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EXTRA
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Trends & Wirtschaft
Jahrgang 31 · Dezember 2020
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
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Wie ist der Winterdienst in Brixen organisiert?
Dem Schnee zum Trotz POLITIK & GESELLSCHAFT: Interview mit Landesrat Thomas Widmann MENSCHEN & MEINUNGEN: Kathrin Gschleier im Portrait KUNST & KULTUR: Das TPZ im „digitalen Theateralltag“ FREIZEIT & SPORT: Winterliche Freizeitmöglichkeiten in Corona-Zeiten
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Editorial
Politik & Gesellschaft 04 | LR THOMAS WIDMANN: „Impfen hilft“ 10 | EU-Agrarpolitik: Reform ohne Überraschungen? 12 | Christoph Prugger: Bürgermeister im Ruhestand
>>> 04
Menschen & Meinungen 22 | PORTRAIT: Kathrin Gschleier 27 | Pro & Contra: Gedruckte oder digitale Fahrpläne? 29 | Umfrage: Corona-Impfung: Ja oder Nein?
>>> 22
Kunst & Kultur 30 | TPZ: Heidi und Benni Troi im Interview
>>> 30
2021
Freizeit & Sport >>> 40 40 | WINTERSPORT: Freizeitmöglichkeiten in Corona-Zeiten 44 | Hans Fink: Die Anfänge der Plose Wirtschaft & Umwelt 50 | WINTERDIENST: Dem Schnee zum Trotz 54 | Turbulenzen in der Reisebranche 56 | Neue Apfelsorten rund um Brixen 58 | Stadtmarketing: Extravagant in die Zukunft
>>> 50
Extra 64 | Trends & Wirtschaft
>>> 64
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Wissen Sie, was das Gute an dieser Pandemie ist? Ein Blick in die Geschichte reicht, um diese Frage zu beantworten: Auch diese Pandemie wird irgendwann aufhören, daran besteht kein Zweifel. Und sie wird in unseren Köpfen ihre Spuren hinterlassen. Wir werden zufriedener sein als wir es vor der Pandemie waren. Wir werden jeden Händedruck wahrnehmen als gegenseitige Wertschätzung, als Ausdruck der Freude. Jeder von uns wird darauf achten, ob es in seinem persönlichen Umfeld Leute gibt, die durch die Pandemie ins Straucheln geraten sind, weshalb wir diese Leute stützen werden, damit sie es schaffen, sich wieder aufzurichten. Die Schüler und Studenten werden sich freuen, zur Schule gehen zu dürfen, weil sie erkannt haben, wie spannend und befruchtend eine Klassengemeinschaft sein kann. Wir alle werden an jedem Montagmorgen gern zur Arbeit gehen, weil wir erkannt haben, dass der Job nicht nur Geldbeschaffung zum Lebensunterhalt bedeutet, sondern auch Austausch, persönliches Wachstum, Selbstbestätigung. Wir werden es genießen, im Forum ein Theaterstück oder ein Konzert zu sehen, weil dort Künstler auf und viele Köpfe hinter der Bühne ihrer Leidenschaft frönen und wir als Publikum wissen, dass diese Leute uns genauso brauchen wie wir sie. Und wir werden irgendwann unseren Enkeln stolz erzählen, dass wir am größten Sozialprojekt der Menschheitsgeschichte teilgenommen haben, bei dem wir alle große Opfer auf uns nahmen, um vor allem jene Generation zu schützen, der wir es zu verdanken haben, dass es uns überhaupt gibt. Und wir werden wieder Lieder hören, die ordentliche Texte haben und uns durch ihren Positivismus aufrichten – vielleicht von den Beatles, die schon in den Sechziger Jahren die Welt verändert haben, oder, warum nicht? von Louis Armstrong: I see skies of blue and clouds of white, the bright blessed day, the dark sacred night. And I think to myself: What a wonderful world!
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Politik & Gesellschaft
INTERVIEW MIT LANDESRAT THOMAS WIDMANN
„Impfen hilft!“ Herr Landesrat, im März haben Sie in einem Interview erklärt, Sie würden an das Verantwortungsbewusstsein und an die Solidarität der Südtiroler glauben. Sind Sie immer noch dieser Meinung? THOMAS WIDMANN: Ja. Wir Südtiroler sind ein Volk, das freiheitsliebend ist, genauso aber viel Engagement, Eigenverantwortung und Zusammenhalt an den Tag legt. Denken wir nur an unsere vielen Vereine, die gerade in kritischen Situationen eine unbezahlbare Leistung erbringen. Andererseits beobachten wir auch heute noch gewisse Situationen, wo die Leute fahrlässig alle Vorsichtsmaßnahmen zu Corona außer Acht lassen. Sie haben recht, aber ich möchte schon betonen, dass das eine verschwindend geringe Minderheit ist, denn die allermeisten der 533.000 Südtiroler wissen sehr genau, worum es in der derzeitigen Situation geht, und sie verhalten sich mit sehr viel Verantwortungsbewusstsein. Wenn Sie versuchen, die Unvorsichtigen zu quantifizieren, so sind das vielleicht einige Tausend. Das ist natürlich trotzdem bedenklich, genauso wie es Leute auch in meinem persönlichen Umfeld gibt, die ohne Rücksicht ihren Geburtstag mit 50 Freunden feiern wollen. Diese Leute kompromittieren die ganze Bevölkerung. Wenn alle die Regeln zur Eindämmung der Pan4
demie missachten würden, dann wären auch alle für die Folgen verantwortlich. Wenn aber nur einige wenige unvernünftig sind, schädigen sie damit alle anderen. Hand aufs Herz: Waren Sie im Juni der Meinung, dass im Herbst eine zweite Welle kommen würde? Rein kopfmäßig ja, gefühls- und hoffnungsmäßig nein. Ich habe viele Unterlagen studiert und versucht, von vergangenen Erfahrungen mit Pandemien zu lernen. Die zweite Welle ist meistens größer als die erste, die dritte meistens weniger dramatisch. Niemand aber weiß, ob Corona sich ähnlich verhalten wird; auch die weltbesten Wissenschaftler und Virologen mussten sich immer wieder berichtigen. Für alle war überraschend, wie schnell und in welcher Intensität die zweite Welle gekommen ist. Wir waren zum Glück vorbereitet. Wären wir im Herbst in der Sanität gleich aufgestellt gewesen wie im Februar, wären wir diesmal sang- und klanglos baden gegangen. Die Bevölkerung kritisiert den ständigen Zick-Zack-Kurs. Die Alternative wäre ein totaler Lockdown für möglichst lange Zeit. Das wollen wir aber nicht, denn unser Ziel war es immer, das normale Leben zu ermöglichen, solange es eben geht, damit der ökonomische Schaden so klein wie möglich bleibt.
Sobald die Zahlen aber eindeutig in die Richtung weisen, dass das Gesundheitssystem stark unter Druck gerät, müssen wir sofort reagieren, und zwar in jenem Ausmaß, das uns die jeweiligen Zahlen vorgeben. Für mich entscheidend ist die Anzahl der besetzten Betten in den Krankenhäusern – im Bewusstsein, dass diese Zahl immer jene Lage darstellt, in der die Epidemie zwei Wochen vorher war. Man kann sich aber mit diesen Werten ungefähr ausrechnen, wann das Gesundheitssystem zwei Wochen später unter Druck kommen wird. Gibt es inzwischen genügend Intensivbetten? Schauen Sie, ein Intensivbett besteht nicht nur aus einem Bett und entsprechenden Ventilatoren und Maschinen – davon hätten wir genug. Eine Intensivabteilung besteht vor allem aus Menschen, die in der Lage sind, die entsprechenden Patienten optimal zu betreuen. Nicht jede Krankenpflegerin hat dafür die richtige Spezialisierung. Wir hatten Anfang März 37 Intensivbetten und haben dann sehr schnell auf fast 70 Betten aufgestockt. Inzwischen sind es 77, und wir könnten notfalls auf bis zu 100 erhöhen. Mehr ist deshalb nicht möglich, weil uns das Personal dazu fehlt. Der Sanitätsbetrieb hat in den vergangenen Monaten zwar zusätzliche 500 Leute angestellt, aber mehr gab der Arbeitsmarkt nicht her.
Fotos: Oskar Zingerle
Im Interview mit dem „Brixner“ spricht Landesrat THOMAS WIDMANN über das Verhältnis zwischen Verantwortungsbewusstsein und Fahrlässigkeit der Südtiroler Bevölkerung, wie er das Gesundheitssystem nach der Pandemie reformieren will – und warum er sich von der Covid-19-Impfung verspricht, dass das Gesundheitssystem nicht mehr zusammenbrechen wird.
Und trotzdem kamen die Krankenhäuser vor wenigen Wochen an ihre Grenzen. Ja, eben. In Südtirol gibt es insgesamt 1.756 Krankenhausbetten. Vor einigen Wochen sind allein 500 davon von an Covid-19-Erkrankten besetzt worden, und jeden Tag sind bis zu 50 dazugekommen. Die müssen natürlich von Ärzten und Pflegepersonal betreut werden. Das Gesundheitssystem muss aber trotzdem in allen Bereichen weiterfunktionieren, denn es wird trotz Corona Infarkte geben oder Fälle von Blinddarmentzündungen. Wir waren kurz vor dem Kollaps, also waren wir gezwungen, uns auf Maßnahmen zu einigen und uns auf die dringenden Behandlungen zu konzentrieren, weil uns für alle anderen das Personal gefehlt hat. Aber alles, was dringend war – zum Beispiel onkologische Eingriffe oder nicht aufschiebbare Operationen und Behandlungen – wurde trotzdem erledigt. Das Roland-Koch-Institut propagiert ja seit Monaten den kritischen Grenzwert von einer
LR THOMAS WIDMANN: „Die medizinische Arbeit in den Südtiroler Krankenhäusern ist viel besser als ihr Ruf“
Sieben-Tage-Inzidenz von 50 neuen Fällen. Ich werde nicht müde, die statistischen Zahlen zu erklären. Anfang März hatten wir zwischen 30 und 40 Neuinfektionen am Tag, aber man muss diese Zahl immer in Relation setzen zur Anzahl der Tests. Anfangs hatten wir 50 Leute am Tag getestet, bald 240 und 500 – und da dachten wir schon, wir seien Weltmeister, weil wir mehr getestet haben als jede andere Region Italiens. Heute überprüfen wir mit PCR-, Antigen- und Speicheltests an
den, dann ist das unterm Strich ein viel besserer Wert als die 40 Neuinfektionen vom März, weil es damals eine Heerschar von unentdeckten Fällen gab. Sie wollen also damit sagen, dass das Instrument des Inzidenzwertes inzwischen überholt ist? Ja, absolut. Der Sieben-TageInzidenzwert von 50 Fällen ist ein Relikt aus der ersten Welle. Die Krankheit hat immer denselben Verlauf, und es sind immer ungefähr dieselben Prozentsätze der Erkrankten, die behandelt
on aussagen als die Anzahl der täglichen Neuinfektionen. Das ist der Grund, warum ich mich derzeit so vehement gegen die Einstufung Südtirols wehre, wie sie Rom vornimmt. Das heißt, dass die heutige Lage von Südtirol (Stand: 20. Dezember) viel weniger kritisch ist als Rom annimmt? Derzeit werden in Südtirol 20 Menschen intensivbehandelt, 170 sind in den Normalstationen der Krankenhäuser mit meist leichteren Symptomen. Das sind also
so viele, die im Krankenhaus behandelt werden. Für Rom ist die Provinz Trient aber „gelb“ und Südtirol „orange“. Das soll mir mal jemand erklären! Und trotzdem: Ab einer gewissen Anzahl von täglichen Neuinfektionen ist das Contact Tracing nicht mehr möglich ... Ja, das stimmt schon. Aber wichtiger ist es doch, so viele Neuinfektionen wie möglich sofort zu isolieren. Wie sieht es in Nordtirol aus?
„Wären wir im Herbst in der Sanität gleich aufgestellt gewesen wie im Februar, wären wir diesmal sang- und klanglos baden gegangen“_ Landesrat Thomas Widmann manchen Tagen 6.000 bis 7.000 Menschen. Wer so intensiv testet, findet natürlich mehr positive Fälle, und es ist auch sehr wichtig, dass wir diese aufspüren. Wenn wir heute also zwischen 200 und 300 Neuinfektionen pro Tag fin-
werden müssen. Das heißt, dass der R-Faktor und die Anzahl der Menschen, die heute im Krankenhaus behandelt werden müssen, sowie jene der durch CoronaFälle besetzten Intensivbetten viel mehr zur Lage einer Regi-
insgesamt 190 Personen. Zum Vergleich: Trient hat derzeit 51 Menschen in der Intensivstation, 50 in der „Semi-Intensiva“ und 327 in Normalstationen. Trient hat also fünfmal so viele Intensivpatienten und insgesamt mehr als doppelt
Innsbruck hat nur noch zehn Intensivbetten frei. In Deutschland sind seit zwei Wochen einige Kreiskrankenhäuser voll – trotz der Tatsache, dass Deutschland im Verhältnis zur Bevölkerung dreimal so viele Intensivbetten 5
Politik & Gesellschaft LR Thomas Widmann: „Unabhängig von Corona wissen wir, dass Organisation nicht zu den Stärken der öffentlichen Einrichtungen und der Sanitätsbetriebe zählt“ hat als Südtirol. Und trotzdem höre ich immer wieder, dass die Lage in Südtirol viel kritischer ist als anderswo. Es ist kein Wunder, dass Angela Merkel sich vehement für einen totalen Lockdown einsetzt. Zusammenfassend: Statistiken müssen mit sehr viel Vorsicht genossen und die Zahlen richtig interpretiert werden. Was mich aber schon erschreckt, ist die Zahl der Toten in Südtirol in den Seniorenheimen – Südtirol macht da keine besonders gute Figur. Ja, aber auch mit dieser Zahl muss man vorsichtig umgehen, denn in Südtirol sind dreimal so viele älte-
Toten in der Corona-Zeit und dem Durchschnitt der vergangenen drei oder vier Jahre. Die bisherigen Daten zeigen, dass Südtirol bei der ersten Welle ähnliche Werte an Übersterblichkeit hat wie die meisten europäischen Länder. Trotzdem: Jeder einzelne Todesfall ist einer zu viel. Der Massentest vom 20. bis 22. November war mit 363.000 Teilnehmern ein enormer Erfolg, aber er hat sich im Grunde nicht maßgeblich auf die Infektionszahlen ausgewirkt. War unsere Erwartungshaltung zu groß? Nein, denn wir haben dadurch tausende Infizierte isolieren kön-
unmenschlichen Bedingungen alles Menschenmögliche tun, um den Patienten zu helfen ... Das stimmt hundertprozentig. Der überwiegende Teil der Mitarbeiter im Sanitätsbereich macht eine Superarbeit und widmet sich mit ganz viel Herzblut dem Wohl der Patienten – teilweise aus meiner Sicht und im Vergleich zu Österreich oder Deutschland mit zu schlechter Bezahlung, wenn ich an die Krankenpfleger denke. Zum Teil haben wir da nachgebessert, aber es gibt noch einige zu erledigende Hausaufgaben. Die medizinische Arbeit in den Südtiroler Krankenhäusern ist viel besser als ihr Ruf. Auch die
„Der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 Fällen ist ein Relikt aus der ersten Welle“_ Landesrat Thomas Widmann re Menschen in Seniorenheimen untergebracht als im restlichen Staatsgebiet. Und trotzdem: Es geht ja nicht nur um die Todesfälle in den Seniorenheimen, sondern um die Summe der mit oder durch Corona erfolgten Todesfälle in Relation zu den Einwohnerzahlen.
nen, die sonst das Virus weiterverbreitet hätten. Dass sich so viele haben testen lassen war ein weiterer Beweis dafür, dass die Südtiroler spätestens dann zusammenhalten, wenn es kritisch wird. Niemand hätte im Vorfeld gedacht, dass wir diese Zahl erreichen würden. Auch in meiner eigenen Regierung war man anfangs sehr skeptisch.
Ja, das stimmt. Aber wir werden erst im Mehrjahresvergleich genau wissen, wie viele Leute Corona effektiv das Leben gekostet hat. Wir ersehen das durch die Übersterblichkeit, also durch die Differenz zwischen der Anzahl an
In Ihren politischen Verantwortungsbereich fällt der Sanitätsbetrieb. Es gibt hier aus meiner Sicht zwei Seiten einer Medaille: Die eine besteht aus einer Unzahl unglaublich fleißiger und engagierter Mitarbeiter, die derzeit zu
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Hausärzte, die Apotheken und Sprengel leisten hervorragende Arbeit. Auf der anderen Seite scheint es aber auch Mängel in der Sanität zu geben, denn offensichtlich sind auch große Fehler passiert. Als ich vor zwei Jahren dieses Ressort übernommen habe, war die Sanität von allen Parteien und von der Bevölkerung als Problemfeld empfunden worden. Unabhängig von Corona wissen wir, dass Organisation nicht zu den Stärken der öffentlichen Einrichtungen und der Sanitätsbetriebe zählt. Das Contact Tracing
beispielsweise ist eine reine organisatorische Herausforderung, der der Betrieb ab einer gewissen Anzahl an Neuinfektionen nicht mehr gewachsen war. In jedem privaten Betrieb gibt es für solche Situationen einen Plan B, der dann sofort ausgeführt wird – zum Beispiel durch strengere Quarantänemaßnahmen oder durch eine Reduzierung der zweiten und dritten Wiederholungstests. Im Sanitätsbetrieb gab es aber keinen Plan B; dabei wusste man, dass die Kapazität des entsprechenden Teams irgendwann an seine Grenzen kommen würde. Wenn diese Abläufe nicht funktionieren, ist das eine Katastrophe – nicht nur aus epidemiologischer Sicht. Dass die betroffene Bevölkerung sich darüber ärgert, ist nachvollziehbar. Sie waren ja vor zwei Jahren angetreten, die Sanität neu zu organisieren, vielleicht zu verschlanken, Sparpotentiale zu suchen, die aber keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der Patientenbetreuung haben durften. Vor Corona hat die Bevölkerung eingesehen, dass Sparmaßnahmen notwendig sind; heute hingegen kritisiert man mögliche Einsparungen. Wie kommt man aus diesem Dilemma heraus? Das eine schließt das andere nicht aus. Europaweit steigen derzeit die Kosten der Sanität um etwa vier bis fünf Prozent; unser Ziel war eine jährliche Steigerung von zwei Prozent. Das ist sehr wenig, denn auch die Gehälter erfahren jedes Jahr eine
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entsprechende Steigerung. Allein die onkologischen Medikamente erfahren jedes Jahr eine Kostensteigerung von acht bis zehn Prozent; man kann sich vorstellen, was das für einen Haushalt bedeutet. Unabhängig von Corona wird man also in den nächsten Jahren und Jahrzehnten einen Zuwachs der Kosten um zwei bis drei Prozent zulassen müssen, weil wir ja wollen, dass die Sanität mindestens auf dem heutigen Betreuungs- und Qualitätsniveau bleibt. Durch Umschichtungen werden wir erreichen, dass die Kostensteigerung diesen Wert nicht überschreitet. Corona wird aber jede Kalkulation über den Haufen werfen. Ja, natürlich. Wir sind in einer extremen Ausnahmesituation, deren Mehrkosten aber, so hoffe ich, zum größten Teil vom Staat oder von der EU übernommen wird. Sobald Corona Geschichte sein wird, müssen wir in den kommenden zwei Jahren dringend die wichtigsten Änderungen in der Sanität durchführen. Die da wären? Die EDV muss endlich vereinheitlicht werden, an dem können Sie mich in drei Jahren messen. Außerdem werden wir mindestens bei 30 Leistungen die Wartezeiten auf ein Exzellenz-Niveau bringen. Einige Verbesserungen hatte ich ja bereits vor Corona erreicht, zum Beispiel eine bessere Orga-
nisation des Erste-Hilfe-Bereichs am Bozner Krankenhaus. Derzeit ist es dort wieder etwas schwieriger, weil jeder Patient einen Schnelltest machen muss, bevor er behandelt werden kann; nach Corona wird sich die Lage wieder normalisieren. Und wir haben die Stimmung in den Kleinspitälern entschieden verbessert. Ich habe damals in jedem Spital viele Gespräche geführt und die Leute gefragt, welche ihre realistischen Wunschvorstellungen wären. Wir sind da auf einem sehr guten Punkt. Ein Problemfeld ist aus meiner Sicht die Art und Weise, wie politische Dialektik heutzutage gepflegt wird – als ob es Corona nicht geben würde. Ärgern Sie sich darüber? Ja, total. Schauen Sie, es gibt Parteien, die ich grundsätzlich sehr schätze, die aber nicht verstanden haben, dass wir uns alle in einem Krieg befinden und einen gemeinsamen Feind haben: Corona. Dass jemand in einer Kriegssituation dem Kollegen die Schuhlitzen zusammenbindet, damit er hinfällt, ist nicht zielführend. Diskussionen über das richtige Anwenden der Kanone ist auch nicht zielführend, wenn die Alternative bedeutet, dass man überhaupt nicht gegen das Virus schießt. Ich kann das nicht verstehen. Ich kann das nicht verstehen! Die Politik ist für die Bevölkerung da, und gemeinsam muss sie versuchen, das Problem
LR Thomas Widmann: „Hinter jedem Hilfeschrei stehen Menschen, die vielleicht sogar existentielle Zukunftssorgen haben“ in den Griff zu bekommen. Das ständige Herumnörgeln der Opposition an den Entscheidungen der Landesregierung schädigt nicht die Mehrheitspartei, den Landeshauptmann oder mich als für die Sanität zuständigen Landesrat, sondern es verursacht einen enormen Schaden an der gesamten Bevölkerung. Unsere Arbeit wird bewertet werden – und das ist auch richtig so. Aber bitte erst zu einem Zeitpunkt, an dem der Feind besiegt worden ist. Wobei man sagen muss, dass die Opposition sich im März noch sehr konstruktiv verhalten hat.
Am Anfang der ersten Welle haben wir Verantwortungsträger von allen Seiten Unterstützung erfahren – von den Kollegen der Opposition, von den Medien, von der Bevölkerung. Der Maskenskandal war dann ein Dammbruch. Das war aber gar kein „Skandal“, weil wir mit dem Ankauf dieser Masken und Schutzanzüge zumindest imstande waren, die Krankenhäuser damit zu versorgen. Der Zivilschutz in Rom hatte ja versprochen, alle Regionen mit Masken zu versorgen, worauf drei Viertel der Regionen gezwungen waren, mit Müllsäcken als Virenschutz an die Front zu gehen. Wäre das besser gewesen?
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in einer solchen Situation nur helfen, indem man sie arbeiten lässt oder ihnen Ausgleichszahlungen in Aussicht stellt. Und natürlich kann man jede einzelne Maßnahme, die getroffen wurde, aus epidemiologischer Sicht in Frage stellen. Andererseits aber haben alle einzelnen Maßnahmen gemeinsam das Ziel, die Kontakte zwischen den Menschen maßgeblich zu reduzieren.
tieren müssen, weil sie ihren Job verlieren. Auch Südtirol wird einen ökonomischen Schaden erleiden. Der Verursacher dieser Umstände ist aber nicht die Politik, sondern das Virus. Wir treffen unsere Entscheidungen ja nicht, um den Leuten einen Schaden zuzufügen. Bringen die Impfungen eine Lösung? Ich erhoffe mir davon sehr viel. Ende Dezember bekommen wir die ersten 141 Impfdosen ...
Bleibt die Solidarität derzeit auf der Strecke? Jeder scheint nur auf sich zu schauen – ob es nun Schüler sind, Lehrer, Friseure, Eltern, Gastronomen, Kulturtreibende, Seilbahnunternehmer oder Hoteliers.
Schauen Sie, bei den Verbänden kann ich es ja noch verstehen, denn ihre Aufgabe ist es, die Interessen der eigenen Mitglieder zu vertreten. Denen kann man
... ja, ich weiß. Man möchte europaweit einen gemeinsamen symbolischen Start für die Impfungen – deshalb diese kleine Menge. In den ersten Jännertagen folgen dann etwa 27.000 Impfdosen. In den nächsten Tagen werden wir beschließen, wie diese Impfungen organisiert werden. Zunächst werden alle Krankenhausmitarbeiter geimpft, die das möchten, danach die Mitarbeiter der Seniorenheime. Sobald dann die großen Mengen kommen, folgen Massenimpfungen, die natürlich auf Freiwilligkeit basieren.
Ich kann das gut verstehen, denn hinter jedem Hilfeschrei stehen ja Menschen, die vielleicht sogar existentielle Zukunftssorgen haben. Wenn ein Musiker oder ein Schauspieler ein Jahr lang nicht auf der Bühne stehen kann, dann ist er irgendwann verzweifelt – das ist absolut verständlich. Diese Pandemie wird ihre Opfer fordern, davon bin ich leider überzeugt. Es wird Betriebsschließungen geben und viele Leute, die sich umorien-
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Ich bin kein Fachmann für Impfungen, weshalb ich nur mutmaßen kann. Aber ich bin davon überzeugt, dass es schneller gehen wird als viele sich erwarten – zumindest hoffe ich das. Wenn die allermeisten Südtiroler, die älter als 60 Jahre sind, geimpft worden sind, ist im Prinzip das größte Problem gelöst. Es wird dann nach wie vor in allen Altersklassen einige schwerwiegende Krankheitsverläufe geben, aber es wird nicht mehr zum Kollaps des Gesundheitssystems kommen. Und trotzdem muss ich schon betonen, dass keine Maßnahme, keine Verordnung und keine Regel so effizient ist wie das vorsichtige Verhalten jedes Einzelnen. Wenn jeder eigenverantwortlich handeln würde, hätte das Virus keine Chance.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Auch die Verbände legen gnadenloses Forderungsdenken an den Tag.
Damit wird man wenig bewirken.
Wie schnell werden diese Impfungen wieder zu einem normalen Alltag führen?
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Reform ohne Überraschungen? Die gemeinsame Agrarpolitik ist einer der ältesten Kompetenzbereiche der Europäischen Union – und einer der wichtigsten für Südtirol. Kürzlich hat sich um einen Reformvorschlag ein Politikum gebildet, das ein anderes, durchaus brisantes Thema in den Hintergrund rückt.
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Haushaltes aus. Jährlich gingen in den letzten sieben Jahren etwa 54 Milliarden Euro an Zuschüssen an die Mitgliedsstaaten.
eit 1962 gibt es eine gemeinsame Agrarpolitik in der Europäischen Union. Als einer der ältesten Politikbereiche sollte sie ursprünglich Abhilfe gegen die damals vorherrschende Lebensmittelknappheit schaffen. Über die Jahre wurde die Agrarpolitik immer wieder reformiert, um sie den sich ändernden Marktgegebenheiten und politischen Prioritäten anzupassen. Gleichzeitig ist die gemeinsame Agrarpolitik auch einer der „schwersten“ Politikbereiche der EU: Zuletzt machte sie über ein Drittel des gesamten EU-
Zwei Säulen. Die Agrarpolitik
besteht dabei aus zwei Säulen. Die erste besteht aus Direktzahlungen, die von der landwirtschaftlichen Fläche abhängen. Das bedeutet, dass Landwirte je nach Größe ihres Betriebes eine bestimmte Summe an Fördergeldern erhalten. Die zweite Säule beschäftigt sich mit der ländlichen Entwicklung. Zum größten Teil werden hier Maßnahmen gefördert, die den ländlichen Raum erhalten und pflegen sollen. Während die erste Säule komplett von der EU finanziert wird, kommen die Gelder von der zweiten Säule zur Hälfte von Staat und Land. Südtirol kommt pro Jahr auf etwa 30 Millionen Euro aus der ersten Säule, über 52 Millionen an Fördergeldern sind es laut Plan für ländliche Entwicklung aus der zweiten Säule. „Südtirol ging in der Vergangenheit besonders in der ersten Säule der Agrarpolitik im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten eher leer aus, da wir weder
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über eine hohe Produktionsrate noch über große Flächen verfügen – auch wenn man in den letzten Jahren recht gut aufholen konnte“, erklärt Herbert Dorfmann, Südtirols Abgeordneter im EU-Parlament. Dafür profitiere das Land von der zweiten Säule. Die Landesregierung hält die Prioritäten dieser Fördergelder im Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum fest. Darunter fallen auch Projekte, die nur bedingt mit Landwirtschaft zu tun haben. „Beispielsweise finanzieren wir mit diesen Fördergeldern in Südtirol auch Trinkwasserleitungen oder die LEADER-Projekte“, erklärt Dorfmann. Insgesamt habe die gemeinsame Agrarpolitik die Situation der Landwirtschaft in Südtirol maßgeblich verbessert: „In den letzten 20 Jahren ist die Landwirtschaft um einiges vielfältiger geworden – und das nicht nur in Bezug auf große Betriebe. Auch kleine Projekte, wie die Förderung der aussterbenden Rassen, wie die Villnösser Brillenschafe oder die Pustertaler Sprinzen, konnten durch EU-Gelder er-
möglicht werden. Das ist der Bevölkerung oft nicht bewusst“, so Dorfmann.
Altes Gesetz, neue Prioritäten.
Über die Summe und politische Ausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik wird immer wieder neu diskutiert; die aktuelle Gesetzgebung ist eigentlich nur bis Ende 2020 gültig. Für den Zeitraum von 2021 bis 2027 begann der Gesetzgebungsprozess Mitte 2018, als die EU-Kommission, damals noch unter Jean-Claude Juncker, einen ersten Vorschlag vorlegte. Seitdem arbeiten das EU-Parlament sowie der Rat mit Vertretern aller Mitgliedsstaaten jeweils an einem neuen Vorschlag. Dabei kam es zu verschiedenen Herausforderungen: So konnten sich die Mitgliedsstaaten bis vor kurzem nicht auf die Summe des EU-Haushalts einigen, was auch diesen Politikbereich blockierte. Außerdem fiel die Debatte um die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik in die Übergangszeit zweier Regierungsperioden. Sowohl im EU-Parlament als auch in der EU-Kommission fand durch die Wahl 2019 eine Neuausrich-
Foto: Marco Corriero
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EU / SÜDTIROL
Aussterbende Rassen wie die Villnösser Brillenschafe konnten dank EU-Gelder erhalten bleiben
Foto: Oskar Zingerle
tung statt: Unter Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin rückten die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit mehr in den Vordergrund als noch unter ihrem Vorgänger.
