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Brixner 171 - April 2004

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Jahrgang 15 - Nr. 04 April 2004

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Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Jugend und Alkohol

„I hon sowieso schun an Rausch“ LH Luis Durnwalder

Kreisverkehr

Radwege

» S. 25

» S. 38

» S. 46

Warum die Nordspange der Westumfahrung doch gebaut werden sollte

Wie das neue Rondell an der Bahnhofstraße die Verkehrsprobleme lindern soll

Warum der Radweg in Vahrn über den Eisack geleitet werden soll


Editorial

April

Thema 4

4 Jugend und Alkohol: „I hon sowieso schun an Rausch“

Menschen&Meinungen 9

14 Portrait: Professor Luis Thaler 16 Umfrage: Zeit zum Wechsel?

Wenn alle mithelfen

Brixen&Milland 19

25 32 34 36 38

LH Luis Durnwalder: „Der Nordanschluss muss gebaut werden“ Sanitätsbetrieb Brixen: Wir werden immer älter Milland: Eine unendliche Geschichte Neuer Wiedergewinnungsplan liegt vor Osso buco: Das neue Rondell an der Bahnhofstraße

Einmal im Jahr treffen wir Landes­ hauptmann Luis Durnwalder und besprechen mit ihm in lockerer Atmo­ sphäre ausschließlich Themen, die unsere Stadt betreffen. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich einige der Probleme, die Brixen plagen, im Laufe der Jahre nicht abhaken lassen, son­ dern wir lediglich ihre Entwicklung diskutieren können. Der Landeshaupt­ mann hat sich auch diesmal viel Zeit für uns genommen. Erstaunlich war die Tatsache, dass in der strittigen Fra­ ge der Nordspange der Westumfah­ rung im Land offensichtlich die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Während Landesrat Florian Mussner nach großem Druck von Seiten des Sanitätsbetriebes und der Anrainer auf die Nordspange am Krankenhaus verzichten möchte, ist Durnwalder der Meinung, dass man sie unbedingt brauche. Wir haben mit dem gebote­ nen Respekt vorsichtig geraten, er solle sich hier vielleicht mit dem Landesrat absprechen.

Dörfer&Fraktionen 41

42 44 46 50

Müll geht auf Reisen Galgenfrist für Postamt St. Andrä Radwege: Gut Ding braucht Weile Hoher Besuch in Natz

Kunst&Kultur 53

55 56 57 58 60

Komödie Brixen: Spanische Verkleidungskomödie „Der Schlern“: Denkwürdiges Jubiläum Heilige Kassian: Gestorben 304 n.Ch. Der Himmel der kleinen Leute Kloster Neustift öffnet seine Tore

Sport&Co. 63

65 Damenfußball: Im 4-4-2-System zum Sieg

Spezial 67

Überhaupt ist die Westumfahrung auf dem Vahrner Gemeindegebiet in letzter Zeit sehr intensiv diskutiert wor­ den. Es geht um die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn man anstatt der heute geplanten Strecke nicht doch eine Unterflurtrasse vom Krankenhaus zur Pustertaler Kreuzung bauen sollte. Ob ein Umschwenken zu diesem Zeitpunkt noch möglich ist, werden die nächsten Monate zeigen.

67 Bauen & Renovieren

Tipps&Events

Impressum

94

94 Veranstaltungen und Weiterbildung

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Der „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Auflage: 8.800. Preis Abonnement: 1 Euro. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St.

Anzeigenverkauf: Brixmedia GmbH, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen Tel. 0472 837537 - Fax 0472 836769 - e-mail sonja.messner@brixmedia.it

Redaktionsanschrift: „Brixner“, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen Tel. 0472 837537 - Fax 0472 836769 - e-mail brixner@brixmedia.it

Druck/Fertigstellung: AthesiaDruck Brixen

Eigentümer: Brixmedia GmbH, Otto-von-Guggenberg-Straße 34, 39042 Brixen Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Willy Vontavon Redaktionsmitglieder: Willy Vontavon (wv), Doris Brunner (db), Marlene Kranebitter Zingerle (mk), Arno Dejaco (ad), Alex Tauber (at), AnnaMaria Mitterhofer (amm), Thomas Oberrauch (to), Sonja Rienzner (sr), Judith Wieser (jw), Oskar Zingerle (oz), Günther Eheim vulgo Sigmund (GEvS), Elmar Albertini (ea), Barbara Fuchs (bf), Susanne Dejori (sd), Valeria Dejaco (vd), Manuela Kerer (mak) Layout & DTP-Satz: Vrni Oberleitner Titelbild: Oskar Zingerle, Brixmedia

Nächster Redaktionsschluß: 4. Mai 2004 Werbeannahmeschluß: 7. Mai 2004

Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in den Formatanzeigen, sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Nachdruck sowie Vervielfältigungen jeder Art ausschließlich mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.

e-mail: brixner@brixmedia.it

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Wir beschäftigen uns in dieser Ausgabe wieder einmal mit dem The­ ma „Jugend und Alkohol“, das allen Redaktionsmitgliedern sehr am Herzen liegt – nicht nur jenen von uns, die selbst Kinder haben. Marlene Krane­ bitter hat in unserer Titelgeschichte versucht, das Problem aufzuzeigen, ohne Schuldzuweisungen zu machen. Probleme, die die Gesellschaft hat, können – wenn überhaupt – nur gelöst werden, wenn alle mithelfen.

Ihr Willy Vontavon


Umfrage

Zeit zum Wechsel? Der langjährige Brixner Bürgermeister Klaus Seebacher steht für die nächsten Gemeinderatswahlen nicht mehr zur Verfügung, und schon jetzt wird heftig über potentielle Nachfolger gemunkelt. Wir haben die Brixner danach gefragt, welche Eindrücke Seebacher bei ihnen hinterlassen hat und was sie sich vom „Neuen“ wünschen...

Daniela Mosconi, Gemeinde­ rätin der Grünen Bürgerliste in Brixen, schätzt Klaus Seebacher als einen Bürgermeister, der sein Amt sehr ehrlich ausgeübt hat: „Però io sono dell’opposizione e quindi non posso dire che lui abbia fatto bene tutto. Del prossimo sinda­ co mi auguro un pó piú di de­ mocrazia per l’opposizione e che ci sia piú spazio per idee nuove.”

„Für den Stadtkern selbst hat Klaus Seebacher sicher viel ge­ leistet“, meint Irmgard Malsiner. „Wenn ich an den nächsten Bür­ germeister denke, wünsche ich mir, dass er verhindern kann, dass Brixen zu sehr weiter ver­ baut wird. Natürlich besteht Be­ darf an Wohnungen, aber es können schließlich nicht alle Wiesen verbaut werden.“ Auch Renzo Fusa zeigt sich recht zufrieden mit dem, was unser amtierender Bürgermei­ ster in seiner bisher 16­jährigen Amtszeit geleistet hat. „Peró non c’è niente di male se adesso ar­ riva uno un pó piú giovane. E siccome sono di lingua italiana spero che il nuovo sindaco lasci anche un pó piú spazio agli ita­ liani. Ma la proporzionale an­ drebbe riveduta ovunque, an­ che nella regione, non è solo un problema del sindaco.”

