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Top Jobs
Jahrgang 30 · August 2019
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
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Zwischenstand zum Bau der neuen Bibliothek
Virtueller Rundgang PORTRAIT: Helene Pichler und ihre Verdienste um das Sozialwesen ZAHNBÜRSTEN UND GOLDNASEN: Manuela Kerer erobert die Musikerherzen DAS DOPPELTE ERLEBNIS: Schwimmsport in Brixen VIEHGATTER AUS METALL: Hintergründe zu umstrittenem Zaun auf der Plose
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Editorial
Politik & Gesellschaft >>> 06 06 | NEUE BIBLIOTHEK: Alt und Neu vereint 12 | Befreundete Städte von Brixen: Terracina 14 | Statistik: Zwischenmenschliche Beziehungen 16 | Renate Gebhard: „Das Scheitern war vorprogrammiert“ Menschen & Meinungen >>> 22 22 | PORTRAIT: Helene Pichler 27 | Gastkommentar: Matt Niederwieser 29 | Pro & Contra: Schilderaktion der Schützen sinnvoll? 31 | Umfrage: Lokal, regional – oder Hauptsache günstig? Kunst & Kultur >>> 32 32 | KOMPOSITION: Auftragswerke von Manuela Kerer 36 | Pharmaziemuseum: Liebe geht durch den Magen Veranstaltungen 44 | TIMER: September 2019
>>> 44
Freizeit & Sport 48 | SCHWIMMEN: Das doppelte Erlebnis 51 | Leichtathletik: Zum Höhenflug bereit 52 | Handball: In den Startlöchern
>>> 48
Wirtschaft & Umwelt >>> 58 58 | WERNER PROSCH: „Viehgatter aus Metall“ 62 | Meransen: Faule Brut in den Waben 64 | Franz Kaser: „Mozzarella aus der Not geboren“ 66 | Natz-Schabs/Rodeneck: Brücke über Rienzschlucht Extra 72 | Top Jobs NEU! Brixner ePaper – die kostenlose „Brixner“-APP
>>> 72
Klare Aussagen Die Sommerpressekonferenz von Luis Durnwalder in Pfalzen hatte sich in den vielen Jahren seiner Zeit als Landeshauptmann zur Tradition entwickelt, zum jährlichen Treffpunkt der Journalisten, die sich bei Hauswurst, Grillgemüse und Bier zu Lautsprechern seiner politischen Botschaften umfunktionieren ließen. Arno Kompatscher hat mit dieser Tradition sofort gebrochen; er nutzt das Sommerloch Mitte August trotzdem, aber eben anders: Einigen Medien gewährt er ein persönliches Sommergespräch „zur Lage der Nation“. Zum Unterschied von Durnwalder nimmt sich Kompatscher kein Blatt vor den Mund – zum Beispiel in der FF, in der er gegen die italienische Regierung in Rom wettert: „Italien fährt den Karren voll an die Wand, während Matteo Salvini ständig in Polizeiuniform durch die Gegend rennt und dabei das Regieren vergisst. Er trifft beinahe täglich diskriminierende Aussagen und macht ein Vokabular salonfähig, das nicht zu tolerieren ist“. Mit ihm regiere der Movimento 5 Stelle „mit seiner absoluten Ahnungslosigkeit zu jedem Thema“. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir spricht der Landeshauptmann damit aus der Seele: Was in Rom seit dem 1. Juni 2018 für 14 Monate abging, als diese tragikomische Allianz ihren Anfang nahm, spottet jeder Beschreibung. Matteo Salvini vergiftet das ansonsten sonnige Lebensgefühl der Italiener durch Hassparolen und verbreitet eine Stimmung, die erdrückend an jene vor fast 100 Jahren erinnert, als Benito Mussolini mit einem „Marsch auf Rom“ die Macht an sich gerissen hatte. Und die Akteure des Movimento 5 Stelle werden ohne Zweifel in die Geschichte der Republik eingehen als Leute, denen scheinbar die Fähigkeit komplett fehlte, einfachste politische oder wirtschaftliche Zusammenhänge auch nur zu verstehen. Es ist richtig, dass ein Landeshauptmann auf diese grotesken Zustände hinweist, weil sie gefährlich sind für Italien. Denn die Wahrheit zu sagen muss erlaubt sein. Und wie geht es jetzt weiter? Ihr Willy Vontavon
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Die Mitarbeiter im Fokus Peter Hitthaler, der Vater des heutigen Firmenchefs, hatte ein Lebensmotto: Geduld, Fleiß, Wille, Ehrlichkeit und Sparsamkeit. Diese Werte hat sich auch Martin Hitthaler zu Eigen gemacht, der mittlerweile ein Unternehmen mit rund 450 Mitarbeitern in 40 verschiedenen Geschäften aufgebaut hat. Der Chef sieht sich darin weniger als Boss, sondern vielmehr als Dirigent, der darauf achtet, dass die Mitarbeiter im optimalen Zusammenspiel ein
diszipliniertes Ganzes ergeben, sich dabei aber selbst entfalten können. Diese Freiräume sind wichtig, um Höchstleistungen abrufen zu können. Martin Hitthaler ist für seinen Betrieb ständig auf der Suche nach Mitarbeitern, die sich nun auch über attraktive Benefits freuen dürfen. Dank einer Zusammenarbeit mit Auto Brenner bekommen nun sämtliche Filialleiter ein eigenes Firmenauto und auch die übrigen Mitarbeiter dürfen sich über attraktive Zusatzleistungen des Unternehmens freuen.
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Politik & Gesellschaft
BAU DER NEUEN BIBLIOTHEK SCHREITET VORAN
Alt und Neu vereint Seit Mai wird an der neuen Stadtbibliothek gebaut; in zwei Jahren wird der Bau fertiggestellt sein. Der „Brixner“ machte anhand des aktuellen Stands der Arbeiten und anhand der Pläne einen virtuellen Spaziergang durch die Bibliothek.
E
s ist inzwischen schon neun Jahre her: Im Mai 2010 hatte die Gemeinde Brixen einen internationalen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der neuen Stadtbibliothek ausgelobt, und einige Monate später gab es auch schon ein Siegerprojekt, das vom italienischen Architektentrio Luca Mezzalira, Michele Carlana und Curzio Pentimalli stammte. Im „Brixner“ Nr. 249 haben wir das Projekt vorgestellt – das war im Oktober 2010. Seitdem sind, wie erwähnt, neun Jahre vergangen. Derzeit wird das damalige Siegerprojekt realisiert; im Mai 2021 soll der Bau fertiggestellt sein, im September desselben Jahres kann die Bibliothek in Betrieb gehen. Um zu verstehen, warum zwischen der Definition des Siegerprojektes und der entsprechenden Realisierung so viele Jahre vergehen mussten, muss man in die Entstehungsge-
als die Stadtbibliothek in die heute immer noch genutzten Räume an der gegenüber der heutigen Baustelle liegenden Ecke des Domplatz eingezogen war – „als Provisorium!“, wie die damalige Kultur-Stadträtin Kathi Trojer betont hatte.
„Unendliche Geschichte“. Als
Albert Pürgstaller 2005 Bürgermeister von Brixen wurde, setzte er sich zum Ziel, die „Unendliche Geschichte“ der Realisierung einer neuen Bibliothek konkret anzugehen – und gründete eine Arbeitsgruppe, die sechs mögliche Standorte anvisierte. Favorit dieser Arbeitsgruppe war am Ende des Evaluierungsprozesses ein Neubau am Parkplatz Priel – dort, wo heute die Musikschule entsteht. Als die Idee publik wurde, formierte sich auf mehreren Fronten Widerstand: Ein Teil der Brixner Kaufleute äußerte die Befürch-
„Brixner“, nur ein Neubau könne so konzipiert werden, „dass er in bibliothekstechnischer Hinsicht optimal“ sei. Am 13. Jänner 2009 fand dann in der Cusanus Akademie ein vom Bürgermeister initiierter Diskussionsabend statt, der ebenfalls keine Klarheit brachte. Ende September desselben Jahres präsentierte dann das Brixner Architektenbüro Kerschbaumer, Pichler & Partner der SVP-Ratsfraktion eine detaillierte Machbarkeitsstudie, die Karl Kerschbaumer gemeinsam mit 24 weiteren Berufskollegen auf Eigeninitiative erarbeitet hatte. Die Studie sah die Sanierung des bestehenden Finanzgebäudes am Domplatz sowie einen viergeschossigen modernen Neubau anstelle des Gebäudes der Diözese in der Brunogasse vor. Der Bürgermeister versprach, darüber nachzudenken.
„Es ist ohne Zweifel das schönste Projekt, das die Gemeinde in den vergangenen Jahren angegangen ist“_ Renato Sette, Verfahrensverantwortlicher der Gemeinde Brixen schichte der Idee eintauchen, die Bibliothek in den bestehenden Gebäuden des Finanz- und Gerichtsgebäudes am Domplatz zu realisieren. Denn diese Idee war auf politischer Ebene bereits im Winter 2009 definitiv beschlossen worden – nach einem sehr langen und teilweise auch heftig geführten Diskussionsprozess, der im Grunde bereits 1984 begonnen hatte, 6
tung, durch die Verlagerung der frequenzreichen Bibliothek auf das Priel-Gelände werde das Stadtzentrum geschwächt, und auch einige Architekten waren der Meinung, dass die Nutzung und Aufwertung alter Gebäude besser wäre als ein steriler Neubau. Die Leitung der Stadtbiblio thek unterstützte hingegen die Idee der Arbeitsgruppe: Im Juli 2008 erklärte der Bibliotheksrat im
Standortentscheidung im Herbst 2009. Die endgültige Entscheidung traf die Ratsfraktion der Südtiroler Volkspartei kurze Zeit später: Pürgstaller hatte die Stadt- und Gemeinderäte sowie die restlichen Mitglieder der SVP-Ratsfraktion angewiesen, die Vor- und Nachteile der zwei Möglichkeiten abzuwägen. Am Ende der mehrere Wochen dauernden Diskussion des etwa
20-köpfigen Gremiums stimmten neun SVP-Ratsfraktionsmitglieder für die Variante am Domplatz und sieben für jene eines Neubaus in der Zone Priel. Um genau zu sein, hatte Pürgstaller im letzten Moment noch eine Alternative in den Raum gestellt: Er wollte die Alte Post samt dem damals noch ungenutzten Schlachthof zur Bibliothek umbauen und die dort angesiedelten Gemeindeämter umsiedeln. Trotz der Nähe zum Zentrum ließ sich auch dafür keine Mehrheit finden. Pürgstaller hatte sich nämlich überhaupt nicht begeistern lassen für die Idee der Architekten, denn die dafür notwendigen Immobilien hatten mehrere Eigentümer, und er befürchtete, dass es sehr kompliziert und entsprechend zeitintensiv werden könnte, die Verfügbarkeit über alle Immobilien zu erhalten. Heute wissen wir: Pürgstaller hatte recht. Allein
SCHAUFENSTER ZUM DOM: Der Blick aus dem neuen Gebäude der Bibliothek unterstreicht die Bedeutung des einmaligen historischen Umfeldes
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die Verhandlungen mit der Domänenverwaltung zum Erwerb des alten Gefängnisses dauerten Jahre. Gleichzeitig war er aber
optimistisch genug, nach der Abstimmung in der Ratsfraktion und dem darauffolgenden Beschluss im Gemeinderat den anfangs er-
Die neue Bibliothek erstreckt sich über vier Gebäude: dem ehemaligen Gericht, dem ehemaligen Finanzgebäude, dem alten Gefängnis und dem Neubau
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wähnten internationalen Ideenwettbewerb zu initiieren – ohne die für eine Realisierung notwendige Verfügbarkeit der einzelnen Gebäude und Grundstücke zu besitzen. Das war auch deshalb mutig, weil er damals nicht wissen konnte, ob die Domänenverwaltung in Rom das alte Gefängnis jemals freigeben würde. So blieb das Siegerprojekt einige Jahre in der Schublade. Während die Übertragung eines Gebäudes der Diözese in der Brunogasse ziemlich unproblematisch war – die Diözese erhielt dafür Kubatur südlich des Hofburggartens –, entwickelten sich die Verhandlungen zum Gefängnis zwischen Staat, Land, Gemeinde und einem privaten Bauunternehmer zu einer weiteren „Unendlichen Geschichte“, bis 2015 Landeshauptmann Arno Kompatscher das komplizierte Vertragskonstrukt endgültig verwarf und einen ein-
facheren Weg einschlug – das war die Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde im Jänner 2017 endlich das Eigentum des Gefängnisses erwerben konnte. Danach ging es plötzlich schnell: Im ersten Halbjahr 2017 wurde das erste Obergeschoss des ehemaligen Gerichtsgebäudes renoviert, von Juni desselben Jahres bis August 2018 erfolgte die Ausführungsplanung, und seit dem heurigen Mai wird nun gebaut.
Virtueller Spaziergang in die Zukunft. Der „Brixner“ durfte
vor einigen Tagen die Baustelle besichtigen – gemeinsam mit dem Stadtrat für öffentliche Bauten, Thomas Schraffl, Kultur-Stadträtin Monika Leitner, Bibliotheksdirektor Bruno Kaser und GemeindeMitarbeiter Renato Sette, der die Bauarbeiten koordiniert. Anhand der Projektpläne und dem derzeitigen Stand der Arbeiten wagen 7
Foto: Oskar Zingerle
Stadträtin Monika Leitner: „Diese Bibliothek wird für alle zugänglich sein – auch für Menschen mit Beeinträchtigung“
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im Neubau, der durch klare und moderne Linien besticht – und durch viel Licht. Damit setzen die Architekten einen spannenden Kontrapunkt zu den historischen Räumen, die wir gerade durchschritten haben. In diesem akustisch optimierten großen Raum gibt es eine Auswahl an Zeitschriften sowie Online-Kataloge zum Selbstverleih. Acht kleine runde Tische und 40 Stühle laden ein zum Verweilen.
„Lesegarten“ als Juwel. Von
hier aus gelangen wir auch in einen Lesegarten, der übrigens ausschließlich über diesen Weg erreichbar sein wird – er wird nämlich umrahmt von der bereits bestehenden historischen Mauer. „Das war eine Vorgabe des Landesdenkmalamtes“, sagt Renato Sette. Dieser Garten war nämlich ursprünglich geschlossen und dem entsprechend nicht von der Brunogasse aus erreichbar. Das Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
wir einen virtuellen Gang durch die neue Stadtbibliothek, die übrigens zwei Haupteingänge haben wird – eine am Domplatz und eine in der Brunogasse. Also spazieren wir am Domplatz in Richtung südöstliche Ecke und kommen an einen kleinen Hofraum, der sich durch zwei Granitbänke vom Rechteck des Domplatzes abgrenzt. An der östlichen Wand dieser kleinen offenen Einbuchtung befindet sich eine Klappe, in der wir bei unserem virtuellen Spaziergang die ausgeliehenen Bücher und Medien einfach hineingleiten lassen können – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Auf der anderen Seite dieser Klappe befindet sich in einem eigenen Raum eine hochtechnologische Selbstverbuchungsstation, die jedes eingeworfene Medium über eine Transponderetikette identifiziert und in einen entsprechenden Behälter gleiten lässt. Wir schreiten durch das Tor und sind zunächst vielleicht ein bisschen enttäuscht, denn hinter dem Eingangstor befindet sich nicht ein geräumiger Empfangsraum, wie man ihn sich vorstellen könnte, sondern ... ein Gang. Auf der rechten Seite finden wir einen Raum mit verschließbaren Schränken. Wir befinden uns hier in den ehemaligen Büroräumen des Finanzamtes – mancher Brixner wird sich an diese Räume möglicherweise erinnern. Wir aber biegen nach links ab
Besichtigung der Baustelle: Stadtrat Thomas Schraffl, Renato Sette, Willy Vontavon, Stadträtin Monika Leitner und Bibliotheksdirektor Bruno Kaser in einen ebenfalls überschaubaren Raum mit einer Infothek. Der Aha-Effekt kommt einige Schritte später: Über einen offenen Durchgang schreiten wir in den großzügigen Empfangsbereich der Bibliothek. Jetzt befinden wir uns 8
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Gerichtsgebäude war die Residenz der Bischöfe, nachdem sie im 10. Jahrhundert von Säben nach Brixen gezogen waren; in diesem angrenzenden Garten hatte man Gemüse und Obst angebaut. Die Vorgabe des Landesdenkmal-
amtes, aus dem Garten wieder einen „Hortus conclusus“ zu machen, bedingte auch das Entfernen des Baumbestandes, der nicht der ursprünglichen historischen Nutzung entsprach. „Es gab ein weiteres Problem“, sagt Renato Sette, „die Zedern und Birken, die hier gewachsen waren, drohten die alte Mauer langfristig zu beschädigen, die wir ja unbedingt erhalten wollen“. Bereits auf dem Plan wird ersichtlich: Dieser Garten wird ein Juwel der neuen Bibliothek darstellen. Hier kann man in gerade ausgeliehenen Medien schmökern und die Natur genießen. Ein einziges Tor führt nach außen – in das angrenzende Grundstück des Kassianeums. „Das ist lediglich ein Dienstzugang, über den wir Geräte zur Gartenpflege führen können“, sagt Sette. Normalerweise wird er aber verschlossen sein. Wir gehen zurück in den Empfangsraum und schreiten über eine – heute natürlich noch nicht existierende – Treppe ins erste Obergeschoss. Hier finden wir einen weiteren lichtdurchfluteten Verweilraum und Durchgänge zum Verwaltungsbereich und zu den ersten nach Zielgruppen eingeteilten Räumen, in denen die verschiedenen Medien zu finden sind: Bücher, CDs, DVDs – alles, was das Herz begehrt. Über eine weitere Treppe erreichen wir, immer im Neubau, einen weiteren Raum, der in Zukunft auch für Veranstaltungen genutzt werden kann – zum Beispiel für Lesungen. Von jeder Etage aus führen Durchgänge in den historischen Trakt mit den jeweiligen dezidierten Räumen. Die neue Bibliothek wird sich ein bisschen als historisch-modernes Labyrinth anfühlen – neue Bausubstanz kongenial vereint mit alten Mauern.
Die Jurybewertung von 2010. Dem entsprechend fiel 2010 auch die Jurybewertung des Wettbewerbs aus: „Die Projektanten gehen von einer präzisen Ana-
lyse des städtischen Umfeldes aus und generieren daraus ein gut proportioniertes Raumgefüge, das der Bibliothek als kulturellen Treffpunkt einen zeitgemäßen Ausdruck verleiht. Seine Identität bezieht das Gebäude aus den individuell und skulptural geformten Wand- und Dachelementen, die eine selbstbewusste Haltung und eine starke Präsenz in der Brunogasse ausdrücken. Der neue Baukörper schließt ganz selbstverständlich an den Bestand an und entwickelt daraus sehr spielerisch seine bewegte Form, die in expressiv gestalteten Erkern und Dachverglasungen mündet. Über diese ‚Schaufenster‘ (...) spannt die Bibliothek einen Bogen von der Hofburg im Westen zur Johanneskapelle und zum Dom im Nordosten. Die Bibliothek unterstreicht dadurch die Bedeutung dieses einmaligen historischen Umfeldes.“ Dank des bedeutsamen Standorts und der Verwurzelung im kulturellen Kontext wird die Architektur des Gebäudes verschmelzen und einen ständigen Dialog mit der Umgebung eingehen. Die charakteristischen, von Zeit und Raum hinterlassenen „architektonischen Formen“ wie der Laubengang, die Baufluchten mit den typischen Erkern, die gebäudehohen Lichthöfe und die steilen Dachvorsprünge, wurden zu wichtigen Grundsätzen im Planungsprozess.
Die Renaissance der Bücher. „Die raschen Veränderungen und die stetig wechselnden Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft setzen voraus, dass der Raum der Bibliothek flexibel und wandelbar ist“, sagt Bibliotheksdirektor Bruno Kaser, der sich sichtlich darauf freut, die neuen Räume nutzen zu dürfen. Auch er hatte 2009 für einen Neubau plädiert; inzwischen habe er sich aber „zwangsläufig“ mit dem Standort Domplatz angefreundet. „Bibliotheken haben international betrachtet in den letzten Jahren an Wichtigkeit zugenommen“, sagt Kaser, „vor zehn Jahren hatte man das Ende des Buches in Papierform vorausgesagt, heute erlebt es hingegen eine regelrechte Renaissance“. Allerdings haben die Bibliotheken neue Aufgaben bekommen: „Es sind keine reinen Ausleihstrukturen mehr, sondern soziale und kulturelle Treffpunkte“. Die neue Bibliothek solle „nicht nur baulich eine Kombination sein zwischen Alt und Neu, sondern auch inhaltlich“: Neben Büchern
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Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
Stadtrat Thomas Schraffl: „90 Prozent der Gesamtkosten von etwa 12 Millionen Euro werden wir selbst stemmen müssen“ in Papierform wird man Medien auch digital über Notebooks und Tablets nutzen können. Dem entspricht auch die Konzeption der neuen Bibliothek: „Die Philosophie einer Bibliothek soll erhalten bleiben, aber es soll auch viele andere Medien geben. Vor allem aber soll die gesamte Bevölkerung die Bibliothek als Treffpunkt leben – als einzigen Ort in der Stadt, wo man sich treffen kann, ohne etwas konsumieren zu müssen.“ Im Vergleich zu den heute genutzten Räumen wird die neue
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Bibliothek etwa fünfmal so groß sein: 2.260 Quadratmeter Nutzfläche sowie 1.101 Quadratmeter Freifläche stehen zur Verfügung. Für die Verwaltbarkeit ist eine solche Struktur natürlich schwieriger als ein Neubau, den man maßgeschneidert nach den eigenen Bedürfnissen planen und realisieren kann. „Das stimmt auf jeden Fall“, sagt Kaser, „die Bibliothek ist de facto auf drei Gebäude aufgeteilt, und die alten Gebäude sind ziemlich kleinräumig“. Man habe sich darauf eingestellt: „Wir werden uns eben mit technischen
Hilfsmitteln ausstatten. So gibt es in jedem Raum eine Kameraüberwachung, damit meine Mitarbeiter nicht überall und zu jeder Zeit präsent sein müssen“. Das Nutzungskonzept der Räume wurde so erstellt, dass „die Wege der Mitarbeiter so kurz wie möglich gehalten werden“. Und trotzdem: „Es wird eine Herausforderung“, sagt Kaser, „derzeit hat die Bibliothek zehn Mitarbeiter, viele davon in Teilzeit. Mit der neuen Infrastruktur rechnen wir mit einem Bedarf von zwei zusätzlichen Mitarbeitern.“
Der „Tschumpus“ bleibt erhalten. Der Hofraum des ehemaligen
Gefängnisses, der seit vier Jahren von Georg Kaser als „Tschumpus“ für kulturelle Veranstaltungen angemietet wird, wird übrigens diese Nutzungsmöglichkeit behalten: „Der Tschumpus hat sich etabliert“, sagt auch Kulturstadträtin Monika Leitner, „wie er in Zukunft allerdings verwaltet werden wird, steht noch in den Sternen“. Die WC-Anlagen der Bibliothek werden jedenfalls über einen eigenen Eingang auch von den Besuchern des Tschumpus genutzt werden können.
Für Leitner ist ein weiterer Aspekt aber wichtig: „Nachdem es sich hier um neue und alte Gebäude handelt, gibt es unterschiedliche Höhen bei den Böden – und so mussten wir danach trachten, alle Räume behindertengerecht zu gestalten“. So gibt es natürlich einen Aufzug, aber „auch das Möbelprogramm wurde durch die Bozner Sozialgenossenschaft ‚Independent‘, die Konzepte für Barrierefreiheit erstellt, evaluiert.“ Auch das niederschwellige Leitsystem entspreche den Vorgaben. „Diese Bibliothek wird für alle zugänglich sein“, freut sich Leitner. So wird es auch Medien für Blinde und Hörgeschädigte geben sowie die entsprechenden Leseplätze. Einzig im Lesegarten gebe es noch Entscheidungsbedarf: „Das Landesdenkmalamt fordert einen Schotterweg, der aber für Rollstuhlfahrer nicht geeignet ist“.
Kosten und Finanzierung. Fast
12 Millionen Euro wird die neue Stadtbibliothek kosten, 5 Millionen allein für Sanierung der historischen Gebäude und für den Neubau. „Die Bibliothek ist zusammen mit der Musikschule derzeit die wichtigste und größte
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Foto: Oskar Zingerle
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Bibliotheksdirektor Bruno Kaser: „Die Bibliothek soll nicht nur baulich eine Kombination sein zwischen Alt und Neu, sondern auch inhaltlich“
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Baustelle der Gemeinde Brixen“, sagt der für öffentliche Bauten zuständige Stadtrat Thomas Schraffl, „die Musikschule wird im September 2020 fertiggestellt sein, die Bibliothek ein Jahr später.“ Bezahlen muss die Gemeinde die Bibliothek aus eigenen Mitteln – das Land trägt mit lediglich 50 Prozent der Einrichtung bei, also mit etwa 500.000 Euro. „Wir versuchen trotzdem, weitere Landesbeiträge abzuholen, zum Beispiel für die denkmalgerechte Sanierung. 90 Prozent der Gesamtkosten werden wir aber sicher selbst stemmen müssen“, sagt Schraffl. Mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten sei er sehr zufrieden: „Ein Bau
mitten in der Altstadt ist immer schwierig, und bei Sanierungen weiß man nie, welche Probleme unter einem Boden oder hinter einer Mauer plötzlich entstehen können“. „Es ist ohne Zweifel das schönste Projekt, das die Gemeinde in den vergangenen Jahren angegangen ist“, sagt Renato Sette, „Neues mit Altem zu verbinden ist immer reizvoll, und hier spürt man, dass diese Verbindung ausgezeichnet funktionieren wird.“
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Politik & Gesellschaft
REIHE: DIE 5 BEFREUNDETEN STÄDTE VON BRIXEN
Terracina: Mehr als nur ein Geheimtipp Den Abschluss der fünfteiligen Serie über die Städte, die mit Brixen ein Freundschaftsabkommen unterhalten, bildet Terracina. Die liebliche Hafenstadt zählt annähernd 47.000 Einwohner und befindet sich in der Provinz Latina in der mittelitalienischen Region Latium am Tyrrhenischen Meer, das durch sein charakteristisch-verführerisches Karibikblau besticht.
D
ie Stadt Terracina, die sich rund 100 Kilometer südöstlich von Rom befindet, verfügt über ein besonders mildes Klima, das sich dank des Schutzes der Asuoni-Berge im Norden Terracinas vor den Strömungen der kalten Luft schützt. Die Jahrestemperatur beträgt im Schnitt 17,4 Grad Celsius; in der Regel liegen die Niederschläge zwischen 800 und 1.000 Milliliter pro Jahr.
Zur Geschichte. Von großem In-
teresse sind die ältesten Funde in der Gegend, die altersmäßig bis in die Urzeit zurückreichen. In der volskischen Seestadt Anxur wurde im vierten vorchristlichen Jahrhundert die römische Bürgerkolonie „Tarracina“ angelegt, nachdem die Römer die indigene Bevölkerung der Volsker unterwarfen. Da das Gebiet vom Latinischen Bund aufgenommen wurde, erhielten die Einwohner das römische Bürgerrecht. Auch führte die legendäre Römerstraße (Via Appia) durch die Stadt. Im Jahr 591 wurde die Synagoge zerstört. Papst Gregor I., zu jener Zeit Oberhaupt der Katholischen Kirche, ordnete an, sie in größerer Distanz zur Kirche wieder aufzubauen. Sie ist heute nicht mehr erhalten.
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In der byzantinischen Ära war Terracina eine bedeutsame Militärfestung. Der Historiker Procopius berichtet noch im 6. Jahrhundert von der guten Erhaltung der Straße. In der Entstehungsphase des Kirchenstaates wurden viele städtische Kirchen gegründet und Heiligtümer von Märtyrern außerhalb der Stadt errichtet. Die Milizen von Papst Hadrian I. lehnten im späten 8. Jahrhundert den Versuch ab, die Stadt unter der Führung des byzantinischen Verbündeten Gaeta im lombardischen Herzogtum Benevent zu besetzen. Ende des 10. Jahrhunderts übergab Papst Sylvester II. die Stadt als Fehde an den Grafen von Traetto. Später wurde die Kathedrale von Bischof Ambrosio feierlich eingeweiht; in derselben Zeit fand hier die Wahl von Papst Urban II. statt. Des Weiteren stand Terracina im Kreuzfeuer der Kämpfe zwischen den herrschenden römischen Familien. In der Folge wurde die Stadt immer mehr mit öffentlichen Gebäuden ausgestattet, und die Stadtordnung fußte auf der römischen Stadtplanung und keineswegs mehr auf der Aufteilung in Gemeinden. Als die Päpste ihren Aufenthalt in Avignon hatten, widersetzte
sich Terracina im ausgehenden Mittelalter den Caetani aus Fondi, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts auf den Berg Sant’Angelo kamen. Sie wurden aufgrund der Intervention der genuesischen Flotte gegen eine Gebühr von 3.500 Gulden, die in 20 Jahresraten zurückerstattet wurden, ausgewiesen. In dieses Zeitfenster fällt auch ein ökonomischer Wohlstand Terracinas, zumal man ja ein Teil des genuesischen Handelsimperiums war. Später wurden neue Steuern erhoben, und die Unzufriedenheit innerhalb der ortsansässigen Bevölkerung stieg. Zudem wurde Terracina von Alfons I., dem König von Neapel, besetzt. Die Kämpfe zwischen den Fraktionen zugunsten der Franzosen, der Aragonier und des Papstes führten zum Niedergang der Stadt und zum Ende der kommunalen Autonomie. Im fernen Jahr 1499 wurde die Stadt durch die Intervention von Papst Alexander VI. befriedet.
Malariaepidemie, Papst Pius VI. und mehr. Im 16. Jahrhundert wütete die Malaria in Terracina. Die Bevölkerungsanzahl ging rapide und kontinuierlich zurück. So lebten 1572 in der Stadt
nur noch etwa 150 Menschen. Durch die freie Verteilung von Land und Steuerbefreiung konnte die Anzahl der Einwohner im 17. Jahrhundert und dem Zuzug wohlhabender Familien, die die Herrenhäuser aufbauten und renovierten und die die Kirchen restaurierten, wieder sukzessive steigen. Ende des 18. Jahrhunderts, als Papst Pius VI. im Kirchenstaat das Sagen hatte, verzichtete man auf weitere Versuche, die Pontinischen Sümpfe zurückzuerobern. So konnte sich die Stadt in der Ebene in der Nähe des alten römischen Hafens mit dem neuen Borgo Pio entwickeln. Die Besatzung durch napoleonische Truppen wurde durch die Rebellion der lokalen Bevölkerung 1798 behindert. Zwei Jahrzehnte später war es Papst Pius VII., der mit König Ferdinand I. ein Abkommen zu Papier brachte, mit dem die Beziehungen zum Königreich beider Sizilien („Regno delle due Sicilie“) sanktioniert wurden. Später wurden auch die Bauarbeiten für den neuen Kanalhafen in die Wege geleitet. Mitte September 1870 wurde die Stadt am Tyrrhenischen Meer dem Königreich Italien angegliedert.
Internationaler Flair in Terracina. Die Stadt, die mit Brixen,
der Bischofsstadt am Eisack, eine seit Mai 2007 bestehende Freundschaft pflegt, unterhält mit verschiedenen Städten Europas ein Partnerschaftsabkommen. Dazu zählen Bad Homburg (Deutschland), Chur (Schweiz), Exeter (Vereinigtes Königreich), Cabourg (Frankreich), Ju-rmala (Lettland), Mayrhofen (Österreich), Pécs/Fünfkirchen (Ungarn), Mondorf-les-Bains (Luxemburg), Spa (Belgien) und Sergiev Posad (Russland). Bereits der europäische Querschnitt dieser Städte lässt erkennen, dass ein Hauch von Internationalität in Terracina besteht und durch die Aufrechterhaltung der bilateralen Beziehungen ein reger kultureller Austausch stattfindet.
