Einzelnummer 0,10 Euro - Versand im Postabonnement - 45% - Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen / I.P. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi
EXTRA
225
Heizung & Energie
Jahrgang 19 · Oktober 2008
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Made by
Brixens Partnerstadt Bled im Portrait
Gemeinsame Geschichte PORTRAIT: Der Arzt und Bergsteiger Lutz Chicken erzählt von seinem Leben KULTUR: Steinacher-Buch: Die Rolle Südtirols als Fluchthelfer von NS-Verbrechern SPORT: 30 Jahre Erfolgsgeschichte des SSV Brixen Yoseikan Budo SAKKA TEN: Internationaler Kongress über Bonsai-Kunst in der Cusanus Akademie
DAS „AQUA HAUS“ IM DORFKERN BAUPROGRAMM IN MÜHLBACH, 12 WOHNEINHEITEN MIT GARAGEN - DER BAUHERR: CALLIGIONE AUS MERAN, EIN BAUUNTERNEHMEN MIT 70 JAHREN BAUGESCHICHTE
FRIEDRICH ÜBERBACHER 39042 BRIXEN DOMPLATZ 20 T 0472 834 100 WWW.DOMUS.CC
Editorial
Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | Partnerstadt bled: Gemeinsame Geschichte 10 | Peter Schlobinski: Von ;-) bis cul8er 12 | Ehe- und Familienberatungsstelle: Menschen begleiten 14 | Architektonische Hürden: Vom Leben der anderen Menschen & Meinungen 20 | Lutz Chicken: „Das Elixier meines Lebens“ 27 | Pro & Contra 29 | Umfrage: Angst vor der Bankenkrise?
>>> 20
Kunst & Kultur >>> 30 30 | Steinacher-BUCH: Nazi-Schlupfloch Südtirol 34 | Ausstellung: Bonell versus Botox 35 | Kulturkeller Benefizabend: Kunst tut gut 36 | Geschichte: Die Wallfahrtskirche in Zinggen Freizeit & Sport 44 | ssv brixen yoseikan budo: Voll im Trend 46 | Südtirol 2009: Der Countdown läuft 47 | Kletterhalle Brixen: Diamant im Glaskastl
>>> 44
Wirtschaft & Umwelt 52 | Bonsai-kongress: Kleine Kunstwerke 55 | Event: Möbelhaus Rogen
>>> 52
Extra 60 | Heizung & Energie 70 | Kinderfotos
>>> 60
Eine Reise wert Bevor ich auf die aktuelle Ausgabe unserer kleinen Bezirkszeitschrift komme, möchte ich Ihnen einige Reaktionen auf den letzten „Brixner“ schildern, die mich sehr gefreut haben: Erstaunlich viele Freunde und Bekannte haben mich auf die Niederschrift der „Brixner Gespräche“ über die Landtagswahlen angesprochen, die im September-„Brixner“ immerhin 16 Seiten in Anspruch genommen haben. Meine Sorge, dass der Bericht zu unserer Diskussionsrunde im Forum zu ausführlich ausgefallen sein könnte, scheint sich indes nicht bewahrheitet zu haben: All jene, die mich angesprochen haben, sagten, sie hätten „durchgehalten“ und den Text bis zur letzten Zeile gelesen. In der Zwischenzeit hat unsere Veranstaltung übrigens Schule gemacht: Unsere Burggräfler Kollegen von der BAZ haben Wochen später eine gut besuchte ähnliche Diskussionsrunde im Kursaal Meran organisiert, und die Wochenzeitung FF veranstaltet in den Tagen unserer Drucklegung eine „Elefantenrunde“ in Bozen. Vielleicht geht es Ihnen genauso wie mir: Ich freu mich jetzt auf die Zeit nach den Landtagswahlen – und auf das Ergebnis! Politik ist spannender denn je. Ich hoffe, Sie alle gehen zur Wahl. Nicht zu wählen heißt, den Kopf in den Sand zu stecken. In dieser Ausgabe beginnen wir eine kleine Portraitserie über die Partnerstädte von Brixen. Die Städtepartnerschaften werden von den politischen Vertretern in Brixen recht intensiv, vom Vereinswesen nur teilweise und von der Bevölkerung viel zu wenig gelebt. Dabei ist Bled wirklich eine Reise wert. Ich hoffe, Bilder und Text der nächsten Seiten animieren Sie zu einem Kurzurlaub in Slowenien. Im nächsten „Brixner“ fahren wir nach Regensburg, danach fehlt nur noch Havlickuv Brod.
Ihr Willy Vontavon
Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 50 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________
❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________
Land _______________
Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405
Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I-39042 Brixen
Politik & Gesellschaft
Fotos: Tourismusverband Bled
SERIE BRIXNER PARTNERSTÄDTE: BLED
Gemeinsame Geschichte Bled, die slowenische Partnerstadt Brixens, ist reich an Kultur und landschaftlichen Schönheiten. Die vom Fremdenverkehr lebende Gemeinde hat dem Besucher viel zu bieten: Geschichte und Geschichten, Kultur, Natur, Sport und Wellness locken Touristen in den Kurort rund um den malerischen See.
D
as Städtchen Bled (deutsch: Veldes) mit seinen gut 5.000 Einwohnern ist eine touristische Destination mit langer Geschichte. Der Ort, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt und etwa 50 km nordwestlich der Hauptstadt Sloweniens, Ljubljana 4
(deutsch: Laibach), vereinigt in sich eine Vielzahl kultureller Sehenswürdigkeiten und weist zugleich ein ganzes Bündel landschaftlicher Reize auf. Monumente einer langen, bis in die Frühzeit zurückverfolgbaren historischen Tradition, die alpine Landschaft und der reizvolle See gehören
zu den Attraktionen des Ortes in den Julischen Alpen.
Nicht erst die Touristen der
neueren Zeit haben diese Reize erkannt: Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Bled ein reger Fremdenverkehr. Der Schweizer Arnold Rikli (1823-
1906), ein früher Verfechter der ganzheitlichen Medizin, entdeckte die Schönheiten der Region und machte sich in der Folge die heilende Wirkung von Landschaft und Klima auf Körper und Seele seiner Patienten zu nutze. Nicht zuletzt die Quellen waren es, die den Ruf Bleds als Kurort begründeten:
WELTBEKANNTES MOTIV: Der See von Bled mit der Marienkirche auf der Insel, dem Schloss am Felsen und der Ortskern am Ufer
–––––––––––––––––––
Nicht nur reichhaltige Mineralwässer, sondern auch Thermalwasser sprudeln aus dem Boden. Bled wurde so schon im Habsburgerreich zu einem beliebten und gut besuchten Kur- und Fremdenverkehrsort. Reiche Bürger und Aristokraten erholten sich an den Ufern des Gletschersees. Diese Tradition riss, trotz der folgenden politischen Umbrüche, nicht ab. Zunächst nutzte das Herrscherhaus des ersten jugoslawischen Staates, die Dynastie der Kara or evi´c, Bled als Sommerresidenz. Tito, Herrscher über das nach dem zweiten Weltkrieg neu entstandene Jugoslawien, ließ bereits 1947 eine prachtvolle Sommerresidenz am Ufer des Bleder Sees errichten. Mittlerweile steht der vormals für die Öffentlichkeit gesperrte Prunkbau als Luxushotel den Touristen offen.
Die Geschichte der Besiedelung des Ortes reicht lange zu-
rück. Vielfältig sind die kulturellen und historischen Bezüge und Verflechtungen zwischen Bled und seiner Partnerstadt Brixen. Das Gebiet rund um den See ist mit 15 Fundstätten ein echtes
archäologisches Eldorado. So grub man beispielsweise vor zwei Jahren ein wunderbar erhaltenes, 3.300 Jahre altes Bronzeschwert beim Ausfluss aus dem See aus. Archäologische Befunde verweisen auf das achte Jahrhundert vor Christus. Aus dieser Zeit datieren 80 Gräber, die bei Ausgrabungen am Fuße des Schlossberges gefunden wurden. Um Christi Geburt eroberten römische Truppen das Gebiet. Der offenbar schon vorher von den ansässigen Stämmen betriebene Metallbergbau wurde nun unter römischer Herrschaft forciert. Während der Völkerwanderung siedelten sich die Alpenslawen an, und durch die Mischung mit den Vorbewohnern entstand in der Region das Volk der Slowenen. Schon bald geriet das Gebiet, wie auch die Gegend um Brixen, in den Herrschaftsbereich des mächtigen fränkischen Reiches. In der Folge waren es die Herzöge von Bayern und die Erzbischöfe von Salzburg, die in der Region einen bestimmenden Einfluss ausübten. Heinrich II., Kaiser aus der Dynastie der Ottonen, verschenkte an der Wende zum zehnten und elften Jahrhundert Bled und Umgebung
dem Bischof von Brixen, Albuin. Dieser Kirchenfürst war auch mit Blick auf die hiesige historische Entwicklung von herausragender Bedeutung. Indem er den Bischofssitz von Säben in die aufblühende Stadt Brixen verlegte,
trug er dazu bei, diesen Ort politisch, kulturell und wirtschaftlich aufzuwerten. Bled und Brixen wurden auf diese Weise Teil einer gemeinsamen Herrschaft. Dies setzte sich auch in den nächsten Jahrhunderten fort.
info Bled im Steckbrief: Einwohnerzahl: 8.300, Fläche: 73 km2 Wichtigste örtliche Gewerbe: Fremdenverkehr, Holzindustrie (Türenbau) Lage: Im Nordwesten Sloweniens, im Oberkrain, nahe der österreichischen und italienischen Grenze. Ca. 500 Meter über dem Meeresspiegel Klima: Gemäßigtes, mildes Klima. Durchschnittstemperatur im Juli 19 Grad, im Januar -1,7 Grad. Historische Entwicklung: Ursprünge der Besiedelung in vorgeschichtlicher Zeit. Ortsname erstmals Anfang des 11. Jahrhunderts erwähnt. Gehörte zum Bistum Brixen und zum Herrschaftsgebiet der Habsburger. Nach dem Ende des Habsburgerreiches Teil Jugoslawiens. Nach dem Sezessionskrieg Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts zu Slowenien gehörig. Wichtigste Sehenswürdigkeiten: Triglav-Nationalpark, Schloss Bled, neugotische Pfarrkirche zum Hl. Martin (von F. von Schmidt wie das Wiener Rathaus) 5
Politik & Gesellschaft Zur Kirche in der Mitte des Sees gelangt man nur im „Pilgerboot“ – Motorboote sind nicht zugelassen
–––––––––––––
Ab dem 13. Jahrhundert zähl- Vergangenheit als Tourismusort worden. Riva, die altslawische te, nach dem Sieg Rudolfs auf dem Marchfeld 1278, auch Bled und seine Umgebung zum Herrschaftsbereich der Habsburger. Die Ähnlichkeiten der weiteren Entwicklung sind unübersehbar: Brixen wie Bled waren Teil der multiethnischen Ansammlung habsburgischer Herrschaftsgebiete. Beide Orte gehörten zu einer geografischen Region und standen lange unter dem beherrschenden Einfluss Wiens – zugleich aber lagen sie kulturell an der Peripherie. Verbindend wirkt auch die lange zurückreichende touristische Tradition der zwei Gemeinden.
künden die aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert stammenden prunkvollen Villen, die immer noch das Stadtbild an vielen Stellen prägen. Dies verleiht Bled die Atmosphäre eines mondänen Kurorts inmitten üppiger Natur. Unter vielen anderen historischen Bauten und Denkmälern sind es vor allem zwei Monumente, die hervorgehoben werden müssen: Die malerisch mitten im See auf einer Insel gelegene, der Gottesmutter Maria geweihte Kirche und das Bleder Schloss.
Die Kirche war bereits seit dem Mittelalter Anziehungspunkt für
Auch gegenwärtig noch kön- Pilger. Schon in heidnischer Zeit nen Urlauber viele der Gebäude, die von der wechselvollen Geschichte des Ortes zeugen, besuchen. Von der jüngeren
waren See und Insel vor dem Hintergrund der mächtig aufragenden Berge von den Bewohnern als Heiligtum angesehen
Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin, wurde hier um das Jahr 745, wenn das einheimische Volk getauft wurde, verehrt. Die barocke Kirche, die nun auf der Insel zu besichtigen ist, fußt auf einer Vielzahl von Vorgängerbauten. Slawische Gräber aus früher christlicher Zeit wurden bei Ausgrabungen gefunden. Offenbar, darauf weisen weitere archäologische Forschungen hin, wurde im 11. Jahrhundert, nachdem Bled in den Besitz Albuins gelangt war, eine frühromanische, hölzerne Kapelle errichtet – möglicherweise Ausdruck der Bemühungen, der wohl heidnischen Bevölkerung das Christentum nahe zu bringen. Mitte des zwölften Jahrhunderts entstand die erste steinerne Kirche in romanischem Stil auf der Insel. Mehrere Umbauten und
Anbauten folgten. Mal wurde die Kirche nach zeitgenössischem Geschmack umgestaltet, mal waren es Katastrophen wie Erdbeben oder Blitzschläge, die eine Renovierung notwendig machten. Das Bild der historischen Bebauung, das sich dem Betrachter heute darbietet, ist im Grundsatz seit dem 17. Jahrhundert unverändert. Der mit einem „Pletna“-Pilgerboot hergeruderte Besucher – Motorboote sind streng verboten – hat zunächst eine unmittelbar von der Wasserlinie aus ansteigende, 99 Stufen umfassende steinerne Treppe zu erklimmen, bevor er zum Eingang der Kirche gelangt. Im Kirchengebäude selbst sind reich geschmückte, geschnitzte Altäre aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu bewundern. Neben der Kirche steht ein 50 Meter hoher Turm. Die Legende nach einer wundertätigen Glocke birgt aber ein kleines Türmchen auf dem Dach des Kirchenschiffes. Eine der Bewohnerinnen des Bleder Schlosses, die junge Witwe Polixena, soll seinerzeit, um ihres von Räubern getöteten Mannes zu gedenken, all ihr Gold und Silber hingegeben haben, um eine Glocke anfertigen zu lassen. Auf dem Weg über den See sei aber das Boot in einem Sturm gekentert. Die Mannschaft ertrank, und die Glocke verschwand unwiederbringlich in den Fluten, von wo angeblich noch heute in ruhigen Nächten ihr Läuten an die Oberfläche dringt. Die verzweifelte Frau sei daraufhin nach Rom gepilgert, wo sie einem Orden beigetreten sei. Nach ihrem Tod habe der Papst eine Glocke anfertigen und sie in der Inselkirche aufhängen lassen. Wer diese Glocke zu Ehren der Namenspatronin der Kirche läutet, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.
praxiseröffnung dr. sarah gutweniger psychologin
6
39042 brixen - bäckergasse 2 - 338 7908807 - sg@praxis.bz
Das Schloss von Bled als stiller Zeuge einstiger Macht
––––––––––––––––
Das Bleder Schloss, angeblicher Meter über dem Meeresspiegel. Wohnsitz der Legendengestalt Polixena, ist ein weiterer kulturhistorischer Höhepunkt. Auch hier waren viele Generationen am Werk, haben sich viele verschiedene Stile niedergeschlagen. Offenbar muss auf dem Felsen oberhalb von Ort und See schon im 11. Jahrhundert eine Befestigungsanlage bestanden haben. Albuins Nachfolger Adalbero von Brixen erhielt gemäß einer Urkunde aus dem Jahr 1011 ausdrücklich auch die Burg von Heinrich II. Im 14. Jahrhundert wurde das Schloss Sitz der Familie von Kreigh, den Statthaltern der Brixener Fürstbischöfe. Ab Ende des 16. Jahrhunderts lebte ein Zweig der Familie von Auersperg auf dem Schloss. Später wurde es an Adelige und sogar an Bürgerliche verpachtet. Im 19. Jahrhundert wurde es schließlich vom damaligen Bischof von Brixen an einen Unternehmer verkauft. In der Burg befinden sich heute unter anderem ein Museum und ein Restaurant. Ein Besuch lohnt sich nicht zuletzt wegen des atemberaubenden Blickes auf See, Ort und umgebende Berge der Ostalpen. Das Plateau des Burgberges, auf dem das Schloss errichtet ist, erhebt sich auf 604
Es liegt damit gut 130 Meter über dem umgebenden Gelände.