„Klaus Seebacher hat sich sehr um ein zentrales Thema bemüht, und zwar dem Sport“, analysiert Othmar Barth. „Im Sport hat Seebacher viel für das Wohlbefinden und Zusammen­ leben der Brixner unternom­ men, und das mit Erfolg. Vom Neuen wünsche ich mir einfach nur, dass er anders ist und an­ dere Sektoren pflegt, das ist wichtig.“

Auch Peter Prader bringt das nicht gelöste Verkehrspro­ blem zur Sprache: „Hier haben die Zuständigen verschlafen, und jetzt ist es natürlich zu spät. Der neue Bürgermeister muss wirklich eine Lösung finden. Mich stört außerdem, dass in Brixen alles auf die Kaufleute zugeschnitten ist, zum Beispiel auch der Weihnachtsmarkt. Der sollte auch für die Vereine da sein und nicht nur für die Ge­ schäftsleute, denn ich glaube, denen geht es schon recht gut.“

Manuel Gallonetto ist recht zufrieden mit der Entwicklung, die Brixen unter Bürgermeister Seebacher genommen hat: „Es sind wichtige Bauten entstan­ den, die schon lange fällig wa­ ren. Ein neues Verkehrskonzept fehlt allerdings immer noch. Und die Lösung des Ver­ kehrsproblems ist sicher die große Aufgabe, die den näch­ sten Bürgermeister erwartet. Hier muss sich die Gemeinde­ verwaltung unbedingt etwas einfallen lassen.“ 16

Fotos: Oskar Zingerle

„Mir gefallen einige der neu­ en Bauten nicht, die in den letz­ ten Jahren in Brixen und drum herum entstanden sind“, gesteht Rosemarie Stuffer. „Vielleicht hat unser Bürgermeister manch­ mal zu wenig streng durchge­ griffen. Vom nächsten Bürger­ meister wünsche ich mir, dass er nicht nur an die Geschäfts­ leute denkt.“

„Ganz in Ordnung“ findet Susi Goller den jetzigen Bürgermeister. „Aber ich bin aus St. Andrä und würde mir wün­ schen, dass der Nachfolger den Fraktionen etwas mehr Auf­ merksamkeit schenkt und nicht nur Stadt­bezogen denkt. Alles in allem ist es vielleicht wirklich an der Zeit für einen Wechsel.“


„Spiel, Spaß Von Brixen und Abenteuer“ nach Galway

oz

Die Kenntnisse der engli­ schen Sprache vertiefen und gleichzeitig irische Kulturluft schnuppern und den irischen Lebensstil kennen lernen: In diesen Genuss kam unlängst ei­ ne Gruppe von Schülern der Brixner Berufsfachschule für Metall. Gemeinsam mit ihrer Englischlehrerin Heidi Winkler verbrachten die 15 Burschen ei­ ne spannende Woche an der „Altlantic Language School“ in Galway an der Westküste Ir­ lands. Am Vormittag drückten die lernwilligen Jugendlichen die Schulbank, am Nachmittag erkundeten sie die für Irland ty­ pisch bizarre Landschaft. Unter­

gebracht waren sie bei Famili­ en, sodass auch in der Freizeit viel Englisch gesprochen wur­ de. Die Idee für den Sprachkurs entstand aus der Tatsache her­ aus, dass die führenden Indu­ striebetriebe des Landes, die wahrscheinlich auch die künfti­ gen Arbeitgeber der Absolven­

ten der Berufsfachschulen sind, zunehmend mit dem Ausland vernetzt sind und von ihren Mit­ arbeitern deshalb auch Fremd­ sprachenkompetenz verlangen. Die Finanzierung der Sprachfe­ rien wurde von den Schülern und deren Eltern übernommen. mk

Acquarena: 397.000 Besucher Die Acquarena zählte im Jahr 2003 insgesamt 397.000 Be­ sucher, davon etwa 160.000 im Freibad. Das ist mehr, als man bei der Eröffnung im November 2002 prognostiziert hatte. Anläs­ slich einer Pressekonferenz stellte der Präsident der Acqua­ rena GmbH, Wolfgang Plank, auch eine Studie vor, die die Kundenzufriedenheit in der Ac­ quarena erfassen sollte. Die Universitätsstudentin Cornelia Reiterer hat zwischen April und Oktober 304 Besucher der Ac­ quarena befragt. Die Ergebnisse sind beängstigend positiv: Ins­ gesamt waren 58 Prozent der Kunden mit der Struktur „sehr zufrieden“, 41 Prozent „zufrie­ den“ und nur ein Prozent „un­

zufrieden“. Negativ aufgefallen seien lediglich der verhältnis­ mäßig hohe Lärmpegel im Schwimmbadbereich, der Zu­ stand der Spinds und Föns und die hohen Parkplatz­ und Ein­ trittspreise. Wie Plank mitteilte, beginne die heurige Sommer­ saison offiziell am 5. Juni, auch wenn die Freibereiche bereits seit dem 8. April geöffnet seien. Die Eintrittspreise sind im Ver­ gleich zum Vorjahr um durch­ schnittlich 2,5 Prozent angestie­ gen: Ein Einzeleintritt kostet für einen Brixner nun 5,70 Euro (2003: 5,50 Euro), für Kinder 3,60 Euro (2003: 3,50 Euro). Die für die drei Sommermonate gül­ tige „Summercard“ hat für Er­ wachsene eine empfindliche

Sonderwochen Drogerie - Parfümerie

Foto: Ritter

Unter dem Motto „Spiel, Spaß und Abenteuer“ steht das heurige dritte Sommercamp in Brixen. Wie in den vergangenen Jahren findet das Camp in der Dreifachturnhalle in der Dante­ straße statt, und zwar vom 12. Juli bis zum 6. August. Zum Rei­ ten, Bogenschießen und für verschiedene Spiele im Wald fahren die Betreuer mit den Kindern nach Elvas. Ziel des Sommercamps ist es, Kindern und Jugendlichen zwischen sie­ ben und 15 Jahren in den Ferien eine sinnvolle spielerische und sportliche Freizeitbeschäftigung zu bieten. Dazu werden täglich fünf bis sechs Programmeinhei­ ten zu jeweils 75 Minuten ange­ boten, in denen mindestens drei verschiedene Spiele oder Tätig­ keiten durchgeführt werden. Je­ des Kind kann selbst entschei­ den, an welchem Programm es teilnehmen will. Für die Betreu­ ung sorgen ausgebildete oder angehende Übungsleiter und Sportpädagogen. In der Ein­ schreibegebühr von 90 Euro (8 Stunden Betreuung) oder 105 Euro (9 Stunden Betreuung) sind Versicherung, Mittagessen, Jausen und Getränke, Eintritts­ preise sowie ein T­Shirt enthal­ ten. Anmeldungen werden in der Volksbank­Filiale in den Großen Lauben entgegenge­ nommen, Anmeldeschluss ist der 30. April. Weitere Informa­ tionen erteilt Oskar Baumgart­ ner unter Telefon 338 1459835. Das Sommercamp ist auch im Internet zufinden: www.sommercamp.it.

Preissteigerung erfahren: von 90 auf 99 Euro. „Dies liegt darin, dass wir im Vorjahr die Ausnut­ zung der Summercard unter­ schätzt hatten“, begründet Plank den Preisanstieg. Für Kinder ko­ stet die „Summercard“ nach wie vor 50 Euro. wv

24.04. – 01.05. Biotherm 03.05. – 08.05. Estée Lauder 08.05. – 15.05. Christian Dior 15.05. – 22.05. Helena Rubinstein 25.05. – 29.05. Shiseido Schminkberatung

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Schwieriger Markt, gutes Jahr „Man kann nicht sagen, dass 2003 ein einfaches Jahr gewe­ sen wäre. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass es für den Milchhof Brixen ein erfolgrei­ ches Jahr war“, eröffnete Ob­ mann Franz Kaser (im Bild) kürzlich die Generalversamm­ lung des Milchhofs im Haus Voitsberg in Vahrn. Dank einer konsequenten Veredelungsstra­ tegie und einer strengen Quali­ tätskontrolle habe man gute Umsätze erzielt, was wiederum

einen im Vergleich zum Südtiro­ ler Durchschnitt guten Auszah­ lungspreis von 45,35 Eurocent pro Liter Milch bedeutet. Der Auszahlungspreis sei gegenüber 2002 nur um 0,5 Prozent gesun­ ken, während in Österreich ein Preiseinbruch von 6,4 Prozent und in der Lombardei von 3,3 Prozent verzeichnet werden musste. Insgesamt haben die 930 Mitglieder des Milchhofs im vergangenen Jahr 76,5 Millio­ nen Liter Milch angeliefert; knapp 49 Millionen Euro Um­ satz hat der Milchhof mit den diversen Produkten erzielt. Eh­ rengast der Generalversamm­ lung war der Europaparlamen­ tarier Michl Ebner, der vor allem über die bevorstehende Oster­ weiterung der EU sprach und über die Auswirkungen auf die Landwirtschaft. „Die Osterwei­ terung bedeutet auch für die Milchhöfe eine zusätzliche Markt­ chance, sofern der Weg der Qualitätssicherung beibehalten wv bleibt“, sagte Ebner.