Seit Mai 2007 pflegt Brixen eine Freundschaft zur malerischen Hafenstadt Terracina am Tyrrhenischen Meer
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Terracina macht süchtig. Male-
In der Ruhe liegt die Kraft. Terracina ist indes der richtige Ort für alle, die ihre Sehnsucht nach Ruhe stillen wollen. Und es ist auch der richtige Platz für Individualisten: Wer kein 08/15-Pauschalurlauber ist, genießt die Möglichkeit, hier Energie zu tanken oder ein wenig abzuschalten. Die Geheimnisse Terracinas – ups, jetzt habe ich sie verraten − sind die Beschaulichkeit, der Charme und die Authentizität. Die mediterrane Natur breitet sich unge-
risch, idyllisch, nach Sehnsucht schreiend – so oder so ähnlich kann man das kleine Städtchen mit endlos weiten und oftmals leeren Stränden, aufrichtigem Alltagsleben und historischen Ruinen beschreiben. Das Ganze wird einem klar, wenn man beispielsweise das formvollendete Bild des deutschen Landschaftsmalers Ernst Willers betrachtet, der 1843 Terracina in Öl auf Leinwand festhielt. Die Küstenstadt, ungefähr auf halber Strecke zwischen Rom und Neapel gelegen, vermittelt das unverdorbene und lebenslustige Italien, das im oftmals melancholischen und schwermütigen Tirol trotz mediterraner Einflüsse manchmal eine Seltenheit ist. Rom, Venedig und Rimini werden von zahllosen Touristen heimgesucht; Terracina ist nicht so überlaufen und symbolisiert mit dem geschichtsträchtigen Zentrum jenes Italien, das wir lieben und das sich wie aus dem Bilderbuch präsentiert. Und auch der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe notierte 1787 während seiner Italienreise, dass ihm an Terracina vor allem die „vergnügliche Felsenlage“ gefiele.
hindert aus, Hotelkomplexe und Massentourismus sind nicht vorhanden. Die Zitronenbäume duften, die hügeligen Olivenhaine laden zu einem Ausflug ein, die Pinien spenden Schatten. Kurzum: Wer eine angenehme Urlaubsstimmung sucht und seine Italiensehnsucht stillen will, ist mit der Latium-Küste und Terracina jederzeit gut beraten. Andreas Raffeiner Leserbriefe an: echo@brixner.info
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5. November wird das Fest des hl. Cäsar begangen. Die Feierlichkeiten anlässlich des Namenstages des Schutzpatrons werden immer auf den folgenden Samstag, Sonntag und Montag verschoben, damit sie nicht mit dem Allerheiligenfest zusammenfallen. Eine schöne Prozession findet am Samstagabend statt. Die hl. Messe wird vom Diözesanbischof und allen Priestern der Stadt zelebriert. Der Besuch dieser religiösen Festlichkeiten gehört zum Pflichtprogramm der Bewohner von Terracina im Kalenderjahr. Aber auch Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel hat eine Bedeutung: Sie beschützt die Fischer von Terracina. Das Fest, das am Sonntag nach dem 16. Juli gefeiert wird, ist ein charakteristisches Fest des Meeres, bei dem man auch eine Prozession von Booten erleben kann. Wie in Tirol, wird auch in der mittelitalienischen Hafenstadt am Tyrrhenischen Meer der hl. Josef verehrt.
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Freundschaften in der Statistik Laut einer Studie des ASTAT haben die Südtiroler Freunde, sind mit den Beziehungen zu ihren Freunden zufrieden und können bei Bedarf auf ihre Freunde zählen.
A
nlässlich des Internationalen Tages der Freundschaft am 30. Juli 2019 veröffentlichte das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) interessante Daten zu den zwischenmenschlichen Beziehungen der Südtiroler. Die Untersuchungen beziehen sich auf das Jahr 2018; es wurden dabei die Freundschaft und das Vertrauen in den Nächsten betrachtet. Zwischen Februar und April 2018 wurden 528 Südtiroler Haushalte befragt; es gab 1.271 tatsächlich durchgeführte Befragungen von Einzelpersonen. Den Südtirolern wurden Fragen zu Treffen mit Freunden, zur Zufriedenheit der Beziehungen, zum Vertrauen in Freunde und zum Vertrauen in andere Personen gestellt. Laut den Ergebnissen der Befragung gibt es kaum signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der Stadt- und Landbevölkerung, wohl aber bei den Ergebnissen in den unterschiedlichen Altersgruppen.
Fast alle haben Freunde. Im
Durchschnitt treffen die Südtiroler ihre Freunde in der Freizeit zwei- bis dreimal in der Woche. Dabei liegt der Prozentsatz der unter 18-Jährigen mit 79 Prozent am höchsten, sinkt dann bei den Erwachsenen bis zu 64 Jahren auf 28 Prozent und steigt dann ab den 64-Jährigen wieder auf 41 Prozent. Das ist die Gruppe der „Jungen Alten“, die in der Soziologie große Beachtung findet. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Treffen mit Freunden pro Woche ab. Nur zwei Prozent geben an, keine Freunde zu haben.
Zufriedenheit. Bemerkenswert
ist auch, dass 89 Prozent die eigenen Beziehungen zu Freunden positiv bewerten und 54 Prozent mit ihren Freundschaften „ziemlich zufrieden“ sind. Der Zufriedenheitsgrad nimmt mit zunehmendem Alter etwas ab 14
Foto: Getty Images
Politik & Gesellschaft
SÜDTIROL
und liegt bei den Frauen mit 38 Prozent etwas höher als bei den Männern mit 32 Prozent. Laut dem ASTAT-Bericht können vier von fünf Südtirolern auf ihre Freunde zählen. Bereits der lateinische Dichter Quintus Ennius wusste um den Wert der wahren Freundschaft: Einen sicheren Freund erkenne man daran, dass man auf ihn zählen kann, wenn man ihn braucht.
Freunde helfen auch. Auch
wenn 99 Prozent der Personen mit 14 und mehr Jahren angeben, Freunde zu haben, so können jedoch nur 79 Prozent auf ihre Freunde im Bedarfsfall zählen. 14 Prozent haben keine echten Freunde und sieben Prozent sind sich der Echtheit ihrer Freundschaften nicht sicher. Die Möglichkeit, sich im Bedarfsfall an Verwandte und Nachbarn zu wenden, wurde auch untersucht. 70 Prozent der Bevölkerung haben Nachbarn, die gerne helfen, und 55 Prozent können auf andere Verwandte (neben Eltern, Kindern, Geschwistern, Großeltern und Enkelkindern) zählen. Es sind wieder keine signifikanten Unterschiede nach Geschlecht zu erkennen, aber eine Abhängigkeit vom Alter, vor allem beim Übergang vom Erwachsenen- zum Se-
niorenalter. Tatsächlich haben 82 Prozent unter den 14- bis 64-Jährigen gegenüber 68 Prozent der über 64-Jährigen Freunde, die im Bedarfsfall Hilfe anbieten. 66 Prozent unter den 14- bis 39-Jährigen gegenüber 53 Prozent der 40- bis 64-Jährigen und 44 Prozent der über 64-Jährigen haben Verwandte, die im Bedarfsfall Hilfe anbieten. Auch die demographische Größe der Wohngemeinde beeinflusst die Verfügbarkeit von Menschen, auf die man zählen kann: Im Vergleich zu den städtischen Gebieten besteht in den ländlichen Gemeinden eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich auf Verwandte (66% gegenüber 38%) und Nachbarn (77% gegenüber 60%) verlassen zu können.
den meisten Menschen vertrauen kann. Bei den über 64-Jährigen ist das Vertrauen gegenüber dem Nächsten geringer als bei den anderen Altersklassen. Interessant ist, dass der Landesdurchschnitt in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit der Mitmenschen im Verhältnis zum gesamtstaatlichen Mittelwert deutlich höher liegt: 79 Prozent der Italiener sind misstrauisch. Das Vertrauen bezogen auf einen konkreten Fall, wie zum Beispiel die Rückgabe der verlorenen Brieftasche, liegt gegenüber Ordnungskräften und Nachbarn bei 90 Prozent, sinkt aber auf 21 Prozent bei völlig Fremden. Das Vertrauen der Landbevölkerung ist hier höher als jenes der Stadtbevölkerung.
Vertrauenswürdige Südtiroler. Fazit. Durch den Internationalen Vier von zehn Südtirolern denken, dass die meisten Menschen „vertrauenswürdig“ sind. Das bedeutet, dass bei 60 Prozent der Befragten im Umgang mit den Mitmenschen Vorsicht geboten ist. Erwähnenswert ist hier der geschlechtsspezifische Unterschied in Bezug auf die Frage, ob der Großteil der Personen vertrauenswürdig sei; er fällt gering, aber doch signifikativ aus: 43 Prozent der Männer gegenüber 37 Prozent der Frauen denken, dass man
Tag der Freundschaft soll das gegenseitige Vertrauen gefeiert und gefördert werden. Das ASTAT hat die Untersuchung durchgeführt und veröffentlicht; es liegt jetzt an den jeweiligen Institutionen, auf die Ergebnisse zu reagieren. Aber auch für den Einzelnen liefert der ASTAT-Bericht aufschlussreiche Informationen über die menschlichen Beziehungen der Südtiroler. hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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BRIXEN/ROM
Politik & Gesellschaft
„Das Scheitern war vorprogrammiert“ Während nach dem Ende der Regierung Conte Staatspräsident Sergio Mattarella in Rom Konsultationen mit allen Parteien durchführte, unterhielt sich der „Brixner“ mit der Kammer-Abgeordneten RENATE GEBHARD. Für unsere Leser zieht sie ein Resümee zu den 14 Regierungsmonaten und wagt einen Ausblick – im Bewusstsein, dass ihre Aussagen bei Erscheinen dieses „Brixner“ bereits wieder ungültig sein könnten, denn: „Politische Stabilität ist in Italien die Ausnahme“.
Frau Gebhard, die Regierungskoalition zwischen dem Movimento 5 Stelle und der Lega ist zu Ende – Zeit für eine Bilanz: Meine persönliche Wahrnehmung der vergangenen 14 Monate ist, dass diese Regierung Italien nicht gutgetan hat ... RENATE GEBHARD: Diese Wahrnehmung ist richtig. Die 14 Monate dieser Regierung waren gekennzeichnet von internen Konflikten und Streitereien, die die Arbeit na-
türlich negativ beeinflusst haben. Die Regierungsarbeit wurde dadurch verlangsamt und gehemmt. Fazit? Nun, dazu reicht es, sich die Zahlen anzuschauen: Wir haben Null Wirtschaftswachstum; die Maßnahmen, die diese Regierung getroffen hat, haben wenig Positives bewirkt. Das vom Movimento 5 Stelle anfangs so hochgepriesene Grundeinkommen, der „reddito di cittadinanza“, war ein absoluter Flop. Dieses Gesetz war für das Land sehr schädlich. Nur ein kleines Beispiel: Die Sommersaison an Italiens Stränden war immer
view der Regierung ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt: Matteo Salvini hat er als „Hassprediger mit Rosenkranz“ betitelt ... Als Südtiroler Parlamentarierin würde ich eine solche Aussage in dieser Form nicht tätigen. Das hat einen bestimmten Grund: Mein Auftrag ist, für Südtirol das Beste herauszuholen, und dafür brauchte es immer schon viel Fingerspitzengefühl und Diplomatie. Wir Südtiroler Parlamentarier, die die deutsche und ladinische Minderheit vertreten, sind ein sehr kleines Rädchen in diesem riesigen Uhrwerk. Wir brauchen
behandle alle mit dem notwendigen Respekt. Das ist zielführend, weil man nie weiß, in welcher Position sie morgen sein werden. Was immer auch kommen mag – ein konstruktives Gespräch muss mit allen Ansprechpartnern möglich sein. In meiner Wahrnehmung gibt es eine große Diskrepanz zwischen der Person Matteo Salvini und der Lega als Partei. Ja, das ist korrekt. Salvini ist ein absoluter Populist, und seine populistische Art, Politik zu betreiben, gefällt mir überhaupt nicht. Nichtsdestotrotz muss ich nach
„Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre ein immenser Schaden – vor allem auch für Südtirol als Grenzgebiet“_ Kammerabgeordnete Renate Gebhard (SVP) ein Auffangbecken für Leute auf Arbeitssuche, weil der Tourismus jedes Jahr viele tausend Mitarbeiter braucht. Heute hingegen finden die Touristiker keine Leute mehr: Es gibt zu wenig Bademeister, zu wenig Leute im Service. Der „reddito di cittadinanza“ ging total an den Notwendigkeiten des Landes vorbei.
Ansprechpartner, um unsere Interessen durchzubringen. Ansprechpartner und Parteien wechseln aber ständig. Daher ist es für uns wichtig, „mit allen halbwegs zu können“. Das ist natürlich manchmal eine Gratwanderung und mag komisch klingen, aber in Rom ticken die Uhren nunmal anders.
Auch die Rentenregelung „Quota 100“ hat sich auf den Haushalt negativ ausgewirkt.
Fundamentale Opposition oder persönliche Angriffe sind also tabu ...
Ja, und auch hier ist die Wirkung ausgeblieben, denn es hatte ja geheißen, dass durch den früheren Renteneintritt Arbeitsplätze für die Jungen frei würden. Das war ein ziemlich naiver Ansatz.
Für mich ja, da sie der Sache nicht dienlich sind. Schauen Sie, heute sitze ich mit Filippo Maturi von der Lega und mit Marco Di Maio vom PD im Verfassungsausschuss, und in der letzten Legislaturperiode saß ich mit Giancarlo Giorgetti, der heutigen Nummer 2 der Lega, im Föderalismusausschuss. Ich
Landeshauptmann Arno Kompatscher hat in einem FF-Inter16
den 14 Monaten dieser Regierung feststellen, dass ich mit den Abgeordneten der Lega erheblich besser arbeiten konnte als mit denen des Movimento 5 Stelle. Das liegt daran, dass die LegaVertreter autonomiefreundlicher sind und zudem vielfach aus Realitäten entstammen, die den unseren sehr ähnlich sind. Die Lega-Abgeordneten haben bis auf wenige Ausnahmen bereits politische Erfahrung auf regionaler oder kommunaler Ebene, was den Abgeordneten des Movimento fehlt. Die sind oft geradezu realitätsfremd; es ist viel schwieriger, sie von etwas zu überzeugen. Sie sind extrem misstrauisch. Vor allem aber haben sie überhaupt kein Gespür für unsere Realität, unsere Autonomie, und für die besondere Situation von uns Südtirolern als Minderheit.
Foto: Oskar Zingerle
Der Wechsel von der Opposition in die Regierung ist offenbar schwierig ... Ja, sie haben diesen Wechsel nicht geschafft. Sie tun sich unmöglich schwer mit der Regierungsarbeit; viele sind immer noch in ihrer Oppositionsrolle steckengeblieben. Das merkt man oft auch bei den Ministern des Movimento, die sich im Parlament aufführen, als wären sie noch in der Opposition. Was mich verwundert, ist, dass Matteo Salvini gegen Skandale oder Skandälchen immun zu sein schein – ob es nun seine Pakteleien mit Wladimir Putin sind oder die fehlenden 49 Millionen der Lega oder auch sein Sohn, der sich im Jetski der Carabinieri herumchauffieren lässt. Solche Geschichten hätten in anderen Ländern sofortige Rücktritte zur Folge. Nun, diesbezüglich gilt es abzuwarten. Was aber stimmt, ist, dass Salvini bis vor kurzem von einer Welle der Zustimmung getragen wurde, und man hatte den Eindruck, er könne sich alles erlauben. Dieser Erfolg ist ihm offenbar zu Kopf gestiegen. Jetzt aber ist er angreifbar geworden: Mit dem Heraufbeschwören der Regierungskrise in dieser Phase hat er sich selbst geschwächt, was ohne Zweifel ein grober strategischer Fehler war. Jene Leute, die ihn vor wenigen Wochen noch angebetet haben, äußern sich jetzt plötzlich überaus kritisch zu seiner Person. Außerdem muss man bedenken, dass die Mühlen der Justiz in Italien sehr langsam mahlen; die Untersuchungen zu den verschiedenen Fällen sind noch nicht abgeschlossen. Sollte an der Russlandaffäre etwas dran sein, dann sind geopolitische Interessen
Renate Gebhard: „Die Maßnahmen, die diese Regierung getroffen hat, haben wenig Positives bewirkt“
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im Spiel, und dann kann man überhaupt nichts ausschließen. Salvini war ja während der vergangenen 14 Monate ständig im Wahlkampfmodus – vor allem Mojito-schlürfend am Strand. Er ist in der Tat nie aus dem Wahlkampfmodus herausgekommen, wie Luigi Di Maio übrigens auch. Im Ministerium war er fast nie anzutreffen; seine Arbeit wurde von den Beamten erledigt. Nehmen wir an, Matteo Salvini würde aus der Politik aussteigen – wäre die Lega in diesem Fall ein akzeptabler Partner auch auf Staatsebene? Ja, möglicherweise, auch wenn ich persönlich in bestimmten Bereichen ideologisch mit der Lega nicht konform gehe. Aber, wie bereits gesagt, die Aufgabe der
Südtiroler Parlamentarier ist nach wie vor, die Interessen Südtirols zu wahren – das ist unser Hauptauftrag. In diesem Sinn ist die Lega mit ihrem starken autonomiepolitischen Ansatz ein möglicher Partner. Sollte Salvini wirklich abtreten, gibt es in der Lega in der zweiten Reihe bereits mehrere Anwärter für die Leader-Position, und diese Anwärter machen auch einen ziemlich vernünftigen Eindruck – vor allem, was die Europapolitik betrifft. Im Gegensatz zur Lega hat der Movimento 5 Stelle die Autonomie Südtirols immer in Frage gestellt. Genau. Wenn ich an die Verhandlungen zu für uns relevante Themen der letzten 14 Monate denke, hatten wir mit dem Movimento immer immense Schwierigkeiten – immer! Ich zitiere hier nur als
Beispiele Minister Alberto Toninelli, der zum Thema A22 Südtirol bekämpft hat, oder auch Giulia Grillo in der Frage der Facharztausbildung. Der Movimento 5 Stelle ist für mich ein klassisches Beispiel für eine Bewegung, die aus einer tiefen Unzufriedenheit der Bürger mit viel gutem Willen und einem sehr positiven Ansatz entstanden ist und die dann aber in der Regierungsverantwortung aus Unerfahrenheit hoffnungslos überfordert war. Das Problem ist absolut ihre Unerfahrenheit. Sie schaffen es ja nicht einmal, ihre eigene Gruppe der Parlamentarier intern zu organisieren, sie zu koordinieren. Das liegt auch daran, dass die Bewegung ein Sammelbecken für eine Vielzahl an Ideologien darstellt, die sich teilweise wi-
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Politik & Gesellschaft
dersprechen – das geht von ganz rechts bis ganz links. Diese Parlamentarier sind per Mausklick gewählt worden, was bedeutet, dass sie überhaupt keinen Bezug zum jeweiligen Territorium haben. Der Wechsel von Opposition zu Regierung ist zudem viel zu schnell vonstatten gegangen – sie hatten keine Chance, langsam und organisch zu wachsen und sich auf die Aufgaben vorzubereiten. Das Scheitern war in diesem Sinn vorprogrammiert. Es ist faszinierend zu beobachten, wie schnell sich die politischen Gewichtungen in Italien ändern können ... Ja, in der Tat. Der Movimento hat laut Umfragen in einem Jahr über die Hälfte seiner Wähler verloren. Auch der Zuspruch für Matteo Salvini hat sich nun in wenigen Tagen reduziert, und die Lega wird dadurch geschwächt. Vor zwei Wochen ergaben die Umfragen, dass die Lega auf 38 Prozent kommen würde; heute sind es nur noch 33 Prozent. Innerhalb einer Woche hat die Partei also etwa 5 Prozent der Wähler verloren.
Oder kann es eine perfide Strategie von Matteo Salvini sein? Er weiß, dass die vergangenen 14 Monate Italien an den Rand des Ruins gebracht haben und dass nun schwerwiegende Maßnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts notwendig sind, bei denen er lieber in der Opposition ist ... Das war in der Tat mein erster Gedanken. Sein Ziel war, die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu vermeiden und die Flat Tax einzuführen. Nach den ersten Treffen zum kommenden Haushaltsgesetz hat er aber gemerkt, dass sich das nie ausgehen wird, weshalb er gedacht haben könnte, es sei besser, die Notbremse zu ziehen. Aus Lega-Kreisen in Rom aber hören wir immer wieder, dass es nicht so war, sondern dass die Aktion ein spontaner Alleingang Salvinis war, den er nicht einmal mit seinen engsten Beratern abgesprochen hatte. Der Sekretär des Ministerrates, Giancarlo Giorgetti, hatte Salvini bereits im Frühjahr zu Neuwahlen gedrängt. Das wäre, wenn schon, der richtige Zeitpunkt gewesen, weil damals eine geordnete Regierungskrise möglich gewesen wäre ...
... zum Unterschied der jetzigen Situation, die extrem gefährlich für das Land ist. Für Italien geht es wirklich ums Eingemachte. Wahlen im Herbst hat es in Italien noch nie gegeben, weil die vorgegebenen Termine dies eigentlich nicht zulassen. Bis zum 15. Oktober muss Italien den ersten Entwurf des Haushaltsvoranschlags nach Brüssel schicken, bis zum 31. Dezember muss der Haushalt dann genehmigt sein. Wenn dieser Termin verstreicht, kommt es automatisch zu einer provisorischen Haushaltsgebarung. Das bedeutet, dass nur noch Geschäfte der ordentlichen Verwaltung getätigt werden können. Das heißt wiederum, dass es keine Alternative zur Erhöhung der Mehrwertsteuer geben würde. Ja, aber Salvini könnte die Hände in Unschuld reiben und mit erhobenem Zeigefinger auf die Regierung zeigen, der er dann nicht mehr angehört ... ... und er könnte sich wieder als Heilsbringer, als Messias darstellen, der im Frühjahr die Italiener retten will. Schauen Sie, ich bin
davon überzeugt, dass diese Strategie nicht mehr funktionieren würde. Die Leute haben verstanden, dass Salvini die Krise und damit den Ursprung des Dramas selbst provoziert hat. Heute ist Freitag, der 23. August, und es ist erstaunlich zu beobachten, wie sich nun eine neue Allianz zwischen PD und dem Movimento 5 Stelle anbahnt. Bis vorgestern haben sie sich gebärdet wie Hund und Katze ... Man hatte sich auch im Frühling vor eineinhalb Jahren nicht vorstellen können, dass es eine Regierungskoalition zwischen dem Movimento 5 Stelle und der Lega geben könnte. So ist es in Italien eben, und so war es immer. Politische Stabilität ist in Italien die Ausnahme. Für uns Südtiroler, die wir auch den deutschen Sprachraum im Blick haben, ist dies schwer nachvollziehbar. Theo retisch müssten die Verhandlungen jetzt sogar leichter von der Hand gehen als 2018, weil der Movimento 5 Stelle inhaltlich dem PD näher ist als der Lega. Als Kitt fungiert die Erkenntnis, dass diese Koalition derzeit der einzige Weg
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Und trotzdem: Auch eine Regierung M5S/PD käme nicht umhin, zur Sanierung des Staatshaushalts unpopuläre Entscheidungen treffen zu müssen, denn das Loch, das in den vergangenen 14 Monaten entstanden ist, muss irgendwie gestopft werden ...
Foto: Familienagentur Ingrid Heiss
Das steht außer Diskussion, aber jede Partei hat ein Interesse daran, die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu vermeiden. Die letzten Haushaltsvoranschläge haben immer wieder Mehrwertsteuererhöhungen vorgesehen, aber im letzten Moment sind dann doch immer wieder die notwendigen Mittel gefunden worden, um diese abzuwenden. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre ein immenser Schaden – vor allem auch für Südtirol als Grenzgebiet. Generell ist es eine sehr ungerechte Steuer, weil sie vor allem einkommensschwache Bürger trifft. Außerdem würde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer die eh schon marode Wirtschaft lähmen; der Konsum würde gedrosselt und Kaufkraft würde abfließen. Ich glaube, dass diese 23 Milliarden, die zur Abwendung notwendig sind, am Ende doch durch Einsparungen gefunden werden können. Eine Erhöhung der Akzisen auf Treibstoff könnte im Gegenzug bevorstehen.
Salvinis Aktion hat aber alle überrumpelt, was die Richtungen des PD nun wieder vereint hat. Nicola Zingaretti genießt das Vertrauen der PD-Wähler, aber in der Parlamentsfraktion des PD sitzen 80 Prozent Renzi-Anhänger.
Foto: Oskar Zingerle
ist, einen Ministerpräsidenten Salvini zu verhindern. Staatspräsident Sergio Mattarella war in den ersten Konsultationen äußerst klar: Es liegt an den Parteien, nun eine alternative Mehrheit zu finden. Das sei deshalb notwendig, weil Italien in sehr kurzer Zeit wieder eine arbeitsfähige Regierung braucht. Sollte keine alternative Mehrheit zusammenfinden, gäbe es Neuwahlen; eine technische Regierung schloss Mattarella aus. Am kommenden Dienstag (27. August, Anm. d. Red.) wissen wir mehr.
Renate Gebhard: „Mit dem Heraufbeschwören der Regierungskrise in dieser Phase hat sich Matteo Salvini selbst geschwächt“
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Jene Akzisen, die Matteo Salvini ja vor den Wahlen unbedingt abschaffen wollte ...
Genau. Es ist sehr leicht, irgendwelche Wahlversprechen zu machen. Wenn man aber dann dummerweise Regierungsverantwortung bekommt, muss man liefern – und merkt sehr schnell, dass es doch nicht ganz so leicht ist, wie man sich das vorgestellt hatte. Die Reduzierung der Anzahl der Parlamentarier wäre durch eine neue Koalition möglich? Ja, natürlich. Ich gehe davon aus, dass dies gerade eines der zentralen Themen der Verhandlungen zwischen den Parteien ist, einer der Knackpunkte. Der PD hat letzthin immer wieder kritisiert, dass eine Reduzierung im vom Movimento geforderten Ausmaß nicht sinnvoll wäre. In der Tat gibt es vom Movimento auch überhaupt keine Erklärung darüber, warum der Senat genau 200 und die Kammer genau 400 Abgeordnete haben sollen. Alle Experten haben immer wieder erklärt, dass diese Reduzierung zu massiv wäre, weil dadurch die Arbeit in den verschiedenen Kommissionen schwierig wäre. Zum Beispiel?
Ein Gesetzgebungsausschuss im Senat besteht heute beispielsweise aus 20 Kommissären, morgen nur noch aus neun. Da die Mehrheit entscheidet, wären es also in Zukunft de facto nur fünf Personen, die über Staatsgesetze entscheiden. Ob das wirklich sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Eine der primären Zielsetzungen der Väter der italienischen Verfassung war zudem, dass jede Region in den beiden Kammern ausgewogen vertreten sein soll. Diese Ausgewogenheit abzuschaffen wäre aus meiner Sicht ein Fehler. Eine Reduzierung der Parlamentarier ist zu begrüßen und wird von der SVP auch grundsätzlich gutgeheißen, die angemessene Vertretung der sprachlichen Minderheiten muss aber garantiert sein. Wie ist die aktuelle Situation des PD am heutigen Tag, also am 23. August? Die ändert sich ja auch von einem Tag auf den nächsten ... Sie ist nach wie vor sehr schwierig. Es gibt nach wie vor verschiedene Richtungen in der Partei, die sich nicht ganz grün sind. Vor Salvinis Aktion warteten die Beobachter darauf, dass Matteo Renzi und seine Getreuen die Spaltung des PD für den Herbst vorbereiten, um für kolportierte Neuwahlen im Frühjahr 2020 gerüstet zu sein.
In diesem Interview befinden wir uns in einem Dilemma, da wir heute, am 23. August, nicht wissen, ob es zu einer Koalition kommen wird – sobald diese Ausgabe des „Brixner“ erscheint, sind unsere Überlegungen bereits Makulatur. Aus heutiger Sicht, Frau Gebhard: Wie könnte es weitergehen? Alles ist möglich. Schauen Sie, Salvini hat ja inzwischen seinen Fehler eingesehen und versucht nun verzweifelt, zurückzurudern. Vor einem Monat hat er gesagt, er fordere Neuwahlen und gehe sicher ohne Bündnis in den Wahlkampf. Danach hat er seinen Misstrauensantrag gegen Premierminister Giuseppe Conte zurückgezogen. Dann hat er plötzlich gesagt, dass er für eine neue Koalition mit dem Movimento 5 Stelle doch wieder bereit wäre. Innerhalb weniger Tage hat er seine Meinung mehrfach diametral geändert. Der Movimento 5 Stelle hingegen behauptet heute, dass es eine Neuauflage der Zusammenarbeit mit der Lega sicher nicht geben wird. Ob das morgen auch noch so ist? Auch beim PD scheint die Lage sehr unübersichtlich. Wäre für Südtirol eine neue Regierungskoalition besser als Neuwahlen? Ja, ohne Zweifel, weil Italien dringend Stabilität braucht. Aus heutiger Sicht ist eine Einigung zwischen Movimento und PD die wahrscheinlichste Variante.
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z Im Rahmen der Sommerkurse der Universität von Padua in der zweiten Augusthälfte fand in der Aula Magna der „Casa della Gioventù“ in der Brixner Weißlahnstraße auch ein Referat des italienischen Philosophen und Politikers Massimo Cacciari zum Thema „Storia e destino“ statt. Cacciari, der von italienischen TV-Reportern gern auch zur aktuellen politischen Lage
befragt wird, beschränkte sich in Brixen allerdings auf das vorgegebene Thema und vermied Abschweifungen in die Tagespolitik, was den einen oder anderen Zuschauer vielleicht enttäuscht haben mag. Die Interpretation geschichtlicher Ereignisse sei immer subjektiv und hänge von der Wahrnehmung des Betrachters ab, sagte Cacciari, „es ist möglicherweise sogar Aufgabe
Foto: Oskar Zingerle
Massimo Cacciari in Brixen der Historiker, dramatische Ereignisse so zu schildern, dass sie sich nicht wiederholen können.“
P&G
Damit hätten Historiker die Möglichkeit, das Schicksal positiv zu beeinflussen. wv
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Konzept für ehemaliges Kurhaus z Während die Vergabe der Arbeiten für das neue Seniorenzentrum „Elisabethsiedlung“ für Ende 2020 geplant ist, hat der ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ nun auch sein Konzept für das ehemalige Kurhaus Dr. von Guggenberg erarbeitet, das bekanntlich von der Stiftung Sparkasse erworben wurde, die wiederum den ÖBPB mit der Führung betrauen wird. „Das ehemalige Kurhaus soll ein Zentrum der Begegnung und des Miteinanders werden mit einem vielfältigen und zeitgemäßen Angebot an Unterstützungsleistungen im
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niederschwelligen Segment“, sagt der Präsident des ÖBPB, Hansjörg Bergmeister. Entstehen soll ein Mix zwischen Wohnmöglichkeiten wie begleitetes und betreutes Wohnen und einem gezielten Hilfsangebot, wie zum Beispiel Tagesbetreuung, um den zukünftigen Bedarf an Betreuungsdiensten für Senioren nachhaltig zu ergänzen. Hauptzielgruppe sind betreuungsbedürftige Senioren in Brixen; das Haus soll aber auch offen sein für die Brixner Bevölkerung im Allgemeinen. So soll zum Beispiel die umliegende
Anfang August organisierte der Jugenddienst Brixen das Planungstreffen zur Station in der Mahr für die Wallfahrt des 7-Kirchen-Umgangs am 15. September. Ausgehend von der Pfarrkirche St. Michael Brixen um 9 Uhr zieht die Wallfahrt weiter zur Mahr, Tschötsch, Tötschling, Tils, Pinzagen nach St. Cyrill.
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Garten- und Parkanlage als Ort der Begegnung attraktiv gestaltet werden. Angedacht sind im Moment auch Angebote im Bereich Physiotherapie- und Reha, eine Beratungsstätte als wertvolles Unterstützungsangebot für pflegende Angehörige, ein Tagespflegeheim für an Demenz erkrankte Perso-
nen oder auch für Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen oder Abhängigkeitserkrankungen. Auch eine Seniorenmensa ist angedacht, eine öffentliche Cafeteria, Arztambulatorien und ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten. wv
Der Brixner Stadtrat hat das Projekt für die Erweiterung der Kletterhalle Vertikale um 700 Quadratmeter genehmigt. Dafür sollen die Ost- und die Westwand der Halle Richtung Norden um je zwölf Meter erweitert werden. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1.072.000 Euro.