Das kulturelle Leben der Stadt
Bled ist vielfältig. In örtlichen Vereinen wird das lokale Brauchtum gepflegt. Vor allem im Sommer treten Trachtengruppen auf, die traditionelle Tänze zu regionaler Musik aufführen. Während der an jedem vierten Wochenende im Juli stattfindenden „Bled-Tage“ präsentieren sich die örtlichen Kunsthandwerker mit ihren Produkten auf einem traditionellen Markt. Umrahmt wird das Ereignis von verschiedenen Konzerten auf der Uferpromenade. Schwimmende Lichter auf dem See und ein Feuerwerk sind weitere Attraktionen des Festivals. Ebenfalls im Sommer beherbergt Bled ein renommiertes, internationales Musikfestival. Etablierte Virtuosen wie auch junge Nachwuchskünstler treten in der Stadt auf. Einer der Höhepunkte ist der slowenische internationale Wettbewerb für junge Geigen- und Bratschespieler, an dem Musiker aus aller Welt teilnehmen. Im August veranstaltet ein örtliches Hotel ein weiteres Musikfestival, „Okarina“, zu dem Folk- und Ethnopop-Gruppen aus vielen Ländern anreisen. 7
Politik & Gesellschaft
Aber nicht nur die kulturellen
und historischen Denkmäler und das vielfältige Kulturangebot sind einen Besuch wert. Der Besucher der Stadt kann auch etwas fĂźr Leib und Seele tun. Der See und die ihn umgebenden Thermalquellen laden zu einem Badeurlaub ein. Immerhin erreicht die Wassertemperatur des gut zwei Kilometer langen und einen Kilometer breiten Gewässers im Sommer angenehme 24 Grad. „In keinem anderen Ort der Welt kann so lange im Jahr gebadet werden“, behauptet BĂźrgermeister Janez Fajfar selbstbewusst. MĂśglich wird dies durch das besondere Mikroklima: Durch die umgebenden Gipfel der Julischen Alpen und der Karawanken vor den Winden aus dem Norden und Westen geschĂźtzt, bleibt es in Bled das ganze Jahr hindurch milder als in anderen Orten der Region. Auch auĂ&#x;erhalb der warmen Jahreszeit kĂśnnen Besucher die heilende Wirkung des Thermalwassers genieĂ&#x;en. Verschiedene Hotels am Ort verfĂźgen Ăźber Hallenbäder, die mit dem Heilwasser befĂźllt werden. Linderung soll vor allem bei Stresskrankheiten, ErschĂśpfungszuständen und neurovegetativen StĂśrungen eintreten. Besonders entspannend ist auch ein Spaziergang oder eine Fiakerfahrt rund um den See, und zwar direkt die Ufer entlang. Damit aber nicht genug: Sowohl im Sommer als auch im Winter wird eine breite Palette an Aktivitäten angeboten. Im nahen Nationalpark Triglav sind alpine Sportarten aller Art mĂśglich. Namensgeber des Nationalparks ist der hĂśchste Berg Sloweniens, der sich stilisiert als nationales Symbol auch auf der Nationalflagge des Landes wiederfindet. Der 2.864
––
Bled ist auch im Winter eine Augenweide
Meter hohe Gipfel ist auch auf den slowenischen 50-Cent-MĂźnzen abgebildet. Von Bled aus sind keinesfalls nur Bergwandertouren mĂśglich; auch hochalpine Klettertouren werden angeboten. Paragleiten, Mountainbiketouren, Rafting, Canyoning und vieles mehr sind im Angebot. Wer nicht ganz so hoch hinaus will, kann auch in der Umgebung Bleds wandern, reiten, Tennis und Golf auf dem im Jahre 1937 angelegten Golfplatz spielen.
Weitere SehenswĂźrdigkeiten
sind unter anderem die touristisch erschlossene Vintgar- und die Pokljuka-Klamm. Reizvoll sind auch die TropfsteinhĂśhle unter dem „Babji zob“ und der 18 Meter hohe Wasserfall der Suha in einer Felsspalte der Iglica. Im Winter kĂśnnen Besucher auf ein
ausgedehntes Netz gut präparierter Langlaufloipen zurßckgreifen. Es gibt auf dem Berg Stava sogar eine Skipiste, die fast in die Mitte des Ortes fßhrt. Im Winter kann man dort skifahren, im Sommer eine Sommerrodelbahn benutzen. Die nahe gelegene Hochebene Pokljuka ist international als Zentrum des Langlaufsportes und Biathlons bekannt. Mehrtägige Skitouren durch die umgebende Natur sind ebenso mÜglich wie Alpinski und Eislauf. Darßber hinaus ist das Gebiet um Bled fßr seine Ruderer bekannt; im Jahr 2011 findet am See bereits zum vierten Mal die Weltmeisterschaft im Rudern statt.
Erst 1995 wurde Bled zusam-
men mit einigen NachbardÜrfern zu einer selbstständigen GebietskÜrperschaft. Das Gebiet der
Gemeinde umfasst 7.300 Hektar, also 73 Quadratkilometer. In Bled und den angeschlossenen Ortschaften leben dagegen lediglich 8.300 Menschen, während Brixen etwa 20.000 Einwohner hat. Dennoch ist die slowenische Gemeinde, gemessen an den nationalen Vergleichswerten, als eine mittelgroĂ&#x;e Ortschaft anzusehen. Mitte Dezember 2006 wurde der Ortsteil Gorje aus der Gemeinde Bled ausgegliedert und bildet seitdem eine eigene Gemeinde.
Die wirtschaftliche Grundlage der Gemeinde Bled stellt –
wie kÜnnte es anders sein – der Tourismus dar. Erklärtes Ziel der politischen Funktionsträger in der Gemeindeverwaltung ist es, die vorhandenen touristischen Attraktionen zu erhalten. Kulturelle und historische Monumente sollen
! n e f f e r t e d n u e r F Wo sich 41*&- 41"44 (65& .64*, %" *45 *..&3 8"4 -04 6OTFS 5JQQ ,PNCJOJFSFO 4JF 1J[[BFTTFO NJU FJOFN 4QJFMFBCFOE JN %JFTFM 1VC 4QJFM VOE #JMMBSETBBM 1VC NJU 3BVDIFSSBVN 3FTUBVSBOU 1J[[FSJB )"31' %*&4&- 16# Ă #SJYFO Ă .BIS Ă 5FM 8
ebenso wie die Naturschönheiten der Region touristisch erschlossen und volkswirtschaftlich als Ressource genutzt werden. Gerade, um den Besucher auch in Zukunft qualitativ hochwertige Angebote machen zu können, müssen diese aber auch geschützt werden.
Sprache und Kultur Tradition und Moderne: gestaltende Kräfte für unsere Heimat
Die Qualität der Destination soll weiter gesteigert, die Infrastruktur ausgebaut werden.
andreas.raffeiner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
“Wunderbare Erinnerungen“ Der Bürgermeister von Bled, Janez Fajfar, über seine Beziehung zu Brixen Delegation des Tourismusvereins Bled nach Brixen, die ursprünglich zum leider abgesagten Altstadtfest kommen wollte.
Herr Bürgermeister, seit wann ist Bled eine Partnerstadt von Brixen? JANEZ FAJFAR: Unsere Partnerschaft begann sich Mitte der 1990er-Jahre zu entwickeln. Der Präsident unserer historischen Gesellschaft, Franci Kindlhofer, hat als Gemeinderat immer wieder den Kontakt zu den besten Kennern der Bleder Geschichte aufgenommen. Er konnte auch die anderen Mitglieder des Gemeinderats überzeugen, den 10. April, den Tag, als im Jahre 1004 unsere Schenkungsurkunde in Trient unterzeichnet wurde, feierlich zu begehen. Zur Besiegelung der Partnerschaft zwischen Brixen und Bled kam es genau 1.000 Jahre später, am 10. April 2004. Was können Sie über den kulturellen Austausch zwischen den beiden Städten berichten? Viele Vereine und Gruppierungen haben sich bereits des Öfteren gegenseitig besucht. Beispiele wären der Rotary Club und der Lions Club, dem ich auch angehöre. Aber auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren besuchten sich gegenseitig. Am 25. und 26. Oktober kommt eine größere
Schauen Sie, von Südtirol im Allgemeinen und Brixen im Besonderen habe ich wunderbare Erinnerungen. Als Kind las ich gerne im Buch über die mittelalterliche Geschichte von Bled, die unser Pfarrer, Franc Gornik, mit Hilfe von Karl Wolfsgruber schon 1967 herausgegeben hat. Als Student der Geografie und der Volkskunde habe ich eine Seminararbeit über die Minderheitenfrage in Südtirol geschrieben. Um mir ein genaues Bild zu machen, fuhr ich damals mit dem Zug selbst nach Südtirol und nahm eine Freundin mit, mit der ich dann drei Jahre zusammengeblieben bin. Später dann, ich war inzwischen Hoteldirektor, habe ich Familie Demetz kennen gelernt, die im selben Verein – Relais & Chateaux – wie die alte Villa von Tito in Bled, die ich leitete, war. Ich lernte auch Reinhold Nössing kennen. Karl Wolfsgruber ist auch zum Freund geworden. In den Jahren 2000 und 2002 war ich mit dem ehemaligen Bürgermeister von Bled, Boris Malej, beim Altstadtfest in Brixen und war begeistert. 2004 kam dann eine Brixner Delegation unter der Leitung des ehemaligen Bürgermeisters Klaus Seebacher zur Tausendjahrfeier nach Bled. Heuer wurde ich vom neuen Bürgermeister, Albert Pürgstaller, zum Papstbesuch eingeladen, eine fürwahr unvergessliche Erfahrung. Ich vermute übrigens, dass meine Vorfahren, die „Pfeiffer“, die man heute phonetisch als Fajfar schreibt, aus der Gegend von Innichen stammen. Diese zogen im 13. Jahrhundert ins Oberkrain. Genau weiß ich es zwar nicht, aber irgendwas muss in meinen Genen sein, dass es mich so nach Südtirol zieht.
Foto: www.fotorier.it / Auftraggeberin: Sabina Kasslatter Mur
Welche Erinnerungen haben Sie an Brixen und Südtirol?
Familie, Arbeit und Kultur
12
Nr.
Dr. Sabina Kasslatter Mur
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Von ;-) bis cul8er lg oder cul8er (see you later): Die neuen Medien wie E-Mail, SMS oder Blogging haben neue Sprachbesonderheiten hervorgebracht. Der Sprachwissenschaftler Peter Schlobinski, der am 13. November in der Cusanus Akademie vortragen wird, beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Phänomenen. Müssen wir uns über die sprachliche Zukunft sorgen? Herr Professor Schlobinski, gibt es überhaupt eine neue Sprachwelt, hervorgerufen durch die neuen Medien? PETER SCHLOBINSKI: Sicherlich nicht. Es gibt neue Kommunikationsformen wie das Chatten oder das Blogging und damit verbunden bestimmte Sprachausprägungen – zum Beispiel, dass bestimmte Abkürzungen wie „g“ für „grins“ gebraucht werden oder dass konsequent klein geschrieben wird. Wovon wird der Sprachgebrauch in den modernen Medien beeinflusst?
BETTENPFLEGE VOM PROFI
WUSSTEN
SIE SCHON DASS IHR BETT TRINKT? Jeder Mensch verliert in der Nacht Feuchtigkeit, die vom Kopfkissen und der Zudecke aufgenommen wird. Nach einiger Zeit wird die temperaturausgleichende Funktion des Bettes beeinträchtigt. Das Bett verliert an hygienischer Frische, Flauschigkeit und Volumen. Lassen Sie deshalb Ihre Kopfkissen und Zudecken regelmäßig auffrischen. Wir pflegen Betten professionell. Das temperaturausgleichende Bettklima wird voll hergestellt. BETTEN & BETTENPFLEGE WEISSENTURMGASSE 4 BRIXEN · 0472 836 217
Einerseits sind die technischen Faktoren zu sehen: So werden beispielsweise die Möglichkeiten der modernen Medien, in den Text einfach Bilder wie ein Smiley einzufügen, immer mehr genutzt. Ein zweiter Faktor ist die Verwendung von Stilmitteln der gesprochenen Sprache beim Schreiben – man spricht in diesem Zusammenhang von Echtzeitschriftlichkeit. Wie zeigt sich diese? Sie zeigt sich darin, dass in der Schriftsprache sprechsprachliche Elemente auftauchen, beispielsweise „nich“ anstelle von „nicht“ oder „ham“ statt „haben“. Ferner finden sich dialektale oder umgangssprachliche Wörter, ein ständiges Wechseln vom Hochdeutschen in den Dialekt, Satzbrüche oder unvollständige Sätze, in denen zum Beispiel das Subjekt fehlt und anderes mehr. All das sind normalerweise Merkmale der gesprochenen Sprache, die nun aber schriftlich verwendet werden. SMS tippen ist viel aufwändiger als sprechen. Warum greifen wir nicht einfach zum Hörer?
neben oder besser unterhalb der Standardnormen. Der Einfluss der Printmedien, der Schule, der Bürokratie oder der Gesetzgebung ist so stark, dass ihre normierende Kraft nicht einfach aufgehoben werden kann. Es mag sein, dass einzelne Phänomene wie beispielsweise die Binnenmajuskel – wie zum Beispiel in „NordWestBahn“ – sich von unten nach oben durchsetzen, aber deswegen brauchen wir keine Angst von einem Sprachverfall zu haben.
Dürfen und sollen wir uns diesen lockeren Umgang mit den Regeln der deutschen Schriftsprache leisten, oder leisten wir damit dem viel zitierten Sprachverfall Vorschub?
In der Kommunikation über Internet oder Handy wird bei uns häufig der Dialekt gebraucht. Ist dies ein Schaden für die hochdeutsche Schriftsprache?
Abweichungen von der Norm sind nicht mit Sprachverfall gleichzusetzen. Sprache befindet sich immer im Wandel, und die neuen Medien bringen bestimmte neue Formen des Schreibens mit sich. Diese aber setzen die Norm nicht außer Kraft, sondern sie bestehen parallel
Beim schnellen E-Mail-Verkehr scheint für die Sprache oft wenig Zeit zu bleiben. Oft finden sich darin konsequente Kleinschreibung, viele Abkürzungen oder Tippfehler. Ist die Sprache der neuen Medien ein Ausdruck für die Hektik der modernen Gesellschaft?
Das ist eben, wie zuvor ausgeführt, der Einfluss der gesprochenen Sprache auf die Schriftsprache. Und dies ist nichts Negatives. Vielleicht stärkt dies sogar die Dialekte, und dies wäre doch etwas Positives! doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
info
Zunächst ist das SMSen kostengünstig, und man kann seine sozialen Beziehungen organisieren, ohne die direkte Verbindlichkeit der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht oder die des Telefonierens zu haben. Man ist sozusagen immer erreichbar, ohne anwesend sein zu müssen. Und man wählt seine Antwort dann, wenn es einem passt.
Man muss hier unterscheiden, beispielsweise zwischen einer 10
flüchtigen privaten E-Mail und einer E-Mail von einem Bankinstitut: Entscheidend ist beim E-MailSchreiben der Formalitätsgrad. Institutionelle E-Mails unterscheiden sich in der Regel im Hinblick auf Fehler nicht von Briefen. Aber eines ist klar: Wenn schnell, spontan und oft reagiert wird, dann wird weniger auf Korrektheit geachtet, als wenn durchgeplant kommuniziert wird und möglicherweise noch ein Fehlerprogramm den Text korrigiert.
München (1993-1995); Professor für Germanistische Linguistik an der Universität Hannover (seit 1995). Arbeitsschwerpunkte sind Deutsche Grammatik und Gegenwartssprache, Deutschdidaktik, Empirische Sprachwissenschaft, Soziolinguistik und Kontrastive Linguistik.
Peter Schlobinski Jahrgang 1954 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin (1982-1987); Hochschulassistent im Bereich Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft der Universität Osnabrück (1987-1993); Professor für Germanistische Linguistik an der Ludwig-Maximilians-Universität
„Von ;-) bis cul8er“ Die neuen Medien und die Sprache unserer Kinder und Jugendlichen Vortrag mit Peter Schlobinski Donnerstag, 13. November um 20 Uhr, Cusanus Akademie Eintritt frei Eine Veranstaltung der Sprachstelle im Südtiroler Kulturinstitut in Zusammenarbeit mit der Cusanus Akademie
N IN L W IE E G SP
R E N N I W GE i gratuli!ert Brim erzlich h
1.
Die Gewinner stehen fest: Am 15. Oktober wurden unter der Aufsicht der Handelskammer Bozen 100 Gewinner ermittelt. Diese werden schriftlich informiert. Die Preise können im Milchhof Brixen Gen. u. landw. Ges. innerhalb 120 Tage abgeholt werden. Weitere Informationen unter Tel. 0472 271 300, www.brimi.it.
2.
für 2 Personen mit Flug, 4*-Hotel, 3 Übernachtungen + Musical „Mamma Mia“
3.
