Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - Contiene I.P. e I.R. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi – Iscrizione ROC n. 11109 dd. 15.3.2005 Made by
EXTRA
373
Bauen & Renovieren
Jahrgang 32 · Februar 2021
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Baubeginn am Mobilitätszentrum Brixen
Bahnhof zum Wohlfühlen POLITIK & GESELLSCHAFT: Einzug in die neue Musikschule Brixen MENSCHEN & MEINUNGEN: Bettina Kerer im Portrait KUNST & KULTUR: Futterneid unter den Kulturschaffenden? FREIZEIT & SPORT: Interview mit FIS-Renndirektor Markus Waldner
Lajen, Albions: Neubau – Klimahaus A Nature • Vierzimmerwohnung • Privatgarten, autonomer Eingang • Bruttofläche: 143 m² Verkaufspreis: € 420.000,00
Brixen, Ortnerweg: Neubau – Klimahaus A Nature • Gr. Vierzimmerwohnung • Privatgarten, Süd-West-Ausrichtung • Bruttofläche: 208 m² Verkaufspreis: € 930.000,00
Brixen, Mozartallee: Einfamilienhaus + Privatgarten • sehr guter Zustand • voll unterkellert, Fernwärme • Bruttofläche: 266 m² Verkaufspreis: € 1.020.000,00; E.K. C
Zweizimmerwohnung um € 295.000,00
Vintl, Weitental: Großes Reihenhaus + Privatgarten • sehr guter Zustand • voll unterkellert, eigener Heizraum • Bruttofläche: 180 m² Verkaufspreis: € 365.000,00; E.K. E
Brixen, Otto-von-Guggenberg-Straße: Neubau – Klimahaus A Nature • Vierzimmerwohnung • sonnige, sehr ruhige Wohnzone
Rodeneck, Vill: Neubau – Klimahaus A
Vahrn, Rasittenweg: Neubau – Klimahaus A
Verkaufspreis: € 420.000,00
Vierzimmerwohnungen ab € 315.000,00
Verkaufspreis: € 333.000,00
Brixen, Rosslauf: Gr. Vierzimmerwohnung + 3 Balkone • sehr guter Zustand • zusätzlicher Dachboden • Keller, Doppelgarage Verkaufspreis: € 630.000,00; E.K. D
Brixen, Millander Weg: Wohnhaus mit Privatgarten • 3 Wohneinheiten • Keller- u. Garagengeschoss • Bruttofläche: 380 m² Verkaufspreis: € 1.100.000,00; E.K. G
Brixen, Neunerweg: Einfamilienhaus + Privatgarten • neu renoviert • voll unterkellert, Fernwärme • Bruttofläche: 313 m² Verkaufspreis: € 1.100.000,00; E.K. A
Brixen, Feldthurnerstraße: Vierzimmer-Duplexwohnung + Balkon • letzter Stock, Fernwärme • Keller, Garage • Bruttofläche: 124 m² Verkaufspreis: € 345.000,00; E.K. C
Brixen, Elvaserstraße: Gr. Vierzimmerwohnung + Terrasse • toller Panoramablick • Keller, Garage • Bruttofläche: 153 m² Verkaufspreis: € 520.000,00; E.K. E
Verdings: Fünfzimmer-Duplexwohnung + Balkone • sehr guter Zustand • keine Konventionierung • Bruttofläche: 141 m² Verkaufspreis: € 365.000,00; E.K. D
Vahrn, Brennerstraße: Gr. Vierzimmerwohnung + Terrasse • ausgezeichneter Zustand • mit Einbaumöbeln, Fernwärme • Bruttofläche: 195 m² Verkaufspreis: € 475.000,00; E.K.C
Brixen, Elvaserstraße: Kleinwohnung + Terrasse • Süd-West-Ausrichtung • Keller, Garagenstellplatz • Bruttofläche: 66 m² Verkaufspreis: € 240.000,00; E.K. E
Brixen, Klerant: Neubau – Klimahaus A Nature Dreizimmerwohnung um € 360.000,00 Vierzimmerwohnungen ab € 467.000,00
Zweizimmerwohnungen ab € 164.000,00 • Dreizimmerwohnung Dreizimmerwohnungen ab € 225.000,00 • Ökobauweise
39040 Vahrn · Voitsbergstraße 2 · Tel. 0472 970 090 · +39 338 1625839 · www.ruth-immobilien.com · info@ruth-immobilien.com
Editorial
Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | ENDSPURT BEI DER MUSIKSCHULE: Sie ist da! 10 | Zu Besuch im Ansitz Hanberg 13 | Die „Hoblschoatn“: Faschingszeitung mit Tradition 16 | Michaela Summerer: „Wir sind nicht zufrieden“ Menschen & Meinungen >>> 22 22 | PORTRAIT: Bettina Kerer 27 | Pro & Contra: Regierung Draghi ein guter Kompromiss? 28 | Umfrage: Noten oder Bewertungen? Kunst & Kultur >>> 30 30 | DISKUSSIONSRUNDE: „Krise verlangt ein Umdenken“ 37 | Manuela Kerer: Frontsoldatin als Opernfigur Freizeit & Sport 44 | MARKUS WALDNER: „Sicher ist gar nichts“
>>> 44
Wirtschaft & Umwelt >>> 52 52 | MOBILITÄTSZENTRUM: Bahnhof zum Wohlfühlen 56 | Stefan Perini: „Situation oft sehr schwierig“ Extra 64 | Bauen & Renovieren
Lesen Sie den
>>> 64
in Ihrem Wunschformat!
Der „Brixner“ als kostenlose App:
Die Perspektive Jetzt ist die Zeit reif, über möglichst realistische Perspektiven zu reden – trotz der Tatsache, dass dieses Virus uns immer wieder überrascht hat und wir uns wiederholt auf dem harten Boden der Tatsachen neu orientieren mussten. Wir können – vor allem aufgrund der Erfahrungen anderer Länder – davon ausgehen, dass die verschiedenen Impfstoffe gegen Covid-19 wirken. Also schauen wir uns mal die Zahlen an: Bis dieser „Brixner“ Sie erreicht, dürften fast 25.000 Südtirolerinnen und Südtiroler bereits geimpft sein. Es fehlen noch etwa 8.700 Über-Achtzig-Jährige, die entweder bereits positiv waren oder in den nächsten Wochen ebenfalls geimpft sein werden. Etwa 57.000 Südtiroler waren nachweislich bereits positiv, dürften also großteils immun sein oder zumindest nicht mehr schwer erkranken. Wahrscheinlich noch einmal so viele waren ebenfalls asymptomatisch infiziert und sind damit ebenfalls eher immun. Ende März werden also mindestens 150.000, vielleicht sogar fast 200.000 Südtiroler ziemlich sicher sein – mit Schwerpunkt Risikogruppen. Es ist außerdem davon auszugehen, dass es in den nächsten Monaten bei den Impfstoffen keine Engpässe mehr geben wird und deshalb die Zahl der Geimpften maßgeblich erhöht werden kann. Wenn wir ebenfalls davon ausgehen, dass die allermeisten Menschen der Risikogruppen in absehbarer Zeit relativ sicher sein werden, dann riskieren wir auch keinen Kollaps des Gesundheitssystems mehr. Zu diesen mathematischen Perspektiven, die im Grunde nur durch eine besonders aggressive Mutation zunichte gemacht werden könnten, kommen die positiven Auswirkungen der wärmeren Temperaturen vom Frühling und Sommer dazu. Und bis es dann im Herbst wieder kälter wird, dürfte der größte Teil der Bevölkerung durch die Impfung geschützt sein. Ich glaube ganz fest daran, dass das Licht am Ende des Tunnels bereits zu sehen ist. Durchhalten! Bald sind wir wieder frei.
Der „Brixner“ im Internet www.brixner.info Sowohl in der App als auch im Web finden Sie den aktuellsten „Brixner“ und alle Archivausgaben seit 1990 (!)
Der „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich im eigenen Briefkasten Sie möchten Ihren „Brixner“ als Print-Ausgabe monatlich per Post zugesandt bekommen? brixner.info/de/epaper/neues-abo
Sie möchten für Ihr bestehendes Abo die Adresse ändern? brixner.info/de/epaper/aboadresse-aendern
Oder schreiben Sie uns: o JA, ich möchte den „Brixner“ bis auf Widerruf an folgende Adresse zugestellt bekommen:
Vor- und Nachname
o JA, ich möchte die Adresse meines bestehenden Abos Nr. ________________ ändern
PLZ und Ort
Adresse
Land
Ihr Willy Vontavon
Abo-Preise: In den Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen und Mühlbach ist die Zusendung kostenfrei. Im restlichen Staatsgebiet: 19 Euro pro Jahr (12 Ausgaben) für das Ausland: 95 Euro pro Jahr (12 Ausgaben)
Unsere Bankverbindung für die Abo-Gebühren: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I – 39042 Brixen Betreff: NEUES ABO Südtiroler Volksbank: IBAN: IT76 X058 5658 2200 7057 0164 004 Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN: IT57 A083 0758 2210 0030 0005 452 Südtiroler Sparkasse: IBAN: IT68 T060 4558 2200 0000 0855 000 BancoPosta: IBAN: IT76 V076 0111 6000 0004 2779 405 Die Datenschutzinformationen gemäß Verordnung (EU) 2016/679 und den nationalen Bestimmungen finden Sie hier: oder informieren Sie sich bei der Brixmedia GmbH unter: T. +39 0472 060200 E-Mail: echo@brixner.info
Politik & Gesellschaft Fotos: Oskar Zingerle
ENDSPURT BEI DER MUSIKSCHULE
Sie ist da! Seit den Neunzigerjahren wird in Brixen über die Notwendigkeit einer neuen Musikschule diskutiert. In wenigen Wochen dürfen Lehrpersonal und Schüler nun endlich die neue Infrastruktur benutzen. Längerfristig gesehen stellt die Musikschule einen ersten Schritt in die Zukunft der Brixner Altstadt dar.
E
s riecht nach neuer Farbe, der Boden ist noch mit Schutzfolie überzogen, und anstelle von Kindern tummeln sich fleißige Arbeiter im Gebäude. Hier ein paar letzte Schrauben, da fehlt ein Schlosszylinder, schließlich müssen noch Möbel geliefert werden; es gilt, den letzten Feinschliff zu verpassen. Denn: Ende März wird es soweit sein, und die
4
Musikschule darf endlich in das neue Gebäude umziehen.
Seit den Neunzigerjahren. Als
wir uns kurz vor den erneuten Lockdown-Bestimmungen mit dem Direktor der Musikschule, Hans Peter Stifter, sowie mit Renato Sette, Stellvertretender Leiter der technischen Dienste der Gemeinde Brixen, und den
Musiklehrern Nathan Chizzali und Katja Lechner an der Musikschule treffen, spürt man die Vorfreude unter den Beteiligten. Gemeinsam mit der Bibliothek ist die Musikschule eine Infrastruktur, auf die die Stadt sehr lange gewartet hat. Die Diskussion um das Gebäude reicht zurück bis in die Neunzigerjahre. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten hin-
sichtlich des neuen Standortes wurde die Entscheidung immer wieder verschoben. Unter ExBürgermeister Albert Pürgstaller nahm das Projekt dann Fahrt auf; 2014 folgte endlich das langersehnte Wettbewerbsverfahren und die Entscheidung für das Projekt des Architektentrios Curzio Pentimalli, Michel Carlana und Luca Mezzalira. Mit der neuen
WICHTIGER SCHRITT: Die neue Musikschule wird Ende März in Betrieb gehen
Stadtregierung nahm das Projekt dann Gestalt an: So wurde es noch einmal optimiert, und im Oktober 2018 konnte mit dem Bau begonnen werden (wir berichteten bereits ausführlich im „Brixner“ Nr. 301 und 324).
Infrastruktur eingestuft, Brixen sollte den Bau organisieren und überträgt das Eigentum vor Inbetriebnahme an das Land. Die Übertragung ist inzwischen erfolgt: Die Baukosten von 10,6 Millionen Euro werden an die
sikschule steht im Zeichen der Gemeinsamkeit: Musiker sollen nicht nur das Musizieren lernen, sondern auch einen Platz der Zusammenkunft finden“, freut sich Stifter. „Bis jetzt waren wir über das Priesterseminar, die ita-
als Aufenthaltsraum ausgenutzt: An Tischen und auf Sitzmöbeln sollen die Kinder vor und nach der Probe Platz nehmen, zusammenkommen, sich vorbereiten können. Dachluken verleihen dem Stockwerk natürliches Licht.
„Die neue Musikschule steht im Zeichen der Gemeinsamkeit: Schüler sollen nicht nur das Musizieren lernen, sondern auch einen Platz der Zusammenkunft finden“_Hans Peter Stifter, Direktor der Musikschule Musikschulen werden normalerweise von jenen Gemeinden finanziert, aus denen die Schüler selbst kommen. Im Fall der Musikschule Brixen hätte dies bedeutet, dass die Gemeinde Brixen mit einer Vielzahl von Gemeinden aus dem Bezirk die jeweilige Kostenbeteiligung hätte vereinbaren müssen – ein verwaltungstechnischer Kraftakt. Landeshauptmann Arno Kompatscher fand die Lösung: Die Musikschule wurde als gemeindeübergreifende
Gemeinde zurückerstattet, und die Immobilie darf fortan ausschließlich als Musikschule verwendet werden.
Ort des Zusammentreffens. Wir
betreten die neue Musikschule durch eine Doppeltür, die in einen großen Vorraum führt. Hans Peter Stifter erklärt, dass sich hier bald Sitzgelegenheiten befinden sollen, um den Menschen einen Ort des Zusammentreffens zu ermöglichen. „Die neue Mu-
lienische Musikschule und dem Hauptgebäude auf drei verschiedene Sitze verteilt – jetzt sind wir endlich alle unter einem Dach!“ Die Führung des neuen Gebäudes beginnen wir von oben nach unten: Über eine breite Treppe wagen wir uns deshalb hinauf in den zweiten Stock, über dessen zwei Flure links und rechts von der mittig angeordneten Treppe man die verschiedenen Probenund Lehrräume erreicht. Auch hier werden die breiten Flure
An den Wänden sind bunte LEDStrukturen angebracht, die Handbewegungen beim Musizieren darstellen sollen. Im gesamten Gebäude trifft man auf einen Kontrast, der einfach, aber ansprechend ist: Klare weiße Wände werden kombiniert mit dunklem Holz, das sich über Türen, Boden und Möbel ausbreitet. „Das Gebäude wirkt simpel, unter der Oberfläche verstecken sich aber eine Unmenge an technischer Finesse“, so Renato Sette. 5
Politik & Gesellschaft (Fast) fertig: Der Eingangsbereich der Musikschule soll noch mit Möbeln ausgestattet werden In der Tat besticht die neue Infrastruktur auf den ersten Blick durch ihre Einfachheit; auf den zweiten machen sich dann die Details bemerkbar. Dass zum Beispiel jeder Raum einzigartig ist, merkt man beim Betreten sofort, oder vor allem: Man hört es.
Die Akustik im Mittelpunkt. Sämtliche Details sind einer Eigenschaft klar untergeordnet: der Akustik. „Als Musikschule hatten wir im Vergleich zu anderen Gebäuden hier natürlich sehr spezielle Anforderungen“, erklärt Stifter. Einerseits muss die Bauakustik gewährleisten, dass Geräusche nicht von einem Raum zum nächsten übertragen werden, was eine enorme Detailarbeit bedeutet: Vom Boden über die Akustikpaneele bis zu den Steckdosen musste alles bedacht werden, denn Schall bahnt sich
seinen Weg durch jede Öffnung. Ein in München ansässiges und auf Akustik spezialisiertes Unternehmen wurde eigens angeheuert, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Neben der Bauakustik muss die Raumakustik, also die Ausbreitung des Schalls im geschlossenen Raum, je nach Instrument ausgerichtet werden. Deshalb ist jeder Raum der Musikschule auf die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Instrumente zurechtgeschnitten: Die BandRäume verfügen zum Beispiel über Akustikpaneele, die für eine trockene Akustik sorgen. Auch die leichte Überakustik in manchen Ensembleräumen ist durchaus gewollt, um leisen Instrumenten mehr Raumhall zu geben. Sogar die Architektur der Räume wurde der Akustik untergeordnet: „Die meisten Wände
verlaufen nicht parallel, damit die Schallwellen umgelenkt werden“, erklärt Stifter. Die Räume werden zudem mit Vorhängen ausgestattet, damit die Akustik zusätzlich reguliert werden kann. „Je nachdem, was man braucht, kann man die Räume nach seinen akustischen Erfordernissen anpassen“, so Stifter. Und auch die Luft muss sich der Musik unterordnen: „In das Gebäude ist eine Belüftungs- und Befeuchtungsanlage eingebaut. Das ist wichtig, weil die Instrumente, insbesondere das Klavier, eine gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötigen. Mit dem Luftaustausch wird also auch die Luftfeuchtigkeit automatisch reguliert“, so Stifter.
Auf Maß. Was neben der Akustik
positiv auffällt, sind die großen Fenster, die je nach Lage einen
GmbH
Tel +39 0474 830 479 Karl +39 393 90 39 705 Markus +39 392 34 26 362 MwSt. 03100570211
TelTel +39 0474 830 479 +39 0474 830 479 Karl +39 393 9090 3939 705 Karl +39 393 705 Markus +39 392 3434 2626 362 Markus +39 392 362 MwSt. 03100570211 MwSt. 03100570211
6
GmbH GmbH
Blick in die Altstadt, in Richtung Vahrn oder zum Eisackufer ermöglichen. Für jeden Raum ist zudem jedes Möbelstück auf Maß angefertigt, um auch hier den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden. Der erste Stock ist mit vielen Proberäumen ähnlich aufgebaut wie der oberste. Insgesamt sind in der neuen Musikschule um die 30 Räume für den Unterricht der derzeit 1.010 Schüler vorgesehen. Brixen ist nach wie vor eine der größten Musikschulen des Landes – die Direktion, der auch Mühlbach und Vintl angehören, betreut 1.384 Schüler mit 65 Lehrpersonen. Die Räume der neuen Musikschule sind zwischen sechs und 60 Quadratmeter groß. Die größten sind dabei die Bandräume, in der die Musikschule in Zukunft ihr modernisiertes Angebot ausleben will: Der Bereich Jazz-Rock-Pop soll ausgeweitet werden. Die kleinsten Räume sollen vor allem vor oder nach der Probe zum Einstimmen oder Üben genutzt werden können.
Hans Peter Stifter, Direktor der Musikschule
Vollwärmeschutz Innen- und Außenputze Isolierputz Unterböden mit Fließestrich Vollwärmeschutz Vollwärmeschutz Unterböden traditionell
Innenund Außenputze Innenund Außenputze
Industrieböden Isolierputz Isolierputz Rampen in Fischgrat
Unterböden mit Fließestrich Unterböden mit Fließestrich Unterböden traditionell Unterböden traditionell Industrieböden Industrieböden Rampen inin Fischgrat Rampen Fischgrat
DO M US FRI E D R IC H U BER BA C H ER
WEITENTAL – GEORG-LANTSCHNER-STRASSE
Eckreihenhaus B mit privatem Garten und Garage Euro 410.000.Dreizimmerwohnung Euro 240.000.Vierzimmerwohnung Euro 340.000.-
Domplatz 20 39042 Brixen 0472 834 100 info@domus.cc www.domus.cc
A
B
Politik & Gesellschaft
Eine weitere Neuerung, die wohl insbesondere die Beschäftigten der Musikschule freuen wird, ist der neue Team-Raum samt Küche, wo sie in Pausen zusammenkommen und diskutieren können. Ein Blick auf Direktor und Musiklehrer genügt, um zu verstehen, dass die neue Musikschule eine ungemeine Verbesserung zu den alten Sitzen darstellt – und das auch in Hinblick auf die Erreichbarkeit: „Die ersten 15 Minuten Parken sind hier gratis, und das wird auch mit der neuen Tiefgarage so bleiben. Eltern können also bequem einfahren, dem Kind beim Ausladen des Instruments helfen und den Parkraum wieder verlassen“, erklärt Renato Sette. Auch mit Bus und Fahrrad ist die Musikschule gut zu erreichen.
Das Herzstück. Zurück ins Erdge-
Die bunten LED-Strukturen sollen Handbewegungen beim Musizieren darstellen
Von manchen Probenräumen gewährt sich ein Ausblick in die Altstadt
Der neue Team-Raum soll den Beschäftigten einen Ort geben, um sich auszutauschen 8
schoss. Neben den Büroräumen der Verwaltung befinden sich hier auch ein Saal für eine Orgel sowie zwei Säle für Veranstaltungen. Der kleinere von beiden ist an einer Wand bespiegelt: „Wir wollen in Zukunft darüber nachdenken, unser Programm in Richtung Tanz auszuweiten“, so Stifter. Das Herzstück des Gebäudes ist aber der große bestuhlte Veranstaltungssaal: 153 Personen sollen hier Platz finden können, 35 auf der Bühne. Ebenso wie das restliche Gebäude ist der Raum in dunklem Holz gehalten; ein klassischer Konzertsaal, der in großen Stufen in Richtung Bühne führt. Ob der Saal auch für externe Veranstaltungen gebucht werden kann, ist noch nicht endgültig geklärt. Stifter betont: „Hierfür würden wir administratives Personal benötigen. Wenn das gegeben ist, sehe ich eigentlich kein Problem. Besonders für den Musikbereich
ist der Saal ideal, und das wollen wir natürlich niemandem vorenthalten.“
Fliegender Wechsel. Als eigentli-
cher Einzugstermin war Mitte Februar angedacht gewesen; pandemiebedingt wurde er etwas nach hinten verschoben. „Man hat sich dafür entschieden, lieber noch einen Monat zu warten als in ein halbfertiges Gebäude einzuziehen. Insbesondere in Pandemiezeiten ein so großes Projekt pünktlich fertigzustellen, ist eine Herausforderung. Wir hoffen aber, dass wir jetzt ohne unvorhergesehene Hindernisse einziehen können“, so Sette. In wenigen Wochen findet der Umzug im fliegenden Wechsel statt: Am Freitag, 19. März, soll der Unterricht noch in den alten Sitzen abgehalten werden, am Wochenende findet der operative Umzug statt, und am Montag sollen die meisten Kinder bereits in der neuen Schule unterrichtet werden. Das heißt – sofern man darf: Derzeit befindet sich auch die Musikschule im Fernunterricht. Stifter hofft jedoch, dass sich die Situation bis dahin zumindest weitgehend normalisiert hat, um einen regulären Betrieb zu ermöglichen, damit die Schüler die neue Musikschule auch von innen genießen können. Auch auf eine offizielle Einweihung wird die Musikschule wohl zunächst verzichten. „Wir wollen, dass alle die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen – und das ist derzeit einfach nicht möglich“, erklärt Stifter.
Ein erster Schritt. Man merkt,
dass das Team rund um Hans Peter Stifter, die Architekten, aber auch die Gemeinde sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt haben. Manche Elemente
Die Wände der Probenräume sind nicht parallel angeordnet, um die Schallwellen umzulenken
Das Herzstück: Der (noch unbestuhlte) Konzertsaal bietet Platz für 153 Gäste
Neben der zahlreichen Probenräume bietet die Musikschule auch verschiedene Aufenthaltsräume
im Außenbereich mögen noch etwas improvisiert wirken; der Baubeginn der Tiefgarage wurde aus Pandemiegründen verschoben, und der Sinn des heute etwas „außergewöhnlich“ wahrgenommenen Niveauunterschieds wird erst bei Fertigstellung der Tiefgarage ersichtlich werden. Anschließend wird dort, wo heute die Tennisplätze stehen, ein großer frei zugänglicher Stadtpark entstehen. Die genauen Details müssen jedoch noch politisch diskutiert werden; es gibt eine 60-seitige Potential-Analyse des Areals von Martin Mutschlechner und Barbara Lanz, die wir im „Brixner“ ebenfalls bereits vorgestellt haben und die in der Politik auf viel Wohlwollen gestoßen ist. In Anbetracht der langfristigen Strategie der Gemeinde ist die Musikschule ein erster wichtiger Schritt für das Priel-Areal, das sich in den folgenden Jahren weiterentwickeln wird – in Richtung erweitertes Stadtzentrum.
info An der Musikschule Brixen kann man fast alles lernen, was mit Musik zu tun hat – Piccoloflöte oder Kontrabass, einen Song auf der Gitarre begleiten, improvisieren, alle Register (auf einer Orgel) ziehen und vieles mehr. Musikinteressierte aller Altersgruppen sind willkommen – bereits ab 1,5 Jahren geht es los! Für sechsjährige Kinder wird das einzigartige Projekt „crescendo“ angeboten. Neu sind auch die Fächer JazzRock-Pop-Gesang, Jazz-RockPop-Workshop, Jazz-Rock-PopPiano und Chor- und Ensembleleitung. Weitere Informationen unter: http://bit.ly/3amosXZ
anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
9
BRIXEN
Politik & Gesellschaft
Zu Besuch im Ansitz Hanberg Fotos: Oskar Zingerle
Mehrere Ansitze schmücken das Brixner Gemeindegebiet, einige davon sind noch heute bewohnt. Welche Geschichte verbirgt sich hinter ihnen, und wie lässt es sich dort heute leben? Der „Brixner“ wird in den nächsten Ausgaben einige Geheimnisse um die Ansitze lüften. Den Startschuss gibt der Ansitz Hanberg – Herbert Seeber hat uns die Tür zu diesem historischen Gebäude geöffnet.
Ein Kleinod am Weinbergweg in Kranebitt – seit dem 16. Jahrhundert ein Ansitz, seit 1890 existiert Hanberg in seiner heutigen Form
V
or uns die Fassade eines stattlichen Baues. Der Giebel ist mit Zinnen bekrönt. Ein aufwändig bemalter Erker über zwei Geschosse. Der Heilige Florian und der Heilige Georg, beide als Ritter in prunkvollen Rüstungen gemalt, flankieren den Erker. Das Rundbogenportal nimmt sich dagegen beinahe bescheiden aus: Ein Renaissanceportal mit Pilasterrahmung und flankierenden Tondi, geziert von einem Wappenschild mit zwei Hähnen – das Wappen der Adelsfamilie Han von Hanberg. Allein die Fassade erzählt von zwei Eigentümern, die den Ansitz wesentlich geprägt haben. Und damit sind wir schon mittendrin in der Geschichte dieses Brixner Edelsitzes.
10
Hoher Besuch. Herbert Seeber,
einer der Eigentümer, weiß mit Begeisterung zu erzählen: Die Historie reicht zurück ins 14. Jahrhundert, als Hanberg erstmals erwähnt wurde. Von Bedeutung war der
dem Domherrn einen Besuch abgestattet haben. Im Jahr 1809 brandschatzten die Franzosen in Brixen, auch in Hanberg. „Die Ruine wurde dem Verfall preisgegeben“, so Seeber.
Seeber weiter. „Anna Kraus hatte ein Gespür für Kunst. Wie damals üblich, wurden beim Neubau einige Stilrichtungen nachgeahmt. Trotzdem gelang es ihr, eine harmonische Einheit zu schaffen. Sie
„Eine künstliche Ruine gehörte damals zu einem Ansitz dazu“_Herbert Seeber Brixner Domherr Sigmund Han von Hanberg (gestorben 1562), der das bescheidene Anwesen erwarb und zu einem prächtigen Renaissancesitz ausbauen ließ. Er erhielt dafür 1559 die Adelsfreiheit – seither durfte das Anwesen als Ansitz bezeichnet werden. Sogar Kaiser Ferdinand I. soll
Dass Hanberg heute so gut dasteht, verdankt der Ansitz in erster Linie einer Frau: „Anna Kraus, eine Frau Oberst aus München, kaufte die Ruine im Jahr 1888. Damals stand nur der zentrale Mittelteil, die südlichen Anbauten und die Gebäude oberhalb der Straße ließ sie errichten“, erzählt
war eine begabte Malerin und schuf auch die Malereien an der Fassade.“ Das heutige Aussehen des Ansitzes reicht also ins 19. Jahrhundert zurück. In zeitgenössischen Zeitungsberichten hingegen tritt Anna Kraus kaum in Erscheinung. Nach außen war ihr Mann Oberst
Rankenmalereien mit Jagdszenen schmücken die Halle im zweiten Stock Maximilian Kraus Eigentümer und Geldgeber. Dennoch, daran hat Herbert Seeber keine Zweifel, nahm seine Ehefrau bei Wiederaufbau und Innengestaltung eine führende Rolle ein. „Bemerkenswert ist, dass der Grundriss im oberen Teil genau der Johanneskapelle im Dombezirk entspricht, was auch von außen gut zu erkennen ist. Dort oben hatte Anna Kraus ihr Atelier, mit großen Fenstern in Richtung Norden, da das Nordlicht als farb-
Herbert Seeber, Miteigentümer des Ansitzes Hanberg echtes Licht zum Malen besonders geeignet war. Im zweigeschossigen Turm hingegen war damals eine große Bibliothek untergebracht“, weiß Seeber zu erzählen. Auch auf der Talseite ließ die Familie Kraus Anbauten im Stil des Mittelalters errichten: einen stattlichen Turm an der Rückseite, einen eleganten Eckturm mit Fenstern, einen Gebäudetrakt mit Keller. Eine Mauer umfasst den Garten. Und gleich neben der Straße steht ein eher spezieller Turm. „Entspricht ganz dem Zeitgeist“, schmunzelt Herbert Seeber, „damals gehörte eine künstliche Ruine zu einem Ansitz dazu.“
Seit 1935 im Familienbesitz. Das
kinderlose Ehepaar Kraus lebte in München und in Hanberg.
Maximilian Kraus starb bereits 1899, seine Witwe Anna 1922. „Die Erben von Frau Kraus weigerten sich, dem italienischen Staat Steuern zu zahlen; Hanberg wurde sequestriert und stand über zehn Jahre leer. Leider wurde das Anwesen damals auch geplündert.“ In den Besitz von Seebers Familie kam Hanberg im Jahr 1935. „Damals wurde bei der Versteigerung eine Kerze angezündet. Wer beim Erlöschen der Kerze den höchsten Preis geboten hatte, bekam den Zuschlag. Das war mein Großvater Wilhelm Seeber.“ Der Kaufpreis? „Dafür hätte er damals auch zwei Bauernhöfe erwerben können“, sagt der Enkelsohn. Wilhelm Seeber war jahrelang Direktor des E-Werks in Brixen und arbeitete danach als Ingenieur. Er übersiedelte mit seiner Frau und den vier Kindern nach Hanberg. „Meine Großmutter hat immer gesagt: In der Stadt war ich noch die Frau Ingenieur, hier bin ich die Putzfrau“, lacht Seeber. Denn so ein Besitz bedarf ständiger Pflege und verschlingt Zeit und Geld. Heute gehört der Teil oberhalb der Straße der Familie seines Cousins, er selbst ist für den unteren Gebäudeteil verantwortlich. In den 1990er Jahren wurden die Dächer neu eingedeckt, auch die Sanitäranlagen wurden erneuert. „Früher bin ich nur zum Arbeiten hierhergekommen. Heute lebt ein Kastellan hier und kümmert sich um das Gebäude“, so Seeber.
Der Rittersaal mit bemalten Wänden und dunklem Mobiliar: Ein Herzstück des Ansitzes Die künstlerische Hand der „Frau Oberst Kraus“ ist hier noch immer zu sehen. Ganz im Sinne des Historismus und der Burgenromantik des ausgehenden 19. Jahrhunderts greifen die Malereien im Haus mittelalterliche Sujets auf. Auch hier in der Eingangshalle ist das gesamte Gewölbe mit stilisierten Reben und Weintrauben bemalt. Über eine steinerne Treppe gelangen wir in den ersten Stock. Von einer offenen, mit Malereien geschmückten Halle führen sämtliche Nebenräume weg. Einer davon ist der Rittersaal, ein Herzstück des Ansitzes. Die dunklen Möbel bilden einen reiz-
vollen Kontrast zu den aufwändig bemalten Wänden: Elegante Ritterfräulein in Konversation mit ihren Herren, Spiele, Arbeit, Unterhaltung – die Malereien schildern in lebhafter Weise den Alltag bei Hofe. Beheizt wurde der Rittersaal mit einem grünen Kachelofen. Vom Rittersaal ist ein winziger Raum abgetrennt: Mit Holz getäfelt und einem Fenster nach Süden nimmt er auch an kalten Wintertagen Wärme auf. Wieder geht es eine Etage nach oben. Auch hier öffnet sich eine Halle, geschmückt mit Rankenmalereien im Stil der Gotik, die verschiedene Jagdszenen
Burgenromantik. Mit Span-
nung betreten wir die gewölbte Eingangshalle im Erdgeschoss. Dunkel und kalt ist es hier. „Der Wohnkomfort entspricht gewiss nicht heutigen Standards“, sagt Seeber. Nur die kleine Kastellanswohnung ist jetzt wohlig warm. Die meisten Fenster im Ansitz sind klein, die Möbel und Täfelungen sind dunkel und entsprechen dem Wohnstil des 19. Jahrhunderts.
Zwei Ritterheilige an der Fassade: Links der hl. Georg, rechts der hl. Florian 11
Politik & Gesellschaft
Erinnerungen an die Jugend.
Die reich bemalte Eingangshalle empfängt den Besucher aufnehmen. Wir entdecken Hirsche, Wildschweine und Bären, Hasen und Enten. Sogar nach dem geheimnisvollen Einhorn wird gejagt. Für unverwundbar hält sich der Löwe, wie er über einen Spruch verlautbaren lässt: „Ich pin ein mechtig Leb – Niemand mich ergeb.“ Herbert Seeber öffnet uns die Tür zu einer von Zinnen eingefassten Dachterrasse: „Mein Lieblingsort.“ Hier schweift der Blick über das ganze Tal. Und man versteht, was die Eigentümer an
Hanberg schätzen: „Die einmalige Lage – ganz nah an der Stadt und doch etwas außerhalb, und vor allem sonnenverwöhnt.“
Kleinod Kapelle. Hinter einer
weiteren Tür verbirgt sich die kleine Hauskapelle. „Mein Großvater hat den Flügelaltar von Josef Bachlechner hier aufstellen lassen. Aus Sicherheitsgründen sind die Flügel deponiert“, erklärt Seeber. Besonders faszinierend sind die Wandmalereien der Kapelle. Mit viel Liebe zum Detail sind die
Barbian + B ozen, Beratungstermin: beratung@hofer.it · 0471 654 148 www.hofer.it
12
14 heiligen Nothelfer dargestellt. Sie tragen kostbare Gewänder aus feinsten Stoffen in weichen Farben und schimmerndem Gold. Zwischen die Heiligen wurden Wappen verschiedener Familien gesetzt, die vom häufigen Besitzerwechsel erzählen. So finden sich die Wappen des Bistums Brixen und jene der Familien Han von Hanberg, Recordin von Nein (1604), Söll von Aichberg (1680) und Pallaus (1754), die seinerzeit den Ansitz dem Priesterseminar vermachten.
Herbert Seeber verbrachte sein erstes Lebensjahr hier in Hanberg, und später noch einmal ein Jahr nach der Matura. Schmunzelnd zeigt er uns die kleine Kammer, die er damals bewohnt hat. „Manchmal habe ich im Winter abends den Ofen nicht mehr eingeheizt. Allerdings fror dann nachts das Wasser im Glas.“ Missen möchte er diese Erinnerungen dennoch nicht. Noch heute ist Hanberg spartanisch eingerichtet. „Leider gab es nach dem Tod meiner Großeltern immer wieder Einbrüche, bei denen vieles gestohlen wurde“, so Seeber. Klar: Seine volle Pracht entfaltet der Ansitz im Sommer, wenn es im Garten blüht, die Dachterrasse zum Verweilen einlädt und die hohen Räume Kühle spenden. Doch auch an diesem Wintertag sehen wir das Sonnenlicht an den alten Fensterscheiben und spüren den warmen Marmor des Portals. Es ist verständlich, dass Herbert Seeber mit viel Herzblut das Erbe seiner Familie am Leben hält. johanna.bampi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
TOLLES TEAM, TOLLE JOBS! Fachkräfte, Lehrlinge und Praktikanten, meldet euch! T 0471 654 148 oder jobs@hofer.it
BRIXEN
Faschingszeitung mit Tradition Faschingszeitungen sind mancherorts nicht mehr wegzudenken. Auch in Brixen gehören die „Hoblschoatn“ seit ewigen Zeiten zu einem gelungenen Fasching dazu. Ihr Aussehen hat sich über die Jahrzehnte mehrmals gewandelt.
V
or nunmehr fast 70 Jahren, im Februar 1955, trat der Männergesangverein Brixen (MGV) erstmals mit seiner Faschingszeitung an die Öffentlichkeit: „Wir wollen dieses Blatt recht fest ‚verbroaten‘, es handelt sich ja nur um gut gemeinte Brixner Hobelschoaten!“ Vier Jahre lang erschien eine zehn bis 20 Seiten starke Nummer. Von 1959 bis 1962 gab das SKFV-Faschingskomitee die „Brixner Granatsplitter“ heraus. 1964 meldeten sich die „Hoblschoatn“ zurück, um „ein lustiges, buntes Faschingsgestöber“ zu bereiten. Und das taten sie. Bis 1991 bereicherte die Zeitung jährlich den lokalen Fasching.
In Wort und Bild: Niemand wird verschont. Zugegeben, für die
Ausgaben der ersten Jahrzehnte fehlt heute leider oft das Hintergrundwissen, um die Artikel und Geschichten zu verstehen und in ihrer gesamten Originalität schätzen zu können. Dennoch sind sie interessant. Mit Karikaturen, Zeichnungen und Bildgeschichten, Annoncen und Scherzgedichten nehmen sie tagespolitische Ereignisse und stadtbekannte Persönlichkeiten aufs Korn. Auch „gesucht“ wurde in Brixen im Laufe der Jahrzehnte gar allerlei: Gratiseinladungen nach Regensburg und Arbeit für Gemeindebeamte, ein Tennisplatz und Frieden für den Tennisverein, ein Kritiker für Konzerte des MGV,
Holprige Straßen, unzählige Rinnsale: 1903 thematisierte die „Stoff-Zeitung“, die Vorgängerin der „Hoblschoatn“, das Brixner Stadtbild auf ironische Weise bewegten, fanden ebenso Eingang in die Faschingszeitung. In den Siebzigerjahren war dies etwa die Diskussion um die Ansiedlung des Reifenherstellers Continental in Brixen. Als unendliche Geschichte zieht sich das gewünschte Kulturhaus wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte und konnte erst 2002, nach der Eröffnung des Forums Brixen, als „gelöst“ verkündet werden. Ebenso besonders brennend war jahrelang die Wohnungsnot, die mit Sarkasmus und fast schon schwarzem Humor thematisiert wurde: „Seit
a Wohnung frei wordn isch!“ (1979). Neben der Politik war auch die Gastronomie eine beliebte Zielscheibe: Gleich in der ersten Ausgabe von 1955 wurde ausführlich vom lokalen „Tiergarten“ berichtet, vom Fink und vom Goldenen Adler, vom Weißen und vom Goldenen Rössl, dem Grauen Bären und dem Elephanten, aber auch vom Schwarzen Adler, der Sonne, dem Mondschein und dem Stern, die man heute vergeblich sucht. Gar auf manches Geheimnis der „Jungen“ und der „Alten“ wurde dabei angespielt. Später wurden
„Vorgekommen ist auch schon, dass so manch einer oder eine beleidigt war, weil er oder sie nicht erwähnt wurde“_ Andreas Brugger, MGV-Obmann Eisschützen oder die erfolgreiche Handballdamenmannschaft, Siegerin der Italienmeisterschaft. Ernste Themen, die die Menschen
wenn interessiersch denn du die sovv’l fir die Todesanzeig’n? Isch a V’rwont’r g’schtorbn? – Naa, i schaug, ob epper irgendwo
auch die Aktivitäten des Tourismusvereins besonders beäugt, auf lokaler wie auch regionaler Ebene. Mit „Sag sauf zu Südtirol“
lehnte man sich an den offiziellen Werbeslogan „Sag Du zu Südtirol“ an und verwies auf die Schattenseiten des zunehmenden Tourismus.
