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Brixner 282 - Juli 2013

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Immobilien & Finanzen

Jahrgang 24 · Juli 2013

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

EXTRA

Ausstellung „Martin Rainer und Brixen“ in der Hofburg

Was bleibt PORTRAIT: Josef Kirchler, Hauptmann der Schützenkompanie Brixen BRIXEN: Besuch in der Übernachtungsstätte: Armut die man nicht sieht SPORTPLATZ MILLAND: Stadträtin Paula Bacher zum geplanten Fußballplatz UMWELT: Details zum Klimaplan Brixen, der vom Gemeinderat beschlossen wurde


Angebote gültig vom 25.07. bis 17.08.2013

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Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | Übernachtungsstätte: Armut, die man nicht sieht 08 | Magdalena Amhof: „Es war meine Entscheidung“ 12 | Anthony Kibira: „Ein Moment des Ankommens“ Menschen & Meinungen >>> 16 16 | Josef Kirchler: „Brixen hat mich immer fasziniert“ 21 | Pro & Contra 23 | Umfrage: Wie läuft der Sommerschlussverkauf? Kunst & Kultur >>> 24 24 | Ausstellung Martin Rainer: Was bleibt 26 | Buch: Der Orientalist 28 | Ausstellung: Kunst im Labyrinth der Franzensfeste Veranstaltungen 35 | Timer: August 2013

>>> 35

Freizeit & Sport 40 | SPORTZONE MILLAND: „Total ausgebucht“ 43 | Fußball: Frauen am Ball

>>> 40

Wirtschaft & Umwelt >>> 46 46 | Klimaplan: Klimastadt Brixen 50 | Natz-Schabs: Pflanzenschutz sorgt für Unbehagen 52 | Brixen: Das Ticken der Uhren Extra 57 | Immobilien & Finanzen

>>> 57

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Leser fragen – Politiker antworten „Herr Kompatscher, woran liegt eigentlich der Reiz, Landeshauptmann zu werden?“ – „Herr Leitner, wie stehen Sie zur Frühpension?“ – „Frau Amhof, welche Kompetenzen trauen Sie sich im Land zu?“ Es sind außergewöhnlich interessante Landtagswahlen, die in drei Monaten stattfinden, und dem entsprechend eröffnen sich auch interessante und spannende Fragen an die verschiedenen Kandidaten. Nun, dass der „Brixner“ vor Gemeinde- und Landtagswahlen die lokalen Kandidaten auf die Bühne des Forums holt und sie den Brixnern hautnah präsentiert, hat bereits seit vielen Jahren eine gewisse Tradition – und unsere Leser haben diese Gelegenheit zur Wahlentscheidungshilfe auch immer sehr zahlreich angenommen. Diesmal findet die Veranstaltung unter dem Motto „Brixner Leserforum“ statt: Keine vorgefertigten Kandidatenvorstellungen, sondern ausschließlich ein Frage-Antwort-Spiel zwischen Lesern und Politikern. Dazu benötigen wir Ihre Mitarbeit: Ich bitte Sie, uns in den kommenden Wochen jene Fragen zukommen zu lassen, die Sie den jeweiligen Politikern immer schon stellen wollten. Das „Brixner Leserforum“ findet am Mittwoch, 4. September, um 20 Uhr im großen Saal des Forums Brixen statt (Termin reservieren!!); an diesem Abend werde ich dann als Moderator Ihre in der Redaktion eingelangten Fragen den anwesenden Landtagskandidaten stellen. Am Abend selbst wird das Publikum dann auch die Gelegenheit bekommen, auf Aussagen der Kandidaten zu reagieren. Der Spitzenkandidat der SVP, Arno Kompatscher, hat seine Teilnahme bereits zugesagt; die Einladungen an die Eisacktaler Kandidaten der verschiedenen Parteien sind bereits auf dem Weg. Ob der Abend wirklich spannend wird, hängt von Ihnen ab, liebe Leser: Wir freuen uns auf Ihre Fragen! Senden Sie diese bitte jetzt an: leserforum@brixner.info.

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

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Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I-39042 Brixen


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft WARMER SCHLAFPLATZ IN DER KALTEN JAHRESZEIT: Die Übernachtungsstätte Brixen ist jeweils von Oktober bis Ende Mai geöffnet

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BESUCH IN DER ÜBERNACHTUNGSSTÄTTE BRIXEN

Armut, die man nicht sieht Sie sehen aus wie der Mann oder der Opa von nebenan, aber sie sind obdachlos. Sie tun alles, damit man es nicht merkt – und haben in ihrer schwierigen Lage Hilfe gefunden: in der Übernachtungsstätte für Obdachlose in Brixen.

E

s ist ein Mittwochvormittag – einer wie viele andere. Er sitzt auf einer Parkbank, sein Fahrrad lehnt an einer Hecke hinter ihm. Gelassen beobachtet er kinderwagenschiebende Mütter, hastig eilende Geschäftsmänner, das eine und andere Kleinkind, das an der Hand der Großmutter zerrt. „Es ist schon irgendwie verdreht“, sagt der Eisacktaler mit leicht gedankenverlorenem Blick, „wir haben alle 24 Stunden pro Tag. Für die einen sind sie sehr kurz, für mich oft sehr lang.“ Martin (*) weiß, wovon er spricht, denn er hat so gut wie alles verloren, außer etwas, das er in Überfluss hat: Zeit. Er ist ein Mann, den man als gestrandet definieren kann, am Rand der Gesellschaft lebend oder durch das soziale Netz gefallen. Und doch: Sein gepflegtes Äußeres und die ruhige, zufriedene Ausstrahlung lassen nicht darauf schließen. „Ich hatte trotz allem Glück, denn die Leute der Übernachtungsstätte haben mir sehr geholfen.“

Notunterkunft für obdachlose Männer. Mit „Übernachtungsstätte“ meint der 55-Jährige jene niederschwellige Einrichtung der Bezirksgemeinschaft Eisacktal, die vorübergehend obdachlosen Männern eine Notunterkunft bietet. Diese Einrichtung leitet Josef Schwarz, Mitarbeiter des Sozialsprengels Brixen. Er koordiniert die 21 Freiwilligen, zehn davon auf Honorarbasis, die für den reibungslosen Ablauf verantwortlich sind. „Die Übernachtungsstätte bietet einen warmen Schlafplatz in der kalten Jahreszeit“, umschreibt er mit großen Gesten die Zielsetzung.

Seit elf Jahren hat Schwarz diese Aufgabe inne und kann auf eine durchaus bewegte und bewegende Geschichte zurückblicken: „Ursprünglich führte der Vinzenzverein einen Schlafcontainer, bevor die Führung 2002 an die Sozialdienste übergeben wurde, die die Infrastrukturen der Gemeinde nutzen durfte.“ Auf die schwierige Anfangszeit in der Dantestraße folgten drei

wohl in der Psychiatrie gelandet, hätte mir der Josef nicht eine eigene Wohnung besorgt.“ Auf so engem Raum ohne Privatsphäre mit oft wildfremden Menschen zu schlafen, die schnarchen, oft stinken und sonstwelche Eigenheiten haben, sei mitunter alles andere als einfach. „Das Angebot der Übernachtungsstätte ist an volljährige Personen aus dem Einzugsgebiet der Bezirks-

sind Eingliederungsprojekte und arbeitsmäßige Hilfestellungen vorgesehen.“ Für Martin bedeutete dies unter anderem, das erste Mal seit langem wieder einen eigenen Wohnungsschlüssel zu besitzen.

Schwierige Rückkehr ins „normale“ Leben. Eine eigene Wohnung – ein Grundrecht der Europäischen Menschenrechtskonvention – ist dabei für viele in

„Dieser Moment, an dem du dich auf der Straße findest, der kommt schleichend und doch überraschend schnell“_ Francesco (*), Bozen Umzüge, bis die Übernachtungsstätte 2012 in die neu errichteten Räumlichkeiten des Sozial- und Gesundheitssprengels in der Romstraße ihren definitiven Standort gefunden hat. „Dort stehen zwei Zimmer mit jeweils vier und ein Zimmer mit zwei Schlafplätzen zur Verfügung, ein Aufenthaltsraum, ein Büro und zwei Bäder“, erklärt Schwarz. „Wir können somit acht ‚normale’ Schlafplätze anbieten, denn zwei dienen für Notfälle, auf die vor allem das Krankenhaus und die Ordnungskräfte im Bedarfsfall zurückgreifen können.“ Martin hat alle Umzüge miterlebt, er kennt die Struktur und deren Mitarbeiter: „Die Leute sind wirklich hilfsbereit und nett.“ Sein breites Lachen zeigt nur mehr vereinzelte Zähne – das einzige Indiz, das auf mangelndes Einkommen schließen lässt. „Doch kam ich nervlich mit der Situation nicht mehr zurecht. Ich wäre

gemeinschaft gerichtet“, erklärt Josef Schwarz. „Martin ist einer davon. Für sie gelten zum einen keine zeitlichen Beschränkungen der Aufenthaltsdauer, zum anderen

Notsituationen geratene Menschen nicht mehr leistbar. Das weiß auch Josef Schwarz: „Wer keine Eigentumswohnung hat und in eine soziale und finanzielle Schieflage

info Eckdaten der Übernachtungsstätte Die Übernachtungsstätte ist eine niederschwellige Einrichtung der Bezirksgemeinschaft Eisacktal für Männer, die vorübergehend ohne Unterkunft oder von Obdachlosigkeit betroffen sind. Sie hat von Anfang Oktober bis Ende Mai geöffnet und bietet volljährigen Männern ohne Obdach acht warme Schlafplätze in der kalten Jahreszeit. Die Zahl der Übernachtungen ist von 596 im Jahr 2003/2004 auf knapp 2.000 im Jahr 2012/13 angestiegen, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt zwischen 25 und 40 Übernachtungen, pro Monat werden im Schnitt 200 Übernachtungen gezählt. Im Zehnjahreszeitraum haben über 450 Männer diese Dienstleistung in Anspruch genommen; der jüngste war 18 Jahre, der älteste 82 Jahre alt. Die Übernachtungsstätte sucht laufend Freiwillige, die in der Struktur mitarbeiten möchten. Informationen erteilt Josef Schwarz vom Sozialsprengel Brixen unter der Telefonnummer 0472 270451. 5


Politik & Gesellschaft

der engsten Angehörigen, psychische Probleme oder familiäre Trennungen, die für sich allein genommen schon sehr schwierig sind. Oft bedingt das Eine das Andere, und die Abwärtsspirale beginnt.“ Die Übernachtungsstätte nimmt neben Einheimischen aus dem Einzugsgebiet der Bezirksgemeinschaft bei Verfügbarkeit auch andere obdachlose Männer vorübergehend auf. „Der einzige Unterschied besteht darin, dass Männer, die nicht aus dem Einzugsgebiet kommen, nur kurz- bis mittelfristig ein Obdach finden.“ Dass dieses Obdach auch in Anspruch genommen und sehr rege genutzt wird, das zeigen die von Schwarz fein säuberlich geführten Statistiken.

Josef Schwarz (rechts) leitet die Übernachtungsstätte Brixen; links Mitarbeiter Bruno Vivaldo

Steigender Bedarf. An 243 geöff-

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gerät, der hat es in Südtirol mit seinen zum Teil unverschämt hohen Mieten schwer, sich ein Dach über dem Kopf selbst zu finanzieren.“ Sobald die Leute dann in die Übernachtungsstätte kommen, sind sie oft in einer ausweglosen Situation. „Es ist eine Südtiroler Eigenheit, sich erst dann hilfesuchend an die entsprechenden Stellen zu wenden, wenn die Leute nicht mehr ein noch aus wissen. Diese Hemmschwelle besteht – leider“, sagt Schwarz mit leicht belegter Stimme: „Aber wer ein Mindestmaß an gutem Willen und einen Hauch Eigenverantwortung besitzt, dem helfen wir bestmöglich weiter und unterstützen auch in der sozialen Wiedereingliederung.“ Doch ist die Re-Integration in die Gesellschaft alles andere als einfach. Das weiß auch Martin. Der 55-jährige Eisacktaler bezieht keine Pension, hat kein Taschengeld, keine nahen Verwandten, keine spezialisierte Berufsausbildung, keinen Job – und er lebt von Essen und Bekleidung der Caritas. „In einer solchen Situation ist es nahezu unmöglich, eine Arbeit zu finden“, resigniert er,

Alkoholprävention in Südtirol

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„zudem bin ich als Mittfünfziger für viele schon zu alt und nicht mehr vermittelbar.“ So setzt er sich in die Bars der Stadt, versucht dort, den einen oder anderen Sozialkontakt zu erhaschen, und schlägt die Zeit tot. Josef Schwarz weiß um diese Problematik: „In den Dörfern sieht man solche Männer kaum, sie ziehen der Anonymität wegen und weil sie sich schämen in die Stadt. Dort finden sie kaum sozialen Anschluss, werden zu Einzelgängern und hängen herum.“ Denn die Übernachtungsstätte ist kein Ort, an dem sich die Obdachlosen untertags aufhalten dürfen. Um 8:30 Uhr müssen sie die Einrichtung verlassen, um 18:30 Uhr öffnet sie erst wieder, und ab 22 Uhr bekommt man wegen der Schlafenszeit keinen Einlass mehr. „Wir haben eine strikte Hausordnung, an die sich die Gäste halten müssen“, erklärt Schwarz, „ansonsten müssen wir sie verschicken.“ Einige davon sind etwa das strikte Alkohol- und Rauchverbot, eine gewisse Selbstständigkeit und Gesundheit, ein Minimum an persönlicher Hygiene und Sauberkeit sowie sozialer Kontaktfähigkeit und Toleranz. Die Personalien der Männer werden beim ersten Besuch erfasst und an die Behörden weitergeleitet. „Für Gäste, die nicht aus dem Eisacktal kommen, ist eine erste Aufnahme von 15 Tagen möglich, die maximal auf einen Monat verlängert werden kann“, so der Koordinator, „denn wir verstehen uns als Einrichtung, die aufgrund von Notsituationen tätig ist und nicht einen Obdachlosen-

tourismus unterstützen möchte.“ Auch deshalb seien die acht zur Verfügung stehenden Betten vollkommen ausreichend.

Schleichend-schneller Weg auf die Straße. Eines dieser Betten

belegte auch Francesco (*). Der über 70-jährige Bozner setzt sich neben Martin auf die Parkbank, um kurz zu verschnaufen. Seine Lebensgeschichte ist anderen sehr ähnlich: Nach einer Herzoperation verlor er seinen Arbeitsplatz, bezieht jetzt eine Minipension, die zum Überleben nicht reicht. Die Kinder sind aus dem Haus, gehen ihre eigenen Wege. So kam das eine zum anderen, und irgendwann fand er sich auf der Straße wieder. Von einer Unterkunft zog er zur nächsten, bis er schließlich in Brixen ankam. „Die Übernachtungsstätte hier ist wirklich gut eingerichtet und sauber, die Leute zuvorkommend.“ Er lässt den Blick schweifen, schwelgt in Erinnerungen und sagt schließlich mit etwas wehmütiger Stimme: „Wissen Sie, der Mensch gewöhnt sich an Vieles, er ist ein Gewohnheitstier.“ Sein Tagesablauf sei mehr oder minder immer derselbe. Er spaziert viel, macht Ausflüge, ab und zu fährt er auch nach Bozen, um Bekannte aus seinem früheren Leben zu besuchen. „Dieser Moment, an dem du nicht mehr weiter weißt und dich auf der Straße findest, der kommt schleichend und doch überraschend schnell.“ Das weiß auch der Koordinator der Übernachtungsstätte: „Meist sind es Suchtprobleme, der Verlust des Arbeitsplatzes oder

neten Tagen von Anfang Oktober 2012 bis Ende Mai 2013 wurden knapp 2.000 Übernachtungen gezählt. Dem entsprechen durchschnittlich acht Übernachtungen pro Abend – und damit Vollbelegung. Ernüchternd ist auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 41 Übernachtungen je „Gast“, wie die Obdachlosen von Schwarz respektvoll genannt werden. Ein Vergleich mit den Daten der Vorjahre ist ernüchternd und erschreckend zugleich: Es sind nicht nur die Übernachtungen um rund 15 Prozent gestiegen, auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sowie die Vollbelegung der acht normalen und der zwei Notbetten hat zugenommen. Lediglich die Anzahl der aufgenommenen Personen ist von 66 im Vorjahreszeitraum auf 48 im Jahr 2012/13 gesunken. Daraus lässt sich schließen, dass immer mehr Gäste die Struktur längerfristig nutzen. In der Tat galt für einen Mann aus dem Einzugsgebiet keine Aufenthaltsbeschränkung, zwei Männer übernachteten über 200 Mal, vier über 100 Mal. „Es sind vor allem Männer mittleren Alters um die 40 Jahre, die unsere Einrichtung aufsuchen“, weiß Schwarz, „sie alle haben eine oft traurige Geschichte zu erzählen und einen langen Weg hinter sich, bis sie zu uns kommen. Das gilt vor allem und im Speziellen für die Wirtschaftsflüchtlinge.“ Wie schwierig es als solcher ist, Fuß zu fassen, hat Achmed (*) am eigenen Leib erfahren. Der 45-jährige Tunesier zählt zu jenen 28 Personen aus dem Nicht-EU-Raum, die das Angebot der Übernachtungsstätte 2012/13 nutzen. Er lebt seit dreizehn Jahren in Brixen und ist nach der


Zwei Zimmer mit vier und ein Zimmer mit zwei Schlafplätzen stehen zur Verfügung

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sommerlichen Schließung der Übernachtungsstätte Ende Mai in das Haus der Solidarität in Milland umgezogen. Damit hat er zwar ein Dach über dem Kopf, doch ruhig schlafen lässt ihn das nicht. Es sind vor allem die fehlenden gültigen Dokumente, die ihm Kopfzerbrechen bereiten. Denn ohne festen Wohnsitz sind diese zeitlich befristet, und ohne längerfristige Aufenthaltsgenehmigung findet er auch keinen festen Arbeitsplatz. „Aus diesem Kreislauf auszubrechen ist fast unmöglich“, sagt er verzweifelt, „ich habe für wenige Stunden in der Woche zwar eine Beschäftigung, doch das Geld reicht nicht zum Leben und auch nicht zum Überleben.“

Netzwerkarbeit ist notwendig. Solche Situationen sind kein Einzelfall, das weiß auch Schwarz: „Wir sind bemüht, den Leuten weiterzuhelfen – insofern sie es überhaupt wollen. Wir sind mit den anderen sozialen Einrichtungen wie dem Vinzenzverein, der Caritas und dem Haus der Solidarität gut vernetzt.“ So werden Frauen beispielsweise an das Haus der Solidarität vermittelt, der Vinzenzverein übernimmt die Kosten für notwendige Medikamente, das „Haus Hueber“ der Caritas bietet eine Gratismensa an. Und doch gibt es sie, jene Obdachlose, die das Leben unter der Brücke, in einem verwahrlosten und heruntergekommenen Haus oder einer Tiefgarage – kurz: auf der Straße – bevorzugen. „Wenn sich die Leute nicht helfen lassen wollen, dann ist auch diese Entscheidung zu respektieren“, sagt Schwarz mit einer Bestimmtheit, die auf seine jahrelange Erfahrung schließen lässt. Für Martin ist dabei die ärztliche Grundversorgung besonders wichtig: „Doktor Walter Niederstätter kommt einmal pro Woche in die Übernachtungsstätte. Das ist

schon toll.“ Der Amtsarzt ist neben einigen Pensionisten, einem Privatbankier, einem Rechtsanwalt, einem leitenden und mehreren Angestellten aus dem privaten Dienstleistungssektor einer der freiwilligen Mitarbeiter. Sie versehen die Anmeldungen der Gäste der Übernachtungsstätte, sind über die Nacht in Bereitschaft und sorgen dafür, dass die Nachtruhe in der Einrichtung nicht gestört wird. Mit 814 Stunden leisten diese Freiwilligen rund ein Viertel der gesamten Stundenanzahl. Mittlerweile läuten die Glocken des Brixner Doms die Mittagszeit ein – Zeit für Martin und Francesco, Abschied zu nehmen. Sie kennen sich, grüßen sich, und gehen doch ihre eigenen, getrennten Wege. Der eine wird den Nachmittag in einer Bar verbringen, der andere hat einen langen Spaziergang eingeplant. Sie wirken trotz ihrer Situation eigentlich glücklich, zufrieden, im Reinen mit sich und der Welt. Sie haben, wie sie es nennen, „erkannt, was wirklich wichtig ist und im Leben zählt.“ Besitz gehört für sie nicht dazu. Nach außen merkt man ihnen nichts an, sie sind wie der nette Nachbar oder der fürsorgliche Opa von nebenan. Nur wenn man neben ihnen hergeht, sich ihrem Gang anpasst, so merkt man, dass man es mit Menschen zu tun hat, die es nicht eilig haben. Francesco verabschiedet sich, winkt und sagt mit einem Lächeln auf den Lippen: „Chi si ferma, è perduto. In ogni senso.“ Er dreht sich ab und geht – in einen Nachmittag wie jeder andere. * Namen von der Redaktion geändert

carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 7


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

„Es war meine Entscheidung“ Die Umverteilung des Bereichs Urbanistik von Stadträtin Magdalena Amhof an Bürgermeister Albert Pürgstaller hat verschiedenste Reaktionen hervorgerufen. Was Magdalena Amhof zu den Vorwürfen sagt, welche Schwierigkeiten die Urbanistik mit sich bringt – und warum sie für den Landtag kandidiert.

Frau Amhof, Ende Juni hat Bürgermeister Albert Pürgstaller die Kompetenzen der Stadträte neu verteilt: Er übernahm dabei von Ihnen die Urbanistik, im Gegenzug bekamen Sie die deutsche und ladinische Kultur. Warum erfolgte diese Umverteilung zu Beginn der zweiten Hälfte der laufenden Legislatur und nur wenige Monate vor den Landtagswahlen? MAGDALENA AMHOF: Die Kompetenzen wären nie umverteilt worden, wenn nicht durch das Stimmverhalten der Grünen Bürgerliste im Gemeinderat die Volksabstimmung über die PloseSeilbahn abgelehnt worden wäre. Daraufhin hat der Bürgermeister eine Kompetenzverteilung im Stadtrat angekündigt. Für mich war dies die Möglichkeit, die Urbanistik abzugeben – und dies nicht, weil mir dieser Bereich

nicht gefallen würde oder ich mir diesen nicht zutraue. Ich glaube, ich habe in den vergangenen Jahren gut gearbeitet, habe alle Antragsteller gleich behandelt, war immer sehr transparent und ehrlich. Die Urbanistik bietet jedoch eine ungeheure Angriffsfläche – und ich war drei Jahre lang Ziel von Angriffen, so wie jeder andere Brixner UrbanistikStadtrat vorher auch. Mit dieser Last in den Landtagswahlkampf zu gehen erschien mir äußerst schwierig, und daher kam meine Bitte an den Bürgermeister, die Kompetenzbereiche zu tauschen. War dies nun eine freiwillige Entscheidung Ihrerseits oder ein unfreiwilliger Entzug von Kompetenzen? Es war definitiv kein KompetenzEntzug: Der Bürgermeister hat mir die Urbanistik nicht entzogen,

weil er diesbezüglich unter Druck gesetzt worden wäre oder mich für nicht kompetent genug gehalten hätte. Es war einzig und allein meine Entscheidung. Wir haben die Umverteilung dann im Stadtrat und in den Mehrheitsparteien durchdiskutiert, und daraufhin wurde sie umgesetzt.

Ich möchte vorausschicken, dass diese Vorwürfe sehr verletzend sind. Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern habe ich mich unglaublich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt: Bauamts-

leiter Manuel Pastore hat sich sehr viel Zeit genommen, mir die Thematik genauestens zu erklären. Ich habe dann immer Entscheidungen getroffen, bei denen wir eine gewisse Rechtssicherheit hatten, zudem im Sinne der Bürger – das war uns immer der wichtigste Ansatz. Dass mir jetzt Unfähigkeit vorgeworfen wird, finde ich einen Angriff unter der Gürtellinie. Diese scheinbare Unfähigkeit müsste mir erst einmal bewiesen werden, und das ist nicht möglich, weil es sie nicht gibt: Wir haben ein Bauamt, das hervorragend arbeitet, und ich bin die politisch Verantwortliche dafür; alles andere liegt nicht in meiner Macht. Alle Akten sind sauber geführt und rechtlich in Ordnung. Was SVP-intern passiert ist, haben wir inzwischen ausdiskutiert. Was sich der Koalitionspartner PD mit seiner Presseaussendung geleistet hat, finde

zukünftig für die geplante Verlegung der Tennisplätze zuständig sein, genauso wie für die Neukonzeption und die Führung der „Sportzone Süd“, letzteres in enger Zusammenarbeit mit Stadtrat Claudio Del Piero. Als Fürsorgestadträtin wird sie in Zukunft das Projekt „Neue Lebensformen für Senioren“ begleiten und für den sozialen Wohnbau verantwortlich zeichnen. Außerdem ist sie für die Umsetzung des Projekts „Hofburggarten Brixen“ zuständig. Stadtrat Peter Brunner wurde die Verantwortung über die Zukunft der Zone Priel übertragen, wobei er im Bezug auf die Sportinfrastrukturen mit der Sportstadträtin Bacher und im Bezug auf die Musikschule mit dem Amt für Schule und Kultur zusammenarbeitet. Zudem wird er Bürgermeister Pürgstaller bei der operativen Umsetzung des Projekts

„Seilbahn Brixen-St. Andrä“ zur Seite stehen. Stadtrat Werner Prosch ist ab sofort hauptverantwortlich für die Vermögensverwaltung in den Fraktionen. Zudem übernimmt er federführend den urbanistischen Landschaftsschutz. Stadträtin Elda Letrari erhält die operative Zuständigkeit für das Projekt „Flussraum Mittleres Eisacktal“. In Fragen der Mobilität müssen verkehrsvermindernde Maßnahmen mit dem zuständigen Stadtrat Pedron abgeklärt werden; Maßnahmen zur Aufwertung des Freizeitparks Lido erfolgen gemeinsam mit Stadträtin Bacher, sofern dort in Zukunft Sportinfrastrukturen geplant werden. Projekte im Bereich Migration/Integration werden in Zusammenarbeit mit Gemeinderat Ingo Dejaco geplant und umgesetzt.

Die Umverteilung hat die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen, sei es von SVP-Gemeinderäten wie vom Koalitionspartner PD und den Oppositionsparteien. Unter anderem wurde Ihnen Unfähigkeit vorgeworfen. Wie schätzen Sie Ihre Arbeit selbst ein?

info Neue Kompetenzen der Brixner Stadträte Zu Beginn der zweiten Hälfte der laufenden Legislaturperiode hat Bürgermeister Albert Pürgstaller die Kompetenzen der Brixner Stadträte neu verteilt. Der Bürgermeister übernimmt von Magdalena Amhof die Urbanistik und den geförderten Wohnbau und sitzt damit der Baukommission vor. Stadträtin Amhof erhält dafür die deutsche und ladinische Kulturarbeit und die Bildungsausschüsse. Außerdem wird sie die Umsetzung der Vertragsurbanistik betreffend der Unterbringung des „Haus der Solidarität“ zu Ende führen und für das Raumprogramm und die Finanzierungsplanung für die deutschsprachige Musikschule Brixen zuständig sein. Finanz- und Vermögensstadtrat Claudio Del Piero übernimmt zu seinen bisherigen 8

Aufgaben die Neukonzeption der Eishalle und die Verantwortung für jene Vereine, die die Eishalle nutzen. Außerdem kümmert er sich um die Führung des Schlachthofes Brixen. Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron wird federführend mit zwei großen Infrastrukturprojekten betraut: zum einen die Verhandlungen über die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel und zum anderen die Verhandlungen mit dem Stromnetzbetreiber Terna und dem Betreiber des Eisenbahnschienennetzes RFI über die Verlegung der Hochspannungsleitungen von der Brixner Talsohle ins Mittelgebirge. Bei deren operativen Umsetzung wird er von den Stadträten Werner Prosch und Peter Brunner begleitet. Die Zuständigkeiten von Stadträtin Paula Bacher werden ergänzt: Als Sportstadträtin wird sie


Foto: Oskar Zingerle

ich zutiefst unloyal und unfair einem politischen Partner gegenüber. Für mich bedeutet dies einen großen Vertrauensverlust; man sollte sich schon die Frage stellen, ob der PD weiterhin als Koalitionspartner für die Brixner SVP in Frage kommt.