HAMBURG
BERLIN
GEWINNERIN Frau Elisabeth Lerchegger, Brixen
für 2 Personen mit Flug, 4*-Hotel, 3 Übernachtungen + Musical „König der Löwen“
WIEN für GEWINNERIN Frau Ulrike Bacher, Brixen
2 Personen mit Flug, 4*-Hotel, 3 Übernachtungen + Musical „Rebecca“
GEWINNERIN Frau Monika Putzer, Brixen
4.-10. SAISONKARTEN SKIPASS EISACKTAL Herr Valentin Gasser, Feldthurns - Frau Erna Blasbichler, Feldthurns - Frau Marianne Gebhard Costa, Brixen - Frau Lanz Marlene, Mühlbach - Herr Mitterrutzner Maximilian, Vahrn - Frau Ingrid Mairl, Feldthurns - Frau Karin Fössinger, Klausen. 11.-20. SAISONKARTEN ACQUARENA Frau Alexa Stockner, St. Andrä - Frau Karin Sonnerer, Brixen - Frau Mitterrutzner Annares, Vahrn - Frau Lanthaler Viktoria, Mühlbach - Frau Maccatrozzo Marisa, Brixen - Frau Monika Putzer, Brixen - Frau Veronika Fischnaller, Schabs - Frau Waltraud Grießmair, Feldthurns - Herr Peter Heiss, Vahrn - Herr Oskar Senn, Brixen. 21.-25. � X � EINTRITTSKARTEN GARDALAND Frau Iris Graus, Brixen - Herr Paul Delmonego, Vahrn - Frau Stefanie Schölzhorn, Brixen - Frau Waltraud Summerer, Mühlbach - Frau Julia Angerer, Brixen. 26.-50. EINKAUFSGUT� SCHEINE ZU �� EURO IN EINEM BRIXNER SPORTGESCHÄFT Frau Claudia Vattai, Raas - Frau Gabriele Mitterrutzner, Natz - Frau Ilse Hofer, Brixen Frau Taschler Agnes, Milland - Herr Pietersteiner Lukas, Vahrn - Frau Brigitte Blasbichler, Klausen - Frau Petra Lechner, Brixen - Herr Nussbaumer Karlheinz, Brixen - Frau Maria Goller, St. Andrä - Frau Claudia Pahl, Brixen - Frau Erika Schweiggl, Kurtatsch - Frau Ruth Weissteiner, Pfunders-Vintl - Frau Maria Daporta, Lüsen - Frau Gundi Tarsia, Raas - Frau Rosa Augschöll, Klausen - Frau Karmen Kerschbaumer, Feldthurns - Frau Heidi Oberhauser, Lüsen Herr Ivo Alberti, Brixen - Frau Maria Rieder, Schabs - Frau Brunner Maria, Feldthurns - Frau Haidacher Klara, Brixen - Frau Riederer Eva, Brixen - Frau De Paola Thaler Christine, Brixen - Herr Elmar Sordo, Kollmann/Barbian - Frau Sabine Reifer, Vahrn. 51.-75. BUTTERDOSE Frau Adelgunde Pfattner, Brixen Frau Verena Thaler, St. Andrä - Frau Veronika Sostas, Mühlbach - Herr David Sostas, Mühlbach - Herr Alois Fundneider, Raas - Hotel Posta Al Cervo Snc, Selva Gardena - Frau Sonja Stoffner, Feldthurns - Herr Hermann Köck, Spinges - Messner Michi, Brixen - Frau Jaist Maria, Raas - Frau Hilber Anna, Natz Frau Veronika Staudacher, Kollmann/Barbian - Frau Renate Peer, Brixen - Herr Filippi Alan, Vahrn - Frau Agnes Kaser, Brixen - Frau Köck Paula, Mühlbach Herr Ravera Federico, Brixen - Frau Steiger Martha, Lüsen - Frau Tschöll Maria, Vahrn - Frau Tschöll Maria, Vahrn - Frau Deltedesco Herta, Natz/Schabs Frau Dana Stoffner Kerschbaumer, Feldthurns - Frau Klement Margareth, Natz/Schabs - Frau Elmina Bernoli, Brixen - Frau Trocker Rosmarie, Klausen. 76.100. MILCHGLÄSER�SET Frau Annalena Obexer, Viums - Herr Stieler Jürgen, Vahrn - Frau Kerschbaumer Sonia, Feldthurns - Frau Adelheid Dorfmann, Feldthurns - Frau Margret Auserlechner, Neustift - Frau Petra Hinteregger, Vahrn - Frau Oberhauser Anita, Brixen - Frau Alexandra Oberhuber, Schabs Frau Felderer Magdalena, St. Pauls/Eppan - Frau Margareth Waldboth, Vahrn - Frau Jaist Maria, Raas - Frau Olga Seeber, Sterzing - Frau Ursula Axmann, Elvas - Frau Teresa Kerer, St. Andrä - Herr Manuel Weissteiner, Brixen - Herr Günther Huber, Natz/Schabs - Frau Lanthaler Agnes, Vintl - Frau Ebensberger Johanna, Brixen - Frau Alexia Beltrami, Brixen - Frau Irene Kahl, Neustift - Herr Konrad Sigmund, Schabs - Frau Judith Oberhofer, Brixen - Frau Stefanie Torggler, Brixen - Frau Helga Oberhauser, Vahrn - Arfima Brenoli, Brixen. KORB MIT BRIMI MILCHPRODUKTEN Frau Renata Unterweger, Brixen.
Menschen begleiten Die Ehe- und Familienberatungsstelle Brixen feiert ihren 30. Geburtstag. Während früher hauptsächlich Frauen mit großer Scheu zur Beratung kamen, so nützen heute vorwiegend junge Paare und auch Männer das Angebot.
C
hristine Baumgartner gehört sozusagen zum Inventar der Ehe- und Familienberatungsstelle „Pater Maximilian Kolbe“ in Brixen. Seit 1978, also seit der Gründung, kümmert sich die sanft-resolute Psychologin und Psychotherapeutin um Menschen, die sich mit einem Problem an sie wenden.
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Einer der Auslöser für die Grün-
dung der Anlaufstelle dürfte seinerzeit das Abtreibungsgesetz gewesen sein, „aber es war bald schon klar, dass unsere Arbeit weitere Kreise ziehen wird“. Den Namen „Pater Maximilian Kolbe“ hat die Familienberatungsstelle deshalb gewählt, weil Pater Kolbe im Konzentrationslager sein Leben für einen Familienvater hingegeben hatte. An die 350 Menschen suchen pro Jahr Rat und Hilfe in der Familienberatungsstelle, quer durch alle Sprachgruppen und auch quer durch alle Altersgruppen hindurch. Dabei sind junge Paare zwischen 30 und 40 Jahren die größte Gruppe. „Das mag wohl auch daran liegen, dass die ersten fünf Jahre einer Ehe, dann, wenn die Kinder noch klein sind, eine recht schwierige Zeit sind“, meint Christine Baumgartner. Von der Paarbeziehung zum Eltern-Sein – dieser Schritt lässt sich nicht immer ohne Probleme bewältigen. „Zu Beginn kamen die Menschen mit großer Scheu und Scham zu uns“, erinnert sie sich, „da war es recht vorteilhaft, dass wir in der Goethestraße neben der Mütterberatungsstelle angesiedelt waren“. Heute schäme sich zum Glück kaum jemand mehr, die Dienste der Familienberatungsstelle in Anspruch zu nehmen: „Wir sind für jeden da, vom Jugendlichen bis hin zu den Großeltern“. Natürlich können auch Alleinstehende in die Familienberatung kommen, „denn schließlich tragen auch sie ihr Gepäck an Familienerlebnissen mit sich“. Während in den ersten Jahren fast ausschließlich Frauen in die Familienberatungsstelle kamen, 12
Christine Baumgartner: „Die Menschen suchen immer früher Hilfe und kommen nicht mehr erst dann, wenn das Porzellan bereits zerschlagen ist“
–––––––––––––
so sind es mittlerweile etwa zu 30 Prozent auch Männer. „Wir haben viel Aufklärungsarbeit geleistet, uns auch viel um Prävention gekümmert“, erzählt Baumgartner, „das hat wohl Früchte getragen“. Und es habe sich viel gewandelt in den vergangenen drei Jahrzehnten, vor allem, was die Werte in der Gesellschaft angehe.
Frauen brauchen aber immer
noch Ermutigung; die Gesellschaft hat noch nicht zur Gänze erkannt, wie wichtig Frauen sind. Und manchmal hapert es auch am Verständnis der Männer untereinander oder besser vielleicht füreinander. „Wir bemühen uns immer, vor allem bei Trennungsgeschichten, die Väter mit einzubeziehen“, sagt Christine Baumgartner, „und das klappt auch meistens, wenn auch manches Mal ein wenig Beharrlichkeit erforderlich ist“.
Zum Team der Familienbera- von Professor Johannes Berchtold tungsstelle gehören acht Frauen, darunter eine Anwältin, eine Psychiaterin, eine Familienberaterin, eine Sozialassistentin und, wenn jemand dies wünscht, eine spirituelle Beraterin. Die Zusammenarbeit mit dem Sanitätsbetrieb, den Sozialdiensten und der Bezirksgemeinschaft bezeichnet Christine Baumgartner als gut. Im Vergleich zu früher habe sich auch die Verhaltensweise der Betreuten verändert – zum Besseren: „Die Menschen suchen immer früher Hilfe – sie kommen nicht mehr erst dann, wenn das Porzellan bereits zerschlagen ist“.
Ihren 30. Geburtstag feiert die
Ehe- und Familienberatungsstelle am 20. November, dem Tag der Kinderrechte, mit einem Festakt ab 19 Uhr in der Cusanus Akademie und einem Vortrag
zum Thema Eltern- und Kindsein gestern und heute.
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
info Familienberatungsstelle Brixen „Pater Maximilian Kolbe“ Hartwiggasse 9, Brixen
Öffnungszeiten des Sekretariats: Montag und Dienstag, 14 bis 17 Uhr Donnerstag und Freitag, 9 bis 12 Uhr Anmeldungen sind persönlich oder telefonisch unter 0472 830920 möglich E-Mail: kolbebrixen@yahoo.it Der Dienst ist kostenlos; angeboten werden Beratung und auch Therapie
8JS MFHFO *IOFO *ISF 8FMU [V ' FO +FU[U BVDI NJU 'MJFTFO
)0-; 5&11*$) 6/% '-*&4&/#e%&/
*O ,PPQFSBUJPO NJU
7BISO Á )BOEXFSLFS[POF 5FM 'SFJFOGFME Á #SFOOFSTUSB F 5FM
Vom Leben der anderen Auf welche Barrieren stoßen Menschen mit körperlichen oder mentalen Beeinträchtigungen? Die Gemeinde Brixen und der Dachverband der Sozialverbände haben hierzu die Sensibilisierungskampagne „Aus anderer Sicht“ veranstaltet – einen Auftakt zu weiteren Maßnahmen in Sachen Barrierefreiheit.
D
ie Wahrnehmung und Bewältigung der Welt ist eine verflixte Sache. Was für den einen offensichtlich ist, wird vom anderen gar nicht gesehen. Was für den einen ohne Schwierigkeiten bewältigt wird, ist für den anderen ein Grenzgang: Drei Stufen nimmt der sportliche Mensch in einem Schritt, für den Rollstuhlfahrer sind sie eine nicht oder nur schwierig zu bewältigende Herausforderung. Laute Durchsagen im Bus sind für manche Normalhörende eine Lärmbelastung, für den Blinden oder Schwerhörigen eine wichtige Informationsquelle. Langsames und deutliches Sprechen ist für Schnellsprecher eine quälende Zügelung, für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung eine Notwendigkeit, um überhaupt etwas vom Gesagten verstehen zu können. Am Straßenrand geparkte Autos sind für Erwachsene leicht zu überblicken, für Kinder eine Sichteinschränkung, die das daherkommende Auto verdecken. Die Liste ließe sich unendlich lange weiterführen, nicht nur hinsichtlich architektonischer Barrieren und Behinderungen.
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Die Aktion „Aus anderer Sicht“ gab unter anderem die Gelegenheit, in einem Rollstuhl eine Rampe und andere Hindernisse zu meistern
––––––––––––––
Hindernisfrei geht niemand die Gemeinde Brixen und der von Menschen mit körperlichen als taktile Leitlinie wegfällt. durchs Leben, Grenzen hat jeder zu überwinden. Entscheidend ist, wie häufig und in welchem Ausmaß diese Hürden die individuelle Selbstständigkeit einschränken, welche Bewältigungsmöglichkeiten dem Einzelnen zur Verfügung stehen und inwieweit die Mitwelt die Grenzen des Anderen erkennt und respektiert. Da wir uns alle mit zahllosen, zudem überlebensnotwendigen Filtern im Kopf durchs Leben bewegen, sind unentwegt Hinweise notwendig, um den Blick auf die Lebenswelt von anderen zu schärfen.
„Aus anderer Sicht“ nennt sich
eine Sensibilisierungsaktion, die 14
Dachverband der Sozialverbände hierzu veranstaltet hatten, und die aufzeigen sollte, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit Behinderungen tagtäglich konfrontiert sind. Die Aktion gab unter anderem Gelegenheit, auf einem Barriereparcours am MariaHueber-Platz einmal in einem Rollstuhl eine abgestufte oder steile Rampe meistern zu müssen – und daran zu scheitern. Oder sich mit verbundenen Augen und einem Blindenstock in der Hand einen Weg durchs Dunkel zu bahnen. Durch diese Form der Selbsterfahrung öffnet sich automatisch der Blick für jene architektonischen Barrieren, die den Weg
Behinderungen versperren. Laut einer Studie der Europäischen Union werden etwa 20 Prozent der Bevölkerung durch architektonische Barrieren an der Teilnahme oder Ausübung von Alltagsbeschäftigungen behindert. Eingeschränkt werden nicht alleinig Menschen mit körperlichen oder mentalen Behinderungen, sondern auch Senioren oder Eltern mit Kinderwagen. Alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist dabei keine leichte Aufgabe: Bildet für einen Rollstuhlfahrer eine abgeflachte Gehsteigkante eine große Erleichterung, so erschwert diese die Orientierung von Sehbehinderten, da die Gehsteigkante
Eigentlich ist die Beseitigung von architektonischen Hindernissen eine in der Verfassung verankerte Pflicht. Trotzdem gibt es noch sehr viele Hürden, und es ist auch nicht selbstverständlich, dass sich Gemeinden mit diesem Thema beschäftigen. „Bei Menschen mit Behinderung entsteht oft das Gefühl, unbequem und eine Last für die Allgemeinheit zu sein“, erläutert Stefan Hofer, Präsident des Dachverbandes der Sozialverbände, „doch wenn Rechte festgeschrieben werden, soll sich niemand dafür entschuldigen müssen. Eine barrierefreie Zugänglichkeit ist immerhin für alle ein Vorteil.“
Brixen steht in Sachen architektonische Barrierefreiheit im Vergleich zu anderen Städten gut da: „In der Gemeindeverwaltung beschäftigen wir uns seit geraumer Zeit mit diesem Thema“, erläutert Stadträtin Magdalena Amhof, „es ist uns ein großes Anliegen, auch für jene Menschen etwas zu tun, die im Abseits stehen“. Michaela Kofler Pichler, Sektionsleiterin des SSV Brixen Behindertensport und selbst Rollstuhlfahrerin, stellt der Gemeinde Brixen und privaten Bauherren ebenso ein positives Zeugnis aus: „In den letzten Jahren wurde in Brixen bereits viel getan, beispielsweise kommt man im Vergleich zu Bozen hier in die meisten Geschäfte rein“. Verbesserungspotential gibt es trotzdem noch, „beispielsweise im Bereich der Toiletten in den Gasthäusern, wo entweder die Türen zu schmal sind oder eine Treppe hinunterführt“, erläutert Michaela Kofler Pichler, „zudem würde ich mir persönlich wünschen, dass in der Acquarena eine Hebebühne errichtet wird, die den Zugang zu den Schwimmbecken erleichtert“. Weitere Handlungsfelder kundschaftete die Klasse 5C der Oberschule für Soziales in Brixen aus: Sie gingen im Rahmen der Sensibilisierungsaktion auf die Suche nach architektonischen Barrieren im gesamten Stadtgebiet, führten Interviews und drehten einen Kurzfilm. Da bei Entscheidungen hinsichtlich des Abbaus von architektonischen Hindernissen an öffentlichen Orten in Zukunft die Betroffenen miteingebunden werden sollen, wird die Gemeinde Brixen in nächster Zukunft einen Referenten für Menschen mit Beeinträchtigungen ernennen. Diese Person soll über Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Gemeindeleben wachen, die Gemeinde bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Anliegen von beeinträchtigten Menschen beraten oder bei Bauvorhaben darauf achten, ob architektonische Hürden vorhanden sind. Weiters ist der Referent ein Ansprechpartner für die persönlichen Anliegen behinderter Menschen und deren Angehörigen, vermittelt diese an die zuständigen Stellen weiter und pflegt einen engen Kontakt mit den vorhandenen Verbänden, Vereinen und Selbsthilfegruppen. Angedacht ist auch eine
behindertengerechte GemeindeHomepage, eventuell mit einem Stadtplan, auf dem behindertengerechte Toiletten, Parkplätze oder Dienstleistungsbetriebe eingetragen sind.