Die Freiwillige Feuerwehr Schalders hat im Rahmen ihres Feuerwehrfestes das neue Einsatzfahrzeug segnen lassen. Das Kleintransportfahrzeug der Marke Nissan Navara mit Wechselcontainer-System für Brand- und technische Einsätze wird künftig den 45 Jahre alten Fiat Campagnola ersetzen.
NACHGEFRAGT
„Interesse zur Videoüberwachung ist da“ Herr Baumgartner, welche waren die Inhalte dieser Umfrage? Die 13 Eisacktaler Gemeinden wurden gefragt, ob sie an der Einführung von Systemen zur Videoüberwachung interessiert seien und ob die Bezirksgemeinschaft ein gemeinsames Projekt dafür ausarbeiten solle. Diese Umfrage haben wir in schriftlicher Form an die jeweiligen Bürgermeister verschickt. Dabei wurde in der Fragestellung unterschieden, ob die Gemeinden an einem vollständigen Überwachungssystem von Straßen und Plätzen oder „nur“ an der Überprüfung der Kenntafeln der Verkehrsteilnehmer
an den Ein- und Ausfahrten zu den Ortschaften interessiert sind. Wie waren die Reaktionen der Bürgermeister? Von den 13 Mitgliedsgemeinden haben bisher sieben Gemeinden ein konkretes Interesse an der Einführung von Videoüberwachungssystemen angemeldet. Zwei Gemeinden sind nicht daran interessiert, zwei Gemeinden haben schon eigene Lösungen im Einsatz und sind eventuell daran interessiert, zu einem späteren Zeitpunkt am Projekt der Bezirksgemeinschaft teilzunehmen. Eine Gemeinde muss ihre Entscheidung erst noch mitteilen.
Wie sehen die nächsten Schritte aus? Wir werden im Laufe des Monats September ein eigenes Bügermeistertreffen einberufen, um die beiden Videoüberwachungssysteme besser vorzustellen zu können. Dabei werden wir auch spezifizieren, wo die Daten gespeichert werden und wer Zugriff auf diese Daten haben wird. Anschließend werden wir entscheiden, ob die Bezirksgemeinschaft als Projektträger im Auftrag der Gemeinden ein Projekt zur verstärkten Videoüberwachung ausarbeiten lässt.
Foto: Arnold Ritter
WALTER BAUMGARTNER, Präsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, über eine von der Bezirksgemeinschaft durchgeführte Umfrage in den 13 Eisacktaler Gemeinden zu einer verstärkten Videoüberwachung.
sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info Inserat Settember
ST. ANDRÄ
Kreuzung wird sicherer AKTION 16. – 21.9.2019 S
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Straßenabschnitt außerdem in puncto Verkehrsberuhigung und Sicherheit verbessert“, erklärt Tiefbauabteilungsdirektor Valentino Pagani, der sich gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde Brixen, dem Projektverantwortlichen, dem Planer Hansjörg Jocher sowie Vertretern der Baufirma ein Bild
von den Arbeiten gemacht hat. Entlang des neuen Straßenabschnittes wollen die Stadtwerke Brixen parallel zu den Arbeiten einen neuen Regenwasserkanal einbauen. Die Arbeiten, in die das Land rund 640.000 Euro investiert, wurden am 1. August der Firma Goller Bögl GmbH übergeben. sp
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z Die Arbeiten, mit denen die Kreuzung in St. Andrä nach St. Leonhard nicht nur für Fahrzeuglenker, sondern auch für Fußgänger sicherer gemacht werden soll, sind Anfang August gestartet. Der Kreuzungsbereich nach der Umfahrung in St. Andrä mit der Landesstraße nach Karnol wird aufgeweitet, um das Abbiegen zu erleichtern. Dafür wird die Straße etwas in den Hang verlegt und im Knotenbereich zudem etwa 1,5 Meter talwärts versetzt. Ein 1,5 Meter breiter Gehsteig folgt von St. Andrä kommend rechts der Straße bis zur Firma „Plose Metallbau“, wo ein Zebrastreifen die Straße queren wird. Der Fußgängerweg läuft am linken Straßenrand weiter bis zur Kreuzung. Die notwendigen Stützmauern für die Straße werden in Naturstein ausgeführt; Bereiche für Zufahrten und Zugänge bleiben offen. Mit drei neuen Lichtpunkten wird zudem die Straßenbeleuchtung bis zur Kreuzung weitergeführt. „Durch verschiedene Strukturierungsmaßnahmen wie Pflasterungen oder Rampen wird der
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Farbtupfer Am Hochunserfrauentag hat HELENE PICHLER die Verdienstmedaille des Landes Tirol erhalten – für ihre Verdienste um das Sozialwesen und ganz besonders für die Betreuung von Selbsthilfegruppen.
H
elene Pichler ist ein Mensch, bei dem man sich sofort geborgen fühlt. Geradlinig, direkt und auf eine angenehme Weise selbstkritisch erzählt sie von ihrem Leben, bruchstückhaft, weil sie sich selber nicht ins Rampenlicht stellen will, tiefgründig, weil sie die kleinen Freuden des Alltags zu schätzen gelernt hat. Helene Pichler ist eine von 29 Südtirolerinnen und Südtirolern, die in diesem Jahr am Hochunserfrauentag vom Land Tirol geehrt wurden. Am Tag vor der Ehrung wurde ihnen eine Seite in der Tageszeitung Dolomiten gewidmet. Wenige Worte, die ein bewegtes Leben beschreiben, die Menschen beschreiben, denen das Wohl von anderen ein Herzensanliegen ist. Unaufdringlich und still ist ihr Wirken zumeist, und manchmal möchten sie auch gar nicht genannt werden. Und doch ist diese Anerkennung notwendig. Vielleicht nicht immer für diejenigen, die sie bekommen, dafür aber für unsere Gesellschaft, die sehen darf und sehen soll, wie wertvoll bedingungsloses Engagement für das Miteinander ist. Für manche Menschen ist dieses Engagement selbstverständlich. Helene Pichler gehört zu dieser Sorte von Menschen. Für ihre Mitarbeit im Katholischen Bildungswerk, im Diözesanausschuss, beim Pfarr sender, in der Kranken- und Sterbebegleitung, und weil sie Präfektin der Frauenkongregation ist – dafür steht die Verdienstmedaille von Helene Pichler. Und für ihre Zeit, die sie zwei Selbsthilfegruppen gewidmet hat. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet sie mit Parkinsonpatienten.
Der Weg zurück ins Leben. Bewe-
gung mit Musik ist ihr Thema, „weil Musik auf vielen Ebenen heilend ist.“ Vor allem der Dreivierteltakt lasse für eine gewisse Zeit die körperlichen Gebrechen vergessen. Und dann gibt es noch den Verein Fallschirm, eine Selbsthilfegruppe von Menschen, die von einem Schlaganfall oder einem SchädelHirn-Trauma betroffen sind. Zum Verein gekommen ist sie, weil sie 22
vor zwanzig Jahren eine Gehirnblutung hatte, ausgelöst durch einen kleinen Unfall in der Stadt, dem sie zunächst keine große Beachtung geschenkt hatte. Sie war von Jugendlichen unabsichtlich angerempelt worden. Wochen später der Zusammenbruch, dann der Weg zurück ins Leben. Helene Pichler ist beim Haller in Kranebitt aufgewachsen, in einer Familie mit zwölf Kindern. „Ich war die jüngste von sechs Schwestern“. Bereits als Kind war für sie klar, dass sie entweder Lehrerin oder Gärtnerin werden wollte. Geworden ist sie letztendlich Volksschullehrerin, „aber den Garten, den brauche ich bis heute.“ Im Garten zu arbeiten, ganz einfach im Garten „ganz“ zu sein, das bedeutet für sie aufzutanken, der Seele Raum zu geben.
trägt den Titel „Voll Farbe“ und enthält Gedanken über Lieben, Leiden und Leben. Heinrich Feichter hat die Farben der Natur auf die Farben des Lebens übertragen, in den Farben der Jahreszeiten, manchmal verschwenderisch, andere Male eintönig, Verbindungen zum eigenen Sein gesucht. Einer dieser Gedanken hat Helene Pichler besonders berührt. „Das Grau des Alltags können wir nicht umfärben. Wohl aber können wir Farbtupfer hineinbringen.“ Annehmen und gleichzeitig gestalten. So, wie es der Verein Fallschirm tut. Das zweite Büchlein gibt ein berührendes Zeugnis davon, wie sehr eine Selbsthilfegruppe bereichern kann. Unzählige Fotos von Ausflügen und Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen, lachende Gesichter, Momentaufnah-
„Musik ist auf vielen Ebenen heilend“_ Helene Pichler Der rote Faden. Im Schuljahr
1958/59 hat sie ihre erste Stelle als Lehrerin angetreten, in der kleinen Dorfschule in Spinges, unmittelbar nach der Matura an der Lehrerbildungsanstalt in Meran. 16 Jahre lang hat sie ihren Beruf ausgeübt. Dass man die Kinder mögen muss und dass die Kinder spüren müssen, dass man sie mag, ist für Helene Pichler Grundbedingung, wenn man es gut machen will. „Der begnadete Methodikprofessor Ekkehard Kiem hat uns eindrücklich vermittelt, wie wichtig es sei, hinter die Kulissen zu schauen, bevor man schimpft.“ Die Geschichten der Kinder zu kennen, damit man sie besser verstehen kann – das sei die Basis für die nötige Ruhe und Gelassenheit. Sich nicht täuschen zu lassen, genauer hinzuschauen, hinzuhören und das Gespräch mit den Menschen zu suchen – das scheint sich wie ein roter Faden durch das Leben von Helene Pichler zu ziehen. Zwei Büchlein hat sie zu unserem Gespräch mitgebracht. Eines
men – sie geben einen Einblick in frohe Stunden, die Farbtupfer im Grau des Alltags sind. „Jeder hat sein Packl zu tragen“, sagt Helene Pichler, „wir dürfen aber die Freude nicht vergessen, die man trotz allem tagtäglich finden kann.“ Vor drei Jahren hat sie die Leitung der Gruppe an Gabi Wild weitergegeben. Weil sie zu Hause gebraucht wird. Von ihrem Mann Sepp Plaikner, mit dem sie seit 56 Jahren verheiratet ist und mit dem sie drei Söhne hat. „Wenn man Halt hat, ist man reich beschenkt, auch wenn das Leben nicht immer einfach ist.“ Es ist ihr ganz offensichtlich nie um sich selbst gegangen. Ihr Verdienst ist das beharrliche und weitblickende Sich-Kümmern um die Menschen um sie herum. Die Medaille für diesen Verdienst ist ein Farbtupfer in einem bunten Lebensweg.
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Menschen & Meinungen
PORTRAIT
SELBSTVERSTÄNDLICHES ENGAGEMENT: Helene Pichler ist für ihre Arbeit im Sozialwesen geehrt worden
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Bitte lächeln! z Der „Brixner“ ist wieder auf der Suche nach originellen, lustigen, frechen, glücklichen und süßen Kinderfotos aus Brixen und Umgebung, die im September„Brixner“ abgedruckt werden. Sommer, Sonne, Wasser und Berge eignen sich ja besonders gut für bunte Schnappschüsse – auf die wir schon gespannt sind! Wir bitten deshalb, uns innerhalb 12. September Fotos der kleinen Lieblinge per E-Mail an fotoaktion@ brixner.info zu senden oder sie in unserer Redaktion, Brennerstraße
28 in Brixen, abzugeben. Die Bilder sollten mindesten 500 KB groß, mit Vor- und Nachnamen, Adresse und Telefonnummer versehen sein. Wir bitten auch, uns nur ein Foto pro Kind zukommen zu lassen. Sobald das Foto eingereicht wird, gilt dies automatisch als Einwilligung zur Veröffentlichung. Die Redaktion wählt unter den Einsendern einen Gewinner aus, auf den ein Überraschungsgeschenk der Brimi wartet. sp
M&M Menschen & Meinungen BRIXEN / INNSBRUCK
Verdiente Brixner geehrt z Lob und Ehre wird traditionell am 15. August jenen Südtirolern und Tirolern zuteil, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Unter den 200 Persönlichkeiten, die heuer am Hochunserfrauentag in der Hofburg in Innsbruck von den Landeshauptmännern von Südtirol und Tirol, Arno Kompatscher und Günther Platter, geehrt wurden, waren auch fünf Brixner vertreten. Mit dem Verdienstkreuz und somit mit der dritthöchsten Auszeichnung des Landes Tirol
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wurde Walter Mitterrutzner (im Bild) geehrt für sein langjähriges, intensives Engagement im Südtiroler Kinderdorf geehrt. 15 Jahre stand Mitterrutzner dem Südtiroler Kinderdorf als Obmann vor; heute ist er Ehrenobmann. Mit Mitterrutzner wurde noch weiteren acht Südtirolern das Verdienstkreuz verliehen. Für ihre unentgeltlichen Dienste an Land und Leute mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet wurden dagegen 29 Südtiroler – unter ihnen vier Brixner: Helene Pichler Plaikner, Präfektin der
Frauenkongregation Brixen und Mitarbeiterin im Katholischen Bildungswerk, Aloisia Plank Wwe. Cassar, die sich bei verschiedenen katholischen Verbänden in St. Andrä vor allem alten und kranken Menschen widmete, Peter Stocker, 60 Jahre lang Glockenläuter in St. Andrä und ebendort Mitglied der Musikkapelle, der Freiwilligen Feuerwehr und der Heimatbühne, sowie Elisabeth Thaler, die sich seit 1983 als Kinderdorfmutter in Brixen um das Wohlergehen der ihr anvertrauten Kinder sorgte. s p
Seit 20 Jahren leitet Juliane Gasser Pellegrini die Fachschulen für Land- und Hauswirtschaft Salern und Dietenheim. Die Verbindung der Ressorts Bildung und Landwirtschaft war ihr stets ein Anliegen. Mit 1. September wird sie das Direktionsbüro als Direktorin verlassen und in den Ruhestand gehen.
Zu einem Führungswechsel kam es Mitte August auf der Finanzwache in Brixen. Nach drei Jahren an der Spitze wurde Hauptmann Arturo Boccuni vom Stadtrat verabschiedet. In Zukunft wird Oberstleutnant Manfred Libera der Finanzwache in Brixen vorstehen.
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Menschen & Meinungen
IN EIGENER SACHE
Eine Partikel der Reliquie des seligen Brixner Bischofs Hartmann (1140−1164) aus dem Reliquienschatz des Domes von Brixen wurde am 31. Juli von Domdekan Ulrich Fistill in einer Reliquienkapsel an den Prior des Klosters St. Georgenberg im Unterinntal für den Volksaltar der neuern Kapelle übergeben.
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Carmen Troi, Lehrerin
Anstand
Der Schrank ist offen! Wir verwenden an unserer Schule seit mehreren Jahren Tablets im Unterricht. Diese werden in der Klasse aufbewahrt, verschlossen in einem Schrank, und den passenden Schlüssel haben die Lehrpersonen. Eines Tages komme ich in die Klasse, der Unterricht beginnt. Ich gebe Arbeitsaufträge, gehe in der Klasse herum, die Schüler stellen Fragen – der übliche, immer recht lebhafte Ablauf. Ich muss auch den Schrank öffnen, damit die Tablets herausgeholt werden können. Also starte ich los und sehe – der Schrank ist nicht verschlossen! Das darf nie sein! Sofort drehe ich mich zur Klasse und beginne mit meinen Ermahnungen: „Warum ist der Schrank nicht versperrt? Wenn die Lehrperson sich nicht daran erinnert, den Schrank zu schließen, müsst ihr sie darauf aufmerksam machen!“ Während ich spreche, bemerke ich eine Schülerin, die geduldig die Hand aufhält. Ich fordere sie auf, ihr Anliegen vorzubringen: „Frau Troi, Sie haben den Schrank vor einigen Minuten selbst geöffnet, Schloss und Schlüssel sind noch in Ihrer Hand.“ Ooops!
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Glutenfreie Brownies > Zutaten 100 g gemahlene Mandeln ¼ TL Salz 10 g Kakaopulver ½ TL Backpulver 110 g Butter 115 g + 85 g Zartbitterschokolade, gehackt 1 TL Vanilleextrakt 150 g Zucker 1 TL Kaffeepulver 3 Eier
> Zubereitung Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, Mandeln mit Salz, Kakao und Backpulver vermischen und beiseite-
stellen. Die 115 g Zartbitterschokolade schmelzen lassen und mit dem Kaffeepulver und dem Vanilleextrakt vermengen. Dann den Zucker und die Eier in die Schokomasse geben und anschließend die Mandelmischung kurz einrühren. Die 85 g gehackte Schokolade unterheben und die Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. In den Ofen geben und für etwa 30 Minuten backen.
Die „Brixner“-Praktikantin Alina Gruber liebt Brownies − ganz besonders, wenn sie so schokoladig schmecken wie diese hier! Mit der glutenfreien Variante liegt sie auch noch ganz im ernährungsbewussten Zeitgeist. In der „Brixner“-Redaktion kamen die „gesunden“ Brownies jedenfalls sehr gut an! Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
„Was ist bloß mit unserer Gesellschaft los?“, fragt der Franz, und er macht dabei ein wirklich trauriges Gesicht, das so gar nicht zu Franzens sonst entweder extrem zornigen oder extrem fröhlichen Art passt. „Wenn ich früher nach einem Picknick am Flussufer die geleerten Flaschen und sonstigen Unrat einfach liegengelassen hätte und meine Eltern wären draufgekommen, hätte mich mein Vater enterbt, und meine Mutter hätte mich augenblicklich aus ihrem Leben verstoßen. Und was passiert heute? Nix. Der Anstand! Der Anstand, der früher für ALLE Teilnehmer dieser Gesellschaft selbstverständlich war, weil unsere Eltern uns eben vermittelt haben, dass man ANSTÄNDIG durchs Leben zu gehen hat, weil sich das einfach so GEHÖRT, verstehst du? Dieser ANSTAND ist total verloren gegangen. Wie wäre es sonst möglich, dass man es kaum noch schafft, ein öffentliches WC aufzusuchen, das nicht total verdreckt ist, oder eine Wiese, die nicht voll von leeren Flaschen und verdreckten Tempo-Taschentüchern und sonstigem Unrat ist, oder dass es kaum noch eine Mauer gibt, die nicht voll von diesen grässlichen Schmierereien ist. Wie konnte es soweit kommen, dass dieses Mindestmaß an Respekt vor dem öffentlichen Raum total verloren gegangen ist?“ Wenn Franz einmal in Rage kommt, ist er nicht aufzuhalten. Dabei ist die Antwort auf seine Fragen einfach: Vielen Leuten fehlt die Kultur, weil man sie ihnen nicht vorgelebt hat. Und es fehlt ihnen die Intelligenz, die notwendig ist, damit sie selbst zur Erkenntnis kommen, dass ANSTAND nicht nur ein Wort, sondern eine Lebensphilosophie ist.
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Gastkommentar: Matt Niederwieser
Wenn Rom Pferdekutschen verbietet ... Neben meinen zahlreichen Reitabenteuern bin ich bereits seit 25 Jahren geprüfter Kutscher. Das kommerzielle Kutschenfahren ist in Italien den Verordnungen der Taxis und Mietautos angegliedert. Eine Integration der Kutschen in die Straßenverkehrsordnung wirbelt zurzeit in Italien viel Staub auf, denn es wäre das Aus für Pferdekutschen mit Standplatz. Laut Angelo Sed, Präsident der Kutscher (vetturini) in Rom, würden allein in der Ewigen Stadt 27 Kutscher ihre Arbeit verlieren und mit gebrochenem Herzen dastehen. Bei den Miet-
Sommer zu warm wäre. Es gibt aber bereits eine Verordnung der Bürgermeisterin von Rom, die genau festlegt, zu welchen Zeiten und bei welchen Temperaturen die Kutschen sich bewegen können. Amtliche Tierärzte kontrollieren die Pferde periodisch. Da stellt sich schon die Frage, ob die Ärzte weniger verstehen als mancher sogenannter Tierschützer. Es gibt ja nicht nur die Kutschertätigkeit, sondern auch Spring- und Dressurturniere, Galopp- und Trabrennen, Polo und Pali (Stadtrennen), um nur einige zu nennen. Will man die aus Tierschutzgründen demnächst auch verbieten?
zu schützen, sondern auch die Kutscher müssen unter Betrachtung des Versicherungsaspektes vollkommen in Ordnung sein. Weiters haben wir in Südtirol das Glück, eine eigene Pferderasse zu haben, den Haflinger. Auch kommt vielfach das NorikerPferd zum Einsatz. Diesen Tieren muss man die Möglichkeit geben, sich präsentieren zu können, und das Kutschenfahren mit unseren Gästen gehört sicherlich dazu. Es kann nicht sein, dass Pferde jahrein jahraus rumstehen und dann plötzlich für einen besonderen Anlass benötigt werden. Nach so einem Dienst können
„Das Pferd hat den Menschen 40.000 Jahre gedient; ich hoffe, diese schöne Tradition der Pferdekutschen kann beibehalten werden“_ Matt Niederwieser, Kutscher in Brixen kutschen würde es hingegen etwas anders aussehen. Die Abänderungen des Art. 70 der Straßenverkehrsordnung sollen gegen Ende dieses Jahres in den beiden Kammern zur Abstimmung kommen. Unseren Südtiroler Abgeordneten scheint die ganze Angelegenheit irgendwie entgangen zu sein, denn bis heute hat sich diesbezüglich niemand dazu wirklich geäußert. Immer wieder versucht Ex-Ministerin Michela Vittoria Brambilla, Gesetzesabänderungen einzubringen - getrieben von falscher Tierschutzideologie. Anscheinend haben es ihr in erster Linie die Pferdekutschen (botticelle) in Rom angetan. Da in der Vergangenheit ihre Initiativen immer gescheitert sind, hat sie sich diesmal mit Abgeordneten der 5-Sterne-Bewegung sowie des PD verstärkt. Senatorin Patrizia Prestipino (PD) hatte vor einigen Jahren anstelle von Pferdekutschen in Rom Elektrokutschen vorgeschlagen und hält immer noch an dieser Idee fest. Das einzige Argument, das auf den Tisch gelegt wird, ist, dass es den Tieren in Rom im
Sicherlich gibt es auch bei den Kutschern und Pferdehaltern schwarze Schafe, aber deshalb ein gesamtstaatliches Verbot einzuführen ist absurd, denn Italien ist nicht Rom allein − ohne polemisch werden zu wollen. Wie wir wissen, gibt es in den verschiedensten Orten in Europa die Möglichkeit, die Stadt in einer Kutsche zu erleben. Als Beispiel nenne ich Wien: Auch dort versucht man immer wieder, den Fiakern das Leben schwer zu machen. Wie bei jeder Geschichte gibt es aber ein Pro und ein Contra. Ich persönlich bin der Meinung, dass man eine europäische Einigung finden sollte, in der die Tradition ein wichtiges Kriterium darstellen muss. Ansonsten wird es so weit kommen, dass unsere Nachfahren Tiere nur mehr über TV-Apparate oder elektronische Geräte sehen und kennen. In Südtirol stehen auf der Seiser Alm etwa 15 Kutschen im Einsatz. Auch in anderen Wandergebieten bietet man Kutschen- oder im Winter Schlittenfahrten an. Sämtliche Tätigkeiten werden von den Bürgermeistern ermächtigt und stehen bereits heute unter strengen Auflagen. Dies ist auch gut so, denn nicht nur die Tiere sind
sich Pferde, Kutsche und Kutscher nicht einfach in Luft auflösen. In der wohl ältesten Stadt Tirols, Brixen, ist das Kutschenfahren etwas anders konzipiert als zum Beispiel in Rom. Pferdekutschen werden vor allem bei Festen in der Altstadt sowie während des Weihnachtsmarktes, Brotfestes, an manchen Wochenenden im
August (bei bewölktem Wetter), bei Hochzeiten oder Umzügen eingesetzt. Der traditionelle Aspekt ist mir als Kutscher dabei sehr wichtig. Daher kommen bei mir Haflinger-Pferde mit ihren ursprünglichen Arbeitsgeschirren zum Einsatz, so wie sie unsere Vorfahren verwendet haben. Pferde kosten nicht nur Leidenschaft und Energie, sondern man kann für die Haltung von einem Pferd jährlich mit Kosten von 5.000 bis 10.000 Euro rechnen. Dazu kommt noch die gesamte Ausrüstung. Ich selbst besitze in der Zwischenzeit acht Kutschen für die verschiedenen Anlässe. Weiters braucht es viel Zeit, um mit den edlen Tieren richtig umzugehen. Bis man ein Tier sicher vor eine Kutsche spannen kann, vergehen meistens fünf Jahre. Auch ist nicht jedes Pferd dazu geeignet. Die Schönheit der Pferdekutschen liegt in erster Linie bei den Pferden. Das Pferd hat den Menschen 40.000 Jahre gedient; wir werden sehen, was die Zukunft bringen wird. Hoffentlich kann diese schöne Tradition beibehalten werden. Leserbriefe an: echo@brixner.info
Zum Autor
Matt Niederwieser wurde die Liebe zu Pferden in die Wiege gelegt. Schon seine Vorfahren haben das Pferdekutschen-Gewerbe betrieben, und sein Förderer Richard Urthaler ließ in ihm die Passion für die Haflinger-Pferde aufflammen. Seit 1995 ist Niederwieser staatlich geprüfter Kutscher. Mit seinem Haflinger-Pferdegespann ist er aus dem Brixner Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Niederwieser lebt mit seinen Pferden in Ober-Mellaun bei Brixen.
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Pro& Contra War die Schilder-Aktion der Schützen sinnvoll? Der Hintergrund:
THOMAS MITTERRUTZNER, Hauptmann der Schützenkompanie „Peter Mayr“: „Provokation war nicht das Ziel der Aktion“
ALESSANDRO URZÌ, Landtagsabgeordneter von „Alto Adige nel cuore Fratelli d’Italia“: „Ein Gesetz zur Gleichstellung der Sprachen wäre sinnvoll“
Ja Ja, die Aktion war sinnvoll. Wir haben
Nein Die deutschen Bezeichnungen der
Ortsnamen in Südtirol sind – auch wenn sie gemeinhin mündlich wie schriftlich auf den Ortschildern verwendet werden – gesetzlich in der Tat nicht legitimiert – darin haben die Schützen recht. Wie lange will man noch warten, um per Landesgesetz beiden Landessprachen dieselbe gesetzliche Gültigkeit zu garantieren? Es wäre einfach, einen entsprechenden Gesetzesentwurf zu formulieren (was ich in der Vergangenheit bereits getan habe, aber mein Vorschlag wurde immer abgelehnt): „In der Südtiroler Ortsnamensgebung ist die deutsche Sprache – gemeinsam mit der italienischen Sprache – offiziell per Gesetz abgesichert.“ Aber genau hier liegt das Problem: Die Schützen und einige in den „oberen politischen Etagen” dachten bei der Toponomastik nie an eine Gleichstellung der beiden Sprachen, sondern an die Streichung der italienischen Sprache in vielen Fällen. Und das ist unmöglich, wenn man das Autonomiestatut nicht in Frage stellen will, das auf die Zweisprachigkeit gründet. Im September werde ich zum wiederholten Male einen Gesetzesvorschlag zur offiziellen Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache in der Toponomastik in Südtirol präsentieren. Von Seiten der Schützen erwarte ich mir dabei Unterstützung. Sollte dem nicht so sein, bleibt ihre Aktion eine pathetische Selbstinszenierung – gleich jener, die sich selbst bemitleiden und stets in der Vergangenheit verweilen, anstatt in die Zukunft zu blicken. z
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SONDERWOCHEN
damit das Ziel verfolgt, auf einen Missstand hinzuweisen. Tatsächlich sind die deutschen und ladinischen Ortsnamen bis auf den heutigen Tag in Italien nicht offiziell anerkannt. Daher der Name der Aktion: „DNA“ (Deutsch nicht Amtssprache). Viele Südtiroler sind darüber nicht informiert. Ich wiederhole: Wir wollen hinweisen, nicht zerstören. Es wurde wohlgemerkt kein Schaden angerichtet. Sogar der zum Anheften benutzte Klebstoff war eigens ausgewählt worden, um die Schilder problemlos wieder entfernen zu können. Auf Situationen hinzuweisen, die unsere Südtiroler Identität gefährden, ist jener Weg, den auch unsere Väter beschritten haben. Es ist auch unser Weg. Provokation war nicht das Ziel der Aktion, obwohl manche offensichtlich dadurch provoziert wurden. Wenn sich jemand provoziert fühlt, weil wir die Anerkennung unserer Muttersprache einfordern, sollte diese Person am besten ein Geschichtsbuch über Südtirol zur Hand nehmen. Es ist gar nicht lange her, dass Südtiroler wegen derselben Forderung auf Anerkennung der eigenen Kultur eingesperrt, gefoltert und sogar umgebracht wurden. Die offizielle Anerkennung sprachlicher Minderheiten ist ein wesentlicher Bestandteil der EU; der italienische Staat hat damit offensichtlich immer noch Schwierigkeiten. Mit unserer Aktion wird indirekt auch den Italienern geholfen, sich an europäische Standards anzugleichen. Sie sollten uns eigentlich dafür dankbar sein. z
SCHÖNHEITSBEHANDLUNGEN
Foto: ProfessionalPhotoStudio Photographer
Mit der Machtergreifung der Faschisten begann in Südtirol eine gewaltsame Assimilierungspolitik, die die Italianisierung der deutschsprachigen Bevölkerung als erklärtes Ziel hatte. Ein erster Schritt war die Übersetzung und amtliche Einführung von etwa 8000 Orts- und Flurnamen auf Basis des vom italienischen Nationalisten Ettore Tolomei erstellten „Prontuario dei nomi locali dell‘Alto Adige“. Dieses Gesetz gilt bis heute. Die Schützen haben am 16. August auf diesen Missstand mit einer plakativen Aktion hingewiesen: Sie überklebten für zwölf Stunden die deutschen Bezeichnungen von 600 Ortsstraßenschildern mit „DNA, Deutsch nicht amtlich seit 97 Jahren“.
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Menschen & Meinungen
Echo
Leser schreiben uns
„Vor Dankbarkeit sprachlos“ Ein Leserbrief als Dankeschön
Frieda Kruselburger, Vahrn
Eine besondere Geste der Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft durfte ich am 24. Juli erleben: Nach einem Einkauf bei der Metzgerei Franzelin am Schalderer Bachl hastete ich zum Bus und fuhr nach Hause, wo eine halbe Stunde später die Frau des Metzgers an der Tür klingelte und mir meine Geldtasche zurückbrachte, die ich im Geschäftslokal vergessen hatte! Ich war vor Dankbarkeit fast sprachlos, da ich den Verlust noch nicht bemerkt hatte, und vor allem über die Hilfsbereitschaft, mir die Geldtasche ins Haus zu bringen. Die Frau
des Metzgers opferte einen Teil der wohlverdienten Mittagspause für die Fahrt von Brixen bis zum obersten Ende von Vahrn Richtung Schalders. In der heutigen hektischen Zeit ist dieser Aufwand eine seltene Ausnahme und daher umso lobenswerter. Ich möchte mich deshalb auch auf diesem Wege bei den Geschäftsleuten Franzelin mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ bedanken!
BRIXEN / USA Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
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Ausflug nach West Virginia z Es ist das größte Zeltlager der Welt: World Scout Jamboree (WSJ) heißt das Weltpfadfindertreffen für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, das 1920 ins Leben gerufen wurde und seitdem alle vier Jahre immer an einem anderen Ort veranstaltet wird. Die heurige 24. Auflage des Großevents fand in West Virginia in den Vereinigten Staaten statt und wurde erstmals von drei nationalen Pfadfinderverbänden, jenen von Mexiko, Kanada und USA, zusammen mit dem Weltpfadfinderverband organisiert. Heuer stand das Jamboree unter dem Motto „Unlock a new world“, womit die Kernziele der Pfadfinder verdeutlicht werden sollten: Abenteuer erleben, neue Kulturen kennenlernen, Freundschaften schließen. 45.000 Pfadfinder aus mehr als 200 Ländern waren vom 22. Juli bis zum 2.