„Die politische Arbeit geht an die Substanz; hin und wieder kommt da schon der Gedanke auf, das Handtuch zu werfen“_ Magdalena Amhof

Die Urbanistik war von Anfang an nicht Ihr Wunschkind. Wieso wurde diese Zuständigkeit zu Beginn der Legislatur trotzdem Ihnen übertragen? Der Bürgermeister konnte die aufwändige Urbanistik, die er zu diesem Zeitpunkt überhatte, aus zeitlichen Gründen nicht weiterführen, betreute aber weiterhin die Erstellung des Bauleitplanes, während ich die tagtäglichen Urbanistiktätigkeiten übernahm. Die Wahl fiel dabei wohl auf mich, weil ich in diesem Bereich komplett unbelastet bin und weder privat noch beruflich mit dem Baugewerbe zu tun habe. Sie sprachen davon, dass die Urbanistik stets breite Angriffsfläche bietet. Welche konkreten Probleme ergaben sich? Die Urbanistik behandelt vorwiegend das private Bauen. Wenn etwas gebaut wird, werden Nachbarn davon beeinflusst: Einer hat nicht mehr die Aussicht auf die Stadt, der andere hat keine grüne Wiese mehr vor sich, wieder jemand anders kriegt etwas mehr Schatten, weil das Nachbarhaus erhöht wird – und allein diese Details bieten unglaublich viel Angriffsfläche. Zweitens lässt das Urbanistikgesetz sehr viel Interpretationsspielraum. Dadurch kommt es in jenen Fällen, wo ein gewisser Rechtsspielraum gegeben ist, immer wieder zu Rekursen. In der Gemeinde

haben wir in den letzten drei Jahren in jenen Bereichen, wo es Spielraum gab, eigene Interpretationen im gesetzlichen

Rahmen geschaffen, beispielsweise bei der Kubaturberechnung der Dachböden oder bei der Berechnung der Gebäudehöhe. In

der Baukommission haben wir aufgrund dieser Grundlagen entschieden und alle Gesuchsteller gleich behandelt. Da ergeben sich

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Politik & Gesellschaft

natürlich Schwierigkeiten: Investoren würden eine andere Art der Kubaturberechnung bevorzugen, damit für ihnen mehr herausschaut; der Nachbar hingegen will bei der Gebäudehöhe eine andere Interpretation, damit diese niedriger bleibt. Wir haben uns davon aber nicht beeinflussen lassen und sind immer denselben Weg gegangen. Gab es Vorfälle, von denen Sie heute sagen, Sie waren überfordert oder hätten anders handeln müssen? Im Fall der Spielhalle in der PeterMayr-Straße und der diesbezüglichen Abänderung der Zweckbestimmung hätte ich sicher früher die Ratsfraktion informieren und einbinden sollen – das ist der Vorwurf, den ich mir gefallen lassen muss. Wir haben diesen Fall in der Baukommission behandelt, abgehakt, und für mich war das dann ein Pflichtakt. Die Vermutung, dass eine Spielhalle kommt, war da, und wir haben in der Baukonzession auch angemerkt, dass in einer sensiblen Zone keine Lizenzen für eine

Spielhalle vergeben werden können. Nichtsdestotrotz haben wir die Konzession von Handel in Dienstleistung umwandeln müssen – da gab es gar keine andere Möglichkeit. Größere Schwierigkeiten in der Urbanistik hatte ich sonst nicht, denn eines ist klar: Man muss in diesem Bereich eine gerade Linie fahren, sonst geht

Gufler hat gemutmaßt, dass die Kritik auch deswegen kommt, weil Sie dem sozialen Flügel in der SVP angehören. Spielte dies aus Ihrer Sicht eine Rolle? Ich möchte jetzt nicht der Brixner Wirtschaft diesen Vorwurf machen. Die SVP-Wirtschaftsvertreter als gesamte Gruppierung

„Man sollte sich die Frage stellen, ob der PD weiterhin als Koalitionspartner für die Brixner SVP in Frage kommt“_ Magdalena Amhof, SVP-Stadträtin man unweigerlich unter. Und man kann es nicht allen recht machen. Selbst wenn mir persönlich ein Projekt nicht gefällt, darf dies keine Rolle spielen: Wenn der Bauherr das Baurecht und die Kubatur dazu hat, steht ihm der Bau zu, das ist sein verbrieftes Recht. Und das ist auch gut so. Die SVP-Arbeitnehmer haben sich nach den Vorwürfen hinter Sie gestellt, und der SVP-Arbeitnehmer-Vorsitzende Christoph

haben sich nie negativ über meine Führung des Urbanistikamtes geäußert. Ich kann da nicht alle in einen Topf werfen. Ich hatte und habe ein gutes Verhältnis zu den Wirtschaftsvertretern der Brixner SVP. Wenn man als Assessorin ein Amt führt, sind diese Zugehörigkeiten zu einem Flügel ja auch nicht bewusst spürbar: Ich habe meine Aufgabe als Stadträtin zu leisten, unabhängig davon, ob ich jetzt Arbeitnehmer- oder Wirtschaftsvertreterin bin. Haben Sie mit diesen Reaktionen gerechnet?

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Angriffe abrutschen. Diesem Druck standzuhalten fällt nicht immer leicht; insbesondere in der Urbanistik geht es oft um viel Geld, und ich habe so manche schlaflose Nacht durchgemacht. Man muss sich dann auch Hilfe suchen, sich begleiten lassen und sich schützen. Zudem konnte ich auf sehr gute Mitarbeiter

Ich wusste, dass es Reaktionen geben würde, aber ich habe sie mir nicht auf diese Art und in diesem Ausmaß vorgestellt. Mir ist es aber lieber, ich habe diese Diskussion jetzt, als dass ich über den gesamten Wahlkampf mit irgendwelchen Mutmaßungen und Angriffen über die Medien konfrontiert werde. Die Urbanistik ist eine dermaßen komplexe Materie, dass es ganz schwierig ist, den Menschen begreifbar zu machen, was dahinter steckt und welche Möglichkeiten man als Stadträtin überhaupt hat – nämlich ganz wenige. Beim Beispiel Spielhallen lässt sich dies nachvollziehen: Der Fall war lange in den Medien, und es war für mich sehr schwierig, den Menschen medial die Hintergründe überhaupt begreifbar zu machen. Ist die Diskussion auf Sachebene in der Politik, insbesondere zu Wahlkampfzeiten, verloren gegangen? Es passiert immer wieder, dass Diskussionen, wenn sie nicht zum gewünschten Erfolg für jemanden führen, in persönliche

zählen, die zu hundert Prozent hinter mir gestanden sind. Ich glaube nicht, dass man seine eigene Position stärkt, wenn man andere diskreditiert. Die Bürger können sehr wohl unterscheiden und spüren, wenn jemand aus wahlstrategischen Gründen schlechtgemacht wird. Das fällt wieder auf einen selbst zurück, davon bin ich überzeugt. Das ist früher vielleicht einmal gegangen, heute nicht mehr. Hilfe zu benötigen oder sich diese zu holen kann als Stärke oder als Schwäche ausgelegt werden. Was ist es für Sie? Für mich ist dies eine Stärke. Man benötigt Unterstützung, auch von fachlicher Seite. Vor allem in der Politik muss meiner Meinung nach die Teamarbeit wieder in den Vordergrund gerückt werden. Walter Blaas schrieb in einer Presseaussendung, durch die Umverteilung des zeitlich aufwändigen Urbanistikbereiches seien Sie für den Wahlkampf freigestellt worden. Nein, ich lasse mich überhaupt nicht von meiner Arbeit als Stadträtin freistellen. Mein neues Ressort Kultur ist ebenso ein sehr umfangreiches, zudem fallen nach wie vor die Schule sowie die deutsche und italienische Jugend in meine Zuständigkeiten. Arbeit habe ich also genügend, und ich bin nicht jemand, der sich vor der Arbeit fürchtet oder ihr aus dem Weg geht. Es stimmt, dass die Urbanistik mehrere Fixtermine mit sich bringt, wie zwei wöchentliche Kommissionssitzungen in Bozen. Als Kulturstadträtin habe ich hingegen viele Abend- und Wochenendtermine. Wenn ich für den Wahlkampf irgendwo zurückstecke, dann in meinem


Foto: Oskar Zingerle

„MEIN HAUS... ...ist ein Fertighaus aus Ziegeln.“

Magdalena Amhof: „Wenn Diskussionen nicht zum gewünschten Erfolg für jemanden führen, rutschen sie manchmal in persönliche Angriffe ab“

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Beruf. Ab dem 1. September übe ich diesen nicht mehr aus, um mich so für den Wahlkampf freizuschaufeln. Sie sind relativ jung in die Politik eingestiegen, haben dort Erfolge und Rückschläge erlebt. Würden Sie diesen Weg nochmals einschlagen? Ich weiß es nicht, das ist schwierig zu sagen. Die politische Arbeit geht an die Substanz; hin und wieder kommt da schon der Gedanke auf, das Handtuch zu werfen. Man erlebt viel und lernt Menschen in all ihren Facetten kennen, im Guten wie im Schlechten. Das Schöne an der politischen Arbeit ist jedoch, dass man in gewissen Positionen wirklich viel bewegen kann, für den Einzelnen genauso wie für die Gemeinschaft. Dies macht die Arbeit für mich so wertvoll und motiviert mich. Im Herbst treten Sie als Brixner Kandidatin für die Landtagswahlen an. Was unterscheidet die Arbeit im Landtag von jener in der Brixner Gemeindestube – und ist Politiker zu sein überhaupt noch erstrebenswert? Als Stadträtin ist man fast nur noch Verwalterin. Ich habe gar nicht mehr die Zeit, an Visionen oder Ideen zu arbeiten – und dies geht mir unglaublich ab. Als Landtagsabgeordnete müsste und sollte für so etwas mehr Zeit sein. Der Weg, den Arno Kompatscher jetzt geht, ist der richtige: Man muss als Politiker wieder bescheidener werden, nicht mehr von oben herab entscheiden und die Menschen

mitreden lassen. Es ist klar, dass die Entscheidungsprozesse dann länger dauern – aber es muss sich etwas ändern. Der Vertrauensschwund, den die Politik in den letzten Jahren erlitten hat, ist nicht mehr tragbar. Wenn nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung zu den Wahlen geht, kann man sich nicht mehr als demokratisch legitimierter Politiker sehen. Ich fände es auch wichtig, die politische Bildung an den Schulen massiv zu verstärken.

Weil Papi sagt, dass es schnell gebaut ist, für immer hält und genau so wird, wie ich es mir vorstelle.

In der Südtiroler Tageszeitung war zu lesen, Sie möchten Landesrätin Sabina Kasslatter Mur beerben. Wäre dies Ihr Ziel? Dieser Schluss liegt wahrscheinlich nahe. Kultur-Landesrätin Sabina Kasslatter Mur verlässt die Landesregierung, und ich decke genau ihre Bereiche ab. Ich komme aus dem Eisacktal, gehöre dem sozialen Flügel an, bin eine Frau und jetzt noch dazu Kulturstadträtin. Mein primäres Ziel ist jetzt, den Wahlkampf so gut wie möglich zu führen und in den Landtag gewählt zu werden. Welche Chancen rechnen Sie sich aus? Prognosen zu stellen ist schwierig: Ich brauche mindestens 8.000 Stimmen, über den Bezirk allein ist das nicht zu schaffen. Daher muss ich einen landesweiten Wahlkampf führen, und dies wird verdammt schwierig, auch weil heuer viele neue Gesichter antreten. doris.brunner@brixmedia.it Leserbrief an: echo@brixner.info

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„Ein Moment des Ankommens“ Als Kooperator Anthony Kibira im Jahr 2007 seinen Dienst in Brixen antrat, empfing ihn eine neugierige Stadt. Wenn er nun seinen Weg zurück nach Uganda antritt, verlässt er nicht nur eine dankbare Pfarrgemeinde, sondern auch ein kleines Stückchen Heimat.

Herr Kibira, Sie werden Brixen nach sechs Jahren geistlicher Tätigkeit verlassen. Wo wird man Sie in Zukunft finden? ANTHONY KIBIRA: Ich wurde von meinen Ordensoberen gebeten, nach Uganda zurückzugehen. Dort übernehme ich die Aufgabe, unsere Priesteramtskandidaten im Priesterseminar zu begleiten. Bevor ich aber diese Aufgabe beginne, werde ich mich ich ein Jahr lang in Rom vorbereiten – ab September bis ungefähr Juni nächsten Jahres auf der Università Gregoriana. Wie wird sich Ihr Alltag jetzt ändern? Ich weiß, dass ich den Ort wechseln muss, nicht mehr in Brixen und vielleicht auch nicht mehr in einer konkreten Pfarrgemeinschaft wirken werde, sondern im Priesterseminar, wo ich mit unseren jungen Menschen auf dem Weg bin. Angst oder Vorfreude? Eigentlich ist keine Angst da. Vielmehr bin ich gespannt, wie man in Rom lebt, nicht nur für

einen kurzen Besuch, sondern auch eine längere Zeit. Ich freue mich auch, diese Stadt kennenzulernen, auch wenn ich nicht bei den Großen im Vatikan sein werde, sondern irgendwo in der Peripherie.

Geistliche, aber die werden in einem eigenen Priesterseminar ausgebildet.

Braucht Uganda neue Priester, oder wird eine „Auswärtsmannschaft“ etabliert, um den Priestermangel des Westens zu lindern?

Da unterscheide ich ganz stark, denn oft wird Entwicklungshilfe falsch verstanden. Wenn man ein so genanntes Entwicklungshilfspaket irgendwo in einem Land vorbereitet, um dieses Paket hinüberzubringen, geschieht es oft, dass man Menschen verwickelt, anstatt sie zu entwickeln. Menschen müssen selbst agieren, ihr Leben und ihre Geschichte gestalten. Sie brauchen „Empowerment“ und Hilfe zur Selbsthilfe. Fertige Pakete, die man woanders anwendet, kommen meist nicht an. Wenn wir das aber auf Mission beziehen, sehen wir, dass Mission ein anderes Gesicht hat. Wenn wir heute darüber reden, dann weiß ich: Mit den Menschen, zu denen ich gesandt wurde, entdecken wir die Spuren Gottes in ihrer Geschichte, aber auch in ihrer Wirklichkeit. Es wäre eine Überheblichkeit, Gott in einer Tasche zu den Menschen zu bringen. Es ist ein gemeinsames Suchen, Finden und Leben.

Wir Missionare verstehen uns als eine weltweite Gemeinschaft, und das Seminar, das ich mitbegleiten werde, ist für die Ausbildung der zukünftigen Missionare zuständig. Diese werden nicht unbedingt in Uganda bleiben, sondern sind auch bereit, in der ganzen Welt ihren Dienst zu leisten, wo wir durch die katholische Kirche vertreten sind. Oder aber sie fangen wirklich an Orten an, wo man nichts vom christlichen Glauben weiß. Es ist natürlich eine große Herausforderung, junge Menschen darauf vorzubereiten, dass sie nicht unbedingt in Uganda bleiben, sondern in der ganzen Welt mitleben und mitwirken sollen. Natürlich brauchen wir auch in Uganda Priester und

Viele Kritiker wollen statt Mission mehr Entwicklungshilfe. Sind Sie ihrer Meinung?

Wie unterscheidet sich denn die Einstellung zur Religion? Das Verhältnis ist vielleicht dasselbe, aber der Ausdruck ist ein anderer, auch kulturell bedingt. In Uganda weiß man noch nicht, wie man Glauben vom Leben trennt. Alles läuft irgendwie zusammen. Hier in Südtirol ist man gewohnt, aus sehr langen christlichen Traditionen und Bräuchen zu leben. In Uganda macht man den Versuch, den christlichen Glauben mit eigenen kulturellen Wurzeln auszudrücken. Die Wahrheiten des Glaubens sind Fleischwerdungen in der Kultur der Menschen. Der Versuch aber, den Glauben lebendig und lebhaft zu machen, bleibt derselbe. Gelten diese Unterschiede auch für die Seelsorge? Ja, das hab ich selbst gespürt. Der Priester in Uganda kann sehr viel den Laien überlassen, gerade weil die Pfarreien in Uganda nicht so strukturiert sind wie hier. Wir haben viel größere Pfarreien, die aber in Außenstationen aufgeteilt sind, wie selbstständige Kirchen, die von Laien geleitet werden. Diese Laien leiten Messen

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN


Foto: Willy Vontavon

im Wortgottesdienst. Vielleicht könnte das auch die Lösung für den Priestermangel hier sein, dass man Laien ermutigt, selbst Verantwortung zu tragen. Bis jetzt muss in Brixen der Priester fast immer anwesend sein. Uganda löst, wie viele andere afrikanische Staaten auch, mit seiner Gesellschaftspolitik oft Unverständnis aus. Derzeit wird etwa die Todesstrafe für Homosexualität im Parlament diskutiert. Kann die Kirche hier positiv einwirken? Wenn die Kirche ihre Aufgabe richtig macht, müsste sie immer Stimme der Stimmlosen sein, um die Schwächeren in der Gesellschaft zu verteidigen und zu schützen. Meiner Meinung nach haben die Menschen vielerorts die Stufe noch nicht erreicht, das Thema objektiv zu diskutieren. Es geht immer auch um die Herausforderung des Andersseins, nicht nur in Uganda, sondern auch anderswo. Die Gefahr, dass Menschen in Schubladen gesteckt werden, damit sie nicht stören, ist immer gegeben. Es ist ein Thema, das größeres Bewusstsein verlangt. Sie haben in Ihrer Zeit in Brixen Einiges erreicht. Gibt es Dinge, für die sechs Jahre nicht ausreichend waren? Was ich nicht geschafft habe, hängt damit zusammen, dass auch ich ein begrenzter Mensch bin. Ich hätte sicher noch viel präsenter sein können, aber ich war wegen meiner Ordensgemeinschaft nur zu 50 Prozent in der Pfarrei. Ich bin sehr begeistert nach Brixen gekommen und habe immer gehofft, hier eine kräftige Jugendgruppe aufbauen zu können. Das ist nämlich auch die Aufgabe dieser Pfarrei: Die Jugendlichen nicht zu verlieren, auch wenn diese oft so tun, als würden sie die Kirche verlieren. Da bleibt sehr viel Nachholbedarf. In anderen Bereichen habe ich versucht, mein Bestes zu tun, aber ein anderer, der nach mir kommt, wird mit Sicherheit neue Impulse bringen. Brixen hat Sie ja von Anfang an sehr gemocht. Ja, es war eine ganz schöne Überraschung. Dass ich so schnell angenommen wurde, war für mich eine große Freude, und ich habe bald meinen Platz in der Pfarrei und in der Stadt gefunden. Ich habe auch immer, so gut ich konnte,

Kooperator Anthony Kibira: „In Brixen wurde mir eine Heimat geschenkt, aber nun ist es Zeit zu gehen“

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den Kontakt zu den Menschen gesucht, aber dass ich aufgenommen wurde, geht auf das Konto der aufgeschlossenen und offenen, vielleicht auch etwas neugierigen Menschen, die herausfinden wollten, was der „Schokoladenmann“ an Neuem bringt. Gab es prägende Momente in der Zeit, die Sie hier verbracht haben? Momente gab es sicher, in erster Linie waren das die Gespräche, in denen ich die Menschen begleiten durfte, ihre Mühen und Herausforderungen auf dem Glaubensweg kennenlernte. Da habe ich sehr viel Vertrauen gespürt, das war für mich ein kostbares Geschenk. Andere Höhepunkte waren die Besuche in den Familien, nicht um den Glauben zu verbreiten, sondern um Leben zu teilen. Das „Schlutzer essen“ daheim war für mich auch ein Moment des Ankommens. Vor allem Veranstaltungen mit den Jugendlichen, etwa der junge Bibelkreis, werden mir ebenso fehlen. Meine Zeit hier würde ich unter das Stichwort Begegnung stellen, von den Älteren bis zu den Kleinsten. Wie kann man die Jugend für die Kirche begeistern? Gibt es dafür ein Patentrezept? Ich würde nie ein Rezept geben, denn Rezepte sind verführerisch. Fertige Lösungen sind, gerade

wenn es um das Leben geht, für mich nicht das Richtige. Ich würde vorschlagen, dass man einen Weg sucht zu und mit den Jugendlichen. Diese Herausforderung muss eine Priorität sein, wenn man als Kirche eine Zukunft haben möchte. Das wird manchmal Flexibilität erfordern, die Kirche muss sich vielleicht an ungewohnten Orten und zu ungewohnten Zeiten mit jungen Gläubigen beschäftigen. Junge Menschen müssen aber dort abgeholt werden, wo sie sind – hier muss die Kirche auch lernen, die Welt der Jugendlichen zu betreten. Das kann zum Beispiel auch bedeuten, die Sprache der Kirche so anzupassen, dass man die jungen Menschen erreicht. Es braucht keine Patentrezepte, es braucht einen gemeinsamen Weg. Wenn es Ihre eigene Entscheidung wäre: Würden Sie nach Brixen zurückkommen? Es gibt in Uganda ein Sprichwort: „Dort wo man nicht gestritten hat, dorthin kehrt man gerne zurück“. Ich kann mir gut vorstellen, wieder nach Brixen zu kommen, denn nach über sechs Jahren wurde mir hier eine Heimat geschenkt, und nach Hause geht jeder Mensch gern. Aus Dankbarkeit und aufgrund der schönen Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, würde ich gerne bleiben, aber nun ist es Zeit zu gehen.

Was wünschen Sie Brixen in den kommenden Jahren? Ich habe festgestellt, dass die Pfarrgemeinde Brixen doch eine lebendige Kirche ist, und ich wünsche Brixen auch weiterhin diese Lebendigkeit im Glauben. Die Lebendigkeit kann aber nur dann lebendig sein, wenn möglichst viele dabei mitmachen. Ich würde alle einladen, sich am Pfarrleben zu beteiligen und den Mut zu haben, sich noch näher und noch radikaler, im positiven Sinn, zur christlichen Identität zu bekennen. Damit meine ich nicht uralte konservierte Traditionen, sondern den Weg zurück zum „Original“, zu Jesus Christus. Alles andere wäre ein Holzweg. Die provokative Botschaft des Evangeliums muss neu entdeckt werden, weil sie die Suche ermutigt, anstatt Gewachsenes einfach nur zu bestätigen. Ich wünsche der Kirche in Brixen hauptsächlich, dass sie die Jugend nicht verliert. Das wird dadurch abgewehrt, dass die Erwachsenen die Glut des Glaubens weitergeben, in den Familien. Irgendwann fragen sich auch ablehnende Jugendliche: „Warum machen meine Eltern das?“ Und dann merken sie, dass das, was ihnen vorgeschlagen wird, einen Sinn ergibt, weil die Erwachsenen es leben. anton.rainer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 13


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Nun auch für Mädchen z Bischof Ivo Muser verfügte, dass mit Beginn des Schuljahres 2013/14 nun auch Mädchen im Heim des Vinzentinums zugelassen werden sollen. Die Einrichtung, die 1872 von Fürstbischof Vinzenz Gasser als Knabenheim gegründet wurde, hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Neben Heimschülern wurden zusätzlich Tages- und Gastheimschüler aufgenommen, Mädchen

wurden in der Schule willkommen geheißen, und in der Mittelschule wurde ein Musikzug eingerichtet. Da die Organisation somit nicht mehr den Vorgaben eines „kleinen Seminars“ entspricht, wird es nun von „Seminar Vinzentinum“ in „Bischöfliches Institut“ umgetauft. Die Mädchen, die ab Herbst auch einen Heimplatz in Anspruch nehmen, werden im ehemaligen Schwesterntrakt

untergebracht und von eigenen Erziehern betreut werden. Was bleibt, ist das christliche Leitbild der Einrichtung. hh

P&G

Politik & Gesellschaft MÜHLBACH

„Bärchenstube“ für die Kleinsten z Ab 9. September gibt es in der Gemeinde Mühlbach erstmals eine fixe Einrichtung für die Betreuung von Kleinkindern. Die Gemeindeverwaltung beauftragte den Verein „Die Kinderwelt Onlus“ mit der Führung der Struktur, die in der Hausmeisterwohnung des GrafMeinhard-Hauses untergebracht sein wird. Die Gruppenleitung übernimmt Claudia Depian, die jahrelange Erfahrung in diesem Bereich mitbringt. Vorerst erhalten maximal sechs Kinder bis zu drei Jahren wochentags außer mittwochs einen Betreuungsplatz. In der Spielgruppe können sich die

kurz

notiert

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Kleinen langsam an eine größere Kindergruppe gewöhnen und die Auseinandersetzung mit anderen Kindern erfahren. Sie werden individuell in einer Kleinstgruppe gefördert und durch die Entwicklungsschritte begleitet. Eine sanfte Eingewöhnung und eine starke Elternarbeit unterstützen die Kinder bei der langsamen Loslösung vom rein familiären Umfeld. Die Kinder können für alle geöffneten Tage eingeschrieben werden, oder aber auch nur für zweimal wöchentlich. Weitere Anmeldungen werden laufend aufgenommen. Interessierte können sich direkt an den

Verein „Die Kinderwelt Onlus“ wenden, Telefon 0473 211634, info@vereinkinderwelt.com. oz

Am letzten Augustwochenende findet der Stufler Kirchtig statt. Dafür werden Sachpreise für den Glückstopf gesucht: Wer geeignete Gegenstände spenden möchte, kann diese im Hotel Grüner Baum abgeben. Bei Bedarf werden sie auch abgeholt (Tel. 339 6984337). Der Erlös kommt der Renovierung der Pfarrkirche zugute.

Die Gemeinde Brixen sucht wiederum Schülerlotsen. Interessierte können sich bis zum 9. August, 12 Uhr, bei der Gemeinde melden. Zur Anmeldung genügt ein einfaches Gesuch an das Personalamt der Gemeinde Brixen, Große Lauben 5, 1. Stock. Informationen erteilt das Personalamt unter Telefon 0472 062120.

Die Sakramentsbruderschaft Brixen pilgerte kürzlich gemeinsam mit den Angehörigen von der Nordeinfahrt von Trens über einen Feldweg betend zur Muttergottes von Trens. Karl Gruber erklärte im Anschluss an die Andacht die Entstehung und Sehenswürdigkeiten dieses Wallfahrtsortes.


NACHGEFRAGT

„Sprachrohr für alle Familien“ ANGELIKA WEICHSEL MITTERRUTZNER aus Vahrn, Präsidentin des Katholischen Familienverbandes Südtirol (KFS), über Aufgaben und Ziele der mit 16.000 Mitgliedsfamilien größten Interessensvertretung von Südtirols Familien. Frau Mitterrutzner, Familie war früher die Konstellation Vater, Mutter, Kinder. Wie würden Sie Familie heute definieren? Für mich gilt das Bild Vater, Mutter, Kinder immer noch, auch wenn das gesellschaftliche Bild heute ein anderes, vielfältigeres ist. Die Tore des KFS stehen für alle Formen von Familie offen, ob traditionell, alleinerziehend oder Patchwork. Zur Familie gehören für mich unbedingt auch alte Menschen, die nach Möglichkeit in der Familie mitbetreut werden sollen. Wie ist der KFS organisiert?

Der KFS wird von einem Geschäftsführer geleitet und ist mit einer pädagogischen Mitarbeiterin und drei Mitarbeiterinnen gut besetzt. An meiner Seite stehen eine Stellvertreterin und ein geistlicher Assistent; gemeinsam mit vier weiteren Personen bilden wir die Landesleitung, die die Beschlüsse vorbereitet und dem zwölfköpfigen Zentralausschuss vorlegt, der schlussendlich die Entscheidungen trifft. Welche Schwerpunkte möchten Sie in den nächsten vier Jahren setzen? Der Verband hat viele gute Aktionen durchgeführt, die fortzuführen

und auszubauen sind, so zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Fortbildung und Freizeitgestaltung sowie im pastoralen Sektor, in der Gestaltung von Familiengottesdiensten. Wir haben maßgeblich am Familiengesetz mitgearbeitet, das ein Rahmen ist, der in Zukunft mit den richtigen Inhalten gefüllt werden muss. Daran werden wir uns sicher aktiv beteiligen. Wir wollen in Zukunft verstärkt ins Territorium gehen und den 115 Zweigstellen, davon zwölf im Eisacktal, mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies gilt selbstverständlich für jede Mitgliedsfamilie. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


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Fotos: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

„ÜBERALL UMANOND“: Sepp Kirchler hat klare Prinzipien und eine ordentliche Portion Hartnäckigkeit

PORTRAIT

„Brixen hat mich immer fasziniert“ JOSEF KIRCHLER, Hauptmann der Schützenkompanie Brixen, über seine Kindheit, die Zeit als Tischler und Unternehmer sowie über sein Engagement als Schütze.

S

epp Kirchler ist einer jener Menschen, denen man ihre Geradlinigkeit auf den ersten Blick ansieht. Mit klaren Prinzipien und einer ordentlichen Portion Hartnäckigkeit hat sich

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der findige Unternehmer immer wieder an Neues gewagt, beruflich wie privat. „Des dorichtesch du nia!“ – Sätze wie dieser waren ihm stets Herausforderung genug, das zu erreichen, was er sich in

den Kopf gesetzt hatte: „Das war schon als Kind so.“

Zum ersten Mal in der Stadt. Nachdem der elfjährige Sepp gehört hatte, dass die Musikkapelle

St. Johann/Ahrntal beim Kassiansonntag in Brixen dabei sein würde, bettelte er seine Mutter inständig darum, mit ihm nach Brixen zu fahren. „Dies war aber natürlich nicht möglich, ich hatte


Sommer für vierzehn Tage ins Ahrntal und erzählte vom Leben in der Stadt Brixen. Die Luft dieser Stadt konnte Sepp Kirchler endlich schnuppern, als er die 6. Klasse der damals achtjährigen Volksschule in Brixen besuchte. Dies hatte sich so ergeben, weil sein Bruder und er drei Sommer lang auf einer Alm des Priesterseminars verbrachten. Peter Niederkofler, ein Bruder seiner Mutter, war nämlich zu dieser Zeit dort Regens. „Dort, wo heute die Cusanus Akademie steht, war damals ein

Bald schätzte man landauf landab sein handwerkliches Geschick: „Ich dürfte eine Zeit lang der bestbezahlte Tischler gewesen sein“, lacht er. Er habe unweigerlich immer wieder den richtigen Riecher gehabt für gute Geschäfte und für berufliche Veränderungen. „Beharrlich musste man sein und natürlich etwas vom Fach verstehen. Dann lag das Geld damals auf der Straße.“ Handschlagqualität und Geschäftsabschlüsse bei einem Glasl Wein – etwas wehmütig erinnert er sich an seine Zeit

„Es gibt kein Dorf, in dem ich nicht mindestens fünf Leute kenne“_ Sepp Kirchler Stall mit 70 Stück Vieh, und die Füttererin stammte so wie wir aus Weißenbach“, erinnert er sich.