Die Neuerungen. Im Oktober
2020 stimmte das EU-Parlament schließlich über einen überarbeiteten Vorschlag ab. Herbert Dorfmann, der als Koordinator der Europäischen Volkspartei im Landwirtschaftsausschuss wesentlich an der Reform beteiligt ist, erklärt die wichtigsten Neuerungen: „Die EU will den Mitgliedsstaaten mehr Verantwortung übertragen. So soll jede Regierung nationale Strategiepläne ausarbeiten, die die Prioritäten ihrer Landwirtschaftspolitik festlegen. Das bedeutet, dass der Staat die Betriebe in Zukunft kontrollieren soll – und nicht, wie bisher, die EU.“ Laut Dorfmann solle das zur Entbürokratisierung des bisherigen Systems beitragen. Eine weitere Neuerung stellen die sogenannten Umweltauflagen dar. Sie sollen verpflichtend eingeführt werden, um eine gewisse Prozentzahl der Gelder ausschließlich dafür zu verwenden. In Brüssel und darüber hinaus hatte der Vorschlag deshalb für Aufregung gesorgt: Umweltaktivisten bis hin zu Greta Thunberg hatten sich in die Diskussion eingebracht; ihnen ging der von der Mehrheit im EU-Parlament befürwortete Vorschlag hinsichtlich der Umweltauflagen nicht weit genug. Auch werde Biodiversität nicht ausreichend geschützt. Laut Dorfmann sei die gemeinsame Agrarpolitik jedoch keine reine Umwelt-, sondern „in erster Linie eine Wirtschaftspolitik. Man muss hier eine Balance finden zwischen Lebensmittelsicherheit und Umweltauflagen.“ Dass Umweltfreundlichkeit hier nicht
EU-Abgeordneter Herbert Dorfmann: „Die Bevölkerung ist sich vieler Vorteile der Agrarpolitik nicht bewusst“ genügend zum Zug komme, findet er nicht: „Der Vorschlag des EU-Parlaments war viel ‚grüner‘ ausgerichtet als jener des Rates.“ Tatsächlich sieht der Vorschlag des EU-Parlaments vor, dass 30 Prozent der gesamten Fördergelder in die Umweltmaßnahmen fließen sollen, die Regierungschefs waren zuletzt bei 20 Prozent. Außerdem hatte man sich bereits zu einem Kompromiss geeinigt: Vor den Neuwahlen kamen die Umweltauflagen zwar im Gesetzesentwurf vor, es gab aber keine bindende Prozentzahl. Ein anderer, durchaus gerechtfertigter Kritikpunkt rückte indes in den Hintergrund: Nach wie vor profitieren große landwirtschaftliche Betriebe im Verhältnis weitaus mehr von der gemeinsamen Agrarpolitik als kleine. Viele nutzen diese Situation bewusst aus. Eine Recherche der New York Times von 2019 hat ergeben, dass gleich mehrere Regierungschefs von diesen Förderungen profitieren: Ausgerechnet der sehr europakritische ungarische Ministerpräsident
Viktor Orbán soll sich selbst und seinen engsten Bekanntenkreis damit bereichert haben, indem die Regierung tausende Hektar an sie versteigerte, damit sie von den Fördergeldern profitieren konnten. Auch der tschechische Premier und Milliardär Andrej Babiš soll allein 2018 mehrere Millionen Euro über landwirtschaftliche Fördergelder erhalten haben – derzeit läuft ein Verfahren gegen ihn. In weiteren EU-Mitgliedsstaaten, wie Bulgarien und der Slowakei, wurde ebenso von illegalen Machenschaften berichtet. Auch unter der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik könnte sich die Lage nicht maßgeblich verbessern: „Der Vorschlag des EU-Parlaments sieht zwar unter anderem eine Umverteilung von zwölf Prozent der Fördergelder der ersten Säule von großen auf kleine Betriebe vor, und außerdem wollen wir eine verpflichtende Obergrenze der Fördergelder von 100.000 Euro. Im Rat kommt dieses sogenannte Capping bisher aber nur als freiwillige Option
vor, über die jeder Mitgliedsstaat selbst entscheiden kann“, erklärt Dorfmann. Auch er sieht die Situation sehr kritisch, denn sie bedeutet: Sollte das EU-Parlament ihren Vorschlag nicht durchsetzen können, wird es nach wie vor keine bindenden Obergrenzen geben, die verhindern könnten, dass riesige landwirtschaftliche Betriebe – teilweise zu Unrecht – große Summen an Geld einsammeln.
Und nun? Derzeit befindet sich
der Gesetzesentwurf im Trilog. Das heißt, dass die EU-Kommission, das EU-Parlament und der Rat über ihre Vorschläge verhandeln, bevor es zu einer Endabstimmung kommt; eine Einigung vor Sommer 2021 ist unwahrscheinlich. Derzeit ist deshalb vorgesehen, dass es eine Verlängerungsverordnung der aktuellen gemeinsamen Agrarpolitik bis 2023 gibt. Bis dahin soll der Status Quo erhalten bleiben. anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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MÜHLBACH
Politik & Gesellschaft
„Anstrengend, aber sehr schön“ Zehn Jahre lang war CHRISTOPH PRUGGER Bürgermeister der Gemeinde Mühlbach, bei den heurigen Gemeindewahlen hat er sich nicht mehr zur Verfügung gestellt. Im Gespräch mit dem „Brixner“ wagt der begeisterte Mühlbacher einen Rückblick auf seine beiden Amtszeiten.
Herr Prugger, zehn Jahre lang waren Sie Bürgermeister in Mühlbach, und eigentlich hätten Sie noch einmal fünf Jahre dranhängen können. Warum haben Sie das nicht getan? CHRISTOPH PRUGGER: Ich war der Meinung, dass zehn Jahre in meinem Fall ausreichen. Zehn Jahre sind genug für mich, ohne Zweifel. Ich bin davon überzeugt, dass meine Entscheidung richtig war. Ich war ja bis zum Alter von 63 Jahren berufstätig und hatte mich 2010 eigentlich nur für fünf Jah-
Im Rückblick muss ich sagen, dass die letzten zehn Jahre anstrengend, aber sehr schön waren. Dieser Lebensabschnitt ist jetzt vorbei, und ich muss sagen, dass ich es regelrecht genieße, Dinge zu tun, für die ich bisher zu wenig Zeit hatte.
Fertigstellung des übergemeindlichen Seniorenheimes. Besonders für das Seniorenheim habe ich mich mit sehr viel Leidenschaft eingesetzt.
Da klingt jetzt etwas Erleichterung durch ...
Ich war am Anfang Befürworter einer anderen Lösung. Die Idee damals war ein Neubau in sonniger Lage mit einer wunderbaren Aussicht in der Nähe des Strasshofes. Der Nachteil dieser Lösung war, dass das Seniorenheim sich
Schauen Sie, mein Abschied war selbstbestimmt, ich habe für mich die Entscheidung getroffen, niemand hat mich dazu gedrängt.
Zum Seniorenheim war man sich ja einige Zeit nicht einig ...
„Mühlbach ist eine heterogene Gemeinde, ja, das stimmt, aber genau das macht sie so interessant“_ Christoph Prugger, ehemaliger Bürgermeister von Mühlbach re zur Verfügung stellen wollen. 2015 hat meine Partei mich aber gebeten, eine weitere Amtszeit dranzuhängen. Es gab dann zwei Mitbewerber, und die Bevölkerung hat sich für mich entschieden. Wie haben Sie den Abschied von der Politik empfunden?
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Hätte ich noch einmal kandidiert und wäre nicht gewählt worden, wäre ich hingegen sicher enttäuscht gewesen. Ich muss gestehen, dass mich zwei Themen schon noch interessiert hätten, und zwar die spannende Umsetzung des neuen Gesetzes zu Raum und Landschaft sowie die
nicht direkt im Dorf befunden hätte. Es gab dann ein Umdenken in Richtung Adaptierung des Klosters. Diese Lösung ist teurer, sowohl in der Investition als auch in der Führung, aber andererseits wird dafür eine historische mittelalterliche Infrastruktur restauriert und in der Folge sinnvoll
genutzt. Heute bin ich davon überzeugt, dass die richtigen Entscheidungen getroffen worden sind. In der Zwischenzeit hat es eine Übereinkunft zwischen Rodeneck, Natz-Schabs, Vintl und Mühlbach gegeben; die vier Gemeinden investieren gemeinsam in dieses Seniorenheim, dessen Finanzierung zum größten Teil vom Land übernommen wird. Die Arbeiten sind inzwischen vergeben, und man rechnet damit, dass das Seniorenheim im Frühjahr 2023 seiner Bestimmung übergeben werden wird. Das ist für mich eine große Freude. Haben Sie schon Abstand nehmen können vom politischen Geschehen? Ja, in der Tat. Ich hatte meine Zeit und habe sie genutzt, und jetzt sind andere dran. Als Mitbürger werde ich weiterhin am Geschehen interessiert sein, gegebenenfalls mich auch einbringen. 1997, als der Verein „Mühlbacher Klause“ gegründet wurde, hatten Sie sich an vorderster Front für die Restaurierung der Klause eingesetzt.
Fotos: Oskar Zingerle
Christoph Prugger: „Ich hatte meine Zeit und habe sie genutzt, und jetzt sind andere dran“ Das war in der Tat eine Herzensangelegenheit. Die Klause war ja dem Verfall preisgegeben, und mit dem Bau der Umfahrung gab es endlich die Möglichkeit, an eine Restaurierung zu denken. Die Stiftung Sparkasse hat sich damals dankenswerterweise an den Kosten beteiligt, aber besonders das Land und auch die Gemeinde haben mitfinanziert. Diese Zeit war sehr spannend und interessant; wir haben damals viel über Denkmalpflege gelernt. Anfangs gab es ja bei uns die Meinung, dass es unvermeidbar sei, die Klause „neu aufzubauen“ – wie die Franzosen das normalerweise mit alten Gebäuden tun. Da hat uns Waltraud Kofler Engl eines Besseren belehrt, und ich bin davon überzeugt, dass das Ergebnis sehr gelungen ist. Die Klause ist ein kleines Juwel am Eingang des Pustertals. Sie stehen dem Verein noch als Präsident vor? Ja, seit 1997. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich dieses Amt damals vielleicht nicht angenommen, wenn ich gewusst hätte, mit wie viel Arbeit es verbunden ist. Unsere beherzten Vereinsmitglieder haben aber tatkräftig mitgeholfen. Aus heutiger Sicht war diese Restaurierung eine ganz tolle Erfahrung, die auch die eigene Sensibilität für Heimatschutz und Denkmalpflege entscheidend geprägt hat. In unserer Zeit ist es sehr wichtig, dass wir historische
Bausubstanz pflegen und erhalten, weil wir durch diese Zeitzeugen erfahren, woher wir kommen. Unser größtes Kapital ist unser Lebensraum, unsere Landschaft. Es ist manchmal nicht leicht, dieses Prinzip in die Köpfe der Leute hineinzubringen. Oft werden leider Entscheidungen gefällt, die nicht rückgängig gemacht werden können. Ist damals, Ende der Neunzigerjahre, Ihre Lust auf Politik entstanden? Nein, denn ich war auch vorher schon ein politischer Mensch. Politik hat mich immer schon
und Meransen. Ist es schwierig, in einem solchen Umfeld eine ausgleichende Politik zu betreiben, mit der man möglichst alle zufriedenstellt? Sie haben recht, es ist eine heterogene Gemeinde. Es hat in diesem Sinne immer wieder große Spannungen gegeben – ich darf zum Beispiel an die enormen Diskussionen zum Bau der Straße nach Meransen erinnern. Vorhergehende Gemeindeverwaltungen haben versucht, die jährlichen Haushaltsgelder nach einem Einwohnerschlüssel penibel aufzuteilen und damit die Dialektik etwas zu entspannen.
aufschieben, weil die für diese Fraktion vorgesehenen Mittel nicht ausreichen. Um aber auf Ihre Frage zurückzukommen: Mühlbach ist eine heterogene Gemeinde, ja, das stimmt, aber genau das macht sie so interessant. Wie meinen Sie das? Sie müssen bedenken, dass Spinges, Meransen und Vals noch vor wenigen Jahrzehnten sehr bedürftig erreichbar waren; die heutige Straße nach Meransen wurde ja erst in den Siebzigerjahren gebaut. Die Dörfer waren also über eine sehr lange Zeit praktisch von der Außenwelt abgeschnitten,
„Eine gute Gesellschaft braucht Handschlagqualität, vor allem auch in der Politik“_ Christoph Prugger, ehemaliger Bürgermeister von Mühlbach interessiert, auch wenn ich erst mit 30 Mitglied einer Partei geworden bin. Es ist wichtig, dass Bürger sich über die Entwicklung der Gesellschaft Gedanken machen und sich entsprechend politisch engagieren. Mühlbach ist ja eine sehr heterogene Gemeinde mit einem Hauptort, in dem ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung wohnt, mit dem sehr eigenen Dorf Spinges und mit den beiden Tourismushochburgen Vals
Von diesem Prinzip haben wir uns langsam verabschiedet, weil es häufig zu paradoxen Situationen geführt hat. Eine solche jährliche Aufteilung der Gelder ist zwar gerecht, aber nicht zielführend. Am Ende muss eine Gemeindeverwaltung die Möglichkeit haben, nach Prioritäten zu entscheiden, welche Projekte realisiert werden. Um ein fiktives Beispiel zu nennen: Wenn es in Meransen den dringenden Bedarf für den Bau einer Feuerwehrhalle gibt, dann kann ich dieses Projekt nicht ewig
wodurch sich unterschiedliche Mentalitäten entwickelt haben. Ich war ja von 1976 bis 1979 Gemeindesekretär in Mühlbach, und ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass man damals die Herkunft der Leute sofort erkannt hat. Diese wiedererkennbaren Attitüden und Denkweisen sind auch heute noch ein bisschen vorhanden, auch wenn die Zeit sich gewaltig gewandelt hat. Und genau diese Verschiedenheit der Leute ist faszinierend; sie hat manchmal 13
Politik & Gesellschaft
etwas irritierende, aber meistens überaus schöne Seiten. Und landschaftlich ist unsere Gemeinde sowieso traumhaft: Spinges ist ein wunderschön ruhiger und sonniger Ort, Meransen ist ein sehr schön gelegenes Streudorf, das leider keinen eigentlichen sichtbaren Dorfkern hat – da müsste man vielleicht einen gemeinsamen Denkprozess beginnen, um dieses Problem zu lösen. Und Mühlbach glänzt durch einen wunderbaren Ortskern mit einem Kirchplatz, der ein ganz besonderes Flair hat. Auch Vals, das Vallertal und das Almdorf Fane ist sehr schön. Ohne Zweifel haben Sie sich vor zehn Jahren persönliche Ziele gesetzt, was mögliche Projekte anbelangt. Was ist aus heutiger Sicht gelungen? Ich könnte wirklich einiges aufzählen, beschränke mich aber auf die scherzhaft „Big Five“ genannten Projekte: die direkte Straßenverbindung nach Spinges, das Glasfasernetz, die Umstellung und Neugestaltung der öffentlichen Beleuchtung auf LED-Technologie, die Erweiterung des Sitzes des Weißen Kreuzes, auch für
andere Einrichtungen, und das übergemeindliche Seniorenheim, für das ich mich, wie erwähnt, besonders ins Zeug gelegt habe. Auf die direkte Verbindung von Mühlbach mit Spinges hatte die Gemeinde ja schon lange gedrängt. Ja, das stimmt. Früher war Spinges ja ausschließlich über die Nachbargemeinde erreichbar, was dann zur Folge hatte, dass sich die Spinger gewissermaßen etwas entfremdet haben: Schabs oder auch Brixen war für sie leichter erreichbar als der Hauptort ihrer eigenen Gemeinde. Durch die neue Straße profitieren nun beide Ortschaften. Mit der LED-Technologie in der öffentlichen Beleuchtung und dem Bau der Internet-Infrastruktur war Mühlbach eigentlich vorbildhaft unterwegs ... Die öffentliche Beleuchtung in der Gemeinde war ein Flickwerk, das der Straßenverkehrsordnung nicht mehr entsprach. Die Umstellung hat vor allem den Vorteil, dass es mittelfristig zu Einsparungen
Christoph Prugger: „Ich war wirklich gern Bürgermeister meiner Gemeinde, aber jetzt bin ich genauso gern Privatier“ kommt, weil LED energiesparend ist und fast wartungsfrei. Auch das Glasfasernetz war uns von Anfang an sehr wichtig. Heute ist diese Infrastruktur ähnlich wichtig wie früher die Höfezufahrten. Jede Familie weiß, wie wichtig eine schnelle Internetverbindung ist – von den Betrieben ganz zu schweigen.
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Wenn man neuer Bürgermeister wird, beginnt man sich zu überlegen, wie sich das eigene Dorf in den nächsten Jahren entwickeln soll. Welche Visionen, die Sie im Jahr 2010 definiert hatten, haben sich verwirklicht? Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir gemeinsam geleistet ha-
ben – ich betone: gemeinsam! Der Bürgermeister ist der erste Bürger der Gemeinde, und als solcher soll er Inputs geben, Ideen entwickeln. Die Realisierung geht dann aber nur gemeinsam mit dem gesamten Team; das ist in einer Gemeinde nicht anders als in einem Betrieb. Ich habe dabei stets bestmöglich auf die Einhaltung der geltenden Bestimmungen und auf gerechtes Handeln Wert gelegt, wie auch auf die wirtschaftlich-soziale Verträglichkeit vieler Entscheidungen. Ich habe gerne mitgeholfen, Anliegen der Mitbürger zu lösen, was manchmal aufgrund der überbordenden und auch widersprüchlichen Bürokratie nicht einfach ist. Dies ist mir erfreulicherweise mit Ehrlichkeit auch meist gelungen – Ehrlichkeit ist ja heutzutage leider keine besonders moderne Eigenschaft. Eine gute Gesellschaft braucht aber Handschlagqualität, vor allem auch in der Politik. Die haben Sie manchmal vermisst? Es ist leider ein Phänomen der heutigen Zeit. Das ist jetzt kein Plädoyer für die „gute alte Zeit“, denn früher war es auch nicht viel besser, aber vor allem die sozialen Medien haben die Gesellschaft schon verändert. Ich habe mich ganz bewusst von Facebook ferngehalten. Mein Credo war: Wenn jemand etwas braucht, soll er zu mir kommen – meine Tür war immer offen. In einer kleinen Gemeinde ist diese Vorgehensweise noch möglich. Wie man in vielen Gemeinden und auch vereinzelt in Mühlbach feststellen muss, gibt es aber leider Menschen, die glauben, ihnen stünde „von Natur aus“ mehr zu als anderen, und manche Frechheit zahlt sich oft auch noch aus. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich meine damit sicher nicht wertvolles wirtschaftliches Engagement im Rahmen der Gesetze. Sind einige Ihrer Ideen im Räderwerk der Demokratie versandet? Ich hatte mal die Idee, unter dem Rathausplatz einen Veranstaltungssaal zu bauen, der für Theateraufführungen, Konzerte oder kleine Versammlungen und Feste geeignet gewesen wäre. Damit wollte ich vor allem das Dorfzentrum beleben. Die Idee ist nicht gut angenommen worden, also habe ich mich wieder davon verabschiedet. Auch wollte ich dem Stausee entlang einen
Promenadenweg bauen; mit den Umweltgeldern wäre dieses Projekt realisierbar gewesen. Der Wert dieses Weges ist aber nicht erkannt worden.
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Diese Idee ist, soviel ich weiß, noch nicht ad acta gelegt worden ...
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Das weiß ich nicht. Ich bin jetzt seit drei Monaten einfacher Bürger.
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Und jetzt? Ich genieße die nunmehrige freie Zeit für die Erledigung schon lange aufgeschobener Arbeiten, Wanderungen, Reisen, letzteres coronabedingt im Moment leider sehr in Grenzen. Ich freue mich aber darauf, einige weitere Länder zu bereisen, sobald die Pandemie es zulässt. Und ich lese sehr viel, letzthin zum Beispiel das Buch von Barack Obama „Ein verheißenes Land“. Das ist allen zu empfehlen, die an Politik und an den Vereinigten Staaten interessiert sind und die die Geisel des ausufernden Populismus in der Gesellschaft besser kennenlernen möchten. Ich finde, wir sind in unseren Breiten leider auch schon bald auf einem „guten“ Weg dorthin. Kürzlich habe ich auch das sehr aktuelle Buch von Maja Gospel gelesen, „Unsere Welt neu denken: Eine Einladung“. Wissen Sie, ich war wirklich gern Bürgermeister meiner Gemeinde, aber jetzt bin ich genauso gern Privatier. Man stellt manchmal fest, dass die ältere Generation dazu neigt, alles zu kritisieren und schlechtzureden. Als Gesellschaft sind wir in der heutigen Zeit aber gefordert, mit positiver Einstellung auch die Arbeit der Politik zu beurteilen. Dialektik ist gut, Argumente müssen vorgebracht und diskutiert werden, aber am Ende müssen wir alle zusammenhalten. Man sieht es zum Beispiel in Brixen, wie seit ein paar Jahren durch eine gute Stimmung zwischen Politik und Gesellschaft wirklich viel bewegt wird, aber es haben auch viele dazu beigetragen, dass es dazu gekommen ist. In diesem Sinne wünsche ich den nun in Mühlbach Zuständigen, dass es ihnen gelingen möge, begonnene Arbeiten bestmöglich abzuschließen und neue Aufgaben verantwortungsvoll zu beginnen. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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BRIXEN
Herzfreundliche Stadt z Der Verein Avis und das Weiße Kreuz spendeten Brixens ersten mobilen Defibrillator auf öffentlichem Grund. Das lebensrettende Gerät wurde vor kurzem an Bürgermeister Peter Brunner übergeben und auf dem Domplatz angebracht. „Den öffentlichen Raum mit diesen mobilen Geräten auszustatten bedeutet, bis zum Eintreffen des Krankenwagens
zeitnah lebensrettende Hilfe leisten zu können“, erklärt Brunner. Der Defibrillator kann im Notfall von der Säule entfernt werden. Das löst ein automatisches Alarmsignal aus; gleichzeitig wird ein Notruf an die 112 gestartet, damit das medizinische Personal alle notwendigen Erste-Hilfe-Anweisungen und Anleitungen für das Benutzen des Defibrillators geben
kann. „Wir wollen Brixen zu einer herzfreundlicheren Stadt machen“, so die Präsidentin des Vereins Avis, Renate Prader, und Florian Gottardi, Präsident des Weißen Kreuzes. av
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Fahne hoch gegen Gewalt an Frauen z Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder zeigten zum Tag der Kinderrechte, dem Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Tag der Menschenrechte Ende November und Anfang Dezember wortwörtlich Flagge: Auf einer Fahne verewigten sie ihnen bedeutsame Begriffe, wie beispielsweise „Mut“, „Powerful“ und „no violenza“. Vervollständigt wurde das Werk mit Handabdrücken der Kinder. Damit wolle das Kinderdorf laut Mitteilung ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern setzen. Man möchte
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zum Ausdruck bringen, dass jeder Mensch Respekt verdiene und dass Frauen stark seien. Eine Bewohnerin des Kinderdorfes erklärt: „Man braucht Mut, um den ersten und wichtigsten Schritt aus der Gewaltsituation zu wagen – meistens, auch ohne zu wissen, wie es weitergeht.“ Die Fahne wurde vor dem Haus Rainegg auf die Fassade gehängt. av
Monica Borsatto, Hermann Gamper, Matthias Chizzali, Stephan Pichler und Tobias Prosch sind die Mitglieder der Lawinenkommission der Gemeinde Brixen. Die Gemeindeleitstelle für Zivilschutz setzt sich aus Bürgermeister Peter Brunner, Robert Burchia, Monica Borsatto und Alexander Gruber zusammen.
Sara Dejakum, Renate Prader und Antonio Bova bilden die neue Wahlkommission, die im Rahmen der Gemeinderatssitzung einstimmig ernannt wurde. Ihre Ersatzmitglieder sind Sandra Stablum, Markus Frei und Maurizio Sabbadin.
Ab 2021 erfolgen die Kindergarteneinschreibungen nur mehr online, zu den von den Kindergartendirektionen festgelegten Bedingungen. Per Spid-Account oder Bürgerkarte können die Kinder vom 4. bis 14. Januar eingeschrieben werden.
NACHGEFRAGT
„Nach wie vor Handlungsbedarf“ ROBERT HOCHGRUBER, ehemaliger Vorsitzender der „Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche“, erinnert an das Volksbegehren, das vor 25 Jahren eine grundlegende Reform der Kirche forderte – ohne Erfolg. Herr Hochgruber, vor 25 Jahren hat die „Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche“ ein Kirchenvolksbegehren initiiert. Worum ging es dabei? Es ging um eine Reform der Kirche: Mehr Geschwisterlichkeit durch demokratische Mitentscheidung, Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Abschaffung des Pflichtzölibats für Priester, eine positive Bewertung der Sexualität und der Glaube als Frohbotschaft ohne Wenn und Aber. Das 25-JahrJubiläum ist ein guter Anlass, um deutlich zu machen, dass nach wie vor dringender Handlungsbedarf besteht. Derzeit ist
eine Reform nur möglich, wenn die Gläubigen aktiv werden, denn von der Kirchenleitung in Bozen und leider auch in Rom ist kaum etwas zu erwarten. Die Kirche scheint recht entwicklungsresistent zu sein ... Ja, das ist leider so. Das ist auch zum Nachteil der Kirche, weil die Forderungen von mindestens zwei Dritteln der Gläubigen mitgetragen werden. Die Institutionen der Kirche lassen leider derzeit solche Reformen nicht zu – zum Leidwesen auch der Gläubigen. Ich bin aber davon überzeugt, dass sie früher oder später kommen werden.
Wäre die Kirche in einer besseren Lage, wenn sie damals Ihre Vorschläge aufgenommen hätte? Ja, ohne Zweifel. Der Gründer der Kirche, Jesus von Nazareth, würde die Forderungen als selbstverständlich ansehen. Frauen, die nicht dieselben Rechte haben wie wir Männer – wo kommen wir denn hin, wenn das nicht der Fall ist? Demokratische Grundregeln sind ebenfalls eine Selbstverständlichkeit, von der positiven Bewertung der Sexualität und dem damit zusammenhängenden Ende des Pflichtzölibats ganz zu schweigen. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Laubensimulation beim Forum Unterführung zum Stadtzentrum gelangen will, soll aber besser empfangen werden.“ Scagnol löste das Problem mit der Entfernung der Stufen und damit einer Verbreiterung dieses Weges; für die an die Romstraße angrenzende Nordseite hat der Planer anstelle einer einfachen Mauer das Relief einer geschwungenen Laubensi-
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BETONMAUER BESTEHEND Tratto muro esistente
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profilo strada esistente - Vorhandenes Straßenprofil TRATTO NON RILEVATO - NICHT VERMESSER ABSCHNITT
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mulation vorgesehen, die die Attraktivität des Weges steigern soll. Der Brixner Stadtrat hat Anfang Dezember das Ausführungsprojekt genehmigt; es wird demnächst realisiert werden. Auch zu einer Neugestaltung des Innenhofs des Forums gibt es bereits konkrete Überlegungen. wv
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dass der gesamte Bereich der Zufahrt zum Forum, die parallel zur Romstraße verläuft, neu gestaltet werden muss, damit man einen Treppenzugang zur Unterführung vermeiden kann. „Heute sieht dieses Areal aus wie eine Zufahrt zu einer Tiefgarage“, sagt der Architekt Matteo Scagnol, „wer in Zukunft vom Parkhaus über die
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z Im Zuge der Planungen zum Kreisverkehr am Parkhaus beim Mittelanschluss war die Idee entstanden, an dieser Stelle das Parkhaus über eine Fußgänger-Unterführung an das Stadtzentrum anzubinden. Mit der Renovierung des Astra wurde die Idee konkretisiert, wobei man bald zur Erkenntnis kam,
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Einkomponentiges Polyurethan Bindemittel zur Verfugung mit Feinkies (85.10.90.30*) 20 cm Pflasterauflage 8/10 Sand mit Zement (85.10.01.05.C) 15 cm Drainagebeton( 58.03.01.05) mit Bewehrungsmatte Ø10 alle 15 cm (58.10.03.02.A) Trennlage Vliesbahnen Polyester 200 g/m² (02.11.04.01.b) 25 cm Frostkoffler (54.16.03.01.D - 54.16.02.05.D)
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der Weihnachtsbasar heuer kaum möglich. Dabei fördert der Verein auch den sozialen Kontakt zwischen den Mitgliedern: „Vertrauen“, so Silbernagl, „ist unerlässlich, damit der Austausch funktionieren kann.“ Die Zeitbank freut sich immer über neue Mitglieder. Wer Interesse hat, kann sich an das Büro des Vereins im Hartmannsheim oder direkt an die Ausschussmitglieder wenden, deren Kontaktdaten auf der Website der Gemeinde Brixen zu finden sind. job 45 45
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und den Kontaktdaten organisieren die Mitglieder den Austausch untereinander selbst. Ein kleiner Mitgliedsbeitrag deckt die Unfallund Haftpflichtversicherung. „Alle Dienste sind gleichwertig“, betont Vizepräsident Josef Silbernagl, „berechnet wird der Zeitaufwand.“ Rund 100 Stunden leisteten die 64 Mitglieder seit Januar – weit weniger als in früheren Jahren, was Silbernagl auch auf die Einschränkungen durch die CoronaPandemie zurückführt. Zudem waren gemeinsame Treffen oder INIZIO RAMPA
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seines eigenen Computerwissens stößt oder Unterstützung bei kleineren Reparaturen sucht, ist bei der Zeitbank Brixen genau richtig. Dabei handelt es sich um eine Organisation gänzlich ohne Gewinnabsichten, die ausschließlich den Austausch von Dienstleistungen zwischen den Mitgliedern vermittelt. Mitmachen ist einfach, auch für Menschen außerhalb Brixens: Man registriert sich als Mitglied und gibt an, welche Tätigkeiten man anbieten möchte. Anhand einer Liste von Dienstleistungen
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Klimaneutrales Leben – eine Utopie?
von Margot Mayrhofer stellten drei Gäste ihre Sicht der Dinge und ihre Arbeit auf diesem Gebiet vor. Andreas Hudler von der Tiroler Umweltanwaltschaft führte aus, dass sich ein Ökosystem weiterentwickeln kann: „Die Natur kann
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auf den Klimawandel reagieren“. Ecodesigner Tazio Dalsass verwies auf die Notwendigkeit, Produktionsschritte auf ihre Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Majda Brecelj gab einen Einblick in ihre Tätigkeit bei „Fridays for Future“.
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z Die Reihe „Ans Eingemachte“ der Organisation Eine Welt (OEW) und der Dekadenz griff Anfang Dezember im Rahmen einer Videokonferenz das Thema einer klimaneutralen Gesellschaft auf. Unter der Moderation
Erst das Bewusstsein für ein Thema setze das Potential für ein Umdenken frei, sagte sie. Zur Sprache kamen in der Folge Projekte des Geoengineerings, die laut Definition des Weltklimarates „darauf abzielen, vorsätzlich das Klimasystem zu ändern, um die Folgen des Klimawandels abzumildern“. Dem entgegnete Tazio Dalsass, dass „diese großen globalen Eingriffe das Ökosystem Erde als Ganzes beeinflussen und die damit verbundenen Risiken schwer einzuschätzen sind.“ Vom Publikum wurde eingewandt, dass man trotz bester Absichten für einen klimaneutralen Alltag schnell an die Grenzen des eigenen Wissens käme. Allgemeiner Konsens herrschte insofern, die Veränderungen bei sich im Kleinen zu suchen und Verzicht auch als Bereicherung zu sehen. Denn: „Grünes Denken braucht eine umfassende Strategie!“ job
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BRIXEN
Adventsbasar im Bürgerheim z Das Bürgerheim in Brixen ließ es sich trotz Corona auch in diesem Jahr nicht nehmen, ihren Adventsbasar stattfinden zu lassen – natürlich unter Sicherheitsvorkehrungen. So können Interessenten die Produkte telefonisch bestellen und dann persönlich abholen. Der Adventsbasar findet bereits seit mehreren Jahren im Bürgerheim statt. Die Produkte werden von Mitarbeitern und Bewohnern selbst gefertigt; die Ausgangsmaterialien, wie beispielsweise Stoff- und Holzreste, werden zum Teil von Firmen kostenlos zur Verfügung gestellt.