Alt oder neu? Überraschend
oder nicht: Manche „Probleme“ kommen dem Leser noch heute nicht nur vertraut, sondern geradezu aktuell vor und scheinen sich seit den Siebzigerjahren nicht wesentlich verändert zu haben – zum Beispiel die Zustelldauer der Post. Manche Winter müssen recht schneereich gewesen sein, zumindest, wenn man den „Hoblschoatn“ von 1979 Glauben schenkt: „Langlaufloipen bis zu jeder Haustür hat nicht so leicht eine Fremdenverkehrsstadt. Dank der Zusammenarbeit von Gemeindeverwaltung und Kurverwaltung ist nun Brixen in dieser glücklichen Lage. Es war nicht einfach, die vielen parkenden Autos auf die Gehsteige zu verweisen; die Schifahrer und Fußgänger sind aber dankbar, nun die Straßen der Stadt frei benützen zu können.“ 13
Politik & Gesellschaft
Die erste Neuausgabe der „Hoblschoatn“ erschien nach längerer Pause 2002 – und nahm die Gemeindepolitik aufs Korn So wie heute wurden auch ungewöhnliche Neubauten ganz genau ins Visier genommen, zum Beispiel das Realgymnasium J. Ph. Fallmerayer: „Bei einem gewöhnlichen Schulhaus genügt ein Blick, um sich zu sagen: Das ist ein Schulhaus. Hier ist die Sache anders. Es beginnt ein fröhliches Rätselraten.“ (1976) In den Achtzigerjahren wurden die „Hoblschoatn“ immer umfangreicher. Manches, was auch heute seinen fixen Platz in der Zeitung hat, wurde in diesen Jahren geboren: Zum Beispiel die „Brixner Chronik“, ein Jahresrückblick, der auf amüsante Weise dem Leser alle relevanten und irrelevanten Ereignisse des vergangenen Jahres in Erinnerung bringt. Oder die „Hoblschoate“ und damit die Frage, welche Frau zur selben gekürt wird. Trotz ihres Erfolges erschien die Faschingszeitung 1991 zum vorerst letzten Mal.
Die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. „Liewe Brigsner, singt
Keine Ausgabe ohne Karikaturen, schließlich sagen sie manches Mal mehr als tausend Worte
halleluja denn es gibt wider aine Hoblschoate!“ hieß es 2002. Nach elf Jahren Pause begann eine neue Ära der „Hoblschoatn“: Mehr als 30 Seiten stark, bunt und auffallend und im Layout einer Zeitung. Mit den Themen Brixen und Fraktionen, Wirtschaft, Sport und Kul-
tur ist für jeden Geschmack etwas dabei. Alfred Ellecosta, damals Obmann des MGV, erinnert sich: „Voller Motivation hat eine kleine Runde von bewährten und neuen Redakteuren damals die Arbeit an einer neuen Auflage aufgenommen. Seither gibt es auch die Zusammenarbeit mit Brixmedia, die für das Layout verantwortlich ist. Ohne die Unterstützung des gesamten Vereinsvorstandes wäre die Neuauflage nicht möglich gewesen.“ Andreas Brugger, der dem MGV seit 2015 als Obmann vorsteht, unterstreicht, dass es dem Verein seit Jahrzehnten ein Anliegen ist, den Brixner Fasching mit der Herausgabe der Zeitung oder mit dem „Stadtlerlåchn“ zu beleben, der beliebten Bühnenproduktion, die in diesem Jahr coronabedingt leider ausfallen muss. Das ehrenamtliche Engagement ist groß. „Letztlich ist es wohl die Liebe zum Verein, die eine Handvoll Sänger gemeinsam mit einigen externen ‚Sympathisanten‘ dazu veranlasst, immer wieder aufs Neue die ‚Hoblschoatn‘ zu kreieren. Identitätsstiftend ist die Faschingszeitung vereinsintern aber allemal. Nicht umsonst fiebert man immer wieder aufs Neue der Herausgabe entgegen, und die Sänger sind mächtig gespannt, wem wohl die Ehre des ‚MGV-
HOCHBAUTEN - UMBAUTEN - RENOVIERUNG Zur Erweiterung unseres Teams suchen wir
VORARBEITER, MAURER und HILFSARBEITER
LÜSEN • Tel. 335 52 77 999 • www.alfred-oberhauser.it 14
Pampers‘ oder der ‚Hoblschoate‘ zuteil wird!“, so Brugger. Identitätsstiftend ist die Zeitung aber auch für Brixen: Alle zwei Jahre wird das Erscheinen der Faschingszeitung des MGV am Unsinnigen Donnerstag mit Spannung erwartet. In fünf Tagen werden gut 1.500 Exemp-
Das Jahr 2002 brachte eine Überarbeitung des Layouts und hob die „Hoblschoatn“ damit ästhetisch auf eine neue Ebene.
Der Fasching und das Bürgertum. Seit mehr als hundert Jahren
ist die Idee dieselbe – und doch immer wieder neu: Politikern und
Der Jahresrückblick „Brixner Chronik“ erzählt von architektonischen Herausforderungen bis zu ganz alltäglichen Themen wie dem Schneeräumen
Das Titelbild der „Hoblschoatn“ aus dem fernen Jahr 1957 lare verkauft. „Die Reaktionen der Betroffenen und so manche süffisante Rückmeldung aus der Bevölkerung sind der wohlverdiente Lohn für die aufopfernde Arbeit. Vorgekommen ist auch schon“, schmunzelt Andreas Brugger, „dass so manch einer oder eine beleidigt war, weil er oder sie nicht erwähnt wurde.“
Druckfrisch. Genauso inter-
essant wie der Inhalt ist auch die grafische Gestaltung der „Hoblschoatn“, wie ein Ausflug in die Typografiegeschichte zeigt. Bei den ersten Exemplaren, mit der Maschine geschrieben, wirkte das Layout zusammengestückelt, einer Schülerzeitung gleich. Die Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen hielt sich über Jahrzehnte. Gezeichnete Illustrationen sorgten für Abwechslung, gedruckte Fotos waren selten.
Prominenten, Brixnerinnen und Brixnern wird ordentlich auf den Zahn gefühlt. Der Brauch von Faschingszeitungen reicht ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Sie waren ein willkommenes Medium, tagesaktuelle Geschehnisse in satirischer Weise zu kommentieren. Häufig wurden sie von Gesangs- und Musikvereinen, Schützen- oder Turnervereinen herausgegeben. In Brixen nahm die „Stoff-Zeitung“ erstmals 1903 aktuelle Themen und stadtbekannte Menschen aufs Korn. Damit lag die Bischofsstadt voll im Trend. Gehalten hat sich die „Stoff-Zeitung“ nur wenige Jahre; 1909 erschien das letzte bekannte Exemplar. In den „Hoblschoatn“ lebt sie weiter – hoffentlich noch viele Jahre. johanna.bampi@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
swahl an Große Au utzbäumen N d n u st Ob Anzucht: er en g ei aus schgen et Äpfel - Zw irnen B en h sc ir K Pfirsiche Marillen -
MEHR ALS NUR GRÜN
LIEFERSERVICE SÜDTIROLWEIT 39040 Schabs . T 0472 412 272 . www.putzerhof.net 15
INTERVIEW
Politik & Gesellschaft
„Wir sind nicht zufrieden“ MICHAELA SUMMERER, Direktorin des ÖBPB „Zum Heiligen Geist“, und ANDREAS LEITNER, Leiter für Finanzen und Beschaffung im ÖBPB, über ihre Erfahrungen mit den komplexen Einkaufsverfahren in öffentlichen Betrieben, speziell im Bereich Lebensmittel, und über mögliche Verbesserungspotentiale.
MICHAELA SUMMERER: Wir arbeiten im Rahmen von gesetzlichen Bestimmungen. Ausgehend von EU-Richtlinien ist das öffentliche Vergaberecht durch ein Staatsgesetz und ein Landesgesetz umgesetzt worden. Diese Normen haben das Ziel, die öffentliche Beschaffung kostengünstig, effizient und unter Einhaltung des Wettbewerbsprinzips zu regeln. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen ist vom Land Südtirol die „Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge“, genannt AOV, gegründet worden. Die AOV ist das Kompetenzzentrum für die öffentliche Beschaffung und führt für die unterschiedlichen Körperschaften bestimmte Ausschreibungen für Waren, Dienstleistungen und Bauaufträge durch. Außerdem unterstützt sie die öffentlichen Körperschaften mit Audits und
Fotos: Melanie Vitroler
Frau Summerer, Mitte November sorgte ein Bild für Aufregung, auf dem verschimmelte Butter in einem Seniorenwohnheim zu sehen war – angeliefert von einem norditalienischen Lieferanten. Wie funktioniert die Beschaffung von Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen eigentlich?
Michaela Summerer: „Grundsätzlich wären die Rahmenverträge schon sinnvoll – derzeit geht aber durch die fehlerhafte Abwicklung viel Zeit verloren“ siegern der Ausschreibungen abgeschlossen hat.
Das heißt konkret, dass wir, bevor wir eine Ausschreibung durch-
„Wir wollen in unseren Strukturen unbedingt hohe Qualität bei der Verpflegung bieten, denn das Essen ist für Senioren ein wichtiges Ereignis des Tages“_ Michaela Summerer, Direktorin des ÖBPB „Zum Heiligen Geist“ Beratungen. In unserem speziellen Fall des Einkaufs von Lebensmitteln sind wir verpflichtet, den bereitgestellten Rahmenvereinbarungen beizutreten, die die AOV mit den jeweiligen Wettbewerbs16
Das klingt ja noch komplizierter als gedacht. Michaela Summerer: Ja, das Einkaufsverfahren ist für öffentliche Körperschaften genau definiert.
führen, zuerst im Portal der AOV kontrollieren müssen, ob dafür bereits eine Rahmenvereinbarung besteht und ob wir verpflichtet sind, beim entsprechenden Lieferanten einzukaufen. Außerdem
sind Waren, die auf dem EMS (Elektronischen Markt Südtirol) zu finden sind, grundsätzlich dort anzukaufen. Der EMS ist eine von der AOV kontrollierte Einkaufsplattform, ähnlich aufgebaut wie Amazon, wo verschiedene Firmen ihre Waren für öffentliche Körperschaften anbieten. Falls keine geeignete Rahmenvereinbarung oder keine geeigneten Waren auf dem EMS vorhanden sind, kann der ÖBPB eigene Ausschreibungen durchführen. Damit ich richtig verstanden habe: Sie sind also verpflichtet, gewisse Waren über die AOV zu erwerben?
ANDREAS LEITNER: Das ist korrekt. Derzeit gibt es sechs verschiedene große Rahmenverträge für Lebensmittel: Obst und Gemüse, Milch- und Eierprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Tiefkühlprodukte, Fisch und verschiedene Lebensmittel. Jede dieser Rahmenvereinbarungen definiert einen Schwellenwert, ab welchem Jahresumsatz man beitreten muss. Deshalb mussten wir im November 2020 den Rahmenvereinbarungen Milch- und Eierprodukte, Fleisch- und Wurstwaren sowie jener von verschiedenen Lebensmitteln beitreten. Der Jahresschwellenwert für den Beitritt zu diesen drei Rahmenvereinbarungen liegt bei 25.000 bzw. 30.000 Euro Umsatz, den wir wesentlich überschreiten. Das heißt, dass der ÖBPB nicht einmal die Möglichkeit hätte, einen eigenen Lieferanten auszusuchen, der zum Beispiel aus der Gegend stammt? Andreas Leitner: Das geht nur, wenn ein Produkt in keiner Rahmenvereinbarung zu finden ist. In diesem Fall haben wir unter bestimmten Voraussetzungen
diese Möglichkeit. Es gibt dann verschiedene Ausschreibungsverfahren: Aufträge bis zu 150.000 Euro darf man direkt vergeben, allerdings unter Beachtung des Rotationsprinzips und der Durchführung eines Preisvergleichs. Für Aufträge über dieser Schwelle müssen aufwändigere Verfahren angewandt werden; oft müssen diese auch italien- und EU-weit erfolgen. Sind die Rahmenverträge der AOV finanziell für die öffentlichen Betriebe überhaupt interessant? Andreas Leitner: Ja, die Preise sind in der Tat teilweise tiefer. Gewisse Produkte sind so günstig, dass wir nicht verstehen, wie Lieferanten zu diesem Preis überhaupt anbieten können. Michaela Summerer: Wir hätten schon die Möglichkeit, bei lokalen Lieferanten einzukaufen, sofern die Preise der Rahmenvereinbarungen eingehalten werden. Das heißt, der ÖBPB könnte diese Lebensmittel auch bei einem lokalen Lieferanten erwerben, wenn dieser mindestens dieselben Preise anbietet. Diesen Vergleich haben
Andreas Leitner: „Gewisse Produkte sind so günstig, dass wir nicht verstehen, wie Lieferanten diesen Preis überhaupt anbieten können“
Der Preis ist also okay, aber wie sieht es mit der Qualität aus?
.M
g. V
rkt
4
ma
en
Alt
DIE KOSTBARKEIT DES WASSERS
ato chio
c Ve
Postpark
Große Lauben V. Portici Maggiori
Kleine
Ei
sa
ck
te
Isa
lg.
rc
V.
m Se
Sotto
o
rio
a
in
m Se
. rg
V. Terzo di
na
i
ino
na
rit
Rege
nsbu
rger
Allee
ado
. Vescov
Viale Ratis bo
2
. Albu
Domplatz Piazza Duomo
rd
le Ad
g. V. S
3 Hofg. V
5
Un te
g.
ken
üc rbr
Albuin
r Gra ben V .B. Min ori
G
iori
i Magg
astion
en V. B
Grab roßer
Wir haben einen Schatz, von dem 1,8 Milliarden Menschen nur träumen: Wir haben Wasser, das uns jederzeit sauber zur Verfügung steht, Zuhause und an 48 frei zugänglichen Trinkwasserbrunnen im Gemeindegebiet von Brixen.
Aktionen und Installationen an fünf Brunnen in der Brixner Altstadt überraschen, inspirieren und informieren über das Thema Wasser, und zwar in der ganzen Woche rund um den Weltwassertag, vom 19. bis zum 26. März. Brixen will mit dieser Initiative dazu einladen, das kostbare Gut Wasser bewusst wahrzunehmen und unseren Schatz achtsam zu nutzen.
1
erc
19.03. – 26.03.2021
Zum Weltwassertag, der jährlich am 22. März gefeiert wird, zeigen die Stadtwerke Brixen AG, die Brixen Tourismus Genossenschaft und die Gemeinde Brixen „Die Kostbarkeit des Wassers“.
Michaela Summerer: Mit der Qualität der Produkte, mit den Beziehungen zu den Lieferanten und mit den Lieferbedingungen sind wir teilweise nicht zufrieden. Wir wollen in unseren Strukturen unbedingt hohe Qualität bei der Verpflegung bieten, denn das Essen ist für Senioren ein wichtiges
wir bei zwei Rahmenverträgen auch durchgeführt, aber die lokalen Anbieter schaffen es nicht, bei allen in der Rahmenvereinbarung bereitgestellten Produkten dieselben Preise anzubieten.
1 Wasser bewusst erleben Brunnen im Postpark 2 Geschichte der Brixner Brunnen Michaelsbrunnen am Weißen Turm 3 Qualität des Brixner Wassers Rainer-Brunnen am Domplatz
4 Wasser vom Brunnen statt Plastikmüll Brunnen in der Altenmarktgasse 5 0 km Wasser Wasserverkostung am 22.03. Löwenbrunnen am Eck der Regensburger Allee
17
Theoretisch müsste es für diese Rahmenverträge doch gewisse Qualitätskriterien geben, die vom Lieferanten befolgt werden müssen, oder? Andreas Leitner: Die Lieferanten haben unserer Meinung nach zu viel Spielraum. Ein Beispiel: Bei uns ist es so, dass die Küchenleitung den Menüplan auf Wochenbasis erstellt und dann beim Lieferanten die entsprechenden Waren einkauft. Als Seniorenwohnheim müssen wir auch gewisse Dinge beachten – Gerichte müssen zum Beispiel leicht kaubar sein, es braucht also weiches Fleisch. Der Lieferant hat das Recht, nur 24 Stunden vor jeder Lieferung zu erklären, dass die bestellten Lebensmittel nicht lieferbar sind. Das passiert bei uns im Moment so gut wie jede Woche. Die Küchenleitung muss sich März jedes Mal kurzfristig nach Inserat
APP UNILIFE
NUTZE DIE UNILIFE APP Wähle Apotheke Am Rosslauf aus und bestelle Deine Produkte mit einem Klick! www.thalerdesign.com
Politik & Gesellschaft
Ereignis des Tages. Die Qualität der Produkte ist manchmal nicht mehr so, wie wir es aus den letzten Jahren gewohnt waren, und es kam mit der verschimmelten Butter auch zu einem gravierenden Vorfall.
Brixen / T 0472 201714 www.apoamrosslauf.it
18
Alternativen umsehen, was bei unserer Bestellmenge nicht immer so einfach ist. Es sind zwar Strafen vorgesehen, aber die sind viel zu gering, um großen Lieferanten wirklich zu schaden. Gibt es bei allen Verträgen Schwierigkeiten? Michaela Summerer: Von den sechs Verträgen haben wir bei zwei größere Probleme. Bei diesen Verträgen ist die Küchenleitung mit sehr viel E-Mail-Verkehr und Telefonaten aufgehalten; die tägliche Arbeit leidet darunter sehr. In diesen Fällen muss ständig reklamiert werden. Die AOV wird selbstverständlich bei jeder Reklamation informiert, damit auch sie die Problematiken vor Ort sehen und für sich eigene Schlüsse ziehen können. Wir sehen es als wichtig an, dass die öffentlichen Einrichtungen eng mit der AOV zusammenarbeiten. Was ist im November eigentlich passiert, nachdem die Butter entdeckt wurde? Michaela Summerer: Es kam zu einer Kontrolle durch die Carabinieri der NAS, die für die Lebensmittelsicherheit zuständig sind. Da in unserem Betrieb alles in Ordnung war, haben sie beim Lieferanten genauere Kontrollen durchgeführt. Wir wissen nicht, wie es dort ausgegangen ist. Die NAS hat uns aber mitgeteilt, dass wir sie bei derartigen Vorfällen oder Mängeln immer sofort verständigen sollen, damit die Beamten dem Problem auf die Spur kommen und andere Abnehmer vor solchen Erfahrungen schützen können. Bei dem genannten Vorfall war die Portionenbutter für die Heimbewohner betroffen. Die Heimbewohner erhalten die verpackte Butter für das Frühstück und andere Mahlzeiten. Die Mitarbeiter haben in diesem Fall alle genau richtig reagiert, das Pflegepersonal hat bei der Vorbereitung des Frühstücks für die Heimbewohner die verschimmelte Butter entdeckt und sofort in der Küche reklamiert, die alle Portionenbutter zurückgeordert hat. Bei Annahme einer Lieferung werden vom Küchenpersonal stichprobenartige Kontrollen durchgeführt; es ist aber nicht möglich, bei Portionenbutter alle einzeln zu überprüfen. Kann man denn ungefähr bemessen, wie viel Geld sich der ÖBPB pro Jahr durch diese Verfahren über die AOV spart?
Andreas Leitner: Es ist schwierig, eine genaue Hochrechnung zu erstellen, da wir ja erst mit November 2020 beigetreten sind. Der ÖBPB rechnet aber in etwa mit einer Ersparnis von 10.000 bis 15.000 Euro. Allerdings muss man dazu sagen, dass wir bei drei Rahmenvereinbarungen noch einen zweiten Lieferanten beauftragen mussten, weil in den einzelnen Rahmenvereinbarungen für den ÖBPB notwendige Produkte fehlten. Diese Zusatzaufträge relativieren die Ersparnis etwas. Macht es also wirklich Sinn, diese Rahmenverträge über die AOV abzuwickeln, oder sollten zumindest die vergleichsweise überschaubaren Seniorenwohnheime ihren Bedarf selbstständig regeln dürfen? Michaela Summerer: Grundsätzlich wären die Rahmenverträge schon sinnvoll – es gibt eine Ersparnis, und auch der Arbeitsaufwand in der Verwaltung kann reduziert werden. Derzeit geht aber durch die fehlerhafte Abwicklung mit den Lieferanten und die mangelnde Qualität insbesondere für Andreas, aber auch für unsere Küchenleitung und andere Mitarbeiter viel Zeit verloren. Ein Beispiel: Wir bestellen verschiedene Fruchtjoghurts und bekommen nur Banane geliefert. Das klingt zwar banal, führt aber unter den Bewohnern zu Unmut, da sie ihre Präferenzen und Gewohnheiten haben. Dann muss wieder Zeit in das Reklamationsmanagement investiert werden – nach der genauen Vorgehensweise, die in der Rahmenvereinbarung vorgegeben ist. Es wäre also nötig, die Kriterien an die wirklichen Erfordernisse der öffentlichen Betriebe anzupassen? Michaela Summerer: Ja, die Abstimmung muss unbedingt verbessert werden. Im Grunde müsste man ja auch bedenken, dass bei einem Einkauf beim lokalen Anbieter die Wertschöpfung in der Provinz bleibt. Allein die Mehrwertsteuer geht bekanntlich für Südtirol verloren, wenn ein öffentlicher Betrieb außerhalb von Südtirol einkaufen muss. Michaela Summerer: Ja, das ist in der Tat so. Auf der einen Seite gibt es also bei Ausschreibungen einer Rah-
menvereinbarung eine Ersparnis, auf der anderen Seite zahlt die öffentliche Hand drauf. Wie könnte eine Lösung aussehen? Michaela Summerer: Ich bin der Meinung, dass bei den laufenden Rahmenverträgen die Qualitätsmängel sofort stärker geahndet werden sollten mit der Androhung, dass jede Körperschaft den Rahmenvertrag wieder kündigen und die Ausschreibung selbst durchführen darf. Für uns wäre es wünschenswert, dass die lokalen Lieferanten durch die Umweltkriterien leichter zum Zuge kommen, die vom italienischen Gesetzgeber im öffentlichen Beschaffungsrecht vorgesehen sind – wie biologische Lebensmittel, kurze Wege und Saisonalität. Natürlich muss ein öffentlicher Betrieb mit den finanziellen Mitteln sorgsam umgehen, denn immerhin bestellt allein der ÖBPB jedes Jahr Lebensmittel für rund 350.000 Euro. Andreas Leitner: Grundsätzlich ist das System ja gut durchdacht, weil eine einzige Rahmenvereinbarung, die für viele verschiedene öffentliche Betriebe gilt, verhindert, dass jeder Betrieb eigene Ausschreibungen durchführen muss. Aber die Rahmenverträge müssen unbedingt auf die verschiedenen Betriebe zugeschnitten sein. Sinnvoll wäre also, wenn Seniorenwohnheime eine eigene Rahmenvereinbarung erhalten würden; im Moment gelten die Rahmenverträge sowohl für die Seniorenwohnheime als auch für die Krankenhäuser und die anderen öffentlichen Körperschaften. Michaela Summerer: Das stimmt, denn wenn es spezifische Lose für die Seniorenwohnheime geben würde, könnten die Kriterien viel spezifischer auf unsere Bedürfnisse ausgerichtet werden. Dafür müssten die Seniorenwohnheime in der Phase der Ausschreibungsdefinition stark eingebunden werden. Sind Sie mit den Verantwortlichen der AOV in Kontakt? Leitner: Ja, sie wissen über die Lage Bescheid. In der Zwischenzeit tauschen wir uns direkt mit den Lieferanten bezüglich möglicher Verbesserungen in der Zusammenarbeit aus. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
brandnamic.com
WIR SCHLIESSEN UNSERE TORE, … … ABER NUR IN DER PETER-MAYR-STRASSE.
AB MÄRZ FINDEN SIE UNS IN DER BAHNHOFSTRASSE 32. SELBE STADT – NEUE LOCATION – SELBE EXPERTISE
Furlan GmbH | Peter-Mayr-Str. 10A | neu ab März: Bahnhofstr. 32 | 39042 Brixen T +39 0472 832 001 | info@furlan-bz.it | www.furlan-bz.it
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Umzug bei der Coccinella z Die Sozialgenossenschaft Coccinella hat seit Jahresanfang ein neues Zuhause: Die Niederlassung der Industriezone ist nun ins ehemalige Pfarrhaus vor dem Platz der Freinademetz Kirche in Milland übersiedelt. In der Vergangenheit nutzten rund 25 Familien der Stadt Brixen die Dienste der Sozialgenossenschaft Coccinella in der Brixner Industriezone. Ende
Januar wurde die neue Struktur der Kindertagesstätte den Verantwortlichen der Gemeinde sowie Vertretern der Pfarrei vorgestellt. Dekan Florian Kerschbaumer zeigte sich erfreut über den neuen Mieter: „Wir sind froh, dass das ehemalige Pfarrhaus für einen sozialen Zweck genutzt wird. Kinder, die gemeinsam spielen und lernen, passen sehr gut zu
den christlichen Grundwerten unserer Pfarrei.“ av
P&G
Politik & Gesellschaft EISACKTAL
Der neue Bezirksausschuss z Nach jeder Gemeindewahl wird auch die Leitung der Bezirksgemeinschaften neu ernannt. Der Bezirksrat besteht dabei aus 16 Personen, wobei jede Mitgliedsgemeinde des Bezirks je nach Größe mit bis zu drei Ratsmitgliedern darin vertreten ist. Die Räte wählen dann den fünfköpfigen Bezirksausschuss, der das ausführende Organ der Bezirksgemeinschaft darstellt. Als Präsident wurde Walter Baumgartner bestätigt; Vize-Präsident wurde der Brixner Mario Cappelletti. „Bei der Wahl der Ausschussmitglieder habe ich mich neben der
kurz
notiert
20
territorialen Aufteilung vor allem an der Überlegung orientiert, welche Ratsmitglieder entsprechend der geforderten Kompetenzen und in Anbetracht der jeweiligen beruflichen Erfahrung das beste Team bilden könnten“, sagt Baumgartner dem „Brixner“. Mario Cappelletti übernimmt demnach den Bereich Finanzen und Wirtschaft, die Mühlbacher Landschaftsarchitektin Susanne Rieder ist zuständig für die LeaderProgramme, Regionalentwicklung, Personennahverkehr, Fahrradsowie Wanderwege und einige Sozialprojekte. Der ehemalige
Der Jugenddienst Eisacktal, der mit Jugendlichen aus 14 Gemeinden im Eisacktal arbeitet, hat in Gesprächen mit den umliegenden Gemeinden um finanzielle Unterstützung und Zusammenarbeit angefragt, um auch weiterhin Begleitung, Unterstützung und Menschenbildung anbieten zu können.
Klausner Vize-Bürgermeister Stefan Deporta ist für Abfall- und Abwasserwirtschaft sowie für die Informatisierung zuständig, und Paula Bacher übernimmt den Be-
reich Sozialdienste, Frauen und Familie sowie Senioren. Baumgartner selbst hat die Bereiche Personal, Verkehr, Kultur und Sanität übernommen. wv
2.590 Quadratmeter werden in Kürze in der Nähe des jetzigen Kindergartens Rosslauf in „Zone für öffentliche Einrichtungen“ umgewandelt. Dort soll in den nächsten Jahren ein neuer Kindergarten und Kinderhort realisiert werden.
Die Pfarrei St. Michael kann sich über acht neue Ministranten freuen: Drei Mädchen und fünf Buben wurden in die Ministrantengemeinschaft aufgenommen und werden ab nun bei den Gottesdiensten mithelfen. Sie erfüllen liturgische Aufgaben und helfen dabei, Traditionen wach zu halten.
NACHGEFRAGT
„Mit Sicherheit nicht die Schuldigen“ MARKUS FALK, Medizinstatistiker aus Bruneck, zur Frage, ob die Schulen Treiber des Infektionsgeschehens sind und ob es aus heutiger Sicht richtig war, die Schulbetriebe möglichst offen zu halten. Herr Falk, mein Eindruck ist, dass nach Öffnung der Schulen die Zahl der Neuinfektionen gestiegen ist. Sind die Schulen problematischer als erwartet? Diese Frage ist schwer zu beantworten, da wir keine ContactTracing-Daten hierzu vorliegen haben. Schulen sind aber immer der Spiegel der Bevölkerung. Wir erfassen derzeit die Neuinfektionen in den einzelnen Schulen, so wie sie gemeldet werden, und stellen fest, dass die Tendenzen meist jenen der Gesamtbevölkerung entsprechen. Das heißt aber nicht, dass die Schulen der Kern des Problems sein müssen.
Könnten die Schulen aber der Treiber des Infektionsgeschehens sein? Nein, das kann man anhand der Daten nicht behaupten, aber Sicherheit gibt es in dieser Pandemie auch in dieser Frage nicht. Das Infektionsgeschehen entwickelt sich wie ein verzahntes System: Wenn ich hohe Zahlen in der Bevölkerung habe, habe ich sie auch in den Schulen – und umgekehrt. Die Schulen sind mit Sicherheit nicht die Schuldigen, man kann sie aber auch nicht von jeder Schuld freisprechen. Im Moment sind die Zahlen außer Kontrolle, sodass es richtig war, auch die Schulen zu schließen.
War es ein Fehler, die Schulen möglichst offen zu halten? Unser Ansatz war bisher immer, möglicherweise problematischste Bereiche zu schließen – das ist aber nicht zielführend. Was wir brauchen, sind auf lokaler Ebene Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Das beste Beispiel ist das Wipptal, das trotz geöffneter Schulen seit Mitte Januar ein rückläufiges Infektionsgeschehen aufweist. Ich vermute, dass dies am unterschiedlichen Verhalten der jeweiligen Bevölkerung und dem Vorgehen vor Ort liegt. willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Begleiten und betreuen z Vor einigen Monaten konnten die ersten Bewohner ihre Kleinwohnungen in der Villa Lumen beziehen. Das Gebäude mit 21 Wohnungen grenzt direkt an das Brixner Bürgerheim und ist für begleitetes und betreutes Wohnen bestimmt. Bisher stehen für diese Dienstleistung fünf Wohnungen zur Verfügung. Ein Vorraum, ein Wohnraum, eine Küchenzeile, Schlafzimmer, Bad und Keller sowie ein Balkon oder ein kleiner Außenbereich im Parterre gehören zu den frisch renovierten Wohnungen dazu. Außerdem sind sie barrierefrei und mit einem Notrufsystem ausgestattet. Heim-
bewohnerin Urusla Wendt (im Bild) ist begeistert: „Die Wohnung ist super, ich habe einen schönen Balkon und konnte sogar meine Pflanzen mitbringen. Zudem sind alle sehr freundlich, es geht mir gut“, erklärt sie. Den Bewohnern stehen neben der Grünanlage des Gebäudes auch die Parkanlage des angrenzenden Bürgerheims, dessen Bar sowie die allgemeinen Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Wohnform basiert auf dem Prinzip der Solidarität – das heißt, dass die Bewohner sich bei Bedarf und nach Möglichkeit gegenseitig unterstützen. Hilfestellungen werden dann beansprucht, wenn keine autonome Lebensführung mehr möglich ist oder die Unterstützung von Mitbewohnern, Angehörigen und Freiwilligen nicht mehr ausreicht. Interessierte, die sich über das Angebot informieren möchten, können dies in der „Anlaufstelle für Pflege und Betreuung“ in der Romstraße in Brixen tun. Weitere Wohnungen dieser Art sollen in den künftigen Strukturen „Elisabethsiedlung“ und im „Kurhaus Dr. von Guggenberg“ realisiert werden. eh
WIR HABEN FÜR ALLES EINE LÖSUNG.
shutterstock.com
BRIXEN
Gipskarton Malerarbeiten Vollwärmeschutz Kunstharzbeschichtungen
T 338 1271750 WWW.DELMONEGO.IT
21
Menschen & Meinungen
PORTRAIT
Die Allrounderin BETTINA KERER ist Brixner Stadträtin für Familie, Soziales und allgemeine Verwaltung. Sie ist aber auch Geschäftsfrau – quirlig und voller Energie. Das Portrait über eine Frau, die noch viel bewirken will.
W
ir sitzen im hinteren Teil des Geschäfts. Bettina Kerer hat auf dem untersten Regal Platz gemacht. Zwischen Smoothie-Maker, VintageStyle-Toaster und einem seitlichen Blick auf den Herrengarten entspinnt sich ein wunderbares Gespräch, quirlig und spannend und voller überschwappender Energie. Familie, Geschäft, Politik und die Krankheit, das sind die vier großen Themen im Leben der Stadträtin für Familie, Soziales und allgemeine Verwaltung. Zu ihrem Ressort gehören unter anderem das Ehrenamt und die Beziehungen zu den Vereinen, der Bauhof und die Stadtgärtnerei sowie die Fürsorge. Fünf Jahre saß sie bereits im Gemeinderat, jetzt ist sie froh, als Stadträtin noch mehr bewirken zu können. Sie ist eine echte Allrounderin, und wenn man sie fragt, woher sie die Zeit für so vieles nimmt, dann ist ihre Antwort schlichtweg, dass man für das, was man liebt, immer Zeit findet.