Tischler statt Priester. Vor al-

ja noch jüngere Geschwister, auf die die Mutter schauen musste.“ Schließlich schickte ihn die Mutter zur Tante Nanne, „damit ich dort lästig sein konnte“, und die erbarmte sich dann schließlich des Buben und fuhr mit ihm „mit dem Postauto“ nach Brixen. „Übernachtet haben wir im Priesterseminar, und den Kassiansonntag 1954 habe ich wie ein großes Volksfest erlebt.“ 24 Musikkapellen gaben nach der Prozession auf den Plätzen der Stadt Konzerte. „Für jemanden, der wie ich aus einem kleinen Dorf kam, war Brixen damals die Welt.“ Die Grundfesten seiner Liebe zur Bischofsstadt entstanden aber schon viel früher: Ein Bruder seines Vaters war Rektor bei den Comboni-Missionaren in Milland. Pater Vinzenz Kirchler kam jeden

lem die frühe Kindheit von Sepp Kirchler war nicht einfach. Als sein Vater im September 1944 einrücken musste, war er gerade einmal eineinhalb Jahre alt, seine Schwester war vier und sein Bruder wenige Monate alt. Gegen Partisanen habe der Familienvater kämpfen müssen, in der Gegend um Valsugana, und dort seien seine Kameraden und er hinterrücks erschossen und in einem Stausee versenkt worden. Gefunden habe man später nur einen der Kameraden von Sepp Kirchlers Vater. Die Mutter, eine Katakombenlehrerin, zog mit den drei kleinen Kindern zurück auf ihren Heimathof in das so genannte Zuhäusl, nachdem es mit der Schwiegermutter kein Auskommen mehr gab. Sepp Kirchler sei eigentlich dazu auserkoren gewesen, zu studieren und Pfarrer zu werden. „Aber grad weil alle so gedrängt haben, hab’ ich etwas anderes getan.“ Außerdem wollte er seinem Stiefvater – seine Mutter hatte 1948 wieder geheiratet – nicht zur Last fallen. Also begann er eine Tischlerlehre, zunächst in Weißenbach, „dann kam ich über meinen Onkel nach Brixen.“ Erste Erfahrungen mit dem Tischlerhandwerk hatte er bereits als Jungknecht bei einem Bauern machen dürfen, der sich eine kleine Werkstatt eingerichtet hatte. Nach der Lehre war er „überall umanond“, in St. Georgen, in Prad im Vinschgau, in Gargazon. Der junge Pusterer wollte etwas von Südtirol, etwas von der Welt sehen.

als Außendienstmitarbeiter einer großen Möbelfirma, die sich auf Hotelzimmer spezialisiert hatte. 1980 gründete er sein eigenes Untnehmen: Sitzmöbel Kirchler. Etwas bitter war für ihn die Zeit, als er sich entschied, nach 24 Jahren Selbständigkeit seinen Betrieb zu verkaufen. Eine Tumorerkrankung hatte letztendlich den Ausschlag dazu gegeben: „Ich habe mich nachher eine Zeitlang fast geschämt, nichts mehr zu tun zu haben.“

Überzeugter Tiroler. Als Haupt-

mann der Schützenkompanie Brixen war und ist es ihm vor allem wichtig, „in die Bevölkerung hineinzugehen“ – dem Schützenwesen jenen Stellenwert zu geben, den es sich im Laufe der Geschichte verdient hat. Der Idee eines Freistaates kann er nichts abgewinnen, „denn schließlich haben wir in unseren Statuten die Wiedervereinigung Tirols verankert.“ Wenn im nächsten Frühjahr bei den Brixner Schützen neu gewählt wird, möchte Sepp Kirchler sein Amt als Hauptmann abgeben. Zu tun gibt es für den überzeugten Tiroler, für den Glaube und Heimat tragende Werte sind, trotzdem genug. Als vor Jahren die Stufler Kirche restauriert werden sollte, bat man ihn, sich um das Projekt zu kümmern. Im Jänner dieses Jahres hat er zugesagt, die Restaurierung der Brixner Pfarrkirche zu begleiten. Seine über Jahre gewachsenen Beziehungen zu vielen Menschen, „es gibt kein Dorf, in dem ich nicht mindestens fünf Leute kenne“, und sein ungezwungener Umgang mit der Geistlichkeit öffnen ihm in dieser ehrenamtlichen Tätigkeit viele Türen.

Am kommenden Hochunserfrauentag wird ihm das Verdienstkreuz des Landes Tirol verliehen. „Es gäbe wahrscheinlich Leute, die sich diese Ehrung mehr verdienen würden“, meint Sepp Kirchler. Und doch freut er sich: „Ich sehe es als Ansporn, weiterzumachen.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Josef (Sepp) Kirchler wurde am 31. März 1943 in Weißenbach im Ahrntal geboren. Mit seiner älteren Schwester, dem jüngeren Bruder und fünf Stiefgeschwistern aus der zweiten Ehe der Mutter wuchs er in dem Bergdorf auf. Nach der Tischlerlehre arbeitete er zunächst in verschiedenen Betrieben, darunter die Tischlerei Barth, ehe er als freier Vertreter erste Schritte in die berufliche Selbständigkeit wagte. 1980 eröffnete er einen Betrieb für Sitzmöbel, der über eine lange Zeit 16 Angestellte beschäftigte. Am 31. Dezember 2004 übergab er das Unternehmen an die Brunecker Firma Hotex. Seit 1980 ist er Mitglied der Schützenkompanie Brixen, 15 Jahre lang war er Hauptmannstellvertreter, seit fast 18 Jahren Hauptmann; zudem Mitglied der Bezirksleitung und vier Jahre lang Landeskommandantstellvertreter. Zu seinen Hobbys gehört das Reiten. Über viele Jahre hatte er ein eigenes Pferd, einen Araber, mit dem er gemeinsam mit Freunden längere Touren durch das Land unternommen hat. Im Oktober 1968 heiratete er seine Frau Herta, eine gebürtige Antholzerin. 1969 wurde die erste Tochter geboren, sie starb 1983 an den Folgen einer Hirnhautentzündung, die viel zu spät erkannt worden ist. Die zweite Tochter wurde 1970 geboren und verstarb drei Tage nach der Geburt. 1974 kam Daniela zur Welt. Sie hat Josef und Herta Kirchler zu stolzen Großeltern der kleinen Mia gemacht. 17


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Pater Reinhold verunglückt z Brixen trauert um Pater Reinhold Müller, der am 11. Juli am Bahnhof Brenner von einem Zug überrollt und getötet wurde. Der 75-Jährige, der im Ultental geboren und 1969 in Brixen zum Priester geweiht wurde, verbrachte hier die letzten 18 Jahre seines Lebens. Er war der Älteste im Franziskanerkloster und für die italienischen Gottesdienste in der Franziskanerkirche sowie für die Seelsorge der Klarissen-

schwestern zuständig. Letzthin hatte er einige gesundheitliche Probleme: „Er war am Tag des Unfalls wegen seines Herzens noch im Krankenhaus und hatte sich sogar schon Gedanken über eine Operation gemacht“, so Bruder Jordan, der über seine gesundheitlichen Probleme Bescheid wusste und ihn auch persönlich sehr gut kannte: „Er hatte ein großes Herz“, erinnert

sich Bruder Jordan. „Pater Reinhold war immer für jeden da, der Hilfe suchte, wurde deshalb aber leider oft auch ausgenutzt, weil er

einfach nicht ‚nein’ sagen konnte“. Pater Reinhold wurde in der Gruft des Franziskanerklosters in Brixen beigesetzt. hh

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Im Dienst der Südtiroler Landwirtschaft

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum um dr Amhof so a Thiatr gemåcht werd. Sie håt jå jetz die Kultur entdeckt! ...

kurz

notiert

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z Unter den Trägern der Verdienstmedaille des Landes Tirol befindet sich ab dem 15. August auch Hildegard Mayrhofer: Sie ist eine erfolgreiche Botschafterin für die Echtheit und Unverfälschtheit der Produkte der Südtiroler Landwirtschaft und hat damit auch ihren Beitrag für die Erhaltung und Förderung des Bauerntums in Südtirol geleistet, so die Begründung. Hildegard Mayrhofer wurde am 13. April 1948 in Brixen geboren und ist in der Trattengasse aufgewachsen. Nachdem sie die Oberschule abgeschlossen hatte, war sie in der Privat-

wirtschaft tätig. 1976 begann sie bei der Bozner Handelskammer zu arbeiten und engagierte sich bei der EOS (Export Organisation Südtirol) im Bereich Messen und Ausstellungen. Auch heute, nach ihrer Pensionierung, ist sie dort gelegentlich unterstützend im Einsatz. Im Jahr ihres Einstieges bei der EOS wurde auch die Schutzmarke für die Südtiroler Qualitätsprodukte erstmals eingesetzt. Somit war Hildegard Mayrhofer von Anfang an in die Abwicklung von verschiedenen Werbekampagnen miteinbezogen und betreute mit viel Geschick die

Kreszenz Aichner feierte Mitte Juli ihren 102. Geburtstag. Die aus Mitterolang stammende und ab 1940 am Köfererhof in Neustift wohnhafte Seniorin ist die zweitälteste Brixnerin und lebt derzeit im Sanatorium.

Siegfried Unterweger ist der neue Obmann der Ortsgruppe Vahrn des LVH. Weiters wurden in den Ausschuss Heinrich Brugger, Walter Sigmund, Günther Unterleitner, Richard Irsara, Martin Filippi (Obmann-Stellvertreter) und Franz Mair gewählt.

Messestände im In- und Ausland. Zuletzt war sie bei der „Grünen Woche“ in Berlin im Jänner 2013 tätig. hh

Riccardo De Paola ist der neue Präsident des Rotary Clubs Brixen. In seiner Amtszeit möchte er sich auf mehrjährige Projekte mit benachbarten Rotary Clubs konzentrieren sowie auf humanitäre und soziale Ziele.


O o op s

Leser kochen für Leser

Hähnchen-Ananas-Curry

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> Zutaten für 4 Personen

Roland Pichler, Brixen

Keuchend zum Ziel Vor vielen Jahren hatte mich ein Freund überredet, am damals stattfindenden Brixner Duathlon teilzunehmen. Während mein Freund den zweiten Lauf-Teil übernommen hatte, erwartete mich eine kilometerlange Strecke, die ich mit dem Fahrrad zurücklegen musste. Die Gruppe begann sich bald zu teilen, und es dauerte nicht lange, dass der Kreis um mich herum immer kleiner wurde – bis wir auf einmal nur noch zu zweit waren. Ich war am Ende meiner Kräfte und versuchte keuchend das Ziel zu erreichen, während der Teilnehmer neben mir fit und fröhlich über das Wetter quatschte. Immer wieder fiel er ein Stück zurück, konnte mich aber sofort wieder einholen. Ich fand seine Kondition wirklich bemerkenswert, konnte aber nicht verstehen, wieso er sein Tempo nicht halten wollte. Als ich ihn danach fragte, erklärte er mir, dass er vom Organisationskomitee sei und damit beauftragt wurde, als Schlusslicht mitzufahren, um nach dem langsamsten Teilnehmer die Hinweisschilder entlang der Strecke wieder einzusammeln. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich längst das Schlusslicht bildete.

BRIXEN

Im Vorstand bestätigt z Rudi Rienzner, Geschäftsführer des Südtiroler Energieverbandes, ist als Vorstandsmitglied des Europäischen Verbands mittelständischer Energieunternehmen (EVME) bestätigt

mmh!

worden. 2008 hatten sich mittelständische Energieunternehmen aus Österreich, Bayern, Hessen und Südtirol zu dieser europaweit tätigen Dachorganisation zusammengeschlossen, die in Brüssel ein eigenes Koordinierungsbüro betreibt. Der Verband sieht sich als Ergänzung zu den etablierten Interessensvertretungen und verfolgt das Ziel, den mittelständischen Energieunternehmen Europas im Brüsseler Machtzentrum Gehör zu verschaffen. Zudem ist Rienzner einer der 15 Vizepräsidenten des europäischen Verbands der unabhängigen Strom- und Gasverteilerunternehmen (GEODE), in dem heute 500 Unternehmen vertreten sind. GEODE wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, die Interessen unabhängiger Strom- und Gasversorgungsunternehmen in einem sich auf Europa ausrichtenden Energiemarkt effektiv zu vertreten. db

2 Frühlingszwiebel 400 g Hähnchenbrust (geschnetzelt) 1 Dose Kokosmilch (ohne Zucker) 50 g Mandelblättchen halbe Ananas Currypulver

> Zubereitung Die Zwiebel sowie das Hähnchengeschnetzelte in Öl anbraten, das Geschnetzelte nach dem Anbraten wieder herausnehmen. Mandelblättchen zu den Zwiebeln geben und mit Kokosmilch köcheln lassen. Ananas und Hähnchen wieder hinzugeben, mit Curry, Salz und Pfeffer nach Belieben würzen. Als Beilage Reis servieren.

Hanna Hofer aus Milland verstärkt seit Anfang des Monats das Brixmedia-Team und „darf“, wie es das interne „Reglement“ vorsieht, ein Rezept für den „Brixner“ beisteuern. Wir wünschen Hanna ein freudiges, erfolgreiches, erfüllendes Arbeiten – willkommen im Team! Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Haben Sie den Eindruck, dass die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen in Südtirol im Steigen begriffen ist?“ 63,64% Ja, vor allem in Verbindung mit Alkohol 25,00% Ja, aber die Thematik wird derzeit dramatisiert 6,81% Nein, früher verhielten sich Jugendliche genauso wie heute 4,55% Nein, früher war es schlimmer

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Sind Sie der Meinung, dass die Tennisplätze ins Lido-Areal übersiedeln sollten?“ > Ja, denn hier gibt es mit den restlichen Sportinfrastrukturen synergetische Vorteile > Ja, aber nur, wenn der See dadurch nicht erheblich verkleinert wird > Nein, Tennisplätze sind nicht kompatibel mit einer Naherholungszone > Nein, denn ich fürchte, dass das biologische Gleichgewicht darunter leiden könnte Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


MÜHLBACH

Das große Los gezogen

„Entschuldigung!“ „Ich hätte da eine Idee!“, sagt der Franz, und vor lauter Euphorie über seinen Geistesblitz poutscht er sich mit seinem Macchiato an, während er an ihm schlürft, was nicht besonders gut ausschaut, zugegebenermaßen, auf seiner bislang weißen Weste. „Das ist nicht gut“, sagt die Frieda, „Ideen kommen in Brixen nicht sonderlich gut an, denn mit Ideen assoziiert der Brixner Veränderung, und Veränderung ist das Gegenteil von Konservierung, und der Brixner konserviert gern, das ist seine Leidenschaft, das ist in seinen Genen festgeschrieben, unauslöschbar. Dieses Gen ist verwandt mit jenem der Verhinderung, das hat er auch intus. Verändern tut er nichts gern, gar nichts. Viel lieber verhindert er, darin ist er Weltmeister. Am besten sollte immer alles so bleiben wie es war und wie es ist“, sagt die Frieda, „in alle Ewigkeit“, und ich wage zu behaupten, dass mit ihrem unerwartet leidenschaftlichen Exkurs eine leichte, kaum merkbare Kritik mitschwingt, ganz subtil, denn im Grunde liebt sie ja „ihre“ Brixner, wie wir alle, wenn sie nur nicht so furchtbar konservierend wären, denn ohne Entwicklung droht der Stillstand, das ist sogar Frieda längst bewusst geworden, seit sie selbst eine kleine Unternehmerin ist. Eine Idee! Um Himmels Willen – behalte sie für dich, schrei ich ihn an, denn sonst formiert sich sofort ein Bürgerkomitee, das gegen deine Idee ankämpft, wollen wir wetten? „Entschuldigung“, sagt der Franz, „ich hör auch gleich auf nachzudenken, sonst ... kommt mir möglicherweise irgendwann noch eine Idee, das wär ja – eine Katastrophe.“

z Das zweite Alpenflair-Festival mit Frei.Wild, Heino, Gunter Gabriel und vielen anderen ist vor wenigen Wochen erfolgreich über die Bühne gegangen. Anna Zingerle aus Mühlbach wird diese Veranstaltung wohl für den Rest ihres noch jungen Lebens nicht mehr vergessen: Sie hat bei der Lotterie zugunsten des Südtiroler Kinderdorfes mitgemacht und drei Lose um 7,50 Euro gekauft. Eines der Lose – jenes mit der Nummer

0199 – hat ihr gleich den Hauptpreis beschert: eine nagelneue Harley Davidson mit üppiger Sonderausstattung, lackiert im Design der aktuellen Frei.WildCD „Feinde deiner Feinde“ und handsigniert von den Bandmitgliedern sowie den Künstlern der „Wilden Flamme“. Kürzlich hat Anna ihren Hauptgewinn vor dem Frei.Wild-Geschäft „Rookies and Kings“ in Brixen freudestrahlend entgegengenommen. oz

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

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Pro& Contra „Verschenkt“ die Gemeinde derzeit den Ertrag der Apfelernte aus dem Hofburggarten? Der Hintergrund:

Im älteren Teil des Hofburggartens befindet sich eine Golden-Delicious-Anlage, die 1969 gepflanzt wurde. Der zweite Teil der Anlage wurde 1994 neu gepflanzt. Der Gutsbetrieb Vinzentinum hatte bis Oktober 2008 ein Pachtverhältnis mit der Diözese Bozen-Brixen. Nachdem die Gemeinde den Hofburggarten gepachtet hatte, hat sie den Gutsbetrieb gebeten, die Instandhaltung der Anlage weiterzuführen. Als Gegenleistung für den Arbeitsaufwand galt der Ertrag der Äpfel.

Klauspeter Dissinger, unabhängiger Gemeinderat in Brixen: „30 Tonnen pro Jahr“ Ja Seit Oktober 2008 zahlt die Gemeinde für den im Bauleitplan als Öffentliches Grün eingetragenen Hofburggarten jährlich 25.000 Euro an die Diözese Bozen-Brixen. Ärgerlich ist, dass der Garten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, für die Öffentlichkeit dennoch nicht zugänglich ist. Noch ärgerlicher ist, dass die Gemeinde die Obstplantage des Gartens kostenlos vom ehemaligen Pächter (Vinzentinum) oder der Diözese bewirtschaften lässt und somit auf den Ernteertrag verzichtet. Nachdem die Nutzfläche etwa zwei Hektar beträgt und sich der Ertrag pro Hektar auf durchschnittliche 30 Tonnen pro Jahr belaufen dürfte, handelt es sich offensichtlich um ein erträgliches Geschäft – wieso sollten sonst Vinzentinum oder Diözese an der Bewirtschaftung der Apfelplantage festhalten? Im April habe ich im Gemeinderat erwirkt, dass der Bürgermeister mit der Diözese Verhandlungen zur Mietzinsreduzierung aufgrund der kostenlosen Weiterbewirtschaftung der Obstanlage aufnehmen soll. Da sich nach meinem Kenntnisstand bis dato diesbezüglich noch nichts getan hat, werde ich in der nächsten Gemeinderatssitzung dem Gemeinderat einen zweiten Beschlussantrag vorlegen, in dem ich bei tatsächlicher Nichterwirkung einer Mietreduzierung zumindest die Einforderung des Ernteertrags als Gegenleistung verlange. Somit käme die Brixner Bevölkerung nicht nur in den sporadisch gewährten Genuss der Apfelblüte, sondern hätte zumindest einen Nutzen aus dem Ertrag der Apfelernte, nachdem sie seit fast fünf Jahren mit ihren Steuergeldern die Miete für einen quasi unnutzbaren Garten finanziert. z

MULTIMEDIAL

GENIAL

Thomas Schraffl, Verwalter im Vinzentinum: „Klares Verlustgeschäft“

Nein Bei dieser Anlage handelt es sich größtenteils um 40 Jahre alte Apfelbäume. Um eine optimale Qualität und Produktion zu erarbeiten, gibt der Beratungsring für Obst- und Weinbau eine Umtriebszeit von 15 bis 18 Jahren an – danach sinkt die Qualität der Produktion. Schon seit vielen Jahren wäre es notwendig, die Anlagen in der Hofburg durch Sorten mit einer höheren Wertschöpfung zu ersetzen. In älteren Anlagen sind mehr Arbeitsstunden zu investieren, um eine halbwegs annehmbare Qualität zu erreichen. Dieser Mehraufwand ist in allen Bereichen (Winterschnitt, Handausdünnung, Ernte usw.) notwendig. 2012 haben die Mitarbeiter des Vinzentinums 2.051 Stunden im Hofburggarten verbracht. Unter diesen Rahmenbedingungen und den Auszahlungspreisen der Genossenschaft der letzten Jahre ist die Bearbeitung dieser Anlage ein klares Verlustgeschäft, und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gemeinde Brixen jemanden findet, der ohne Gegenleistung eine fachgerechte Pflege dieser alten Anlage übernehmen würde. Die Gemeinde selbst kann ohne Fachpersonal und Maschinen diese Arbeiten ebenfalls nicht verrichten. Wenn die Gemeinde diesen Deal mit dem Vinzentinum nicht eingegangen wäre, dann wäre ich gespannt, in welchem Zustand sich der Hofburggarten heute, fünf Jahre später, präsentieren würde. Dass der Gutsbetrieb seine Arbeitskräfte, sein Material und seine Maschinen nicht umsonst zur Verfügung stellt, ist wohl gerechtfertigt. Das Vinzentinum wäre jedenfalls froh, wenn es diesen Dienst, der ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht war, nicht mehr verrichten müsste. z

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

„Undemokratisch und besserwisserisch“

Kurt Vogel, Brixen

Kurt Vogel möchte, dass dieser „Offene Brief“ an Klaus Vontavon, dem Präsidenten von „Heimat Brixen“, als Leserbrief veröffentlicht wird. Die Unterzeichner Kurt Vogel und Dorit Keßel kündigen hiermit ihre Mitgliedschaft im Verein „Heimat Brixen“. Dafür ist Folgendes ausschlaggebend: Am 20. März 2013 preist der Vorsitzende des Vereins, Klaus Vontavon, die Internetseite „proALTvor / Alternative Vorschläge für Brixen“ an, die „mit Hilfe unserer Mitglieder erstellt“ worden sei; gleichzeitig ruft er zu Spenden

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für das dahinterstehende „Bürgerkomitee“ auf. Wir bezweifeln die Legitimation des Vereins „Heimat Brixen“ für diesen Aufruf. Denn in den Mails des Vorsitzenden an die Vereinsmitglieder (immerhin 83 pro Person seit Januar 2012) hat er kein einziges Mal gefragt, was diese denn über eine erneute Verbindung von Brixen zur Talstation der Plosebahn denken! Stattdessen geriert er sich als Sprachrohr von Kommunalpolitikern. Apropos: Kann es sein, dass er und sein selbsternanntes „Bürgerkomitee“ genauso viel Angst vor der Meinung der Brixner Bevölkerung hat wie die Grünen im Gemeinderat? Was nämlich da ablief, nennen wir undemokratisch, besserwisserisch, selbstherrlich-arrogant und frei gewählter Volksvertreter unwürdig: Wir sind gegen jede Art von Bevormundung oder Indoktrination allergisch. In der Rede des Vorsitzenden Klaus Vontavon auf der jüngsten Jahresversammlung des Vereins „Heimat Brixen“, von der sich treffenderweise Auszüge auf der mehrfach verlinkten Internetseite von „proALTvor“ finden, ist von Alternativen die Rede – aber wo sind diese? Ist Verhindern seine Präferenz? Da wird von einer „Tram-/Zahnradbahn“ fabuliert: Was ist mit dem Landschaftsverbrauch? Mit den Baukosten der Straßenkreuzungen? Sollen die Mellauner und Kleranter zu den Haltepunkten hinlaufen, oder will man eine Zickzackbahn erfinden? Wo soll die Talstation hin, mitsamt Parkplätzen? Und zu guter Letzt: Wenn die nächste Ölkrise kommt bzw. das Autofahren auch betuchten Urlaubssuchenden zu teuer wird: Will man die Touristen dann vom Bahnhof (= alternativlos) zu dieser fiktiven Talstation laufen lassen? Oder sollen sie auf einen Pendelbus warten (der bis zu 17 Stunden am Tag fahren müsste)? Die Handelskammer hat analysiert, dass Brixens Tourismus seit 20 Jahren nicht mehr wächst. Und jetzt will „Heimat Brixen“ „den Berg kapillar erschließen“, anstatt die Touristen (= Geldbringer) auf eine höchst attraktive Weise zum Skifahren, zum Wandern oder in ihr Quartier gelangen zu lassen. Ist das Ihr Ernst? „Heimat Brixen“ will „die mediale Übermacht der Befürworter (…) brechen“, schreibt der Vorsitzende in seiner Pressemitteilung von Anfang März. Und vor zwei Tagen

hören wir aus dem Mund von Klaus Vontavon: „Es geht ein Riss durch die Stadt, aber diesen Riss haben die Seilbahnbefürworter erzeugt.“ Mit einem solchen Verständnis von friedlichem Zusammenleben unterschiedlich Denkender können wir uns nicht länger identifizieren. Abschließend haben wir uns die Vereinssatzung (im Internet erhältlich) ein letztes Mal durchgelesen und die heutige Realität dagegengehalten – mit Wehmut.

“Immobilismo e conservatorismo” Ein Anrainer des Bahnhofsplatzes zum Seilbahnprojekt

Bruno Berti, Bressanone

Tanti sostenitori, tanti detrattori – una sola cosa per me è certa: che Bressanone è sempre stata una cittadina dove immobilismo e conservatorismo hanno e fanno tutt’ora da padroni. Nel passato questo immobilismo è stato imputato ad un qualche “lascito“ non laico. Solo con fatica, e con grande ritardo rispetto a località minori (si veda ad esempio Brunico, Vipiteno, San Candido e perfino Varna) è stato possibile realizzare sale civiche, Forum, Teatro, piscina e non ultima la palestra di roccia, tutte opere che sono state fortemente criticate ed osteggiate fino alla fine. Determinante di questo atteggiamento, a parer mio, la presenza di una mutevole “minoranza” caratterizzata dal voler dire sempre “no” a prescindere! Tornando al tema funivia, vari sono i motivi per cui vedrei con favore la realizzazione della funivia con partenza dalla Stazione FS, al di là del guazzabuglio di interventi e progetti più o meno personali sostenuti da una qualche logica o validità, uno dei primi motivi e non secondario è che finalmente potrebbe essere sistemata decorosamente tutta l’area della stazione che più degradata di com’è adesso non potrebbe essere. La stazione è la principale “porta di accesso” alla nostra città e presentarla ai visitatori, come anche usufruirla noi cittadini, sarebbe un modo di aggiungere valore alla nostra comunità.

Per quanto riguarda il tanto detestato sorvolo si può ricordare che numerose sono le città nel mondo che utilizzano il trasporto a fune senza averne fatto un problema ma anzi sfruttandola come positiva opportunità.

„Teure Simultanübersetzung“ Zu „Hohes Maß an Verstehen“, „Brixner“ Nr. 281, S. 24

Hartmuth Staffler, Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit

In ihrem lesenswerten Beitrag zum Zusammenhang von Sprache und Politik in Südtirol erklärt Stephanie Risse auf die Frage, warum der Brixner Gemeinderat nicht auf die Simultanübersetzung verzichten könne (oder wolle), dass dies auch an der mangelnden Sprachkompetenz liegen könne. Es könne durchaus vorkommen, dass beispielsweise deutschsprachige Räte behaupten, sie würden alle Äußerungen in der anderen Sprache verstehen, dies dann aber nicht der Fall sei. Nun, im Brixner Gemeinderat ist vorgekommen, dass auf meine gleich zu Beginn der Amtsperiode geäußerte Anregung, auf die teure Simultanübersetzung (rund 15.000 Euro im Jahr) zu verzichten, die italienischsprachigen Gemeinderäte erklärt haben, dass sie alle Äußerungen in der anderen Sprache verstehen, dass man aber aus Rücksicht auf das Publikum nicht auf die Übersetzung verzichten könne. Ich frage mich nur, warum diese Gemeinderäte dann immer die Kopfhörer aufsetzen, obwohl sie angeblich die deutsche Sprache so gut beherrschen. Ich jedenfalls bevorzuge selbst bei Sprachen, die ich weniger gut beherrsche, stets das Original, da bei einer noch so guten Übersetzung doch viele Details und Feinheiten verloren gehen.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info


Umfrage

Wie läuft der Sommerschlussverkauf? Fotos: Oskar Zingerle

Der Sommerschlussverkauf hat begonnen, und die zahlreichen Angebote sollen Schnäppchenjäger anlocken. Um zu erfahren, wie der Schlussverkauf angelaufen ist, haben wir uns unter den Kaufleuten der Stadt umgehört.