Verschiedene Kräuter für Tees und Tinkturen werden auf der Dachterrasse des Bürgerheims angepflanzt, die Bergkräuter von den Mitarbeitern im Sommer gesammelt. Interessierte erhalten nicht nur mit Liebe hergestellte Produkte, sondern können gleichzeitig das Bürgerheim unterstützen: „Die Erlöse kommen den Bewohnern in Form von Ausflügen und geselligen Aktivitäten zugute“, erklärt Direktorin Michaela Summerer. Alle Informationen bezüglich der Bestellungen gibt es auf der Homepage des Bürgerheims: www.altersheim-brixen.it. av
BRIXEN
Geschenke für Senioren z Monatelang haben sie ihre Angehörigen gar nicht zu Gesicht bekommen, und noch immer sind ihre sozialen Kontakte sehr beschränkt: Die Bewohner der Brixner Seniorenwohnheime. „Um ihnen zu zeigen, dass wir an sie denken, haben wir eine Malaktion für Kinder ins Leben gerufen“, erklärt Renato D’Alberto von der gleichnamigen Immobilienwerkstatt. Über 800 liebevoll gestaltete Weihnachtsbilder wurden von Kindern aus ganz Südtirol eingesandt oder abgegeben. „Die wunderschönen Bilder zieren nun Glückwunschkarten und werden an Heiligabend – gemeinsam mit duftenden NaturkosmetikShampoos – an alle Senioren der acht Eisacktaler Wohnheime ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, ist D’Alberto überzeugt. Einen Teil der eingesandten Bilder verWir
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unseren Kunden und wünschen allen ein GUTES NEUES JAHR!
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schenkt die Krankenhausseelsorge an Patientinnen – so erreicht wirklich jedes Bild einen Menschen, der eine Aufmunterung gut gebrauchen kann. Auch die rund 400 Pflegekräfte der Seniorenwohnheime sollen nicht zu kurz kommen: Sie erhalten als Zeichen der Wertschätzung hausgemachte Bio-Lebkuchenherzen. Um jedes Corona-Übertragungsrisiko auszuschließen, blieben die Präsente vor der Überreichung eine Woche unberührt. Die Immobilienwerkstatt bedankt sich herzlich bei allen Kindern, die sich an der Malaktion beteiligt haben. Im Bild Renato D’Alberto bei der Geschenkübergabe im Brixner Bürgerheim mit Direktorin Michaela Summerer und Vize-Pflegedienstleiterin Anneliese Pitscheider. eh
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z Regisseur Georg Lembergh befindet sich derzeit auf Recherche für sein neues Buch- und Filmprojekt: Nachdem er im Jahr 2018 mit dem Kinodokumentarfilm „Das versunkene Dorf“ die Grauner Seestauung aufgearbeitet hatte, will er sich nun dem Thema des sexuellen Missbrauchs in Südtirol widmen. Im Projekt, das derzeit den Arbeitstitel „Gegen das Schweigen – Breaking the Silence“ trägt, will der Regisseur den Missbrauchsopfern eine Stimme verleihen, um damit eine gesellschaftliche Aufarbeitung des Themas in Gang zu bringen. Dafür ist Lembergh auf der Suche nach Menschen mit Missbrauchserfahrungen, die bereit wären, ihre Geschichte zu erzählen. Das Projekt möchte möglichst viele gesellschaftliche Bereiche und Altersgruppen abbilden und soll laut Lembergh mit allergrößter Vorsicht und in absolutem Einverständnis
Foto: Getty Images
Breaking the Silence
mit den Freiwilligen passieren. Betroffene von sexuellem Missbrauch, die über ihre Erfahrungen sprechen wollen, können sich – auch anonym – bei Georg Lembergh unter Telefon +43 664
4507563 oder per E-Mail an office@georglembergh.com melden. Mehr Informationen zum Projekt im Internet: www.albolina.org/ gegen-das-schweigen. av
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Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen VIELSCHICHTIGE PERSÖNLICHKEIT: Kathrin Gschleier ist Beraterin und Trainerin mit einer ausgeprägten Liebe zur Natur 22
PORTRAIT
Die Salige Ehemals Chefdramaturgin an den Vereinigten Bühnen Bozen, ist KATHRIN GSCHLEIER heute Kommunikationsberaterin und Publizistin – jemand, der besonders von Südtirols Sagenwelt angetan ist und die Natur als Kraftort empfindet.
W
as hat eine kompetente Coaching-Expertin und erfolgreiche Autorin mit dem Begriff „Salige“ am Hut, einer Bezeichnung aus vorchristlichen, matriarchalisch geprägten Zeiten? Sie haben verschiedene Namen, diese „gesegneten“ Wilden Fräulein, und in jedem Tal ein unterschiedliches Erscheinungsbild. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie sind die Beschützerinnen der Tiere und Pflanzen in der alpinen Welt. Die sagenumwobenen Schutzgeister sind jedoch auch den Menschen zugetan. Sie bringen ihre vielfältigen Kenntnisse und Fertigkeiten ein, um den oft bitterarmen Bergvölkern tatkräftig unter die Arme zu greifen. Kathrin Gschleier erinnert mich an die Sagengestalt: Sie ist zielstrebig, beharrlich, mit beiden Beinen auf dem Boden, gleichzeitig aber naturverbunden, empathisch, achtsam - und fasziniert von allem Mystischen. Vielleicht hat Gschleier die Liebe zur Natur schon auf dem
ihr Credo. Mehrere Aufenthalte in England und Frankreich bestätigten Kathrins Überzeugung, Sprachen seien am besten vor Ort zu erlernen. In Wien studierte sie dann Theater- und Kommunikationswissenschaften, aber nach drei Jahren ergriff sie die Flucht vor der Wiener Melancholie und ergatterte einen Studienplatz in Bologna. Easygoing? Nein, da wurde es erst richtig turbulent. Sie hatte gerade ihren zukünftigen Mann kennengelernt, der in Padua einen Job hatte, pendelte zwischen Innsbruck und Wien für die letzten Prüfungen und arbeitete schon an verschiedenen Bühnen mit, unter anderem als Regieassistenz in Innsbruck, den ihr der legendäre, vor einem Jahr verstorbene Theatermann Rudi Ladurner vermittelt hatte.
Von Padua nach Brixen. „Da
stand ich nun“, schmunzelt Kathrin, „mit dem Vertrag am Tiroler Landestheater in der einen Hand
Mannes. „Diese Entscheidung habe ich nie bereut“, betont Kathrin, „Brixen ist eine freundliche Stadt mit viel Lebensqualität, und ich habe schnell Anschluss gefunden.“
Gefühl der Zerissenheit. Neben
der innig geliebten Familie nahm bald eine andere Säule in Kathrins Leben einen gewichtigen Platz ein: die Vereinigten Bühnen Bozen, wo sie an der Seite von Thomas Seeber Chefdramaturgin wurde und maßgeblich am Aufbau der ersten Profi-Bühne beteiligt war. Aber das intensive Engagement am Theater in einer leitenden Funktion mit großer Verantwortung und ein zweites Kind ließen bei der Dramaturgin ein Gefühl der Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf aufkeimen, auch wenn ihr Mann Hannes ihr jede erdenkliche Stütze war. Sie verordnete sich selbst etwas Ruhe und konzentrierte sich auf ihre berufliche Schulung im Bereich Kommunikation wie Psychodra-
„Ich plädiere dafür, dass man den Tod in unserer Gesellschaft akzeptieren sollte, ohne darüber die Freude am Leben zu verlieren“_ Kathrin Gschleier, Kommunikationsberaterin und Publizistin elterlichen Obstbauernhof in Auer eingepflanzt bekommen, auf dem sie die ersten unbeschwerten Jahre ihrer Kindheit verbracht hat. Im Alter von zehn Jahren übersiedelte sie mit der Mutter nach Bozen, während der Vater in die Toskana zog und sich seither dem biologischen Obstbau widmet. Kathrin hingegen pflegte ihre musischen Fähigkeiten und lernte Klavier und Orgel am Musikkonservatorium; anschließend entschied sie sich für das Sprachenlyzeum, denn „wenn ich mit Menschen kommunizieren will, muss ich ihre Sprache beherrschen“ – so war
und den positiven Schwangerschaftstest in der anderen.“ Das Ja zum Kind war sofort klar, aber Kathrin wollte auch den Vater dazu nicht missen, also zog sie nach Padua. Mit großartiger Unterstützung einer Professorin „und weil Elias so brav war“ konnte sie ihr Studium beenden und die Diplomprüfung in Wien erfolgreich ablegen. Schon bald reifte in Kathrin Gschleier der Entschluss, ihr Kind in einer freundlichen, naturnahen Umgebung großzuziehen, und sie wählte Brixen zum Lebensmittelpunkt, die Heimatstadt ihres
ma, existentielle phänomenologische Traumarbeit, Systemische Supervision, Coaching und vieles mehr. Seit 2009 ist Kathrin Gschleier freiberuflich als Beraterin und Trainerin in ihrem „Studio Narrativ“ tätig, dass sie 2017 zusammen mit ihrem Mann Hannes Hofmann und Experten auf verschiedenen Gebieten zum Co-Working-Space „Zentrum Narrativ“ ausbaut.
Gschleier. Keine Frage, dass ihre außergewöhnlichen empathischen Fähigkeiten, ihr „Sechster Sinn“, eine große Hilfe bei ihrer Arbeit sind. Sie blickt hinter die Fassade, erfasst die verborgenen Qualitäten des Gegenübers mit großer Sensibilität. Gerade diese hohe Empfindsamkeit macht ihr in diesen düsteren Zeiten zu schaffen. „Ich plädiere dafür, dass man den Tod in unserer Gesellschaft akzeptieren sollte, ohne darüber die Freude am Leben zu verlieren“, wünscht sich Kathrin.
Schwerpunkt auf Sagen und Mythen. Mit der Gründung des
„Verlag Narrativ“ setzt die Autorin ihren Schwerpunkt auf Sagen und Mythen, Natur und Kultur. Zusammen mit Tiziana Campagnoli und Claudio Olivotto hat sie auch eine Serie von zweisprachigen Fabelbüchern initiiert sowie Literaturwettbewerbe für Kinder und Jugendliche. „Als besondere Bereicherung empfinde ich die Begegnung mit der Illustratorin Evi Gasser“, freut sich Kathrin, „mit der die Reihe der gelungenen Südtirolbücher realisiert werden konnte.“ Ihre tiefe Liebe zu einem schützenswerten Südtirol schlägt sich auch in vielen Neugier weckenden Wander- und Kulturprojekten wider, wie dem Themenweg „Mystisches Lüsen“ oder „Unterwegs am Ritten“. Am Ritten hat sie sich vor ein paar Jahren ihr ganz privates Refugium eingerichtet. Es ist ein Ort, wo ihre Wurzeln liegen, ein Ort, wo sie vollkommen in die Natur eintaucht und sich mit Mutter Erde verbunden fühlt.
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Außergewöhnliche empathische Fähigkeiten. „All meine berufliche Orientierung hat immer mit Menschen und ihren Gefühlen zu tun“, bestätigt Kathrin
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Neue Koordinatorinnen z Das Netzwerk psychischer Gesundheit hat zwei neue Koordinatorinnen: Bettina Meraner, Leiterin des Dienstes für Abhängigkeitserkrankungen Bozen, und Primaria Verena Perwanger von der Psychiatrie Meran lösen die bisherigen Koordinatoren Roger Pycha und Josef Pichler ab. Sie hatten das Netzwerk seit seiner Gründung 2018 geleitet. Das Netz-
werk umfasst alle Psychiatrischen und Psychologischen Dienste, die Dienste für Abhängigkeitserkrankungen, das Therapiezentrum Bad Bachgart und die Kinderpsychiatrie. Unter anderem gründete das Netzwerk psychischer Gesundheit in diesem Jahr „Psyhelp“, um die Bevölkerung bei der Bewältigung der psychosozialen Folgen der Coronakrise zu unterstützen. Unter
der Website www.dubistnichtallein.it sind alle erreichbaren Einrichtungen aufgelistet; außerdem können Betroffene auf eine durchgehende notfallpsychologische Telefonberatung zurückgreifen.
Im Bild (v.l.): der scheidende Koordinator Roger Pycha, die neue Koordinatorin Bettina Meraner und der scheidende Koordinator Josef Pichler. av
M&M Menschen & Meinungen
BRIXEN
Cafè Porticus schließt seine Tore z Nach 36 Jahren sagen Sabina Engl und Karl Schenk dem Gastgewerbe nun goodbye und schließen das bekannte Cafè Porticus unter den Kleinen Lauben. „Gemeinsam mit meinem Bruder habe ich von 1980 bis 1984 den Wirt an der Mahr geführt“, erzählt Karl Schenk, „dort habe ich auch meine spätere Frau Sabina kennengelernt.“ Die beiden eröffneten gemeinsam zunächst das Galerie Cafè in Brixen, das sie 13 Jahre lang führten. 1997 zogen sie dann – gemeinsam mit ihrer treuen Angestellten Margit – in die damals neu umgebauten
kurz
notiert
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Räumlichkeiten am jetzigen Standort. „Das einstöckige kleine Lokal hat uns zugesagt; wir haben ihm den passenden Namen ‚Porticus‘ gegeben und nochmal neu angefangen“, so Schenk. Nun, 23 Jahre später, ist aber Schluss: „Wir haben vom Traubenwirt ein Angebot erhalten, der das Lokal nun weiterführen möchte, und wir haben zugesagt. Die Corona-Pandemie hat uns in unserer Entscheidung bestärkt“, erzählt Schenk etwas wehmütig. Er ist bereits seit zwei Jahren in Pension, seine Frau Sabina wird noch ein paar Jahre weiterarbeiten – allerdings nicht
Petra Spitaler Goller und ihr Team haben auch heuer die Spendenaktion „Ein Karton voller Freude“ organisiert. Über 90 Geschenke konnten an Familien in Südtirol und Organisationen wie der Plattform für Alleinerziehende, der Bergbauernhilfe oder dem Haus Margareth übergeben werden.
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
SÜDTIROL
mehr im Gastgewerbe. „Ich bin ein passionierter Modellbauer und -flieger, zudem haben wir drei Enkel, um die wir uns gerne kümmern. Es wird uns mit Sicherheit nicht langweilig werden.“ Wer
dem stadtbekannten Kaffee Porticus noch einen Besuch abstatten und den wohl schönsten und cremigsten Macchiato genießen möchte, kann dies noch bis zum 31. Dezember tun. eh
Veronika Pallestrong Pardeller feierte am 6. Dezember ihren 100. Geburtstag. 1920 in Welschellen geboren, kam sie Mitte der Vierzigerjahre nach Brixen, wo sie bis heute lebt und in mehreren Vereinen als (wahrscheinlich) ältestes Mitglied aktiv ist.
Der Obmann des Brixner Domchores, Markus Liensberger, ehrte im Rahmen der heurigen Cäcilienfeier Margareth Brunner, Barbara Pasqualoni, Paul Silbernagl, Margareth March Rainer und Stefan Huber für ihre langjährige Mitgliedschaft.
O o op s
LAMMento
mein Hoppala
Stefanie Prieth, Verantwortliche des Brixner Stadtmarketing
„Dreifaches Hoppala“ Viele Paare lernen sich am Arbeitsplatz kennen; diese Erfahrung machte ich gleich mehrmals. Er, sie und ich teilten uns ein Büro. Dass sich die beiden während dieser Zeit auch ineinander verliebt haben, war mir vollkommen entgangen. Auch an meinem zweiten Arbeitsplatz hätte ich wohl erst Jahre später Wind davon bekommen, hätten er und ich uns nicht eine Wohnung geteilt. Er meinte mal ganz nebenbei, dass seine Freundin ihn ab und zu besuchen komme. Ich staunte nicht schlecht, als ich seiner „Freundin“ zum ersten Mal die Tür öffnete – es war meine Arbeitskollegin. Neu im Team an einem weiteren Arbeitsplatz, wollte ich durch Teamgeist und Loyalität glänzen. Heldenhaft habe ich eine Arbeitskollegin vor unserem ungerechten Vorgesetzten verteidigt und ihn beschuldigt, mich ihr gegenüber bevorzugt behandelt zu haben. Kurz darauf erfuhr ich, dass auch hier Amor zugeschlagen hatte: Die beiden waren ein Paar. Aus diesen Erfahrungen zog ich eine Lehre: Arbeit und Liebe gehen oft Hand in Hand – und wo Arbeit beginnt, ist die Liebe meist nicht weit.
Leser kochen für Leser
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Omas Husarenkrapfen > Zutaten für ein Backblech 250 g Mehl 3 g Backpulver 100 g Zucker Etwas Vanillezucker Etwas Salz 1 Eigelb 150 g Butter
> Zubereitung Aus dem Teig werden Kugeln geformt. Danach wird eine Mulde hineingedrückt und das Ganze mit dem Eigelb bestrichen. Die Kekse in feingehackte Mandeln tunken, bei 170 Grad einige Minuten backen und mit roter Marmelade füllen.
Gute Vorsätze „Und?“, sagte der Franz, während er den Glühwein in die Kamera unserer Silvester-Videokonferenz hält, „welche guten Vorsätze habt ihr für das neue Jahr?“ Ich stelle meine Ernährung um, sag ich. Das Nutella-Glas war bisher immer in der ersten Schublade rechts, ab Neujahr hingegen in der zweiten Schublade links. „Du solltest dir nicht zu viel vornehmen“, erwidert der Franz mit erhobenem Zeigefinger, „sonst klappt das nie!“ – „Ich werde versuchen, meine Vorsätze von 2020 zu erreichen, die ich mir bereits 2019 gesetzt hatte“, sagt Frieda, „da habe ich genug zu tun.“ Gut, sag ich, dann dieser: Ich werde kein Geld für unnütze Dinge ausgeben, sondern nur für sinnlose! „Schon besser“, sagt der Franz, „ich hingegen werde nicht mehr trinken, aber auch nicht weniger!“ Hm, sag ich, nachdem sich der letzte Schluck Glühwein von meiner Tasse verabschiedet hat, eigentlich kann ich auf gute Vorsätze für 2021 verzichten, weil die Vorsätze für 2020 noch praktisch unangetastet sind. „Nach dem Blick auf die Personenwaage von heute morgen möchte ich im neuen Jahr mindestens um 20 Zentimeter wachsen“, sagt die Frieda, „außerdem möchte ich einmal pro Woche zum Fitnesscenter fahren und nachsehen, ob es noch da ist.“ Da kannst du dir ja gleich vornehmen, anderen Leuten beim Sport zuzusehen, denn der Effekt ist derselbe. „Stimmt“, sagt der Franz nachdenklich, und dabei blickt er in seine inzwischen ebenfalls geleerte Tasse. „Ich nehme mir vor, diesmal keine guten Vorsätze zu haben – das wird dann doch einzuhalten sein, oder?“
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Pro& Contra
Get ready to shine!
Ist es sinnvoll, heuer auf gedruckte Fahrpläne zu verzichten? Der Hintergrund:
Foto: Manuela Tessaro
Foto: Christian Jungwirth
Das Erstellen des Winterfahrplans für den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol gestaltete sich dieses Jahr aufgrund der laufenden und sich ständig ändernden Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus schwieriger als in den vergangenen Jahren. In der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) hat man daraufhin zwischenzeitlich überlegt, sich heuer auf digitale Informationsträger zu beschränken.
JOACHIM DEJACO, Direktor der STA: „Fahrpläne sind durch Corona noch immer nicht stabil“
Ja Dass unsere Fahrplanbroschüren geschätzt werden, freut uns und zeigt, dass die richtigen Informationen ein wichtiger Baustein zur Nutzung der Öffis sind. Während in einem normalen Jahr Ende November alles feststeht und die Fahrpläne in Druck gehen, mussten sie aufgrund der sich ändernden Corona-Bestimmungen heuer Dutzende Male umgebaut werden und sind noch immer nicht stabil. Deshalb war es bisher schlicht nicht möglich, verlässliche Informationen zu Papier zu bringen. Unser Anspruch ist es, zuverlässige Information bereitzustellen. Mit unkorrekten Informationen ist niemandem geholfen, denn wer will schon zur falschen Zeit auf einen Bus warten, der dann nicht kommt? Im Internet und in der App hingegen ist stets die richtige Information verfügbar; der digitale Service, der das Nutzen der Öffis mit neuen Funktionen in Zukunft noch einfacher macht, wird in den kommenden Jahren massiv ausgebaut. Wir sollten deshalb gerade auch ältere Menschen zur Nutzung der digitalen Medien ermutigen. Gleichzeitig sind sehr viele unserer Senioren erstaunlich fit und gewandt im Umgang mit Internet und Smartphone. Nichtsdestotrotz werden auch für den neuen Fahrplan die entsprechenden Pläne Anfang des neuen Jahres gedruckt, und zwar wie jedes Jahr die kleinen, handlichen und praktischen Fahrplanbroschüren für jeden Bezirk, inklusive Zugfahrplan. Bis dahin stellen wir und unsere Partner bei den Infopoints und bei vielen Bahnhöfen die aktuellen Fahrplantabellen der einzelnen Linien ausgedruckt bereit. z
OTTO VON DELLEMANN, Vorsitzender der SVP-Seniorenbewegung: „Informationsquelle eines öffentlichen Dienstleistungsbetriebes“
Nein Der neue Bus- und Bahnfahrplan ist mit direkter Bürgerbeteiligung entstanden – so steht es in einer Pressemitteilung der Zuständigen. Bei dieser Beteiligung wurde aber eine zahlenmäßig wichtige Gruppe nicht berücksichtigt: Die Interessensvertreter der Senioren wurden nie konsultiert. Vor allem die älteren Menschen haben bei Fehlen des gedruckten Fahrplanes keine Möglichkeit, ihn einzusehen, denn lange nicht alle Senioren beherrschen den digitalen Bereich und können sich ohne Schwierigkeiten darin zurechtfinden. Somit ist diese Gruppe Menschen von einem wichtigen Dienst ausgeschlossen – Altersdiskriminierung! Gerade mit der Einführung des „Südtirol Pass 65+“ wurde erfolgreich versucht, die Senioren für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Der Hinweis auf die Kosten kann es auch nicht sein, denn laut meinen Informationen kostet das Drucken maximal 60.000 Euro. Unser Landeshaushalt weist weit über 6 Milliarden Euro auf. Vielleicht gäbe es auch Sponsoren! Beim gedruckten Fahrplan handelt es sich um eine Informationsquelle eines öffentlichen Dienstleistungsbetriebes. Der Hinweis auf die durch die Corona-Pandemie verursachten stetigen Anpassungen ist nicht stichhaltig: Änderungen hat es immer gegeben und wird es auch in Zukunft geben. Mit Veränderungen haben sich alle – auch die Senioren – immer zurechtgefunden. Unsichere Zeiten, unsichere Fahrpläne! Der Fahrplan für ganz Südtirol muss nicht für die gesamte Bevölkerung gedruckt werden, aber er muss allen Menschen zur Verfügung stehen. z
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UMFRAGE
Corona-Impfung: Ja oder Nein? Foto: Melanie Vitroler
Bereits Ende Dezember will die Landesregierung damit beginnen, die Südtiroler Bevölkerung zu impfen und der Corona-Pandemie schrittweise ein Ende zu setzen. Wir wollten von Passanten in der Brixner Altstadt wissen: Werden Sie sich impfen lassen?
„Ich würde mich auf jeden Fall impfen lassen!“, sagt Richard Carbon überzeugt. „Ich finde, dass es eine wichtige Maßnahme ist – neben den Tests, die im Moment schon gemacht werden. Ob dieser Impfstoff dann die endgültige Lösung des Problems sein wird, ist jetzt noch schwierig zu sagen. Aber ich hoffe es.“
„Im Prinzip ja – allerdings bevorzuge ich es, diese Sachen mit meinem Arzt abzusprechen. Solche Entscheidungen treffe ich lieber etwas später und nicht alleine“, erzählt uns Angelika Gasser. „Ich finde es schon wichtig, dass sich möglichst viele Leute impfen lassen, aber ich empfinde es auch als wichtig, dass man solche Entscheidungen vorher mit seinem Hausarzt abspricht.“
Kurt Platter ist auch überzeugt: „Ja, ich werde mich ganz sicher impfen lassen. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass das möglichst viele Leute tun werden. Wenn wir dieses Virus in den Griff kriegen wollen, dann ist eine Impfung im Moment unsere größte Hoffnung. Ob das Problem dann effektiv gelöst sein wird, werden wir erst sehen können, sobald die ersten Impfungen gemacht worden sind.“
Michael Widmann findet, dass „jeder für sich selbst entscheiden soll. Wer will, soll sich impfen lassen, und wer nicht will, eben nicht. Ich persönlich würde mich schon impfen lassen. Herdenimmunität ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Jetzt ist es wichtig, den Risikogruppen beim Impfstoff den Vortritt zu lassen, und dann sollen diejenigen, die sich impfen lassen wollen, auch die Möglichkeit dazu bekommen.“
„Ich bin wegen meines Berufes schon für die Impfung vorgemerkt“, erklärt Martina Rudel. „Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass sich viele Leute impfen lassen – aber die Entscheidung muss bei jedem selbst liegen. An sich ist das Impfen aber mit Sicherheit etwas Positives – hoffe ich jedenfalls. Aber es ist schon wichtig, dass sich zumindest so viele Menschen impfen lassen, dass man die Herdenimmunität erreicht.“
„Ja, ich würde mich schon impfen lassen“, sagt Markus Costadedoi, denn: „Es wäre einfach angenehm, wenn wir das Virus endlich hinter uns lassen würden. Dafür müssen aber möglichst viele Menschen dazu mobilisiert werden, sich impfen zu lassen. Der Fokus in den nächsten Monaten muss aber bei den Risikogruppen liegen.“
„Ich lasse mich auf jeden Fall impfen – aus dem einfachen Grund, weil man dadurch sich selbst, aber auch andere schützt. Allerdings finde ich es wichtiger, dass zuerst die Risikogruppen geimpft werden, da diese viel gefährdeter sind, viel schneller zu Problemfällen werden und deshalb auch viel schneller die Krankenhäuser füllen“, meint Susanne Hannappel.
„Ich denke schon, dass ich mich impfen lassen würde – damit wir bald wieder normale Verhältnisse haben“, erklärt uns Anna Winkler. „Deshalb wäre es auch wichtig, dass möglichst alle Menschen sich impfen lassen. Natürlich gibt es immer Leute, die dagegen sind, aber sie sollten sich mal vor Augen führen, dass diese Impfstoffe der beste Weg sind, diese Pandemie zu beenden.“ 29
THEATERPÄDAGOGISCHES ZENTRUM BRIXEN IM CORONA-MODUS
Kunst & Kultur
„Digitalisierter Theateralltag“
Das TPZ hat es geschafft, dem Jahr 2020 zu trotzen: Im Gespräch mit dem „Brixner“ erzählen HEIDI und BENNI TROI von digitalem Ochs-am-Berg Spielen, wie Mira das Weihnachtsfest retten soll – und von ihren Plänen für 2021.
Frau Troi, 2020 war besonders für den Kulturbereich ein anstrengendes Jahr. Dennoch schien das Theaterpädagogische Zentrum (TPZ) auf den zweiten Lockdown besser vorbereitet als noch im März. Hatte man sich an die Situation gewöhnt?
nicht alle. Im Sommer durften die Kinder wieder an den Werkstätten teilnehmen, und wir mussten erschreckt feststellen: Sie waren wie ausgewechselt; unsere sonst so aktiven Gruppen waren passiv und distanziert. Wir wussten: Das kann so nicht weitergehen.
HEIDI TROI: Der erste Lockdown hatte uns alle kalt erwischt. Vor allem aber gab es dort einen langen Zeitraum des Abwartens. Man dachte, dass sich die Situation in kurzer Zeit normalisieren würde und wir zu unserem gewohnten Alltag zurückkehren könnten. Diese Wartezeit führte von unserer Seite dazu, dass wir die „normale“ Tätigkeit im TPZ Brixen immer wieder verschieben mussten. Im Herbst kannte man die Situation bereits und konnte sich ganz anders darauf vorbereiten.
Wie haben Sie darauf reagiert?
BENNI TROI: Als sich der zweite Lockdown anbahnte, haben wir nach digitalen Möglichkeiten gesucht, unseren Alltag fortzuführen. Im März hingegen mussten wir erst testen, wie und ob überhaupt Aktivitäten online stattfinden können. Hier war es uns in einem ersten Schritt ein Anliegen, den Kontakt zu den Kindern nicht zu verlieren. Warum war das so wichtig? Heidi Troi: Für Kinder ist die Situation sehr schwierig, weil so viele Aktivitäten ausfallen. Das war im März bei uns leider auch so – wir mussten von 16 Werkstätten auf drei Online-Gruppen herunterfahren, an denen die Kinder freiwillig teilnehmen konnten. Natürlich erreichten wir damit 30
Benni Troi: Wir haben im Herbst einen Discord-Server für das TPZ Brixen errichtet. Das kann man sich in etwa so vorstellen wie Facebook für eine private Gruppe. Man setzt in geschlossenem Rahmen verschiedene Kanäle auf, in denen man telefonieren, chatten oder Video-Konferenzen abhalten
TPZ ist leider nicht besonders stabil. Finden die Proben weiterhin statt? Heidi Troi: Ja, aber anders als in anderen Jahren. Die Proben laufen viel spielerischer ab: Neulich haben wir mit unseren Kleinsten Werwolf gespielt. Auch Ochsam-Berg ist beliebt: Die Kinder schneiden Grimassen und frieren dann auf Kommando ein. Hier braucht es natürlich etwas Geduld, denn je nach Internetverbindung wackelt der eine oder andere unfreiwillig etwas verzögert – oder bewegt sich gar nicht (lacht). Natürlich arbeiten
„Wenn Handballer trainieren dürfen, muss das auch auf Kulturebene gelten“_ Heidi Troi kann. Jede einzelne unserer Gruppen verfügt über solche Kanäle, wo sie sich auch außerhalb der Kurse treffen und austauschen kann.
wir auch an Szenen: Ich sende ihnen ein Thema, beispielsweise den Brief vom Christkindl. Sie überlegen sich dann gemeinsam die Szene – immer über Discord.
Wir sind in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, und trotzdem scheint beim TPZ immer etwas los zu sein. Wie kann man sich den aktuellen Alltag vorstellen?
Benni Troi: Mich beeindruckt, wie schnell die Kinder das neue System angenommen haben. Die Gruppen fangen mittlerweile sogar an, sich untereinander für Spiele zu treffen. Das ist im Vergleich zu vorher eine Neuheit. Normalerweise trafen die Gruppen nicht unbedingt aufeinander, weil sie im TPZ zu unterschiedlichen Zeiten probten. Jetzt bildet sich eine größere Gemeinschaft außerhalb der Gruppen.
Benni Troi: Wir arbeiten in zwei Gruppen: Nathaly und ich arbeiten viel vom TPZ aus, während Heidi und Thomas mehr zu Hause sind. Das hängt mit dem Internet zusammen – die Verbindung im
Heidi Troi: Wir sehen unseren Auftrag hauptsächlich darin, den Kindern einen Austausch untereinander zu ermöglichen. Das fehlt ihnen zurzeit: Viele von ihnen müssen über Videokonferenz am Schulbetrieb teilnehmen, was die Interaktion untereinander stark einschränkt. Deshalb wollen wir ihnen auch außerhalb der Proben etwas bieten. Wir haben zum Beispiel das Improtheater für Erwachsene ins Leben gerufen, wo sie per Chat Instruktionen schicken können – die Kinder sind hier sehr dankbar, weil es ihnen auch einen Sinn für Normalität und das Theaterfeeling zurückgibt. Viele dieser Spiele haben Sie auch veröffentlicht, damit Lehrer sie in Ihrem Unterricht benutzen können. Heidi Troi: Ja, genau. Wir wollten damit den Ideenaustausch von Theaterpädagogen und Lehrern fördern. Wir haben gemerkt, dass Kinder im Fernunterricht eigentlich nur sitzen, kaum sprechen oder interagieren. Durch diese Spiele wollen wir Möglichkeiten aufzeigen, wie in den Alltag trotzdem etwas Bewegung eingebunden werden kann. Benni Troi: Wir führen derzeit auch viele Schulprojekte durch. Heidi Troi: Ja, das ist auch bemerkenswert. Wir gehen derzeit weiterhin in viele Schulen, um dort Projekte mit Klassen durchzuführen. Hier dürfen wir uns als Theaterpädagogen mit den Kindern persönlich treffen, im TPZ ist das leider nicht möglich.