Eine gute Mischung. Bettina
Kerer ist dankbar für das, was ihr ihre Eltern mitgegeben und was sie ihr vorgelebt haben. Die Leichtigkeit, den Frohsinn und den grenzenlosen Optimismus, den habe sie von ihrer Mutter; die Leidenschaft, sich intensiv allem zu widmen, was einem wichtig ist, das habe sie von ihrem Vater. Sie ist nicht nur im Geschäft in seine Fußstapfen getreten, sondern auch in der Lokalpolitik. Unverhohlene und echte Freude über die vielen Stimmen, die sie bei den Gemeinderatswahlen im vergangenen Herbst bekommen hat, gepaart mit Ehrfurcht vor den Aufgaben als Stadträtin – das ist eine gute Mischung. Sie ist Sozialstadträtin, nicht nur, weil man ihr dieses Ressort übertragen hat, sondern, weil sie es mit großer Begeisterung lebt. „Die Leute trauen sich, mich anzusprechen, auch auf der Straße.“ Soziales Engagement war in ihrer Familie selbstverständlich, ehrenamtliche Tätigkeit sowieso. 22
Seit 31 Jahren ist sie Mitglied der Bürgerkapelle Brixen, spielt Oboe und Harfe. Musik gehört zu ihrem Leben einfach dazu. Schon immer. Die Kerer-Gitschn, die sich mit ihren Instrumenten in die Herzen der Zuhörer spielen. Bettina, Barbara und Manuela Kerer, unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Instrumente und ein Zusammenspiel, das auf Vertrauen beruht. „Unser Bruder Joachim hat sich in diesem Be-
blut und eine tiefe Überzeugung, dass alles gutgehen wird: „Auf mein Bauchgefühl habe ich mich immer schon verlassen können.“ 2018 hat sie sich an den Umbau des Geschäftes gewagt. Dunkles Mobiliar, an der Decke unzählige Scherenschnitte in einem leuchtend frischen Lindgrün, an der Eingangstür der alte Türgriff, der immer schon da war und „der für die Werte der Großeltern steht.“ Sie hat ganz einfach Lust, viel
der ältesten Stadt Tirols fasziniert sie immer wieder aufs Neue. „Ich bin schließlich ein waschechtes Brixner Kindl.“
Familie als Rückgrat. Und dann
wäre da noch ihre Krebserkrankung, ein herber Schlag im Jahr 2013, den sie nicht kampflos hingenommen hat, ein Kampf, den sie gewonnen hat. Sie spricht darüber, immer wieder, in Interviews, auf der Bühne im Rahmen
„Für das, was man liebt, findet man immer Zeit“_ Bettina Kerer, Stadträtin in Brixen reich schon vor Jahren erfolgreich aus der Affäre gezogen“, lacht sie. Die Kerer-Kinder, wie man sie in der Stadt noch immer nennt, obwohl alle vier längst erwachsen sind, sind nicht nur Geschwister, sondern auch enge Freunde: „Wir sind uns gegenseitig die größten Fans und gleichzeitig auch die größten Kritiker.“ Der frühe Verlust der Mutter hatte sie zusammengeschweißt; noch enger geworden, wenn das überhaupt möglich ist, sind die familiären Bande nach dem Tod von Vater Helmut Kerer im Jahr 2015.
oder besser Vieles zu tun. Und sie hat die Energie dazu. Woher genau, das vermag sie nicht zu sagen: „Ich hab‘ sie einfach.“ Unbändiger Tatendrang mit einem guten Gespür für die Menschen. Ihre Schaufensterevents sind ein Geheimtipp, der mittlerweile nicht mehr ganz so geheim ist. So etwas spricht sich herum, weil es anders ist, weil es die Menschen in der
der Brunecker Krebsgespräche vor einem Jahr, mit einzelnen Betroffenen ganz privat. Offen damit umzugehen kann ein Schritt hin zur Heilung sein, „für einen selbst und auch für die Angehörigen.“ An einem Freitag sei es gewesen, um Viertel vor Drei, als sie die Diagnose bekommen hat. Brustkrebs, diffus, sehr bösartig. Sie war damals so alt wie ihre Mutter,
Mit Herzblut. Bettina Kerer ist
durch und durch Geschäftsfrau. Sie hat Mut, traut sich, neue Wege zu gehen, und sie ist unglaublich kreativ. „Alles hat seine Zeit“, sagt sie. Der Opa habe 1945 das Geschäft eröffnet, der Papi, von dem sie die bedingungslose Leidenschaft für das Geschäft geerbt „oder abgeschaut“ hat, der hatte seinen Erfolg mit den sogenannten Hochzeitslisten, den Geschenklisten für Brautpaare. An ihr liege es jetzt, einen eigenen Weg zu gehen. Einkaufen mit Emotionen zu verbinden, alle Sinne anzusprechen, manchmal auf ganz unkonventionelle Art – die Ideen sprudeln nur so aus ihr heraus. Und nichts ist gekünstelt. Hinter allem stecken unverfälschtes Herz-
Familie als Rückgrat: Die vier „Kerer-Kinder“ sind nicht nur Geschwister, sondern auch enge Freunde Seele berührt. Kunst und Kultur mit dem Geschäft zu verbinden, „da verknüpfe ich viel von dem, was mir wichtig ist.“ Bettina Kerer liebt ihre Stadt, vor allem die Altstadt, „das Wohnzimmer von Brixen.“ Der Charme
als diese an Krebs erkrankte, es war derselbe Krebs an derselben Stelle. Am Samstag sollte ihr Vater den Ehrenring der Stadt Brixen bekommen, am Sonntag sollte ihr Neffe Florian getauft werden. Sie hat ihrer Familie trotzdem sofort
Foto: Oskar Zingerle
von der Diagnose erzählt, „weil die Familie mein Rückgrat ist.“ Es folgte eine schwere Zeit mit Chemotherapie und Bestrahlung. Trotzdem konnte sie sich eine große Portion Zuversicht bewahren, stand, wann immer es ging, im Geschäft, lebte mit ganzer Kraft weiter. „Ich wusste einfach, dass es gut ausgehen wird.“ Jahre später, nach dem Ergebnis eines Gentests, wusste sie, dass der Krebs wiederkommen würde. Sie entschloss sich zur Mastektomie, zur chirurgischen Entfernung des gesamten Brustgewebes. Ein weiterer tiefer Einschnitt und gleichzeitig die Wende, die Befreiung von der Angst. Sie hat zu kämpfen gelernt, auf eine sanfte und gleichzeitig beharrliche Art. Und sie ist klar in ihren Entscheidungen. „Das ist wohl meine Mathematikerseele“, schmunzelt sie. 13 Jahre lang hat sie am Realgymnasium Mathematik unterrichtet. Die Welt der Zahlen fasziniert sie, „und ich liebe es, wenn endlich ein Ergebnis, am besten das richtige Ergebnis vorliegt.“ Bettina Kerer ist eine, die oft im Hintergrund die Fäden zieht, vor allem, wenn es darum geht, anderen zu helfen, unauffällig und immer darauf bedacht, den Menschen ihre Würde zu lassen. Und sie ist eine hervorragende Netzwerkerin. Ganz nebenbei erwähnt sie, dass sie die erste weibliche Präsidentin des Brixner Kiwanis Clubs war, genaugenommen die erste weibliche Präsidentin der Südtiroler Kiwanis. Gestalten zu können, etwas bewegen zu können, das ist ihr wichtig. Zu erspüren, wie es den Menschen hinter der Fassade geht, die ihnen die Gesellschaft oft abverlangt, ist ihr ein Herzensanliegen. Sie ist dankbar für alles, was ihr widerfahren ist, und sie möchte zurückgeben, weitergeben. Ein Brief, unterzeichnet von ihr und von Bürgermeister Peter Brunner, der zu Weihnachten an all jene verschickt wurde, die alleine leben, oft auch ganz alleine sind – im gesamten Gebiet der Gemeinde Brixen sind das immerhin 3.500 Menschen – hat berührende Wellen geschlagen. „Es braucht oft nicht viel“, sagt Bettina Kerer, „manchmal auch nur die Gewissheit, dass jemand an einen denkt.“
FROHSINN UND GRENZENLOSER OPTIMISMUS: Bettina Kerer ist Sozialstadträtin mit Begeisterung
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 23
Brixner programmieren Register-App z Die Digitalisierung macht auch vor dem altbekannten Klassenbuch nicht halt. In zahlreichen Schulen wurde das Klassenregister mittlerweile digitalisiert, damit die Schüler – und auch die Eltern – Einblick in das Schulleben erhalten. Noten, Beobachtungen, Abwesenheiten und auch Inhalte werden darin vermerkt. Zwei Brixner Schüler des Vin-
zentinums, Michael Debertol und Simon Wachtler, sind nun noch einen Schritt weitergegangen und haben eine App programmiert, in der man Register immer bei sich tragen kann. Hausaufgaben und Benachrichtigungen können so per Smartphone abgerufen werden. Zudem gibt es in der App auch einen grafisch dargestellten Notentrend. Die App ist unter
dem Namen „Digitales Register“ seit kurzem kostenlos im Google Play Store und im App Store von Apple verfügbar und richtet sich an Schüler und Eltern. eh
M&M Menschen & Meinungen SÜDTIROL
Museen für die Zukunft z Seit Januar leitet Marlene Messner als neue Geschäftsführerin den Museumsverband Südtirol. „Ein besonderes Potential des Verbandes liegt in der Verschiedenheit der Mitgliedsmuseen: Archäologische, historische, naturkundliche und regionalhistorische Themen sorgen für ein breites inhaltliches Spektrum“, freut sie sich. Marlene Messner, Historikerin und Kulturmanagerin, stammt aus Villnöss. In Brixen leitete sie von 1992 bis 1996 den Kulturverein – eine „prägende Zeit“, wie sie selbst sagt. Nach 22 Jahren als Direktorin der Urania Meran freut sie sich nun
kurz
notiert
24
auf neue Herausforderungen. Einbringen will sie ihre Erfahrungen aus der Erwachsenenbildung und ihr Wissen als Historikerin: „Wenn wir verstehen, dass Museen sich nicht nur mit der Vergangenheit, sondern auch mit der Gegenwart und der Zukunft auseinandersetzen, dann haben wir viel erreicht“, so Messner. Museumsarbeit müsse am Puls der Zeit stattfinden – mit einem Museumsverband als Dienstleister, Garant für Qualitätsstandards und Impulsgeber. Die Museumslandschaft in Südtirol sei ohnehin äußerst divers: Kleinere Museen werden meist ehrenamt-
Der Brixner Musiker Ingo Ramoser nahm mit Sängerin Silvia Sellemond die Weihnachtsballade „Menschlichkeit“ auf, die in der Adventszeit veröffentlicht wurde. Der damit verbundene Spendenaufruf brachte mehr als 20.000 Euro für den Hilfsfonds „KFS-Familie in Not“ ein.
lich betrieben, andere wiederum verfügen über ausgebildetes Fachpersonal. Die derzeitige Situation stelle viele Museen zudem vor große Herausforderungen, aber Marlene Messner ist optimistisch:
„Gemeinsam können wir die Krise meistern.“ So wird, wie geplant, im März das Euregio-Museumsjahr „Transit – Transport – Mobilität“ starten, auch in Brixen und Umgebung. job
Der Geschichtsverein Brixen wird im heurigen Jahr geplante Vorträge und Veranstaltungen durchführen, die im Vorjahr verschoben wurden. Im Rahmen des Projektes „Reden über Brixen“ wird zum Beispiel Altbürgermeister Zeno Giacomuzzi einen Vortrag halten.
Der Natzner Daniel Goggi, der für einige Jahre in der Sportredaktion des ZDF tätig war, wird künftig für ServusTV arbeiten. Von Salzburg aus wird er vor allem über die Formel 1 berichten.
Foto: Karlheinz Sollbauer
Menschen & Meinungen
BRIXEN
O o op s
LAMMento
mein Hoppala
Arno Dejaco, Brixen
Freud’sche Vergesslichkeit Es hat sich mit den Jahren ein fein ausgependeltes Miteinander mit dem Zahnarzt meines Vertrauens entwickelt – genauer gesagt mit der Terminplanerin meines Vertrauens meines Zahnarztes. Ich verbuche meine Vergesslichkeit bezüglich Fräsen und Bohren im Schädelbereich als eine Freud’sche. Also kam, dass eines Tages auf meinem Handy die Nummer der Praxis aufschien und ich instinktiv erschrak, den Reue-Modus aktivierte, bereit, mich zu entschuldigen. „Nein, du hast den Termin nicht vergessen, der ist erst morgen. Ich wollte dich bloß erinnern”, sagte die Stimme fürsorglich. Ich war glücklich! Am nächsten Tag jedoch wieder die Nummer der Praxis. Ich ahnte Schlimmes. „Nein, alles in Ordnung“, meinte sie lächelnd, „es ist jemand ausgefallen und du könntest jetzt gleich kommen.“ Ich bestätigte, und überglücklich, dass ich den Termin nicht vergessen hatte, widmete ich mich meiner Arbeit. Am Abend dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte sowohl den vorgezogenen als auch den vereinbarten Termin ... vergessen.
Leser kochen für Leser
mmh!
Tiroler Erdäpfel-Daumnidei > Zutaten für 4 Personen 500 g mehlige Kartoffel ca. 200 g Mehl 1 Ei Salz Muskatnuß
> Zubereitung Kartoffeln mit Schale kochen, dann schälen und noch warm durch die Kartoffelpresse pressen. Die restlichen Zutaten hinzufügen und zu einem Teig verkneten. Rund einen Zentimeter dicke Rollen formen und
kleine Gnocchi abschneiden. Die Gnocchi dann nicht wie gewohnt kochen, sondern in Butterschmalz auf beiden Seiten goldbraun braten. Die Daumnidei werden mit Sauerkraut serviert.
Unsere Redakteurin Evi Hilpold ist bereits seit Jahren bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel im Pressebüro tätig. Dort lernt sie nicht nur viele Kitzbühler kennen, sondern auch deren traditionelle Küche – was heuer aufgrund des Lockdowns von besonderem Vorteil war. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
Kauzige Kollegen „Endlich!“, sagt der Franz, während er seinen Cappuccino in die Kamera schwenkt, „Südtirol ist jetzt auch uptodate und ... modern!!“ Aha, frag ich, woran hältst du das fest? „Aha“, sagt die Frieda, „woran hältst du das fest?“ Ihre Internetverbindung ist etwas langsam, deshalb kommt sie immer etwas zeitverzögert daher, aber ... Hauptsache, sie kommt! „Jetzt haben auch wir unsere kauzigen Demonstranten“, sagt der Franz, „die mit grammatikalisch zweifelhaften Texten auf bunten Schildern und mit freundlichen Zurufen den jeweiligen Regierungen die Leviten lesen. 2015 hieß es mitten in der Flüchtlingswelle noch: ‚Hau ab, Merkel, du Volksverräterin‘. Dann schwappte die Welle der Zusammenrottung der eingeschränkt Nachdenkenden auf Amerika über, worauf das Kapitol gestürmt wurde. Und jetzt ... haben auch wir in Südtirol das ‚Wir sind das Volk!‘- und ‚Lügenpresse‘-Phänomen“, freut sich der Franz, „und ich hatte schon befürchtet, unsere Gesellschaft hätte solche Typen nicht anzubieten.“ Doch, sag ich, es war rein statistisch voraussehbar, dass es auch in Südtirol ein paar hundert Leute gibt, die hinter jeder Krisensituation einerseits eine Verschwörung dunkler Mächte sehen und andererseits die jeweiligen Politiker als totale Deppen darstellen. „Was mich aber schon wundert, ist, dass diese Leute von den Erfahrungen ihrer kauzigen Kollegen in Deutschland und Washington nichts gelernt haben“, sagt der Franz. Stimmt, sag ich, denn dass diese Demonstranten vom Rest der Bevölkerung als Idioten wahrgenommen werden, dürfte inzwischen wohl bewiesen sein.
Gratisschätzung IHRER IMMOBILIE jetzt anfordern! +39 339 8281766 bozen@seeber-immobilien.com www.seeber-immobilien.it 25
Menschen & Meinungen
Freunde und Gönner Herta Markart, Josef Satzinger, Klaus Runggaldier, Maria Kammerer, Monika Huber, Traudi Bergmeister, Karl Herter, Veronika Seehauser, Anna Bacher, Maria Dolores Glaser, Karl-Heinz Schwarz, Sabine Mulser, Salon Denny, Fabian Kusstatscher, Antonio Zipponi, Vinzenz Paul Kiebacher, Peter Huber, Sieglinde Gasser, Marta Maria Stieger, Luisa Platzer Bacher, Josef Wierer, Wilma Baiardo Öhler, Hermelinde Costa, Paula Theresia Antenhofer, Infojuice GmbH, Mathilde Spiss, Zita Veronika Dorfmann, Ursula Boudier, Albin & Emma Mitterrutzner, AVS Landesleitung, Richard Ranigler, Gertrud Bonell Caneva, Josef Prader, Elisabeth Steger Stabinger, Johann Kollmann, Brixen Tourismus Genossenschaft, Gianfranco Titton, Lorenz Hinteregger, Martina Wild, Dietmar Lamprecht, Brigitte Lechner & Horst Hofer, Helmuth und Antonia Fink, Florian Kerschbaumer, Juliane Gasser Pellegrini, Christian & Irene Mitterer, Georg & Angelika Mitterrutzner, Valentina Delueg, Alberto Legni, Gertrud Moret, Bruno & Annelies Damiani, Marialuise Schatzer, Josef Unterrainer, Helmut Vitroler, Renate Breitenberger Hofmann, Werner & Gertrud Silgoner, Josef Kerer, Helmuth Michaeler, Oswald Überegger, Rudolf Neuner, Veronika Seehauser, Oswald Gruber Zimmermann, Eisackwerk Mühlbach Gmbh, Wilhelm & Frieda Grießmair, Silvia Canu, Peppi & Helga Sigmund, Christoph Mayr, Anna Mayr, Georg Fischer, Peter Baumgartner, Rudolf Irsara, Philipp Tauber, Martin Moosburger, Margit Hofer, Carmen Arnold, Hugo Wassermann, Armin Spiess, Margareth Gasser Marsoner, Paul & Maria Gasser, Margit Moos von Seiller, Anna Kainzwaldner, Maria Elisabeth Stolzlechner, Josef Sigmund, Clara Francesca Demetz Brugger, Andreas Cerboni, Anton Fischnaller, Maria Aloisia Gafriller, Dominik Dorfmann, Norbert Marschall, Christoph Ladinser Brugger, Mirjam Complojer, Alfred Rieder, Elisabeth Mayrhofer, Brigitte Reifer Messner, Waltraud Brugger Unterleitner, Karin Vontavon, Hubert & Barbara Agreiter, Carmen Kostner, Roland Vaia, Peter Gasser, Josef & Elsa Kaltenhauser, Hermann Hofmann, Gabriela Antonini Plank, Paul Pezzei, Martin Leitner, Josef Messner, Markus Überbacher,
Josefina Hinteregger Markart, Barbara & Hermann Lerchegger, Hans-Jörg Michaeler, Manfred Plitzner, Andreas Oberrauch, Karl Rungg, Patrizia Hell, Adelheid Mitterhofer Zingerle, Peter Kerschbaumer, Annamaria Bonell, Benedikt Prünster, Michael Rainer, Josef Kaser, Georg Fischer, Joachim & Andrea Hinteregger, Josef Larcher, Peter Jaist, Gertrud Delueg, Andreas & Rosa Prosch, Notburga Maria Hofer, Markus & Martina Oberrauch, Elisabeth Gisser Hofer, Rosa Tinkhauser, Max & Theresia Satzinger, Alexandra Kreithner, Sybille Prader, Silvia Michaeler, Christoph Lechner, Ida Fink, Agnes & Josef Vikoler, Hansjörg Auer Kerschbaumer, Gertraud Bodner Steiner, Alois & Marta Mantinger, Johann Helfer, Josef Weissteiner, Georg Knollseisen, Margherita Senoner, Hanna Obletter, Josef Rossmann, Elisabeth Jaist Pichler, Franz Josef Oberrauch, Jakob & Sonja Kompatscher, Felix Tappeiner, Alexandra Schrott, Maria Fischnaller, Heinrich Forer, Julian Sommavilla, Paolo Dalla Torre, Johannes Messner, Gianfranco De Blasi, Irene Heimann, Georg Josef Bacher, Margareth Volgger, Franco Braito, Lucia Cecchellero, Paula Gasser, Angelika Tschager, Konrad Obexer, Andreas Zingerle, Maria Luisa Tisot, Maria Marcher, Dieter Pupp, Franz Brunner, Reinhold Agethle, Marianna Winkler, Grüner Baum GmbH, Sergio Fanella, Josef Silbernagl, Bürogemeinschaft Dr. Hellweger und Dr. Runggaldier, Verena Mitterrutzner, Anton Schenk, Helmuth Plank, Paul Untersteiner, Frieda Haselwanter, Josef Stampfl, Maria Anna Deltedesco, Margareth Anna Lamprecht, Walter Hilpold, Martha Schwamberger, Roland Erardi, Doris Enderle, Anna Maria Nagler, Paul Gufler, Claudio Larcher, Rudolf Longariva, Ida Tratter, Heinrich Zini, Johann Kammerer, Egon Stecher, Martha Gamper, Christine Priller, Autotrasporti Parton S.R.L., Anna Passler, Günther Oberhuber, Maria Mantinger, Anton Plaikner, Arno Kornprobst, Paul Anton Silbernagl, Franz Falk, Mirta Dalle Carbonare, Dieter Oberhofer, Renate Wieser, Theresia Rabensteiner, Hartmann Egon Maier, Rosanna Tomaselli, Herta Lanz, Berta Michaeler, Martha Nussbaumer, Peter Dabringer, Peter Fischer, Richard & Maria Seebacher, Barbara Thaler, Alois Happacher, Herta Maria Leitner, Georg Kastlunger, Karin Baumgartner, Rita Weger, Hermine Pedoth, Stefano
D
26
Brocco, Filomena Prast, Sieghard Fink, Roland Achammer, Klaus Borchert, Elisabeth Mitterrutzner, Albert Prosch, Renato Pastore, Bruna Chiocchetti, Marisa Torggler, Carmelo Tumler Cuscina, Maria Theresia Hinteregger, Roswitha Steinmair, Anton Mitterrutzner, Emma Schatzer, Josef Treyer, Laura Treyer Evaldi, Ingrid Peer, Martin Plunger, Emanuela Pattis, Ralf & Helga Dejaco, Hedwig Celentano Oberhauser, Herta Kerschbaumer, Veronika Antenhofer, Arnold Haniger, Joachim Kauffmann, Romana Klapfer Vallazza, Thomas Klapfer, Hannes & Evelyn Profanter, Veronika Sabetta Mair, Waltraud Zöschg, Helga Pernwerth, Romano Suriano, Luise Anna Gruber, Angelika Stampfl, Helga Bacher, Walter Gasser, Jörg Seeber, Reinhard Waldboth, Josef Kerschbaumer, Maurizio & Luana Sabbadin, Petra Trettau, Walter Weissteiner, Ernst Röggla, Walburga Fisssneider, Renate Daporta, Paula Planatscher, Roland Mahlknecht, Peter Brunner, Barbara Mörl von Pfalzen, Roman & Margareth Stecher, Franz & Agnes Tauber, Marika Assner, Gertraud Vikoler, Hans & Christa Pichler, Helmut & Edith Pider, Nicola Tulimiero, Irene Pichler, Karl Hinterlechner, Alois Kerschbaumer, Arthur Kier, Patrick Colombi, Heidi Wierer, Christine & Luis Plank Rüdl, Reinhard Siebenförcher, Edith & Hermann Prantner, Franz & Annalora Burkia, Alois Costadedoi, Kurt & Maria Rosa Plaickner, Peter Brugger, Paola Zorzi, Anton & Erika Plunger, Alfred Hinteregger, Johann Hinteregger, Wolfgang John, Christa Keck, Ingrid Pramstaller, Heinrich Lusser, Christa Huber, Liliana Meneguzzo, Gaudenz Don Bosco Lechner, Arthur Morandell, Franz Zöggeler, Anna De Panizza, Hardi Gasteiger, Erich Falkensteiner, Herbert Lanz, Alfred Wieser Psenner, Renzo Paolo & Renata Maria Pacher, Manfred & Helga Karl, Hansjörg Salcher, Daniel Valentin, Erna Christa Mahlich, Sergio Negro, Wilhelmine Mair Negro, Siegried Barbieri, Stefan Barbieri, Josef Pius Gritsch, Walter Ploner, Mario Castiglioni, Anna Maria Kiebacher, Pio Sottara, Waltraud Beda Kircher Weber, Marialuise Prosch, Albin Blasbichler, Leo Dariz, Stefan Schmidhammer, Franco Zanotto, Susanne Leimstädtner, Waltraud Sigmund, Stephan Gasser, Alexa Seebacher, Hubert Jocher, Raimund Ochsenreiter, Franz Berretta, Anna Pallestrong,
n a
Daniel Peintner, Helmut Arnold, Irene Frenes, Walter Weitschek, Peter Oberrauch, Robert Tauber, Elisabeth Puner, Günther Koch, Werner Dander, Karl Mutschlechner, Susanne Schraffl, Helene & Vinzenz Wieser, Peter Oberbichler, Konrad Gatterer, Roland Johann Unterkircher, Augustinus Grünfelder, Gianfranco Canu, Helmuth Kusstatscher, Alex Cerboni, Anna Unterfrauner, Walther Mayrl, Johann Ploner, Alfons Ritsch, Birgit Delueg, Josef Sellemond, Brigitte Senoner, Gebhard Dejaco, Lydia Wachtler, Margit Strasser, Paul Oberrauch, Emanuela Pattis, Emma Kerschbaumer, Susanne Tagliari, Anton Mahlknecht, Peter Stubenruß, Edith Tasser, Hans Kahl, Elena Chiocchetti, Josef & Rita Erschbaumer, Margareth Eigemann, Anna Keim, Walter Demichiel, Klaus Cimadom, Giovanni Chiari, Martin Vorhauser, Roland Winkler, Markus Gruber, Giuseppe Polidori, Harald & Michaela Pichler, Martin Hinteregger, Robert Faller, Paul Schmidt, Gilbert Schatzer, Luitgard Seebacher, Edith Widmann Ellecosta, Sergio Ferraro, Dietmar Thaler, Richard Duml, Erwin Pernthaler, Artur Bacher, Hubert Lanz, Hubert Gruber, Bruno Felderer, Elionda Dander, Franz Colombi, Paolo & Sylvia Novaresi, Ruth Lechner, Walter & Reinhilde Kircher, Andrea Pichler, Josef Hofmann, Sylvia Kerschbaumer, Frida Abfalterer, Josef Profanter, Kurt Zöll, Herbert Fissneider, Sieglinde Schenk, Theresia Brunner, Gino de Lorenzo
! e k
Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, die ihren Beitrag bis 10. Februar 2021 überwiesen haben bzw. deren PostErlagscheinsquittung uns bis zu diesem Tag erreicht hat.
Sie wollen „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift werden? Südtiroler Volksbank:
IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004
Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452
Südtiroler Sparkasse:
IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000
BancoPosta:
IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405
Pro& Contra Ist die Regierung Draghi ein guter Kompromiss? Der Hintergrund:
Lüsen/Dorfzentrum: Vierzimmerwohnung mit Balkon, EKL A, Preis: € 321.000,00-
Foto: Annelies Leitner
Nach dem Scheitern von Giuseppe Conte wurde Mario Draghi in Italien der Regierungsauftrag erteilt – und er schaffte es, eine Mehrheit mit erstaunlich wenig Gegenwind zu bilden. Sieht die Politik in Draghi also den Retter Italiens?
RENATE GEBHARD, Kammerabgeordnete: „Mario Draghi ist in der derzeitigen Situation der beste und einzig mögliche Kompromiss“
Ja Die Regierung Draghi ist das Ergebnis der von Matteo Renzis Kleinstpartei heraufbeschworenen Regierungskrise und das Unvermögen der bisherigen Mehrheitsparteien, eine Einigung zu finden. Dass sich Mario Draghi, eine auch international anerkannte Persönlichkeit, dazu bereit erklärt hat, Italien aus dieser Krise zu führen, ist ein Glücksfall. Eine stark pro-europäische Ausrichtung, auf die er auch in den Beratungsgesprächen in erfrischender Klarheit immer wieder hingewiesen hat, ist Garantie dafür, dass die von Europa in einer einmaligen Solidaritätsaktion für den Wiederaufbau – Italien profitiert nach Spanien am meisten – zur Verfügung gestellten Gelder aus dem Recovery Fund zukunftsorientiert eingesetzt werden. Davon profitiert auch Südtirol. So wie Südtirol auch davon profitiert, dass die Finanzmärkte bereits positiv reagieren. Mario Draghi hat zudem den Dialog mit den Parteien gesucht. Anstatt – wie befürchtet – einer reinen Technikerregierung steht jetzt eine mehrheitlich politische Regierung. Wermutstropfen dabei ist, dass die Frauen unterrepräsentiert sind. Wir als SVP sind nicht mehr das Zünglein an der Waage, aber Mario Draghi hat eine bestimmte Sensibilität für unsere Autonomie gezeigt. Dies lässt auf eine konstruktive Zusammenarbeit bei südtirolspezifischen Themen hoffen. Kurzum – Mario Draghi ist in der derzeitigen Situation der beste und einzig mögliche Kompromiss. Neuwahlen hätten einen weiteren politischen Stillstand bedeutet. Das wäre angesichts des Gesundheitsnotstandes die denkbar schlechteste Alternative. z
PIUS LEITNER, ehemaliger Landtagsabgeordneter: „Sind alle zufrieden mit einem Kompromiss, ist meist was faul, ganz gewiss!“
Nein Ein Kompromiss ist eine Übereinkunft, eine Einigung durch gegenseitige Zugeständnisse. Mario Draghi hat vom Staatspräsidenten Sergio Mattarella den klaren Auftrag erhalten, in der akuten Krisensituation die Pandemie zu bekämpfen und den EU-Aufbauplan (Recovery Fund) innerhalb April an die EU-Kommission zu übermitteln. Diesbezüglich findet er allgemeine Unterstützung. Einen „Messias“ oder „Salvator Italiae“ sehe ich in Draghi deswegen nicht. Als ehemaliger Direktor des Finanzministeriums, Mitarbeiter von Goldman Sachs, italienischer Notenbankchef, Chef der EZB und „Retter“ von Geschäftsbanken (auf Kosten der Steuerzahler) ist er in erster Linie Garant für die Umsetzung der Vorgaben aus Brüssel. Wie lange kann er Silvio Berlusconi, Matteo Salvini, Beppe Grillo, Matteo Renzi und Nicola Zingaretti zähmen? Bei der Verteilung der Ministerien sehe ich durchaus einen Kompromiss, und zwar als Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. Die wichtigen Ministerien wurden mit Technikern, der Rest parteipolitisch besetzt. Nachdem die Stimmen der SVP bei einer technischen Regierung nichts zählen, diese Regierung nun doch technisch-politisch besetzt ist und mit Renato Brunetta von Forza Italia einen Minister aufweist, der die Südtiroler Autonomie am liebsten abschaffen möchte, wäre eine bedingungslose Zustimmung seitens der SVP nicht nur ein schlechter Kompromiss, sondern eine Zumutung. Anscheinend geht es nur noch darum, so viel Geld wie möglich aus dem Aufbaufond zu ergattern. z
St. Lorenzen: Einzigartige Chalets im Wald, EKL A, Preis: auf Anfrage
Brixen/Altstadt: doppelstöckiges Geschäftslokal in guter Lage um € 2.200,00zu vermieten, EKL E
Brixen/Rosslauf: Geräumiges Geschäftslokal um € 2.000,00- zu vermieten, EKL G
Alle Informationen auf www.castellanum.it Castellanum Immobilien Peter & Martin Cestari Burgfriedengasse 1 39042 Brixen (BZ) +39 0472 612369 info@castellanum.it EQC
27
Menschen & Meinungen
UMFRAGE
Noten oder Bewertungen? Vor kurzem wurden in den Schulen die Zeugnisse verteilt. Die Grundschüler wurden im ersten Semester heuer erstmals per Verbalurteil und nicht mehr mit Ziffernnoten bewertet. Der „Brixner“ hat sich – lockdownbedingt online – umgehört, wie die neue Bewertung angekommen ist.
„Ich finde das Verbalurteil generell nicht schlecht“, sagt Lara Pizzetti. „Besonders in den ersten drei Grundschulstufen ist es sinnvoller als die Ziffernnoten. In den höheren Klassen, also vierte und fünfte, kommen die Noten, wie wir sie bisher gewohnt waren, besser an. Die Kinder können sich damit besser identifizieren und wissen sofort, wo sie stehen.“
Armin Mutschlechner wäre „mit der neuen Bewertungsmethode grundsätzlich einverstanden, allerdings funktioniert unsere Leistungsgesellschaft anders. Leistung wird verlangt und bewertet – im Berufsleben oder im Sport: Wer das Spiel gewinnt, ist der Sieger – fertig. Mir ist aufgefallen, dass meine Tochter kürzlich das nicht benotete Ergebnis einer schriftlichen Arbeit selbst in eine Note umgerechnet hat. Ihr ist offensichtlich eine klare Aussage lieber.“ 28
„Ich finde das alte System aussagekräftiger“, sagt Brigitte Lechner. „Eine allgemeine Beschreibung von Sozialverhalten hatte es ja auch so bereits gegeben, das war eine gute Mischung. In der Mittelschule erhalten die Kinder auch eine Benotung, weshalb dieses neue System nur in der Grundschule für mich nicht wirklich viel Sinn ergibt.“
Michaela Holzer gefällt „die neue Bewertungsmethode gut. Wenn nur eine Zahl steht, sagt es Eltern und Kindern nicht so viel; es wirkt unpersönlich. Aus dem Text liest man hingegen viel mehr heraus – zum Beispiel in welchen Fächern das Kind mehr oder eben weniger Spaß, Talent oder Einsatz zeigt. Auch meinem Kind hat es gefallen, seine Bewertung zu lesen.“
„Das neue Bewertungssystem gefällt mir sehr gut, da man einen besseren Einblick erhält, wo das Kind Stärken und Schwächen aufweist. Aus Lehrersicht ist dieses Verbalurteil wesentlich zeitaufwändiger; ich habe diese Arbeit aber sehr gerne erledigt, weil ich dieses Urteil als wichtig empfinde. Die Kinder müssen sich an das neue System erst gewöhnen“, sagt Evi Peintner.
Roswitha Nothdurfter hat „in über 40 Jahren als Lehrerin verschiedene Bewertungssysteme miterlebt. Die jetzige Beschreibung ist etwas aufwändig. Wir Lehrer müssen sehr aufpassen, die Leistungen treffend zu beschreiben, damit es bei Kind und Eltern auch richtig rüberkommt. Mir gefällt die neue Methode gut, weil sie gleichzeitig Bewertung und Motivation ist.“
„Man muss sich mit der neuen Art der Bewertung erst zurechtfinden. Aber ich bin positiv überrascht“, findet Silvia Nitz. „Das Vergleichen und der Konkurrenzkampf fallen weg. Es wird Fach für Fach beschrieben, wie das Kind zurechtkommt. Eine Ziffernnote hingegen ist nur eine Zusammenfassung aus Schularbeiten und Tests. In der Mittel- und Oberschule wünsche ich mir weiterhin die Ziffernnoten als Ansporn.“
„Ich finde die Möglichkeit, das Zeugnis per Brief-Form an das Kind zu richten, sehr toll“, sagt Jasmine Pezzei, „ich persönlich begrüße die neue Bewertungsform, weil ich finde, dass sie sich mehr an den Kompetenzen des Kindes orientiert. Das Vergleichen, vor allem von Seiten der Eltern, insbesondere der Mütter, fällt nun jedenfalls weg.“
Kunst & Kultur DISKUTIERTEN MIT DEM „BRIXNER“ CORONABEDINGT VIA ZOOM (V.L.N.R): Georg Kaser, Lisa Trockner, Klaus Ramoser, Viktoria Obermarzoner, Josef Rainer, Stadträtin Monika Leitner, Peter Schorn, Markus ‚Doggi‘ Dorfmann und Stefanie Prieth
FUTTERNEID UNTER DEN KULTURSCHAFFENDEN?
„Krise verlangt ein Umdenken“
Vor kurzem führte der Kunstankauf der Gemeinde Brixen in den sozialen Medien zu Diskussionen. Der „Brixner“ wollte deshalb mit Kulturschaffenden der verschiedenen Bereiche diskutieren, ob ein „Futterneid“ unter ihnen besteht, welche Kritik sie grundsätzlich an den Kulturförderungen üben – und inwiefern die Pandemie bestimmte Prozesse verändern kann. Durch die Corona-Pandemie wird vor allem auch die Kulturszene heftig gebeutelt. Die Politik versucht, der Not der Kulturschaffenden mit Initiativen entgegenzutreten, aber nicht immer treffen diese auf breiten Konsens. Der Kunstankauf der Gemeinde Brixen hat zum Beispiel auch in der Kulturszene zu heftigen Kontroversen geführt. Entsteht durch Corona sogar unter den 30
Künstlern so etwas wie Futterneid? PETER SCHORN: Mich würde interessieren, wie es zu dieser Aussage kommt, denn mir ist ein angeblicher Futterneid unter Künstlern total entgangen. Mir persönlich, und ich glaube, im Namen der darstellenden Künstler reden zu dürfen, ist dieses Neidgefühl gegenüber anderen Kultursparten
fremd. Wir unterstützen alles, was für die Kunst getan wird – auch zum Beispiel Kunst am Bau. Woher stammt die Wahrnehmung, dass Künstler die Initiative der Gemeinde kritisiert hätten? Es gab in den sozialen Medien eine Reihe entsprechender Kommentare, aber möglicherweise ist dieser Futterneid auch nur eine selektive Wahrnehmung von uns.
MONIKA LEITNER: Na ja, wir haben in der Tat gemerkt, dass die Initiative der Kunstankäufe der Gemeinde eine Diskussion auslöste, die uns in ihrem Inhalt schon sehr erstaunt hat. So hat es mehrere Aussagen gegeben, warum wir Geld für die bildende Kunst ausgeben würden und nicht für Theater oder Musik. Dabei werden diese Bereiche von der Summe her in derselben Weise
gemacht. Zweitens unterstützt man damit Künstler auf eine sehr wertschätzende und direkte Art, indem die Gemeinde ihre Werke ankauft. Als Institutionen und auch als Kunst- und Kulturszene ist es unsere Aufgabe, solche Initiativen mitzutragen. Dafür braucht es Solidarität und den Weitblick aller. JOSEF RAINER: Ich finde die Aktion der Kunstankäufe sehr gut. Futterneid unter den Künstlern habe ich nicht wahrgenommen – ganz im Gegenteil: Künstlerkollegen aus Bruneck und Bozen haben mich kontaktiert und sich darüber geärgert, dass es in ihren eigenen Gemeinden nicht ähnliche Initiativen gibt wie hier in Brixen. Jeder bildende Künstler kann eine solche Aktion nur befürworten.
unterstützt. Nur ist es eben relativ schwierig, dass die Gelder auch bei den am meisten Betroffenen ankommen. Wir als Gemeinde können Künstler nicht direkt unterstützen; die Gelder gehen an Vereine oder Veranstaltungen. Hier sahen wir dringenden Handlungsbedarf, mussten aber verwaltungstechnische Wege finden. Noch im Sommer haben wir deshalb Kulturförderaktionen gestartet, zum Beispiel die Bändchen-Aktion „Kunst sichtbar machen“ zur Unterstützung der Theaterszene. Fürs Theater und für musikalische Aufführungen stellten wir Aufführungsorte kostenfrei zur Verfügung. Um weitere Kunstsparten zu berücksichtigen, haben wir die Kunstankäufe auf 2020 vorgezogen, die aus dem Kulturprozess hervorgegangen und eigentlich erst für 2021 vorgesehen waren. Und dazu gab es Kritik? Monika Leitner: Während die Aktionen im Sommer noch auf breiten Konsens stießen, merkten wir mit dem Fortschreiten der Krise, dass einzelne Kulturschaffende nun sehr genau hinschauen, welche Aktionen die Gemeinde organisiert und wer die Nutznießer sind. Auch zur Entscheidung, wen die
unabhängige Jury bei den Kunstankäufen berücksichtigt hat, sind bereits kritische Anfragen eingetroffen. Ebenfalls Anfragen gibt es zu einem Musikprojekt. Wenn also irgendwo Gelder bereitgestellt werden, schaut die Szene mit mehr Schärfe hin als bisher. LISA TROCKNER: Wir befinden uns in einer schwierigen Zeit. Dass der eine oder andere, der sich möglicherweise in einer prekären Situation befindet, frustriert ist, wenn er leer ausgeht, ist eine der derzeitigen Situation geschuldete menschliche Reaktion. In den sozialen Medien wird heftig diskutiert. Auch außerhalb der Kulturszene ist ein Wettbewerb entstanden, wer am meisten von der Pandemie betroffen sei, ohne die Situation gesamtheitlich zu betrachten. Die Initiative der Gemeinde Brixen ist ein BestPractice-Beispiel, das hoffentlich im ganzen Land Nachahmung findet. Wir erreichen mit dieser Initiative zwei Ziele, die für die Kultur von immenser Bedeutung sind. Erstens schaffen wir einen Mehrwert für die Gesellschaft, indem das kulturelle Erbe konserviert und gleichzeitig sichtbar gemacht wird: Die Werke werden in den verschiedenen öffentlichen Gebäuden und online zugänglich
Peter Schorn: Auch ich bin der Meinung, dass Solidarität zwischen den Künstlern wichtig ist, und diese gegenseitige Solidarität gibt es auch. Ich habe nicht die Wahrnehmung, dass die verschiedenen Branchen miteinander konkurrieren. Was allerdings schon stimmt, ist, dass gerade die darstellenden Künstler, also die Theaterleute, und die Musiker besonders stark von der Pandemie getroffen wurden, da sie überhaupt keine Arbeitsmöglichkeit mehr haben. Ich denke, dass es dabei aber weniger um persönlichen Neid geht als um eine strukturelle Unzufriedenheit. Wichtig wäre nämlich eine genauere Unterscheidung zwischen Wirtschaftsförderung und Kulturförderung. Kulturförderung mit öffentlichen Geldern bedeutet nicht primär, irgendein Kulturangebot für ein Publikum zu schaffen, das derzeit noch oft hochpreisig von irgendwoher zugekauft wird, sondern die Arbeit lokaler und regionaler Kunstschaffender zu ermöglichen. Was nicht unser primäres Ziel sein sollte, ist eine geringe Anzahl an Premium-Kultur-Events als Hintergrundbeleuchtung für eine Premium-Hotellerie. Eingekaufte Events sind austauschbar. Kulturförderung hat nur dann einen wertvollen Effekt auf die soziale Kohäsion in einer Region und in einer Stadt wie Brixen, wenn die regionale und lokale Kulturszene damit aufblühen kann. VIKTORIA OBERMARZONER: Den angesprochenen Futterneid habe auch ich nicht wahrgenommen – das liegt vielleicht daran, dass ich schon lange Zeit nicht mehr in Brixen war. Sehr wohl aber stelle
ich fest, dass andere Branchen darüber meckern, dass in einer Pandemie öffentliches Geld in die Kultur investiert wird, die im Moment eh keine Auftrittsmöglichkeiten hat. Futterneid unter den Künstlern wäre auch unlogisch, denn wir arbeiten ja sehr oft spartenübergreifend: Es gibt viele Kooperationen zwischen Theater, Musik und bildender Kunst. Wir bilden ein gemeinsames Netzwerk, und das ist auch gut so. Peter hat also absolut recht. MARKUS DORFMANN: Dass es keinen Futterneid zwischen den Künstlern gibt, ist leider eine Illusion. Neid gehört zum Menschen; es ist eine niedere natürliche Empfindung, die aufkommt, wenn andere bevorzugt werden. Zu sagen, dass Futterneid uns völlig fremd ist, ist also nicht korrekt. Neid beginnt schon in kleinen Gruppen, und je größer die Gruppe wird, desto größer werden die Neidgefühle – das gehört einfach zum Leben. Vielmehr geht es darum, wie wir alle mit dem Neid umgehen. Je länger diese Pandemie andauert, desto größer ist der Unmut vieler Künstler, weil sie bei den Förderungen nur in sehr begrenztem Ausmaß berücksichtigt werden. Leute, die ihr normales Gehalt beziehen und Arbeit haben, aber keine Gelegenheit, das Verdiente auszugeben, behaupten hingegen, dass sie nicht mehr wissen, was sie mit dem vielen Geld anfangen sollen. Natürlich entstehen dann Neidgefühle. KLAUS RAMOSER: Auch ich habe als Musiker, aber vorwiegend als Techniker von Events im letzten und sicher auch im heurigen Jahr enorme Einnahmeneinbußen. Allein für das Jazzfestival beschalle ich jedes Jahr an die zehn Konzerte, sämtliche Jazzkonzerte in der Dekadenz, diverse Galas und Bälle, und auch das Stadtlerlåchn findet nicht statt. So geht es leider vielen Kollegen aus der Technik, Bühnenbauer und sonstigen Mitarbeitern im Eventbereich. Die hatten jetzt ein ganzes Jahr nichts zu tun. Gott sei Dank habe ich einen Brotberuf, der den Großteil meiner Einnahmen ausmacht. Einer meiner Söhne ist aber Berufsmusiker und hält sich im Moment mit Kursen über Wasser. Es ist in der Tat derzeit eine katastrophale Situation, weil gerade diese individuellen Künstler, die im Normalfall von einem Engagement zum nächsten wechseln, derzeit arbeitslos sind. 31
Kunst & Kultur
Und sie bekommen keinen Lohnausgleich. Klaus Ramoser: Ja, das ist so. Was hier gesagt worden ist, hat also alles seine Berechtigung, aber: Ich bin der Meinung, dass der Überbegriff Kultur zu wenig global gesehen wird. Kultur ist inzwischen ein enormer Wirtschaftszweig geworden, der eben nicht nur Schauspieler und Musiker und Vereine betrifft, sondern auch eine ganze Reihe von Dienstleistungen, ohne die der Kulturbetrieb nicht möglich wäre. In allen Bereichen gibt es Institutionen, aber auch Einzelkämpfer, kleine Unternehmer, Dienstleister oder Künstler. Hier eine globale Lösung zu finden, die alle einzelnen Probleme abdeckt, halte ich für ziemlich utopisch. Dennoch bin ich überzeugt, dass ein Austausch unter den Künstlern und ein irgendwie gearteter Zusammenschluss das einzig Richtige ist, um als Institution präsent zu sein und zumindest bei denen, die am Hebel sitzen und helfen können, einen Fuß in der Tür zu haben. Markus Dorfmann: Wenn diese Situation noch länger anhält, wird
es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben: Es wird Leute geben, die lange Zeit überhaupt kein Einkommen hatten, und Leute, die finanziell überhaupt oder fast nichts spüren von dieser Krise. Irgendwann wird das zu großen Problemen führen. Damit ich nicht missverstanden werde: Die Kunstankäufe waren eine lobenswerte Aktion, aber sie spielt im Grunde keine Rolle in unserer heutigen Diskussion. Trotzdem ist die Politik gefordert, jetzt Künstler zu unterstützen, die von ihrer Kunst leben und derzeit überhaupt kein Einkommen haben. Wir müssen also unbedingt einen Weg finden zu mehr Solidarität. Bis zum Sommer war mir die Problematik nicht so bewusst, aber inzwischen geht es für viele wirklich an die Substanz. Nachdem jetzt 100.000 Euro für die bildenden Künstler ausgegeben wurden, stellt sich die Frage, ob es ähnliche Initiativen auch für andere Kultursparten geben wird. Monika Leitner: Nun, es ist ja nicht so, dass die Gemeinde nur bildende Künstler fördert – ganz
Freepik
Wir beraten, planen und gestalten für Sie.