Fit für den Beruf

Neue Wege der Zusammen­ arbeit suchen seit dem heurigen Schuljahr die Handelsoberschu­ le Brixen und der Verband für Kaufleute und Dienstleister. Re­ gelmäßige Treffen zwischen Lehrpersonen und Vertreter des Verbandes sollen dazu beitra­ gen, die Bedürfnisse der Schule und der Wirtschaft besser auf­ einander abzustimmen. Schule soll kein luftleerer Raum sein, in dem die Schüler nur trockene Theorien präsentiert bekom­ men. Daher absolvierten die Schüler der Handelsoberschule Brixen schon in den vergange­

nen Jahren Betriebspraktika, gründeten eigene Übungsfir­ men und holten sich Informa­ tionen bei Experten. Helmuth Profanter, der als Ortsobmann der Kaufleute und Dienstleister die engere Zusammenarbeit an­ geregt hat, lobte diesen praxis­ nahen Unterricht, doch weiß er auch um die Verantwortung der Arbeitgeber. Deshalb appelliert er auch an die Wirtschaftstrei­ benden, den Praktikanten die Türen zu öffnen und auf diese Weise Schulen und vor allem Schüler zu unterstützen. oz

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ICI online Die Gemeindeimmobilien­ steuer ICI kann ab sofort auch bequem über das Internet be­ rechnet und bezahlt werden. Diese Möglichkeit eröffnet sich durch eine Kooperation der Brixner Gemeindeverwaltung mit der „Südtiroler Einzugsdien­ ste AG“, die diesen Dienst nach Bozen und Meran nun auch für Brixen vorsieht. Die Vorgehens­ weise ist denkbar einfach: Auf der gemeindeeigenen Homepa­ ge www.brixen.it befindet sich ein Link „Online Berechnung“. Durch die Eingabe der Kataster­ werte und der Art der Immobi­ lie errechnet das System die ge­ schuldete Steuer. Über den Link „Online Bezahlung“ wird der Bürger auf die Homepage der

„Südtiroler Einzugsdienste“ ge­ leitet, über die man die Zahlung mit Kreditkarte tätigen kann. Kunden der Südtiroler Sparkas­ se haben zudem die Möglich­ keit, über ISInet den Betrag ein­ fach zu überweisen. Wie der zuständige Stadtrat Claudio Del Piero im Rahmen einer Presse­ vorstellung erläuterte, wird es in Zukunft auch möglich sein, Strafbescheide der Stadtpolizei über dieses System zu bezahlen. Geprüft wird derzeit auch die Möglichkeit eines Ausgleichs der geschuldeten Beträge über das Formular F24. „Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Brixner auch in Zukunft über den konventionellen Weg der Posteinzahlung die ICI bezah­ len“, erläuterte Del Piero, „die Online­Bezahlung ist aber vor allem auch für Ausländer prak­ tisch, die in Brixen Immobilien besitzen“. Der neue Dienst ver­ ursacht der Gemeinde keine zu­ sätzlichen Kosten. wv

Für Porto Velho „Far bene agli altri aiuta chi riceve, ma scalda il cuore di chi dona” – diese wunderschöne Aussage stammt von einer Schü­ lerin der italienischen Grund­ schule nach einem Vortrag zweier Ordensschwestern, die in Porto Velho (Brasilien) in ei­ nem Heim für Leprakranke ar­ beiten und die kürzlich in Bri­ xen zu Gast waren. Aus diesem Besuch ist die Idee für einen Glückstopf entstanden, der nun vom 17. bis zum 22. Mai im Ly­ zeum „Dante Alighieri“ jeweils von 14 bis 16 Uhr stattfinden wird. Für nur zwei Euro teure Lose kann man Bilder von Brix­

ner Malern, Radios, Bücher, handgemachte Puppen und vie­ les andere mehr gewinnen. Wer Gegenstände für die Verlosung zur Verfügung stellen möchte, kann diese beim Schulwart der Oberschule, Schwesternau 1, abgeben. Die Leiterin des Lepra­ Komitees Brixen, Marta Marche­ se, erklärt, dass wir „in unserer Gesellschaft solche kleinen Ge­ sten brauchen, damit die Pro­ bleme der Welt um uns herum gelindert werden.“ Das Lepra­ Komitee hat ein Spendenkonto bei der Südtiroler Volksbank: ABI 05856 CAB 58220 c/c 2046­ 1. wv

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Interview

„Der Nordanschluss muss gebaut werden“

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Foto: Oskar Zingerle

Das schlechte Abschneiden der SVP Brixen bei den Landtagswahlen, die Westumfahrung, die Sparmaßnahmen des Landes, Brennerbasistunnel und die bevorstehenden Gemeinderatswahlen: Landeshauptmann Luis Durnwalder im Gespräch mit dem „Brixner“.

Herr Landeshauptmann, in Brixen munkelt man, dass seit den Landtagswahlen ein gespanntes Verhältnis bestünde zwischen Ihnen und der Gemeindeverwaltung von Brixen. Nein, es gibt kein gespann­ tes Verhältnis. Sicher, es gibt Probleme, die aufgegriffen wer­ den müssen. Da bringt es halt nichts, wenn man sagt, diese Probleme müssen allein vom Land gelöst werden. Wenn die Gemeindeverwaltungen immer mehr Zuständigkeiten haben wollen, dann müssen auch sie sich um ihre Probleme küm­ mern. Welche Probleme hat Brixen im Moment? Es gibt die Verkehrsproble­ me, die natürlich zum Teil vom Land gelöst werden müssen. Wenn es aber zum Beispiel um neue Dienste im Bereich des öf­ fentlichen Verkehrs geht, dann kann die Gemeinde sich nicht aus ihrer Verantwortung heraus­ reden. Ich sehe nicht ein, dass die Gemeinde zum Beispiel die probeweise Einführung einer Buslinie fordert und dann nicht bereit ist, die Probezeit mitzufi­ nanzieren. Die Befürworter des City Busses bemängeln die heutige Regelung, dass die Probezeit maximal drei Monate dauern darf. Man behauptet, dass es für die Markteinführung einer neuen Linie mehr Zeit braucht. Damit bin ich nicht einver­ standen. Wenn es nach drei Mo­ naten immer noch keine Akzep­ tanz für eine neue Linie gibt und man de fakto die Bürger

LH Luis Durnwalder: „Es gibt kein gespanntes Verhältnis zwischen mir und der Brixner Gemeindeverwaltung“

darum betteln muss, eine Linie zu benutzen, dann heißt dies, dass es vorher keinen Bedarf dafür gab. Wenn hingegen die Bürger eine neue Linie wollen, dann reichen bei entsprechen­ der Information und Aufklärung drei Monate sehr wohl aus, um ein neues Angebot bekannt zu machen. Ganz abgesehen da­ von: Eine längere Probezeit können wir uns einfach nicht leisten. Einerseits werden wir dauernd dafür kritisiert, dass wir zu hohe Verwaltungsspesen haben, andererseits verlangt man uns, dass man mit leeren Bussen durch das Land fahren.

