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Brixner 179 - Dezember 2004

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Jahrgang 15 - Nr. 12 Dezember 2004

www.brixen.net

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Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Brixner Wahrzeichen mit Altersbeschwerden

Der kranke Turm Verkehr

Verkehr

Kultur

» S. 24

» S. 40

» S. 68

Wie die Gemeinde Brixen in den nächsten Monaten drei Kreisverkehre errichten will

Warum niemand sich für die Behebung der Mängel am Busbahnhof zuständig fühlt

Was im soeben erschie­nenen ersten Band des Brixner Stadtbuchs steht


Editorial

Dezember

Thema 4

4 Brixner Wahrzeichen mit Altersbeschwerden: Der kranke Turm

Menschen&Meinungen 11

16 Portrait: Sr. Maria Regina Rainer 18 Umfrage: Weihnachtszeit Spendenzeit?

Brixen&Milland 21

Frohe Weihachten!

24 Verkehr: Alles dreht sich 29 Schulaktion: Haltung fördern, Schmerzen vorbeugen 30 Interview: „Brixen für die Brixner“ 34 Sanitätswesen muss sparen 36 Projekt Citybus: Ein Bus fährt Probe 38 Zum Schutz der Nichtraucher 39 Event: Raiffeisenkasse Eisacktal 40 Die alten Leiden des jungen Busbahnhofs 42 Tourismusabgabe als Lösung 45 Grippe oder Meningitis? 46 Heimat Brixen: „Für eine nachhaltige Zukunft“ 48 Insieme per Bressanone: „Il disagio che non c‘è“

Da soll man die Politik heutzutage noch verstehen! Zuerst solidarisiert sich der „Grüne“ Bürgermeisterkandidat Hans Heiss mit seinem Widersacher von der SVP, Albert Pürgstaller. Dann kommt ein Fax, in dem alle SVP-Ortsgruppen unterstreichen, Pürgstaller bedingungslos zu unterstützen. Daraufhin meldet sich dieser zu Wort und bestätigt, dass er nun doch kandidieren werde. Vorgestern flattert eine Pressemitteilung in die Redaktionen, die unter anderem auch von einigen ehemaligen und jetzigen SVP-Mitgliedern stammt. In der Mitteilung wird die Partei aufgefordert, eine zweite Liste mit Rudi Rienzner als Bürgermeisterkandidat zu akzeptieren. Rienzner und KaufleutePräsident Walter Amort lamentieren, dass Brixen-Stadt im Gemeinderat unterrepräsentiert sei. Ihr Kollege Ingo Fink hat im Interview für diesen „Brixner“ allerdings zugeben müssen, dass er keinerlei Nachteile für die Stadt festgestellt hätte, die aus diesem Ungleichgewicht im Gemeinderat entstanden seien.

Dörfer&Fraktionen 51

54 Vahrn: Als die Brennerautobahn Wirklichkeit wurde

Kunst&Kultur 59

63 Buch: Leben im Krieg 64 Forum Brixen: Kulturelle Höhepunkte 65 Buch: Geschichte wird zum Abenteuer 66 Weihnachtskonzert im Brixner Dom 68 Brixner Stadtbuch: Herbstliche Spätlese

Sport&Co. 71

72 Plose: Sicher unterwegs 74 Handballdamen Brixen: „Statt in die Disco in die Halle“

M@us&Klick 77

Bürgermeister Klaus Seebacher hat sich Zeit seines Amtes immer gegen eine Trennung der SVP in Stadt und Fraktionen ausgesprochen und dafür gekämpft, dass Brixen eben bis Afers und Albeins reicht und nicht nur bis Milland. Er hat sich ebenso dafür eingesetzt, dass jede Fraktion, jeder Stadtteil und jede Sprachgruppe zum Zug kommen und niemand benachteiligt wird. Er hat einen guten Ausgleich gefunden zwischen Wirtschaft und Sozialem. Warum man diese ausgleichende Art nicht auch einem Bürgermeister Pürgstaller zutrauen würde, bleibt mir schleierhaft. Vielleicht wünscht man sie sich gar nicht.

77 Neues aus dem www

Spezial 79

79 Trends & Wirtschaft

Tipps&Events

Impressum

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86 Veranstaltungen und Weiterbildung

Der „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Auflage: 8.800. Preis Abonnement: 1 Euro. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St.   Redaktionsanschrift: „Brixner“, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen Tel. 0472 837537 - Fax 0472 836769 - e-mail brixner@brixmedia.it   Eigentümer: Brixmedia GmbH, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen   Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Willy Vontavon   Redaktionsmitglieder: Willy Vontavon (wv), Doris Brunner (db), Marlene Kranebitter Zingerle (mk), Alex Tauber (at), AnnaMaria Mitterhofer (amm), Thomas Oberrauch (to), Sonja Rienzner (sr), Judith Wieser (jw), Oskar Zingerle (oz), Günther Eheim vulgo Sigmund (GEvS), Elmar Albertini (ea), Barbara Fuchs (bf), Manuela Kerer (mak), Alexandra Laber (al)   Layout & DTP-Satz: VrJni Oberleitner    Titelbild: Oskar Zingerle, Brixmedia

Anzeigenverkauf: Brixmedia GmbH, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen Tel. 0472 837537 - Fax 0472 836769 - e-mail sonja.messner@brixmedia.it Druck/Fertigstellung: AthesiaDruck Brixen Nächster Redaktionsschluß: 12. Jänner 2005 Werbeannahmeschluß: 17. Jänner 2005 Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in den Formatanzeigen, sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Nachdruck sowie Vervielfältigungen jeder Art ausschließlich mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

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Unabhängig davon finde ich es einfach schade, dass man Brixen unbedingt teilen will in Stadt und Land. Die Probleme von Brixen werden vom Elvaser genauso verspürt wie vom Brixner. Sie gehören gemeinsam gelöst. Die heutigen Machtkämpfe verursachen Missgunst, die nachher mit viel Energie wieder repariert werden muss. Ihr Willy Vontavon


Brixner Wahrzeichen mit Altersbeschwerden

Der kranke Turm Foto: Oskar Zingerle

Brixens Wahrzeichen ist dringend sanierungsbedürftig: Jahrzehnte alte „Sünden“ bei Renovierungsarbeiten, Grabungen in unmittelbarer Nähe und ein Erdbeben sind möglicherweise Schuld daran, dass sich der Weiße Turm immer mehr in Richtung Nordosten neigt. Stufe nach der anderen empor schnaufen, klärt uns Wolf auf, dass der imposante Turm schon in der Vergangenheit immer wieder renoviert werden musste. Wahrscheinlich war er aber noch nie in einem so schlechten Zustand wie heute.

Blick in die Geschichte

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Ächzend öffnet sich eine dünne, vom Rost zerfressene Eisentür an der Westseite des behäbigen und gleichzeitig eleganten Weißen Turms, und dahinter winden sich 130 schmale ausgetretene Holzstufen hinauf in das Innere des Wahrzeichens der Stadt Brixen. Einige der knarrenden Stufen sind im Laufe der Jahre durch einfache ungehobelte Bretter ausgetauscht worden, andere haben die Jahrhunderte überdauert und glänzen nunmehr spiegelglatt. Staunend steigen wir gemeinsam mit dem Toblacher Kirchturm-Restaurator Arnold Wolf die Stufen empor. Wir wollen wissen, wie „krank“ der Weiße Turm ist und wie man ihn „heilen“ kann. Während wir eine

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In der Vergangenheit wurde der Weiße Turm schon öfters renoviert, noch nie war er aber in einem so schlechten Zustand wie heute

Auf dem Informationstäfelchen, das an der Außenmauer des Turmes angebracht ist, findet sich die Jahreszahl 1300. Zu dieser Zeit dürfte der Turm auf damals recht sumpfigem Boden zum ersten Mal errichtet worden sein. In der Karwoche des Jahres 1444 fiel das wohl wichtigste Symbol der Stadt Brixen allerdings einem verheerenden Brand zum Opfer. Die Geschichte des Wiederaufbaus ist an der Nordseite der Glockenstube schriftlich verewigt: „Anno Dom. 1459 Jar ist dißer thürn verbracht (vollbracht), hernach alß man zelt 1591 Jar, dißer thürn erpößert (verbessert) war.“ Darunter sind die Namen derjenigen angebracht, die für die Wiedererrichtung des Turmes verantwortlich waren: „Balthas Mössner, Burgermaister; Gregori Fischer, Kirchenpropst; Hanss Kembter, Paumaister; Andrä Schober, Paumaister“.


Mit dem Wiederaufbau wurde der Weiße Turm auch erhöht. Er erhielt zudem eine gotische Glockenstube und den spitzen, achteckigen gotischen Helm, der 1591 in Mauerwerk ausgeführt und weiß gefärbt wurde. Von daher kommt auch der Name „Weißer Turm“; vorher hatte man ihn als „Schwarzen Turm“ bezeichnet. Stilistisch ist der Weiße Turm die markanteste architektonische Erinnerung an die Spätgotik, da er seinen Spitzhelm bewahrt hat. Ein Großteil des kirchlichen und profanen Baubestandes der Stadt war nämlich nach 1600 barockisiert worden oder hatte im 19. Jahrhundert historische Umgestaltungen erfahren. In der Brixner Häusergeschichte von Mader und Sparber wird auf eine gefärbelte Federzeichnung mit Wappen und Sprüchen verwiesen, die im Diözesanmuseum ausgestellt ist und die einige Meilensteine in der Geschichte des Turmes aufzeigt. So steht unter dem österreichischen Wappen mit der Jahreszahl 1459, dass „Niclaus Cusanus fürwahr sah mich vollendet gar“. 1677 heißt es neben dem bischöflichen Wappen „Da Bischof Paulin regiert bin ich wieder renoviert“.

„Eher verliert der Weiße Turm seine Kappe...“ 1677 bekam der Turm vermutlich auch seine charakteristische Kupferhaube. Nach Mader und Sparber war diese Kupferhaube sehr eng mit dem Fühlen der alten Brixner verbunden. So pflegte man zu sagen, dass „eher der Weiße Turm seine Kappen verliert, als dass dies oder das geschieht“. Was man damals nicht für möglich gehalten hätte, passierte im März 1918 wirklich: Der Weiße Turm verlor durch die Kriegsmetallsammlung seine Kupferhaube, die erst 1955 wieder repariert wurde. Größere Verbesserungsarbeiten aus dem Jahre 1822 sind an der Ostseite der Glockenstube festgehalten. Neben Bürgermeister Roman Mayr und Kirchenprobst Johann Alois Zingerle ist Baumeister Johann Paul Peer genannt. „Die Knöpf und Kreuz vergoldet“ hat der Maler Georg Putzer, das Kupferwerk wurde vom Kupferschmied Ignaz Haan

Foto: Oskar Zingerle

Der „Schwarze Turm“

Oberhalb des Glockenstuhls befindet sich die Kammer, in der früher die Nachtwächter gehaust haben

repariert, das Holzwerk vom Zimmermeister Michel Winkler und das Mauerwerk vom Maurermeister Georg Rieder.

Höhe beinahe unwirklich und märchenhaft erscheint. Vom Gewölberaum führt eine Reihe steiler Leitern noch

weiter hinauf in den Turmhelm. Vogelexkremente und eine Unmenge an kleinem Geäst liegen auf den morschen Podesten,

Die Turmwächter Der Weiße Turm verkörpert weit mehr als der Dom den Zusammenhang zwischen geistlicher und weltlicher Stadt. Das angrenzende St.-Michaels-Tor mit dem typischen Polygona­ lerker war bis ins 17. Jahrhundert der wichtigste Stadtzugang an der Verbindung der Brennerstraße und der Pustertaler Straße. Mit seinen fast 71 Metern Höhe war der Weiße Turm lange Zeit auch der Wachtturm der Stadt. Bis 1938 hielten die Turmwächter von dort Ausschau nach Feuer und anderen Gefahren. Auf etwa 40 Metern Höhe, 26 Holzstufen über der Glockenstube, hatten sie in einer Nische des dortigen Gewölberaumes ihre kleine Kammer. Der Blick auf die Stadt und ihre Menschen ist auch heute noch einzigartig. Hoch über den roten und grauen Dächern der Altstadt kann man durch die engmaschig vergitterten Bogenöffnungen der Erker manches Detail des Brixner Alltags entdecken. Ein verlassener orange­ farbener Liegestuhl auf einer improvisierten Dachterrasse und romantische Innenhöfe sind der Gegenpol zum emsigen Treiben im Stadtkern, das aus luftiger 5


Der Weiße Turm und seine Maße Turmgrundriss: 8,10 m x 8,10 m Höhe bis zum Frankengiebel: 38 m Gesamthöhe einschließlich des Kreuzes: 70,73 m Durchmesser des Knopfes (Kugel): 107 cm Angenommene Grundmauern (unterirsisch): Tiefe etwa 5 m Gemessene Mauerstärken: 2,4 m im unteren stabilsten Bereich, 1,40 m in der Glockenstube Gesamtgewicht: 5.900 Tonnen Bodenbelastung: 8 kg/cm2

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und von irgendwoher ist immer wieder der hektische Flügelschlag von Tauben zu hören. Das Geäst wurde im Laufe der Jahrhunderte von den Tauben in den Turm gebracht.

Gefährliche Schwingungen Bereits vor zwei Jahren wurde am Weißen Turm ein Lokalaugenschein vorgenommen, um festzustellen, ob und in welchem Ausmaß Sanierungsarbeiten erforderlich sind. Der Turm ist mit einer Mauerstärke am Boden von 2,40 Metern zwar sehr wuchtig und massiv, weist jedoch im Mauerwerk ausgeprägte Risse auf. Wie „krank“ der Turm wirklich ist, wird in beeindruckender Weise klar, sobald eine der großen Glocken in Schwingung gebracht wird: Lehnt man sich

in etwa 40 Metern Höhe gegen die Außenwand, ist das Schwingen des Turms deutlich spürbar – wie ein gleichmäßig wiederEindringen von Feuchtigkeit bewirkt, dass der Mörtel zwischen den Ziegeln regelrecht zerbröselt

kehrendes Erdbeben. „Der Turm schwingt in Schwungrichtung der Glocken bis zu 5,94 Millimeter“, hat Wolf nachgemessen.

Foto: Oskar Zingerle

info


Dieses Schwingen führt dazu, dass die ohnehin schon instabilen Fundamente unter dem Turm immer lockerer werden, was wiederum das Schwingen des Turms verstärkt. Im Gewölberaum kann man mit freiem Auge feststellen, dass sich die Risse im Mauerwerk im Takt der Glockenschwünge öffnen und wieder schließen. Beeindruckend ist die verschiedene Färbung der Risse: „Die neuen Risse sind weiß, die älteren sind bereits dunkel gefärbt“, erklärt Wolf. In den letzten Jahren sind immer mehr „weiße“ Risse dazu gekommen.

Statische „Sünden“ Wo aber liegen die Gründe für den immer schlechter werdenden Zustand des Weißen Turms? Zum Teil hat man „Sünden“ begangen, die allerdings nicht im religiösen, sondern im statischen Bereich liegen. So hat sich zum Beispiel die Modernisierung des Geläutes laut Wolf negativ auf die Statik ausgewirkt: Früher, da hätten die Ministranten noch mit der Hand geläutet. Das elektrische Geläute, das in den 30er Jahren eingebaut und in den 60er Jahren erneuert worden war, habe aber eine viel heftigere und unmittelbarere Wirkung auf den Glockenstuhl. Die Glocken, die in Nord-SüdRichtung schwingen, gingen in starke Resonanz mit dem Turm, wobei der Glockenstuhl beim Läuten am Turmmauerwerk an mehreren Stellen anstößt. Im Holzglockenstuhl befindet sich ein Geläute von sechs Glocken, die Sterbeglocke inbegriffen, mit einem Gesamtgewicht von immerhin 6,5 Tonnen. Die Glocken sind in drei Gehängegassen und zwei Ebenen aufgehängt. Der Unterstuhl, wo sich übrigens auch die Sirene befindet, die jeden Samstag Mittag ertönt, wurde im 19. Jahrhundert verstärkt und auf das Mauerwerk aufgesetzt. Alle Umbauarbeiten hätten jedoch den dynamischen Ansprüchen, die beim Läuten der Glocken auftreten, nicht standgehalten, erklärt Wolf.

1996, als ein Teil der unterirdischen Grundmauern freigelegt werden musste, haben möglicherweise zu weiteren Schäden geführt. Bei einer Messung im Jahre 1997 war jedenfalls festgestellt worden, dass sich der Turm um 38 Zentimeter nach Nordosten in Richtung Erlerhaus neigt. Im Jänner des heurigen Jahres betrug die Neigung bereits 44,5 Zentimeter. Die Tatsache, dass der Weiße Turm immer mehr zu einem „Schiefen Turm“ wird, heißt allerdings nicht, dass die Brixner auf kurz oder lang einen Einsturz ihres Wahrzeichens befürchten müssen. „Auch wenn man überhaupt nichts unternimmt, bleibt der Turm natürlich noch Jahrhunderte lang stehen“, bestätigt Wolf, „aber eine Sanierung wird immer schwieriger und teurer“. Zudem könne es durch die vermehrte Rissbildung in Zukunft vorkommen, dass kleine Mauerteile zu Boden stürzen.

500.000 Euro Sanierungskosten Etwa ein Jahr würde die Sanierung dauern, meint Arnold Wolf, wobei es in erster Linie darum ginge, die durch das Geläute erzeugten Schwingungen in den Griff zu bekommen. Der Glockenstuhl müsse saniert und der Unterstuhl, soweit dies möglich ist, wieder in den Originalzustand gebracht werden. Manche Umbauarbeit aus vergangener Zeit dürfte nämlich nicht sonderlich gut durchdacht gewesen sein. Nun gelte es eben

Im unteren Glockenstuhl befindet sich die Sirene, die jeden Samstag Mittag ertönt

Neue Risse seien wohl auch auf das Erdbeben im Sommer 2001 zurückzuführen. Die Grabungsarbeiten für den Kanalbau

Foto: Oskar Zingerle

Immer wieder neue Risse

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Foto: Oskar Zingerle

Arnold Wolf: „Auch wenn man nichts unternimmt, bliebe der Weiße Turm noch Jahrhunderte lang stehen.“

Umweltsiegel

helios.bz

Einkaufen mit Köpfchen

Diesen Lebensmittelgeschäften wird für 2005 das Umweltsiegel verliehen: Bezirk Eisacktal: A. Huber Gemischtwaren Kg Vintl/Pfunders, Supermarket Überbacher Lajen, Despar Ploner Lajen, Trenkwalder Josef & Co. OHG Stange/Ratschings, Profanter‘s Backstube Großer Graben Brixen, Despar Jocher St. Andrä, Konsum Ohg Latzfons, Knollenberger KG Sterzing

Autonome Provinz Bozen Landesagentur für Umwelt und Abteilung Handel

Verband für Kaufleute und Dienstleister

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auch, diese „Sünden der Vergangenheit“ auszugleichen. „Vier Glocken wurden vor Jahrzehnten mit Stahljochen versehen, wobei das recht bedeutsame Obergewicht seither fehlt. Dadurch wird das Turmmauerwerk beim Läuten der Glocken noch mehr angeregt“, erklärt Arnold Wolf. Bei allen Glocken müsste zudem ein Gegenpendel eingebaut werden. Außerdem müssten die Elektroleitungen im Glockenstuhl erneuert und eine Flachriemensteuerung für den Glocken- und Pendelantrieb eingebaut werden. Das Turmmauerwerk unterhalb des Glockenstuhles müsste in zwei Ebenen zusammengespannt, die vertikalen Risse müssten genau ausgefüllt werden, damit der Turm wieder zu einem kompakten Baukörper wird. Der technische Bericht von Arnold Wolf umfasst noch eine ganze Reihe weiterer Schäden, die dringend behoben werden müssen. „Die Risse werden im Laufe der Zeit immer größer, und man sieht dem Bauwerk seinen schlechten Zustand mittlerweile wirklich an.“ Die vielen Risse verursachen außerdem ein Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk, und dies führt wiederum dazu, dass der Mörtel zwischen den Ziegeln regelrecht zerbröselt.

Das Bürgerkomitee Vor einigen Wochen wurde nun auf Initiative von Dekan Leo Munter ein Bürgerkomitee gegründet, das die Restaurierung des Turmes vorantreiben wird. Der Sprecher dieses Komitees ist der ehemalige Stadtrat Oswald Bortolotti. Erste Gespräche mit Waltraud Engl vom Denkmalamt seien bereits geführt worden. „Die Kosten für die Sanierung“, so Bortolotti, „werden auf 500.000 Euro geschätzt“. Zunächst gelte es nun, sich um die Finanzierung zu kümmern, wobei als Geldquellen „das Land, die Gemeinde, Stiftungen, Sponsoren und vielleicht auch die Bürger“ in Frage kommen. „Das Wahrzeichen von Brixen muss erhalten bleiben“, bekräftigt der streitbare Komiteevorsitzende, „und es ist nur recht, dass sich Brixner Bürger darum kümmern.“ Marlene Kranebitter, Willy Vontavon


Der Weiße Turm von innen Eine Besichtigung des Weißen Turms beginnt über eine Außentreppe, die an der Westseite bis zu einer Eingangstür mit beschlagenem Eisen führt. Nach einem kurzen Gang beginnt der Anstieg; die erste Treppe innen ist gemauert und führt von der Mitte gegen Norden in den ersten Stock. Hier sieht man die Gegengewichte der alten Uhr, wo man früher die an langen Seilen befestigten Glocken läutete. Ab hier beginnen die Holztreppen. Sie sind durch eine Zwischenetage verbunden, die den Anstieg zur nächsten Treppe ermöglicht. Im dritten Stock finden wir ein Holzgerüst, von dem aus früher Seile und Gegengewichte der Uhr kontrolliert wurden. Im vierten Stock ist die alte mechanische Uhr untergebracht, die durch ein Holzgehäuse geschützt ist. Dieses ist durch eine kurze Treppe von Osten her zugänglich. Den Anstieg bis zu diesem Stock erhellen fünf Schießscharten, die im Osten in einer Achse übereinander liegen. Von hier an führt der Anstieg in den fünften Stock, wo sich Getriebe und Regelwerke für die drei Uhren an der Ost-, West- und Nordseite befinden. An der Südseite hingegen ist auf der Höhe der Uhren ein zweibögiges Fenster zu bewun-

Foto: Oskar Zingerle

info

dern, unter dem eine wunderbare Sonnenuhr angebracht ist. Der Anstieg zum sechsten Stock öffnet sich hin zum Glockenstuhl, der sechs Glocken enthält. Der Raum ist durch Gebälk in drei Sektoren gegliedert: West, Mitte und Ost. Im Zentrum befindet sich die große, St. Michael geweihte Glocke. Der Ostsektor enthält drei Glocken, die wichtigste ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Der Westsektor beherbergt zwei Glocken: Eine von ihnen ist der Muttergottes geweiht, die andere dient als Totenglocke. Der Zeitablauf wird durch „Hämmer“ angezeigt, die zwei verschiedene Glocken anschlagen: Auf der St. Michael geweihten Glocke werden die Stunden geschlagen, auf jener für die Muttergottes ertönen die Viertelstunden. Der siebte Anstieg führt zu den Räumen, wo einst die Turmwächter hausten, die für die Brandwache und das Läuten der größeren Glocken zuständig waren. In diesem Stock ist, von Süden her sichtbar, die Sirene angebracht, deren Heulen den Beginn der Festtagsruhe anzeigt. Vor dem Betreten des siebten Stockes ermöglicht eine kleine Rampe die Kontrolle der Glocken von oben. Von hier aus bewundert man auch die farbigen Fresken, die an den Zeitpunkt des Baus und an spätere Verbesserungen erinnern. Eine kleine Treppe führt in den Stock der Wächter.

Eine Inschrift erinnert an die Renovierung des Jahres 1822

Der Wohnbereich im Weißen Turm besteht aus vier Lokalen: einem Vorraum, von dem aus die drei Erker gegen Osten, Norden und Süden abgehen (in diesem Lokal war auch der Platz für die alte Winde, die das Aufziehen der Glocken besorgte), und drei kleine Räumen. Im mittleren, leicht erhöhten der drei Lokale liegt eine kleine Stube und der Erker der Westseite, dessen Fenster gute Aussicht auf die Stadt bieten. Die vier Erker mit Vordach sind durch Kugeln mit vergoldeten Fahnen geschmückt. Das Dach des Erkers gegen Westen beherbergt die siebte Glocke des Turms. Sie wurde im Brand- oder Alarmfall vom Inneren des Wachlokals aus betätigt. Direkt unter demselben Erker sieht man vom Platz aus die wunderbare

Monduhr, die bis heute funktioniert. Auf der Höhe dieses Stockes verliert der Turm seinen quadratischen Grundriss. An seinen vier Seiten befinden sich vier Spitzwinkelerker, auf denen vier Kugeln mit Kreuzen zu finden sind. Von hier aus setzt der spitz zulaufende Helm des Turmes an, der zur Spitze führt. Die dort befindliche Kugel mit Wetterfahne enthält alte und neue Zeugnisse zum Leben unserer Stadtgemeinschaft. Giorgio Rigon

(Der Text stammt aus den Unterlagen zu einer Fotoausstellung, die der „Centro Turistico Giovanile“ im Jubiläumsjahr 2001 veranstaltet hat)

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Gefragter Archäologe

Marlene Kranebitter marlene.kranebitter@brixen.net Tel. 0472 837537

Der Brixner Archäologe Hansjörg Thaler ist Mitautor einer beachtenswerten wissenschaftlichen Publikation, die kürzlich von der Stiftung Bauhaus Dessau herausgegeben wurde. Im Werk „UmBauhaus“ äußern sich 28 international anerkannte Persönlichkeiten aus Architektur, Marketing, Politik und Industrie-Design über mögliche Alternativen zu einer Rekonstruktion des Direktorenhauses von Walter Gropius in der Meisterhaussiedlung in Dessau. Das im Bauhausstil errichtete Direktorenhaus wurde während des Krieges bis auf das Sockelgeschoss vollständig zerstört; auf dem Fundament wurde 1956 ein unspektakuläres Einfamilienhaus mit Satteldach gebaut, über dessen Zukunft man heute debattiert. Thaler schrieb ein Essay über die verschiedenen Möglichkeiten, das Areal archäologisch in moderner Weise zu erschließen. Er vermutet in der verschütteten Kellerruine „sensationelle wv Funde“ aus der Kriegszeit.

Die Verlosung der „Brixner Weihnachtsüberraschung“ findet am Donnerstag, 30. Dezember, um 17 Uhr am Domplatz statt. Dies teilte Kaufleute-Ortsobmann Hans Astner während der Vorstellung der Aktion mit. Astner bedankte sich bei den Hauptsponsoren BMW Brixina, Milchhof Brixen, Stadtwerke Brixen und Garage Plose.

Foto: Oskar Zingerle

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„Doctor Honoris Causa“

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Johannes Kircher, Timon Thomaser und Victoria „Vicky“ Dejaco haben bei der Wahl zum neuen Jugendrat „Agorá“ am meisten Stimmen bekommen. Von 1.230 wahlberechtigten Jugendlichen haben sich 377 an der Wahl beteiligt.

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Der Brixner Matt Niederwieser und seine Begleiterin Emmy Zingerle haben auf ihren Pferden sämtliche 116 Gemeinden Südtirols besucht und Geld für einen guten Zweck gesammelt. Der Hubschrauber-Rettungsdienst Aiut Alpins Dolomites kann sich nun auf eine Spende in Höhe von 7.700 Euro freuen.

Der in Tschötsch geborene und für lange Zeit als Offizial der Diözese Bozen-Brixen tätige Joseph Prader wurde Mitte November mit dem Titel „Doctor Honoris Causa“ des Orientalischen Kirchenrechts ausgezeichnet. Der Festakt hat am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom stattgefunden. Prader wurde von seinem Nachfolger im diözesanen Eheamt Alois Hillebrand begleitet und hat die Auszeichnung persönlich entgegengenommen. Anwesend war neben zahlreichen Professoren und kirchlichen Würdenträgern auch der Kardinalpräfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen und Groß-Kanzler des Päpstlichen Orientalischen Institutes, Ignace Moussa Daoud. In der Begründung heißt es: „Das ganze Institut erinnert sich mit besonderer Wertschätzung und Anerkennung an die großen Verdienste, die Sie als Professor für das orientalische Kirchenrecht haben. Viele Generationen von Studenten fühlen sich Ihnen verpflichtet.“ Die Ehrung „will nicht nur eine offi­zielle akademische Auszeich-

nung sein, sondern möchte vor allem den Dank ausdrücken für das, was Sie für die orientalische Kanonistik und das Institut geleistet haben“. Joseph Prader, Jahrgang 1915, war bis 1991 Offi­ zial der Diözese Bozen-Brixen sowie Eherichter am kirchlichen Regionalgericht, Konsultor des päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten. Als Mitglied der päpstlichen Kommission war Prader an

der Reform des Gesetzbuches für die Orientalischen Kirchen (1973-1990) beteiligt. oz

Der Spruch vom Much I woaß schun, prum die „Brixner Weihnachtsüberraschung“ so hoaßt. Die Leit werdn überråscht sein, wenn i ålle drei Auto gwinnen wer...

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leserforum „Ei, ei, ei Herr Heiss“ Zum Interview mit Hans heiss im November-„Brixner“

Wir haben uns mit größtem Interesse an die Lektüre des Interviews mit Herrn Heiss gemacht. Seine Aussagen haben uns beeindruckt. Sie sind überaus fortschrittlich, unkonventionell und kreativ. Bis auf eine Stelle... Und die ist uns sprichwörtlich im Halse stecken geblieben. Herr Heiss fragt sich, wie die Kinderbetreuung organisiert werden müsste, um die „Frauen“ zu entlasten. Und die Männer? Wo sind sie geblieben??? Brauchen die überhaupt nicht entlastet werden, weil sie bisher nie belastet wurden? Sind die für ihre Kinder 2004 immer noch nicht vorgesehen? Herr Heiss! Wir bieten ein bisschen Nachhilfe in moderner Familienführung an, und nach erfolgreichem Bestand

einer abschließenden Prüfung wählen wir dich alle zum Bürgermeister von Brixen.

Der Frauen-Fanclub: Annelies Messner, Carolina Fermi, Marta Hochgruber, Elisabeth Flöss, Erika Ploner

„Brum?“ Einem Leser unserer Zeitschrift wird beim Gedanken an die Brixner „Kreiselphilie“ ganz schwindelig.