„Ich bin heuer sehr unzufrieden und enttäuscht. So einen Sommerschlussverkauf habe ich noch nie erlebt“, sagt Rosi Hofer. „Es ist sogar ziemlich schwer, Bikinis zu verkaufen, weil der Sommer so lange auf sich warten ließ. Außerdem gibt es viele, die Qualitätsware nicht mehr zu schätzen wissen. Auch ein Überangebot könnte meiner Meinung nach schuld an der jetzigen Situation sein.“

„Bei uns ist der Sommerschlussverkauf mittelmäßig angelaufen”, sagt Antonietta Gang. „Man bemerkt die Krise im Lande, aber natürlich auch die der anderen Länder wie Österreich und Deutschland. Durch das Hochwasser dort kommen einfach weniger Touristen zu uns. Im Vergleich zu anderen Jahren verkaufen wir heuer weniger Ware.“

„Für uns hat der Sommerschlussverkauf nicht sehr gut angefangen, aber auch nicht sehr schlecht“, sagt Erika Unterpertinger. „In anderen Jahren ist er jedoch besser gelaufen. Natürlich hat uns heuer auch das Wetter einige Nachteile verschafft, weil der Sommer bis vor kurzem nicht richtig begonnen hat. Auch die Krise spürt man: Die Leute überlegen einfach genauer, was sie wirklich brauchen, und achten beim Einkauf auch sehr stark auf die Preise.“

„Der Sommerschlussverkauf hat für mich sehr gut angefangen. Man merkt, dass die Leute in diesem Jahr auf die Angebote gewartet haben und endlich zuschlagen können, da jetzt die Preise reduziert wurden. Jedoch ist der Schlussverkauf für die meisten nur in den ersten paar Tagen interessant“, sagt Priska Profanter.

Elfriede Michaeler findet, dass 2013 weniger los ist als andere Jahre: „Der Schlussverkauf ist heuer nicht so aufregend, jedoch besser als erwartet. Der Verkauf meiner Ware ist glücklicherweise nicht wetterabhängig, jedoch spüren auch wir die Krise. Es kommen einfach weniger Leute ins Geschäft, um sich die Ware anzusehen und zu kaufen, da auch der Tourismus teilweise nachgelassen hat.“

Sonja Federspieler arbeitet viel mit Touristen: „Österreicher, Deutsche und Schweizer kommen in den Sommermonaten oft zu uns. Es sind zwar nicht mehr so viele wie in den letzten Jahren, jedoch gibt es darunter einige sehr gute Kunden, mit denen man bestens arbeiten kann. Wir als Betrieb können uns also nicht beklagen. Ich glaube, dieser Sommerschlussverkauf ähnelt im Ergebnis stark dem vom vergangenen Jahr.“

„Bei mir ist der Schlussverkauf optimal angelaufen“, sagt Alex Angerer. „Ich bin wirklich sehr zufrieden. Wenn die Sommerferien beginnen, warten die meisten nur noch auf den Schlussverkauf, um sich auf die Schnäppchen zu stürzen. Trotzdem muss ich sagen, dass der Schlussverkauf im Vergleich zu anderen Jahren etwas schwächer angefangen hat“.

„Für mich ist der Sommerschlussverkauf nicht gut angelaufen. In dieser Saison arbeiten wir heuer leider insgesamt nicht sehr gut. Jedoch haben wir das schon erwartet. Die Kaufbereitschaft der Leute hat durch die Krise einfach nachgelassen, und natürlich hängt es auch mit dem Wetter zusammen”, so Margit Felder. 23


Kunst & Kultur

Fotos: Andrea Terzer

AUSSTELLUNG „MARTIN RAINER UND BRIXEN“

Was bleibt

Am 13. August jährt sich zum ersten Mal der Todestag von Martin Rainer. Welchen Stellenwert der Bildhauer in Brixen hat, zeigt sich unter anderem in der Sonderschau „Martin Rainer und Brixen“ im Diözesanmuseum Hofburg Brixen. Eine Ausstellungsbesichtigung, ergänzt mit Erinnerungen des Museumsdirektors Johann Kronbichler.

M

it leicht erhobenen, offenen Händen liegt die bronzene Christusskulptur da, vom Kreuze abgenommen. Zu seiner Mitte stehen seine Mutter Maria und der Lieblingsjünger Johannes, beide dem Liegenden zugewandt, die Blicke überkreuzen sich. Auch Marias und Johannes’ Handflächen sind geöffnet, alle drei Handpaare bilden einen kreisförmigen Raum, umschließen ein Zentrum: Steht man vor der bronzenen Skulptur, erfühlt man die Fülle in dieser scheinbaren Leere. Die Drei stehen in sichtbarer, lebendiger Verbindung zueinander – auch über den Tod hinaus. Offene Hände können geben und empfangen, sind ein Zeichen der Verbundenheit, des Vertrauens und der Hoffnung. Diese Pietá aus dem Jahr 2011/12 – keine Maria, die ihren Sohn im Schoße liegend hält – ist eines der letzten Werke des Bildhauers Martin Rainer. Vor einem Jahr, am 13. August 2012, ist Martin Rainer verstorben. „Wissen tu ich’s nicht, aber hoffen tu ich’s schon“, hat der tiefgläubige Martin Rainer über ein Leben nach dem Tod gesagt.

Brixner Persönlichkeiten und Originale. Beinahe 60 Jahre lebte und arbeitete der aus Unsere

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Frau in Schnals stammende Martin Rainer in Brixen. Am 7. April 2013 wäre er 90 Jahre alt geworden. Er und seine Frau Klementine gehörten in ihrer Zweisamkeit zum Stadtbild, ebenso wie seine Werke prägend für Brixen sind – vom Lebensweg-Brunnen am Domplatz bis hin zu zahlreichen Grabzeichen im Stadtfriedhof.

nikus Don Franco beispielsweise, mit seiner charakteristischen Baskenmütze, die Rainer wie einen flachen Heiligenschein über das Haupt schweben lässt. Der Gemeindearzt Meinrad Bonell als Skulptur in Apfelholz – geerdet, aufrecht und mit dem Stuhl verschmelzend. Dass Rainer besonders dem Menschen in Armut

Der feinsinnige Humor von Martin Rainer und sein wohlmeinender, aber kritischer Blick auf die Gesellschaft lässt die Betrachter schmunzeln, wenn sie das Bronzerelief „Der Wilde Mann aus den Lauben speit Geld“ betrachten: Aus den Mündern des Wilden Mannes – von dem die Legende erzählt, er würde

„Er ist in seiner Authentizität ein einfacher Mensch geblieben und hat diesen auch nie verleugnet“_ Johann Kronbichler, Museumsdirektor Einige jener Werke, die einen besonderen Bezug zu Brixen haben, zeigt nun das Diözesanmuseum Hofburg Brixen in der Sonderausstellung „Martin Rainer und Brixen“. Sich eine eigene Rainer-Sammlung aufzubauen oder sich anderweitig Werke des Künstlers zu sichern – dies hat die Stadt Brixen versäumt. Um die Pietá in einem der zwei wiedereröffneten Brixner Räume in der Hofburg, in der die Sonderausstellung angesiedelt ist, gruppieren sich Skulpturen von Brixner Persönlichkeiten, die Martin Rainer nahestanden. Kano-

oder Leid seine Aufmerksamkeit zukommen ließ, spiegeln die Skulpturen von Maria Pompanin und der „armen Thresl“ wider: Die Nachbarin Pompanin, die Schwester des Generalvikars und Professors Alois Pompanin, wurde über lange Jahre bis zu ihrem Tod im Jahr 1973 von Klementine und Martin Rainer gepflegt. Die „Kilometer-Thresl“, mit fliehendem Gesichtsausdruck, Rundrücken und Korb charakterisiert, bewältigte den Weg von Klausen nach Brixen zweimal täglich in großen Schritten, stets längs der Hauptstraße, die Autos ignorierend.

am Karfreitag Geld spucken, sofern an diesem Tag die Kirchenglocken läuteten – quellen tatsächlich Geldstücke. Mit zum Beutel geformten Rockschößen und nackten Füßen, dem Sterntaler-Mädchen gleich, fangen die Kaufleute unter den Leuten den Geldsegen von oben auf, unter dem verwundert-verärgerten Blick zweier Altstadtbewohner.

Handwerkliches Können als Basis. „Rainer war kein Avantgardist, er hat eine gediegene Ausbildung an der Grödner Kunstschule unter Luis Piazza und an der Akademie


„MARTIN RAINER UND BRIXEN“: Frühe und späte Werke von Martin Rainer, die einen besonderen Bezug zu Brixen haben, zeigt das Diözesanmuseum Hofburg Brixen noch bis zum 31. Oktober

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für Bildende Künste in München unter Professor Josef Henselmann genossen, und das solide Handwerkliche ist absolut die Basis seiner Arbeiten. Kunst hatte früher schon auch mit Können zu tun – was im heutigen allgemeinen Kunstverständnis nicht mehr unbedingt notwendig zu sein scheint“, erläutert Museumsdirektor Johann Kronbichler. Seinen persönlichen, unverwechselbaren Stil hat Rainer schon sehr früh gefunden: Asketisch, aufs Wesentliche reduziert, fast schon vergeistigt sind viele seiner Skulpturen. Der „Ecce Homo“ oder der „Jesus am Kreuz“, beide aus Apfelholz, erinnern in ihrer klaren, strengen Form an romanische Plastiken – „woran Rainer ein formales Interesse hatte, das er aufgegriffen, jedoch nicht kopiert, sondern in seiner Art weiterentwickelt hat“, so Johann Kronbichler, „andere Werke jedoch scheinen wie aus dem Leben geschaffen, mit vielen verspielten Details.“

ganz wenigen Ausnahmen hatte er eine Krawatte an“, erinnert sich der Direktor des Diözesanmuseums und erzählt von den samstäglichen Treffen um halb neun im Café Gries, wo Volkskundler Hans Grießmair und Karl Gruber, Leiter des Kirchlichen Denkmalamtes der Diözese, sowie Martin Rainer und er sich zusammengefunden haben: „Dies waren immer sehr interessante Begegnungen: Martin Rainer hat viel geschwiegen, aber wenn er etwas gesagt hat, war dies wohlüberlegt und hat pointiert gesessen“. Auch seine eigenen Kunstwerke betrachtete Martin Rainer stets mit kritischen Augen und Zweifel. Viele Entwürfe, mit denen er nicht zufrieden war, hat er zerstört – manchmal zur Verwunderung und auch zur Verärgerung seiner Frau Klementine. In jedem seiner Werke hat Rainer nicht nur sein Können, sondern auch seine Seele hineingelegt, und diese Beseeltheit spürt der Betrachter.

Authentisch, pointiert, zweifelnd. Seine Werke in einer Aus-

Ums Geschäft ist’s nie gegangen. Ein Grabkreuz oder eine

stellung zu präsentieren war Martin Rainer nicht wirklich recht. Als einzigartiger Künstler hat er sich nie gesehen, und sich in den Mittelpunkt zu stellen war sowieso nicht seine Art. Sein Siegel: Die Buchstaben M und, eingefasst in einem O für den Örlerhof, dem Heimathof des Vaters in Schnals, wo er als Örler Martl als Hirte mitgearbeitet hat, bis der Bauernhof wegen des Baus des Staudammes niedergerissen wurde. „Er ist in seiner Authentizität ein einfacher Mensch geblieben und hat diesen auch nie verleugnet: So ist er selbst zu höchsten Anlässen wie zur Papstaudienz in seinem Sarner erschienen, nur in

Medaille zu einem Jubiläum oder einen sonstigen besonderen Anlass – viele wollten etwas von Martin Rainer gemacht bekommen. „Bei ihm musste aber oft ein gewisser Funke überspringen, damit er den Auftrag durchführte. Einer der wichtigsten Entscheidungshilfen war, wenn er gemerkt hat, dem muss geholfen werden oder das Werk ist für einen guten Zweck bestimmt“, so Kronbichler. Ums Geschäft ist es Martin Rainer dabei nie gegangen – im Gegenteil: „Man hat ihn fast auffordern müssen, etwas für seine Arbeit

zu verlangen, er hätte sonst nur die Kosten für das Material und den Guss verlangt.“ Eine Vielzahl von Medaillen hat Martin Rainer gefertigt, eine Auswahl davon zeigt die Sonderausstellung. Ergänzt wird diese Werksschau mit der Ausstellung der Jahreskrippen von Martin Rainer, die die gesamte Heilsgeschichte erzählt, beginnend mit der Verkündigung an Maria bis zur Sendung des Heiligen Geistes am Pfingstfest – ein Gemeinschaftswerk der Familie Rainer. In seinen letzten Lebensmonaten

arbeitete Martin Rainer an dem noch ausständigen Krippenbild, der Bergpredigt mit den Seligpreisungen. Er konnte sie nicht mehr fertigstellen. Sein Sohn Josef wird sie vollenden.

doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Eines der letzten Werke von Martin Rainer: Pietá in Bronze, 2011/12

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BUCH

Kunst & Kultur

Der Orientalist Jakob Philipp Fallmerayer, geboren in Pairdorf am Pfeffersberg, war einer der ersten, der den Orient erforschte; er gilt als Gründer der Orientalistik. Sein Hauptwerk „Fragmente aus dem Orient“ wurde nun neu aufgelegt.

W

er die geopolitischen Verhältnisse unserer Zeit verstehen will, der kommt nicht umhin, jene Brennpunkte unter die Lupe zu nehmen, die sich aus den historischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten ergeben haben und seit dem Angriff auf das World Trade Center als Konflikt zwischen dem traditionell-islamisch geprägten Osten und dem christlich beziehungsweise pluralistisch-säkularisierten Westen allgegenwärtig sind. Die vielschichtige Problematik beherrscht unsere Tagespolitik wie kaum eine andere und bekommt durch die eskalierenden Proteste in der Türkei immer neue Facetten, die unser Verständnis der Lage weiter erschweren.

Drei Orientreisen. Um den Ori-

ent mit seinen vielen religiösen, politischen und gesellschaftlichen Besonderheiten zu verstehen, machen sich Reisende, Abenteurer und Journalisten auf und kehren doch nur mit Erkenntnis-Bruchstücken zurück, welche die kulturellen Unterschiede teils zu bestätigen, teils um neue Sichtweisen zu bereichern scheinen. Nicht anders dürfte es dem 1790 in Pairdorf bei Brixen geborenen Jakob Philipp Fallmerayer bei seinen insgesamt drei Orientreisen ergangen sein, die er in einer epochenbedingten Exklusivität angetreten hatte, um den Orient zu begreifen. Nach dem Feldzug Napoleons nach Ägypten

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(1798-1801), dem griechischen Freiheitskampf (1821-1829) und der französischen Okkupation Algeriens (1830) war dieses Gebiet ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und ließ den an alten Sprachen und politischer Geschichte interessierten Fallmerayer sein ganzes Leben nicht mehr los.

Wanderer zwischen den Kulturen. Dabei hatte der aus einer

kinderreichen Familie stammende Bauernbub ursprünglich ganz andere Lebenspläne, etwa als Theologiestudent und Anwärter für den Eintritt ins Benediktinerkloster Kremsmünster, als Leutnant des Bayrischen Heeres während der napoleonischen

Jakob Philipp Fallmerayer (1790-1861)

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Kriege, als Gymnasiallehrer in Landshut oder als Professor am dortigen Lyzeum. War es nun der frühe Verlust seiner Heimat, sein Unbehagen am Schulbetrieb, sein Singledasein, die restaurative Politik nach dem Wiener Kongress oder die angeborene Neugier für fremde Kulturen: Berühmt geworden ist der Wanderer zwischen den Kulturen jedenfalls als Begründer der Orientalistik, sein Hauptwerk „Fragmente aus dem Orient“ zeichnet ihn nicht nur als profunden Kenner der Materie, sondern als brillanten Sprachkünstler und begnadeten Essayisten aus.

Wieder ins Gedächtnis geholt. Der Bekanntheitsgrad Fallmerayers hielt sich bis vor wenigen Jahren in seiner Heimat sehr in Grenzen. Erst eine Ausstellung auf Schloss Tirol 2009 und die damit einhergehenden Publikationen durch Ellen Hastaba und Siegfried de Rachewiltz haben Fallmerayer in seiner Heimat wieder bekannt gemacht. Sein Hauptwerk „Fragmente aus dem Orient“ war allerdings seit einiger Zeit vergriffen – ein Umstand, auf den Paul Flora schon vor mehr

als einem Jahrzehnt aufmerksam machte. Seinem beharrlichen Drängen ist es zu verdanken, dass Fallmerayers zweibändiges Hauptwerk aus den Jahren 1840 bis 1842 nun in einer kompakten Gesamtausgabe der Edition Rætia vorliegt. Die Buchpräsentation im Geburtshaus des Orientalisten in Pairdorf oberhalb von Brixen gestaltete sich durch die Anwesenheit eines kleinen Kreises von Interessierten als Feierstunde zur Rehabilitierung eines zu Unrecht fast Vergessenen. Der von dem Altphilologen Ulrich Mathà sorgfältig bearbeitete Band wird durch ein ausführliches biographisches Nachwort von Ellen Hastaba ergänzt und kann neben der Umschlaggestaltung aus der Feder von Paul Flora mit einer weiteren Besonderheit aufwarten: Dem 476 Seiten starken Band ist eine Audio-CD beigefügt, auf der der 2002 verstorbene Schauspieler Gert Westphal den Gedanken und Erlebnissen Fallmerayers mit seiner unnachahmlichen Erzählkunst Stimme und Leben verleiht. Barbara Fuchs Leserbrief an: echo@brixner.info

Das Hauptwerk Fallmerayers, „Fragmente aus dem Orient“, ist neu veröffentlicht worden

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Kunst & Kultur

AUSSTELLUNG

Kunst im Labyrinth der Franzensfeste Kunst und Kultur finden auch in diesem Sommer zuhauf in der Festung Franzensfeste statt. Ein mittlerweile etablierter Fixpunkt ist die kleine Biennale „50x50x50 Art Südtirol“, eine Initiative von Hartwig Thaler.

F

ür die einen ist sie das neue Museumsquartier, für die anderen der größte Kunstcontainer des Landes. In jedem Fall ist die Franzensfeste vom nutzlosen militärischen Bollwerk zu einem der eigenwilligsten Kunsträume des Landes avanciert. „Wofür soll der ganze Aufwand gut sein? Wozu eine Festung voller Kunst? Wozu sich mit teilweise verwirrenden Dingen beschäftigen?“, rief der künstlerische Leiter von Art Südtirol am Eröffnungstag in die Menge und gab auch gleich ein bewegendes Postulat mit auf den

Kunstparcours: „Weil Kunst keine Festung ist, die Menschen gegen Menschen stellt, sondern ihnen hilft, sich für ein Miteinander zu entscheiden. Kunst ist eine versöhnende Kraft“, hielt Hartwig Thaler fest und führte seine Begründung weiter aus: „Eine Festung voller Kunst ist besser als eine voller Kanonen. Ein offenes, unsicheres Herz ist besser als ein Aufmarsch von Vorurteilen und Gewalt.“

der friedlichen Nutzung, ohnehin unermüdliches Bestreben der Verantwortlichen vom Landesmuseum Schloss Tirol. Die Art Südtirol sei in zweifacher Hinsicht ein ambitioniertes Projekt, meinte Hans Heiss in seiner Einführungsrede. Zum Einen wage sie eine Übersicht über die zeitgenössische Kunstlandschaft Südtirols und versuche eine große Bandbreite von unterschiedlichen Genres und Ausdrucksformen möglichst kompakt zu repräsentieren. Der gemeinsame Auftritt sei aber auch ein Akt der Verweigerung gegen

Heiss:„Ambitioniertes Projekt“. Damit untermauert der Künstler die kulturpolitische Bedeutung

die Vereinnahmung der Kunst für bestimmte Zwecke. Als nicht minder wichtiges Signal befand Heiss die Selbstorganisation der Aussteller unter der Regie von Hartwig Thaler und der unverzichtbaren Unterstützung des Verein „Oppidum“. „Ein mühsames Unterfangen für alle Beteiligten, aber auch ein Zeichen der bewussten Selbstermächtigung im undurchdringlichen Netzwerk von Institutionen, Ausstellungsorten, Sponsoren und Medien, denen Künstler sonst ausgesetzt sind“, lobte Heiss. Dass sie die Freiheit,

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die Hartwig Thaler ihnen zugesteht, wohl zu schätzen wissen, beweist die zahlreiche Teilnahme der Künstler – 54 bildende Künstler der mittleren Generation sind es genau, die sich auf lokaler und internationaler Ebene bereits hervorgetan haben.

50x50x50. Ungefähr ebenso viele

Bunker und Kasematten wurden zum Bespielen für 50 Tage ausgelost, völlig ohne Vorgaben und Bedingungen – einzig und allein die Künstlerpersönlichkeit und ihr Werk steht im Vordergrund. Die Themen sind mindestens so weitverzweigt wie das Wirrwarr der Gänge. Die Künstler beziehen Positionen zu Philosophie, Anthroposophie, Natur, Gesellschaft und Beheimatung. Maria Walcher bleibt ihrem sozialkritischen Ansatz treu: Die Installation von 1.000 ausgelegten Schüttelbroten mit gestrandetem Boot in der Festung Europa ist ihr Beitrag zur Flüchtlingsproblematik. Um Behausungen und Schutzhüllen des Menschen geht es in Ursula Hubers beeindruckendem Werk „Kokon“, ebenso wie bei Markus Daminis punzierten Leder„Häuten“. Die junge Sara Stuflesser zeigt die fragile Komposition „Society“, sich in gesellschaftlichen Verstrickungen abstrampelnde Fadenfiguren. Die Seele spielt eine zentrale Rolle bei den Landschaften von Markus Moling oder dem verstörenden Dark-Diary-Video von Lissy Pernthaler. Von den eigenen Wurzeln und persönlichen Erinnerungsstücken sprechen Peter Kasers dekorative „Hangerlan“ und Maria Stockners vielschichtige Textilarbeit. Den Menschen auf der Suche nach sich selbst stellt die vielseitig begabte Monica Costabiei mit ihrer Papierarbeit dar. Kostbare Papierlandschaften mit einem sich nach Freiheit

Maria Walcher: 1.000 ausgelegte Schüttelbrote sind ihr Beitrag zur Flüchtlingsproblematik

–––

sehnenden Soldaten ist die feinsinnige Hommage an die Festung von Elisabeth Oberrauch. Sylvie Riant und Martina Stuffer Tarhan zelebrieren mit ihren Arbeiten respektive das Zeichnen und die Zeichen, ebenso wie Harald Kastlungers Goldbilder. In die Unendlichkeit schauen Markus Gassers goldüberzogene Köpfe, während die ungewöhnlichen Torsi von Manfred Mureda den Weg zum erweiterten Areal der mittleren Festung säumen. Dort erwartet den Besucher ein irritierendes Werk von Sonya Hofer: Das „gepixelte“ Auge ist nur in Entfernung zu erkennen oder durch die Linse des Fotoapparats. Auch Margit Klammer

und Peter Chiusole brechen mit unseren Seh- und Hörgewohnheiten. Wolfgang Zingerle setzt dem Lieblingshaustier der Menschen, der Katze, ein Denkmal in Murano-Glas. Erwin Dariz und Walter Dalfovo outen sich als Meister des Portraits. Thomas Sterna untermauert das Konzept der Schau und lässt „Happy End“ im Leuchtkasten flimmern. Auch Johanna Meßner feiert die Freiheit der Kunst mit ihrer zarten BienenInstallation, denn die Tierchen stammen aus einem Bienenstock vom Dach der Wiener Secession, dem ältesten Kunsthaus mit demokratisch festgelegtem Ausstellungsprogramm der Künstlervereinigung. Und dann sind da

noch die Leuchtflügel von Hartwig Thaler, die Frieden, Licht und geistige Dimension symbolisieren.

Künstler wie Sand am Meer. Eine künstlerische Erhellung liefert die Übersichtsschau allemal, ein Ausflug in die luftigen Höhen der Fantasie und des geistigen Flügelschlags. Nach Stunden verlässt man müde, aber glücklich die bizarre Anlage mit der Erkenntnis, dass es in Südtirol Künstler gibt wie Sand am Meer und dass man vielleicht den einen oder anderen Raum im schier uferlosen Labyrinth doch nicht entdeckt hat!? irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

DIVERSES

Brenzlige Situation z Nach Josef Rainer, Armin Blasbichler und Arnold Mario Dall’O hat nun Kurator Christian Schwienbacher für die vierte Kunstaktion im Gebäude der Raiffeisenkasse Eisacktal die beiden Südtiroler Künstler Hubert Kostner und Felix Tschurtschenthaler verpflichtet. Bekannt durch ihre kritischen Positionen zum alpinen Raum, operieren sie im Bankenkontext selbstredend ebenfalls mit Bergsteiger-Symbolik. In der Videoinstallation spielen die Künstler mit

dem Begriff „Friend“, der sowohl die Kletterkameraden meint als auch ein mobiles Klemmgerät zur Absicherung bezeichnet. Vertrauen und Sicherheit sind auch außerhalb der Bergidylle gefragte Werte; sie sind Basis für eine funktionierende Gesellschaft und eine gesunde Ökonomie. Wie groß die Absturzgefahr sein kann, wie fragil die Stabilität der Banken und der Wirtschaft, hat die Menschheit in diesen prekären Zeiten am eigenen Leib erfahren müssen.

Wird die Wand halten? Ist auf den „Friend“ Verlass? Das Portaledge zum Biwakieren hoch über dem Informationsschalter ist ebenfalls ein Menetekel für die Verantwort-

lichen – ob nun Institutionen, Banken oder Familien –, niemals die untrennbare Verquickung von Vertrauen und Verlässlichkeit außer Acht zu lassen. ird

davon übersiedelte bereits im Jahr 1.000 n.Chr. von Säben nach Brixen – die erste und einzige Stätte zur Ausbildung von Sängern und Altardienern war; auch lebten in Brixen bedeutende Kirchenkomponisten. Einer dieser wertvollen Original-Notendrucke ist der „Choralis Constantinus“ (im Bild) des frankoflämischen Komponisten Heinrich Isaac (1450-1517), der am Hof des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck im Dienst stand. Der „Choralis Constantinus“ ist eine riesige Sammlung sämtlicher Messgesänge im gesamten Kirchenjahr, die Isaac mehrstimmig vertont hat.

Den Auftrag dazu erhielt Isaac im Jahr 1508 vom Konstanzer Domkapitel, woher sich auch der Name der Sammlung ableiten lässt, und er arbeitete bis zu seinem Tode an dessen Aufführung. Wegen ihrer großen Komplexität und Kunstfertigkeit werden die Kompositionen heute kaum noch aufgeführt, und dennoch sind sie

in Brixen zu hören: Beim Konzert „Kraft.Klang.Raum“ am 18. August im Kreuzgang interpretiert das renommierte Vokalensemble ColVoc Detmold aus Leipzig zwei Teile dieses Werkes: das „Asperges me“ und den Introitus „Exaudi Domino vocem Team“. db

Am 14. August findet „KlangDom – Die lange Nacht der Kathedrale“ im Brixner Dom statt. Brixner Sänger und Musiker präsentieren geistliche Vokal- und Instrumentalmusik; der meditative Charakter der Musik soll die Besucher zur Besinnung anregen sowie die spirituelle Aura des Sakralraumes erspüren lassen.

Die Freie Waldorfschule Brixen lädt zur Theaterwerkstatt in italienischer Sprache mit Waldorfschullehrer Francesco Tancredi. Der Workshop richtet sich an Kinder von 9 bis 14 Jahren; Termine sind vom 5. bis zum 30. August jeweils am Vormittag. Infos unter Tel. 0472 832344 (8-12 Uhr) oder 345 5808762.

Die Brixner Bürgerkapelle organisiert heuer wiederum den Brixner Blasmusiksommer. An fünf Abenden spielen Musikkapellen aus Südtirol anspruchsvolle Blasmusik, von Opernmelodien bis hin zu traditionellen Märschen. Die Konzerte finden jeweils im Herrengarten statt.

K&K Kunst & Kultur

DIVERSES

Wertvoller Notendruck z Die Seminarbibliothek des Brixner Priesterseminars beeindruckt nicht nur durch ihre Räumlichkeit mit den kunstvollen Stuckaturen und Fresken, sondern auch durch ihre äußerst wertvolle Büchersammlung. Die ältesten Bestände, illuminierte Handschriften und Frühdrucke, gehen zurück auf die Privatbibliotheken der Brixner Fürstbischöfe. Zudem enthält die Bibliothek eine große Anzahl von Bibelausgaben in verschiedensten Sprachen. Neben Büchern wurden auch Notendrucke gesammelt, unter anderem, da einst die Domsingschule Brixen – die Vorstufe

kurz

notiert

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NACHGEFRAGT

„Für Profis gehalten“ Herr Feichter, wie kam es zur Teilnahme der Musikkapelle Pfeffersberg am Eröffnungsspektakel der Münchner Opernfestspiele? Die Opernfestspiele 2013 in München stehen ganz im Zeichen der Komponisten Giuseppe Verdi und Richard Wagner, die beide heuer ihren 200. Geburtstag feiern. Der Dirigent des Polizeiorchesters München und die Leitung der Bayerischen Staatsoper haben das Projekt zur Eröffnung der Festspiele präsentiert; daraufhin habe ich den Komponisten Moritz Egger angerufen, der die musikalische Konzeption und Komposition

innehatte – und mir war schnell klar, dass wir uns dieses Ding nicht entgehen lassen werden. Welche Rolle spielte dabei die Blasmusik, die normalerweise nicht unbedingt in der Oper zuhause ist? Nun, ich denke, dass es eine bewusste Entscheidung der dramaturgischen Abteilung der Bayerischen Staatsoper war, das Ganze in die Welt des symphonischen Blasorchesters zu legen. Unsere Aufgabe war es, in die Rolle der „Verdi Banda“ zu schlüpfen und mit maßgeschneiderten Ausschnitten aus Verdis Oeuvre in den musikalischen Wettstreit gegen die

„Wagner Banda“ zu gehen. Wenn man der Kritik und dem Publikum glauben darf, dann haben wir diesen musikalischen Wettstreit alles andere als verloren.