August zusammengekommen; mit dabei im italienischen Kontingent auch 16 Südtiroler aus der Südtiroler Pfadfinderschaft AGESCI und CNGEI. Unter ihnen war auch eine Brixnerin: Medea Fabbricotti (rechts im Bild) vom Stamm Brixen. „Es gab unzählige spannende Aktivitäten, jedoch war das ‚swapping‘, das sogenannte Tauschen von T-Shirts, Abzeichen oder auch Halstuchknoten, eine der beliebtesten“, erzählt Medea. „Für mich war es ein wunderschönes Erlebnis, das mich sehr bereichert und mein Weltbild geöffnet hat.“ Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren, die sich einen Eindruck von den Pfadfindern verschaffen möchten, sind herzlich zur Jahreseröffnungsfeier des Stamms Brixen am 7. September um 14 Uhr im Jugendhort Brixen eingeladen. sp
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UMFRAGE
Lokal, regional – oder Hauptsache günstig? Fotos: Oskar Zingerle
Beim Einkaufen hat man die Qual der Wahl: Entscheidet man sich für das regionale oder lokale Produkt, oder gefällt auch Ware von außerhalb? Fällt die Wahl eher auf biologische Produkte, oder wählt man doch lieber die preiswertere konventionelle Variante? Wir haben bei den Brixnern nachgefragt.
„Wenn es irgendwie geht, achte ich schon darauf, Regionales einzukaufen. Aber allzu genau nehme ich es nicht“, gibt Alexandra Cimadom zu. „Ich schaue, was es gibt und was ich brauche. Am besten sollten die Waren biologisch hergestellt sein; dass die Produkte da nicht immer ganz makellos sind, ist mir eigentlich egal.“
„Qualche volta compro prodotti biologici, qualche volta no”, erklärt uns Maria Stefanati. „Di solito compro prodotti italiani, ma a volte capita che si debba comprare anche prodotti dall’estero. Ho l’impressione che alcuni prodotti biologici non siano così speciali come dicono. Se poi sono troppo cari, cerco di comprare qualcosa che costa meno.”
„Ich achte schon darauf, dass die Produkte in Südtirol hergestellt worden sind. Mit etwas höheren Preisen muss man dabei eben rechnen“, sagt Daniela Pichler. „Wenn man gern etwas Gutes hat, muss man auch entsprechend bezahlen – das ist heutzutage eben so. Bei den Milchprodukten achte ich auch darauf, dass sie in Brixen hergestellt worden sind, in der Brimi zum Beispiel. Biologisches Obst kaufe ich auch ein, aber es muss gut aussehen, sonst verzichte ich darauf.“
„Ich achte eigentlich darauf, hauptsächlich regionale und lokale Produkte einzukaufen. BioProdukte kaufe ich auch, das Aussehen stört mich dabei nicht besonders“, sagt Jakob Kompatscher.
„Ich bevorzuge schon Produkte, die regional erzeugt worden sind“, bestätigt Maria Wierer. „Ich gehe auch ziemlich oft in die Bio-Läden und achte grundsätzlich mehr darauf, was ich einkaufe. Die etwas höheren Preise stören mich ab und zu, weil manchmal sind sie wirklich unverschämt. In dem Fall lässt man es aber eben bleiben.“
Agnes Wieland erklärt, „schon eher lokale Produkte einzukaufen. Auf den Bauernmarkt gehe ich immer, das ist ein Fixtermin für mich, am Samstag und am Mittwoch. Da ist zwar nicht alles biologisch; wenn doch, stören mich die dazugehörenden Macken nicht wirklich. Wichtig ist nur, dass das Obst nicht faul ist.“
„Ich achte auf jeden Fall darauf, dass die Produkte, die ich kaufe, von hier kommen, aber ich produziere auch viel selbst, weil ich einen großen Garten habe“, sagt Thomas Ebner. „Biologische Produkte kaufe ich deswegen auch nicht sonderlich viele ein, das habe ich alles im eigenen Garten. Im Prinzip stört es mich ansonsten nicht, dass regionale Produkte auch mal mehr kosten“
„Ich achte schon darauf, hauptsächlich regionale und lokale Produkte zu verwenden“, versichert uns Andrea Brunner. „Bei biologischen Produkten ist es aber immer auch eine Frage des Preises. Grundsätzlich schaue ich schon darauf, mehr biologische Produkte als zum Beispiel ConvenienceProdukte oder Fertigprodukte zu erwerben.“ 31
Kunst & Kultur
Zahnbürsten und Goldnasen
In ihrer Heimatstadt Brixen ist die Komponistin Manuela Kerer selten zu sehen und zu hören. Im benachbarten Ausland dagegen reißen sich zahlreiche Festivals um die Mitwirkung der quirligen Musikerin.
S
ie wirkt immer noch wie ein junges Mädchen, dieses zierliche Energiebündel, das neben Komposition und Instrumentalpädagogik auch Psychologie und Jus studiert hat. Nach Jahren im Ausland lebt sie seit kurzem wieder in ihrem Elternhaus in Brixen mit ihrem Partner Rainer und den zwei Töchtern Marlen und Clara. Wie sie da noch Zeit hat, ihren musikalischen Verpflichtungen nachzukommen, ist ein Rätsel, aber sie bringt offenbar alles unter einen Hut.
Schlossmediale Werdenberg. In
zerten zu Gehör bringen. „Gold“ war die heurige thematische Vorgabe der künstlerischen Leiterin Mirella Weingarten, und passend dazu hat sich Kerer in „Tocco“ mit dem Mythos von König Midas befasst, dessen Berührung alles zu
Künstlergespräch mit Mirella Weingarten 32
Gold verwandelt. „Daher kommt auch der Begriff ‚Midas Touch‘ für jemanden, der ein goldenes Händchen für Geschäfte hat“, ergänzt Manuela. Midas lässt auch seine Tochter zu Gold erstarren,
„Das muss man erst mal schaffen, drei Minuten aufsteigend lachen gegen alle Wind und Wetter“_ Manuela Kerer
Foto: Schlossmediale Werdenberg
den letzten Monaten hat sie eine wahrhaftige Tour de Force hinter sich gebracht mit Projekten in der Schweiz und in Tirol. Auf dem trutzigen Schlösschen Werdenberg über dem Rheintal im Kanton St. Gallen findet seit 2012 alljährlich
das internationale Festival für Alte Musik, Neue Musik und Audiovisuelle Kunst „Schlossmediale Werdenberg“ statt. Manuela Kerer durfte als „Komponistin im Fokus“ gleich sechs Werke in drei Kon-
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und dieser Moment wurde verkörpert durch das Ausnahmetalent für Zeitgenössisches, Sarah Maria Sun. Ihr immenses Stimmvolumen umfasst GoldkehlchenKlänge gleichwie tierische Laute und ächzende Geräusche. Be-
gleitet wurde die Klangkünstlerin durch das überragende Arcis Saxophon Quartett, das auch schon bei den Klangfesten auf Schloss Runkelstein aufgetreten ist. Die preisgekrönte Kreative kann aber auch ganz andere „Geräte“ zum Klingen bringen: So nahmen sich in „Impos II“ vier Künstlerinnen vier elektrische Zahnbürsten vor − ursprünglich „für zehn Zahnbürsten und anderes unmögliches Instrumentarium“ gedacht − ein munteres Ballett mit maultrommelartigen Obertönen im Resonanzraum Mund. „Elektrische Zahnbürsten sind wunderbare Instrumente, man muss ihnen nur zuhören“, betont Manuela Kerer. Zumindest etwaige anwesende Zahnärzte werden ihre Freude daran gehabt haben.
Hauchzartes Gletscherquartett. Einstimmig das berührendste Musikstück war laut Pressestimmen Kerers „Gletscherquartett“ für Streicher, in dem die Komponistin ihre Gedanken zu Entstehung und Untergang eines Gletschers beschreibt, denn „nicht umsonst wird der Gletscher als Fieberthermometer des Weltklimas bezeichnet“, so O-Ton Kerer. Feinfühlig wird das Schicksal der Gletscher aufgrund der Klimaschwankungen thematisiert, „von genialen Musikern, die den Streichinstrumenten hauchzarte leise flirrende Töne entlocken mit Glissandi, wo man richtiggehend spürt, wie einem der Boden unter den Füßen wegflutscht“, schwärmt die Künstlerin. „Es war übrigens nur vermeintlich eine Uraufführung“, schmunzelt Manuela, „denn eigentlich war das Quartett ein Auftragswerk für Andreas von Mörl zu seinem
Foto: Nafez Rerhuf
DIE JÜNGSTEN AUFTRAGSWERKE DER BRIXNER KOMPONISTIN
KLANGKUNST: Manuela Kerers Kreativät scheint unerschöpflich zu sein
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Die Mehrwegflasche von Zipperle.
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Foto: kultur:schaffen
bung Einschr:re17i. September
de für Mitglie tember er: 18. Sep d e li g it M für neue hr 18 bis 20 U Goldene Nasen für 280 Sänger runden Geburtstag.“ Eiseskälte ist auch ein Thema, mit dem sich Manuela Kerer für ihr Auftragswerk zusammen mit dem Librettisten Martin Plattner beschäftigt, und zwar für die Reihe „Oper.A 20.21“ der Stiftung Haydn Bozen und Trient. „Toteis“ wird am 13. März im Stadttheater uraufgeführt und erzählt die Geschichte des „Heldenmädchens“ Viktoria Savs, das als Soldat Viktor an der Dolomitenfront diente und dabei ein Bein verlor.
Klangzellen für Maximilian.
Foto: kultur:schaffen
In Innsbruck bekommt Manuela Kerer es gar mit einem sehr frühen kaiserlichen Europäer zu tun. Kaiser Maximilian I. war Wegbereiter einer neuen Dimension europäischer Kultur und Politik. Tirol würdigt den „Letzten Ritter“
ixen
Forum Br
– anlässlich des 500. Todestages mit unzähligen Veranstaltungen an verschiedensten Orten und Schauplätzen. „Die sieben Leben des Maximilian“ war eine musikalische Aktion mit berühmten Künstlern und Performern, ausgehend vom Goldenen Dachl bis zum Zeughaus. Dort kam ein sehr aufwändiges Projekt von Manuela Kerer und Robyn Schulkowsky zur Aufführung: Statt Waffengeklapper füllte Manuela den Innenhof mit menschlichen Stimmen in all ihren Facettenreichtum von unhörbar leise bis unerhört laut. „Das muss man erst mal schaffen, drei Minuten aufsteigend lachen gegen alle Wind und Wetter“, gibt Manuela zu Bedenken, „aber mit wertvoller Unterstützung der Chorleiter konnten die Schwierigkeiten überwunden werden.“ 280
Stimmen aus den verschiedensten buntgemischten Chören des Tiroler Sängerbundes agierten bei dem Musiktheater „Hat den Lufft erfullt“ miteinander und verschmolzen mit acht Streichinstrumenten und dem Movement-Artist Daniel Renner zu einem erstaunlichen Augen- und Ohrenschmaus. Mit einer augenzwinkernden Anspielung auf Maximilians präpotentes Riechorgan gestaltete der Makeup-Künstler Michèl Schiwôn goldene Nasen, an Hand derer sich die Mitwirkenden vom umherwandernden Publikum überhaupt erst unterscheiden ließen.
Kerer in Toblach. Hierzulande
trifft man auf Manuela Kerers Kompositionen vor allem beim Festival Transart oder beim Festival für Zeitgenössische Musik oder, wie heuer, bei den Festspielen Südtirol in Toblach am 5. September, wo Werke von Manuela Kerer, Werner Pirchner, Hubert Stuppner und andere mehr von „I Virtuosi Italiani & Windkraft“ dargebracht werden. Am 31. August sind gleich zwei Klangistallationen von der Musikerin zu hören, vormittags in der Hofburg anlässlich der Vernissage von „Beauty Case“ und abends am Völser Kirchplatz.
irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Kursbeginn r
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Liebe geht durch den Magen Ganz im Zeichen der Ernährung und Heilmittel steht das Kooperationsprojekt 2019–2020 „Wohl bekomm‘s“ des Museumsverbandes Südtirol. Das Pharmaziemuseum Brixen lockt die Besucher mit der Ausstellungsreihe „Gewürze – Spezie“.
S
chon im Eingangsbereich des altehrwürdigen Gebäudes in der Brixner Adlerbrückengasse, in dem sich neben der Apotheke auch das Pharmaziemuseum befindet, findet der Besucher, neugierig gemacht vom aktuellen Thema der Ausstellung „Erotisch und orientalisch“, erste Informationen. Hier kann sich der Besucher über das Ausstellungsprojekt informieren, das sich über den Zeitraum Januar 2019 bis Dezember 2020 erstreckt. Das Ziel der Kooperation ist ein gemeinsamer Auftritt in der Öffentlichkeit, die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und die verstärkte Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung. In drei Vitrinen sind Redewendungen ausgestellt, die auf das Thema der Ausstellung hinweisen: überall seinen Senf dazugeben, sein wie aus dem Ei gepellt, an apple a day keeps the doctor away, hingehen, wo der Pfeffer wächst. Gewürze waren und sind wertvoll und teuer und brachten in den Jahren, als die Gewürze noch nicht in jeder Küche zu finden waren, dem Händler Reichtum und Ansehen. Eine Treppe, deren Stufen mit Symbolen aus der Alchimie verziert sind, führt den Besucher zu den Ausstellungsräumen in den zweiten Stock. Aber keine Angst, dort versuchen sich die Eigentümer und Initiatoren des Museums, das Apothekerehepaar Peer, nicht in der Herstellung von Gold oder drehen Pillen, sondern bei Bedarf führen sie die Besucher gerne durch die Ausstellungsräume. Man kann im Museum auch einen Audioguide auf das Handy herunterladen.
Die Scharfmacher. Die erste Folge
der Ausstellungsreihe „Gewürze – Spezie“ widmete sich den scharf schmeckenden Gewürzen. Die Ausstellung erzählte zum Beispiel, dass Cayenne-Pfeffer zu den Chilis 36
Foto: Shutterstock
Kunst & Kultur
AUSSTELLUNG
gehört und eigentlich gar kein Pfeffer ist. Das Pharmaziemuseum versuchte einen roten Faden durch den sprachlichen Wirrwarr exotischer Gewürze zu legen; es wurden aber auch bodenständige Gewürze wie Senf oder Kren beschrieben. Auch vom Ingwer, der anscheinend der Liebling der Frauen sein soll, erzählte die Ausstellung.
Erotisch und orientalisch. Die
zweite Folge der Ausstellungsreihe „Gewürze – Spezie“, die zurzeit besichtigt werden kann, gibt einen Überblick über die Vielfalt orientalischer Würzmittel. Sie besitzen nicht nur einen guten Geschmack und angenehmen Geruch, sondern sie wirken auch anregend und zeigen heilende Wirkung. Orientalische Gewürzmischungen enthalten oft bis zu 20 verschiedene
Inhaltsstoffe. Sie machen das Würzen leicht, weil sie geschmacklich ausgewogen und farblich ansprechend sind. „Bei diesen Gewürzmischungen ist Vorsicht geboten“, warnt Apothekerin Elisabeth Peer, „die Vielzahl von Gewürzen birgt auch die Gefahr von Allergien und Unverträglichkeiten.“ Also heißt es: gut hinschauen! Damit man ohne Reue sagen kann: Wohl bekomm’s.
K wie kerngesund. In kleineren
Vitrinen werden die Gewürze und die Mischungen präsentiert, und Schautafeln liefern die dazugehörenden Beschreibungen. Kardamom, Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander sind nicht schon einzeln verwendet kerngesund, sie passen auch gut zusammen, und wir finden sie in berühmten Gewürzmischungen, wie zum Bei-
spiel dem Curry. Kardamomen regen die Durchblutung an und sollen deswegen bei Männern die Liebeslust steigern. In Kombination mit Alkohol sollen sie besser verträglich sein; sie werden in Europa gern in Spirituosen und Glühwein verwendet. In Indien wird Kurkuma (man verwendet den Wurzelstock) seit Jahrtausenden als Gewürz und Heilmittel geschätzt. Kurkuma regt die Verdauung an und besitzt entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Das Gewürz ist preisgünstiger als Safran und sorgt in verschiedenen Speisen für knallgelbe Farbtupfer. Der Kreuzkümmel ist ein Alleskönner: gut für Magen und Darm, Husten lindernd, Blutdruck senkend, gilt er sogar als Schlankmacher und Aphrodisiakum. Verwendung findet auch seit 7000 Jahren der Ko-
riander. Nicht jedermanns Gusto, eignet er sich besonders für Brot, Gebäck, Liköre und Kompotte. Er enthält pflanzliche Östrogene und soll bei Frauen, wenn nicht aphrodisierend, so zumindest für gute Laune sorgen.
Verführerisch in Duft und Süße.
An die Märchen von 1001 Nacht und Scheherezade erinnert die Geschichte der Rosenblüten aus der Stadt Shiraz im Iran. Rosenblüten sind der Inbegriff orientalischen Wohlgeruchs und blumigen Aromas. Sie sind in Nordafrika, Vorder asien und Indien als Zierde von Süßspeisen hochgeschätzt. Teeund Zuckermischungen werden damit aromatisiert. Der Rosenduft gilt als aphrodisierend, und so wird in der Türkei das Hochzeitsmahl stets mit einem Rosensorbet abgeschlossen. Interessant ist es auch zu erfahren, dass die TonkaBohne, die aus den Schoten des Tonkabaumes gewonnen wird, in Südamerika als Zaubermittel zur Erfüllung aller Wünsche galt. Die großen braunen Samen schmecken süßlich, leicht bitter und erinnern an Vanille, wofür sie häufig als Ersatz dienen. Sparsame Verwendung ist angesagt! Die erotisierende Wirkung wird vor allem dem Duft der Bohnen zugeschrieben, und entsprechend werden sie auch für Herrenparfüms und Tabak verwendet. Seit gut 3000 Jahren wird die Kokospalme angepflanzt. Das Fruchtfleisch der Kokosnuss schmeckt leicht süß; als Flocken und Chips wird es viel geknabbert, weil es kein Dickmacher ist. Die Kombination aus Proteinen, ätherischen Ölen und B-Vitaminen im Fleisch soll auch noch die Liebeslust stimulieren. Vanille, die „Königin der Gewürze“, gilt nach dem Safran als das kostbarste Aroma. Am besten kauft man die ganze Schote, denn wegen des hohen Preises sind Fälschen und Strecken üblich. Vanille verfeinert unzählige Süßspeisen wie Eiscreme oder Kakaoprodukte, und sie veredelt sogar Hummer und Lachs. Schon die Ureinwohner Mexikos wussten von der belebenden Wirkung der Vanille auf die Geschlechtsorgane. Der Wirkstoff der Vanille gilt als „Zwischenmenschlicher Botenstoff“. Safran, der Luxusartikel der Antike, kostete im Mittelalter dreimal mehr als Pfeffer und ist heute noch das teuerste Gewürz. Verwendet werden die Stempelfäden des Schwertliliengewächses; für ein Kilogramm braucht man 200.000 Blüten. Vorsicht ist wegen der
Fälschungen geboten: Man wählt besser die Fäden als das Pulver. Pharmazeutisch betrachtet, ist der Safran der Renner: Er wirkt nervenstärkend und stimmungsaufhellend, erhöht den Serotoninspiegel wie ein Antidepressivum und macht schlank. In früheren Zeiten streute man Safranfäden auf das Hochzeitslager oder berauschte sich am Safranwein. Aber aufgepasst! Schon in der Antike warnte der Arzt Galen, dass ein Zuviel von Safran den Kopf überflute und den Verstand verwirre. Gezeigt werden auch die Muskatblüte und die Muskatnuss. Die weniger bekannte Muskatblüte kann man mitkochen. Sie ist aber auch in allerlei magischem Räucherwerk enthalten und gilt als Wirkungsverstärker in Energy Drinks. Die ätherischen Öle der Muskatnuss fördern die Durchblutung der Geschlechtsorgane und wirken über die Nase aufs zentrale Nervensystem. Hildegard von Bingen hat schon vor 700 Jahren geschrieben, dass die Muskatnuss das Herz öffne und das Gefühl der Menschen läutere.
Orientalische Gewürzmischungen. Wer die orientalische Küche
liebt, wird sich interessiert der Vitrine mit den Gewürzmischungen zuwenden. Von Advieh, Baharat, Erotischer Curry, Indischer Maharadja-Hochzeitscurry, Ras el-Hanout, Zatar, Sexgewürz und Arabischem Zucker kann man alles bestaunen und sich über die verschiedenen Mischungen an der Schautafel informieren. Mit Kardamom, Rosenblüten, Zimt, Muskatnuss, Chili, Kaffeebohnen, Vanille, Kokospulver, um nur einige zu nennen, werden die Gewürzmischungen hergestellt. „Auch mit den Gewürzmischungen ist Vorsicht geboten“, warnt Elisabeth Peer, „ein Zuviel kann das Gericht und den Magen verderben.“ Außerdem ist man nicht mehr imstande, den feinen Geschmack der einzelnen Gewürze wahrzunehmen. Es wird eine Fülle von Informationen geboten, und die Ausstellung soll den Besucher anregen zum Experimentieren beim Kochen, auf die Qualität der Gewürze zu achten und sie auch richtig zu dosieren. Wer weiß, vielleicht hat jemand noch eine Redewendung zum Thema „Gewürze – Spezie“ in petto, die er dann im Eingangsbereich deponieren kann. Das Apothekerehepaar Peer würde sich freuen. hildegard.antholzer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
THEATER
Kunst & Kultur
TPZ in Südkorea z Die Stadt Pohang im Südosten von Südkorea war die Zieldestination der sechs Spieler der Theaterwerkstatt Rainbow des TPZ Brixen, um Anfang August mit ihrem Stück „Romeo und Julia – Redux“ am Internationalen Amateurtheaterfestival teilzunehmen. Für die begehrte Teilnahme an solchen Festivals werden nur jene Gruppen ausgewählt, deren Aufführungen am geeignetsten erscheinen. Beim Stück „Romeo und Julia – Redux“ − eine fast nonverbale Version des Shakespeare-
Klassikers − wird die Geschichte in überzeichneten Charakteren à la Commedia dell’arte erzählt. Aufgrund der internationalen Verständlichkeit wurde es für das Festival ausgewählt und hat
K&K
großen Anklang gefunden. Rob van Genechten, Präsident des Internationalen Amateurtheaterverbands IATA, versprach, auf anderen internationalen Festivals für das TPZ Brixen zu werben. sp
MUSIK
Junge Musikerin erfolgreich z Über ein musikalisch bereits sehr erfolgreiches Jahr 2019 kann sich die erst 13-jährige Lia Obexer freuen. Die junge Brixner Musikerin, die neben dem Instrument Klarinette auch Klavier und Geige spielt, nahm im Februar am Landeswettbewerb „Prima la musica“ in Meran in der Kategorie Soloklarinette teil und wurde zum Bundeswettbewerb nach Klagenfurt weitergeleitet, der vom 25. Mai bis 2. Juni abgehalten wurde. Dort erspielte Lia einen ersten Preis. Auf den Musikwettbewerb vorbereitet wurde
kurz
notiert
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sie von ihrem Klarinettenlehrer Sepp Fischnaller. Von ihrer Klavierlehrerin Christina Thomaseth wurde Lia am Klavier begleitet. Nach ihrem Erfolg in Klagenfurt stellte sich Lia einer weiteren großen Herausforderung: Sie wagte sich als jüngste Teilnehmerin an das Leistungsabzeichen in Gold und bestand mit ausgezeichnetem Erfolg. Dass Lia auch weiterhin ihr Leben in enger Verbindung mit der Musik beschreiten wird, garantiert auch ihr jüngster Erfolg: Vor kurzem schaffte sie die Auf-
nahmeprüfung am Tiroler Landeskonservatorium, wo sie im Bereich „Talenteförderung“ von Professor Max Bauer unterrichtet wird. Lia ist seit sieben Jahren Mitglied der Jugendkapelle „Brix Banda“ und seit drei Jahren jüngstes Mitglied der Bürgerkapelle Brixen, die unter dem Dirigat von Hans Pircher steht. Weiters ist sie Mitglied im Holzbläserensemble Pentakis unter der Leitung von Ricarda Janissen, und sie spielt beim Quartett „Blechfrei“ unter der Leitung von Katja Lechner und Martina Gasser mit. sp
Bis 21. September sind die Arbeiten der Künstlerin Astrid Gamper im Stadtmuseum Klausen zu sehen. Meisterlich beherrscht die gelernte Modedesignerin die Aktzeichnung, in der sie eine eigene Technik entwickelt. Die menschliche Hülle wirkt zerrissen und geht gleichsam bis „Unter die Haut“.
Im Rahmen des „Festival Più Piano“ gastierte kürzlich in der Hofburg der junge preisgekrönte Pianist Axel Trolese. Der 22-jährige Virtuose begeisterte unter anderem mit Werken von Clara und Robert Schumann, denen er eloquent eine höchst informative Einführung voranstellte.
Foto: Martin Eder
Kunst & Kultur
Für die Hobbymalerin Christina Mutschlechner Goller ist der August ein erfolgreicher Ausstellungsmonat: In der Galerie 90 ist sie mit expressiven Werken vertreten, und in der Engelsburg präsentiert sie abstrakte Acrylbilder zusammen mit ihrem Bruder Erich Mutschlechner, der ungewöhnliche Holzskulpturen schafft.
NACHGEFRAGT
„A bissl Fårbe tuat der Seele guat“ Frau Peintner, wie man aus Ihrer Facebook-Seite „IMolDos“ entnehmen kann, sind Sie eine waschechte „Puschtrarin“, wohnen jetzt aber in Brixen? Ich bin mit meinem Mann vor etwa drei Jahren hergezogen, und Brixen fühlt sich definitiv wie meine Heimatstadt an. Nach dem Besuch des Pädagogischen Gymnasiums mit Fachrichtung Kunst in Bruneck habe ich hier außerdem fünf Jahre Religionspädagogik studiert. Doch kein Kunststudium? Aus meinem Umfeld hieß es damals „Lern was Gescheites“, und so habe ich ein „ordentliches“
Studium durchgezogen und drei Jahre Religion unterrichtet. Aber das Malen hat mir schrecklich gefehlt, seit ich die ersten Wände im Kinderzimmer bei lieben Freunden bemalt habe – zum Beispiel mit Heidi- oder PippiLangstrumpf-Motiven. Jetzt wollen Sie Ihr Hobby zum Beruf machen? Meine erste Idee habe ich zuhause realisiert: Ich habe eine Landkarte mit Magnetfarbe gemalt, damit wir mit Fähnchen unsere Reiseorte festhalten konnten. Ich habe noch eine zweite Liebe, die Innenarchitektur, und das lässt sich mit meiner Wandmalerei gut
kombinieren. Ich möchte mehr verändern als einfach nur Farbe auf eine Wand auftragen. Ich male plastisch und bunt, es soll cool und modern sein, und man soll die Motive erkennen. Ich will den Menschen die Scheu vor Farbe nehmen, denn „a bissl Fårbe tuat der Seele guat“.
Foto: Oskar Zingerle
MARTINA PEINTNER, Pädagogin und Hobbymalerin, über ihre Liebe zur Farbe seit frühester Kindheit – und wie sie ihre Passion zum Beruf machen will.
Keine Zukunftsangst? Überhaupt nicht, solange ich etwas tun kann, was mich glücklich macht. Seit meiner FacebookSeite bekomme ich viel Zuspruch, und das motiviert mich, diesen Weg einzuschlagen. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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allem das Theater, genauer gesagt das „Teatro La Ribalta“, mit dem Viganò höchst erfolgreich durch In- und Ausland tourt, vor allem mit dem Stück „Otello Circus“, bei dem der Brixner Rodrigo Scaggiante die Hauptrolle spielt. Mit dem preisgekrönten Projekt „Superabile“ war die Truppe vor
kurzem in Brixen zu bewundern – wetterbedingt nicht im Tschumpus, sondern im Don Bosco. Das Theaterstück versucht, das Thema „anders sein“ mit Leichtigkeit und Humor anzugehen. Ganz natürlich nach ihren individuellen Möglichkeiten erzählen zwei Schauspieler im Rollstuhl von ihrem Alltag, vom Angewiesensein auf Betreuer, dem Fehlen von Intimität, dem Verlust der Autonomie. Der Zeichner und Regisseur Michele Eynard schafft mit Hintergrundbildern und Sprechblasen Situationen, in denen die Protagonisten interagieren wie in einem Comic Strip. Durch die Leichtigkeit und Ironie der Darstellung kann man über die Problematiken lächeln; gleichzeitig wird aber angeregt, über das eigene Verhalten zu Menschen mit Behinderungen nachzudenken. ird
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Come along, sing along
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BRIXEN: Bestens renovierte, gut eingeteilte 4-Zimmerwohnung, schön und voll möbliert, in zentraler Lage, Süd-Ost-West-Ausrichtung, EK F, Euro 325.000.-
Informationen & Verkauf
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z Der Vinzentiner Knabenchor blickt auf eine fast 150-jährige Tradition zurück: Zeitgleich mit der Gründung der Bildungseinrichtung im Jahr 1872 wurde auch der Chor für Knaben- und Männerstimmen ins Leben gerufen. Damit sich auch weiterhin junge Sänger für den Chorgesang begeistern, wird seit einiger Zeit mit der Knabensingwoche „Come along, sing along“ im Sommer eine Projektwoche organisiert. Anfang August konnten Buben im Alter zwischen acht und
13 Jahren – heuer bereits zum vierten Mal − erste Chorerfahrung sammeln. Begleitet wurden sie dabei von Profisingtrainern. „Buben wird oft nicht zugetraut, dass sie singen können oder dass ihnen das Singen gefällt. Diese Woche ist der Gegenbeweis“, freut sich der Leiter des Vinzentiner Knabenchors, Andrea Tasser. Er war neben Andreas Wiedmer, dem Leiter des „Boys Choir Lucerne“ aus der Schweiz, Albert Frey, dem Stimmbildner der Wiltener Sängerknaben, und Clara Sattler, der Leiterin des
Vinzentiner Mädchenchors, einer der professionellen Gesangstrainer, die die Teilnehmer betreuten. Begleitet wurden die Singeinheiten von einem Freizeitprogramm, das von Lukas Gatterer und Sarah Gschliesser gestaltet wurde. Für das Abschlusskonzert haben die Buben nicht weniger als zehn Lieder einstudiert – vom Schweizer Volkslied über Rock und Pop bis hin zu Käpt’n Balus „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch. sp
THEATER
z Im kunterbunten Veranstaltungsreigen im Tschumpus finden stets auch spannende Kinder- und Jugendtheater statt; heuer fiel die Wahl auf Robert Louis Stevensons „Die Schatzinsel“. Die Produktion von „freiluft“ und „Murx Theater“ wollte mit dieser kindgerecht verknappten Fassung von Antonia Tinkhauser an den frühen Tod der Schauspielerin im letzten Jahr erinnern. Regie führte Brigitte Knapp, die schmissigen Songs steuerte Matteo Facchin bei, wobei vor allem Liz Marmsoler als furchteinflößender Long John Silver, Simon Schwarz als verwilderter Ben Gunn und Simeon von Aulock (Jim Hawkins) das kleine und große Publikum beeindruckten. Raufen, balgen, fluchen, saufen, tanzen, singen in teuflisch echter Piratenkluft – nichts wurde ausgelassen,
Foto: Arnold Ritter
Antonias Schatzinsel
um ein actionreiches SeeräuberSpektakel auf die Bühne, pardon, auf die „Hispaniola“ zu bringen. Einige von den ganz Kleinen wurden allerdings von den grim-
migen Piraten in die Flucht geschlagen und verließen greinend den Tschumpus an der Hand der Mama. Oder war die Dauer von 90 Minuten etwa doch zu lang?