Brixen fährt im Kreis – besuchen Sie das Verkehrskarussell Brixen! Hier herrscht die unbedingte Kreiselphilie. Im Februar rollen auf Gemeindekommando die Bagger an zum Bau des berüchtigten „ossobucos“. Bei den veranschlagten Kosten ist eine Unterführung inbegriffen. Aber die Gemeinde weiß es besser, und so kommt als Draufgabe in der Kreuzung Dantestraße / Peter-Mayr-Straße auch ein Kreisel hin. Und eine Unterführung (zur Abwechslung) bei der Kreuzung Rosslauf / Peter-Mayr-Straße. Und juhuu, noch ein Kreisel (höchstwahrscheinlich) bei der

Kreuzung Brennerstraße / PeterMayr-Straße, weil dort das neue Parkhaus errichtet wird. Und... mir wird schwindelig. Ja, das ist ja alles schön und gut eingesetztes Brixner und andrer Bürger Geld! Man kann heute nichts Sinnvolleres machen als den Pkw-Verkehr zu beschleunigen! Denn dies zieht den Verkehr an wie der Gestank die Fliegen, wie die „Weiblan“ die „Mandlan“. Ich habe von anderen Methoden gehört, um die Verkehrsproblematik in den Griff zu bekommen, zu lösen gar. Alternativen gibt es. Den Pkw-Verkehr bremsen, öffentliche Verkehrsmittel, das Zufußgehen und das Radfahren fördern. Wenn 100 Autos flüssig eine Straße befahren, so regt dies andere 100 Autofahrer an, diesen Fluss auszunutzen, und siehe da, man steckt nachhaltig im Dreck. Dabei sind Kreisel und „Kreisilan“ an sich nicht zu verteufeln, keineswegs, das Kreisel selbst stinkt auch nicht. Nein. Bei Unterführungen tu ich mich da schon härter. Ich erinnere mich vage an dunkle schäbige Gänge, wo es nach Urin riecht. Ja, da laufe ich über die Straße und mache dabei den halben Weg nicht, und den Autos werde ich wohl noch ausstellen können. Der Verkehr steht ja doch nur. Ein Loch könnten sie ausgraben und dort das Geld für die Unterführung ein- und vergraben. Und aus. Da fahre ich dann lieber mit dem Auto als zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu benutzen. Die Kinder fahre ich in die Stadt. Und dann fahre ich einkaufen, denn die Taschen trage ich gerade noch auf den Parkplatz, dort dann hinein in den Kofferraum. Und am Abend fahre ich zum Training. Und noch auf ein Glas ins Wirtshaus. Und am nächsten Tag bringe ich die Kinder in die Schule und fahre anschließend in entgegen gesetzter Richtung zur Arbeit. Und zu Mittag hole ich die Kinder und gehe essen, und dann fahre ich wieder zur Arbeit. Es ist tragisch. Heutzutage. Ich bin ein stolzer Brixner, und die Gemeindepolitiker

könnte ich knuddeln, ans Herz drücken für ihre Weitsicht, ihre Bürgernähe und ihre Sorge um uns Automobilisten. Es lebe Brixen. brumbrummbrumm bruuuuuumbrummmm. Brum? Alexander Thöni, Brixen

Große Verwunderung Eine Reaktion zum Leserbrief von Hans Schölzhorn in der OktoberAusgabe des „Brixner“

Sehr geehrter Herr Schölzhorn, in meiner Funktion als Präsidentin des Bezirkes Eisacktal der Südtiroler Krebshilfe habe ich mit großem Interesse Ihren Leserbrief „Warum verstecken sich die (kranken) Männer?“ gelesen. Während der Lektüre desselben machte sich aber auch große Verwunderung sowie Ärger in mir breit. Woher nehmen Sie das Recht zu Ihrer Aussage „Kürzlich starben bekannte Südtiroler Persönlichkeiten (ein Industrieller, ein Gemeindearzt und ein Gewerkschafter) an Prostatakrebs“, wo Sie doch ein paar Zeilen weiter schreiben, dass Sie die Geschichte der Betroffenen nicht kennen? Hat ein Mann, der im Alter zwischen 67 und 70 Jahren stirbt und auf dessen Todesanzeige steht „...nach längerem Leiden“, für Sie automatisch schon Prostatakrebs? Glauben Sie nicht, dass es das Recht eines jeden einzelnen Menschen ist, mit seiner Krankheit – welche immer das auch sein mag – so umzugehen wie er es für richtig hält? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Emotionen Sie mit Ihrem Leserbrief bei den Angehörigen dieser von Ihnen genannten Südtiroler Persönlichkeiten ausgelöst haben? Mein ständiger Umgang mit Krebspatienten hat mich eines gelehrt: Jeder einzelne Patient muss als eigenständiges Individuum gesehen werden, und seine Art und Weise, mit der Krankheit umzugehen, muss akzeptiert und respektiert werden. In diesem Zusammenhang möchte ich auch sehr deutlich betonen, dass die Vereinigung

Der „Brixner“, O.-v.-Guggenberg-Str. 34, 39042 Brixen fax 0472 836769 - e-mail brixner@brixmedia.it 12


mmh!

20 Jahre Mahlzeit im Kolpinghaus

Renate Daporta Jöchler, Südtiroler Krebshilfe

Bürgermeister von Wirtschafts Gnaden? Ein Leserbrief zum (inzwischen geschlichteten) Disput zwischen Albert Pürgstaller und Wirtschaftsvertretern in SVP-Parteileitung

Kann es sein, dass wieder Wahlkampf herrscht, der normale Bürger aber noch immer gesättigt von der protzigen Wahlschlacht des letzten Jahres ist und nichts davon wissen will? Hat die Partei noch immer nicht begriffen, dass der Wähler selbst zu entscheiden vermag, sich seine Zukunft zu gestalten? Eigentlich sollten gerade die Verlierer der letzten Landtagswahlen aus ihrer Misere gelernt haben. Dennoch wird in den eigenen Reihen der Sammelpartei versucht, einen vom Wahlvolk allgemein akzeptierten und gewünschten Bürgermeisterkandidaten den Interessen der Lobby unterzuordnen. Warum der enorme Druck auf Albert Pürgstaller? Ist er zu aufmüpfig, zu ausgeglichen, zu sozial, vielleicht sogar zuviel dem Wähler, der Wählerin verpflichtet, oder einfach nur zuviel Arbeitnehmer? Gerade diese Eigenschaften sind die Stärke eines wahren Volksvertreters. Nicht die Lobbys, nicht die Verbände, auch keine Organisation wird den Bürgermeister von Brixen aus ihren Reihen küren. Es wird der gemeine, nichts verstehende, unfähige, die Zeichen der Zukunft nicht verstehende, so manche Protzbauten verachtende Wähler sein, dessen Stimme schlussendlich diese Fragen beantworten und die Weichen der Zukunft stellen wird.

Hubert Rungger, Vorsitzender der SVP-Arbeitnehmer Gemeinde Klausen

Die 20-jährige Geschichte der Kolpingmensa unter der Führung von Hans Holzer wird mit den derzeitigen Umbauarbeiten am Gebäude vorerst ein Ende nehmen. Am 1. Mai 1984 nahm Holzer gemeinsam mit seiner Frau Annemarie die Räumlichkeiten der Pfarrei St. Michael in Pacht. Damals verköstigten sie mittags noch 50 Leute, „heute sind es etwa 300 Leute pro Tag“, zeigt sich Hans Holzer sichtlich stolz. Seit 1995 arbeiten seine zwei Söhne Günther und Armin kräftig mit, „sonst wäre die Masse wohl nicht mehr zu bewältigen gewesen.“ Von Arbeitern, Schülern bis hin zu Büro- und Bankangestellten oder Lehrern – alle schätzten die

bodenständige Kost in der Kolpingmensa. „Besonders wenn es Knödel gibt, sind die Töpfe schnell leer“, weiß Günther Holzer zu erzählen. Aber auf dem Speiseplan stand ab und zu schon auch mal ein Wildgericht. Schon nach einer 18-monatigen Durststrecke, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, gibt es für die Liebhaber der Kolpingmensa-Kost voraussichtlich ein Wiedersehen. „Wenn es uns gelingen wird, nehmen wir die Mensa selbstverständlich wieder in Pacht“, so Hans Holzer. Nach dem Umbau sollen die Räumlichkeiten ebenerdig untergebracht sein, die bewährte Hausmannskost wird zur Freude aller die gleiche bleiben. oz

Passend zur vorweihnachtlichen Zeit verrät uns Klemens Tscholl ein Lebkuchenrezept, bei dem er ganz nach seinen Konditorei-Grundsätzen Wert auf die Verwendung von wenig Butter und natürlichem Zuckerersatz legt.

Honiglebkuchen Zutaten: Honigteig: 1750g Honig, 200g Wasser 12g Salz, 1500g Mehl 200g Roggenmehl

Foto: Oskar Zingerle

Südtiroler Krebshilfe bemüht ist, die unterschiedlichsten Therapieformen, zu denen unter anderem auch Selbsthilfegruppen gehören, anzubieten, aber wir die Entscheidung jedem Einzelnen selbst überlassen.

Eierteig: 4 Eier 300g Staubzucker 50g Lebkuchengewürzmischung (z.B. Zimt, Nelkenpulver) 30g Vanillezucker 1 abgeriebene, unbehandelte Zitrone 300g Mehl 45g Natron 40g Wasser 200g weiche Butter

Zubereitung Fadenzuckerglasur: Zucker mit Wasser im Verhältnis 3:1 bis 110°C kochen. Mit dem Kochlöffel an der Gefäßwand tablieren, bis die Flüssigkeit leicht milchig wird. Honigteig: Honig, Wasser und Salz auf 110 Grad C° kochen. Beide Mehlsorten sofort zugeben und glatt arbeiten. Abdecken und 24 Stunden ruhen lassen. Eierteig: Eier, Staubzucker, Vanillezucker, geriebene Zitrone und Gewürzmischung schaumig rühren. Mehl einrühren, mit Dehnfolie abdecken und 24 Stunden kühl stellen. Lebkuchenteig: Natron mit bei­den Teigen vermischen, Butter zugeben und fertig mischen. Flach formen, abdecken und 24 Stunden kühl stellen. (Tipp: Backprobe machen!) Teig auf Rollstärke 5 ausrollen, mit Keksformen ausstechen und auf mit Backtrennpapier belegte Bleche geben. Mit Ei bestreichen. Backen und kurz auskühlen lassen. Backtemperatur: 150 Grad C. Backzeit: 25 Minuten 13


LAMMento

Dann bist du ein Star! „Schade, ich wollte eigentlich auf der neuen Liste kandidieren“, schluchzt der Franz, während er bedächtig seinen Macchiato schlürft. Du und Politik? spotte ich in meine Tasse, du hattest doch bisher nichts damit am Hut! „Jetzt würde es mich halt doch reizen. Eine ganze Liste, die nur aus Brixnern besteht. Aus echten Brixnern, verstehst du? Nicht etwa aus St. Anderern oder Tschötschern, sondern eben aus Brixnern!“ Und warum kandidierst du dann nicht auf dieser Liste? „Das geht leider nicht. Ich bin doch Arbeitnehmer“, sagt der Franz und macht dabei ein Gesicht wie Pürgstaller nach einem Gespräch mit dem Kaufleute-Präsidenten. Du bist überhaupt nicht informiert, wende ich ein, denn die wollen keine Wirtschafts-Liste sein, sondern eine Liste mit breitem Spektrum, was immer dies auch heißen mag. „Es geht aber doch nicht“, sagt der Franz traurig, „ich wohne genau an der Grenze zwischen Stadt und Fraktion, also bin ich schon kein echter Brixner mehr.“ Da werden sie schon nicht so penibel sein, versuche ich den Franz wieder etwas aufzuheitern. „Na ja“, sagt der Franz, und auf seinen Lippen formt sich ein verdächtiges Grinsen, „vielleicht nehmen mich die Fantastischen Vier ja doch noch in ihrer Gruppe auf, wenn ich mich ihnen fahrgestellmäßig anpasse.“ Genau, sage ich. Ein Benz muss her. Dann bist du ein Star.

Bestellschein ❐ ❐

Ich habe die Zeitschrift „Brixner“ bis jetzt nicht erhalten. Senden Sie mit bitte monatlich ein Exemplar zu. Meine Adresse hat sich geändert. Bitte senden Sie den „Brixner“ ab sofort auf meine neue Adresse.

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Vorname & Name Straße & Nr. PLZ & Ort … Der „Brixner“ wird in den Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz Schabs, Lüsen und Mühlbach im Abonnement zum Preis von 1 Euro versandt. Abonnements für das restliche Staatsgebiet kosten 18 Euro, für das Ausland 50 Euro. Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen. 14

Steuererleichterungen für Methanfahrer Drei Fragen an Energielandesrat Michl Laimer

Landesrat Michl Laimer: „Die Vorteile eines methanbetriebenen Autos überwiegen die Nachteile.“ Herr Landesrat, die Südtiroler Landesregierung propagiert den Wechsel auf methanbetriebene Autos. Doch wo kann sich der Bürger umfassend über Steuererleichterungen und Tankmöglichkeiten informieren? Die Informationen zu den Steuererleichterungen, die Fahrer von methanbetriebenen Autos genießen können, findet man auf den Internetseiten des Südtiroler Bürgernetzes. Auch die Gesuchsformulare für diese Steuererleichterungen kann man sich dort herunterladen. Wer auf ein methanbetriebenes oder mit Flüssiggas betriebenes Autos umsteigen will, möchte auch wissen, wo er Methangas oder Flüssiggas tanken und in welchen Werkstätten er sein Auto umrüsten kann. Wo gibt es diese Informationen? Tatsächlich gibt es zurzeit nur eine Methangastankstelle in ganz Südtirol. Noch in diesem Jahr soll eine in Algund eröffnet werden, und jene von Sinich ist ebenfalls so gut wie fertig. Im Bau ist im Moment auch eine Tankstelle bei St. Lorenzen, und jene von Brixen befindet sich

in der Planungsphase; sie soll im Frühjahr des nächsten Jahres fertig gestellt sein. Das Finden von geeigneten Tankstellen ist leider aufwändig. Zum einen gilt es, eine Reihe von strengen Auflagen zu erfüllen, zum anderen fürchten die Betreiber einen geringen Umsatz, weil zurzeit nur wenige Autos mit Methangas betrieben werden. Andererseits sind die wenigen Tankstellen wohl noch ein gewichtiger Grund, warum viele den Umstieg auf solche umweltfreundlichere Autos nicht in Betracht ziehen. Wäre es nicht wichtig, die Bürger über alle Themen rund um die methanbetriebenen Autos umfassend zu informieren? Tatsächlich gibt es noch keine Internetseite und auch kein anderes Kommunikationsmittel, in dem die Landesverwaltung die Bürger umfassend über dieses Thema informiert. Wir werden überlegen, wie wir dieses Problem lösen können, denn schließlich wollen wir den Bürgern zeigen, dass die Vorteile eines methanbetriebenen Autos die Nachteile überwiegen. Annamaria Mitterhofer


foto: photocase

Die Handwerker und Kaufleute der Handwerkerzone Köstlan

wünschen frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr.

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Portrait

Die schöne Aufgabe, junge Menschen zu begleiten Seit 35 Jahren ist Sr. Maria Regina Rainer im Herz-Jesu-Institut in Mühlbach tätig. Seit zwei Jahren ist sie Direktorin der dortigen Mittelschule. Das Wohl „ihrer“ Mädchen und Buben liegt der feinfühligen Ordensfrau sehr am Herzen.

E

Es ist der erste Adventsonntag am späten Nachmittag. Draußen bricht leise die Abenddämmerung herein. Noch ist es still in den Gängen der Mittelschule des Herz-Jesu-Institutes in Mühlbach. Kein fröhliches Geplapper, keine trippelnden Schritte auf dem blank gewienerten Boden. Und trotzdem ist intensives Le-

ben zu spüren zwischen all den bunten Zeichnungen und Fotografien aus dem Schulalltag von 131 Mädchen und vier Buben. Die ersten von ihnen werden noch am Abend eintrudeln.

Mit tiefer Begeisterung 53 Schülerinnen sind im Heim untergebracht. Sie füllen die Räume des Klosters die Woche über mit unbeschwertem Lachen. Im kleinen gemütlichen Lehrerzimmer sitze ich Sr. Maria

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

Dr. Alexander Tauber

gibt die Eröffnung seiner Kanzlei in Brixen, Brunogasse Nr. 3, bekannt. Tel. 0472 970550 Fax 0472 970555 Email: info@tauber.bz

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Regina, der Direktorin des HerzJesu-Institutes, gegenüber. Seit 2002 hat sie mit tiefer Begeisterung die Leitung der privaten Mittelschule inne. Herausforderungen gebe es genug, meint sie mit einem herzlich verschmitzten Lachen. Seit 2003 sei die Schule den staatlichen Mittelschulen gleichgestellt, seit dem heurigen Schuljahr gingen zum ersten Mal auch Buben im Herz-JesuInstitut zur Schule, und die lang angekündigte Schulreform stehe auch vor der Tür. So könne sie sich keineswegs auf Lorbeeren ausruhen und sei ständig in Bewegung.

Sr. Maria Regina Rainer im zarten Alter von drei Jahren

Sanft und manchmal aber recht energisch

„Gebetsnetz“ zwischen den Schwestern

Das Wohl „ihrer“ Mädchen und Buben liegt der feinfühligen, sanften Ordensfrau, die auch recht energisch werden kann, sehr am Herzen. Sie ist glücklich über „die schöne Aufgabe, junge Menschen zu begleiten und einfach für sie da zu sein.“ Und sie ist froh, Schwester zu sein und sich ganz dieser wunderbaren Aufgabe widmen zu können. „Ich denke oft darüber nach, wie ich wohl fühlen und handeln würde, wenn eines der Mädchen und Buben mein Kind wäre.“ Sr. Maria Regina, die auf den Namen Mathilde getauft wurde, „aber eigentlich immer die Hilda war“, wuchs in einer großen Familie auf, „und vielleicht habe ich deshalb Kinder einfach gern“. Sie möchte ihren Schülern „etwas fürs Leben“ mitgeben. „Vielleicht habe ich manchmal auch zu hohe Erwartungen“, bekennt sie, „aber ich lebe und fühle einfach mit den jungen Menschen, und ich sorge mich um ihre Zukunft“.

Viel Kraft für ihre Arbeit holt sie sich im Gebet. „Ich bete oft vor dem großen Herz-Jesu-Bild. Außerdem haben wir Schwestern ein Gebetsnetz. Jede Schwester betet für bestimmte Schüler, und so wächst unsere Gemeinschaft noch mehr zusammen.“ Energie für ihre Arbeit findet sie aber auch in ihrer Familie. „Wir waren bei uns daheim immer füreinander da, und wir sind es immer noch“, erzählt sie. „An die 50 Großnichten und Großneffen“ hat Sr. Maria Regina mittlerweile, und sie ist auf jedes einzelne Kind stolz. „Das eine oder andere im Umgang mit jungen Leuten schaue ich mir da auch ab“, gibt sie lächelnd zu. An ihre Kindheit hat sie „fast nur schöne Erinnerungen“. Die Eltern waren „feine Leute“ und die Geschwister „haben immer fest zusammengehalten“. Es habe schon auch schwierige Zeiten gegeben, und sie habe viel arbeiten müssen, aber das sei damals halt selbstverständlich gewesen.


Foto: Oskar Zingerle

Neben ihrer Tätigkeit als Leiterin des Herz-JesuInstituts unterrichtet Schwester Maria Regina Rainer Deutsch, Geschichte und Erdkunde

„Hoaßt mo in letzn Fuchs aua“ Eine ihrer Schwestern starb mit zwölf Jahren an einer schweren Gelenksentzündung. Sr. Maria Regina war damals drei Jahre alt und hing sehr „an der Cilli“. Umgekehrt war das wohl auch so, denn als das Mädchen schon bettlägerig war, bat sie oft darum, dass Hilda zu ihr kommen möge. „Hoaßt mo in letzn Fuchs aua“, hat es da geheißen. Drei der Geschwister von Sr. Maria Regina wählten einen geistlichen Beruf. Alois Rainer, der älteste Bruder, ist Pfarrer von Tscherms und mittlerweile im Ruhestand, Paul Rainer wirkt im Vinzentinum, und die jüngere Schwester Agatha ist bei den Salvatorianerinnen in Meran und unterrichtet dort Englisch. Sie selber habe „immer schon gespürt, ins Kloster gehen zu wollen.“ Da gab es kein besonderes Vorbild oder jemanden, der sie gedrängt hätte. Der Wunsch, die Berufung sei einfach in ihr gewesen. Den Namen Maria Regina hat ihre älteste Schwester Marianne ausgesucht, die mittlerweile verstorben ist. Zu Hause, da sei sie aber immer die Hilda geblieben. Damit Sr. Maria Regina ihre 18 Lehrpersonen wirklich versteht „und den Faden nicht verliert“, gibt sie selbst noch Unterricht. Zehn Stunden Deutsch, Geschichte und Erdkunde in den dritten Klassen gehören ebenso zu ihrer Arbeit wie das Dasein für einzelne Schülerinnen am Nachmittag, das Zuhören und das Eingehen auf alle großen und kleinen Probleme ihre Schützlinge.

steckbrief Mathilde Rainer wurde am 24. Oktober 1942 am Rauthof in Innerpflersch als neuntes von elf Kindern geboren. Die Volksschule besuchte sie in Pflersch, die Mittelschule in Brixen. Während der Mittelschulzeit wohnte Mathilde Rainer bei den Tertiarschwestern. Bereits damals war sie Aspirantin. 1964 wurde sie eingekleidet, und nach zweijährigem Noviziat legte sie 1966 die „Erste Profess“ ab. 1971 folgte dann die „Ewige Profess“. Nach der Mittelschulprüfung besuchte Mathilde Rainer die Lehrerbildungsanstalt, konnte aber die Matura nicht ablegen, da sie in der vierten Klasse erkrankte. Das letzte Schuljahr holte sie dann als Ordensschwester in Meran nach. 1968 legte sie schließlich die Maturaprüfung ab. Bald danach kam sie ins Herz-Jesu-Institut nach Mühlbach und war dort für die Betreuung der Heimschülerinnen zuständig. Von 1970 bis 1975 besuchte sie die Brixner Supplentenkurse. 1976 promovierte sie in Padua im Fach Literaturwissenschaften. In ihrer Abschlussarbeit beschäftigte sie sich mit der Geschichte des Klosters und des Ansitzes Freyenthurn. Seit 2002 ist sie die Direktorin der Mittelschule im Mühlbacher Herz-Jesu-Institut. mk

Marlene Kranebitter

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Umfrage

Weihnachtszeit Spendenzeit? Wenn es draußen kalt wird und Weihnachten naht, steigt die Spenderlaune der meisten Menschen. Man möchte denen helfen, die frieren, krank sind oder denen es gerade jetzt nicht so gut geht. Wir haben uns umgehört, ob auch die Brixner zu Weihnachten spenden...

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„Wenn schon spenden, dann auch unter dem Jahr“, ist Elmar Mangger der Meinung. „Wenn die Leute arm sind, dann sind sie es nicht nur zu Weihnachten. Ich spende ab und zu in die Länder der Dritten Welt oder in Katastrophengebiete. Dabei verlasse ich mich eigentlich immer, dass das Geld auch ankommt.“

„Ich spende alle Jahre zu Weihnachten“, sagt Maria Grünfelder. „Auch unter dem Jahr mache ich gerne die eine oder andere Spende, und zwar an Organisationen im Inland wie zum Beispiel das Südtiroler Kinderdorf und auch im Ausland wie zum Beispiel ‚Ärzte ohne Grenzen’. Man darf nie vergessen, dass es Leute gibt, denen es viel schlechter geht als uns, auch wenn sich viele ständig beklagen, kein Geld zu haben.“

„Quando ci sono questi mercatini per l’aiuto contro varie cose io dò spesso qualcosa in beneficenza”, verrät uns Nadia Vivaldo. “Preferibilmente dono per istituzioni o organizzazioni qui a Bressanone come per esempio al Comitato Pro Lebbrosi. Comunque non lo faccio solo perché è natale, dono anche in altre occasioni.”

Für Arno Dejaco ist „Weihnachten zwar die typische Spendenzeit, aber es sollte eigentlich nicht so sein. Viele spenden nur, um ihr Gewissen zu beruhigen. Eine gute Spende kann dauernd gemacht werden, indem man dort spendet, wo man weiß, was mit dem Geld passiert. Das Spenden sollte aber grundsätzlich weihnachtsunabhängig sein.“

„Ich glaube, dass man zu Weihnachten eher bereit ist zu spenden, weil man darüber nachdenkt, dass es vielen Leuten schlecht geht.“ Milenka Zippl spendet „zu Weihnachten eher nicht. Ich spende, wenn irgend ein Unglück passiert, oder für Krebskranke zum Beispiel.“

Maria Lusser hat „nie darüber nachgedacht, zu Weihnachten zu spenden. Das wäre eine gute Idee. Ich spende manchmal unter dem Jahr, aber Weihnachten wäre sicher ein guter Anlass, noch großzügiger zu sein. Wenn ich spende, schaue ich, dass sie eher im Land bleibt, wie zum Beispiel im Fall des Blindenverbands oder der Krebshilfe.“

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Fotos: Oskar Zingerle

Bei Johann Kritzinger hängt es davon ab, „wo die Spende hingehen soll. Ich möchte nicht irgendwo spenden, wo es fehl am Platz ist. Außerdem muss man aufpassen, dass das Geld auch wirklich ankommt, daher spende ich bevorzugt im eigenen Land, weil es auch bei uns Leute gibt, die es dringend nötig haben.“

„Natale non c’entra più di tanto quando faccio una donazione”, sagt uns Daniela Ceseri. „Io faccio le donazioni nel senso generale di tutto l’anno senza pensare proprio a natale.”


New generation «Die Wurzeln eines jeden Menschen liegen in der Familientradition. Mit ihren Werten groß geworden zu sein bedeutet das kostbare Erbe zu erkennen, zu schätzen und zu wahren ...»

Christian Profanter, Inhaber des gleichnamigen Lederwarengeschäftes in den Brixner Lauben ist davon überzeugt. Seit einem Jahr hat er das Geschäft der Eltern übernommen, zusammen mit der Partnerin Priska. Ein fließender Übergang, ohne Generationskonflikte und Renovierungswahn. Tradition muss nicht verstaubt sein. Die Modernisierungsarbeiten haben dem neuen PROFANTER einen zeitgemäßen Touch verliehen, und dabei das originelle Flair des ursprünglichen Geschäftes erhalten. Durch die gelungenen Gegensätze von Modernität und architektonischer Vergangenheit aus nahezu einem halben Jahrhundert, zählt PROFANTER zu den stilistisch interessantesten Geschäften der Brixner Lauben: elegant, kultig und frisch. Christian und Priska führen das spezialisierte Lederfachgeschäft mit Elan und vielen guten Ideen. Die unternehmerische Neupositionierung überzeugt Kundinnen und Kunden: Hochwertige Qualität. Innovatives Design. Kompetenter Service. Sympathie und Zuvorkommenheit. Im Angebot ist Stil und Originalität zu erkennen. Bekannte Designermarken mit hochwertiger Lederverarbeitung, trendige Lederbekleidung, Gürtel und farbenfrohe Modeobjekte in verschiedenen Preisklassen werden in geschmackvoller Präsentation ausgestellt. Unter der Hausmarke «Profanter 1962» produziert PROFANTER eine eigene Ledertaschenkollektion nach dem Design der beliebtesten Modeklassiker, wie die berühmte «Kelly-Bag». Diese wird nach Wunsch auch individuell in verschiedenen Lederarten und in allen aktuellen Modefarben hergestellt. Die Geschäftsgründer Adolfine und Josef Profanter unterstützen Christian und Priska und deren Mitarbeiterinnen Karin und Anna mit kostbarem Fachwissen aus ihrer 40jährigen Tätigkeit. Auch dies sind unersetzbare Werte der Familientradition, und eine Qualitätsgarantie für alle Kunden.

B r i xe n , u n te r d e n L a u b e n – T +39 0 47 2 837 0 62 – F I N E L E AT H E R G O O D S J e d e n S a m s t a g n a c h m i t t a g g e ö f f n et


Foto: Oskar Zingerle

Willy Vontavon

„All’assalto!“

willy.vontavon@brixen.net Tel. 0472 837537

ticker

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Wie vermutet, hat sich das vorbeugende Fahrverbot zur Verbesserung der Luftqualität nicht gravierend auf die Verkehrssituation in Brixen ausgewirkt. Wie im November-„Brixner“ berichtet, dürfen vom 1. Dezember 2004 bis zum 30. April 2005 mehr als zehn Jahre alte PKW zu einigen Tageszeiten nicht im Stadtbereich verkehren.

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An den bestehenden Sperrzeiten von Nachtlokalen und Bars in Brixen wird nicht gerüttelt. Der Gemeinderat hat vor kurzem einen entsprechenden Beschlussantrag zurückgewiesen.

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Die Carabinieri von Brixen haben bei einem nächtlichen Streifzug drei Grödner Studenten erwischt, als sie in der Altenmarktgasse mehrere Fahrräder demolierten. Die 17-Jährigen müssen nun vor dem Jugendgericht die Verantwortung für die mutwillige Zerstörung übernehmen.

An den vergangenen zwei Wochenenden war Brixens Altstadt fest in der Hand italienischer Glühwein-Touristen: Seit 27. November ist wieder Weihnachtsmarktzeit. Die für die Brixner Tourismusbranche sehr wichtige Veranstaltung unterscheidet sich in ihrer heurigen Ausgabe nicht von jener der vergangenen Jahre: Auf dem Domplatz wurden in der gewohnten Anordnung Hütten montiert, in der Mitte steht ein Karussell, und im Domplatzbeet werden einige Kunstwerke ausgestellt – heuer sind es Krippen von Heinz Erardi aus Feldthurns und Thomas Ploner aus Ehrenburg. Im Laufe der Öffnungszeiten gibt es eine Reihe von Rahmenveranstaltungen, und Stadtrat Helmuth Kerer betonte auch heuer bei der Eröffnungsfeier, dass die Händler diesmal besonders darauf achten würden, oz weihnachtliche Qualitätsprodukte anzubieten.

Stehend nach Bozen pendeln Als „unzumutbar“ bezeichnet Landtagsabgeordneter Albert Pürgstaller die Tatsache, dass zig Pendler, die tagtäglich mit dem Morgenzug um 7 Uhr von Brixen nach Bozen pendeln, bereits ab Brixen keinen Sitzplatz mehr bekommen. Trotz wiederholter Anfragen und Beschwerden habe sich die Situation auch in den letzten Monaten kaum gebessert. Zwar seien laut Auskunft der Eisenbahn vor einiger Zeit mehrere Pendlerzüge mit zusätzlichen Garnituren ausgestattet worden, womit sich die Situation um einiges verbessert habe. Wer allerdings täglich mit dem Zug aus dem Eisacktal nach Bozen fahre, werde eines besseren belehrt, so Pürgstaller. Schon ab Franzensfeste seien die vorhandenen Sitzplätze äußerst rar; wer also in Brixen, Klausen oder Waidbruck zusteige, müsse sich mit einem Stehplatz begnügen. Zusammengedrängt auf engstem Raum in stickigen Waggons müssen zig Pendler tagtäglich 20 Minuten Fahrtzeit und mehr überstehen. Dass sich unter diesen Umstän-

den manch einer für den bequemen Weg mit dem eigenen Auto entscheidet, verwundert wenig. Besonders bedenklich sei für Albert Pürgstaller die Tatsache, dass in Zeiten, in denen Städte wegen hoher Feinstaubbelastung für den Verkehr teilweise geschlossen werden, der öffentliche Personennahverkehr „in keinster Weise eine attraktive Alternative darstellt, sondern im

Gegenteil zu Wünschen übrig lässt“. Mit einem entsprechenden Beschlussantrag im Südtiroler Landtag will Pürgstaller nun Druck machen, damit weitere Garnituren für die morgendlichen Pendlerzüge bereitgestellt werden und sich Pendler somit nicht weiterhin tagtäglich die Beine in den Bauch stehen müssen. oz Foto: Oskar Zingerle

Die Gemeinde Brixen wird die Haltestelle für Touristenbusse nicht von der Bahnhofstraße zum Busbahnhof verlegen, da dieser bereits von den Linienbussen ausgelastet sei. Ein Bürgerkomitee hatte vor kurzem die Verlegung gefordert.