Foto: Oskar Zingerle

JOSEF FEICHTER, Kapellmeister der Musikkapelle Peter Mayr Pfeffersberg, über deren Auftritt beim musikalischen Wettstreit „Wagner vs. Verdi“ zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele.

Welche Eindrücke nehmen Sie von diesem Auftritt mit? Überwältigend waren für mich das dramaturgische Gesamtkonzept der Veranstaltung, die phantastische Leistung der Tanztruppe „La Fura dels paus“ mit ihrem riesenhaften Puppen- und Artistenspektakel, und dass man uns mit unserer Art des Musizierens für gut zwei Stunden für Profis gehalten hat. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

FOTOGRAPHIE

Alles voller Landschaft z Der in Hamburg lebende Manuel Ferrigato ist in seiner Heimatstadt Brixen kein Unbekannter mehr. Der Werbefotograf ist spätestens mit seiner Fotoserie „The Mountaineers“ anlässlich des International Mountain Summit 2011 aufgefallen, wo sich in den Gesichtern der Bergsteiger auf eindringlich spektakuläre Weise die zerklüfteten Felsen widerspiegelten. In der StadtGalerie fasziniert und irritiert der junge Fotokünstler mit einem völlig neuen Zugang zu den „view points“, den Aussichtspunkten. Sie, die nur Mittel zum Zweck sind, Dreh- und Angelpunkt für Millionen von Voyeuren, die „Natur schauen“ wollen, avancieren bei Ferrigato zum eigentlichen Anziehungspunkt. Die eindrücklichen Aufnahmen lassen den Betrachter einen

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Augenblick vergessen, dass er nie eins werden kann mit der unnahbaren Natur. Einen Aha-

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Zeder

Effekt erlaubt der Fotograf kaum, die „view points“ sind poetische Orte der Sehnsucht, Landschaften,

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die „uns schwebend in den Arm nehmen“, wie es im Begleittext von Arno Dejaco heißt. ird

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ARCHÄOLOGIE

Reise in die Vergangenheit z Das von Giovanni Rizzi 1976 gegründete Brixner Unternehmen „SRA“ für archäologische Untersuchungen startete vor kurzem eine interessante Initiative mit kulturgeschichtlichem Hintergrund: In einem „Archäologie-Camp“ werden unter der Oberaufsicht des Amtes für Bodendenkmäler Ausgrabungskurse für jede Altersstufe angeboten. Vor allem Schulklassen nehmen die Gelegenheit zum Schnuppern in der Vor- und Frühgeschichte gerne an und schlüpfen mit

großer Begeisterung in die Rolle von „Ötzi“. Unter der kundigen Anleitung von Archäozoologin Jasmine Rizzi setzen die Schüler im Camp in der Industriezone die Theorie in die Praxis um. Sie graben in archäologischen Böden, dürfen echte Funde ausbuddeln und benennen. Steine bemalen und Kettenaufreihen ist besonders begehrt, aber auch das Bogenschießen, das Gestalten mit Ton und das Backen von Brot wie unsere Vorfahren in ird der Jungsteinzeit.

Das Geheimnis für Geschmack liegt in der Natur.

NEU IM REGAL Witze, Witze Witze sind naturgemäß Sache des Volkes – es erfindet und verbreitet sie. Mit Witzen unterhalten sich die Leute, mit ihnen nehmen sie aber auch Rache an der Obrigkeit, an Missständen und menschlichen Schwächen. Ernstere und heitere, politische und gesellschaftliche Witze stehen friedlich nebeneinander. Der Verleger Gottfried Solderer sammelte in Südtirols Wirtshäusern und anderswo die Witze der Südtiroler und hat diese nun in einem zweiten Band von „Hosch den schun keart“ gesammelt. Ein Beispiel gefällig? Geht ein Mann auf den neuen Papst Franziskus zu. Fragt ihn der Stellvertreter Gottes: „Was hast du für einen Beruf?“ – „Ich bin Koch, mein Vater war Koch, mein Großvater war Koch, mein Urgroßvater auch.“ Fragt der Heilige Vater milde, aber

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NEU Gottfried Solderer: Hosch den schun keart 2. Mit Zeichnungen von Hanspeter Demetz, Edition Raetia, 2013

auch ein bisschen genervt: „Und was kann ich für dich tun?“ – „Ja endlich einmal die Rechnung fürs letzte Abendmahl bezahlen!“

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MUSIK

z In der Kapuzinerkirche erlebten Mitte Juni zahlreiche Kirchgänger die Uraufführung der Dreifaltigkeitsmesse des ehemaligen Domkapellmeisters Josef Knapp. Der Kirchenchor Albeins hatte die Messe mit Clara Sattler einstudiert und mit Maria-Theresia Noflatscher an der Orgel zur Aufführung gebracht. Trotz seines hohen Alters – Josef Knapp wurde 1921 in St. Lorenzen geboren – und trotz seiner Gehbehinderung gibt er immer wieder Beweise seiner unermüdlichen Schaffenskraft. Auch mit seiner neuen Messe, die der zwanzigköpfige Chor aus Albeins mit sichtlicher Begeisterung interpretierte, gelingt es ihm, die liturgischen Ansprüche einer Missa brevis zu erfüllen. Das zeigt sich bereits im kantablen Thema des Kyrie, das zunächst homophon

einsetzt, dann aber polyphone Abschnitte mit fugierten Einsätzen aufweist, im Christe eleison einen völlig neuen Charakter annimmt, um dann in einer bestärkenden Wiederaufnahme des Anfangsthemas auszuklingen. Feierlich, von einem bewegten Orgelvorspiel eingeleitet, wirkt das Gloria, das von den zum Teil sehr jungen Sängern technisches Können und eine hohe Stimmkultur abverlangt. Clara Sattler hat sowohl hinsichtlich der Aussprache als auch der Intonation beste Arbeit geleistet. Dies zeigt sich auch in dem sehr subtil gestalteten Sanctus, in dem sich lange Notenwerte in allen Stimmen zu einem besonders klangvollen Lob Gottes vereinen. Neben dem Messordinarium wurde ein weiteres Werk erstmals zu Gehör gebracht, mit

dem der 1925 geborene Pater Josafat Wieser einem seiner Lieblingskomponisten seine Reverenz erweist. Seine Bearbeitung der Kanonmelodie des 4. Satzes der Violinsonate in A-Dur von César Franck verbindet unterschiedliche Psalmentexte zu einem innigen

Gebet, wenn es heißt „Von keinem Sturm wird der gefällt, der an das Wort des Herrn sich hält“ und das in einem überzeugenden „Amen“ ausklingt. Clara Sattler interpretierte die exakt unterlegten Textteile dieses Psalmenliedes mit höchster Überzeugungskraft. bf

sequenzen vom Abtransport der Waffen durch amerikanische Soldaten und originelle Audio-Einspielungen von einstigen Wach-

posten. In Kombination mit der Dauerausstellung lohnt sich der Blick in die bescheidene Memory-Ecke allemal. ird

Foto: Oskar Zingerle

AUSSTELLUNG

Festungserinnerungen z Das Jahr des Museumsobjektes 2013 steht im Zeichen der Neuentdeckung von Ausstellungsgegenständen in den Museen. Da die Festung Franzensfeste über keine historische Sammlung verfügt, hat sie sich zum Thema „1000+1 Dinge“ zu einer ungewöhnlichen Initiative entschlossen: Die Koordinatoren der Festung gingen auf Spurensuche bei Zeitzeugen, um so die Geschichte der Festung von 1918 bis 2003 zu dokumentieren. Für das Projekt „A Fortress Memory“ wurden

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Kunst & Kultur

Uraufführungen

Objekte gesammelt, die mit dem militärischen Aufenthalt in der Festung im unmittelbaren Zusammenhang stehen. Auf dem gesamten Festungsareal wurden überdies Umgrabungs- und Aufräumarbeiten durchgeführt, die zahlreiche verschollene Objekte aus dem Soldatenalltag ans Tageslicht brachten. Selbst Zeitungen wurden in den Öfen gefunden, die nie verbrannt worden sind. So sind im vergleichsweise winzigen Wachhaus Fotos, Dokumente und Alltagsgegenstände der ehemaligen Alpini zu sehen, Video-

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August MUSIK UND KIRCHE

Sommerfestival 2013 Das Sommerfestival der Brixner Initiative Musik und Kirche bietet heuer wiederum Leckerbissen für Musikliebhaber an besonderen Orten. z Am 11. August tritt in der Kirche des Priesterseminars das Concerto Stella Matutina unter der Leitung von Alfredo Bernardini (im Bild) auf. Das Konzert wird vom ORF Ö1 direkt übertragen. Die Festmusik „Josephs neuer Kaiserthron“ von Philipp Heinrich Erlebach und die Kantate „Gott ist mein König“ von J. S. Bach stehen auf dem Programm: festliche Musik für Sänger, Streicher, Bläser und Pauken. Am 16. August jährt sich zum fünften Mal der Todestag von Bischof Wilhelm Egger, der in Sterzing seine Kindheit verbrachte. Zu seinem Gedenken wird am

17. August in der Pfarrkirche Maria im Moos in Sterzing das Requiem und das Ave verum von W. A. Mozart aufgeführt. Ausführende sind der Salzburger Bachchor und die Camerata Salzburg unter der Leitung von Daniel Beyer; es wirkt auch André Schuen als Bass-Solist mit. Im Schloss Velthurns steht ein restaurierter Hammerflügel aus der Zeit von Schubert, eine kostbare Rarität. Christoph Hammer und die Flötistin Dorothea Seel werden am 24. August ein Programm präsentieren, das einen starken Südtirol-Bezug hat: Neben den berühmten Variationen über „Trockne

Blumen“ von Franz Schubert erklingen Werke von Südtiroler Komponisten um 1800. Am 7. September spielt das junge preisgekrönte Amaryllis Quartett im Kaisersaal der Brixner Hofburg Streichquartette von

Mozart, der sich bei seinen Italienreisen dort aufhielt. Auch ein Streichquartett von Benjamin Britten, der vor 100 Jahren geboren wurde, steht auf dem Programm des Abends im einzigartigen Ambiente der Hofburg.

» 11. August, 19.30 Uhr:

» 24. August, 20.30 Uhr:

» 17. August, 20 Uhr:

» 7. September, 20.30 Uhr:

Concerto Stella Matutina Brixen, Kirche des Priesterseminars

Camerata Salzburg, Mozart-Requiem Sterzing, Pfarrkirche

Concerto Stella Matutina

Hammerflügel aus der Zeit Schuberts Feldthurns, Schloss Velthurns Amaryllis Quartett, Streichquartette von Mozart Brixen, Hofburg

» Sonntag, 11. August um 19.30 Uhr

Kirche des Priesterseminars Brixen

Alfredo Bernardini, Dirigent Direktübertragung ORF-Ö1

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

Philipp Heinrich Erlebach: Festmusik „Josephs neuer Kaiserthron“ Johann Sebastian Bach: Kantate „Gott ist mein König”

Deutscher Nation bestieg. Bachs Kantate „Gott ist mein König“ gehört zu den bedeutenden Frühwerken Bachs, ist aufwändig instrumentiert und von großer Eindringlichkeit.

Die MusikerInnen des Concerto Stella Matutina sind Mitglieder der anerkanntesten Barockensembles Europas. Der Dirigent Alfredo Bernardini spielt regelmäßig mit dem Freiburger Barockorchester, The English Concert und dem Amsterdam

Baroque Orchestra. Er ist in Brixen bereits durch seine Auftritte mit dem Ensemble Zefiro in der Hofburg bekannt und geschätzt. Erlebachs prächtige Festmusik „Josephs neuer Kaiserthron“ entstand, als Joseph I. im Jahre 1705 den Thron des Heiligen Römischen Reiches

Brixner Initiative Musik & Kirche www.musikkirche.it 35


Veranstaltungen

Musik

Oswald Sattler singt kirchliche Lieder z Oswald Sattler hat als Volksmusikant alles erreicht, was man nur erreichen kann: Bereits mit 19 Jahren war er Mitbegründer der Kastelruther Spatzen. 17 Jahre lang war er wichtiger Bestandteil der Formation und heimste eine Unzahl an Goldenen Schallplatten und Auszeichnungen ein. 1993, als Tourneen und Auftritte ihm kaum noch Zeit für Familie ließen, entschloss sich der Sänger, seinem Leben eine neue Richtung zu geben: Er widmete sich ganz der Familie und seiner Landwirtschaft. Drei Jahre später kehrte er als Solo-Künstler wieder zurück – und war wieder erfolgreich. Was kaum einer weiß: Im deutschsprachigen Ausland gibt Oswald Sattler seit elf Jahren auch sakrale Konzerte, die beim Publikum großen Anklang

finden. Und seine neueste CD „Wer glaubt, ist nie allein“ beinhaltet ebenso 14 religiöse Lieder. Nun gastiert Oswald Südtirol mit drei Kirchenkonzerten erstmals auch in Südtirol, gemeinsam mit dem Kastelruther Männerquartett, Chor und Orchester. In der Kirche findet er mit seinen sakralen Konzerten wieder zu der inneren Gelassenheit zurück, die ihn auszeichnet. Er steht für Werte wie Familie, Naturverbundenheit und Ehrlichkeit. Nach diesen Werten lebt Sattler und strahlt dies auch auf sein Publikum aus. Vielleicht ist es genau diese bewahrte Bodenständigkeit und Bescheidenheit, die das Publikum immer wieder fasziniert. Man nimmt ihm einfach ab, was er singt – und das zu Recht. Bei den Kirchenkonzerten singt

Oswald Sattler Lieder wie „Wie groß bist Du“, „Marien hat geholfen“, „Das Ave Maria der Kinder“ oder „Des Himmels rote Rosen“. Mit ihm tritt das Kastelruther Männerquartett auf, das im Jahr 1994 gegründet wurde und bei den Kirchenkonzerten religiöse Lieder wie „Oh Herr welch ein Morgen“, „So nimm denn meine Hände“ oder das „Aveläuten“ interpretiert.

» Fr, 30. August, 19.30 Uhr, Pfarrkirche Lüsen, » Sa, 31. August, 19 Uhr, Pfarrkirche Lajen, » So, 1. September, 17 Uhr, Meran, Kirche St. Vigil Untermais

Einlass 1 Stunde früher, Kartenvorverkauf: www.ticketone.it, Disco New Bozen, Athesia Ticket – Kartenreservierungen: www.rocknet.bz oder Tel. 0471 970 896

Enduro Südtirol Rennen

KlangDom

Internationale Motorsportveranstaltung für Geländemotorräder

Geistliche Vokal- und Instrumentalmusik am Vorabend zum Fest „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Der vorwiegend meditative Charakter der Musik soll die Besucher zur Versenkung und Besinnung anregen sowie die spirituelle Aura des Sakralraumes erspüren lassen.

Bereits zum dritten Mal organisiert der Onlus-Verein Motocross Brixen das Enduro Südtirol Rennen im Ex-Nato-Areal in Natz. An dieser Motorsportveranstaltung für Geländemotorräder kann jeder teilnehmen.

» Samstag, 10. August Rennbeginn: 11 und 14 Uhr

Einzelwettbewerbe: 2 Rennen á 2 Stunden Rennzeit, unterteilt in vier verschiedenen Altersklassen (Junior, Senior, Master, Oldies); Frauen werden separat gewertet

» Sonntag, 11. August, Rennbeginn: 10.30 Uhr

Teamrennen: 2 Fahrer mit einem oder zwei Motorrädern mit drei Stunden Rennzeit

Training: Samstag und Sonntag, jeweils von 9 bis 10 Uhr

Die lange Nacht der Kathedrale

Zur Aufführung gelangen Chor- und Instrumentalwerke aus verschiedenen Stilepochen, vom Gregorianischen Choral bis zu Komponisten der Jetztzeit. Die ausführenden Musiker und Sänger stammen aus Brixen und der näheren Umgebung. Schwerpunkt des Programms: Messe Solennelle „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod für Soli, Chor und Orchester - Brixner Domchor und Domorchester Künstlerische Leitung: DKM Heinrich Walder, Hannes Kerschbaumer, Lehrbeauftragter am Bozner Konservatorium. Organisation: Barbara Fuchs, Magdalena Beikircher, Paul Silbernagl

Für Speise und Trank sorgt die Musikkapelle Natz

Anmeldung unter www.endurocross.net oder per Fax an 0472 80 22 24 – weitere Infos auf der Facebook-Seite von MC (Motocross) Brixen/Bressanone 36

» 14. August, 20.30 Uhr – ca. 23 Uhr Dom zu Brixen


Musik & Kulinarik

Musik & Kulinarik

Dine, wine & music

Brixner Sommeremotionen

z Auf diesen Event freuen sich bereits viele Musik- und Gourmetliebhaber: Am 22. August steht ein weiterer kulinarisch-musikalischer Genussabend nach dem Motto „Dine, wine & music“ am Domplatz auf dem Programm. Vor beschaulicher Festzeltkulisse kreieren hiesige Gourmetgastronomen erneut feinste Südtiroler Köstlichkeiten und kredenzen dazu exzellente regionale Weine, während ein hochkarätiges Musikprogramm wiederum für erlesenen Ohrenschmaus sorgt. Die Galaveranstaltung wird dieses

Mal musikalisch mit dem 3. Boogie Woogie Festival umrahmt, bei dem internationale Top-Musiker wie Richie Loidl, Anke Angel, Robert Kainar, Robert Shumy und andere die Zuhörer und damit den Domplatz zum Mitschwingen und Mittanzen bringen, getreu nach dem Leitmotiv des Musikfestivals „Shake the Dome“. Bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung auf den 23. August verschoben. Eintritt frei.

» 22. August, 18-24 Uhr Domplatz Brixen

z Zweimal noch im August laden die Brixner Sommeremotionen donnerstagabends nach Brixen, und zwar am 1. und 8. August, wenn sich die Brixner Altstadt von 19 bis 24 Uhr wiederum in eine durchgängige, lichterfrohe und kunterbunte Festmeile verwandelt. Der 1. August steht dabei ganz im Zeichen des Themenabends „Lederhosen und Dirndl“, zu dem sich die vielen Festbesucher gleichermaßen wie Veranstalter, Künstler und Musikgruppen in traditionelle Tracht kleiden und der Abend zu einem einzigartigen Folklore-Fest wird, reich an Südtiroler Spezialitäten, Schuhplattlern und Volksmusik zum Genießen, Flanieren und die einen oder anderen gar zur volkstümlichen Tanzdarbietung animiert. Aber auch der 8. August und damit letzte Abend der diesjährigen Brixner Sommeremotionen hat

jede Menge zu bieten, von zahlreichen Live-Auftritten namhafter Bands und Künstler bis hin zur Modenschau von Voodoo, bei der ab 22 Uhr in der Altenmarktgasse die Trends der nächsten Wintersaison zu sehen sind. Und damit gilt auch für die letzten beiden Donnerstagabende der Brixner Sommeremotionen weiterhin der Leitspruch: „Da ist was los, da muss man hin ... zu den Brixner Sommeremotionen!“

» 1. und 8. August

donnerstags, 19-24 Uhr Brixner Altstadt

Christoph Hammer, Hammerflügel

Dorothea Seel, Flöte Werke von Franz Schubert und von Südtiroler Komponisten um 1800 Im Schloss Velthurns steht ein restaurierter Hammerflügel aus der Zeit von Schubert. Mit einem Konzert der besonderen Art möchte die Brixner Initiative Musik und Kirche das kostbare Instrument in den Mittelpunkt des Interesses stellen. Der Hammerklavierspezialist Christoph Hammer und die Flötistin Dorothea Seel präsentieren ein Programm, das einen starken Südtirol-Bezug hat: Neben den berühmten Variationen über „Trockne Blumen“ von Franz Schubert und einem Rondo von Franz Xaver Mozart erklingen Werke von Südtiroler Komponisten wie Ignatz Anton und Josef Alois Ladurner, Johann Baptist Gänsbacher und Franz Bühler.

» Samstag, 24. August um 20.30 Uhr

Das Vokalensemble „ColVoc Detmold-Leipzig“ zählt zu den bedeutendsten Interpreten der Vokalpolyphonie in Europa. Die Solisten bringen in QuartettFormation verschiedene Vater-Unser-Vertonungen von der Gregorianik bis in die Gegenwart und Musik im Schnittpunkt von sakraler und weltlicher Perspektive zur Aufführung. Das Ensemble wird an verschiedenen Stellen des Brixner Kreuzgangs singen und diesen besonderen Orte auf einzigartige Weise erleb- und erlauschbar machen. Unter anderem singt das Ensemble zwei Teile des Codex Constantinus von Heinrich Isaac (1450-1517), dessen Original-Notendrucke sich in der Bibliothek des Priesterseminars in Brixen befinden.

Weitere Programmpunkte:

- Geomantische Einführung zum Kraftort Kreuzgang - Enrico De Dominicis - Einführung zum Werk „Choralis Constantini“ von Heinric Isaac - von Hans Hermann Jansen

Feldthurns, Schloss Velthurns

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401; Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

» Sonntag, 18. August um 20.30 Uhr Brixner Initiative Musik & Kirche www.musikkirche.it

Kreuzgang Brixen

Eintritt 15 Euro; Kartenreservierung beim Tourismusverein Brixen Info/Ticketreservierung via Internet: www.colvoc.wordpress.com

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Freitag, 2. August

Veranstaltungen

Musik

18 Uhr

Young Artists Abschluss der Musik-Tanz-TheaterWerkstatt für Jugendliche; Leitung: Agnes Öttl Forum Brixen

Diverses

18 Uhr

Vernissage Ausstellung „Crux – Das Symbol des Kreuzes“ (SKB) Diözesanmuseum Hofburg Brixen

Musik

20.30 Uhr

Brixner Blasmusiksommer Konzert der Bürgerkapelle Brixen Herrengarten Brixen

Donnerstag, 8. August

Brixner Blasmusiksommer

Diverses

Konzert der Musikkapelle Kastelruth Herrengarten Brixen

ab 19 Uhr

Brixner Sommeremotionen Altstadt Brixen

Montag, 5. August

Sommerkino

21.30 Uhr

Grenzen der Felskletterei – die Nordwände der Drei Zinnen Christoph Hainz, Rainer Kauschke und Alpinhistoriker Jochen Hemmleb sind anwesend Hofgarten Brixen

FÜR EIN BLUTBAD MUSS DIR BLUTwurst SEIN Was mir alles nicht passt – Trialog mit Schlagwerk und Saxophon; Texte von Christine Wagner, Karl Auer und Monika Brigo; Musik von Renate Seeber und Günther Gasteiger Festung Franzensfeste Samstag, 10. August

Motorsport

20.30 Uhr

Brixner Blasmusiksommer Konzert der Musikkapelle Oberbozen Herrengarten Brixen

Musik

Brixner Orgelkonzerte Dom

16 Uhr

20.30 Uhr

Freitag, 9. August

Musik

Mittwoch, 7. August

Museum

20.30 Uhr

Ein Sommerabend im Museum Abendliche Führung durch das Diözesanmuseum Hofburg Brixen

Brixner Blasmusiksommer Der Brixner Blasmusiksommer bietet anspruchsvolle Blasmusik unter freiem Himmel

» Freitag, 2. August: Bürgerkapelle Brixen » Samstag 3. August: Musikkapelle Oberbozen » Sonntag, 4. August: Musikkapelle Kastelruth » Samstag, 10. August: Bürgerkapelle Bruneck » Sonntag, 11. August: Musikkapelle Lüsen

ab 17 Uhr

Leb’wol, mein Saitenspiel Konzert der Musikakademie der Studienstiftung 1. Teil: Carmina Burana (um 17 Uhr); 2. Teil: Gustav Mahler: Adagio/Sinfonie Nr. 10 und Das Lied von der Erde Forum Brixen

Es treten auf: • Herbert Pixner Projekt mit Manuel Randi • Pristup • Unterbiberger Hofmusik mit Matthias Schriefl und Michl Engl • Thomas Lamprecht Quartett • KasMilchButter • Oachale fon Toule • u.a. Offene Jodelwerkstatt mit Heidi Clementi

Herrengarten Brixen, Beginn jeweils um 20.30 Uhr, Eintritt frei

Sommerfest der Bürgerkapelle Brixen

» Fr 16. August ab 18 Uhr, Sa 17. August und So 18. August Hartmannplatz Brixen

Musikalische Unterhaltung durch: Tirol5, Südtiroler Rifflblech, Tanzlmusik St. Andrä & Brixner Böhmische

» 8. September, 10-18 Uhr, Schloss Velthurns Ticketreservierung mit Frühbucherbonus: www.volxklang.eu

Bürgerkapelle Brixen, www.bk-brixen.it 38

ab 11 Uhr

Enduro Südtirol Rennen Einzelwettbewerbe verschiedenen Altersklassen Ex-Nato-Areal Natz

Dienstag, 6. August

Museum

Rahmenprogramm Art 19 Uhr Südtirol

Vorstellung „Kunstwerk des Monats“ Diözesanmuseum Hofburg Brixen

Samstag, 3. August

Musik

Sonntag, 4. August

www.volxklang.eu info@volxklang.eu


Musik

20.30 Uhr

Brixner Blasmusiksommer Konzert der Bürgerkapelle Bruneck Herrengarten Brixen

Freitag, 16. August

Donnerstag, 22. August

Diverses

Musik und Kulinarik ab 19 Uhr

Sommerfest der Bürgerkapelle Brixen Hartmannplatz

Sonntag.,11. August

Motorsport

ab 10.30 Uhr

Musik 19.30 Uhr

Concerto Stella Matutina Erlebach: Festmusik „Josephs neuer Kaiserthron“; J. S. Bach: Kantate „Gott ist mein König” Kirche des Priesterseminars Brixen

Diverses

20.30 Uhr

Brixner Blasmusiksommer Konzert der Musikkapelle Lüsen Herrengarten Brixen

Samstag, 17. August

21.30 Uhr

Me too Komödie, ESP 2009; Daniel und Laura verlieben sich – doch Daniel hat das Downsyndrom Hofgarten Brixen Mittwoch, 14. August

Museum

21 Uhr

Südtiroler Operetten-Gala Ausgewählte Operetten-Melodien von Strauß, Suppé, Lehar u.a.; mit Clara Sattler, Sabine Willeit, Toni Klotzner und Südt. Operettenorchester Forum Brixen

20 Uhr

Abschlusskonzert Rolling Strings Musiker ab 11 Jahren (Geige, Viola, Violoncello, Kontrabass) zeigen ihr Können Forum Brixen Samstag, 24. August

Musik

11 Uhr, 16.30 Uhr

Abschlusskonzert Klavierwerkstatt Nach einer Woche Üben zeigen die jungen Musiker im Alter von 11 bis 20 Jahren ihr Können. Forum Brixen

Musik

20.30 Uhr

Christoph Hammer (Hammerflügel) und Dorothea Seel (Flöte) Werke von Franz Schubert und von Südtiroler Komponisten um 1800 Schloss Velthurns

Diverses

Montag, 12. August

Sommerkino

ab 17 Uhr

175-Jahr-Jubiläumsfeier der Festung Franzensfeste Festakt mit Referaten; Ausstellung von zwei Arbeiten des Künstlers Eduard Gurk, der die Einweihung im Jahre 1838 grafisch festgehalten hat Festung Franzensfeste

Musik

Musik

Ausstellungen

Freitag, 23. August

Enduro Südtirol Rennen Teamrennen Ex-Nato-Areal Natz

Musik

Dine, wine & music Boogie-Musiker, Cocktails und Sommergerichte Domplatz

20.30 Uhr

Ein Sommerabend im Museum Abendliche Führung durch das Diözesanmuseum Hofburg Brixen

Musik

Sommerfest der Bürgerkapelle Brixen Hartmannplatz

ab 18 Uhr

Sommerfest der Bürgerkapelle Brixen Hartmannplatz

Musik

20.30 Uhr

Kraft.Klang.Raum Musik an besonderen Orten – mit dem ColVoc Ensemble Detmold-Leipzig Kreuzgang Brixen

21 Uhr

Mittwoch, 28. August

Museum

20.30 Uhr

Ein Sommerabend im Museum Abendliche Führung durch das Diözesanmuseum Hofburg Brixen Freitag, 30. August

Musik

KlangDom – die lange Nacht der Kathedrale Sakrale, meditative Musik, vom Gregorianischen Choral bis zur Gegenwartsmusik Dom zu Brixen

19.30 Uhr

Oswald Sattler: Kirchenkonzert Religiöse Lieder mit Oswald Sattler und dem Männerquartett Kastelruth Pfarrkirche Lüsen Samstag, 31. August

Diverses

Dienstag, 20. August

Musik

Brixner Orgelkonzerte Dom Donnerstag, 15. August

Fest

20.30 Uhr

Mittwoch, 21. August ab 10 Uhr

Neustifter Musikfest Organisiert von der Musikkapelle Neustift Stiftsplatz Kloster Neustift

Museum

20.30 Uhr

Ein Sommerabend im Museum Abendliche Führung durch das Diözesanmuseum Hofburg Brixen

03.08. – 31.10. Neue Sonderausstellung: Crux – Das Symbol des Kreuzes; Ausstellung des Südtiroler Künstlerbundes Dienstag, 6. August, 16 Uhr Vorstellung „Kunstwerk des Monats“ 7., 14., 21., 28. August Ein Sommerabend im Museum Führungen jeweils Mittwochabend, 20.30 Uhr – Die Führungen beginnen mit einem Glas Wein. Dienstag, 6. August, 16 Uhr Vorstellung „Kunstwerk des Monats“ Ein Sommerabend im Museum: jeweils Mittwochabend um 20.30 Uhr Pharmaziemuseum Sonderausstellung „Das Glück beim Händewaschen“ Öffnungszeiten: Di/Mi, 14-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Sonntag, 18. August

Diverses

Diözesanmuseum Hofburg Brixen bis 31.10. Sonderausstellung „Martin Rainer und Brixen“ Di-So, 10-17 Uhr

StadtGalerie 9. – 30. August Azzurro Coma: Werke von Celestina Avanzini Öffnungszeiten: 10-12 Uhr und 17-19 Uhr, So und Mo geschlossen Festung Franzensfeste 14. Juli – 31. August 50x50x50 - Art Südtirol Künstler Südtirols zeigen ihre Werke bis 30. September A fortress memory Öffnungszeiten: Di-So, 10-18 Uhr; Montag geschlossen

ganztags

Galerie Adler Art ab 9. August Asiatische Kunst: Malereien, Statuen, Schmuck, Ritualinstrumente, Teppiche u.a. aus Zentralasien – Sammlung von Albert Gruber

Rahmenprogramm Art 16 Uhr Südtirol

Psychologischer Dienst Brixen bis 30. August Weiße Bilder Keramikbilder von Margot Christandl Öffnungszeiten: Mo-Fr, 9-16 Uhr

Stufler Kirchtig mit Musik, Gastronomie, Glückstopf und vielem mehr – der Reinerlös kommt der Restaurierung der Pfarrkirche zugute Stufels

Nang – Literaturzeitschrift Präsentation mit Maria Hilber und Arno Dejaco Festung Franzensfeste

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Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport SPORTSTADT BRIXEN: „Jede Woche betreiben 6.000 Personen auf unseren Plätzen und in unseren Hallen Sport“ (Paula Bacher)

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DURCHFÜHRUNGSPLAN SPORTZONE MILLAND GENEHMIGT

„Total ausgebucht“

PAULA BACHER, Sport-Stadträtin in Brixen, zur Realisierung des geplanten zweiten Fußballplatzes in Milland – und wie es mit den Tennisplätzen weitergehen wird.

