lerntechniken und Freizeitprogramm 18. und 19. August Nicht mir mir! Training für Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Mädchen von 15 bis 19 Jahren 19. August Der kopflose Butz Eine Reise in die Welt der Alpensagen Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren

25. August Märchen-Spiel-Wanderung in Brixen für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Infos: Tel. 0472 279999 E-Mail:bildung@jukas.net

Bildungshaus Kloster Neustift 28. August bis 1. September Pinselklecks & Moor im Ohr Kreativwerkstatt für 10- bis 15-Jährige 12. bis 20. August Gemeinsam Musik (er)leben Musikwoche für Kinder und Jugendliche 28. August bis 1. September Computerwerkstatt, Skaten & BMX für Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren 7. – 11. August Baustelle Zukunft – mitmischen erlaubt! Eine Abenteuerwoche rund um die zukunftsfähige Entwicklung

Infos: Tel. 0472 835588 E-Mail:info@cusanus.it


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Brixner 198 - Juli 2006 by Brixmedia GmbH - Issuu