v Bepflanzungen v Bewässerungsanlagen Baumund Sträucherv v Pflasterarbeiten v v
schnitt, Pflege, Pflanzenschutz Rasenflächen Dachbegrünungen
v v v
und Plattenbeläge Mauerwerk Teichbau und vieles mehr
SCHABS Ladestatt 10 • T. 0472 412011 STERZING Wiesnerstraße 7 • T. 0472 760076 info@werners.it • www.werners.it 32
im Gegenteil. Die Gemeinde darf ja ausschließlich Vereine, Organisationen und Veranstaltungen fördern, aber keine Einzelpersonen. Und sie tut dies in allen Sparten. Manchmal haben wir das Problem, dass Förderungen nicht dort ankommen, wo wir es gerne hätten. Diese Problematik hatten wir lange Zeit in der Stadtgalerie, in der wir einen Kurator hatten, der die Gelder aber nicht an die Künstler weitergegeben hat, weil die gesamte Summe in die Organisation und Verwaltung geflossen ist. Das haben wir schon vor einiger Zeit geändert.
finanzieller Mehrwert entsteht. Im Künstlerbund arbeiten wir mit allen Sparten: Musikkomposition, Literatur, Architektur und bildende Kunst. Ich stelle fest, dass es zwar disziplinenübergreifende Initiativen gibt, aber sobald es um die Verteilung der Fördergelder geht, entsteht immer wieder Futterneid. Das Konkurrenzdenken ist an und für sich nichts Schlechtes,
Peter Schorn: Das schätze ich sehr, dass die Gemeinde versucht, die Förderungen bei den Brixner Kulturschaffenden ankommen zu lassen, weil es diese Kulturleute sind, die Brixen originell und einzigartig machen und die unsere Stadt in einen vibrierenden kulturellen Hotspot verwandeln können. Nicht besonders hilfreich ist, dass derzeit das Förderwesen keinen Unterschied macht zwischen den beruflich Kunstschaffenden auf der einen Seite und dem Amateurbereich, der Traditionspflege und dem Brauchtum auf der anderen. Gerade in der Pandemie kommt die enorme Problematik klar zum Vorschein: Ein Chor oder eine Musikkapelle kann zwar nicht auftreten, aber deren Mitglieder haben ihren Brotberuf, mit dem sie hoffentlich trotz Pandemie ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Den Berufsmusikern und Schauspielern aber fehlen sämtliche Einnahmen; sie stehen vor dem Nichts. Lisa Trockner: Wir müssen uns von diesem Topf-für-Topf-Denken verabschieden, denn daraus entsteht eine Konkurrenzmentalität, die uns daran hindert, eine gesellschaftliche Zukunftsentwicklung zuzulassen. Die Unterscheidung und Gewichtung im Förderwesen zwischen großen und kleinen Events, zwischen Ehrenamtlichkeit und Berufskunst ist aus meiner Sicht nicht zeitgemäß. Es muss für alle Platz sein, und wir haben genügend Leute, die in der Lage sind, kompetente und verantwortungsvolle Entscheidungen hinsichtlich der Verwendung der Fördermittel zu treffen. Wir müssen gerade in der Kulturförderung unternehmerischer denken: Es geht nicht allein um eine möglichst kapillare und gerechte Verteilung von öffentlichen Geldern, sondern es sollte darum gehen, dass ein gesellschaftlicher und
solange es Ansporn und nicht verhindernd ist. Viktoria Obermarzoner: Ich glaube, wir müssen versuchen, auch in jenen Bevölkerungsschichten, die nicht einen täglichen Bezug zur Kultur haben, ein Bewusstsein zu schaffen, dass Kultur einen maßgeblichen Teil ihres Lebens ausmacht. Die Leute müssen schon als Kinder lernen, welchen Wert Kultur für ihr eigenes Leben und für ihre eigene Entwicklung hat. Dann entsteht Zusammenhalt. Dafür müssen wir kämpfen. Für die Grundlage unserer Gesellschaft. Wie viel gibt die Gemeinde Brixen für Kulturförderung aus? Monika Leitner: Allein 2020 waren das insgesamt 422.000 Euro.
nen nachzubessern; es geht also in eine gute Richtung. Ist es aber in der derzeitigen prekären Situation sinnvoll, elitäre Megaevents wie „Brixen Classics“ zu fördern, bei dem Opernstars eingekauft werden? STEFANIE PRIETH: Die Frage ist berechtigt, aber: Brixen Tourismus
Peter Schorn: Wir wissen aus einer Studie aus der Schweiz, dass jeder Franken, der dort für Kultur ausgegeben wird, das Vierfache in anderen Branchen generiert. Das betrifft aber jede Art von Kultur – da muss ich nicht teure Leute aus dem Ausland einkaufen, die dort bereits subventioniert wurden und hier für eine sechsstellige Summe acht Konzerte Foto: Oskar Zingerle
Etwa ein Drittel davon ging an den Bereich Musik, ein zweites Drittel an den Bereich Kunst und Museen, das dritte an Theater, Traditionspflege und Weiterbildung. Allein an die Sparte Theater gehen 63.000 Euro. Ich möchte aber betonen, dass die Theatervereine vor allen vom Kulturassessorat des Landes gefördert werden – die Förderung der Gemeinden spielt
hier eine untergeordnete Rolle. Die Brixner Institutionen erhalten vom Land pro Jahr 490.000 Euro. Natürlich gehen diese Gelder an die Vereine, landen aber zum Teil direkt bei den einzelnen Schauspielern, die für ihre Tätigkeiten auf der Bühne von den Vereinen bezahlt werden. Peter Schorn: Ja, das stimmt schon, dass die Theatervereine und die Städtetheater überall vorwiegend aus dem Landeshaushalt finanziert werden, aber trotzdem: Die Dekadenz wird von der Gemeinde mit 12.500 Euro bezuschusst, Bruneck zahlt für sein Stadttheater hingegen um die 70.000 Euro. Dieser Vergleich zeigt den bisherigen Unterschied im Stellenwert der lokalen produzierenden Theater. Seit dem letzten Jahr hat die Gemeinde Brixen hier aber begon-
sieht sich als Lebensraumgestalter. Auch wenn es vielen Leuten im Moment schlecht geht, müssen wir in die Zukunft blicken. Trotz des derzeitigen Lockdowns müssen wir uns für die Zeit vorbereiten, in der Veranstaltungen wieder zugelassen sein werden. Wenn es wieder losgeht und wir dann eine qualitativ hochwertige Veranstaltung anbieten können, befruchtet dies auch das gesamte Umfeld. Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir uns in unserem Denken etwas öffnen. Wenn ein Gast wegen eines Festivals eine Zeit in Brixen verbringt, dann profitiert davon nicht nur das entsprechende Hotel, sondern auch die Restaurants, die Läden, vielleicht auch die Kulturbetriebe, weil er ja in derselben Woche möglicherweise in der Dekadenz ein Jazzkonzert sehen will.
spielen. Dieses Geld fehlt der lokalen Kulturförderung – falls es aus dem Kulturtopf kommt. Stefanie Prieth: Andererseits besteht das Orchester zur Hälfte aus Südtiroler Musikern, die bei dieser Initiative die Möglichkeit bekommen, mit Weltstars aufzutreten. „Brixen Classics“ wird übrigens nicht vom Kulturressort der Gemeinde Brixen gefördert. Peter Schorn: Sollte ich falsch verstanden worden sein: Ein Vorwurf liegt mir fern. Wir sind uns bewusst und wertschätzen es sehr, dass gerade die Tourismusgenosschaft die Brixner Kulturschaffenden involviert und damit stärkt. Ich glaube, das ist auch im Sinne der Tourismuswirtschaft, denn eine pulsierende Kulturlandschaft in einer Stadt wird auch vom Gast
geschätzt. Als Gast will ich dieses kulturelle Leben ja nicht nur an fünf Hochkultur-Events im Jahr spüren, sondern jeden Tag – zum Beispiel auch als Kunst am Bau. Ausgewählte eingekaufte Hochkultur darf und soll es geben, aber da, wo sie zu Null Prozent Südtiroler Kulturschaffenden zugutekommt, sollte sie – gerade in Pandemiezeiten – nicht aus dem Südtiroler Kulturbudget finanziert werden, weil damit eh schon knappe öffentliche Gelder ins Ausland abfließen und den lokalen Kulturschaffenden nicht mehr zur Verfügung stehen. Stefanie Prieth: Wenn Brixen Tourismus kulturelle Veranstaltungen organisiert, dann kommen diese Gelder meist nicht aus dem Kulturtopf, sondern aus der Wirtschaftsförderung. Es ist wichtig, dass die Kulturschaffenden verstehen, dass ihnen durch gewisse Veranstaltungen im Tourismus keine öffentlichen Gelder abgezwackt werden. Ein Beispiel: Die „Tage des Buches“ sind ein reines Kulturprojekt, das wir gemeinsam mit den verschiedenen Brixner Institutionen wie Dekadenz, Stadtgalerie oder Astra veranstalten – es wird aus der Wirtschaftsförderung finanziert. Dasselbe gilt für die Lichtshow im Winter, bei der wir übrigens intensiv versuchen, lokale Künstler zu involvieren. Auch beim „Water Light Festival“ trachten wir danach, einen Ausgleich zu finden zwischen lokalen und internationalen Künstlern. Wenn lokale Kulturschaffende mich auf die Finanzierung dieser Initiativen ansprechen, klingt manchmal ein Vorwurf durch, der aber nicht gerechtfertigt ist. Insgesamt kann man sagen, dass Brixen Tourismus drei Mal so viele Gelder den Kulturschaffenden zuführt als sie selbst über Fördermittel erhält. Monika Leitner: Der Kulturbereich befindet sich durch Corona an einem Wendepunkt. Plötzlich merken wir, dass Kulturschaffende in ganz Italien versicherungs- und rententechnisch sehr schlecht organisiert sind. Auf Landesebene will man hier nun einiges zurechtbiegen, aber das wird eine enorme Herausforderung. Auch wir als Gemeinde müssen uns neu orientieren, weshalb ich bereits das Gespräch mit einigen Akteuren gesucht habe. Diese Krise muss und wird die Chance zu neuen Denkweisen auch in den Fördermethoden bieten. Wir brauchen dazu Partner aus 33
Josef Rainer: In dieser Diskussion ist es aber schon wichtig zu betonen, dass Südtirol für die Kultur im Vergleich zu anderen Provinzen viel Geld ausgibt. Ich bin oft in Norditalien unterwegs – da gibt es fast keine Förderungen. Wir befinden uns also in Südtirol bereits auf einem relativ hohen Niveau. Stefanie Prieth: Ich glaube schon, dass man sowohl auf Landesebene, aber auch auf Gemeindeebene immer versucht, vor allem die lokale Kultur zu fördern. Andererseits sollten wir uns nicht einigeln und glauben, dass Kultur hier ausschließlich von lokalen Künstlern geschaffen werden muss. Ich finde, Kulturschaffende sollten im eigenen Interesse den Austausch mit anderen Kulturrealitäten suchen. Damit entsteht ein ständiger Dialog, von dem alle profitieren.
Peter Schorn: Das stimmt schon, wir wollen keinen Protektionismus. Zum Beispiel sind die Angebote des Südtiroler Kulturinstitutes auch deshalb wertvoll, weil wir Schauspieler uns damit mit der internationalen Szene vergleichen können. Auch ein Südtiroler Jazzfestival soll es natürlich geben, wo Top-Musiker aus dem Ausland bei uns spielen. Das künstlerische Nebeneinander hat also auf jeden Fall Platz. Mir geht es um eine angemessene Verhältnismäßigkeit. Wenn beim Jazzfestival an jeder Ecke in Südtirol ein Gratiskonzert stattfindet, hat eine Kneipe große Schwierigkeiten, bei dieser Konkurrenz eine lokale Band zu engagieren und angemessen zu bezahlen. GEORG KASER: Es ist eigentlich schon alles gesagt worden, weshalb ich mich in dieser Diskussion bisher zurückgehalten habe. Im Vorjahr hatten wir dank der Unterstützung der öffentlichen und privaten Förderer das Glück, unter schwierigsten Umständen unsere Eigenproduktion „Send in the Clowns – Schluss mit lustig“ im Tschumpus präsentieren zu können. Auch für 2021 haben
Elektroinstallationen Haus- und Industrieautomation Beleuchtungsanlagen Elektroheizungen Klimaanlagen Photovoltaikanlagen Technische Planung
wir die Zusage zur Abhaltung des Kultursommers im ehemaligen Gefängnis bekommen. Unser Programm zeigt eine abwechslungsreiche Vielfalt in den Kunstrichtungen Theater, Musik, Film und bildende Kunst auf. Die hier auftretenden Künstler leben von ihren Auftritten, daher ist Planungssicherheit über einen längeren Zeitraum hin für den Veranstalter sehr wichtig – besonders in einer Zeit, in der eine Pandemie unser Leben bestimmt und eine Branche fast gänzlich von der Bildfläche verschwindet. Diese Zeit sollte nun genutzt werden, die Förderungskriterien und Wertschätzung für diese Berufssparte neu zu überdenken, für einen „Wirtschaftszweig“, der mehr Steuergelder zurückfließen lässt als Beiträge ausgezahlt werden. Die neu gegründete Vereinigung „Perfas“ soll das Sprachrohr und zugleich Brücke zur Kulturpolitik für uns Kunstschaffenden sein. Viktoria Obermarzoner: Mich ärgert immer, dass die Erwartungshaltung besteht, dass wir als Schauspieler immer und jederzeit zur Verfügung stehen müssen, um auf Knopfdruck dann die Leute zu
unterhalten – wenn möglich, auch noch mit etwas Lustigem. Auch wir brauchen aber Planungssicherheit. Grundsätzlich bin ich jedoch der Meinung, dass Kulturpolitik nicht nur die Aufgabe hat, unsere Tätigkeit mit Geldmitteln zu fördern. Ich vermisse, dass die Politik sich wie ein Superheld auch vor unsere Branche stellt – mit demselben Einsatz, den auch andere Branchen genießen. Denn auch viele von uns beruflich Kulturschaffenden haben im Moment Existenzängste, weil sie im letzten Jahr ganze fünf Monate oder länger nicht arbeiten konnten, und jetzt stehen wir wieder am selben Punkt. Monika Leitner: Das alte Gefängnis war bis jetzt eine marode Infrastruktur, die auch sicherheitstechnisch ihre Mängel hatte. Solange der Bau der Bibliothek stattfindet, können wir also keine langfristige Planung ermöglichen, weil wir nie wussten, wie sich die Arbeiten entwickeln würden. Für die Zukunft wird es so sein, dass der Tschumpus als Veranstaltungsraum zur Verfügung stehen wird – ähnlich wie das Forum, das von den Veranstaltern gebucht werden
r seit übe en 40 Jahr
Bemühen auch Sie sich, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten: Versuchen Sie, den täglichen Stromverbrauch im Haushalt wie auch im Betrieb mit PV-Strom zu decken oder das E-Auto zu laden. Damit sparen Sie zudem viel Geld. Die dezentrale Erzeugung von Ökostrom geht mit dem Vormarsch der Elektromobilität Hand in Hand. Im Idealfall kommt die Energie für Ihr Elektroauto direkt von der Solaranlage auf Ihrem Hausdach. Wer mit eigenem Photovoltaik(PV)-Strom lädt, fährt nicht nur komplett emissionsfrei, sondern spart auch bei der Stromrechnung. Denn während die Haushaltsstrompreise zwischen 20 und 30 Cent angestiegen sind, liegt die Einspeisevergütung für Solarstrom inzwischen nur noch bei 3 bis 6 Cent pro Kilowattstunde. Für Besitzer von Photovoltaikanlagen, die nach 2008 ans Netz gegangen sind, lohnt sich eine Steigerung des Eigenverbrauchs auch durch den Einbau einer Speicheranlage, um die Ankaufsstromkosten zu senken (Strom, welcher in der Nacht bezogen wird) und die eigene Anlage besser zu nutzen. Koppeln Sie dazu den Betrieb von verbrauchsintensiven Haushaltsgeräten, z.B. der Waschmaschine oder von Wärmepumpen und Boilern, mit der Produktion Ihres Solarstroms. Auf dieselbe Weise können Sie auch die Ladestation Ihres Elektroautos gezielt mit Energie aus Ihrer PV-Anlage versorgen. Das Elektroauto mit dem Strom der eigenen Photovoltaikanlage zu laden, ist eine lohnende Sache. Immerhin kann eine PV-Anlage mit einer Leistung von 5 kWp jährlich bis zu 6000 kWh Strom liefern. Liegt der Energieverbrauch Ihres Elektroautos bei 17 kWh/100 km, fahren Sie fast 3.000 km im Monat emissionsfrei. Für die Ladung des Elektroautos mit PV-Strom bedankt sich also nicht nur das ökologische Gewissen, sondern auch Ihre Brieftasche.
DES ALFRED U. HARALD FALLER
34
Julius-Durst-Straße 72/B, Brixen T. 0472 835650 www.electrofaller.com
shutterstock.com
Kunst & Kultur
der Wirtschaft, aber vor allem brauchen wir Inputs aus der Kulturszene, denn wir müssen genau analysieren, welche Bedürfnisse es gibt und wie wir in Zukunft möglichst gerecht und im Sinne der Öffentlichkeit agieren sollen.
herauskommen. Was muss aber geschehen, damit dies passiert? Markus Dorfmann: Nun, es passiert immer dann etwas, wenn das Leiden größer ist als die Angst, etwas zu verändern. Wir befinden uns mitten in einer Pandemie, und es ist davon auszugehen, dass das Gefühl des Leidens sich noch verstärken wird – und dann wird man plötzlich die Kraft zur Veränderung finden. Im Moment befinden wir uns ja alle noch in einer Vor-Corona-Denkweise.
kann. Planbarkeit wird also auf jeden Fall gegeben sein. Markus Dorfmann: Wir dürfen nicht vergessen, dass es derzeit einen großen Umbruch in der Gesellschaft gibt. Kultur wird immer mit Wirtschaft verknüpft – Kultur soll also Geld generieren. Von dieser Denkweise müssen wir uns sowieso verabschieden, weil wir Kulturmenschen mit großer Sensibilität schauen, was in der Gesellschaft passiert. Wir halten der Gesellschaft den Spiegel vor. Nach dieser Pandemie wird die Bevölkerung genau dies dringend benötigen. Die Institutionen und auch die Wirtschaft muss jetzt auf uns schauen, weil wir Kulturschaffende nach der Pandemie in einem gewissen Sinn eine heilende Wirkung auf die Gesellschaft haben werden. Im Moment befinden sich viele Gesellschaftsschichten in einem Trauma, in einer totalen Krise. Diese Leute aufzufangen – das wird auch Aufgabe der Kultur sein. Peter Schorn: Die kreativen Bürger, die gerade in einer Stadt wie Brixen jeden Tag sichtbar und spürbar sind, sind auch gemein-
schafts- und identitätsstiftend. Das ist es, was die Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt ausmacht. Wenn es kulturell brodelt, profitieren alle davon: die Bevölkerung, die Touristen, aber auch die innovativen Unternehmen, die hier angesiedelt sind. Auch die brauchen ein kulturelles und inspirierendes Umfeld, damit ihre kreativen Köpfe nicht abwandern. Markus Dorfmann: Okay, dann muss man aber auch Sachen aussuchen, die mit diesem Ort zu tun haben. Wenn ich nach Irland fahre, will ich irische Kultur spüren. Wenn ich nach New Orleans fahre, spüre ich den Jazz. Das ist dann authentisch. Wenn ich hingegen nach Brixen fahre und hier hängen Lampen auf den Bäumen – dazu habe ich überhaupt keinen Bezug. Peter Schorn: Na ja, wir wollen ja gleichzeitig weltoffen sein, Südtirol will ja zurecht nicht provinziell wirken. In einer TV-Diskussion hat Landesrat Philipp Achammer kürzlich behauptet, die Kultur werde aus dieser Krise geeinter
Lisa Trockner: Ich habe das Gefühl, dass dieser Veränderungsprozess bereits begonnen hat. Es findet mehr Austausch statt zwischen den verschiedenen Bereichen und Institutionen. Im Moment wird eine ganze Reihe von bisherigen Konzepten und Programmen aufgebrochen. Wir brauchen jetzt neue Förderstrategien und ein verstärktes Wir-Gefühl: Die Kunstund Kulturwelt in Südtirol ist sehr divers. Trotzdem müssen wir vor allem jetzt gemeinsam auftreten, um ein Bewusstsein für Kunstund Kultur zu schaffen. Peter Schorn: Auch ich bin sehr zuversichtlich. Es gibt unter den Kunstschaffenden sehr viel Interesse, sich irgendwo zuzuordnen und im Austausch zu sein. Wir werden uns von dem Gefühl des Gegeneinanders lösen können – und zwar sowohl zwischen den Künstlern und den Kunstsparten als auch zwischen Kultur, Kunst, Wirtschaft und Tourismus. Wir werden die enormen Möglichkeiten von Synergien und Möglichkeiten der Zusammenarbeit erkennen – unter der Voraussetzung, dass ein ehrlicher Dialog einsetzt, die Leute einander zuhören und nicht einige unbedingt lauter schreien wollen als die anderen.
Wir sind auf einem guten Weg. Josef Rainer: Es braucht jetzt kreative Lösungen, und wer, wenn nicht wir, können diese Lösungen finden? Wir sollten miteinander einen ständigen Dialog suchen und uns auch Räume nehmen, in denen wir unsere Kunst gemeinsam darstellen können. Lisa Trockner: Diese Krise verlangt in allen Bereichen ein Umdenken, auch in der Kulturförderung. Die klassischen Fördermethoden müssen überdacht werden. Es braucht über die lokalen hinaus auch nationale und europäische Zusammenschlüsse. Kultur geht alle an und muss als ein Teil aller Sektoren, den privaten, wirtschaftlichen, sozialen und öffentlichen Bereichen wahrgenommen und gelebt werden. Monika Leitner: 2018 haben wir ja den Kulturprozess gestartet. Das war das erste Mal, dass sich in Brixen Kulturschaffende aller Sparten zu einem gemeinsamen Denkereignis getroffen haben. Diese Pandemie ist ein guter Anlass, dort anzuknüpfen. Wir werden in nächster Zeit ein Online-Meeting organisieren, in dem gemeinsam mit den Kulturschaffenden die Frage erörtert werden soll, welche Perspektiven es für die Post-Corona-Zeit gibt und wie die Gemeinde zu dieser Entwicklung beitragen kann. Der gemeinsame Weg, der hier in diesem Gespräch von allen unterstrichen worden ist, ist haargenau der richtige.
willy.vontavon@brixner.info irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Tischlerei.
www.frcustom.eu @frcustom_official
Küche Jochen Gargitter 35
BAUEN MIT INNOVATIVEN
BETONFERTIGTEILEN Produktionsgebäude Technoalpin | Bozen
Wohn- und Pflegeheim
Wohnanlage „Badlweg“ | Eppan
Wohnanlage „Reimmichlgasse” | Innsbruck
„An der Lan” Innsbruck
Unterführung Skipiste
Seiser Alm
Villa MF | Collina di Trento
Weinkellerei Zymè Hotel Prinz Rudolf
San Pietro in Cariano
Meran
PROGRESS AG – Julius-Durst-Straße 100 – I-39042 Brixen (BZ) – Tel. +39 0472 823 111
info@progress.cc – www.progress.cc
INTERVIEW
Frontsoldatin als Opernfigur Frau Kerer, passend zur aktuellen Problematik sollte im Herbst Ihre Komposition „Aerosolo“ für Tuba-Solo im Rahmen des Festivals für Zeitgenössische Musik aufgeführt werden. MANUELA KERER: Es ist ein Solo für den wunderbaren Südtiroler Tubisten Michael Pircher, der als Professor an der Hochschule für Musik in Wien tätig ist. Der Begriff ist nun in aller Munde, aber Aerosole werden ständig ausgestoßen, nicht nur beim Spielen von Blasinstrumenten. Leider hat der Lockdown uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, weshalb das Stück erst im Herbst 2021 aufgeführt werden wird. Zwei Projekte konnten Sie trotz Corona umsetzen: „Carillon“ und „Kerers Saiten“ … Die Installation unter den Lauben in Meran bezieht sich auf das historische Glockenspiel aus dem 16. Jahrhundert, das übrigens auch in Brixen mittlerweile Tradition hat. Manfred Alois Mayr hat hier Metallrelikte – er nennt sie Fundstücke – von einem Schrottplatz auf eine Trägerstruktur montiert, und ich habe aus diesen 41 Klangcharakteren ein bespielbares Instrument gemacht. Es erklingen sieben Melodien, die je nach Jahreszeit wechseln und täglich um 12 Uhr mittags erklingen. Die Publikation „Kerers Saiten“ hingegen war ein Geschenk an mich selbst. Damit die Kolumnen nach zehn Jahren Arbeit nicht auf Nimmerwiedersehen verschütt gehen, habe ich 111 Saiten zu einem Band zusammengefasst, mit passenden Bildern von Karolina Gacke. Ich durfte überdies beim Neujahrsempfang der Prader Bank ein virtuelles Referat über Kreativität halten und das Sound Design eines Videos für „Mamazone“ zum 8. März konzipieren.
Foto: Schlossmediale Werdenberg
Die Kultur liegt seit einem Jahr brach – bis auf ein kurzes sommerliches Luftschnappen mit einigen Konzerten und Freilichtinszenierungen. Von MANUELA KERER warten einige Kompositionen auf ihre Aufführung – zum Beispiel die Oper „Toteis“.
Manuela Kerer: „Es hat mich Überwindung gekostet, über diese ‚braune Gesinnung‘ schöne Volkslieder schweben zu lassen“ Das aufwändigste Projekt, die Uraufführung der Oper „Toteis“, ist in Bozen nun zum dritten Mal verschoben worden, auf den März 2022. Warum haben Sie sich die fragwürdige Figur der Viktoria Savs als Thema ausgesucht? Als der Direktor der OPER.A 20.21, Matthias Lošek, mir schon vor Jahren von dieser Figur der Viktoria Savs erzählte, dachte ich anfangs: Eine Frau, die den Krieg verherrlicht, später von den Nazis vereinnahmt wird, tut mir zwar leid, aber ich empfinde keinen Moment lang auch nur einen Hauch Sympathie. Bis zu ihrem Tod hat sie an Veteranentreffen teilgenommen und nie einen Unrechtsgedanken verlauten lassen. Unter dem künstlerischen Aspekt ist diese Figur aber natürlich interessant. Sie diente als Soldat Viktor Savs ,16-jährig, an der Dolomitenfront, wo sie unter ungeklärten Umständen ein Bein verlor. Der Librettist Martin Plattner hat diese unglaubliche Geschichte sehr gut umgesetzt, unter anderem in einer fantastischen Traumsequenz mit
viel versteckter Symbolik und radikalem Text. Und Sie haben die kongeniale Musik dazu komponiert ... Ich habe mich mit der Musik um die Zeit des Ersten Weltkrieges beschäftigt, und da gab es zuhauf heroische Musik mit „Propaganda“-Funktion. Das Schlaflied wie „Maikäfer flieg“ rührt daher, dass die Maikäfer damals als Kriegswährung fungierten. Die Kinder bekamen für ein Säckchen gesammelte Käfer als Tierfutter drei Kartoffeln. Ich arbeite viel mit Klangfarben und habe diese auch intensiv eingesetzt. Man hört „heiße Luft“ von den Bläsern, Marschmusik, Jodler, ein Schuhplattler tritt auf, und sogar ein Volkslied von meinem Urgroßvater Jepele Frontull ist erkennbar. Es hat mich etwas Überwindung gekostet, über diese „braune Gesinnung“ schöne Volkslieder schweben zu lassen, wenn auch völlig verfremdet. Es sollte die Idylle der Berge konterkariert werden; all das Schöne war durch den Krieg dahin.
In Wien aber gab es im September dann doch drei Aufführungen im Theater Akzent … In Wien kam eine etwas reduzierte Orchesterfassung zur Aufführung, aber nicht coronabedingt, sondern weil die Bühne einfach kleiner als in Bozen ist. Es war ein großer Aufwand, die Musiker so zu platzieren, dass der Sicherheitsabstand eingehalten wird. Das ausgefallen drastische Bühnenbild von Mirella Weingarten wirkte wie eine große Welle oder wie ein Gletscher, wo die Protagonisten herumkraxeln oder sich darunter verstecken können. Martin Plattner und ich waren schon auf Nadeln, denn schließlich hatten wir in Bozen im letzten März zehn Tage vor der Premiere alles stoppen müssen. Im Grunde war die Generalprobe der erste vollständige Durchlauf. Zum Glück war es ein großer Erfolg, wir hatten gute Kritiken. Man hat natürlich gemerkt, dass die Menschen überglücklich waren, dass es endlich wieder Kultur gibt. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 37
MUSIK
Kunst & Kultur
Gambale kommt erst 2022 z Wie befürchtet wurde die Europatournee des amerikanischen Gitarristen Frank Gambale coronabedingt um ein weiteres Jahr verschoben und findet nun im April 2022 statt. Von der Verschiebung betroffen ist auch das Konzert im Astra in Brixen, das nun für Freitag, 15. April 2022 geplant ist. Das Konzert des mit dem Grammy Award ausgezeichneten Gitarren-
virtuosen war eigentlich für April 2020 vorgesehen und war dann zunächst auf 2021 verschoben worden. Gambale hat natürlich eine Vielzahl an CDs veröffentlicht; sein neuestes Contemporary-JazzAlbum heißt „Salve“ und besticht durch hervorragende Melodien und großartiges Gitarrenspiel. Weltruhm erlangte Gambale durch eine von ihm kreierte Spieltech-
nik namens „Sweep-Picking“, die heute Generationen von Musikern inspiriert. Mit welcher Band Gambale 2022 in Brixen gastieren wird, steht heute noch nicht fest. Der Kartenvorverkauf beginnt im Herbst. wv
K&K Kunst & Kultur
THEATER
Digitale Premiere z Abgefilmte Theaterstreams sind der neue Trend, aber die Dekadenz ist wohl die erste in Südtirol, die eine Live-Premiere via Zoom inszeniert. „Slowgirl oder das bombastische Debüt einer Superheldin“ nennt sich das Stück, das der Schweizer Regisseur Nicola Bremer im Auftrag der Dekadenz geschrieben und nun für den virtuellen Raum adaptiert hat. Bremer ist als Sohn einer Schweizerin und eines Deutschen in Assisi aufgewachsen und hat am „Teatro Stabile di Torino“ als Schauspieler gearbeitet. Anschließend gründete er in Schweden die
kurz
notiert
38
freie Theatergruppe „The Mainstream“, für die er Stücke schrieb und selbst umsetzte. Heute lebt er in Dresden und ist an vielen renommierten deutschen Bühnen als Autor und Regisseur tätig, wo seine politische Satire „Selfie einer Utopie“ zum Selbstläufer wurde. Nicola Bremer inszeniert am liebsten haarscharf am Puls der Zeit, und zeitgenössischer als digital kann man unter den aktuellen Bedingungen wohl kaum inszenieren. „Es ist die einzige Lösung, damit überhaupt noch Theater stattfinden kann“, unterstreicht der Autor. Soviel darf er verraten:
„Es wird für die zugeschalteten Zuschauer wie eine ‚Making of‘Erfahrung sein, die sich zu einem Sog entwickelt, in dem man immer tiefer hineingezogen wird.“ Die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen,
Marlies Untersteiner mutiert zum extrem langsamen Slowgirl – oder erzählt sie doch nur deren Geschichte? Das erfährt nur, wer online bestellt und sich über einen Link einklinkt. ird
Die Benno-Barth-Stiftung schreibt mit dem Haus der Solidarität seit fünf Jahren den benno barth award zur Förderung von Kunstprojekten an der Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft aus. Die Bewerbungen für 2021 werden bis zum 31. März entgegengenommen.
Der 700. Todestag von Dante Alighieri wird auch in der Hofburg Brixen gebührend gefeiert. Im Frühling ist die Ausstellung „Markus Vallazza und Dante“ geplant, wo der Ausnahmekünstler Einblick gewährt in die jahrelange intensive Beschäftigung mit Dantes „Divina Commedia“.
Von Jänner bis Mai gibt es aufgrund der Covid-19-Bestimmungen Einzelunterricht im Stundentakt für alle 60 Mitglieder des „Jugendsinfonieorchester Matteo Gofriller“ durch Stephen Lloyd und Irene Troi. Konzerte folgen ab Mai in Toblach, Brixen und Algund.
NACHGEFRAGT
„Planung ohne Konzept nicht möglich“ TORSTEN SCHILLING, renommierter Theaterregisseur, über Stücke in der Warteschleife, fehlende Konzepte und das Kunstprojekt „perspectives* ART spaces“ in der Festung Franzensfeste. Herr Schilling, in Brixen fand im Oktober mit der DekadenzProduktion „Am Rand“ Ihre letzte Regiearbeit statt. Was steht in der Warteschleife? In Meran ist die Inszenierung von Shakespeares „Richard III“ nach drei Verschiebungen nunmehr für September geplant. Wir arbeiten gerade am neuen Stück von Theresia Walser „Endlose Aussicht“, das sich mit schwarzem Humor und kritischer Selbstbefragung der verstörenden Situation in der Pandemie widmet – eine Auseinandersetzung, die das Theater jetzt mit dem Publikum führen muss. Wir hoffen auf schnellst-
Brixner 192 x 139 15.2. Bauen & Renovieren
mögliche Wiederbegegnungen direkter Art. Einen Vorstoß in diese Richtung wagt die Festung Franzensfeste. Sie möchte ab 20. März „perspectives* ART spaces“, eine Arbeit Ihrer Projektgruppe „Fabrik Azzurro“, präsentieren. Für März stehen die Zeichen schlecht. Aber wie soll Planung funktionieren, wenn es von kulturpolitischer Seite keinerlei Konzepte gibt? Sobald die Festung Franzensfeste wieder die Tore öffnen darf, werden wir die erste Sonderausstellung gestalten. Das Projekt bespielt Kunsträume in mobilen Containern, mit denen
wir an „Asphalt Art“ in Meran und am Festival „Muse Sommertime“ in Trient teilgenommen haben. Kunst im Container ist ideal für Covid-Zeiten? Ja, weil jeweils nur ein bis drei Menschen zugleich in einem Container auf Erlebnisreise gehen. Wir laden zu Perspektivenwechsel ein, verschieben Wahrnehmungswinkel in Raum und Zeit. In fünf thematisch verschiedenen Installationen werden Besucher selbst zu Akteuren ihrer Entdeckung, staunen, spielen, halten lauschend inne. irene.dejaco@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
39
Kunst & Kultur
MUSIK
Der Beat rollt – wieder! z Ultra-fresh, krass und auf einem neuen Level präsentiert sich der neue Song der Brixner Funk-Band 4twenty. Wobei – so neu ist der Song gar nicht: Die Bässe von „Wenn der Beat rollt“ hallten bereits vor zehn Jahren im Powerplay, also in Dauerschleife, aus den CD-Playern der Brixner Jugendzimmer. Nun gibt es ein Revival: „Wenn der Beat rollt“ geht in die zweite Runde und begibt sich in neue Klamotten, musisch wie visuell, auf die Reise um die digitale Welt. Stylisch, aber auch erwachsener als noch vor zehn Jahren präsentieren sich auch die 4twenty-Jungs: Christian Dejaco, Christian Popodi, Christoph Baur, Philipp Oberhuber, Andreas Taras und Hannes
Walder haben sich nicht nur als Band weiterentwickelt, sondern sind auch musikalisch gewachsen. Das sieht und hört man auch: Während das Video zur ersten Version vor zehn Jahren noch auf dem Schools-Out-Festival in Bozen gedreht wurde, bekommt man jetzt Natur pur präsentiert. Auch
inhaltlich geht es um Themen, die die Familienväter in ihrem Alltag beschäftigen. Markenzeichen der Band bleibt der Funk-Style sowie die Bilder, die sie mit ihrer Musik in die Köpfe der Hörer zaubern. Und natürlich die Beats und Bässe, bei denen ganz automatisch die Beine zum Baumeln und der Body
zum Shaken beginnt – höchste Zeit für Live-Konzerte! Die sollen auch kommen, sobald es wieder möglich ist. Vorerst müssen wir uns damit begnügen, die Songs auf den gängigen Streaming-Plattformen anzuhören – das Video gibt es auch in der „Brixner“-App. eh
MUSIK
NEU IM REGAL Omas Schatzkiste Rosi Mangger-Walder, auch „Kräuter-Rosi“ genannt, beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit der Kraft der Kräuter und Heilpflanzen. Dabei kann sie auf generationenlanges Familienwissen zur Natur zurückgreifen: Ihre Großmutter Agnes Baur und den Großvater ihres Mannes, Georg Waldner, bezeichnet sie als Wegbereiter ihres Kräuterwissens. In ihrem Buch „Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ sammelt sie ihren umfangreichen Wissensschatz: Man findet neben Familienbräuchen auch über 250 Rezepte, die von Hausmitteln, Kochrezepten, Sammeltipps bis hin zu Naturfärbungen alle Bereiche abdecken. Sogar Grundrezepte für Salben, Seifen und Räucherungen kann man dem Buch entnehmen. Leser finden außerdem Informationen und kleine Faustregeln rund ums Sammeln, Aufbewahren und Verarbeiten von Kräutern und Wildpflanzen, außer40
„Das Kräuterwissen meiner Großmutter“ Rosi Mangger. Walder 2020 RAETIA-Verlag
dem einen Sammelkalender und ein ausführliches Verzeichnis nach Anwendungen, Beschwerden und Pflanzen.