Architektonische Barrieren
sind mit gutem Willen wohl zu verhindern oder rückzubauen. Der Abbau von verständnislosen oder abschätzigen Blicken und weiteren nicht (er)baulichen Barrieren dürfte ungleich schwieriger zu bewältigen sein. „Oft sind es nicht nur die physischen Barrieren, sondern vielmehr die Barrieren in den Köpfen der Menschen, die leider viel hinderlicher als eine Stufe sind“, meint Stefan Hofer, Präsident des Dachverbandes der Sozialdienste, „nicht respektiert zu werden oder die Andersartigkeit zu spüren zu bekommen, das sind die versteckten Hindernisse im Alltag“. Zahlreiche Selbsthilfegruppen oder Vereine haben wohl auch aus diesem Grund die Sensibilisierungsaktion der Gemeinde genutzt, um über ihre alltäglichen Hürden zu berichten: Diese reichen von der fehlenden Integration in das Gesellschaftsleben über mangelnde Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit mentaler oder körperlicher Beeinträchtigung hin zu Isolation und Überforderung der Familienmitglieder. Eva Dander, Leiterin der Anlaufstelle Brixen des Vereins Alzheimer Südtirol Alto Adige, kennt beispielsweise die Barrieren, die sich mit dem Phänomen Alzheimer, beziehungsweise mit dem Alter an sich, auftun. Um hierfür zu sensibilisieren, hat sie die Fachexpertin Maria Hoppe und den Dokumentarfilm „Zurück zu einem unbekannten Anfang. Leben mit Alzheimerkranken“ nach Brixen geholt, am 12. November um 20 Uhr im Forum Brixen. Der Film will Verständnis für das Phänomen Alzheimer schaffen und zugleich Möglichkeiten für einen wertschätzenden Umgang mit alten Menschen aufzeigen. Die Demenz, aber auch das Altern an sich, werfen Fragen auf, die von den Schranken im Kopf oft verdrängt werden – und mit ihnen die Betroffenen. „Diese Fragen müssen jedoch aufgeworfen werden“, findet Eva Dander, „man kann darauf verärgert reagieren, oder aber diesen Fragen nachgehen“. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 15
Foto: shutterstock
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
Einschränken, aber wie? z Meran hat seit kurzem eine, Bruneck auch, und in Brixen wird gerade darüber diskutiert: Eine Bettelvorordnung soll kommen, „um das organisierte Betteln in der Stadt einzuschränken“, wie Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron berichtet. Rechtlich möglich macht die Einführung dieser Verordnungen das MaroniDekret der italienischen Regierung, das den Bürgermeistern
mehr Kompetenzen im Bereich der örtlichen Sicherheit einräumt. Ein Gemeinderat hatte in der Septembersitzung bereits einen Beschlussantrag zur Einschränkung der Betteltätigkeit eingebracht, diesen dann aber wieder zurückgezogen, nachdem ihm der Stadtrat erklärt hatte, bereits seit längerem selbst an einer entsprechenden Verordnung zu feilen. Eigentlich sollte die Verordnung
bereits verabschiedet sein, doch will man noch einige Details prüfen. Einer der Knackpunkte ist die Anwendbarkeit der neuen Norm; über die Notwendigkeit, dem organisierten Betteln die Grundlage zu entziehen, herrscht parteiübergreifend Konsens. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail, in diesem Fall in der tatsächlich wirksamen Umsetzbarkeit. id
P&G
Politik & Gesellschaft BRIXEN
Ehrenamtliche feiern z Rund 400 Vertreter von all jenen ehrenamtlichen Vereinen, die im Gemeindeverzeichnis eingetragen sind, haben am Fest des Ehrenamts teilgenommen, zu dem die Gemeinde ins Forum Brixen geladen hatte. Bürgermeister Albert Pürgstaller bezeichnete in seiner Begrüßung die über 250 aktiven Vereine als „Schatztruhe der Stadt“, und auch die zuständige Stadträtin Paula Bacher freute sich über das Engagement und die zahlreiche Teilnahme. Im Jahr 2008 habe die Gemeinde Brixen den Vereinen eine Million Euro zur Verfügung
kurz
notiert
16
gestellt und werde sie auch weiterhin unterstützen, unter anderem, indem sie Infrastrukturen zur Nutzung bereitstelle. Landeshauptmann Luis Durnwalder ließ sich nicht die Gelegenheit nehmen, den Anwesenden für ihren Einsatz zu danken und sie um ihr weiteres Engagement zum Wohle der Gesellschaft und als Vorbild für die Jugend zu bitten. Für das Fest wurde ein Film in Auftrag gegeben, der einen Querschnitt der ehrenamtlichen Tätigkeiten in Brixen zum Inhalt hatte und der während der Feier uraufgeführt
Die Gemeinde Brixen veranstaltet wiederum eine Veranstaltungsreihe zu Familienthemen; die Themen reichen von Partner- und Vaterschaft bis hin zu Sprach- und Medienkompetenz bei Kindern. Alle Vorträge finden an der Fakultät für Bildungswissenschaften im Unigebäude Brixen statt, Eintritt frei.
wurde. Zudem wird der Film am 25. Oktober im Abendprogramm des Senders Bozen ausgestrahlt. Im Anschluss meldeten sich viele aus dem Publikum und erzählten über ihre Erfahrungen und Wünsche für das Ehrenamt. Für
die musikalische Unterhaltung sorgten der Vinzentiner Mädchenchor und die Schmeichler; eine Bäuerinnengruppe aus dem Sarntal verwöhnte die Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten aus landwirtschaftlichem Anbau. db
Die Brixner Pfadfinder haben ihr neues Arbeitsjahr begonnen: Aufgeteilt in verschiedenen Altersgruppen ab acht Jahren treffen sie sich zur wöchentlichen Gruppenstunde, in der unterschiedliche Aktivitäten geplant und gestaltet werden. Infos unter 339 1611736.
Eine Konvention zwischen der Gemeinde Brixen und der Pfarrei Don Bosco ermöglicht die Nutzung des neuen Oratorio Don Bosco für die deutsche Musikschule: Die Räumlichkeiten der italienischen Musikschule, die hier entstehen wird, werden somit auch deutschen Musikklassen zur Verfügung stehen.
NACHGEFRAGT
„Ein Maturaball ohne Superalkohol“ ARNO ESTGFÄLLER, Maturant der Klasse 5A Gewerbeoberschule, die gemeinsam mit der 5B Sprachlyzeum am 15. November im Forum Brixen einen außergewöhnlichen Maturaball veranstaltet (Tickets: 349 5686880).
Wahlwerbung, Auftraggeberin: Dr. Martina Ladurner
Herr Estgfäller, worin unterscheidet sich Ihr Maturaball von den restlichen? Wir haben ein vollkommen neues Konzept erarbeitet, das teilweise revolutionär ist. Nachdem wir einige Maturabälle besucht hatten, sind wir zum Schluss gekommen, dass wir als Veranstalter eine neue Denkweise brauchen, damit sich die Trinkkultur der Gäste verändert. Beispielsweise gibt es bei uns nicht den üblichen „Schnapsbudel“ – wir verzichten auf Superalkohol und wollen damit das Niveau des Balls erheblich steigern. Wir garantieren natürlich interessanten Ersatz.
Sie verbessern dafür also das Angebot? Ja. Der Ball findet im Forum Brixen statt, aber wir haben ein neues Raumkonzept erarbeitet, von dem wir uns viel versprechen. So haben wir einen eigenen kleinen Restaurantbereich, ein ausgezeichnetes Weinangebot, verschiedene Biersorten und weitere In-Getränke. Diese Angebote werden zudem durch die „Trendy Bar“ mit ihren alkoholfreien Cocktails unterstützt. Außerdem haben wir eine Chill Lounge mit Live–Musik eingerichtet. Im großen Saal spielen „Time Square“ mit einer ausgezeichneten Licht- und Tonanlage auf und laden zum Tanz ein. Wir bieten eine
professionelle Security-Truppe, die für Ordnung sorgen wird. Es ist endlich an der Zeit, im Eisacktal einen Maturaball anzubieten, der eine alternative Schiene fährt. Eure Rechnung geht auf? Erwachsene sollen gemeinsam mit den Studenten einen tollen Abend verbringen und „drauflostanzen“. Bisher hatte nur niemand die Schneid, einen innovativen Weg zu gehen. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Rechnung aufgeht – die Sponsoren haben jedenfalls begeistert auf unser Konzept reagiert. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Bewegen. mit Herz. Dr.
Martina Ladurner
Kompetente Politik. Ehrlich & engagiert.
www.martina-ladurner.info
13 17
BRIXEN/SCHRAMBACH
Caritas-Hospizbewegung auch in Brixen
Neue Straße und Unterführung
von der hauptamtlichen Mitarbeiterin Marta von Wolgemuth (im Bild). Die Freiwilligen, die eine intensive Ausbildung absolviert haben, begleiten die Betroffenen und orientieren sich an dessen Bedürfnisse. Durch diese wachsende Beziehung beugt die Hospizbewegung auch der Vereinsamung und dem Alleinsein von schwerkranken, sterbenden oder trauernden Menschen vor. Wurden die bisherigen Anfragen nach Hospiz-Begleitung aus dem Eisack- und Wipptal vom Brunecker Koordinator aus betreut, so steht ab sofort die Koordinatorin in der Brixner Anlaufstelle am Pfarrplatz 4, von Montag bis Freitag vormittags, unter Telefon 0472 268418 zur Verfügung. Im Jänner 2009 startet zudem ein neuer Lehrgang für all jene, die in der Hospizbewegung mitarbeiten möchten. Interessierte können sich innerhalb Oktober an das Brixner Büro oder an das Sekretariat in Bozen, Rufnummer 0471 304370, wenden und erhalten dabei alle nötigen Informationen und Unterlagen. db
z In den kommenden Wochen wird auf der Brennerstaatsstraße im Bereich Schrambach auf Hochtouren gearbeitet: Auf der Höhe des Gasthauses „Rudi“ wird die Straße auf einer Länge von etwa einem halben Kilometer um eine neue, dritte Fahrspur verbreitert und die Steigungsstrecke verbessert. Insgesamt soll die Straße elf Meter breit werden, hinzu kommt noch ein 1,5 Meter breiter Gehsteig. Um den Fußgängern – vor allem den Schülern, die zur Bushaltestelle müssen – eine sichere Straßenüberquerung zu gewährleisten, wird zudem eine Unterführung mit zwei Rampen und Treppen errichtet. Besser angepasst werden schließlich
auch die Haltestellen für die Autobusse und die Ein- und Ausfahrten zum Parkplatz. Durch diese Maßnahmen sollen Straße und die Kreuzungen übersichtlicher und sicherer werden. Die geplanten Arbeiten kosten voraussichtlich rund 1,35 Millionen Euro und sollen, sofern es das Wetter in den kommenden Monaten zulässt, bis Mitte April 2009 fertiggestellt werden. Die Autofahrer müssen aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten mit einigen Einschränkungen rechnen. Bis zum 28. November verläuft der Verkehr nur einspurig, zudem gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern. db
Foto: Oskar Zingerle
z Schwerkranke, sterbende oder trauernde Menschen auf dem schwierigen Weg des Abschiednehmens zu begleiten ist die Aufgabe der Mitarbeiterinnen der Caritas Hospizbewegung. Nun wurde auch in Brixen eine Koordinationsstelle eröffnet, womit man die Hospizarbeit im Eisack- und Wipptal stärker verankern möchte. Landesweit arbeiten derzeit 134 Freiwillige bei der Caritas Hospizbewegung mit, 20 davon stammen aus dem Eisacktal und sind auch hier im Einsatz. Koordiniert werden diese
Foto: Willy Vontavon
Politik & Gesellschaft
BRIXEN
BRIXEN
Tag der offenen Tür
z Die italienische Landesberufsschule Enrico Mattei lud vor einigen Tagen zu einem „Tag der offenen Tür“, an dem interessierte Jugendliche und Eltern die Schule mit ihren vielen Klassenräumen und Werkstätten begutachten konnten. 18
Die Anfänge der italienischen Berufsausbildung gehen in die 50er Jahre zurück, als man in Brixen in der „Scuola di avviamento industriale“ erste Berufsbildungskurse anbot. 1963 entstand eine eigene Struktur, 1987 übersiedelte man in die heutige Schule in der
Schwesternau, die erst kürzlich wiederum erweitert und auf den neuesten technischen Stand gebracht wurde. „Die Landesberufsschule Mattei ist eine professionelle Weiterbildungseinrichtung, die in enger Verbindung mit der lokalen Wirtschaft steht“, erklärte Direktor Alberto Conci in seinen Grußworten. Derzeit besuchen 160 Studenten die dreijährigen Kurse in den Bereichen Handel, Industrie, Lehrlingswesen und Verwaltung. Außerdem wird ein
Internetkurs angeboten und zwei Kurse für ausländische Jugendliche. „Wir hätten noch Raum für fast doppelt so viele Studenten“, wirbt Conci, „Zielgruppe sind Jugendliche aus dem Eisack-, Wipp- und Pustertal, die ihren Beruf in italienischer Sprache erlernen möchten“. Die Landesberufsschule bietet aber auch für Private interessante Abendkurse an. Mehr dazu im Internet: www.mattei.fpbz.it. wv
6aWZgi E g\hiVaaZg! 7 g\ZgbZ^hiZg Vjh 7g^mZc
LV]alZgWjc\$6j[igV\\ZWZg/ I]dbVh L^YbVcc
I]dbVh L^YbVcc Zg`Zcci 8]VcXZc jcY hZioi h^Z Z[Ò o^Zci jcY WZgaZ\i jb# B^i YZg :^c[ ]gjc\ YZh aVcYZh" lZ^i ZghiZc 8^inWjhhZh ]Vi Zg YZc [[Zcia^X]Zc CV]kZg`Z]g ^c 7g^mZc cZj YZÒ c^Zgi#
6ad^h =^ciZgZ\\Zg! =diZa^Zg Vjh A hZc I]dbVh L^YbVcc ^hi Z^c BVcc b^i LZ^iWa^X`! Zg ]Vi ^c YZg H Yi^gdaZg L^gihX]V[i k^ZaZh ojb edh^i^kZc kZg" ~cYZgi# >X] W^c WZgoZj\i! Zg l^gY VjX] ^c Oj`jc[i VaaZh YVgVchZioZc! YVhh YZg Idjg^hbjh Vah =Vjei`gV[i jchZgZg L^gihX]V[i dei^bVaZ GV]" bZcWZY^c\jc\Zc kdgÒ cYZi# >]b \^ai Vb '+# D`idWZg bZ^cZ Hi^bbZ#
×>X] hiZ]Z [ g Z^c bdYZgcZh! lZaid[[ZcZh H Yi^gda! YVh h^X] hZ^cZg LjgoZac WZljhhi ^hi jcY b^i Bji jcY OjkZgh^X]i ^c Y^Z Oj`jc[i Wa^X`i#Æ BV\YVaZcV 6b]d[! HiVYig~i^c Vjh 7g^mZc 9^Z ?j\ZcY a^Z\i I]dbVh L^YbVcc WZhdcYZgh Vb =ZgoZc# 9^Z :^c" [ ]gjc\ YZh 6Wdh [ g HX] aZg jcY HijYZciZc ^hi Z^c Vj Zg\Zl ]ca^" X]Zg <Zl^cc ^b 6aaaiV\ [ g VaaZ jcY bdi^k^Zgi ojg KZglZcYjc\ jchZgZg [[Zcia^X]Zc KZg`Z]ghb^iiZa#
I]dbVh L^YbVcc Cg# () >c[dh/ lll#i]dbVhl^YbVcc#Wo
9Zg HX]ljc\ [ g H Yi^gda
Menschen & Meinungen
Foto: Oskar Zingerle
LEIDENSCHAFT FÜR DIE BERGE: Lutz Chicken in seinem Arbeitszimmer voller Erinnerungen
–––––––––––––––
20
PORTRAIT
„Das Elixier meines Lebens“ LUTZ CHICKEN, 93, Arzt und Bergsteiger, erzählt von seinem ereignisreichen Leben – und der Nanga Parbat-Expedition im Jahre 1939, von der er erst sieben Jahre später zurückkehren sollte.