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Geschenkidee für Oma und Opa

Transitzahlen widersprüchlich Tirol gefahren als im Vergleichszeitraum, die Autobahn hat aber nur 8.628 LKWs mehr zählen können. Hinterfragungswürdig ist in diesem Sinn auch die Aussage der Transitinitiative, dass „an einem normalen Werktag heuer über 1.000 Transit-LKW zusätzlich unterwegs“ gewesen seien. „Da die Brennerroute für Lkw immer attraktiver wird, werden die Transitzahlen in den nächsten Jahren explodieren“, schreibt die Transitinitiative Südtirol weiter. wv Foto: Oskar Zingerle

Die Transitzahlen aus einer Pressemitteilung der Transitinitiative Südtirol unterscheiden sich erheblich von den offiziellen Angaben der Brennerautobahn Gesellschaft: Laut Transitinitiative ist „der Transitverkehr über den Brenner im Oktober um fast 19 Prozent gestiegen“. Die Brennerautobahn hingegen verzeichnet an der für den Transitverkehr relevanten Brennergrenze zwischen den Vergleichsmonaten Oktober 2003 und Oktober 2004 insgesamt bei den Fernlastern mit fünf oder sechs Achsen lediglich ein Plus von 13,95 Prozent. Die Zahl der Vierachser ist nur um 2,42 Prozent gestiegen, bei den Dreiachsern beträgt der Anstieg 1,8 Prozent. Insgesamt ist der Schwerverkehr um 6,93 Prozent gestiegen; bei den PKWs waren die Zahlen in diesem Monat sogar leicht rückläufig. Auch bei den absoluten Zahlen differenzieren sich die Angaben der Transitinitiative klar von jenen der Autobahngesellschaft: Laut Transitinitiative seien im Oktober „25.000 Schwertransporter mehr“ durch

„SelbA“ ist ein einjähriges Trainingsprogramm für Geist, Körper und Seele, interessant für alle ab 50 Jahren. Es ist gekennzeichnet durch die spezielle Kombination von aufbauendem Gedächtnistraining, Training der geistig-körperlichen Beweglichkeit, Hilfestellungen für den Alltag und Gesprächen zu Lebensfragen. Das aus Oberösterreich stammende Trainingsprogramm zur Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen wird nun auch in Südtirol angeboten. Ausgehend von den allgemein bekannten zukünftigen demografischen Veränderungen trägt „SelbA“ durch das speziell auf die Bedürfnisse von Senioren abgestimmte Trainingsprogramm dazu bei, dass die Selbstständigkeit älterer Menschen und deren Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinausgeschoben werden können. Inhaltlich verbindet das „SelbA“-Trainingsprogramm die Bereiche Gedächtnistraining, Psychomotorisches Training (Üben der geistig-körperlichen Beweglichkeit) und Kompetenztraining (Erleichterungen für den

Entdeckte Diebereien Brixen, Di., 17. Dezember 1918

Ausverkauf von Grund und Boden Brixen, Sonntag, 8. Dezember 1918

Wie wir vernehmen, tragen sich verschiedene Grundbesitzer mit dem Gedanken, ihren Besitz teilweise oder in seiner Gänze zu verkaufen. Wir möchten eindringlich vor solchen Schritten warnen, da gegenwärtig für den Abschluss von derartigen Kaufverträgen nicht die beste Zeit ist. Heute soll jeder froh sein, wenn er Grund und Boden sein eigen nennen kann und Besitzer ist, da er als solcher nicht jene Nahrungssorgen hat wie die Nichtselbstversorger. Ganz ungeschickt wäre es, gewissen Leuten Glauben zu schenken, die sagen, man tue heute gut daran, wenn man den Besitz so bald wie möglich an den Mann zu bringen sucht. Die Vorspielungen solcher Leute soll man missachten. Die Besitzer sollen ihren Grund und Boden behalten und nicht anderen Elementen ausliefern. Man öffne nicht der Bodenspekulation Tür und Tor und sei vorsichtig im Verkauf von Grund und Boden. 22

Einem Besitzer in Neustift, welcher bei dem Rummel (Rückzug) ein Pferd in Brixen auf der Straße stehen hatte und es einen Augenblick alleine ließ, wurde dasselbe von Soldaten gestohlen und weiter verkauft. Nach einem Monat wurde der Bestohlene sein Pferd ansichtig und machte die Anzeige bei der Polizei. Das Pferd, welches einen Wert von 5000 K repräsentiert, hat dem Vernehmen nach viele Käufer mittlerweile gefunden. Der letzte, bei dem es gefunden wurde, ist in Mittewald ansässig und musste es deshalb dem rechtmäßigen Eigentümer ausfolgen. Derselbe hat sich überdies wegen Ankauf bedenklicher Sachen bei Gericht zu verantworten. – Ein 10-jähriger Knabe stahl seinen Eltern eine 1000-K-Note und schickte

Alltag). „SelbA“ ist wissenschaftlich fundiert, alltagsorientiert und in Deutschland und Österreich seit Jahren praktisch erprobt. Trainiert wird in örtlichen Gruppen in wöchentlichen bis 14-tägigen Abständen; insgesamt sind es 30 Treffen zu je 1,5 bis 2 Stunden. Das Projekt „SelbA“ wird unter der Federführung des Katholischen Bildungswerkes in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Altenarbeit des KVW, mit dem Kolpingwerk, mit der Seniorenvereinigung des Südtiroler Bauernbundes, der SVPSeniorenbewegung, mit dem Katholischen Familienverband, der Seniorenakademie Brixen und dem Verband der Altersheime durchgeführt. Interessierte können sich beim Katholischen Bildungswerk in Bozen unter Telefon 0471 306209 anmelden. oz

sich an, mit dem Gelde Einkäufe zu machen, indem er bereits in einem Geschäfte um zirka 40 K Süßigkeiten kaufte. Merkwürdig ist, dass der Kleine von der Geschäftsfrau nicht angehalten wurde, woher er die 1000-KNote hat. Aus Zufall wurde bei ihm der Besitz des vielen Geldes von den Sicherheitsorganen entdeckt. Die ihm dasselbe abnahmen und den Eltern einhändigten.

Schwerer Unglücksfall Brixen, Di., 17. Dezember 1918

Am 14. Dezember fanden zwei Knaben des verstorbenen Metzgermeisters Winkler in den Gebüschen vor dem Bahnhofsgebäude in Brixen eine Granate. Trotz mehrfacher Warnung seitens der Behörden, mit derartigen Explosivstoffen nicht zu hantieren, sondern über die Auffindung solcher die Anzeige


Im Volksbanksaal von Brixen fand kürzlich ein Informations­ abend zu Finanzkontrollen und Steuerneuheiten für 2005 statt. Der LVH-Bezirksbüroleiter von Brixen, Sterzing und Gröden, Josef Morandell, berichtete über die Neuheiten im Bereich der Steuern, während der Kommandant der Finanzwache, Claudio Bellumori, über die Aufgaben und die Kontrollen der Finanzpolizei sprach. „Hauptaufgabe der Finanzwache ist es, die Staatseinnahmen zu kontrollieren“ – so definierte Claudio Bellumori seine Zuständigkeit. Das Hauptaugenmerk dieses Kontrollorgans gelte hauptsächlich der Steuerhinterziehung,

zu machen, beachteten sie diese Warnung nicht und brachten die Granate durch leichtfertiges Handhaben zur Entladung. Die Wirkung war schrecklich. Hermann Winkler der ältere war auf der Stelle tot, während dessen Bruder Hans so zugerichtet wurde, dass er nach der Ankunft im städtischen Krankenhaus seinen großen Verwundungen erlag. Durch den Luftdruck wurden einige Fenster am Bahnhofgebäude sowie im Hotel Bahnhof zertrümmert.

Amerikanisch Rotes Kreuz in Brixen Brixen, Di., 24. Dezember 1918

Wie wir vernehmen, wird das amerikanische Rote Kreuz in den nächsten Tagen in das

der Schattenwirtschaft und der Schwarzarbeit. Wenn Verdacht auf Steuerhinterziehung bestehe, seien die Finanzbeamten berechtigt, Inspektionen im jeweiligen Betrieb durchzuführen und dessen Geschäftsaktionen zu kontrollieren. Für die Rekonstruktion dieser Aktionen können auch Informationen von der Handelskammer oder eine Bankvollmacht eingeholt werden. „Wir möchten den Betrieben und Unternehmern durch unsere Kontrollen auf keinen Fall Angst machen, im Gegenteil: wir möchten die Rolle eines Beraters übernehmen und ein offenes Verhältnis zu ihnen aufbauen“, so Bellumori. Zum Finanzgesetz 2005 nahm Josef Morandell Stellung: „Obwohl das Parlament zur Zeit den Entwurf des Finanzgesetzes vom 29. September 2004 diskutiert, wird es 2005 noch keine Steuersenkung geben.“ Die telematische Übermittlungspflicht von Steuerdaten werde im kommenden Jahr auf weitere Bereiche ausgedehnt, zum Beispiel auch auf die Gemeindesteuer ICI. oz

Foto: Oskar Zingerle

„Wir zählen auf Zusammenarbeit“

Tiefgarage für Uni und Villa Adele Die Tiefgarage an der Brixner Universität wird erweitert und endlich über eine Rampe zugänglich gemacht werden. Ein Teil der Tiefgarage wurde bereits beim Bau des Gebäudes verwirklicht, kann allerdings noch nicht genutzt werden. Nun wurden endlich auch die Pläne für die notwendige Rampe erstellt. Das unmittelbar angrenzende Landhaus Villa Adele hat zudem Bedarf an Tiefgaragenplätzen angemeldet, die man nun in einem gemeinsamen Bauvorhaben realisieren will. Zu diesem Zweck werden neben den bereits für die Universität

errichteten Garagenplätzen, die sich zwischen dem Grenzverlauf zum Missionsgebäude und dem Universitätsgebäude befinden, zusätzliche Parkplätze unter dem kleinen Garten errichtet, der an der Südseite des Landhauses liegt. Dadurch entsteht eine einzige große Tiefgarage, in der etwa 40 Stehplätze der Uni und 27 dem Landhaus zustehen werden. Die Tiefgarage wird von der Bahnhofsstraße her über eine einzige Rampe erschlossen. Die Baukosten belaufen sich auf etwa eine Million Euro und sollen in einem Jahr abgeschlossen werden. amm

Gesellenhaus in Brixen einziehen. Gegenwärtig ist man an der Arbeit, den Schmutz und Kot wegzuräumen, den die früher dort weilenden Mannschaften zurückgelassen, und das Haus wieder einigermaßen in Stand zu setzen.

Gut abgelaufen Brixen, Mi., 25. Dezember 1918

In der Eugenstraße in Brixen kam kürzlich ein 14-jähriger Knabe unter einen Kraftwagen. Ein Vorderrad desselben ging ihm über die Brust. Der Junge, der äußerlich nur an der Stirne eine Rißwunde erhielt, wurde sofort ins Spital überführt, wobei der Arzt keine innerliche Verletzung konstatieren konnte. Nach zwei Tagen konnte der Knabe die Heilanstalt verlassen. 23


Alles dreht sich Nach den guten bisherigen Erfahrungen drängt die Brixner Gemeindeverwaltung nun in strategisch günstiger Vorwahlzeit auf die Realisierung weiterer Kreisverkehre. Vittorio-Veneto-Straße

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So ohne weiteres scheint es die jetzige Stadtverwaltung nicht hinnehmen zu wollen, dass man ihr nachsagt, die Verkehrsprobleme der Stadt in ihrer Legislaturperiode nicht gelöst zu haben. In den letzten Monaten vor den Gemeinderatswahlen werden jedenfalls noch einmal die Bagger auffahren, um an der Hauptschlagader von Brixen einige Ampelkreuzungen durch die inzwischen ausreichend kollaudierten Kreisverkehre zu ersetzen. Mittelfristiges Ziel ist es, die gesamte Strecke von Vahrn bis in das Industriegebiet ampelfrei befahren zu können.

geben, deren Eigentümer es verständlicherweise nicht so ohne weiteres hinnehmen wollte, dass man ihm etwa 50 Quadratmeter Grund enteignet. Außerdem stieß es ihm sauer auf, dass ihm mit der Umgestaltung des Areals eine Handvoll öffentlicher Parkplätze vor seinem Geschäft abhanden kommen würden. „Der

Haus Alberti

Feldthurner Straße

Bahnhofstraße

Kreisverkehr Nr. 1: Bahnhofstraße Den Beginn stellt die schon seit einiger Zeit im Raum stehende „Ossobuco“-Lösung für die Bahnhofstraße dar, die wir im „Brixner“ bereits ausführlich beschrieben haben. Eigentlich wäre dieses Rondell schon längst fertig gestellt, hätte es in der Genehmigungsphase nicht einen Rekurs der Bäckerei Alberti ge-

Dantestraße

Rekurs hat uns zwei Monate Zeit gekostet“, räumt indes der Stadtrat für öffentliche Arbeiten, Geb­ hard Dejaco, ein. Inzwischen aber sei der Rekurs in Bozen

abgelehnt worden, und so kann nun an die Realisierung herangegangen werden. Auch die Familie Alberti hat eine Lösung für ihr Parkraumproblem gefunden:

Die Fußgänger- und Radfahrerunterführung unter dem Rondell an der Bahnhofstraße wird – wenn überhaupt – erst in einem zweiten Moment gebaut Dem Vernehmen nach wird man eine alte Scheune auf der Seite der Feldthurner Straße abreißen und hier einige Parkplätze einrichten.

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Trotzdem: Der Bagger wird noch einige Wochen in der „Garage“ bleiben, denn bis Ende Jänner will man zuwarten – bis die Temperaturen etwas freundlicher sind. In der Zwischenzeit hat man auch das Projekt geringfügig verändert: Man hält zwar nach wie vor an der Fußgänger- und Radfahrerunterführung fest, möchte aber deren Bau hinauszögern und vorerst nur die Fahrbahn errichten. „Wir wollen testen, ob es auch ohne Unterführung ginge“, erklärt Dejaco, der – obschon der Verkehr nicht sein Ressort darstellt – schon vor Zeiten die Ärmel hochgekrempelt hat und konsequent an der Realisierung der Kreisverkehre arbeitet.

Schule

Time Out

Für den Bau des Kreisver­ kehrs an der Dantestraße wird ein Teil der bestehenden Unterführung abgedeckt

Bau in zwei Etappen Die Münchner Verkehrsexperten hatten bekanntlich ein Rondell an der Bahnhofstraße – so oval es auch immer sein mag – seinerzeit als nicht praktikabel eingestuft, sollte dazu keine Fußgängerunterführung gebaut werden. Sie begründeten dies mit

Hotel Tonon der hohen Zahl an Fußgängern, die die wichtige Verbindung zwischen Bahnhof und Stadtzentrum nutzen und die Hauptstraße just an diesem neuralgischen

Punkt überqueren. „Wie gesagt: Wir wollen es nur probieren“, erwidert Gebhard Dejaco. „Wir zeichnen breite Zebrastreifen ein. Der Fußgänger braucht nur

eine Fahrspur zu überqueren, bis er die gefahrenfreie Insel in der Mitte des Rondells erreicht, und danach überquert er auch die zweite Spur“, erklärt Dejaco

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die Vorgangsweise. Die Autos fahren im Kreisverkehr mit 20 bis 30 Stundenkilometern viel langsamer als auf einer normalen Kreuzung, sodass für die Fußgänger kein Problem entstehen dürfte, sofern sich die Autofahrer „halbwegs zivilisiert verhalten“. Die neuesten Erkenntnisse aus Deutschland und Österreich geben dem Stadtrat Recht: Kreisverkehre sind nicht nur in Brixen im Trend, sondern überall dort, wo man der Wartezeiten vor den Ampeln überdrüssig ist. „In aller Regel hat ein Kreisverkehr eine höhere Verkehrssicherheit als andere Kreuzungsarten“, steht zum Beispiel in einer Verkehrsstudie der deutschen Stadt Brühl, „es gibt weniger Konfliktpunkte, ein geringeres Geschwindigkeitsniveau, einfache Vorrangregelungen und gute Sichtbeziehungen“. Auch für Fußgänger oder Radfahrer seien die Begegnungen mit den Kraftfahrzeugen gut überschaubar. Dazu kommt der für Brixen relevante Vorteil, dass Kreisverkehre in der Regel deutlich leistungsfä-

higer sind als Ampelkreuzungen. „Kreisverkehre verstetigen den Verkehrsfluss, was in der Folge zu einer höheren Leistungsfähigkeit der Straße führt“. Obwohl die Höchstgeschwindigkeiten sinken, dauert die Fahrt nicht länger, weil die Standzeiten an den Ampeln entfallen.

Weniger Unfälle Auch aus ökologischer Sicht seien Kreisverkehre sinnvoll: „Sie brauchen bis zu 30 Prozent weniger Flächenversiegelung als andere Kreuzungsformen.“ Zudem sei kein Verkehr umweltbelastender als der stehende. Kreisverkehre sind „auf Dauer billiger als Ampelkreuzungen“, steht in derselben Studie. Durch die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die Reduzierung der Geschwindigkeit sinke die Zahl der Unfälle und auch die Unfallschwere: Volkswirtschaftlich haben sie damit deutlich positive Wirkungen. Eine Studie aus Schleswig-Holstein schlägt in dieselbe Kerbe: „Kreisverkehrsregelungen anstelle von

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Straßenkreuzungen haben die Unfallzahlen in diesem Bereich um 80 Prozent reduziert“. Der Bau des Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße ist allerdings eine logistische Herausforderung, da man tunlichst vermeiden muss, die Straße in der Bauphase zu sperren, weil dies den totalen Verkehrskollaps in Brixen bedeuten würde. Zu Beginn wird man also jene Grundstücke bearbeiten, die heute noch nicht als Fahrbahn genutzt werden – zum Beispiel jene Fläche im Osten der Kreuzung, die enteignet wird. Hier hat es übrigens in der Planungsphase Schwierigkeiten mit einer Haus­ einfahrt gegeben, die man, so Dejaco, „im Einvernehmen mit den Eigentümern gelöst hat“.

Kreisverkehr Nr. 2: Dantestraße Die Verzögerung des Baus der Unterführung hat einen positiven Nebeneffekt: Es werden Mittel frei, die inzwischen für den nächsten Kreisverkehr genutzt werden können. So wird man „noch im März“ an den

Bau eines neuen Kreisverkehrs an der Dantestraße herangehen. Das Projekt ist fertig gestellt und wurde bereits im Stadtrat besprochen. Die Umsetzung kann hier rasch erfolgen: „Der Grund, den wir in Anspruch nehmen müssen, ist im Eigentum der Gemeinde“, erklärt Dejaco, „deshalb gehen wir nicht das Risiko eines Rekurses ein, der uns wieder Zeit kosten würde“. Das Rondell an der Dantestraße nimmt mehr Raum ein als heute durch die breite Unterführung zur Verfügung steht, weshalb man auf der Seite des Hotels Tonon einen weiteren Teil der Unterführung abdecken muss. Zur Vollendung der ampelfreien Strecke fehlen dann noch die Kreuzung beim Hotel Elephant und die Einbiegeampel beim Parkhaus. Zudem denkt man bereits laut darüber nach, einen weiteren Kreisverkehr beim Forum Brixen zu bauen, der dann gleichzeitig die Einbindung in den Mittelanschluss der Westumfahrung bedeutet, und an ein Rondell an der Nordeinfahrt von Brixen bei der Tankstelle


AGIP. Für beide Kreisverkehre gibt es noch keine konkreten Zeitplanungen und auch noch keine endgültigen Projekte. Vor allem beim Kreisverkehr an der Nordeinfahrt wird man zuwarten, bis die Gesamtplanung des Parkplatzareals fertig gestellt ist. Die Stadtwerke Brixen, die hier ein Unterbaurecht besitzen, ha-

Goethestraße Westen

Kassianstraße Stadtzentrum

ben vor wenigen Wochen eine Studie in Auftrag gegeben, die die Verbauung dieses Areals und auch die Projektierung der entsprechenden Einfahrt vorsieht.

Parkplatzareal in Planung Auf dem Parkplatzareal sollen neben einer zweigeschossigen Tiefgarage oberirdisch etwa 8.000 Kubikmeter verbaut werden – eine Musikschule soll hier genauso entstehen wie ein Probelokal für die Bürgerkapelle. Im Gespräch sind aber auch eine Kletterhalle und vielleicht sogar ein Mehrsaalkino. Spätestens mit dem Bau des Rondells an der Nordeinfahrt wird die Ampel am Hotel Elephant überflüssig werden. Das verkehrstechnisch problematische Links-Abbiegen wird dann wohl auf der gesamten Strecke verboten werden, da die jeweiligen Rondelle einen einfachen Richtungswechsel ermöglicht. „Wer von Norden kommt und in die Weißlahnstraße zum Hotel Elephant einbiegen will, fährt zum Rondell an der Dantestraße weiter, umkreist dieses und nähert sich auf derselben Strecke wieder der Weißlahnstraße, in die er jetzt bequem nach rechts einbiegen kann“, erklärt Dejaco. Ebenfalls überflüssig wird aus demselben Grund die Ampelanlage beim Parkhaus.

Fußgängerunterführung beim „Elephanten“ Nicht vermeiden wird sich an der Kreuzung des Hotel Elephant eine Fußgängerunterführung lassen. Vom Gedanken eines Rondells an dieser Stel-

Goethestraße Osten

le hat man sich verabschiedet, wodurch ein gefahrloses Überqueren hier nicht möglich ist. Für diese Unterführung gibt es allerdings im Moment weder eine Finanzierung noch einen Zeitplan.

Kreisverkehr Nr. 3: Goethestraße Damit es vor den Wahlen noch richtig rund geht, will Dejaco auch die Ampel Kassian­ straße / Goethestraße entfernen lassen und dort ein Rondell bauen. An dieser Ampel gibt es zwar kaum Stau, aber die Kreuzung war in der Vergangenheit vor allem abends immer wieder Schauplatz von Unfällen. „Der Aufwand ist hier dermaßen gering, dass man es einfach machen muss“, erklärt Dejaco. In der Tat passt ein Rondell wie maßgeschneidert in diese Kreuzung. Im Stadtrat hat man zwar eine Weile darüber diskutiert, aber am Ende hat man sich doch für einen Versuch ausgesprochen. Insgesamt wird der Bau sämtlicher Rondelle am Ende 2,35 Millionen Euro gekostet haben. Am vergangenen 23. November haben Bürgermeister Klaus Seebacher und Gebhard Dejaco an den zuständigen Lan-

In der Kreuzung Kassian­ straße / Goethestraße passt ein Rondell wie maßgeschneidert und ohne großen Aufwand hinein

desrat Florian Mussner schriftlich um die Bereitstellung von Landesgeldern gebeten. Der Brief enthält auch eine genaue Aufstellung der Kosten: Das bereits errichtete Rondell an der Auenhausbrücke hat demnach 400.000 Euro gekostet, jenes an der Mozartallee 200.000 Euro. Der Kreisverkehr an der Bahnhofstraße wird einschließlich der Unterführung etwa 1.000.000 Euro verschlingen, jenes an der Dantestraße 440.000 Euro. Auch die Kosten für die Unterführung beim Hotel Elephant sind angegeben: 310.000 Euro.

Brief an Florian Mussner „Die angeführten Lösungsvorschläge stellen eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssituation in Brixen dar“, schreibt der Bürgermeister, „wobei wir jedoch darauf hinweisen, dass es nicht nur ein Problem unserer Stadtgemeinde, sondern des gesamten Bezirkes ist, und die Ausgaben nicht nur von Brixen allein getragen werden können.“ Der Brief schließt mit der Bitte ab, die „in der Vergangenheit mündlich geäußerten Zusagen“ für eine Finanzierung nun in die Tat umzusetzen. Willy Vontavon

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Haltung fördern, Schmerzen vorbeugen Foto: Oskar Zingerle

Mit dem Krankheitsvorsorgeprojekt „Initiative Haltungsförderung“ wird Kindern der Brixner Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ gezeigt, wie sie Haltungsschäden vermeiden können.

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Jeder dritte Erwachsene leidet unter Rückenschmerzen. Der Grundstein für diese Rückenprobleme wird meist schon im jugendlichen Wachstum gelegt. Hier Präventionsarbeit zu leisten ist das Ziel des Krankheitsvorsorgeprojektes „Initiative Haltungsförderung“ im Sanitätsbetrieb Brixen. Koordinator des Projektes ist der Verantwortliche des Dienstes für Basismedizin, Dr. Karl Lintner, Projektleiterin ist Frau Dr. Gertraud Gisser, Primaria für Physiotherapie am Brixner Krankenhaus. Beide arbeiteten im Zuge des Projektes mit den Allgemeinmedizinern Josef­ Mahlknecht aus Kiens und Karl Lintner aus Waidbruck, dem Physiotherapeuten Matteo Bernardi und der Brixner Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ zusammen. Zu Beginn dieses Schuljahres hat Mahlknecht die Erstklässler der genannten Mittelschule auf Auffälligkeiten und Störungen in der Körperhaltung hin untersucht. Mit Bewegungsübungen und Gesprächen begleiten die Lehrer und Eltern unter der Anleitung des Physiotherapeuten Matteo Bernardi die Kinder jetzt durch das Schuljahr, und eine erneute Untersuchung soll im kommenden Juni, am Ende des Schuljahres, feststellen, ob sich die Haltung der Erstklässler verbessert oder trotz der Wachstumsschübe zumindest nicht verschlechtert hat.

86 Prozent mit gesunder Haltung Teilgenommen haben 174 Erstklässler, das sind 92 Prozent

Karl Lintner: „Im Vergleich zu Kindern in Deutschland bewegen sich die Südtiroler Kinder noch verhältnismäßig viel an der frischen Luft und verbringen weniger Zeit vor dem Computer“. aller eingeladenen. Die fehlenden 18 Prozent waren am Tag der Untersuchung krank oder hatten die Einwilligung der Eltern nicht mitgebracht. Von jedem Schüler wurden mindestens sechs Fotos gemacht – von hinten, von der Seite, mit vorgebeugtem Rücken etc. Diese Fotos bildeten das Ausgangsmaterial der ersten Untersuchung im Oktober. Dabei zeigten 86 Prozent der Erstklässler keine Haltungsstörungen und nur 14 Prozent eine leichte bis mittlere Auffälligkeit – eine Zahl, die etwas niedriger als der europäische Mittelwert ist, wo grob zusammengefasst jedes sechste Kind durch Haltungsstörungen auffällt. „Im Vergleich zu deutschen Kindern bewegen sich die Südtiroler Kinder noch verhältnismäßig viel an der frischen Luft und verbringen weniger Zeit vor dem Computer“, erklärt sich Karl Lintner diese Diskrepanz.

nach: gezielte kleine Rückenübungen, die Lehrer und Schüler regelmäßig vor dem Unterricht durchführen und die die Schüler auch mit nach Hause nehmen sollen. Bei der Umsetzung hakt es allerdings noch, so Laura Ognibene Acherer, Turnlehrerin an der Mittelschule: „Es ist nicht so einfach, die Anweisungen des Physiotherapeuten im Schulalltag konsequent umzusetzen.“ Die Nachher-Untersuchung ist jedenfalls im Juni 2005 fällig. Dabei gilt nicht nur eine Verbesserung der Haltung als Erfolg – es reicht, wenn keine Verschlechterung festgestellt wird. Bis Juni sollen die Schüler regelmäßig vor den Turn- und Naturkundestunden mit Rückenübungen begleitet werden. Auf einem großen Plakat an der Klassenwand demonstrieren Strichmännchen, wie man die Übungen richtig macht.

„Kopf hoch, Brust heraus, gerade sitzen!“

Schlüsselphase erste Klasse Mittelschule In der ersten Klasse der Mittelschule, mit elf oder zwölf Jahren, „schießen“ viele Mädchen und Buben oft in die Höhe. Die Folge: Die Körperhaltung wird schlechter. Außerdem verändern sich in der Pubertät Körpergefühl und Lebenseinstellung: Lässiges, krummes Stehen oder Sitzen gelten als „cool“ und nicht als schädlich, und der Rucksack wird auch nur locker über eine Schulter geworfen. Auch die Körperproportionen verschieben sich: Sport wird plötzlich unangenehmer und daher lieber gemieden, vor allem von den Mädchen.

Bewusstsein schaffen und regelmäßig bewegen

Mit diesem Spruch lässt sich bei Kindern und Jugendlichen heute höchstens noch ein gleichgültiges Naserümpfen ernten, und im schlimmeren Fall, aus Trotz, eine noch lässigere und krummere Körperhaltung. Die „Initiative Haltungsförderung“ will einleuchten statt den Zeigefinger zu heben und soll auch in anderen Mittelschulen angewandt werden, wenn diese erste Studie erfolgreich verläuft. Grund zum Optimismus gibt es aus heutiger Sicht allemal: Ein Informationsabend hat Mitte November auch viele Eltern angezogen und für eine Mitarbeit gewinnen können, und auch die Kooperationsbereitschaft der Direktion der Mittelschule „Oswald von Wolkenstein“ ist groß. Wie gut die Schüler mitgezogen haben, wird sich letztendlich im Juni herausstellen. Sarah Bernardi

Das Rezept der „Initiative Haltungsförderung“ lautet dem29


Interview

„Brixen für die Brixner“ Die bevorstehenden Gemeinderatswahlen treiben ungeahnte Blüten: In Brixen hat sich ein Komitee gebildet, das vor einigen Tagen durch eine offizielle Anfrage an die SVP eine eigene Liste mit Rudi Rienzner als Bürgermeisterkandidaten einforderte. Wir sprachen mit zwei Unterzeichnern der Anfrage, dem Unternehmer Paul Campestrini und dem Rechtsanwalt Ingo Fink.

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Sie haben gemeinsam mit dem Kaufleute-Präsidenten Walter Amort und mit Rudi Rienzner im Namen des „Komitees für die Erstellung einer zweiten SVP-Liste in Brixen mit eigenem Bürgermeisterkandidaten“ eine entsprechende Anfrage an die SVP gerichtet. Es fällt auf, dass jeder von Ihnen aus der Wirtschaft kommt. Paul Campestrini: Die Tatsache, dass vier aus der Wirtschaft die Anfrage an die SVP unterzeichnet haben, hat einen ganz einfachen Grund: Unternehmer sind eben oft Leute, die die Ärmel hochkrempeln und die Initiative ergreifen. Ingo Fink: Unsere Gruppe besteht aber nicht nur aus jenen vier Personen, die nun an die Öffentlichkeit getreten sind. Die Gruppe hat uns vier als Sprecher ernannt, wobei eigentlich eine fünfte Person dabei sein sollte, die allerdings im Moment beruflich verhindert ist. Diese fünfte Person ist ein Arbeitnehmer. Damit beweisen wir, dass es sich bei unserer Gruppe keineswegs um eine reine Wirtschaftsgruppierung handelt. Es ist zwar richtig, dass es bei uns viele

Wirtschaftsvertreter gibt, aber wir unterstreichen, dass wir die Interessen aller Bürger vertreten wollen. Darf ich fragen, wer der Arbeitnehmer war? Paul Campestrini: Im Moment nennen wir keine Namen. Unsere Gruppe war der Meinung, es sei nun an der Zeit, dass einige Leute die Sache in die Hand nehmen sollten und der SVP eine offizielle schriftliche Anfrage unterbreiten. Wir vier haben uns dazu bereit erklärt, als Sprecher zu fungieren; es hätten aber ohne weiteres auch andere aus unserer Gruppe sein können. Auf lokaler Parteiebene ist das Thema einer zweiten Liste monatelang diskutiert worden, und irgendwann hat man sich in den betreffenden SVP-Gremien dagegen entschieden. Sie wissen von diesem Entscheidungsprozess? Paul Campestrini: Alle Dinge, die in der Vergangenheit liegen, liegen mir fern. Ich bin hier der falsche Ansprechpartner; Walter Amort oder auch Rudi Rienzner wissen hier viel besser Bescheid. Mir geht es um die Sache, und so viel demokratisches Verständnis muss jede

Partei haben, dass eine Gruppe sich erlauben kann, eine Anfrage zu stellen. Eigentlich wollten wir den von Ihnen geforderten Bürgermeisterkandidaten interviewen, aber er hat es vorgezogen, sich im Moment nicht zu äußern. Paul Campestrini: Das hat einen ganz einfachen Grund: Rudi Rienzner wollte nicht den Anschein erwecken, dass diese Aktion nur aus ihm und Walter Amort besteht. Viel mehr wollten wir beweisen, dass auch politisch unbeschriebene Blätter wie wir sich in dieser Sache einsetzen wollen. Das mag schon sein, aber schließlich hat Ihre Gruppe einen Bürgermeisterkandidaten definiert... Paul Campestrini: Ja, daran besteht kein Zweifel. Rienzner ist unser Wunschkandidat. Ein Bürgermeisterkandidat für Brixen sollte schon ein Brixner sein, das ist unsere Meinung. Brixen hat am meisten Wähler, und das muss in dieser Frage berücksichtigt werden. Ingo Fink: Genau, der erste Brixner Bürger sollte ein waschechter Brixner sein. Unser Kandidat stammt aus der Wirtschaft, und als ehemaliger Direktor der

Stadtwerke hatte er Einblick in das stadtpolitische Geschehen. Nach der Absage von Rudi Rienzner hat es auch Walter Amort vorgezogen, nicht mit unserer Zeitschrift zu sprechen. Hat man plötzlich Angst vor der eigenen Schneid? Ingo Fink: Nein, aber wir waren eben der Meinung, dass es jetzt an der Zeit sei, politisch unbedarfte Beteiligte zu Wort kommen zu lassen. Wir haben Ideen, die klar stehen, und die wollen wir vorbringen. Wir wollen eine liberale bürgerliche Mitte, also eine demokratische Mitte, in der alle Kategorien vertreten sind. Es gibt ein india­ nisches Sprichwort, das zwar etwas „grün“ klingt, aber genau unserer Vision entspricht: Wir haben unsere Welt nicht von unseren Vorfahren geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen. In Brixen gibt es bereits eine Bürgerliste, die zwar mit Hans Heiss einen „grünen“ Bürgermeisterkandidaten hat, aber deren Gemeinderatskandidaten aus sämtlichen Lagern kommen. Ingo Fink: Die Grüne Bürgerliste kann man nicht mit unserer Bewegung vergleichen.

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Neu in Brixen Vorzugsstimmen aufgeklärt hat, oder vielleicht waren die bisherigen Stadtkandidaten einfach zu wenig attraktiv. Paul Campestrini: Es geht uns im Moment darum, dass sich die Brixner Bürger bewusst werden, dass sie auf gemeindepolitischer Ebene stark unterrepräsentiert sind. Dieses Problem muss endlich zum Vorschein kommen. Möglicherweise sind viele Bürger überrascht über unsere Analyse, vielleicht wussten sogar viele SVP-Gremien nicht von diesem Ungleichgewicht.