Konzerte in der Warteschleife
z Musik ist Balsam für die Seele, sagt man. Je nach Musikart werden verschiedene Hormone abgegeben; Noradrenalin zum Beispiel bei sanften Klängen verringert die Ausschüttung von Stresshormonen. Und Stress macht Corona wahrlich genug. Es liegt auf der Hand, dass wir für unser Seelenheil dringend wieder LiveMusik brauchen. Tragischerweise steht das kulturelle Leben im Stillstand, und unsere Musikvereine stolpern von einer Absage in die nächste. Seit Monaten arbeiten die „Initiative Musik und Kirche“ sowie der Kulturverein Brixen Musik an Sicherheitskonzepten für Musiker und Zuhörer und versuchen, bereits geplante Konzerte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Statt des Auftrittes im Jänner von Andrea Götsch – Klarinettistin bei den Wiener Philharmonikern – wurde mit der
Ausnahmemusikerin und dem Amarida Quartett eine Videoproduktion auf dem YouTube-Kanal „Südtirol in Concert“ eingespielt, der zurzeit fast 20.000 Abonnenten zählt. Der Kulturverein hat das Ensemble Cordia und das AOI Trio auf jeweils Juli und September verschoben und hofft, im April mit dem Klenke Quartett einen ersten Live-Auftritt präsentieren zu können. Die Brixner Initiative hat ein wunderschönes Passionsoratorium von Georg Philipp Telemann in der Karwoche auf dem Programm; ob es aufgeführt werden kann, steht noch in den Sternen. Im Mai folgt das Jubiläumskonzert zu 30 Jahren VocalArt und das Händel-Oratorium „Israel in Egypt“. Geplant ist ebenfalls ein Konzert des Dresdner Kammerchors – falls die Einreise der Sänger möglich sein wird. ird
Den Künstlern das Wort z Kunst und Kultur steht für vieles: Tanz, Musik, Theater, Malerei, Dramaturgie, Literatur. Derzeit aber steht die Kultur pandemiebedingt hauptsächlich für eines: Stille. Die wiederholten Lockdowns der vergangenen Monate führten dazu, dass außer ein wenig Sommertheater kaum etwas im Kulturbereich möglich war. Was bisher fehlte, war eine politische Lobby für Kulturschaffende – bis jetzt. Die neue Vereinigung nennt sich „perfas“, eine Abkürzung für „Performing Artists Association South Tyrol“. „perfas“ will die Anliegen der Kunstschaffenden sammeln, Sprachrohr und Brücke zur Kulturpolitik sein, die Vernet-
Foto: Arno Dejaco
KULTUR
zung zwischen den Mitgliedern und die Verbindung zwischen den Sprachgruppen fördern sowie für effizienten Informationsfluss sorgen und als gewerkschaftliche Vertretung fungieren. Der Brixner Schauspieler Peter Schorn hat die Präsidentschaft des Vereins über-
nommen, der ab sofort die hauptund nebenberuflich darstellenden Künstler, Musiker und Techniker in Südtirol eint und vertritt. Sarah Merler, freischaffende Tänzerin, ist Schorns Vize, Felix Senoner „perfas“-Geschäftsführer. Zahlreiche Südtiroler Künstler haben
bereits Interesse bekundet, der Vereinigung beizutreten, darunter auch viele Brixner oder hier Ansässige: Eva Kuen zum Beispiel oder Arno Dejaco, Lukas Lobis und Patrick Strobl. eh
Foto: Alex Woerl
MUSIK
z Die Barbianer Band „Stunde Null“ steht selbst in CoronaZeiten nicht still: Ihr drittes Album „Wie laut die Stille schreit“ ist Ende Januar erschienen. Der Lockdown scheint sich für die Produktion des Albums dabei
fast als Glücksfall herausgestellt zu haben: „Wir konnten sehr viel Zeit und Energie in dieses Album stecken. Und das hört man auch“, erzählt Frontmann Aaron Puntajer stolz. Tatsächlich haben die fünf Rocker mit dem neuen Album die
Deutschrock in den Charts Top 10 der offiziellen deutschen Albumcharts nur um Haaresbreite verpasst: Mit Platz elf schaffen die fünf Musiker aus Barbian damit ihre bisher beste Platzierung in den deutschen Charts. Die Freude über diesen Erfolg war entsprechend groß: „Wir sind sehr zufrieden. Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob es sinnvoll ist, mitten in der Pandemie ohne Promo-Tour ein Album zu veröffentlichen. Umso mehr freuen wir uns über das gute Resultat, das wir unseren treuen Fans zu verdanken haben, die uns auch weiterhin unterstützen“, freut sich Puntajer. Auch genretech-
nisch haben sich Aaron Puntajer, Jonas Rabensteiner, Markus Aichner, Michael Schweigkofler und Stefan Gantioler mit „Wie laut die Stille schreit“ weiterentwickelt: Neben den gewohnt harten Gitarrenriffs lassen sich nun auch einige Synth-Sounds und ruhigere Töne finden. Das neue Album kann auf Spotify und Apple Music gestreamt sowie auf der Website der Band gekauft werden. Das Video zur Single „Alte Lasten liegen schwer“ findet man zudem in der „Brixner“-App. av
HAUS VILLA APARTMENT sanieren . bauen . leben 10 Handwerksbetriebe 1 Ansprechpartner
PARTNER AM WERK
www.workplus.biz 41
IMPFEN SCHÜTZT! Für dich. Für mich. Für uns. 01.
04.
Tatsächlich verläuft COVID-19 etwa bei Kindern und jungen Erwachsenen meist mild. Trotzdem kann es auch in dieser Altersklasse zu schweren Verläufen mit Krankenhausaufenthalt und manchmal auch langer intensivmedizinischer Behandlung kommen. Aber vor allem bei Personen ab 65 Jahren oder Erwachsenen mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, chronischer Herz- oder Lungenerkrankung, Krebs, immunsupprimierender Behandlung nimmt die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs zu. Außerdem kann heute noch niemand abschätzen, welche Langzeitfolgen eine Erkrankung mit Covid-19 - auch mit nur leichten Symptomen - haben kann. Die Hinweise verdichten sich, dass es sehr wohl langfristige gesundheitliche Schäden durch eine Covid-19-Erkrankung geben könnte.
Eine Boten-RNA ist ein kleines Stück des genetischen Codes, der benötigt wird, um eines oder mehrere Virus-Eiweiße herzustellen. Im Fall der Impfung gegen das Coronavirus enthält die Boten-RNA lediglich die Information zur Herstellung der stachelförmigen Oberflächen-Eiweiße (Spike-Protein) des Coronavirus. Die Impfung kann somit kein COVID-19 verursachen. Die Boten-RNA ist in winzigen Fettkügelchen eingeschlossen, damit sie in den Körper injiziert werden kann. Beide Impfstoffe enthalten keine Wirkverstärker/Adjuvantien (beispielsweise Aluminium oder andere).
WARUM ÜBERHAUPT IMPFEN?
WAS IST IN EINEM BOTEN-RNA-IMPFSTOFF ENTHALTEN? (BIONTECH/PFIZER UND MODERNA)
02.
WEM WIRD DIE IMPFUNG GEGEN COVID-19 EMPFOHLEN?
Eine Impfung wird allen Personen über 16 Jahren empfohlen. Schwangeren wird zurzeit von einer Impfung abgeraten, da es noch keine genauen Studien darüber gibt. Bei Personen, die in der Vergangenheit starke allergische Reaktionen gegenüber Medikamenten oder Impfungen hatten, wird im Laufe der vorbereitenden Anamnese individuell abgeklärt, ob eine Impfung möglich ist. Entsprechend dem nationalen Impfplan werden zuerst das Personal im Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Bewohner und Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen der Seniorenwohnheime geimpft. Danach folgen Personen, die älter sind als 80 Jahre, anschließend daran die Personen zwischen 60 und 79 Jahre und Menschen jeden Alters, die mehr als eine chronische Vorerkrankung, Immunschwäche und/oder Behinderung haben. Durch das raschere Eintreffen des Impfstoffes von AstraZeneca (begrenzten Jahrgängen vorbehalten) ist geplant, die Lehrpersonen und daraufhin die Ordnungskräfte zur Impfung zuzulassen. Im Anschluss folgt die Impfung der Menschen mit chronischen Erkrankungen.
03.
WELCHE IMPFSTOFFE STEHEN ZUR VERFÜGUNG?
Aktuell stehen in Südtirol die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna zur Verfügung. Beides sind sogenannte „Boten-RNAImpfstoffe“. Seit Kurzem ist auch der Impfstoff von AstraZeneca zugelassen, ein Vektorimpfstoff.
Mehr Infos unter: www.coronaschutzimpfung.it
05.
WIE WIRKEN DIESE BOTEN-RNAIMPFSTOFFE?
Sobald sie in den Körper injiziert sind, werden die Fettkügelchen von den umliegenden Zellen „geschluckt“. Diese Zellen lesen den darin enthaltenen RNA-Code ab und stellen dann im Zeitraum von zwei Tagen die Oberflächen-Eiweiße des Virus her, welche anschließend vom menschlichen Immunsystem erkannt werden. Das Immunsystem produziert daraufhin Antikörper sowie spezialisierte weiße Blutkörperchen gegen die Oberflächen-Eiweiße. Damit wird das Coronavirus im Falle einer Infektion rasch erkannt.
06.
WIE WIRKT DER VEKTORIMPFSTOFF? (ASTRAZENECA)
Der Vektor (Träger) enthält Teile vom abgeschwächten Virus. Der Vektorimpfstoff wird injiziert, der Körper erkennt das abgeschwächte Virus als Angreifer und beginnt dagegen Antikörper zu produzieren.
07.
WIE LANGE DAUERT ES NACH DER IMPFUNG, BIS ICH GESCHÜTZT BIN?
Die Impfung besteht aus zwei Injektionen in den Arm. Mit BioNTech/Pfizer erfolgt die Impfung zweimal im Abstand von 21 Tagen, etwa eine Woche nach der zweiten Dosis ist der volle Impfschutz erreicht. Mit Moderna erfolgt die Impfung zweimal im Abstand von 28 Tagen, der volle Impfschutz wird zwei Wochen nach der zweiten Dosis erreicht. Beim Impfstoff von AstraZeneca wird die zweite Impfdosis voraussichtlich bis zu zwölf Wochen nach der ersten verabreicht.
08.
MUSS ICH MICH NACH DER IMPFUNG NICHT MEHR VOR DEM CORONAVIRUS SCHÜTZEN?
Doch, denn es ist noch nicht bekannt, ob die Impfung nur gegen die Erkrankung schützt oder ob sie auch die Ansteckung anderer Personen verhindern kann. Somit müssen die Hygienemaßnahmen wie Abstand halten und Mund-Nasen-Schutz tragen weiterhin auch von geimpften Personen eingehalten werden.
09. WIE LANGE HÄLT DER IMPFSCHUTZ AN?
Es ist noch nicht bekannt, ob der Schutz für einige Monate oder für einige Jahre anhält. Folglich kann nicht ausgeschlossen werden, dass nach einer gewissen Zeit eine Auffrischimpfung notwendig sein wird.
12. KÖNNEN DIE IMPFSTOFFE MENSCHLICHE GENE VERÄNDERN?
Die Boten-RNA aus den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna kann unser Erbgut nicht verändern, da dieses im Zellkern geschützt ist und die RNA nicht in den Zellkern eindringen kann. Es handelt sich also nicht um eine Gentherapie. Auch der Vektorimpfstoff von AstraZeneca verändert menschliche Gene nicht. Der Träger (Vektor) enthält zwar DNA, aber er verfügt nicht über die nötigen Eigenschaften, um sich in menschliches Erbgut integrieren zu können.
13. FÜR WEN IST DIE IMPFUNG KONTRAINDIZIERT?
Im Moment gibt es nur eine Kontraindikation: die Schwangerschaft - und das vor allem aufgrund fehlender Daten. Bei akuter Erkrankung (Fieber, etc.) sollte die Impfung verschoben werden. Wer früher auf eine Impfung oder auf einen Bestandteil der Impfstoffe allergisch reagiert hat, sollte vor der Impfung seinen/ihren Hausarzt kontaktieren. Bei Personen, die kürzlich an COVID-19 erkrankt waren, ist eine Impfung möglich, es sollten aber drei Monate seit der Erkrankung vergangen sein. Eine Antikörperbestimmung vor der Impfung ist nicht nötig. Chronische Krankheiten oder die Einnahme von Medikamenten sind keine Kontraindikationen für die Impfung. Bei einer Immunschwäche oder einer immunsupprimierenden Behandlung kann die Wirksamkeit der Impfung möglicherweise vermindert sein. Aufgrund von fehlenden Daten und weil sie kaum schwer erkranken, werden Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geimpft.
14. 10.
WELCHE NEBENWIRKUNGEN HAT DIE IMPFUNG?
Die genannten Impfstoffe werden derzeit weltweit an mehrere Millionen Personen verabreicht. Bei einem Teil der Geimpften sind am Tag der Impfung oder in den folgenden ein bis zwei Tagen leichte Nebenwirkungen aufgetreten: • Schmerzen an der Impfstelle. • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskeloder Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fieber. Die Symptome sind meist mild, in seltenen Fällen etwas ausgeprägter. Nach ein bis drei Tagen sind die Beschwerden vorüber, zur Linderung kann bei Bedarf Paracetamol eingenommen werden.
11.
WELCHE RISIKEN HABEN DIESE NEUEN IMPFSTOFFE?
Das einzige bekannte ernsthafte Risiko ist eine allergische Reaktion, die bei Personen auftreten kann, die bereits früher allergisch auf eine Impfung oder auf einen der Bestandteile der neuen Impfstoffe reagiert haben. Eine derartige allergische Reaktion lässt sich aber gut behandeln.
WIEVIEL KOSTET DIE IMPFUNG GEGEN COVID-19?
Die Impfung gegen COVID-19 ist für die Bevölkerung kostenlos und freiwillig. Weitere wichtige Informationen zur Impfung finden Sie unter der Webseite www.coronaschutzimpfung.it. Infos auch unter: • Infovac –Plattform für Informationen zu und Beratungen über Impfungen: www.infovac.ch • Robert Koch Institut: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html • Agenzia Italiana del Farmaco – AIFA: https://www.aifa.gov.it/ domande-e-risposte-su-vaccini-mrna • Vaccinazione Anti Covid-19: https://info.vaccinicovid.gov.it/ Quellen: Infovac –Plattform für Informationen zu und Beratungen über Impfungen: www. infovac.ch (Dieses Informationsblatt entspricht in Teilen den dort veröffentlichten Informationen zur COVID-19 Impfung. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb dankt www. infovac.ch für die Erlaubnis, diese nutzen zu dürfen.) Coronavirus im Fokus: www. provinz.bz.it/coronavirus. Italienisches Gesundheitsministerium –Coronavirus: http://www.salute.gov.it/portale/nuovocoronavirus/homeNuovoCoronavirus.jsp
Stand vom 15.02.2021
Freizeit & Sport
DER CHEF IM HERREN-SKIWELTCUP: Markus Waldner aus Brixen hat eine verantwortungsvolle Aufgabe – in Pandemiezeiten noch mehr als sonst
Herr Waldner, Sie befinden sich derzeit in Quarantäne, da Sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Was bedeutet das für Sie und für den Skiweltcup? MARKUS WALDNER: Es geht mir nicht besonders gut. Das Virus hat mich auch nach zehn Tagen noch voll im Griff – Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen. Ich wurde während der Rennwoche in Flachau positiv getestet, musste mich sofort in Isolation begeben und durfte erst nach 14 Tagen nach Hause fahren. Nun warte ich hier noch das negative Testergebnis ab, um dann direkt nach Cortina zu den Weltmeisterschaften zu fahren. Es ist leider genau das eingetreten, was ich unbedingt vermeiden wollte. Das positive Testergebnis wurde Ihnen kurz vor der Anreise nach Kitzbühel übermittelt. Ein Hahnenkammrennen ohne Chef – kein guter Zeitpunkt, oder?
Foto: Oskar Zingerle
Nein, definitiv nicht. Ich war sehr überrascht darüber, weil ich wirklich extrem vorsichtig unterwegs gewesen war. Wir haben uns an alle Regeln gehalten, fast masochistisch – und doch kann es dich treffen. Der Moment war mehr als falsch, denn wir befinden uns genau in der Hochsaison. Das kann man sich aber nicht aussuchen. Ich habe mich vermutlich bei einem Arbeitskollegen angesteckt – und das, obwohl wir seit Monaten leben wie Pfarrer – kein Kontakt, keine Feiern, dafür aber Maske, Abstand, Desinfektion. Emmanuel Couder, der Slalom44
DER SKI-WELTCUP IM CORONA-MODUS – EIN LAGEBERICHT
„Sicher ist gar nichts“
Der Brixner MARKUS WALDNER ist seit 2014 FIS-Renndirektor bei den Skiweltcuprennen der Herren. Heuer ist alles anders: Das Coronavirus stellt die Organisatoren der Rennen auf die Probe. Waldner erzählt, welche Herausforderungen diese Saison mit sich bringt – und welche positiven Aspekte er mit in die Zukunft nehmen möchte.
rennchef, ist für mich in Kitzbühel eingesprungen. Leider ging das erste Rennen nicht wie gewünscht über die Bühne – es war von Start-Stopps, Stürzen, Wind und zu hoher Geschwindigkeit geprägt. Ich habe mir die Rennen im TV angesehen – das war schon ein komisches Gefühl. Aber gleichzeitig ist es nicht schlecht, die Rennen einmal aus einer anderen Perspektive zu beobachten. Wenn man nicht vor Ort ist, kann man aber auch nicht urteilen oder gar mitreden. Meine Erfahrungswerte, die ich in den letzten Jahren im Weltcup und vor allem in Kitzbühel sammeln konnte, wären von Vorteil gewesen. Das erste Training war bereits sehr am Limit, und während des Rennens wurden die Grenzen bei einigen Läufern teilweise überschritten. Es gab mehrere negative Faktoren, die zusammenspielten – und dann hat es gekracht. Es war eine ungute Situation. Die Organisation eines Weltcuprennens ist per se schon ein riesiger Aufwand. Wie kompliziert ist es in der heurigen Saison? Die Saison ist sehr schwierig. Man muss von Rennen zu Rennen denken, vorausplanen kann man nicht. Wir haben in Wengen gesehen, wie schnell es gehen kann. Innerhalb von Stunden sind die Lauberhornrennen der hohen Infektionsrate in der Schweiz zum Opfer gefallen – und das kurz vor Anreise. Das ist für die Veranstalter der Worst Case, weil sie ja bereits alles vorbereitet und fast die gesamten Ausgaben getätigt hatten.
Wir haben uns bereits im Sommer sehr intensiv mit der Planung des Rennkalenders auseinandergesetzt und Konzepte erstellt. Wir versuchen die Speed-Rennen, wie Abfahrt und Super-G, von den technischen Rennen zu trennen, also vom Slalom und Riesentorlauf, damit sich die Mannschaften nicht kreuzen. Die Grundkonzepte sind aufgegangen. Wir haben – bis auf Wengen – alle Rennen fahren können. Das erste Rennen in Sölden war dabei besonders wichtig, um zu sehen, wie sich unsere theoretischen Pläne in der Praxis bewähren. Sölden war sozusagen das Pilotprojekt; alle weiteren Rennen wurden je nach Richtlinien des organisierenden Landes daran an-
Das heißt, es ist im Grunde ein Privileg, dass heuer Weltcuprennen ausgetragen werden können? Absolut. Ehrlich gesagt habe ich bereits im November damit gerechnet, dass wir nicht weitermachen dürfen. Die Skigebiete waren zu, Lockdown! Ich hätte mir nie gedacht, dass Skigebiete nur für den Weltcupzirkus aufsperren würden, ebenso die Hotels. Wir waren teilweise allein unterwegs. Nur in der Schweiz gab es eine Ausnahme: Dort waren über Weihnachten auch Touristen willkommen. Aber genau da gab es dann schlussendlich auch das Problem – und wir mussten absagen. Wir sind also im Renn-
wegen geplant und das Finale in Lenzerheide. Mittlerweile ist auch eine gewisse Routine bei allen Beteiligten angekommen, und alle sind froh, dass Rennen gefahren werden können. Deshalb werden auch die vielen Kompromisse in Kauf genommen. Während diese Ausgabe des „Brixner“ gedruckt wird, finden in Cortina bereits die Weltmeisterschaften statt – ein Großevent für Italien. Wie sehen Sie die Veranstaltung eines Großereignisses in einer Pandemiezeit? Ich habe nach wie vor dieselbe Einstellung: Sicher ist gar nichts. Die Rennen stehen auf der Kippe, bis der erste Läufer aus dem
„Das Publikum macht das Rennen erst zu dem, was es ist – ohne Publikum unterscheidet sich ein Weltcuprennen kaum von einem Dorfskirennen“_ Markus Waldner, FIS-Renndirektor gepasst. Es ist bisher sogar besser gelaufen als erwartet. Die wichtigste Voraussetzung der Saison war es, flexibel zu sein – und das hat sich bewährt. In letzter Minute haben wir Rennen verschieben, das Programm umkrempeln oder sogar den Austragungsort kurzfristig ändern müssen. Allesamt mussten und müssen wir uns bewusst sein, dass von einem Tag auf den anderen auch keine Rennen mehr gefahren werden können.
kalender schon weitergekommen als gedacht, auch dank der lokalen Organisationskomitees, die wirklich Hervorragendes geleistet haben. Jeder Weltcuport musste sich an nationale Sicherheitsbestimmungen halten, was eine sehr komplizierte Angelegenheit war. Alle haben sich hervorragend angepasst. Nun stehen noch die Weltmeisterschaften in Cortina an, die ein wichtiger Meilenstein in dieser Saison sind. Danach wären noch die Rennen in Nor-
Starthaus fährt. Es kann auch nur Stunden vorher ein Problem entstehen, was wir natürlich nicht hoffen. Cortina hat sich seit Jahren auf diese WM vorbereitet und sehr viel investiert. Es geht hier vor allem auch um viel Geld. Die WM wird, wie alle Rennen dieser Saison, ohne Zuschauer ausgetragen. Geld fließt allein durch TV- und Marketing-Einnahmen, die an die Verbände ausgeschüttet werden, damit wir die Saison wirtschaftlich überleben. Man muss 45
Foto: Pentaphoto
Freizeit & Sport
Handlungsbedarf besteht; es wird aber in gegensätzliche Richtungen gearbeitet, und die FIS bekommt dann die Schuld. Ich muss gestehen, dass wir derzeit keine kurzfristige Lösung parat haben. Das heißt, dass das aggressive Material hauptsächlich an den vielen Verletzungen schuld ist?
Markus Waldner: „Es hängt ganz vom Fahrer selbst ab, wie viel Risiko er eingehen will; die jungen Wilden gehen zu oft übers Limit“ bedenken, dass bei einer WM nicht wie üblicherweise 20 Nationen an den Start gehen, sondern 75. Es dürfen auch die kleinen Nationen anreisen. Es gibt ein sehr striktes Testprotokoll, was eine Risikoverringerung darstellt. Nichtsdestotrotz sind aber viele Leute unterwegs, das Risiko ist und bleibt deshalb hoch – vor allem in der zweiten Woche, bei den technischen Bewerben, bei denen weitaus mehr Läufer an den Start gehen als bei den SpeedBewerben. Alle Jahre wieder wird im Skizirkus über die Sicherheit der Rennfahrer diskutiert – meist im Januar, wenn die gefährlichste
Abfahrt auf der Streif ausgetragen wird. Gibt es hier nun endlich einen Lösungsansatz, um die schweren Stürze zu reduzieren? Schauen Sie, das ist ein sehr komplexes Thema, das effektiv bereits seit Jahren auf dem Tisch liegt – ohne Licht am Ende des Tunnels. Wie sagt man so schön: Die Katze beißt sich hier auch nach jahrelangen Diskussionen immer noch in den Schwanz. Die FIS wollte bereits vor Jahren dickere Rennanzüge einführen, damit die Fahrer geschützter sind. Natürlich sind diese nicht so aerodynamisch, das Tempo würde damit um rund zehn Stundenkilometer reduziert. Die führenden Nationen wollten
das nicht; sie tüfteln selbst an den besten Anzügen, sind dafür bei renommierten Unternehmen im Windkanal und versuchen, das Maximum herauszuholen. Am Material soll also nichts verändert werden, aber die FIS soll dann auf den Pisten das Tempo reduzieren. Es ist ein Widerspruch, die Pisten langsamer zu machen und gleichzeitig das Material weiterzuentwickeln. Wir müssen gemeinsam das Tempo drosseln und in dieselbe Richtung schauen. Speed verringern heißt Risiko verringern. Ob wir 120 oder 150 km/h die Piste herunterbrettern, fällt dem Zuschauer gar nicht auf – die Abfahrt bleibt gleich spektakulär. Fakt ist nach wie vor, dass dringender
Nein, nicht nur. Es ist das Gesamtpaket zwischen Material, zu hoher Risikobereitschaft der Fahrer und den harten Pisten. Letztere brauchen wir, um faire Rennen vom ersten bis zum letzten Läufer durchführen zu können. Hierfür wird der Schnee mit Wasser gemischt – die Pisten werden härter und härter. Wenn wir das nicht tun, passiert etwas wie Ende Januar in Chamonix: Die Nummer 30 fährt im zweiten Slalomdurchgang Bestzeit, und keiner kommt mehr an diese Zeit heran. Fair ist das nicht, verletzt hat sich auf dieser weichen Piste aber niemand. Es wird dann mit einem ganz anderen Setup gefahren. Die Piste wurde aufgrund der warmen Temperaturen aufgeweicht; der letzte Fahrer hatte keine Chance mehr, einen Top-Lauf ins Ziel zu bringen. Die Läufer wollen aber faire Rennen, deshalb müssen wir die Pisten hart und kompakt präparieren. Dann findet jeder Läufer dieselben Bedingungen vor. Das Material wurde an die harten Pisten angepasst; es wird aggressiver abgestimmt, um keine Rutschphasen mehr zu haben. Je schneller ich damit werde, umso
Mühlbach, Pustertaler Straße 30 info@moebel-rogen.it 0472 849522 WWW.MOEBEL-ROGEN.IT
46
mehr bewege ich mich auf der Grenze der Sicherheit. Die Athleten fahren volles Risiko, stecken keinen Millimeter zurück – insbesondere die jungen Fahrer. Kann man sagen, dass ein Skifahrer mittlerweile gefährlicher unterwegs ist als ein Formel1-Fahrer? Jein. Das hängt ganz vom Fahrer selbst ab. Man kann nicht sagen, dass der Skisport gefährlich ist. Die Gefahr hängt von der Risikobereitschaft des Athleten ab. Es ist ein Risikosport, ja. Aber: Man kann das Risiko selbst einschätzen. Die routinierten Abfah-
beispielsweise, mit denen wir sehr viel Zeit und Geld sparten. Wir mussten nicht in der Weltgeschichte herumfahren. Man hat in vielen Sparten gesehen, wie effizient das Online-Meeting sein kann. Natürlich muss man sich auch vor Ort treffen, um zu diskutieren, aber man kann bereits vieles im Vorfeld besprechen. Was heuer definitiv fehlte, sind die Zuschauer. Es war zwar ein pures Skirennen, das im TV gar nicht so schlecht rüberkam, aber es fehlen die Leute, die Rahmenveranstaltungen, die Stimmung. Die Rennen sollen ein Skifestival sein, kein Trauerspiel. Das Publikum macht das Rennen
SOMMERWOCHEN IM KLOSTER NEUSTIFT Spiel, Spaß und Spannung für Klein und Groß Naturwerkstätten für naturbegeisterte Kinder von 6 bis 10 Jahren Mo. 21.06. – Fr. 25.06.2021, 8:00 – 12:30 Uhr
Die heurige Saison stellte die Weltcuporganisatoren und den FIS-Renndirektor Markus Waldner vor ganz neue Herausforderungen rer wie zum Beispiel Dominik Paris wissen genau, wann sie Vollgas geben können und wann sie Geschwindigkeit rausnehmen müssen. Die junge Generation ist es, die über ihr Limit fährt – ohne Rücksicht auf Verluste. Die jungen Sportler stehen auch unter extremem Druck von außen, das muss gesagt sein. Die Risikobereitschaft ist zu groß, dann passieren die Unfälle, und sie fallen für mindestens ein Jahr aus. Das Material lässt keinen Spielraum zu, nicht einmal für den kleinsten Fehler. Sobald die Fahrer nur ein klein wenig aus der Balance kommen, explodiert die Bombe. Abgesehen von der Sicherheit auf der Piste musste man sich heuer auch abseits davon an strenge Auflagen halten. Die Organisationsabläufe wurden über den Haufen geworfen – vieles lief anderes als gewohnt. Kann man einige dieser Abläufe mit in die Zukunft nehmen? Auf jeden Fall. Der Skisport wird Positives aus dieser Krise mitnehmen: die vielen Online-Meetings
erst zu dem, was es ist. Ohne Publikum unterscheidet sich ein Weltcuprennen kaum von einem Dorfskirennen. Für einige Rennläufer war es ohne Zuseher gut, für andere schrecklich – das hängt vom Charakter ab. Einige brauchen das Publikum, weil sie unter Druck bessere Leistungen abrufen können. Andere sehen es so, dass einiges an „Zusatzarbeit“ weggefallen ist: die öffentliche Auslosung, die Pressekonferenzen, die Sponsorenveranstaltungen – obwohl dies auch Teil des Business ist, damit verdienen sie auch ihr Geld. Die Sportler hatten heuer mehr Zeit für sich – zum Regenieren, zur Konzentration. Ich glaube, dass alle Beteiligten froh darüber sind, dass wir eine solche Saison haben fahren können. Wir hoffen aber alle, dass wir ganz bald wieder Skifestivals feiern und nicht „nur“ Skirennen fahren können.
evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Wenn ich groß bin, werd‘ ich Biologe*in für naturbegeisterte Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 12 Jahren Mo. 12.07. – Fr. 16.07.2021 mit Übernachtung Avventura nella natura – Abenteuer auf Italienisch für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 13 Jahren Mo. 19.07. – Fr. 23.07.2021 mit Übernachtung Neustifter Orgelwoche für musikinteressierte Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren Mo. 19.07. – Fr. 23.07.2021 mit/ohne Übernachtung Sommeratelier für Kinder für Kinder von 6 bis 10 Jahren Mo. 26.07. – Fr. 30.07.2021, 9:00 – 16:30 Uhr
Natur & Sport für natur- und sportbegeisterte Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren Mo. 26.07. – Fr. 30.07.2021 mit Übernachtung Sommeratelier für Jugendliche für Jugendliche von 11 bis 16 Jahren Mo. 02.08. – Fr. 06.08.2021, 9:00 – 16:30 Uhr A Magical Week – Sommerwoche für Zauberlehrlinge für Jugendliche von 11 bis 15 Jahren Mo. 02.08. – Fr. 06.08.2021, 8:00 – 16:00 Uhr Neustifter Musikwoche musikinteressierte Kinder und Jugendliche von 9 bis 18 Jahren Sa. 07.08. – So. 15.08.2021 mit/ohne Übernachtung Abenteuer Natur für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren Mo. 16.08. – Fr. 20.08.2021, 8:00 – 16:00 Uhr
Informationen und Anmeldung: Bildungshaus Kloster Neustift www.bildungshaus.it Tel. 0472 835 588 umweltwerkstatt@kloster-neustift.it
47
Freizeit & Sport
Mit und für den Brixner Sport z Der Brixner Stadtrat für Sport, Andreas Jungmann, besitzt mittlerweile viel Erfahrung in seinem Metier. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – baut er in seinen Entscheidungen auf Ratschläge und Informationen von Experten. Hierfür steht ihm auch in dieser Amtszeit die Arbeitsgruppe „Sport“ zur Seite, die vor kurzem neu ernannt wurde.
Zwölf Brixner Vereinsfunktionäre, die seit langem im Sport und im Vereinswesen zuhause sind, arbeiten ehrenamtlich daran, Entscheidungen vorzubereiten, die die Brixner Sportwelt betreffen: Michele Bellucco, Omar Bianchi, Bruno Felderer, Christian Jocher, Michaela Kofler Pichler, Stefan Leitner, Günther Messner, Thomas Oberhauser, Ilse Ogriseg, Rein-
F&S
Foto: Evi Hilpold
BRIXEN
hold Rogen, Annamaria Zelger und Claudio Zorzi. Normalerweise trifft sich die Arbeitsgruppe sechsmal im Jahr; ihre Eröffnungssitzung wird sie heuer wohl digital abhalten müssen. sd
Freizeit & Sport FUSSBALL
Bei Juve im Team z Die Vahrnerin Eva Schatzer und ihre Cousine Elisa Pfattner aus Latzfons leben derzeit ihren Fußball-Traum: Seit Oktober sind die beiden 16-Jährigen bei Juventus Turin unter Vertrag. Groß geworden sind die Mädchen beim SSV Brixen Damenfußball; auf ihr Können wurde die italienische Serie A-Mannschaft bei einem Auswahltraining aufmerksam. Es wurde Interesse bekundet, ebenso wie von Inter Mailand und Bayern München. „Juve hat uns zugesagt, und wir wurden zu einem Probetraining eingeladen. Im August sind wir dann nach Turin
kurz
notiert
48
gezogen; dort leben wir nun mit den anderen Mädchen im JuveHeim und absolvieren die dritte Oberschule“, so Schatzer. Sie sind die einzigen Südtirolerinnen und sehr froh darüber, dass sie dieses Abenteuer gemeinsam erleben dürfen. Fünfmal pro Woche wird zwei Stunden am Tag trainiert, am Sonntag wird normalerweise gespielt. Die U19-Primavera, der die beiden zugehören, darf derzeit aber keine Meisterschaftsspiele bestreiten. Die 25 Mädchen der Mannschaft sind zwischen 16 und 19 Jahre alt und kommen aus allen Teilen Italiens, aber auch aus
Der Tiroler Handballverband hat den beiden langjährigen Handballfunktionären Ralf Dejaco und Claudio Zorzi für ihre Verdienste für den Gesamttiroler Handballsport das „Goldene Ehrenzeichen“ verliehen.
Kanada und Malta. Ende Februar soll auch endlich die Meisterschaft losgehen – darauf freuen sich Eva und Elisa schon sehr. Bereits jetzt sind sie aber sehr stolz auf das, was sie erreicht haben: „Es war
immer schon unser Traum, im Fußball weit zu kommen. Der erste Schritt in diese Richtung ist nun getan. Jetzt schauen wir, wohin die Reise führen wird“, so Schatzer. eh
Südtirols Leichtathleten haben ihren Präsidenten Bruno Cappello für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Der Brixner besitzt als pensionierter Sportlehrer, als ehemals lokal wie national tätiger Trainer und Organisator von Sportveranstaltungen viel Erfahrung für diese Aufgabe.
Brixen erlebte als Gastgeber der Italienmeisterschaften Serie B im Eisstockschießen äußerst spannende Wettkämpfe. Der SV Rodeneck schaffte mit seinem Sieg im Herren-Mannschaftsspiel die Rückkehr in die Serie A; auch Stegen und Wiesen (Platz 2 und 3) steigen dorthin auf.
NACHGEFRAGT
„So ruhig ist es gar nicht“ CHRISTIAN SCHALLER, Orthopäde und Traumatologe am Krankenhaus Brixen, über Sportund Freizeitunfälle in Lockdown-Zeiten – und die heuer etwas andere Wintersaison. Herr Schaller, die Skilifte sind geschlossen, die sportliche Tätigkeit beschränkt. Wie geht es auf der Traumatologie zu? Wir haben erstaunlich viel zu tun. Obwohl die Touristen fehlen, ist die operative Tätigkeit vorhanden – hauptsächlich wegen häuslicher Unfälle oder Freizeitunfälle. Die Verletzungsart hat sich verlagert, auch das Alter der Patienten – sie sind älter als sonst. In den letzten drei Monaten hatten wir 423 Trauma-Patienten, im Vorjahr waren es über 800. Welche Art von Unfällen passieren derzeit?
Es kommen wetterbedingt vermehrt Menschen, die am Eis ausrutschen und sich Handgelenk oder Hüfte frakturieren. Aber auch Sportunfälle, die mit den Tourenskiern, beim Eislaufen, beim Langlaufen oder Rodeln passieren, sind häufig – dabei sind meist die unteren Extremitäten oder die Wirbelsäule betroffen. Geringer ist der Ansturm in der Ersten Hilfe: Statt im Schnitt 120 bis 130 Zugänge pro Tag sind es derzeit an die 60. Es steht aber weniger Personal zur Verfügung? Korrekt. Wir haben in der Pflege nur halb so viele Mitarbeiter als
normalerweise im Einsatz, da viele auf den Covid-19-Stationen oder anderweitig eingesetzt werden. Wir betreuen auch Patienten aus anderen Kliniken, da auch dort Kapazitäten reduziert wurden. So schade der Ausfall des Skibetriebs ist, die damit zusammenhängenden Unfälle wären bei uns nicht zu bewältigen. Man muss bedenken, dass durch die Covid-Maßnahmen viel mehr an Vorarbeit zu leisten ist: Tests, Desinfektion, Schutzkleidung. Es ist derzeit wesentlich aufwändiger, einen Patienten zu behandeln, als vor der Pandemie. evi.hipold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Foto: Mareks Galinovskis
KUNSTBAHNRODELN
Erfolgreiche Rodler z Für Kevin Fischnaller lief am Weltcup-Wochenende der Kunstbahnrodler in Igls alles so glatt wie es das Eis unter den Kufen seiner Rodel nur zuließ. Der Meransner raste mit hauchdünnem Abstand zum Russen Semen Pavlichenko beim Sprint auf den zweiten Platz und holte sich damit, punktegleich mit dem Deutschen Felix Loch, die SprintGesamtwertung im Weltcup. Fischnallers Teamkollegen, der Meransner Ludwig Rieder und der Lüsner Patrick Rastner, feierten auf dem Doppelsitzer ihren ersten Weltcup-Sieg. In Igls genießen die Südtiroler Rodler einen gewissen Heimvorteil, aber Kevin Fischnaller blickt auch darüber hinaus auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück, auf die er sich seit Jahren erstmals schmerzfrei und ohne Rückenprobleme vorbereiten konnte. Auch wenn er und sei-
COOLE UND MOTIVIERTE
LEHRLINGE GESUCHT
!