M
it Schildkappe, Sonnenbrille und dunkelgrüner Lodenjoppe wartet Lutz Chicken vor seinem Haus auf uns. Während wir die wenigen Meter bis zur Haustür hinuntergehen, hält er immer wieder inne, stützt sich auf seinen Gehstock und erzählt uns kleine Episoden aus seinem Leben. „Was möchten Sie denn gerne genau wissen?“ Es gäbe nämlich viel zu viel zu erzählen, sagt Chicken. Wie viel, das wird mir
Vorschusskasse für Handel und Gewerbe in Bozen fand. Lutz Chickens Mutter Maria Rader entstammte einer Klagenfurter Kaufmannsfamilie. Auf der Hochzeit einer Freundin in Bozen lernte sie Ludwig Chicken kennen. „Aber vielleicht schreiben ’S nicht all zu viel Persönliches, ich möchte mich den Leuten nicht aufdrängen“, meint Lutz Chicken und erlaubt mir dann doch, seinem Buch das eine oder andere private Detail zu entnehmen.
„Von Anfang an war ich von der Idee besessen, aus meiner Lage das Beste zu machen“_ Lutz Chicken über seine Zeit in Indien erst später klar, als er mir sein Buch mit dem bezeichnenden Titel „Durchs Jahrhundert – Mein Leben als Arzt und Bergsteiger“ in die Hand drückt.
Lutz Chicken wurde 1915 hi-
neingeboren in eine sehr unsichere Zeit, aber auch in eine Familie, die ihm Halt geboten hat. Sein Vater Ludwig Richard James Chicken wurde 1883 als Kind britischer Eltern in Falkenau an der Eger geboren. Großvater William hatte dort eine Anstellung bei einer britischen Kohlenbergwerksfirma gefunden; Lutz Chickens Vater wuchs also deutschsprachig auf. Während der Großteil seiner Geschwister noch vor dem Ersten Weltkrieg nach England zurückkehrte, zog es Ludwig Chicken nach Südtirol, das er von einer Reise her kannte. Sein Traum, dort zu leben, erfüllte sich, als er eine Stelle als Bankbeamter in der neu errichteten Spar- und
Die Leidenschaft für die Berge
hat ihn viele Jahre seines Lebens geprägt und ganz offensichtlich zu einem weltoffenen Menschen geformt. Lutz Chickens Bestreben war es stets, Neuland zu entdecken – nicht nur in der Bergwelt. „Heute bin ich froh, zwischen den Völkern gelebt, drei Denkungsarten erfahren zu haben und drei Sprachen sprechen zu dürfen“,
heißt es in seinem Buch. „In der Pubertät war ich aufgrund des beschleunigten Wachstums in Turnen und Sport etwas ungeschickt. Wahrscheinlich entwickelte sich daraus das Bedürfnis, mich in vielen Sportarten zu versuchen“, erinnert sich Lutz Chicken an seine Jugend. Sein sportliches Hauptinteresse galt jedoch bereits als Bub dem Bergsteigen. Im kleinen Arbeitszimmer liegt ein Fotoalbum auf dem Schreibtisch mit unzähligen Schwarz-WeißFotografien. Lutz Chicken zeigt uns Bilder aus dem Jahre 1939. Damals war er am Nanga Parbat, „genau dort, wo heuer im Juli das Unglück mit Karl Unterkircher passiert ist“. Er war wohl der erste Südtiroler im Himalaya – „,meines Wissens’, sollten Sie aber schreiben“, fügt er vorsichtig hinzu. Damals, im Frühsommer vor beinahe 70 Jahren, gab es am Nanga Parbat eine gewaltige Lawine. Auch davon hat Lutz Chicken ein Bild in seinem Album. „Wenn wir mit unserer Expedition einen Tag früher dran gewesen wären, dann wären wir wohl drunter gekommen“. Auf dieser Nanga Parbat-Kundfahrt – es war damals noch kein Achttausender erstiegen – sollten die Anstiegsmöglichkeiten
Im Frühsommer 1939 fotografierte Lutz Chicken diese Lawine am Nanga Parbat
–––
erkundet werden. Organisiert wurde die Expedition vom Akademischen Alpenverein München, einer studentischen Verbindung mit alpinistischer Ausrichtung. Lutz Chicken durfte daran teilnehmen, weil zwei Bergsteiger ausgefallen waren, und er sollte sich in erster Linie um die sanitäre Betreuung kümmern und die Verpflegung übernehmen. Von dieser Expedition sollte er erst sieben Jahre später zurückkehren. Bei Kriegsbeginn
Wir suchen zur Verstärkung unseres Team im Skikarussell Jochtal in Vals/Mühlbach eine/n engagierte/n und zuverlässige/n Mitarbeiter/in im Bereich
Sekretariat / Kassa in Saisons- oder Jahresstelle. Zu Ihren Aufgaben zählen die Gästebetreuung (Verkauf von Skipässen sowie Gäste-Information) und allgemeine Bürotätigkeiten. Sie bringen EDV- sowie Italienischkenntnisse mit und haben Grundkenntnisse in Englisch. Wir bieten Ihnen die Mitarbeit in einem jungen Team, Verpflegung und ein angemessenes Gehalt. Für weitere Informationen rufen Sie uns an unter 0472 978 181 (Frau Veronica).
21
Menschen & Meinungen
versehen. „Es war ein Muss, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Das Bergsteigen war neben meiner Familie und meinem Beruf das Elixier meines Lebens“.
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Steckbrief
Die Leidenschaft für die Berge hat Lutz Chicken viele Jahre seines Lebens geprägt
–––––––––––––––
im Herbst wurde er gemeinsam mit seinen Kameraden, darunter Heinrich Harrer, der später das Buch „Sieben Jahre in Tibet“ verfasste, interniert. „Von Anfang an war ich von der Idee besessen, aus meiner Lage das Beste zu machen“, erzählt Lutz Chicken heute. Er durfte, obwohl noch nicht approbierter Arzt, nach jahrelanger Erfahrung im Labor und
in der Assistenz bei Operationen schließlich einen Krankenpavillon leiten. Die Arbeit im medizinischen Bereich hielt ihn auch davon ab, an der von Heinrich Harrer geplanten Flucht nach Tibet teilzunehmen: „Bei einem Scheitern hätte mir die Lagerverwaltung wohl die Genehmigung entzogen, im Krankenhaus zu arbeiten“.
Kontaktlinsen und Sehbrillen, mit modernen Messgeräten angepasst
Sehbrillen so günstig wie noch nie! Modische Fassungen für Erwachsene und Kinder ab
35%
Kleine Lauben 1 Portici Minori 39042 Brixen, Bressanone · Tel. 0472 836 266 22
Die Erfahrungen in Indien
sollten ihm später, als er in München sein Studium beenden konnte, von großem Nutzen sein. Mit 32 Jahren wollte er dann nicht mehr auch noch eine Berufsspezialisierung anstreben. Außerdem gab es nach dem Krieg einen großen Bedarf an praktischen Ärzten – auch in Südtirol. Seine Erinnerungen als Landarzt in Brixen sind berührend und geben ein unverfälschtes Bild von Südtirol und seinen Menschen. „Durchs Jahrhundert“ ist indes ein faszinierendes Zeugnis der Lebensgeschichte eines Menschen, der sich stets mit Südtirol und vor allem mit Brixen verbunden fühlte – und es zeigt die Geschichte unseres Landes aus einem ganz persönlichen und doch erstaunlich objektiven Blickwinkel. Unverblümte Bekenntnisse eines jungen Menschen mitten in der verwirrenden Zwischenkriegszeit sind darin ebenso zu finden wie der Einblick in die ganz private Welt seiner Familie.
Durch das Fenster dringen in-
zwischen die letzten Strahlen einer kraftlosen Abendsonne. Wir sitzen uns gegenüber, um uns herum Bilder, gerahmte Fotografien, Bücher, Tagebücher: „Bis vor einem Jahr habe ich die Familiengeschichte festgehalten“. Die Aufzeichnungen, manche in einen leinenen, andere in einen ledernen Einband geschlagen, sind wahre Kostbarkeiten. Auch die meisten seiner Bergtouren hat Lutz Chicken in Reisetagebüchern festgehalten, in fein säuberlicher Handschrift, mit kleinen Fotos oder bereits vergilbten Zeitungsartikeln
Lutz Chicken wurde am 31. Juli 1915 in Klagenfurt geboren und auf den Namen Ludwig Friedrich Herbert getauft. Er wuchs mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Waltraud in Bozen auf. Als letzter Jahrgang der Zwischenkriegszeit besuchte er noch die Schule in deutscher Unterrichtssprache. Im Herbst 1926 trat er ins Franziskanergymnasium ein und war dort erstmals mit der italienischen Unterrichtssprache konfrontiert. Nach der Zwangsschließung der letzten drei Klassen setzte er sein Studium am Ginnasio-Liceo G. Carducci fort und legte dort 1934 die Maturaprüfung ab. Lutz Chicken entschied sich „nach reiflicher Überlegung“ für ein Medizinstudium, zunächst an der Universität in Bologna, dann in München. Von dort aus begab er sich im Jahre 1939, vor Studienabschluss, auf eine Himalaya-Expedition, von der er erst nach sieben Jahren der Internierung in Indien zurückkehrte. 1948 eröffnete er seine erste Ordination für Allgemeinmedizin in der Brixner Trattengasse. Im gleichen Jahr lernte er seine spätere Frau Ursula Groth kennen, eine Engländerin aus Yorkshire. Das Paar bekam zwei Kinder: Andreas Duncan, 1952 geboren, studierte Angewandte Kunst und lebt heute mit seiner Familie in Wien. Cornelia kam 1961 zur Welt, ist in Trient verheiratet und hat vier Kinder. 1948 trat Lutz Chicken der Alpenvereinssektion Brixen bei und war dort in verschiedenen Funktionen im Vorstand tätig. Er schrieb unter anderem das Büchlein „Wandern und Bergsteigen in Brixen“ mit 30 Tourenvorschlägen, das sein Sohn Andy illustrierte.
TAPPEINER.it
ñ
¦ ¦ FJJBO¦ LEKRKDBK FK SFBIBK >OF>KQBK RKA OBFPDBPQ>IQRKDBK SBOCvD?>O
BKQO>I FK ABO OFUKBO >EKELCPQO>[B BKQPQBEQ AFB LEK>KI>DB ROKELC JFQ DRQBK BOHBEOP>K?FKARKDBK RKA SFBIBK BP@E_CQBK OBFWBFQ¦ RKA FIARKDPBFKOF@EQRKDBK FK ABO _EB FP KAB TFOA AFB LEK>KI>DB ?BWRDPCBOQFD DBPQBIIQ >P B?_RAB TFOA >IP IFJ>E>RP BOOF@EQBQ FBP D>O>KQFBOQ EKBK ?BPQB LEKNR>IFQ_Q ?BF KFBAOFDBK KBODFBHLPQBK FB JLABOKB RPPQ>QQRKD ª LIW?pABK >QROPQBFK RKA BO>JFH« I_PPQ HBFKB vKP@EB LCCBK >?BF IBDBK TFO ?BPLKABOBK BOQ >RC MO_WFPB BO>O?BFQRKD RKA >KDIB?FDHBFQ L@E E>?BK FB AFB pDIF@EHBFQ RPPQ>QQRKD RKA RCQBFIRKD K>@E EOBK vKP@EBK FKAFSFARBII WR DBPQ>IQBK LJ?FKFBOQ JFQ ABO DOL[WvDFDBK R[BK>KI>DB JFQ W>EIOBF@EBK >EOO>APQBIIMI_QWBK BJBFKP@E>CQPD>OQBK>KI>DB FBCD>O>DB BQ@ RKA ABO OREFDBK RKA AL@E PBEO WBKQO>IBK LEKI>DB BKQPQBEQ EFBO BFK LJFWFI TFB BP KRO TBKFDB DF?Q
KCLOJFBOBK FB PF@E DIBF@E FO ?BO>QBK FB DBOKB RKSBO?FKAIF@E
LEKRKDP?BFPMFBI ¦ ORQQL¦ LEK^ _@EB @> J ¸ J BOO>PPB
¸ T Q
BBPQB >R ñ >@FKLQQFPQO>[B ñ LWBK BI ñ >U ñ TTT PBBPQB FQ ñ J>FIµPBBPQB FQ
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen
BRIXEN
Wahlkampfblues z Während die Landtagskandidaten sich intensiv auf Stimmenfang für die bevorstehende Wahl begeben, spenden die zwei Liedermacher DorDoggiSing’ alias Markus Dorfmann und Sepp Messner Windschnur ihre Stimme dem Publikum: Sie touren bis zum Wahlkampfende durch Südtirol, um ihre Ansichten über die „Polli-Politiker“, dem „Wahl-
kampf-Affentheater“, der „stillen Macht“, den „Tiroler Madln“ oder der Toponomastik im Solo oder im Duett zu besingen. Der Wahlkampfblues der beiden war in Brixen gleich zweimal zu vernehmen – in der Weingalerie sowie in der Dekadenz, beides Mal vor ausverkauften Stühlen, die von wenigen Politikern und umso mehr Wählern belegt waren. db
M&M BRIXEN
Mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet
Der Spruch vom Much
I woaß schun, prum der Dario ålleweil guat augelegg isch. Iatz isch nocher Bonsai-Ausstellung...
kurz
notiert
24
z 38 Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft erhielten im September das Verdienstkreuz des Landes Tirol. Unter den neuen Trägern dieser Auszeichnung befinden sich auch zwei Brixner: Die Kinderärztin Renate Dalla Torre Unterkircher wurde für ihre Verdienste um das Gesundheitswesen, insbesondere für den Aufbau eines Kinderrehabilitationsdienstes in Brixen, geehrt. Altdekan Leo Munter erhielt das Verdienstkreuz für seine langjährige Tätigkeit als Seelsorger und als Initiator von zwei Museen. Der Tiroler Landeshauptmann
Günther Platter und sein Südtiroler Amtskollege Luis Durnwalder würdigten bei der Verleihung auf Schloss Tirol das Engagement der Ausgezeichneten, „die durch ihren Einsatz ein Zeichen für eine starke Gesellschaft setzen“. Die Ehrung wird jedes Jahr auf Beschluss der Tiroler Landesregierung verliehen; maximal dürfen 48 Personen ausgezeichnet werden. Die weiteren geehrten Südtiroler sind Maria Bertolini Koppelstätter aus Algund (Landwirtschaft und Seniorenwesen), Karl Gasser aus Eppan (Sportschützenwesen), Josef Adolf Hölzl aus Marling (Bergrettung),
Konrad Obexer, Direktor der Cusanus Akademie, ist der neue Vorsitzende der AKEBS – Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Erwachsenenbildung Südtirols. Zu dieser Dachorganisation gehören Bildungshäuser, katholische Bildungseinrichtungen und Referate am Bischöflichen Ordinariat.
Stefanie Auer wurde in Natz zur 16. Apfelkönigin des Hochplateaus gekürt: Beim Apfelfest erhielt die 18-Jährige, die die Tochter der ersten Apfelkönigin Petra ist, das Krönchen von ihrer Vorgängerin Monika Deltedesco.
Foto: Land Tirol / Frischauf Bild
Menschen & Meinungen
Hubert Hopfgartner aus Bruneck (Musikwesen), Karl Pichler aus Algund (Wirtschaft und Sport), Josef Pircher aus Naturns (Musikwesen), Hermann Schönthaler aus Laas (Gemeinde- und Schulwesen), Ida Sorarui Lardschneider aus Lajen (Sozialwesen), Luis Walter aus Neumarkt (Theater) sowie Hans Willeit aus Sterzing (Gesundheitswesen). db
Martin Schifferegger aus Brixen darf sich Vespa-Italienmeister nennen. Er gewann in der Kategorie Vespas mit Automatik die Meisterschaften mit dem KultMotorrad, die kürzlich in Nogara ausgetragen worden sind.
O o op s
Leser kochen für Leser
mmh!