Foto: Benni Troi
KREATIVE ALTERNATIVE: Das ursprünglich als Weihnachtsaufführung geplante Stück des TPZ wurde in Form eines digitalen Adventskalenders umgesetzt 31
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur Über einen eigens angelegten Discord-Server wollen Heidi und Benni Troi den Kindern weiterhin den Austausch untereinander ermöglichen Anstelle einer Weihnachtsaufführung zeigt das TPZ Brixen gerade auch eine Adventsgeschichte auf seiner Website und seinen Social-Media-Kanälen. Wie kam diese Idee zustande? Benni Troi: Nathaly Ebner hat bereits im Sommer ein eigenes
Stück geschrieben, das sehr gut angekommen ist. Deshalb wollten wir für Weihnachten etwas Ähnliches aufführen. In der Adventszeit passen Stücke sehr gut, die gut unterhalten, unkritisch sind und glücklich machen. Als der Lockdown angekündigt wurde, haben wir uns am Tag vorher
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noch getroffen und zwölf Stunden lang gefilmt, fotografiert und Tonaufnahmen erarbeitet. Seitdem sitzen wir jeden Tag daran, das Material zu verarbeiten und eine schöne Geschichte daraus zu basteln. Worum geht es im Stück?
Benni Troi: Um Mira, die in der Schneekugel wohnt und versucht, das Weihnachtsfest zu retten – denn: Das Christkind darf nur kommen, wenn in der Schneekugel ein roter Knopf gedrückt wird. Mira fällt aus der Schneekugel heraus und muss nun einerseits ihren Weg zurückfinden, aber auch ihre
Heidi Troi: Das Stück verbindet viele verschiedene Darstellungsformen. Hinter manchen Türchen versteckt sich Text, dann ein Video, ein Bild oder sogar ein Musikvideo. Wie fielen die Reaktionen aus? Benni Troi: Unser Eindruck ist sehr positiv. Wir erhalten viel Feedback, die Leute scheinen es sehr zu mögen, und auch die Kinder blicken jeden Tag erwartungsvoll auf die nächsten Folgen. Insofern ist der Lockdown auch eine Chance, Neues auszuprobieren. Benni Troi: Absolut. Ein großer Vorteil dieser Zeit ist, dass man so viel versuchen kann. Früher habe ich noch mehr darüber nachgedacht, ja keine Fehler zu machen, oder ich hatte das Gefühl, dass man-
fände ich zum Beispiel schwieriger, weil man das Publikum viel schneller verliert. Das Jahr 2020 ist so gut wie zu Ende – was erwartet das TPZ 2021?
Foto © Krafft Angerer
Freunde, die Lebkuchengeschwister retten. Diese Reise verbirgt sich hinter den 24 Türchen unseres Adventskalenders.
kampfgeist Spielzeit 2020/2021
Benni Troi: Es ist viel in Arbeit. Wir haben das Glück, von 200 Einreichungen als Einzige in Italien ausgewählt worden zu sein, um am internationalen Kinder- und Jugendfestival in Japan teilzunehmen. Das wollen wir unbedingt mitmachen, aber dafür müssten wir im Januar mit den Proben anfangen, um genug Vorlaufzeit zu haben. Heidi Troi: Eine Chance wie diese wollen wir uns nicht entgehen lassen. Wir werden deshalb mindestens eine Gruppe zu Profis deklarieren, damit wir mit ihnen auch unter den Beschränkungen proben dürfen. Wenn Handballer trainieren dürfen, muss das auch auf Kulturebene gelten. Außerdem würde 2021 auch das Kinderfestival Hollawind stattfinden. Auch
„Ein großer Vorteil dieser Zeit ist, dass man so viel ausprobieren kann“_ Benni Troi che Projekte mit zu viel Aufwand verbunden wären. Jetzt habe ich einfach drauflosprobiert – die Hemmschwelle ist viel niedriger.
das wollen wir unbedingt veranstalten – insbesondere, nachdem wir das Sapperlot im letzten Jahr absagen mussten.
Haben Sie das Gefühl, dass die Menschen weniger empfänglich für virtuelle Inhalte sind als noch im März?
Wie soll das organisiert werden?
Heidi Troi: Ich merke, dass auf den sozialen Netzwerken weniger Menschen für kulturelle Inhalte erreichbar sind. Der jetzige Lockdown ist allerdings nicht so streng wie im März, die Leute verbringen ihre Zeit vielleicht lieber im Freien als vor dem Bildschirm. Wir haben manchmal darüber geredet, dass wir es schade finden, dass von der Theaterbranche nicht so viel kommt. Das könnte aber auch eine Reaktion darauf sein, dass das Publikum schwerer erreichbar ist. Benni Troi: Es ist schwierig, Inhalte zu pushen, wenn man sein Publikum nicht gut kennt. Wir haben „unsere“ TPZ-Kinder; sie motivieren uns, weiterzumachen. Einen öffentlichen Impro-Livestream
Heidi Troi: Wir wollen es in Salern in der Haushaltungsschule stattfinden lassen und haben drei Theatergruppen aus Israel, Rumänien und Russland eingeladen, die wir bereits kennen und bei denen wir uns sicher fühlen, dass so eine Veranstaltung auch unter Sicherheitsvorkehrungen stattfinden kann. Ob wir es dann wirklich durchziehen können und dürfen, bleibt aber abzuwarten.
anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
EIN MENSCH BRENNT von Nicol Ljubić Ein Gastspiel des Thalia Theaters, Hamburg
Mittwoch, 3. Februar 2021 BRIXEN, Forum Beginn: 20.00 Uhr Karten: Tel. 0471 313800 | info@kulturinstitut.org www.kulturinstitut.org
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17.12.2020 08:25:41
Kunst & Kultur
Schönheiten der Natur z Schönheiten der Natur stellt der Naturfotograf Georg Frener in seinem neuen Bildband „Emotionen“ vor; darin werden ausgewählte Lieblingsmotive aus der umfangreichen Fotosammlung des Vahrners abgebildet. „Ich habe mir mit diesem Bildband einen langgehegten Wunsch verwirklicht“, so der 65-jährige Fotograf. Auf stundenlanges Bearbeiten seiner
Bilder legt der pensionierte Förster keinen Wert: „Mir ist die Natur schön genug, deshalb verändere ich sie auf meinen Bildern nicht.“ Vögel, Blumen, Spinnen, Schmetterlinge, Wildtiere, Landschaften und Bergmotive in seiner ganzen Pracht haben es in den Bildband geschafft. Die Texte zu den Bildern verfasste Martin Schweiggl, der ehemalige Direktor des Amtes
Foto: Oskar Zingerle
FOTOGRAFIE
für Landschaftsökologie. Georg Frener hat bereits an mehreren Buchprojekten mitgewirkt. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich sowie auch direkt beim Fotografen (georg.frener@yahoo. it). eh
K&K BUCH
Die Farbe der Liebe z Vor kurzem ist das zweite Fabelbuch aus der Feder der Brixner Autorin Kathrin Gschleier und der Journalistin Tiziana Campagnoli erschienen. „Ich bin rot“ folgt damit dem ersten Büchlein „Ich bin blau“ aus der Serie „Tiere aus aller Welt“, illustriert von Claudio Olivotto. Im zweisprachigen Buchprojekt „Ich bin rot – Io sono rosso“ hat jede Autorin sechs Fabeln in ihrer jeweiligen Sprache geschrieben, die dann in einer deutschen und einer italienischen Ausgabe erhältlich sind. „Wie in jeder Fabel nehmen die Tiere menschliche Eigenschaften an,
kurz
notiert
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um auf unterhaltsame Weise zwischenmenschliche Beziehungen darzustellen“, erklären die Autorinnen. Die Protagonisten führen uns in die Welt der Gefühle und des Lebens, die Begegnung mit den „roten“ Tieren ermöglicht dem Leser, wundersame Arten von Liebe kennenzulernen. Geschrieben wurden die Geschichten vorwiegend während des Lockdowns im Frühling mit der Intention, Achtsamkeit und Liebe zur Natur zu wecken. Sie erzählen unter anderem von der schlauen Füchsin Klaudia oder dem roten Seepferdchen Thea, das, von
Die heurige Weihnachtskarte der Raiffeisen Landesbank wurde von der Meraner Künstlerin Heidrun Widmoser gestaltet. Als Motiv wurde ein Detail einer Schneelandschaft gewählt, in Bezugnahme zur Lyrik des 19. Jahrhunderts, wo erstmals Schnee und Weihnachtszeit verquickt wurden.
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
einer unbestimmten Sehnsucht erfüllt, eine Reise nach Venedig unternimmt. „Tiere, die man im Verlauf eines Abenteuers kennen
und lieben lernt, will man unwillkürlich auch beschützen“, ist Kathrin Geschleier überzeugt. ird
Im Dezember vor 30 Jahren kam die erste Produktion des bekannten Kostümbildner-Paares Sieglinde Michaeler und Walter Granuzzo auf die Bühne. Mittlerweile haben sie 258 Premieren im In- und Ausland gefeiert und sind auch bei internationalen Filmproduktionen gern gebuchte Mitarbeiter.
Die Preisverleihung zur ersten Ausgabe des vom Zentrum Narrativ initiierten Literaturwettbewerbs „Ex Libris“ im Rahmen der „Tage des Buches“ im April wurde am 18. Dezember am Domplatz nachgeholt. Der erste Preis für den deutschen Text ging an Eva Kofler, für den italienischen an Matteo Puntel.
NACHGEFRAGT
„Wir sind bereit für das nächste Jahr“ Frau Kuen, Sie und Ihr Team haben ein Jahr lang an der Umsetzung der Lichtshow „Liora“ getüftelt – und jetzt kam doch die Absage. Enttäuscht? Da „Liora“ im Freien hätte gespielt werden sollen, haben wir bis zum Schluss gehofft, dass wir am Ende doch noch das Licht anknipsen dürfen. Sicher hat uns dieser Optimismus auch geholfen, nicht locker zu lassen und dieses aufwändige Projekt abzuschließen. So ist es jetzt bereit, die Hofburg das nächste Jahr zum Klingen und Strahlen zu bringen. In der Zwischenzeit erfreuen wir uns am virtuellen Teaser.
Sie haben für die Show das Drehbuch geschrieben. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, und was ist die Kernaussage von „Liora“? Wir wollten eine Geschichte erzählen, die berührt, belebt und zum Staunen bringt und in unserer Seele etwas anklingen lässt. Wir sind ja in diesem Jahr ziemlich durchgeschüttelt worden und sehnen uns alle nach einem fliegenden Teppich, um aus dem düsteren Hier und Jetzt zu entfliehen. Liora gelingt das mit Monsieur Ticktacks Hilfe. Sie begibt sich mit dem seltsamen Kauz aus der alten Uhr auf eine fantastische Reise und lernt, dem
Fluss der Zeit zu vertrauen. Am Ende gelangt sie zur ersehnten Erfüllung.
Foto: Oskar Zingerle
EVA KUEN, Schauspielerin und Regisseurin, über das Drehbuch zu „Liora“ – und eine berührende Geschichte, die erst zu Weihnachten 2021 in der Brixner Hofburg zur Aufführung gebracht wird.
Damit die Vorfreude auf nächstes Jahr geweckt wird, hat Ihr Team gemeinsam den Song „Allein im All“ ins Netz gestellt. Wird es noch mehr herzerwärmende Lieder geben? Oh ja, Stephen Lloyd hat wieder großartige Musik komponiert, und Arno Dejaco hat wunderschöne poetische Texte geschrieben. Ich glaube, man wird Weihnachten 2021 mit tollen Ohrwürmern nach Hause gehen. Irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Kunst & Kultur
Foto: Gustav Willeit
KUNST
z Zwei Kunstaktionen beenden die kuratorische Tätigkeit von Karin Pernegger in der Brix-
ner StadtGalerie. Acht heimische Künstler haben für acht lokale Betriebe künstlerisch wertvolle
Schmerzvoller Ausklang Einkaufstaschen gestaltet, um das Miteinander von kulturellem und wirtschaftlichen Leben zum Ausdruck zu bringen. „Ziel der Förderaktion der Gemeinde war es, Kunst und Kultur sichtbar zu machen, um in diesen Zeiten Zusammenhalt zu signalisieren“, bekräftigt Kulturstadträtin Monika Leitner. Die letzte Ausstellung „Il dolore del presente“ spürt noch einmal den schmerzlichen Spuren der Pandemie nach mit all den verheerenden gesellschaftlichen Konsequenzen. Der von bergmeisterwolf entwickelte „Kunstwerfer“ fungiert als mobile Wunderkammer und wurde mit einer Installation von Peter Senoners Mini-Monomom bestückt, der sich wie ein Lichtstrahl auf seine Umgebung projiziert. Eine
Struktur aus Wachswaben von Josef Rainer ist in der Apotheke Peer zu bewundern, und Hans Knapp hängt eine rote Fahne in den Ausstellungsraum, wo mit weißer Farbe „Ich bin ganz ruhig“ aufgemalt ist. Die Signalfarbe Rot signalisiert Aufmerksamkeit und unterstützt das Paradoxon der Aussage, die mit einer zweiten Fahne „… aber so einfach ist es nicht immer“ auf den derzeit nicht möglichen Dialog zwischen Kunst und Betrachter verweist. Die Ausstellung ist als virtueller Rundgang über die Homepage des Südtiroler Künstlerbundes zu besichtigen, die Editionen der Einkaufstaschen über den dortigen Onlineshop zu erwerben. ird
Foto: Matthias Gasser
KUNST
Weihnachtszauber z Brixen ohne Weihnachtsmarkt, ohne Light Show? Eine Weihnacht ohne Rummel, ohne Touristen? Nicht ganz! Trotz vieler Absagen will die Stadt nicht vor dem Virus kapitulieren und ein wenig weihnachtliche Atmosphäre in die Altstadt zaubern. Bewohner der Seeburg haben den beliebten Adventskalender am Domplatz gestaltet, wo vier Fackeln auf dem Blumenbeet den Adventskranz symbolisieren und an den Samstagen Märchen über Lautsprecher von Brixner Schauspielern gelesen werden. Vom 13. Dezember bis 6. Januar streuen 13 Künstler mit der „Via Illuminiativa“ hoff-
nungsvoll leuchtende Spots in die Altsstadt (siehe eigenen Bericht). Außergewöhnliche Krippen darf man nicht nur in der Hofburg, sondern auch in Schaukästen unter den Lauben und in Schaufenstern bewundern. Unzählige weihnachtlich dekorierte Tannenbäumchen schmücken die Altstadt und säumen den Weg zum frühmorgendlichen Rorate-Besuch im Dom. Einige Traditionen will man auch aufleben lassen: So wurden am 4. Dezember Barbarazweige verteilt, die Segen in die Familien bringen sollen, wenn sie am Heiligen Abend erblühen. Am 21. Dezember werden schlussendlich
tausend köstliche Zelten an die Besucher der Altstadt verteilt. ird
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RÄGE
Mit Licht Hoffnung schenken z Seit 13. Dezember und noch bis zum 6. Jänner erleuchten 13 Kunstinstallationen die Brixner Altstadt. Im Parcours „Via Illuminativa“ werden Kunstwerke mit dem urbanen Raum vermischt, treten in den Dialog mit der Umgebung. Die zum Teil eigens für die Ausstellung entstandenen Werke wollen durch ihre ungewohnte Positionierung eine neue Perspektive auf das architektonische Ensemble der Stadt und Themen der heutigen Zeit werfen. Entstanden ist die „Via Illuminativa“ als gemeinsames Projekt der 14
Künstler Umberto Cavenago, Hannes Egger, Silvia Hell, Lazar Lyutakov, Christian Martinelli, Gabriela Oberkofler, Ali Paloma & Hartwig Thaler, Sandro Porcu, Josef Rainer, Thomas Sterna, Thomas Thiede und Slaven Tolj. Die Idee zur „Via Illuminativa“ entstand während des ersten Lockdowns im Frühling. Die Künstler wollen das besondere Jahr 2020 mit einem Fest des Lichtes beenden, mit dem Kunstparcours Hoffnung schenken und wie ein Leuchtturm durch den Winter und in ein neues Jahr leiten. av
MUSIK
Neues von Jimi Henndreck
z Die Lüsner Band Jimi Henndreck hat vor kurzem einen neuen Song veröffentlicht: Knapp zwei Jahre nach ihrem Debüt mit „Nairobi“ zieht es die vier Musiker dieses Mal in die Mongolei. „Im Song geht es darum, dass wir der Digitalisierung entfliehen und deshalb in die Mongolei ziehen wollen“, erklärt Marcel Gritsch, der unter anderem in der Band für den E-Bass zuständig ist. Im unverkennbaren Lissna Dialekt und begleitet von der Steirischen bleiben Manuel Hinteregger, Martin Malfertheiner, Michael Hinteregger
und Marcel Gritsch ihrem Stil treu, den sie „Progressiv-psychedelische Stubenmusik“ nennen. Im nächsten Jahr will sich die Band noch intensiver mit ihrer Musik beschäftigen: „Vielleicht schaut ja ein Album dabei raus – und wenn möglich, wollen wir auch endlich auf die Bühne zurückkehren. Wir können es kaum erwarten“, so Gritsch. Das Musikvideo wurde teils in Lüsen, teils in Völs gedreht. „Mongolei“ ist auf allen Streamingportalen zu finden; das Video gibt es auch im digitalen „Brixner“. av
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Fit und beweglich ein ganz heitliches Körpertraining* Mi. 20.01.21 | 08.45-09.45 Uhr 12 Treffen | jeweils Mi. Brixen, VHS Zweigstelle, PeterMayr-Straße 9, Seminarraum 1
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THEATER
z Hanno ist zehn, als in seinem Elternhaus ein besonderer Untermieter einzieht: Hartmut Gründler ist Idealist, Atomkraftgegner, Polit-
kämpfer. Wie weit er dabei gehen wird, ahnt niemand. Während Hannos Vater die Bemühungen seines Untermieters belächelt
oder entnervt abtut, gerät seine Mutter immer mehr in dessen Bann und beginnt, ihn zu unterstützen: Gemeinsam schreiben Foto: Krafft Angerer
Kunst & Kultur
Ein Mensch brennt sie Protestbriefe und verteilen Flugblätter auf Demos. Hanno erlebt, wie die Ehe seiner Eltern unter dem ideologischen Fremdgehen leidet und schließlich zerbricht. Heute, als Erwachsener, will Hanno verstehen, wie seine Familie an einem Weltverbesserer zugrunde gehen konnte. Das Stück „Ein Mensch brennt“ geht von einer wahren Geschichte aus: Mitten in Hamburg verbrannte sich 1977 Hartmut Gründler aus Protest gegen die Atompolitik selbst. Der Autor Nicol Ljubic´ zeichnet das Porträt einer bürgerlichen Familie in den Siebzigerjahren. Das Thalia Theater in Hamburg hat Ljubic´ s Roman für die Bühne angepasst und zeigt seine Inszenierung auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts am Mittwoch, 3. Februar, um 20 Uhr im Forum Brixen – sofern die Corona-Bestimmungen es zulassen (Infos: www.kulturinstitut. org). Die Veranstaltung wird von Auto Brenner unterstützt. wv
NEU IM REGAL Throwback Rückblende MUSIK
z Sich an alte Zeiten besinnen, sie Revue passieren lassen und in Erinnerungen schwelgen – das macht der Singer-Songwriter Max von Milland in seinem neuen Song. „Des Oanzige“, so nennt sich die neue Singleauskoppelung, was uns insbesondere in Krisenzeiten bleibt, sind nämlich Erinnerungen. Es geht im Song um Freundschaften, um Blutsbrüderschaft und um Musik, die doch wohl bei jedem von uns gute oder weniger gute Erinnerungen wachruft. Das Video zum neuen Song wurde auf dem Chiemsee in Bayern gedreht – in den frühen Morgenstunden. Auch Videos und Fotos aus dem persönlichen Foto38
album von Max Hilpold sind im Video zu sehen. „Des Oanzige“ ist nach „Über‘n Berg“ und „Dahoam (Wo es seids)“ der dritte Vorgeschmack auf das neue Album, das der Künstler im Frühjahr 2021 veröffentlichen wird. Geplant ist auch eine Südtirol-Tour im November 2021 – mit Stopp in Brixen: Nach sieben Jahren wird Max am 13. November im Astra auf der Bühne stehen. Tickets für die Konzerte sind auf www.maxvonmilland. com erhältlich. Die neuen Songs hingegen können auf allen gängigen Streamingportalen angehört werden, das Video gibt es auch im digitalen „Brixner“. eh
Maria Magdalena, von allen Marlene genannt, ist tot. Zu Tode gekommen durch die Hand eines Dritten. Josef von Sand, Marlenes Zwillingsbruder, berichtet in seinem Buch „Maria Magdalena – vom Leben und Sterben meiner Schwester“ von quälenden Fragen, tiefem Schmerz und einer kräftezehrenden Zeit. Was ist wirklich passiert? War es ein Unfall oder ein Gewaltverbrechen? Der Autor erzählt aus der Sicht der Angehörigen. Sie haben einen geliebten Menschen verloren und leiden zudem unter Gerüchten und der Berichterstattung mancher Medien. Doch dieser Abschnitt macht nur einen Teil des Buches aus. Josef von Sand zeichnet vielmehr in Rückblenden und im Austausch mit Familienmitgliedern und Freunden den Lebensweg seiner Schwester nach. Er erzählt von der Kindheit, von Marlenes Ehe und der Geburt des Wunschkindes. Immer wieder betont er die Kraft und die
Maria Magdalena. Vom Leben und Sterben meiner Schwester. Josef von Sand, Sand in Taufers 2020, Verlag 1460
Lebensfreude seiner Schwester, die sie Hindernisse meistern ließ – bis Selbstzweifel, Alkohol und Medikamente in ihrem Leben Oberhand gewannen. Marlene bewältigte Entziehungskuren und erlebte Rückfälle; dunkle Jahre, durch die sie sich zurück in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben gekämpft hatte.
Foto: Kerstin Schomburg
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THEATER
„Der Sohn“ mit Herbert Knaup in Brixen z Nicolas war immer ein fröhlicher Junge. Nun fühlt er sich nutzlos und überfordert, schwänzt die Schule, gefährdet sein Abitur. Alles ist ihm zu viel: das Erwachsenwerden, das Gymnasium und die Trennung der Eltern. Die Mutter fühlt sich überfordert, der Vater, der neu geheiratet hat und gerade noch einmal Papa geworden ist, übernimmt die Erziehung seines Sohnes. Doch damit wird das Leben für Nicolas nicht einfacher – im Gegenteil! Der sonst als Komödienspezialist bekannte französische Autor Florian Zeller widmet sich im Stück „Der Sohn“ dem Thema Depression in einer temporeichen Szenenfolge mit messerscharfen Dialogen, berührend
und tragikomisch. Am Ende bietet er zwei Varianten an, wie die Geschichte ausgehen könnte. Die deutschsprachige Erstaufführung des Stückes am Hamburger St.-Pauli-Theater mit Herbert Knaup („Die Kanzlei“), Dennis Svensson und Johanna Christine Gehlen in den Hauptrollen wurde zum Hit. Das Südtiroler Kulturinstitut holt sie am Donnerstag, 21. Jänner, nach Brixen ins Forum – sofern die Corona-Bestimmungen es zulassen. Beginn ist, wie gewohnt, um 20 Uhr. Aktuelle Infos und Karten im Südtiroler Kulturinstitut unter Telefon 0471 313800; www. kulturinstitut. org. Die Veranstaltung wird von Azimut unterstützt. wv
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Foto: Manuel Kottersteger
Freizeit & Sport GEFRAGTE ALTERNATIVEN: Wer jetzt Wintersport im Freien betreiben will, muss die Skier inzwischen im Keller lassen, hat aber viele andere Mรถglichkeiten 40
WINTERLICHE FREIZEITMÖGLICHKEITEN IN CORONA-ZEITEN
Wintersport – quo vadis?
Traumhafte Schneeverhältnisse, die Winterlandschaft kitschig schön: Urlaub zuhause ist angesagt. Doch was tun, wenn Rodelbahnen, Skipisten und Aufstiegsanlagen geschlossen sind?
D
as erste Dezemberwochenende hat unsere Stadt und ihre Umgebung in winterliches Weiß getaucht, und viele haben ihre Skier oder ihre Rodel früher als sonst auf den ersten Einsatz vorbereitet. Die aktuelle Gesetzgebung zur Bekämpfung der Corona-Verbreitung machte aber leider einen dicken Strich durch die Rechnung der Wintersportler. Die Schließung der Skigebiete bis 7. Jänner trifft dabei nicht nur die klassischen Skifahrer. Auch Rodelpisten, Wanderwege und Pistenskitouren „leiden“ unter den drastischen Einschränkungen.
Plose. Aber aufgepasst, denn auch vertraute Winterwanderwege sind heuer „covid-infiziert“. Wer in den Weihnachtsferien zum Beispiel die kulinarischen Angebote auf der Rossalm genießen will, darf sich dorthin keinen regelmäßig geräumten Weg erwarten. Offiziell sind nämlich nicht nur Skipisten geschlossen, sondern auch Rodelpisten und Wanderwege. Wer sich trotzdem dort bewegt, tut dies auf eigenes Risiko. Und dieses ist zum Teil nicht zu unterschätzen; man denke nur an die Schneekanonen, die zur Zeit auf der Plose-Rodelbahn stehen.
Wanderwege ohne Ende. Doch
Rodeln wie anno dazumal. Zur
kostenlosen Rodelpartie für Jedermann lädt da schon eher die Spilucker Naturrodelbahn ein. 3,5 Kilometer, nicht zu steil und nicht zu schwierig, locken ab Mitte Dezember zu einem Erlebnis wie
online anmelden (www.vahrn.eu) und darf dann zwischen 9 und 19 Uhr kostenlos für 1,5 Stunden aufs Eis – bis 14 Jahren nur mit Helm. Schlittschuhe sind selbst mitzubringen. Der Eislaufplatz bei der Kneippanlage, geführt von der Sektion Eisstockschießen des Vahrner Sportvereins, kann hingegen ganz spontan besucht werden.
Stadt in Winterruhe. In der Bischofsstadt selbst genießt der Domplatz ungewohnte Weihnachtsruhe. Mit dem Weihnachtsmarkt ist auch der kleine Eislaufplatz ausgeblieben und wird diesen Winter dort nicht für sportliche Abwechslung sorgen. Dafür lässt sich die Stadt ab dem späten Nachmittag mit der „Via Illuminativa“ in ungewohnter „Erleuchtung“ erleben. 13 Künstler wollen mit ihren lichtbringenden
Foto: Thomas Grüner
warum das Kind gleich mit dem Bade ausschütten? Bei näherem Hinsehen findet sich vieles, was Frau, Mann oder Familie unternehmen kann, um die winterliche Luft, den Schnee und das meist herrliche Corona-Wetter zu genießen. Zu kürzeren oder längeren Spaziergängen kann man direkt von der Stadt aus aufbrechen, zu beiden Talseiten und in alle Himmelsrichtungen. Ob auf dem sonnenverwöhnten Kastanienweg, den fleißige Wegewarte bereits kurz nach den heftigen Schneefällen Anfang Dezember von Ästen und Bäumen befreiten, auf der Karlspromenade, den vielen Wegen Richtung Neustift, Raas, Natz oder St. Andrä – es gibt im Brixner Raum unzählige Möglichkeiten zur Bewegung in der freien Natur. Wer eine kurze Autofahrt in Kauf nehmen will, wandert zur Abwechslung in der Umgebung der Stadt. Von Mühlbach nach Spinges, auf weißen Wegen in Lüsen oder in Villnöss, auf der Villanderer oder der Rodenecker Alm oder dem Brixner Hausberg, der
in guten alten Zeiten. Die Anfahrt bis zum Gostnerhof und einem hoffentlich noch freien Parkplatz muss man allerdings in Kauf nehmen, die Rodel ist selbst mitzubringen. So wie auch in Schalders, wo die etwas anspruchsvollere Rodelbahn bei Redaktionsschluss noch nicht einsatzbereit war. Überhaupt scheint die Nachbargemeinde Vahrn bezüglich Wintersport die Nase zumindest bis Anfang Jänner vorn zu haben. Zwei Eislaufplätze sind Treffpunkt für Jung und Alt: Während die Kinder auf dem Kunsteisplatz hinter dem Haus Voitsberg oder dem Natureislaufplatz bei der Kneippanlage ihre Runden drehen, plaudern Eltern und Großeltern daneben über Gott, die Welt und Corona – allerdings meist in umgekehrter Reihenfolge. Zum Eislaufen mitten im Dorf (Voitsberg) muss man sich heuer allerdings
Beim Schneeschuhwandern auf der Plose kann man die Natur in vollen Zügen genießen 41
Freizeit & Sport In der Brixner Umgebung gibt es genügend gespurte Loipen zum Langlaufen, etwa auf der Rodenecker Alm Installationen an verschiedenen Positionen das besondere Jahr 2020 mit einem Fest des Lichts ausklingen und 2021 hoffnungsvoll beginnen lassen.
Ungebremste Schneeleidenschaft. Während geschlossene
Skigebiete, abendliche Zwangsruhe in Restaurants und Bars große Teile Südtirols beinahe in eine Art Winterschlaf versetzen, scheinen manche Bereiche lockdown-resistent zu sein. Skipistensperre hin oder her, lassen sich Pistentourengeher von ihrer Leidenschaft
SCHÖNE FEIERTAGE UND EINEN GUTEN START INS 2021. BUONE FESTE E FELICE ANNO NUOVO. FALLER ALFRED & HARALD + TEAM
nicht abbringen und gehen oder laufen, unbeeindruckt aller Verbote, munter die gesperrten Pisten hoch. Skipistenbetreiber, Bergretter und Vertreter des Alpenvereins mahnen jedoch unisono davor, leere Pisten als Exklusivrouten zu betrachten, denn nicht frei-
gegebene Strecken kommen einem freien Gelände gleich, sind nicht lawinengesichert und haben sozusagen Baustellenstatus, auf denen Schneekatzen unterwegs sind oder Drahtseile für deren Sicherung gespannt sein können. Die Tatsache, dass geöffnete Berggasthäuser Wanderer, Rodler, Schneeschuhwanderer und Pistentourengeher nach oben locken, setzt die Skigebiete zusätzlich unter Druck. Warum dann nicht gleich einige Pisten und Rodelwege freigeben? Die Antwort findet sich schnell in den vielen gesetzlichen Auflagen und den damit verbundenen Kosten. Alessandro Marzola als Verantwortlicher der Plose Ski AG beziffert diese für sein Gebiet beispielsweise mit fünfstelligen Summen und verweist darauf, dass es für die wenigen Wochen bis Anfang Jänner genügend sichere und offene Wege und Routen für Skitouren und Schneewanderungen gibt.
Coronafreie Loipen. Die ein-
geschworensten Alpinskifahrer gedulden sich wohl oder übel bis zum 7. Jänner, einige aufgeschlossene versuchen sich derweilen im Langlaufen. Tummeln sich
Das Bewährte erhalten und das Neue versuchen darin sehen wir den Erfolg unserer bisherigen Zusammenarbeit, für die wir uns herzlich bedanken möchten und Ihnen zugleich ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen!