Am Ende durften alle Kinder in die Schatztruhe greifen und ein Beutelchen mit geheimnisvollen Kleinoden mit nach Hause nehmen. ird
NEU IM REGAL Ganz schön mystisch
MUSIK
Neuer Vorstand im„novAntiqua“ z Das gemischte Brixner Vokalensemble „novAntiqua“ hat einen neuen Vorstand, der sich in den nächsten drei Jahren zusammensetzt aus Pieter Jan van Helden (Obmann), Tobias Messner (Vizeobmann), Eva Gschliesser, Franziska Roscher sowie Romina Schöpfer. Alle fünf Mitglieder sind neu in den Vorstand gewählt worden. Dem Chor, der 1986 gegründet wurde, gehören derzeit etwa 50 Mitglieder an. Unter der Chorleitung von Armin Thomaser werden geistliche wie weltliche Chorwerke erarbeitet; der Name „novAntiqua“ steht dabei für das vielfältige Repertoire. Offen gegenüber allen musikalischen Epochen und Stilrichtungen, von
der alten Musik bis zur zeitgenössischen, wird auf abwechslungsreiche Konzerte und spannende Präsentationen Wert gelegt. „Was uns alle verbindet, ist die Begeisterung für Musik, mit der wir andere anstecken möchten“, bestätigt Obmann van Helden. Einmal wöchentlich – immer donnerstags – kommt man zur Probe zusammen. Mit dem Start des neuen Chorjahres Anfang September beginnen auch die Vorbereitungen für die Abendgebete im Januar 2020. Im nächsten Mai folgt dann eine zweite Konzertreihe. Interessierte Sängerinnen und Sänger aller Stimmen (Sopran, Alt, Tenor, Bass) sind jederzeit herzlich willkommen. sp
Auf Brandopferplätzen wurden in vorchristlicher Zeit Nahrungs- und Sachgaben dem Feuer übergeben. Die Königsangerspitze oberhalb von Brixen beispielsweise war ein solcher Brandopferplatz in Höhenlage. Weitere mystische Orte, Kraftplätze und Kultorte in Südtirol spürten Astrid Amico und Martin Ruepp auf, beschrieben und fotografierten sie und sammelten sie in ihrem jüngsten Buch. Eine ursprüngliche Energie machten die Autoren auf Halbweg zwischen Seis und Albeins aus, wo man zwei Moränenhügeln links und rechts vom Kasserolhof ihren mystischen Charakter bereits von Weitem ansehe. Beschrieben werden in dem Buch aber nicht nur einzelne Plätze, sondern auch Wanderungen, die an Kraftplätzen und Kultorten vorbeiführen, etwa bei den Schalensteinen auf dem Weg zum St.-Johannes-Kirchlein in Karnol. Besondere Kräfte wurden bekanntlich auch den Fruchtbarkeitsrutschen nachgesagt, von
Astrid Amico, Martin Ruepp: Mystische Orte in Südtirol. Edition Raetia, Bozen, 2018
denen es in Elvas gleich vier an der Zahl gibt. Ein Highlight sind die wunderbaren Bilder von Martin Ruepp, der die beschriebenen Orte nicht nur dokumentarisch festgehalten hat, sondern ihnen durch die Wahl besonderer Lichtstimmungen eine außergewöhnlich ansprechende Note verleiht. 43
Veranstaltungen
QUALIFIZIERUNG BERUF
LEHRGANG: Social Media Marketing ab 18.10. (4 Blöcke) Infoabend: Do. 19.09., 19.30 Uhr 8-WOCHEN-KURS: MBSR Stressreduzierung durch Achtsamkeit nach Jon Kabat-Zinn ab 24.10. (8 Abende + 1 ganzer Tag) Infoabend: Do. 03.10., 18.30 Uhr
Spanisch - Schnupperabend Mi. 23.10., 19 Uhr
MENSCH GESELLSCHAFT
Heiraten oder Zusammenleben? Vortrag Do. 26.09., 19.30 Uhr So plane ich meine Geldanlage – die Welt der Wertpapiere ab Mi., 09.10., 18.15 – 21.15 Uhr (2x)
250 JAHRE MOZART IN BRIXEN
MODULARER INTENSIVKURS Buchhaltung mit Übungsfirma ab 15.10. Buchhaltung für NeueinsteigerInnen ab 12.11. Buchhaltung am PC ab 26.11. Buchhaltung in der Übungsfirma
Farb- und Stilberatung ab Fr. 27.09., 8.30 - 17.30 Uhr (1 Tag + Einzelstd.)
In zehn Schritten zur persönlichen Resilienz Infoabend: Mi. 02.10., 18.30 Uhr
Von Sportlern lernen – konzentriert und fokussiert bleiben Sa. 26.10., 9 – 13 Uhr
Wirkungsvoll kommunizieren Fr. 11.10., 14 – 18 Uhr
Erste Hilfe bei Kindern Do. 10.10., 19 – 22 Uhr
Heuer jährt sich zum 250. Mal der erste Brixen-Aufenthalt von Wolfgang Amadeus Mozart. In der Hofburg werden aus diesem Anlass Mozarts Streichquintette KV 174 und KV 593 sowie das Quintett op. 5,1 des Mozartfreundes Joseph Leopold Eybler aufgeführt. Am Tag darauf feiert Bischof Ivo Muser im Dom den Gottesdienst, bei dem die Spaur-Messe von Mozart aufgeführt wird. Anschließend wird Hildegard Herrmann-Schneider im Kaisersaal der Hofburg einen Blick auf „Mozart in der Brixner Hofburg“ werfen und den Stimmensatz der Spaur-Messe mit handschriftlichen Eintragungen von Wolfgang Amadeus und Leopold Mozart zeigen.
Wie fessle ich meine Zuhörer Fr. 18.10., 9 – 17 Uhr
Sarke Eltern – Starke Kinder® Infoabend: Di. 08.10., 19.30 Uhr
* Samstag, 7. September
EDV
Pensionierung … und nun? ab Sa. 9.11., 9 – 17.30 Uhr (3x)
NEU: Treffpunkt Senioren Online-Café ab Di. 17.09., jew. 9 – 11 Uhr Fotobuch und Co. ab Di. 24.09., 18.30 Uhr (3x) 50+ EDV Grundkurs ab Di. 15.10., 18.30 – 20.15 Uhr (6x) Umgang mit Handy und Tablet leicht gemacht ab Di. 22.10., 14.30 – 17 Uhr (3x)
SPRACHEN
Infoabend: Sprachkurse der KVW Bildung am Mi., 25.09., 19 Uhr Deutschkurse: verschiedene Levels ab Di. 08.10., jew. 20 Treffen Italienisch – Vorbereitung auf die Zweisprachigkeitsprüfung ab Di. 08.10., 19.30 – 21 Uhr (13x) Englischkurse: verschiedene Levels ab 3.10. verschiedene Zeiten (vormittags/abends)
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Make-Up Grundkurs für Frauen ab 40 Sa. 12.10., 10 – 16 Uhr
20 Uhr, Hofburg Brixen
GESUNDHEIT BEWEGUNG Kräuterwanderung Sa. 28.09., 14.30 – 17 Uhr
Gesundheit stärken durch gesundes Denken Mo. 23.09., 19.30 Uhr Faszination Herz - Vortrag Do. 17.10., 19.30 Uhr
Bartholdy Quintett
Streichquintette von W. A. Mozart und Joseph Eybler Kartenvorverkauf: Tourismusbüro Brixen
* Sonntag, 8. September 10 Uhr, Dom Brixen
Gottesdienst mit Bischof Ivo Muser Domchor und Domorchester Brixen Heinrich Walder, Leitung W. A. Mozart: Spaur-Messe KV 257 11:30 Uhr, Hofburg Brixen
„Ein Blick auf Mozart in der Brixner Hofburg“ Kurzreferat von Hildegard Herrmann-Schneider
Body Forming ab Di. 01.10., 18.30 – 19.30 Uhr ab Do. 03.10., 19 – 20 Uhr Yoga – OG Brixen ab Fr. 04.10. - 19.30 – 21 Uhr Tanzen ab der Lebensmitte ab Di. 01.10., 9.15 – 10.30 Uhr Pilates ab Mo. 14.10., 18.30 – 19.30 Uhr Infos & weitere Angebote: KVW Bildung Brixen Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org bildung.kvw.org
TIMER
September 2019 KABARETT
„Fein sein, gemein sein“ Sabine Ladurner, Magdalena Schwellensattl und Mauro Lazzaretto gehen als „Fidele Alpenpfeilchen“ mit einem schräg-komischen kabarettistischen Heimatabend auf Südtirol-Tournee.
z Was ist Heimat? Ein Heimatabend mit dem Trio „Die fidelen Alpenpfeilchen“ soll Licht ins Dunkel dieser so oft gestellten Frage bringen, die nach wie vor nach einer klaren und unmissverständlichen Antwort lechzt.
Die Interpreten. Auch die drei
Protagonisten Midi (Magdalena Schwellensattl), Traudi (Sabine Ladurner) und Hias (Mauro Lazzaretto) tun sich schwer mit der Antwort. Zu weit driften ihre Meinungen und Befindlichkeiten auseinander: Das traditionelle und konservative Heimatbild der einen
trifft auf die offene und tolerante Multi-Kulti-Einstellung der anderen. Und der „walsche“ Musiker Hias will auch nicht so recht ins idyllische Südtiroler Heimatbild passen.
Bergmensch trifft auf MultiKulti. Aus dem Aufeinandertreffen
von Bergmensch und Multi-Kulti ergibt sich ein schräg-komischer Schlagabtausch um Wertevorstellungen und Heimatbild, gespickt mit persönlichen Animositäten und volkstümlicher Heile-WeltMusik. Ob das wohl gutgeht? Vergnüglich wird es allemal!
* „Fein sein, gemein sein“ ein kabarettistischer Heimatabend mit den „Fidelen Alpenpfeilchen“ von und mit Sabine Ladurner und Magdalena Schwellensattl Musik: Mauro Lazzaretto Regie und Dramaturgie: Hans Kieseier Kostüme: Christina Khuen Eine Produktion der Frauentheatergruppe „Phenomena“
Südtirol-Tournee 2019: 16. September: BARBIAN, Vereinshaus 18. September: SEIS, Kultursaal 21. September: STEINEGG, Vereinshaus 26. September: BRIXEN, Jugendheim Milland Beginn: 20:30 Uhr
Kartenreservierungen: Online unter www.rocknet.bz oder telefonisch unter 333 7767713, Montag bis Freitag, 15−19 Uhr Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Sparkasse
Gratis Schnuppertanzen
POLE DANCE mit Tanzlehrerin Gessica Critelli
* Freitag, 27. September, 18 Uhr Shiatsu-Yoga-Studio im Löwecenter, Vahrn
Vormerkung: 3287317379 Info: www.poledancealtoadige.it
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Sonntag, 1. September
Musik
Samstag, 7. September
10 Uhr
Veranstaltungen
Frühschoppen Jugendkapelle St. Andrä/Lüsen und Gaudikapelle St. Andrä St. Andrä, überdachter Festplatz
Diverses
VoitsFest Vahrner Dorfgaudi
ab 10:30 Uhr
TPZ EINSCHREIBUNGEN Heuer neu:
Dichterwerkstatt SCHWARZaufWEISS für Kinder zwischen 9 und 12 Jahren
Kursfolge Improtheater
mit Eva Kuen und Peter Schorn
* Einschreibungen: bis zum 15. September Informationen und Einschreibung auf der Website www.tpz-brixen.org oder Tel. 335 535 99 55
20:30 Uhr
Brixner Orgelkonzerte Dom zu Brixen
Mittwoch, 4. September
Diverses
Vahrner Weis(s)e Neustifter Weinkost Engelsburg Neustift
ab 16 Uhr
Donnerstag, 5. September Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen
14 Uhr
Freitag, 6. September Vahrner Weis(s)e Weißwein-Party Stiftplatz Neustift
Musik
Bartholdy Streichquintett Hofburg Brixen
Musik
20 Uhr
10 Uhr
Domkirchweihe Wolfgang Amadeus Mozart: Missa solemnis in C-Dur KV 257 „Spaur-Messe“ für Soli, Chor und Orchester Brixner Dom Donnerstag, 12. September
Diverses
Diverses
Diverses
ab 9 Uhr
Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn Vahrn, alter Kindergarten
Sonntag, 8. September
Dienstag, 3. September
Musik
Diverses
ab 19 Uhr
Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen
14 Uhr
Samstag, 14. September
Diverses
10 Uhr
Internationales Musikantentreffen Musikkapellen aus dem In- und Ausland Brixner Altstadt Montag, 16. September
Kabarett
20:30 Uhr
Fein sein, gemein sein kabarettistischer Heimatabend mit
EVENT MARKT
SELBERGMOCHT.it
IN BRUNECK
GESPRÄCH WEGEN DER KÜRBISSE Dekadenz-Eigenproduktion
o
Primärlogo unter 25 mm
V.1.u25mm
SelberGMOCHT ist der Online-Marktplatz für kreative Südtiroler. Von 10:15 bis 14:45 spielt die St. Pauls Tschäss Band Primärlogo
Primärlogo unter 25 mm
* Samstag, 21. September, 9–16:30 Uhr Bruneck, Graben V.2.u25mm
V.1.
V.1.u25mm
Komödie von Jakob Nolte Zwei Freundinnen treffen sich zum Kaffee und unterhalten sich über Urlaub und Beziehungen, Staatspakte und die Rüstungsindustrie, den Mossad und die Titel-gebenden Kürbisse. Die Beiden kennen sich gut und die Schwachpunkte der Freundin genau. In der schrillen Komödie geben sich zwei Schauspielerinnen ein blitzschnelles Wortgefecht, in dem Realität und Fiktion, Fake News und Wahrheit nur noch schwer zu unterscheiden sind. „Gespräch wegen der Kürbisse“ ist ein Stück über eine Gegenwart,
die von medialen und politischen Erzählungen überschwemmt wird, und über die Suche nach Sinn in einer krisengebeutelten Zeit. Der 1988 geborene Jakob Nolte ist einer der witzigsten Gegenwartsautoren. Für „Gespräch wegen der Kürbisse“ ist er mit dem Preis der Autorentheatertage 2016 ausgezeichnet worden. mit Brigitte Knapp und Ingrid Lechner Regie: Anna Heiss Ausstattung: Ali Paloma Regieassistenz: Michaela Zetzlmann
* 25., 27., 28. September &
2., 3., 4., 5., 9., 10., 11. Oktober, 20:30 Uhr Dekadenz, Anreiterkeller
Reservierung: karten@dekadenz.it Tel. +39 0472 836393 (Di.−Fr. 17−19 Uhr)
V.2.
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V.2.u25mm
Sabine Ladurner und Magdalena Schwellensattl, Musik: Mauro Lazzaretto Barbian, Vereinshaus Dienstag, 17. September
Vortrag
19:30 Uhr
Mein Körper und Ich Nach dem System von Rio Albierto, Bewegung im Innen und Außen Jugendhaus Kassianeum Mittwoch, 18. September
Kabarett
20:30 Uhr
Fein sein, gemein sein kabarettistischer Heimatabend Seis, Kulturhaus
Donnerstag, 19. September
Diverses
Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen
14 Uhr
ab 9 Uhr
Event Markt SelberGmocht Bruneck, Graben
Diverses
ab 12 Uhr
Almabtrieb in Spinges Spinges
Kabarett
20:30 Uhr
20:30 Uhr
Montag, 23. September
20 Uhr
Rücken- und Gelenksschmerzen – Wie hilft die Natur? Referentin: Susanne Reiffenstuhl Brixen, Apotheke Peer
Ausstellungen Festung Franzensfeste bis 8. September 50x50x50 Art Südtirol: Freiräume Di.–So., 10–18 Uhr Hofburg bis 31. Oktober Brixen in alten Ansichten Di.−So., 10−17 Uhr bis 31. Oktober Zu Tisch beim Fürstbischof Di.−So., 10−17 Uhr
GESUND & FIT MIT YOGA
Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz, Regie: Anna Heiss Dekadenz, Anreiterkeller Donnerstag, 26. September
Diverses
14 Uhr
Kabarett
20:30 Uhr
Donnerstag im Museum Führung durch die Hofburg Hofburg Brixen
Fein sein, gemein sein kabarettistischer Heimatabend Jugendheim Milland Freitag, 27. September
Diverses
Theater
18 Uhr
20:30 Uhr
Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz Dekadenz, Anreiterkeller
ab 10 Uhr
Almabtrieb in Meransen Meransen
Theater
Ein Weg zu ganzheitlicher Gesundheit, Entspannung und Harmonie ...
Yoga-Kurse im Bürgerheim Brixen ab Donnerstag, 26. September Yoga Einführungskurs
6 Abende, 1x wöchentlich, 19:45–21:15 Uhr Referent: Rakesh Nanda
Yoga für Schwangere
Samstag, 28. September
Diverses
Fein sein, gemein sein kabarettistischer Heimatabend Steinegg, Vereinshaus
Vortrag
Theater
Pole Dance Schnuppertanzen für Interessierte Vahrn, Löwecenter
Samstag, 21. September
Diverses
Mittwoch, 25. September
5 Abende, 1x wöchentlich, 20–21 Uhr Referentin: Karin Nanda Info & Anmeldungen: 0474 530547 · nandayoga@yahoo.de · facebook: Rakesh nanda · nandayoga.de
20:30 Uhr
Gespräch wegen der Kürbisse Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 29. September
Musik
19 Uhr
Konzert der White Lily Gospel Singers aus Mühlbach Mühlbach, Pfarrkirche
Vahrner Weis(s)e Freitag, 6. September, 19 Uhr Stiftsplatz Neustift
Märkte Bauernmarkt samstags, 8 – 13 Uhr Hartmannplatz
bis 31. Oktober Martin Rainer. Das Werk vor dem Werk Di.−So., 10−17 Uhr
Wochenmarkt montags, 8–13 Uhr Am Parkplatz in der Brennerstrasse, in der Albuingasse, am Hartmannsplatz und in der Trattengasse
bis 31. Oktober Beauty case. Die Schönheit der Schöpfung bewahren täglich, 10–17 Uhr
Flohmarkt Sa., 7. & 14. September, 8–17 Uhr Albuingasse
Vortrag
MEIN KÖRPER UND ICH
Wie Bewegung im Innen und Aussen zur Gesundheitsförderung beitragen kann – nach dem System von Rio Abierto Eine Krebserkrankung erschüttert jeden Menschen in seinem innersten Kern. Viele Fragen, auch Ängste und Unsicherheiten begleiten den Verlauf der oft sehr unterschiedlichen Therapien. Da sind bewusste Bewegung mit Musik, Ausdruck und Begegnung in der Gruppe oftmals eine wertvolle Unterstützung. Über die Bewegung mit Musik besteht die Möglichkeit, den Körper auf eine andere Art lebendiger wahrzunehmen. Lebendig heißt, sich zu spüren, es zu wagen sich auszudrücken, anderen und sich selbst zu begegnen. Unterdrückte Gefühle bekommen einen Ausdruck, die Stimme wird hörbar. Der Körper beginnt wieder zu schwingen und mit ihm auch die Gedanken, Gefühle und das Miteinander. Im Vortrag erhalten Sie mehr Infos zum System Rio Abierto, zu den Ursprüngen, zur Methode. Der Vortrag wird in deutscher und italienischer Sprache abgehalten Referentinnen: Christina Hofer und Sonja Seppi
* Dienstag, 17. September, 19:30 Uhr Jugendhaus Kassianeum
Seminarraum 1 Brunogasse 2 – Brixen
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SCHWIMMEN
Freizeit & Sport
Das doppelte Erlebnis
Brixen hat sich als Sportstadt über Jahrzehnte hinweg einen Namen gemacht. Gar einige Sportarten werden von zwei Vereinen sozusagen doppelt bedient – zum Beispiel der Schwimmsport.
FRÜH ÜBT SICH: Sowohl die Sektion Schwimmen im SSV Brixen als auch der Schwimmclub haben sich der Förderung des Schwimmsports in Brixen verschrieben
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W
er sich zu einem Schwimmkurs anmelden will, begibt sich traditionellerweise ins Schwimmbad oder – zeitgemäßer − ins Internet. Tut man dies in unserer Stadt, so findet man bald heraus, dass es zwei Vereine gibt, deren zentrale Aufgabe die Förderung des Schwimmsports ist. Und dies ist, bei näherem Hinsehen, nicht nur das klassische Schwimmen, denn im Wasser kann man sich auf vielerlei Weise aktiv betätigen: Dort lernen Babys, Kinder und Erwachsene schwimmen, wird Rad gefahren oder bei gymnastischen Übungen „geschwitzt“. Viele Vereine in Südtirol, die gleiche oder ähnliche Aktivitäten anbieten, sind sprachgruppenbedingt in italienischer und deutscher „Version“ entstanden. Doch wie war das mit dem Schwimmen in Brixen? Wieso gibt es zwei Vereine? Unterscheiden sie sich überhaupt, und wenn ja, inwiefern?
SSV versus Schwimmclub. Bis
vor gut 15 Jahren lief in Brixen alles, was mit dem Schwimmen zusammenhing, unter dem SSV Brixen. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten in Südtirol war die Schwimmszene in der Bischofsstadt sehr aktiv, brachte immer wieder Nachwuchstalente hervor und konnte zudem auf viele erfolgreiche Masters-Schwimmer stolz sein. Wie es überall und immer wieder in Vereinen vorkommt, war man sich aber auch in Brixen in den eigenen Reihen nicht immer über Ziele und Maßnahmen einig; einige der Trainer und Vorstandsmitglieder verließen nach Zwistigkeiten den Verein.
Die Schwestern Ianesi. Noch
während die beiden Schwestern Daniela und Manuela Ianesi aufgrund dieser Ereignisse eine etwas ruhigere Zeit genossen, wurde der Wunsch nach einem „Comeback“ ans Schwimmbecken immer lauter. Ob ihrer jahrelangen Mitarbeit beim SSV Schwimmen stadtbekannt und von vielen Seiten darin bestärkt, die Kurs- und Trainingsaktivitäten wieder aufzunehmen, reifte schließlich der Entschluss, zusammen mit einigen Gleichgesinnten einen eigenen Verein zu gründen. Die Geburtsstunde des Schwimmclubs Brixen hatte geschlagen; im August 2004 wurden die Gründungsformalitäten erledigt, und der Weg in die Schwimmsaison 2004/05 lag offen vor dem jungen Verein.
Der „orange“ Keim trägt Früchte. Zu Beginn waren es die beiden
Ianesi-Schwestern, die den Großteil der Kursangebote wie auch die organisatorischen Aufgaben abwickelten. Im Laufe der Zeit gesellten sich dann neue Mitarbeiter hinzu, Schwimmlehrer, Eltern, doch ebenso Freunde und Gönner, die die Aktivitäten tatkräftig unterstützten. Die Hilfe vieler war in den Anfangsjahren bitter nötig, denn die Initiative wurde nicht von allen Seiten positiv betrachtet. Gar einige bürokratische Hindernisse galt es zu überwinden; die offizielle Anerkennung im Sportleben der Stadt musste hart erarbeitet werden. Der Erfolg gab dem Schwimmclub aber zunehmend Recht. Die Mitgliederzahlen stiegen, die Kurs- und Trainingsangebote erfreuten sich stets größerer Nachfrage, und ab 2006 konnte man mit der Sektion Triathlon vielen Kindern und Jugendlichen in Brixen und Umgebung eine weitere vielschichtige Sportart anbieten.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Der Alleingang des Schwimmclubs als unabhängiger Verein war einigen Brixner Sportfunktionären lange Zeit ein Dorn im Auge – zumal die Schwimmsektion des SSV jahrelang um Kontinuität im Vorstand und in den Mitarbeiterreihen zu ringen hatte und dies auch die Organisation der Aktivitäten beeinträchtigte. Für den „Markt“ im Sinne des sportlichen Angebots war der zweite Verein jedoch eine Bereicherung. Die Angebote des Schwimmclubs, seine Zielsetzungen, die der Verein selbst 2013 mit einem Leitbild im Motto „Aus Freude am Sport – ein Leben lang“ definierte, die Herausforderung, neben einem bereits etablierten Verein bestehen zu können, mischten Brixens Schwimmwelt neu auf – sei es nun durch den jungen Verein selbst, sei es von Seiten der Schwimmsektion des SSV, die sich der neuen Situation stellen musste. Vielleicht ist gerade aus dieser Lage heraus die Vielfalt an Angeboten in der Acquarena entstanden, die heute auf die Bewegungsfreudigen der Stadt und ihrer Umgebung warten. Die Schwimmsektion des SSV (in Blau), geführt vom siebenköpfigen Vorstand, bietet Kurse für alle Altersgruppen: vom Babyschwimmen über Kinderkurse, Freizeitschwimmen für Jugendliche, Erwachsenenkurse bis hin
Steckbrief
Steckbrief
Bruno Felderer, Präsident des Schwimmclubs Brixen: „Der Schwimmclub mit mittlerweile 400 Mitgliedern und vielen zusätzlichen Aktiven erfreut sich in Brixen großer Beliebtheit und Anerkennung. Unser Vorstand, ein engagiertes und eingespieltes Team, blickt zusammen mit sehr vielen Familien mit Stolz auf die Leistungen, aber vor allem auf die Freude, die unsere Kinder und Jugendlichen beim Sport gemeinsam erleben. Zwar mag den Gründen für das Entstehen des Schwimmclubs ein bitterer Beigeschmack anhaften, aber, wie es so schön heißt: Die Zeit heilt viele Wunden, und die Dinge haben sich sehr zum Positiven entwickelt. Im Grunde ziehen wir mit der Schwimmsektion des SSV am selben Strang.“
Verena Stenico, Leiterin der Sektion Schwimmen im SSV Brixen: „Unsere Sektion legt den Schwerpunkt auf die erzieherische und gesundheitsfördernde Funktion des Schwimmsports, und dies seit 1958 als Sommeraktivität und seit 2002 das ganze Jahr über. Vorstand und Mitarbeiterteam garantieren ein vielfältiges Angebot, damit Sport im Wasser gleichermaßen gesund und unterhaltsam ausgeübt werden kann. Für die Zukunft haben wir noch viele weitere Ideen, die wir für unsere Mitglieder umsetzen möchten – vom Synchronschwimmen bis zum Turmspringen.“
zum Training für die Masters, Wassergymnastik, Joggen und Radfahren im Wasser für alle Altersgruppen oder Vereine und Einzelunterricht. Nicht zu vergessen ist die enge Zusammenarbeit mit der Sektion Behindertensport: Die beiden erfolgreichen Athleten Kathrin und Marco sind weitum bekannt.
Von Kaulquappen bis zu Delfinen. Manche der Angebote des
Schwimmclubs decken sich mit jenen des SSV: Babyschwimmen, Kinder- und Erwachsenenkurse, Freizeitschwimmen sowie Einzelunterricht für Groß und Klein gibt es auch in „Orange“, der Vereinsfarbe des Schwimmclubs. Dieser legt seinen Schwerpunkt insgesamt jedoch auf die Kinderund Jugendtätigkeit und führt derzeit die Brixner Schwimmwettkampfgruppen unter seiner Fahne. Zwischen 70 und 90 Kinder und Jugendliche sind es pro Jahr, die je nach Alter zwei- bis sechsmal pro Woche bis zu zwei Stunden lang trainieren, Wettkämpfe in Italien und im Ausland bestreiten und zusätzlich zum Schwimmen Konditions- und Stabilisationsprogramme durchlaufen. Die jüngsten Schwimmer nennen sich Kaulquappen; aus ihnen entwickeln
sich Frösche, Krebse, Goldfische, Tintenfische, Seehunde, Pinguine und sogar Delfine. Aufwändig und vielfältig ist das Trainingsprogramm für die Triathleten: Rad fahren mit dem Mountainbike oder dem Rennrad, laufen und schwimmen im Wechsel. Für dies alles müssen Raum, Zeit und Betreuung organisiert werden. Möglich ist dies durch die Mithilfe sehr vieler Eltern, die ihren begeisterten Nachwuchs und den Verein tatkräftig auf die verschiedenste Weise unterstützen – bei der täglichen Kleinarbeit wie bei größeren Veranstaltungen wie dem Acquarena Cup oder dem Acquarena Aquathlon.
Lernen fürs Leben. Beide Ver-
eine, vom Italienischen Schwimmverband als Schwimmschulen anerkannt, decken auch die Schulsporttätigkeit im Bereich Schwimmen ab. Im Brixner Hallenbad trudeln von Oktober bis Mai täglich einige Schulklassen aus Brixen und dem gesamten Eisacktal ein, um in die Grundlagen des Schwimmsports und darüber hinaus fachgerecht eingeweiht zu werden. Manchmal sind es vier Schwimmlehrer zugleich, die die Schüler unterrichten – organisatorisch gesehen kein leichtes Unterfangen, das sehr oft nur durch die Kooperation der Vereine gelingt. 49
Freizeit & Sport
schwierig. Die Anforderungen der „Kunden“ wachsen, das Angebot muss mit Trends mithalten. Die Unterrichtsstunden für die jüngeren Schwimmer sind meist am Vor- oder Nachmittag zu halten, die meisten Schwimmlehrer stehen jedoch nur nebenberuflich am oder im Becken, und die finanziellen Mittel der Vereine sind beschränkt.
Ist der Kuchen groß genug für zwei Vereine? Manchen Unken-
Zwischen 70 und 90 Jugendliche trainieren je nach Alter zwei- bis sechsmal pro Woche und bestreiten Wettkämpfe im In- und Ausland Die Probleme, denen der Schwimmclub wie die Schwimmsektion des SSV begegnen, sind sich zum größten Teil sehr ähnlich: die Wasserflächen sind ebenso begrenzt wie manchmal das Verständnis des Publikums für Kinder- und Jugendgruppen,
die sich zwar zu zehnt in einer Bahn tummeln, dies aber nicht zur Freude aller Erwachsenen tun. Gemeinsam kämpfen die beiden Vereine seit Jahren um ein Lehrschwimmbecken, vorwiegend für die Kleinkinder- und Kinderkurse. Obendrein stehen die Vereine bei
–
der Wassernutzung auch untereinander im Konkurrenzverhältnis. Hinzu gesellen sich zudem weitere Nutzer wie der Taucherverein oder Trainingslager von auswärts. Geschultes Personal zu finden, in vielen Branchen ein Problem, ist gerade für einen Verein
rufen zum Trotz halten sich in Brixen beide Schwimmvereine sehr gut über Wasser. Ihr Einzugsgebiet reicht weit über die Stadt hinaus, die Vielzahl an Aktivitäten würde die Kapazitäten eines einzigen Vereins ohnehin überschreiten. Ob der deutschen, der italienischen oder irgendeiner anderen Sprache mächtig, ob jung oder alt, ob allein oder in der Gruppe: Wer schwimmen oder auf nasse Art fit bleiben will, ist in unserer Stadt jedenfalls bestens aufgehoben.
sabine.dejakum@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
www.brixen.it
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LEICHTATHLETIK
Zum Höhenflug bereit Bereits bei der Pressekonferenz einige Tage vor dem Veranstaltungstermin war es deutlich spürbar: Die Leichtathletik-Italienmeisterschaften in Brixen am letzten Juliwochenende würden etwas Besonderes sein − und dem war dann auch so.
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n Italiens Leichtathletik sind die nationalen Meisterschaften der absolute Höhepunkt des Jahres; nur das Golden Gala Meeting in Rom, Teil der Diamond-LeagueSerie, zu der Athleten aus aller Welt eingeladen werden, ist von noch größerem öffentlichen Interesse. In unserer Stadt wurden die Italienmeisterschaften der allgemeinen Klasse bereits zum dritten Male ausgetragen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn auch andere Städte, darunter weit größere und bekanntere als Brixen, hatten sich um die Austragung beworben. Dass die Entscheidung des italienischen Leichtathletikverbandes in der Endrunde letztlich einstimmig für unsere Kleinstadt gefallen ist, beruht auf der jahrelangen Arbeit eines emsigen Organisationsteams. Bereits mit der erfolgreichen Austragung der U18-Weltmeisterschaft vor genau zehn Jahren und von zwei Italienmeisterschaften (2005 und 2012) der absoluten Klasse hat Brixen bewiesen, dass auch eine Kleinstadt sportliche Großveranstaltungen stemmen kann – und dies vorbildhaft sowohl aus organisatorischer Sicht als auch als Gastgeber, denen das Wohl ihrer Gäste am Herzen liegt.
Die Raiffeisen-Arena – ein Sportplatz der Superlative. Die
Sportanlage selbst, die erst vor kurzem durch einige Verbesserungen noch attraktiver gestaltet wurde, trug das Ihre dazu bei, dass die gesamte italienische Leichtathletikelite für ein langes Wochenende ins Eisacktal fand. Mit einem Teilnehmerrekord von 1.200 Athleten war es nicht sehr einfach, Unterkunft für alle Aktiven, deren Trainer und Betreuer und auch die vielen Familien zu finden, die das Event zum Anlass nahmen, die Wettkämpfe wie auch die Stadt und ihre Umgebung zu genießen. Dass das Wetter nicht immer mit den Siegern um die Wette strahlte, tat dem Gelingen der Italienmeisterschaften letztlich keinen Abbruch. Unter der Nässe
Die Italienmeisterschaften wurden in bewährter Manier geleitet vom Organisationsteam, das bereits die U18-Weltmeisterschaft 2009 und die Italienmeisterschaften 2005 und 2012 vorbildhaft über die Bühne brachte litten denn auch eher die vielen Helfer auf dem Feld als die Athleten, denen zum Einwärmen die Handballhalle zur Verfügung stand und die grundsätzlich einige Tropfen Regen gegenüber eventuellem Gegenwind bevorzugen. Einzig die 4x400-Meter-Staffel der Damen am Sonntag wurde regelrecht vom Blitz getroffen und musste, da die elektronische Zeitnehmung ausfiel, bei einer anderen Veranstaltung nachgeholt werden.