Kartoffelsuppe mit Trüffel
mein Hoppala
> Zutaten (für 6 Personen)
Renate Daporta Jöchler, Präsidentin der Südtiroler Krebshilfe
Unheimliche Morgengrüße Es war noch früh am Morgen, und ich wartete an der Bushaltestelle in der Lüsner Straße, die sich in der Nähe des Waldes befindet, auf den Citybus. Da hörte ich plötzlich mehrmals „Hallo!“ rufen. Ich schaute um mich, konnte aber niemanden entdecken. Die Rufe hörten nicht auf, klangen leicht blechern und etwas komisch. Immer wieder „Hallo! Hallo! Hallo!“, hinzu kamen leicht unverständliche Schimpfwörter. Wieder spähte ich möglichst unauffällig umher, sah aber wiederum keine Menschenseele. Zunächst dachte ich, da nimmt mich jemand aufs Korn, dann wurde mir zunehmend mulmig. Ich schaute nur mehr gerade aus und war froh, als endlich der Bus kam und ich einsteigen konnte. Am Abend erzählte ich meinem Mann und meinen Töchtern von dem unheimlichen Erlebnis – und alle drei begannen lauthals zu lachen: Die Grüße und Schimpfwörter stammten von mehreren Beos – das sind schwarze Vögel mit gelben Schnäbeln, die zu den Staren gehören und mit Präzision verschiedene Stimmen und Geräusche nachahmen.
150 g Zwiebeln 800 g vorwiegend festkochende Kartoffeln 200 g Lauch 30 g Butter 1 Zweig Majoran 1,3 l klare Suppe Salz, Pfeffer Schnittlauch etwas geschlagene Sahne kleiner schwarzer Trüffel aus dem Glas
> Zubereitung
Wahlwerbung, Auftraggeber: Dieter Steger
Zwiebeln fein hacken, Kartoffel schälen und in große Würfel schneiden, Lauch in kleine Ringe schneiden, alles in Butter anschwitzen, Majoran dazugeben, mit Suppe aufgießen und 25 Minuten leicht kochen lassen. Die Suppe mit dem Pürierstab oder im Mixer fein pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Anschließend
die Suppe auf tiefe Teller verteilen. Mit einem Teelöffel voll Sahne, Schnittlauch und einer Trüffelscheibe garnieren. Fertig! Guten Appetit!
Wenn in Kürze der Winter wieder Einzug hält, hat Verena Barth einen guten Tipp für alle Frierenden: Die Kartoffelsuppe mit Trüffel wärmt und tut wohl.
Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info
Voting
Ihre Meinung online
Ergebnis der Online-Umfrage:
„Glauben Sie, dass der Föderalismus auch der Region Trentino-Südtirol Vorteile bringen würde?“
Jetzt Neues wagen.
ja
67%
nein 33%
Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“.
DIETER STEGER klar reden, klar handeln
Die aktuelle Frage des Monats:
Infos unter www.dietersteger.info
Nr. 29
„Erscheint Ihnen der Wahlkampf in diesem Jahr lauter und härter als je zuvor?“ Stimmen Sie mit! www.brixner.info 25
Menschen & Meinungen
LAMMento
VILLNÖSS
13 Geschwister, 1000 Jahre
„Vertrauen ist eine riskante Vorleistung“, dachte der Franz laut nach, während er an unserem Stammtisch in Friedas Bar den Kurs seiner Aktien beweinte. Bei Frieda hatte er aus Mangel an Geldreserven in seinem Portfolio sicherheitshalber nur ein Glas Hydrantensekt bestellt, und ich schaffte es gerade noch, ihn davon abzuhalten, als er mit einer automatisierten Geste einen Löffel Zucker in das Glas schütten wollte. Du hättest deinem Anlageberater eben nicht blind vertrauen sollen, wage ich eine vorsichtige Kritik zu seiner Unvorsicht. „Die rationale Abwägung der mir zur Verfügung gestandenen Informationen war aufgrund der unüberschaubaren Komplexität der Problematik nicht möglich“, verteidigte sich der Franz und trauerte präventiv den Zeiten nach, in denen er sich aus den Kursgewinnen noch einen täglichen Macchiato oder auch zwei leisten konnte. Also hast du deinem Anlageberater blind vertraut, sage ich, das war möglicherweise ein Fehler. „Ich war gezwungen, meine Entscheidung auf Intuition zu stützen“, sagte der Franz, „und natürlich vertraute ich darauf, dass für den Anlageberater meine Zukunft wichtiger war als seine Provision. Dabei hätte ich nur 1 und 1 zusammenzählen müssen – dann hätte sich mein Vertrauen augenblicklich auf 0 reduziert“. 1 und 1? 0? Ich versteh nicht ganz, sagte ich dem Franz, während ich demonstrativ genüsslich meinen Cappuccino schlürfte. „Schau“, sagt der Franz, „die Banken haben das gegenseitige Vertrauen verloren. Wie können sie sich dann erwarten, dass der Kunde ihnen vertraut?“
26
Geislerspitzen vor Augen. Die meisten von ihnen leben auch heute noch im Villnösser Tal, zwei trieb es in vergangenen Zeiten nach Brixen, zwei nach München, eine wohnt heute in Gufidaun; der 86-jährige Franz Schatzer bewohnt nach wie vor seinen Heimathof. Beim Wiedersehen in der alten Stube des Runggatscherhofes wurden – das war zu erwarten – unzählige Erinnerungen ausgetauscht an frühere Zeiten, die in jeder Hinsicht nicht mit den heutigen zu vergleichen sind. In der Stube des Runggatscherhofes ist – bis auf kleine Accessoires wie zum Beispiel einem Fernseher, den es früher natürlich nicht gab – alles beim alten geblieben. Auch das vergilbte Foto der Eltern Franz und Antonia Schatzer und hängt noch an der Wand – neben den Hochzeitsbildern wv der Kinder. Foto: Oskar Zingerle
Hydrantensekt
z Freunde von Zahlenspielereien werden an dieser Geschichte ihre helle Freude haben: Die 13 Geschwister Schatzer aus Villnöss sind – zugegebenermaßen erst in ein paar Tagen, sobald Paula am 12. November ihren 71. Geburtstag feiern wird – zusammen exakt 1.000 Jahre jung! Emma (72), Sepp (75), Marianne (88), Karl (76), Rosa (79), Hans (77), Juliane (74), Luis (68), Antonia (85), Franz (86), Paula (71), Theresia (69) und Frieda Schatzer (80) haben sich vor einigen Tagen zu einem kleinen Wiedersehensfest und für unseren Fotografen an jenem Platz getroffen, der auch viele Jahrzehnte nach ihrer Kindheit für jeden von ihnen als Inbegriff von „Heimat“ gilt: Die 13 Geschwister waren am Runggatscherhof in Villnöss aufgewachsen und hatten als Kinder jeden Tag die herrlichen
CHRISTOPH FUCHSBRUGGER, Geschäftsführer der Eisackwerk GmbH: „Mehr Ökologie, mehr Zivilschutz, mehr Energie“ Ja Es geht dabei darum zu prüfen, ob das bestehende ENEL-Kraftwerk, gespeist aus dem Stausee Franzensfeste, ausgebaut und erneuert wird, oder ob es durch das neue Eisackwerk ersetzt werden soll. Mit dem Eisackwerk wird die heutige ökologische Situation des Eisacks erheblich verbessert, weil der Stausee Franzensfeste zu einer Naherholungszone umgestaltet und der Schwallbetrieb zur Gänze beseitigt wird. Die Stauseespülungen entfallen, und auf einem Drittel der gesamten Ableitungsstrecke wird das Restwasser um 600 Prozent erhöht. Beim bestehenden ENEL-Werk wird der Stausee alle zwei Jahre ausgespült und dabei die gesamte Flora und Fauna inklusive der Fischbestand im Eisack zur Gänze vernichtet (siehe Filmbericht in www.eisackwerk.it, Medien&News). Das ENEL muss deshalb nach jeder Spülung wieder 16.500 Jungforellen einsetzen, was jedoch den Schaden nur zum Teil beheben kann, da die gesamte Nahrungskette zerstört ist. Der Stausee Franzensfeste kann zusätzlich zu einem Rückhaltebecken für Hochwasser zum Schutz von Brixen umgestaltet werden. Die Energieproduktion kann von 135 GWh im Jahr auf 345, also um 210 GWh (+250%) erhöht werden; Dadurch können zusätzlich 60.000 Haushalte mit Elektroenergie versorgt werden. Durch diese Erhöhung der Energieproduktion können jedes Jahr rund 210.000 Tonnen Treibhausgas CO2 vermieden werden. Das Eisackwerk wird umweltverträglich gebaut. Es ist heute möglich, den Zuleitungsstollen soweit zu isolieren, dass nur mehr höchstens 4 l/s je km Stollenlänge eintreten können und somit die Quellen geschützt bleiben. Eisackwerk bedeutet also mehr Ökologie, mehr Zivilschutz und zweieinhalb mehr Energie. z
ALBERT PÜRGSTALLER, Bürgermeister von Brixen: „Nicht abschätzbare negative Umwelteinflüsse“
Nein Der Gemeinderat hat am 30. April über fünf zu vergebende Konzessionen befunden und ist zum Schluss gekommen, das bestehende Kraftwerk in der Hachl beizubehalten und im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie aufgrund drohender negativer Umwelteinflüsse alle anderen Wasserkraftwerke abzulehnen. Gegen eine bessere Nutzung der Wasserkraft ist grundsätzlich nichts einzuwenden, die Auswirkungen auf die Umwelt müssen aber vorab ausführlich behandelt werden. Und das ist der Punkt: Zum einen waren die Projekte zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung noch keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen worden. Die versprochenen Ausgleichsmaßnahmen, die teilweise mit dem geplanten Eingriff gar nichts zu tun haben, waren folglich auch nicht bewertbar. Zum anderen sind die von den Konzessionswerbern vorgelegten Umweltberichte laut Gutachter der Gemeinde zu unausgereift, um eine realistische Bewertung der effektiven Umweltauswirkungen vornehmen zu können. Es wäre nicht sinnvoll, sich auf ein solches Risiko einzulassen und gleichzeitig das funktionierende und bereits abbezahlte Werk in der Hachl um die Wassermenge des Eisacks zu beschneiden – was bei Realisierung des Eisackwerkprojekts passieren würde. Vorstellbar wäre hingegen eine Mehrstufenlösung im Oberlauf des Eisacks, der im Abschnitt von Mauls nach Franzensfeste aller Voraussicht nach ohnehin unter Schutz gestellt werden soll. Diese würde bei viel geringeren Umweltrisiken beinahe dieselbe Produktionsmenge liefern. Es gäbe dann zwei Werke: das bestehende mit den bereits bekannten Umwelteinflüssen und ein neues, das allein aufgrund der kürzeren Stollenlänge weit geringere Risiken nach sich ziehen würde als die große Lösung der Eisackwerk GmbH. z
Sie sich diese Gelegenheit!
Ist das Kraftwerk der Eisackwerk GmbH zukunftsträchtig?
Ködern
Pro& Contra
www.brixen.net
„ Tausche rundumerneuerte
Neonstirnbänder passend für GTI-Nackenstützen gegen Massivgoldkette oder alle Sylvester Stallone Filme ...
”
Suchen, tauschen oder verkaufen Sie alles vom Goldfisch bis zur Motoryacht im Kleinanzeiger auf brixen.net - kostenlos
!
!
27
Umfrage
Angst vor der Bankenkrise? Ein großes Thema beherrscht derzeit die Medien wie sonst nur Naturkatastrophen oder Terroranschläge: In der Finanzwelt kriselt es gewaltig! Riesige Banken sind bereits insolvent, andere stehen kurz davor. Wie wirkt sich die Krise in Südtirol aus? Wir haben Passanten befragt.
„Wir haben zwar selbst Aktien“, räumt Evi Peintner ein, „aber ich glaube, dass es mit der Finanzkrise so ist, wie fast immer im Leben: Es geht mal bergauf und mal bergab. Deshalb wäre Panik die falsche Reaktion; Geduld und Vertrauen sind jetzt wichtig. Ich denke, dass die Leute innehalten und in Zukunft etwas bedächtiger mit dem Geld umgehen werden“.
„Dafür habe ich zu wenig Geld“, lacht Ruth Ramoner. „Viele Leute haben groß spekuliert, und jetzt bricht das System langsam zusammen. Die großen Bankmanager haben zu viel Macht, da kann der kleine Mann nichts ausrichten. Ich denke, dass sich in Zukunft nicht viel ändern wird. Risikofreudige werden weiter spekulieren, andere eben vorsichtiger mit dem Geld umgehen“.
„Die Aktien sind heute eh schon wieder gestiegen“, beschwichtigt Hermann Prosch. „Außerdem sind in Italien Einlagen bis zu 103.000 Euro sicher, somit habe ich keine Angst. Ich denke, dass das Problem eher große, internationale Banken betrifft, die jetzt eh alles daran setzen, aus der Krise zu kommen. In der Zwischenzeit heißt es: Ruhe bewahren“.
Günther Gasser vermutet, „dass die Bankkrise von den ganz großen ausgespielt ist. Es sollte sich also an der Einstellung der Bürger nichts ändern, denn die Finanzmärkte werden sich auch wieder erholen. Viele haben jetzt Geld verloren, und einige Branchen leiden stark darunter. Vielleicht werden die Menschen in Zukunft vorsichtiger mit riskanten Spekulationen“.
Melanie Hinteregger glaubt, „dass die Finanzkrise in allen Bereichen Auswirkungen haben wird – auch bei uns in Südtirol. Sei es auf dem Wohnungsmarkt als auch in vielen andern Bereichen des täglichen Lebens werden Veränderungen zu spüren sein. Panik ist jetzt jedenfalls das falsche Mittel – vor allem für uns kleinen Leute“.
Georg Kaser ist „kein großer Freund der Banken. Dem entsprechend kann ich die Problematik jetzt schwer einordnen, und ich habe auch gar keine Lust, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Für mich ist das Bankengeschäft legaler Betrug. Fachleute sagen, dass das System so funktionieren muss, und dann glaubt es halt jeder. Ich bin zufrieden, wenn mein Zinssatz halbwegs passt“.
„Ich habe keine Befürchtungen, dass sich die Bankenkrise auf mein Leben groß auswirken wird“. Werner Nussbaumer mutmaßt aber, „dass man die Sache in Südtirol schon zu spüren bekommen wird. Ich wäre dafür, dass die großen Bankmanager mit ihrem Privatvermögen für solche Fälle haften, denn die gehen mit dem Geld ihrer Kunden oft zu leichtsinnig um“.
Adolf Erlacher glaubt, „dass wir in Zukunft etwas vorsichtiger und auch bescheidener werden müssen. Auch die öffentlichen Körperschaften müssen zurücktreten, weil ich denke, dass es so nicht ewig weitergehen kann. Ich habe keine Existenzängste, aber man hört ja, dass auch bei uns größere Betriebe die Produktion drosseln müssen. Ich selbst war immer schon ein sparsamer Mensch und kann diese Einstellung nur weiterempfehlen“. 29
Kunst & Kultur EINE WOCHE NACH KRIEGSENDE: Ein junger SS-Mann und ein GI bewachen gemeinsam das Hauptquartier des Roten Kreuzes in Bozen
––––––––––––––––––
30
DIE ROLLE SÜDTIROLS ALS FLUCHTHELFER VON NS-VERBRECHERN
Nazi-Schlupfloch Südtirol
Der Historiker Gerald Steinacher dokumentierte in seiner jüngst erschienen Habilitationsschrift „Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen“ ausführlich die Fluchtrouten und -ziele von NS-Kriegsverbrechern.
I
ch glaube, es begann an dem Tag, als ich zum ersten Mal das Totenlager in Treblinka sah. Ich erinnere mich an SSKommandant Wirth, wie er neben den Gruben voll mit bläulichschwarzen Körpern stand. Das hatte nichts mit Menschen zu tun, das konnte einfach nicht sein. Es war eine Masse, eine Masse von verrottendem Fleisch“. So schilderte Franz Stangl, KZKommandant in Sobibór und Treblinka das Massenmorden, an dem der gebürtige Oberösterreicher sich eigenhändig über Jahre hinweg beteiligte. Es waren mindestens 900.000 Menschen, die unter dem Befehl von Stangl bestialisch umgebracht wurden. Der Mann war berüchtigt für seine Grausamkeit gerade gegenüber Kindern und Säuglingen; in Sobibór warfen SS-Wachen Säuglinge aus einiger Entfernung zur „Selektion“ auf die Ladeflächen von Lastwägen.