Frau Bacher, Ende April hat der Gemeinderat den Durchführungsplan für einen zusätzlichen Fußballplatz in Milland genehmigt. Braucht Brixen wirklich noch einen Fußballplatz? PAULA BACHER: Ja, die Notwendigkeit ist in der Tat gegeben. Immer mehr Kinder und Jugendliche spielen in den verschiedenen Vereinen Fußball, und die bestehenden Plätze sind vollkommen ausgebucht. Milland ist der geeignete Standort, weil dort schon in der Planungsphase des inzwischen realisierten Platzes ein zweiter Fußballplatz vorgesehen war. Schon damals, das ist jetzt mindestens zehn Jahre her, hatte die Gemeinde für die dortige Zone einen homologierten Platz und einen zusätzlichen etwas kleineren Trainingsplatz vorgesehen. Schon damals hatte man also die Entwicklung der steigenden Nutzerzahlen vorhergesehen. Der Platz, der jetzt dort entstehen wird, wird allerdings auch Normalmaße haben. Das heißt, die bestehenden Plätze sind restlos ausgebucht? Sie haben ja keine Ahnung, wie schwierig es ist, die vielen Mannschaften mit ihren verschiedenen Bedürfnissen auf den Plätzen unterzukriegen. Jedes Jahr ist es ein Geraufe um die Nutzungsstunden: Es gibt eine Vielzahl von Mannschaften, die jeweils drei bis vier Mal die Woche trainieren müssen. Zusätzlich kommen noch die verschiedenen Meisterschaftsspiele – es ist wirklich schwierig. Allein im SSV Brixen Fußball spielen 280 Kinder und Jugendliche, der SV Milland hat

neun Mannschaften, dazu kommt der Frauenfußball, der Verein GSD Bressanone, die Albeinser, die Mannschaft in St. Andrä. Die Einteilung der verschiedenen Mannschaften auf den zur Verfügung stehenden Plätzen ist extrem schwierig. Die Problematik wird noch intensiviert durch die notwendigen Regenerierungszeiten der Plätze mit Naturrasen: Es braucht mindestens zwei Monate, bis sich ein Rasen bildet, der dann eine ganzjährige Bespielung ermöglicht. Der ehemalige Bürgermeister Klaus Seebacher hat – auch noch als Sportassessor unter Bürgermeister Zeno Giacomuzzi – aus Brixen eine „Sportstadt“ gemacht, indem er eine Vielzahl an Infrastrukturen entstehen ließ. Auf welchem Niveau ist Brixen heute im Vergleich zu anderen Städten Südtirols? Dazu muss bedacht werden, dass Brixen allein von seiner Lage nicht unbedingt gesegnet ist mit Freiflächen, in denen sich Kinder bewegen können. Wir würden uns ein Areal wie zum Beispiel die Talferwiesen in Bozen wirklich wünschen. In Brixen ist es ja schon schwierig, ein paar Bolzplätze einzurichten – es stehen im Talkessel einfach keine Flächen zur Verfügung. Ich denke aber eher an SportInfrastrukturen: Hat Bozen fünfmal so viele Fußballplätze wie Brixen? Das kann ich nicht sagen, denn es hängt auch davon ab, wieviele Vereine aktiv sind. Bitte bedenken Sie, dass die Vielzahl der in

Brixen tätigen Vereine ein Privileg ist: Die Bevölkerung zieht daraus nur Vorteile. Nun, zumindest im Fall des Kunstrasenplatzes des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums im Rosslauf scheint es doch gewisse Nutzungsfreiräume zu geben, wie man hört ... Von 18 bis 21.15 Uhr wird auch dieser Platz von den verschiedenen Vereinen genutzt. Nach 21.15 Uhr geht es nicht mehr, weil die Anrainer die Benutzung als zu große Belastung ansehen, und vor 18 Uhr ist es leider nicht möglich, weil das Land sich hier dagegen sperrt. Das gilt auch für den Sommer, in dem überhaupt keine Nutzung vorgesehen ist ... Ja, leider. Ich habe sogar versucht, eine Aufsicht für den Sommer zu organisieren, aber die Hindernisse sind vielfältig. Das Land sagt, dass es nicht möglich sei, der Gemeinde für den Sommer den Platz zur Verfügung zu stellen. Ich renne da leider gegen Wände. Kann man Brixen nicht nur im Sinn der Infrastrukturen, sondern auch von der Anzahl der aktiven Sportler als „Sportstadt“ bezeichnen? Ja, auf jeden Fall! Wir haben in der Gemeinde 50 Sportvereine. 50 Sportvereine! Da sind die 14 Sektionen des SSV noch nicht einmal mitgezählt. Wir haben erfasst, dass jede Woche 6.000 Personen auf unseren Plätzen und in unseren Hallen Sport betreiben. Das sind Jugendliche, die nicht vor dem

Fernseher sitzen, sondern sich bewegen im besten Sinn. Das sind Senioren, die dadurch fit bleiben. Ich bin davon überzeugt, dass sich diese Infrastrukturen für die Stadt rechnen, denn je gesünder eine Gesellschaft ist, desto weniger Kosten verursacht sie. Je sportlicher eine Bevölkerung ist, desto besser geht es ihr. Sportliche Betätigung hat aber nicht nur einen gesundheitlichen Aspekt, sondern auch einen sozialen Charakter: Kinder spielen in Mannschaften miteinander und gegeneinander, sie lernen, dass gegenseitige Unterstützung allen Vorteile bringt. So gesehen sind öffentliche Gelder für Sport-Infrastrukturen eine sehr gute Investition. Der neue Platz in Milland soll dem Verein GSD Bressanone in Konzession zugeteilt werden – was auch für einige Diskussionen gesorgt hat. Ist die Trennung zwischen deutsch- und italienischsprachigen Vereinen überhaupt noch zeitgemäß? Nein. In allen in Brixen tätigen Vereinen spielen inzwischen Kinder und Jugendliche aus deutschsprachigen und italienischsprachigen Familien, auch die Immigrantenkinder teilen sich auf sämtliche Vereine auf. Von „deutschen“ und „italienischen“ Vereinen zu sprechen ist also im Grunde nicht mehr zeitgemäß. Schauen Sie, im SSV Brixen Fußball gibt es natürlich nicht nur deutsch-, sondern auch italienischsprachige Trainer, auch viele italienischsprachige Kinder. Beim GSD Bressanone spielen auch deutschsprachige Jugendliche. Beim SV Milland sind auch verschiedene Sprachen zu hören. Das ist doch auch gut so: Die Sprachen41


Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

Kosten übernehmen wird. Ein solches Vorhaben gelingt immer nur, wenn der spätere Nutzer in die Planung und Realisierung involviert wird. Bauherr ist aber diesmal die Gemeinde ... Ja. Im Fall von Milland, Albeins oder auch beim Seebacher-Platz waren es noch die Vereine, aber am Ende hat dann doch immer die Gemeinde die angefallenen Mehrkosten übernehmen müssen. Deshalb werden wir diesmal selbst als Bauherr fungieren.

Paula Bacher: „Je gesünder eine Gesellschaft ist, desto weniger Kosten verursacht sie“

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vielfalt unserer Gesellschaft soll sich auch im Sport widerspiegeln. Dass der neue Platz in Milland in direkter Nachbarschaft zum Fußballplatz des SV Milland entsteht, hat enorme Vorteile synergetischer Natur.

Gemeinde diese Dienste aufrecht erhalten müsste ohne freiwillige Unterstützung, dann wären diese Angebote, von denen heute 6.000 Brixner profitieren, sowieso nicht aufrecht zu erhalten.

Warum aber muss jeder Verein „seinen“ Fußballplatz haben?

Trotzdem: Das Beispiel Tennisverein zeigt auf, dass gemeinsame Wege möglich und sinnvoll sein können.

Theoretisch könnte man auch die Frage aufwerfen, warum nicht alle 50 Sportvereine einen einzigen Vereinssitz haben, den sie sich gemeinsam teilen. Nun, da wird jeder einsehen, dass dies keinen Sinn ergeben würde: Jeder Verein braucht ein Minimum an Raum, den er als Vereinstreff nutzt, wo

Das ist das Ziel, das sich automatisch irgendwann ergeben wird. Je näher zwei Vereine räumlich sind, desto besser funktioniert die Zusammenarbeit. Die Leute haben doch alle dieselben Ziele: Ihnen ist das Wohl der Kinder und

Nun, auch wenn ein relevanter Teil der Kosten vom Land übernommen werden soll: Kann sich Brixen den Platz in Milland eigentlich leisten? Kann sich Brixen grundsätzlich solche Infrastrukturen leisten? Soll Brixen stehenbleiben im Status Quo? Diese Frage ist nicht zu stellen. Mir hat das Konzept der Kletterhalle gut gefallen: Die Gemeinde hat mit Hilfe des Landes die Halle gebaut und übergibt sie dann einem Verein, der sich verpflichtet, ohne weitere Beiträge den Dienst eigenverantwortlich und kostendeckend zu führen. Nun, die Kletterhalle ist eine außergewöhnlich attraktive Infrastruktur, für deren Nutzung die Leute auch bereit sind, einen kleinen

„Die Diskussion über den Platz in Milland auf eine ethnische Ebene zu legen ist grundsätzlich falsch: Ob italienisch oder deutsch, ist doch nicht relevant“_ Paula Bacher, Sport-Stadträtin von Brixen sich der Vorstand treffen kann. Schauen Sie, die Vereine leisten hervorragende Arbeit, zum allergrößten Teil ehrenamtlich. Die Finanzierung erfolgt auch über Sponsoren, für die natürlich auch geeignete Werbeflächen zur Verfügung stehen müssen. Manchmal führen die Vereine eine kleine Bar, die auch Einnahmen generiert. Diese Diskussion über den Platz in Milland auf eine ethnische Ebene zu legen ist grundsätzlich falsch: Ob italienisch oder deutsch, ist doch nicht relevant. Wir müssen jedem einzelnen Vereinsvorstand dankbar sein, dass er seine Freizeit für den Verein opfert. Wenn die 42

Jugendlichen ein Anliegen, und da ergeben sich ganz automatisch Kollaborationen und Synergien, davon bin ich überzeugt. Der SV Milland hat seinerzeit proaktiv die Realisierung „seiner“ Sportzone in die Hand genommen. Wird dies beim GSD Bressanone genauso gefordert? Ja, natürlich. Hier müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, und die Vereinsvorstände werden auch in der Organisation der Fördermittel aktiv werden. Wir erwarten uns, dass das Land zwischen 50 und 70 Prozent der

Obulus zu bezahlen. Nicht jede Sportinfrastruktur fällt in dieses Raster: Meist sind die laufenden Kosten nicht in vollem Ausmaß auf die Nutzer abwälzbar. Genauso wie es Krankenhäuser oder Schulen und Kindergärten braucht, brauchen wir auch Sportanlagen, deren laufende Kosten zum Teil die Allgemeinheit tragen muss. Wie viel Geld gibt die Gemeinde Brixen für den Betrieb von Sportanlagen aus? Wenn Sie dabei allein an jene sechs Fußballfelder denken, die wir in Konzession an die

verschiedenen Vereine abgegeben haben, so sind es jährlich etwa 90.000 Euro für Instandhaltungsmaßnahmen. Dazu zählen wir St. Andrä, Tschötsch, Milland, Albeins, Afers und den Seebacher-Platz. Ich wiederhole: Wir müssen den verschiedenen Vereinen sehr dankbar sein; würde die Gemeinde selbst diese Dienste organisieren müssen, hätten wir ein Vielfaches an Kosten. Wir überlegen, ob wir auch die Sportzone Süd einem oder mehreren Vereinen übergeben könnten – das wäre für die Gemeinde nur von Vorteil. Wie geht es nun konkret mit der Realisierung des zweiten Sportplatzes in Milland weiter? Wir haben 2010 einen Zeitplan aufgestellt, und bis jetzt halten wir diesen auch ein. Wir haben den notwendigen Grund angekauft, es wurde ein Vorprojekt realisiert, der Durchführungsplan ist im Gemeinderat beschlossen worden. Jetzt fehlt noch die Ausführungsplanung, danach folgt die Realisierung – bis 2015 müsste diese erfolgen. Am Ende wird der Fußballplatz etwa 4 Millionen Euro gekostet haben – inklusive Grunderwerb. Weil wir gerade von Sportinfrastrukturen sprechen: Was können Sie uns zur geplanten Verlegung der Tennisplätze berichten? Die Tennisplätze befinden sich heute auf einem Areal, das in Zukunft für andere Nutzungen bestimmt ist. Wir sind seit einer Weile auf der Suche nach einem geeigneten alternativen Areal, und ich bin davon überzeugt, dass die Sportzone aufgrund der dadurch aufkommenden Synergien ideal wäre. Nun ist dort allerdings der Raum begrenzt, aber ich denke, dass wir mit einer unerheblichen Verkleinerung des Lido-Sees genügend Raum schaffen würden. Derzeit denken wir darüber nach, und das muss doch noch erlaubt sein. Ich glaube, der See muss erhalten werden, aber ich bin auch der Meinung, dass das gesamte Areal aufgewertet werden muss. Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen.

oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


FUSSBALL

Frauen am Ball Der größte Frauenverein Südtirols blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück: Die rund hundert Fußballerinnen des SSV Brixen-OBI haben fußballerisches Können bewiesen und die Erwartungen mehr als erfüllt.

D

ie Sektion Damenfußball des SSV Brixen wurde vor rund zehn Jahren gegründet und hat sich in den letzten Jahren etabliert. Entgegen aller Klischeevorstellungen haben die rund hundert Spielerinnen der Sektion bewiesen, dass Fußball nicht nur reine Männersache ist.

Damenfußball boomt. Noch

etwas zaghaft sind die Mädchen aus Brixen und Umgebung in der Anfangsphase dem Ball hinterher gelaufen. Doch dies hat sich bald geändert: Vor rund fünf oder sechs Jahren hat sich das Fußballspielen europaweit mehr und mehr auch zu einem Frauensport gewandelt und erlebte ebenso in Brixen einen ungemeinen Boom. Immer mehr Mädchen haben sich am Fußballfieber angesteckt und verbesserten laufend ihr spielerisches Niveau. Die Brixner Mädchen – anfangs waren es knapp zwanzig – jagten unter der damaligen Leitung von Fabio Pelanda dem Ball hinterher. Heute sind es bereits hundert aktive Mädchen, die sich Jahr für Jahr verbessern. Die anfänglich in der Serie D gestartete erste Mannschaft des SSV Brixen-OBI hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben gespielt. Die Saison 2012/2013 beendeten die jungen Spielerinnen auf dem fünften Platz der Serie A2. Besonders die Trainer Fabio Pelanda und Robert Spath zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden und möchten ihr Ziel, in dieser Serie zu bleiben, auch im nächsten Jahr umsetzen. Das besonders hohe technische Niveau der Mannschaft ist vor allem auf die gute Vorbereitung und auf die intensive Jugendarbeit zurückzuführen. Wert gelegt wird nach wie vor auf einheimische Spielerinnen sowie auf den Nachwuchs aus den eigenen Reihen, denn besonders die Jugendarbeit liegt dem Team rund um Sektionsleiter Ernst Demetz am Herzen. Die pädagogisch ausgebildeten Trainer achten dabei nicht nur auf

Seit zehn Jahren im Aufwind: der SSV Brixen Damenfußball

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fußballerisches Können, sondern auch auf die Weiterentwicklung der Sozialkompetenz.

Von klein auf am Ball. Nicht nur

die erste Mannschaft des SSV Brixen-OBI kann große Erfolge verzeichnen – auch die restlichen fünf Mannschaften in den verschiedenen Altersklassen haben sensationelle Leistungen erbracht: Die U12 gewann beispielweise die Südtirol-Meisterschaft und ließ damit die Bubenmannschaften hinter sich, während die U19 sich als jüngste Mannschaft Italiens an der Meisterschaft „Primavera National“ beteiligte und den achten Platz erreichte. Bei den ganz Kleinen geht es darum, ihnen das Fußballspielen schmackhaft zu machen. Dabei steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Vorstand und Trainer stellen die Jugendarbeit an erste Stelle und möchten die Sektion weiterhin aufbauen. Die Mädchen nehmen deshalb an internationalen Turnieren teil, um auf diese Weise Erfahrungen zu sammeln. Außerdem soll die Teilnahme an Turnieren eine Belohnung für den harten

Einsatz und die vielen Trainingseinheiten sein, gleichzeitig aber auch als Motivationsschub dienen. Bei diesen Turnieren haben die Mannschaften die Möglichkeit, sich mit anderen Mädchen auf nationaler und internationaler Ebene zu messen – und zudem lernen sie mit jedem Spiel dazu.

Keine Männersache. Auch die

kommende Saison soll wiederum so erfolgreich verlaufen wie die vergangene. Die Mädchen sind jedenfalls schon bereit und trainieren weiterhin, um das hohe Niveau zu halten. Dass Frauenfußball lange schon keine reine Männersache mehr ist, haben die Mädchen bereits bewiesen. Der Fußballhype ist größer denn je; immer mehr Kickerinnen aus Brixen und Umgebung kommen auf den Geschmack. Damit dies auch weiterhin so bleibt, können sich Interessierte beim SSV Brixen melden und sich im Fußballspielen versuchen. Die Einschreibungen für die kommende Saison sind bereits im Laufen. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info SSV Brixen Damenfußball-OBI Sektionsleiter: Ernst Demetz Vize-Sektionsleiter: Meinhard Plankl Jugendkoordinator: Florian Demetz Ausschuss: Judith Thaler, Sabine Wolf, Giorgia Corradi, Moreno Baldessari, Florian Sullmann, Christian Santin, Rainer Bielak, Robert Spath, Bruno Mair, Hildegard Antholzer, Florian Demetz Trainer: Serie A2: Fabio Pelanda, Robert Spath U17: Much Weissteiner, Florian Demetz, Roswitha Oberlechner U14: Thomas Oberhollenzer U12: Much Weissteiner, Florian Demetz U10: Florian Demetz U8: Erich Meraner Homepage: www.ssvbrixendamen.it 43


Dabeisein ist alles! z Der als Rahmenprogramm des „Brixen Dolomiten Marathon“ organisierte Frauenlauf ging heuer zum zweiten Mal erfolgreich über die Bühne. Knapp 500 Frauen legten eine 4,2 Kilometer lange Strecke durch die Altstadt von Brixen zurück – und taten dabei etwas für den guten Zweck: Vier Euro pro Teilnehmerin gingen auch heuer wieder an das Frauenhaus in Brixen. Der Startschuss des „Women’s Run“ fiel um 19 Uhr am Vorabend des „Brixen Dolomiten

Marathon“. Der ganz im Zeichen des Elements „Wasser“ stehende Lauf wurde ohne Wettkampfgedanken, ohne Startnummern und ohne Zeitmessung durchgeführt. Ganz nach dem Motto „Dabeisein ist alles“ liefen Freundinnen, Verwandte und Arbeitskolleginnen für Frauen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Das Organisationskomitee rund um Eva Ellemunter ist besonders zufrieden mit der hohen Teilnehmerinnenzahl und freut sich,

dass dieser einzige Frauenlauf Südtirols immer mehr Läuferinnen anzieht. eh

F&S Freizeit & Sport

MARATHON

Dem Wetter zum Trotz z 673 Teilnehmer aus 18 Nationen ließen sich am 29. Juni von Schnee, Regen und Matsch nicht abhalten und legten die 40 Kilometer lange Strecke vom Domplatz bis zum wetterbedingt neuen Ziel an der Bergstation der Plose-Seilbahn zurück. Der 29-jährige Stilfser Thomas Niederegger und die 47-jährige Edeltraud Thaler kamen mit den Bedingungen am besten zurecht und erreichten als Erste das Ziel. Hermann Achmüller, der den Lauf bereits dreimal für sich entscheiden konnte, setzte bei dieser Ausgabe des Brixen Dolomiten

kurz

notiert

44

Marathon aus. Sein würdiger Nachfolger gewann auf Anhieb seinen ersten Marathon und erreichte mit zehn Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten nach 3:11:46 Stunden das Ziel. Thaler machte mit ihren Sieg nach 3:54:16 Stunden den Hattrick perfekt. Der letzte Streckenabschnitt zum Gipfel der Plose musste aufgrund des Neuschnees durch ein 8,5 Kilometer langes Flachstück zwischen Brixen und Albeins ersetzt werden. Dennoch hat der „Brixen Dolomiten Marathon“ nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Erstmals nahmen auch Läufer aus der italienischen BerglaufNationalmannschaft teil, die sich auf einer verkürzten Strecke von rund 30 Kilometern ein eigenes Rennen lieferten, das gleichzeitig als Qualifikation für die Langdistanzen-Weltmeisterschaft in Bulgarien diente. Die Organisatoren der Sportgemeinschaft Eisacktal und des Tourismusvereins Brixen zeigten sich sehr zufrieden. Trotz schlechten Wetters und der kurzfristigen Kursänderung ging das Rennen verletzungs- und komplikationsfrei über die Bühne. eh

Die Fußballer des ASV Albeins schlossen die Meisterschaft der 2. Amateurliga als Tabellenerster ab. Somit steigt die Mannschaft direkt in die 1. Amateurliga auf. Sektionsleiter Manuel Prosch und Trainer Thomas Oberhofer sind besonders stolz auf ihr Team.

Der 28-jährige Manuel Greifenberg aus Aicha wurde Vizeweltmeister in der Kategorie „Tall Class“ der „World Amateur Body Building Association“. Der Bodybuilder und Fitnesstrainer nahm zum ersten Mal an einem Wettkampf dieser Art teil und war auf Anhieb erfolgreich.

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

LAUFEN

Die Eishockeymannschaft „Schwenningen Wild Wings“ schlägt mit ihrem Südtiroler Trainer Stefan Mair in Brixen ihre Trainingszelte auf. Trainieren werden die Spieler der höchsten deutschen Spielklasse in der Brixner Eishalle; das Trockentraining wird im angrenzenden Stadion sowie in der Sporthalle absolviert.


NACHGEFRAGT

„Ausrüstung ist das A und O“ CIRO ZANESCO, Leiter der Südtiroler Bergrettung des „Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico“ (CNSAS) Sektion Brixen, über die Gefahren des Wanderns und über die notwendige Ausrüstung, um Bergunfälle zu vermeiden. Herr Zanesco, immer wieder bringen sich Menschen, auch auf den Wanderwegen rund um Brixen, in Gefahr. Wie kommt es dazu? Leider kommt es immer wieder zu Bergunfällen, auch in unserem Einsatzbereich von der Villanderer Alm bis zur Flaggerschartenhütte, der Plose oder der Lüsner Alm. Dies passiert vor allem deshalb, weil einige Wanderer entweder sich selbst oder die Route überschätzen. Zudem sind viele Wanderer schlecht ausgerüstet. Was verstehen Sie unter passender Ausrüstung? Die Wanderer müssen sich bewusst sein, dass die Ausrüstung

das A und O ist. Diese muss der Wanderung angepasst werden. In den Sommermonaten gehören hierzu gute Bergschuhe, die bis ober die Knöchel reichen, Bergbekleidung, ein Rucksack mit ErsteHilfe-Set, Wasser, Wanderkarte und ein Handy. Das wäre das Mindeste, das der Wanderer zum eigenen Schutz mit sich tragen sollte, und ich kann nur appellieren, sich so gut wie möglich auszurüsten. Was kann ein Wanderer tun, um sich bei Schlechtwettereinbruch zu schützen? Kommt es plötzlich zu einem Unwetter, sollte man sich so gut

wie möglich mit Kleidung bedecken, damit die Körpertemperatur nicht abfällt. Zudem sollte man sich nicht den Blitzen aussetzen. Oft ist es schwierig, in dieser Situation ruhig zu bleiben – trotzdem sollte man versuchen, den Abstieg in tiefere Lagen anzutreten. Großteils sind wir aber zu Einsätzen unterwegs, bei denen Wanderer gestürzt sind, oder wir werden zu Fahrradunfällen im Gelände oder zu Gleitschirmunglücken gerufen, suchen Vermisste oder bergen Menschen, die körperliche Beschwerden aufgrund der Höhe haben. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

HANDBALL

Verbesserung ist oberstes Gebot

„Italiens Handballjugend nur drittklassig“

z Die erste Mannschaft des SSV Brixen Fußball rüstet sich bereits für die neue Saison: Neben hochkarätigen Verstärkungen im Spielerbereich steht auch ein Trainerwechsel an. „Als oberstes Gebot gilt dabei, sich in der kommenden Saison an der vorderen Tabellenspitze zu platzieren und den 8. Platz der heurigen Saison auf jeden Fall zu verbessern“, so Sportdirektor Matthias Fischnaller (im Bild). Mit namhaften Neuzugängen verspricht die kommende Saison eine erfolgreiche zu werden, in der die Brixner eine tragende Rolle spielen sollten. Neben Armin Mayr und Hansjörg Mair, die von St. Georgen nach Brixen wechseln, kommen auch Alexander Profanter (Teis/ Villnöss), Thomas Ritsch (Ahrntal) und Simon Larcher (Milland) dazu. Verlassen werden den SSV Brixen Andrea Bovolenta, Michele Slaviero, Luca Miabella, Simone Ferrari, Manuel Weissteiner, Philipp Plattner

und Alex Tauber. Neben den Neuzugängen aus anderen Vereinen will die erste Mannschaft auch die Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen fördern und in die erste Mannschaft integrieren. Trainiert wird die Mannschaft von Fuschini-Nachfolger Stefan Gasser, der vom Liga-Konkurrenten St. Martin in die Bischofsstadt wechselt. eh

Foto: Oskar Zingerle

FUSSBALL

z Der ehemalige Brixner Handballspieler und Handballtrainer Hubi Nössing nahm Anfang Juli mit italiens Jugend-Nationalmannschaft in Schweden am „Partille Cup 2013“ teil. Nössing ist derzeit zusammen mit Giorgio Oveglia aus Triest Trainer der italienischen Jugend-Nationalmannschaft des Jahrgangs 1994/95, die dieses Turnier als Vorbereitung für die EMQualifikation im nächsten Jahr nutzte. Der „Partille Cup“ in Göteborg ist mit mehr als 1.100 Jugendmannschaften und 15.000 Athleten das größte Handballturnier der Welt. „Zu gewinnen gab

es in Schweden nicht viel“, so Nössing, „da die Nationalmannschaften vieler anderer Länder auf einem völlig anderen Niveau spielen als wir hier in Italien.“ Demzufolge war nach vier verlorenen Spielen in der Vorrunde (gegen Russland, Rumänien, Spanien und Litauen) und einer weiteren Niederlage gegen Israel nicht mehr viel zu holen. Schlussendlich konnte das Spiel um den letzten Platz im Turnier der Nationalmannschaften, das gegen Großbritannien ausgetragen wurde, dennoch gewonnen werden. Geblieben ist die „nüchterne Erkenntnis, dass Italiens Jugendhandball mittlerweile drittklassig geworden ist“, so Nössing. „Während in Italien drei Mal wöchentlich trainiert wird, kommen die führenden Länder auf acht bis zwölf Trainingseinheiten pro Woche. Dies wirkt sich natürlich auf die körperliche Verfassung, aber auch auf Technik und Taktik aus.“ to 45


Wirtschaft & Umwelt

BÜRGER MACHEN BRIXEN ZUR KLIMASTADT

Klimastadt Brixen

Der Brixner Gemeinderat hat kürzlich mit fast einstimmigem Votum den „Klimaplan“ verabschiedet. Er beinhaltet neben einer Bestandsaufnahme zum Energieverbrauch und zu den CO2-Emissionen vor allem auch einen Aktionsplan mit 33 Initiativen, die mit Hilfe von EU-Förderungen in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Gefordert sind aber auch die Bürger.