Spengler, Isolierer, Abdichtungsmonteur auch als Quereinsteiger. Wir bieten eine abwechslungsreiche Arbeit in einem jungen Team.
ne Teamkollegen coronabedingt nur in den Weihnachtsferien nach Hause durften und sich nicht wie üblich im Hotelzimmer zu einem „Karterle“ zusammensetzen können, sind sie doch froh, ihre Wettkämpfe bestreiten zu dürfen. Das ursprünglich für Februar auf der neuen Olympiabahn in China angesetzte Rennen wurde zwar durch den Weltcupabschluss in St.
Moritz ersetzt, das Rodlerteam um Armin Zöggeler hofft jedoch trotzdem auf ein Training dort noch vor Olympia 2022. Das Duo Rieder/Rastner holte sich zwei Wochen nach dem ersten Weltcupsieg in Igls noch den dritten Platz beim Weltcupfinale im schweizerischen Celerina und beendete die Saison als Gesamtfünfte. sd
Bewerbungen an
andreas@bauspenglerei-stampfl.it
T 0472.454152
bauspenglerei-stampfl.it 49
Foto: Isabella Gandolfi
HOCKEY
Freizeit & Sport
Falcons helfen Broncos z Vor kurzem stürzte das Dach des Sterzinger Eisstadions ein und legte die Heimat der Sterzinger Hockeymannschaft Wipptal Broncos in Trümmer. Die Traditionsmannschaft, die in der Alps Hockey-League spielt, hat damit ihre Trainings- und Spielstätte verloren – und das inmitten der laufenden Meisterschaft. Die Jugendmannschaften der Brixner Falcons arbeiten bereits seit Jahren mit den Broncos zusammen und haben sofort ihre Hilfe angeboten. „Es geht nun primär darum, dass die erste Mannschaft die Meisterschaft zu Ende spielen kann. Die Brixner Eishalle bietet sich nun natürlich an. Wir werden die nächsten Monate in Absprache mit Gemeinde und allen Beteiligten Eiszeit zur Verfügung stellen, was aufgrund der derzeitigen Situation möglich ist“, sagt Oliver Schenk,
Vizepräsident der Falcons. Was dann in der kommenden Saison passieren wird, ist reine Spekulation: „Hierzu werden wir uns nach Ende der Saison in Ruhe zusammensetzen und die Lage besprechen.“ Wie sich die Broncos künftig organisieren werden, steht derzeit noch in den Sternen: „Es wird einige Jahre dauern, bis ein neues Eisstadion errichtet werden kann. Bis dahin müssen die Broncos leider Mehrkosten und Mehraufwand in Kauf nehmen“, so Schenk. Die Jugendmannschaften werden auch in den kommenden Jahren eng zusammenarbeiten und gemeinsam in Brixen trainieren können. „Es ist für alle von Vorteil, wenn die Hockeyclubs sich untereinander austauschen und versuchen, die Jugend so gut wie möglich eh aufzubauen.“
HANDBALL
Jähes Pokal-Aus z Sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft des SSV Brixen Handball qualifizierten sich für den Italienpokal Mitte Februar in Salsomaggiore. Bei den Herren nahmen die acht besten italienischen Mannschaften teil, bei den Damen die besten sechs. Es zählte dabei der Tabellenstand aus der Hinrunde. Brixen war in Salsomaggiore der einzige italienische Handballverein, bei dem gleich beide Mannschaften am Start waren. Glück brachte dies allerdings trotzdem nicht: Sowohl die Damen als auch die Herren schieden im Viertelfinale aus. „Es wäre mehr drinnen gewesen“, ist Damentrainer Hubi Nössing enttäuscht. Die Damen haben nämlich gegen Mestrino verloren, die sie in der Meisterschaft wenige Wochen zuvor noch besiegt hatten. Die Brixner mussten in Salsomaggiore zwar nach wie vor auf die verletzte Andrea Eder verzichten, erhielten aber
von Karolin Durnwalder Unterstützung, die ihre Karriere bereits beendet hatte. Nach der Niederlage gegen Mestrino war das Turnier für sie aber bereits beendet. Auch die Männer kamen nur einmal zum Einsatz: Um drei Tore unterlagen sie der Mannschaft aus Sassari, und das, obwohl sie anfangs gut mit den Gegnern mithalten konnten. Zu viele Fehler unterliefen den Brixnern, die die Gegner in Chancen umwandelten. Ein starker Tormann (Alex Wierer) sowie Spielertrainer Davor Cutura konnten das Ruder dennoch nicht mehr herumreißen. Die Niederlage bedeutete gleichzeitig das Pokal-Aus, da im K.O.-Modus gespielt wurde. Bei Brixen fehlten Max Brugger und Lukas Schatzer. Für die Herren war dieses ViertelfinalAus bereits das dritte in Folge. Beide Mannschaften wollen sich nun wieder auf die Meisterschaft konzentrieren. eh
HOLZ IST
UNSER REVIER
Freienfeld . Handwerkerzone Trens 13 T +39 0472 647 149 . info@brunner-online.it www.brunner-online.it
50
NATURBAHNRODELN
Der schnellste Europäer meister im Rennrodeln auf Naturbahn kürte. Der Feldthurner legte zwei perfekte Läufe auf der „Tonnerboden-Bahn“ hin und hol-
te sich mit zwei Laufbestzeiten seinen ersten Titel bei einer Europameisterschaft. Mit auf dem Podest standen seine TeamkolleFoto: Miriam Jennewein
z Der Jubel im Publikum wäre sicher groß gewesen, als Fabian Brunner sich am 1. Februar im Jaufental zum Junioreneuropa-
gen Daniel Gruber und Hannes Unterholzner. Fabian Brunner darf auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken: Die Goldmedaille bei der Europameisterschaft passt perfekt zu seinem Gesamtsieg im Juniorenweltcup, den er sich am Tag zuvor mit dem letzten Rennen auf derselben Bahn gesichert hatte. Auch im Doppelsitzer begnügten sich Anton Gruber Genetti und Hannes Unterholzner nicht damit, die Besten im Gesamtweltcup zu sein und freuten sich nach einer fast fehlerfreien Fahrt auch über den Europameistertitel. Rodelfans dürfen sich jetzt schon auf die Juniorenweltmeisterschaft freuen, die 2022 auf derselben Bahn im Wipptaler Rodelzentrum ausgetragen werden wird. Mit der Europameisterschaft haben der ASV Jaufental und die vielen Helfer jedenfalls bewiesen, dass sie in der Organisation ebenso hochkarätig sind wie unsere Rodler auf der Bahn. sd
SONNENSCHUTZ PROTEZIONE SOLARE
BÖDEN PAVIMENTI
VORHÄNGE TENDE
Wir sorgen für Ihr Wohlbefinden
Bozen: 0471 324786 Gais: 0474 504535 www.seeber-tendacor.bz
Unsere hochwertigen Fußböden und maßgefertigte Vorhänge/Polsterungen schaffen ein einzigartiges und exklusives Ambient zum Wohlfühlen. Unser individueller Wetter- und Sonnenschutz für Terrasse und Garten bietet Ihnen und Ihren Gästen maximalen Komfort und Sicherheit. In unseren Ausstellungen in Gais und Bozen finden Sie eine große Auswahl an verschiedensten Produkten. Terminvereinbarung erwünscht
51
Wirtschaft & Umwelt
BAUBEGINN AM MOBILITÄTSZENTRUM BRIXEN
Bahnhof zum Wohlfühlen
Auf diesen Tag wartet Brixen schon seit vielen Jahren: Am 24. März beginnt die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) mit der Umgestaltung des Bahnhofareals zum neuen Mobilitätszentrum. Es ist ein wichtiger Schritt, den öffentlichen Verkehr und die urbane Fahrradmobilität auf ein neues Qualitätsniveau zu heben.
S
eit vielen Jahrzehnten ist das Brixner Bahnhofsareal eine hässliche Visitenkarte für unsere Stadt: Das Bahnhofsgebäude heruntergekommen, die Verkehrsinfrastruktur unangemessen, die Warteräume unappetitlich, und die Pendler müssen sich zum Parken ihrer Autos eine angrenzende Fläche aneignen, die den Begriff „Parkplatz“ nicht verdient und die sich vor allem bei Regen durch das nicht vorhandene Abflusssystem der Oberflächenwasser zu einer unansehnlichen Ansammlung von riesigen Pfützen verwandelt. Die Lieblosigkeit, mit der das gesamte Bahnhofsareal jahrzehntelang von der italienischen Eisenbahngesellschaft verwaltet worden war,
52
entsprach im Grunde dem Zustand der Züge, die noch bis vor 20 Jahren genauso aussahen wie in einem 80 Jahre alten SchwarzWeiß-Film. Die große Wende kam, als Thomas Widmann 2003 als Landesrat das Ressort Verkehr und Transportwesen übernahm und fortan einen politischen Paradigmenwechsel einleitete: Nicht mehr der Individualverkehr sollte im Fokus der politischen Entscheidungen stehen, sondern die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Im Juli 2005 lud er den „Brixner“ zu einer Marende in seinem Zuhause in Afing ein und erklärte uns voller Begeisterung, er wolle den dahinvegetierenden öffentlichen Verkehr „in drei Jah-
ren auf Schweizer Niveau“ bringen („Brixner“ Nr. 186, Juli 2005). Das grundsätzlich einfache Konzept: Ein durchgehender Halbstundentakt der Eisenbahn in den Haupttälern und, als Zubringer, getaktete Busse, die die Leute von den Dörfern zur Eisenbahn bringen. Die Städte sollten außerdem engmaschige Citybus-Netze bekommen – das alles mit dem Ziel, dass möglichst viele Familien auf ein (zweites?) eigenes Auto verzichten können, weil es praktischer, bequemer, schneller und kostengünstiger sein wird, von A nach B mit Bus und/oder Eisenbahn zu fahren.
Paradigmenwechsel in der Mobilität. Heute wissen wir:
Vieles, was damals von einigen als Spinnerei eines nur scheinbar hyperaktiven Politikers abgetan wurde, ist inzwischen längst Realität. Sichtbares Signal für den Paradigmenwechsel war die Wiederinbetriebnahme der Vinschgerbahn, aber auch die Citybusse, von denen vor allem jener in Brixen als Erfolgsmodell par excellence gilt, und die neuen hypermodernen Züge mit Südtirol-Design sowie der praktische Südtirolpass – das alles machte Züge und Busse in den Augen der Bevölkerung plötzlich sexy. In weniger als 20 Jahren hat sich durch die stetige Verbesserung des Angebots auch die Denkweise der Bevölkerung verändert – vor allem der jungen Generation. Das geht so weit, dass
Fotos: STA
ENDLICH GEHT’S LOS! Die Neugestaltung des Brixner Bahnhofareals startet am 24. März
heutzutage das Durchschnittsalter der Führerscheinneulinge in Südtirol gestiegen sein dürfte, denn wozu braucht man noch ein eigenes Auto, wenn die Öffis gut organisiert sind? Noch vor 15 Jahren gab es kaum einen 18-Jährigen, der nicht sofort bei Erreichen der Volljährigkeit die Führerscheinprüfung absolvierte, um mobil sein zu können. Der gravierendste Schönheitsfehler der Vision Widmanns besteht neben dem Burggrafenamt allerdings noch auf der Brennerstrecke: Hier ist die Einführung des durchgehenden Stunden- oder Halbstundentaktes bis heute nicht möglich, weil die Slots zwischen den vielen internationalen Personen- und Warenzügen nicht in ausreichendem Ausmaß vorhanden sind. Für eine Vertaktung des Eisacktals mit dem Pustertal ist zudem der Umweg über Franzensfeste problematisch.
Jahrelange Nachdenkphase.
Also arbeitete die landeseigene Südtiroler Transportstrukturen AG
1: Bemauteter Parkplatz mit nördlicher Zufahrt, links überdachte Fahrradabstellplätze 2: Unterirdisches Fahrraddepot mit Fußgängerunterführung zum Bahnsteig 3: Bahnhofstraße und teilweise überdachte Bushaltestellen 4: Großzügiger Bahnhofsvorplatz 5: Kreisverkehr mit Taxiständen, überdachten Abstellplätzen für Motorräder, Kiss-&-Ride-Parkplätzen Brixen durch die Riggertalschleife zum Knotenpunkt ausgebaut werden sollte, an dem sich Züge vom Norden, Osten und Süden treffen – mit dem positiven Effekt, dass damit das entsprechende Umsteigen zwischen Zügen, Bussen und die damals konkret geplante Seilbahn ermöglicht würde. Durch die Riggertalschleife werden auch zusätzliche kleine Bahnhöfe ermöglicht, die auch für Brixens Mobilität relevant sind: Vahrn und Schabs. Inzwischen wissen wir,
Seilbahn ist ebenfalls noch nicht ad acta gelegt worden; derzeit arbeitet man an der vertiefenden Projektierung. Im September 2014 stellte Widmanns Nachfolger Florian Mussner zum ersten Mal ein Vorprojekt für Brixen vor, das damals allerdings von der Diskussion zur Seilbahn Brixen-St. Andrä, die ja auch am Bahnhof starten sollte, überlagert wurde. Nach dem Scheitern der Bürgerbefragung zur Seilbahn begann ein intensiver
„Wir machen aus einem Unort einen attraktiven Bahnhofsplatz mit Aufenthaltsqualität“_Joachim Dejaco, Direktor der STA (STA) vor einigen Jahren ein Konzept aus, das eine Modernisierung der gesamten Infrastruktur und in den Städten jeweils ein Mobilitätszentrum vorsah. Auch für unsere Stadt begann man zu tüfteln und kam zur Erkenntnis, dass
dass die Riggertalschleife definitiv gebaut werden wird, genauso wie die beiden genannten Bahnhöfe. Auch die Staatsbahnen erklärten sich bereit, die Schieneninfrastruktur in Brixen an die neuen Erfordernisse anzupassen. Und die
Denkprozess, der einige Jahre in Anspruch nahm. Ziel dieses Denkprozesses, in den auch die Staatsbahnen involviert wurden, war eine Strategie, die den Bezirk im Allgemeinen und Brixen im Besonderen in Sachen Mobilität
ein völlig neues Gesicht verleihen würde.
24. August 1867. Die Ursprünge
der Eisenbahn im Eisacktal gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: Franz Joseph I. hatte die Wichtigkeit der neuen Verkehrsinfrastrukturen für die wirtschaftliche Entwicklung des Kaisertums Österreich erkannt und ließ erste Bahnstrecken errichten. Allerdings ging dem Kaisertum bald das Geld aus, worauf private Aktiengesellschaften entstanden, deren Kapital vor allem in den Händen französischer Investoren lag. Die Brennerstrecke von Kufstein bis Verona wurde indes von der in Wien ansässigen Südbahn-Gesellschaft errichtet. Am 24. August 1867 ging die Brennerbahn in Betrieb – ein auch für Brixen denkwürdiger Tag, der die Entwicklung der Stadt maßgeblich prägen sollte. Der Bahnhof war damals architektonisch ein Prunkstück, ebenso wie das 1890 von Johann Jarolim vis-à-vis errichtete „Hotel Bahn53
Wirtschaft & Umwelt Neue Ordnung: Taxistände, Motorräder, ganz rechts die „Kiss & ride“-Parkplätze, im Hintergrund die Bushaltestelle hof“, das 1912 noch zum heutigen Stand um eine Etage vergrößert wurde. Das Hotel wurde 1935 zu „Savoia“ umgetauft und trägt seit Ende des 2. Weltkriegs den heute noch gültigen Namen „Jaro-
lim“. Im Laufe der Jahrzehnte war es von den Eigentümern immer wieder auf den neuesten Stand gebracht worden, wohingegen das Bahnhofsgebäude und das gesamte Areal dahindarbten.
WIR SUCHEN für eine befristete Stelle nach Rangordnung
Hilfskoch/-köchin (3.F.E.) - Zweisprachigkeitsnachweis A2 Abgabetermin: 12.03.2021, 12:00 Uhr
für eine unbefristete Stelle nach öffentlichem Wettbewerb
Interessant ist, wie sich im Laufe der Zeit die Attraktivität der Grundstücke um den Bahnhof herum als Wohnzone verändert hat: Während bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts in Bahnhofsnähe herrschaftliche Gebäude entstanden, verloren diese Gebiete mit Fortschreiten des Automobilbooms an Wert. Inzwischen hat sich der Trend wieder umgedreht: „Die Leute haben erkannt, dass Wohnungen, die nur wenige Schritte von einem Bahnhof entfernt sind, das Leben einfacher machen“, sagt Joachim Dejaco, Direktor der STA.
Das neue Mobilitätszentrum.
Nun aber zum Projekt, das von Ende März 2021 bis Oktober/ November 2022 realisiert werden wird. Projektziel ist die „intermodale Mobilität“ oder, einfacher ausgedrückt, der einfache Umstieg zwischen den einzelnen Verkehrssystemen mit der Förderung der öffentlichen und umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Auf dem
Brixner Bahnhofsareal treffen sich insgesamt neun „Verkehrssysteme“: Eisenbahn, Fußgänger, Fahrräder, Autobus, Taxi, Motorräder, Carsharing, Elektroautos und Autos. Alle brauchen ihre Flächen, und das Umsteigen vom einen zum anderen Verkehrsmittel soll möglichst bequem sein. Es geht also nicht allein um einen Zugang zur Eisenbahn, sondern: Der Pendler, der mit dem Fahrrad oder Motorrad kommt, muss sein Vehikel optimal parken können, um zum Beispiel auf Carsharing, Bus oder Zug umsteigen zu können. Wer mit dem Zug oder mit dem Bus kommt, sollte möglichst bequem ein Taxi erreichen, ein Fahrrad mieten oder einen Citybus besteigen können, mit dem er zu seinem Ziel gelangt. Und auch die Fußwege müssen möglichst attraktiv gestaltet sein, weil auch ein Fußmarsch zum nur 700 Meter entfernten Sonnentor absolut machbar ist. Die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Verkehrssyste-
Verwaltungsbeamter/in (5.F.E) - Zweisprachigkeitsnachweis B1 Abgabetermin: 26.02.2021, 12:00 Uhr
Spez. Arbeiter/in – Maurer (4.F.E.) - Zweisprachigkeitsnachweis A2 Abgabetermin: 12.03.2021, 12:00 Uhr
Weitere Informationen und das Zulassungsgesuch sind zu finden unter www.brixen.it 54
Durch die Verschiebung des Kreisverkehrs in Richtung Osten entsteht vor dem Bahnhofsgebäude eine attraktive Freifläche
men werden also im Zuge der bevorstehenden Arbeiten optimiert: Die Autos parken auf einem der über 200 endlich sauberen und ordentlich gestalteten Parkplätze, die Elektroautos bekommen fünf Ladesäulen, für das Carsharing reserviert man günstig gelegene Stellplätze, Motorräder und Mopeds erhalten 40 überdachte Abstellplätze, für Taxis werden sechs Taxistände vorgesehen. Besonders angenehm wird das „Umsteigen“ zwischen Zügen, Bussen und Fahrrädern sein – gemäß dem vorhin genannten Prinzip: Es gibt 590 teils überdachte Fahrradabstellplätze im Freien und 640 weitere in einem „Parkhaus“. Die Positionierung der Abstellplätze ist indes so gewählt, dass jene, die mit dem Rad kommen, danach die kürzesten Wege haben.
November 2022 – eine Zeitreise. Wenn wir jetzt eine Zeitreise
in den November 2022 machen könnten, würden wir das Bahnhofsareal nicht mehr wiedererkennen. Der Platz vor dem Bahnhofsgebäude wirkt erheblich größer – was auch kein Wunder ist, denn im Osten wurde er um das gesamte ehemalige DopolavoroAreal erweitert. De facto wird der gesamte „Kreisverkehr“ am Bahnhofsplatz um etwa 20 Meter in Richtung Osten verschoben. Auf der Ostseite befinden sich etwa ein Dutzend „Kiss & ride“Parkplätze für jene Autofahrer, die jemanden am Bahnhof abholen müssen. Innerhalb des Kreisverkehrs wird Platz geschaffen für 40 überdachte Motorrad- und einige Fahrradabstellplätze. Die Bäume und der Teich, die sich heute in der Mitte des Kreisverkehrs befinden, bilden in Zukunft eine optische Abgrenzung zwischen Bahnhofsplatz und Straße. Hier werden auch die Taxistände positioniert, die damit einen bevorzugten Raum einnehmen, denn sie müssen von den ankommenden Fahrgästen sofort gesehen werden. Und hier wird es auch Fahrräder zum Bikesharing geben.
Neue Zufahrt zum Parkplatz. Wer mit dem Auto zum Bahnhof fährt und dieses dort parken möchte, muss in Zukunft über die Niccolò-Castiglioni-Straße, die alte Feldthurnerstraße, den Parkplatz anfahren – die heutige Zufahrt im Süden bleibt gesperrt. Der Straßenabschnitt zwischen Hotel Jarolim und dem Kreisverkehr nach Feldthurns wird für Busse und Taxis reserviert. Das bedeutet,
dass jene Autofahrer, die heute von Feldthurns über den Bahnhof die Mozartallee erreichen, morgen den überschaubaren Umweg über den Knochenkreisverkehr und die Alpinistraße in Kauf nehmen müssen. Der Parkplatz wird etwas in Richtung Osten erweitert, wofür man die dortige Böschung etwas verkleinert. Endlich bekommt der Parkplatz eine Gestaltung: Er sieht insgesamt etwa 200 Stellplätze vor. Die Ein- und Ausfahrt befindet sich, wie erwähnt, im Norden; die entsprechende Schranke wird über ein Kennzeichenerkennungssystem gesteuert. Dieser Parkplatz ist nämlich an die Pendler gerichtet, die über den Südtirolpass und in Kombination mit dem Eisenbahnticket eine noch zu definierende tägliche sehr geringe Parkgebühr entrichten werden. Nicht so günstig wird der Parkplatz für all jene sein, die ihn als günstige Alternative zu den bezahlten Parkplätzen der Stadt
eine raumintensive eigene Box erhält, und gleichzeitig erhöht man die Sicherheit. Direkt vom Gang aus erreicht man über einen Aufzug oder eine Treppe entweder den Parkplatz oder direkt den Bahnsteig. Wer keine Box verwenden möchte, kann das Fahrrad natürlich kostenfrei an der Oberfläche parken. Im Osten – dort, wo sich heute die Zufahrt zum Parkplatz befindet – entstehen etwa 450 überdachte Abstellplätze – wiederum in unmittelbarer Nähe zur neuen Unterführung, über die man zum Bahnsteig gelangt. Der Platz vor dem Hotel Jarolim wird zur Bushaltestelle umgebaut: Die Fahrbahn wird in Richtung Westen verschoben, so dass vor dem Hotel Freiraum entsteht, der morgen von den Hotelbetreibern vielleicht als Restaurationsfläche gestaltet werden könnte. An den beiden Straßenseiten entstehen jeweils drei überdachte Kurzparkplätze für die Busse. „Wir haben
Feldthurns erreichbar ist, oder beim Parkplatz der Disco Max. Die zweite Bauphase betrifft den Mittelteil bis zum Bahnhofsplatz, und in der dritten Phase wird der Platz vor dem Bahnhofsgebäude neu gestaltet. Das Bahnhofsgebäude selbst befindet sich noch im Eigentum der Staatsbahnen und soll im selben Zeitraum renoviert werden. In den nächsten 18 Monaten wird das gesamte Areal also in einen „attraktiven Bahnhofsplatz mit Aufenthaltsqualität“ verwandelt, wie Joachim Dejaco erklärt. Damit die Vision einer möglichst sanften Mobilität aber funktioniert, braucht es nicht nur eine Mobilitätszentrale am Bahnhof, sondern eine ganze Reihe von Infrastrukturen, die in den kommenden Jahren step-by-step realisiert oder fertiggestellt werden: Brenner Basistunnel samt südlicher Zulaufstrecke (als Alternative für die internationalen Züge, die heute die Brennerbahn verstop-
Direkt von der Bahnhofstraße erreicht man das unterirdische Fahrraddepot, von dort über eine Unterführung die Bahnsteige nutzen wollen. Im alten Schuppen, der übrigens unter Denkmalschutz steht, bleibt der heutige Radverleih; allerdings wird der Schuppen natürlich aufgemöbelt.
Am bequemsten mit dem Fahrrad. Wer hingegen mit dem
Fahrrad über die Bahnhofstraße kommt, hat gleich mehrere Möglichkeiten: Etwas oberhalb des Kreisverkehrs Feldthurnerstraße erreicht er über eine Unterführung das unterirdische 535 Quadratmeter große Fahrraddepot. Das Depot wird über ein Drehkreuz gesichert, das sich nur mit Ticket öffnen lässt. „Wir sehen hier neben zahlungspflichtigen Einzelboxen auch videoüberwachte Sammelboxen für jeweils 50 Räder vor“, sagt Joachim Dejaco, „das heißt, dass 50 Personen über ihr Ticket Zugang zu den jeweiligen Boxen erhalten.“ Damit wird einerseits vermieden, dass jedes Fahrrad
in Brixen die gute Situation, dass der Bahnhof nicht die Hauptbushaltestelle ist, also muss sich hier kein Bus lange aufhalten“, sagt Dejaco. Auch die Citybusse halten an dieser Stelle. Eine Lärmschutzwand, die zwischen Bushaltestelle und Geleisen errichtet wird, sorgt dafür, dass der Platz nicht vom Zuglärm gestört wird.
Spatenstich in vier Wochen. Am kommenden 24. März findet also der Spatenstich statt für das Brixner Mobilitätszentrum. Die Arbeiten sind in drei Bauphasen aufgeteilt: Die erste umfasst den gesamten Parkplatz und das Areal des Dopolavoro und dauert bis etwa Mitte August; für diese Zeit müssen jene Pendler, die am Bahnhof parken, einen Fußmarsch in Kauf nehmen – entweder zu einem Areal auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs, das über die Unterführung nach
fen), Riggertalschleife, Bahnhöfe Vahrn und Schabs sowie die Neuordnung der Schieneninfrastruktur am Brixner Bahnhof inklusive zweiter Fußgängerunterführung und Renovierung des Bahnhofgebäudes. Auch wenn man voll auf den öffentlichen Verkehr setzt, braucht es in Brixen aber dennoch eine zusätzliche Straße: die Südumfahrung. Und um die innerstädtische Radmobilität zu stärken, arbeitet Stadtrat Thomas Schraffl gerade am „Nachhaltigen urbanen Mobilitätsplan“, der vor allem auch eine Potenzierung der urbanen Fahrradwege vorsieht. Alle genannten Schritte befinden sich bereits in der Planungsphase und sind teilweise sogar schon finanziert.
willy.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 55
„Situation oft sehr schwierig“ STEFAN PERINI, Direktor des Arbeitsförderungsinstituts AFI, spricht mit dem „Brixner“ über die Lage der Arbeitnehmer in Corona-Zeiten, welche Berufsgruppen besonders gefährdet sind – und wie die Pandemie das Sparverhalten beeinflusst. Herr Perini, das AFI veröffentlicht kontinuierlich Studien zur Gemütslage der Südtiroler Arbeitnehmer. Wie haben diese das letzte Jahr erlebt?
Foto: Oskar Zingerle
Wirtschaft & Umwelt
INTERVIEW
STEFAN PERINI: Ich würde sagen, dass es für uns alle ein sehr belastendes Jahr war – auch für Arbeitnehmer. Dabei muss man laut unseren Erhebungen zwei Faktoren unterscheiden: Einerseits, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt hat und welche finanziellen Folgen das für die Arbeitnehmerfamilien hatte; auf der anderen Seite steht der psychische und persönliche Druck, den diese Krise ausgelöst hat. Laut unserer Umfrage belastet die Situation viele Arbeitnehmer psychisch mehr als finanziell. Woran liegt das? Der Lockdown, das Home-Schooling und Home-Office, weniger soziale Kontakte und gleichzeitig natürlich die Angst, sich selbst und Familienmitglieder anzustecken – das alles hat damit zu tun. Lassen Sie es mich klar ausdrücken: Durch Corona finanziell belastet wurden einige wenige Arbeitnehmer-Kategorien. Die psychische Belastung hingegen ließ sich bei allen erkennen.
Im Gespräch mit dem „Brixner“ warnt Stefan Perini davor, das Entlassungsverbot zu früh aufzuheben aber die Katastrophe konnte – zumindest bis jetzt – abgewendet werden. 2020 war eine Achterbahnfahrt, in der sich gute und schlechte Monate abwechselten. Der Beginn des Jahres bis zum ersten Lockdown war positiv, ebenso die Monate nach dem
verloren. Es ist aber unbedingt nötig, diese Zahl differenziert zu betrachten. Was meinen Sie damit? Bei einer Untersuchung der Arbeitsmarktstatistik fällt auf, dass
„Der große Unterschied zwischen unbefristeten und befristeten Arbeitsverhältnissen führt zu einer sozialen Spaltung der Gesellschaft und zu einer Segmentierung des Arbeitsmarktes“_ Stefan Perini, Direktor des AFI Wie hat sich der Arbeitsmarkt in Südtirol im letzten Jahr entwickelt? Es wurden zwar Rückgänge der Arbeitnehmerzahl verzeichnet, 56
ersten Lockdown, also Juli bis Oktober. Im November kam es dann wieder zu einer Verschlechterung der Situation. Im Schnitt hat Südtirol im Vergleich zum Vorjahr etwa 3,5 Prozent an Arbeitsplätzen
sich die Situation je nach Branche und Arbeitsverhältnis sehr stark unterscheidet. Das heißt, dass einige Bereiche recht wenig von der Pandemie betroffen waren – zum Beispiel die Landwirtschaft
oder der öffentliche Dienst. Andere Sektoren hingegen mussten große Einbußen hinnehmen, vor allem das Gastgewerbe, aber auch der Handel. Und dieselbe Differenzierung kann man bei einem Vergleich der Arbeitsverhältnisse erkennen? Genau. Je nach Arbeitnehmerverhältnis wurde die Krise bisher sehr unterschiedlich erlebt. Menschen in unbefristeten Arbeitsverträgen kamen noch recht unbescholten davon, für befristet Beschäftigte hingegen war die Situation dafür oft sehr schwierig – Saisonarbeiter oder solche, deren Vertrag auslief und nicht verlängert wurde. Dieser große Unterschied zwischen Festangestellten und Mitarbeitern auf Zeit führt zu einer sozialen Spaltung der Gesellschaft und zu einer Segmentierung des Arbeitsmarktes.
Laut einer Studie des Nationalen Instituts für Statistik ISTAT sind Frauen vom Arbeitsverlust in Italien viel stärker betroffen als Männer. Wurde das in Südtirol auch so erlebt? In Südtirol ist der ausschlaggebende Faktor das Arbeitsverhältnis. Eine Frau mit Festanstellung hat die Krise in dieser Hinsicht ähnlich wenig gespürt wie ein Mann. Allerdings findet man Frauen tendenziell viel öfter in befristeten oder in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen als Männer. Dieser Umstand führte dazu, dass Frauen – und alle anderen Menschen, die in solchen Arbeitsverhältnissen angestellt sind – sich jetzt überdurchschnittlich öfter in einer prekären Lage befinden. Neben Frauen betrifft das vor allem Personen mit Migrationshintergrund, aber auch Jugendliche. Wie gut greifen die Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmer in dieser Zeit? Das ist nicht so leicht zu beantworten. Ein guter Teil der Arbeitnehmer konnte trotz Lockdowns normal weiterarbeiten und hat dementsprechend auch sein volles Gehalt erhalten; eine zweite Gruppe musste mehr oder weniger lang in den Lohnausgleich. Hier hat sich das Land bemüht, durch die Solidaritätsfonds das soziale Netz auszuweiten – damit es zum Beispiel auch für Lehrlinge greift. Die dritte Gruppe jedoch fällt durch alle Raster, zumal sie weder Anspruch auf Lohnausgleich noch auf Arbeitslosenunterstützung hat – in diesem Fall bleibt nur noch das soziale Mindesteinkommen. Auch im AFI haben wir keinen umfassenden Überblick darüber, wie viele Menschen durch das Netzt der sozialen Schutzmechanismen gefallen sind. Deshalb ist es auch für uns noch ein Rätsel, wie gut das soziale Netz eigentlich gewirkt hat. Man muss aber anerkennen, dass sich die Landesregierung sehr bemüht hat, so flächendeckend wie möglich Schutzmechanismen zu erarbeiten. Eine Arbeitslosenrate von 3,5 Prozent klingt zum Glück etwas weniger dramatisch als erwartet … Das hängt einerseits mit der Definition der Arbeitslosigkeit zusammen, andererseits mit dem Entlassungs-Stopp, der seit vergangenen März gilt. Eine Gefahr
ist, dass diese Zahl rapide ansteigen könnte, falls dieser Mechanismus zu früh aufgehoben wird. Ich glaube aber nicht, dass die Politik es so weit kommen lassen wird. Zumindest hatte die ehemalige Regierung Conte bereits eine Verlängerung des Entlassungs-Stopps bis zum Sommer ins Auge gefasst. Wir vom AFI warnen auch davor, das Entlassungsverbot zu früh aufzuheben. Am Ende wird es für den Staat nämlich teurer und schwieriger, Menschen aus der Arbeitslosigkeit wieder in die Erwerbstätigkeit zu bringen, als die jetzige Situation mit öffentlichem Geld zu überbrücken.
Tel. 0472 836 173 www.peer.it
Das AFI hat vor Kurzem einen Bericht über das Sparverhalten der Südtiroler Arbeitnehmer veröffentlicht. Was hat sich hier getan? Interessant ist, dass die Sparneigung im vergangenen Jahr sehr stark angestiegen ist. Standardmäßig lag sie bisher bei etwa neun Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens – nun hat sie sich auf 18 Prozent verdoppelt. Die Menschen haben auf die Pandemie durch erhöhtes Sparen reagiert – bestimmt auch, weil viele Konsummöglichkeiten weggefallen sind. Auch die Unsicherheit in Zusammenhang mit der Krise hat sie eher zum Sparen animiert. Es geht den Menschen im Moment sehr um Sicherheit – Arbeitnehmer setzen vermehrt auf Liquidität, um für unvorhergesehene Ereignisse gerüstet zu sein. Wie blicken die Arbeitnehmer laut Ihrer Studien in die Zukunft? Nachdem die Stimmung mit dem ersten Lockdown im März 2020 stark gesunken war, hatte sie sich im Sommer und Herbst sehr schnell erholt. Leider ist über die Wintermonate die Stimmung wieder zurückgefallen auf das Niveau des ersten Lockdowns: Die Arbeitnehmer schätzen die nächsten zwölf Monate eher pessimistisch ein. Positiv hervorzuheben ist aber, dass die Angst um den eigenen Arbeitsplatz nicht allzu hoch zu sein scheint; sie vertrauen darauf, dass das soziale Sicherheitsnetz greift und dass sich die Wirtschaft schnell wieder erholen wird. Bis dahin gilt aber, dass insbesondere Arbeitnehmer in den stark betroffenen Sektoren weiterhin besonders gefährdet sind.
SERVICE
ANTIGEN- UND ANTIKÖRPER SCHNELLTESTS SOWIE PCR TESTS BEQUEM ONLINE RESERVIEREN! Alle Infos und Preise unter www.peer.it
ANGEBOTE
CHIRURGISCHER MUNDSCHUTZ Schwarz / 10 Stück
FFP2 MASKEN Schwarz, grau, blau, pink
4
EURO
mit PEERcard 3,50 Euro
1,90 EURO
mit PEERcard 1,50 Euro
EUCERIN PH5 SOFT CREAM
11,90 EURO
450 ml Angebote gültig bis zum 31.03.21, solange der Vorrat reicht
NEUIGKEIT
APOTHEKE PEER AB JETZT AUCH IN LÜSEN! Öffnungszeiten Montag bis Freitag 8.30 - 12.30 Uhr Dorfgasse 11 Tel. +39 0472 941 200 / Whatsapp: +39 324 542 0001 luesen@peer.it
anina.vontavon@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info 57
Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Fußgänger- und Radwege zeitweise geschlossen z Die Hochwasserereignisse im vergangenen Jahr sowie die schweren Schneemassen in den letzten Monaten haben dazu geführt, dass sich viel Schwemmholz in der bestehenden Vegetation entlang des Eisacks angesammelt hat und dass einige Bäume umgekippt und in den Eisack gestürzt sind. Außerdem haben sich Äste in der Vegetation verhangen, die
bei Wind eine Gefahr für Passanten darstellen könnten. Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord hat deshalb unlängst mit den Uferpflegemaßnahmen am Eisack bei Brixen und Schrambach begonnen: Mit Holzungen, Schwemmholzentfernungen und Aufräumarbeiten sollen die Eisackufer wieder auf Vordermann gebracht werden.
Aus Sicherheitsgründen werden Fußgänger- und Radwege dafür abschnittsweise gesperrt; in den betroffenen Abschnitten soll darauf laut Pressemeldung mit Beschilderung hingewiesen werden. av
W&U Wirtschaft & Umwelt EISACKTAL
98 Gewerbegebiete im Eisacktal z Das WIFO der Handelskammer Bozen hat anlässlich des neuen Südtiroler Raumordnungsgesetzes eine Studie zu den Gewerbegebieten in Südtirol veröffentlicht. Im Eisacktal gibt es demnach 98 Gewerbegebiete mit einer Gesamtfläche von 193 Hektar; in den letzten zehn Jahren ist diese Fläche um 7,3 Prozent gewachsen. Insgesamt arbeiten in den Gewerbegebieten 7.962 Beschäftigte; mehr als die Hälfte davon im Verarbeitenden Gewerbe. Brixen hat naturgemäß das größte Gewerbegebiet des Eisacktals; es ist 37,3 Hektar groß und beheimatet 94 Betriebe, die
kurz
notiert
58
ihrerseits 2.358 Mitarbeiter haben. Zu den logistischen Vorteilen des Brixner Gewerbegebietes zählen die gute Anbindung an die Autobahn, die fußläufige Erreichbarkeit einer Bushaltestelle und die Anbindung an das Glasfasernetz. Interessant ist ein prozentualer Vergleich der verschiedenen Bezirke zwischen Bevölkerungsanzahl und Beschäftigten: 10,7 Prozent aller in Südtiroler Gewerbegebieten Beschäftigten arbeiten im Eisacktal, während hier 10,1 Prozent der Gesamtbevölkerung Südtirols wohnt. wv
Um weitere Sporteinrichtungen nahe dem Sportplatz in Milland realisieren zu können, hat der Gemeinderat das angrenzende Areal in eine „Zone für öffentliche Einrichtungen (Sportanlagen)“ umgewandelt. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden hier die neuen Tennisplätze entstehen.
Der Schalterdienst der Stadtwerke Brixen ist nur nach Vormerkung geöffnet und steht nur für dringende und unaufschiebbare Anliegen zur Verfügung. Die Vormerkungen können online getätigt werden. Die Bürger sollen nur in wirklich dringenden Fällen persönlich zum Schalter kommen.