Ihr Komitee tendiert also doch eher zur Wirtschaft? Ingo Fink: Nein. Auch wir decken ein breites Spektrum ab, schwerpunktmäßig liegen wir aber etwas anders. Dass viele Vertreter von uns aus der Wirtschaft kommen ist nicht abzustreiten; wir hoffen, dass die unternehmerischen Erfahrungen, die unsere Leute gesammelt haben, in die öffentliche Verwaltung eingebracht werden und zu einer Verbesserung führen. Welche Ziele verfolgen Sie? Paul Campestrini:: Wir sind grundsätzlich nicht eine Gruppe, die gegen etwas antritt, sondern für etwas. Wir wollen Innovation, Neuigkeiten, eine Neugestaltung der Gemeindepolitik. Auf keinen Fall wollen wir diejenigen sein, die nur kritisieren und protestieren. Viel mehr wollen wir die heutige Situation analysieren, Schwerpunkte festhalten und eventuelle Missstände konstruktiv kritisieren. Im Moment entspricht Ihre Vorgehensweise allerdings nicht diesem Credo: Es hat den Anschein, Sie arbeiten sehr wohl gegen den jetzigen SVP-Bürgermeisterkandidaten. Paul Campestrini: Wir haben eben die Sache analysiert,

Foto: Oskar Zingerle

Paul Campestrini: „Ein Bürgermeisterkandidat für Brixen sollte schon ein Brixner sein, das ist unsere Meinung.“ und es hat sich herausgestellt, dass die Situation für uns nicht zufrieden stellend ist. Deshalb wollen wir versuchen, die Gemeindepolitik in einer anderen Weise zu gestalten. Wir haben ein umfangreiches Programm vorbereitet, das wir zu gegebener Zeit auch preisgeben werden. Grundsätzlich ist es danach ausgerichtet, positive Perspektiven für die Stadt Brixen zu erreichen. Mit dieser Aussage differenzieren Sie sich nicht von anderen Parteien – auch nicht vom Programm Albert Pürgstallers. Ingo Fink: Wir Brixner haben auch erkannt, dass wir schon seit mehreren Legislaturen in der Gemeinde zu schwach vertreten sind. Die Fakten sind klar: 66 Prozent aller SVP-Stimmen, die bei den letzten Gemeinderatswahlen in der Gemeinde Brixen abgegeben wurden, kamen aus der Stadt, und trotzdem haben die Fraktionen mehr Vertreter im Gemeinderat. Das hat uns zu denken gegeben: Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Brixner SVP-Wähler ihren Kandidaten zu wenige Vorzugsstimmen geben. Vielleicht liegt es auch an der mangelnden Information der SVP, die ihrerseits die Wähler nicht über die Bedeutung der

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Natürlich weiß die SVP davon. Dieses Thema wurde bei den vorhergehenden Gemeinderatswahlen intensiv diskutiert. Die Möglichkeit einer Trennung der SVP in eine Stadt- und eine Landliste wurde in der Vergangenheit schon mehrmals zur Diskussion gestellt. Paul Campestrini: Das mag schon sein, aber die Information wurde nicht nach außen getragen. Auf jeden Fall wurde keine Korrektur vorgenommen. Die entscheidende Frage ist aber: Sind Sie der Meinung, dass die Stadt durch dieses Ungleichgewicht in der Vergangenheit Nachteile erlitten hat? Paul Campestrini: Ja, das glauben wir schon. Wenn die Stadt im Gemeinderat unterrepräsentiert ist, hat sie bei den ihr wichtigen Beschlüssen nicht die erforderliche Kraft, sie durchzuziehen. In Ihrer Gruppe ist mit Markus Huber auch ein SVP-Gemeinderat, weshalb Sie auch über die jetzigen Entscheidungsabläufe Bescheid wissen müssten. Haben Sie auch analysiert, ob es in der Vergangenheit Entscheidungen gegeben hat, bei denen die Stadt von den Fraktionen „ungerecht“ behandelt wurde? Ingo Fink: Das haben wir noch nicht analysiert, dazu sind wir noch nicht gekommen. Auf den ersten Blick scheint es aber nicht, dass die Stadt große Nachteile erfahren hätte. Schließlich gibt es in Brixen gerade in den letzten Jahren eine Reihe von Großprojekten, die realisiert wurden. Aber vielleicht ist es für die Fraktionen eben einfacher, ihre Belange durchzubringen. Die Ursache Ihrer Bewegung war die Entscheidung der SVP für Albert Pürgstaller als Bür-

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bewegen Sie sich in Richtung Opposition. Kann dies Ihr Ziel sein? Paul Campestrini: Wie der Italiener sagt: Questo è tutto da vedersi. Situationen können sich schnell ändern. Wir werden uns die Sorgen machen, sobald sie da sind. Auch die Mitregierung ist ein Thema – so einfach ist es heute auch nicht mehr, dass man dies ausschließen könnte.

Ingo Fink: „Dass viele Vertreter von uns aus der Wirtschaft kommen ist nicht abzustreiten.“

Foto: Oskar Zingerle

Nehmen wir an, die SVP akzeptiert eine zweite Liste, aber ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten. Dies würde eine Spaltung der SVP in eine Stadt- und eine Fraktionenliste bedeuten. Was passiert aber zum Beispiel, wenn ein Kandidat aus der Stadt partout auf der Liste von Pürgstaller kandidieren möchte? Paul Campestrini: Diese Antwort können wir gern geben, sobald die schriftliche Antwort der SVP vorliegt.

germeisterkandidat. Es stellt sich in diesem Sinn die Frage, warum Ihre Gruppe mit dem Namen Pürgstaller partout nichts anfangen kann. Ingo Fink: Man kann nicht davon ausgehen, dass der Arbeitnehmer Albert Pürgstaller gegen die Wirtschaft tendieren würde. Er hat Interesse, Arbeitsplätze zu erhalten, weshalb er sich davor hüten wird, die Wirtschaft zu schädigen. Das ist also nicht das Problem... Paul Campestrini: Es geht nicht nur um Pürgstaller. Es geht auch darum, wie die angestrebte SVP-Liste aussehen wird. Ich meine, wir haben gewisse Informationen über die zukünftigen Kandidaten der SVP-Liste. Auf dieser Liste vermissen wir wiederum eine proportional gerechtfertigte Vertretung der Bürger der Stadt Brixen. Demokratie heißt Vielfalt; in diesem Sinn soll der Bürger auch die Möglichkeit haben, zwischen mehreren Bürgermeisterkandidaten zu wählen. Was sind Ihre Visionen für die Stadt? Was vermissen Sie im Moment in Brixen, welche Änderungen würden Sie herbeiführen? Ingo Fink: Darüber möchten wir im Moment noch keine Aussage machen. Wir haben ein politisches Programm aus32

gearbeitet, das zum gegebenen Zeitpunkt preisgegeben werden wird. Zunächst müssen wir die Antwort der SVP abwarten. Wir müssen schließlich wissen, ob wir in Zukunft innerhalb der SVP arbeiten oder außerhalb. Im

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nimmt. Diese Stellungnahme muss schriftlich erfolgen; das hätten wir schon gern Schwarz auf Weiß. Unabhängig von der Entscheidung der SVP verspüren wir effektiv innerhalb unserer Gruppe einen großen Druck

Heute können wir nur folgende Aussagen machen: Brixen für die Brixner, mehr Vertretung der Brixner in der Gemeinde. Moment tendiert es bei uns in der Gruppe stark nach Bürgerliste. Heute können wir nur folgende Aussagen machen: Brixen für die Brixner, mehr Vertretung der Brixner in der Gemeinde. Die Interessen, die wir vertreten, sind sehr breit. Sie gehen von der Hausfrau, die sich einen schönen Spielplatz wünscht, bis hin zum Wirtschaftstreibenden. Versuchen wir, die verschiedenen Möglichkeiten zu diskutieren: Wenn wir zum Beispiel davon ausgehen würden, dass die SVP keine zweite SVP-Liste mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten akzeptieren würde, was würde dann passieren? Paul Campestrini: Diese Frage hat kommen müssen. Wir müssen mit der Antwort aber leider abwarten, wie die SVP auf unsere Anfrage Stellung

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Ingo Fink

in Richtung Bürgerliste. Wenn wir also keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten bekommen, ist die Sache für uns nicht so interessant. Ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten zerfällt unsere ganze Idee. Warum? Paul Campestrini:: Weil wir eine Situation vorgestellt bekommen, mit der wir nicht einverstanden sind. Wir wollen eine Alternative. Wie die SVP aber entscheiden wird, ist noch nicht bekannt. Da wir ein Ultimatum gesetzt haben, werden wir spätestens am 15. Dezember mehr wissen. Danach werden wir diese Frage in der Gruppe diskutieren und dazu Stellung nehmen. Wenn Sie sich für eine SVP-externe Bürgerliste entscheiden,

Wäre es auch absolut undenkbar, dass Mitglieder Ihrer Gruppe sich einfach der SVP-Liste anschließen und unter Pürgstaller kandidieren würden? Ingo Fink: Die Entscheidung hängt von jedem einzelnen von uns ab. Ausschließen kann man nichts, alle Wege sind offen. Ohne die Entscheidung der SVP zu kennen, ist es schwierig, diese Frage zu beantworten. Wie viele Leute sind in Ihrer Gruppe? Paul Campestrini: Die Ziffern geben wir auch nicht bekannt. Wir sind eben eine größere Gruppe – darunter kann jeder verstehen, was er möchte. Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, dass die SVP das Ungleichgewicht zwischen Stadt und Fraktionen zwar nicht im Gemeinderat, wohl aber in der Gruppe aufhebt – also in jenem SVP-Gremium, in dem die Entscheidungen des Gemeinderats vorbereitet werden. Wäre dies eine Alternative? Paul Campestrini: Dazu kann man im Moment nichts sagen. Mit Verlaub: Sie geben sich in vielen Fragen etwas... zugedeckt. Paul Campestrini: Ja, das stimmt. Im Moment geht es nicht um diese Details, sondern um Inhalte und Werte. Willy Vontavon


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Sanitätswesen muss sparen Seit Richard Theiner zum Landesrat für das Gesundheits- und Sozialwesen ernannt worden ist, sind Kosteneinsparungen und Sanitätsreform häufige Themen in den Medien. Kürzlich hat er im Rahmen einer SVP-Bezirksausschusssitzung seine Vorstellungen und Pläne zur Sanitätsreform vorgestellt. Weiterhin flächendeckendes Gesundheitssystem

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Südtirol hat insgesamt sieben Krankenhäuser; dabei handelt es sich um drei Krankenhäuser, die eine Grundversorgung bieten, drei weitere sind Schwerpunktkrankenhäuser und jenes in Bozen ist ein Zentralkrankenhaus. Dazu kommen Basisärzte und Sprengel, private Einrichtungen mit Landeskonventionen und Einrichtungen für besondere Krankheitsbilder. „Damit haben wir in Südtirol einen sehr guten Versorgungsgrad, aber jährliche Kostensteigerungen von 8 bis 10 Prozent können wir uns nicht länger leisten.“ Damit reiht sich Südtirol nahtlos in eine Entwicklung ein, die man inzwischen in ganz Europa feststellen kann, wie der Landesrat bei einem Treffen der regionalen Verantwortlichen für das Gesundheitswesen in Europa kürzlich erfuhr. Überall will man Kosten sparen und findet dafür unterschiedliche Antworten. „In Großbritannien und den Niederlanden wird das Angebot eingeschränkt. Dort werden zum Beispiel in öffentlichen Krankenhäusern keine Hüftopera­ tionen an über 80-Jährige mehr vorgenommen. In der Emilia Romagna und im Veneto hingegen werden kleinere Krankenhäuser geschlossen.“ Allein im Veneto seien in den letzten 15 Jahren 15 Krankenhäuser aufgelassen worden, erklärte Theiner. 34

Südtirol will einen anderen Weg gehen und hat in einer Klausur der Landesregierung beschlossen, dass man weiterhin auf ein leistungsfähiges, flächendeckendes, öffentliches Gesundheitssystem mit dezentralen Leistungen setzen will. Dieses muss allerdings mittel- und langfristig auch finanzierbar sein. Eine der Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele ist die Einrichtung von Departments. Dabei werden miteinander verwandte Fächer zusammengeführt, was sowohl qualitative wie ökonomische Vorteile mit sich bringen soll. So erwartet man sich eine bessere Auslastung der Räume und Strukturen wie etwa der Operationssäle, einen effizienteren Personaleinsatz bei Turnusdiensten und geringere Wartezeiten.

Sanitätsbetriebe werden nicht zentralisiert Zu den weiteren Maßnahmen gehört das Einführen von einheitlichen Behandlungsprotokollen und Betreuungsstandards, mit denen man sicherstellen will, dass ein Patient in jedem Krankenhaus den gleichen Standard in der Behandlung erfahren kann. Weitere Kosteneinsparungen will man dadurch realisieren, dass gewisse Abteilungen nur in jeweils einem Krankenhaus angeboten werden, das sich für dieses Fachgebiet besonders spezialisieren kann. Anders als in Trient wird Landesrat Theiner in Südtirol die vier Sanitätsbetriebe nicht in einen einzigen Sanitätsbetrieb zusammenfassen. „Außerhalb von Bozen funktioniert vieles besser. Eine Zusammenlegung würde vor allem bedeuten, dass die Bozner Verhältnisse auf das ganze Land übergestülpt wür-

Landesrat Richard Theiner: „Wir wollen weiterhin auf ein leistungsfähiges, flächen­ deckendes, öffentliches Gesundheitssystem mit de­zentralen Leistungen setzen“

den.“ Allerdings werden, wo möglich, Verwaltungseinheiten wie zum Beispiel das Lohnbüro zentralisiert. Gerade gegenüber dem Zentralkrankenhaus in Bozen bestehe in Südtirol ein zum Teil tief sitzendes Misstrauen, das die Zusammenarbeit der anderen Krankenhäuser mit jenem in Bozen erschwere und zusätzliche Kosten verursache. Dabei könnte Bozen im gesamten Gesundheitsgefüge eine noch wichtigere Rolle spielen; um dies zu erreichen, wird es laut Theiner wohl noch einiger Anstrengung bedürfen.

Gatscher: Kooperationen mit Bruneck und Sterzing Sanitätsdirektor Siegfried Gatscher hat in seinen anschließenden Ausführungen die Entwicklung und Bedeutung des Sanitätsbetriebes Brixen verdeutlicht. In den letzten Jahren wurden neue Abteilungen wie die Psychiatrie, Urologie, Gefäß-

chirurgie, eine Rehabilitationsabteilung, eine psychosomatische Ambulanz und als landesweite Einrichtungen Bad Bachgart mit den Abteilungen für Abhängigkeitskrankheiten und Psychosomatik gebildet. Im Sinne der Kosteneinsparungen gebe es Kooperationen, zum Beispiel mit dem Krankenhaus Bruneck, in dessen Abteilung für Dermatologie auch die Patienten aus Brixen behandelt werden, so wie die Pusterer in der Urologie in Brixen kuriert werden. Auch das Krankenhaus Sterzing wird vermehrt genutzt, indem Brixner Ärzte dort in Ambulanzen tätig sind und Operationen durchführen. Damit werden die Operationssäle in Sterzing besser ausgelastet, weil dort noch Kapazitäten frei sind, während man in Brixen die Auslastungsgrenzen mehr oder weniger schon erreicht hat. „Wir kommen nach einer langen Aufbauphase nun in eine Konsolidierungsphase“ erklärt Gatscher und verweist darauf, dass der Sanitätsbetrieb Brixen im Unterschied zu anderen Sanitätsbetrieben bis auf das Jahr 2003 immer eine positive Bilanz aufweisen konnte. Die Krankenhäuser Brixen und Sterzing sind nicht nur für Patienten aus ihrem Einzugsgebiet von großer Attraktivität, 43 Prozent der Patienten stammen aus Gebieten der anderen Sanitätsbetriebe oder sogar aus anderen Provinzen. „Das ist für uns ein Problem, weil diese Patienten einen beträchtlichen Mehraufwand darstellen, der ohne zusätzliches Personal bewerkstelligt werden muss. Zum zweiten sind die Tarife für die Behandlung externer Patienten nicht mehr kostendeckend“, erklärt Gatscher. Er hoffe, dass die Landesregierung eine Anpassung der zehn Jahre alten Tarife vornehmen werde. Annamaria Mitterhofer


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Projekt Citybus

Ein Bus fährt Probe Das Konzept für ein Nahverkehrssystem in Brixen und Vahrn vervollständigt sich zusehens. Vor kurzem hat man mit einem methanbetriebenen Citybus erkundet, welche Straßen für die verschiedenen Routen geeignet sein könnten.

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Die Verantwortlichen der Bezirksgemeinschaft Eisacktal und der Gemeinden Brixen und Vahrn haben kürzlich zu einer Probefahrt mit einem methanbetriebenen Bus eingeladen, bei der verschiedene Abschnitte möglicher Routen abgefahren wurden. „Primäres Ziel dieser Aktion war es, die Befahrbarkeit verschiedener Straßen und Gassen zu testen“, erklärt Georg Mayrhofer von der Bezirksgemeinschaft.

Schwierige Sträßchen So hat sich der acht Meter lange Bus mit seinen etwa 13 Sitzplätzen und 45 Stehplätzen den schmalen Weg hoch zur Josefssiedlung und wieder hinunter gemüht – ein zwar bewältigbares, aber schwieriges Sträßchen. Dagegen war an einer Engstelle auf dem Millander Weg kein Weiterkommen möglich. In der Altstadt verzichtete man aufgrund von vorhandenen Bauarbeiten auf die Altenmarktgasse und befuhr stattdessen die Trattengasse. Warum hat die Projektgruppe überhaupt solch schwierige Streckenabschnitte als möglichen Routenverlauf für die einzelnen Linien ausgewählt, sind doch die Hauptstraßen viel schneller und einfacher zu bewältigen? „Bei der Erstellung des Routenverlaufs geht es uns darum, dass sich die einzelnen Haltestellen für möglichst viele Wohneinheiten im Umkreis von maximal 250 Metern befinden. 36

Wenn wir diese Nähe erreichen wollen, müssen wir die Hauptstraßen zum Teil verlassen“, sagt Mayrhofer. Allerdings heißt das nicht, dass jede der Versuchsstrecken um jeden Preis befahren wird. So schließt Georg Mayrhofer aus, dass der Bus tatsächlich die Josefssiedlung anfahren wird, und welche Route für Milland ausgewählt wird, soll demnächst Thema einer Aussprache mit den politischen Entscheidungsträgern von Milland sein.

Drei Linien im Halbstundentakt Insgesamt sollen in Zukunft drei Linien im Halbstundentakt verkehren. Damit der Zeitrahmen eingehalten werden kann, darf die Wegstrecke maximal elf Kilometer betragen. Linie 1 beginnt voraussichtlich am Bahnhof Vahrn, fährt über die Staatsstraße bis zur Vinzenz-Gasser-Straße, zweigt zum Krankenhaus und gelangt über die Dantestraße zum Bahnhof. Von dort geht es weiter nach Milland und Albeins. Die Linie 2 startet ebenfalls in Vahrn und fährt über Neustift und Elisabethsiedlung zum Krankenhaus. Von dort durchquert der Bus den Rosslauf, fährt weiter zur Trattengasse, Altenmarktgasse zum Großen Graben und zum Bahnhof. Von dort geht es über die Mozart­allee nach Milland. Kuno Pizzini­ni vom gleichnamigen Busunternehmen befürchtet zwar, dass ein Citybus in der bevölkerten Altenmarktgasse ein zu großer Störfaktor sein könnte, aber „schlimmstenfalls können wir auf die Stadelgasse ausweichen“.


Foto: Oskar Zingerle

Die dritte Linie beginnt am Krankenhaus, fährt zum Vinzentinum, weiter in die Cesare-Battisti-Straße über die Rappanlagen nach Köstlan. Dort will man in die Handwerkerzone einbiegen; allerdings gilt es noch eine Grundstückfrage zu klären, denn der heute bestehende Fahrradweg muss erst „bustauglich“ gemacht werden. Als Alternative zu dieser Fahrstrecke bleibt die Plosestraße. Von Milland wird der Bus weiter in das Industriegebiet fahren.

„Rendezvouspunkte“ Angesichts der vorgestellten möglichen Routen bleibt die Frage, ob ein direkter Linienverlauf zum Beispiel von Vahrn in die Brixner Industriezone vor allem zu den Spitzenzeiten nicht sinnvoller und für die möglichen Busnutzer attraktiver wäre. „Wenn wir von Vahrn direkt die Industriezone anfahren wollten, bräuchten wir eine vierte Linie, oder wir müssten darauf verzichten, weiterhin Albeins und Sarns anzufahren“, erklärt Mayrhofer dazu. Er verweist auf die „Rendezvouspunkte“ – das sind jene Haltestellen, wo die Busse der unterschiedlichen Linien innerhalb weniger Minuten eintreffen und so ein schnelles Umsteigen mit dem immer gleichen Ticket ermöglichen. Somit kann jeder den idealen und kürzesten Weg für sich finden. Bis zum Start des Citybusses gibt es allerdings nach wie vor einige wichtige Punkte zu regeln. Dazu gehört die Entscheidung, ob die Rappanlagen vom Citybus in beide Richtungen befahren werden können. Dazu muss der Verkehr, der vom Hotel Dominik in Richtung Grüner

Die Probefahrt mit dem acht Meter langen Citybus führte den Routenplanern noch einige Mängel vor Augen

Baum unterwegs ist, angehalten werden, um die Durchfahrt des Busses in die entgegen gesetzte Richtung zu ermöglichen.

Ampelregelung in den Rappanlagen? Stadtrat Gebhard Dejaco zeigt sich bei der Probefahrt wenig überzeugt, dass dieses Modell tatsächlich praktikabel sei: „Schaut euch die vielen Autos an, die jetzt warten müssen. Das funktioniert nie.“ Dem hält Mayrhofer entgegen: Bei der Probefahrt seien die Autos nicht gemäß den Vorstellungen der für den Citybus zuständigen Verkehrskommission angehalten worden. „Wir planen eine erste Ampel beim Hotel Gasser; dort wartet der Citybus an einer Ausweichstelle, bis die angehaltenen Autos vorbeigefahren sind. Inzwischen schaltet die zweite Ampel auf der Brücke beim Hotel Senoner auf Rot,

und der Citybus kann die letzte Engstelle bei den Rappanlagen schnell hinter sich bringen.“ Die Rotphasen sollen maximal eine Minute dauern, weshalb sich die Staus in einem vernünftigen Rahmen halten werden, ist sich Mayrhofer sicher. Außerdem würde diese Ampelregelung die Rappanlagen und die Cesare-Battisti-Straße für viele Autofahrer unattraktiver machen, die im Moment diese Strecke als schnellste Süd-Nord-Verbindung benutzen. Ob allerdings zwei Ampeln auf einer wenige hundert Meter langen Strecke für die sowieso schon stressgeplagten Autofahrer in Brixen politisch durchführbar seien, bleibt dahingestellt. Ebenfalls noch ungeklärt ist die Frage der Busvorzugsspur zwischen Vahrn und Brixen. Der Ausbau dieser Spur liegt in der Zuständigkeit der Landesregierung, und diese will zurzeit kein Geld für eine solche Maßnahme

ausgeben. „In Bozen verweist man auf die Westumfahrung. Dabei weiß jeder, dass es noch Jahre dauern wird, bis diese tatsächlich eine Entlastung bringen kann“, ärgert sich Mayrhofer. Nichtsdestotrotz will er demnächst gemeinsam mit den Bürgermeistern von Brixen und Vahrn bei Landeshauptmann Luis Durnwalder vorsprechen. „Wenn gar nichts hilft, werden wir versuchen, mit sehr einfachen Mitteln eine Spur auf der heutigen Fahrbahn einzuzeichnen. Der Platz dafür ist bis auf die wenige Meter lange Engstelle bei Zinggen vorhanden. Und diese wird der Bus mit einigem guten Willen auch hinter sich bringen.“ Annamaria Mitterhofer

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Zum Schutz der Nichtraucher Der Südtiroler Landtages genehmigte kürzlich mit 25 Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und zwei weißen Stimmzetteln den Gesetzentwurf von Landesrat Richard Theiner zum Schutz der Gesundheit der Nichtraucher.

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Foto: Oskar Zingerle

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Der Gesetzentwurf besteht aus neun Artikeln und tritt am bevorstehenden 1. Jänner in Kraft. Für Schankbetriebe, die keine Speisen verabreichen, finden die Bestimmungen dieses Gesetzes erst sechs Monate nach Inkrafttreten Anwendung. Gesundheitslandesrat Richard Theiner unterstrich, dass sein Gesetzentwurf, gegenüber den gesamtstaatlichen Bestimmungen einen noch besseren Schutz der Nichtraucher vorsehe. Man habe mit diesem Entwurf eine auf Südtiroler Verhältnisse maßgeschneiderte Norm geschaffen. So habe man beispielsweise besonderes Augenmerk auf den Schutz der Kinder und Jugendlichen gelegt, da in Südtirol das Rauchproblem in dieser Zielgruppe besonders akut sei. Theiner erinnerte, dass über 20 Prozent der Südtiroler Bevölkerung rauche – das sind 90.000 Personen. Die Anzahl der Männer sei eher rückläufig, jene der Frauen im Anstieg begriffen. Die Hälfte der Raucher konsumieren zwischen 11 und 20 Zigaretten pro Tag, 10 Prozent der männlichen Jugend rauchen mehr als

Jugendlichen mit 53 Prozent erschreckend hoch ist“, so Landesrat Theiner. Die Zigarettenautomaten müssen im Zeitraum von 7 bis 22 Uhr außer Betrieb sein. Die Eingrenzung der Öffnungszeiten der Automaten zielt darauf ab, dass Jugendliche unter 16 Jahren weniger leichten Zugang zu Zigaretten haben. Gestrichen wurde das Rauchverbot für Minderjährige unter 16 Jahren. Ein Rauchverbot wird es in allen Lokalen geben, in denen Speisen verabreicht werden. Das Essen von Pizza, Nudeln und Knödel wird somit in einer absolut rauchfreien Atmosphäre ermöglicht. In den abgetrennten, den Rauchern vorbehaltenen Räumlichkeiten können zukünftig nur mehr Kleinigkeiten wie Eis, Kartoffelchips, Brioches und ähnliches verabreicht werden.

Bis 275 Euro Bußgeld

Über 500 Menschen sterben in Südtirol jährlich an den Folgen des Rauchens eine Schachtel täglich. Er warnte auch vor den gesundheitlichen Auswirkungen: So seien zum Beispiel laut internationalen Schätzungen 49 Prozent der Todesfälle aufgrund von Krebs dem Tabak zuzuordnen. Das wären in Südtirol über 500 Tote pro Jahr.

Rauchen in abgeschlossenen Raucherräumen Mit dem Gesetzentwurf wird es in Südtirol ab nächstem Jahr

verboten sein, in allen geschlossen, der Öffentlichkeit zugänglichen Lokalen zu rauchen. Ausnahmen sind nur in Lokalen mit eigenen vollkommen abgeschlossenen Raucherräumen gestattet. In allen Bereichen der Kindergärten, der Schulen und jeder anderen Einrichtung für Jugendliche gilt in Zukunft absolutes Rauchverbot. Hier sind keine Ausnahmen möglich. „Diese Maßnahme empfinde ich als besonders wichtig, da die Quote der Raucher unter den

Absolutes Rauchverbot ist nicht nur für alle geschlossenen, der Öffentlichkeit zugänglichen öffentlichen Lokale vorgesehen, sondern auch für Vereinslokale, Klubs und Jugendräume. Bei Übertreten des Rauchverbotes wird eine Geldbuße von 27,50 bis 275 Euro angewandt. Die Strafe wird verdoppelt, wenn augenscheinlich schwangere Frauen oder Kinder bis zum 12. Lebensjahr anwesend sind. Bestraft werden auch Lokalbetreiber, die Minderjährigen unter 16 Jahren Tabakerzeugnisse verkaufen, und zwar mit einer Geldbuße zwischen 50 und 250 Euro. Oskar Zingerle


Event

Mit Gelassenheit in die Zukunft blicken Mit der Veranstaltung „Endlich mehr Gelassenheit – Planung für das Leben“ informierte die Raiffeisenkasse Eisacktal kürzlich im Forum Brixen zum Thema Zukunftsvorsorge und kreative Lebensgestaltung. Margit Hertlein und Christian Harrasser

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Tun, was man immer schon tun wollte, wenigstens im Ruhe­ stand – davon träumen viele. Wer sich ein facettenreiches Leben leisten will und sich den heutigen Lebensstandard auch in der Pension sichern möchte, braucht aber ein intelligentes Finanzierungs- und Vorsorgekonzept. Dieses aktuelle Bedürfnis hat die Raiffeisenkasse Eisack­ tal zum Anlass genommen und unter dem Motto „Endlich mehr Gelassenheit – Planung für das Leben“ zu einer Veranstaltung geladen. Mehr als 300 Teilnehmer kamen am 11. November ins Forum Brixen, um sich in angenehmer Atmosphäre mit Informationen zu den Themen Zukunftsvorsorge und kreative Lebensgestaltung zu rüsten.

Direktor Karl Leitner, Obmann Rudi Rienzner, Oswald Lechner und Alexander Brenner-Knoll

„Mit 17 hat man noch Träume“ Den Auftakt des Abends machte Oswald Lechner, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes der Handelskammer Bozen, mit seinem Referat „Wachstumsmotor Alter(n) – Mit 17 hat man noch Träume, ab 49 erfüllt man sie sich“. Wirtschaftspublizist Alexander Brenner-Knoll informierte die Teilnehmer über die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge in einer Zeit der sinkenden Renten. Abschließend begeisterte Trainerin und Buchautorin Margit Hertlein das Publikum mit „Ping Pong Peng – Ein humorvoller Vortrag über unsere Denkgrenzen und woher Kreativität und Ideen kommen“. Obmann Rudi Rienzner ging es vor allem darum, das brandaktuelle Thema „Zukunftsvorsorge“ mit Zuversicht anzugehen: „Wir wollten den Teilnehmern nicht nur einen besseren Ein-

Alexander Brenner-Knoll

Obmann Rudi Rienzner

Oswald Lechner

blick in die Thematik gewähren, sondern ihnen auch ein gutes Gefühl mit auf den Heimweg geben. Ich glaube, das ist uns gelungen.“ 39


Die alten Leiden des jungen Busbahnhofs Vor gut vier Jahren wurde der neue Busbahnhof in Brixen in Betrieb genommen. Schon damals kritisierte man die Ästhetik, bald kamen aber auch Klagen über mangelnde Funktionalität und Hygiene hinzu.

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Foto: Oskar Zingerle

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Angefangen hat die lange Geschichte des Brixner Busbahnhofs mit dem Vorhaben der Landesregierung, in Brixen eine neue Universität zu errichten. Der dafür vorgesehene Grund umfasste den gesamten damaligen Parkplatz und Busbahnhof zwischen Dantestraße und Bahnhofstraße, weshalb man sich nach alternativen Standorten für den Busbahnhof umsehen musste. Am Gelände des Zugbahnhofs wurde die Gemeinde dann fündig; ein Maximalprojekt samt unterirdischer Parkgarage wurde erstellt. Als klar wurde, dass das Universitätsgebäude nicht die gesamte vorgesehene Fläche benötigen würde, entstand allerdings die Idee, anstelle des ehemaligen Busbahnhofs eine zentrale Haltestelle zu errichten und diese optisch in die neue Uni einzubinden. An der Verwirklichung eines neuen Busbahnhofs auf dem Gelände der Eisenbahn hielt man vorerst noch fest. „Die Staatsbahnen sowie der damalige Landesrat Michele Di Puppo

sträubten sich jedoch gegen dieses Vorhaben“, erklärt Bautenstadtrat Gebhard Dejaco. In der Tat scheint die Idee einer verlegung des Busbahnhofs auch in den Ämtern der Landesregierung mittlerweile „gestorben“ zu sein.

Die Planung Das Architektenbüro Kohlmayer & Oberst aus Deutschland gewann die Ausschreibung zur Planung der Universität und somit auch des Busbahnhofes,

da die zwei Projekte eine Einheit bilden sollten. In einer ersten Phase wurde der Busbahnhof gebaut. Sofort nach seiner Fertigstellung gingen die Wogen in der Bevölkerung hoch. „So etwas Hässliches ist mir noch nie unter die Linse gekommen“, kritisierte beispielsweise der Fotograf Leonhard Angerer in einem Leserbrief an den „Brixner“. Auch Stadtrat Gebhard Dejaco rümpfte die Nase: „Die Bushaltestelle ist nicht gerade so ausgefallen, wie wir sie uns vorgestellt hatten.“

Auf die vielen Beschwerden meldete sich der Planer Jens Oberst zu Wort: „Die definitive Gestaltung der Außenanlagen kann erst im Zusammenhang mit der Universität erlebbar werden“, argumentierte er. Ob die Bushaltestelle allerdings heute – nach Fertigstellung der Uni – schöner ist als vor vier Jahren, darüber lässt sich streiten. Schon seit geraumer Zeit aber beklagen sich viele Fahrgäste über das Fehlen dessen, was Architekt Oberst damals als „hohe Funktionalität, Materialgerechtigkeit und Detailgenauigkeit“ bezeichnet hatte.

„WC kaputt“ Wer am Brixner Busbahnhof steht und sich umsieht, dem fallen drei große Metalltafeln auf mit dem Hinweis, wo sich das nächste WC befindet. Dort angekommen, stößt man allerdings auf verschlossene Türen – nicht etwa, weil gerade jemand seine Notdurft verrichtet, sondern weil das „WC kaputt“ sei, wie ein handgeschriebener und merklich in die Jahre gekommener Hinweiszettel informiert.