J

eder hat seine Hausaufgaben im Klimaschutz zu erledigen“, sagt Bürgermeister Albert Pürgstaller, „die Reduzierung der TreibhausgasEmissionen ist unser aller Aufgabe“. Das sei „kein grünes Geschwafel“, unterstreicht er, „die Aussagen der Umweltwissenschaftler sind eindeutig, der Handlungsbedarf klar bewiesen“. In der Tat hat Treibhausgas, in

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erster Linie das aus Verbrennungsprozessen entstehende Kohlendioxid (CO2), eine Veränderung des Klimas angestoßen, die mittelfristig zu Umweltkatastrophen führen kann, wenn sie nicht eingebremst wird.

„Konvent der Bürgermeister“. Die Europäische Kommission hat nach dieser Erkenntnis im Jahr 2008 das „Klima- und Energiepa-

ket“ verabschiedet mit dem Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Ebenfalls 2008 wurde in Brüssel der „Konvent der Bürgermeister“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine offizielle europäische Bewegung, im Rahmen derer sich die beteiligten Städte freiwillig zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung

nachhaltiger Energiequellen verpflichten. Bis zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Ausgabe des „Brixner“ haben 4.890 Bürgermeister aus ganz Europa ihre Mitgliedschaft im Konvent unterzeichnet. Im Grunde delegiert die EU damit die im „Klima- und Energiepaket“ definierten Hausaufgaben an die Kommunen – ein effizienter Weg der Mehrebenenpolitik:


MIT HILFE DER BÜRGER: Brixen will bis 2020 die Kohlendioxid-Emissionen um 20 Prozent senken

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Die EU definiert Ziele und Maßnahmen und beauftragt im Sinne des Subsidiaritätsprinzips die unterste Ebene der politischen Verwaltung, diese Ziele kapillar umzusetzen – gemeinsam mit den Bürgern, die keiner anderen Verwaltung so nahe sind wie den Gemeinden. „Global denken – lokal handeln“ – noch nie war dieser Slogan so treffend. Für konkrete Aktionen hat die EU auch entsprechende Fördergelder vorgesehen, die genauso kapillar verteilt werden sollen.

Brixen mehrgleisig aktiv. Aber

auch in Südtirol ist man bereits vor Jahren aktiv geworden: Unter dem damaligen Landesrat Michl Laimer, dem der Umweltschutz immer besonders am Herzen gelegen war, ist 2011 der „Klimaplan Südtirol 2050“ erarbeitet worden, der das hohe Ziel hat, Südtirol zum „international anerkannten KlimaLand“ zu entwickeln. Das strategische Dokument enthält Ziele und Maßnahmen für die nächsten vier Jahrzehnte – vor allem aber verpflichtete es die Südtiroler Gemeinden, innerhalb von 2018 einen eigenen Klimaschutz- und Energiesparplan zu erarbeiten. Seit dem Rücktritt Laimers als Landesrat hört man

zumindest auf Landesebene nicht mehr viel vom Umweltschutz, aber der Plan ist nach wie vor gültig, die Gemeinden sind damit in der Pflicht. „Brixen wurde aber unabhängig davon aktiv“, sagt UmweltStadträtin Elda Letrari, „und zwar mehrgleisig“. Über die Eurac kam im Herbst 2010 die Anfrage, am

Ausgangspunkt: 2005. So ging man gemeinsam mit GemeindeTechnikern daran, zunächst die Ist-Situation zum Jahr 2005 festzustellen. Denn: Um das vom Konvent festgeschriebene Ziel der 20-prozentigen Reduzierung der Emissionen zu quantifizieren, musste die Gemeinde zunächst erfassen, wie hoch die Emissionen

erheblich verbesserten. Hätte man 2010 als Ausgangsjahr gewählt, wäre das Ziel der 20-prozentigen Emissonsreduzierung schwieriger zu erreichen gewesen. In monatelanger Kleinarbeit entstand der „Klimaplan Brixen“, der kürzlich vom Gemeinderat genehmigt wurde – ein 124 Seiten dickes Dokument, das, sehr

„Jeder hat seine Hausaufgaben im Klimaschutz zu bewältigen“_ Albert Pürgstaller, Bürgermeister von Brixen „Alpstar-Projekt“ teilzunehmen, einer alpenübergreifenden Umwelt-Initiative, die in Slowenien gestartet worden war. 2011 wurden dann etwa 20.000 Euro im Haushalt der Gemeinde vorgesehen für jene Vorbereitungsarbeiten, die notwendig sind, um sich am „Konvent der Bürgermeister“ einschreiben zu können – der Auftrag für die Erstellung des Klimaplans ging an die Eurac, die die Kooperation Brixens mit dem „Alpstar-Projekt“ synergetisch nutzen konnte. Das Geld für diese Studie ist gut investiert, denn sie bildet auch eine gute Basis für den vom Land geforderten Klimaschutzplan.

2005 waren und wodurch diese verursacht wurden – nur dadurch können einerseits maßgeschneiderte und effiziente Aktionen definiert werden. Andererseits müssen die Erfolge aus darauffolgenden Aktionen auch messbar sein, zumindest theoretisch. Dass man ausgerechnet das Jahr 2005 als Ausgangsbasis der Aktion gewählt hat, ist offenbar aus einem gewissen Pragmatismus heraus geschehen: Nach 2005 sind – zu einem Zeitpunkt, als vom Klimaplan noch keine Rede war – in Brixen mit der Fernwärme und mit dem Citybus zwei maßgebliche Initiativen gestartet, die die Emissionswerte bis heute

vereinfacht dargestellt, neben einleitenden Informationen die Ist-Situation von Brixen und nicht weniger als 33 sinnvolle Aktionen beinhaltet. Kernstück ist dabei die systematische Bestandsaufnahme des Energieverbrauchs und der lokalen Energieproduktion; diese Daten münden in das BasisEmissionsinventar (BEI), das die Emissionen von Kohlendioxid der Stadt quantifiziert.

6,33 Tonnen CO2 pro Einwohner. Die Höhe der Emissionen

hängt einerseits von der geografischen Lage einer Stadt, von der Klimalage, der Anzahl der Bewohner und auch von der 47


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wirtschaftlichen Situation sowie vom Verkehr ab, wie natürlich auch vom Fahrzeugbestand und von der Bausubstanz. Das BEI von Brixen ergibt für das Jahr 2005 eine Gesamt-CO2-Produktion von 123.378 Tonnen – 6,33

Foto: Oskar Zingerle

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt Albert Pürgstaller: „Ökologische Aktionen haben auch einen ökonomischen Effekt“

Elda Letrari: „Den Leuten erklären, warum sich ihre Initiativen auszahlen“

Tonnen pro Einwohner. 40 Prozent davon entstammten aus der Wärmeerzeugung, 37 Prozent wurden durch Stromerzeugung verursacht, 23 Prozent durch Verkehr. In Brixen wurden im Jahr 2005 nicht weniger als 529,1

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Gigawattstunden (GWh) Energie verbraucht; zu 37 Prozent durch Wärmeerzeugung, zu 43 Prozent durch Stromerzeugung und zu 20 Prozent durch Verkehr. Nur 1,67 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs wurden damals durch

umweltschonende, erneuerbare Energiequellen bestritten. 144 GWh, also fast drei Viertel der Wärmeerzeugung, wurde mit dem besonders emissionsbelastenden Heizöl generiert. 2005 hat Brixen jedoch mit dem Bau des Fernwärmenetzes begonnen und dieses sukzessive erweitert; eines der Fernheizwerke arbeitet mit Biomasse, was die Werte ebenso verbessert. Im Bereich der öffentlichen Mobilität wurde durch den Einsatz des City Busses der Individualverkehr reduziert. Beide Maßnahmen haben – trotz inzwischen gestiegener Bevölkerungsanzahl – dazu geführt, dass der CO2-Ausstoß von 2010 im Vergleich zu 2005 bereits um mehr als 11 Prozent gesenkt wurde – etwa die Hälfte der Zielsetzung von 20 Prozent ist also damit bereits geschafft. Bei dieser Kalkulation wurden die Emissionen der Autobahn allerdings ausgeklammert: „Dafür ist die Gemeinde nicht zuständig, das liegt außerhalb unserer Entscheidungsbefugnis“, sagt Letrari. „Den Rest schaffen wir bis 2020 locker“, sagen Letrari und Pürgstaller unisono, „Ziel muss

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Der Energieverbrauch der Stadt Brixen 2005 (links) und 2010 (rechts): Photovoltaik und Biogas sind als Energiequellen dazugekommen, Biomasse steigt von 5,9 auf 35 Gwh. Der Ausbau des Fernwärmenetzes reduziert den Anteil des umweltschädlichen Heizöls am Energiebeitrag

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es viel mehr sein, dass wir die Emissionen erheblich mehr senken, als uns das Konvent der Bürgermeister vorschreibt“. Dazu enthält der Klimaplan 33 Aktionen, die auch nach ihrer Effizienz bewertet wurden. Die Aktionen wurden in die Bereiche „Wärme“, „Strom“ und „Verkehr“ gruppiert.

Photovoltaik mit großem Potential. Was den Strom angeht,

verspricht sich die Studie vor allem von Photovoltaikanlagen gute Ergebnisse. Die Gemeinde Brixen hat im Haushalt 2013 bereits 550.000 Euro für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden bilanziert; außerdem sieht sie Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Beleuchtung und der Innenbeleuchtung der Gemeindegebäude vor. Allein zwischen 2010 und 2012 sind Anlagen für 4,5 MW entstanden; „hier gibt es noch enormes Potential“, sagt Elda Letrari, „vor allem auch im privaten Bereich.“ Im Wärmesektor hingegen stehen noch die letzten Lose des Fernwärmenetzes an; danach geht es vor allem um energetische Sanierung – der öffentlichen, vor allem aber auch der privaten Gebäude. Hier wird es Aufgabe der Gemeinde sein, neben den derzeitigen Steueranreizen auch urbanistische Impulse zu setzen, damit die Hauseigentümer in großem Stil an die Sanierung ihrer Gebäude herangehen. „Vor allem geht es hier um intensive Informationsarbeit“, sagt Elda

Letrari, „wir müssen es schaffen, die Bürger bestmöglich darüber zu informieren, welche Möglichkeiten sie haben, welche Vorteile sie daraus ziehen und welche Unterstützungen sie bekommen können“. Im Bereich Verkehr erwartet man sich noch positive Impulse von der Realisierung des Mittelanschlusses der Westumfahrung und auch von der Autobahneinfahrt Brixen-Süd. Grundsätzlich aber möchte man den Individualverkehr weiter senken, auch durch einen weiteren Ausbau des Radwegenetzes. „Hier geht es vor allem auch um Sensibilisierung der Bevölkerung“, sagt Letrari, „je weniger mit dem eigenen Auto gefahren wird, desto besser.“

Energy Manager als erster Schritt. Die Stadtwerke Brixen

sind nun gefordert, den ersten Schritt zu unternehmen: „Wir möchten einen Energy Manager einstellen“, sagt Bürgermeister Pürgstaller, „der die verschiedenen weiteren Initiativen nach ihrer Durchführbarkeit überprüft und priorisiert“. Vor allem geht es auch um das „Anzapfen“ öffentlicher Förderungen: „Die Initiativen von Gemeinden, die am Konvent der Bürgermeister teilnehmen, werden von der EU bevorzugt gefördert“, sagt Pürgstaller. Die Zugangsmodalitäten zu diesen Förderungen seien zwar aufwändig und kompliziert, aber sie lohnen sich. Die Mitgliedschaft von Brixen im „Konvent der Bürgermeister“ ist übrigens am 30. Mai erfolgt. Der Aktionsplan wurde inzwischen

ebenfalls übermittelt und wird derzeit in Brüssel überprüft. Alle zwei Jahre müssen die Zwischenergebnisse mitgeteilt werden – Brüssel will wissen, wie effizient die Gemeinden an der Umsetzung arbeiten.

Pürgstaller:„Auch ökonomisch interessant“. „Grundsätzlich sind

Investitionen im Umweltbereich sowohl für die öffentlichen Verwaltungen als auch für die Privaten vorteilhaft“, sagt Pürgstaller. Man schaffe mit Umweltinitiativen nicht nur Wohlbefinden und Lebensqualität, sondern „es gibt vor allem auch einen ökonomischen Nutzen: Wenn ich ein Haus saniere, habe ich mittelfristig weniger Heizkosten. Wenn ich eine Photovoltaikanlage auf mein Dach setze, erzeuge ich Strom, den ich in das Stromnetz einspeisen kann.“

„Das ist die Herausforderung der nächsten Jahre“, sagt Letrari, „wir müssen den Leuten erklären, warum es sich für sie auszahlt, in ihrem Kontext in die Umwelt zu investieren“. Der Energy Manager wird auch diese Aufgabe übernehmen müssen. „Wenn die Bevölkerung gemeinsam mit uns diesen Weg beschreitet, dann werden wir ohne Zweifel die gesetzten Ziele schaffen und sogar übertreffen“, sagt der Bürgermeister. Bürger machen Brixen zur Klimastadt – den Slogan für die Partizipation der Bürger an der Aktion hat die Gemeinde jedenfalls bereits erfunden.

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Wirtschaft & Umwelt

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Pflanzenschutz sorgt für Unbehagen Chemische Pflanzenschutzmaßnahmen sind ein wesentlicher Bestandteil im modernen Obstbau, um eine qualitativ und quantitativ zufriedenstellende Ernte zu garantieren. Doch dieser Pflanzenschutz sorgt in den Obstbaugebieten immer öfter für Beschwerden.

D

as heurige Frühjahr mit seinen zahlreichen und andauernden Regenperioden hat zu überdurchschnittlich vielen Fahrten von Obstbauern mit ihren Sprühgeräten geführt. Denn: Nur wenn sie innerhalb eines knapp bemessenen Zeitfensters ihre Pflanzenschutzmittel auf den Bäumen ausbringen, können sie einigermaßen sicherstellen, dass die Ware vom Schorf und anderen Pilzkrankheiten verschont und die Äpfel in ihrer vom Handel sowie vom Konsumenten verlangten Qualität erhalten bleiben. Da in solchen Schlechtwetterperioden viele Bauern gleichzeitig mit Traktor und Sprühgerät ihre jeweiligen Grundstücke abfahren, ist es nicht verwunderlich, wenn manchem Nichtbauern angesichts dieser massiven Präsenz ein ungutes Gefühl hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit beschleicht. Das ist besonders auf der Natzner Hochfläche der Fall, wo in den letzten Jahren eine intensive Neuanpflanzungsphase stattgefunden hat und kaum mehr freie Wiesen und Äcker zu finden sind.

Das Ausbringen von Pflanzenschutzmittel sorgt bei Anrainern für ungutes Gefühl

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Stellungnahme der Bürgerliste. Gemeindeverwaltung auf die BeDie Bürgerliste Natz-Schabs hat in einer Stellungnahme an die

schwerden von Bürgern hingewiesen, die der Meinung sind, dass die

vom Gesetz vorgesehenen Abstände zwischen Apfelbäumen und Wohngebieten nicht eingehalten

werden und durch die so genannte „Abdrift“ Pflanzenschutzmittel-Verwehungen außerhalb

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Wachsende Sensibilität. „Wir

sind das Bindeglied zwischen Forschung, Gesetzgeber und Produzent und versuchen, neue Entwicklungen auf die praktische Ebene herunterzubringen“, erklärt Meinrad Zöschg. „In unserer Beratungstätigkeit informieren wir die Bauern laufend über neue Pflanzenschutzmittel und versuchen dabei, den Mitteln mit niedriger Giftklasse den Vorzug zu geben. Die Wiederverkäufer von Pflanzenschutzmitteln haben ihr Angebot voll darauf eingestellt“. Die von der Bürgerliste beanstandeten Pflanzenschutzmittel der Giftklassen T und T+ kommen deshalb heute nur mehr sehr begrenzt zum Einsatz. Zur Bekämpfung der Pflanzenkrankheit Feuerbrand setzen Produzenten im integrierten und im biologischen Obstbau mittlerweile dieselben Mittel ein. Trotz dieser Fortschritte und Bemühungen weiß man im Beratungsring um die wachsende Sensibilität der Bürger und versucht die Bauern, dahingehend zu schulen, auch wenn nicht alle im selben Ausmaß bereit sind, auf die Ratschläge des Beratungsrings

einzugehen. So gibt es seit 2013 neue Abstandsregeln, die bei einer Neuanpflanzung zu beachten sind. Mehrere Versuchsanstalten im In- und Ausland arbeiten daran, die Ausbringung der Spritzmittel zu verbessern und damit zu gewährleisten, dass die Pflanzenschutzmittel möglichst nur auf dem Zielobjekt landen und eine Belastung auch nur der nahen Umgebung soweit als möglich verhindert wird. Die Hersteller der Sprühgeräte haben die Ergebnisse dieser Forschungen bereits in die Entwicklung neuer Geräte ihrer Produktion einfließen lassen, aber es wird wohl noch Jahre dauern, bis die älteren, nicht so effizienten Geräte südtirolweit ausgetauscht sind. Wie kann man nun ein Einvernehmen zwischen den berechtigten Anliegen beider Seiten, nämlich der Produktion von marktfähigem Obst und einer möglichst pflanzenschutzfreien Umwelt erreichen? Ein Produzent im Brixner Talkessel hat damit begonnen, sich mit den Anrainern seiner Grundstücke regelmäßig abzusprechen. Er spritzt zu einer gemeinsam vereinbarten Tageszeit

Foto: Oskar Zingerle

der Anlage stattfinden und damit eine potentielle gesundheitliche Gefährdung einhergeht. Das Problem ist nicht neu. Meinrad Zöschg betreut für den Südtiroler Beratungsring die allermeisten Obstbauern des Eisacktales und ist für alle Fragen des Pflanzenschutzes ein kompetenter Ansprechpartner. Der Beratungsring liefert den Bauern technische Empfehlungen für den integrierten Obstbau, auf deren Grundlage ein wirtschaftlicher Erwerbsobstbau unter Berücksichtigung der Gesundheit von Produzenten, Konsumenten und Umwelt ermöglicht werden soll. So gibt es in Südtirol bereits seit 15 Jahren eine verbindliche Richtlinie, dass jedes Sprühgerät im Fünf-Jahres-Rhythmus an einem zertifizierten Testgerät überprüft und neu eingestellt werden muss. Im restlichen Italien wird diese Überprüfung erst in den nächsten Jahren verbindlich durchgeführt. Ebenfalls aufgrund der Vorgaben des Beratungsringes werden schon seit Jahren keine Pflanzenschutzmittel gegen Spinnmilben eingesetzt. Früher waren fünf Spritzungen pro Jahr normal.

Meinrad Zöschg vom Beratungsring ist Ansprechpartner der Obstbauern, auch zum Bereich des Pflanzenschutzes

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und versucht, diese Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen, um die Belastungen möglichst gering zu halten. Ein konstruktives und achtsames Miteinander ist zwar herausfordernd, aber wohl auch der sinnvollste Weg. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Das Ticken der Uhren Nichts bestimmt den Tagesrhythmus so sehr wie ihre Anzeige: Uhren sind aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Doch führt das Handwerk jener, die sich mit ihnen beschäftigen, einen Überlebenskampf.

E

r sitzt an seiner Werkbank, einen Hammer, mehrere Feilen und Messer, verschiedene Schraubenzieher, Öle und Fette griffbereit. Konzentriert blickt er auf den Gegenstand zwischen seinen Händen, die Stirn in leichte Falten gelegt. Auf den ersten Blick erinnern Werkbank und Werkzeuge an die Werkstatt eines Mechanikers oder Tischlers. Nur ist bei ihm alles viel kleiner, die Arbeitsplatte nur wenige Quadratmeter groß. Seine am häufigsten gebrauchten Werkzeuge: Lupe und Pinzette. Die Rede ist von Paolo Poli, einem von rund 50 Südtiroler Uhrmachern.

Zeitlose Geschichte. Der Ver-

such, „Zeit“ zu messen, ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Die erste Uhr mit Uhrwerk geht auf das Ende des Mittelalters zurück. Zuvor waren bereits Sonnen-, Wasserlauf- oder Sanduhren in Gebrauch, wobei die älteste nachweislich belegbare Sonnenuhr 2679 vor Christus in China verwendet wurde. Die Ära der Turmuhren und damit der ersten mechanischen Uhren wurde 1288 in der Londoner Westminster Hall eingeläutet. Ab Beginn des frühen 14. Jahrhunderts erfreuten sich die Turmuhren dann zunehmender Beliebtheit und wurden auf Kirchen, Rathäusern und Schlössern installiert.

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Wirtschaft & Umwelt

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Federn, Zeiger Spiralen: Die Ersatzteile sind inzwischen schwer zu bekommen

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Die ersten Räderuhren mit Gewichtsantrieb verkündeten die volle Stunde zunächst durch automatische Glockenschläge. Ersatzweise schlugen Turmwächter zu jeder beginnenden Stunde die zugehörige Glocke an. Uhren mit Zeigern und Ziffernblättern wurden erst später verwendet. Interessant dabei ist, dass die Turmuhren bis ins 19. Jahrhundert täglich nach der Sonnenuhr gestellt wurden, weil der Sonnenstand die „wahre“ Ortszeit anzeigte. Somit variierte die lokale Zeit von Ort zu Ort,

zumal die Turmuhr die Richtzeit anzeigte, nach der alle anderen Uhren gestellt wurden.

Präzision in Kleinstformat. „Die-

se Turmuhren füllten ganze Räume aus“, erzählt der Uhrmacher, „ganz im Gegensatz zu diesem Chronographen, einer Quarzuhr mit Stoppuhr-Funktion, deren Uhrwerk nur wenige Millimeter Durchmesser misst.“ Vor ihm liegt das offene Uhrwerk, die Zahnräder sind mit freiem Auge gar nicht zu erkennen. Mit einer dreifach vergrößernden Lupe, die

er zwischen die rechten Augenlider geklemmt hat, und einer Pinzette in der Hand nimmt er das Uhrwerk vorsichtig auseinander. „Es sind besonders alte oder wertvolle Uhren wie diese, die die Kunden zur Reparatur bringen“, erklärt er, den Blick nicht von den kleinen Schrauben, Federn, Zeigern und Spiralen nehmend, „solche Kleinstteile gehen schnell verloren und sind zum Teil sehr schwer erhältlich.“ So liefern die großen Schweizer Uhrenhersteller wie die Swatch Group oder Rolex beispielsweise

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Foto: Carmen Plaseller

Paolo Poli: „Weitergabe von uraltem Wissen“

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keine Ersatzteile mehr. Die Bestandteile von sehr alten Uhren seien überhaupt nicht mehr erhältlich und müssten deshalb per Hand gefertigt werden. Auf die Frage, was denn die größten Feinde von Uhren seien, ob es nun Taschen-, Wand-, mechanische oder elektronische Uhren sind, antwortet er ohne Umschweife: „Schläge, die zu Brüchen von Teilen dieser hochkomplexen Uhrwerke führen, sowie Wasser, das die Teile rosten lässt, und Staub.“ Auch die Armbanduhr zwischen seinen Fingern weist Rostflecke auf, die zum Bruch eines Rades geführt haben. Die Reparatur und Reinigung dieser Uhr wird ihn rund einen halben Tag Zeit kosten – in Anbetracht des Wertes der Uhr ein vertretbarer Aufwand. Doch von der Reparatur allein könne er, wie so viele seiner Zunft, nicht mehr leben.

Wettkampf gegen die Zeit. In

Südtirol gibt es nur mehr drei Uhrmacher, die ausschließlich von diesem alten Handwerk leben können. Einer davon ist Karl Plattner, Obmann der Südtiroler Uhrmachervereinigung. Er kennt die Probleme der Zunft wie kein anderer: Engpässe bis gar keine Lieferung von Ersatzteilen, Verdrängung der Armbanduhren durch allgegenwärtige Zeitanzeigen von Mobiltelefonen über Personalcomputer, Anzeigen in öffentlichen Einrichtungen bis hin zu Backrohr und Mikrowelle, von den Billiguhren mit einem Marktpreis von weniger als 50 Euro ganz zu schweigen. Viele seiner Zunft kombinierten ihr Handwerk mit einem Juweliergeschäft, bieten die Uhrreparatur und -wartung nur mehr als zusätzlichen Service an. Und doch, es gibt sie noch, die überzeugten Armband- und Taschenuhrträger, Sammler und

Investoren. Taschenuhren wie die limitierten, in Handarbeit gefertigten Armbanduhren der Marke A. Lange & Söhne beispielsweise bewegen sich in der Preisklasse einer Luxuslimousine und sind hochgefragte Investitionsobjekte. Doch plagen die Zunft noch andere Sorgen: Es gibt so gut wie keinen Nachwuchs. Paolo Poli ist einer der letzten Südtiroler, die dieses Handwerk erlernten. Seine Ausbildung absolvierte er als Privatist unter anderem beim Obmann der Zunft, an dessen Seite er jetzt im landesweiten Vorstand sitzt. Die Gesellenprüfung konnte er überhaupt erst ablegen, als sich ein zweiter Interessent gefunden hatte. Für sie wurde nach 13 Jahren erstmals wieder eine Gesellenprüfung abgehalten – Meisterprüfung habe es in Südtirol schon seit über 20 Jahren aufgrund der fehlenden Nachfrage keine mehr gegeben. So müssen Interessierte dieses alte Handwerk in Österreich erlernen und sich in dessen Geheimnisse einweisen lassen. In der Zwischenzeit hat sich der Uhrmacher einer anderen, bereits gereinigten Uhr gewidmet. Diese legt er auf die Zeitwaage, mit der er die Genauigkeit der Sekundenlänge misst. „Diese Uhr tickt im Monat um elf Sekunden zu schnell“, sagt er und zeigt auf die Anzeige, „eine vertretbare Abweichung.“ Im Wassertestgerät liegt eine andere Armbanduhr, die per Luftdruck auf die Dichtheit der Verschlüsse geprüft wird. Der Uhrenbeweger testet eine andere Uhr auf das intakte Funktionieren des Werks bei Bewegung. Überhaupt dreht sich in seiner Werkstatt alles um Uhren, Zeiger, Werke – um die Zeit eben. „Es ist schon ein bisschen verrückt“, resümiert der Uhrmacher, „das Leben in der heutigen Gesellschaft wird von nichts anderem so sehr getaktet wie der Zeit. Und jene, die die Messgeräte reparieren, kämpfen ums Überleben der Zunft.“ In der Zwischenzeit hat ein Kunde eine Uhr gebracht, deren Glas durch einen Schlag in Brüche gegangen ist. „Gott sei Dank gibt es sie noch, die überzeugten Armband- und Taschenuhrträger“, sagt Paolo Poli mit einem hoffnungsvollen Ton, „denn sie ermöglichen die Weitergabe von uraltem Wissen über den Trend der Zeit hinweg.“ carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Ausgezeichnet z Die Brixner Druckerei A. Weger wurde Anfang Juli für ihre Bemühungen um den Umweltschutz mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Druckerzeugnisse ausgezeichnet. Die Verleihung des Preises fand in Wien statt, wobei der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich dem Firmeninhaber Andreas von Mörl und dessen Söhnen die Auszeichnung überreichte. Die Druckerei A. Weger wurde 1550 gegründet

und setzt sich heute aktiv für den Umweltschutz ein, indem sie auf eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion achtet. Nachdem die Druckerei bereits die beiden Zertifikate für nachhaltige Holz- und Papierwirtschaft FSC und PEFC erhalten hat und klimaneutral produziert, ist das Österreichische Umweltzeichen die wichtigste und größte Auszeichnung für die Brixner Druckerei. db

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Mitmischen bei Star Trek z Wer sich gerade im Kino den neuen Blockbuster „Star Trek into darkness“ reinzieht, kann im Abspann überraschenderweise auf den Namen Markus Kircher (im Bild rechts) stoßen. Der Brixner, Jahrgang 1985, studierte an der Filmakademie Wien und machte 2009 seinen Bachelor mit Auszeichnung. Im selben Jahr wurde der Film „The Road Home“, an dem Kircher als Kameraassistent und Cutter mitgewirkt hatte, für den Studenten-Oscar nominiert. Sein Praktikum für den Master in „Digital Art – Compositing“ führte ihn von April 2012 bis März 2013 zu

kurz

notiert

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Pixomondo nach Peking, wo er als Compositor mit der chinesischen Kollegin Gao Feng und weiteren 70 Mitarbeitern für die visuellen Effekte von „Star Trek into darkness, „Fast & furious“ und „Game of thrones“ zuständig war. Ein Compositor kombiniert Filmbilder mit realen oder computergenerierten Elementen so, dass das fertige Resultat glaubhaft wirkt. Am Beispiel Star Trek musste der Jungfilmer den roten Wald des Planeten Nibiru mit bluescreen digital verlängern, bei der Verfolgungsjagd von Captain Kirk und Schiffsarzt „Pille“ McCoy wurden

Die Gemeinde Brixen erstellt die Rangordnung betreffend der Zuweisung des für den geförderten Wohnbau bestimmten Bauloses Nr. 6 der Erweiterungszone „C2 Comboni“ in Milland. Die Gesuche können auf den entsprechenden Formularen bis zum 5. September eingereicht werden.

die Speere nachgebaut, animiert und so im Compositing eingesetzt, dass sie mit Elementen wie Staub, Blätter oder Schatten interagieren und sich alles nahtlos zu einem finalen Bild zusammenfügt. Für eine Szene von zwei Sekunden

werden schon mal fünf Wochen benötigt. Nach der wertvollen Erfahrung in China wünscht sich Markus Kircher, „in Filmen Geschichten zu erzählen, die mich berühren und hinter denen ich stehe“. ird

Die Techniker des Bereitschaftsdienstes der Stadtwerke Brixen nutzen Geoinformationstechnologie. Dabei handelt es sich um eine am Tablet oder Smartphone installierte Applikation, die über das integrierte GPS automatisch Informationen zu Netz- und Kundendaten je nach Standort des Geräts visualisiert.