DES ALFRED U. HARALD FALLER Alaska Kühlung GmbH - Konrad-Lechner-Straße 7 - Vahrn - Tel.: 0472 201 226 - info@alaska-kuehlung.it
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Foto: Oskar Zingerle
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Genüssliche Winterwanderungen sind vielerorts möglich, etwa hier auf der Spinger Alm im Skigebiet Jochtal bereits seit Jahren immer mehr Menschen auf den Loipen unserer Umgebung, so dürften sich in diesem Winter wohl einige Neulinge auf den schmalen Kufen versuchen. Vals, Ridnaun, Pfitsch, Rodenecker Alm, Würzjoch, das Hochpustertal, die Seiser Alm und das Lavazeijoch sind passionierten Skatern und „Klassischen“ längst ein Begriff. Sie sind zudem von frühen Schneefällen gesegnet und von den coronabedingten Einschränkungen verschont geblieben. Debütanten sollten sich allerdings vorab informieren, welche Ansprüche die Loipen stellen und ob die nötige Ausrüstung ausgeliehen werden kann.
Ungewiss wie das Wetter. Sogar
der Alpenverein, der normalerweise über alle aktuellen Angebote für Pistentouren auf seiner Website informiert, kann vorläufig nicht mit konkreten Tipps weiterhelfen, appelliert jedoch an alle Tourengeher und Schneeschuhwanderer, die Grundregeln dieser Wintersportarten nicht aus den Augen zu verlieren: Abgesehen von der Ausrüstung, die nicht nur modisch, sondern vor allem sicherheitstechnisch vollständig sein soll, sind ausreichende konditionelle und fahrtechnische Fähigkeiten unverzichtbar für einen genussvollen und sicheren Ausflug in die weiße Natur. Lawinenreporte gilt es gleichermaßen zu beachten wie die spezifischen Gegebenheiten vor Ort. Den Rückzug antreten zu müssen gehört für verantwortungsvolle Tourengeher ab und zu sozusagen zum Programm. Und angesichts der Vielfalt unserer Bergwelt gibt es kaum Tage, an denen Outdoorfreaks wirklich zum Hausarrest verdammt sind.
Das Gebot der Stunde. In die-
selbe Kerbe schlägt auch die Bergrettung Südtirol. Nach den Erfahrungen aus der Zeit nach
dem Lockdown im Frühjahr ist man auf einiges gefasst, denn es mussten gar einige Ausflügler von ihren Bergsteigerambitionen sprichwörtlich auf den Boden der realen Möglichkeiten zurückgeholt werden. Trotzdem: Als leidenschaftliche Naturliebhaber freuen sich die Bergretter, dass durch Corona viele neu oder wieder die Bewegung in der Natur für sich entdeckt haben. Ihr Aufruf gilt in diesen Tagen vor allem der Rücksicht – der Rücksicht aufeinander, wenn zum Beispiel mehrere Skitourengruppen denselben Aufstieg machen, der Rücksicht auf das Wild, das, durch den Tiefschnee geschwächt, durch die Menschen aufgeschreckt wird, und der Rücksicht auf die Bewohner unserer Berggegenden, deren Zufahrten an manchen Tagen von wild parkenden Autos versperrt werden.
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Digital am Start Mehr denn je muss man sich in Corona-Zeiten ständig „updaten“, um zu wissen, wo man wie was darf. Dies gilt auch für den Wintersport, und bereits bei der Herausgabe dieser Ausgabe sind einige unserer Informationen vielleicht schon obsolet. Wir möchten deshalb auf die einschlägigen Quellen verweisen, zum Beislpiel auf die Website des Alpenvereins Südtirol und der verschiedenen Berghütten, die Brixner Tourismusgenossenschaft (www.brixen.org/ winter, Tel. 0472 275252) und die Auskunftsstellen der verschiedenen Wintersportangebote.
Wir danken unseren Kunden für ihr Vertrauen und wünschen allen ein gutes und gesundes neues Jahr!
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Freizeit & Sport
BRIXEN/PLOSE
Auf dem Bürstling Der Brixner Historiker Hans Fink hat 1982 in der Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde „Der Schlern“ einen Bericht über die Anfänge des Wintersportes in Brixen veröffentlicht. Darin beschreibt er, wie es dazu kam, dass die Plose zu einem Skigebiet wurde.
I
m inneren Tal Afers, zwischen der Großen Pfannspitze (2.547 m) und der Streusiedlung „im Raita“ einerseits als den Gewässern „Rebalb-Bach“ und „SchnatzBach“, breitet sich eine sonnige waldumrandete Weide- bzw. Wiesenlandschaft hin, im bäuerlichen Mund noch heute genannt „afn Bürstling“. Der Flurname Bürstling kommt im deutschsprachigen westlichen Alpenland für trockene und von der borstigkurzen Pflanze Bürstling (Nardus stricta) bewachsene Almen öfter vor, indes sich im Osten dafür gelegentlich auch die Bezeichnung „im Eggimar“ aufspüren läßt. Die „Übersetzung“ unserer Aferer Almgegend in italienisch „Prati piristi“, wie
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sie C. Battisti und nach ihm in Karten verwendet wird, ist wohl aus der Luft gegriffen bzw. ganz einfach vom gadertalischen Hofund Bachnamen Piristi entlehnt worden. Karl Finsterwalder läßt dieses ladinische Piristi ein verballhorntes deutsches „Pirchstein“ sein, das mit unserem Bürstling wahrlich nichts zu tun hat.
Erste Schritte zur Erschließung. Der Bürstling (1.870–1.950 m) in Afers war seinerzeit im Besitz von 13 verschiedenen Aferer Bauern und galt trotz seiner ca. 17 bis 18 Hektar als nicht besonders wertvoll. Um so verständlicher ist es, daß es dem „Nössing-Bauern“ Burger von Neustift gelingen
konnte, im Laufe eines einzigen Sommersonntages von 1912 beim Wirt in Afers dieses Areal käuflich zu erwerben. Hinter Burger standen der Brixner Bäckermeister und Gastwirt Franz Strasser und der Kassendirektor Kade. Mit diesem Ankauf war ein wesentlicher Schritt zur Erschließung des Plose Skigebietes getan, wenn auch der eigentliche Anfang schon um 37 Jahre zurücklag. Das war die offizielle Gründung der Sektion Brixen des Alpenvereins vom 4. Dezember 1875 gewesen. Diesem Gründungsakt war am 24. Mai 1884 die Beschlußfassung gefolgt, auf der Plose eine Unterkunftshütte zu bauen. Der Plan nahm Formen an, und schon drei
Jahre später, am 7. September 1887, fand im Beisein vieler Bergfreunde und unter Mitwirkung der Brixner Bürgerkapelle die Einweihung und Eröffnung der Plosehütte (2.447 m) statt. Eine erste Vergrößerung erfuhr sie im Jahr 1907. Leider erfolgte nach dem unglücklichen Ausgang des Ersten Weltkrieges schon um 1923 die behördliche Auflösung des Alpenvereins und damit auch die Beschlagnahme der Hütte. Sie wurde dem Club Alpino Italiano (CAI) überlassen, in dessen Hände sie noch heute ist. So förderlich die Errichtung der Plosehütte und die damit zusammenhängende Markierung der Wege bzw. die Einstellung eines
Die alte Brixner Skihütte (erbaut 1923, erweitert 1925, abgebrannt am 23. August 1958) auf 1.911 m Seehöhe mit Skifahrern vor dem Haus und auf der Veranda
autorisierten Bergführers auch waren, hatte damals die Landschaft oberhalb der Bauernhöfe von winterlichen Besuchern noch eine heilige Ruhe. Sicher pflegten die Bauern schon seit eh und je, ihr Heu winters mit dem Schlitten von der Alm heimzufahren, von einem Wintersport nach unseren Vorstellungen wußte man aber noch nichts, abgesehen freilich vom Rodeln, Eislaufen, Eisschießen oder Pferdeschlittenrennen in tieferen Lagen. Selbst das bäuerliche „Haarlangreiten“ war mehr als Brauch denn als Sport zu werten. (Anm. d. Red.: Am Neujahrstag war es Brauch, dass die jungen Leute eine lange Schlittenfahrt unternahmen, die oft in die Almregionen ausgedehnt wurde. Je weiter diese Fahrt ging, um so länger sollte „der Haar“, ortsübliche Bezeichnung für Flachs, im kommenden Jahr gedeihen. Denn lang und fein gewachsener Flachs war die Grundlage zur Herstellung schönen Bauernleinens). So schwer es nun sein mag, den ersten Skifahrer unseres Landes ausfindig zu machen, ist uns immerhin einer der bahnbrechenden Pioniere bekannt, wenn auch nur für den weiteren Raum Brixen. Um seine Tätigkeit bzw. die Anfänge und weitere
Entwicklung des Skisportes fester ins Auge fassen zu können, wird es gut sein, weiter auszuholen.
Der „Tschaföger“. In der ersten
Hälfte des 17. Jahrhunderts lebte beim „Fröller“ am Rutzenberg über St. Andrä/Brixen ein arbeitsscheuer Mann, der verdächtigt wurde, einer der engsten Mitarbeiter des Pfeffersberger Hexenmeisters Mathias (Matthäus) Perger, genannt „Lauterfresser“, zu sein. Dieser Komplize scheint sich Gasser geschrieben zu haben. Neben ungewöhnlichen anderen „Fähigkeiten“ war er imstand, mitten im Sommer Schneefälle herbeizuzaubern. Zudem besaß er eine aus Menschenknochen angefertigte primitive Rodel, die ihn – über Hilfe des Teufels – winters und sommers bergauf und begab beförderte. Einfache, eben nur aus seiner Sitzfläche und den Führungen zu den Kufen bestehende Rodeln nennt man um Brixen noch heute „Tschafögen“. Dem zitierten Gasser hat sein Fahrzeug jedenfalls zum Übernamen „Tschaföger“ verholfen. Ihm oder seinen Spuren will man im Gebiet von Afers und Villnöß noch in unserem Jahrhundert begegnet sein. So zum Beispiel der alte
Egeter-Thomas von Afers, als er es im schneereichen Winter 1906 fertiggebracht hat, allein und unter unsagbaren Schwierigkeiten den Heuweg zum Almgebiet und zum „Halsl“ (1.886 m) aufzutun. Die Gegend galt als unheimlich, weil der Teufel in der Gestalt eines Ungetüms eine aus Enneberg rührende Magd aus der Hütte der Alm „Schatzwallin“ in Gunggán verschleppt hatte. Zudem soll er es versucht haben, sich in der Gegend dauernd niederzulassen, hatte er ja die „Veltierer Wiese“ bereits zu einem Ackerfeld umgepflügt. Dies will man noch heute aus schollenartigen Hügelchen erkennen. In dieser einsamen Winterlandschaft ist der Egeter-Thomas im Jänner 1906 auf die Spuren des „Tschaföger“ gestoßen, nämlich auf zwei parallel laufende Schleifspuren im frischen Schnee. Tritte von Mensch oder Zugvieh waren nicht vorhanden, folglich konnte es sich nur um die Rodelspuren des „Tschaföger“ handeln. Als der gute Thomas am Sonntag auf der Aferer Kirchgasse von seinem Erlebnis berichtete, verlegten sich die Bauern zwar auf ein kopfschüttelndes Schmunzeln, eine Lösung des Rätsels vermochten sie aber auch nicht zu finden.
Zum Glück gab sich eine solche schon nach kurzer Zeit.
Butter für Skipioniere. In Wirk-
lichkeit hatte der gute Thomas die Spuren eines ersten waghalsigen Skifahrers gesehen. Es waren die des Brixner Kaufmanns und Bergsteigers Sepp Kahl. Sepp Kahl hatte als aktiver Landesschütze bei einem Wintermanöver von 1905 auf der Festung Heidegg in Sexten das Skifahren erlernt, um dann als Führer einer Patrouille das ganze Gebiet vom Helm bis zur Plätzwiese per Ski zu durchwandern. Daß man sich damals der primitiven „Bilgeri“-Bindung und nur eines einzigen Stockes bediente, ist bekannt. Vom Militärdienst beurlaubt, kehrte Kahl 1906 nach Brixen zurück, natürlich nun mit „Brettln“ ausgerüstet. Nach dem ersten ergiebigen Schneefall wagte er sich – zuerst allein – mit seinen Skiern ins hintere Aferer Tal. Bald darauf begleitete ihn sein Bruder Franz, bis es dann schön langsam gelang, eine kleine Schar von jungen Bergfreunden für den Skisport zu begeistern. Mit Rucksack und in einfachster Ausrüstung machte man sich schon im folgenden Winter von Brixen auf, um nach vierstündigem Fußmarsch über 45
Fotos: Südtiroler Landesarchiv
Freizeit & Sport
Afers und den Bürstling das Guflan-Egg, die Hofer Gampen und das Pikölberer Jöchl zu erreichen. Hier am Südhang des Großen Gablers (2.547 m) richtete man in einer Almhütte eine erste Unterkunft ein. Es war dies die Hütte des Pikölberer Bauern in Afers, und man gab der noch erhaltenen Behausung den kühnen Namen „Skihütte“. Unter dem Namen „Alte Skihütte“ ist sie übrigens noch heute bekannt. Von dieser Zwischenstation aus unternahm man in der Folge Exkursionen, die über die Gunggàn-Wiesen und das 2.006 Meter hohe Würzjoch bis zum ladinischen Dorf Untermoj (1.514 m) führten. Am 15. September 1907 erfolgte die Gründung der TurnerBergsteiger-Riege des Turnvereins Brixen. Somit erfuhr das Plosegebiet einen erfreulichen Zuwachs von sowohl sommerlichen als winterlichen Besuchern. Wohl betrachteten die konservativen Aferer Bauern das „narrische Getue“ der Stadtler mit schrägen Augen, doch gelang es dem SchatzerBauern namens Nußbaumer, die Bedenken der ärgsten Gegner zu zerstreuen, indem er sie darauf aufmerksam machte, man könnte
Bereits 1923 wurde ein kleiner Betrieb, der sich anfänglich „Brixner Skihütte“ nannte, eröffnet die Brixner „Brettlrutscher“ eigentlich mit dem Aufmachen des stets tief verschneiten Heuweges zur Hinteralm beauftragen. Diese Arbeit übernahmen die jungen Sportler gern, denn einerseits war so das Eis zwischen den Bauern und den „Hearrischen“ gebrochen, zum anderen gab es für die geleistete Arbeit jedesmal zwei Kilo Butter!
Mittlerweile hatte Benjamin Vallazza als autorisierter Bergführer des Alpenvereins und zusätzlicher Pächter der Plosehütte bzw. späterer Gründer von „Kreuztal“ auf eigene Kosten ein Drahtseil von der Gablerscharte bis zur Spitze gezogen, wodurch sich nun eine ungefährliche Begehung des bislang etwas ausgesetzten Wegstückes ergab. Dieses Seil ist während des Krieges von Unvernünftigen gestohlen worden, doch hat man es später durch ein neues ersetzt. Trotz allem: Der Weg von Brixen bis zum Bürstling, zur Alten Skihütte oder eben der Plose war immer noch der gleiche lange und mühsame; verständlich also, daß der Ruf nach einer Fahrgelegenheit immer lauter wurde. Im Zusammenhang mit der Erbauung des geplanten Lungensanatoriums in Palmschoß (1.730 m) hatte man schon um 1910 mit dem Bau der sogenannten Kunststraße von Brixen über St. Andrä (960 m) ins Aferer Tal begonnen. Zufolge des 1914 ausgebrochenen Krieges blieb das Unternehmen unvollendet, bis sich schließlich die österreichische Militärverwaltung einsetzte und so die Straße zuerst bis Afers (1.505 m) und 1915 bis Palmschoß zu Ende geführt werden konnte. Und in der Tat kam schon damals eine von privater Hand geführte Busverbindung bis Palmschoß zustande, und zwar dreimal am Tag und ganzjährig, wie es in einem Prospekt heißt.
Die neue Skihütte. Wie eingangs erwähnt, waren schon drei Jahre vor der Fertigstellung der Straße die Brixner Franz Strasser, Direktor Kade und der „Nössing“ von 46
Neustift in den Besitz des Areals Bürstling gelangt. Der Plan, hier oben eine Baulichkeit aufzuführen, war längst gefaßt, konnte aber zufolge des immer weiter um sich greifenden Krieges 1914–1918 nicht in die Tat umgesetzt werden. Im Jahr 1919 schieden dann Herr Kade und der „Nössing“ als Mitbesitzer aus, und Sepp Kahl übernahm ihre Anteile. Somit war Kahl mit Strasser zum Besitzer des Bürstlings geworden, was gleichzeitig bedeuten sollte, daß sich etwas rührte. Bereits 1923 konnte dann ein kleiner Betrieb, der sich anfänglich „Brixner Skihütte“ nannte, eröffnet werden. Unter Druck der faschistischen Machthaber mußte das Unternehmen dann auf „Rifugio Plancios Dolomiti“ umbenannt werden. Zufolge des guten Zuspruches war schon nach zwei Jahren eine Vergrößerung des Häuschens notwendig geworden. Gleichzeitig setzte man in der Person des Wastl Oberhofer einen Skilehrer ein, desgleichen einen Hausmeister namens Hans Unterberger, der Oberhofer an Können kaum nachstand. Unterberger verstand es zudem, das vielen Brixnern in Erinnerung gebliebene „Hansl-Skiwachs“ herzustellen, das mittlerweile freilich überholt ist. In den 1930er Jahren setzte bereits ein Zustrom von ausländischen Gästen ein, der sich zusehends steigerte, sodaß man an den Bau einer Dependance schritt. Durch Düngung des Bodens und eine vom Schnatzbach herangeführte Bewässerungsanlage wurden aus dem trockenen Bürstling Wiesen. Folglich entstanden auch Scheune und Stallung. Nach dem Vorbild der hochgelegenen Vin-
info Zum Autor Hans Fink (1912–2003) war ein Brixner Volkskundler, Mundartdichter, Radiojournalist und Gastwirt. Ab 1953 erforschte er verstärkt die Geschichte und Volkskunde Südtirols, war Herausgeber von Sagenbüchern und Volkserzählungen und veröffentlichte Mundartgedichte. 1955 entdeckte er den „Menhir von Tötschling“ am Pfeffersberg.
ist die Skihütte dann in Pacht ausgegeben worden. Sicher entsprachen die Baulichkeiten, an denen öfter herumgeflickt worden war, längst nicht mehr den Ansprüchen der Zeit. Der Gedanke, die ganze Anlage durch einen Neubau zu ersetzen, bot sich immer wieder an. Das Schicksal hat dem Besitzer diese schwere Sorge abgenommen, wenn auch in einer reichlich rauhen und unerwarteten Weise: Am 23. August 1958 brach im Hause Feuer aus, das im vielen Holz reichlich Nahrung fand, so daß der Bau in kurzer Zeit in Glut und Asche fiel. Im Jahr 1959 ist der ganze Bürstling samt Ruine und den übrigen Baulichkeiten an den Brixner Kaufmann Josef Ladurner übergegangen. Damit ist das Kapitel „Alte Skihütte Brixen“ abgeschlossen. Sepp Kahl ist 1972, fast 90-jährig, in Brixen gestorben. Wer heute den einstigen Bürstling aufsucht, einerlei ob er sich mit dem Auto dorthin begibt oder nach Benützung der Seilbahn Brixen-Kreuztal über den schönen Höhenweg hinwandert, findet viel Neues vor. Ein Linienbus der SAD sorgt für die Verbindung zu Tal, ein moderner Sessellift liefert die Freunde des weißen Sportes zur Großen Pfannspitz. Es fehlt keineswegs an idealen Spazierwegen, stillen Almwiesen und herrlichen Zirmbeständen. Es sind auch die Verbindungsstraßen – von Palmschoß ausgehend – nach Kreuztal-Plose, Villnöß, Lüsen und ins Gadertal (Brixner Dolomitenstraße) zustande gekommen, und die Zacken der Geisler (3.025 m), Ruefen (2.652 m) und des wuchtigen Peitlerkofels (2.874 m) stehen dem alten „Bürstling“ nach wie vor treu zur Wache. Hans Fink Leserbriefe an: echo@brixner.info Entnommen aus: „Der Schlern“, Monatszeitschrift für Südtiroler Landeskunde, 56. Jg., 1982, S. 62–66.
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schgauer Höfe entstand sogar ein Erdäpfelacker. Der Ertrag war trotz der hohen Lage (ca. 1.875 m) zufriedenstellend. Bis etwa 1935 führte nun mit Sepp Kahl Emil Strasser, ein Sohn des Franz, den zusehends anwachsenden Betrieb. 1936 belief sich die Zahl der Hausgäste (ohne die Einheimischen) auf 2.071, um 1937 waren es bereits 5.693, um 1938 sogar 6.998. Um diese Zeit schied Franz Strasser aus und wanderte dann mit Kriegsbeginn nach Österreich ab. Somit war Sepp Kahl zum Alleinbesitzer der Skihütte geworden. Freilich sank 1939 mit dem Polenfeldzug die Zahl der Hausgäste rapid auf nur noch 3.293 ab. Eine der lohnendsten Skiabfahrten war und wäre auch heute noch die vom Großen Gabler. Da der Anstieg aber viel Anstrengung erfordert, fand man es für gut, oben am Kamm eine kleine Hütte mit einem Ofen aufzustellen, so daß die Möglichkeit zu Rast und Schutz vor dem Wind geboten war. Rohlinge haben während des 2. Weltkrieges alles zerstört, doch hat der Wintersportverein Brixen nach 1945 wieder ein Hüttlein errichtet. Die Wirtschaft in der Skihütte führte von Kriegsende durch ganze 11 Jahre (1945–1956) Hans Tinkhauser als Schwiegersohn des Sepp Kahl. In diese Zeit fiel auch der Bau der modernen Teerstraße von Palmschoß zum Bürstling (1953–1955). Die Weiterführung über die Hinteralm zum Halsl und ins Gadertal blieb leider in den ersten Anfängen stecken. Den Erfordernissen des sich rasant entwickelnden Skisportes entsprechend, ist es im Bürstling um 1950 zum Bau eines ersten, 600 Meter langen Skiliftes gekommen – eine Einrichtung, die den Ansprüchen leider nicht gerecht zu werden vermochte. Ähnlich verhielt es sich auch mit einem eigenen kleinen E-Werk. Ab 1956
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Freizeit & Sport
Foto: Oskar Zingerle
SKISPORT
Arbeitslose Skilehrer z Rund 35 Skilehrer der Skischule Plose sind normalerweise ab Anfang Dezember damit beschäftigt, Gästen und Einheimischen das Skifahren beizubringen. Heuer ist aber alles anders: Die Skilifte sollen erst am 7. Januar öffnen; bis dahin sind die Skilehrer arbeitslos. „Sie dürfen zwar ihren Beruf ausüben, können dabei aber keinen Lift benützen – ein Paradoxon!“,
sagt Claudio Zorzi, Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer. „Die allermeisten Skilehrer sind Freiberufler; der Ausfall von rund vier Wochen bedeutet eine Umsatzeinbuße von 30 bis 40 Prozent – das ist happig! Wir versuchen derzeit, Ausgleichsbeiträge zu fordern – es ist aber leider kein einfaches Unterfangen“, so Zorzi. Er blickt dem 7. Januar
hoffnungsvoll entgegen: „Auch wenn dann keine oder nur wenige Gäste kommen sollten, müssen wir kreativ sein und mehr mit den Einheimischen, mit Kindern oder auch mit Schulklassen arbeiten.“ eh
F&S Freizeit & Sport SKISPORT
Training erlaubt z Nur wenige hatten heuer das Privileg, sich noch vor Weihnachten die Skier anschnallen zu dürfen – zum Beispiel die Mitglieder der Trainingsgruppen der Skiclubs WSV, Fana und des Trainingszentrums Eisacktal und Jochtal/ Gitschberg. Skigebiete durften für diese Trainingsgruppen auch bereits öffnen. Stefan Gasser, Leiter der Sektion Ski im WSV, bestätigt, dass einige seiner Schützlinge bereits die ersten Schwünge im Schnee absolvierten: „Wir sind am 8. Dezember mit den Skitrainings gestartet. Trainieren dürfen FISI-tesserierte Athleten, die nach
kurz
notiert
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2014 geboren sind.“ Da im Eisacktal Anfang Dezember noch kein Skigebiet seine Lifte in Betrieb genommen hat (die Plose bietet vor der geplanten Öffnung am 7. Januar keine Trainingspisten an), mussten die Gruppen ins Pustertal ausweichen – Gsies beispielsweise oder Klausberg. „Man musste sich anmelden und erhielt ein Zeitfenster“, so Gasser. Während des Trainings müssen die Kinder und Jugendlichen keine Maske tragen, im Bus allerdings schon: Der WSV Brixen hat zwei Kleinbusse mit je neun Plätzen zur Verfügung, transportiert wer-
Im Zentrum von Vahrn wird auch heuer wieder ein Eislaufplatz aufgebaut. Genutzt werden kann er täglich von 9 bis 19 Uhr. Heuer ist allerdings eine Reservierung notwendig. Weitere Infos dazu gibt es auf der Facebookseite „Vahrn Info online“.
den dürfen aber maximal vier Schützlinge pro Auto, das vom Trainer gelenkt werden muss. „Einige Eltern bringen ihre Kinder direkt zu den Skiliften, dürfen selbst aber nicht skifahren.“ Auch Rennen stehen in der heurigen
Saison auf dem Programm: Der nationale Skiverband FISI hat den Rennkalender präsentiert, der sich im Umfang nicht wesentlich von anderen Jahren unterscheidet. eh
Im Tennisballon des Tennisvereins Brixen Bressanone dürfen FIT-tesserierte Spieler wieder trainieren. Zulässig sind nur Einzel- und keine Doppelmatches. Auch die Umkleidekabinen samt Duschen dürfen nicht benutzt werden. Der Platz muss in der Tennisbar oder online vorgemerkt werden.
Die Brixnerin Laura Letrari ist am Coronavirus erkrankt und hatte mit Symptomen wie hohem Fieber und Atemschwierigkeiten zu kämpfen. Die Profi-Schwimmerin verpasste aufgrund der Quarantäne nun die Italienmeisterschaften, die Mitte Dezember in Riccione stattfanden.
NACHGEFRAGT
„Werde über den Dingen stehen“ RALF DEJACO, frischernannter Ehrenpräsident des italienischen Handballverbandes (FIGH), über diese Ehre, die ihm zuteil wurde – und die Aufgaben, die diese Position mit sich bringt. zungen eingeladen, habe einen Sitz mit Stimme. Das ist mir nicht so wichtig; ich werde keinesfalls ins tägliche Geschehen eingreifen. Eher sehe ich mich als Berater, der über den Dingen steht, in Streitfällen vermittelt. Wenn ich gefragt werde, gebe ich Ratschläge. Ich habe mir ein internationales Netzwerk im Handballsektor aufgebaut, bin auch Ehrenmitglied des europäischen Verbandes. Deshalb kann ich mich, wenn nötig, für Italien einsetzen.
… und was tut ein Vermittler? Ich bin zu allen offiziellen Veranstaltungen und Vorstandssit-
Das Olympische Komitee Italiens (CONI), dessen Mitglied auch der Handballverband ist, leidet immer wieder unter zu viel poli-
tischem Einfluss. Wie sehen Sie das? Ich bin gegen politischen Einfluss in sportlichen Gremien. Das Olympische Komitee war in den Achtzigerjahren sehr stark politisch beeinflusst; immer wieder standen ihm Politiker als Präsidenten vor. In den Neunzigerjahren, als ich Präsident des FIGH war, hat sich das geändert. Plötzlich wurden Sportler oder Techniker zu Präsidenten gewählt. Derzeit befindet man sich in einer Schwebeposition: Die Verbände sind nicht ganz einflussfrei, aber wieder auf einem guten Weg
Foto: Oskar Zingerle
Herr Dejaco, Sie wurden zum ersten Ehrenpräsidenten der FIGH ernannt. Was bedeutet das? Es freut mich sehr. Die Ernennung kam einigermaßen überraschend. Ich wusste, dass ich im Gespräch war, aber die Opposition wollte gegen mich stimmen. Ich nahm deshalb nicht persönlich an der Sitzung teil. Nach einigen Diskussionen stimmte man doch für mich – wahrscheinlich, weil ich als guter Vermittler gelte.
evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
SCHWIMMEN
Endlich wieder im Wasser z Nach fünfwöchiger Zwangspause durfte die erste Mannschaft des Brixner Schwimmclubs Anfang Dezember wieder ins Wasser und wagte sich trotz kurzer Trainingsphase beim traditionellen Bozner Swimmeeting an den Start. Die Freude über die Rückkehr ins geliebte Nass schien die 16 Athleten, zwischen 13 und 19 Jahre alt, zu beflügeln. Persönliche Bestzeiten wurden reihenweise verbessert, einige Vereinsrekorde neu definiert. Tommaso Bortoli holte sich in seiner Altersklasse (Jahrgang 2005) souverän vier Einzelsiege über 50 und 100 Meter Kraul sowie 50 und 100 Meter Rücken. Dena Bacher (2007) landete über 50 und 100 Meter Delfin auf dem zweiten sowie über 100 Meter Kraul
auf dem dritten Rang. Karolina Seeber (2005) holte sich das gesamte Medaillenset, mit Gold über 50 Meter Brust, Silber über 50 Meter Delfin und Bronze über 100 Meter Delfin. Das internationale Bozner Swimmeeting hatte covidbedingt die Austragung vom geplanten Termin im November auf Dezember verschieben müssen. Zwar schmückte man sich heuer nicht mit internationalen Topstars, doch die teilnehmenden Mannschaften aus dem Trentino und Südtirol genossen die publikumslose WettkampfAtmosphäre trotz allem. Zum Stammpersonal gehört in Bozen als Speaker übrigens auch der Brixner Trainer und ExSchwimmer Matthias Dalfovo.
Wir wünschen unseren Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern frohe Festtage und ein erfolgreiches neues Jahr 2021!
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Wirtschaft & Umwelt
WIE FUNKTIONIERT DER WINTERDIENST IN BRIXEN?
Dem Schnee zum Trotz
Der ungewöhnlich starke Schneefall Anfang Dezember brachte den Winterdienst und Freiwillige teilweise an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Der „Brixner“ hat Gemeindevertreter, Verantwortliche und Freiwillige zu der Extremsituation befragt und dabei auch herausgefunden, wie der Winterdienst in der Gemeinde grundsätzlich organisiert ist.
H
aben Sie am 3. Dezember zufällig versucht, den Schnee aus Ihrer Einfahrt zu schaufeln? War gar nicht so einfach, oder? Am Vortag hatte es für Brixen ungewöhnlich heftig geschneit. Entsprechend groß muss das Arbeitspensum für den Winterdienst in den Folgetagen gewesen sein. Der „Brixner“ wollte wissen, wie man im Ge-
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meindegebiet mit einer solchen Situation umgeht, welche Herausforderungen die Verantwortlichen meistern müssen – und welche Verbesserungsvorschläge sie haben.
Elf Zonen für Brixen. Für den
Winterdienst ist die Gemeinde Brixen in elf Zonen aufgeteilt: Brixen Stadt, Kranebitt-Elvas,
Milland-Köstlan, Rosslauf, Pfeffersberg-Untereben, Albeins-Sarns, Mellaun-Klerant, St. Andrä-Rutzenberg- Mairdorf, St. Leonhard-Karnol, Afers (Golleregg) und Afers Dorf sowie Hinterafers. Während das Amt für Instandhaltung und Bauhof für das Stadtgebiet sowie die zwei Hauptstraßen in Rosslauf und Milland zuständig ist, werden die weiteren zehn Zonen an exter-
ne Dienstleister durch öffentliche Ausschreibungen vergeben. Auf politischer Ebene ist Stadträtin Bettina Kerer für das Stadtgebiet und Stadtrat Peter Natter für die Fraktionen zuständig.