Wir können es uns nicht leisten, dass durchschnittlich in einem Bus eine oder zwei Personen sitzen. In diesem Fall ist auch ein Bus umweltbelastend... Ohne Zweifel. Wenn ein Bus fast leer fährt, belastet er die Umwelt mehr als ein Taxi. Welche Probleme sehen Sie sonst noch in der Gemeinde Brixen, oder sind die Schwierigkeiten eher in der Partei zu suchen? Nein, auch wenn Brixen aus SVP­Sicht nicht unbedingt

ein besonders löbliches Bei­ spiel bei den Landtagswahlen war. Die Grünen hatten sehr at­ traktive bürgerliche Vertreter auf der Liste, und es wäre poli­ tisch unkorrekt, den guten Wahlausgang der Grünen über­ haupt zu kommentieren, denn schließlich leben wir in einer Demokratie, und es ist richtig, dass jeder Bürger jenen Kandi­ daten wählen kann, den er will. Für die SVP sind die Wahlen nicht besonders gut gegangen, aber Brixen war in dieser Hin­ sicht in bester Gesellschaft. Auch in meinem Heimatdorf hat die SVP sehr schlecht abge­ 25


Foto: Oskar Zingerle

LH Luis Durnwalder: „Ich bin überzeugt, dass die Bevölkerung bis zu den nächsten Wahlen einsehen wird, dass es keine Alternative zum Brennerbasistunnel gibt.“

schnitten. Ich bin der Meinung, dass die Bürger von Brixen rea­ giert haben auf offensichtliche Defizite, die Brixen eben noch aufzuweisen hat. In Brixen wurde in den letzten Jahren sehr viel Gutes realisiert, aber es gibt noch einige Schönheits­ fehler. Ich denke zum Beispiel an die Westumfahrung, an die Autobahneinfahrt oder auch an das alte Kino neben dem Fo­ rum. Welche Lösung sehen Sie für das Astra Kino? Irgendwann muss die Ge­ meinde einen Vorschlag ma­ chen, und dann reden wir mit­ einander. Die Zeit drängt, schließlich verfällt in wenigen Monaten der Mietvertrag... Man weiß seit einem Jahr, dass der Mietvertrag verfällt. Al­ so hätte man ein Jahr Zeit ge­ habt, um konkrete Vorschläge zu machen. Das mag schon sein, aber die Gemeinde hat halt kein Geld... Schauen Sie, für andere Sa­ chen, die vielleicht nicht so wichtig sind, hat man auch Geld. Man muss halt versuchen, eine Finanzierung zu finden, und sonst muss man gemein­ sam nach einer Lösung trach­ ten. 26

Das Astra Kino steht unter Denkmalschutz, was eine rationelle Nutzung erschwert... Das Astra Kino stammt aus einer unseligen Zeit, ist aber ar­ chitektonisch ein schöner und für diese Zeit sehr typischer Bau. Ich bin der Meinung, es wäre schade, wenn man ihn einfach abreißen würde.

„

die Grünen attraktive Kandidaten hatten. Dies kann aber nicht der einzige Grund gewesen sein. Nein, das habe ich auch nicht gemeint. In Brixen hat man es nicht geschafft, die Par­ teiprogramme als Lösung für die Stadt zu verkaufen. Die SVP hat nicht Hoffnung vermittelt

Die SVP Brixen hat vor den Landtagswahlen nicht Hoffnung vermittelt für eine rasche Lösung der Probleme, sondern Resignation. Wo liegt die Grenze zwischen Denkmalschutz und einer halbwegs wirtschaftlich sinnvollen Nutzung? Das kann man nicht generell sagen. Grundsätzlich hängt es davon ab, welche Nutzung an­ gestrebt wird und ob diese Nut­ zung so wichtig ist, dass man einen kleinen Fehler im Denk­ malschutz in Kauf nehmen kann. Es hängt auch davon ab, wie der neue Bau aussehen soll und welche historische Bedeu­ tung der heutige Bau hat. Sie haben gesagt, dass die SVP bei den Landtagswahlen schlecht abgeschnitten hat, weil

“

LH Luis Durnwalder

für eine rasche Lösung der Pro­ bleme, sondern Resignation. Ich war vor der Wahl bei mehreren Lokalaugenscheinen in Brixen und habe für die nächsten Jahre 12,5 Millionen Euro pro Jahr für Investitionen fest zugesagt. In keiner anderen Gemeinde Süd­ tirols gab es auch nur annä­ hernd ein ähnliches Verspre­ chen. Die Brixner Gemeinde­ verwaltung kann selbst bestim­ men, für welche Bauvorhaben sie das Geld verwendet. Sie kann also heute beschließen, zunächst die Einfahrt in die In­ dustriezone zu realisieren oder die Zufahrt nach Albeins oder eben die Westumfahrung. Sie

kann selbst bestimmen, ob sie mit dem Bau der Westumfah­ rung im Norden beginnt oder im Süden. Brixen kann also wirklich nicht behaupten, dass es vom Land schlecht behandelt worden sei. Ich wäre also schon der Meinung gewesen, dass die Partei diese Perspektiven hätte verkaufen können. Bei so viel Geld hätte man mit Recht Hoff­ nung auf eine Besserung der heutigen Situation vermitteln können. Das hat man offen­ sichtlich versäumt. In welchem Licht sehen Sie die bevorstehenden Gemeinderatswahlen? Dazu kann ich nichts sagen, weil ich mich zu wenig in der Brixner Gemeindepolitik aus­ kenne. Im Wesentlichen wird es wohl von jener Person abhän­ gen, die sich als Bürgermeister zur Verfügung stellen wird. Bri­ xen hat heute einen Bürgermei­ ster, der sich sehr viel Mühe gibt, und ich weiß, dass er mit dem Gedanken spielt, nicht mehr zu kandidieren. Wenn dem so wäre, müsste man sich jetzt damit beschäftigen, einen neuen Kandidaten aufzubauen und ihn in die Lage zu verset­ zen, dass er sich für die Wahlen vorbereitet. Ein neuer Bürger­ meister wird sich auf jeden Fall schwer tun, also muss man ihn unterstützen.


Die fehlende Nachfolge scheint ein typisches SVP-Problem zu sein. Das ist bei den Bürgermeistern nicht anders als beim Landeshauptmann... Wenn jemand in einem Be­ reich eine Stelle ausfüllt und wenn dieser das Gefühl hat, sei­ ne Arbeit gut zu machen, dann wird er sich schwer tun, für sich selbst einen Nachfolger aufzu­ bauen. Das ist beim Bürgermei­ ster genauso wie beim Parteiob­ mann und beim Landeshaupt­ mann. Bis jetzt hat man aber noch für jede Position einen Nachfolger gefunden. Andererseits: Auch Silvius Magnago hat es versäumt, einen Nachfolger aufzubauen. Magnago hätte bis einige Monate vor den Wahlen auch nie daran gedacht, dass ich sein Nachfolger werden könnte. Es ist wie im Tierreich: Wenn ein starkes Leittier Schwäche zeigt und einem den Rücken zukehrt, dann sind die Hyänen viel schneller da als man glaubt. Ohne Zweifel hat auch die Thematik Brennerbasistunnel zum schlechten Abschneiden der SVP geführt. Ja, das stimmt. Trotzdem: Ich bin überzeugt, dass die Be­ völkerung bis zu den nächsten Wahlen einsehen wird, dass es keine Alternative zum Brenner­ basistunnel gibt. Die Horror­ szenarien, die von verschiede­ nen Personen in die Öffentlich­ keit getragen worden sind, wer­ den nicht eintreten. Es kann der Stadt Brixen und dem Eisacktal nichts Besseres passieren, als dass wir versuchen, den Waren­ transport von der Straße in den Berg zu verlagern, wo wir ihn weder sehen, riechen noch hö­ ren. Wir können tun was wir wollen: Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurück drehen. Es hat keinen Sinn, den Verkehr einfach weg zu reden. Heute wissen wir, dass der Verkehr maximal stagnieren, aber auf keinen Fall abnehmen wird. Wir werden Maßnahmen finden, den Umwegverkehr zu reduzie­ ren, indem wir die Mauttarife anpassen. Auch muss es mög­ lich sein, dass die Frächter die kürzesten Strecken wählen, weil diese auch die günstigsten sein müssen. Es kann nicht sein, dass die Mauttarife auf der Brenner­ strecke so günstig sind, dass die Transportunternehmen Umwe­

„

Ein neuer Bürgermeister wird sich auf jeden Fall schwer tun, also muss man ihn unterstützen.

ge in Kauf nehmen. Es gibt hier einiges zu tun, aber global gese­ hen kann man den Verkehr eben nicht weg reden. In die­ sem Bewusstsein müssen wir Alternativen schaffen, und eine Alternative ist ohne Zweifel der Brennerbasistunnel. Die Bevölkerung bemängelt, dass sich trotz Brennerbasistunnel die heutige Situation auf der Autobahn nicht verbessern würde. Dies sagen jedenfalls die Prognosen... Ich bin der Meinung, dass dies nicht so sein wird. Diese Prognosen fußen auf der Mei­ nung, dass die Wirtschaft sich in den nächsten Jahren und Jahr­ zehnten so weiter entwickelt wie bisher. Das halte ich für aus­ geschlossen. Trotzdem: Heute ist die Kapazität der Autobahn und der Eisenbahn ausgereizt. Wenn ich also davon ausgehe, dass der Transit stark zunehmen wird, dann wäre es doch auch ein Vorteil, wenn zumindest der Zuwachs im Berg verschwinden würde. Wenn ich keine Alterna­ tive schaffe, werden auf der heutigen Eisenbahnlinie bald so viele Güterzüge fahren, dass der lokale Personenverkehr nicht mehr möglich sein wird. Die Si­ tuation der Anrainer würde sich enorm verschlechtern.