Höher, weiter, schneller … Die
Ergebnisse ließen aus sportlicher Sicht aufhorchen. Zwar fehlten verletzungsbedingt einige Topstars, und auch Südtirols Auswahl musste auf einige ihrer Medaillenhoffnungen verzichten. Doch die erkämpften Zeiten, Höhen und Weiten zeigten, dass Italiens Leichtathleten international mitmischen können und die unterschiedlichen Disziplinen dieser Sportart großen Anklang in der Jugend finden. Absolutes Highlight war natürlich die Jahresweltbestleistung des jungen Hochspringers Stefano Sottile mit 2,33 Meter, die die vollbesetzte Tribüne beben ließ. Auch die hervorragenden 10.10 Sekunden des Juniors Marcell Jacobs im 100-Meter-Finallauf ließen international aufhorchen. Live dabei waren sehr viele
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Brixner Bürger, Gemeindevertreter, Feriengäste und Familienangehörige der Athleten – sowohl am Sportplatz als auch beim Gehen in der Stadt. Rai-Sport berichtete live von allen Wettkämpfen und trug die Bilder aus unserer Stadt in unzählige italienische Wohnzimmer. Neben dem Wettkampfprogramm in der Raiffeisen-Arena hatte man sich einiges an Rahmenveranstaltungen einfallen lassen. Der 10-Kilometer-Gehen-Bewerb fand mit einem Parcours am Großen und Kleinen Graben einen sicher einmaligen Rahmen, am Freitagabend erinnerte man sich bei einem Abendessen auf der Plose an die U18-WM von 2009, und im Alten Pacherhof erlebten Topathleten, Journalisten und Verbandsmitarbeiter eine Weinverkostung der besonderen Art.
Italienmeisterschaften – und dann? Während der größte Teil
der Mannschaften und Zuschauer am Sonntagabend mit vielen Eindrücken unseren Bergen den Rücken kehrte, begann für die Organisatoren die Nacharbeit. Ein eingespieltes Team an ehrenamtlichen Helfern hatte bereits Wochen vor der Veranstaltung mit dem Aufbau am Platz begonnen, begleitete den Ablauf drei Tage lang professionell und
brachte die Sportstätte danach zügig und effizient in ihren Normalzustand zurück. Ilse Ogriseg, Sektionsleiterin des SSV Brixen Leichtathletik und Mitglied des OK-Teams sowie OK-Präsident Bruno Cappello betonten bereits bei der Pressekonferenz, dass nur das Zusammenspiel vieler Kräfte zum Erfolg führe. Freiwillige, Gemeinde- und Landesverwaltung, Tourismusgenossenschaft und -betriebe − sie alle tragen dazu bei, dass von der sportlichen Veranstaltung bleibende Erinnerungen mitgenommen werden. Ob Brixen bald wieder die Leichtathletik-Italienmeisterschaften oder ein ähnliches Großereignis beherbergen wird, liegt noch in den Sternen. Fix für Ende Mai 2020 eingeplant ist aber bereits die 38. Auflage des Brixia Meetings, ein Mannschafts-Vergleichskampf für U18-Athleten, der wie kaum eine andere Veranstaltung das gesamte Leichtathletikprogramm für 600 bis 700 junge Athleten an einem einzigen Tag über die Bühne bringt. Als Treffpunkt für jugendliche Athleten aus ganz Italien und dem benachbarten Ausland ist das Brixia Meeting mittlerweile eine der wichtigsten Veranstaltungen im gesamten mitteleuropäischen Raum. sabine.dejakum@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 51
In den Startlöchern In die Brixner Handballhalle am Fischzuchtweg ist wieder Leben eingekehrt: Beginnend mit dem 29. August, trainieren die Herren der A1-Meisterschaft und bereiten sich auf die kommende Saison vor. Viel Neues gibt es – auf der Trainerbank und auf dem Spielfeld.
D
ie Meisterschaft 2019/20 beginnt für die Brixner am 7. September mit dem Auswärtsspiel in Siena. Das erste Heimspiel wird eine Woche später gegen Pressano ausgetragen. Die Hinrunde endet am 7. Dezember. Nach einer sechswöchigen Pause beginnt am 18. Jänner die Rückrunde, die am 18. April abgeschlossen wird. Neben der Weihnachtspause gibt es drei weitere kürzere Unterbrechungen – so zum Beispiel im Februar, wenn es in Siena um die Coppa Italia geht. Im Mai kämpfen die besten acht Teams in Viertel- und Halbfinalbegegnungen und im Finale um den Meistertitel. Keine andere Region stellt so viele Mannschaften wie Trentino/ Südtirol: Neben Brixen liegen Bozen, Meran, Eppan und Pressano im Rennen. Je zwei Teams stellen die Lombardei (Cologne und Cassano), Latium (Fondi und Gaeta) und Apulien (Conversano und Fasano). Mit je einem Team vertreten sind Friaul-Julisch Venetien (Triest), die Toskana (Siena) und Sardinien (Sassari).
Der Trainer – ein Ausnahmesportler. Neu im Team ist Davor Čutura, der im November 40 Jahre alt wird. Er ist nicht nur Trainer, sondern auch Feldspieler; an seiner Seite als Coach steht Andreas Salcher, der viele Jahre in der ersten und zweiten
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Freizeit & Sport
HANDBALL
Neu im Team: Trainer Davor Čutura Mannschaft des SSV Brixen gespielt hat. Der gebürtige Serbe aus Sombor in der Vojvodina hat viel Handballerfahrung gesammelt – zunächst in seiner Heimat, dann in Frankreich, in Katar und vor allem in Spanien, so mit den
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Teams von Arrate, Granollers, Valladolid und Pontevedra. Bereits in der Saison 2006/07 erzielte er in 30 Begegnungen 230 Tore und wurde dafür als bester Torschütze aller Zeiten in der spanischen Liga ausgezeichnet. Auch im letz-
IM HERBST STARTEN DIE 15 SEKTIONEN DES SSV BRIXEN WIEDER MIT SPORTKURSEN FÜR JUNG UND ALT.
ten Jahr, also zwölf Jahre später, wurde er in Pontevedra beim SD Teucro Condes de Albarei mit 200 Toren wiederum zum Torschützenkönig der Liga ASOBAL gekürt. Die Auszeichnung dafür wird er am 3. September bei einer
info Das Team Im Tor: Benno Pfattner (Kapitän), Alex Wierer, Michael Ploner, Michael Pedratscher Am linken Flügel: Wolfi Mitterrutzner, Matteo Tedesco, Robin Hirber, Moritz Mischi, Jonas Rossignoli Am rechten Flügel: Riccardo di Giulio (neu, spielte letztes Jahr bei Gaeta), Silas Oberrauch, Felix Mühlögger, Fabio Casella Am Kreis: Andrea Basic (CoKapitän), Max Brugger, Matthias Blasbichler, Felix Leitner In der Mitte: Davor Čutura (neu), Dominik Dorfmann (Co-Kapitän), Christian Mitterrutzner, Daniel Rufinatscha Im linken Rückraum: Markus Wieland, Jonas Penn, Mats Josef Helmersson Im rechten Rückraum: Uros Lazarevic (zurückgekehrt), Lukas Schatzer, Alex Coppola Auf der Spielerliste steht auch der Name von Mariano Castro, der sich für mehrere Monate in Australien aufhält. Aufgehört haben Michael Ranalter und Felix Sader Nicht bestätigt wurden Mislav Nenadic (spielt in Dubai) und Sergio Crespo Diego (spielt bei Torrelavega in der 2. Spanischen Liga)
großen Gala und der Austragung der Supercopa in Cuenca entgegennehmen. Am Tag darauf wird er mit seiner spanischen Frau und mit Töchterchen Maia nach Brixen zurückkehren, denn für die Achtjährige beginnt der Schulunterricht. Die beiden Buben, vier und zweieinhalb Jahre alt, folgen zwei Wochen später. Davor Čutura gehört mit insgesamt 1.603 Toren, erzielt in 333 Spielen, zu den zehn besten Handballern Spaniens. Dies alles verdanke er seinem großen Fleiß und der Opferbereitschaft seiner Familie, die ihn in all diesen Jahren begleitet hat. Es ist das erste Jahr, in dem er eine Mannschaft der ersten Liga betreut. Doch hat er Erfahrungen als Jugendtrainer, denn er leitete mehrere Sommer lang Jugendcamps mit über 100 Buben und Mädchen.
Brixen: in der Handballwelt bekannt. Auf die Frage, was ihn
nach Brixen gezogen habe, sagt er: „Die Handballwelt ist über-
schaubar, und ich habe mich schon seit einigen Jahren über die Aktivitäten der Brixner Handballszene informiert. Als ich im Mai erstmals nach Brixen kam, spürte ich viel Begeisterung für den Handballsport und große Kompetenz darin. Die Gastfreundschaft und die familienfreundliche Atmosphäre kamen hinzu, und ich hatte das Gefühl, dass ein Aufenthalt in Brixen auch meiner Familie guttun würde.“
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Ein Team mit jungen Talenten. Auch Sektionsleiter Werner
Wieland ist begeistert von dem 1,93 Meter großen und 95 Kilo schweren Weltklassespieler. Er wird einen wichtigen Beitrag leisten zur Erreichung der gesteckten Ziele, die er so formuliert: „Wir wollen einen erfrischenden und schönen Handball mit jungen einheimischen Burschen spielen und das Publikum begeistern. Unsere Jungen können und sollen viel lernen von Davor. Natürlich wollen wir nicht schlechter abschneiden als im Vorjahr, da wurden wir Siebte. Wir arbeiten jedoch vor allem auf die 50-JahrFeier 2021 hin, die wir mit einem guten Resultat verschönern wollen!“ Die Saison werde sicher manche Überraschung bringen, aber „mit den Teams von Bozen und Cassano sowie mit Siena, das stark aufgerüstet hat, muss man ganz speziell rechnen“, weiß der Sektionsleiter.
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Akkurate Vorbereitung. Seit dem
29. August wird fast täglich trainiert – teils im Kraftraum, teils auf dem Spielfeld. Neben dem Abendtraining absolvieren die Profispieler und Studenten auch Übungseinheiten in der Mittagspause. Dazu kommen mehrere Test- und Freundschaftsspiele; bisher waren es drei Heimbegegnungen. Das erste gegen den FC Bayern München von der 6. Deutschen Liga wurde mit 37:32 gewonnen. Das zweite gegen die Mannschaft von Handball Tirol, die in der 2. Italienischen Liga spielt, endete 31:24. Und im dritten ging es am 17. August gegen Bozen; Brixen verlor dieses Match mit 29:38. Auf dem Programm stehen weiters eine Auswärtsbegegnung gegen Pressano und ein Heimspiel gegen Meran. „In diesen Spielen geht es vor allem darum, die zahlreichen jungen Talente einzusetzen und ihre Stärken zu testen“, sagt Werner Wieland. johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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z Trotz sommerlicher Temperaturen herrscht seit Mitte Juli in der Eishalle von Brixen wieder reger Betrieb: Der WSV Brixen mit Eiskunstlauf-Sektionsleiterin Dagmar Senettin veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Eisclub Mezzaluna aus Mentana (Rom) ein Trainingsprogramm für die großen und kleinen Eiskunstlaufathleten. Am 22. Juli begann das Sommercamp im Synchroneiskunstlauf – eine bei uns größtenteils unbekannte Disziplin. Rund 30 Läufer, Trainer sowie technisches Fachpersonal
bereiten unter der Regie der finnischen Trainerin Anna Vuorela ihr neues Programm für die anstehende Saison vor. Mit ihnen nutzten auch zehn Eiskunstathleten aus Brixen die Gelegenheit, an dem intensiven Training teilzunehmen. Am 18. August war eine weitere Trainingsgruppe aus Rom in Brixen zu Gast, um für die Disziplinen Einzel- und Paarlauf sowie Eistanz zu trainieren – zusammen mit den Kindern aus Brixen über 80 Teilnehmer. Die Sektion Eiskunstlauf bietet ab Herbst Anfänger- und
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Erfolg für Nachwuchsathleten z Südtirols Jugend kämpft sich auf nationaler wie auch internationaler Ebene immer wieder aufs Podest. Dafür überhaupt an den Start gehen zu dürfen, ist in vielen Disziplinen nicht so einfach. Aus Brixen schafften es diesen Sommer zwei Nachwuchssportler: Der 14-jährigeTommaso Bortoli ging bei den Italienmeisterschaften im Schwimmen, die Anfang August im römischen Foro Italico über die Bühne gingen, gleich dreimal an den Start und qualifizierte sich zweimal für das Finale. Über 100, 200 und 400 Meter Kraul hatte Tommaso die
kurz
notiert
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strengen Qualifikationszeiten geschafft; in den Finalrennen schlug er als Achter (200 Meter) bzw. Neunter (100 Meter) an. Sebastian Weissteiner, 16 Jahre jung, lief hingegen bei den nationalen Triathlonmeisterschaften am Lago di Bracciano als Zweiter ins Ziel; mit der Staffel holte er Bronze. Bereits mehrmals war er zu Trainingslagern der Nachwuchsathleten einberufen worden, nun bereitet er sich auf seinen ersten Start bei einem Europacuprennen vor. Beide Athleten stammen aus den Reihen des Schwimmclubs Brixen, der mit seinen Kinder-
und Jugendgruppen die Brixner Schwimm- und Triathlontraditionen erfolgreich pflegt und über
die Landesgrenzen hinaus bei Wettkämpfen kräftig mitmischt. sde
Mit fünf Medaillen kehren Brixens Dynamic-Dance-Tänzerinnen von den Verbandsitalienmeisterschaften aus Rimini zurück: Jasmin Angerer (Solo), Melissa De Zordo und Silvia Schanung (Duo) holten Gold, Alina Passler Silber sowie Lorenza Debiasi und Silvia Schanung jeweils Bronze.
Der Schwimmclub Brixen kürte bei der traditionellen Vereinsabschlussfeier Ende Juli nicht nur seine internen Meister, sondern mit großem Spaß auch die schnellsten Familien-Matratzenschwimmer, die fleißigsten Athleten und die herausragendsten Leistungen.
Pietro Fellin, Tennisprofi mit Brixner Wurzeln, hat bei der Sparkassen-Trophy in Rungg als Einziger von acht Südtirolern die Qualifikation geschafft. Der 18-Jährige wird ab Anfang 2020 in Malibu bei Los Angeles studieren und dort am College auch trainieren.
NACHGEFRAGT
„Ich bin eine Kämpferin“ MONIKA PRÜNSTER aus Schenna, Handball-Torfrau im Nationalteam, über ihren Wechsel zum SSV BrixenSüdtirol, ihre Stärken und dem Ziel, mit den Brixnerinnen den Meisterschaftstitel 2020 erreichen zu wollen. Frau Prünster, erinnern Sie sich an das Jahr 2009, als Helga Dejaco, die damalige Sektionsleiterin des SSV Brixen Frauenhandball, mit einem Angebot auf Sie zukam? Ja, ich erinnere mich sehr gut daran. Das Problem war, dass ich mich damals bei meinem Verein bestens aufgehoben fühlte. Erst im Laufe des Jahres reifte der Entschluss zu wechseln, und zwar direkt zum Erfolgsclub Salerno. Dort habe ich insgesamt sechs Jahre gespielt; danach spielte ich zwei weitere Jahre bei Futura Roma, und letztes Jahr war ich im polnischen Stettin.
Was hat Sie nun aber bewogen, wieder in die „Heimat“ zurückzukehren? Ich bin inzwischen zehn Jahre älter und habe Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte. Dass der SSV BrixenSüdtirol ganz vorne mitspielen will, war natürlich ein Grund, das Angebot anzunehmen. Hinzu kommen familiäre Gründe: Vor kurzem ist mein Vater verstorben, und ich möchte näher bei meiner Mutter sein. Aber auch die Nähe zu meinen Freunden ist ein triftiger Grund. Welche Stärken und Tugenden zeichnen Sie aus?
Na ja, ich bin selten schlecht gelaunt und denke immer positiv. Ich bin athletisch gut drauf, fleißig im Training, zielstrebig und hartnäckig, wenn es drauf ankommt. Ich bin eine Kämpferin. Wie sehen Sie das Ziel „Meisterschaftstitel 2020“? Wir haben sicher ein tolles Team, das weit kommen kann. In den ersten Begegnungen werden wir sehen, wie sich andere „Frauschaften“ verstärkt haben. Wir werden dann von Woche zu Woche und von Spiel zu Spiel denken. johanna.bernardi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Three Peaks Bike Race z Eine Reise von Wien nach Barcelona klingt verführerisch, aber mit dem Rad? Für die Brixner Gabi Winck und Hermann Leitner war gerade das die Herausforderung. Beim Langstrecken-Radrennen sind 22.800 Höhenmeter und 2.150 Kilometer in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen. Dabei kann die günstigste Streckenführung selbst gewählt werden; lediglich drei Kontrollpunkte gilt es anzufahren: Peak 1 − Stilfser Joch an der Grenze von Südtirol zur Lombardei, Peak 2 − Colle delle Finestre im Susatal bei Turin, und Peak 3 − Ordino Arcalis in Andorra. „Dieses Jahr haben etwa 100 Verrückte diese Herausforderung angenommen, 60 haben es ins Ziel geschafft“, sagt Gabi Winck, die gemeinsam mit Hermann Leitner als Team an den Start ging. Von neun Teams, die am 19. Juli in
Wien losfuhren, kamen nur fünf in Barcelona an. Gabi und Hermann schafften es auf den beachtlichen zweiten Platz; bei den Frauen war Winck gar die Siegerin – insgesamt waren fünf Frauen bei den Teams im Rennen, drei kamen ins Ziel. Das „Three Peaks Bike
Race“ ist ein Radrennen der Gegensätze: 40 Grad Gluthitze, wie etwa zur Mittagszeit auf der Strecke Avignon-Nîmes-Montpellier, sind genauso zu ertragen wie tags darauf die kühlen vier Grad bei strömendem Regen auf der Strecke zum Ordino Arcalis in den
Andorranischen Pyrenäen. Nach 112 Stunden im Sattel, sieben Tagen und elf Stunden kamen Gabi und Hermann gegen 4 Uhr früh in Barcelona an, und das im überraschend fitten Zustand, wie das Beweisfoto unter dem Arc de Triomf belegt. sp
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Italienmeisterin – die Dritte Foto: Oskar Zingerle
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z Zum dritten Mal in Folge kürte sich Manuela Mahlknecht vom Schießsportverein Brixen Ende Juli zur Italienmeisterin im Luftgewehrschießen in der Kategorie „Damen Masters“. Mahlknecht hatte sich bei den Interregionalmeisterschaften mit 16 weiteren Schützinnen für die Italienmeisterschaft in Bologna qualifiziert und ging als nationale Rekordhalterin in der Favoritenrolle in den Wettkampf. Mit ihrer Performance bei der Meisterschaft war Manuela nicht zufrieden, aber immerhin
reichte es trotzdem zum Titel, denn „vermutlich aufgrund der widrigen Bedingungen haben auch meine Konkurrentinnen schlecht geschossen“. Eine Teilnahme an der Europameisterschaft ist für Manuela Mahlknecht nicht erstrebenswert: „In unserem Sport ist die Europameisterschaft kein ernstzunehmender Wettkampf. Bei der Qualifikation zur Italienmeisterschaft im nächsten Jahr werde ich dagegen wieder antreten, um meinen Titel ein weiteres Mal zu verteidigen.“ oz
MOUNTAINBIKE
z Das „Mountainbike Testival“ wird vom 19. bis 22. September wird zu Gast in Brixen sein. Die größte Bike-Expo Südtirols schlägt am Domplatz, in der Albuingasse und in der Regensburger Allee ihre Zelte auf. Die neuesten Bikes und die coolsten Parts werden präsentiert und stehen allen Besuchern kostenlos zum Testen bereit. Neben altbewährten Touren gibt es neue Highlights, wie etwa die „Plose Bike Delicious Bike & Yoga Tour“, wo Action und Entspannung aufeinandertreffen, oder die „Delicious eMTB Tour“, wo das leckere Südtiroler Essen der eMountainbike-Tour
eine besondere Note verleihen wird. Auch eine Enduro-Tour wurde ausgetüftelt, die zu den Secret Spots rund um Brixen führt. Die Touren können einzeln oder im Testival-Paket gebucht werden. Ebenso neu beim Testival ist ein Programm, das für Kinder konzipiert wurde: Mit einem Parcours (Samstag 9-18 Uhr, Sonntag 9-15:30 Uhr) in verschiedenen Schwierigkeitsstufen werden Nachwuchsbiker mit Spaß ans Fahrradfahren herangeführt. Sie können ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und obendrein einen Preis gewinnen. Großer Wert wird auch auf das Engagement der Nachwuchs-Biker gelegt:
Foto: Dennis Stratmann
Ride fair!
Nicht das Absolvieren der Aufgaben im ersten Anlauf, sondern das Hineinschnuppern an den Fahrradsport und der persönliche Einsatz sind wesentlich. Sicherheit und ein faires Miteinander stehen nicht nur bei den Kindern
im Vordergrund: Das gesamte Testival steht unter dem Motto „Ride fair“, womit den Bikern das Einhalten der Trail-Regeln sowie die Rücksichtnahme auf Natur, Tiere und Umwelt nahegelegt wird. sp
FUSSBALL
Die Stadtler siegen
z Drei Tage spielten die Fußballmannschaften der Gemeinde Brixen – SSV Brixen, ASV Milland, ASV Albeins und ASC Plose
– sowie die Mannschaften aus Vahrn und Natz auf dem KlausSeebacher-Platz um die RaiffeisenTrophäe des 2. Stadtturniers der Gemeinde Brixen. Nach dem Sieg des ASV Albeins bei der Premiere im vergangenen Jahr erlebte das Publikum heuer äußerst spannende Spiele, und trotz der Hitze konnte sich der Gastgeber SSV Brixen über vollbesetzte Zuschauerränge freuen. Viel Prominenz, darunter Bürgermeister Peter Brunner, die Stadträte Thomas Schraffl und Andreas Jungmann, Fußballkoryphäe Werner Seeber und die Verbandsmitarbeiter der beteiligten Fußballvereine erlebten die tolle Stimmung und den verdienten Sieg des SSV Brixen
mit. Außerordentliches leisteten nicht nur die Spieler, die sich unter der stechenden Sonne keine Blöße gaben, sondern auch die „Amici dello Sport“ mit ihrem kulinarischen Angebot, das allein schon einen Besuch des Turniers wert war. Manuel Wachtler (zwei Tore), Luca Consalvo, Jan Martin Vinatzer und Endi Reci waren schließlich die Helden, die die Mannschaft des SSV Brixen im Finale mit fünf Toren gegen Albeins zum Turniersieg schossen. Den dritten Platz erkämpfte sich Vahrn mit 3:1 gegen Plose; die Torschützen waren Simon Pliger, Gabriel Oberhauser, Manuel Taschler (Vahrn) und Gabriel Ellemunt (Plose). sd
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Wirtschaft & Umwelt
ALMBEWIRTSCHAFTER AUF DER PLOSE FORDERN REGELWERK
„Viehgatter aus Metall“
Auf dem Dolomiten-Panoramaweg, der hinter der Rossalm zur Gableralm führt, hat einer der Grundeigentümer einen massiven Metallzaun aufgestellt, der nur mehr von Wanderern passierbar ist. WERNER PROSCH, Ortsobmann im Bauernbund Brixen, erklärt dem „Brixner“ die Hintergründe der Aktion – und pocht auf ein Regelwerk für Mountainbiker.
Herr Prosch, am DolomitenPanoramaweg, der hinter der Rossalm zur Gableralm führt, hat der Grundeigentümer einen imposanten Metallzaun aufgestellt, mit dem er offenbar die Radfahrer am Weiterfahren hindern will. Diese Maßnahme ist auf den ersten Blick verwirrend: Einerseits versucht die Plose, sich als Raddestination zu etablieren, und andererseits sperren die Eigentümer die Wege.
Nun, man hat Downhill-Strecken gebaut und versucht, die Radfahrer dorthin zu kanalisieren ... ... ja, aber das ist entschieden zu wenig. Es gab dutzende Gespräche, aber keine klaren Ergebnisse. Die Almbewirtschafter wünschen sich, dass zumindest der Gabler radfrei bleibt. Die Tourismustrei-
Foto: Oskar Zingerle
WERNER PROSCH: Schauen Sie, die Grundbesitzer und Almbewirtschafter haben die Schnauze voll – das ist in wenigen Worten
darauf. Trotz der offensichtlichen Probleme, die am Berg durch die Mountainbikes entstanden sind, fühlt sich niemand dafür zuständig, entsprechende Regeln einzuführen. Die Bauern am Berg fühlen sich nicht verstanden.
Werner Prosch: „Die Grundbesitzer und Almbewirtschafter haben die Schnauze voll“
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die Begründung für diese Aktion. Seit Jahren versuchen sie, die Verantwortlichen dafür zu sensibilisieren, dass es am Berg für die Radfahrer ein Regelwerk braucht, aber niemand reagiert 58
benden hingegen sagen, sie brauchen zusätzliche Routen. Ein Kompromiss war nicht zustandezubringen. Anfangs gab es noch den Vorschlag, das Radfahren nur auf den Forstwegen zu genehmigen,
aber den Bikern war das zu wenig, weil diese Wege anscheinend zu wenig reizvoll sind. Während die Biker am liebsten über jede Wiese fahren möchten, wollten die Grundeigentümer das Biken auf die Forstwege beschränken. Ein Konsens war nicht zu finden. Seit wann wird die Problematik diskutiert? Ach, diese Diskussionen gehen bestimmt schon mindestens sieben oder acht Jahre. Man hat das Problem vor sich hergeschoben und ist nie zu einer für alle zufriedenstellenden Lösung gekommen. Das Fahrradfahren am Berg boomt aber, auch durch die E-Bikes, und hat inzwischen eine Dimension angenommen, bei der die Grundeigentümer aus mehreren Gründen sagen: Jetzt reicht’s! Gut, aber dieser Zaun ist ... imposant.
Es gibt Statistiken zu den Typologien der Mountainbiker, die besagen, dass etwa 70 Prozent Leistungswillige und Genussradler sind, die sich im Grunde auf die Benutzung von Forstwegen beschränken wollen.
Ja, vielleicht, aber andererseits hat ein Zaun eine Funktion zu erfüllen, sonst ist er sinnlos. Im Grunde ist es ein Viehgatter aus Metall. Der bisherige Holzzaun ist von den Radfahrern nach dem Vorbeifahren fast täglich nicht mehr geschlossen worden, was für den Bauern zur Folge hatte, dass er am Abend immer das Vieh einsammeln musste. Dieser Zaun schreckt natürlich ein bisschen ab. Ich sehe ihn aber als notwendiges und klares Signal des Bauern an die Verantwortlichen, dass die Zeit für ein Regelwerk nun endgültig reif sei.
Ja, und dummerweise ist ausgerechnet diese Zielgruppe, die im Grunde kaum jemanden stört, die Leidtragende dieser Aktion. Das eigentliche Problem sind die „Profis“, die über jeden Waldsteig fahren und sogar über die Peitler Scharte. Die fahren überall, ohne Rücksicht auf Verluste, und da ist es nachvollziehbar, dass die Bauern kein Verständnis mehr dafür haben. Wenn ich heute in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff herumspaziere, muss ich auch auf den Wegen bleiben und kann nicht einfach in die Beete rennen, weil es mir eben Spaß
DEN BAUERN REICHT‘S: Der Metallzaun ist eine Reaktion der Grundbesitzer und Almbewirtschafter auf das nach wie vor fehlende Regelwerk für Radfahrer am Berg
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macht; der Radfahrer aber darf offenbar alles. Die Wälder und Steige, die die Bauern mühsam instandhalten, werden mutwillig zerstört, und wenn sich ein Bauer traut, etwas zu sagen, kriegt er vom Radfahrer noch einen Anschiss. Das gegenseitige Verständnis, die Rücksicht auf den Nächsten, ist in unserer Gesellschaft total abhandengekommen. Die Reaktion der Bauern ist also eine logische Konsequenz.
Es sind die Zahlen, die total unterschiedlich sind. Als ich noch Stadtrat war, drohte die Plose, den Betrieb einzustellen. Der Winter kriselte, im Sommer gab es ins-
Das Grundproblem ist also die mangelnde Disziplin der Biker?
gesamt lediglich um die 15.000 Nutzer. Heute sind es 180.000 Leute, die über den Sommer gezählt werden. Auf der Plose ist Bewegung, und das ist wunderbar! Das Radfahren am Berg gehört heute dazu; es ist ein Trend, der nicht aufzuhalten ist. Und es ist wirklich schön, den Berg per Mountainbike oder E-Bike zu erleben. Als Wanderer ist die zurücklegbare Strecke
Ja, genau. Und trotzdem: In meiner Wahrnehmung unterscheidet sich die Stimmung auf der Plose von anderen ähnlichen Destinationen wie Meransen oder Pfunders. Woran liegt das?
begrenzt; mit dem Rad schaffe ich einen viel längeren Weg. Durch das E-Bike wird das Radfahren am Berg auch für Leute attraktiv, die bisher den Berg höchstens
Das entsprechende Landesgesetz besagt, dass das Radfahren überall dort erlaubt ist, wo der jeweilige Bürgermeister es nicht verboten hat.
„Im Moment ist die Stimmung aber sehr aufgeheizt, was einer Konsensfindung nicht zuträglich ist“_ Werner Prosch, Ortsobmann des Bauernbunds Brixen erwandert haben. Radfahren am Berg ist umweltfreundlich und wunderschön – unter der Voraussetzung, dass es dafür Regeln gibt, die die Biker dann auch einhalten müssen. Zum Unterschied zu anderen Destinationen im Ausland gibt es in Südtirol praktisch keine Regeln, was zur Folge hat, dass jeder tut, was er will. Das schaukelt die Stimmung natürlich hoch.
Ja, das ist ziemlich absurd. Ein Verbotsschild, das von einem Grundeigentümer aufgestellt wird, hat also eigentlich keine Wirkung. Da ist es kein Wunder, wenn ein Bauer einen Zaun aufstellt. Er tut es, weil er sich nicht mehr zu helfen weiß. Zudem ist es auch eine Frage der Verantwortung ... 59
Ja, aus meiner Sicht ist es so ziemlich die einzige Lösung. Aber das Land muss das Prinzip umdrehen – nach österreichischem Muster: In Österreich ist das Radfahren überall dort verboten, wo es nicht erlaubt ist – bei uns ist es genau umgekehrt. Es braucht klare ausgewiesene Wege, auf denen Radfahren erlaubt ist – und an allen anderen Orten ist es eben verboten. Es sollte Wege geben,
Also ist das derzeitige Landesgesetz nicht mehr zeitgemäß? Solange es sehr wenige Mountainbiker gab, hat es funktioniert. Heute ist es aber unzureichend, weil zu viele Radfahrer unterwegs sind. Wenn ein einzelner Fahrer durch den Wald fährt, ist es kein Problem; wenn es aber 30 am Tag sind, bildet sich im Erdreich eine Rinne. Bei starkem Regen bildet sich dann ein Bach und ein Graben. Der Almbewirtschafter muss diese Situation dann wieder bereinigen – und begegnet während der Arbeit möglicherweise wieder einem Downhiller. Schauen Sie, wenn der Wald heute schön aussieht, so liegt das an der Arbeit der Menschen. Wenn wir
Werner Prosch: „Es braucht einen langfristigen Plan, der ausgewiesene Wege für die verschiedenen Zielgruppen enthält“
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uns heute auf der Alm auf eine schöne Wiese legen, hat vorher ein Bauer dafür gearbeitet. Der Respekt vor der Arbeit des Bauern ist leider abhandengekommen. Geht es ausschließlich um Touristen? Nein, es sind auch sehr viele Einheimische, die das Biken entdeckt
haben, auch viele Jugendliche. Und das ist schön, denn dann bewegen sie sich in der Natur und sitzen nicht zuhause vor dem Computer. Aber ohne Regeln ist das Phänomen nicht mehr verwaltbar. War das Ausweisen der DownhillStrecken von Kreuztal nach St. Andrä und in Palmschoß ein Feh-
OPTIMALE PFLEGE DER BLUTGEFÄSSE MIT CHELAT-THERAPIE Frau Dr. Botchen, was sind Aufgaben der Blutgefäße? Blutgefäße durchziehen den ganzen Körper. Sie werden in Schlagadern und Venen unterteilt. Dazwischen sind die Kapillaren. Dort geschieht der Stoffaustausch: Flüssigkeit, Nährstoffe, Sauerstoff und andere Substanzen werden zwischen Blut und Gewebe transportiert. Wenn man alle Blutgefäße eines Menschen hintereinanderlegen würde, käme man etwa drei Mal um den Globus.