Studierende, die eine postuniversitäre Ausbildung durchlaufen, können ab sofort beim Land um Studienbeihilfen ansuchen. Die Anträge müssen persönlich, per E-Mail oder per Post eingereicht werden.
Foto: Manuel Kottersteger
STADTGEHEIMNISSE Warum steht der „Kreuzzieher“ auf einem Altar? Vor der Verlängerung der Pfarrkirche von Brixen im Jahre 1740 befand sich die hochwertige und hochverehrte „KreuzzieherGruppe“ mit dem kreuztragenden Heiland und Simon von Cyrene aus der Zeit um 1460 in der geräumigen Vorhalle der Kirche, also vor dem Hauptportal. Vor diesem Standbild wurde nach einer Erzählung von Franz A. Sinnacher ein Chorknabe von Brixen durch andächtiges Gebet auf wunderbare Weise von seinem Fußleiden befreit. Schnell verbreitete sich die Kunde dieser wunderbaren Heilung in der Stadt und der ganzen Umgebung. Nun wurde zunächst beschlossen, für den wundertätigen kreuzziehenden Heiland auf Kosten der Pfarrkirche eine Kapelle zu errichten; dann wollte man stattdessen vorne, wo früher die Orgel stand, einen Altar aufstellen. Fürstbischof Kaspar Ignaz v. Künigl bestellte dafür 1739 bei Theodor Benedetti anstelle des vorgesehenen Holzaltars einen hochwertigen Marmoraltar, den er auch selbst bezahlte und der zusammen mit dem gegenüberliegenden Johannesaltar immer noch zu den absoluten Schmuckstücken der Pfarrkirche zählt. Auf diesem Altar steht die Figur des „Kreuzziehers“ bis heute. Anregungen: redaktion@brixner.info
BRIXEN
Die Kostbarkeit des Wassers z Brixen nimmt sich den Weltwassertag am 22. März zum Anlass, um ihr hochwertiges Trinkwasser zu feiern. Unter dem Motto „Die Kostbarkeit des Wassers – Refill your bottle“ wollen die Brixner Tourismusgenossenschaft, die Stadtwerke und die Gemeinde Brixen gemeinsam auf das kostbare Gut aufmerksam machen und die Bevölkerung sensibilisieren, ressourcenschonend zu handeln, Einweg-Plastik zu vermeiden und ein Bewusstsein für die Kostbarkeit des Wassers zu schaffen. Dafür sind bei den Brunnen am Postpark, am Domplatz, in der Altenmarktgasse sowie am Michaelsbrunnen und am Löwenbrunnen vom 19. bis 26. März verschiedene Thementafeln und
Aktionen geplant. Das Thema Wasser soll in den Mittelpunkt gerückt und erlebbar gemacht werden. „Bei den Installationen und Aktionen an den fünf ausgewählten Brunnen“, sagt Lidia Prader, Mitarbeiterin der Tourismusgenossenschaft und verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit, „geht es darum, die Selbstverständlichkeit unseres Wasserkonsums zu durchbrechen – ein Thema, das alle angeht, Einheimische wie Gäste gleichermaßen.“ Das Projekt „Refill your bottle“ wurde bereits im Sommer 2019 von einer Kooperationsgruppe vom Ploseberg und der Tourismusgenossenschaft ins Leben gerufen; 2021 soll es auf das Stadtgebiet ausgeweitet werden. av
www.egal.bz.it www.egal.bz.it
Innovatives Innovatives Design Design .. Fachliche Fachliche Kompetenz Kompetenz .. Top Top Service Service
Bruneck . Industriezone West ¦ T. 0474 555 169 Bruneck . Industriezone West ¦ T. 0474 555 169 info@kronlift.com ¦ www.kronlift.com info@kronlift.com ¦ www.kronlift.com
Wir Wir beraten beraten Sie Sie gerne! gerne! 59
Land fördert weiterhin Betriebsinvestitionen SÜDTIROL
Fahrplanänderungen auf das Smartphone z Südtirols Fahrgäste sollen seit kurzem direkt über die südtirolmobil-App und Website erfahren, ob ihr Zug ausfällt oder die gewohnte Bushaltestelle zeitweise nicht bedient wird. Über PushMeldungen informiert die App laut Pressemitteilung für ausgewählte Bus -und Bahnlinien sowie Haltestellen über Änderungen des Fahrplans. Auch allgemeine Informationen zur öffentlichen Mobilität – etwa Neuerungen beim Südtirolpass – werden so veröffentlicht. Die Push-Meldungen kann man unkompliziert abonnieren, erklärt der Generaldirektor der Südtiroler Transportstrukturen AG
(STA), Joachim Dejaco: „Es geht ganz einfach: Im Profilbereich ‚Persönliches Fahrgast-Profil‘ auf der App oder der Website können die bevorzugten Linien- und Haltestellenmeldungen ausgewählt und die Push-Meldungen aktiviert, geändert oder deaktiviert werden.“ Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider will „die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel so einfach und bequem wie möglich gestalten, damit die Entscheidung, mit dem Bus oder der Bahn zu fahren, ganz selbstverständlich ist und das Auto automatisch zu Hause in der Garage stehen bleibt.“ av
z Die Landesabteilung Wirtschaft stellt auch in diesem Jahr Finanzmittel zur Verfügung, um kleinste und kleine Handwerks-, Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten bei Investitionen in ihrem Betrieb zu unterstützen. Dabei wird auch in diesem Jahr die bisherige Förderstrategie nach Schwerpunkten beibehalten: Vorrangig soll die technologische und digitale Transformation der kleinen Unternehmen gefördert werden; außerdem soll den Nahversorgungsbetrieben sowie dem weiblichen und jungem Unternehmertun Vorrang gegeben werden. „Gefördert werden Investitionen in Einrichtungen, Soft- und Hardware, Maschinen und Anlagen von 20.000 bis
500.000 Euro mit Zuschüssen von 20 Prozent“, erklärt Abteilungsdirektorin Manuela Defant. Landesrat Philipp Achammer spricht von einer wichtigen Förderung, um die Wirtschaftsstruktur und die Arbeitsplätze zu sichern. Laut Achammer stehen allerdings „angesichts der coronabedingt knappen Haushaltsmittel derzeit nur drei der geplanten sechs Millionen Euro für diesen Zweck zur Verfügung.“ Um die Förderung für betriebliche Investitionen kann noch bis 24. April angesucht werden. Die Rangordnungen werden bis 30. Juni 2021 erstellt. In der Vergangenheit hat das Land über 200 kleinste oder kleine Unternehmen pro Jahr unterstützt. av
SF Automobile
Foto: Getty Images
Wirtschaft & Umwelt
SÜDTIROL
€€€BAR
Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen
KAUFE ALLE AUTOS
…zahle Höchstpreise und in bar Inkl. Abmeldung! Pkws, Busse, Wohnmobile, Firmenfahrzeuge, Unfallfahrzeuge, Autos mit Motorschaden und vielen KM, wie auch schöne und gepflegte Fahrzeuge
24 h
Erreichbar , Tel. +39 348 650 8163 gerne auch per E-Mail: SF-AUTOMOBILE@gmx.at
Dr. Bernhard Thomaser ---------------Praxis für Homöopathie und Chirotherapie Brixen, Plosestraße 40/B Tel. 0472 838333 www.primum-non-nocere.com Termine auf Vormerkung (online oder telefonisch) „Behandle den Menschen, der vor dir steht, und nicht die Krankheit, an der er leidet.“ Hippokrates‘ Forderung nach einem ganzheitlichen individuellen Ansatz ist nicht nur nach wie vor brandaktuell, sondern auch zukunftsweisend.
Mit seiner 30-jährigen Erfahrung hat sich Dr. Bernhard Thomaser ganz der komplementären Medizin verschrieben und bietet in seiner Praxis Homöopathie und Chirotherapie zur individuellen Behandlung von Beschwerden an.
Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: wstarthilfe@brixner.info 60
NACHGEFRAGT
„Das Klo ist kein Abfalleimer“ ANDREAS SCHROFFENEGGER, Leiter der Abteilung Trinkwasser und Abwasser der Stadtwerke Brixen, über die mehrfache Entsorgung von Müll im Abfluss und die damit verbundenen Probleme. diese Abfälle im Wasser nicht auf. Der Müll bleibt hängen und verstopft Rohre und Pumpanlagen. Gibt es Zonen in Brixen, an denen die Verschmutzung mehr ins Gewicht fällt als anderswo? Ja, die gibt es. Vor allem in der Zone Landwirt zeigt sich diese Situation sehr häufig. Im vergangenen Jahr musste die Pumpanlage ganze 24 Mal von Verstopfungen befreit werden. Hauptschuld tragen auch hier Feuchttücher und andere Hygieneartikel. Um es nochmal zu verdeutlichen: Was gehört nicht ins Klo? Ins Klo gehört nur Toilettenpapier,
keine Hygieneartikel, kein Altspeiseöl und keine Essenreste; keine Windeln, Damenbinden, Strumpfhosen, Wattestäbchen, Katzenstreu, Zigaretten, Feuchttücher, Küchenkrepp, Medikamente und auch keine Papiertaschentücher. Der Fettfilm von Essensresten beschädigt zudem nicht nur das öffentliche Kanalsystem, sondern auch die Hausleitungen. Die Probleme müssen aufwändig behoben werden, was sich auf die Kanalgebühr der Allgemeinheit niederschlägt. Medikamente werden zudem nicht rückstandslos gefiltert und belasten die Umwelt. evi.hilpold@brixner.info Leserbriefe an: echo@brixner.info
Brixen, Kranebitt // Temlhof, Top-Lage auf Brixens Sonnenhang. Exklusive Dachgeschosswohnungen in verschiedenen Größen, grandiose Aussicht, sonnenverwöhnte Lage. Just wow!
www.temlhof.it
BAUTRÄGER
HAGO GMBH
HEINRICH GOLLER T 335 7046377 info@hago.bz
WINNER ARCHITECTURE 2020
Herr Schroffenegger, dass man keinen Müll ins Klo schwänzen soll, müssten die Brixner doch theoretisch wissen. Wie aber schaut es in der Praxis aus? Leider nicht so rosig. Unsere Mitarbeiter rücken einmal pro Woche aus, um die Kanalrohre im Gemeindegebiet zu säubern, weil Abfall über die Toilette oder über das Waschbecken entsorgt wurde. Ich vermute, das passiert teilweise aus Unwissenheit. Feuchttücher, Papiertaschentücher und Küchenrollen sind Hauptfeinde des Kanalsystems. Im Unterschied zu Toilettenpapier lösen sich
INFOS & VERKAUF
WILLEITIMMOJUS
P E R F EC T P L A CE , P E R F EC T V IE W… J U S T G R E AT !
DR. JUR. HANNES WILLEIT T 0472 970 690 info@willeitimmojus.it
DOMUS IMMOBILIEN
FRIEDRICH ÜBERBACHER T 0472 834 100 info@domus.cc
61
Ein bisschen Fasching!
FOTOAKTION
Extra
Normalerweise kann man sich am Unsinnigen Donnerstag und am Faschingsdienstag über viele verkleidete Kinder freuen, die sich auf Faschingspartys in und um Brixen tummeln – aber was ist derzeit schon normal?
Um den Kleinsten die Freude am Fasching nicht ganz zu nehmen, hat sich der Katholische Familienverband Brixen/Milland (kfs) eine Faschingsaktion einfallen lassen: Die verkleideten Kinder konnten ihr Foto per E-Mail an den kfs senden, erhielten dafür einen Faschingskrapfen und nahmen automatisch an einer Verlosung teil. Über zahlreiche Einsendungen freuten sich die Organisatoren. Einen kleinen Auszug aus den tollen und vor allem sehr bunten Bildern drucken wir
nun auch im „Brixner“ ab – damit sich unsere Leser ein bisschen an den lustigen Faschingsverkleidungen erfreuen können.
Diego und Oskar Brunner
BÜCHER
ONLINE
BESTELLEN: shop.weger.net
Sabine Amort
Whats App 328 738 7977
Schnell Praktisch Günstig 24 h geöffnet
www.weger.net – © detailblick-foto - fotolia
a Cilio Ilaria und Valentin
BUCH ¦
PAPIER ¦
DRUCK
10 % Skonto auf Papier, Schreibwaren und Spiele
62
Matthias und Greta Gostner
Arian, Klemens, Emilia und David Tratt er
sicher hochwertig garantiert
zuhause NEU Lia Baumgartner
Sophia Lercher Karolina, Damian und die kleine Isabel Nagler
A
RESIDENCE ROMANA Schabs – Wohnungen
KAMPAN CENTER
Brixen – Büro- & Gewerbeflächen
A
RESIDENCE SILVY Sterzing – Wohnungen
Hinteregger Alina und Felix
Mattia und Ellen Papadia
A
RESIDENCE ERNA HAUS 1 Brixen – Wohnungen
häuser zum l(i)eben
Miriam und Simon Forer
T +39 0472 731 600 | mader-immobilien.it 63
Fit für die Zukunft Trends wie Digitalisierung und Vernetzung verändern die Gebäudetechnik und ebnen den Weg zu „intelligenten“ Gebäuden. Ein Unternehmen, das sich auf solche zukunftsfähige Gebäudetechnik spezialisiert hat, ist Elektro Plaickner in Brixen.
Wurden Elektroinstallation, Lichtplanung, Beschallung, Beschattung, Alarm- und Videoüberwachung bis vor wenigen Jahren voneinander unabhängig realisiert, so eröffnen inzwischen integrierte Technologien den Weg für smarte Gebäude. Die Vernetzung von Haustechnik und Beleuchtung sowie von Komponenten der Unterhaltungselektronik erhöht den Wohnkomfort, die Sicherheit und Energieeffizienz. Jedoch bedarf es dazu eines ganzheitlichen Gebäudekonzepts, das im Idealfall mit der Gebäudeplanung erstellt wird.
Extra
Bauen & Renovieren
ELEKTRO PLAICKNER
Integrierte Lösungen. Ein Spezia-
list hierfür ist Elektro Plaickner in
Martin und Barbara Plaickner mit den Söhnen Peter und Maximilian Brixen. Das Familienunternehmen realisiert moderne Licht- und In-
stallationskonzepte für integrierte Lösungen. Dazu behält das Team
ELEKTRO-PLAICKNER.IT
64
um Martin und Barbara Plaickner neueste Entwicklungen rund um die Gebäudetechnik laufend im Blick. Inzwischen sind auch beide Söhne aktiv im Betrieb tätig: Maximilian ist bereits seit mehreren Jahren für den Installationsbereich zuständig, während Peter neben seinem Studium „Management & Technology“ an der TU in München ebenfalls im Betrieb mitarbeitet. Die zukunftsorientierte Ausrichtung des Elektrofachbetriebes findet seit kurzem Ausdruck auch im neuen Firmenlogo, das mit klarer Linien- und Formgebung die Offenheit des Unternehmens für Technik symbolisieren soll.
Energetische Gebäudesanierung
TOPHAUS AG
Sanieren lohnt sich!
Super-Ökobonus:
110% Geld zurück!
Wer sein Gebäude energetisch sanieren möchte, ist bei TopHaus an der richtigen Adresse.
Wohngebäude vor … In Südtirol gibt es über 150.000 Wohnungen, die über 30 Jahre alt sind. Die Altgebäude haben einen Durchschnittsverbrauch an Heizenergie, der drei Mal so hoch ist als der eines sanierten Gebäudes. Hauptverantwortlich hierfür ist eine unzureichend gedämmte Gebäudehülle. Eine Wärmedämmung zählt zu den wirksamsten Maßnahmen, um den Heizenergieverbrauch drastisch zu senken.
Verbessertes Wohnklima. Un-
gedämmte Gebäude bieten einen schlechten Wohnkomfort, da sich die kalten Außenwände negativ auf das Raumklima auswirken. Auch Schimmelbefall kann eine Folge ungedämmter Wände sein. Mit einer Dämmung erhöht sich die Oberflächentemperatur der Außenwände, wodurch der Wohnkomfort erheblich gesteigert wird.
Öffentliche Förderungen. Die Sanierung der Bestandskubatur wird von der öffentlichen Hand großzügig gefördert. Welche Förderung sich je nach Einzelfall am meisten lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: einerseits von den gewählten Sanierungsmaßnahmen an sich, aber auch von der individuellen Einkommenssituation. Kubaturbonus: Wohnraumgewinnung. Im Zuge einer
energetischen Sanierung kann die bestehende Kubatur um 20 Prozent oder um mindestens 200 Kubikmeter erweitert werden. Der sogenannte Kubaturbonus ist als eine Art „Belohnung“ für die
.500 Über 2 nierungen ! te Sa ahren betreuletzten 15 J in den
… und nach der Sanierung energetische Gebäudesanierung zu verstehen. Damit wurde ein Ansporn geschaffen, um Gebäude energetisch zu sanieren, die vor 2005 erbaut wurden.
Wichtige Anlaufstelle. TopHaus
ist ein bevorzugter Ansprechpartner rund um die energetische Sanierung. Seit 2006 hat der Baustoffspezialist eine Vielzahl an Gebäudesanierungen betreut. Von diesem großen Erfahrungswissen profitieren all jene, die die kostenlose Beratung zur energetischen Sanierung bei TopHaus in Anspruch nehmen.
info Förderungen für Gebäudesanierungen • Super Ökobonus (110 %): Verbesserung um mindestens zwei Klimaklassen, Materialien müssen den „CAM-Kriterien“ entsprechen • Fassadenbonus (90 %): Sanierungsmaßnahmen für Fassaden in den Wohnbauzonen A und B • Energetisch sanieren (65 %): Der Staat erstattet 65 Prozent, bei Kondominien sogar bis zu 75 Prozent der energetischen Sanierungskosten • Sanierung/außerordentliche Instandhaltungen (50 %) • Landesbeiträge: Das Land gewährt Beiträge von 50 Prozent bzw. bei Kondominien bis zu 70 Prozent der anerkannten Kosten
Kostenlose Beratung zu: - Steuerabsetzbetrag 110% - Kubaturbonus - Beitragsgesuche - Materialien - Ausführung Inkl. Lokalaugenschein Rufen Sie an oder schreiben Sie uns!
Georg Kantioler Techn. Leiter energetische Sanierung
0471 098 861 335 7602818 energie@tophaus.com
BOZEN
BRIXEN
LANA
RASEN
LAVIS
BAUUNTERNEHMEN GEOM. MARTIN GEBHARD
Bauen & Renovieren
Kompetenz am Bau
Extra
Foto: Arik Oberrauch
Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens blickt das Bauunternehmen Geom. Martin Gebhard zufrieden auf das bisher Geleistete zurück – und mit großer Zuversicht in die Zukunft.
Martin Gebhard Das Bauunternehmen Gebhard baut seit nunmehr 40 Jahren und mittlerweile in zweiter Generation von Bauprojekt zu Bauprojekt an seinem Erfolg. Die vielen zufriedenen Kunden, die dem Bauunternehmen oftmals über Generationen hinweg treu bleiben, zeugen von der Qualität des traditionsreichen Unternehmens.
Dass es für den Unternehmenserfolg auf gut ausgebildete und kompetente Mitarbeiter ankommt, weiß Firmeninhaber Martin Gebhard. Er legt seit jeher großen Wert auf die Weiterbildung im Betrieb sowie auf den Einsatz modernster Arbeitsgeräte und Baumaschinen. Auch geht der Firmenchef in punkto Sicherheit keine Kompromisse ein, denn die Sicherheit seiner Mitarbeiter liegt ihm sehr am Herzen. Die Mitarbeiter honorieren dies, indem viele seit Jahrzehnten im Betrieb tätig sind und im gemeinsamen Zusammenspiel tatkräftig und mit großem Erfahrungswissen zur reibungslosen Abwicklung der vielfältigen Bauprojekte beitragen.
Qualität von der Beratung an.
Die Qualität beginnt bei der Baufirma Gebhard bereits bei der Beratung. „Gute Beratung legt den
Ein Beispiel für die Anwendung des 3D-Drucks im Bauwesen
Die neue Außenstelle der Baufirma Gebhard in der Gewerbezone Neidegg in Klausen Grundstein für erfolgreiche Bauvorhaben“, weiß Martin Gebhard aus Erfahrung, „denn nur, wenn die Kundenwünsche bekannt sind, können die Erwartungen auch erfüllt werden.“ Darüber hinaus wird ein konsequentes Qualitätsmanagement nach geltenden ISO-Normen betrieben, um die Bauqualität bis zur Fertigstellung sicherzustellen. Den Unternehmenserfolg begründet Martin Gebhard auch damit, dass das Bauunternehmen mit der Zeit geht und offen ist für neue Baumaterialien und Baumethoden. So hat sich die Baufirma Gebhard in den letzten Jahren eine große Kompetenz im Sichtbetonbau angeeignet – eine Bauweise, die gerade in moder-
nen Architekturen vielfach zum Einsatz kommt. Aber auch neue Trends wie beispielsweise der 3D-Druck von Gebäuden werden aufmerksam mitverfolgt. „3D-Druck wird das Bauen neu definieren“, ist Martin Gebhard überzeugt, „Bauen bleibt damit ein spannendes Betätigungsfeld.“ Da es zuletzt im Firmensitz in Lajen eng geworden war, hat das Bauunternehmen kürzlich ein Betriebsgebäude in Klausen angekauft, das künftig als Magazin und Außenstelle fungieren wird. Dies erlaubt es der Baufirma Gebhard, die Betriebsstruktur zu optimieren und das Einzugsgebiet Eisacktal, Gröden und das Schlerngebiet noch besser zu bedienen.
Handwerkerzone Am Gornegg 15I | 39040 Lajen +39 339 326 7 646 info@baufirma-gebhard.it www.baufirma-gebhard.it
66
Derzeit realisiert die Baufirma Gebhard gemeinsam mit dem Konsortium A-NET eine schlüsselfertige Wohnanlage in Brixen
TERRAGNOLO KG
Malkunst inszeniert Räume
Das Handwerk hatte er an der Mailänder Akademie „Arte e Design“ studiert. Seither beweist Fabio Viola vom Malerbetrieb Terragnolo gemeinsam mit seinem Team immer wieder, wie sich Räume und Gebäude einzigartig in Szene setzen lassen.
Wandvergoldung durch Spezialspachteltechnik im Hotel Hilburger in Schenna Das räumliche Ambiente und die Wirkung von Gebäuden werden wesentlich von der Innenraumund Fassadengestaltung geprägt: Kreative Wand- und Trockenbautechniken setzen Räume in Szene und sorgen für ein harmonisches Ambiente. Die Fassadengestaltung verleiht Bauwerken einen individuellen Ausdruck und ein charakteristisches Erscheinungsbild.
Kreativer Gestaltungsspielraum. Formen und Struktur eröff-
nen unendliche Möglichkeiten bei der Oberflächen- und Raumgestaltung – von kreativen Maltechniken bis hin zu raffinierten Wandgestaltungstechniken, wie beispielweise Tupf-, Wisch-, Lasur-, Putz-, Spachteltechnik und Vergoldung. Hohe gestalterische Möglichkeiten eröffnet auch die Trockenbauweise, mit der sich schnell und kostengünstig Dekorelemente sowie raumbegrenzende Konstruktionen für Wand, Decke und Boden realisieren lassen.
Die Farb- und Oberflächengestaltung im Weinverkostungssaal im Hotel Gnollhof in Gufidaun erinnert an einen Weinkeller Für ein gelungenes Raumergebnis bedarf es eines gekonnten Zusammenspiels von Farbgebung, Mal- und Gestaltungstechniken. Es lohnt sich daher, sich an einen erfahrenen Fachbetrieb zu wenden – ein solcher ist der Malerbetrieb Terragnolo in Mühlbach.
Malfertigkeit seit 60 Jahren. Der
Malerbetrieb Terragnolo ist ein Meister für innovative und moderne Wohnraum- und Fassadengestaltung jeder Größenordnung.
Im Zuge seiner über 60-jährigen Tätigkeit kann der Betrieb auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. In zweiter Generation hat Helmut Terragnolo die Führung an seinen Schwiegersohn Fabio Viola abgegeben, der nach seinem Studium „Arte e Design“ an der Mailänder Akademie viele innovative Gestaltungsideen in den Malerbetrieb einbringt, mit denen er und sein Team immer wieder aufs Neue begeistern.
67
BAUUNTERNEHMEN WERNER OBERRAUCH
Bauen & Renovieren
„Fünf Fehler bei der Haussanierung“
Extra
Worauf man bei Sanierungen achten muss und warum sich fachmännische Partner dazu immer lohnen, erklärt WERNER OBERRAUCH, Inhaber des gleichnamigen Bauunternehmens in Feldthurns.
Fehler Nr. 1: Schritt-für-Schritt-Sanierung.
WERNER OBERRAUCH: „Bei vielen Dingen, so auch bei der Sanierung des Eigenheims, gilt das Motto ‚Wenn schon, denn schon‘. Auch wenn eine komplette Sanierung ein großer Schritt ist – in Sachen Bauqualität und Wertbeständigkeit ist eine Komplettsanierung die beste Lösung. Werden beispielsweise die Fenster ausgetauscht, ohne dabei aber an die Wärmedämmung an der Fassade zu denken, dann ist dies wenig zielführend und kann sogar zu Schäden wie beispielsweise Schimmelbildung führen. Fehler Nr. 2: Ungenaue Planung. „Vor allem bei Sanierungen muss man immer wieder mit Unvorhergesehenem rechnen. Eine gut durchdachte Planung kann böse Überraschungen auf ein Mindestmaß reduzieren. So gut eine Planung auch sein mag, während der Bauphase steht man immer wieder vor neuen Herausforderungen. Fachmännische Handwerksbetriebe sind hier die Lösung.“
68
Schallschutz im Gebäude äußerst wichtig, denn nur so genießt man Privatsphäre, Ruhe und Geborgenheit.“ Fehler Nr. 5: Nicht an morgen denken.
Werner Oberrauch, Bauunternehmer Fehler Nr. 3: Sparen am falschen Ort. „Sparsam sein ist grundsätzlich eine sehr positive Eigenschaft, jedoch muss gut überlegt sein, wo es Sinn macht. Die Bausubstanz ist der Kern des Gebäudes und überdauert im Idealfall Generationen. Einrichtungsgegenstände sind hingegen jederzeit und unkompliziert austauschbar; sie sind heute trendig und morgen veraltet. Eine hochwertige Gebäudehülle hingegen ist wertbeständig.“
Fehler Nr. 4: Viel Wärmedämmung – wenig Schallschutz. „Das Hauptaugenmerk bei einer energetischen Sanierung liegt zurzeit beim Austausch der Fenster und bei der Anbringung einer Wärmedämmung. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass man mit der richtigen Wärmedämmung auch den Schallschutz optimieren kann – und soll. Da bei Sanierungen oft zwei oder mehrere Wohneinheiten entstehen, ist der
„Sanierungsbedarf ergibt sich an einem bestimmten Punkt im Leben – etwa aus einem Platzproblem heraus, das es zu lösen gilt. Entsteht der Bedarf aus einem konkreten Anlass heraus, sollte sich die Sanierung aber nicht in der Lösung dieses einen Problems erschöpfen: Das Ergebnis sollte vielmehr eine Wohnung sein, die räumlich und funktional den Wandel der Zeit übersteht. Von daher braucht es Lösungen, Planungsentscheidungen und Technologien, die die Möglichkeiten einer Wohnung in dem Maße erweitern, wie sich parallel dazu das Leben und damit auch die Bewohner selbst verändern. Auf die ‚Zukunftsfähigkeit‘ von Sanierungsmaßnahmen zu achten kann die Immobilie außerdem zusätzlich aufwerten.“
T: +39 340 4889869
E. INNERHOFER AG
Die Dusche, der praktische Luxus Foto: Karin Pramstaller
War es bis vor einigen Jahren die Badewanne, die mit Wellness im Bad assoziiert wurde, bieten moderne Duschen heutzutage mindestens ein gleich großes Wellnesserlebnis.
Teilrahmen-Duschkabine mit Schiebetür von Provex
Einst war sie Mittel zum Zweck, heute ist sie weit mehr als eine Nasszelle: die Dusche. Inzwischen beinhaltet das Ausstattungsprogramm moderner Duschen viele Wellness-Elemente und -Funktionen – von der Regenduschbrause bis hin zur Dampfbad-Funktion. Infolge verdrängen die neuen Duschen die Badewanne zunehmend aus dem Bad und nehmen im Gegenzug mehr Platz ein. Damit bieten sie ein großzügiges Raumangebot, das auch zum Duschen zu zweit einlädt. Strategisch optimal platziert und
oftmals mit großen Glasflächen ausgestattet, lassen sie das Bad optisch größer wirken. Der Trend geht hin zur verfliesten Duschnische oder zur offenen Dusche mit nur einer einzelnen Glaswand oder nur wenigen Glasflächen – der sogenannten Walk-In-Dusche.
Die generationenfreundliche Dusche. Walk-In-Duschen über-
zeugen aus mehreren Gründen. Zum einen sind sie flexibel im Einbau, da sie in jeder beliebigen Größe realisiert werden können; zum anderen gibt es keinerlei
Hindernisse beim Ein- und Ausstieg. Das ist optimal, wenn man generationenübergreifend denken möchte. Die Innenausstattung kann außerdem gut den eigenen Bedürfnissen angepasst werden: Von der großzügigen Nische für Shampoo und Seife bis hin zur gefliesten Sitzgelegenheit ist vieles möglich. Wer demnächst eine Badsanierung oder einen Wechsel von der Badewanne zur Dusche plant, kann sich in den Bäderausstellungen von Innerhofer ausführlich zu den Möglichkeiten informieren.
69
IMPERIAL
Intelligent heizen
Nutzen Sie die ganze Energie, von der Sie umgeben sind!
Wärmepumpen nutzen die Umweltenergie im Erdreich, im Wasser oder in der Luft, um Gebäude im Winter zu heizen, im Sommer zu kühlen und mit Warmwasser zu versorgen.
KNV-Wärmepumpen - viele Vorteile für Sie •
• •
Funktionsweise einer Wärmepumpe
www.rcmarketing.it, Foto Shutterstock
Extra
•
Wärmepumpe sind heute das sauberste und günstigste System zu heizen und Wasser zu erwärmen Sie können die Energie von der Erde, dem Wasser oder der Luft entziehen Jährliche Energiekosten deutlich unter 800€ bei einem Klimahaus A (Reihenhaus 110 qm) Ideal in Kombination mit Fotovoltaik
Topline 2120 vollmodulierende Luftwärmepumpe von KNV, die Wärmepumpe der Extraklasse
Fragen Sie uns oder Ihren Installateur!
Wir sind voller Energie Heizungsfachhandel Bruneck Tel. 04 74 / 55 32 33 • www.imperial.bz
Umweltwärme
Heizungswärme
Die Funktionsweise kennen wir vom Kühlschrank, nur mit umgekehrtem Wirkungsprinzip: Die Wärmepumpe zieht die in der Umwelt auf niedrigem Temperaturniveau vorhandene Wärme ein und „pumpt“ diese auf ein höheres Temperaturniveau. Für diesen Kreislauf benötigen Wärmepumpen Strom, im Idealfall aus der eigenen Photovoltaikanlage. Zur Bereitstellung von 100 Prozent Heizenergie sind nur 25 Prozent Strom erforderlich; 75 Prozent werden aus der Umwelt gewonnen.
zu heizen, zu kühlen und um Warmwasser aufzubereiten. Ihre Energie entziehen sie der Umgebungsluft, die praktisch überall zur Verfügung steht. Ihr zentraler Vorteil: Es herrscht weniger Raumbedarf, und die Anlagen lassen sich praktisch überall schnell und einfach installieren. Speziell in gut isolierten Häusern mit Wandoder Fußbodenheizungen arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen deutlich effizienter und sparsamer als konventionelle Öl- und Gasheizungen, wobei die Anschaffungskosten meist spürbar tiefer liegen.
System 1: Erdwärmepumpe. Ob
Vergleich mit anderen Heizsystemen. Wärmepumpen sind
Heizen, Kühlen oder Warmwasserbereitung: Kein HaustechnikSystem arbeitet kostengünstiger und energieeffizienter als Erdwärmepumpen. Im Winter nutzen sie das im Vergleich zur Außentemperatur relativ warme Erdreich. Beim Kühlen im Sommer schaffen sie ein angenehmes Raumklima, indem sie die Temperatur des Erdbodens sanft ins Innere des Hauses übertragen. Die Wärme für die Erdwärmepumpen wird dem Erdreich entzogen und kommt entweder aus Flächenkollektoren, Ringgrabenkollektoren, Tiefenbohrungen oder von Grundwasserbrunnen.
System 2: Luftwärmepumpe. Luftwärmepumpen sind der einfachste Weg, um kostengünstig
70
EL. Energie
Bauen & Renovieren
Wärmepumpen von Imperial
heute das kostengünstigste System, um ein Haus zu heizen, zu kühlen und um das Warmwasser aufzubereiten. Wärmepumpen als Heizsysteme erfordern sehr kleine Technikräume. Hohe Kosten für Brennstofflager fallen zur Gänze weg. Auch sind die Wartungskosten weitaus niedriger als bei allen anderen Systemen.
Mit Superbonus jetzt umstellen. Wer innerhalb Juni 2022 seine bestehende Heizanlage durch eine Anlage mit Wärmepumpe ersetzt, im Idealfall sogar in Kombination mit der Installation von Photovoltaikanlagen und entsprechenden Speichersystemen, profitiert vom neuen Superbonus von 110 Prozent.
HOLZBAU BRUGGER
Holz in Leichtbauweise Die Firma Holzbau Brugger aus Mittewald zeigt, wie mit einheimischem Know-how, regionalen Materialien und nachhaltiger Bauweise Projekte aus einer Hand umgesetzt werden.
Wahre Exzellenz beweist Holzbau Brugger bei individuellen Gebäudeaufstockungen und Häusern in Holzbauweise, die in Mittewald wunschgerecht geplant, passgenau gefertigt und vor Ort montiert werden. Die Vorteile des Baustoffes Holz und die Vielseitigkeit, mit der das Material genutzt wird, hatte Holzbau Brugger schon früh erkannt. Die Wipptaler Firma gibt es seit ihrer Gründung durch Peter Brugger 2015, nachdem sich sein Vater Heinrich Brugger bereits seit 1985 einen Namen als Zimmermann im In- und Ausland aufgebaut hatte. Seit 2002 fertigt der mittelgroße Zimmereibetrieb Häuser und Gebäudeaufstockungen in Holzbauweise – von der individuellen Planung, regionalen
Fertigung bis hin zur fachgerechten Montage.
Superbonus bis 2022. Die Auf-
tragslage ist trotz der derzeitigen Ausnahmesituation stabil, denn mit der Einführung des Superbonus fällt den Kunden die Entscheidung für das Bauen mit Holz leicht. Der Steuerabzug von 110 Prozent, vom italienischen Gesetzgeber im Juli 2020 eingeführt und noch für Projekte bis Juni 2022 gültig, kann über einen begrenzten Zeitraum für spezifische Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz und Erdbebensicherheit beansprucht werden. Eine Möglichkeit, die sich Bauherren mit Gespür für gute Gelegenheiten nicht entgehen lassen, wie Peter
Aufstocken Sanieren Erweitern Jetzt 110% staatlichen Superbonus nutzen!
www.holzbau-brugger.it
Im Trend: Gebäudeaufstockungen in Holzbauweise Brugger, CEO der Holzbau Brugger GmbH zufrieden feststellt. „Unser größter Wettbewerbsvorteil ist und bleibt aber die Leidenschaft
für das, was wir tun“, bekräftigt er, „denn Qualität kommt nur dort zustande, wo Menschen mit Herz und Fleiß bei der Sache sind.“
HOLZBAU BRUGGER › Leicht › Hohe Dämmwerte › Keine Austrocknungszeit › Hoher Vorfertigungsgrad › Nachhaltigkeit
LEIC H TBAU WEIS E HO L Z 71
Foto: Lutz Sternstein
Bauen & Renovieren
PROVEX INDUSTRIE GMBH
Extra
Geschäftsführer Oswald Fischnaller Die ständige Beobachtungsstelle für ADI Design, der italienischen Vereinigung für Industriedesign, hat die IUNIX-Duschkabinenserie von Provex für die Veröffentlichung im renommierten „ADI Design Index 2020“ aufgenommen. Die jährliche Auswahl wird von über 150 Experten nach anspruchsvollen Leistungskriterien getroffen. Ausgewählt werden Produkte, die sich durch ihre Originalität sowie funktionelle und typologische Innovation, durch die angewandten Produktionsver-
Designstarke Duschkabine Mit der Nennung im renommierten „ADI Design Index 2020“ rückt der italienische Industriedesignpreis „Compasso d’Oro“ für die Duschkabinenserie IUNIX von Provex in greifbare Nähe.
fahren, die verwendeten Materialien sowie die erreichte formale Synthese auszeichnen. Die nominierten Produkte konkurrieren nun um die weltweit wichtigste Auszeichnung für Industriedesign, den ADI Design Innovation Award „Compasso d’Oro“, der jedes Jahr an eines der im Index gelisteten Produkte verliehen wird.
Durchdachtes Design. Doch
bereits die Aufnahme in den „ADI Design Index 2020“ ist für Oswald Fischnaller, Geschäftsführer
VIEL MEHR DUSCHKABINE
der Provex Industrie GmbH eine wichtige Anerkennung für die Designstrategie des Brunecker Herstellers von Duschkabinen und Badzubehör. Sie fügt sich nahtlos in die Reihe bereits vorausgegangener Auszeichnungen für die Duschkabinenserie IUNIX, in der sich auch der ADI Ceramics & Bathroom Design Award, der Archiproducts Award und der German Design Award befinden. Überzeugen konnte vor allem das ausgeklügelte System funktionellen Designs, allen voran
Provex Industrie GmbH - I-39031 Bruneck (BZ) - Fon: +39 0474 571 511 - info@provex.eu - www.provex.eu
72
die Flügeltür mit Pendelsystem für eine IN/OUT-Öffnung bis zu 360 Grad oder auch der integrierte Hebe-/Senkmechanismus, der eine längere Haltbarkeit der Bodendichtung garantiert und ein sanftes Schließen der Tür ermöglicht. IUNIX ist in drei Ausführungen erhältlich: einer Ausführung in Edelstahl Inox matt, einer eleganten mattschwarzen sowie der besonders gefragten hochglanzpolierten Version aus Aluminium.
FOLLOW US ON
TIB CONSULTING ENGINEERING
„Superbonus nutzen!“ Warum gerade Kondominien vom Superbonus 110 Prozent profitieren und was es dabei zu berücksichtigen gilt, erklärt Werner Georg Hunglinger, Geschäftsführer der TIB consulting engineering.