“

LH Luis Durnwalder

Wenn heute jemand zwölf Milliarden Euro in ein Bauwerk investiert, wird er sich vorher ei­ ne politische Garantie geben las­ sen, dass diese neue Arterie auch genutzt werden wird. Sie können ganz sicher sein: Wenn es mor­ gen eine Alternative gibt, werden der Staat, die Bevölkerung und die lokalen Körperschaften alles daran setzen, dass der Waren­ transport von der Straße auf die Schiene verlegt wird. Wenn der Brennerbasistunnel erst einmal fertig ist, werden wir die ersten sein, die sich auf die Autobahn legen werden und den Frächtern sagen werden, „Burschen, es gibt eine Alternative!“ Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Brennerbasistunnel? Im Moment diskutieren wir darüber, wie Südtirol in den

Entscheidungsfindungen mehr Mitspracherecht bekommen kann. Wir haben bereits viel er­ reicht, aber es gibt noch einiges zu tun. Es geht aber auch um die Gesellschaften, und da mei­ ne ich nicht eine Beteiligung am Gewinn... ...solange ein Gewinn überhaupt da ist. Kritiker behaupten, dass es auch nach Fertigstellung des Basistunnels für die Frächter bequemer sein wird, die Autobahn zu benutzen. Bequemer mag das viel­ leicht schon sein. Es braucht halt geeignete politische Maß­ nahmen wie zum Beispiel die Erhöhung der Maut. Wenn es soweit sein wird, werde ich nicht mehr Landeshauptmann sein, aber ich traue mich zu wetten, dass beim entsprechen­ den politischen Willen geeigne­ te Maßnahmen möglich sind. Warum passiert dies nicht jetzt schon? Weil heute eben die Eisen­ bahnstrecke keine zusätzlichen Züge verträgt. Wir haben vor,

Die Opposition behauptet, man solle die heutige Kapazität auf der bestehenden Eisenbahnlinie ausnutzen. Das wäre das Schlimmste für das Eisacktal, weil es die Le­ bensqualität der Anrainer kata­ strophal verschlechtern würde. Überlegen Sie: Wenn wir keine Alternativen anbieten, wird der Druck auf die Realisierung einer dritten Autobahnspur enorm werden. Wir brauchen den Brennerbasistunnel, um eine Verbesserung der Lebensquali­ tät zu erreichen. Man kann über die Trasse diskutieren oder über die Bauzeit, aber nicht über ei­ ne Realisierung. Wer sagt uns, dass der Brennerbasistunnel nach Fertigstellung auch genutzt werden wird? 27


die Maut für LKWs um etwa 20 Prozent zu erhöhen. Bis jetzt ist das nicht geschehen, weil es da­ nach auch Leute geben würde, die behaupten, dass ich mit ei­ ner Verlagerung des LKW­Ver­ kehrs von der Straße auf die heutige Schiene die Situation nicht verbessere. Im Pustertal wird die Landesstraße ausgebaut werden. Es bildet sich also eine Durchzugsstrecke, die den Orten im Pustertal mehr Lärm und mehr Schadstoffe bringen wird. An welche Maßnahmen denkt die Landesregierung, um die Belastung einzudämmen? Wir bauen im Pustertal keine Autobahn, sondern lediglich ei­ ne Erweiterung der bestehenden Trasse, die der heutigen Zeit ein­ fach nicht mehr entspricht. Pu­ stertal ist der wirtschaftsstärkste Bereich des ganzen Landes und hat die größten Entwicklungen erlebt. Die Bevölkerung hat sich eine bessere Straße verdient. Versuchen Sie einmal, an einem Samstag ins Pustertal zu fahren: Von der Autobahnausfahrt bis Kiens brauchen Sie 90 Minuten, und das kann doch nicht um­ weltschonend sein. Wir wollen keine Rennstrecken, aber flüssi­ gen Verkehr müssen wir in der heutigen Zeit gewährleisten. Um auf Ihre Frage zurück zu kom­ men: Natürlich werden wir da­ nach trachten, die Belastungen der Anrainer so gering wie mög­ lich zu halten. Wo es möglich und notwendig ist, werden auch Lärmschutzwände entstehen oder wird Flüsterasphalt gelegt. Die absolute Ruhe werde ich zwar niemandem vermitteln können, aber natürlich werden wir nach entsprechenden Maß­ nahmen suchen. Grundsätzlich bin ich aber davon hundertpro­ zentig überzeugt, dass heute im Pustertal Dorfumfahrungen not­ wendig sind. Davon profitiert je­ des Dorf. Offensichtlich gibt es Parallelen zur damaligen Diskussion um die MeBo... Stellen Sie sich heute das Burggrafenamt ohne MeBo vor. Damals haben alle geschrieen und sogar Lichterprozessionen zur Heiligen Jungfrau Maria ge­ macht, damit die MeBo nicht gebaut wird. Heute könnte sich kein Dorf des Burggrafenamtes eine Situation ohne MeBo vor­ stellen. 28

Eine ähnliche Problematik gestaltet sich im Zusammenhang mit der Westumfahrung: Auch in Brixen diskutiert man endlos über Sinn oder Unsinn von jeder einzelnen Ausfahrt. Nach der letzten Koordinierungssitzung hat Landesrat Florian Mussner sogar die Nordspange beim Krankenhaus in Frage gestellt. Nach meiner Auffassung werden wir die Ausfahrt beim Krankenhaus bauen müssen. Es hat keinen Sinn, die Westum­ fahrung dermaßen zu amputie­ ren, dass sie morgen nicht mehr im ausreichenden Maß genutzt wird. Wenn ich in Brixen Nord keine Ausfahrt baue und der Autofahrer nach Vahrn auswei­ chen muss, dann fürchte ich, dass die Leute wieder durch die Stadt fahren. Eher habe ich damals an der Sinnhaftigkeit des Mittelanschlusses gezwei­ felt. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Die Entscheidung zum Mittelanschluss ist gefal­ len, und daran wird auch nicht mehr gerüttelt. Nord und Süd muss aber auf jeden Fall gebaut werden. Möglicherweise wäre es sinnvoll, wenn Sie sich in dieser Frage mit Landesrat Mussner kurzschließen würden. Er ist der Auffassung, dass man auf die Nordspange verzichten kann. Der Landesrat wird sich schon auch an die Meinung des Landeshauptmanns orientieren, wenn es soweit ist. Vor zweieinhalb Jahren haben wir gemeinsam mit dem Planer Mario Valdemarin einen Zeitplan veröffentlicht, der auch heute noch gültig ist. Damals haben wir für Frühjahr 2005 den Baubeginn vorhergesehen... ...wenn die Gemeinde will! Die Gemeinde will schon. Ich habe erst vor einer Stunde noch mit dem Bürgermeister über die Westumfahrung telefoniert, und er hat gesagt, dass der Baubeginn wohl von der Landesregierung abhängt. Schauen Sie, es geht um ein Volumen von 12,5 Millionen Eu­ ro im Jahr. Wenn die Gemeinde gleichzeitig die Zufahrt zur In­ dustriezone und zu Albeins und die Westumfahrung bauen will, dann reicht dieses Geld wahr­ scheinlich nicht aus. Wenn man aber zum Beispiel bei der Zu­ fahrt zu Albeins etwas Geld


wir gerade in diesem Bereich dringendst eine Entlastung brauchen. Ich sage grundsätzlich zu dieser Frage nicht nein. Von den finanziellen Mitteln her dürfte es sich auch ausgehen. Zu einem anderen Thema: Landesrat Mussner hat kürzlich einen Warnschuss an alle Projektanten abgegeben und gesagt, dass bei den öffentlichen Bauten unbedingt mehr gespart werden muss. Mussner hat genau dasselbe gesagt wie ich, als ich noch Lan­ desrat für öffentliche Bauten war. Es gab damals auch einen Beschluss, und Landesrat Mus­ sner führt diesen jetzt durch. Es geht vor allem um die techni­ schen Kosten: Bei den öffentli­ chen Bauten gibt es ein enor­ mes Sparpotential, das wir jetzt auch ausnutzen werden.