Warum das „WC kaputt“ ist und vor allem, warum schon seit Jahren niemand etwas dagegen unternimmt, versuchen wir beim Amt für öffentliche Bauten in Bozen zu hinterfragen. Dort erreichen wir Hans Peter Santer, seines Zeichens Projektsteurer der Universität sowie des Busbahnhofs: „Unser Amt war nur für den Bau zuständig, und dieser Aufgabe sind wir auch nachgekommen“, klärt Santer auf. „Auftraggeber war das Ressort für Verkehr und Transportwesen. Dieses Ressort hat mit der Gemeinde Brixen damals eine Konvention getroffen, dass Reinigung und Instandhaltung fortan Aufgabe der Gemeinde sei.“

Nach einiger Zeit habe die Gemeinde allerdings mitgeteilt, sie sehe sich außerstande, für die Reinigung der Struktur zu sorgen. In der Folge wurde die Konvention mit dem Ressort für Verkehr und Transportwesen annulliert. Bei Hans Peter Santer stößt dieser Schritt auch heute noch auf Unverständnis: „Eine Gemeinde wird wohl noch imstande sein, ein Klo zu putzen.“ In dieselbe Kerbe schlägt Geometer Gianfranco Jellici, Direktor des Ressorts für Personal, Tourismus, Verkehr und Transportwesen: „Wir können Strukturen bauen, aber wir sind nicht für die Reinigung zuständig, das ist Sache der Gemeinde.“ Das wollen wir genauer wissen und fragen beim Stadtrat Helmuth Kerer nach, der aber seinerseits den Ball wieder zurück spielt: „Da die WCs unterirdisch gebaut worden sind, wurden sie von der Bevölkerung nicht gerne benutzt. Außerdem sind sie weder behindertengerecht noch gut belüftet. Es wäre außerdem aufgrund der ungeschickten Positionierung nötig gewesen, rund um die Uhr einen Wachdienst zu postieren, was wir aber nicht finanzieren können.“ Trotzdem hofft Kerer auf eine baldige Lösung: „Wir haben größtes Interesse daran, dass die WCs sowie die restliche Einrichtung gut funktionieren, aber nicht unter diesen Bedingungen. Über eine Verbesserung der Struktur wird derzeit diskutiert; sobald diese fertig gestellt sind, sind wir gerne bereit, wieder den Reinigungsdienst der Toiletten zu übernehmen.“

Foto: Oskar Zingerle

„Außerstande, ein Klo zu putzen“ Das WC am Busbahnhof ist seit mehreren Jahren unbenützbar

Fahrkartenschalter nicht überdacht Ein weiteres Problem beim Busbahnhof ist die fehlende Überdachung beim Fahrkartenschalter. Bei Regen ist es nahezu unmöglich, eine Fahrkarte zu lösen, ohne nass zu werden. Wer schon einmal versucht hat, einen Schirm zu halten und gleichzeitig in seiner Brieftasche zu wühlen, wird dem nur beipflichten können. Jellici ist sich des Problems bewusst und bestätigt uns gegenüber, dass „ein Projekt zur Beseitigung sämtlicher Mängel bereits ausgearbeitet wurde. Unklar ist derzeit lediglich die Finanzierung.“ Auch hier spielen sich das Ressort für Verkehr und Transportwesen und das Ressort für öffentliche Bauten gegenseitig den Ball zu: Keiner will die anfallenden Kosten von geschätzten 300.000 Euro übernehmen.

Überhaupt hat der Busbahnhof offensichtlich Pech mit technischen Raffinessen. So war anfangs ein Informationskasten installiert, der auf fünf von LEDLämpchen generierten Zeilen die Wartenden darüber informieren sollte, in wie vielen Minuten die nächsten fünf Busse ankommen würden. Für diese Technik hat übrigens vor vier Jahren ein Brixner High-Tech-Unternehmen ein Projekt erstellt, das in Bozen allerdings vom damaligen Landesrat Di Puppo ab-

geschmettert wurde – mit der Begründung, dass man selbst ein Forschungsprojekt darüber initiieren wolle. Vier Jahre lang stand in Brixen auf dem Display lediglich die Testschrift „Riga1 – Riga2“ und ganz Brixen witzelte schon, wann denn diese Busse aus Lettland endlich ankommen würden. Vor einiger Zeit wurde das Display abgebaut – das landeseigene Forschungsteam ist offensichtlich bis heute nicht in der Lage, die geeignete Technik zu liefern. Dabei hätte man es viel günstiger und einfacher haben können – schließlich gibt es auf dem Markt genügend entsprechende Soft- und Hardwarelösungen. Zusammenfassend darf festgestellt werden, dass es offensichtlich bereits bei der Planung grobe Fehler gegeben hat. Hätte man allein bei der Positionierung des WC und beim Fahrkartenschalter mehr an die Funktionalität als an die Architektur gedacht, wäre die inzwischen vierjährige blamable Situation erst gar nicht entstanden. Die Brixner fragen sich indes, ob es nicht gerecht wäre, zumindest einen Teil der nun anfallenden Kosten von 300.000 Euro von den Planern oder von den seinerzeit bei den Entscheidungen involvierten Landestechnikern einzufordern. Dass ein kaputter Monitor monatelang von den zuständigen Beamten nicht bemerkt wird, braucht an dieser Stelle nicht kommentiert zu werden. Oskar Zingerle, Willy Vontavon

Monitore kaputt Schon bald repariert werden sollten hingegen die kaputten Info-Bildschirme. „Es ist gut, dass Sie mich darauf aufmerksam machen“, bedankt sich Jellici beim „Brixner“. „Ich habe nicht gewusst, dass die Bildschirme kaputt sind und werde noch heute dafür sorgen, dass sie repariert werden.“

Bei Regen ist es nahezu unmöglich, eine Fahrkarte zu lösen, ohne nass zu werden 41


Tourismusabgabe als Lösung Foto: Oskar Zingerle

Mit der aktuellen Verkehrslage, der Situation bei den Förderbeiträgen im Gastgewerbe und mit den Rechten und Pflichten der Steuerzahler bei einer Finanzkontrolle befasste sich der Bezirk Eisacktal des Hoteliers- und Gastwirteverbandes auf seiner Jahresversammlung.

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HGV, dass die Ausbildung der Lehrlinge noch praxisorientierter gestaltet würde.

„Es fehlen 80 Millionen Euro“

„Es sind zwar einige Verbesserungen bei der Verkehrsregelung in Brixen durchgeführt worden, das Problem ist aber noch nicht gelöst“, meinte HGV-Bezirksobmann Alois Hinteregger und sprach damit den Durchzugsverkehr durch Brixen an. Mit den errichteten Rondellen seien zwar Erleichterungen erzielt worden, trotzdem müsse LR Thomas Widmann: „Der Haushalt ist ausgereizt, und es ist auch keine politische Mehrheit für zusätzliche Gelder für die Bewerbung Südtirols zu finden.“

der Verkehr noch zügiger gestaltet werden. „Wir können aber nicht zehn Jahre warten“, sagte Hinteregger und ersuchte die Verantwortlichen, rasch mit den Arbeiten für die Umfahrung von Brixen zu beginnen.

Den tourismuspolitischen Teil der HGV-Bezirksversammlung gestalteten HGV-Präsident Walter Meister und Tourismuslandesrat Thomas Widmann. Meister kritisierte eingangs die Misere im Beitragswesen für Hotel- und Gastbetriebe. „Uns fehlen 80 Millionen Euro. Deshalb müssen die Beitrags­ ansuchenden im Moment bis zu fünf Jahre warten, bis der zugesagte Beitrag ausbezahlt werden kann“, referierte Meister die Fakten. Ein erster Teilerfolg wurde insofern erreicht, als dass das Tourismuskapitel im Landeshaushalt um 10 Millionen Euro aufgestockt wurde. Dafür bedankte sich Meister auch bei Landesrat Thomas Widmann. „Damit ist das Problem aber

„Törggelen“ nur im Eisacktal Er informierte weiters über den Versuch, den Begriff „Törggelen“ für das Eisacktal zu sichern. Gemeinsam mit dem Bauernbund des Bezirkes solle zudem ein neuer Anlauf gestartet werden, im nächsten Jahr in Brixen wieder das Törggelefest durchzuführen. „Dies wäre unbestreitbar ein weiteres Highlight, das unsere Talschaft Gästen und Einheimischen im Herbst anbieten kann“, unterstrich der HGV-Bezirksobmann. Schließlich lobte er auch die gute Zusammenarbeit mit der gastgewerblichen Berufsschule in Brixen. Damit erreiche der 42

HGV-Bezirksobmann Alois Hinteregger: „Wir können nicht zehn Jahre warten, bis der Verkehr in Brixen endlich flüssig wird.“

nicht gelöst“, unterstrich Widmann. Gemeinsam mit dem HGV werde man aber nach Lösungen suchen, damit die Wirte wieder in einer vertretbaren Zeit auf ihren Investitionsbeitrag setzen können.

Sinn und Zweck einer Tourismusabgabe Widmann kündigte zudem eine Neueinstufung der Gemeinden in touristischer Hinsicht an. „Es ist an der Zeit, die bisherigen Kriterien zu überarbeiten und sie der Realität anzupassen“, sagte er. Ein weiteres Ziel sei die finanzielle Sicherstellung der Tourismusorganisationen. Meister und Widmann referierten dabei über Sinn und Zweck einer Tourismusabgabe. Es sei notwendig, dass mehr Gelder für die Bearbeitung des touristischen Marktes zur Verfügung stünden. „Der Haushalt ist ausgereizt, und es ist auch keine politische Mehrheit für zusätzliche Gelder für die Bewerbung Südtirols zu finden. Deshalb müssen wir die Situation selbst in die Hand nehmen und nach konkreten Lösungen suchen“, plädierte Widmann für eine offene und vorurteilslose Diskussion über die Tourismusabgabe. Diese hätten auch alle anderen Wirtschaftsbereiche zu bezahlen. „Wenn der Tourismus weiterhin der Motor der Wirtschaft bleiben soll, dann ist dieses Vorhaben auch gerechtfertigt“, meinte Widmann. Über die Rechte und Pflichten des Steuerpflichtigen bei einer Finanzkontrolle klärte schließlich Hauptmann Manfred Libera auf. Oskar Zingerle


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20. Dezember 2004 fällig ist. Man erinnert, daß die für dieses Jahr gültigen Steuersätze folgende sind: • • • •

4 ‰ – reduzierter Tarif für Hauptwohnung und Zubehöre (Garage oder Box oder Autoabstellplatz oder Keller oder Dachboden – max. 2) 5,5 ‰ – ordentlicher Tarif 7 ‰ – Tarif für nicht genutzte, leerstehende Wohneinheiten Freibetrag von 258,22 Euro, - für Hauptwohnung

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Grippe oder Meningitis? In Südtirol treten Meningitisfälle gehäuft auf; vor allem Kinder und Jugendliche sind betroffen. Wenn man sich nicht sicher ist, ob das eigene Kind an Meningitis erkrankt ist, kann der so genannte „Glastest“ helfen, die richtigen Symptome zu erkennen.

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Wenn Kinder während der Wintermonate krank werden und die angezeigten Temperaturen auf dem Fieberthermometer nach oben steigen, fragen sich viele Eltern besorgt, ob es sich hier nur um eine einfache Grippe oder womöglich um eine schwer wiegende Meningitis handelt. Man weiß, eine Entzündung der weichen Hirnhäute kann sehr schnell verlaufen und bei nicht rechtzeitiger Behandlung tödlich enden.

Keine Impfung gegen Meningokokken „In Südtirol sind vor allem Bakterien des B-Stammes, die so genannten Meningokokken, die Ursache für die Erkrankung. Gegen diese Form gibt es keine Impfung, die vor einer Erkrankung schützen könnte“, erklärt Markus Markart, Primar an der Kinderabteilung im Krankenhaus Brixen. Er erlebt in den Wintermonaten durchschnittlich vier bis sechs solcher Fälle. Immer wieder kommt es vor, dass sich die Krankheit innerhalb weniger Stunden dramatisch entwickelt; in solchen Fällen hilft nur sehr rasches Handeln. Auch nur eine Verzögerung von einer halben Stunde kann unter Umständen fatal sein. Gerade weil die Eltern über die Bedeutung eines raschen Handelns Bescheid wissen, stellen sich viele die Frage, welche Krankheitssymptome sie frühzeitig in Richtung Meningitis interpretieren können. Die Medizin nennt hohes Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden, Erbrechen, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübung, Krämpfe oder Hautblutungen als

Markus Markart: „Eltern sollen über die typischen Symptome bei der schnell verlaufenden Meningitis Bescheid wissen.“ gängige Symptome. Für einen Laien ist der Durchblick schwierig; zudem kann es vorkommen, dass Symptome nur schwach oder gar nicht auftreten.

Zuverlässige Diagnosen oft schwierig Bleibt somit nur der Gang zum Arzt. Auch der kann aber unter Umständen keine endgültige Sicherheit bringen. Markus Markart warnt deshalb: „Wenn ein Arzt ein Kind sieht, bevor es auch nur schwache Krankheitszeichen entwickelt hat, kann auch er keine zuverlässige Diagnose stellen.“ Unter Umständen glauben die Eltern nach dem Arztbesuch, dass es sich „nur“ um eine schwere Grippe handelt. Tatsächlich kann sich aber nur wenige Stunden nach der Visite eine schwer wiegende Meningitis entwickeln. Einen ähnlichen Fall habe es vor kurzem im Brunecker Krankenhaus gegeben, der leider tödlich ge-

endet ist. Deshalb ist es für Markus Markart wichtig, dass Eltern vor allem über die typischen Symptome bei der schnell verlaufenden Meningitis Bescheid wissen. Worauf sollen Eltern also achten? Markus Markart erklärt dazu: „Wenn ein Kind an Meningitis erkrankt, ist sein Allgemeinbefinden immer sehr schlecht. Hat es hohes Fieber, wird dieses auch durch fiebersenkende Mittel nicht sinken. Nackensteifigkeit ist als Symptom zwar sehr bekannt, aber leider nicht leicht zu erkennen.“ Um diese festzustellen, empfiehlt er, das Kind mit angewinkelten Beinen auf den Boden zu setzen. Wenn es den Kopf nicht so weit nach vorne biegen kann, um das Knie zu küssen, kann man von Nackensteifigkeit sprechen.

Hautblutungen Noch zuverlässiger ist aber der Glastest. Gerade bei den gefährlichen, weil sehr schnell verlaufenden Meningitisfällen treten Hautblutungen auf, die man mit diesem Test feststellen kann. Dabei handelt es sich um kleine Flecken, Blutansammlungen unter der Haut, die auch dann nicht blässer werden oder verschwinden, wenn man ein

Glas gegen diesen Fleck drückt. Damit kann man Hautblutungen klar von einem Hautausschlag unterscheiden, der bei Druck an Farbe verlieren würde. Markus Markart rät, bei stark fiebernden Kindern immer wieder den gesamten Körper zu kontrollieren, ob solche Hautblutungen auftreten. „Wenn sich die Eltern sicher sind, dass auch nur ein Fleck vorher nicht vorhanden war und dieser Fleck beim Glastest seine Farbe behält, ist rasches Handeln angesagt.“ Das bedeutet, entweder den schnellsten Weg zur Ersten Hilfe im Krankenhaus suchen oder, wenn dieser schneller erreichbar ist, einen Arzt kontaktieren, der ein geeignetes Antibiotikum spritzen kann. „Mit dieser Maßnahme kann man den Krankheitsverlauf beeinflussen und die Keime aufhalten. Ansonsten vermehren sich diese exponentiell, und auch die Hautblutungen verbreiten sich innerhalb kürzester Zeit auf dem ganzen Körper.“ Bei rechtzeitiger medizinischer Behandlung werden die erkrankten Kinder wieder völlig gesund. Annamaria Mitterhofer

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„Für eine nachhaltige Zukunft“ Vor wenigen Wochen wurde in Brixen der Verein „heimat Brixen/Bressanone/Persenon“ aus der Taufe gehoben. Karl Kerschbaumer, Marlies Gasser-Vontavon, Klaus Vontavon, Greti Seebacher und Bruno Gheno wurden für die nächsten drei Jahre in den Vorstand gewählt. Der „Brixner“ unterhielt sich mit dem Obmann Klaus Vontavon.

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Herr Vontavon, die Wahl zum dreisprachigen Namen „heimat Brixen/Bressanone/Persenon“ beweist, dass Ihr Verein sprachgruppenübergreifend ist. „Heimat“ ist eine sehr persönliche Angelegenheit und kann nicht von einer einzelnen Sprachgruppe vereinnahmt werden. Wir wollen von vorneherein die Diskussion so breit wie

Wir wünschen Frohe Weihnachten und viel Glück fürs Jahr 2005!

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möglich angehen und alle in die Gestaltung unserer Heimat einbeziehen. Damit unterscheiden Sie sich von typischen Heimatpflegevereinen in Südtirol, die bisher wohl eher aus deutschsprachigen Initiativen geboren wurden. Das hat sicher damit zu tun, dass bisher im deutschsprachigen Raum die Sensibilität für Umwelt und für Gebautes größer war. Wir haben aber festgestellt, dass zunehmend italienischsprachige Südtiroler kritisch die Entwicklungen in unserer Stadt beobachten und hier einen Handlungsbedarf sehen. Welche Ziele verfolgt Ihr Verein? Wir haben vielfältige Ziele. In unserer Satzung steht, wir wollen die kulturelle, historische und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes aufzeigen und den Blick auf eine nachhaltige Zukunft öffnen. Eines der konkreten Ziele ist es, bestimmte Objekte, die wir als wertvoll erachten, zu schützen. Außerdem wollen wir versuchen, in die Urbanistik Einfluss zu nehmen. Auch die allgemeinen sozialen Belange des Zusammenlebens zum Beispiel mit den Zuwanderern, deren Kinder irgendwann hier Heimat finden werden, sind uns ein wichtiges Anliegen. Ein weiterer Eckpfeiler unserer Tätigkeit ist die Weiterbildung: Wir wollen versuchen, uns und den Mitbewohnern klar zu machen, warum gewisse Objekte in Brixen schützenswert sind und wie man die Lebensqualität in Brixen verbessern kann. Auch geht es uns darum, den Brixnern neue Sichtweisen zum Thema „Wohnen“ zu vermitteln.

Klaus Vontavon: „Wir wollen darüber nachdenken, wie Brixen in zehn oder 20 Jahren aussehen könnte“ Wie meinen Sie das? Wir haben sehr oft den Eindruck, dass viele nicht wissen, wie sie ihre engste Umgebung auf eine Weise gestalten können, dass sie sich wohlfühlen. Viele Leute kaufen sich zum Beispiel Wohnungen und müssen in der Folge erkennen, dass diese Wohnungen gar nicht ihren wahren Bedürfnissen entsprechen. Wenn sie sich vorher mit ihren eigenen Bedürfnissen beschäftigt hätten, hätten sie keinen Fehlkauf riskiert. Sie erklärten vorhin, Sie wollen Einfluss nehmen in die Urbanistik in Brixen. Sind Sie der Meinung, in diesem Bereich gibt es ein Qualitätsproblem?

Ja, sicher. Ich wandere oft nach Karnol und schaue mir Brixen von oben an: Die Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten wie ein Brei entwickelt. Das ist übrigens nicht nur ein Brixner Phänomen, sondern leider in ganz Südtirol zum Problem geworden. Warum? Die Fraktionen dehnen sich im Wohnbereich immens aus, sie werden zu „Vorstädten“ von Bozen. Sehr viele Leute wohnen heute irgendwo auf dem Land und fahren zur Arbeit in die Zentren. Dies hat negative Auswirkungen auf das Leben in den Dörfern und auf die Verkehrssituation. In diesem Sinn


verursacht falsche Urbanistik einen Rattenschwanz von Problemen. Sind Ihrer Meinung nach die politischen Entscheidungsträger im Bereich Urbanistik überfordert? Ich glaube, dass zur Zeit bei den meisten urbanistischen Entscheidungen der kommerzielle Gedanke im Vordergrund steht. Wir erleben im Moment eine Politik der Zugeständnisse, und dies bringt eine Reihe von Problemen. Wenn heute in Brixen im Industriegebiet Gewerbebauten leer stehen, dann trägt vor allem die Steuerpolitik die Verantwortung dafür. Die Urbanistik richtet sich heute keineswegs nach den wirklichen Bedürfnissen der Stadt. Während ein typischer Südtiroler Heimatpflegeverein meist nur die Erhaltung alter Substanzen zum Ziel hat, wollen Sie laut Ihrer Satzung auch versuchen, in die jetzige Architektur Einfluss zu nehmen. Ich kenne einige Heimatpflegevereine, die dies bereits tun, und in diesem Sinn ist Ihre Fest-

stellung zu hinterfragen. Es gibt Vereine, die durchaus moderne Architektur und Urbanistik in ihrem Programm haben. Wir wollen uns also in dieser Hinsicht absolut nicht von anderen Vereinen abheben. Vielleicht ist eher der Fall, dass diese Tätigkeit der Vereine von der Öffentlichkeit noch nicht so wahrgenommen wird. Zum Beispiel gibt es in Bruneck und in anderen Gegenden eine Reihe von Initiativen, die sich einerseits für eine neue Qualität in der Architektur und andererseits für die Erhaltung alter Gebäude einsetzen. Wie wollen Sie die Architektur beeinflussen? Unser Verein hat nur eine Chance: Wir müssen Veranstaltungen organisieren, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und meinungsbildend arbeiten. Unser Verein steckt noch in den Kinderschuhen: Er wurde erst vor einigen Wochen gegründet, und jetzt müssen wir lernen, die von uns definierten Ziele so gut wie möglich zu verfolgen. Die Vereinsgründung und die ersten

zwei Veranstaltungen haben wir gut über die Runden gebracht, aber jetzt beginnt erst die richtige Arbeit. In Ihren Satzungen steht, dass Ihr Verein überparteilich und unabhängig ist. Ist es schwierig, diese Tatsache zu kommunizieren, oder wird man von vorneherein in eine alternative Ecke gedrängt? Wenn man in Südtirol überparteilich ist, ist man automatisch alternativ. Uns ist aber wichtig, dass wir keinerlei Berührungsängste haben. Dies gilt selbstverständlich auch für politische Richtungen oder Parteien. Uns geht es um die Sache, und wir suchen in diesem Sinn die unterschiedlichsten Zusammenarbeiten. Wäre es also denkbar, dass ein Stadtrat für Urbanistik bei Ihnen Mitglied wird? Selbstverständlich, damit hätten wir überhaupt kein Problem. Unser Verein hat bereits über 70 Mitglieder, und das ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass es in der Bevölkerung ein Be-

dürfnis gibt, aktiv die Umwelt mitzugestalten. Für 2005 haben Sie eine Reihe von Aktivitäten geplant. Was kommt als Nächstes? Wir werden in naher Zukunft einen Vortrag zum Thema Denkmalpflege organisieren und einen Diskussionsabend zum Begriff „Heimat“ und zum Heimatverständnis. In Ihren Zielen steht auch, Sie wollen eine Arbeitsgruppe „Leitbild Brixen“ bilden. Welche Ziele verfolgen Sie damit? Wir wollen, zusammen mit anderen Organisationen, darüber nachdenken, wie Brixen in zehn oder 20 Jahren aussehen könnte. Wir erleben im Moment eine globale Veränderung, die sich vom Wetter bis zu so wichtigen Wirtschaftsbereichen wie dem Tourismus erstreckt. Es gilt, ein Konzept zu erarbeiten, wie sich Brixen in der nächsten Zeit entwickeln soll, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Oskar Zingerle

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„Il disagio che non c’è“

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Eigentlich besetzen normalerweise die italienischen extremen Rechtsparteien den Begriff „disagio“ für ihre politischen Zwecke. Da ist es kein Wunder, dass der Volksbanksaal sich bis auf den letzten Platz füllt, wenn der ansonsten moderate VizeBürgermeister Dario Stablum eine Podiumsdiskussion mit dem reißerischen Titel „Esiste il disagio a Bressanone?” an-

Kammerabgeordnete Hans Widmann: „Wir haben immer versucht, das Autonomiestatut so gut wie möglich zu verwalten, damit die gesamte Bevölkerung in Südtirol gut leben kann“ kündigt. Seine Partei „Insieme per Bressanone“ hat kürzlich Landesrätin Luisa Gnecchi, den SVP-Kammerabgeordneten Hans Widmann und den Forza-ItaliaPolitiker Maurizio Vezzali eingeladen, der allerdings im letzten Moment krankheitsbedingt ausfiel.

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„La convivenza è un’esperienza meravigliosa“ Luisa Gnecchi hat dann allerdings sofort klargestellt: „Non so se sono la persona giusta per parlare del disagio degli italiani a Bressanone“. Schon vorher hatte Moderator Giorgio Vonmetz Schiano die Richtung vorgegeben: „La convivenza è un’esperienza meravigliosa“. Gnecchi unterstrich, dass die Lebensqualität in Südtirol „a ottimi livelli“ sei, was sie durch Statistiken auch klar belegte. Wenn man die nackten Zahlen Südtirols analysiere, sei es nicht rational erklärbar, dass ein „Unbehagen“ überhaupt aufkommen könne. In Südtirol herrsche Vollbeschäftigung, die Sanität funktioniere hervorragend, das Schulwesen sei vorbildlich. Zu-

dem sei zwar in der Landeshauptstadt in der Vergangenheit von einem „disagio“ die Rede gewesen, in Brixen sei aber dieses Unbehagen niemals aufgekommen: „Per chi vive a Bolzano, Bressanone è una situazione d’eccellenza“. Unter anderem auch durch die Universität hätte Brixen viele Chancen mehr als andere Städte. Trotzdem katapultieren einige Medien mit pünktlicher Regelmäßigkeit den Begriff auf die Titelseiten und kritisieren vor alVize-Bürgermeister Dario Stablum: „Italiani e tedeschi hanno problemi comuni”

lem das Autonomiestatut. „Dabei hat die deutschsprachige Bevölkerung sich lediglich ihren Status als Minderheit erkämpft; es ist der falsche Weg, wenn auch die italienische Sprachgruppe einen ähnlichen Status innerhalb Südtirols anstrebt“, sagte Gnecchi. Es gebe dazu auch keinen Anlass, weil das Autonomiestatut „gerecht“ sei und keine der zwei Sprachgruppen benachteilige. Zudem müsse man inzwischen feststellen, dass Südtirol längst eine multikulturelle Realität sei: 19.000 Ansässige sind Ausländer – damit habe man die ladinische Sprachgruppe bereits überholt. 13 Prozent aller Kinder, die in Südtirol zur Welt kommen, haben eine ausländische Mutter. „Per me è difficile individuare un disagio degli italiani“, schloss Gnecchi ab.

„Disagio“ ist sprachgruppenübergreifend Hans Widmann schlug in dieselbe Kerbe: „Auch ich bin nicht die geeignete Person, über den ‚disagio’ in Brixen zu referieren“, begann er seinen Vortrag. Südtirol habe eben das politische Schicksal, dass hier drei Sprachgruppen zusammenleben Foto: Willy Vontavon

Foto: Willy Vontavon

Dario Stablums Partei „Insieme per Bressanone“ ist kürzlich in einer Podiumsdiskussion der Frage nachgegangen, ob es in der italienischsprachigen Brixner Bevölkerung das sprichwörtliche „Unbehagen“ gibt.


Rotes und ein Weißes Kreuz gibt. Beide haben dieselben Ziele, und in beiden arbeiten längst Mitarbeiter beider Sprachgruppen“. Damit verpasse man Syner­ gien und verschwende Kraft.

Landesrätin Luisa Gnecchi: „Per chi vive a Bolzano, Bressanone è una situazione d’eccellenza“

„Italiani e tedeschi hanno problemi comuni” Auch Dario Stablum begann seine Rede mit der Aussage, dass in Brixen kein „disagio“ feststellbar sei. „Italiani e tedeschi hanno problemi comuni. Parlare di disagio degli italiani lo ritengo assolutamente improprio. Potrà esserci incapacità o difficoltà di adattamento da parte di singoli”, betonte Stablum. Und: „Certi piagnistei che tendono a dare una colorazione etnica a tante problematiche che nulla hanno di etnico non gioca a favore del nostro gruppo linguistico“. In der offenen Diskussion kritisierte Markus Lobis die von der Südtiroler Landesregierung verhinderte Zweisprachigkeit in den Kindergärten. Diese Situation spiegele inzwischen

Foto: Willy Vontavon

müssen, und im Autonomiestatut gebe es Regeln, die es verhindern, dass die eine oder andere Sprachgruppe ungerecht behandelt werde. „Wir haben immer versucht, das Autonomiestatut so gut wie möglich zu verwalten, damit die gesamte Bevölkerung in Südtirol gut leben kann“, betonte Widmann. Wenn schon, dann sei der „disagio“ sprachgruppenübergreifend. „Natürlich gefällt den Südtirolern die Einführung des Tickets im Sanitätswesen nicht, aber es sind beide Sprachgruppen, die damit Schwierigkeiten haben“, betonte Widmann. Es gebe längst keine Probleme mehr, die jeweils nur eine Sprachgruppe betreffen. Viel mehr gebe es gemeinsame Probleme, die auch gemeinsam gelöst werden müssen. Inzwischen habe auch jeder gelernt, dass eine zweite Sprache vor allem ein „arricchimento personale“ darstelle. Längst sei es an der Zeit, betonte Widmann, dass man daran gehe, in einigen Bereichen doppelte Strukturen abzubauen: „Es hat keinen Sinn mehr, wenn es ein

auf keinster Weise die Realität wider, bemängelte er, weil sehr viele deutschsprachige Bürger ihre Kinder in italienische Kindergärten schicken würden. Daniela Mosconi von der Grünen Bürgerliste behauptete, dass es den „disagio“ auch in Brixen sehr wohl gebe. Die Frage der Ortsnamen, der Proporz und die

Zweisprachigkeit würden nach wie vor von weiten Kreisen der italienischsprachigen Bevölkerung kritisiert. Stablum erwiderte, dass es notwendig sei, eine „cultura di convivenza“ zu pflegen, von der alle Sprachgruppen in Brixen profitieren würden. Willy Vontavon

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Er steht noch immer da

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Seit mehreren Jahren ist die Standortsuche für einen Mobilfunkumsetzer in Schabs ein heiß diskutiertes Thema. Nun scheint es, dass es tatsächlich gelingen werde, diesen Umsetzer zu verhindern. Im nun vorliegenden Landesplan für Umsetzeranlagen sind weder der Stegerbühel noch der Ochsenbühel als mögliche Standorte ausgewiesen. Laut Plan soll an der Autobahnausfahrt Vahrn ein Umsetzer errichtet werden.

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Bei einer Informationsveranstaltung in Franzensfeste zum Brennerbasistunnel wurde mitgeteilt, dass 2006 in Franzensfeste mit dem Bau des Pilotstollens begonnen werden soll. Im Dorf soll eine 2,5 Hektar große Baustelle entstehen, nördlich von Franzensfeste eine 6,5 Hektar große.

Ein verwahrloster dunkelblauer Opel Omega ohne Kennzeichen steht seit April 2004 (!) am Parkplatz bei der Vahrner Sportzone. Die Gemeindeverwaltung von Vahrn hat dies bei den Carabinieri gemeldet. In mühevoller Kleinarbeit konnte der Eigentümer in Belgien ausfindig gemacht werden. Nun müsste die Gemeinde dafür sorgen, dass das Auto bis zu seiner Abholung in einer Garage untergebracht wird. Weil dies aber mit relativ hohen Kosten verbunden ist, wurde beschlossen, den Wagen inzwischen auf dem öffentlichen Parkplatz stehen zu lassen. Amüsiert und gleichzeitig verärmk gert fragen sich die Vahrner, wann das Wrack endlich verschwinden wird.

Sachsenklemme oder Maulsner Höhe In einer Anfrage an den Südtiroler Landtag erkundigen sich die Abgeordneten der „Freiheitlichen“ Pius Leitner und Ulli Mair nach dem derzeitigen Stand der Dinge in Sachen Mülldeponie Wipptal. „Für die Errichtung der Bezirksmülldeponie Wipptal sollen zwei Standorte in Frage kommen, die von der Landesregierung noch zu prüfen sind“, schreiben die Freiheitlichen. Ursprünglich war die Liste der möglichen Standorte viel umfangreicher. Da das Fassungsvermögen der Deponie in Schabs bald erschöpft sein werde, bestehe seit Jahren Handlungsbedarf. Andererseits sei zu vernehmen, so die Freiheitlichen, dass die Kapazität der neuen Deponie bei weitem nicht der der ursprünglich veranschlagten entsprechen müsse. Landesrat Michl Laimer bestätigt in einem Antwortschreiben, dass derzeit zwei Standorte für den Bau einer Mülldeponie überprüft würden, und zwar die „Sachsenklemme“ in der Gemeinde Franzensfeste und die „Maulsner Höhe“ in der Gemeinde Freienfeld. „Zurzeit wird vom beauftragten

Planungsbüro Plan Team aus Bozen der Umweltverträglichkeitsbericht für beide Standorte ausgearbeitet“, schreibt Laimer. Dieser Bericht wird dann an die Bezirksgemeinschaft weitergeleitet, die ihrerseits wiederum noch im Dezember 2004 beim zuständigen Landesamt für Umweltverträglichkeit das Umwelt-

verträglichkeits-Verfahren einleiten werde. Laimer rechnet nicht mit einem Baubeginn vor 2006 und schätzt die Bauzeit auf zwei Jahre. Die bisherigen Kosten für Planung, diverse Studien sowie Sicherheitsmaßnahmen in der Sachsenklemme belaufen sich auf insgesamt über 3 Millionen Euro. oz Foto: Oskar Zingerle

Die Kommission für Raumordnung hat die Ausweisung einer neuen Wohnbauzone in Aicha abgelehnt. Begründet wird die Ablehnung damit, dass die Zone in einem landschaftlich besonders unter Schutz gestelltem Gebiet geplant ist und dass sie zu einer Zersiedelung des Dorfes führe, weil sie nicht ans Dorf angeschlossen ist.