Die gärtnerische Gestaltung der Kreisverkehre in Brixen obliegt den Stadtgärtnern, die mit viel Kreativität und Fleiß vorbildhafte Arbeit leisten. Unterstützt werden sie durch Beton Eisack und die Gärtnerei Auer sowie (im Fall des Kreisverkehrs an der Autobahneinfahrt Brixen Süd) durch die Autobahngesellschaft.


Foto: Oskar Zingerle

STADTGEHEIMNISSE Foto: Oskar Zingerle

Welche Bedeutung hat die Hausinschrift im Erlerhaus?

Die in Stein gehauene Inschrift über dem Torbogen des „Erlerhauses“ in der Adlerbrückengasse lautet „Sub tuum praesidium“, übersetzt „Unter deinem Schutz und Schirm“. Dies ist ein marianisches Antiphon – ein an die Gottesmutter Maria gerichteter Gesang – und eines der ältesten Mariengebete überhaupt; erste Belege stammen aus dem dritten Jahrhundert, aufgezeichnet auf einem ägyptischen Papyrus. Das Gebet wurde in der klassischen abendländischen Musik häufig vertont, unter anderem von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Inschrift am Türbogen ist eine Bitte an die Schutzpatronin Maria, das Haus „unter ihren Schutz zu stellen“. Inschriften dieser Art finden sich unter anderem am Sockel von Marienstatuen, an Marien-Bildern oder auf Glocken beziehungsweise Altären, die der Mutter Gottes geweiht sind. Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert (1523 – Prabst-Haus oder Hans-Weylhammers-Haus) und wurde zwischen 1659 und 1717 aus zwei kleineren erbaut. Kaspar Eder errichtete hier bis 1861 eine Papierhandlung, Anton Unterthiner einen Glaserladen und im südlichen Teil ein Kaffeehaus, das bis 1906 bestand. Dann beherbergte das Gebäude ein Glas- und Spielwarengeschäft. 1937 wurde es zu einer Bank (Raiffeisenkasse) umgebaut, seit 1951 beherbergt das Gebäude wiederum Geschäftslokale. Anregungen: redaktion@brixner.info

BRIXEN

Aus fürs Bezirksgericht z Die Außenstellen des Landesgerichts Bozen und somit auch jene von Brixen werden am 13. September geschlossen. Der italienische Staat will Einsparungen vornehmen, was nun zur Folge hat, dass die Provinz sich ab sofort mit einem einzigen zentralen Gericht in Bozen begnügen muss. Dadurch wird es auch für die Bürger umständlicher: Ein größerer Zeitaufwand und höhere Fahrtspesen müssen nun in Kauf genommen werden. Auch für die Mitarbeiter der Außenstellen wird es schwieriger, da sie sich ans tägliche Pendeln nach Bozen gewöhnen müssen. Obwohl sich die lokale Politik für die Beibehaltung der Außenstellen eingesetzt hatte, steht der Beschluss definitiv fest, und so wird in Brixen neben der Bearbeitung von Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen in diesem Sommer nur noch Büroarbeit erledigt und der Umzug

vorbereitet. Vor einigen Tagen hat die Bezirksgemeinschaft Eisacktal in einem Schreiben an Justizministerin Annamaria Cancellieri gefordert, dass die Orte des Unteren Eisacktals zum Zuständigkeitsbereich des Gerichtsbezirks Brixen kommen sollten; damit würde Brixen für eine genügend große Anzahl an Bürgern zuständig sein, um vielleicht doch noch als Bezirkssitz in Frage zu kommen. Der Brixner Verwaltungsdirektor Josef Mair stellt die Zentralisierung des Gerichts in Frage: „Ich bin nicht sicher, ob Bozen auch genügend auf diese Veränderung vorbereitet ist. Eine kleine Struktur, so wie wir sie in Brixen haben, ist viel überschaubarer.“ Davon abgesehen macht er auch auf die Bedeutung der Außenstellen für die Gemeinden selbst aufmerksam: „Ein Gericht bringt Leben in eine Stadt und wertet die Gemeinde auf.“ hh

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Wirtschaft & Umwelt

NACHGEFRAGT

„Ist das wirklich notwendig?“ NORBERT DEJORI von der Vereinigung Südtiroler Biologen kritisiert die Gemeinde Brixen, die derzeit darüber nachdenkt, den Lido-See geringfügig zu verkleinern, um Raum für Tennisplätze zu schaffen. Herr Dejori, warum ist eine Ansiedelung der Tennisplätze im Lido-Areal in biologischer Hinsicht problematisch? Das Lido hat einen hohen biologischen Wert; es stellt ein letztes Überbleibsel eines alten Eisack-Mäanders dar und ist somit Refugium für viele ehemals häufige Arten. Das Gebiet ist naturkundlich sehr interessant: Es gibt zum Beispiel südtirolweit vielleicht noch drei Standorte, in denen der Dohlenkrebs sich aufhält. Wenn man einen Teil des Lido zuschüttet, gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Wassertrübung, die dazu führen

Heißt das aber, dass in diesem Areal grundsätzlich keine Bauarbeiten mehr stattfinden sollten? Nein. Solange das Wasser nicht berührt wird, gibt es keine Problematik, zum Beispiel am Uferbereich. Eine teilweise Zuschüttung des Sees aber wäre ein

Tabubruch. Wenn ein Bagger im Wasser herumwühlt, eventuell Betonarbeiten im Wasser stattfinden, dann müssen die Eingriffe aufwändig vorbereitet werden, damit die Wasserqualität nicht darunter leidet. Dabei ist die Dimension der Arbeiten nicht besonders relevant – auch kleine Eingriffe können sehr problematisch werden. Wo liegt die Lösung? Die Gemeinde sollte unbedingt darüber nachdenken, ob eine teilweise Verkleinerung des Sees wirklich notwendig ist. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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EISACKTAL

Die Gesichter Südtirols

Als Dolomiti Ranger die Natur entdecken

z Am 10. August laden die Südtiroler Berufsfotografen am „Ggumperermarkt“ in Brixen zu einem professionellen Fotoshooting ein. Anschließend erhält jeder Teilnehmer den kostenlosen digitalen Zugriff auf sein Foto, das nach der landesweiten Motivsuche in einer umfangreichen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Zweck dieses Events ist es, den Leuten die Fotografie wieder näherzubringen, damit die Qualität der professionellen Bilder wieder mehr geschätzt wird. Weil Internet

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kann, dass diese Population ausstirbt. Bevor man die Idee einer Verkleinerung des Lido-Sees also weiterspinnt, muss man die biologische Problematik erkennen. Theoretisch müsste dieses Areal als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden – wie man eben auch Standorte von seltenen Pflanzen schützt.

und die digitale Technik die Verbreitung von Fotos vereinfacht haben, geraten die meisten Fotografen in den Hintergrund. So hat sich die Vereinigung der Berufsfotografen, die 2006 als gemeinsames Forum gegründet wurde, zur Aufgabe gemacht, diesem Berufsfeld wieder mehr Visibilität zu geben. Zudem wollen sie mit dieser Aktion nicht nur auf die Bedeutung ihrer Arbeit hinweisen, sondern auch ein Gesamtbild der Südtiroler erstellen, dabei alle Facetten der Bevölkerung festhalten und anschließend präsentieren. hh

z Wie atmen Pflanzen? Schlafen Blumen in der Nacht? Auf diese und viele weitere Fragen finden Kinder zwischen 7 und 12 Jahren und ihre Eltern zwischen 8. Juli bis zum 6. September eine Antwort: Unter fachkundiger Führung erforschen kleine und große Entdecker an drei Tagen die Welt der Pflanzen und ihre Energien. So kann man jeden Dienstagnachmittag mit einer Betreuerin des Naturparkhauses in Villnöss die Dolomitenpflanzen und ihre Überlebensstrategien im Experiment kennenlernen. Mittwochs

folgen Kinder und Eltern ab Zans den Fraßspuren der Tiere, steigen barfuß in den Bach und erkunden so das heimische Pflanzenreich. Bei einer abenteuerlichen Nachtwanderung zum Vahrner See, die jeden Donnerstagabend stattfindet, lassen sich hingegen alle Sinne schärfen und das Zusammenleben von Pflanze, Tier und Mensch beobachten. Die eifrigsten Spürnasen, die an allen drei Thementagen teilgenommen haben, werden mit dem „Dolomiti Ranger“-Diplom ausgezeichnet. Möglich ist jedoch auch die Teilnahme an einer einzigen Entdeckungstour. Nähere Infos über Programm und Preise sind im Tourismusverein Brixen oder unter www.eisacktal. com/dolomitiranger erhältlich; für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig. db


OBEREGGER IMMOBILIEN

Wohnen in Stufels In Stufels, der begehrtesten Wohngegend von Brixen, ist eines der schönsten Immobilienprojekte zwischen Stadt, Land und Fluss entstanden: Die Wohnsiedlung „Wohnen in Stufels“. Vier Wohnungen in der Wohnsiedlung „Wohnen in Stufels“, alle mit Terrasse und wunderschönem Ausblick, suchen noch einen Besitzer: Zwei Vier- und zwei Dreizimmerwohnungen stehen noch zur Verfügung. Die Wohnsiedlung befindet sich in einer Toplage in der wohl begehrtesten Wohngegend von Brixen und ist nur zwei Gehminuten vom Domplatz entfernt. Die Wohnanlage verbindet einen gehobenen Lebensstil mit viel Freiraum für individuelles Wohnen und Privatsphäre. Die durch die Hanglage unterstützte Staffelung erlaubt eine optimale Besonnung der Wohnungen. Abgesehen von der TraumLage und der überwältigenden äußeren Architektur hat die Wohnanlage auch in ihrem Inneren sehr

viel zu bieten: Das im KlimahausA-Standard gebaute Haus besitzt eine besonders hochwertige Komfortlüftung mit Rotationswärmetauscher. Die großen Terrassenflächen sind energie- und bautechnisch als Warmdach ausgeführt. Außerdem erfolgte die Verglasung durch Dreifach-Wärmeschutzglas mit Argonfüllung.

gewachsenen Kern des Unterdorfes in Neustift zwei Wohnhäuser mit sechs bis acht neuen Wohnungen entstehen. Weitere Informationen dazu erhalten Interessierte auf

Nächste Wohnprojekte. Neben

dem gelungenen Projekt „Wohnen in Stufels“ hat das Immobilienund Bauunternehmen Oberegger in Zusammenarbeit mit einheimischen Handwerksbetrieben zwei weitere Projekte geplant: Zum einen ist im Zentrum von Vahrn der Bau mehrerer Wohnanlagen vorgesehen, und zum anderen sollen im historisch

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Vierzimmerwohnung B10: Verkaufsfläche 126,62 m², Preis 580.000 Euro

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Der Wegbereiter für Immobilien In Sachen Immobilienvermittlung wenden sich im Eisacktal viele bevorzugt an Immobilien Sader und schätzen dabei ganz besonders die Professionalität, Kompetenz und Seriosität des renommierten Brixner Immobilienbüros. Seit über 20 Jahren ist Immobilien Sader im Immobilienbereich tätig und hat sich im Laufe dieser Zeit auf die Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien im Großraum Brixen spezialisiert. Acht fachlich kompetente Mitarbeiter sind in den verschiedenen operativen Bereichen der Immobilienvermittlung tätig, einige davon bereits seit über zwei Jahrzehnten. In diesem Zeitraum konnte viel Berufserfahrung gesammelt und ein Netzwerk von Bau- und Immobilienunternehmen aufgebaut werden – zwei unschlagbare Stärken des renommierten Brixner Immobilienbüros. Besonders stolz ist Inhaber Markus Sader, dass trotz vielzitierter Krise das Verkaufsteam im Frühjahr um eine weitere Mitarbeiterin aufgestockt werden konnte. Damit sind nun vier Verkäufer mit Begeisterung und Freude im Einsatz, die optimal auf die Wünsche und Bedürfnisse der Interessenten eingehen können.

Extra

Immobilien & Finanzen

IMMOBILIEN SADER

Attraktive Immobilienangebote. Noch nie war ein Wohnungs-

kauf so herrlich entspannend. Der Markt bietet derzeit reichlich Angebot an Immobilien unterschiedlicher Baustile, von modern bis traditionell, ohne dass dabei auf Qualität verzichtet werden muss. Für jeden Geschmack und jeden Wohnsinn bietet Immobilien Sader attraktive Immobilien im gesamten Eisacktal. Eine aktuelle Übersicht findet man online unter www.sader.it.

Immobilien Sader GmbH Kleiner Graben 2, 39042 Brixen Tel. 0472 201250 Fax 0472 201242 www.sader.it 58

Im Trend: die Etagenwohnung. Die starken Veränderungen der letzten Jahre haben nicht nur den Wohnungsmarkt geprägt – auch die Käufer haben sich zu gut informierten und selbstbewussten Kunden entwickelt. Interessant an dieser Entwicklung ist zudem, dass immer mehr kaufkräftige „Häuslekäufer“ die stilvolle Etagenwohnung, gerne im letzten Stock und mit großer Terrasse, einem freistehenden Eigenheim vorziehen. Als Grund dafür nennen die meisten die Hektik und Eile in einem meist anspruchsvollen Beruf, der wenig Zeit für die Wartung und Pflege von Haus und Garten lässt. Hier vereint eine großzügige Etagenwohnung die Vorteile von Freiraum mit dem Komfort einer gepflegten und von einer Kondominiumverwaltung betreuten Wohnanlage. Auch sucht heute ein Immobilienkäufer seltener eine Wohnung „für immer“. In Folge kommen auch mehr gebrauchte Immobilien auf den Markt, die in Topform sind, jedoch nicht mehr den gewandelten Bedürfnissen des Eigentümers entsprechen und deshalb veräußert werden. IMU-Steuer hin oder her: Ob nun eine Wohnung oder Ferienimmobilie für den Eigenbedarf angekauft wird oder ob der ersparte Betrag in eine gewinnbringende

Die Wohnanlage „Maia“ in Zinggen, im Bild die derzeit noch freie Dachgeschosswohnung Stadtwohnung zur Vermietung gesteckt wird, ist eine Frage der inneren Einstellung. Auch in Sachen Vermietung finden Interessenten bei Immobilien Sader mit einer eigenen Mietabteilung den richtigen Ansprechpartner. Ob nur Beratung oder die ganze Abwicklung einer Vermietung, von der Mietersuche über den Mietvertrag mit Registrierung bis hin zur Nachbetreuung: Bei Immobilien Sader wird auch dieser immer wichtiger werdende Bereich mit größter Kompetenz und Erfahrung betreut. Das Immobilienbüro wurde nicht zuletzt aus diesem Grund vom Verband für Gebäudeinhaber der Provinz Bozen als Außenstelle für das Eisacktal und Wipptal gewählt, wo sich seine Mitglieder unverbindlich

„Atria“ in der Kassianstraße in Brixen

zu allen Fragen rund um die Vermietung informieren können. Aber auch Mietinteressenten profitieren von den kundigen Fachberatern sowie von einer breiten Angebotspalette von Mietwohnungen. Immobilien Sader bietet damit nicht nur die jeweils richtige Immobilie, sondern auch die professionelle Beratung und umfassende Betreuung.

Die Wohnanlage „Zellen“ in Villnöss

„Living in the Alps“ in St. Andrä


Risikocheck beim Immobilienkauf

WILLEITIMMOJUS

Da mit dem Kauf einer Immobilie immer große Risiken verbunden sind, gilt es, diese vorab zu kennen, um rechtzeitig entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung stellt für viele ein herausragendes Ereignis im Leben dar. In den meisten Fällen ist die Kaufabwicklung mit viel Stress und Unsicherheit verbunden. Ein voreiliger Vertragsabschluss kann jedoch dazu führen, dass einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden, die man zum Schutz vor unliebsamen Überraschungen immer beachten sollte. Dies sind unter anderem der Gang zum Grundbuchamt und zum Liegenschaftsregister, um sich einen Einblick über Eigentumsverhältnisse, Rechte, Lasten, Grenzen, Oberfläche, Gemeinschaftseigentum und Dienstbarkeiten zu verschaffen.

Bankgarantie minimiert Käuferrisiko. Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass in der Vorkaufsphase der Käufer das volle Risiko trägt – der Verkäufer hingegen erst nach dem Kaufakt, falls die Bezahlung noch nicht vollständig geleistet wurde und der Käufer die Wohnung bereits besetzt. Es ist

daher ratsam, eine Bankgarantie für Zahlungen, die vor Abschluss des endgültigen Kaufvertrages anfallen, zu verlangen. Steuerrechtlich ist hingegen zu prüfen, welche Begünstigungen es gibt, beispielsweise beim Erwerb der Erstwohnung, und welche Voraussetzungen für die Inanspruchnahme erforderlich sind.

Informieren und absichern. Beim Immobilienkauf direkt von der Baufirma sollte man sich zusätzlich über die Risiken eines etwaigen Konkurses des Unternehmens informieren und absichern. Beim Erwerb der Liegenschaft in ehelicher Gütergemeinschaft oder Gütertrennung ist eine umfassende Kenntnis über deren Vor- und Nachteile vonnöten. Der endgültige Kaufvertrag muss von einem Notar unterzeichnet werden. Laut Entscheidung des Oberlandesgerichtes Trient, Außenstelle Bozen, vom 26. Mai 2004 ist es wieder möglich, in Südtirol Kaufverträge durch einen österreichischen Notar kosten-

günstig beglaubigen zu lassen. Dabei ist jedoch zu präzisieren, dass dieser im Gegensatz zu seinen italienischen Amtskollegen ausschließlich die Unterschrift der Vertragsparteien beglaubigt, jedoch keine inhaltliche Prüfung der Urkunde vornimmt.

Von Anfang an gut beraten. WILLEITimmojus hat sich auf die Abwicklung von Immobiliengeschäften spezialisiert: Das Leistungsspektrum umfasst die Erstellung von Immobilienverträgen wie Kauf-, Miet-, Pacht- oder Schenkungsverträge, die Vermittlung von Immobilien in Südtirol und Innsbruck, die Abwicklung von Immobilienschätzungen, Unternehmensnachfolgen und Hofübergaben bis hin zur Regelung von Erbschaftsangelegenheiten. Darüber hinaus bietet WILLEITimmojus die inzwischen obligatorische Pflichtmediation in zivilrechtlichen Konfliktfragen. Kunden profitieren vom umfassenden Service, einer einwandfreien juristischen Abwicklung

Hannes Willeit, Vertragsjurist, Immobilienvermittler und Mediator

„Ein Immobilienkauf will nicht nur gut überlegt, sondern auch rechtlich ordnungsgemäß abgesichert sein. Gerne berate ich Sie bei Ihrer nächsten Immobilieninvestition und übernehme auf Wunsch die Prüfung der jeweiligen Liegenschaftssituation sowie die Ausgestaltung des Immobilienvertrages.“

und Schaffung von Rechtssicherheit für alle Beteiligten – in der Gewissheit, dass stets die steuergünstigste Variante erarbeitet wird.

Vahrn/Varna, Löwecenter, Eisackstraße 1 - Tel. 0472 970690 - Mobil 349 7761878 - info@willeitimmojus.it - www.willeitimmojus.it 59


TIROLER SPARKASSE

Immobilien & Finanzen

Sicher anlegen

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Spezielle rechtliche Rahmenbedingungen machen Geldanlagen bei österreichischen Banken besonders sicher. „Die in Österreich geltende gesetzliche Einlagensicherung und Anlegerentschädigung sowie die für Banken mit Sitz in Österreich verpflichtende Mitgliedschaft an einer Sicherungseinrichtung sorgen dafür, dass Geldeinlagen in Österreich besonders sicher sind“, erklärt Roberto Simoni, Leiter des Vertriebs Italien der Tiroler Sparkasse.

Gesetzliche Einlagensicherung. Seit Anfang 2011 gilt in Österreich eine gesetzliche Einlagensicherung, mit der die Auszahlung des bei einer österreichischen Bank einliegenden Geldes sowohl für natürliche als auch juristische Personen bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro garantiert wird. Damit sind Kapital und Zinsen auf Girokonto, Sparbuch, Profitkonto und Bausparkonto je Bank und Einleger bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro geschützt.

Gesetzliche Anlegerentschädigung. Die gesetzliche Anlegerent-

schädigung sichert Forderungen von Kunden gegenüber einer Bank ab, die sich aus Dienstleistungen in Bezug auf Wertpapiere ergeben können. Dies umfasst jene Fälle, in denen die Bank Gelder aus Wertpapiertransaktionen wie zum Beispiel Dividendenzahlungen auf unverzinste Konten gutschreibt und nicht mehr auszahlen kann oder Wertpapiere nicht mehr zurückgegeben werden können. Natürliche Personen erhalten auf diesbezügliche Forderungen Entschädigungen bis maximal 20.000 Euro, juristische Personen oder Personengesellschaften hingegen 90 Prozent ihrer Forderung, höchstens jedoch 20.000 Euro. Der Schutz der gesetzlichen Anlegerentschädigung steht dem Kunden zusätzlich zur Einlagensicherung zu. „Die in Österreich geltende Einlagensicherung und Anlegerentschädigung schützen Kunden in jenen Fällen, in denen 60

Roberto Simoni, Leiter Vertrieb Italien der Tiroler Sparkasse in Innsbruck

„Viele Südtiroler nutzen die Vorteile der sicheren Geldanlage in Österreich und wissen ihr Geld bei der Tiroler Sparkasse in guten Händen“

sie ihr Vermögen von der Bank nicht mehr ausbezahlt bekommen, weil über das Kreditinstitut der Konkurs eröffnet, die Geschäftsaufsicht verhängt oder eine behördliche Zahlungseinstellung verfügt wurde“, erläutert Roberto Simoni.

Zusätzliche Sicherheit durch Haftungsverbund. Österreichi-

sche Kreditinstitute sind darüber hinaus gesetzlich verpflichtet, einer Sicherungseinrichtung anzugehören. Für Erste Bank und die österreichischen Sparkassen ist dies die Sparkassen-HaftungsAktiengesellschaft. „Um Kunden bessere Finanzleistungen und besseren Schutz bieten zu können, haben die Erste Bank und die Sparkassen einen Haftungsverbund gegründet“, so Simoni, „dieser bildet in Krisenzeiten ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Die Sparkassen im Haftungsverbund haften wechselseitig für die Auszahlung von Kundeneinlagen bis zu 100 Prozent. Der Haftungsverbund sichert dabei währungsunabhängig sowohl Einlagen als auch Wertpapiere.“


IMMOBILIEN DOMUS

Wohnen in der Stadt In der Goethestraße in Brixen entsteht demnächst die erste Wohnanlage im Energiestandard „Klimahaus A Nature“. Die neue „Villa Icarus“ vereint maximalen Wohnkomfort mit Energieeffizienz und nachhaltigem Bauen. Vor Kurzem haben die Bauarbeiten zur Realisierung der Villa „Icarus“ in Brixen begonnen. Es handelt sich hierbei um die erste Wohnanlage in Brixen im Energiestandard „Klimahaus A Nature“. Bei der Einstufung eines Gebäudes als „Klimahaus A Nature“ wird nicht nur der Wärmebedarf und die Gesamtenergieeffizienz, sondern auch die Nachhaltigkeit eines Gebäudes berücksichtigt. Dabei spielen insbesondere die Umweltverträglichkeit der für den Bau des Gebäudes verwendeten Materialien, Maßnahmen zum Schallschutz sowie die optimale Nutzung des Tageslichts eine Rolle. Entsprechend wird die „Villa Icarus“ vor allem in den Materialien Ziegel und Glas realisiert,

die ein naturnahes, ruhiges Wohnen versprechen. Die Wohnanlage bietet Platz für elf großzügige Terrassenwohnungen, darunter eine Erdgeschosswohnung mit 300 Quadratmeter Privatgarten, alle mit dazugehörigen Kellern und Garagen. Doch nicht nur die großzügige Ausstattung und

durchdachte Haustechnik mit niedrigen Energie- und Nebenkosten, sondern auch die attraktive, zentrumsnahe und doch angenehm ruhige Wohnlage wird den künftigen Besitzern hohe Wohn- und Lebensqualität mit allen Annehmlichkeiten in nächster Nähe bieten. Die Übergabe ist für Mai 2014 geplant.

Die „Villa Icarus“ in der Goethestraße in Brixen

Interessenten können sich bereits jetzt bei Domus Immobilien, dem etablierten Realitätenbüro am Domplatz, zur neuen Wohnanlage informieren und sich ihre Traumwohnung reservieren.

Immobilien Domus Friedrich Überbacher Domplatz 20, 39042 Brixen Tel. 0472 834100 Fax 0472 836096 info@domus.cc, www.domus.cc


Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Elisabeth Stürz (es) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Barbara Fuchs (bf) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info

Juli 1913

Von Radfahrer überfahren Donnerstag, 10. Juli 1913 Am Montag abends hat der 17jährige Zögling Rieger in der Runggadgasse in Brixen mit seinem Fahrrad die 68 Jahre alte Frau Maria Mayrhofer überfahren. Dieselbe erlitt mehrere Kopfwunden und wurde in bewußtlosem Zustande in das Krankenhaus gebracht.

Sonderbarer Gast Donnerstag, 10. Juli 1913 In Brixen kam vor einigen Tagen ein Kurgast per Rad an, kehrte in einem Gasthof ein und fragte nach einem Zimmer, da er mehrere Tage in Brixen zur Kur zu

Foto Titelseite: Jürgen Eheim Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. August 2013 Nächster Redaktionsschluss: 6. August 2013 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 62

bleiben gedenke. Er erhielt das Gewünschte, stellte sein Rad ein und tat sich bei Speisen und Getränken gütlich. Kaum war der Gast einen Tag dort, verließ er den Gasthof und vergaß hierbei, die Wirtsrechnung zu begleichen. Nun, er wollte galant sein, indem er das mitgebrachte Rad zurückließ und seither um dasselbe kein Verlangen hatte. Jedenfalls hat der noble Gast das Radel irgendwo mitgehen lassen. Kennzeichen: Der Schwindler ist zirka 28 bis 30 Jahre alt, Knöpfe im Gesicht und Hals. Das Rad ist alt und hat am Laternenhalter ein „A“ eingeschnitten. Sachdienliches wäre der Sicherheitswache hier mitzuteilen.

Vom Wetter Donnerstag, 10. Juli 1913 Nach einigen heißen Tagen im Juni haben wir nun schon seit über einer Woche naßkaltes, trübes Wetter. In den letzten Tagen hat es öfters geregnet und unsere umliegenden Bergspitzen wurden mit Schneehauben bedeckt. Für die Sommerfrischler und die Fremden ist die Witterung nicht gerade angenehm und auch die Einheimischen würden schon sehr gern einen baldigen Witterungsumschwung wünschen.

Sprachenkurs Donnerstag, 3. Juli 1913 Wie uns mitgeteilt wird, soll hier in Brixen in nächster Zeit von der Berlitzschule in Bozen ein französischer und ein englischer Kurs abgehalten werden. Es ist eine solche Einführung sehr zu begrüßen, denn es macht sich tatsächlich das Bedürfnis eines derartigen Kurses in Brixen geltend. Wie uns bekannt ist, soll das Honorar für eine Person monatlich Kr. 10 bei zwei Stunden Unterricht wöchentlich und bei einer Beteiligung von 5-6 Personen betragen. Der Unterricht im Französischen wird von einem geborenen Franzosen erteilt und ist somit den einzelnen Schülern eine Gewähr für das richtige Erlernen der Aussprache usw. gegeben. Anmeldungen wollen mit der Aufschrift „Sprachenkurs“ an die Administration der „Brixener Chronik“ gerichtet werde.

Militärkonzert Donnerstag, 3. Juli 1913 Wie bereits des öftern gemeldet, findet am Donnerstag, den 3. Juli, abends, ein vom Kurverein Brixen

veranstaltetes Militärstreichkonzert der 1. Tiroler Kaiserjägerkapelle aus Trient (Kapellmeister Karl Mühlberger) im Sterngarten statt, zu welche die Brixener Bevölkerung hiermit nochmals höflichst eingeladen wird. Das Programm ist so reichhaltig und vielseitig, daß sich jedenfalls ein Besuch dieses Konzertes lohnt.

Gasthausübernahme Donnerstag, 3. Juli 1913 Mit 1. Juli übernehmen die Eheleute Franz und Zenzi Achammer das Gasthaus Fischer in St. Andrä bei Brixen. – Das zweite Gasthaus im Besitze des Herrn Fischer, der Widmannhof in Klerant, wird von ihm nach wie vor weitergeführt.

Von der Radlseekapelle Samstag, 5. Juli 1913 Bei günstiger Witterung findet Sonntag, 6. Juli, die Grundsteinlegung für die am Hundskopf unweit der Radlseehütte zur Erbauung gelangende Kapelle statt. – Spenden für die Kapelle werden in der Buchhandlung Tyrolia entgegengenommen.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


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