spart oder diese um eine gewis­ se Zeit verzögert, dann könnte es sich ausgehen. In diesem Zu­ sammenhang möchte ich fol­ gende Aussage machen: Wenn heute die verschiedenen Oppo­ sitionsparteien von einer Bela­ stung der Bevölkerung reden, die der Bau des Brennerbasis­ tunnels verursachen wird, dann darf ich feststellen, dass die Brixner den Bau der Westum­ fahrung viel intensiver spüren werden. Hier spricht niemand vom Lärm und von den Bela­ stungen... Das mag schon sein, aber die Notwendigkeit der Westumfah-

Foto: Oskar Zingerle

LH Luis Durnwalder: „Wir müssen ein Konzept zur Förderung der Familien erarbeiten. Es kann doch nicht sein, dass ein Kind aus materiellen Gründen abgelehnt wird.“ rung wird von den Brixnern und Vahrnern eben intensiver verspürt. Da ist die Akzeptanz eben größer. Gestern hatte ich übrigens ein interessantes Gespräch mit Mario Valdemarin. Er hat mir eröffnet, dass der Bau des Südteils der Westumfahrung von der Industriezone zum Parkhaus vier Jahre dauert, jener vom Parkhaus zum Krankenhaus zwei Jahre und vom Krankenhaus nach Vahrn weitere zwei Jahre. Theoretisch wäre es also bei gleichzeitiger Einrichtung der Baustellen möglich, dass in vier Jahren die gesamte Westumfahrung fertig gestellt sei.

Sie haben Recht, theoretisch wäre dies möglich. Aber ich weiß nicht, ob man der Bevöl­ kerung diese Belastung zumu­ ten könnte. Sehen Sie einen gleichzeitigen Baubeginn sinnvoll? Ich würde der Gemeinde ra­ ten, diese Angelegenheit gut zu überlegen. Zwei oder sogar drei Baustellen bedeuten natürlich die doppelte oder dreifache Be­ lastung während des Baues. Trotzdem: Zumindest die zwei Teile der Westumfahrung auf Brixner Gemeindegebiet könnten gleichzeitig gebaut werden, weil

Diese Aussage wird bei der Bevölkerung gut ankommen. Schließlich sind es gerade die Familien, die seit der Einführung des Euro in Südtirol wirtschaftlich unter Druck geraten sind. Da hat man wenig Verständnis für Prunkbauten der öffentlichen Hand. Am Universitätsbau in Brixen hat man offensichtlich überhaupt nicht gespart... Das kann ich nicht sagen, weil ich nicht detaillierte Infor­ mationen darüber habe. Ich sa­ ge aber: die technischen Spe­ sen, also Planung, Bauleitung und so weiter, sind ohne Zwei­ fel zu hoch. Es kann doch nicht sein, dass bei einem Bau 30 Pro­ zent technische Spesen anfal­ len. Diese Kosten müssen hal­ biert werden; bei diesen Sum­ men haben die Techniker im­ mer noch ein schönes Einkom­

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Wenn wir es von den heutigen Eigentümern erwerben oder auf lange Sicht anmieten könnten, wäre dies eine gute Lösung. Das heutige Raumangebot im neuen Universitätsgebäude ist bereits zu klein.

LH Luis Durnwalder: „Es kann dem Eisacktal nichts Besseres passieren, als dass wir versuchen, den Warentransport von der Straße in den Berg zu verlagern, wo wir ihn weder sehen, riechen noch hören.“

Foto: Oskar Zingerle

Hat man hier in der weitsichtigen Planung die Studentenanzahl unterschätzt? Wir haben keine Garantie, dass wir auch in Zukunft auf die italienischen Studenten zählen können, weil auch in unserem südlichen Nachbarland Struktu­ ren geplant sind. Heute sind in etwa gleich viele Italiener wie Deutschsprachige in Brixen.

men. Letzte Woche hat ein Millander Bürger mir gegenüber eine interessante Aussage gemacht: Allein für die Glasfassade der Brixner Universität hätte man die Stromleitungen in Sarns und Milland verlegen können. Ich kann nicht das Eine mit dem Anderen vergleichen. Grundsätzlich bin ich aber schon der Meinung, dass man ein ordentliches Gebäude hin­ stellen soll. Es geht immerhin um eine Universität. Aber natür­ lich haben Sie Recht: Man kann

auch mit weniger Geld etwas Schönes machen. Insgesamt muss in Zukunft bei den öffent­ lichen Bauten viel mehr gespart werden, dann werden wir auch bei der Bevölkerung mehr Ak­ zeptanz finden. Wie sieht es mit der Verlegung der Stromleitungen aus? Wir müssen diesen Fall mit der Gemeinde besprechen. Eine nach wie vor gute Lösung wür­ de ich in der Verlegung der Lei­ tungen im Sicherheitstunnel des Brennerbasistunnels sehen. Man hat mir gesagt, dass dies

technisch möglich wäre. Trenitalia ist anderer Meinung, weil sie für den Zugbetrieb eine schwankungsfreie Stromlieferung brauchen, die mit einer Verlegung im Tunnel scheinbar nicht gegeben wäre. Dazu kann ich nichts sagen, weil ich die technische Proble­ matik nicht kenne. Wenn eine Verlegung in den Tunnel keine Lösung darstellt, muss halt die Gemeinde einen Lösungsvor­ schlag machen. Die Brixner Universität wurde kürzlich offiziell eröffnet. Welche Pläne hat man hier in Bezug auf den Professorenstamm? Grundsätzlich kann man sa­ gen, dass es in Brixen sicher nicht nur bei der bildungswissenschaft­ lichen Fakultät bleiben wird. Es wird also sicher noch eine weite­ re Fakultät dazu kommen. Geht es um Kommunikationswissenschaften? Ich möchte hier nichts vor­ wegnehmen. Brixen wird eine Universitätsstadt bleiben, und es wird sicher zu einigen Ergän­ zungen kommen. Es wird also auch dazu kommen, dass wir das Missionshaus benötigen.

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Es gibt einen gewissen Nachholbedarf an Studentenheimen... Auch in dieser Hinsicht wür­ de das Missionshaus eine gute Lösung darstellen. Aus wirt­ schaftlicher Sicht wäre es seiner­ zeit natürlich besser gewesen, wenn wir uns auf Bozen als Universitätsstadt beschränkt hätten. Wir haben aber damals versprochen, dass es mit Bozen, Brixen und Bruneck drei Pole geben wird, und die wird es auch in Zukunft geben. Brixen soll in Pole Position sein in der Frage zum Landessportzentrum... Nein, Brixen steht nicht an erster Stelle. In Frage kommen genauso Kaltern, Bruneck, Lana und Sterzing. Das Landessport­ zentrum wird aber etwas falsch interpretiert: Es wurden falsche Hoffnungen geweckt. Man glaubt, dass hier eine Menge neuer Strukturen entstehen würden und dass danach Tau­ sende Sportler kommen wür­ den. Ein Landessportzentrum hat aber ein ganz anderes Kon­ zept: Es geht darum, bestehen­ de Sportanlagen zu nutzen. Vielleicht müssen wir ein klei­ nes Heim bauen und einen klei­ nen Übungsplatz, aber im Grun­ de wollen wir nur sehr wenige neue Strukturen bauen und be­ stehende nutzen. Wir haben vorhin von den Familien gesprochen, die unter einen wirtschaftlichen Druck geraten sind. Vor Jahren war eines Ihrer Credos, dass jede Familie ihre Eigentumswohnung haben solle. Sind Sie auch heute noch dieser Meinung? Ich habe nicht gesagt, dass jeder eine Eigentumswohnung