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Bilder aus vergangenen Tagen Zum dritten Mal dürfen sich die Bewohner der Gemeinde Natz/Schabs über einen Bildkalender der besonderen Art freuen: Der Bildungsausschuss der Gemeinde fügte historische Aufnahmen aus der Zeit von 1900 bis 1965 zu einem Kalender zusammen. Nach den „Alten Dorfansichten“ und dem „Ländlichen Arbeitsleben“ wenden sich die Aufnahmen für die Ausgabe 2005 den „Menschen in der Dorfgemeinschaft“ zu. Die Schwarz-Weiß-Bilder erzählen

vom geselligen Miteinander im Ort, werfen einen Blick auf die Schulgeschichte und auf das von der Religion geprägte Brauchtum. Neben den historischen Ansichten ermöglicht der Kalender auch einen Blick auf die Gegenwart: Alle wesentlichen Veranstaltungen der Vereine und Verbände, die das Dorfleben ehrenamtlich fördern und mitgestalten, sind darin enthalten. Zusammengestellt und gestaltet wurde der Kalender von den Bildungsausschuss-Mitgliedern

Gisela Seebacher Überbacher und Josef Mair. Die Finanzierung erfolgte durch die Raiffeisenkasse Eisacktal; alle Bewohner der

Gemeinde Natz/Schabs erhalten ein kostenloses Exemplar dieser wertvollen Chronik. db

führt. Im Zuge der Bauarbeiten wurde dieser Bereich mit Straßenlampen ausgestattet, um die Fußgänger auch in den Abendstunden sicher ins Dorf leiten zu können. Zusätzlich wird die Zufahrt zur Tiefgarage, die unterhalb des Hauses der Dorfgemeinschaft liegt, asphaltiert. Die

Baukosten für die Haltestelle und Infrastrukturarbeiten belaufen sich auf etwa 40.000 Euro. Die Haltstelle für die nach Brixen gerichteten Busse, die ebenfalls am südlichen Dorfausgang liegt, bleibt bis auf weiteres beamm stehen.

Neue Bushaltestelle für Schabs In diesen Tagen wird die neue Haltestelle in Schabs für die ins Pustertal fahrenden Busse fertig gestellt. Die alte Haltestelle am südlichen Dorf­ eingang von Schabs wird damit aufgelassen. Sie war aus verkehrstechnischen Gründen nicht mehr akzeptabel, weil die

Busse noch auf der Fahrbahn an der Dorfeinfahrt anhalten mussten. Die neue Ausfahrt mit eigenem Haltebereich kann von den Dorfbewohnern über einen Zugang erreicht werden, der zwischen dem Haus der Dorfgemeinschaft verläuft und dort über eine Stiege zur Hauptstraße

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zesänderung mit sich bringen: Derzeit wird die regionale Gemeindeordnung überarbeitet, die auch die Voraussetzungen für das Amt des Gemeindesekretärs festschreibt. Um den Posten in Mühlbach, der sich in der „zweiten Klasse“ befindet, übernehmen zu können, sind derzeit fünf Jahre Erfahrung in einer Gemeinde der „dritten Klasse“ mit über 2.000 Einwohnern oder zehn Jahre Berufserfahrung in einer Gemeinde der „vierten Klasse“ mit unter 2.000 Einwohnern nötig. „Der Bürgermeister von Mühlbach wird den Antrag stellen, diese Voraussetzungen auf drei bzw. sechs Jahre herabzusetzen“, erläutert Fischnaller. In diesem Fall kämen wesentlich mehr Kandidaten in Frage, und eine Lösung des Problems wäre in Sicht. oz

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Pilgerfahrt nach Rom und Assisi Von ihrer Pilgerfahrt nach Rom und Assisi kamen kürzlich 45 Meransner Pilger retour. Die Fahrt der Pfarreien Meransen und Vals führte auf den Berg La Verna, wo der Heilige Franziskus die Wundmale erhielt. Nach einer Messfeier und der Besichtigung der heiligen Stätte hielten sich die Pilger zwei Tage lang in Assisi auf. Dann steuerten sie Rom an, wo eine Papstaudienz auf dem Programm stand. Beein-

druckt waren die Pilger besonders vom Aufstieg auf die Peterskuppel, die Führung durch die Kallixtuskatakomben sowie dem Gang durch das antike Rom. Die Gottesdienste und Gebetszeiten waren ebenso wichtig wie das gesellige Zusammensein. Bei ihrer Heimkehr wurden die Pilger um Mitternacht mit dem Klang der Kirchturmglocken empfangen. al

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Foto: Oskar Zingerle

Seit dem 1. Juni ist in der Gemeinde Mühlbach ein gut bezahlter Gemeindeposten frei: Der ehemalige Sekretär Josef Fischnaller ist seither in der Brixner Gemeindestube tätig. „Ich habe bei meinem Abgang in Mühlbach versprochen, dass ich die wichtigsten Amtsgeschäfte noch erledige, bis der Posten wieder besetzt ist“, erklärt Fischnaller. Inzwischen ist die Stelle zwei Mal ausgeschrieben worden, aber es hat sich niemand gemeldet – auch nicht, nachdem einige Kandidaten, die die nötigen Voraussetzungen erfüllt hätten, persönlich kontaktiert worden waren. „Die Situation ist für mich nicht angenehm“, erklärt Fischnaller, „und ich wäre sehr froh, diese Doppelbelastung endlich los zu werden.“ Die Lösung könnte eine Geset-

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Als die Brennerautobahn Wirklichkeit wurde Der Bau der Brennerautobahn von 1966 bis 1972 war ein einschneidendes Ereignis für Vahrn. Erstaunlicherweise sind die vielen Belastungen nicht im Bewusstsein der Bevölkerung geblieben.

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Einem grauen Band gleich schlängelt sich die Brennerautobahn seit drei Jahrzehnten durch das Eisacktal. Während die heute von ihr ausgehenden Lärm- und Luftbelastungen permanent wahrgenommen werden, ist die Erinnerung an die Zeit ihres Entstehens mittlerweile fast völlig verblasst, obwohl es sich seinerzeit ohne Zweifel

um ein Jahrhundertprojekt gehandelt hat.

Schwierige Fotorecherche Das hat auch Toni Jöchler aus Vahrn festgestellt, als er sich vor einigen Jahren bemühte, Fotos zu sammeln, die die damaligen Baustellen im Umkreis der Gemeinde Vahrn dokumentierten. Diese Fotos sollten Teil einer Fotosammlung sein, die die Entwicklung der Gemeinde Vahrn im 20. Jahrhundert veran-

Der Bau der Brennerautobahn durch das Wipp- und Eisacktal war für die Ingenieure eine besondere Herausforderung

schaulichen sollte und anlässlich des Jahrtausendwechsels der Bevölkerung präsentiert wurde. „Obwohl der Bau der Autobahn von 1966 bis 1972 mehrere Jahre in Anspruch genommen hat, konnte ich nur einige wenige Fotos aus privaten Fotosammlungen auftreiben“, erzählt Jöchler. Durch die Vermittlung des damaligen Regionalassessors Siegfried Messner erhielt er Zutritt zu den Dokumentationen, 54

die die Brennerautobahngesellschaft über den Bau noch heute in ihren Archiven gelagert hat. Doch auch dort war die fotografische Ausbeute eher gering; der Abschnitt von Vahrn nach Brixen stellte aufgrund der Geländeform für die Ingenieure keine besondere Herausforderung dar, die es wert gewesen wäre, in zahlreichen Fotos festgehalten zu werden. Im Zuge seiner Dokumentationsarbeit stellte Toni Jöch-


ler zudem überrascht fest, dass nicht nur die fotografische Erinnerung kaum mehr präsent war; auch die tatsächliche Erinnerung über die damals mehrere Jahre andauernde Belastung ist fast völlig aus dem Bewusstsein der Eisacktaler verschwunden. Dass er selbst sich noch an einiges aus dieser Zeit erinnern kann, obwohl er zu Baubeginn erst zehn Jahre alt war, hat mehrere Gründe. Zum einen war sein Vater Anfang der 60er Jahre Bürgermeister von Vahrn und Obmann der Obstgenossenschaft und hatte in diesen Funktionen einen besseren Zugang zu den Informationen. Wenn zu Hause über den Bau der Autobahn gesprochen wurde, hatte der damals junge Toni aufmerksam zugehört. Zum anderen war der heimatliche Tschiedererhof unmittelbar von der Baustelle betroffen. Die direkt hinter dem Hof verlaufende Gletschermoräne hatte ursprünglich ihr Ende erst an der Brennerstraße gefunden. Im Zuge der Bauarbeiten für die Autobahn wurde die Moräne sukzessive abgebaut und

war somit als Schottergrube im Dauerbetrieb.

Zwei Wochen Zeit für einen Rekurs 1966 erhielt der Tschiedererbauer ein Besetzungsdekret, in dem man ihm mitteilte, dass diese Gletschermoräne fast zur Gänze abgebaut werden solle. Somit wäre die Schottergrube bis unmittelbar hinter die Hofstelle ausgeweitet worden. Die 250.000 Kubikmeter Auffüll­ material, die man durch diesen Abbau gewonnen hätte, wollte man zum Auffüllen der Areale für die geplanten Raststätten Ost und West verwenden. „Das Dekret war nur in italienisch geschrieben und gab uns lediglich zwei Wochen Zeit, Rekurs einzureichen“, erzählt Jöchler aus seiner Erinnerung. Sein Vater hatte daraufhin den damals bekannten Rechtsanwalt Hugo Gamper engagiert, der einen weiteren zeitlichen Aufschub erreichen konnte, weil das Dekret in die deutsche Sprache übersetzt werden muss-

te. Schließlich erklärten sich die Planer bereit, auf den weiteren Abbau der Moräne zu verzichten, wenn der Tschiedererbauer selbst innerhalb eines Umkreises von drei Kilometern alternative Abbaumöglichkeiten ausfindig machen konnte. Tatsächlich fand er mit anderen Bauern auf dem Verhandlungsweg innerhalb der ihm zugestandenen knappen einmonatigen Frist die Abbaugebiete, und die Hofstelle selbst blieb verschont.

„Widerstand hat keinen Sinn“ „Damals gab es kein koordiniertes Vorgehen der Grundeigentümer gegenüber der Gesellschaft, die den Bau betrieben hat. Mit jedem Bauer ist einzeln verhandelt worden, und der eine konnte etwas mehr und der andere eben etwas weniger für sich herausholen. Insgesamt herrschte das Motto vor: Widerstand hat keinen Sinn.“ So hatten sich die Besitzer des Ehrenreicherhofes lange gegen eine Umsiedlung ihres Hofes gewehrt. Letztendlich wurden

sie zwangsgeräumt und mussten zwei Jahre lang in einer Baracke hausen, bis sie endlich ihr neues Haus beziehen konnten. Andererseits hatten manchmal Änderungsvorschläge am Trassenverlauf auch noch während der Bauphase eine Chance, akzeptiert zu werden. So war die Autobahnausfahrt im Norden von Brixen ursprünglich im Bereich des Soldatenfriedhofes geplant. Weil dieser Ausfahrt verhältnismäßig viel landwirtschaftlicher Grund zum Opfer gefallen wäre, hatte der Bauernbund noch 1966 den heutigen Standort als Alternative ausarbeiten lassen. „Die ursprüngliche Trasse entlang der Eisenbahn nördlich von Vahrn ist zu diesem Zeitpunkt bereits geschlägert gewesen. Nachdem die Entscheidung für die neue Ausfahrt gefallen war, hat man neue Schlägerungen vorgenommen, um Platz für das Schleifenkarussel zu schaffen.“ Die Studie haben die Bauern damals übrigens aus eigener Tasche bezahlt. Toni Jöchler erinnert sich noch, dass sie recht

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teuer gewesen war, weshalb es wegen der Aufteilung der Kosten zu Streitigkeiten kam.

Wenig Sinn für Ökologie Während der Bauarbeiten wurde mit der Natur nicht immer zimperlich umgegangen. Die Trassen wurden in einer beachtlichen Breite in den Wald geschlagen, damit alle Baumaschinen problemlos verkehren konnten. Besondere Maßnahmen zur Aufforstung hat es nach Abschluss der Arbeiten nicht gegeben; Toni Jöchler ist sicher, dass die Bäume an den nun wieder bewaldeten Abschnitten von alleine gewachsen sind. Zu manchen Zeiten sind an die 100 Lkws täglich zirkuliert, um das Material zu den Baustellen zu bringen, und obwohl die damals noch nicht geteerte Trasse permanent mit Wasser befeuchtet wurde, war bei heftigen Winden das ganze Tal mit Staub erfüllt. Trotz dieser Belastungen kann sich Jöchler nicht erinnern, dass die Bewohner sich wegen des Drecks oder Lärms beklagt

Um Auffüllmaterial zu gewinnen, wurde in Vahrn ein Teil der Gletschermoräne völlig abgetragen

hätten. Vielmehr wartete man sehnsüchtig auf die Eröffnung, weil die Staatsstraße permanent überlastet war. „Um die Straße zu überqueren, musste man damals häufig 10 oder 15 Minuten warten – oder man hat es auf freche Art und Weise gewagt

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und dabei sein Leben riskiert.“ Ohne Zweifel war zur damaligen Zeit das Empfinden für Umweltbelastungen ein anderes als heute. Wie sonst hätte man am Tschiedererhof den Lärm der nahe liegenden Schottergrube ausgehalten, wo für mehrere

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des Forst-Gebäudes war das Betonlager in Betrieb, in dem der Beton für die Fahrbahnen abgemischt wurde, und nochmals einige hundert Meter dahinter lag das Teerwerk, das keinen Filter hatte. Der aus dem Werk aufsteigende Ruß und Gestank erfüllte zeitweise den gesamten Talkessel.

„Abenteuerspielplatz“ Baustelle Neben diesen Umweltsünden gab es aber auch herausragende technische Neuerungen, wie etwa beim Bau der Pfeiler im Stausee von Franzensfeste. Als der Stausee entleert wurde, stürzte einer dieser Pfeiler um, was die zuständige Baufirma schließlich in den Konkurs stürzte. Ein neues Unternehmen wurde beauftragt, und dieses wandte ein neues Verfahren an. Dabei wurde flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von minus 230 Grad über Rohrleitungen in den Stausee gepumpt, um das Wasser zum Gefrieren zu bringen. Danach hat man den Boden trocken gelegt und den

neuen Pfeiler auf festen Grund gesetzt. Die gesamte Baustelle in Vahrn war für die Kinder eine Art „Abenteuerspielplatz“, an den sich Toni Jöchler noch lebhaft erinnern kann. „Auf der damals noch ungeteerten Trasse sind wir sonntags mit unseren Fahrrädern bis nach Klausen gefahren, und das Schotterwerk war ein Tummelplatz für die gesamte Dorfjugend.“ Wenn die Arbeit dort am Sonntag ruhte, traf man sich, um ohne Aufsicht von Erwachsenen die Förderbänder hinunter zu rutschen und den einen oder anderen Schaden anzurichten, indem man in den Auspuff des Baggers einen Erdhaufen stopfte oder mit einem selbstgebauten Floß in den mit Schotterwasser gefüllten kleinen See weiterzukommen versuchte. Dabei wäre eine Gruppe von Kindern einmal fast ertrunken; nur mit Mühe konnten sie sich noch aus dem schlammigen Wasser retten. Angesichts des nächsten Jahrhundertprojekts, das Vahrn mit dem Bau des Brennerbasistun-

nels wieder betreffen wird, zieht Toni Jöchler folgende Lehren aus diesen Erfahrungen: „Man muss sich vor solchen Projekten nicht fürchten. Aber man muss auch die Kräfte bündeln, sich gut informieren und gemeinsam agieren. Nur so kann man etwas im Sinne der betroffenen Grundeigentümer und des betroffenen Gebietes erreichen. Und nur so können wir sicherstellen, dass wir nicht von den Planern und

Betreibergesellschaften ‚überrannt’ werden und machtlos mit ansehen müssen, was rund um uns passiert.“ Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte die Geschichte rund um den Bau der Brennerautobahn nicht ganz in Vergessenheit geraten. Annamaria Mitterhofer

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Doris Brunner

Die „Brasser“

doris.brunner@brixen.net Tel. 0472 837537

ticker Die Brixner Popband „el nodo“ hat beim Bandwettbewerb „Mixer“ im KuBo in Bozen von 17 Bands am besten abgeschnitten und darf sich nun auf eine professionelle Studioaufnahme freuen. +++

Am Freitag, 17. Dezember, zwischen 16 und 17 Uhr veranstalten die drei Musikklassen der Mittelschule Oswald von Wolkenstein ihr alljährliches Gasslsingen in der Brixner Altstadt.

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Der junge Brixner Musikstudent Daniel Pahl erreichte beim 16. Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck das Prädikat „Ausgezeichnet“ auf seiner diatonischen Harmonika. Auch auf der Klarinette entwickelt sich Pahl zu einem wahren Meister.

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Noch bis zum 30. Dezember findet in der Rathausgalerie unter den Großen Lauben in Brixen eine Ausstellung des Kunstkreises St. Erhard statt. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils von 10 bis 12 und von 17 bis 19 Uhr.

Nach den Konzerterfolgen der vergangenen Jahren hat sich die Brass Band Pfeffersberg wieder dazu entschlossen, eine Tournee durch Südtirol zu machen. Anfang Oktober gingen die Pfeffersberger „Brasser“ wieder ans Werk und studierten ein neues Programm ein. Die Konzerttournee beginnt am 2. Jänner 2005 in Prad und endet am 8. Jänner mit einem „Heimspiel“ im Forum Brixen. Beginn ist um 20.30 Uhr, der Eintritt beträgt 8 Euro. Dargeboten werden heuer unter anderem Originalwerke von Philip Sparke, klassische Bearbeitungen von Arthur Sullivan sowie originale Brass-Band-Märsche, oz Filmmusik und Unterhaltungsmusik im Brass-Band-Stil.

Inspiration von Dichtung und Musik Mit ihrem Buch „Die Denkerin, die ich bin“ hat eine junge Dichterin aus Brixen für Aufsehen gesorgt – wegen ihrer Texte, aber vor allem auch wegen ihrer Biografie, die das Schreiben maßgeblich beeinflusst. Barbara Villscheider ist seit ihrer Geburt Autistin. Nun ist zu ihrem Buch eine CD mit dem Titel „Ziehharmonikagedanken“ erschienen. Die 1970 in Landsberg am Lech geborene, in Sterzing und München lebende Lisa Schamberger hat eine Auswahl von Gedichten der jungen Brixnerin vertont und – inspiriert von den Texten – eigene Lieder in einer gefühlsbetonten Phantasiesprache komponiert. Auf einem ihrer Auftritte ist Schamberger vom Geschäftsführer der Lebenshilfe Südtirol, Wolfgang Obwexer, angesprochen und zu einer musikalischen Umrahmung der Buchpräsentation Villscheiders eingeladen worden. Seither besteht die künstlerische Zusammenarbeit von Lisa Schamberger und Barbara Villscheider. oz

Foto: Oskar Zingerle

Luftige Bescherungen Feinstaubverbannung aus Südtiroler Städten Tabakrauchverbot.

Litera Elixier

Die nächste Bescherung dann Saubere-Luft-Besteuerung? GEvS

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Zum letzten Mal

Zum 25. und letzten Mal erscheint der bereits zur Tradition gewordene „Alt-Brixener Photokalender“. Während in den vorherigen Kalendern alte Aufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg veröffentlicht wurden, stammen die Bilder der neuen Ausgabe aus der Zeit der beginnenden Motorisierungswelle und des

Teufel noch mal! folgenden Baubooms: Die Ausgabe 2005 zeigt ausgesuchte Fotos der Aufbruchstimmung in den 50er-Jahren, die beim einen oder anderen Betrachter möglicherweise Erinnerungen wachrufen werden. Die erfolgreiche Serie der Alt-Brixener Photokalender endet mit dieser 25. Ausgabe: Insgesamt wurden 325 interessante und seltene Fotos publiziert, die einen Teil der Geschichte von Brixen dokumentieren und aus dem Kalender im Laufe der Jahre ein beliebtes Sammelobjekt gemacht haben. Die Herausgabe des heurigen Kalenders wurde durch eine Spende der Raiffeisenkasse Eisacktal und der Stadtwerke Brixen ermöglicht. Der Kalender ist bei den Raiff­eisenkassen, im Tourismusverein Brixen sowie bei den Stadtwerken Brixen koswv tenlos erhältlich.

Krampussi ist ein aufgeweckter kleiner Teufel, der lustige und spannende Abenteuer mit seiner neuen Freundin, dem pfiffigen Menschenmädchen Mara, erlebt. Turbulent und sympathisch erzählt die Autorin Marianne Ilmer Ebnicher aus Goldrain seine Geschichte, sodass „Krampussi“ für Kinder ab sieben Jahren rasch zum Lieblingsbuch wird. Mit viel Hingabe „den Teufel ins Buch gemalt“ hat zudem die Illustratorin Helga Kasseroler – für die Gufidaunerin ist „Krampussi“ die Erstveröffentlichung. Marianne Ilmer Ebnicher, die bereits „Robbi und die verflixten Umzüge“ und „Südtiroler Sagen für Kinder“ veröffentlichte, liegt gute Kinder- und Jugendliteratur besonders am Herzen. Sie sieht darin ein wichtiges Element der Leseförderung und ein wertvolles Mittel zur Vertiefung der Lesekultur: „Bilderbücher, Kinderbücher, Jugendbücher und Sachbücher für Kinder sind mit ‚Erwachsenenliteratur’ kaum zu vergleichen. Die Verfasser bedienen sich einer eigenen, auf das Alter des Kindes abgestimmten Wortwahl und bearbeiten Themen, die junge Menschen vom Kindsein bis zum Erwachsen-

werden begleiten“, sagt sie. Bei der diesjährigen Kinder- und Jugendbuchausstellung im Walterhaus Bozen im November hat Marianne Ilmer Ebnicher in Absprache mit den Veranstaltern eine Ecke mit Büchern aus Süd­ tirol organisiert – mit der Absicht, die Arbeiten hiesiger Autoren und Illustratoren, die von der Öffentlichkeit oft nur am Rande wahrgenommen werden, etwas in den Mittelpunkt zu rücken. „Krampussi“ wurde vom Weger-Verlag veröffentlicht und ist in allen guten Buchhandlungen erhältlich. al

„Der Meisterranggler“ in Lüsen Spaß ist garantiert mit der Theatergruppe Lüsen. Deshalb warten alle schon gespannt auf den „Meisterrangler“, der im Dezember auf die Bühnenbretter kommt. Im Mittelpunkt des Stückes steht Friedrich Breitenbach, der sich einen Schwindel der Extraklasse einfallen lässt: Um dem Gesundheitswahn seiner Frau Adelheid zu entgehen, erfindet er gewitzt eine Sportlerkarriere, für die er natürlich eifrig mit seinen Kumpanen „trainieren“ gehen muss. Breitenbach kommt zugute, dass es einen Boxer gleichen Namens gibt. Adelheid glaubt nun, dieser sehr erfolgreiche Boxer sei ihr Mann. Logisch, dass dieser Schwindel früher oder später auffliegen muss! Wie schon öfter hat Spielleiter Leo Ploner diesen Schwank in die Lüsner Mundart übertragen. Die bewusste Pflege des „Lissnarischen“, das 60

mit seinen viel zitierten Eigenheiten, nahezu vergessenen Begriffen und Redewendungen eine mundartliche Verbindung zwischen Eisack- und Pustertal darstellt, ist bereits in den letzten Jahren beim Publikum auf große Zustimmung gestoßen. Manche Ausdrücke sind nur noch den Älteren im Publikum bekannt, doch werden sie im Handlungsablauf des Stückes so komödiantisch pointiert eingesetzt, dass sie vom Zuschauer nicht nur verstanden, sondern auch immer wieder kommentiert werden. Für die Umsetzung sorgt in Lüsen schon seit vielen Jahren eine Reihe von begabten Komödianten, auf die sich das Publikum auch dieses Jahr wieder freuen kann. Premiere war am 3. Dezember, die letzten Aufführungen finden am 11., 12. und 17. Dezember im Gemeindesaal von Lüsen statt. al


Von universalen Labyrinthen Faszination Apotheke jektes, lädt mit dem Kalender zu einem Rundgang durch das Pharmaziemuseum Brixen ein. In historischen Räumen wird dort die lange Geschichte der Brixner Stadtapotheke und der Materia Medica vom 17. bis zum 20. Jahrhundert lebendig. Die großformatigen Farbtafeln vermitteln einen getreuen Eindruck der wertvollen Originale, die, jedes auf seine Art, Zeugnis ablegen von der kulturhistorischen Bedeutung und der langen Entwicklung der Pharmazie und des Apothekenwesens. Der Kalender ist in der Buchhandlung Athesia in Brixen sowie im Shop des Pharmaziemuseums in der Adlerbrückengasse erhältlich. oz

Schon seit Jahren veröffentlicht der Mühlbacher Künstler Alex Pergher Jahreskalender mit eigenen Kunstmotiven. Im Kalender für das Jahr 2005, der vor einigen Tagen vorgestellt wurde, beschäftigt er sich mit dem The-

dv-media.it

Der Apotheker-Kalender 2005, herausgegeben vom Deutschen Apotheker Verlag in Stuttgart, wurde ausschließlich mit Bildern des Pharmaziemuseums Brixen gestaltet. Die zwölf Monatsbilder des Apotheker-Kalenders wurden vom Pharmaziemuseum Brixen in Zusammenarbeit mit den Professoren und Studenten der fünften Klasse der Fachschule für Graphik und Design (LEWIT) in Brixen gestaltet. Der Kalender besteht aus zwölf Farbtafeln im Format 49 mal 49 cm und enthält ausführliche Bildbeschreibungen und Literaturangaben auf der Rückseite sowie natürlich das Kalendarium. Professor Werner Dressendörfer, Leiter des Pro-

ma „Labyrinth des Lebens“. „Es sind nicht mehr nur Sterne und Planeten, üppige Frauen und ungestüme Elefanten“, schreibt Gian­carlo Mariani in einer Präsentation des Werkes, „hier werden andere Stätten ergründet, Stätten der Geheimnisse: die verschlungenen Wege der Labyrinthe, die vielleicht erst durch uns so geworden sind.“ Labyrinthe begleiten uns durch das Leben. Als Beispiel zeigt Alex Pergher das Labyrinth der Liebe auf. „Wissen wir in diesem geometrisch verschlungenen Gespinst die Klänge zu unterscheiden, die uns durch die Herzschläge der Vernunft und der Gründe des Herzens lenken?“, fragt sich Mariani. Auch Alex Pergher kann es nicht wissen, er versucht es jedoch zu begreifen. Der Elefant hilft ihm bei dieser mühseligen Arbeit: Er führt ihn zu den Universal-Labyrinthen, zu den Labyrinthen der Sterne und Planeten, die – für uns – den Kosmos regeln. oz

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Mit Strauss-Melodien ins Neue Jahr

Wer kennt sie nicht, die Klänge von Johann Strauss Vater und Sohn? Die Melodien des Walzers „An der schönen blauen Donau“, die Ouvertüre und die „Tik Tak Polka“ aus der „Fledermaus“ oder der Einzugsmarsch aus dem „Zigeunerbaron“ gehören sicherlich zu jenen musikalischen Werken, die immer wieder gerne gehört werden. Am Mittwoch, 5. Jänner, bietet sich im Forum Brixen die Gelegenheit, einen ganzen Abend lang mit den beliebten StraussMelodien ins Neue Jahr zu gleiten. Das Strauss Orchester Wien-Tirol spielt ab 20.30 Uhr Werke von Johann Strauss Vater

und Sohn, Franz Lehar und Carl Michael Ziehrer. Als besondere Attrak­tion wird ein Tanzpaar der Wiener Staatsoper zu den Klängen über das Parkett schweben. Eszter Haffner (im Bild) vom Strauss Festival Orchester Wien leitet als Stehgeigerin das Orchester: Die Professorin an der Kunstuniversität Graz ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe und wirkte bereits bei vielen internationalen Musikfestivals mit. Das Konzert wird vom Kulturverein Brixen in Zusammenarbeit mit dem Forum Brixen organisiert; die Karten sind im Forum Brixen erhältlich. db

Cherry Moon mit neuer CD Die Südtiroler Pop-Band „Cherry Moon“ hat vier Jahre nach ihrem Album „A kind of session“ eine neue CD veröffentlicht. Auf „Inside“ befinden sich zehn Eigenkompositionen. Immer noch bilden akustische Gitarren die Grundlage für viele Stücke, auch wenn das Album durch den vermehrten Einsatz der E-Gitarre wesentlich „härter“ als seine Vorgänger klingt. „Cherry Moon“ ist ein Quintett, das aus Tommy Ratschiller, Horst Matzneller, Rainer Höller, Attilio Rovai und Andy Ranigler besteht. Im Studio ließen sie sich von den Musikern Mario Punzi, Andy Gozzi und Hubert Weiss 62

unterstützen. Technischen Support holten sich „Cherry Moon“ beim deutschen Toningenieur Charly Bohaimid, der in der Vergangenheit bereits für Stars wie Gianna Nannini, Peter Maffay und Leo Sayer gearbeitet hat. Die CD ist seit einigen Tagen im Fachhandel erhältlich. wv


Leben im Krieg Ein neu erschienenes Buch erzählt vom großen Elend, das die Menschen in Tirol während des Ersten Weltkrieges erlebt haben.

Das Buch „Leben im Krieg“ macht deutlich, dass ein Krieg neben den Trümmern vor allem Tränen hinterlässt

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Kriege haben immer mehrere Fronten. In die Geschichtsbücher findet vor allem die Front der Mächtigen Eingang, die mit ihrem Stab von Experten am Reißbrett der Macht agieren und dort ihr diplomatisches Spiel treiben. Dazu gibt es natürlich die militärische Front, an der die Soldaten kämpfen, und schließlich noch die Front im Hinterland, der als wenig spektakulärer Heimatfront nur wenig oder keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Vor allem Tränen

Aus der Sicht der Heimatfront So gibt es auch über das Tirol im Ersten Weltkrieg zahllose Bücher, die größtenteils die heftig umkämpften militärischen Fronten ins Visier nehmen. Nun haben zwei junge Tiroler Historiker, Oswald Überegger aus Freienfeld und Matthias Rettenwander aus Kitzbühl, in ihrem Buch „Leben im Krieg – Die Tiroler Heimatfront im ersten Weltkrieg“ diesen mörderischen Krieg aus der Perspektive der

schütterndes Bild von Not und Elend, von Hunger und Entbehrung, das die Menschen an der Heimatfront durchstehen mussten. Von der früher immer wieder kolportierten Kriegsbegeisterung ist im Buch keine Spur. Die Menschen mussten in erster Linie um das nackte Überleben kämpfen, und diesen Kampf hatten in vorderster Linie die Frauen zu führen.

Heimat beleuchtet. Gemeint ist damit das Blickfeld von Frauen, Kindern und alten Menschen, die alleine Haus und Hof weiterbringen mussten, die fehlenden Männerhände in Feld und Wald ersetzen mussten, der Willkür der eigenen Armee ausgeliefert waren, die nur geringe Preise für Lebensmittel bezahlten oder

Vieh und Getreide einzogen, so dass nichts mehr zum Leben blieb. Zahlreiche sterbende Säuglinge waren nur eine der tragischen Folgen von mangelhafter Ernährung. Es sind Heimsuchungen, die jenen der Frontsoldaten nicht nachstehen dürften. Die beiden Historiker entwerfen ein er-

Das Buch macht deutlich, dass ein Krieg neben den Trümmern vor allem Tränen hinterlässt – Tränen über den Verlust von Hab und Gut und Tränen von Frauen und Kindern, die um ihre gefallenen oder verwundeten Männern weinen und von Frauen, die um ihre erkrankten und gestorbenen Kindern klagen. Das Buch ist in leicht lesbarer Sprache verfasst, teilweise unveröffentlichte Bilder sind eine beredte Ergänzung und so auch für den historisch interessierten Laien mit viel Gewinn zu lesen. Annamaria Mitterhofer

Leben im Krieg – Die Tiroler „Heimatfront“ im ersten Weltkrieg Von Oswald Überegger und Matthias Rettenwander 256 Seiten, Athesia Verlag ISBN 88-8266-295-0

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Kulturelle Höhepunkte Mit der „Kombikarte Brixen“ lässt man sich zwei außergewöhnliche Abende nicht entgehen. Die Kombikarte wird damit zum idealen Weihnachtspräsent für anspruchsvolle Kulturliebhaber.