Die Aufgaben. Tobias Prosch
ist als Dienststellenleiter im Amt für Instandhaltung und Bauhof unter anderem für die Schnee-
Foto: FF Brixen
IM DAUEREINSATZ: Der ungewöhnlich starke Schneefall von Anfang Dezember verlangte dem Winterdienst und der Freiwilligen Feuerwehr einiges ab
räumung in der Stadt Brixen als Koordinator tätig. Er erklärt dem „Brixner“, dass neben der klassischen Aufgabe der Schneeräumung der Winterdienst auch dann zum Einsatz kommt, wenn die Straßen vereisen. „In Brixen haben wir normalerweise eher ein Problem mit Glätte als mit Schnee“, so Prosch. Bei Blitzeis muss der Winterdienst reagieren, und zwar schnell, denn es kann sehr plötzlich auftreten. Wenn der Winterdienst zu langsam reagiert, kann es bereits zu einem Unfall gekommen sein. Gewappnet sind
Schnitt pro Winter etwa 500 Tonnen Streusalz und zwischen 1.000 und 1.500 Kubikmeter Streusplit. Der Schneeräumungsdienst ist außerdem für alle öffentlichen Straßen verantwortlich – für die privaten aber nicht. Prosch appelliert hier an die Bevölkerung: „Viele räumen den Schnee von ihrem Privatgrundstück auf die öffentliche Straße – in der Hoffnung, dass der Winterdienst diesen dann beseitigt. Das erschwert unsere Arbeit.“ Vor den Geschäften in der Innenstadt sind die Kaufleute zuständig – zumindest für einen 1,5
Streuer ausgestattet sind, und ein kleineres Kommunalfahrzeug, das hauptsächlich in der Innenstadt verwendet wird, um in den dort engeren Gassen manövrieren zu können. Außerdem verfügt das Amt über drei Gehsteigräumgeräte, die mit ihrer Breite von etwa einem Meter sehr wendig sind. Auch sie sind mit einem Pflug und mit Streuer ausgestattet. „Kleinere oder verwinkelte Stellen, also Treppen oder Engstellen, sind von der Maschine nicht machbar und müssen deshalb händisch erledigt werden“, erklärt Prosch.
welcher Ausrüstung sie im Einsatz sind. Es gilt, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um dann so schnell wie möglich mit den Räumungsarbeiten zu beginnen, damit die Bevölkerung sich sicher und frei bewegen kann. Dann beginnt die Arbeit: das Stadtgebiet ist dabei in verschiedene Räumungszonen eingeteilt: „Wir wissen genau, welches Schneeräumgerät welche Strecke zu fahren hat. Das hilft uns dabei, effizienter zu arbeiten; keine Straße wird so vergessen oder doppelt befahren, und jeder
„Am Ende mussten wir jeden Gehsteig händisch mit der Fräse und mit Pickeln vom Schnee befreien, was den Prozess natürlich zusätzlich verlangsamte“_ Tobias Prosch, Dienstellenleiter Amt für Instandhaltung und Bauhof die Mitarbeiter des Winterdienstes sowohl für Schnee als auch für Eis mit Streusplit und Streusalz. Der Unterschied ist, dass das Salz den Schnee auflöst, während der Streusplit mehr Halt auf den Straßen gibt. Split wirkt außerdem sofort, während Salz etwas Zeit braucht, dafür aber längerfristig wirksamer ist. Laut Prosch braucht der Winterdienst in Brixen im
Meter breiten Streifen vor ihrem Geschäft. „Hier hat die Koordinierung dank Stadträtin Bettina Kerer sehr gut funktioniert“, sagt Prosch.
Die Ausrüstung. Für das Stadtge-
biet ist das Amt für Instandhaltung und Bauhof laut Prosch folgendermaßen ausgestattet: Es gibt zwei LKW, die vorne mit einem Schneepflug, hinten mit einem
Das Team. Der Winterdienst wird
in einem Wochenturnus von Freitag bis Donnerstag organisiert. „In einem normalen Winter sind etwa sechs Mitarbeiter pro Woche eingeteilt.“ Für jeden Turnus wird laut Prosch ein Koordinator ernannt, der dafür verantwortlich ist, den Startschuss für den Einsatz zu geben und zu entscheiden, wie viele Arbeitskräfte und mit
Mitarbeiter weiß genau, wohin er fahren muss.“ Außerdem wird so alles genau dokumentiert, denn Prosch musste sich bereits vor der einen oder anderen Klage rechtfertigen, wenn es zu Personenschäden aufgrund von Glatteis oder Schneefall kam. Priorisierungen finden während der Schneeräumung nicht statt. „Uns sind alle Zonen gleich 51
Zusammenspiel vieler Akteure. Neben der Gemeinde kann die Freiwillige Feuerwehr durch Alarmierungen zum Einsatz kommen, sobald die Lage etwas kritischer wird. „Wir haben in Brixen viele ältere Bäume, die unter Schneelast leicht brechen. Das fällt in unser Einsatzgebiet“, erklärt Robert Burchia, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Brixen. Ein Hilfsmittel des Winterdienstes ist die Wettervorhersage. Durch sie wird es möglich, bereits im Vorfeld Vorbereitungen zu treffen, falls nötig. Beispielsweise kann der Turnus von normalerweise sechs Personen erweitert werden. So geschehen auch vor einigen Wochen: „Im Hinblick auf die Situation Anfang Dezember hatten wir bereits vor Anfang des Schneefalls das Doppelte an Personal eingeteilt. Am Ende arbeiteten zwischen 18 und 23 Mitarbeiter rund um die Uhr.“ Das bedeutet, dass hinsichtlich der großen
Schneefälle bereits knapp das Vierfache der Mitarbeiter im Einsatz war – und das allein für das Stadtgebiet Brixen.
Organisatorische Mammutaufgabe. Auch die Freiwillige
Feuerwehr war am ersten Dezemberwochenende sehr beschäftigt: Insgesamt war sie mit etwa 40 Mann an 100 Einsätzen in der Gemeinde und den Fraktionen in Aktion. Neben einem Verkehrsunfall mussten auch Personen, die aufgrund der gestoppten Bahnverbindungen am Bahnhof Brixen feststeckten, gemeinsam mit dem Weißen Kreuz versorgt werden. „Wir haben ihnen Decken und etwas Warmes zu essen und zu trinken gebracht – das war leider alles, was wir in diesem Moment für sie tun konnten. Sie verbrachten die Nacht am Bahnhof, der zum Glück beheizt ist“, so Burchia. Warum war der Schneefall an diesem Wochenende eine so große Herausforderung? Burchia und Prosch sind sich einig, dass das große Gewicht des Schnees die Hauptrolle spielte. Der schwere Schnee drückt auf die Bäume, die dem Gewicht nicht standhalten können und einzubrechen drohen. Für die Freiwillige Feuerwehr gab es viel zu tun: „Der Schneefall Anfang Dezember war eine
Ausnahmesituation. Wir waren ständig im Einsatz und mussten einige Dächer absichern, damit der Schnee dort nicht abrutscht. Außerdem drohten Bäume im gesamten Gemeindegebiet abzubrechen – viele Straßen mussten deshalb gesperrt werden. Das Risiko, dass Äste abbrechen, war zu hoch. In so einer Situation ist ein Einsatz zu riskant, und wir mussten gleichzeitig sichergehen, dass sich Passanten nicht in Gefahrenzonen begeben. Erst am Sonntag, als sich der Schneefall langsam beruhigte, konnten wir mit den eigentlichen Aufräumarbeiten beginnen“, erzählt Burchia. Ebenso wie für die Feuerwehr bedeutete diese Situation auch Verzögerungen für Tobias Prosch und sein Team. „Wir haben von der Feuerwehr Bescheid bekommen, dass bestimmte Zonen gemieden werden müssen, weil das Risiko zu hoch gewesen wäre. Man konnte in der Nacht auf Sonntag deshalb die Gehsteige, die von Bäumen umzäunt waren, nicht mehr räumen.“ Die eigentlichen Schneeräumungsarbeiten konnten also erst beginnen, als die Lage als relativ sicher galt. Dann lag es an den Verantwortlichen, heruntergefallene Äste zu beseitigen, auch solche, die lose waren und sich in den Bäumen verhangen hatten,
und zum Bauhof zu transportieren. Insgesamt mussten laut Angaben der Gemeinde etwa 60 Kubikmeter Äste abtransportiert werden. Gleichzeitig mussten die Schneeräumungsarbeiten beginnen, und das möglichst schnell, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Erschwerte Bedingungen. „Wir
mussten die verlorene Zeit aufholen. Am Sonntag verwandelte sich der Schnee in Regen, was den Schnee noch einmal schwerer machte. Das war ein großes Problem. Unsere Gehsteigräumgeräte, die eher schmal und leicht sind, waren nicht mehr in der Lage, diese Schneemassen zu entfernen“, erzählt Prosch. „Am Ende mussten wir jeden Gehsteig händisch mit der Fräse und mit Pickeln vom Schnee befreien, was den Prozess natürlich zusätzlich verlangsamte.“ Er betont aber auch, dass „die Straßen sehr schnell wieder gut befahrbar waren.“ Auch von politischer Seite ist man sich der erschwerten Bedingungen bewusst: „Die Sicherheit der Arbeiter muss die absolute Priorität sein“, so Bettina Kerer. Die Mitarbeiter des Winterdienstes kämen in so einer Situation an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. „Im Nachhinein ist es einfach zu sagen, dass man sich hätte Foto: FF Brixen
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wichtig“, erklärt Prosch. „Wir beginnen unsere Routen natürlich vom Bauhof aus und arbeiten uns dann von Süden nach Norden.“ Fixe Arbeitszeiten gibt es in einer solchen Phase nicht: Die Mitarbeiter des Schneeräumungsdienstes sind rund um die Uhr unterwegs, einige übernachten sogar im Bauhof auf Matratzen.
Viele Bäume konnten dem Gewicht des Schnees nicht standhalten 52
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Tobias Prosch: „Es braucht etwas Eigenverantwortung der Bevölkerung“ besser vorbereiten können. Aber auf Extremsituationen wie diese kann man sich nicht optimal vorbereiten. Ich bin sehr stolz auf unser Team, die wahnsinnig viel gearbeitet und die Situation gut gemeistert haben“, so Kerer. Dabei ist das Stadtgebiet noch sehr glimpflich davongekommen, wenn man sich in den Fraktionen umschaut. Straßen waren hier teilweise für mehrere Tage gesperrt, einige Haushalte kurzzeitig ohne Strom. Laut Peter Natter haben die Schneeräumungsdienste in den einzelnen Fraktionen sehr gut auf diese Ausnahmesituation reagiert: „Besonders beeindruckt hat mich das gute Zusammenspiel zwischen den Winterdiensten, der Freiwilligen Feuerwehr und allen weiteren Freiwilligen. Wir können uns glücklich schätzen, dass alle angepackt haben und wir dieses Ereignis trotz der besonderen Umstände gut meistern konnten.“ Kritik gab es in einigen sozialen Medien trotzdem zu lesen: So hatte insbesondere die Situation an einer Schule kurzzeitig für Aufregung gesorgt. Tobias Prosch erklärt, dass die Schulen an Wochenenden nicht geräumt werden, sondern so, dass sie auf Montagmorgen schneefrei seien. Er betont, dass man angesichts der geschilderten Lage nicht überall rechtzeitig räumen konnte. „Wir können aber in solchen Momenten schnell reagieren und eingreifen; innerhalb einer Stunde ist so eine Situation normalerweise erledigt“, so Prosch. Trotzdem erklärt Prosch: „Es gibt immer Verbesse-
rungspotential. Wir haben gelernt, dass wir die Mitarbeiter während eines so großen Einsatzes gar nicht mehr nach Hause schicken, sondern noch mehr Matratzen aufstellen müssen – einige konnten den Dienst nämlich nicht mehr antreten, weil die Straßen gesperrt waren.“ Außerdem soll die Ausrüstung noch ausgeweitet werden, damit Brixen in Zukunft besser auf Ausnahmefälle vorbereitet ist: „Die ungewöhnlich starken Schneefälle der letzten Jahre haben gezeigt, dass wir uns hier noch verbessern können. Deshalb kaufen wir drei zusätzliche Schneefräsen an, um in Zukunft noch schneller reagieren zu können.“
Eigenverantwortung. In einer
Extremsituation wie dieser sei es laut aller Befragten auch sehr wichtig, dass die Bevölkerung etwas Eigenverantwortung an den Tag lege. Auch Prosch bittet um Verständnis: „Wir sind rund um die Uhr unterwegs, um eine möglichst schnelle Räumung zu gewährleisten. Genauso, wie es seine Zeit braucht, dass der Schnee fällt, braucht man auch etwas Zeit, um ihn zu beseitigen.“ Sein persönlicher Wunsch wäre, dass in Extremsituationen wie diesen nur jene Leute auf den Straßen unterwegs sind, die unbedingt müssen; das würde die Arbeit noch einmal erleichtern.
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Eingebremste Reisefreude
Flugbegleiterin Neda Peer: „Ich bin optimistisch, dass bald wieder mehr gereist wird“
A
ll jene, deren Profession das Reisen ist, spüren auch hierzulande die Folgen der Corona-Pandemie. Neda Peer aus Mühlbach ist als Flugbegleiterin bei Austrian Airlines in Wien stationiert und pendelt normalerweise regelmäßig zwischen Südtirol und dem Flughafen Wien-Schwechat, um von dort in alle Welt zu starten: „Ich vermisse das Reisen und Unterwegssein wahnsinnig“, sagt sie sichtlich bewegt. „Vorgestern ging es für mich von Wien
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nach Sofia und Stuttgart, gestern hatte ich Bereitschaft. Aber die Flüge auf der Langstrecke, die mir besonders Freude bereiten, fallen für mich derzeit völlig aus.“ Statt zu Traumzielen wie Mauritius, Shanghai oder Bangkok mit ausgebuchten Fliegern geht es für sie derzeit also nur sporadisch auf kurze Europastrecken. Dazu kommt, dass das Arbeiten völlig anders geworden ist: Der Kontakt zu den Passagieren wurde deutlich vermindert, ebenso die
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Foto: Oskar Zingerle
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Corona trifft das Tourismusland Südtirol derzeit schwer. Aber auch umgekehrt zeigt sich: Die einst so reisefreudigen Brixner stornieren ihren Urlaub, Dienstreisen werden durch Videokonferenzen ersetzt. Und Südtirols Airbus-Botschafter ist in Tallinn eingemottet.
Marius Gebhard: „Die Wertigkeit des Reisens wird an Bedeutung gewinnen“ Bordverpflegung reduziert, und der Mund-Nasen-Schutz muss natürlich den ganzen Tag konsequent getragen werden. Ihre positive Einstellung lässt sie sich davon aber nicht nehmen, sicherlich auch dank ihrer inzwischen 20-jährigen Berufserfahrung: „Ich war schon immer ein sehr optimistischer Mensch – und in der Fliegerei sind Veränderungen und Umbrüche eher die Regel als die Ausnahme“, so die WahlMühlbacherin.
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Denn in einem ist sie sich ganz sicher: „Die Menschen wollen wieder reisen, es lässt sich nicht alles durch Videokonferenzen ersetzen.“ Erste positive Impulse nimmt sie bereits wahr. Die Buchungslage und die Auslastung der Flieger steigen zwar langsam, aber kontinuierlich an – gerade jetzt zum Jahresende.
Große Umsatzeinbrüche in der Reisebranche. Zurückhaltend
optimistisch ist dagegen Marius
Gebhard, Inhaber von „Mein Reisebüro“ in Milland, einem Franchise-Partnerbüro der Lufthansa City Center. Er berichtet von einer extrem herausfordernden Situation für praktisch alle Reisebüros in Südtirol: Noch immer seien sie mit Buchungsänderungen, Stornierungen und Verschiebungen beschäftigt – was viel Arbeit bereite, aber sicher keinen Umsatz bringe, ganz im Gegenteil. „Reisebüros haben in diesem Jahr Umsatzeinbußen von 80 bis 90 Prozent zu verkraften; auch unser Personal befindet sich in Kurzarbeit.“ Besonders beschäftigt ihn die Frage, wie lange hochqualifiziertes Personal in dieser Situation zu halten sein wird, denn genau die Mitarbeiter mit ihrem Fachwissen machen den Unterschied zu den anonymen Reiseportalen im Internet aus. Dennoch wagt auch er einen Ausblick auf das Reisejahr 2021: „Nachdem Reisen in den zurückliegenden Jahren schlicht zu billig geworden ist, wird dieses Thema und die Wertigkeit des Reisens in Zukunft an Bedeutung gewinnen, ebenso die Individualität und Nachhaltigkeit.“ Noch sei die Buchungslage verhalten, doch auch er glaubt an die Wiederkehr
Der Reisebranche macht die Corona-Pandemie schwer zu schaffen: Der Airbus mit dem Taufnamen „Südtirol“ steht derzeit in Tallinn der Reisefreude. Zugleich ist er davon überzeugt, dass viele Akteure weltweit nun den wahren Wert des Tourismus neu schätzen gelernt haben, denn schließlich ist dessen Wertschöpfungskette besonders lang und wirkt auch in Gegenden, die von anderen Branchen kaum profitieren, beispielsweise in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Südtirols „Botschafterin“: abgestellt. Also durchaus gemischte Gefühle, was das Reisen aus Brixner Sicht angeht. Auch zwei ganz besondere „Botschafterin-
nen“ für das Land Südtirol und für Brixens Partnerstadt Regensburg stehen derzeit – wie viele andere – sinnbildlich für die größte Krise des Tourismus überhaupt: Austrian Airlines betreibt seit 1996 einen Airbus mit dem Taufnamen „Südtirol“. In normalen Zeiten trägt er diesen Namen quer durch Europa, auf durchschnittlich fünf bis sechs Flügen pro Tag und mit jeweils etwa 200 Passagieren an Bord. Derzeit ist er am Flughafen der estnischen Hauptstadt Tallinn abgestellt. Ebenso ungewiss ist die Zukunft des einstigen „Papst-Flie-
gers“ der Lufthansa. Ihr A321 hört auf den Namen „Regensburg“ und hat Papst Benedikt gleich dreimal, nämlich in den Jahren 2005, 2006 und 2011, auf seinen Deutschlandbesuchen befördert. Noch immer weist eine Plakette in der Flugzeugkabine auf diese besonderen Flüge hin. Seit vielen Monaten fliegt auch dieser Airbus nicht mehr, sondern wartet eingemottet in Budapest auf bessere Zeiten – wie sie vermutlich viele von uns ebenfalls dringend nötig hätten. johanna.bampi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Neue Apfelsorten rund um Brixen Andere Sorten, neues Geschmackserlebnis: 2021 warten die Eisacktaler Apfelbauern mit neuen Clubäpfeln auf.
D
er Apfelanbau ist aus dem Eisacktal nicht mehr wegzudenken. Auf 632 Hektar wachsen von Klausen bis Mühlbach Apfelbäume verschiedenster Sorten, bewirtschaftet von den Mitgliedern der Brixner Obstgenossenschaft Melix. Nach der Ernte im vergangenen Herbst wurden einige Anlagen der Sorte Golden Delicious gerodet und an ihrer Stelle neue Bäume gepflanzt. Hier halten neue Clubäpfel Einzug. Neben dem Wandel im Konsumverhalten steht auch die Tatsache, dass die Apfelbäume hier in Südtirol nach etwa 30 Jahren an das Ende ihrer Nutzungszeit angelangt sind und neue Baumpflanzungen ohnehin notwendig werden. Die Entscheidung für die Apfelsorte ist für einen Familienbetrieb, der durchschnittlich nur wenige Hektar bewirtschaftet, im Hinblick auf die ökonomische Rentabilität von großer Bedeutung. Der Betrieb wird bei dieser
Entscheidung natürlich nicht allein gelassen. Doch dazu später mehr.
SweeTango™, envy® und yello®. Die neuen Clubsorten SweeTango™, envy®, yello®, Kanzi® und Pink Lady® bereichern das bestehende Angebot an Eisacktaler Äpfeln. Bisher wurde vor allem die Sorte Golden Delicious angebaut. Sie machte bei der Melix im Jahr 2020 rund 60 Prozent der Anlieferungsmenge aus – in absoluten Zahlen ausgedrückt: 19.300 von 32.200 Tonnen Äpfeln. An zweiter Stelle stand die Sorte Gala mit etwa 13 Prozent. Die restlichen 27 Prozent verteilten sich auf mehr als acht verschiedene Sorten. Von den gut 900.000 Tonnen an Äpfeln, die im Jahr 2020 in ganz Südtirol geerntet wurden, machten Clubsorten und andere neue Sorten knapp 50.000 Tonnen aus, also gerade einmal ein Achtzehntel der gesamten Produktion. Dieses Zahlenverhältnis deutet bereits
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Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Neben den Sorten Golden Delicious und Gala werden im Eisacktal auch die sogenannten Clubsorten angebaut 56
ein besonderes wirtschaftliches Merkmal der Clubäpfel an: ihre Anbaumenge ist reglementiert.
Was sind Clubäpfel? Clubäpfel
sind so genannte „gemanagte“ Sorten oder Vertragssorten. Johann Gasser, Obmann der Obstgenossenschaft Melix, weiß mehr dazu: „Der Anbau von Clubäpfeln wird international durch den jeweiligen Lizenzinhaber einer Sorte geregelt. Der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) kauft eine limitierte Baumanzahl einer Vertragssorte ein, die Apfelbauern im Land bewerben sich wiederum für den Anbau dieser Sorte. Pro Baum sowie pro geerntetem Kilogramm Äpfel fließen ‚royalties‘, also Lizenzgebühren, an den Lizenzinhaber. Dem Apfelbauern soll der Anbau eines Clubapfels durch die begrenzt ausgegebenen Lizenzen einen höheren Preis bringen.“ Neue Vertragssorten in Südtirol sind yello®, envy™ oder SweeTango™, bekannte und bereits etablierte hingegen Kanzi® oder Pink Lady®. Der Markenname eines Clubapfels deckt sich dabei nicht unbedingt mit dem Namen der Apfelsorte. Die Wahl auf bestimmte Apfelsorten fällt keinesfalls zufällig. Der VOG hat den internationalen Apfelmarkt fest im Blick, wenn er seine so genannte „Sortenstrategie 2025“ entwickelt, mit Lizenzgebern in Verhandlungen tritt und seinen Mitgliedern die Einführung neuer Sorten vorschlägt. Schließlich gilt es, Marktentwicklungen rechtzeitig zu analysieren und die Konkurrenzfähigkeit des Südtirolers und damit auch des Eisacktaler Apfels zu einem fairen Preis für alle Beteiligten zu erhalten. Schon heute ist absehbar: Südtirolweit wird im Zuge dieser Neuorientierung der Anteil des Golden Delicious von 25 auf 15 Prozent sinken. Die verschiedenen Märkte, auf denen Südtiroler Äpfel ab-
gesetzt werden, erfordern eine gewisse Sortendiversität, denn schließlich stellt der Konsument weltweit individuelle Ansprüche an das beliebte Tafelobst. Seine Kaufentscheidung wird vor allem von Geschmack, Farbe und Größe der Äpfel, aber auch von der so genannten „Markenführung“ bestimmt. Für die gesamte Südtiroler Obstwirtschaft – vom Apfelbauern über die Obstgenossenschaften bis hin zum Vermarkter – ist noch ein weiteres Kriterium von großer Bedeutung: Wie kommt der Apfel unversehrt zum Kunden? So ist gerade die Lager- und Transportfähigkeit für einen Apfel, der eben ganz anders als das Obst in den Privatgärten auch nach Monaten noch „erntefrisch“ sein soll, von Bedeutung.
Neue Kreuzungen, neue Geschmackserlebnisse. „Die neuen
Clubäpfel versprechen dem Konsumenten ein neues Geschmackserlebnis“, betont Johann Gasser. Er verweist auf den aufwändigen Kreuzungsprozess: „Im Schnitt sind etwa 10.000 Kreuzungen für eine tragfähige neue Sorte notwendig.“ Über das Südtiroler Sortenkonsortium und in Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg werden Neuzüchtungen aus aller Welt auf ihre Eignung für die spezifischen Südtiroler Anbaubedingungen hin getestet, um für die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen die geeignetsten Sorten zu finden. SweeTango™ beispielsweise ist vor allem für höhere Lagen geeignet und damit besonders für das Hochplateau von Natz-Schabs. envy™, yello® und Pink Lady® bevorzugen wärmere Lagen, Kanzi® wird hingegen im gesamten Eisacktal angebaut.
Neue Sorten, neue Herausforderungen. Mit dem Anbau eines Clubapfels erhofft sich der Apfelbauer einen höheren Preis. Zu diesem
Foto © Kerstin Schomburg
Foto: Helmuth Rier
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Johann Gasser, Obmann der Melix: „Der Apfelbauer bewirbt sich um die begrenzten Lizenzen der Clubsorten, damit sich der Preis erhöht“ Zweck wird die Anbaumenge vom Lizenzgeber limitiert und orientiert sich an der Nachfrage am Markt, um einem Überangebot vorzubeugen. Die Wahl der Anbausorte im Hinblick auf ihren Ertrag ist für jeden Betrieb wichtig. Eine neue Sorte birgt zunächst auch gewisse Unsicherheiten. Der Apfel ist ein Naturprodukt und verlangt je nach Sorte eine individuell abgestimmte Pflege. Dabei ist vor allem der Baumschnitt im Winter von entscheidender Bedeutung: Der korrekte Lichteinfall auf die zu erwartenden Früchte ist essenziell für den Wuchs- und Reifeprozess der Äpfel. Selbstverständlich bedeutet die Neuanlage einer Apfelplantage auch eine finanzielle Investition für den Apfelbauern. Bei Clubäpfeln werden etwa Hagelschutznetze vom Lizenzgeber vorgeschrieben. Um den Qualitätsanforderungen des Marktes und der Marke zu entsprechen, darf nur erstklassige Qualität unter dem Markennamen verkauft werden. Früchte, die den Qualitätsanforderungen nicht entsprechen, werden der industriellen Verarbeitung zugeführt. Für den Bauern heißt das aber einen deutlich niedrigeren Preis. Auch auf die Melix kommen, wie Johann Gasser unterstreicht, nicht unerhebliche Herausforderungen zu. Eine zentrale Aufgabe der Obstgenossenschaft ist es, das Obst in einwandfreier Qualität zum Konsumenten zu bringen. Liegen für altbekannte Sorten bereits genaue Erfahrungswerte zur Pflückreife oder zu den Lager- und Transportbedingungen vor, so gilt es, diese für die neuen Clubäpfel erst noch zu sammeln. Der Anbau verschiedener Sorten bringt dem Bauern indes eine gewisse Risikostreuung. Die unterschiedlichen Erntefenster der verschiedenen Sorten bedeuten, dass er mit weniger Erntehelfern
über einen längeren Zeitraum hinweg zwei oder mehrere Sorten ernten kann. Beschränkt er sich hingegen auf eine einzige Sorte, muss er in einem kurzen Zeitfenster eine große Zahl von Helfern beschäftigen. Auch die Anlieferungsspitzen bei der Melix werden dadurch über einen längeren Zeitraum gestreckt.
Äpfel für Genießer. Und was er-
wartet uns Konsumenten ab dem kommenden Jahr? Hannes Tauber aus Raas leitet die Marketingabteilung des VOG. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes selbst mit dem Apfel aufgewachsen, weiß um die herausfordernde Arbeit in den Wiesen und ist immer aufs Neue begeistert, wenn er vom Apfel erzählt. „Die neuen Clubsorten bringen neue Geschmackserlebnisse mit sich und verfügen über teils überraschende, geradezu exotische Geschmacksnoten. Der Apfel envy™ ist knackig und süß mit leichten Birnenaromen, der Apfel yello® besticht durch seine alabastergelbe Farbe und ein intensives Aroma mit Noten von Ananas und Zitrusschalen.“ Auch Tipps für die Verwendung dieser Äpfel kennt er bereits: envy™ eigne sich beispielsweise besonders zu gereiftem Käse, yello® für Salate. Ein neuer Clubapfel, der soeben erstmals im Eisacktal angepflanzt wurde, ist im Text noch nicht namentlich genannt. Dieser Apfel und damit sein Markenname, sein Geschmack und sein Aussehen werden im Laufe des Jahres den Konsumenten vorgestellt werden – natürlich in Abstimmung mit dem Lizenzgeber, der selbst in das Marketing und in die Kommunikation „seines“ Apfels involviert ist.
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Extravagant in die Zukunft Die Brixner Tourismusgenossenschaft mottet das bisherige Markenversprechen vom „doppelten Erlebnis“ ein und will nun die Stadt und seine Umgebung als „Exzellenz im Alpenraum“ positionieren.
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er erste Eindruck ist zugegebenermaßen zumindest verwirrend: Das neue Logo, mit dem sich Brixen fortan präsentieren will, besteht im Grunde aus einem zwar eleganten, aber auch sehr einfachen VersalienSchriftzug „BRIXEN“ in schwarzer Farbe. Darunter steht ein kleiner Gedankenstrich, der sich erst auf den zweiten Blick als der um 90 Grad gedrehte Buchstabe „I“ aus dem Schriftzug erkennbar macht. Entsprechend zwiespältig waren die ersten Reaktionen auf die Entscheidung der Brixner Tourismusgenossenschaft für dieses Logo. Zu Unrecht, denn hinter der Einfachheit dieser Wortmarke versteckt sich nämlich ein Denkprozess, der durchaus auch funktionieren könnte. Dazu aber später.
Das Ende des „doppelten Erlebnisses“. Seit elf Jahren bestand das
Markenversprechen von Brixen aus einem „doppelten Erlebnis“: Brixen und Plose, Sport und Kultur. Man kann nur vermuten, ob dieses Markenversprechen verantwortlich war für die Entwicklung, die Brixen in den letzten Jahren durchgemacht hat, oder ob es eher an der Initiative der Touristiker lag, die mutige Veranstaltungen ins Leben riefen, und an einem neuen Selbstverständnis der verschiedenen Akteure auf der Plose, die mit beherzten Initiativen den Ploseberg aufwerteten und damit im Sommer tausende Tagesgäste anzogen. Jedenfalls war man der Meinung, dass der Zeitpunkt gekommen sei, das „doppelte Erlebnis“ einzumotten und Brixen neu zu positionieren. Also begann man ausgerechnet während der ersten LockdownPhase einen partizipativen Denkprozess: Wie wollen wir uns in Zukunft präsentieren, welchen Weg wollen wir einschlagen? Werte bilden das Fundament, auf dem eine Marke fußt. „Gerade 58
in Zeiten der Digitalisierung sind Werte wichtiger denn je“, sagt der Direktor der Tourismus-Genossenschaft, Werner Zanotti. Im Zuge des Markenprozesses wurden die bisherigen Werte hinterfragt und neue Werte für die zukünftige Ausrichtung gefunden.
Mutige Grundgedanken. Und
wieder war man sehr mutig, denn der Leitwert, auf den man sich in der Arbeitsgruppe geeinigt hatte, war „Extravaganz“ – im Sinne von außergewöhnlich, besonders, mutig, ideenreich. Zusammen mit den Werten Selbstverwirklichung, Genuss, Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit ergibt sich der Markenkern, der sich stets im Produkterlebnis wiederfinden und so für Einheimische und Gäste erlebbar gemacht werden soll. Daraus resultiert die Vision für 2025: „Brixen ist unverkennbarer, extravaganter Lebensraum für genussvolles Erleben und Momente der Sehnsucht. Durch nachhaltiges und innovatives Handeln ist Brixen für Einheimische und Gäste die Exzellenz im Alpenraum.“ Der Vorstand der Genossenschaft war anfangs gar nicht begeistert, lehnte den Leitwert ab und verlangte von der Arbeitsgruppe eine Evaluierung, denn „Extravaganz“ – das assoziiert man gern mit „übertrieben“. Die Arbeitsgruppe blieb aber dabei: „Wir sind nicht größenwahnsinnig geworden“, sagt der Präsident der Tourismusgenossenschaft, Markus Huber, „aber wir glauben, dass Brixen es sich verdient hat, einen qualitativ sehr hochwertigen Weg zu gehen.“ Zanotti hat die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe bereits vor drei Monaten in einem ausführlichen Gespräch mit dem „Brixner“ erläutert („Brixner“ Nr. 368, S. 64).