haben muss. Wenn er aber die Einstellung dazu hat, dann soll er auch die Möglichkeit dazu er­ halten. Heute sind etwa 73 Pro­ zent aller Wohnungen Eigen­ tumswohnungen. Ich möchte etwa 80 Prozent erreichen. Wenn jemand also eine Eigen­ tumswohnung haben möchte und sie sich finanziell leisten kann, dann soll er sie auch be­ kommen. Wir werden im Rah­ men unserer Möglichkeiten sol­ che Investitionen unterstützen. Sie werden sehen, dass die Prei­ se der Wohnimmobilien in nor­ malen Lagen in den nächsten Jahren um 15 bis 20 Prozent sin­ ken werden. In Spitzenlagen werden sie allerdings nach wie vor steigen. Aber im Grunde haben Sie natürlich Recht: Die Familie stellt für uns auch für das heuri­ ge Jahr eine große Herausforde­ rung dar. Wir müssen ein Kon­ zept zur Förderung der Familien erarbeiten. Frauen mit Kind, ob verheiratet oder nicht, müssen vernünftig gefördert werden. Es kann doch nicht sein, dass ein Kind aus materiellen Gründen

abgelehnt wird. Heute ist es aber so, dass viele junge Familien sagen, dass sie sich ein Kind nicht leisten können... Andererseits haben gerade jene Familien, die es sich locker leisten könnten, wenige Kinder. Wirtschaftlich schwächere El­ tern hingegen sind häufig kin­ derreich. Wer ein Kind in die Welt setzt, sollte grundsätzlich entsprechende Förderungen er­ halten. Es geht um die Bereit­ stellung von Tageskindergärten, aber es geht auch um eine Zula­ ge für das Kind, mit der entspre­ chende Ausgaben zum Teil be­ zahlt werden können. Kürzlich habe ich mit dem Präsidenten des Tourismusvereins Brixen gesprochen. Er hat gesagt, die Tourismusvereine würden endlich dringend mehr Finanzmittel brauchen. Wie sehen Sie die Einführung der Tourismusabgabe, von der man schon seit zehn Jahren spricht? Für die Einführung einer Tourismusabgabe braucht man

„

Es hat keinen Sinn, die Westumfahrung dermaßen zu amputieren, dass sie morgen nicht mehr im ausreichenden Maß genutzt wird.

Schneid, und ich bin hundert­ prozentig dafür. Es wäre richtig, dass diejenigen Unternehmen, die vom Fremdenverkehr einen direkten Gewinn haben, eine Kleinigkeit abgeben müssten. Es ist nicht richtig, dass man da­ für ausschließlich Steuergelder hernimmt. Wie soll das bewerkstelligt werden? Die SMG hat ihre Daseins­ berechtigung, und es ist richtig, dass diese vom Land finanziert wird. Die einzelnen Tourismus­ vereine aber sollten sich von Fremdenverkehrsabgaben fi­ nanzieren. Ein großer Prozent­ satz muss auch in Zukunft vom Gastgewerbe kommen, aber auch alle anderen Wirtschafts­

“

LH Luis Durnwalder

treibenden sollten sich an den Kosten beteiligen. Die Berufe und Zonen müssen entspre­ chend klassifiziert werden, und danach richtet sich dann die Höhe der einzelnen Abgaben. Warum zögert man also so lange? Wir sind jetzt dabei, am Ge­ setz zu arbeiten. Es hat schon früher einen Gesetzesentwurf gegeben, der dann allerdings nicht weiter betrieben wurde. Willy Vontavon

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Erfolgreiche Nachwuchsmusiker Der alljährliche Musikwett­ bewerb „Prima la musica“ fand in diesem Jahr in Reutte in Nordtirol statt. Einige der be­ gabtesten jungen Künstler ha­ ben dabei die Berechtigung er­ halten, zum Bundeswettbewerb nach Wien zu fahren. Dort wer­ den sie sich mit Österreichs größten Talenten musikalisch messen. Aus Brixen und Umge­ bung haben 20 Solisten und zwei kammermusikalische En­ sembles teilgenommen. Sie kehrten mit zahlreichen Preisen nach Hause zurück. Den ersten Preis mit „ausgezeichnetem“ Er­ folg und Teilnahmeberechti­ gung am Bundeswettbewerb haben die Pianisten Josef Gas­ ser, Alexander Chizzali, Eva Vi­ natzer und Florian Ralser be­ kommen. Auch die Harfinistin Karolin Thaler wurde zum Bun­ deswettbewerb eingeladen. Die Brixner Violinisten Elisabeth Er­ lacher und Matthias Trombini konnten ebenso musikalisch überzeugen und werden auch

in Wien zu hören sein. Christian Graf, Leiter der Musikschule Brixen, ist zu Recht stolz auf sei­ ne Zöglinge: „Der Erfolg be­

Bis ins 17. Jahrhundert

weist das große Potential der Schüler, aber ebenso die große Nachfrage nach Musikunter­ richt.“ Umso besorgter ist er beim Gedanken an die wach­ senden Wartelisten für das kom­ mende Schuljahr: „Es müssen mehr Unterrichtsstunden ge­ schaffen werden!“ Jedem Kind sollte die Möglichkeit eines Mu­ sikunterrichtes geboten werden – sei es nun aus bloßer Freude an der Musik oder um die gro­ ßen Talente angemessen för­ dern zu können. mak

Dokumente aus 350 Jahren Unternehmensgeschichte der Uni­ versitätsbuchhandlung Weger in Brixen sind im Laufe der vergan­ genen zwei Jahre aus den ver­ schiedenen Dachböden, Kästen und Schubladen des tradi­ tionsreichen Betriebes zusam­ mengetragen und inventarisiert worden. Das Archiv liefert einen Beitrag zur Druckerei­, Verlags­ und Buchhandelsgeschichte Ti­ rols. Geschäftsbücher, Mitarbei­ ter, Kunden, Lieferanten, Leser und Freunde des Hauses kön­ nen bis ins 17. Jahrhundert zu­ rück verfolgt werden. Die Druk­ kerei A. Weger in Brixen ist die Wiege des Verlags­ und des Zei­ tungswesens in Südtirol. Sowohl das erste gedruckte Buch als auch die erste Zeitung, die in Südtirol erschienen sind, wur­ den in der Wegerschen Drucke­ rei hergestellt. Auch die ersten Jahrgänge der „Brixener Chro­ nik“, Vorläufer der heutigen „Dolomiten“, wurden bei Weger gedruckt. Das neu geordnete Archiv enthält einen riesigen Fundus an Liebhaberstücken: genaue Aufzeichnungen über das Personal und ihre Entloh­ nung, geschichtsträchtige Druck­ erzeugnisse wie Visitenkarten, Fest­ programme, Plakate und Hotel­ prospekte bis hin zu Ansichts­ karten und natürlich Büchern. Ein 600 Seiten starkes „Findbuch“ wurde erstellt, das ein schnelles Finden der Dokumente ermög­ wv licht.

„Sechse kommen durch die Welt“ Im Parterre der Grundschule Vinzenz Goller in Brixen findet noch bis zum 6. Mai eine nicht nur für Kinder interessante Aus­ stellung von Büchern, nachge­ stalteten Figuren und biographi­ schen Zitaten von sechs Kinder­ buchillustratoren statt. Den Titel der Ausstellung „Sechse kom­ men durch die Welt“ liehen sich die Veranstalter aus einem be­ kannten Märchen der Gebrüder Grimm. Der Titel passt aber auch besonders zur Tatsache, dass es sich bei den sechs Illu­ stratoren um vielgereiste Künst­ ler handelt, die ihre Figuren durch die ganze Welt geschickt haben: Tomi Ungerer stammt 54

aus Straßburg, Gregoire Solo­ tareff lebt in Paris, Peter Sis ist gebürtig aus Brünn. Außerdem zu sehen sind auch Werke von Ed Young, Eric Carle und Leo Lionni. Die Ausstellung, die vom Berliner Zentrum für Kin­ der­ und Jugendliteratur „Les­ Art“ stammt, hat durch die Inter­ vention von Hermine Larcher den Weg von Berlin nach Bri­ xen gefunden. Besucht wird sie vor allem von Schulklassen, die anhand einer Weltkarte heraus­ finden, wie sich die Kinderbü­ cher verbreitet haben. Natürlich haben die Schüler auch die Möglichkeit zum Schmökern. wv