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Warum ist es so wichtig, seine Blutgefäße zu pflegen? Es heißt: „Ein Mensch ist so alt wie seine Blutgefäße.“ Im optimalen Fall sollen die Blutgefäße flexibel und durchlässig für Nährstoffe sein. Dafür sorgt vor allem die feine Zellschicht, die die Gefäße von innen auskleidet. Im Laufe des Lebens können die Gefäße aber z.B. durch Homocystein, nach Chlamydien-Infekt, durch
oxidiertes LDL Mikroentzündungen und Risse bekommen, verkalken, sich verengen oder ganz verstopfen. Je nachdem, wo das passiert, kommt es zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz oder Minderversorgung von Organen. Diverse andere Krankheiten sind die Folge. Wie sieht eine optimale Pflege aus? Grundlegend sind einfache Maßnahmen wie ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, Verzicht auf Nikotin. Seit den 1930er Jahren weiß man, dass die Chelat-Therapie entscheidende positive Wirkungen auf die Innenwände der Gefäße hat. Hierbei wird ein Mittel über die Vene verabreicht, das die Mikroentzündung reduziert und nach und nach den Kalk „auswäscht“. Und das wirkt überall da, wo Blut fließt. Wann sollte man mit der Pflege beginnen? Am besten und nachhaltigsten profitiert jeder Einzelne, wenn er beginnt, bevor sich erste Krankheitsmerkmale zeigen. Das ist wie beim Zähne putzen. Wir machen es regelmäßig, um keine Karies zu bekommen. Genauso sollte man mit seinen Blutgefäßen umgehen. Als Prophylaxe gelten ca. 10 Infusionen pro Jahr. Nach Herzinfarkt, Schlaganfall bis zu 30 Mal über 1 bis 2 Jahre.
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Nun, das Land bietet allen Grundeigentümern an, eine Konvention abzuschließen, mit der der Weg als Radweg klassifiziert wird und damit automatisch versichert ist. Ist diese Lösung zukunftsträchtig?
die für „Mischverkehr“ zwischen Radfahrer und Wanderer geeignet sind und auf denen noch rücksichtsvoller gefahren werden muss, und es sollte andere Wege geben, die nur von Wanderern genutzt werden dürfen – zum Beispiel die Waldsteige. Und dann sollte es auch Wege geben, die ausschließlich von Bikern benutzt werden sollen – zum Beispiel die Downhill-Trails.
Foto: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
Absolut. Nehmen wir an, ein Radfahrer stürzt über eine Wurzel und verletzt sich. Die Denkweise der heutigen Gesellschaft hat sich dahin entwickelt, dass der Verletzte die Verantwortung für den Sturz sofort delegieren will. Das Gesetz unterstützt diese Denkweise noch, indem der Eigentümer des Weges dem Staatsanwalt beweisen muss, dass er nicht fahrlässig gehandelt hat. Und da wundern Sie sich, dass Zäune aufgestellt werden?
leider auch Verbote, weil es nicht sein kann, dass Radfahrer wild über die Wiesen fahren. Eine solche Einigung ist aber sehr schwierig. Warum? Weil jeder einzelne Grundeigentümer einverstanden sein muss. Ein Weg verläuft gezwungenermaßen über Grundstücke von mehreren Eigentümern, und wenn nur einer dabei ist, der sich querstellt, fällt das Projekt. Manchmal geht es um auf den ersten Blick banale Begründungen: Ein Weg, der ständig genutzt wird, muss permanent vom liegengelassenen Unrat gesäubert werden. Dass sich ein Eigentümer dagegen querstellt, ist irgendwie verständlich. ler, weil man damit eine Zielgruppe angesprochen hat, die heute im Gesamtkontext problematisch sein könnte? Ja und nein. Begonnen hatte alles mit dem CAIDOM-Rennen – dann hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die nicht mehr aufzuhalten war. Also begann man, den Trail auszuweisen, damit man die Downhiller auf eine Strecke konzentriert. Diese Downhiller lassen sich aber nicht auf einen Trail einschränken: Genauso, wie es im Winter einzelne Skifahrer gibt, die unerlaubt außerhalb der Pisten unterwegs sind, wird es auch immer Radfahrer geben, die außerhalb der „Pisten“ fahren. Das ist aber nicht die Masse. Im Grunde ist der Vergleich mit dem Skifahren legitim: Vor 70 Jahren, als die Plose zum ersten Mal von Skifahrern entdeckt wurde, brauchte es natürlich noch keine ausgewiesenen Pisten. Dann ist die Anzahl der Skifahrer heftig gewachsen – also entstanden klare Regeln. Der Vergleich ist in der Tat passend. Man müsste auf der Plose eine Handvoll Hotspots definieren, die von den Genussradlern per Mountainbike über ausgewiesene Wege erreichbar sind: Kreuztal, Rossalm, Plose, vielleicht auch die Gableralm, eine Verbindung zum Würzjoch. Wir brauchen einen Rundweg, mit dem man möglichst alle Hütten erreichen kann – teilweise vielleicht mit einem eigenen, neuen Forstweg. Es braucht einen langfristigen Plan, der ausgewiesene Wege für die verschiedenen Zielgruppen enthält. Und es braucht
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Also keine Lösung in Sicht? Theoretisch könnte man die ganze Plose als radfreie Zone deklarieren, das Radfahren hier grundsätzlich verbieten und sich auf die Wanderer beschränken. Dann müsste man natürlich auch die bestehenden Trails zurückbauen und auf Veranstaltungen wie das Testival verzichten. Ich finde, das wäre sehr schade, weil im alpinen Radtourismus ein Riesenpotential steckt. Ohne Zweifel besser wäre es, man fände ein Regelwerk, mit dem alle leben können. Im Moment ist die Stimmung aber sehr aufgeheizt, was einer Konsensfindung nicht zuträglich ist. Und schuld sind im Grunde jene Biker, die nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben? Im Grunde ist das so, ja. Es braucht Verständnis des Radfahrers für die Bedürfnisse des Wanderers, aber auch Verständnis des Wanderers für die Bedürfnisse des Radfahrers. Und beide müssen immer auch daran denken, dass sie respektvoll mit dem Gelände umgehen, damit auch an die Bedürfnisse der Grundeigentümer gedacht wird. Man könnte den diskutierten Zaun als Symbol der Bauern sehen für ihre Hilflosigkeit – ein Aufschrei, dass es so nicht weitergehen kann. Ja, das ist er wirklich.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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MERANSEN
Wirtschaft & Umwelt
Faule Brut in den Waben E
s war am Abend des letzten Julitages, als ein eingehender Anruf beim Imkerbund-Obmann der Ortsgruppe Meransen, Oswald Stolz, Alarm auslöste: „Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, als das Mitglied unserer Ortsgruppe den Verdacht äußerte, seine Bienen könnten mit Faulbrut infiziert sein – der für die Bienen schlimmsten Krankheit.“ Allzu unwahrscheinlich schien die Vorstellung, dass eine Bienenseuche in der beschaulichen Mühlbacher Fraktion Meransen, in der Mensch und Tier noch weitgehend im Einklang mit der Natur leben, ausbrechen könnte. „Das hat es meines Wissens bei uns in Meransen noch nie gegeben, dass wir es mit einer Bienenseuche zu tun gehabt hätten!“
Alarmstufe Rot. Da es sich bei
der Faulbrut um eine europaweit anzeigenpflichtige Infektionskrankheit handelt, war schnelles Agieren geboten. Oswald Stolz benachrichtigte umgehend Robert Fischnaller, den Bezirksobmann im Imkerbezirk Brixen. Dieser wiederum gab den Verdacht auf Faulbrut an den Tierärztlichen Dienst in Bozen weiter und informierte die etwa 20 Bienengesundheitswarte im Bezirk Brixen, die von Gabriel Vikoler koordiniert werden: „Ich habe sofort veranlasst, dass zwei Gesundheitswarte zum Imker nach Meransen fahren, um sich die Sache genau anzusehen, eine Wabenprobe zu entnehmen und diese beim Tierärztlichen Dienst in Bozen untersuchen zu lassen.“ Bald hatte man die traurige Gewissheit: In Meransen war die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen. Diese Diagnose machte das Eingreifen von Amtstierarzt Salvatore Barone, in Südtirol 62
Referent für die Bienengesundheit, erforderlich. Am 2. August war der Amtstierarzt vor Ort und machte sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens. „Weit mehr Bienenstände als erwartet hatten sich infiziert. Insgesamt waren sieben Imker betroffen.“ Wird in einem Bienenstock Faulbrut diagnostiziert, ist das weitere Vorgehen gesetzlich vorgeschrieben: „Alle Bienenstände der Imker, die sich im Umkreis von drei Kilometern befinden, müssen auf den Erreger untersucht werden.“ In Meransen sind schließlich 60 Bienenvölker positiv getestet worden.
Foto: Oskar Zingerle
Auf den Menschen ist die „Amerikanische Faulbrut“ nicht übertragbar, auch der Honiggenuss ist völlig ungefährlich. Aber für die Bienen ist es die problematischste Krankheit überhaupt: Hoch infektiös verbreitet sich diese anzeigenpflichtige Bienenseuche, die den Nachwuchs vernichtet, in Windeseile. In Meransen wurde Anfang August der Imkeralbtraum Wirklichkeit – mit einem fatalen Fazit: 60 Bienenvölker waren betroffen.
Amerikanische Faulbrut. „Pa-
enibacillus larvae larvae ist ein Bakterium, das die Brut der Honigbiene befällt“, erklärt Amtstierarzt Salvatore Barone. Die Amerikanische Faulbrut (oder Bösartige Faulbrut) ist in der ganzen Welt unter Bienenvölkern verbreitet. „Die Problematik der Amerikanischen Faulbrut besteht darin, dass sie extrem ansteckend ist und dass ihre Sporen äußerst langlebig sind. Im Bienenwachs oder in alten Bienenkästen können sie bis zu 40 Jahre überleben. Finden die Sporen einen Wirt und geeignete Lebensbedingungen, sind sie sofort wieder aktiv.“ Die Krankheit kommt − anders als der Name vermuten lässt − nicht aus Amerika; vielmehr „erfolgte die Erstbeschreibung im frühen 19. Jahrhundert in Amerika“, erläutert Barone. Die Amerikanische Faulbrut sei zwar verheerend für den Bienennachwuchs, besonders die erst zwei Tage alten Larven seien anfällig, aber den ausgewachsenen Bienen und uns Menschen könne die Krankheit nichts anhaben. Mag der Honig für uns Menschen auch unbedenklich sein – die Verfütterung des mit Sporen infizierten
Die Sanierung verlangt auch das Ausbrennen der Bienenkästen mit einer Gasflamme
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Honigs an die Bienenlarven hat deren Vernichtung zur Folge.
Die Infizierung. „Ein geschwäch-
tes infiziertes Volk wird von gesunden Völkern überfallen, um den Honig zu rauben. Über den kontaminierten Honig holt sich das gesunde Volk zu viele Bakterien in den Stock und bekommt selbst Probleme.“ In Südtirol gibt es immer wieder Fälle von Amerikanischer Faulbrut, so etwa heuer im Frühjahr im Meraner Raum oder vor zwei Jahren, als in 40
Südtiroler Gemeinden Faulbrutfälle vorkamen, darunter auch in der Gemeinde Natz-Schabs. Gesundheitswart Gabriel Vikoler ist überzeugt: „Die Imker informieren sich oft zu wenig darüber, ob es in der Gegend, wo sie ihre Bienen fliegen lassen, Bienenkrankheiten gibt.“ Dabei sei es einfach, diese Informationen bei den jeweiligen Ortsobmännern einzuholen. Zudem komme „das Faulbrut-Bakterium in jedem Bienenvolk vor, aber nur in sehr geringen Mengen, mit denen das Immunsystem der
Bienen fertigwird.“ Bricht aber die Faulbrut aus, werden Milliarden an Bakterien produziert, und das Immunsystem der Bienen bricht zusammen.
Schlechte Bienenjahre. Mit eine
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verbrannt“, informiert Vikoler. Die sehr langwierige und aufwändige Sanierung sei in Meransen nur durch die gute Zusammenarbeit der Imker in der Ortsgruppe so zügig zu bewerkstelligen gewesen.
Schäden für die Imker. Nur die schwächsten Bienenvölker wurden mit den Larven vernichtet, alle anderen erhalten nun im desinfizierten Bienenkasten neue Rähmchen und Wachsplatten und „beginnen sofort wieder mit dem Ausbau von Waben, worin die Weisel, die Bienenkönigin, ihre Eier ablegen kann“. Die Sperrfrist für die Bienenwanderungen gelte bis zum Abschluss der Sanierung, so Amtstierarzt Salvatore Barone. „Ist alles ordnungsgemäß durchgeführt, kann der Imker wieder seine Tätigkeit aufnehmen.“ Zudem erhalte jeder Imker – übrigens italienweit nur in Südtirol − eine Entschädigung von 45 Euro pro infiziertes Bienenvolk. Auch wenn das nicht sehr große Summen sein mögen, „so sind sie für die betroffenen Imker doch eine große Hilfe, auch weil der Imker zusehen muss, dass seine Bienen nach der Sanierung wieder schnell zu Kräften kommen. Dafür muss Spezialfutter zugekauft werden“, wie Ortsobmann Oswald Stolz bestätigt. Glück im Unglück. Von der Ame-
rikanischen Faulbrut in Meransen waren die Sommerbienen betroffen. „Aus der Brut, die jetzt in den sanierten Bienenkästen zu Bienen heranwächst, werden alles Winterbienen“, so Ortsobmann Oswald Stolz. Die Winterbienen sind − im Gegensatz zur zwei bis sechs Wochen lebenden Sommerbiene – mit vier bis sieben Monaten
Lebenszeit weit resistenter. Sie bringen das Bienenvolk über den Winter. Wäre die Amerikanische Faulbrut erst im Spätsommer oder gar im Frühherbst aufgetreten, wäre die Brut der Winterbienen betroffen gewesen, was für die Imkerei in Meransen weit fatalere Folgen gehabt hätte. „Wir hätten kein infiziertes Bienenvolk retten können. Das Sanieren hätte keinen Sinn mehr gemacht, da die
Königin das Eierlegen über die kalten Monate einstellt.“ Am 12. August waren die Sanierungsarbeiten abgeschlossen; das von der Faulbrut betroffene Gebiet in Meransen konnte wieder für die Bienenwanderung freigegeben werden. Das Thema „Amerikanische Faulbrut“ ist in Meransen bereits Geschichte. sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Die Sanierung. „Als wir die Diagnose ‚Amerikanische Faulbrut‘ vom Amtstierarzt bestätigt bekamen, bin ich sofort los, um den vom Südtiroler Imkerbund zur Verfügung gestellten Wagen zu holen, in dem sich alle notwendigen Geräte und Vorrichtungen befinden, die man zur Sanierung dieser Bienenseuche benötigt“, erzählt Ortsobmann Oswald Stolz. Alles rund um den Bienenstandort − Geräte, Brutkäste und Bienenwachs − muss nach Anweisung des Amtstierarztes desinfiziert oder unschädlich gemacht werden. Mit der eigentlichen Sanierung werden die Bienengesundheitswarte beauftragt, die in Meransen am 5. August damit begonnen haben. „Die Waben samt Brut aller infizierten Bienenstöcke und präventiv auch aller Bienenvölker in der unmittelbaren Nachbarschaft werden vernichtet, auch wenn sie nicht explizit positiv getestet wurden. Der Bienenstock wird in heiße Desinfektionslösung getaucht, die mit einem Hochdruckreiniger wieder entfernt wird, und im Anschluss werden die Kästen noch mit einer Gasflamme ausgebrannt. Die Rahmen, in denen die Bienenwaben waren, werden
Gesundheitswart Gabriel Vikoler: „Die Imker informieren sich oft zu wenig darüber, ob es in der Gegend, wo sie ihre Bienen fliegen lassen, Bienenkrankheiten gibt“
Foto: Alessandra Chemollo
Ursache, die das Aufflammen der Faulbrut begünstigt, sieht Gabriel Vikoler in den schlechten Honigjahren der jüngeren Vergangenheit: „Bereits seit zwei Jahren haben unsere Imker aufgrund schlechter Witterung wenig Honig geerntet, was dazu geführt hat, dass viel Importhonig aus der EU oder außerhalb der EU zugekauft wurde. Darunter findet sich auch kontaminierter Honig, dessen Reste von den Bienen aufgesammelt werden.“ Auch heuer war das Frühjahr verregnet. „Ein geschwächtes Volk hat zum einen wenig Honig, zum anderen ist es anfälliger für Krankheiten“, wie Amtstierarzt Salvatore Barone bestätigt. „Ein gesundes und starkes Bienenvolk heilt sich selbst. Mit Faulbrut befallene Larven werden sofort aus dem Bienenstock entfernt, was eine Vermehrung der Sporen unterbindet. Sind die Völker hingegen geschwächt, nehmen die Erreger Überhand; die Selbstheilung gelingt nicht mehr.“
INTERVIEW
Wirtschaft & Umwelt
„Mozzarella aus der Not geboren“ 1969 entstand aus der Fusion der Sennereien Brixen und Schabs der Milchhof Brixen, Ende der 70er Jahre wurde die Mozzarellaproduktion eingeführt. FRANZ KASER aus Lüsen, Brimi-Obmann von 1978 bis 2011, erinnert sich im Interview mit dem „Brixner“ an die bewegte Zeit.
Herr Kaser, Ende er 60er Jahre haben Bauern in Lüsen damit begonnen, ihre Milch an den Milchhof zu liefern. Wie haben Sie die Zeit damals erlebt?
große Befürchtungen, dass die Milch für den Eigenverbrauch nicht mehr reichen würde. Die Neuerung hat mancherorts sogar zu Konflikten in den Familien geführt. Ein zweiter großer Punkt war das seinerzeit noch schlecht ausgebaute Straßennetz. Die Milch zur Abholstelle zu bringen, war für viele Bauern eine logistische Herausforderung. Jedenfalls hatte sich bald herausgestellt, dass die Milchlieferung neben dem damals lukrativen Holzverkauf eine wertvolle Einnahmequelle für die Bauern war.
FRANZ KASER: Ende der 60er Jahre waren Bauernhöfe noch hauptsächlich auf Selbstversorgung ausgelegt. Nur wenige Sachen hat man im Dorfladen verkauft. Die Milch an den Milchhof zu liefern, war daher für viele Bauernfamilien eine einschneidende Veränderung. Meine Mutter beispielsweise hatte
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Mozzarella war in Südtirol damals in der Tat ein ziemlich unbekanntes Produkt. Im Grunde war ein Kunde aus Bari unser „Ideenlieferant“, und das kam so: Nach dem Zusammenschluss mit dem Sennereiverband NatzSchabs sind einige ungünstige Entscheidungen getroffen worden, die den Milchhof finanziell in große Schwierigkeiten brachten. Mit dem neuen Sitz hatten wir die Möglichkeit, größere Mengen zu
Foto: Oskar Zingerle
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Rund ein Jahrzehnt später gab es eine einschneidende Verän-
derung: Wie kam ein Brixner Betrieb in den Siebziger Jahren auf die Idee, Mozzarella zu produzieren – ein wahrlich untypisches Südtiroler Produkt ...
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produzieren, was für die damals relativ unerfahrene Mannschaft völliges Neuland war – in der Produktion und im Verkauf. Der Glücksfall des Milchhofes war es, dass zu jener Zeit die Versandmilch teuer und leicht absetzbar war – das rettete uns im Endeffekt. Wir hatten viele Versandmilchkunden, darunter auch einen ausgezeichneten Abnehmer aus Bari, der uns die Milch abkaufte, die wir nicht für unsere eigene Produktion verwenden konnten. Er holte sich die Versandmilch in Brixen ab, bezahlte sofort und brachte sie ins 1.000 Kilometer entfernte Bari.
Franz Kaser: „Die Einführung des Mozzarellas war kein leichtes Unterfangen, aber wir haben nie aufgegeben“
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Ja, genau! Wir in Brixen machten uns derweil Gedanken, wie wir aus unserer Notlage herauskommen könnten. Unser Glück war, wie gesagt, die Versandmilch; diese sicheren Einnahmen verschafften uns Zeit, um zu überlegen, ob es alternative Produkte gäbe, die vom Markt besser angenommen würden. In Absprache mit Wolfgang Heiss, dem ehemaligen Obmann, der damals dem Milchhof noch beratend zur Seite stand, kamen wir durch den Kunden aus Bari auf die Idee, in
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Das Know-how für die Mozzarellaproduktion holte sich die Brimi anfangs von Pensionisten aus der Branche
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Brixen Mozzarella zu produzieren. Wenn man unsere Milch im 1.000 Kilometer entfernten Bari dazu verwendet, um Mozzarella zu produzieren, warum sollte man es hier nicht auch können? Einen Versuch war es wert! Der damalige Geschäftsführer Hans Pichler hat sich diese Idee zu Herzen genommen und seine ganze Energie in dieses Projekt hineingesteckt – obwohl es uns an allem fehlte: Wir hatten in diesem Bereich weder Erfahrung noch die geeignete Technologie. Das Geheimnis eines guten Mozzarellas war zudem niemandem aus der Branche zu entlocken. Also holten wir uns auf Anraten von Pichler Pensionisten aus der Branche nach Brixen, die uns zeigten, wie die Käseproduktion funktioniert. Es wurde damals alles händisch gefertigt! Das ist heute gar nicht mehr vorstellbar. Wie erfolgreich waren die ersten Versuche mit Mozzarella? Nun, sie waren nicht wirklich erfolgreich. Die Qualität war am Anfang nicht besonders gut, aber man muss auch bedenken, dass das Qualitätsniveau von Mozzarella damals in ganz Italien nicht besonders hoch war. Den Mozzarella von damals könnte man
heute nie und nimmer verkaufen. Wir haben aber an das Produkt geglaubt und Maschinen angekauft, um das Projekt weiterzuverfolgen und um die Produktion zu beschleunigen. Es hat immer wieder ordentlich ‚gefuchst‘. Wir haben auch mit der Mila Gespräche geführt, um den Verkauf besser zu organisieren – diese war aber von unserem Produkt alles andere als begeistert und hat uns den Rücken zugekehrt. Auch die Brunecker Sennerei hat uns Steine in den Weg gelegt, indem sie selbst Mozzarella aus Deutschland importierte und diese günstig in den Verkaufsregalen neben unseren Produkten verkaufte. Es war also wirklich kein leichter Weg, aber wir haben nie aufgegeben. Dank unserer Geduld, viel Fleiß und dem großen Einsatz des damaligen Geschäftsführers, der leider inzwischen verstorben ist, und auch dank den fleißigen Mitarbeitern und den Mitgliedern haben wir es aber irgendwann geschafft, den Mozzarella verkaufstauglich zu machen. Damit haben wir den Stein der Erfolgsgeschichte des Brimi-Mozzarellas ins Rollen gebracht. oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Wirtschaft & Umwelt
NATZ-SCHABS/RODENECK
Brücke über Rienzschlucht Schon vor einigen Jahren kam die Idee auf, zwischen Rodeneck und Viums eine Hängebrücke über die Rienzschlucht zu errichten, um die beiden Orte zu verbinden und das touristische Angebot um eine Attraktion reicher zu machen. Die Idee wurde nun auf ihre Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit hin überprüft und das durchaus vielversprechende Ergebnis der Bevölkerung präsentiert.
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as Beratungsunternehmen „Kohl & Partner“ sowie „feld72 Architekten“ sehen in dem Projekt die Chance in Form einer „Naturerlebniswelt Rienzschlucht“. Im Fokus stünden also weniger „Abenteuer und Adrenalin“ als mehr der Ausblick auf die Schlucht und die umliegende Natur. Bemerkenswert ist, dass die enorme Länge der Brücke in den Überlegungen zur Vermarktungsstrategie eine untergeordnete Rolle spielt. Mit 890 Metern wäre die Bücke nämlich mit Abstand die längste Seilbrücke der Welt. Aktueller Rekordhalter ist die „Charles Kuonen Hängebrücke“ in der Schweiz mit 494 Metern. Angeblich befinden sich aber bereits Brücken in Planung, die sogar die 1.000-Meter-Marke überschreiten würden, womit Kohl & Partner die Strategie begründet, die Längenrekord-Karte lieber im Stapel zu belassen. Vielmehr möchte man sich durch die Positionierung als „Naturerlebniswelt“ als naturorientierte, touristische Gesamterfahrung mit der
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Hängebrücke als Highlight von anderen Hängebrücken deutlich abgrenzen. Der Fokus liege nicht auf erlebnishungrigen Tagesbesuchern, sondern auf bestehenden Besuchern und Urlaubern in der näheren Umgebung.
Nachhaltige Inszenierung. Das
neue Angebot soll dazu beitragen, die Übernachtungszahlen in der gesamten Region zu steigern, weitere Umsätze in ergänzenden Dienstleistungen zu generieren und die vorhandenen Touristischen Infrastrukturen besser auszulasten. Die Betreiber des Projektes setzen auf eine nachhaltige, natürliche Inszenierung. Die Brücke sollte über ihre Länge hinaus ein „Mehr-Erlebnis mit architektonischem Anspruch“ transportieren, sei es durch Führungen, Inszenierungen, Ausblicke, Animationen oder einer besonderen architektonischen Gestaltung. Von der Brücke ausgehend sollen sich die bestehenden Wander-, Rad-, Erlebnis-, Einkaufs- und Gastronomieangebote ranken, aber auch
neue Themenwege, Spielplätze und Infrastrukturen geschaffen werden.
Umliegende Strukturen einbinden. Das gesamte Konzept zur
Brücke ist indes sehr gut durchdacht. Umliegende Strukturen wie Nato-Areal, Schloss Rodenegg, das E-Werk in der Rundl und die Dorfzentren sind in die Überlegungen eingeflossen, Themen- und Rundwege sollen die Attraktion vielseitig gestalten. Man geht von rund 130.000 Besuchern jährlich aus und einer Investition von über sechs Millionen Euro. Pro Erwachsenem ist ein Eintritts preis von zehn Euro kalkuliert. Mit Ausnahme des Monats November und 15 Tage im April würde man die Brücke ganzjährig offen halten – im Sommer von 8 bis 21 Uhr, im Winter von 10 bis 18 Uhr. Rund vier Vollzeitstellen wären notwendig zur Besetzung der Kassen, für Unterhalt, Kontrolle, Marketing und Management. Für einen wirtschaftlichen Betrieb wäre eine öffentliche För-
derung von 30 Prozent nötig. Ob eine solche Förderung vonseiten des Landes Südtirol denkbar sei, wollte die Grüne Landtagsfraktion in einer Anfrage wissen. Da der Landesregierung aber weder eine Vorstudie noch ein Antrag um Finanzierung vorliege, sei weder die Möglichkeit noch die Förderungswürdigkeit bisher geprüft worden, schreibt Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer in ihrer Antwort. Zur Frage, ob in der Rienzschlucht als Landschaftsschutzgebiet derlei Eingriffe überhaupt zulässig seien, schreibt Kuenzer: „Trassenänderungen und Neuerrichtungen von Wanderwegen, Steigen und Straßen sind im Landschaftsschutzgebiet verboten. Untersagt ist auch das Überqueren des Gebietes mit Elektro- und Telefonleitungen. Daraus ergibt sich, dass im Fall der geplanten Durchführung des Projekts eine vorherige Änderung der betroffenen landschaftlichen Unterschutzstellung notwendig ist.“ oskar.zingerle@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
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Wirtschaft & Umwelt
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WC-Anlage im Notstand z Ein Leser macht uns auf einen Missstand aufmerksam – und sendet uns auch die entsprechenden Bilder zu: Die öffentlichen WCAnlagen in der Naherholungszone Fischzucht seien häufig in einem derart verschmutzten Zustand, dass Besucher sie „angeekelt und fluchtartig wieder verlassen“. Aus der Stadtverwaltung hören wir, dass die Reinigung der Anlage Teil des Konzessionsvertrages für
das Restaurant in der Fischzucht sei, aber für den Betreiber sei es aufgrund einiger Umstände kaum möglich, die Anlage ständig sauber zu halten. Anscheinend werde die Anlage teilweise andauernd von Personen benutzt, die den Parkplatz der Diskothek Max als günstigen Stellplatz für ihren Camper nutzen und die die WCAnlage meist völlig verschmutzt und oft auch beschädigt hinter-
lassen. Die Anlage werde jeden Tag am frühen Morgen gereinigt, aber die unsachgemäße Nutzung am Vormittag bedinge die heutige
W&U
Situation. Fazit: Wo Menschen ihren Anstand vergessen, ist die Führung öffentlicher Strukturen schwierig. wv
Wirtschaft & Umwelt VAHRN/NEUSTIFT
Blick in die Urzeit z Der Punterbühel in Neustift ist eines der wenigen Geotope der letzten Riß-Würm-Eiszeiten mit den alten Flussläufen der Rienz und des Eisacks im Raum Brixen, das bis heute in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist. Die Riß-Eiszeit wird etwa 300.000 bis 130.000 Jahre vor heute datiert, während die jüngsten im Alpenraum aufgetretenen großräumigen Vergletscherungen − die WürmEiszeit − auf den Zeitraum von etwa 115.000 bis 10.000 Jahre zurückgeht. Seit wenigen Monaten nun steht auf dem Punterbühel die Informationstafel
kurz
notiert
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„Ton-Lehmablagerungen“, auf der eiszeitliche Flussströmungen früherer Flussarme der Rienz gegen Vahrn aufgezeigt werden. „Nur aus solchen noch vollständig erhaltenen landschaftsprägenden Elementen der letzten 200.000 Jahre, wie wir sie hier auf den Punterbühel vorfinden, kann man klar herauslesen, wie das Auf und Ab der Eiszeiten in den verschiedentlichen Klimaveränderungen und Abwandlungen der Wasserläufe das Untergrundmaterial bearbeitet, umgelagert und verfrachtet haben“, erläutert Naturkundler Gregor Beikircher,
von dem das Konzept, der Text und das Bildmaterial zur Informationstafel stammen. Aufgestellt wurde die Tafel in Eigenregie von den Eigentümern des Punterhofes, der unmittelbar unter dem Bühel gelegen ist. Es gäbe noch weitere Geotope im Raum
Brixen-Vahrn darzulegen, bevor sie ohne tiefgreifende Kenntnisse über wichtige erdgeschichtliche Relevanz Eingriffen von menschlicher Seite ausgesetzt werden, weiß Beikircher, „und damit wertvolles Grundlagenmaterial für immer verloren geht“. sp
Die Elektro-Leihräder, die man für 200 Euro Jahresmiete anleihen kann, gehen in der Gemeinde Vahrn weg wie warme Semmeln! Für die elf angeschafften sind bereits 50 Ansuchen eingegangen, weshalb die Gemeinde nun rund 100.000 Euro zur Verfügung stellt, um weitere 40 E-Bikes anzukaufen.
Eigentlich sollten seit dem 26. August vor zwei Jahren alle 116 Südtiroler Gemeinden über einen Gefahrenzonenplan verfügen. Bis heute sind noch 67 Gemeinden säumig. Erst 49 sind der Forderung nachgekommen, darunter von den Gemeinden des „Brixner“-Einzugsgebiets Brixen, Lüsen und Natz-Schabs.
Der „German Design Council“ fördert Design als Erfolgsfaktor für die internationale Industrie und Wirtschaft mit den Iconic Awards. Unter den Preisträgern sind auch die Brixner MoDus Architects mit vier Projekten: Grundschule in St. Andrä, Edelrauthütte, Einfamilienhaus und die Touristen-Information.
STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle
Wozu diente ab 1247 das Siechenhaus in der Schwesternau?