Neue Kernzielgruppe. Im Einklang mit den Werten und der Vision verlagert sich auch die
Das neue Logo, diesmal im Kontext eines passenden Bildes: „Was braucht eine interessante Stadt, eine spannende Region, außer sich selbst?“ Zielgruppe von Brixen und seiner Umgebung. Zur Abgrenzung der verschiedenen Gesellschaftsmilieus verwendete man die Milieustudie des deutschen SinusInstituts. Im Fokus liegt nun das liberal-intellektuelle Milieu, also die „aufgeklärte Bildungselite“. Diese stärkere Fokussierung auf eine kleinere, jedoch wertschöpfungsstarke Zielgruppe erschien der Arbeitsgruppe besonders vor
dem Hintergrund des Overtourism sinnvoll und nachhaltig. „Diese Zielgruppe existiert bereits in Brixen“, sagt Zanotti, „aber wir haben uns bisher nicht darauf fokussiert. Wir wollen sie nun verstärkt ansprechen und durch Qualität anziehen.“ Huber schlägt in dieselbe Kerbe: „Der Qualitätsgedanke muss überall hineinkommen – in jedes Produkt, in jede Veranstaltung, in jedes Angebot.“
Qualität, so Huber, finde aber „auf jeder Ebene statt – auch in den Ein-Sterne-Betrieben.“ Als nächsten Schritt lud die Genossenschaft im September 13 Werbeagenturen ein, an einer Kreativausschreibung teilzunehmen – elf davon haben einen Monat später einen Vorschlag unterbreitet. Gewonnen hat am Ende jene Lösung, die die Reduktion auf das Wesentliche auf die Spitze trieb – eben mit einem Logo, das allein aus einem einfachen Schriftzug bestand.
Brixen als Lebensraum. Dahinter
steckt eine tiefgründige Überlegung des Wettbewerbssiegers Arno Dejaco. Er weigert sich, Brixen als Tourismusdestination zu sehen: „Brixen ist keine Destination, sondern ein Lebens- und Gedankenraum, der aus vielen Inhalten besteht, vielen Bereichen und nicht zuletzt auch aus vielen Menschen, die wichtiger Teil dieser Stadt sind.“ Einen ganzen Lebensraum in ein einziges Logo mit Wort-Bild-Marke zu packen und mit einem einzigen Claim zu versehen – das war „einfach nicht möglich“, so Dejaco. Daraus resultiert seine Erkenntnis:
Im Rahmen einer Videokonferenz wurde die neue Marke öffentlich vorgestellt – bei überschaubarem Interesse: Nur 35 Brixner haben sich zugeschaltet Wenn der Lebensraum Brixen sich durch die konsequente und ehrliche Vermittlung seiner Inhalte definieren soll, muss die entsprechende Marke dafür den größtmöglichen Raum schaffen. „Was braucht aufgrund der neuen Vision eine interessante Stadt, eine spannende Region, außer sich selbst?“ Die Marke darf also nichts enthalten, was von diesem Prinzip ablenkt. „Deshalb haben wir die Wortmarke auf das Wesentliche reduziert – und das sind eben die sechs Buchstaben B, R, I, X,
E und N“, sagt Dejaco, wobei im lokalen und nationalen Kontext natürlich auch der italienische Name der Stadt verwendet werden soll. Mit dem Gedankenstrich unterhalb der Schrift schaffe man „einen Gedankenraum mit diversen Inhalten“. So habe man vielfältige Anwendungsmöglichkeiten ins Auge gefasst. Unter anderem will man mit flexiblen Textmodulen und mit einer konsequenten Bildsprache den vielen Anforderungen gerecht werden. Der Gedankenstrich darf sogar
farbig sein – je nach Bereich der Anwendung. Nun gilt es, der Marke Leben einzuhauchen und die Vision umzusetzen. „Das wird ein steiniger und demütiger Weg, weil es vor allem darum geht, an uns selbst zu arbeiten“, sagt Zanotti. Auch Markus Huber ist sich dessen bewusst: „Jetzt müssen Entscheidungen folgen, die vielleicht auch weh tun: Einige Veranstaltungen müssen wir total überdenken.“ willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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„Brauchen Sicherheit“ z Die Jahresversammlung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) des Bezirkes Eisacktal musste in diesem Jahr coronabedingt per Videokonferenz stattfinden. Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Branche waren auch das Hauptthema der Versammlung. Helmut Tauber (im Bild), HGV-Bezirksobmann und Landtagsabgeordneter, befürchtet,
dass der verzögerte Start der Wintersaison und der Skigebiete zu erheblichen Umsatzverlusten führe: „Fakt ist, dass uns diese zweite Corona-Welle in einer Phase trifft, wo wir eigentlich unsere Betriebe wieder aufsperren wollten und wir normalerweise eine Top-Frequenz haben.“ Der Tourismus könne nicht mehr länger die Hauptlast der Corona-Pandemie tragen. Die
ständigen Unsicherheiten brächten die Betriebe in eine schwierige Situation, die besonders für Mitarbeiter nicht mehr lange tragbar sei. „Hier brauchen wir schnell Sicherheit, sonst bekommen wir auch noch auf dem Arbeitsmarkt ein Problem“, so Tauber. av
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Neue Ein- und Ausfahrt z Die bislang ziemlich gefährliche Ein- und Ausfahrt zur Raststätte „Lanz“ an der Pustertaler Straße bei Schabs ist in den letzten Monaten durch die Schaffung einer Abbiegespur entschärft worden. Immer wieder war es an der Stelle zu kleineren Blechschäden bis hin zu größeren Verkehrsunfällen gekommen, und abgesehen davon hat die Einfahrt vor allem an den An- und Abreisetagen zu Staus geführt. Durchschnittlich befahren täglich 17.000 bis 20.000 Fahrzeuge die Hauptverkehrsachse des Pustertals. Nun hat der Straßendienst die Fahrbahn bei der Rast-
kurz
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Wirtschaft & Umwelt stätte verbreitern und eine Abbiegespur errichten lassen. Die Einfahrt vom Pustertal gestaltet sich jetzt flüssiger; die Ausfahrt ist nur mehr Richtung Brixen möglich. Wer ins Pustertal möchte, muss die 200 Meter südlich gelegene Überführung zum Wenden nutzen. Die Abbiegespur ist hingegen für die aus südlicher Richtung kommenden Fahrzeuge gedacht und soll künftig Staubildungen verhindern. Das Bauvorhaben kostete rund 400.000 Euro. oz
Die Light-Musical-Show „Liora“, die im Innenhof der Hofburg den Dezember über aufgeführt hätte werden sollen, wurde definitiv abgesagt. Die Brixner Tourismusgenossenschaft hat die geplanten Aufführungen um ein Jahr verschoben.
Der KVW nimmt im Januar 2021 seine Kurse wieder auf. Das Programm dazu findet man auf der Homepage bildung.kvw.org. Einige Kurse werden in Präsenz, einige aber auch online durchgeführt. Es werden Kurse in den Bereichen Beruf, Gesundheit, Bewegung und Kreativität angeboten.
Das Spielzeuggeschäft „Kinderstube“ der Familie Kastlunger hat sich an einem sozialen Weihnachtsprojekt beteiligt: Über 600 Pakete wurden für verschiedene Kinderhospize sowie Zentren für Palliativversorgung für Kinder bereitgestellt und versandt.
STADTGEHEIMNISSE Worauf verweist der aufgezäumte Esel auf diesem Relief?
BRIXEN
„InnoValley“ als Unternehmernetzwerk gegründet Es ist hinlänglich bekannt, dass sich in der Trattengasse von Brixen, der ehemaligen Tretwiese, zunächst vor allem die „lauten Handwerker“ angesiedelt hatten. Später ließen sich dort auch Mitglieder des gehobenen Bürgertums und des Adels nieder. Am östlichen Eingang zur Trattengasse befindet sich die sogenannte Lutzische Behausung mit zwei Ecktürmchen zur Brennerstraße. Der Umbau zu einem adeligen Ansitz erfolgte vermutlich unter Anton von Gensbichler, der von 1704 bis 1713 der Stadtrichter von Brixen war. Auf dem Erker über dem Eingang dieses Hauses befindet sich ein Relief der Heiligen Familie in weißem Marmor aus dem 17. Jahrhundert, das zu einem späteren Zeitpunkt nicht ganz fachmännisch eingesetzt wurde. Der aufgezäumte Esel verweist auf die Flucht nach Ägypten. Maria in wallendem Kleid hält den nackten Jesusknaben auf dem Schoß. Dieser klammert sich seinerseits mit der Rechten am Gewand der Mutter fest. Neben dem linken Fuß Mariens steht ein Proviantkorb, der mit einem Spitzentuch bedeckt ist. Von hinten blickt der hl. Josef mit halb geschlossenen Augen milde auf das Geschehen. Anregungen: redaktion@brixner.info
z Der „Brixner“ hatte vor genau einem Jahr, in der Ausgabe Nr. 359 vom Dezember 2019, zur Vision „InnoValley“ bereits ein ausführliches Gespräch mit Michael Reifer geführt; kürzlich folgte ein wichtiger konkreter Schritt zur Realisierung: Ende Oktober haben die sechs Eisacktaler Unternehmen Alupress, ACS Infominds, Barbieri Electronic, Duka, Microtec und Progress ein eigenes Unternehmernetzwerk mit Rechtsform gegründet. „Südtirol ist mehr als nur ein Tourismusland. Auch als Wirtschaftsstandort mit vielen interessanten Arbeitgebern brauchen wir unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen“, meint Wolfgang Knollseisen, Präsident von „InnoValley“. Vielmehr gelte es, die einzigartige Verbindung aus Wohn- und Freizeitraum mit all seinen vertrauten landschaftlichen und kulturellen Vorzügen und der Attraktivität der Arbeits-
plätze innovativer Arbeitgeber, die auf dem Weltmarkt tätig sind, zu nutzen – ein Potential, aus dem in dieser Form nicht viele Standorte in Europa schöpfen können. Startschuss zu „InnoValley Eisacktal“ war bereits im Spätsommer 2016, als eine Reihe von Unternehmen aus dem Eisacktal ihr Interesse zur zunächst ehrenamtlichen Initiative bekundeten. Eine partizipativ durchgeführte Selbstanalyse führte zur Erkenntnis, dass die Leidenschaft zu Technik und Technologie, gepaart mit der Attitüde zum Tüftlertum, das Unternehmertum im Eisacktal auszeichnet. Für das Jahr 2021 wurde bereits ein umfassendes Aufbauprogramm ausgearbeitet, das mit Unterstützung der Abteilungen für Innovation und Wirtschaft des Landes Südtirol sowie der Raiffeisenkasse Eisacktal und dem Unternehmerverband Südtirol umgesetzt wird. wv
Wir wünschen frohe Festtage & einen guten Rutsch ins neue Jahr! Euer Team von
s Lebe
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Foto: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt z Das Ortsbild Mühlbachs wird aus südlicher Richtung seit einem halben Jahr von zwei großen Kränen geprägt, die auf der Baustelle des Seniorenwohnheims im ehemaligen „Klos-
ter“ stehen. Den Künstler und Tausendsassa Armin Mutschlechner hat dieser Umstand auf den Plan gerufen: „Do muaß eppas aubm!“ Passend zur Struktur des Seniorenwohnheims, aber auch
zu der von den Tertiarschwestern geführten Maria-Hueber-Schule – und nicht zuletzt im Hinblick auf das aktuelle Zeitgeschehen – brachte er drei Schriftzüge auf dem Kranausleger an: „amore –
MÜHLBACH
Göttliche Tugenden Hoffnung – crëta“, also die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe in den drei Landessprachen. Das dazugehörige Symbol – Kreuz, Herz und Anker – ist am Kranmasten angebracht. Schriftzüge und Symbol sind mit einem 84 Meter langen Lichtschlauch bestückt und somit im wahrsten Sinne des Wortes leuchtende Botschaften in dieser düsteren Zeit. Die Installation soll aber auch nach Corona noch am Kran hängen. Das ausführende Bauunternehmen Unionbau, die Kranfirma Niederstätter, der Baustofflieferant Bauelement Kofler sowie die Stiftung St. Elisabeth waren von der Idee Mutschlechners spontan begeistert und haben das Projekt wohlwollend unterstützt. oz
KOCHBUCH
Mozzarella & Ricotta z Das „So kocht Südtirol“-Team Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser und Helmut Bachmann widmen sich in ihrem neuen Kochbuch ganz der Mozzarella und Ricotta: Insgesamt 45 Rezepte – 35 mit Mozzarella, zehn mit Ricotta – haben die Köche mit den Frischkäseprodukten neu interpretiert. Die Gerichte reichen von Antipasti über warme Vorspeisen oder Hauptspeisen bis hin zu süßen und leichten Nachspeisen.
Entstanden ist ein Kochbuch mit außergewöhnlichen, kreativen und innovativen Gerichten. Die Köche wollen durch unwiderstehliche Gaumenfreuden überraschen: „Uns geht es in diesem Buch darum, die Vielseitigkeit der beiden qualitativ hochwertigen Südtiroler Produkte in der Küche aufzuzeigen“, erklären die drei Autoren. „Deshalb zeigen wir in diesem Buch, dass man aus Mozzarella und Ricotta sehr
viel mehr zaubern kann als man auf den ersten Blick vermutet, um seine Gäste zu überraschen,
zu beeindrucken und zu verwöhnen.“ Herausgeber des Buches ist der Brixner Milchhof Brimi. av
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NACHGEFRAGT
„Trotz Einbußen keine Tarif-Erhöhungen“ Herr Michaeler, wie hat sich die Corona-Pandemie auf den Haushalt der Stadtwerke Brixen ausgewirkt? Auf den laufenden Haushalt wirken sich die fehlenden Einnahmen durch die Schließung der Kultur- und Freizeitanlagen und die geringeren Einnahmen durch die Zutrittsbegrenzungen aus. Bei den sogenannten essenziellen Diensten, also Strom, Wasser, Fernwärme, Abfallentsorgung und Recyclinghof, sowie in der Verwaltung sind die Kosten durch die coronabedingten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen außerdem stark gestiegen.
Welche Bereiche haben besonders gelitten unter den kritischen Rahmenbedingungen, und in welchem Ausmaß? Wirtschaftlich gelitten haben vor allem die Acquarena, das Forum Brixen und das Astra, weil sie ganz oder teilweise schließen mussten. Einen gestiegenen Aufwand hatte insbesondere unsere Umweltabteilung, zum Beispiel bei der Müllsammlung von Haushalten mit Infizierten und bei der Desinfektion der Sammelstellen. Der finanzielle Schaden ist noch nicht bezifferbar und hängt auch von der Höhe der staatlichen Ausgleichszahlungen ab, die wir bekommen sollten.
Muss man im neuen Jahr mit einem Ansteigen der Tarife rechnen? Nein, da kann ich beruhigen. Wir haben für das nächste Jahr ein Budget geschnürt, das keinerlei Tarif-Erhöhungen vorsieht. Im Gegenteil: Beim Wasser wird der Tarif sogar reduziert. Auch in der Acquarena sind keinerlei Erhöhungen geplant, obwohl wir im ersten Halbjahr 2021 nur mit der Hälfte der Einnahmen rechnen. In Folge haben wir im Haushaltsvoranschlag 2021 ein negatives Ergebnis eingeplant, das wir durch eigene Reserven abdecken.
Foto: Manuela Tessaro
KARL MICHAELER, Direktor der Stadtwerke Brixen, zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Haushalt der Stadtwerke – und zur Frage, ob es im neuen Jahr deshalb Tariferhöhungen geben wird.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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BESSER HÖREN
Trends & Wirtschaft
Endlich wieder jedes Wort verstehen
Extra
Der eine oder andere bemerkt irgendwann, dass es schwieriger wird, Gesprächspartner zu verstehen und Unterhaltungen mitzuverfolgen. Dann lohnt sich ein Hörtest. Denn: Ähnlich wie Sehschwächen mit Brillen ausgeglichen werden können, lassen sich Hörprobleme mit modernen Hörgeräten oftmals auf einfache Weise überwinden. Die Restriktionen, die während der Pandemie galten, haben uns gezeigt, wie wichtig der soziale Kontakt für das eigene Wohlbefinden ist. Bereits die kurzzeitigen Einschränkungen bewirkten, dass man sich zunehmend sozial isoliert fühlte. Ähnlich ergeht es Menschen mit Hörproblemen. Bereits leichte Hörminderungen beeinträchtigen die Kommunikation enorm oder machen eine solche gar unmöglich. Viele bemerken die graduell einsetzende
Hörminderung anfangs kaum, sondern vermuten ihre Schwierigkeiten beim Sprachverstehen in der vermeintlich undeutlichen oder zu leisen Aussprache ihrer Gesprächspartner. Hörminderungen treten fast immer schleichend auf. Man gewöhnt sich an das immer schlechtere Hören und geht mit der Zeit zwischenmenschlicher Kommunikation unbewusst aus dem Weg. Gegen die Beeinträchtigungen des Kommunikationsvermögens bietet die
Hörakustik heutzutage Lösungen, die getragen kaum sichtbar beste Hörqualität bieten.
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sionelle Beratung und kostenlose Hörtests können jederzeit bei Besser Hören in Anspruch genommen werden. Auch kann man verschiedenste Hörgeräte einen Monat lang kostenlos probetragen.
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Hannes Pattis, seit knapp 20 Jahren Präsident des V.U.A.T. Sterzing Die Gebietsniederlassung der V.U.A.T. betreut von Sterzing aus
Unternehmen und Freiberufler in ganz Südtirol in den Bereichen Lohnberatung und Lohnabrechnung. Die qualifizierten V.U.A.T.-Experten mit langjähriger Erfahrung garantieren sowohl auf Staats- als auch auf Landesebene höchste Professionalität. Durch ständige Aus- und Weiterbildung wird ein hochwertiger Beratungsservice gewährleistet, der sich an den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen orientiert. Da V.U.A.T. über direkte Kontakte zu den
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Der Verband für Unternehmen und Autonome Tätigkeiten, V.U.A.T., ist ein Ableger des nationalen Verbands Federlavoro und bedient als Gebietsverband ganz Südtirol. Mit einer Mitgliedschaft eröffnen sich Unternehmen und Freiberuflern die innovativen Dienstleistungen von V.U.A.T. in den Bereichen Lohnberatung und Lohnabrechnung.
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höchsten Ämtern in Rom verfügt, kann der Gebietsverband zudem stets auf aktuelle Informationen und Daten zurückgreifen.
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Dienstleistungen können standortunabhängig in ganz Südtirol in Anspruch genommen werden – schnell, kostensparend und innovativ“, sagt Hannes Pattis, seit knapp 20 Jahren Präsident des V.U.A.T. Sterzing. „Da es sich bei unserem Verband nicht um
einen Interessensverband handelt, können unsere Dienste von allen Unternehmen und Freiberuflern sämtlicher Berufssparten in Anspruch genommen werden.“ Mitglieder bei V.U.A.T. profitieren gleich mehrfach: Sie genießen nicht nur exklusive Preisvorteile, sondern sparen durch innovative Betreuungsformen auch kostbare Zeit. Dafür sorgt ein kundenorientierter Rundumservice via Internet.
info@vuat.bz.it / www.vuat.bz.it Verband für Unternehmen und Autonome Tätigkeiten Gebietsverband Sterzing Schwalbeneggasse 5 39049 Sterzing T +39 0472 760553
Zeit- und Kostenersparnis durch innovative Dienstleistung. 65
RAIFFEISENKASSE EISACKTAL
Trends & Wirtschaft
Werte mit Herz
Extra
Zum fünften Mal würdigt die Raiffeisenkasse Eisacktal mit ihrem Wettbewerb „Werte mit Herz“ das ehrenamtliche Engagement. Auch diesmal werden Projekte und Organisationen ausgezeichnet, die sich auf besondere Weise für das Gemeinwohl einsetzen. Insgesamt 18.000 Euro warten auf die Preisträger; im Mai 2021 werden die Preise offiziell überreicht.
(v.l.): Vizedirektor Christof Mair, Obmann Peter Winkler, Vizeobfrau Karin Obergasser und Direktor Karl Leitner Bis zum 29. Januar 2021 können im Rahmen der fünften Auflage des Wettbewerbs „Werte mit Herz“ der Raiffeisenkasse Eisacktal Nominierungen für innovative gemeinnützige Projekte und Organisationen eingereicht werden, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Bei den Projekten geht es wie bei den vergangenen Ausgaben um Initiativen, die auf innovative Weise Solidarität, kulturelle Vielfalt oder Nachhaltigkeit fördern. Darüber hinaus wird auch ein „Förderpreis für das Lebenswerk“ verliehen, der erstmals an gleich vier Organisationen verliehen wird, und zwar jeweils in den 66
Kategorien „Kultur & Tradition“, „Lebensraum & Natur“, „Solidarität & Zusammenleben“ sowie „Sport & Gesundheit“. Teilnahmeberechtigt sind gemeinnützige Organisationen und öffentliche Einrichtungen im Tätigkeitsgebiet der Raiffeisenkasse Eisacktal. Die Einreichfrist endet auch für diese Vorschläge am 29. Januar 2021.
Entscheidung durch Genossenschaftsmitglieder. Die Entscheidung über die Verteilung der Preisgelder liegt auch diesmal wieder bei den Mitgliedern der Raiffeisenkasse: Zunächst bestimmt eine Jury aus Mitgliedern,
Mandataren und Mitarbeitern der Raiffeisenkasse die vier Träger des „Raiffeisen Förderpreises“ für das Lebenswerk und wählt aus den eingereichten Nominierungen außerdem drei Projekte aus, die sich als Finalisten noch einem abschließenden Voting stellen müssen: Über 4.200 Mitglieder der Raiffeisenkasse Eisacktal dürfen im Frühjahr 2021 ihre Stimme für ihren persönlichen Favoriten abgeben.
Wertschätzung des Gemeinwesens. Auf die Gewinner des Wett-
bewerbs „Werte mit Herz“ warten attraktive Preisgelder in Höhe von
insgesamt 18.000 Euro. Für den ersten Platz unter den Projekten sind 3.000 Euro vorgesehen, für den zweiten Platz 2.000 Euro, der Drittplatzierte erhält 1.000 Euro. Die vier darüber hinaus von der Jury direkt verliehenen „Förderpreise für das Lebenswerk“ sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Am 27. Mai 2021 werden die Preise überreicht. Das Reglement sowie alle weiteren Informationen und Unterlagen zum Wettbewerb finden Interessierte unter www.raiffeisen. it/eisacktal sowie in jeder Filiale der Raiffeisenkasse Eisacktal.
Werte mit Solidarität, Kreativität, Nachhaltigkeit, Engagement... Bei der fünften Ausgabe von „Werte mit Herz“ setzen wir wieder ein Zeichen für die Werte von Raiffeisen, indem wir besondere gemeinnützige Initiativen prämieren. Das große Novum dieser Ausgabe: Neben drei innovativen Projekten zeichnen wir diesmal in vier Kategorien jeweils eine Organisation für ihr Lebenswerk aus. Auch die Preisgelder können sich wieder sehen lassen: 18.000 Euro warten auf die Gewinner!
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Die Preise: Projekte: 1. Preis: 3.000 € 2. Preis: 2.000 € 3. Preis: 1.000 € Förderpreis für das Lebenswerk in den Kategorien: · Kultur & Tradition · Lebensraum & Natur · Solidarität & Zusammenleben · Sport & Gesundheit jeweils 3.000 €
Werbemitteilung. Das Reglement sowie alle Informationen zum Wettbewerb sind in allen Filialen der Raiffeisenkasse Eisacktal Gen. und unter www.raiffeisen.it/eisacktal erhältlich. Foto: shutterstock
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Jetzt mitmachen! Ihr seid eine Non-Profit-Organisation oder eine öffentliche Einrichtung und habt ein ganz innovatives gemeinnütziges Projekt? Oder ihr seid eine Organisation, die sich seit vielen Jahren für das Gemeinwohl einsetzt? Dann holt euch jetzt alle Informationen zum Wettbewerb unter www.raiffeisen.it/eisacktal!
DIE MEISTERMALER
Trends & Wirtschaft
„Trotz Corona gut gearbeitet“
Extra
Foto: Samuel Joechler
Trotz aller Herausforderungen, die das Jahr 2020 mit sich brachte, blickt SIEGFRIED HEIDEGGER von den Meistermalern einigermaßen zufrieden zurück – und dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen.
war jedoch heuer enorm: Ständig wurden neue Gesetze und Notverordnungen erlassen, und immer wieder mussten wir uns auf den neuesten Stand bringen: Welche Dokumente müssen mitgeführt werden, und welche Reisebeschränkungen gelten außerhalb der Landesgrenzen? Wir betreuen ja auch Baustellen in Österreich und am Gardasee. Zudem mussten wir aufgrund der Schließung der Restaurants im November die Verpflegung unserer Mitarbeiter auf den verschiedenen Baustellen selbst organisieren. Worin sehen Sie die Gründe dafür, dass Sie trotz aller Schwierigkeiten heuer gut gearbeitet haben?
Siegfried Heidegger
SIEGFRIED HEIDEGGER: 2020 war ein sehr turbulentes Jahr, das größte Flexibilität von uns gefordert hat. Im ersten Lockdown mussten wir unseren Betrieb gänzlich schließen und unsere offenen Baustellen nahezu von einem Tag auf den anderen stilllegen. Beim Hochfahren brauchte es dann einige Zeit, bis wieder alle Baustellen geöffnet waren. Damit waren rund zwei Monate für uns verloren. Nach dem Lockdown galt es, die offenen Projekte fertigzustellen und den durch den Lockdown verursachten Terminverzug bei den weiteren Aufträgen wieder aufzuholen. Im Hochbetrieb ging es durch das ganze Jahr, wobei wir das Glück hatten, im zweiten Lockdown unsere offenen Baustellen fertigstellen zu dürfen. Rückblickend kann ich sagen, dass wir dieses Jahr 68
gut gearbeitet haben, auch dank des großartigen Zusammenhalts im Team. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Der bürokratische und organisatorische Mehraufwand
Foto: Gustav Willeit
Zwei Lockdowns, unzählige Auflagen und Einschränkungen haben die Tätigkeit vieler Betriebe in diesem Jahr geprägt. Herr Heidegger, wie ist es Ihrem Malerbetrieb ergangen?
Wie bereits letztes Jahr, hatten wir auch heuer sehr viele Büround Gewerbebauten abzuwickeln. Viele Unternehmen waren im Zuge des Aufschwungs der letzten Jahre gewachsen und hatten ihren Betrieb erweitert. Aber auch der Fassadenbonus von 90 Pro-
zent, den es in diesem Jahr für die Renovierung und Erneuerung von Gebäudefassaden gab, hat uns viele Aufträge beschert. Darüber hinaus haben wir viele Privatvillen abgewickelt. Gastbetriebe und Hotels standen heuer interessanterweise von Anfang an nur wenige auf dem Plan, was uns in diesem schwierigen Tourismusjahr sicherlich zugute gekommen ist. Viele Aufträge werden vom Bauherrn oder vom Architekten direkt erteilt, neue Kunden kommen oftmals auf Empfehlung. Aber auch unsere Mitgliedschaft in den Netzwerken WorkPlus, einer Vereinigung von einheimischen Handwerksbetrieben, die gemeinsam schlüsselfertige Bauvorhaben abwickeln, sowie bei ARO Konsortium, das Instandhaltungsaufträge im größeren Umfang koordiniert, bringt uns viele Aufträge im Jahr. Die sind auch deshalb sehr interessant, da wir damit immer wieder neue Kunden gewinnen und neue Einzugsgebiete erschließen.
Boutiquehotel Villa Mayr in Vahrn: Malerarbeiten, Trockenbau und Anbringung von Akustikdecken
Foto: Samuel Joechler
Foto: Alex Filz Foto: Alex Filz
Apfelhotel Torgglerhof in Saltaus/Passeier (Bild oben und unten): Malerarbeiten, Trockenbau sowie Anbringung von Akustikdecken Mit welchen Erwartungen sehen Sie dem neuen Jahr entgegen? Wir haben bereits sehr viele Aufträge und Anfragen für 2021 erhalten, sodass ich dem neuen Jahr zuversichtlich entgegenblicke.
Eine Unsicherheit sehe ich einzig im Frühjahr, wo möglicherweise eine dritte Corona-Welle einzutreten droht, falls die Impfkampagne zu langsam greifen sollte. Ansonsten gibt es für uns immer viel zu tun, da unsere Leistungen
Wir bedanken uns bei unseren Kunden und wünschen allen ein gutes und gesundes neues Jahr!
Fassadenerneuerung am Stadthaus der Familie Kleon in Brixen sowohl im Neubau oder Umbau als auch bei Sanierungen oder Instandhaltungen gefragt sind – ob es nun Malerarbeiten sind, Trockenbau, Dämmarbeiten oder die Anbringung von Akustikdecken. Und auch der Superbonus
von 110 Prozent, den es bis Ende 2021 für energetische Sanierungen unter gewissen Auflagen gibt, hat uns bereits Aufträge gebracht und wird sicherlich noch einige mehr bringen.
w w w. m e i s te r m a l e r. i t
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ELLECOSTA METALL
Trends & Wirtschaft
Metall. Hand. Werk.
Extra
Foto: Glas Marte GmbH
Von passgenauen Objektlösungen bis hin zu kreativen Kunstwerken begeistert der Meisterbetrieb Ellecosta Metall GmbH seit über 60 Jahren.
Handwerk und Technik, in Perfektion vereint. Ellecosta plant,
fertigt, formt und bearbeitet Bauelemente aus Metallen wie Stahl, Aluminium, Edelstahl und Buntmetalle für Industriebauten, Wohnbauten und Anlagen.
Alles, außer gewöhnlich. Form-
Metall ist beständig und vielseitig zugleich. So wie Ellecosta Metall in Brixen auch. Seit 1957 schmiedet und schlossert der Familienbetrieb, inzwischen in zweiter und dritter Generation, immer neue
Ideen und entwickelt sich ständig weiter. Hinter dem Unternehmen steht ein motiviertes und kompetentes Team, stets offen für Neues. Oberstes Ziel ist die Zufriedenheit der Kunden.
vollendet fügen sich die mit größter Sorgfalt gefertigten Bauelemente, Objektlösungen und Kunstwerke innen und außen perfekt in ihren Bestimmungsort ein. Bei den Metallobjekten sind der Vielfalt keine Grenzen gesetzt. So gehören Verglasungen und Systembau-Elemente ebenso zur Produktpalette wie Kleinfassaden und Überdachungen, Treppen, Verkleidungen und Zäune, Geländer und Gitter sowie Tore und
Jede Grab- und Urnenstätte ist
Betriebserweiterung
Übersiedlung nach Milland - Neubau einer Werkstätte am einstigen St. Josefsweg
und Eingliederung in die angrenzende Handwerkerzone Köstlan. Erweiterung der Tätigkeit
1987
1957
der Bau- und Kunstschlosserei in der Mühlgasse in der Brixner Altstadt
Grabgestaltung in ganz Südtirol.