Marathon mit Eisacktaler Beteiligung

Italiens Topskorerin

Mit 6.036 Teilnehmern ist der „Zürich Marathon“ der größ­ te Marathon der Schweiz. Auch Mitglieder der Sportgemein­ schaft Eisacktal Raiffeisen betei­ ligten sich an dem Großereig­ nis, das vor zwei Wochen statt­ fand. Erwartungsgemäß schnell­ ster Eisacktaler war Christian Jocher, der die Strecke in 2:29,34 bewältigte und im Gesamtklas­ sement den hervorragenden 14. Rang belegte. Ihm folgten Ste­

Die 18­jährige Brixnerin Nicol Bona hat eine für Frauen etwas außergewöhnliche Sportart aus­ gesucht: Sie spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Eishockey und zählt inzwischen zu den stärksten und erfolgreichsten Spielerinnen Italiens. Bis zu ih­ rem 14. Lebensalter spielte Ni­ col noch als einziges Mädchen in der Bubenmannschaft des HC Brixen. Dann wechselte sie zur Damenmannschaft HC Eagles Bozen, und von da an feiert sie einen Erfolg nach dem anderen. Gleich im ersten Jahr gewann sie mit den Boznerin­ nen den Meistertitel der italieni­ schen Serie A. Für ein Jahr wechselte sie sogar zum HC Reinach in die Schweiz, wo sie prompt Schweizer Meisterin wurde. Beim Finalspiel wurde sie als beste Spielerin ausge­ zeichnet. In der soeben abge­ laufenen Saison spielte sie wie­ der beim HC Bozen und wurde

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fan Mair (2:43,51), Harald Mair (2:54,14), Peter Winkler (3:07,52), Hermann Falkenstei­ ner (3:09,14), Maria Zöschg (3:26,22), Alexander Kraler (3:26,37) und Helmuth Profan­ ter (3:30,41). Im Bild von links nach rechts stehend: Alexander Kraler, Stefan Mair, Helmuth Profanter, Christian Jocher, Pe­ ter Winkler; sitzend: Hermann Falkensteiner, Maria Zöschg oz und Harald Mair.

zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Karriere Italienmeister. Zudem wurde sie in der heuri­ gen Saison mit 39 Toren und 28 Assists erstmals auch italieni­ sche Torschützenkönigin. Seit 2000 ist Nicol Bona Stammspie­ lerin der italienischen National­ mannschaft. Im März fand in Sterzing die Weltmeisterschaft der 2. Division statt, wo sich Ita­ lien hinter Dänemark den zwei­ ten Rang sicherte. Topskorerin des gesamten Turniers wurde – wie kann es anders sein – Nicol Bona. Als Draufgabe wurde Ni­ col auch in das All­Star­Team to der WM gewählt.


HeizungsCheck-up 2004 In den Monaten März und April läuft wiederum die Aktion „Angebot genutzt – Brenner geputzt!“ Beim Kauf von mindestens 2.000 Litern Leichtöl bekommt man bei Mitterrutzner einen Gutschein für eine kostenlose Brennerreinigung.

?

Herr Kerschbaumer, warum startet ein Brennstoff-Händler diese Aktion? Leo Kerschbaumer: Ich gebe zu, dass in den Monaten April und Mai niemand gerne an die Heizung denkt. Wir machen das für unsere Kunden! Die Hei­ zungsanlagen haben nämlich einen strengen Winter hinter sich, und die Reinigung des Brenners fällt notgedrungen an. Gerade die Sommermonate sind dafür der ideale Zeitpunkt, denn im Herbst wird die Zeit wieder für alle knapp, wenn plötzlich der Winter herein­ bricht. Wer aber vorsorgt, kann seine gereinigte Heizung beru­ higt wieder einschalten und ist für den Winter gerüstet – und das ohne zusätzlichen Kosten­ aufwand. Welchen Vorteil hat der Kunde dabei? Leo Kerschbaumer: Es sind mehrere Vorteile, die diese Ak­ tion so wertvoll machen. Zum einen entstehen geringere Heiz­ kosten durch eine sachgemäße Wartung der Heizung, der Brennerfachmann kann den Verbraucher über die Moderni­ sierung der Anlage beraten, die

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Leo Kerschbaumer: „Störoder Ausfälle der Heizung können durch regelmäßige Kontrolle vermieden werden.“ optimale Verbrennung reduziert die Schadstoffemissionen we­ sentlich, und die regelmäßige Wartung des Brenners garantiert eine hohe Leistung. Außerdem können Stör­ oder Ausfälle durch regelmäßige Kontrolle vermieden werden. Ein Hei­ zungsbuch wird erstellt und überprüft. Ein Ölbrenner „arbeitet“ mindestens 1.000 Stunden jähr­ lich. Dabei saugt er Umge­ bungsluft ein, filtert Heizöl und steuert mittels Elektronik die Verbrennungsabläufe. Eine War­ tung im Jahr ist dabei sicher nicht zuviel! Der Brenner be­ dankt sich mit sparsamem Ver­ brauch und störungsfreien Lauf durch den Winter. Wie beim Auto auch: Wenn der Motor ei­ nes Autos 1.000 Stunden jähr­ lich läuft und dabei bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h 40.000 Kilometer zurücklegt, sind bereits zwei Wartungen nötig. Auch der Öl­ brenner kann ohne Wartung mindestens einmal jährlich nicht reibungslos laufen! Wir über­ nehmen das für unsere Kunden, denn nur so ist gewährleistet, dass sie langfristig zufrieden sind.


Das Bad rückt bei der Wohnungsplanung immer stärker in den Mittelpunkt. War es früher einfach nur ein nützlicher Raum, wird das Badezimmer heute immer mehr zur Wellness­Oase.

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Das Bad ist meist der erste Raum, den man am Morgen auf­ sucht. Die Stimmung dort be­ stimmt das Wohlbefinden für den ganzen Tag. Und am Abend verabschiedet man sich im Bad vom stressigen Alltag. Ausstat­ tung, Farben, Licht im Bad sind also für unser Wohlbefinden von großer Bedeutung. Das haben in den vergange­ nen Jahren verstärkt auch Desig­ ner, Architekten und Hersteller

Die neue Bäderausstellung von „Innerhofer – Bad und Haustechnik“ in St. Lorenzen an der westlichen Brunecker Stadteinfahrt

erkannt – das Angebot an Sani­ tärkeramik, an Armaturen und Accessoires ist fast unüberseh­ bar geworden. Da fällt es beim Hausbau oder bei einer Woh­ nungsrenovierung schwer, den Durchblick zu bewahren und eine vernünftige Auswahl zu treffen. Eine große Hilfe bieten Bäderausstellungen und Bera­ tung durch Fachleute. Südtirols neueste Bäderaus­ stellung befindet sich bei Inner­ hofer in St. Lorenzen, direkt an der westlichen Brunecker Stadt­ einfahrt. Das Traditionsunter­

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nehmen hat dort auf 1.000 Qua­ dratmetern eine faszinierende Bäderlandschaft mit den letzten Trends und Neuheiten errichtet. In fast 90 Ausstellungsgruppen findet man Badlösungen in allen Budgetgrößenordnungen sowie nach dem jeweiligen Geschmack, darunter auch eine stattliche Auswahl an Whirlwan­ nen, Duschtempel und Saunen. Für die fachliche Beratung sorgt ein motiviertes, siebenköpfiges Team. Eine Badberatung ist emp­ fehlenswert. Bei Neubauten sollte der Beratungstermin vor den Installationen erfolgen, so dass Änderungen noch möglich sind. Bei Renovierungen hinge­ gen sollte man sich beim Instal­ lateur nach Installationen und Anschlüssen erkundigen, da beispielsweise eingemauerte Unterputzteile den Armaturtyp vorbestimmen können. Auf je­ den Fall bildet ein Grundriss des Bades im Maßstab 1:50 die Grundlage der Planung. Sind bereits Anschlüsse vorhanden, sollten sie im Grundriss einge­ zeichnet sein.

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Brixner 171 - April 2004 by Brixmedia GmbH - Issuu