WERNER GEORG HUNGLINGER: Die TIB consulting engineering ist ein Planungs- und Ingenieurbüro in Brixen, demnächst mit zweitem Standort in Nordtirol. Das Büro ging im Jahr 2014 aus dem Zusammenschluss der Hunglinger Engineering und der TIB bauconsulting hervor. Zunächst auf die planungstechnische Bauunterstützung fokussiert, hat sich unsere Kernkompetenz im Laufe der Zeit hin zur Optimierung von Projekten im Hoch- und Tiefbau verlagert. Wie optimieren Sie Bauprojekte, und welchen Nutzen ziehen Ihre Kunden daraus? Abhängig davon, in welcher Phase wir zum Bauprojekt hinzugezogen werden – ob vor der Ausschreibung vonseiten des Bauherrn oder nach der Ausschreibung vonseiten des ausführenden Bauunternehmens – eröffnet sich uns ein unterschiedliches Handlungsspektrum: Vor Projektausschreibungen können wir unsere Fachkenntnisse bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Ausschreibung einbringen und nach Auftragserteilung an ein Bauunternehmen dieses dabei unterstützen, die Anforderungen optimal zu erfüllen. So konnten wir beispielsweise beim Bauvorhaben zum Brenner Basistunnel einige Projekte großer Bauunternehmen und deren Subunternehmer optimieren und dadurch einen Mehrwert nicht nur für die ausführenden Unternehmen, sondern auch für den Bauherrn schaffen. Und auch im Hochbau können wir einige Projekte vorweisen, wo wir unter Beibehaltung des architektonischen Konzepts und der Qualitätsanforderungen erhebliche Kosteneinsparungen erreichen konnten, die sich sowohl in der Realisierung als auch in der Gebäudeführung niederschlugen.
Erstrecken sich Ihre Leistungen auch auf Projekte im Bereich der energetischen Sanierung? Auf jeden Fall. Für den Superbonus von 110 Prozent, den es derzeit für die energetische Sanierung von Wohngebäuden gibt, sind wir sogar einen Schritt weiter gegangen: Wir haben ein Gesamtpaket geschnürt, das von der Machbarkeitsstudie über ein stimmiges Sanierungskonzept bis hin zur bürokratischen Endabwicklung reicht. Dazu haben wir unsere Kräfte mit dem Bozner Architekturstudio Solarraum gebündelt, dessen Geschäftsführer Oscar Stuffer ein anerkannter Experte für Niedrigenergie- und Passivhäuser ist. Was gilt es beim Superbonus zu berücksichtigen? Der italienische Staat hat letztes Jahr den Superbonus für die energetische Sanierung von Wohngebäuden eingeführt. Die Förderung wird aus dem Recovery Fund finanziert, den Italien von der EU erhalten wird. Der Staat verfolgt mit der Förderung gleich mehrere Ziele: Es soll über den wichtigen Bausektor die Wirtschaft angekurbelt werden, gleichzeitig sollen Italiens Abhängigkeit von Energieimporten sowie der CO2-Ausstoß langfristig reduziert werden. Um in den Genuss der Begünstigung zu kommen, gilt es, bestehende Wohngebäude um zwei Energieklassen zu verbessern. Zu den förderbaren Maßnahmen zählen zum einen sogenannte Hauptmaßnahmen wie die Wärmedämmung von Gebäudehüllen und/oder der Austausch von Heizanlagen, sowie Nebenmaßnahmen, die zu den gewählten Hauptmaßnahmen hinzugenommen werden können. Nebenmaßnahmen können beispielsweise den Austausch von Fenstern, Balkontüren und Haustüren, die Anbringung einer Photovoltaikanlage, die Installation von Solarpaneelen für die Warmwasserproduktion oder auch den Einbau eines Aufzuges bein-
Foto: Alfred Tschager
Herr Hunglinger, in welchen Bereichen ist die TIB consulting engineering tätig, und welche Leistungen bieten Sie?
Werner Georg Hunglinger, Geschäftsführer der TIB consulting engineering halten. Aber auch Nebenspesen wie beispielsweise Konzessionsgebühren, Kosten für Gutachten und technische Dienstleistungen können angerechnet werden. An dieser Stelle erwähnenswert ist, dass die Autonome Provinz Bozen inzwischen die Erstellung der Machbarkeitsstudie mit 80 Prozent fördert, um die erste Hemmschwelle zu überwinden. Zu den einzelnen Maßnahmen gibt der Staat Höchstbeträge vor, bis zu denen die Förderung greift, die jedoch normalerweise im Rahmen des Möglichen liegen. Und selbst im Falle eines Überschreitens kann – und dies ist einzigartig – auf die übersteigende Differenz ein steuerlicher Abzug aus einer anderen Förderung angewandt werden; zum Beispiel 50 Prozent für allgemeine oder 65 Prozent für energetische Sanierungsmaßnahmen. Jedoch ist der Zeitraum befristet, innerhalb dessen die Maßnahmen durchgeführt werden müssen: Die Begünstigung läuft bis 31. Dezember 2022, sofern 60 Prozent der energetischen Maßnahmen bis zum 30. Juni 2022 umgesetzt sind. Lohnt es sich angesichts der doch recht knappen Frist und der mit der Förderung verbundenen Auflagen, den Superbonus zu nutzen?
Auf jeden Fall! In meiner nunmehr fast dreißigjährigen Bauerfahrung hat es noch nie eine Förderung in einem solchen Ausmaß gegeben. Mit den 110 Prozent finanziert der Staat nicht nur die gesamte energetische Sanierung, sondern auch die Kosten für die Vorfinanzierung des Steuerguthabens durch Dritte, wie beispielsweise durch die Banken – daher 110 Prozent und nicht nur 100 Prozent. Wer die Mindestmaßnahmen durchführen lässt, um ein Wohngebäude um zwei Energieklassen zu verbessern, hat im besten Fall keine Kosten oder nur einen geringfügigen Kostenanteil im einstelligen Prozentbereich selbst zu tragen; wer hingegen mehr Maßnahmen ins Auge fasst, profitiert von der Möglichkeit, dazu verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen zu können. Die größte Unsicherheit sehe ich einzig im befristeten Zeitraum, der für Privatwohnbauten und kleinere Kondominien aber sehr wohl zu bewerkstelligen ist. Für größere Kondominien, die erfahrungsgemäß mehr Zeit in der Entscheidungsfindung und Beschlussfassung benötigen, insbesondere mit den derzeitigen Corona-Auflagen für Versammlungen, könnte es ein Balanceakt werden. Dennoch lohnt es sich gerade für Kondominien, diese Förderung zu nutzen. Wir haben bereits einige Aufträge erhalten und empfehlen Kondominiumverwaltern, uns frühzeitig hinzuzuziehen – am besten noch, bevor die Gespräche zur Vorfinanzierung erfolgen, um eine durchgängig korrekte Dokumentation sicherzustellen.
TIB consulting engineering GmbH Carduccistraße 15 39042 Brixen Tel. 0472 920848 info@tibce.com www.tibce.com 73
Innovation aus Metall Weico ist seit über 20 Jahren im Metall- und Fassadenbau tätig und verwirklicht gemeinsam mit Architekten viele einzigartige Projekte. Kunden wissen besonders die hochwertige Umsetzungsqualität und die große Lösungskompetenz zu schätzen.
Die Erfahrung und die fachliche Kompetenz von Weico spiegeln sich in der Vielzahl an Referenzprojekten im Metall- und Fassadenbau wider. Unter den Referenzen befinden sich einzigartige Projekte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium, die im Zusammenspiel mit filigranen Glaselementen oftmals ganze Gebäudeteile umfassen. Allein die verwendeten Materialien und Materialkombinationen geben viel Platz für Individualität. Während solche Lösungen vor allem für den Objektbau realisiert werden, bedient Weico auch den privaten Wohnbau – und das mit maßgefertigten und unverwechselbaren Geländern, Treppen, Toren, Eingangsbereichen, Dachverglasungen und vieles mehr.
Jährlich verwirklicht Weico auch einige Projekte im Bereich Hotellerie. Dabei ist nicht nur wichtig, einen Auftrag fertigzustellen, sondern mit Leidenschaft und Begeisterung dem Projekt seine Einzigartigkeit zu verleihen.
Einzigartige Metallbauarbeiten. Die über 60 Mitarbeiter von Weico beweisen ihr Können vor allem dann, wenn es darum geht, Lösungen für spezielle Herausforderungen zu finden. Gerade damit begeistert Weico seine Kunden, ebenso wie mit der qualitativ hochwertigen und maßgefertigten Arbeit. Es gibt keine fixen Modelle: Jedes Projekt ist eine individuelle und einzigartige Metallbauarbeit.
Die Kombination aus Funktionalität und Design verleiht jedem Projekt seine Besonderheit Foto: Alexander Demetz
Extra
Bauen & Renovieren
WEICO GMBH
Individuelle, einzigartige Ideen werden bei Weico Wirklichkeit. Kein Projekt ist gleich wie das andere
Die Verbindung aus Glas und Metall ist nicht nur ein Blickfang, sie verleiht jedem Bau auch seine Eleganz und Schlichtheit
BIST DU AUF DER SUCHE? WIR AUCH. Und zwar nach technisch begeisterten Menschen.
Wir suchen (m/w): Mitarbeiter für unsere modernen CNC-Fräs- und Drehbearbeitungszentren Projektleiter/Konstrukteur im Bereich Metallbau Oder einfach Lust auf etwas Neues?
Wir bieten eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem jungen, motivierten Team. Schick gleich Deine Bewerbung an: jobs@weico.it - +39 0472 857 814
74
PR-ANZEIGE
Südtiroler Sparkasse
SÜDTIROLER SPARKASSE
Pfiffige Finanzierungslösungen
Eigenheim finanzieren und mit Superbonus sanieren
Den Traum der eigenen vier Wände verwirklichen – kaufen und sanieren, jetzt mit der Sparkasse-EiDen Traum der eigenen vier Wände verwirklichen – kaufen und genheimfinanzierung, die – mit dermit der Sparkasse-Eigenheimfinanzierung, die mit der sanieren jetzt Abtretung des Superbonus-SteuerAbtretung des Superbonus-Steuerguthabens an die Bank getilgt wird. guthabens an die Bank getilgt wird.
Die Sparkasse bietet FinanzierungsDie Sparkasse lösungen, diebietet auchFinanziedie Vorteile des rungslösungen, die auch die VorSuperbonus für Maßnahmen zur teile des Superbonus für Maßenergetischen Sanierung nahmen zur energetischen Sanie- oder zur rung oder zur Verbesserung der Verbesserung der Erdbebensicherheit Erdbebensicherheit in Anspruch in Anspruch nehmen möchten. Das nehmen möchten. Steuerguthaben kann zudem an die Das Steuerguthaben kann zudem an die Bankwerden, abgetretenum so die Bank abgetreten werden, um so die Finanzierung zurFinanzierung Gänze oder teilwei- V.l.n.r. Karin Winkler, Viktoria Holzner, Dieter Kofler, Andrea Mair und Carmen Unterthiner. zur Gänze oder teilweise zu tilgen. se zu tilgen. „Zusätzlich sieht unser „Zusätzlich sieht unser Angebot Lassen Sie sich ein individuelles An- Karin Winkler Angebot auch einevor: Web-Plattform auch eine Web-Plattform Die Kunden vor. Die können Kundenanhand könneneines anhand eines gebot erstellen und vereinbaren Sie karin.winkler@sparkasse.it Leitfadens und mit der BetreuLeitfadens und mit der Betreuung von einen Beratungstermin in der Filiale. ung von unseren fachkundigen Beraterinnen für Finanzierungen: unseren fachkundigen Mitarbeitern/ Mitarbeitern/-innen, die für den Carmen Unterthiner -innen,des dieSteuerguthabens für den Erhalter-des Steu- Die Ansprechpartner der SparErhalt forderlichen Unterlagen hochla- Unterla- kasse beraten gerne nach Termin- carmen.unterthiner@sparkasse.it erguthabens erforderlichen den, und sie erhalten auch die gen hochladen, und sie erhalten auch vereinbarung. Andrea Mair entsprechende Konformitätsdie entsprechende andrea.mair@sparkasse.it bescheinigung, die für die KonformitätsAbArchivbild, stehend links nachNeustadt rechts: Lidia19 Erschbaumer, Lisa Elisabeth Oberhofer, Filiale von Sterzing, tretung des Steuerguthabens er-Abtretung Lukas Seeber, Benno Giacuzzi; sitzend von links nach rechts: Mirko Seeber (Filialleiter Milland), bescheinigung, die für die Tel. 0472 761 611 Filiale(Filialleiter Gossensaß, forderlich ist“, betonen Christian Christian Giorgi (Bezirksleiter Eisacktal/Gröden) Michael Niederwieser Brixen)Ibsen-Platz 2 des Steuerguthabens erforderlich Giorgi, Bezirksleiter der Zone Viktoria Holzner Berater für Superbonus: ist,“ betont Dieter Kofler, Direktor Eisacktal/Gröden und Michael Die Südtiroler Sparkasse be- viduelles Angebot erstellen und Die Ansprechpartner der Sparviktoria.holzner@sparkasse.it Dieter Kofler der Sparkasse Sterzing. Wir beraten Niederwieser, Direktor der Sparrät Sie mit Engagement in allen vereinbaren Sie einen Beratungs- kasse beraten gerne nach TerminTel. 0472 632 363 dieter.kofler@sparkasse.it kasse Brixen. Fragen. Lassen Sie sich ein inditermin in der Filiale. vereinbarung. Sie mit Engagement in allen Fragen.
Superbonus 110% Superbonus Für Maßnahmen zur 110% energetischen Sanierung
Für Maßnahmen zur oder zur Verbesserung energetischen Sanierung der Erdbebensicherheit. oder zur Verbesserung der Erdbebensicherheit.
sparkasse.it
sparkasse.it
Die Bank BankananIhrer Ihrer Seite. Die Seite. Wir Sie in unseren Filialen! Wirerwarten erwarten Sie in unseren Filialen! Werbemitteilung zur Verkaufsförderung. Die wirtschaftlichen und vertraglichen Bedingungen sind in den Informationsblättern angeführt, die auf derVor Internetseite www.sparkasse.it veröffentlicht sind undlesen, in Werbemitteilung zur Verkaufsförderung: Zeichnung das Informationsset aufmerksam das in unseren Filialen Einsicht aufliegen. Die Genehmigung der Seite Finanzierung unterliegt der Prüfung der Bank. den Filialen derzurSüdtiroler Sparkasse. AG und auf der www.netinsurance.it verfügbar ist.
75
WILLEITIMMOJUS
Bauen & Renovieren
Alt und Jung unter einem Dach Wenn die Kinder erwachsen werden, ist es oftmals am günstigsten, im Elternhaus zusätzlichen Wohnraum für sie zu schaffen. Dabei sind jedoch einige rechtliche Aspekte zu berücksichtigen.
von mindestens 50 Prozent für Wohnzwecke) muss dafür vor dem 12. Jänner 2005 bestanden oder vor diesem Datum über die Baukonzession verfügt haben; außerdem muss mit der Erweiterung gleichzeitig eine energetische Sanierung auf mindestens Klimahausstandard C erfolgen. Der Kubaturbonus, der auch als Energiebonus bezeichnet wird, kann im Zuge einer energetischen Sanierung in Anspruch genommen werden. Eine solche Kubaturerweiterung eröffnet ideale Möglichkeiten, im Elternhaus eine zusätzliche Wohneinheit für die erwachsenen Kinder zu schaffen.
Sanieren und Kubaturbonus nutzen! Das Konjunkturpaket
allerdings wichtig, von Beginn an ein Konzept auszuarbeiten, wie das Eigentum dieser neu zu schaffenden Wohneinheit vertraglich auf das Kind übertragen werden soll. Nicht zuletzt sind dabei auch Aspekte des Erbrechts zu berücksichtigen. Eine exakte und zeitlich abgestimmte vertragliche
Extra
Wer will schon ein Leben lang für etwas bezahlen, das ihm nie gehören wird? Doch viele tun genau das: Sie zahlen Miete. Ob Eigentümer oder Mieter – jeder bringt im Laufe seines Lebens fürs Wohnen den Gegenwert einer Wohnung auf. Doch während der Immobilieneigentümer letztlich in die eigene Tasche zahlt, ist das Geld des Mieters für immer weg. Bei einer Monatsmiete von 650 Euro und einer jährlichen Mietsteigerung von zwei Prozent zahlt ein Mieter in 30 Jahren mehr als 300.000 Euro an seinen Vermieter – eine Summe, mit der man sich auch eine Eigentumswohnung leisten kann.
vom April 2009, das eine Kubaturerweiterung bis 200 Kubikmeter Baumasse erlaubt und weiterhin gültig ist, schafft ideale Voraussetzungen, um das bestehende Eigenheim zu erweitern. Das Gebäude (mit einem Anteil
Vertrag zur rechten Zeit. Es ist
Abwicklung ist unerlässlich für eine reibungslose Eigentumsübertragung. Dabei sind die Koordination und Absprache zwischen dem Techniker, der die Eintragungen und Abänderungen im Kataster vornimmt, und dem jeweiligen Vertragsersteller außerordentlich wichtig: Sie garantieren die günstigste Abwicklung der vertraglichen Eigentumsübertragung, da die Berechnung der verschiedenen Steuern und Gebühren in den meisten Fällen auf Basis des Katasterertrages ermittelt wird. Eine gut vorbereitete Abwicklung der vertraglichen Eigentumsübertragung ist aber auch wichtig, um sämtliche mögliche Fördergelder der Autonomen Provinz Bozen in Anspruch nehmen zu können. Ist man schlecht vorbereitet, kann es passieren, dass der bereits geplante Baubeginn zeitlich verschoben werden muss, um den Anspruch auf die Landesförderung nicht zu verlieren. Es empfiehlt sich daher, eine juristische Begleitung bereits von
Hannes Willeit, Vertragsjurist und Immobilienberater der Planung an in Anspruch zu nehmen.
Auf Immobilienrecht spezialisiert. Hannes Willeit von Wil-
leitimmojus ist Vertragsjurist und Immobilienberater. Er hat sich auf immobilienrechtliche Angelegenheiten spezialisiert und betreut seine Kunden rund um Immobilienrechtsgeschäfte. Er berät in rechtlichen Immobilienfragen, übernimmt die Abfassung von Verträgen und begleitet seine Mandanten bis hin zur notariellen Unterschrift mit umfassendem Service und ausgezeichneter juristischer Arbeit.
Vahrn/Varna, Löwecenter, Eisackstraße 1 - Tel. 0472 970690 - Mobil 349 7761878 - info@willeitimmojus.it - www.willeitimmojus.it 76
LEEB BALKONE
Le(e)benswerte Sonnenplätze Das österreichische Unternehmen Leeb Balkone hat sich in 110 Jahren zu Europas führendem Hersteller von Balkonen und Zäunen entwickelt. Seit zehn Jahren gibt es eine Vertriebsniederlassung auch in Südtirol – seit Kurzem in neuer Aufmachung zu finden im Gewerbepark Kampan in der Brixner Industriezone.
Florian Oberrauch Südtirol-Vertriebspartner von Leeb Balkone
Im großen Ausstellungsraum können die Qualitätsbalkone und -zäune von Leeb in all ihrer Vielfalt besichtigt werden Den Südtiroler Vertrieb der Qualitätsbalkone und -zäune von Leeb hat Florian Oberrauch seit gut zehn Jahren inne. Der gelernte Tischler weiß, worauf es bei der Qualität von Außenkomponenten ankommt: auf Langlebigkeit und Stabilität. „Mit meiner über 30-jährigen Erfahrung im Bauhandwerk kenne ich den Markt sehr gut und weiß, dass die Außenausstattung eines Hauses von vielen Faktoren abhängt, allen voran von hoher Witterungs- und Tempera-
turbeständigkeit“, so Oberrauch. „Gerade hierbei überzeugen die Balkone und Zäune von Leeb auf der ganzen Länge, steckt in diesen doch die jahrhundertelange Erfahrung des Marktführers“, erklärt Oberrauch.
Große Leeb-Ausstellung. Und
pan in der Brixner Industriezone erweitern. Dabei hat er nicht nur die Ausstellungsfläche vergrößert, sondern auch die Lagerkapazität um eine Lagerhalle erhöht und neue Büro- und Sitzungsräume geschaffen. In der großen Ausstellung können sich Interessier-
„Nutzen Sie den bis 31. Dezember 2021 verlängerten Fassadenbonus von 90 Prozent und erneuern Sie noch heuer Ihren Balkon! Sie sind unschlüssig, welcher Balkon zu Ihrem Gebäude passt? Gerne beraten wir Sie und unterstützen Sie bei der Auswahl.“
te nach Terminvereinbarung nun ein umfassendes Bild über die Vielfalt der Leeb-Balkone und -Zäune verschaffen, die es in Holz-, Glas- und Aluminiumausführung sowie in vielen Stilrichtungen gibt.
so verwundert es nicht, dass der Verkauf in Südtirol sehr gut läuft. Nach rund zehn Jahren konnte Florian Oberrauch deshalb seinen Firmensitz im Gewerbepark Kam-
Die Vertriebsniederlassung von Florian Oberrauch befindet sich im Gewerbepark Kampan in der Industriezone von Brixen
77
Mehr Licht in den Altbau, viel Glas für den Neubau: Der Trend zu großzügigen Glasflächen hält an. Mit der „FIN-Vista“-Fensterwand hat Finstral ein modulares Baukastensystem entwickelt, das keine Wünsche offen lässt. Flügel, Türen oder Fensterwände werden in ein Gitter aus Pfosten und Riegeln eingesetzt. Im Vergleich zu üblichen Systemen – und vor allem zu komplexen Glasfassaden – ergibt sich so mehr Raum für Gestaltungsmöglichkeiten und Öffnungsvarianten. Und weil Finstral alle Bauteile soweit wie möglich im Werk vorbereitet, wird auch die Montage unkomplizierter, schneller und sicherer.
Schmal und stabil. Eine Fenster-
wand, die viel Baustress erspart
und gleichzeitig zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten eröffnet – welcher Bauherr wünscht sich das nicht? Mit „FIN-Vista“ hat Finstral nun eine besonders smarte Lösung im Programm. „Anstelle einer komplexen Fassadenlösung kommt bei uns ein modular aufgebautes System nach dem Baukastenprinzip zum Einsatz. Damit können Elemente je nach Architektur-Idee und Wohnbedürfnis aneinandergesetzt werden – mit Glasflächen von jeweils bis zu fünf Metern Breite und Länge“, erklärt Joachim Oberrauch, Mitglied der Geschäftsleitung bei Finstral. In ein Gitter aus vertikalen Pfosten und horizontalen Riegeln werden Festverglasungen oder Fensterflügel eingesetzt. Der Vorteil: Es doppeln sich keine aufei-
Foto: Jens Weber. München
Mit „FIN-Vista“ bietet Finstral ein neues modulares System für Fensterwände.
Extra
Bauen & Renovieren
Gute Aussichten
FINSTRAL AG
Mit der FIN-Vista-Fensterwand lassen sich dank der großen Glasflächen eindrucksvolle Ein- und Ausblicke gestalten nandertreffenden Rahmen; deshalb bleibt die Gesamtansicht immer erstaunlich schmal. Die Ansichtsbreite der „FIN-Vista“Rahmen beträgt gerade einmal fünf Zentimeter. „In allen ‚FINVista‘-Kunststoffprofilen steckt eine Stahlverstärkung, die die
Rahmen enorm belastbar macht“, so Joachim Oberrauch. Und im Gegensatz zu klassischen PfostenRiegel-Systemen aus Aluminium bleibt dadurch in der Regel auch die statisch notwendige Bautiefe geringer.
Fenster neu erleben. Besuchen Sie uns im Finstral Studio, auch online.
Entdecken Sie, was perfekte Fenster ausmacht: Schönheit, Wohlbefinden, Nachhaltigkeit. Besuchen Sie uns im Studio und erleben Sie Fenster neu: bei einem persönlichen Termin oder per Videochat. finstral.com/studios Jetzt ist die Zeit für neue Fenster: Nutzen Sie den Ökobonus.
78
LOBIS BÖDEN
Ein Blick hinter die Kulissen Alles begann mit einem Spaziergang durch den Wald: Der Geruch von feuchtem Moos, die raue Oberfläche der Baumrinden, das Rascheln der Blätter und das saftige Grün beleben die Sinne. Die Natur prägt und inspiriert die Firma Lobis durch und durch, denn nur sie schafft Gleichgewicht, Balance und Ruhe, die jedem Haus das Gefühl von Geborgenheit und Wärme schenkt.
Verschiedene Holzliebhaber. Einmal bestellt und vorbearbeitet, gelangt das Holz in die LobisManufaktur in Bozen. Dort arbeiten verschiedene Holzliebhaber daran, den Boden zu realisieren und zu perfektionieren: ein Tischlerlehrling, der die Kunst der Holzverarbeitung erlernt, zwei Spezialisten für die Kreation innovativer Oberflächen sowie deren Bearbeitung und der Produktionsverantwortliche, der die gesamte Planung und Koordination dort übernimmt. Ihren Weg bahnt sich die Kastanie nun weiter durch Bandsäge, Hobelmaschine, Bürstmaschine und Ölstraße, bis sie das gewünschte Aussehen erreicht. Nachdem die Kastaniendiele für die Baustelle verpackt wurde, ist sie bereit, zu den Kunden nach Hause zu kommen.
Von der Kastanie ins Wohnzimmer. Einer der Projektleiter
bei Lobis koordiniert die Verlegung und informiert die Kunden über die Fertigstellung ihres Schmuckstücks. Zu den Aufgaben des Projektleiters gehört es, die Spezialisten im Bereich Bodenverlegung einzuteilen sowie die
Foto: Christian Gufler
Das Bozner Unternehmen Lobis Böden hat sich ganz der Natur angenommen und produziert in diesem Sinne Wohlfühlböden. Ab dem Moment, an dem sich die Türen des Kampill-Centers öffnen, tauchen die Kunden in die hochwertige Welt der Böden ein. Von den Mitarbeiterinnen der Rezeption in Empfang genommen, wird der Besucher von den firmeninternen Verkäufern bei der Wahl seines Wohlfühlbodens unterstützt. Design, technisches Knowhow und viele äußere Einflüsse spielen bei der Wahl des richtigen Wohlfühlbodens eine große Rolle. Gemeinsam mit den Kunden erarbeitet der Verkäufer die optimale Lösung für das Zuhause. Sobald sich der Kunde zum Beispiel für die Kastanie als Boden entscheidet, wird das Angebot zum Auftrag – und die Kastanie beginnt ihre Reise zum Kunden nach Hause. Die Kastanie, die in Südtirol heranwächst, wird von einer Lobis-Mitarbeiterin im Einkauf bestellt und beginnt so ihren Weg in Richtung Wohntraum. Im letzten Jahr wurden um die 2.900 Bestellungen getätigt.
Holz ist ein Material, das wie kein anderes die Sinne berührt und eine Atmosphäre des Wohlfühlens schafft
Die einzigartigen Designs von Lobis Böden hauchen den Wohnräumen neues Leben ein Feuchtigkeit und andere Eckdaten auf der Baustelle zu überprüfen. Vom Holzmagazin aus wird der Boden vom Lagerverantwortlichen bereitgestellt und dort dem Mitarbeiter für den Transport übergeben. Dieser transportiert die Dielen bis ins Wohnzimmer. Dort wird der Untergrund, in dem sie eingebettet werden, nochmals geprüft und vorbereitet sowie die Verlegerichtung festgelegt, in der sie am besten zur Geltung kommen. Die Bodenleger der Firma Lobis veredeln den Südtiroler Kastanienboden in den vier Wänden der Kunden: Es wird geschnitten, gehobelt und verlegt. Im Anschluss wird der Boden noch gereinigt, gepflegt und genießt sein finales Seifen- oder Ölbad. Der Weg der Kastanie ist von einigen Meilensteinen geprägt und wird von vielen Händen begleitet, bevor die vollendeten Dielen dann schlussendlich ihr neues Zuhause finden. Für alle Naturstein- und FeinsteinzeugLiebhaber hat Lobis Böden auch Fliesen- und Plattenleger, die nur darauf warten, zum Einsatz zu kommen.
Natürlich gibt es auch noch andere, die im Hintergrund arbeiten und den Kunden schon vorab den Gedanken an einen Wohlfühlboden versüßen. Mit dem Zusammenwirken von insgesamt hundert Mitarbeitenden werden im Jahr knapp 180.000 Quadratmeter Böden gefertigt, verlegt oder verkauft. Am Ende aber hört der Weg dort auf, wo er begonnen hat: bei einem begeisterten Spaziergang draußen in der Natur oder barfuß auf dem neuen Holzboden zu Hause.
Lobis Böden Gmbh Kampill Center Innsbrucker Straße 27-29 1.Stock 39100 Bozen www.lobis.biz info@lobis.biz 79
Bauen & Renovieren
Extra
Zu Hause ankommen
ALP HOUSE
Soll das neue Zuhause Holzböden oder Fliesen in Betonoptik bekommen? Eine offene Küche oder doch lieber einen getrennten Kochbereich? Passen die hellgrauen Fliesen in Natursteinoptik in die Dusche? Und könnte man die eine Wand im Schlafzimmer vielleicht etwas weiter nach links versetzen? Wer sich in der Planungsphase für sein Eigenheim befindet, braucht einiges an Vorstellungskraft – oder Alp House als Planungs- und Baupartner.
Alp House macht einmal mehr von sich reden. Dieses Mal nicht wegen seines einzigartigen Fertighauskonzepts in Massivbauweise, mit dem der Sterzinger Spezialist für Fertighäuser aus Ziegeln individuelle Traumhäuser günstig und schnell realisiert, sondern aufgrund der realitätsnahen Pla80
nung, mit der er neuerdings seine Kunden begeistert. Denn dank 3D-Visualisierung und spezieller 3D-Brillen können „Häuslebauer“ ihr künftiges Alp House bereits in der Planungsphase virtuell erleben und sich dadurch einen sehr realen Eindruck von ihrem Traumhaus verschaffen.
Virtuell plant es sich besser. Die
Bauherren sitzen im Bemusterungsraum, trinken gemütlich eine Tasse Kaffee und bewegen sich währenddessen virtuell durch ihr zukünftiges Zuhause. Neugierig sehen sie sich um: Wie fühlt es sich an, das eigene Traumhaus zu betreten? Wie, sich in der
Küche zu bewegen? Wie sieht das Wohnzimmer aus? Passen die alten Möbel in die neue Umgebung? Diese Mauer ein wenig nach links, die Terrassentür bitte etwas größer – kein Problem! Nur wenige Mausklicks später sind die Änderungswünsche eingearbeitet und virtuell wiederum erlebbar.
Fotos: Gregor Khuen Belasi
Die realitätsnahe Planung von Alp House sorgt für ein unbeschwertes Wohnerlebnis im neuen Zuhause Klingt nach Science-Fiction, ist bei Alp House aber bereits Realität.
Baukostenkalkulation in Echtzeit. Anhand eines vorab fest-
gelegten Budgets wird gemeinsam mit dem Kunden Schritt für Schritt sein Wunschhaus mittels 3D-Zeichenprogramm durchgeplant. Ein Kalkulationsprogramm berechnet die Realisierungskosten im Hintergrund laufend mit. Werden Änderungen vorgenommen, aktualisiert sich automatisch auch der Preis. Auf diese Weise kann Alp House bereits bei der Planung einen Preis nennen, der vom Fertighausbauer obendrein als Fixpreis garantiert wird.
Real auswählen, virtuell erleben. Dass Virtual Reality (VR) sehr
viele Vorteile bietet, liegt auf der Hand. Der Fertighausbauer Alp House nutzt sie, indem er auf eine Kombination aus Real und Virtuell setzt. So können Bauherren im weitläufigen Bemusterungsraum in Sterzing beispielsweise Fliesen aus der großen Musterpalette auswählen, betrachten und anfassen. Neben Optik und Haptik beeinflussen aber auch die Form und Größe das Ergebnis. Hierbei hilft die 3D-Visualisierung. Die Fliesen der engeren Auswahl können nacheinander in das zukünftige Haus „eingespielt“ werden, sodass man alle Varianten realitätsnah in
ihrer Raumwirkung betrachten kann. Damit fällt die Entscheidung leicht. Nach demselben Prinzip werden auch alle weiteren Bestandteile des Hauses bemustert: von Türen und Fenstern über Bodenbeläge und Treppenausführung bis hin zur sanitären Ausstattung.
Die richtige Hausausrichtung.
Das eigens für Alp House konzipierte Programm bietet aber noch mehr. Das Programm ermöglicht es, nicht nur die Umgebung, sondern auch die genaue Sonnenrotation am Baugrund zu simulieren. Auf diese Weise lässt sich die optimale Ausrichtung
für das Bauprojekt bestimmen. Damit lässt sich nicht nur der Wohlfühlfaktor im neuen Zuhause maximieren, sondern auch der künftige Energiebedarf und die Heizkosten reduzieren. Der Einsatz von Virtual Reality zu Planungs- und Visualisierungszwecken wird in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Alp House setzt heute schon darauf.
Wir brauchen
s g n u J e f taf viel Power! mit richtig
Du suchst eine neue Herausforderung und einen zuverlässigen Arbeitgeber? Du bist handwerklich geschickt, motiviert, verantwortungsbewusst und kannst richtig anpacken? Dann bist Du bei uns genau richtig!
Baus tellen - Mitarbeiter Werde
und Teil eines jungen dynamischen Teams in einem familiären Umfeld.
Bewirb Dich jetzt!
info@alphouse.it Tel. 0472 767 111
81
Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Johanna Bampi (job) Irene Dejaco (ird) Sabine Dejakum (sd) Ernst Delmonego (ed) Evi Hilpold (eh) Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Stephanie Risse (sr) Michelle Schladebach (mis) Anina Vontavon (av) Lia Vontavon (lv) Oskar Zingerle (oz) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Alexandra Bauer, Tel. +39 0472 060208 alexandra.bauer@brixmedia.it Titelbild: STA Druck: Athesia Druck GmbH, www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint Ende März 2021 Nächster Redaktionsschluss: 05. März 2021 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Der „Brixner“ ist Partner von:
Falls Sie Fragen zum Thema Datenschutz haben oder uns für die Ausübung Ihrer Rechte gemäß Verordnung (EU) 2016/679 kontaktieren möchten, verweisen wir auf unsere Datenschutzerklärung
Online unter: https://www.brixner.info/ de/epaper/privacy.html Sie erreichen uns auch unter: Tel. +39 0472 060200 | echo@brixner.info 82
Februar 1920
FaschingsUnterhaltung des Volkstheatervereins Samstag, 5. Februar 1921 Ein ungewöhnlich farbenfrohes Bild, das an Alt-Tirols höchste Feiertage und Festzüge erinnerte, bot sich dem Besucher dieser Veranstaltung am Lichtmeßtage dar. Die Trachten unserer Heimat hätten wohl allein schon hingereicht, unsere Augen zu erfreuen – geschickte, emsige Hände hatten aber noch dazu eine Dekoration geschaffen, wie sie den Saal des „Hotel Tirol“ wohl noch nie geziert hatte. Mächtige Gewinde aus Fichtenreisig, mit Blumen und Lampions geschmückt, waren am Luster, an den Balustraden und ober der Bühne angebracht, Kränze umgaben die Trachtenbilder und Karikaturen Meister Dejacos an den Wänden des Saales. Sehr geschmackvoll war die Ausstattung der Bühne, deren Hintergrund, ein ideales Hochlandsmotiv aus den Dolomiten darstellend, als neuestes Werk Meister Kollers allgemeine Anerkennung fand. Das Vereinszimmer war in einen „Buschenschank“ verwandelt, wo der Wurz’n Sepp seinen Gästen allerhand Erfrischungen anbot; in efeuumrankten Lauben konnten sich jung und alt vom Tanz ausruhen, behaglich plaudern oder auch Ulk treiben. Das reichhaltige Programm wurde durch das Auftreten des Hochzeitladers (Herr Michl Stockner) eröffnet, dessen drollige, mit großer Mundfertigkeit vorgebrachten Verse wegen der ungünstigen Akustik des Saales und auch wegen Unruhe leider vielen Besuchern entgangen sein dürften. Unter den Klängen eines flotten Marsches erfolgte hierauf der Ein- und Umzug der Hochzeitsgesellschaft; das Brautpaar (Herr Obmann Berthold und Frl. Froschmair) schritt unter einem Ehrenbogen aus Tannenreisig dahin und hatte ein stattliches Gefolge. Beim zweiten Umzug meldete sich der Klausenwächter (Herr Gargitter Josef) zum Wort,
worauf sich ein längerer, höchst ergötzlicher Wortkampf zwischen ihm und dem Hochzeitlader entwickelte. Die mitunter ziemlich derben Verse, welche in der guten alten Zeit bei Bauernhochzeiten in der Brixener Gegend (St. Andrä) vorgetragen wurden, erregten stürmische Heiterkeit. Der Brauttanz bildete den Abschluß des ersten Programmpunktes, worauf die Musikkapelle, die
in Alt-Brixenertracht aufmarschiert war, vom bewährten Salon-Orchester Stieber abgelöst wurde und der erste allgemeine Tanz begann. Fräulein Deforz sprach dann ihr Blumengedicht, das den Verkauf des Festabzeichens, eines Edelweißsträuschens, einleitete, und zwei Burschen gaben einen „Ranggl-Plattler“ zum besten. Nach dem nächsten Walzer wurde der luftige Einakter „Der Lehrmeister der Liebe“ zur großen Erheiterung des Publikums aufgeführt. Die sangeskundigen Vereinsmitglieder trugen hierauf einige Tiroler Liederchöre vor, wobei besonders die Jodler recht hübsch zu Gehör kamen. Im nächsten Programmpunkt hatte Frau Geckeler Gelegenheit, ihren sprühenden Witz und ihre „Tücke“ in G’stanzeln auf die Vereinsmitglieder auszulassen; obwohl dieser Vortrag mehr familiäres Gepräge an sich hatte, weckte er doch auch das Interesse und fröhliche Gelächter der Gäste, die aus allen Kreisen der Bevölkerung der Einladung gefolgt waren. Die Pantomime der „Holzhackerbuam“ blieb größtenteils den Blicken des Berichter-
statters entzogen; der Einfall war gewiß nicht übel, der Effekt aber ziemlich gering. Nach Mitternacht fand die Verteilung der originellen Prämien für die schönsten Trachten statt. Die Preisträger, welche mit sehr brauchbaren, in „Pinggelen“ verpackten Gaben bedacht wurden, waren Herr Widmann (Pustertal), Fräul. Demattia (Buchenstein), Geschwister Seelaus (Sarntal), P. Bachmann (Ritten), Fräulein Strickner und Herr Lutteri (Wipptal). Die in Trachten erschienen Besucher der Veranstaltung (87 an der Zahl) wurden hernach von Herrn Largajolli photographiert; das prächtig gelungene Bild, das jedem Freunde unserer Volkstrachten Wohlgefallen bereiten muß, ist in der Buchhandlung Tyrolia zu haben. Wir sind der Ansicht, daß durch diese Veranstaltung, die als Schaustel-
lung altheimlicher Trachten und Neubelebung alter Bräuche in solchem Umfang für Brixen eine sehr löbliche Neuheit bedeutet, der rührige Volkstheaterverein sich ein Verdienst erwarb, für das ihm herzlicher Dank vonseiten aller gebührt, die für echtes Tiroler Volkstum begeistert sind.
Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
Volksbank! Ihr erster Ansprechpartner wenn’s um Ihre Wohn-Projekte geht. www.volksbank.it
Werbekampagne für Retailkunden.
Wohnen?
Das beste Brixen vom Wohnen.
LIVING STUFLS - BRIXEN Das neue Projekt “LIVING STUFLS“ wird in exklusiver Wohnlage mit atemberaubendem Ausblick auf die Brixner Altstadt gebaut und besteht aus 10 Wohnungen der Energieklasse A-Nature. Die moderne Architektur und hochwertige Ausführung sorgen für ein einzigartiges Wohnerlebnis. Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Büro.
Tel. 0472 201 250 · info@sader.it · sader.it