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In der Spielzeit 2004/2005 bietet das Südtiroler Kulturinstitut im Forum Brixen zwei besondere Abende an: Friedrich von Thun rezitiert Ausschnitte aus Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“, und Senta Berger gibt Texte von Alfred Polgar – unterlegt mit Wiener Liedern – zum Besten. Mit der eigens eingeführten „KombiKarte“ kann man sich Plätze für beide Abende sichern. Man hat die Möglichkeit, sich seinen Sitzplatz beim Kauf der „KombiKarte“ selbst auszusuchen und – je nach Verfügbarkeit – für beide Abende denselben Platz zu erhalten. Die „Kombi-Karte“

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ist übertragbar und bietet außerdem einen Preisvorteil gegenüber Einzelkarten. Die „KombiKarte“ ist zum reduzierten Preis von 23 Euro (1. Platz) und 19 Euro (2. Platz) bei allen Athesia-Buchhandlungen oder beim Südtiroler Kulturinstitut erhältlich.

Der Tod in Venedig Der aus vielen TV-Spielfilmen bekannte Schauspieler Friedrich von Thun liest am Donnerstag, 27. Jänner 2005, im Forum Brixen Ausschnitte aus Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“. Bildeinspie-

lungen, Venedig-Impressionen sowie das Adagietto aus Mahlers 5. Symphonie vervollständigen die „Fin-de-siècle-Atmosphäre“, die Manns Novelle prägt.

Wiener Melange Wiener Kaffeehausmusik und Texte von Alfred Polgar stehen am Freitag, 8. April 2005, im Forum Brixen auf dem Programm. Eine perfekte Mischung – besonders wenn die Texte von Senta Berger in ihrer unvergleichlichen einfühlsamen Art und ihrem Wiener Charme vorgetragen werden. Oder fast schon gespielt werden, denn

Friedrich von Thun rezitiert im Forum Ausschnitte aus Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ obwohl die Künstlerin aus Büchern rezitiert, lässt sie einzig aus der Sprache und aus wenigen Gesten Charaktere lebendig werden. Weitere Informationen zu beiden Abenden erteilt das Südtiroler Kulturinstitut unter Telefon 0471 313800.


Geschichte wird zum Abenteuer Binnen sieben Jahren avancierte Rolf Steiningers Chronik „Südtirol im 20. Jahrhundert“ zum Standardwerk. Nun ist es in der dritten Auflage als Hardcover-Version erhältlich. Vorstellbare Geschichte

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Das über 600 Seiten umfassende Buch mag beim ersten Durchblättern der dicht beschriebenen Seiten vielleicht als „Wälzer“ in der Hand liegen, doch schon beim Lesen der ersten Zeilen ist man von der Erzählung gefesselt. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ausklang des Jahrhunderts spannt Rolf Steininger den faszinierenden Bogen der Südtiroler Geschichte. Als Professor für Zeitgeschichte an der Universität Innsbruck kam er irgendwann am Thema Südtirol nicht vorbei. In diesem kleinen Land fokussiert sich die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts: die Machtergreifung der Faschisten, willkürliche Grenzziehung, Unterdrückung von Minderheiten, Nationalsozia­ lismus, Option, Umsiedlungen und gebrochene Zugeständnisse. Viele Südtiroler Studenten, die über den Brenner nach Innsbruck zum Studieren kommen, bringen ihre eigenen Geschichten mit. Die Auseinandersetzung mit der „Südtirolfrage“ führte zu Forschungsprojekten, Vortragsreihen, Diplomarbeiten und Dissertationen, deren Resultate in das Buch einflossen. Das Ergebnis ist jedoch kein verstaubtes Nachschlagwerk, sondern lebendige und facettenreiche Geschichtsnachhilfe.

Das Besondere an diesem sehr politischen Buch sind die vielen Zeitzeugnisse, Zitate und Anekdoten, die in die eigentliche Erzählung eingeflochten sind. Dort wo die Sache trocken zu werden beginnt, wartet ein Zeitungsausschnitt, Augenzeugenbericht oder Vermerk aus der Pfarrchronik und beschreibt farblose Fakten in vorstellbaren Bildern. Umfassend und objektiv wird auf diese Weise die problematische Geschichte Südtirols aufgezeigt.

Geheimdokumente als Quellen Steininger hat für die Ausarbeitung des Buches Einsicht in bislang nicht zugängliches Material aus verschiedenen Archiven bekommen. Von den abgedruckten 128 Dokumenten behandeln 100 die Jahre 1945 bis 1969, jene Zeit also, in der in der Auseinandersetzung mit Italien die Grundlage für das Südtirol von heute geschaffen wurde. Die Dokumente, die in der Regel als „geheim“ oder „segreto“ klassifiziert waren, stammen aus dem Österreichischen Staatsarchiv, der Stiftung Bruno Kreisky-Archiv in Wien und dem Archivio Storico Diplomatico des italienischen Außenministeriums in Rom. Sie geben einen faszinierenden Einblick in die Ereignisse jener Jahre. Die Sammlung wird abgerundet durch ein Interview mit Alt-Landeshauptmann Silvius Magnago aus dem Jahr 1997.

hang befindlichen Kapitel, wie die bibliographischen Essays, die als Einstieg in die Thematik dienen können, die Zeittafel, der Personenregister und auch die Fragen und Thesen, die zum Weiterdenken anregen. Es gibt außerdem viel interessantes Bildmaterial, das hier teilweise zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Dass dieses jedoch in der Mitte des Buches auf Hochglanzpapier untergebracht ist, mag zwar der Bildqualität dienen, nicht aber – in Anbetracht der gewaltigen Textflut – der Lesefreundlichkeit. Das erklärende Anschauungsmaterial entdeckt man oft erst, wenn man längst bei einem anderen Kapitel ist.

Europaregion Tirol Das Buch endet im heutigen Südtirol. Die Autonomie wurde festgeschrieben und wird weltweit als Modell für gelungene

Rolf Steininger: „Südtirol im 20. Jahrhundert“ Studienverlag Innsbruck

Minderheitenpolitik gehandelt. Probleme gibt es zwar nach wie vor, doch die Thematik hat sich weitgehend geändert. Rolf Steininger sieht als nächsten Schritt für Südtirol den Schritt nach Europa. Wie wichtig es für die Zukunft ist, sich seiner Vergangenheit bewusst zu sein, sagt er mit folgenden Worten: „Über die Geschichte Südtirols kann man gar nicht genug wissen. Die Kenntnis der eigenen Geschichte ist Voraussetzung für das Leben und Überleben auch und gerade einer Minderheit, da mag eine Autonomie noch so gut sein. Wenn mein Buch dabei hilft, hat sich die Arbeit allemal gelohnt.“ „Südtirol im 20. Jahrhundert“ wurde in der 3. Auflage auch in Hardcover-Version herausgegeben und liegt nun zum gleich gebliebenen Preis in den Buchhandlungen zum Verkauf. Alexandra Laber

Geschichte kapitelweise Übersichtlich ist das Buch in die großen Kapitel der Zeit gegliedert, die jeweils wieder in kurze Aufsätze unterteilt sind. Interessant sind auch die im An-

Amerikanische B-17Bomber über Bozen in Richtung Brenner am Ende des Zweiten Weltkrieges 65


Weihnachtskonzert im Brixner Dom Mit einem Weihnachtskonzert am Dienstag, 28. Dezember, im Brixner Dom beschließt die Initiative Musik und Kirche ihr heuriges reichhaltiges Programm.

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Ein besonderes Erlebnis verspricht die Aufführung mit dem Titel „El Jubilate – Spanische Renaissancemusik zu Weihnachten“ zu werden mit Poesie und Musik aus dem Spanien der katholischen Könige zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als gerade Granada erobert und Amerika entdeckt worden war. Unter anderem werden „Villancicos“, „Ensaladas“ und „Diferencias“ von Antonio de Cabezon und Mateo Flecha el vejo zu hören sein.

Für eine unter die Haut gehende Interpretation wird Sergio Balestracci mit seinem Chor „La stagione armonica“ sorgen

„La stagione armonica“ Für eine unter die Haut gehende Interpretation wird Sergio Balestracci mit seinem Chor „La stagione armonica“ und mit einem authentischen Instrumental­ ensemble (Streichinstrumente, spanische Gitarre, Zink, Bombarde, Flöte, Posaunen und Schlaginstrumente) sorgen. Das Ensemble hat sich einen hervorragenden internationalen Ruf erworben. Die Süddeutsche Zeitung schreibt unter dem Titel „Geistvoller Klang“ unter anderem: „Ein Abend im Herkulessaal

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bot nun die seltene Gelegenheit, ein erstklassiges Ensemble aus Italien zu hören. ‚La Stagione Armonica’ aus Padua musizierte mit seinem Leiter Sergio Balestracci Werke der Renaissance. Bemerkenswert vom ersten Ton an war die Verbindung von intimer Grazie und diskreter Brillanz. Keine Spur von Manierismus oder Pose. Dazu kam eine vollkommene Homogenität des Klangbildes.“

Über „Reine Intonation und Homogenität und eine hervorragende Textverständlichkeit, belebt durch besonders schöne und natürliche Stimmen“ (Repertoire de la musique) oder „Momente höchster Intensität“ (Il Resto del Carlino) wird in Konzertbesprechungen berichtet. Dazu kommen mehrere CDEinspielungen, die von der Kritik einhellig als Referenz gelobt werden.

Kartenvorverkauf im Tourismusverein Die Aufführung beginnt um 20.30 Uhr. Sie wird von der Stiftung Südtiroler Sparkasse in besonderer Weise unterstützt. Es wird sehr empfohlen, den Kartenvorverkauf beim Tourismusverein Brixen in Anspruch zu nehmen. Willy Vontavon


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Herbstliche Spätlese Das ursprünglich für das Stadtjubiläum 2001 geplante Brixner Stadtbuch wurde vor wenigen Tagen im Forum Brixen der Öffentlichkeit vorgestellt. Genau genommen handelt es sich um den ersten Band des Stadtbuchs – der zweite folgt im Herbst 2005. Woher kommt der Name „Brixen“?

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„Was lange währt, wird endlich gut“ – dieses Sprichwort passt genau auf die hier anzuzeigende, wichtige Neuerscheinung. Die ursprünglich bereits für das Stadtjubiläum 2001 geplante große Stadtgeschichte von Brixen, zugleich Teil 1 des „Stadtbuches“, konnte nun am 1. Dezember im Forum Brixen in deutscher und italienischer Fassung vorgestellt werden.

Der graphisch gefällige und reich ausgestattete Band umfasst neben der eigentlichen Geschichte der Stadt auch einen ausführlichen archäologischen Beitrag und eine sprachgeschichtliche Untersuchung zum Namen „Brixen“. Darin weist der Verfasser, Christian Kollmann vom Südtiroler Landesarchiv, die bisherigen Thesen vom indogermanistisch-keltischen Ursprung des Namens zurück und plädiert für einen rätischen Ursprung (Brixen = Gebiet eines ‚Prikse‘), wobei die erschlosse-

ne ursprüngliche Namensform (príksena) am ehesten in die Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends zurückreichen dürfte – eine radikale, aber gut begründete Neudeutung. Günther Kaufmann (Südtiroler Archäologiemuseum) und Stefan Demetz (Stadtmuseum Bozen) befassen sich in ihrem Beitrag mit der Vor- und Frühgeschichte Brixens und des Brixner Beckens von der Mittelsteinzeit (9000-6000/5500 v. Chr.) bis in das Frühmittelalter (bis 900/1000 n. Chr.). Die große Übersicht zur Archäologie Brixens wurde im Wesentlichen parallel zur Ausstellung „Brixen vor 901“ erarbeitet, die in der Hofburg vom Juli bis Oktober 2001 zu sehen war. Sie bietet eine instruktive Gesamtschau, deren Bedeutung über den Rahmen des Eisacktals hinausweist.

Wegmarken der Stadtentwicklung Mit der mittelalterlichen Stadtwerdung und den zentralen Wegmarken der Stadtentwicklung zwischen 900 und 1500 befasst sich der Beitrag von Gustav Pfeifer (Südtiroler Landesarchiv). Die einzelnen Kapitel behandeln zentrale Ereignisse der Stadtgeschichte wie die Schenkung der „curtis Prihsna“ im Jahre 901, die Verlegung des Bischofssitzes von Säben nach Brixen, die Ausstattung der Brixner Kirche mit Grafschaftsrechten 1027 und die Synode von 1080. Ausführlich gewürdigt werden auch stadtprägende und städtebaulich bedeutende Faktoren und Elemente (Münsterbezirk, Stadtmauer, Domherrenkurien, Ministerialenhöfe, Hospitäler), Bischof und Stadtherrschaft, Markt, Zoll und Gerichtsverfassung, Pfarrei, die Ausbildung der Bürgergemeinde sowie das soziale Gefüge. Damit liegt ein sorgfältig begründeter Überblick zum mitteltalterlichen Brixen im 68

Brixen 1. Die Geschichte im Auftrag des Vereins „Prihsna 901–2001“ herausgegeben von Barbara Fuchs, Hans Heiss, Carlo Milesi und Gustav Pfeifer Bozen/Lana: Athesia/Tappeiner 2004 464 Seiten, 252 Abbildungen, 35 Euro (zu beziehen über den Buchhandel)

Kontext der europäischen Stadtentwicklung vor. Der Historiker Hans Heiss behandelt in zwei getrennten Beiträgen die neuzeitliche Entwicklung Brixens: Er beginnt mit der Frühen Neuzeit (16.-18. Jahrhundert), wobei zunächst soziale Unruhen (Reformation, Täufertum, Bauernaufstand) und das jahrzehntelange Ringen der Bürgerschaft um kommunale Rechte im Vordergrund stehen. Das 1604 gewährte Stadtrecht ist eine der Grundlagen für die „Befriedung im Barock“, mit ihren Höhepunkten unter der Herrschaft von Fürstbischof Künigl. Daneben sind diese Jahrzehnte aber beherrscht von Stagnation und Krisen, bedingt durch Kriege und die Folgen der Französischen Revolution.

Das „lange“ 19. Jahrhundert Das Kapitel über das „lange“ 19. Jahrhundert von der Säkularisierung des Fürstbistums bis zum Ende des Ersten Weltkrieges ist zugleich ein Herzstück des Bandes. Die Zeit der bayerischen Besetzung und die Be-


Foto: Leonhard Angerer

Die Stadt und ihr Wappentier: Schafe auf Karnol, fotografiert von Leonhard Angerer

freiungskriege, die enttäuschten Hoffnungen nach der Wiederangliederung an das Kaisertum Österreich, Aufbruch und Reaktion im Vormärz, der Kulturkampf zwischen Liberalen und Konservativen, vor allem aber der wichtige Modernisierungsschub unter dem legendären Bürgermeister Otto von Guggenberg (1903-1913) und die Auswirkungen des Weltkrieges werden von Hans Heiss souverän beschrieben. Der Beitrag des Brixner Stadtarchivars Hubert Mock bietet eine ausgewogene Darstellung der Zwischenkriegs- und Kriegszeit in Brixen mit den vor allem gesellschaftlich, aber auch

städtebaulich einschneidenden Jahrzehnten des Faschismus und den dramatischen 20 Monaten der deutschen Besetzung (1943-1945).

Beachtenswerter „Ausblick“ Hans Heiss schließt den Weg durch die Jahrhunderte mit der Nachkriegsgeschichte bis herauf in die jüngste Gegenwart. Der Verfasser zeichnet bestimmende soziale, politische und urbanistische Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und trägt damit wesentlich bei zum Verständnis der Jahre, die wir alle in der einen oder anderen Form miterlebt haben. Der Beitrag schließt mit

einem beachtenswerten „Ausblick“, der mit Sicherheit für einige Diskussion sorgen wird. Der Wirtschafts- und Sozial­ historiker Helmut Alexander (Universität Innsbruck) schließlich spannt einen Bogen über die Jahrhunderte zwischen 901 und 1969; sein Beitrag zeigt die mittel- und langfristig prägenden Faktoren der wirtschaftlichen Entwicklung und die Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Lebens. Dieses große Kapitel bildet somit eine wichtige Ergänzung und Klammer zur allgemeinen Darstellung in den anderen Beiträgen. Eine Liste der Brixner Bürgermeister und der Stadtrichter,

ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein Orts- und Personenregister, das ein gezieltes Nachschlagen erlaubt, beschließen den gelungenen Band. Besonders erfreulich ist die durchgehend hohe Qualität des Abbildungsteils, der zum Blättern anregt. Man entdeckt Neues, aber auch scheinbar Altbekanntes in neuer Perspektive. Der zweite Band des „Stadtbuches“, der unter anderem Kunst, Kultur, Städtebau und Alltag behandeln wird, soll innerhalb Jahresfrist vorliegen.

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VOLLER GLÜCKWÜNSCHE für alle unsere Kunden und Freunde

Wir möchten heuer auf Weihnachtsverpackung verzichten und spenden dafür an die Kinderkrebshilfe „Peter Pan“


Thomas Oberrauch

FIS-Rennen auf der Plose

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Am 21. und am 22. Dezember finden auf der Plose zwei FIS-Skirennen der Herren statt. Nationale und internationale Spitzenathleten kämpfen dabei um die „Pfannspitztrophäe“, die vom Skiteam Valente zur Verfügung gestellt wird. Da einige Tage zuvor der Europacup in Eggental Halt macht, rechnet Helmut Messner, der technische Leiter der Rennen, auf zahlreiche Teilnahme von namhaften Europacupfahrern. Die Slalomrennen beginnen jeweils um 9.30 Uhr mit dem ersten Durchgang und um 13 Uhr mit dem zweiten Durchgang. Austragungsort dieses Dezember-Highlights ist die to Pfannspitze.

Der 18-jährige Thomas Ritsch vom SSV Brixen Fußball erhielt kürzlich die Einberufung in die italienische Under18-Nationalmannschaft für Amateurspieler. Ritsch ist der einzige Spieler aus der Region, dem diese große Ehre zuteil wird. +++

Der 41-jährige Brixner Markus Waldner ist auch heuer wieder für die Erstellung des Rennkalenders im SkiEuropacup verantwortlich.

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Stefano Andreatta aus Brixen wurde kürzlich ins höchste Gremium des italienischen Leichtathletikverbandes gewählt. Der 41-jährige ist der erste Südtiroler im Vorstand und wird sich nun in Rom um die Belange der Südtiroler Leichtathletik einsetzen.

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Landschaft erleben Schneeschuhwandern liegt nicht nur sehr im Trend, sondern ist Spaß und Erholung in Reinkultur. Wer mit Schneeschuhen unterwegs ist, entdeckt Südtirols Landschaft abseits überfüllter Pisten in ihrem berauschendsten Winterkleid. Und im Unterschied zu Skitourengehen ist Schneeschuhwandern eine Freizeitaktivität für die gesamte Familie – für Kinder wie Senioren. Der erste Wanderführer zu diesem Thema erschien passend zur an-

stehenden Wintersaison im Folio Verlag. „Schneeschuhwandern in Südtirol“ ist auf Deutsch und unter dem Titel „Escursioni con le ciaspole in Alto Adige“ auf Italie­ nisch erhältlich. Detailliert und mit vielen Farbfotos, auf denen man den Schnee förmlich knirschen hört, beschreiben Oswald Stimpfl und Georg Oberrauch die 40 lohnendsten Touren im Land. Kartenausschnitte und ein kompakter Infoteil mit Angaben zu Gehzeit, Höhenmetern und

Schwierigkeitsgrad ergänzen die Tourenbeschreibung. Abgerundet wird der Schneeschuh-Wanderführer durch Einkehrtipps und Verweise auf Sehenswertes am Wegesrand. Außerdem finden sich wichtige Zusatzinformationen zu Ausrüstung, Gehtechnik und Sicherheit am Berg. Kurz: Ein Buch für Naturliebhaber und Freizeitsportler, für Neueinsteiger und erfahrene Schneeschuhwanderer. oz Foto: TVB Eisacktal

Vor kurzem wurde in Brixen der erste Fanclub des Nordtiroler Fußballklubs „FC Wacker Tirol“ gegründet. Bei der offiziellen Gründung waren auch einige hochrangige Vertreter des Vereins anwesend. Präsident des Fanklubs ist Richard Amort.

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Sicher unterwegs Foto: TVB Eisacktal

Mit dem Pilotprojekt „Sicherer Skilauf“ beweist die Bergbahngesellschaft des Skigebietes Plose und deren Partner, dass ihnen die Sicherheit ihrer Gäste am Herzen liegt. In einoder mehrtägigen Kursen werden allen Interessierten in spielerischer Weise wichtige Tipps für das richtige Verhalten auf der Skipiste gegeben.

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Auf Skiern oder Snowboard die Piste hinunter flitzen, jede einzelne Welle in den Füßen und den Fahrtwind in den Haaren spüren – das ist Skispaß pur. Viele Skifahrer beschreiben dieses Gefühl als „absolute Freiheit“. Allerdings unterschätzen vor allem jugendliche Skisportler oftmals die Geschwindigkeit und das entsprechende Risiko. Manchmal – Gott sei Dank verhältnismäßig selten – führt dies zu Unfällen, die auch böse ausgehen können.

Mit Spaß viel lernen

Heute fährt man schneller Die Sicherheit der Skifahrer war immer schon ein Thema, das sich allerdings im Laufe der vergangenen Jahrzehnte proportional zu den Entwicklungen des Materials und der Pistenbeschaffenheit verändert hat. „Früher fuhr man mit sehr langen Holzbrettern, rudimentären Bindungen und Lederschuhen“, erzählt Helmuth Messner vom Skigebiet Plose bei Brixen. Bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern „haben die Bretter bereits zu klappern begonnen“, und die Lederschuhe gaben nur bedingten Halt. Zudem wurden Bewegungen der Knie und der Beine nicht so unmittelbar auf

info Sicherer Skilauf Information und Anmeldung: Neue Plose AG Helmut Messner Tel. 0472 200433 Tel. 348 4029759 72

„Man spürt die Geschwindigkeit nicht mehr“, sagt Messner. Die Aufstiegsanlagen haben zudem eine Kapazität erreicht, die Wartezeiten geradezu ausschließt. „Während man an einem etwas bevölkerten Skitag früher sehr viel Zeit mit Warten an den Einstiegen verbracht hat, ist man heute de fakto immer auf der Piste“, sagt auch Alessandro Marzola, der Chef des Skigebiets. Das bedeutet, dass sich immer mehr Skifahrer gleichzeitig auf der Piste befinden, was die Kollisionsgefahr entsprechend erhöht.

Sicherheit soll auf der Plose nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit viel Spaß vermittelt werden die Skier übertragen wie heute. „Der Skifahrer hatte großen Respekt vor der Geschwindigkeit und hat viel früher als heute abgebremst“, weiß Messner. Zudem waren die Skipisten meist recht holprig – es gab weder Beschneiungsmaschinen noch Schneekatzen. Die meiste Zeit verbrachte man im Bereich der Talstationen der verschiedenen Lifte – die geringe Kapazität der Bahnen bedingte oftmals lange Wartezeiten. Heute sieht das Skifahren anders aus: Das Material ist so

perfekt, dass jede kleinste Bewegung der Muskeln bereits ihre Wirkung hat. Die Skier sind kürzer geworden, und das Material federt Unebenheiten der Piste auch bei bis zu 100 Stundenkilometern in bemerkenswerter Qualität aus. Die Pisten sind meist beschneit und von hochmodernen Pistenfahrzeugen geglättet, was zu einer regelmäßigen – geradezu komfortablen – ebenen Pistendecke führt. Die Buckelpisten der Vergangenheit sind im Laufe der Jahrzehnte zu Autobahnen umgebaut worden.

Das Skigebiet Plose hat in diesem Bereich Handlungsbedarf entdeckt und organisiert im heurigen Winter erstmals einoder mehrtägige Sonderkurse, die sich ausschließlich auf das Thema Sicherheit konzentrieren. „Wir wollen den Skifahrern vermitteln, dass es wichtig ist, wenn sie sich auf der Piste verantwortungsbewusst bewegen“, sagt Messner, der dieses Projekt leitet. Dies geschieht allerdings nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern „mit sehr viel Spaß. Wir wollen einen Tag lang gemeinsam mit den Leuten Spaß haben, und am Abend sollen sie dann gelernt haben, welche Fehler sie auf der Piste nicht machen dürfen“. In einem abgesperrten Bereich auf der Plose wird ein 300 Meter langer und etwa 60 Meter breiter Übungshang gestaltet, in dem sich die Skifahrer auf die verschiedenen Situationen optimal vorbereiten können. „Erstmals hat der Skifahrer die Gelegenheit zu testen, wie sicher er sich auf den Pisten bewegt“, erklärt Messner. Der Übungshang hat drei Sektoren: Im ersten werden die verschiedenen Schneearten und im zweiten die Pistenarten simuliert. Im drit-


ten Sektor geht es um die Geschwindigkeit.

Schneearten... „Verschiedene Schneearten erfordern auch verschiedene Fahrweisen“, erklärt Messner den ersten Sektor. Ob Kunstschnee, Naturschnee, Pulverschnee oder Eispiste – der Skifahrer muss lernen, die Schneearten, die sich innerhalb weniger Meter verändern können, vorauszusehen. Bei unruhigem Schnee ist es zum Beispiel schwieriger, lang gezogene Bögen zu fahren, und außerdem verändert sich der Bremsweg erheblich.

... Pistenarten... Im zweiten Sektor werden Engstellen simuliert, und der Skifahrer lernt, auf Hindernisse optimal zu reagieren. Vor allem aber lernt er, mit einer gewissen Vorausschau zu fahren: Vor dem Start wird der nächste Hang inspiziert, die Fahrspur definiert und eventuell notwendige Haltepunkte ausgemacht. An unüber-

sichtlichen Stellen werden Hindernisse aus weichem Material aufgestellt. „Wir beobachten, ob die Skifahrer richtig reagieren, und geben dann Tipps“, erklärt Messner.

... und Geschwindigkeit Die Geschwindigkeit ist für die Sicherheit eminent wichtig, weshalb sich der dritte Sektor des Sicherheitsparcours ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt. „Auf einer Hanglänge von 120 Metern wird die Geschwindigkeit gemessen; der Skifahrer fährt das Gelände ab und muss danach schätzen, wie schnell er war. Meist verschätzt er sich gewaltig“, sagt Messner. Nur wenn man aber weiß, wie schnell man effektiv unterwegs ist, kann man auch den Bremsweg einschätzen. Ist das Projekt „Sicherer Skilauf“ aber auch für Anfänger geeignet? „Eigentlich nicht“, erklärt Helmuth Messner, „denn ein Anfänger ist meist sehr unsicher und fährt sowieso langsam und vorsichtig“. Viel mehr seien die

Helmuth Messner: „Ein Helm sollte heute so selbstverständlich sein wie Handschuhe und Brille“.

Fortgeschrittenen als Zielgruppe definiert worden, die sich „manchmal zu sicher fühlen auf ihren Brettern“.

genauso zur selbstverständlichen Ausrüstung gehören wie Handschuhe und Brille“, erklärt Messner. Heute, so Messner, würden viele sogar einen Rückenschutz tragen. Wer Lust hat, sich selbst in spielerischer Weise zu testen und viel zum Thema Sicherheit auf den Pisten zu lernen, der meldet sich am besten im Büro der Neuen Plose AG an der Talstation in St. Andrä an. Treffpunkt ist dann um 9.30 Uhr an der Talstation, wo das Tagesprogramm besprochen und im Rahmen eines gemeinsamen Umtrunks in aller Kürze Theorie gepaukt wird. Danach geht es für etwa fünf Stunden auf die Piste. Zwischendurch wird zu reduzierten Preisen ein gemeinsames Mittagessen eingenommen. Es gibt keine Altersbeschränkungen. Der Kurs kostet 51 Euro pro Person.

Helm gehört dazu Zum „Sicheren Skilauf“ gehört allerdings auch das richtige Material. „Ein Helm sollte heute

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„Statt in die Disco in die Halle“ Die Brixner Frauenmannschaft war in den 80er Jahren im Handball mit sieben Meistertiteln das erfolgreichste Team Italiens. Heute spielen die Mädchen mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren in der Serie A2 und zeigen großes Engagement.

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Heuer spielen in der Meisterschaft der Serie A2 erstmals vier Damenmannschaften aus Südtirol. Dies zeugt davon, dass das Niveau im regionalen Frauen­handball in den letzten Jahren gestiegen ist. Mit dazu beigetragen hat sicherlich auch die Austragung der Frauen-WM, die im Jahr 2001 in Bozen, Meran, Brixen und Trient abgehalten wurde.

Auch Helga Dejaco, Sektions­ leiterin der Brixner Handballdamen und damalige Präsidentin des Lokalkomitees von Brixen, spricht von einem „wahrnehmbaren Aufschwung“. Spitzenmannschaften aus der ganzen Welt haben damals gezeigt, wie attraktiv Frauenhandball ist. Im Finale ging Russland letztendlich als Sieger hervor. Die Italienerinnen unterlagen im Achtelfinale dem späteren Sieger. Im vorigen Jahr landete die Frauenmannschaft des „SSV

Brixen Meraner Mineralwasser Raiffeisen“ in der italienischen Meisterschaft als beste Südtiroler Mannschaft auf Platz vier der Serie A2. Heuer wollen Niederbrunner & Co. versuchen, dieses Ergebnis zu wiederholen oder sogar zu verbessern. Helga Dejaco gibt als Ziel vor, „wiederum die beste Südtiroler Mannschaft zu werden“ und demnach die Teams aus Kaltern, Schenna und Taufers hinter sich zu lassen. Weiters wollen die Brixnerinnen versuchen, „ins erste Drittel der Tabelle zu kommen“, was einer Platzierung unter den besten vier entsprechen würde. Derzeit befinden sich die Brixnerinnen nach fünf absolvierten Meisterschaftsspielen auf Platz acht; vom angestrebten vierten Platz sind sie nur zwei Punkte entfernt.

Aufstieg nicht realistisch Ein Aufstieg in die Serie A1 wäre laut Dejaco „zwar ein Traumziel, ist aber unter den gegebenen Umständen außerhalb unserer Reichweite.“ Hierzu fehlen dem Verein ganz einfach die finanziellen Mittel. Man wäre einerseits gezwungen, den Spielerkader entsprechend aufzustocken, und andererseits müsste man im Falle eines Aufstieges mit einer Kostenexplosion rechnen: Die Spesen für Fahrtgelder und Spielergehälter würden in die Höhe schnellen. Von der jetzigen Situation profitieren die einheimischen Spielerinnen, die auf diese Weise vermehrt eingesetzt werden. Das derzeitige Team besteht aus 18 Spielerinnen; die Jüngsten sind gerade mal 15 Jahre alt. Die Spielerinnen sind allesamt berufstätig oder gehen noch zur Schule. Dies bedeutet, dass bei vier Trainingseinheiten pro 74

Woche viel an Freizeit für den Handballsport geopfert werden muss. Helga Dejaco lobt ihre Mädels für den Einsatz und die Begeisterung, die sie mitbringen, und ist stolz, dass sie „statt in die Disco lieber in die Halle gehen!“

Torfrauen sind Mangelware Während die Herrenmannschaft auf mehrere gute Torwärter zurückgreifen kann, gibt es in Brixen nur eine einzige Torfrau, und noch dazu steht Irmi Unterfrauner dem Verein aus Studiengründen nicht immer zur Verfügung. Mangels Alternativen war man heuer also gezwungen, mit Nives Kajganic aus Serbien Verstärkung aus dem Ausland zu holen. Die 25-jährige Profihandballerin ist in Mostar geboren und hat im letzten Jahr in der 1. Liga in Belgrad gespielt. Die Spiele der Brixner Handballdamen sind nicht nur wegen der attraktiven Athletinnen einen Besuch wert


Besonders stolz sind die Vereinsverantwortlichen Helga Dejaco, Johanna Bernardi, Wally Ulpmer, Erich Federspieler und Renate Pfattner aber darauf, dass sie als einziger Südtiroler A2Verein mit Dagmar Gitzl einen weiblichen Trainer vorweisen können. Gitzl war selbst eine sehr erfolgreiche Spielerin, die ihr Talent jahrelang in verschiedenen Mannschaften und in der italienischen Nationalmannschaft unter Beweis gestellt hat. Bereits in der dritten Saison ist Gitzl bei den Brixnerinnen als Trainerin im Amt, nachdem sie zuvor als Jugendtrainerin von Schabs den dortigen Handball aufgebaut hatte. Obwohl die Brixnerinnen „nur“ in der zweithöchsten italienischen Liga spielen, schaffen es einzelne Spielerinnen immer wieder, für das italienische Natio­ nalteam einberufen zu werden. Erschwert wird dies allerdings dadurch, dass die Nationalmannschaft beinahe ausnahmslos aus Spielerinnen von Teramo besteht. Sandra Federspieler wird zum Beispiel regelmäßig für die „Azzurre“ einberufen; die 19-jährige Rückraumspielerin hat übrigens derzeit das Pech, durch einen zweiten Kreuzbandriss in Folge verletzt zu sein. Auch Kathrin Andergassen, die heuer erstmals vom KSV Kaltern zum SSV Brixen gestoßen ist, hat sich für die Nationalmannschaft empfohlen und muss sich als „Reservespielerin“ jederzeit abrufbereit halten. Die 19-jährige Linkshänderin spielt am rechten Halbflügel und hat sich in Brixen bereits einen guten Namen als talentierte und disziplinierte Spielerin gemacht. Mit der 22jährigen Magda Niederbrunner ist eine echte Millanderin, die im Hause des SSV Brixen aufgewachsen ist, „Chefin auf dem Spielfeld“. Im letzten Jahr bekam sie die Kapitänsschleife umgebunden; seither löst sie ihre Aufgabe dank ihrer Spielreife sehr verantwortungsbewusst.