Franz Stangl konnte nach 1945
nach Oberösterreich flüchten, wo er auch mit seinem Südtiroler SS-Kameraden Hans Steiner zusammentraf. Ihr eigentliches Ziel war zunächst Südtirol und dann Rom, denn es war in Kreisen der NS-Verbrecher bekannt, dass man auf diesem Wege relativ leicht und ungefährdet an Ausreisepapiere kommen konnte, um sich nach Südamerika, insbesondere ins deutschfreundliche Argentinien, abzusetzen. Massenmörder Stangl ging nachts über die grüne Brenner-Grenze nach Sterzing, suchte dann in Meran erfolglos einen Verwandten, versteckte sich einige Tage in einem Kloster, um weiter nach Rom zu reisen,
wo er von Bischof Alois Hudal mit offenen Armen empfangen wurde. Die Flucht Stangls ist eine von vielen, die Gerald Steinacher in seiner jüngst erschienenen Habilitationsschrift „Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen“ ausführlich dokumentiert. In seiner Publikation, in Fachkreisen bereits als wegweisende Studie gelobt, schildert
dominierende Bild des ewigen ‚Opfer-Landes’ unter der Keule des italienischen Faschismus und Nationalismus“. Steinacher kann belegen, dass Südtiroler SS- und NS-Kameraden ein eingespieltes Netzwerk bildeten rund um die zentrale Figur des erst kürzlich verstorbenen Bozners Karl Nicolussi-Leck, dessen Mitarbeiter, den Eppaner Karl Folie sowie Karl Troy und Walter Spitaler, und dass sie die
Krieg zu einem noch einträglicheren Geschäft.
Eine besondere Rolle spielte
dabei die Diözese Brixen, die für viele Verbrecher die erste Anlaufstelle auf dem Weg nach Rom oder Genua war. Der Brixner Generalvikar Alois Pompanin, klar antiitalienisch und nazifreundlich eingestellt, übte einen großen Einfluss auf Fürstbischof Geisler aus und kannte von seinem Studium
„Vor diesem Hintergrund relativiert sich das bis heute dominierende Bild des ewigen ‚Opfer-Landes’ unter der Keule des italienischen Faschismus und Nationalismus“_ Gerald Steinacher der Zeithistoriker und Archivar am Südtiroler Landesarchiv detailliert die Fluchtrouten und die Fluchtziele von Hunderten von schwerst belasteten Verbrechern und Tausenden von Kollaborateuren in den Jahren 1946 bis 1950.
Fluchthilfe systematisch mit katholischen Klöstern und Pfarrern organisierten. Das Schlepperund Schmugglerwesen hatte in der Grenzregion eine längere Tradition und wurde nach dem
in Rom den „Nazi-Bischof“ Alois Hudal, der jahrelang NS-Größen bei sich versteckte und ihnen über das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) Ausreisepapiere verschaffte.
Steinacher hat jahrelang inter-
nationale wie einheimische Quellen gesichtet und Zeitzeugen befragt und kommt zu einem aus Südtiroler Perspektive wichtigen Ergebnis: „Das vorliegende Buch zeigt erstmals auf, wie Südtirol in jenen Jahren zu einem ‚Nazi-Schlupfloch’ avancierte. Südtiroler waren an zentraler Stelle im Rahmen der Fluchthilfe beteiligt. NS-Täter gab es auch unter den Südtirolern. Vor diesem Hintergrund relativiert sich auch etwas das bis heute
––––
Auszug aus dem Taufregister Sterzing
31
Kunst & Kultur
Die prodeutsche Haltung von Bischof Geisler kam auch vielen NS-Kriegsverbrechern zugute. Rechts daneben vermutlich ein SS-Hauptsturmführer
––––––––––––––
Sehr differenziert beschreibt Steinacher die Rolle der Südtiroler Kirche, deren Führung sich offen nach Hitler-Deutschland ausrichtete, während sich der Klerus und teilweise auch der Vatikan immer deutlicher vom Nazi-Regime distanzierten – eine Kluft, die vollends zutage trat, als bei der Option Bischof Geisler bekanntlich die „Heim-Ins-Reich“Lösung propagierte. Jedenfalls spielten einzelne Pfarrer, wie etwa der in Brixen und Sterzing wirkende Johann Corradini, und der später aus dem Amt entfernte Kapuziner-Pater Leopold von Gumppenberg, der im Brixner Kapuziner-Kloster einigen Verbrechern Unterschlupf gewährte, eine unrühmliche Rolle. Auch das Franziskaner-Kloster in Bozen war ein günstiges Versteck, beispielsweise für keinen geringeren als Adolf Eichmann, den „NS-Schreibtischtäter“, mitverantwortlich für die Deportation
und Ermordung von sechs Millionen Menschen. Während Eichmann auf seiner Flucht 1950 in Innsbruck sogar von SS-Kameraden unsanft verjagt wurde, empfing ihn Pfarrer Corradini freundlich auf der italienischen Seite des Brenners, wo Eichmann sich „zur Feier des Gelingens“ erstmal einen guten Schluck Rotwein genehmigte. Eichmann konnte längere Zeit im Franziskanerkloster untertauchen und bekam von der Gemeinde Tramin – wie viele andere auch – eine Identitätskarte auf den Namen Ricardo Klement; der einst evangelische Eichmann wurde katholisch wieder getauft und dann von Bischof Hudal an das Rote Kreuz in Rom empfohlen, wo man ihm umstandslos die Ausreisepapiere anfertigte.
Bereits 1994 hat der Brixner
Journalist Hartmuth Staffler diese vermutlich kirchenrechtlich
bedenkliche Praxis der „Wiedertaufe“ aufgedeckt, die nach 1945 in unserer Bischofsstadt gang und gäbe war. Einheimische NS-Größen waren ebenso dabei wie „ausländische“, so etwa Erich Priebke, Gestapo-Offizier in Rom, gesucht wegen Massenmord an Zivilisten im Jahre 1944. Jakob Strickner, in den 1930er Jahren Mitbegründer der Tiroler NSDAP und nach dem Krieg 24 Jahre lang Bürgermeister von Gries am Brenner, ließ sich wieder taufen was ihn aber nicht davon abhielt, sich gleichzeitig als NS-Fluchthelfer zu verdingen, darunter etwa für den KZ-Mörder-Arzt Josef Mengele. Der wohlhabende „Todesengel von Auschwitz“ musste aber anders als Eichmann nicht die Klostertour machen, sondern konnte sich einige Wochen ungestört mitten in Sterzing im Hotel „Goldenes Kreuz“ niederlassen, bevor er sich nach Südamerika absetzte.
Die Liste derjenigen, die sich teilweise wochenlang vollkommen ungestört in Südtirol aufhalten konnten und denen bereitwillig weiter geholfen wurde, liest sich wie ein gruseliges „Who is who“ von Nazi-Verbrechern: die Familien von Himmler, Göring und Bormann, der „Schlächter von Lyon“ Klaus Barbie, die KZKommandanten Stangl, „der Henker von Sobibór“ Gustav Franz Wagner, August Steininger (Linz) oder Eduard Roschmann (Ghetto von Riga). Bestürzend sind die unglaublich hohen Zahlen von geflüchteten „kleineren“ NS- und SS-Verbrechern sowie Kollaborateuren aus der Ukraine, der kroatischen Ustasha und der ungarischen Pfeilkreuzlerbewegung; so konnten sich allein 9.000 Ukrainer der Waffen-SS-Division Galizien mühelos 1946 nach Kanada absetzen.
Während in Nordtirol sowohl
bei der katholischen Kirche als auch bei der Bevölkerung die Ablehnung, ja der Hass auf das „Deutsche Reich“ groß waren und belastete Verbrecher damit rechnen mussten, den Alliierten übergeben zu werden, wurden südlich des Brenners nur vereinzelt Anzeigen gemacht. Steinachers Fakten legen die Interpretation nahe, dass dies nicht nur auf eine rein deutschfreundliche Haltung zurückzuführen war, sondern dass hier durchaus ideologisch noch eine deutliche Affinität zum Nationalsozialismus bei der Bevölkerung vorhanden war und viele schlicht und einfach die Flüchtlinge, ob Verbrecher oder nicht, als wichtige Verdienstmöglichkeit nutzten. 90 Prozent der Kriegsverbrecher gelangten über die Fluchtroute
Ausweis von Adolf Eichmann mit gefälschter Identität als „Ricardo Klement“, ausgestellt 1950 in Tramin, wieder aufgetaucht 2007 in Argentinien
––––––––––––
32
Brenner weiter nach Rom oder Genua und konnten sich von dort mithilfe kirchlicher Stellen, insbesondere von Bischof Hudal und dem kroatischen Monsignore Krunoslav Draganovi´c, mit Ausreisepapieren versorgen, die sie wiederum vom IKRK bekamen. Bis Mitte 1951 gab das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) 120.000 solcher Papiere an Flüchtlinge, darunter Tausende von gesuchten Verbrechern. Steinacher hat nun erstmals auch die interne Korrespondenz im IKRK ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass der massenhafte Missbrauch der Pässe der IKRKFührung bestens bekannt war, was die prodeutsch und eher anti-semitisch eingestellten Präsidenten Burckhardt und Ruegger allerdings nicht zum Eingreifen veranlasste. Ein Großteil der NS- und SSSeilschaften konnte sich ein komfortables Leben in Übersee einrichten; nur wenige wurden Der Brixner tatsächlich ausgeliefert und vor ein Gericht gestellt, wie etwa Adolf Eichmann alias Ricardo Klement aus Tramin.
So setzte sich übrigens auch der Bozner Waffen-SS-Offizier Karl Nicolussi-Leck 1948 selber als „kroatischer Volksdeutscher“ mit Hilfe von Monsignore Draganovi´c nach Argentinien ab, um dort im Kreis alter SS-Kameraden „Geld zu verdienen“. Steinacher rekonstruiert minutiös die NSNetzwerke zwischen Übersee und Europa, die bis in die 1980er Jahre bestens funktionierten: „Bei Firmen und SS-Kreisen in Südtirol liefen nicht selten die Verbindungen aus Deutschland, Italien, Spanien und Argentinien zusammen. So entwickelte sich das Grenzland Südtirol von einer Drehscheibe der Flucht zu einer Drehscheibe der Geschäfte“. Gerald Steinacher: Nazis auf der Flucht. Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen. Studienverlag Innsbruck Wien Bozen 2008, 380 Seiten, 29,90 Euro
stephanie.risse@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Meine Meinung Stephanie Risse
Konsequente Aufarbeitung notwendig „Das haben wir ja alles schon gewusst“, so lauten überraschenderweise viele Reaktionen in Südtirol auf Gerald Steinachers Publikation „Nazis auf der Flucht“. Hinter vorgehaltener Hand kursieren sicher viele NaziGeschichten, besonders in den Dörfern, wo sogar die Enkel heute noch genau zu wissen glauben, welcher Nazi-Nachbar den eigenen Opa in den Krieg geschickt hat. Nur aufgeschrieben hat sie kaum einer, diese Geschichten. Bloß niemandem Argumente an die Hand geben, denn Faschisten und Nazis, das waren immer die anderen. Umso wichtiger ist Steinachers Publikation, die übrigens schon in der vierten Auflage nachgedruckt werden muss. Denn sie verbindet die vielen Geschichten mit wissenschaftlich fundierter Quellenrecherche. Viele Archive sind nun offen, selbst die Deutsche Nationalkirche Anima in Rom hat ihre Tore für die Forschung geöffnet und leistet wertvolle Aufarbeitung auch der dunklen Seiten ihrer Vergangenheit. Doch die Archive der Diözese Brixen sind nach wie vor nur bis zum Jahr 1937 zugänglich, was eine konsequente Aufarbeitung dieses Kapitels Südtiroler Geschichte behindert. Aber diese Arbeit muss getan werden aus Respekt und im Andenken an die Millionen Menschen, die grausam im Namen des „Deutschtums“ umgebracht wurden. Südtiroler waren auf beiden Seiten zu finden, auf Seiten der Opfer, aber ebenso auf Seiten der Täter – und das auch noch nach dem Krieg.
Dr. med. Liane Hirte Zahnärztin 39042 Brixen - Kreuzgasse 10 Tel. 0472 20 19 17 info@zahnaerztin-hirte.it www.zahnaerztin-hirte.it
klima:aktiv gesundes Wohnen für Generationen. Das ist ja noch schöner: Minimaler Energiebedarf Gesunde Baustoffe Ressourcenschonende Bauweise Höchste Förderungen Bauen Sie Ihr individuelles Klimahaus!
HARTL HAUS Italia srl. Reiner Kirchler Tel. 348 716 85 11 Pillhof Nr. 25, 39057 Eppan www.hartlhaus.it, info@hartlhaus.it
Neue Öffnungszeiten: Mo Di Mi Do Fr Sa
8.00-13.00 und 9.00-13.00 und geschlossen 9.00-13.00 und 8.00-13.00 und 8.00-12.30 Uhr
14.00-18.00 Uhr 14.00-18.00 Uhr 14.00-19.00 Uhr 14.00-17.00 Uhr
33
AUSSTELLUNG
Kunst & Kultur
Bonell versus Botox Das Diözesanmuseum Hofburg Brixen zeigt Portraits des Südtiroler Künstlers Gotthard Bonell.
E
r hat sich einfach umgedreht und ist gegangen“, kommentiert Gotthard Bonell die offizielle Übergabe des Portraits an Luis Durnwalder. Mit bissiger Schraffur zeichnet das Bild diesen Charakter nach, der vom Herrgott mit allen erforderlichen Vollkommenheiten – perfeciones tirolensis – gesegnet wurde. Schönheit gehörte anscheinend nicht dazu.
Bonell verschönert nicht. Ganz
im Gegenteil. Er meißelt Falten und Unregelmäßigkeiten mit derselben Unerbittlichkeit in die Gesichter, mit der sie sich dem Betroffenen im Lauf der Jahre aufgedrängt haben. Mit Pinsel und Ölfarbe hat der gebürtige Trudener jener Gesellschaft den Kampf angesagt, die mit BotoxInjektionen und anderem unserem Sein zum Tode zu entfliehen gedenkt. Er knetet und verbohrt sich in den Senken und Kuppen der physiognomischen Landschaften seiner Opfer, pardon! der dargestellten Personen. So lange wird das Fleisch geprügelt, bis das zeitlose Wesen der Menschen resigniert und mit erhobenen Händen hervortritt. Wo dies gelingt, geht der Maler weit über den Impressionismus hinaus, der offensichtlich auch in ihm seine Spuren hinterlassen hat. Nicht weniger streng als mit den anderen, geht er auch mit sich selbst und seiner Familie ins Gericht. Die charakteristische „Bonellsche“ Nase seines Selbstportraits springt dem Betrachter regelrecht ins Gesicht. Ähnlich bei den Bildern seiner Kinder. Weiters zeigen die Malereien Persönlichkeiten aus dem kirchlichen, politischen und kulturellen Bereich. Das Bild „Einsamkeit“ zeigt eine aufgedunsene alte Frau, die sich auf der Leinwand breit macht – ein Beweis, dass Bonell auch das große Format beherrscht. „Hanspeter“ verkürzt einen Mann zur welken Zimmerpflanze. Die Schwelle zur Karikatur wurde überschritten. Höhepunkt der Ausstellung bildet wohl das Portrait des verstorbenen Bischofs 34
Gotthard Bonell, Vater, Öl auf Holz, 1989
Wilhelm Egger – zumindest der zentralen Stellung nach, an der es aufgehängt wurde. Das zeitlose Lächeln und die lila Farben im Hintergrund erheben das Werk zu einer Allegorie der Sanftmut. Nicht nur eine Skizze ging dem Bild voraus, sondern ein zehnstündiges Gespräch mit dem Bischof. „Wichtiger als die Skizze ist mir der Dialog mit den Menschen“, erstaunt der Künstler. Tatsächlich ragen namentlich jene Werke heraus, denen eine persönliche Bekanntschaft zugrunde liegt. Das Portrait seiner Eltern ist ein eloquentes Beispiel.
Gotthard Bonell ist vor allem
ein Graphiker, kein Maler. Seine zeichnerische Begabung setzt er durch eine sichere, teilweise manieristische Linienführung ein. Diese Verzerrung fügt den Abbildungen eine karikatureske Note bei. In der Tat sieht sich
–––
der Künstler nicht so sehr von der klassischen Hofmalerei beeinflusst als vielmehr von den bitterbösen Darstellungen eines Otto Dix. In seinem Hang zum Morbiden steht er in der Tradition eines Egon Schiele. Die dick aufgetragene Farbe zur Formung des Fleisches erinnert indessen an Lucian Freud. Jedem Bild geht eine Skizze voraus – ganz nach klassischer Manier. Auch der Einsatz der Ölfarbe steht in einer fünfhundert Jahre alten Tradition. Der gestische Pinselstrich gilt als Zug der Moderne und geht auf den Impressionismus zurück. Dieser Stil entstand in Anlehnung an die Photographie, die zur selben Zeit erfunden wurde. Wie kein anderes hat dieses Medium die Malerei im 20. Jahrhundert aus den Angeln gehoben und in eine tiefe Krise gestürzt, ja teilweise entthront und vernichtet. Das Photo ist schließlich schneller,
billiger und genauer als die Malerei. „Ich verwende ab und zu Photos, doch nur für einige Details“, meint Bonell beiläufig. Doch der unentschlossene Einsatz eines äußerst wirkmächtigen Mediums zeitigt eine unentschlossene Wirkung. Die Bilder sind Zeugen. In der großen Kunst geht der Einsatz eines jeden Mittels mit Notwendigkeit aus dem Werk hervor – umso mehr, als es sich in diesem Fall um die Photographie, ein Mittel von revolutionärer Tragweite, handelt.