BRIXEN
Im Archiv der Klarissen bescheinigt eine Urkunde ab 1247 das Bestehen eines „leprosoriums“. Seuchenhospitäler oder jene Einrichtungen, in denen Leprakranke, Aussätzige und Personen mit ansteckenden Krankheiten von der restlichen Bevölkerung isoliert lebten, nannte man „Siechenhaus“ (das Mittelhochdeutsche „siech“ bedeutet krank). Aus Angst vor Ansteckungen wurden diese Einrichtungen von der Stadt abgesondert. Die Zahl der Leprakranken nahm mit dem Bevölkerungswachstum zu; die Enge der Städte und die mangelhaften hygienischen Verhältnisse trugen zur Verbreitung von ansteckenden Krankheiten bei. Als 1349 Tirol vom europaweit grassierenden „Schwarzen Tod“, der Pest, heimgesucht wurde, füllte sich das Siechenhaus. Die zweite Pestwelle rollte 1512 über Tirol. 1521 wird in der Pestordnung erstmals das „neue Siechenhaus“ in der Kreuzstraße (heute Vittorio-Veneto-Straße) erwähnt. Das Personal der Einrichtung bestand aus einem Hausvater, zwei Totengräbern, einer Köchin und einem Bader. Während die Pest Brixen 1611 abermals heimsuchte, wurde das alte Siechenhaus zum Hauptkrankenhaus bestimmt. 1775 ging diese Einrichtung an die Klarissen; das neue Siechenhaus wurde 1783 verkauft. Anregungen: redaktion@brixner.info
Kein Kraftwerksprojekt im Aferer Bach z Seit mittlerweile 15 Jahren versuchen die Stadtwerke Brixen und die Energiegenossenschaft Albeins (ENA), ein Wasserkraftwerk am Aferer Bach zu errichten. Das Projekt der ENA sah die Wasserfassung in Afers auf rund 1.300 Metern Meereshöhe vor und ein Krafthaus oberhalb von Albeins auf einer Meereshöhe von knapp 700 Metern. Dadurch wäre der Aferer Bach auf einer Länge von etwa 6 Kilometern zu einer Restwasserstrecke mit einer sehr geringen Wasserführung degradiert worden, und das grundbücherlich verankerte Fischereirecht des Fischereivereins Eisacktal würde de facto entwertet. Die Dienststellenkonferenz für den Umweltbereich hat 2015 dem Projekt ein negatives Gutachten ausgestellt, worauf die ENA im August 2016 Aufsichts-
beschwerde bei der Südtiroler Landesregierung einreichte, die in der Folge von dieser angenommen wurde. Der Fischereiverein Eisacktal sah sich gezwungen, im Februar 2017 einen Rekurs gegen den Beschluss der Landesregierung beim Obersten Wassergericht in Rom einzureichen, der im Herbst 2017 angenommen wurde, womit der Beschluss der Landesregierung annulliert war. Die ENA hat daraufhin einen Rekurs beim Kassationsgerichtshof eingereicht – der „Brixner“ berichtete darüber in der Ausgabe 337 vom Februar 2018. Mit Urteil Nr. 19020/2019 hat das Kassationsgericht den Rekurs der ENA nun für unzulässig erklärt. „Somit ist das Kraftwerksprojekt im Aferer Bach gestorben“, schreibt der Fischereiverein Eisacktal in einer Aussendung. wv
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Wirtschaft & Umwelt
MERANSEN
Foto: Willy Vontavon
Speichersee in Bau
z Am Gitschberg entsteht derzeit ein neues Speicherbecken mit einem Fassungsvermögen von 83.000 Kubikmetern und einer Fläche von 2,4 Hektar inklusive der Dämme. Das Becken wird von der Gitschberg Jochtal AG gebaut und gemeinsam mit dem Bodenverbesserungskonsortium Meransen genutzt; im Sommer dient es somit der landwirtschaftlichen Bewässerung und ersetzt das sanierungsbedürftige 15.000-Kubikmeter-Becken des
Bodenverbesserungskonsortiums am Eingang zum Altfasstal. Derzeit laufen die Aushubarbeiten, und im September wird die Isolierhaut eingebracht, die anschließend mit Kies abgedeckt wird. Stefan Gruber, Geschäftsführer der Gitschberg Jochtal AG, rechnet damit, dass die Beschneiung der Pisten aufgrund des Beckens bereits in der kommenden Wintersaison erheblich verbessert wird – auch wenn es heuer noch nicht vollständig
gefüllt werden kann. Parallel zum Speichersee wurde die gesamte Beschneiungsanlage am Gitschberg erneuert. Mit den rund 100 zusätzlichen Schneeerzeugern kann das gesamte Skigebiet innerhalb von etwa vier Tagen eingeschneit werden. Der ehemalige Skiweg von der Mittelstation der Umlaufbahn zur Talstation wird derzeit zu einer vollwertigen Piste ausgebaut mit einer Breite von 20 bis 35 Metern und konstantem Gefälle. „Anfänger-
und Kinderkurse können somit in diesem erneuerten Pistenabschnitt abgehalten werden, und im Bereich der Talstation entsteht zudem ein neuer Kinderbereich“, berichtet Gruber. Auch auf der Jochtal-Seite wurde die Beschneiung ein weiteres Mal modernisiert. Insgesamt schlagen die Maßnahmen mit 5,5 Millionen Euro zu Buche, die die Gesellschaft fast vollständig ohne Förderungen aus Eigenmitteln finanziert. oz
BRIXEN
Brixen-Beach is open
Foto: Oskar Zingerle
z Das erste Baulos des Projektes „StadtLandFluss – Flussraum mittleres Eisacktal“ ist abgeschlossen und wurde Ende Juli mit einem Fluss-Fest offiziell eingeweiht. Zudem hat die Gemeinde Brixen eine neue Fußgänger- und Radfahrer brücke realisiert, die nun eine wichtige Verbindung zwischen der Zone Landwirt und dem Anschluss zum Krankenhaus bildet. Vorangegangen waren diesen Arbeiten das genannte Projekt, in dem die Agentur für Bevölkerungsschutz in den vergangenen Jahren die Hochwassersicherheit detailliert erhoben hatte. Bereits im Februar des Vorjahres haben die Arbeiten zum ersten Baulos begonnen,
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und zwar von der nördlichen Gemeindegrenze bis zur Auen hausbrücke. Nun ist dieses Baulos abgeschlossen, die Hochwassersicherheit wurde erhöht durch die Aufweitung des Flussbettes und eine teilweise Erhöhung der Uferschutzmauern. Das so entstandene Flachufer wurde in eine Naherholungszone im „Beach“-Style umgewidmet. Diese neue Freizeitmöglichkeit mit einladender Liegewiese wird gerade an heißen Sommertagen schon viel und gerne genutzt. Einziger Wermutstropfen: Der Müll sollte von den Gästen der Naherholungszone nicht unachtsam liegen gelassen, sondern wieder mitgenommen und sachgemäß entsorgt werden. sp
NACHGEFRAGT
„Bauern sind nicht an allem schuld“ Herr Lechner, was ist dran an den Vorwürfen, in Ihrer Gemeinde würden systematisch Tiere und Pflanzen vergiftet? Zurzeit geht es um einen einzelnen Baum, der abgestorben ist, und einen einzelnen Maulwurf, der verendet aufgefunden wurde. Von einem systematischen Anschlag kann in keinster Weise die Rede sein. Auch wenn es zum Lauf der Natur dazugehört, dass die Lebenszeit von Tieren und Bäumen wohl oder übel begrenzt ist – schließlich gehört der Tod zum Leben dazu – sind nun Förster beauftragt worden, den speziellen Fall zu unter-
suchen, um festzustellen, woran der Baum und der Maulwurf tatsächlich eingegangen sind. Die Ergebnisse dazu stehen noch aus.
Wir Bauern sind nicht an allem schuld und können nicht für alles Unangenehme in der Natur verantwortlich gemacht werden.
Gilt der Vorwurf gezielt den Bauern? Wir sind es leid, wiederholt in der Presse von Vorwürfen zu lesen, mit denen unmissverständlich wir Bauen gemeint sind – ob es darum geht, wie wir unsere Arbeit machen, oder wie jetzt die Unterstellung, Giftanschläge zu verüben. Wenn es konkrete Beanstandungen gibt, dann bitten wir, bevor man mit Schuldzuweisungen an die Öffentlichkeit geht, zuerst mit uns zu reden.
Was wünschen sich die Bauern? Wir Tier- und Obstbauern bearbeiten und pflegen unsere Landschaft nach bestem Wissen und Gewissen. Eine intakte Umwelt liegt in unserem Interesse. Wir wünschen uns, dass auch die Bevölkerung unseren Einsatz als solchen zu schätzen weiß und dass unserer Arbeit mehr Verständnis entgegengebracht wird.
Foto: Oskar Zingerle
ANTON LECHNER, Obmann der Bauernbund-Ortsgruppe Natz-Schabs, zu den Vorwürfen, in Natz und Viums gebe es systematische Giftanschläge auf Tier- und Pflanzenwelt.
sabine.peer@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Mein eigenes Almchalet im Wipptal!
Überbacher Bau
BAUUNTERNEHMEN · IMMOBILIEN
IMMOBILIEN MIT CHARME! Die erstklassigen Materialien, das luxuriös-heimelige Interieur, Terrassen in natürlichem Lärchenholz und ein uriges Holzschindel-Dach … und doch auch so modern, dank der großen Glasfassaden, die viel Licht herein und einen grandiosen Blick hinaus lassen. All das gibt unseren neuen Chalets ihren ganz besonderen Charakter und Ihnen ein gutes Stück Freiheit: Ihren ganz eigenen Rückzugsort. Überzeugen Sie sich selbst, rufen Sie mich an, ich freue mich! Renate Überbacher, T 348 283 0513, renate@ueberbacherbau.it
Mühlbach / Rodeneck, T 0472 849 625, www.ueberbacherbau.it
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Top Jobs
Arbeitgeber mit Perspektiven
RUBNER
Foto: Rubner
„Holz hat Zukunft, denn Holz als Baustoff ist sehr im Gespräch“, stellt Produktionsleiter Georg Putzer fest. Seit mittlerweile
zwei Jahrzehnten arbeitet er bei Rubner Holzbau und war immer schon vom natürlichen Rohstoff Holz fasziniert. Nachdem er eine Holzfachschule absolviert hatte, produzierte er Holzspielzeug für einen Betrieb im Grödnertal, ehe er zum großen, international tätigen Unternehmen Rubner wechselte. „Hier bekam ich die Möglichkeit, mich sowohl technisch als auch persönlich weiterzuentwickeln und mich einzubringen“, erzählt der 47-Jährige.
wenn das Interesse vorhanden ist. Die Mitarbeiter können jederzeit Fragen stellen und erhalten ein umfassendes Fachwissen. Bei uns zählen Teamgeist und Teamarbeit“, so Produktionsleiter Putzer.
International erfolgreich. Mit
diesem „Spirit“ arbeiten an 21 Standorten in Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich knapp
1.300 Mitarbeiter, die leidenschaftlich und weltweit mit dem Baustoff Holz gesunde, natürliche Lebensräume schaffen. So entstehen jährlich rund 250 Hausprojekte. So entstanden der International Airport Mactan-Cebu auf den Philippinen, eine Tribüne im Fußballstadion „Dino Manuzzi“ in Cesena oder der beeindruckende Holzaussichtsturm am Pyramidenkogel in Kärnten.
Foto: Rubner
Extra
Leidenschaft für Holz, Handschlagqualität, Qualifizierungsmaßnahmen und Aufstiegsmöglichkeiten von der Lehre bis zur Führungskraft sind beim Südtiroler Familienunternehmen Rubner keine leeren Worthülsen, sondern gelebte Realität.
Rubners Teamgeist und Teamarbeit. Seine Erfahrungen ver-
Die Holzbauarbeiten in Rovereto wurden im Juli 2019 abgeschlossen, die Eröffnung soll 2020 sein
Foto: Rubner
Georg Putzer, Produktionsleiter bei Rubner Holzbau
mittelt er heute seinen Mitarbeitern im täglichen Arbeitsprozess, und er ermutigt sie, die anderen Rubner-Unternehmen ebenfalls kennenzulernen oder sich in Form externer Kurse fortzubilden. „Fürs ‚Learning on the job‘ muss keiner ein großer Studienabgänger sein,
Rubner Holzbau Brixen produzierte und montierte für das europäische Vorzeigeprojekt in Rovereto rund 4.000 Kubikmeter Brettschichtholz und 3.000 Kubikmeter Brettsperrholz 72
Foto: Gustav Willeit
Rubner Haus beweist einmal mehr, dass ein ökologisches Haus aus Holz perfekt mit anderen Materialien wie Glas und Beton harmoniert Foto: Rubner
ner Holzbau produzierte Brettschicht- und Brettsperrholz fürs Innovation Center und montierte dieses auch vor Ort, wofür eine große Anzahl an Zimmerern im Einsatz war.
Qualifizierungsprogramme für alle. Wie der bewusste und
Philip Wolf durchläuft derzeit ein individuelles Ausbildungsprogramm zum technischen Verkaufsberater bei Rubner Haus Derzeit wird auf dem Gelände einer ehemaligen Tabakfabrik in Rovereto ein Start-up-Cluster errichtet, der auf einer überdachten Fläche von 24.000 Quadratmetern Unternehmen, Forschungszentren, Ausbildungseinrichtungen und öffentliche Institutionen versammelt. In den letzten Monaten besuchten zahlreiche in Ausbildung befindliche Projektund Baustellenleiter sowie Bauingenieure und Statiker dieses „Clean Tech“-Vorzeigeprojekt, das auf nachhaltiges Bauen und natürliche Ressourcen setzt. Rub-
nachhaltige Umgang mit dem Ressourcenlieferanten Wald liegt dem Familienunternehmen mit Südtiroler Wurzeln auch der bewusste und nachhaltige Umgang mit seinen Mitarbeitern ganz besonders am Herzen. Für Maturanten und Uniabsolventen gibt es spezielle Ausbildungsprogramme, und auch Lehrlinge werden umfassend gefördert, um ihnen über den Zimmerer-Gesellen den Aufstieg zum Zimmerer-Meister und in weiterer Folge zur Führungskraft oder zum Fachexperten zu ermöglichen. Getragen von gegenseitiger Wertschätzung, trägt das Betriebsklima sehr viel zum wirtschaftlichen Wachstum bei, wobei jeder Einzelne seinen Beitrag zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft leistet – sei es als Holzexperte, Elektrotechniker, Mechatroniker, Elektriker oder Konstrukteur, sei es als IT-Spezialist, technischer Verkäufer oder Angestellter im kaufmännischen Bereich oder in der Verwaltung. Die Freude am Bauen mit Holz sowie der
kommunikative Umgang mit den Kunden verbinden sie alle miteinander.
Individuelle Ausbildungsschwerpunkte. Seit März dieses
Jahres durchläuft Philip Wolf sein internes Ausbildungsprogramm, um künftig als technischer Verkaufsberater bei Rubner Haus tätig zu sein. Er wirkte in der Planungsabteilung ebenso wie auch im Angebotsbüro, er schnupperte in die Produktion, er begleitete die Verantwortlichen auf Baustellen und zur Montage. „Ich habe in den ersten Monaten sehr viel Wissen über Holzbau als auch über Rubner sammeln können, wobei meine technische Ausbildung für mich ein Vorteil war. Ich hatte in der Baubranche eher wenig Erfahrung, habe aber dadurch die Chance erhalten, viele Bereiche und Mitarbeiter kennenzulernen, wodurch ich nun auch sämtliche wichtigen Ansprechpartner kenne“, erzählt Verkaufsberater Philip Wolf. „Das Großartige meiner internen Fortbildung war, dass sie individuell an meine Bedürfnisse angepasst wurde. Ich hatte die Möglichkeit, mein Wissen in einzelnen Bereichen zu vertiefen, wenn ich der Meinung war, dies wäre wichtig für mich. Ich kann jedem eine Bewerbung bei Rubner nur empfehlen!“
info Über die Rubner Gruppe Rubner Holzbau und Rubner Haus sind Teil der Rubner Gruppe. Das Familienunternehmen in dritter Generation deckt mit 1.300 Mitarbeitern in den Geschäftsfeldern Holzindustrie, Ingenieurholzbau, Objektbau, Holzhausbau und Holztüren vom Rohmaterial aus dem eigenen Wald bis zum fertigen Objekt alle Prozesse und Arbeitsschritte einer europaweit einzigartigen und lückenlosen vertikalen Wertschöpfungskette ab – vom Sägewerk für Leimbinderlamellen über Dreischichtplatten, Brettschichtholz, Fenster- und Türenproduktionen, Ein- und Mehrfamilienhäuser bis hin zu Hoch- und Industriebauten sowie schlüsselfertigen Komplettlösungen.
Rubner Holding AG Handwerkerzone 2 39030 Kiens T: +39 0474 563777 job@rubner.com www.rubner.com
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PROGRESS GROUP
Top Jobs
Wertvolle Erfahrungen beim Praktikum
Extra
Seit beinahe 20 Jahren bietet die PROGRESS GROUP jungen Interessierten die Möglichkeit eines Betriebspraktikums. Schüler und Studenten sammeln Erfahrungen in den Bereichen Maschinenbau, Softwareentwicklung und Betonfertigteilproduktion. Auch heuer absolvieren wieder 23 Nachwuchstalente ihr mehrwöchiges Praktikum bei den Brixner Unternehmen des Weltmarktführers.
Beim Zeichnen von Maschinen und Bauteilen, in der Elektrotechnik, bei der Softwareentwicklung, der Fertigung und in der Verwaltung können die jungen Praktikanten ihr schulisches oder universitäres Wissen gleich praktisch umsetzen. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, dass sie eigenständig mitarbeiten und die verschiedenen Berufsbilder umfassend kennenlernen. Während die Praktikanten vom Wissen der erfahrenen Spezialisten profitieren, kommt den langjährigen Mitarbeitern der frische Wind zugute, der durch neue Ideen ins Unternehmen gebracht wird.
Praktika-Erfahrungen bei PROGRESS GROUP. Einer der dies-
jährigen Praktikanten ist der
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21-jährige Architekturstudent Alex Kerschbaumer: „Ich wurde sofort als vollwertiger Kollege integriert und bekomme viele Einblicke, wie die Firma als Ganzes funktioniert.“ Der Sterzinger arbeitet als technischer Zeichner und absolviert bereits zum dritten Mal sein Praktikum bei der PROGRESS GROUP. Dabei kümmert er sich vor allem um Detailzeichnungen für Thermowände und Doppelwände. Der 17-jährige Schüler der Informatik Lucas Peretto wird nächstes Jahr die 4. Klasse der Technologischen Fachoberschule Max Valier in Bozen besuchen. Zurzeit kümmert er sich vor allem um Software-Updates und schnuppert in den IT-Bereich. „Ich schätze ganz besonders das gute Arbeitsklima, ebenso wie die
vielfältigen Aufgabenstellungen.“ Nach einem Studium kann er sich gut vorstellen, Teil des ProgressGroup-Teams zu werden. Im Maschinenbau arbeitet derzeit der angehende Wirtschaftsingenieur Manuel Deltedesco. Der 24-jährige Brixner hat bereits Erfahrung in verschiedenen Arbeitsbereichen. Nun hat er sich bewusst für ein Praktikum in der mechanischen Produktion entschieden, um sich ein breiteres Wissen anzueignen. „Mir gefällt die spannende und abwechslungsreiche Arbeit in der Produktionshalle, aber auch im Büro“, so Deltedesco.
Praktikum als Chance nutzen. Ein Praktikum bei der PROGRESS GROUP ist ganzjährig möglich. Junge und motivierte Menschen
info PROGRESS GROUP Branchen: Maschinenbau, Softwareentwicklung und Betonfertigteilproduktion Unternehmensgruppe: Standorte in Brixen (Hauptsitz), Udine (I), Eilenburg (D), Frankfurt (D), Houthalen (B), Winnipeg (CA), Kuala Lumpur (MY), Qingdao (CN) Mitarbeiter: ca. 600
erhalten dabei eine Orientierungshilfe für den beruflichen Werdegang und sammeln wertvolle Erfahrungen in einer aufstrebenden Branche.
VON BRIXEN AUS IN DIE
GANZE WELT Die PROGRESS GROUP ist Technologieführer im
Unser Team ist technologiebegeistert, lebt
Maschinen- und Anlagenbau für die Betonfertig-
Innovationen und setzt Spitzenlösungen um –
teilindustrie. Vom Hauptsitz in Brixen aus werden
werde auch Du ein Teil davon!
weltweit Projekte verwirklicht und Kunden betreut.
Weiterführende Infos und Bewerbungen unter:
www.progress-group.info
BRANDNAMIC
Schneller, höher, weiter! Wer nicht auffällt, ist out. Dies gilt heute mehr denn je. Im digitalen Zeitalter ist die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen geringer als jene eines Goldfischs. Wie es dennoch gelingt, Marketingkonzepte zu entwickeln, die auffallen und begeistern, wissen die Marketingexperten von Brandnamic. Unzählige Kommunikationskanäle, on- und offline, beanspruchen die Aufmerksamkeit der Konsumenten – allen voran das stets griffbereite Smartphone. Dass die konstante Reizüberflutung ihren Tribut fordert, beweist die „Goldfisch-Studie“ von Microsoft Kanada aus dem Jahr 2015. In der Studie wurde festgestellt, dass durch den „digitalen Lebensstil“ die Aufmerksamkeit beeinträchtigt wird und die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne des Menschen nur noch bei acht Sekunden liegt – im Gegensatz zu den neun Sekunden von Goldfischen. Als Schlussfolgerung lässt sich daraus für ein erfolgreiches Mar-
Extra
Top Jobs
Ideen, die begeistern keting ableiten: Es gilt aufzufallen, zu begeistern, zu überzeugen.
Freiraum für kreative Teamplayer. Erfolgreiches Marketing
lässt sich am besten in einem Arbeitsumfeld entwickeln, das Freiraum für Ideen und den Gedankenaustausch im Team bietet. In der Brixner Marketingagentur Brandnamic wird der Kreativität im Team viel Platz gelassen. Zu Beginn eines jeden neuen Projekts kommen Texter und Mediendesigner im Kreativmeeting zusammen: Brainstorming, Ideen sammeln, Assoziationen herstellen. Alles ist erlaubt, nichts ist falsch. Jeder darf
um die Ecke denken, ungewöhnliche Verbindungen herstellen und Neues erschaffen. Vom ersten Gedankenblitz bis zum fertigen Produkt arbeiten Texter und Mediendesigner Hand in Hand. Der Texter entwickelt griffige Slogans, argumentiert gekonnt und fesselt mit Storytelling. Der Mediendesigner sorgt für die optische Präsentation, ordnet Elemente und setzt Akzente. Beide verfügen über sprachliches und ästhetisches Feingefühl und Flexibilität und wissen, wie sie diese Qualitäten vereinen. Anpassen, Feilen und Überarbeiten gehören zur Tagesordnung. Am Ende winkt ein
Hannes Gasser, Michael Oberhofer und Matthias Prader sind Inhaber und Geschäftsführer der Marketingagentur Brandnamic Marketingprodukt, das nicht nur Goldfische fesselt, sondern Menschen aus aller Welt.
+ TEXTER/IN + MEDIENDESIGNER/IN job.brandnamic.com
Brandnamic GmbH Brandnamic Campus Pairdorf 79 A | 39042 Brixen www.brandnamic.com
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MADER GMBH
„Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Potenzial“ Wie sich die Unternehmensgruppe Mader heute präsentiert, warum sie optimistisch in die Zukunft blickt und worauf der Unternehmenserfolg zurückzuführen ist, verrät CHRISTOF SEIDNER, Personalleiter bei Mader, im Gespräch.
Herr Seidner, die Mader GmbH ist längst über einen reinen Installationsbetrieb hinausgewachsen. Wer ist die Mader GmbH heute? CHRISTOF SEIDNER: Der Installationsbetrieb für Heizung und Sanitär, den Peter Paul Mader vor über 32 Jahren gegründet hatte, hat sich mit den Tätigkeiten in den Bereichen Heizung und Sanitär, Elektro, Lüftung und Bau mittlerweile zu einem regelrechten Komplettanbieter rund um den Bau entwickelt. Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt? Der ehemalige Installationsbetrieb ist heute zu einer Unternehmensgruppe herangewachsen, die um die 200 Mitarbeiter beschäftigt. Der Hauptsitz der Mader GmbH befindet sich in Sterzing; Niederlassungen gibt es in Vahrn, Bruneck und Bozen. Mit ihren vier Standorten ist die Mader GmbH in fast allen Landesteilen präsent. Wie weit erstreckt sich das Einzugsgebiet der Unternehmensgruppe im Baubereich? Der größte Teil unserer Tätigkeiten konzentriert sich auf Südtirol, wobei wir uns außerdem über die Landesgrenzen in Richtung Norden und Süden bewegen. Die Unternehmensgruppe hat somit ideale Voraussetzungen geschaffen, um weiter zu wachsen. Suchen Sie dazu noch Mitarbeiter? Wir suchen ständig gute Mitarbeiter – egal, ob qualifizierte Fachkräfte, Quereinsteiger oder Lehrlinge. Wir haben viel vor und suchen zurzeit ganz besonders Lehrlinge in allen Bereichen.
Sie bilden also auch Lehrlinge aus? Wir setzen mit voller Überzeugung auf die Lehrlingsausbildung, weil es für unsere und für Südtirols Zukunft wichtig ist, junge Fachkräfte heranzubilden. Welche Voraussetzungen sollten potenzielle Kandidaten mitbringen? Die persönliche Qualifikation ist für uns zweitrangig. In erster Linie achten wir darauf, ob jemand arbeitswillig ist und auch Einsatzbereitschaft mitbringt. Alles andere lässt sich bei uns erlernen – dazu bieten wir die entsprechende Ausund Weiterbildung.
Eine unserer großen Stärken liegt in der Unternehmensführung. Diese prägt zum einen das familiäre Betriebsklima, das vom Kleinunternehmen bis heute erhalten geblieben ist. Zum anderen nimmt die Unternehmensführung eine wichtige Vorbildfunktion ein. Denn wir können von unseren Mitarbeitern nur das erwarten, was wir selbst täglich vorleben. Dazu haben wir im Unternehmen vier Werte definiert, die wir von der Unternehmensführung über alle Ebenen hinweg nach innen und nach außen leben: Pünktlich-
Wie schafft es die Mader GmbH mit 200 Mitarbeitern, die vielfach im Außeneinsatz sind, erfolgreich als ein Unternehmen zu agieren?
keit, Sauberkeit, Freundlichkeit und Flexibilität. Indem wir unsere Unternehmenswerte täglich leben, stellen wir Qualität sowohl am Arbeitsplatz als auch beim Kunden sicher. Dieser Qualitätsanspruch zeichnet uns aus und kommt bei Mitarbeitern und Kunden gleichermaßen sehr gut an.
Installiere deine Zukunft.
Sie sind neuer Personalleiter bei der Mader GmbH. Seit wann sind Sie für das Personalwesen verantwortlich, und welche Themen sind Ihnen besonders wichtig? Ich habe im Mai die Personalleitung übernommen. Da mit Herbert Gamper unser Geschäftsführer nächstes Jahr in Pension gehen wird, werden seine Verantwortungsbereiche auf neue Schultern verteilt. Ich bin seit 2016 im Unternehmen und habe seither verschiedene Stationen durchlaufen, die mich auf diese verantwortungsvolle Position optimal vorbereitet haben. Das Personalwesen liegt mir sehr am Herzen, denn unsere Mitarbeiter sind unser größtes Potenzial. Entsprechend investieren wir in unsere Mitarbeiter und bemühen uns, sie bestmöglich zu unterstützen und zu fördern.
Christof Seidner, der neue Personalleiter bei Mader GmbH
Imagefilm
job@mader.bz.it! mehr als installationen
Die Vielseitigkeit unseres Leistungsspektrums unterstreicht unseren geschäftlichen Erfolg. Für unseren Sitz in Sterzing suchen wir zum baldigen Eintritt eine/n
Mitarbeiter/in Marketingabteilung Deine Aufgaben •
Betreuung unserer Homepage und aller Social Media Plattformen, Fotos und Videos
•
Ausarbeitung von Konzepten
Wir bieten dir ein dynamisches Umfeld, in dem du dich persönlich und beruflich entfalten kannst. Die Beherrschung beider Landessprachen und Kenntnisse im Marketing setzen wir voraus. Schicke deinen Lebenslauf bitte an job@mader.bz.it!
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Impressum anderes, sodaß derselbe einen Schaden von mehr als 300 Lire hat. Dieselbe wird sich bei Gericht wegen dieser Handlung zu verantworten haben.
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Hildegard Antholzer (ha) Johanna Bernardi (jb) Irene Dejaco (ird) Sabine Dejakum (sde) Evi Hilpold (eh) Susanne Hutter (sh) Veronika Kerschbaumer (vk) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Sabine Peer (sp) Franziska Rude (fr) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende September 2019 Nächster Redaktionsschluss: 10. September 2019 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info
August 1919
Verschwundene Brieftaschen Mittwoch, 13. August 1919 Eine Frau machte in einem Geschäfte in Brixen Einkäufe und ließ hiebei einen Augenblick die Brieftasche auf dem Verkaufstische liegen. Wie verzaubert, war die Tasche mit einem nennenswerten Betrag verschwunden, und der Dieb konnte nicht entdeckt werden. Ein ähnliches Mißgeschick hatte ein Herr, der am Obstmarkt in Brixen etwas kaufte. Er hatte seine Brieftasche auf die Verkaufsbudel gelegt, da er in einer Tasche nach Kleingeld suchte. Hiebei vergaß er beim Fortgehen auf die Geldtasche, welche er niedergelegt hatte, und als er sie später holen wollte, war sie verschwunden, ohne daß jemand den Langfinger beobachtet hätte. Im ersten Falle erscheinen zwei Bauernmädchen verdächtig, während im zweiten Falle die Suche im Dunkeln ist. In der Brieftasche des Letzteren sollen mehr als 200 Lire vorhanden gewesen sein.
Schulbeginn in den Volksschulen Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 78
Sonntag, 10. August 1919 Freikurs für deutsche und ladinische Lehrer in Florenz. Vom Zivilkommissariat geht uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung folgende Mitteilung zu: Laut Telegramm des Generalkommissariats wird über Einschreiten der städtischen und Bezirksschulbehörden und entgegen den reisenden Gerüchten der Schulbeginn nach der üblichen
Städt. Dienstund Wohnungsvermittlung Freitag, 8. August 1919
Schulordnung stattfinden. Die Einschreibungen haben daher in allen Schulen zur normalen Zeit und unter den bisher beobachteten Vorschriften zu erfolgen. – Zugleich wird mitgeteilt, daß der schon lange angekündigte Freikurs in Florenz für deutsche und ladinische Lehrer am 19. August d. J. beginnen und am 11. September enden wird. Lehrer,
die sich dazu gemeldet, haben ihre Zustimmung möglichst rasch telegraphisch dem zuständigen Zivilkommissariate anzumelden. Sie erhalten in den Reisetagen ein Tagegeld von 10 Lire nebst Freifahrt 2. Klasse. In Florenz selbst sorgt die Regierung für ihre Unterbringung und Verköstigung. Die Teilnehmer am Kurse sind bis zum 11. September von Amtswegen beurlaubt. – Die Teilnehmer können sich bereits am 16. August nach Florenz begeben und beim Provveditorato studi, Via Martelli, melden. Eine gemeinsame Fahrt wird von Bozen aus am 15. August 3:50 Uhr nachmittags organisiert. Anmeldungen beim Schulinspektorat.
Eine unredliche Magd Mittwoch, 13. August 1919 Eine Magd stahl ihrem Dienstgeber in Brixen Leintücher, Wollwäsche, Eier und verschiedenes
Arbeitsangebote: Männer: Fütterer, Bauernknechte, Bau-, Möbel- und Maschintischler, Tischlerlehrling. Frauen: Feldmägde, Fütterin, Köchinnen, Küchenmädchen, Hausmädchen, Kindermädchen, Stubenmädchen, Mädchen für alles, Wirtschäfterin auf 1. September. Arbeitsgesuche: Männer: Bäcker, Buchhalter, Kanzleigehilfe,
Taglöhner. Frauen: Kellnerinnen, Kassierin, Verkäuferinnen, Köchinnen, Hausmädchen, tüchtige Wirtschäfterin, Kochenlernerin.
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
brandnamic.com | Foto: shutterstock.com
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