Niederwieser wechselte nach Schenna Allerdings verzeichneten die Brixner im heurigen Jahr auch einen wertvollen Abgang. Mit Klaudia Niederwieser verließ der langjährige Kapitän den Verein in Richtung SC Schenna. „Klau-

Fotos: Reinhold Eheim

Trainerin Dagmar Gitzl

Wally Ulp­mer und Dagmar Gitzl verantwort­lich.

„Attraktive Athletinnen“ Die Heimspiele der ersten Mannschaft finden jeweils am Samstag um 19 Uhr in der Sporthalle statt. Der Zuschauer­ andrang ist laut Helga Dejaco „zwar etwas schwach, aber in letzter Zeit ist größeres Interesse zu verzeichnen.“ Vize-Sektionsleiterin Johanna Bernardi schätzt, dass durchschnittlich etwa 100 Zuschauer die Heimspiele der Brixner Handballerinen verfolgen. Beide, Dejaco und Bernardi, sind sich jedenfalls einig, dass „die Spiele nicht nur wegen der attraktiven Athletinnen“, sondern auch wegen des athletischen Sports einen Besuch wert sind... Thomas Oberrauch

info Verein: SSV Brixen Sektion: Damenhandball

Im vorigen Jahr landete die Frauenmannschaft des SSV Brixen in der italienischen Meisterschaft als beste Südtiroler Mannschaft auf Platz vier der Serie A2

Hauptsponsoren: Meraner Mineralwasser, Raiffeisenkasse Eisacktal Gründungsjahr: 1970 Sektion Handball; 1996 Ausgliederung von den Herren (Gründung einer eigenen Damensektion) Vereinsfarben: blau/weiß

dia fand es an der Zeit, etwas anderes auszuprobieren“, erklärt Dejaco dazu.

1996 Ausgliederung von den Herren Etwas ausprobieren und verändern wollte auch die Sektion Handball des SSV Brixen im Jahre 1996, als man aus finan­ziellen Gründen die Damenmannschaft aus der Sektion Handball ausgliederte. Helga Tinkhauser gründete mit Unterstützung von Raimund Moling eine eigene Sektion und übergab zwei Jahre später die Vereinsführung an Helga Dejaco.

Während also die erste Mannschaft der Herren und der Damen eigene Wege gehen, sucht man in der Jugendarbeit sehr wohl eine enge Zusammenarbeit. In der Ballspielstunde spielen die jüngsten Handballknirpse, Buben und Mädchen, gemeinsam. Die etwas größeren Mädchen nehmen bereits in den verschiedenen Altersklassen an Turnieren und Meisterschaften teil und schnuppern auf diese Weise erste Wettkampfluft. Die Koordination der etwa drei Dutzend Handballmädchen hat Erich Federspieler übernommen; für das Training zeichnen Sandra Federspieler,

Sektionsleiterin: Helga Dejaco Vize-Sektionsleiterin: Johanna Bernardi Kassier: Renate Pfattner Betreuer: Erich Federspieler, Wally Ulpmer, Moreno Baldessari Trainer: Dagmar Gitzl, Wally Ulpmer Eingeschriebene Athleten: 50 Spielerinnen Vereinssitz: SSV Brixen, Fischzuchtweg, Brixen Kontakt: Helga Dejaco, Tel. 0472 833157 75


Das Geheimnis erfolgreicher Websites

Oskar Zingerle oskar.zingerle@brixen.net Tel. 0472 837537

südtirol im netz www.gitschberg-jochtal.com Eine neue und vor allem sehr ausgeklügelte Internetseite hat die Ferienregion Gitschberg Jochtal. In drei Sprachen – wie es sich für eine Tourismuswebsite in Südtirol gehört – wird man hier über Wetter (mit Webcam), Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen informiert. Bei der Suche nach freien Zimmern wird der Gast auf die URL www.suedtirol. info geleitet. Dort gibt er seine Suchkriterien ein und be-

kommt in Sekundenschnelle ein Ergebnis. Die Homepage basiert auf dem Datenbanksystem ConCMS der Brixner Internetspezialisten bei Consisto.

www.hs-itb.it Sehr professionell sieht die Homepage der PhilosophischTheologischen Hochschule schon auf den ersten Blick aus. Sehr übersichtlich sind die Inhalte aufgeteilt in die Bereiche „Studium“, „Institut für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“, „Bibliothek“, „Theologische Fortbildung“ und „Brixner Theologische Kurse“. Das Vorhandensein von zahlreichen Fotogalerien belegt einmal mehr eindrucksvoll, wie

vorteilhaft ein CMS-System ist. Mit nur wenigen Mausklicks kann man seine Inhalte (und Bilder) jederzeit selbst aktualisieren.

www.mabo.bz.it In der heurigen März-Ausgabe des „Brixner“ haben wir von der eindrucksvollen Karriere des Brixners Osvaldo Bona berichtet. Mit seiner Firma Mabo hat er es vom TelecomTechniker zu einem stattlichen Bauunternehmer gebracht und realisiert derzeit das Großprojekt „Station Center“ unterhalb des Brixner Bahnhofs. Neben Informationen zu diesem Projekt findet man auf seiner Homepage www.mabo.bz.it

hauptsächlich Links zu seinen zahlreichen Referenzobjekten, die Bona in den letzten Jahren realisiert hat.

Eine Homepage zu haben, war in den 90er Jahren für ein Unternehmen chic. Heute wird es mit steigender Anzahl der Computernutzer zur Existenzfrage. Dennoch sind viele Homepagebesitzer mit dem Resultat ihres Webauftritts unzufrieden. Warum? Das Online-Schalten einer Homepage ist wie eine Geschäftseröffnung im Hinterhof: Man existiert zwar, aber es verirrt sich kaum jemand dorthin. Um gute Geschäfte zu machen, braucht es Hinweisschilder, Flugzettel, Gutscheinhefte, Empfehlungen und Werbeinserate – aber all das in „virtueller Form“: Der Telefonbucheintrag wird zum Suchmaschineneintrag, das Inserat zum Banner und ein Kundenbrief zur Newsletter.

Marketing von Anfang an Es empfiehlt sich bereits beim Erstellen des Homepagekonzepts, sich Gedanken über die Vermarktung zu machen, denn Newsletter, Onlineshop oder Bannerflächen müssen in Menüstruktur und Gestaltung berücksichtigt werden. Auch die Wahl der Webadresse sollte unter werblichem Aspekt gesehen werden. Wohin „verirren“ sich wohl mehr Leute: zu „www. billig-reisen.com“ oder „www. reisebuero-mayerwin-co.it“? Die „Geschäftseröffnung“ ist nicht nur im realen Leben ein Grund zum Feiern. Deshalb ist nun der richtige Zeitpunkt, Kunden, Lieferanten und Part-

ner von der neuen Homepage zu informieren, am besten gleich mit der Aufforderung, sich für eine Newsletter anzumelden. Visitkarten, Briefpapier, Zeitungsin­serate oder e-Mail-Signatures – all das sind perfekte Botschafter, die neue Homepage bekannt zu machen.

Was kommt als nächstes? Auch für den laufenden Betrieb gibt es zahlreiche Maßnahmen, die oft mit geringen Mitteln viel Erfolg versprechen können. Zur guten Auffindbarkeit ist es wichtig, sich in Suchmaschinen und Verzeichnisse einzutragen. Um die Onlinepräsenz zu sichern, könnte man Linkaustausch mit Partnern vereinbaren, Newsletter anbieten oder Werbebanner buchen. Vielfältig sind die Möglichkeiten für Promotionaktionen, Kundenbindung, Pressearbeit oder Communitybildung. Wem das nun doch ein wenig zu vielfältig erscheint, kann sich an den Spezialisten wenden. Bei Consisto in Brixen (www. consisto.it) steht ein erfahrenes Team bereit, das seine Kunden exakt über die individuell passenden Maßnahmen berät.

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Viele Vorteile für Mitglieder Am 15. November startete das Weiße Kreuz seine Mitgliederaktion 2005.

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Der jährliche Beitrag der vielen aktiven Mitglieder bedeutet nicht nur Unterstützung der Freiwilligen und Mitarbeitenden, sondern sichert auch dem einzelnen Mitglied eine Reihe von Vorteilen. Und heuer sind es noch mehr als in den letzten Jahren.

Mitglied „Südtirol“ Für 22 Euro Jahresbeitrag wird man zum Mitglied „Südtirol“. Das bedeutet, dass man heuer erstmals den Anschluss eines Hausnotrufgerätes für Senioren kostenlos erhält. Mit diesem erhalten allein lebende Senioren auf Knopfdruck schnelle Hilfe aus der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes, die rund um die Uhr besetzt ist. Es ist eine wichtige vorbeugende und Leben rettende Einrichtung, die schon jahrelang erfolgreich erprobt ist. Kostenfrei für Mitglieder sind außerdem fünf Krankentransporte zu Gesundheitsstrukturen und Altersheimen in Südtirol und der Provinz Belluno, die die öffentliche Hand nicht übernimmt. Ab dem fünften Transport in Südtirol zahlt man 20 Prozent weniger (maximal 2.000 Kilometer), und die Transporte außerhalb der Provinz sind zum halben Preis erhältlich. Freilich handelt es sich hierbei immer um Krankentransporte; das heißt, der Patient muss gehunfähig sein. Die ärztliche Verschreibung ist nicht mehr notwendig. Auch kann das Mitglied des Weißen Kreuzes kostenfrei einen Erste-Hilfe-Grundkurs in der nächstgelegenen Sektion besuchen und hat das Wahlrecht bei der Vollversammlung des Vereins. Weiters übernimmt das Weiße Kreuz die Kosten des Tickets, das anfällt, wenn man einen medizinisch notwendigen Einsatz der Flugrettung benötigt.

Mit der Familienkarte für 40 Euro werden die Vorteile auf die ganze Familie übertragen. Davon sind Eltern und zu Lasten lebende Kinder bis 26 Jahren, die auf dem aktuellen Familienbogen aufscheinen, betroffen.

Mitgliedschaft „Weltweiter Rückholdienst“ Gegen einen Jahresbeitrag von 50 Euro (Familienkarte 85 Euro) wird man Mitglied „Weltweiter Rückholdienst“ und sichert sich somit einen gewaltigen Vorteil. Bei Unfall oder Krankheit im Ausland wird man mit dem „weltweiten Rückhol-

dienst“ des Weißen Kreuzes schnell und professionell nach Hause gebracht, ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Der Dienst ist zusammen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund in Köln organisiert und nutzt dessen AirAmbulance-Flieger und mehrsprachiges Infonetz – ein Vorteil speziell für Mitglieder, die dauernd auf Achse sind.

Tausende Male im Einsatz „Eine Mitgliedschaft beim Weißen Kreuz ist aber vor allem ein klares Ja zu den vielen Freiwilligen, die jahrein jahraus alle Feiertagsdienste in Südtirol

übernehmen. In Zahlen ausgedrückt arbeiten durchschnittlich 634 Freiwillige insgesamt an jedem Wochenende fast 6.000 Stunden und sorgen dafür, dass schnelle Hilfe auch in entlegenen Ortschaften möglich ist“, unterstreicht Georg Rammlmair, Präsident des Weißen Kreuzes. Der Mitgliedsbeitrag kann bei jedem Bank- oder Postschalter eingezahlt werden oder bequem mit Kreditkarte im Internet unter www.wk-cb.bz.it. Ob Mitglied „Südtirol“ oder „Weltweiter Rückholdienst“ – die Unterstützung des Weißen Kreuzes macht sich auf jeden Fall bezahlt. Die meisten Sektionen des Weißen Kreuzes haben eine Mitgliederkasse eingerichtet. Wer den Mitgliedsbeitrag dort entrichtet, erhält ein kleines Dankeschön für seine freundliche Unterstützung. Nach der Rekordzahl von 37.000 Mitgliedern im Jahr 2004 erhofft sich der Landesrettungsdienst heuer einen weiteren Zuwachs an Mitgliedern. Informationen zur Mitgliederaktion 2005 erhält man unter Telefon 0471 444310 oder 444313 und im Internet: info@wk-cb.bz. it oder www.wk-cb.bz.it.

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Espresso & Lifestyle Anfang Dezember eröffnete in der historischen Innenstadt von Brixen die erste „Testa Rossa caffèbar“ Norditaliens - der Pilotbetrieb für ein Netz von Bars, das in den nächsten Jahren entstehen wird.

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In der Altenmarktgasse 35 erwartet die Gäste klassisches Barambiente, „Testa Rossa caffè“-Spezialitäten, Wein, Prosecco, süße und salzige Snacks, Cocktails und stimmungsvolle Musik für den schnellen Genuss zwischendurch – die stilvolle Entspannung nach einem langen Arbeitstag oder einen Abend mit Freunden bei coolen Drinks. Intensiver Espressoduft, nette Menschen, gute Musik, tolle Atmosphäre, Drinks und Snacks das ist die Welt von „Testa Rossa caffè“ – Lifestyle pur. Schon beim Eintritt in die Bar taucht der Gast ein in die Welt von „Testa Rossa caffè“. Der Duft von Espresso liegt in der Luft, die Vitrine ist gefüllt mit kleinen Köstlichkeiten. Eine große Auswahl an Aperitifs, Weinen und Cocktails lässt keine Wünsche offen. „Testa Rossa caffè“ – ein klingender Name für einen exzellenten Espresso. Nur ausgesuchte Hochlandkaffees werden für diese Mischung verwendet. Geröstet wird „Testa Rossa caffè” in der Rösterei Procaffè in Belluno, die mit einer jährlichen Produktion von 5.700 Tonnen Kaffee zu den modernsten und größten Röstereien Oberitaliens zählt. Sie exportiert ihren Kaffee in 40 Länder weltweit.

„Testa Rossa caffè“ Events „Testa Rossa“ caffèbars bieten ihren Gästen ein abwechslungsreiches, Lifestyle-orientiertes Programm. Regelmäßig wird aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit gegeben, sich zu präsentieren. In der Bar in Brixen gibt es an den Adventsonntagen von 10 bis 14 Uhr ein 80

Jazz-Frühstück. Gestartet wurde am 5. Dezember mit den LatinJazzern Walter Tolloy (Brenzone, Gitarre), Wolfgang Paulmichl (Vinschgau, Gitarre) und Stefan Welzel (Innsbruck, Sax). Ihre Musik ist handgemacht, erdig und direkt. Genauso wie die Bilder des Multi-Künstlers Walter Tolloy, der seine Musik auch als Maler zum Ausdruck bringt. Eine einzigartige Kombination: Bilder in Öl, die live zur Musik sprechen!

Selbstständig mit „Testa Rossa caffè“ Wer Lifestyle und die Kommunikation mit Gästen und Mitarbeitern liebt, wird von der „Testa Rossa caffèbar“ begeistert sein. Umso mehr, als „Testa Rossa caffè“ engagierten und selbständig agierenden Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, sich selbst eine Existenz aufzubauen. Die „Testa Rossa caffèbar“ in Brixen ist der Pilot- und Ausbildungsbetrieb für ein Netz von Caffèbars, das in den nächsten Jahren in den größeren Städten Norditaliens und dem Trentino entstehen wird. Heute hat sich das Konzept mit insgesamt 50 Betrieben sehr erfolgreich in Österreich, Deutschland und Ungarn etabliert. In Kürze werden Bars in den USA, Saudi Arabien und Kuwait eröffnet. In Südtirol werden derzeit weitere Standorte sowie selbständig orientierte Mitarbeiter gesucht. Interessierte können sich im Internet unter www.testarossacaffe.com, per Email an testarossacaffebar@r olmail.net und natürlich in der „Testa Rossa caffèbar“ in Brixen informieren.


Gold für Brimi Mozzarella Feinschmecker wissen es schon lange: Der milchig frische Geschmack von Brimi Mozzarella ist Meister seiner Klasse. Brimi im Überblick Geschichte: 4 1969 Fusion zwischen den Milchhöfen Brixen und Schabs 4 1977 Inbetriebnahme des heu tigen Betriebssitzes in Vahrn 4 1978 Beginn der Mozzarella Produktion Mitglieder: 1.100 Bergbauern Umsatz: 52 Mio Euro Mitarbeiter: 100 Sortiment: Brimi Frischmilch und Frischsahne, Mozzarella, Ricotta, Mascarpone und Schabser Butter Zertifizierungen: ISO 9001:2000, BRC/Efsis, WHO Hygiene inklusive HACCP

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Dass Brimi Mozzarella von höchster Qualität ist, bewies sie bei der siebten internationalen Käsiade, die kürzlich in Hopfgarten stattgefunden hat. Brimi wurde mit seinem Paradeprodukt Mozzarella 125 Gramm Sieger in Gold und erzielte auch mit Mozzarella Ovoline 250 Gramm Bronze. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung 348 Käsesorten aus zehn Nationen teil. Diese Auszeichnungen sind die Belohnung für den mehr als 25 Jahre langen Einsatz von Brimi im Bereich der MozzarellaProduktion.

Geschäftsführer Willi Tauber und Produktionsleiter Richard Tauber bei der Preisverleihung Im breit gefächerten Mozzarella-Sortiment der Brimi findet man noch viele weitere hervorragende Mozzarella-Produkte: beispielsweise die Mozzarelline, die 7,5 Gramm Frischkäsekugeln, Mozzarella Light mit nur zehn Prozent Fett sowie den „Mozzarella Fresca“, einen be-

sonders schmackhaften, nach einem traditionellen italienischen Rezept hergestellten Frischkäse. Mit solch feinen Käseköstlichkeiten, die auch bei internationalen Vergleichen an Qualität und Geschmack mit den Besten mithalten, bleibt nur mehr zu wünschen übrig: „Guten Appetit“.

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Nutz! uns! aus! gebraucht

Mehr als für einen Moment In einem geschichtsträchtigen Ambiente, umgeben von einem eindrucksvollen Dekor, präsentierte das Auto Zentrum Beikircher den Audi A3 Sportback auf Schloss Bruneck.

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Der neue Audi A3 Sportback hatte seinen großen Auftritt auf einem roten Teppich VW Polo 1.9 TDI Highline

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Im magischen Ambiente des Brunecker Schlosses hatte das Auto Zentrum Beikircher all seine Freunde und Kunden zur Präsentation des neuen Audi A3 Sportbacks geladen. Zahlreiche Interessierte hatten die einzigartige Gelegenheit wahrgenommen und wurden von einer flammenden Fackelallee zum Schloss begleitet. Dort erwartete sie dann eine atemberaubende Showeinlage der Stelzentheater-Gruppe „Feuervogel“. Mit einem prächtigen Farben- und Funkenspiel verzauberten die Artisten das Publikum, und die alten Schlossmauern wurden zur geschichtsträchtigen Theaterkulisse.

Roter Teppich für den Audi A3 Der neue Audi A3 Sportback hatte seinen großen Auftritt auf einem roten Teppich: der richtige Empfang für so viel Dynamik und aufregendes Design. Der A3 Sportback verbindet Lebensfreude und Fahrspaß mit dem Anspruch an Sicherheit und Vernunft. Während alle Besucher neugierig das neue Kind der AudiFamilie begutachteten, sorgte ein verlockendes Buffet für das leibliche Wohl der Gäste. Ein gelungenes Fest und eine faszinierende Präsentation – das Auto Zentrum Beikircher setzte mit diesem Event in eindrucksvoller Pose den Startschuss für den Verkaufsbeginn des neuen Audi A3.


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Wenn die Arme zu „kurz“ werden Ab 45 bemerkt man meist erstmals, dass nahe Gegenstände nur mehr mit großer Anstrengung und bei gutem Licht wirklich scharf gesehen werden können.

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Die Verschlechterung der Sichtqualität liegt daran, dass die Augenlinse fortwährend ihre Geschmeidigkeit verliert. Dies ist ein langer Prozess, der im Prinzip bereits mit der Geburt beginnt. Ab einem gewissen Alter bereitet es der Augenlinse zunehmend Mühe, sich schnell und effektiv auf die Nähe einzustellen.

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Ein Tag mit Luxus, Lifestyle und Legenden Mercedes-Benz Autoindustriale in Bruneck lud Anfang November zu einem Cocktail-Abend der exklusiven Art.

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Präsentiert wurden drei Fahrzeugmodelle der Luxusklasse aus dem Hause DaimlerChrysler: der CLS Coupé, der Super­ sportwagen SLR McLaren und die Luxuslimousine Maybach.

Formel-1-Technologie... ...für die Straße bietet der SLR und fasziniert durch atemberaubendes Design, enorme

Leistung und ein phänomenales Handling. Der SLR wurde von den McLaren-Produktdesignern entwickelt und ist Ausdruck höchster automobiler Leidenschaft.

Sportlichkeit und Eleganz... ...sind die Attribute der neuen CLS-Klasse von MercedesBenz. Das erste viertürige Coupé verbindet scheinbare Gegensätze wie Dynamik und Größe sowie Ästhetik und Funktion und definiert so eine neue Kultur des Fahrens.

Zwei Jahrzehnte lang – von 1921 bis 1941 – zählte der Maybach neben den Mercedes-Limousinen zur damaligen Elite des deutschen Fahrzeugbaus. Durch die Markteinführung im Jahre 2002 wurde die Marke „Maybach“ zum neuen Leben erweckt. Ein Markenzeichen des 5,72 Meter langen Spitzenautomobils ist die zweifarbige Außenlackierung, die auch beim ausgestellten Modell zu sehen war. Die Gäste, unter anderem bekannte Persönlichkeiten aus der Südtiroler Wirtschaft, wurden

Der SLR McLaren begeisterte das Publikum mit einem Aperitif von „Arunda Sekt“ empfangen. Umrahmt wurde der Abend von Musik der Jazz-Gruppe „Lumbago Jazz Hospice“ und von Showeinlagen des „Empfangskomikees“.

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Feste & Feiern Sa., 11. Dezember, 19 Uhr Mittelschulparty mit DJ Stefan W und DJ Quinti Brixen, Jugendzentrum kass

So., 19. Dezember Adventkonzert des Domchores Brixen, Dom So., 19. Dezember, 17 Uhr Konzert der Jungbürgerkapelle Brixen Brixen, Domplatz

Sa., 18. Dezember, 20.30 Uhr Natale Alpino Jahreshauptversammlung des CAI mit dem Coro Plose Brixen, Forum Brixen

So., 19. Dezember, 17 Uhr Konzert mit vorweihnachtlicher Musik Ensemble VocalQuart Brixen, Dom

Mi., 22. Dezember, 20.30 Uhr Weihnachtsfete mit Panettone und Glühwein. Eintritt frei! Brixen, Jugendzentrum kass

Mi., 22. Dezember, 20.30 Uhr „Silent Night“ J.a.Q – Albert Mair & Jimmy U. Quintet Brixen, Anreiterkeller

So., 26. Dezember, 20 Uhr Stefansball der Freiwilligen Feuerwehr Schalders Schalders, Vereinshaus

Mi., 5. Jänner, 20.30 Uhr Klassisches Neujahrskonzert Brixen, Forum Brixen

Fr., 31. Dezember, 11 Uhr „Weihnachtsmarkt“ Kaminkehrer ziehen mit Glücksbringern für das Neue Jahr durch die Stadt Brixen, Altstadt Fr., 31. Dezember, 22 Uhr Große Silvesterfeier mit phantastischem Feuerwerk in der Altstadt Brixen, Domplatz Sa., 15. Januar, 19 Uhr Mittelschulparty Mit DJ Stefan W und DJ Quinti Brixen, Jugendzentrum kass

Lesungen & Vorträge Mo., 17. Januar, 9.30 Uhr Gesprächsrunde Heilsame Wickel und Auflagen für Babys und Kleinkinder; Anmeldung eine Woche vorher erforderlich, Tel. 0472 835651. Brixen, Vorsorgedienst (Romstraße 7)

Musik Sa., 11. Dezember, 6.30 Uhr Weihnachtliche Gesänge Männergesangverein Brixen 1862; Leitung: Andreas Ellecosta; Orgel: Otto Rubatscher; Brixen, Dom Sa., 11. Dezember, 17 Uhr Adventsingen mit den „White Lily Gospel Singers“ aus Mühlbach Brixen, Domplatz So., 12. Dezember, 15 Uhr Adventskonzert mit einem Holz- und Blechbläserensemble der Musikschule Brixen Brixen, Domplatz Mi., 15. Dezember, 20.30 Uhr Odwalla feat. Beppe Consolmagno & Doussou Tourrè Brixen, Anreiterkeller Sa., 18. Dezember, 15 Uhr Adventsingen mit „JoySingers“ aus Feldthurns Brixen, Domplatz Sa., 18. Dezember, 20 Uhr Weihnachtskonzert der White Lily Gospel Singers Brixen, Kapuzinerkirche Sa., 18. Dezember, 20.30 Uhr Konzert von Symphonic Winds Vahrn, Haus Voitsberg 86

Sa., 8. Januar, 20.30 Uhr Konzert der Brass Band Pfeffersberg Brixen, Forum Brixen

Sonstiges Sa., 11. Dezember, 15 Uhr Weihnachtskrippe Einzug der Figuren einer Weihnachtskrippe von 1770 aus der Krippensammlung in der Hofburg Mo., 13. Dezember, 15 Uhr Pauls Reise Kinderfilm in deutscher Sprache Brixen, Forum Brixen Mo., 13. Dezember, 20.30 Uhr Wilbur wants to kill himself Film in deutscher Sprache Brixen, Forum Brixen Mi., 15. Dezember, 14.30 Uhr Kindertag mit Weihnachtsbasteleien Brixen, Domplatz Mi., 15. Dezember, 20 Uhr Weihnachtsfilmabend Eintritt frei! Brixen, Jugendzentrum kass Sa., 18. Dezember, 17 Uhr Lebende Krippe am Weihnachtsmarkt Brixen, Domplatz Sa., 18. Dezember, 20.15 Uhr Alpenländisches Adventsingen Milland, Freinademetzkirche Mo., 20. Dezember, 15 Uhr Flipper Kinderfilm in deutscher Sprache Brixen, Forum Brixen Mi., 22. Dezember, 14.30 Uhr Kindertag: Weihnachtsbasteleien Brixen, Domplatz Mi., 29. Dezember, 20 Uhr Filmabend “Freaky Friday“ Komödie, Eintritt frei Jugendzentrum kass Do., 30. Dezember, 17 Uhr Verlosung der Preise der „Brixner Weihnachtsüberraschung“ Brixen, Domplatz Fr., 31. Dezember, 22 Uhr Besinnliche Silvesterfeier in St. Cyrill, Treffpunkt 22 Uhr am Domplatz oder 22.30 Uhr beim 1. Besinnungspunkt (Jugenddienst Brixen) Brixen, St. Cyrill

Di., 4. Januar, 10.30 Uhr Informationsspiel „Kennst du die Plose?“ für Alt und Jung St. Andrä, Skigebiet Plose

Fr., 31. Dezember, 17 Uhr Silvester Fackelabfahrt entlang der Skipiste Trametsch St. Andrä, Skigebiet Plose

Mi.,12. Jänner, 20 Uhr „Die Bourne Identität“ Actionfilm, Eintritt frei Brixen, Jugendzentrum kass

Do., 6. Januar, 20 Uhr Tanzkurs beim Tanzsportverein Let‘s dance Informationen: Tel. 339 7433425 Brixen, Forum Brixen

Sport

Theater & Kabarett

21. und 22. Dezember, 10 Uhr Internationale FIS Tage Herren Weltklasse Athleten live auf der Plose St. Andrä, Skigebiet Plose

16. und 17. Dezember, 20.30 Uhr „Wir schenken uns nichts“ Die Gruppe Duotica und ihre unheimliche Weihnachtsshow mit brennenden Bäumen, desolaten Verwandten, Christkind-Erpressungen und sommerlichen Adventseinkäufen. Brixen, Anreiterkeller

Di., 28. Dezember, 18 Uhr Sprintnachttorlauf mit Showprogramm beim Berghotel Schlemmer/Skihütte St. Andrä, Skigebiet Plose

weiterbildung

Kulturverein Brixen Volkshochschule 22. Jänner, 14.30 bis 16.30 Uhr Kreativwerkstatt für Kinder und Erwachsene (Malen, Ton, Tanz/Musik) ab 26. Jänner Wirbelsäulengymnastik, Fitnessgymnastik ab Ende Jänner Italienisch-, Englisch-, Spanisch-, Deutschkurse aller Leistungsstufen; Italienisch als Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung Mal- und Zeichenkurse für verschiedene Techniken (Porträt, Aquarell, Acryl, Aktzeichnen)

Infos: Tel. 0472 836424 e-mail: info@kulturverein.it

Bildungshaus Kloster Neustift 13. Jänner Stress – nicht nur ein Modewort 17. bis 19. Jänner Computer Aufbaukurs 22. Jänner Bibelseminar: Das Buch Ruth 13. bis 15. Jänner Computer-Grundkurs 27. bis 29. Jänner Computer-Grundkurs für Frauen 20. bis 22. Jänner Office Total 2 – der Praxiskurs 27. Jänner Liebe und Partnerschaft

Infos: Tel. 0472 835588 e-mail: bildung@kloster-neustift.it

KVW Bildungsreferat Bezirk Brixen ab 18.Jänner Feng Shui – Harmonisches Wohnen in den eigenen vier Wänden ab 18. Jänner Tabellenkalkulation mit Excel ab 18. Jänner Aerobic – Body Forming am 26. Jänner Der Straßenverkehr und seine Tücken ab 26. Jänner Aufatmen, aufleben, auftanken ab 26. Jänner Präsentationen erstellen mit PowerPoint

Infos: Tel. 0472 836060 e-mail: bezirk.brixen@kvw.org

KVW-Bildungshaus Sarns Dezember bis März 2005 Bildungsseminare zum Feng-Shui-Berater 19. Dezember, 14 bis 17 Uhr Jahreszeitenfest: Wintersonnenwende 22. und 23. Jänner Meine Stärken finden 28. und 29. Jänner Schlagfertig – Tagung zum Thema Gewalt Jänner bis Juni 2005 Lehrgang „Frauen in die Politik“ 30. Jänner Die homöopathische Hausapotheke

Infos: Tel. 0472 833450 e-mail: Bildungshaus.sarns@kvw.org

Cusanus-Akademie 19. Jänner, 20 Uhr Einwanderung in Südtirol zwischen Abwehr und Notwendigkeit 19. und 20. Jänner Schlagfertigkeit 20. und 21. Jänner Beziehungen managen 22. Jänner Mehr aus dem Beziehungsalltag machen – Frei(e) Zeit für Paare 26. Jänner, 20 Uhr Ist Italien noch ein demokratisches Land? Mit Günther Pallaver 29. Jänner, 9 bis 12.15 Uhr Umgang mit chronischen Schmerzen Selber etwas ändern, damit sich etwas verändert

Infos: Tel. 0472 832204 e-mail: info@cusanus.bz.it

Jukas 10. Jänner Meine Facharbeit erfolgreich präsentieren (für Maturanten) 19. und 26. Jänner Kinder stark machen – zu stark für Drogen 22. Jänner Kreative Wachsmalerei (Encaustic Art) ab 27. Jänner Mit Puppen erzählen – Eine Geschichte entsteht 29. Jänner Notenstrudl – Lieder und Singspiele 29. Jänner Faszination Wolle – Filzworkshop

Infos: Tel. 0472 279999 e-mail: bildung@jukas.net


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Brixner 179 - Dezember 2004 by Brixmedia GmbH - Issuu