1988
1972
Firmengründung
Türen. Es werden alle Arten von Metall im Meisterbetrieb bearbeitet. Auch Kombinationen mit Glas, Streckmetall, maßgefertigten Lochblechen, verschiedensten Kunststoffen, Plexiglas, HPLPlatten, mit Alucobond-Paneelen und diversen anderen modernen Baustoffen gehören zum Betriebsalltag. Besondere Oberflächenbearbeitungen kommen je nach Kundenwunsch ebenfalls zur Anwendung: von Verzinken über Pulver beschichten, Eloxieren, Brünieren, Schwärzen und vieles mehr. Eine Besonderheit ist die Bearbeitung von Schwarzstahl – ein Material, das zurzeit voll im Trend liegt.
1974 Einstieg
von Alfred Ellecosta in das Handwerksunternehmen
Einstieg
1995
von Andreas Ellecosta in den Familienbetrieb nach Praktikum im Ausland
Solider, traditionsbewusster und aufgeschlossener Brixner Handwerksbetrieb in 2. Generation
Metallbau & Kunstschlosserei
Schauschmieden beim Altstadtfest
Meilensteine
Hohe Kunstfertigkeit. Bei El-
so einzigartig wie die geliebte Person, für die sie steht. Ellecosta Metall berät zu den individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, fertigt und montiert die gesamte Grabstätte vor Ort – in Südtirol, Tirol und selbst in Bayern: Kreuze aus Stahl, mit verschiedensten Techniken bearbeitet, oder aus Buntmetallen wie Bronze, Messing oder Kupfer, im klassischen Stil oder modernen Design gefertigt, dazu der gewünschte Grabstein und die Einfassung samt Keramikfoto
lecosta Metall werden zu einem Großteil Unikate und Einzelanfertigungen realisiert. Die Grenze zwischen Funktionsbau und kreativem Schaffen löst sich auf – der Handwerker wird zum Künstler. Dabei beginnt die Kreativität bereits bei der Lösungssuche: Die Fachexperten verstehen sich als Möglich-Macher, als Mittler zwischen dem Arbeitsmaterial und den individuellen Vorstellungen des Kunden. Ob traditionell oder ausgefallenes Design, ob für den profanen oder sakralen Bereich: Ellecosta Metall stellt sich jeder Herausforderung und ganz besonders solchen, die künstlerische Ideen mit sich bringen.
Versiert im Objektbau. Mit einzigartigen Lösungen zeigt der Meisterbetrieb besonders im
2001 2001 ISO-Qualitätszertifizierung 9001-2008 und Umweltmanagementsystem ISO 14001: 2004 2002 Markus Ellecosta verstärkt das Mitarbeiterteam 2003 Bauliche Erweiterung des Verwaltungstraktes 2014 Einführung der werkseigenen Produktionskontrolle nach EN 1090-2 2015 Bauliche Erweiterung des Magazins 2016 Einstieg von MIM Laura Ellecosta in die Betriebsführung / Umwandlung der Gesellschaftsform in GmbH und Umbenennung des Firmennamens in „Ellecosta Metall GmbH“ 2018 Bauliche Erweiterung des technischen Büros / Einstieg von Ing. Sebastian Ellecosta 2019 Einstieg von Ing. Philipp Santifaller in das familiengeführte Unternehmen
Foto: Focus Fotodesign
Objektbau sein Können. Gerade hier gilt es, robuste Lösungen für anspruchsvolle Anwendungen zu finden. Dazu wird Ellecosta Metall von Architekten, Planern und Bauherren oft frühzeitig in den Entwicklungs- und Fertigungsprozess miteinbezogen und gestaltet diesen wesentlich mit: von der Materialauswahl über die fertigungs- und montagegerechte Konstruktion bis hin zur fachgerechten Montage. In Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern bietet Ellecosta Metall außerdem auch vorgefertigte Bauelemente und -systeme wie Balkon- und Terrassenverglasungen, Glasüberdachungen sowie Sicherheits- und Brandschutztüren, die optimal die Metallfachkompetenz des Unternehmens abrunden. Und weil das Leistungsspektrum kontinuierlich wächst und auch das Unternehmen sich beständig weiterentwickeln will, ist Ellecosta Metall GmbH immer wieder auch auf der Suche nach motivierten, kompetenten und qualitätsbewussten Mitarbeitenden und Lernenden, mit denen es gemeinsam Großes schaffen will. Interessierte können sich jederzeit melden.
Foto: Jürgen Eheim - Fotostudio
Foto: Santifaller-Photography
sowie die Beschriftung. Ellecosta fertigt außerdem Grabschmuck und Zubehör wie Grabtafeln, Laternen, Schalen und Figuren – alles liebevoll in Form gebracht. Damit bietet Ellecosta Metall alles, damit die Grabstätte oder das Urnengrab einen unverwechselbaren Charakter erhält.
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2020
Gesicht
Auftritt mit Eindruck Wir sind mit Leib und Seele Metall-Handwerker. Seit der Gründung bis heute ein Meisterbetrieb. Von der Beratung, Planung über die Fertigung bis zur Montage begleiten wir Sie bei allen Schritten mit unserem Können und schaffen so durchdachte und dauerhafte Objektlösungen. Das macht uns zum bewährten Ansprechpartner für alle Bauherren, Unternehmen, Architekten und Planer, Künstler und private Bauherren. Darauf können Sie zählen.
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„Ganzheitlich individuell“
KUP-ARCH
Fotos: Oliver Jaist
Von duka bis NOI Techpark in Bruneck: Wie es dem Brixner Architekturbüro KUP-ARCH gelingt, mit seinen architektonischen Gestaltungskonzepten zu überzeugen, verraten Karl Kerschbaumer und Matylda Gosciniak im Gespräch.
Die fünf Teilhaber der Architektensozietät KUP-ARCH, v.l.n.r.: Harald Pichler, Matylda Gosciniak, Gabriel Kerschbaumer, Karl Kerschbaumer, Anton Treyer Herr Kerschbaumer, wer ist KUPARCH? KARL KERSCHBAUMER: Der Name KUP-ARCH ist aus dem ehemaligen Architekturbüro Kerschbaumer und Pichler hervorgegangen, das ich im Jahr 1989 gemeinsam mit Harald Pichler gegründet hatte. Vor etwa drei Jahren haben wir die Namensänderung als ersten Schritt in die Unternehmensnachfolge vorgenommen, da ich mich in einigen Jahren zurückziehen möchte. Im Herbst dieses Jahres folgte nun der zweite Schritt, indem die Bürosozietät erweitert wurde – mit nunmehr fünf Teilhabern: Neben Harald und mir sind dies die Architekten Matylda Gosciniak, Anton Treyer und mein Sohn Gabriel. MATYLDA GOSCINIAK: Alle drei sind wir bereits seit vielen Jahren im Architekturbüro tätig – Anton und ich seit über zehn Jahren, Gabriel auch schon seit nunmehr vier Jahren. Damit stellen wir nicht nur den Fortbestand sicher, sondern stehen zugleich auch für die Kontinuität unserer gemeinsamen Werte.
te, die den Bauherrn und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen, gleichzeitig aber auch den Ort und das Umfeld mitberücksichtigen. Dies macht unsere Konzepte ganzheitlich individuell und unverwechselbar.
Wohnbau in Brixen, geplant von KUP-ARCH Matylda Gosciniak: Bei KUP-ARCH sehen wir uns immer auch für die Gestaltung der Umwelt und des urbanen Raums verantwortlich. Entsprechend sind wir bestrebt, in unseren Gestaltungskonzepten immer etwas mehr zu leisten, um
möglichst einen sozialen Mehrwert für das Umfeld zu generieren – so zum Beispiel bei einem unserer aktuellen Projekte, dem NOI Techpark in Bruneck. Hier haben wir neben der universitären Struktur, die außerdem als Veranstaltungszentrum fungieren wird, zugleich auch neue Plätze und neue Wegeverbindungen im Außenbereich vorgesehen. Davon werden die Stadt Bruneck und ihre Bevölkerung profitieren. Worauf erstrecken sich die Tätigkeiten von KUP-ARCH? Karl Kerschbaumer: Unser Tätigkeitsfeld umfasst die architektonische Planung von der kreativen Konzeptentwicklung bis zum Detail, die Bauleitung und die Einrichtung. Wir sind in Südtirol tätig – im privaten Wohnbau, aber hauptsächlich im öffentlichen und gewerblichen Bereich. Auch beteiligen wir uns hin und wieder an Ausschreibungen außer Landes, zum Beispiel in Norditalien und in Deutschland. So haben wir erst vor kurzem im deutschen Pforzheim einen urbanistischen Wettbewerb für die Gestaltung einer Wohnsiedlung mit 120 Wohnungen gewonnen. Matylda Gosciniak: Bei diesem Projekt in Pforzheim ist das Baugelände durch viele steile Neigungen gekennzeichnet, weshalb wir neben großen deutschen Architekturstudios als Architekturbüro aus dem Alpenraum zum Wettbewerb eingeladen wurden. Der Bauträger wollte sehen, welche Lösungen
Welche Werte wären dies? Karl Kerschbaumer: In unserem Architekturbüro entwickeln wir in einem Prozess der kontinuierlichen Zusammenarbeit Projek-
Der Firmensitz von duka wurde von KUP-ARCH entworfen
Der Kindergarten in Vahrn; das Konzept für den Umbau und Anbau stammt von KUP-ARCH wir als im Alpenraum erfahrenes Architekturbüro präsentieren würden. Und tatsächlich konnte unser ganzheitliches Gestaltungskonzept die Fachjury letztlich überzeugen. Für viele Firmen war dieses Jahr mit vielen Herausforderungen verbunden. Wie haben Sie 2020 erlebt, und mit welchen Aussichten starten Sie ins neue Jahr? Karl Kerschbaumer: Im Frühjahr haben sich coronabedingt einige Projekte verschoben. Wir haben darauf reagiert, indem wir heuer an einigen Wettbewerben mehr teilgenommen haben. Dies hat sich durchaus bezahlt gemacht, konnten wir doch unter anderem den Zuschlag für eine Erweiterung der Wohnbauzone Landwirt in Brixen gewinnen. Nächstes Jahr werden einige Projekte, die wir geplant haben, realisiert, sodass es reichlich für uns zu tun geben wird. Allerdings bemerken wir derzeit eine gewisse Zurückhaltung bei Anfragen zu gewerblichen Projekten. Wir hoffen aber, dass auch dieser Bereich nächstes Jahr wieder in Schwung kommen wird.
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WOLF FENSTER
Trends & Wirtschaft
Fenster zur Natur
Extra
Foto: Manuel Kottersteger
Ein Fenster benötigt mindestens drei Zutaten, um sich „gut“ nennen zu dürfen: erstklassige Rohstoffe, die Arbeit erfahrener Leute und das fortwährende Bestreben, die Erwartungen der Kunden zu übertreffen. Auf diesem Grundsatz gründet die Unternehmensphilosophie von Wolf Fenster.
Villa PF mit weiter Schiebetür-Kombi Der traditionsreiche Fensterhersteller mit Sitz in Natz-Schabs gilt als Vorzeigeunternehmen, wenn es darum geht, die Umwelt in den Fokus zu rücken. Dies belegt die Umweltzertifizierung ISO 14001, die der Fensterhersteller dank der Mithilfe des 200-köpfigen Teams vor kurzem erhalten hat. Seit 1963 steht Wolf Fenster für hochwertige innovative Fenstertechnologie. Mit viel Liebe zum Detail und einer ganzen Menge Herzblut fertigt das Unternehmen erstklassige Fenster, Schiebetüren und Fassaden nach erfahrener Handwerkskunst und mit einem nachhaltigen, ökologisch rücksichtsvollen Herstellungsprozess. Respekt vor Mensch und Natur, ressourcenschonende Vorgänge, Umweltschutz – das sind die Schlagwörter, die Wolf Fenster seit Langem beschäftigen. Die Einführung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 unterstreicht das Bestreben des Unternehmens nach Nachhaltigkeit. Bei diesem System ste74
hen weniger Einsparpotenziale, Kostenvorteile oder legislative Aspekte im Vordergrund als vielmehr ein verantwortungsbewusstes Handeln unserem Planeten gegenüber.
Achtsamkeit gegenüber Menschen und Umwelt. Die ISO-
Norm 14001 ist der weltweit angewandte Standard für Umweltmanagementsysteme. Sie legt die Mindestanforderungen fest und unterstützt dabei, die eigene Umweltleistung konstant zu verbessern. Die Norm hilft beim Erkennen und Beseitigen von Schwachstellen und beim kontinuierlichen Verbessern der Abläufe nach Umweltaspekten. Zentrale Elemente des Umweltmanagementsystems sind die Planung mit Festlegung von Zielen und Maßnahmen, die Durchführung, Kontrolle und Verbesserung des Systems. Im Gegensatz zu Produktzertifizierungen handelt es sich bei
der ISO 14001 um eine Prozesszertifizierung. Nicht der Rohstoff oder das Endprodukt werden akkreditiert, sondern der Herstellungsvorgang. Dadurch kann das Unternehmen die Nachhaltigkeit der Elemente von der Forstwirtschaft übers Verarbeiten und der Montage bis hin zur Lebensdauer garantieren und ihr Nachhaltigkeitsversprechen einlösen.
Mitarbeiter, auf die man zählen kann. Den Grundstein für den
Erfolg eines jeden Unternehmens bilden die Mitarbeiter. Entsprechend trägt das Team bei Wolf Fenster wesentlich zur Innovation bei, indem es sich regelmäßig mit neuen Details und Innovationsprozessen beschäftigt. Der planmäßige Ablauf der Arbeitsvorbereitung, Produktion und Montage ermöglicht einen bewussten Umgang in der Verarbeitung der natürlichen Rohstoffe. Die CNCgesteuerten Fensterlinien und ein anthropomorpher Farb-Roboter
sorgen nicht nur für Perfektion in der Veredelung, sondern auch für spannende Aufgaben bei den Mitarbeitern.
Gute Aussichten mit nachhaltigen Lösungen. Die Nachhal-
tigkeit zieht sich durch alle Aufträge und beginnt bereits in der Beratung: Vom Ermitteln der Kundenwünsche bis zum Entwickeln des Projektes nimmt Wolf Fenster größte Rücksicht auf die Bedürfnisse der Kunden und berücksichtigt zugleich Umweltaspekte. Die Produktlinien werden auf die individuellen Ansprüche abgestimmt, die Fenster dem persönlichen Geschmack angepasst und fachgerecht produziert und montiert. Von klassischen Fenstern über rahmenlose Zero-Verglasungen bis hin zu vollautomatisierten Fensterschiebetüren sind den Ansprüchen kaum Grenzen gesetzt.
Foto Š Manuel Kottersteger
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Trends & Wirtschaft
Mit Confidi durch die zweite Welle
CONFIDI
Extra
Die Folgen der Covid-19-Pandemie belasten Südtirols Wirtschaft stark. Gerade in solch herausfordernden Zeiten tut es gut, einen Partner an der Seite zu wissen, der einem hilft, liquide zu bleiben. Die Südtiroler Garantiegenossenschaft Confidi ebnet den Weg zu frischen Finanzmitteln. Confidi unterstützt Unternehmen darin, leichter und zu vorteilhaften Bedingungen Kredite zu erhalten. Die Garantiegenossenschaft verhandelt im Interesse der Betriebe auf Augenhöhe mit Banken und Kreditinstituten, denkt und handelt unternehmerisch, kennt die Anliegen der Betriebe und sucht stets nach den besten Lösungen. Kurzum: Confidi stärkt Unternehmen den Rücken, die neue Ideen und Projekte verwirklichen wollen, und nimmt deren wich-
tigen Beitrag für Wirtschaft und Gesellschaft ernst.
Ein Garant in schwierigen Zeiten. Bereits während der ersten
Welle zählte Confidi zu den Hauptakteuren, um Südtirols Unternehmen durch die Corona-Krise zu führen. So unterzeichnete Confidi die Vereinbarung „Neustart Südtirol“ mit, die im Frühjahr zwischen der Südtiroler Landesverwaltung und einigen Banken ausverhandelt wurde. Ziel der Vereinbarung
war es, Betrieben in Südtirol, die coronabedingte Umsatzeinbrüche erleiden mussten, Finanzierungen zu gewähren, die mit Garantien von Staat oder Land gestützt wurden – Finanzierungen, die die Unternehmen benötigten, um ihren laufenden finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die zugrundeliegende Garantie belief sich auf maximal 90 Prozent der finanzierten Summe – auch dank der Möglichkeit der Rückversicherung der Confidi-Garantie über
den staatlichen Garantiefonds. Eine solche staatliche Rückversicherung senkt die Kosten der Kredite für Unternehmen zusätzlich und verringert zugleich die Risiken für die lokale Garantiegenossenschaft. Auch jetzt, während der zweiten Welle, sowie für den anschließenden Neustart ist Confidi ein Partner, auf den Unternehmen bei Finanzbedarf setzen können. Nähere Informationen im Internet: www.confidi.bz.it
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07/12/20 14:26
BRUGGER COSMETICS
Eine Branche im Wandel
GROSSARTIGES HAAR. GROSSARTIGES GEFÜHL. GROSSARTIGES ICH.
Im heurigen Jahr erfuhr die Kosmetikbranche eine völlig unerwartete Entwicklung: Markante Änderungen zeigten sich im Konsumverhalten, allen voran beim verstärkt lokalen Einkauf, sowie bei den Konsumentenpräferenzen, die sich hin zu bekannten, aber auch zu nachhaltigen Marken und Produkten verlagerten. Sowohl der Lockdown als auch die Corona-Restriktionen haben dazu geführt, dass in diesem Jahr die Haare wieder verstärkt zuhause gefärbt und gestylt wurden und auch Kneipp Wellnessbäder ein Comeback feierten. Die Nachfrage nach Handdesinfektionsmitteln stieg rasant an. Ebenso erlebte der Verkauf von Vitaminen mit den Marken Abtei (www.abtei.de) und Doppelherz (www.doppelherz. de) zur Stärkung des Immunsystems eine starke Entwicklung. Der Bedarf an Kosmetik-, Reinigungs- und Wellnessprodukten wurde lokal gedeckt; zumeist erfolgte der Einkauf im nächsten Lebensmittelgeschäft, Supermarkt, Drogeriemarkt oder Reformhaus. Die Geschäfte wurden teilweise gestürmt, dass Regale oft tagelang leer blieben.
Lieferengpässe und Rekordzahlen. Für den Kosmetik-Distributor
Brugger Cosmetics brachte das Jahr 2020 viele Herausforderungen mit sich. Während des ersten Lockdowns galt es, die Lagerbestände optimal zu rationieren, da Warenlieferungen aus dem Ausland nicht immer ankamen. Die über 1000 Verkaufspunkte der Kunden, darunter 300 Supermärkte, an die
100 Drogeriemärkte, Lebensmittelgeschäfte und Reformhäuser in Südtirol und Norditalien, bestellten ein Vielfaches mehr an Reinigungsmitteln, Haarpflegeprodukten und Vitaminen, sodass in diesem Jahr letztlich 1,5 Millionen Produkte das Lager der Firma im Syncom in Brixen verließen. Gerade in unsicheren Zeiten suchen Konsumenten Sicherheit in bekannten Marken, so beispielsweise in der Schwarzkopf-Marke Syoss, ein Megabrand im Bereich Haarpflege mit Shampoos, Stylingprodukten und Haarfarben.
Nachhaltige Kosmetikmarken.
Die Corona-Krise hat den Wertewandel, der sich bereits in den letzten Jahren abzeichnete, weiter beschleunigt. Es wird verstärkt auf verpackungsarme Lösungen (feste Shampoos und Duschbäder) und auf umweltfreundliche Flaschen gesetzt, so auch die Naturkosmetik-Marken Nature Box, Lavera und Kneipp. Firma Schwarzkopf unterstützt hingegen Plastik Bank (www.plasticbanc.com) – eine Recyclinginitiative, die Einheimischen in ärmeren Ländern Arbeit gibt. Corona hat damit einen Umwelttrend angestoßen, der hoffentlich weiter anhält.
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Trends & Wirtschaft
Über den Dächern von Brixen
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Die einzigartige Anlage Temlhof 2.0 in Kranebitt ist etwas für all jene, die sich ein besonderes Wohnvergnügen mit grandioser Aussicht in komfortabler Stadtnähe wünschen.
lichtdurchfluteten Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen mit eigener E-Bike-Box und garantiertem Wohlfühlcharakter bieten viel Raum, um sich zu entfalten – innen genauso wie außen. Ein ganz besonderes Highlight stellen die exklusiven Penthouse-Wohnungen im Temlhof 2.0 dar – sozusagen die Perlen der attraktiven Wohnanlage. Sie versprechen Top-Aussichten zu einem sehr interessanten Verkaufspreis. Wer sich persönlich vom besonderen
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Viel Platz, viel Licht, viel Komfort. Die großzügig geschnittenen
„Temlhof 2.0“ – ein Platz zum Wohlfühlen Flair und der faszinierenden Aussicht an diesem wunderbaren Fleckchen Erde überzeugen möchte, kann sich gerne für eine
persönliche unverbindliche Standortbesichtigung über den Dächern von Brixen melden. Infos unter www.temlhof.it.
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Allein die bemerkenswerte Lage mit atemberaubendem Blick auf den Brixner Talkessel, den Dom, das Eisacktal und sein rundum liegendes Bergpanorama macht aus der ästhetisch ansprechenden Immobilie ein begehrenswertes Zuhause. Aber nicht nur der sonnenverwöhnte ruhige Standort ist vielversprechend, auch die qualitative Bauausführung nach Klimahaus-Standard „A-Nature“, die großzügigen Fensterflächen, die privaten Gärten und Terrassen und die stilvolle Architektur sprechen für sich.
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„Dépôt ... und es ward Licht“ Vielfältig, formen- und farbenreich präsentieren sich die Gemälde und Kunstwerke im Museum Ladin von St. Martin in Thurn.
Franz Tavella, „Christus am Ölberg“, 1920, Zirbe Die aktuelle Ausstellung im Museum Ladin macht sichtbar, was für lange Zeit im Verborgenen lag. Das Museum Ladin hat dazu längst vergessene Werke aus seinem Depot geholt: Gemälde,
Angel Morlang „Landschaft“, 1988, Öl auf Leinwand
Peter Demetz „Schloß Colz“, 1937, Aquarell
Zeichnungen und Skulpturen, geschaffen von bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern aus den ladinischen Tälern – vom 17. Jahrhundert bis heute. Der Besuch lohnt sich!
Die Ausstellung ist vom 26. Dezember bis 6. Jänner täglich von 15 bis 19 Uhr geöffnet, vom 7. Jänner bis 31. März Donnerstag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr. Es empfiehlt sich, vor dem Besuch
Otto Irsara, „Catarina Lanz“, Zirbe
Esposzi online die Öffnungszeiten nochmals zu prüfen, um sich über eventuelle unvorhergesehene Schließungen rechtzeitig zu informieren: www.museumladin.it
Y al é gnü la löm! Und es ward Licht! E luce fu! Esposziun ⁄ Ausstellung ⁄ Mostra
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WEISSES KREUZ
Trends & Wirtschaft
Unterstützen und Vorteile genießen
Extra
Fotos: Philipp Franceschini
Freiwilliges Engagement, schnelle und professionelle Hilfe im Notfall, Sicherheit, Verlässlichkeit, Gemeinschaft: Das und vieles andere zeichnet den Landesrettungsverein Weißes Kreuz aus.
Mit einer Mitgliedschaft „Weltweit“ oder „Weltweit Plus“ übernimmt das Weiße Kreuz auch schnelle Rückholungen aus dem Ausland Mehr als 135.000 Südtiroler zählen bereits zur großen „Familie“ und bilden die tragende Säule des Landesrettungsvereins Weißes Kreuz. Wer Mitglied wird, unterstützt die Arbeit der mehr als 3.600 Freiwilligen und ermöglicht Leistungen, die andernfalls nicht finanziert werden könnten, wie etwa die Notfallseelsorge und die Jugendgruppen. Gleichzeitig sichert sich das Mitglied wertvolle Vorteile.
Drei attraktive Mitgliedschaften. All jenen, die bereits Mitglied beim Weißen Kreuz sind, und 80
allen neuen Fördermitgliedern bietet das Weiße Kreuz auch 2021 wieder drei interessante Mitgliedschaften, die sich sehen lassen können. Mit einem Beitrag von 35 Euro kommt man in den Genuss der Basismitgliedschaft „Südtirol“. Diese sichert viele Vorteile vor Ort: eine Anzahl von kostenlosen Krankentransporten, die Übernahme von anfallenden Rettungskosten, den kostenlosen Anschluss eines Haus- oder Mobilnotrufgeräts sowie den Besuch eines kostenlosen Erste-Hilfe-Grundkurses. Mit den Mitgliedschaften „Weltweit“ und
„Weltweit Plus“ lässt der Landesrettungsverein seine Mitglieder auch im Ausland niemals alleine: Neben allen Vorteilen der Basis-
mitgliedschaft sind hier schnelle Rückholungen und Verlegungen nach einem schweren Unfall oder Krankheitsverlauf inbegriffen, ebenso wie Blutkonserven- und Medikamententransporte und die Übernahme von Such- und Bergungskosten.
Sich informieren lohnt sich. Weitere Informationen zu den Mitgliedschaften beim Weißen Kreuz findet man unter www. werde-mitglied.it. Zu Bürozeiten beantworten Mitarbeiter etwaige Fragen unter der Rufnummer 0471 444310.
GEMEINSAM. JAHRESMITGLIEDSCHAFT 2021 weisseskreuz.bz.it
Professionelle Hilfe im Notfall, umfangreicher Schutz im In- und Ausland und UnterstĂźtzung unserer Freiwilligenarbeit.
Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info
Dezember 1920
Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Johanna Bampi (job) Irene Dejaco (ird) Sabine Dejakum (sd) Ernst Delmonego (ed) Evi Hilpold (eh) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Stephanie Risse (sr) Michelle Schladebach (mis) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Alexandra Bauer, Tel. +39 0472 060208 alexandra.bauer@brixmedia.it Titelbild: FF Brixen Druck: Athesia Druck GmbH, www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende Jänner 2021 Nächster Redaktionsschluss: 11. Jänner 2021 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Der „Brixner“ ist Partner von:
Falls Sie Fragen zum Thema Datenschutz haben oder uns für die Ausübung Ihrer Rechte gemäß Verordnung (EU) 2016/679 kontaktieren möchten, verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung
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Mordversuch bei der Millanderbrücke Donnerstag, 2. Dezember 1920 Man schreibt uns: „Zu dieser von der Brixener Chronik gebrachten Meldung erfahre ich, daß die, wie sich nachträglich herausstellte, grundlose Verhaftung Rudolf Leinwiesers über eine verleumderische Aussage des Zigglersohnes Baumgartner erfolgte. In der Untersuchungshaft in Bozen, wo er sich derzeit befindet, machte er nämlich dem Richter das Geständnis, daß er zur Tat an der Anna Unterthiner niemals fähig gewesen wäre, wenn ihm Leinwieser nicht den Rat hiezu gegeben hätte. Der Zigglersohn wird sich deshalb auch wegen falscher Zeugenaussage zu verantworten haben.
In den Mühlbach geraten Donnerstag, 2. Dezember 1920 Am 28. November ist die Dienstmagd Berta Schwarz, als sie gegen 6 Uhr abends im linken Eisackufer nach Hause kehrte, in der Nähe der Kunstmühle Mallepell in den Mühlbach geraten. Das unfreiwillige Bad führte zu einer Lungenerkrankung. Es ist nur zu wundern, daß an dieser Stelle nicht mehr Unglücksfälle vorkommen, da knapp am Wege der Mühlbach vorbeifließt und bei demselben zum Großteil kein Geländer vorhanden ist.
Ein neuer Einbrecherkönig Samstag, 4. Dezember 1920 Seit dem letzthin, vor ein paar Wochen, im Städt. Elektrizitätswerk Brixen erfolgten Einbruch durch zwei im Werk vorübergehend angestellte Arbeiter kann die hiesige Gegend nicht mehr recht zur Ruhe kommen. Während der eine Teilhaber der mit sehr
beschränkter Haftung arbeitenden Firma, Müller, den italienischen Staub von seinen Füßen geschüttelt hat und von Innsbruck aus sein Arbeitsbuch verlangte, um in seinem Fortkommen nicht behindert zu sein, arbeitete der andere – Herr Prachner – in der hiesigen Gegend, namentlich in Albeins herum, anscheinend emsig weiter, ohne auf sein Arbeitsbuch noch zu reflektieren. Von den einzelnen Fortschritten in seiner Tätigkeit berichteten wir ja wiederholt. Nunmehr scheint ihn aber die „Kühnheit“ seines im Ausland operierenden ehemaligen Kompagnons zu einer neuen Tat befeuert zu haben, indem er – wieder zum Schaden des St. E. W. – diesmal in eine in Albeins stehende Materialhütte desselben einbrach. Das geschah in der Nacht von gestern auf heute, Freitag. Die Beute war der Arbeit würdig. Die Schwere der entwendeten Gegenstände und deren Natur deuten aber darauf hin, daß Prachner, der mutmaßliche Täter, für seine Nachtschicht auch gleich mehrere Hilfsarbeiter gedungen habe. – In derselben Nacht wurden einem Bauern in Albeins Decken und andere Sache gestohlen. Die Schuld soll natürlich wieder Prachner haben. Vielleicht aber schreibt man dem „Armen“ doch zu viel auf sein Kerbholz. Dann soll er berichtigen. Auf Grund des § 19 vielleicht!
gedeckt, aufgetrieben werden. Für die Viehmärkte bestimmten und für die aus Viehmärkten stammenden Tiere ist die Beibringung der vorgeschriebenen Transportscheine nicht notwendig. Für die Tiere, welche im Stalle oder im Haustierhandel gekauft werden, ist nach wie vor die Beibringung von Transportscheinen erforderlich. Die aus den alten Provinzen des Königreiches her stammenden Klauentiere dürfen erst nach günstigem Überstehen der laut Zirkularerlaß vorgesehenen Kontumaz auf die Viehmärkte aufgetrieben werden. Übertretungen werden mit Geldstrafen bis zu 600 Lire oder mit Arrest bis zu zwei Monaten und mit der eventuellen Beschlagnahme der Tiere bestraft.
Milchnot Dienstag, 7. Dezember 1920 Man schreibt uns: Unangenehm spürbar macht sich jetzt die häufig vorkommende plötzliche Absage der Milch von einem Tag auf den anderen; wodurch insbesondere Familien mit kleinen Kindern arg in Milchnot kommen. Heuer ist doch, wie allgemein zugegeben werden muß, ein Futterjahr, wie es seit vielen Jahren nicht mehr war, und die Herbstweide konnte auch bis 3. Dezember ausgeübt werden. Also weder ein Grund zu Absagung noch zu einer Erhöhung der Preise. Manche reiche Familien bekommen 5 bis 7 Liter pro Tag, arme kranke dagegen gar nichts. Da wäre Abhilfe doch dringend notwendig.
Maul- und Klauenseuche Dienstag, 7. Dezember 1920 Infolge des Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in den Gemeinden St. Andrä, Natz, Mühlbach und Schabs wird die Abhaltung von Viehmärkten im Gerichtsbezirke Brixen wieder gestattet. Die Abhaltung von Viehmärkten im Gerichtsbezirke Sterzing bleibt nach wie vor verboten. Auf die Viehmärkte dürfen nur Tiere aus vollkommen seuchenfreien Gemeinden, und mit ordnungsmäßigen Viehpässen
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
2021
FROHE FEST TAGE UND EIN BAUREI CHES
WIR SUC MA HEN UR ER LEH UND RLI NG E