Keine entschlossene Antwort auf diese moderne Herausforderung gegeben zu haben, ist wohl der Schwachpunkt dieses begnadeten und tieffühlenden Zeichners, der Südtirol alle Ehre macht. andres.pizzinini@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
KULTURELLER BENEFIZABEND
Kunst tut gut Ein Benefizkonzert mit dem MGV Brixen, Choriosum und Felipe Rossel aus Bolivien bildete den Auftakt zur Online-Aktion „Kunst tut gut“ zugunsten der Organisation fĂźr eine Welt (OEW).
Z
Ăśgernd betrat der Musiker aus Bolivien, Felipe Rossel, die BĂźhne. Dabei hatte er grĂśĂ&#x;te MĂźhe, sich eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht zu fegen. „Es ist das erste Mal, dass Felipe vor einem solchen Publikum spielt“, kĂźndigte der Moderator an. So verlegen der Latino auch mit seinem Haar zankte, so direkt traf er die HĂśrer mit seinen Liedern ins Herz. Klavier und Gesang „A todo pulmon“, aus voller Lunge, wie eines seiner Lieder heiĂ&#x;t. Die kalten Wände des Forums Brixen wurden mit den warmen TĂśnen seiner Stimme neu gestrichen, und die SĂźdtiroler ZuhĂśrerschaft saĂ&#x; dabei recht artig in den Sesseln und verhielt sich ganz diszipliniert. FĂźr manche mag durch die bolivianischen TĂśne das Bild von Luzi Lintner kurz wiedererstanden sein, einer Entwicklungshelferin der OEW, die im Februar dieses Jahres gerade in Bolivien verschied.
Der Kontrast zum nächsten
musikalischen Teil hätte nicht grĂśĂ&#x;er sein kĂśnnen. Der ehrwĂźrdige Brixner Männergesangverein marschierte wenig später Ăźber die BĂźhne. 42 Männer mit violettem Lätzchen und einem Klavier priesen „den guten Wein“ und den Herrgott in Schuberts „Gott ist mein Hirte“. Der Abend war in Schwung gekommen, und man
stĂźrzte sich in der Pause genĂźsslich auf die Knabberspeisen und den angekĂźndigten guten Wein. Silvia Pitscheider, die GeschäftsfĂźhrerin der OEW, formulierte wenig später in einer konzisen Rede die Ziele der Organisation: eine gerechtere und sozialere Welt, in der sich Kulturen mit Respekt begegnen. „Die Migration ist eine Tatsache und wird nicht stoppen“, konkretisierte die junge GrĂśdnerin ihre hehren Worte.
Zur UnterstĂźtzung dieser Ideale
wurde auf die Graphiken verwiesen, die an den Wänden hingen – eine Schenkung eines Sammlers, der nicht namentlich genannt zu werden wĂźnschte. Ausgestellt waren nur wenige Werke dieser insgesamt 645 Bilder starken Sammlung. Es wurde die Aktion „Kunst tut gut“ vorgestellt, die es Menschen ermĂśglicht, Pate einer solchen Graphik zu werden. Der Preis eines Bildes: hundert Euro. Um Pate eines der Kleinodien zu werden, begebe man sich auf die Internetseite www.oew.org, wo auch die gesamte Sammlung zu sehen ist. Es mag eine Unaufmerksamkeit gewesen sein, oder womĂśglich lag es an der Bescheidenheit der Organisatoren, dass kein Wort Ăźber die „namhaften“ KĂźnstler verloren wurde, die man im Prospekt angekĂźndigt hatte. Manches vom Gezeigten war
Sonderwochen 18.11. - 22.11. Schminkberatung mit Visagist von C. DIOR (auf Vormerkung)
Drogerie - ParfĂźmerie
Der Brixner Männergesangsverein umrahmte die Veranstaltung neben Felipe Rossel und dem Chor „Choriosum“
––––––––––––
zwar dilettantisch, andererseits kann sich die Sammlung groĂ&#x;er Namen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts rĂźhmen – unter ihnen Joseph Mikl, Salvador DalĂŹ und Alberto Giacometti. Manche der gewichtigen Namen halten sogar, was sie versprechen. Beispiele sind die bemerkenswerten Radierungen von Alfred Kubin und Otto Wols. Einige Graphiken bekamen bereits am selben Abend einen Paten. Allen voran wurde eine Serigraphie mit einem grĂźnen Frosch unter Dach und Fach gebracht. Eine Sorge weniger.
Die Synthese zwischen dem herzigen Rossel und dem gravitätischen Männergesangverein bildete der pittoreske Chor
25.10. - 31.10. 31.10. - 08.11. 08.11. - 15.11. 15.11. - 22.11.
„Choriosum“: In bunten Hemden trudelten die 35 Sänger herein. Mit musikalischen WinkelzĂźgen Ăźberraschten sie das Publikum. „Die geographische Fuge“ ist ein erfrischender Zungenwetzer, der das gesprochene Wort als musikalisches Stilmittel einsetzt. Mit Liedern aus Dalmatien und Namibien sorgte der Chor weiters fĂźr gute Laune, emotionalen Tiefgang und Interkulturalität – ganz nach dem Geschmack der OEW. Sobald alle Musiker mit einer Zugabe ihren Tribut gezollt hatten, gelangte der Abend an sein Ende. Ein vielschichtiger und ungewohnter Abend fĂźhrwahr, der insgesamt als gelungen bezeichnet werden darf. andres.pizzinini@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
E. Lauder Biotherm H. Rubinstein Shiseido
"RIXEN $OMPLATZ s 4EL Auch jeden Samstag Nachmittag geĂśffnet.
35
Die Wallfahrtskirche in Zinggen Die kleine Kirche in Zinggen feierte vor kurzem sein 350-Jahr-Jubiläum. Wie entstand der Marienwallfahrtsort, und welche Besonderheiten hat er aufzuweisen?
Z
inggen ist ein uralter, nicht erklärter Flurname; aber seit etwa 1300 wird der „Zinkhof“ oft in Urkunden genannt. Er war im Besitz der Kempter, Sargant und Anreiter; seit 1845 gehörte er dem Elefantenwirt Friedrich Mair, der ihn 1872 an den Fürstbischof Vinzenz Gasser verkaufte, worauf in dem großen Obstanger das Knabenseminar erbaut wurde. Die alten Teile des nordöstlich gelegenen Zuhauses sind die Überreste des Zinkhofes.
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
GESCHICHTE
„Zingkh“ war auch ein Brixner
Geschlechtername. In der älteren Zeit heißt es nie anders als „am Zinggen“; so steht im Brixner Totenbuch vom 12. April 1576, dass „am Zinggen bey der Sag“, ein Weib tot aufgefunden worden ist. „Am Zinggen“ stand also eine Säge, auch eine Mühle, und der Innsbrucker Bibliothekar Anton Roschmann berichtet in seiner handschriftlichen „Reise nach der fürstlichen Residenzstadt Brixen im Herbst 1750“, man habe „auf den sogenannten Zinggen in zwey Städlen bey 20 Marmorsägen aufgerichtet, welche alle für das Domgebäu beschäftigt sind“. Eine größere Straße führt hier erst seit 1641-1645 vorbei. Die Brennerstraße verlief noch lange danach am so genannten Schalderer Bachl, westlich vom Vinzentinum. Philipp Oberinger, Müller am Zinggen, soll hier etwa um die Mitte des 17. Jahrhunderts auf eine, wie ihm schien, wunderbare Weise zwei hölzerne Statuen gefunden haben: Christus im Elend und die schmerzhafte Mutter Gottes. Er habe für sie vorerst eine hölzerne Kapelle errichtet. Die beiden Statuen sind in Zinggen noch in zwei verglasten Nischen im Hochaltar zu sehen – grobe, bäurische Arbeiten, dick mit Ölfarbe überstrichen, weshalb ihr Alter schwer festzustellen ist. Jedenfalls zeigen sie noch 36
Die Zinggener Kirche zeigt recht klar die Stilformen des Südtiroler Barocks
––––
einige Merkmale später Gotik, sie werden also wohl aus dem 16. Jahrhundert stammen.
Die Wallfahrtskirche in Zing-
gen ist eine Loretokirche. Diese stehen an den Straßen, so jene von Winnebach, die im Jahre 1649 durch Hans Klettenhamer erbaut und 1650 geweiht wurde.
In Brixen war der hier geborene Jesse Perkhofer seit seiner Erhebung zum Weihbischof im Jahre 1649 eifrig bemüht, eine „lauretanische Kirche“, eben in Zinggen, zu erbauen. So geschah es wohl auf seinen Wunsch, dass der Dreikönigenbenefiziat Blasius Glazl und der schon genannte Müller Philipp Oberinger mit großem
Eifer Geld sammelten, mit dem dann in verhältnismäßig kurzer Zeit das Gotteshaus erbaut werden konnte. 1658, also vor genau 350 Jahren, wurde die Kirche schließlich geweiht. Bei den Loretokirchen sind der einfache rechteckige Grundriss und vor allem die Ziegel-Nachahmung am Gemäuer charakteristisch,
B<J:?KE@>C %'+% $ '0% ((% )''/ N€Z_k\i%
@VhiVc^Z
K`cj# =\c[k_liej# BcXlj\e# M`ccXe[\ij# 9XiY`Xe
nnn%b\jZ_ke`^c%`k "*0 *+0 ()*'*-'
Der barocke Hochaltar mit dem Gnadenbild „Mariahilf“ macht Zinggen zu einem Marienwallfahrtsort
––––––––
weiters das einfache TonnengewÜlbe und der Umstand, dass kein eigener Chor vorhanden ist, sondern nur ein Gitter, und das Schiff in einer einfachen Glockenmauer untergebracht ist. In Zinggen war den Erbauern diese einfache Form nicht genug; das zeigen die beträchtliche HÜhe der Kirche, der eigene Chor und besonders der originelle achteckige Turm mit dem schÜnen Pyramidendach aus glasierten Ziegeln. Den Hochaltar widmete der Weihbischof Perkhofer selbst.
Die Zinggener Kirche zeigt
recht klar die Stilformen des frĂźhen SĂźdtiroler Barocks: Da ist noch alles flächenhaft, wenn auch nicht schmucklos. Die Eckquadern, die Rahmen mit den gesprengten Giebeln an TĂźren und Fenstern, die Zahnschnittfriese, wie man sie auch an der Hofburg und an der Klarissenkirche sieht, die Obelisken – all das ist noch wenig untereinander verbunden und wirkt wie Kunststicharbeit. Auch im Innern ist alles flächig, wie in den um dieselbe Zeit erbauten Kapuzinerkirchen. Nur ein schlichtes Gesims trennt die Wände von den TonnengewĂślben: das alles ist der Ausdruck einer Zeit, in der das Kirchenbauen in SĂźdtirol sozusagen von neuem begonnen werden musste. Im Jahre 1757 wurde durch eine Ăœberschwemmung des Eisacks
der Chor beschädigt, wenn auch nicht wesentlich, wie der heutige Baubestand noch lehrt. Ein Teil der Ornamente, zum Beispiel die schweren klassizistischen Buschkrßge am Triumphbogen, ßberhaupt der schmutzig-grßne Ton der Kirche, geht auf die Restaurierung zurßck, die um 1910 durchgefßhrt wurde. Von der ersten Kirchenausstattung blieben noch vorhanden die Statuen der zwÜlf Apostel, die ursprßnglich wohl zu den Weihekreuzen gehÜrten und gute Beispiele fßr den manieristischen Stil des Frßhbarocks sind, und der von unzähligen Händen abgegriffene und polierte marmorne Weihwasserstein.
Der barocke Hochaltar mit dem
Gnadenbild „Mariahilf“, ein Blickfang im Inneren, macht Zinggen zu einem Marienwallfahrtsort. Beachtenswert sind ferner die Skulpturen am Altar und an den vier Wänden, die alle aus dem 17. Jahrhundert stammen. Im Jahre 1837 schuf der Brixner Josef Erler, der unter anderem die Ansichten von Bozen mit der von einem Brand zerstĂśrten EisackbrĂźcke zeichnete, das wunderbare Freskogemälde. Dieses sowie die Grabsteine, die Siebenschläferstelle hinten rechts und die Seitenaltäre haben es auch verdient, besichtigt zu werden.
9^ZchiV\! )#&&#%- Ă… :gÂ?[[cjc\ ^c I^ah N Z_k\i BXjkXe`\ &&#%% :gÂ?[[cjc\ b^i AG HVW^cV @VhhaViiZg Bjg ^b KZgZ^ch]Vjh kdc I^ah @>C9hiaZg Ă… L^Z Y^Z @^cYZg YZg <gjcYhX]jaZc ZciaVc\ YZh @ZhX]iclZ\Zh Y^Z @VhiVc^Z Vah L X]iZg hZ]Zc 6jhhiZaajc\hZgÂ?[[cjc\ bjh^`Va^hX] jbgV]bi kdc =Z^co 7”g\^c IÂ?W^ IdWaZg 8= &'#%% =Z^b^hX]Z <Zg^X]iZ kdc YZc I^ahZg 7 jZg^ccZc &(#%% LVcYZgjc\ kdc I^ah cVX] ;ZaYi]jgch b^i GZcVid HigVhhbVcc 8=$;$6 '%#%% @ aVc\bZY^iVi^dc b^i =Z^co 7”g\^c IÂ?W^ IdWaZg 8= ^c YZg He^iVah`^gX]Z kdc @aVjhZc B^iildX]! *#&&#%- N Z_k\i ;fcfd`k\e &%#%% LVcYZgjc\ kdc K^aaVcYZgh cVX] 7VgW^Vc b^i AZVcYZg BdgdYZg! 9^gZ`idg B^Xjg} YZ G” AVY# >chi^iji @aVc\i]ZgVe^Z ^b 6aiZc]Z^b kdc ;ZaYi]jgch b^i =Z^co 7”g\^c 8= &.#%% HV\ZcVj[[”]gjc\ YZg <gjcYhX]”aZg kdc 7VgW^Vc ^b KZgZ^ch]Vjh kdc 7VgW^Vc 9dccZghiV\! +#&&#%- N Z_k\i FjnXc[ mfe Nfcb\ejk\`e &%#%% LVcYZgjc\ kdc @daabVcc cVX] 7VgW^Vc b^i <ZgVaY C^ihX]Z 6 '%#%% @dcoZgi ^c YZg ;g^ZYWjg\ ^c @daabVcc b^i 6ae 7dgV I”g`Z^! L^Zc jcY :WZg]VgY @jbbZg L^Zc ;gZ^iV\! ,#&&#%- N Z_k\i 9\i^cXe[n`ikjZ_X]k &%#%% LVcYZgjc\ kdc @aVjhZc cVX] K^aaVcYZgh b^i @Vg^c =jWZg! Hadl ;ddY &-#%% IÂ?g\\ZaZc b^i L^gih]Vjhbjh^` WZ^b L^c`aZg]d[ ^c Hi# Bdg^io! K^aaVcYZgh HVbhiV\! -#&&#%- N Z_k\i ?Xe[n\ib .#%% Ă… &+#%% C^\abVg`i ^c ;ZaYi]jgch b^i EgdYj`iZc Vjh YZg AVcYl^gihX]V[i jcY YZb =VcYlZg` H”Yi^gdah! hdl^Z K@:"He^Zal^ZhZ &%#%% LVcYZgjc\ kdc ;ZaYi]jgc cVX] HX]gVbWVX] b^i IdbbVhd =jWZg 6 '%#%% @VWVgiZii Ă˜<ji aZWZc d]cZ c^mÇ b^i <Â?io 7jgn L^Zc ^b HiVaa kdb O^Zgc[ZaYZg]d[ ^c ;ZaYi]jgch! VchX]a^ZœZcY Ă˜c^m YV\Z\ZcÇ! HVaddcbjh^` b^i YZc I^gZ 7djX]dc jcY [Z^cZg KZgeĂ”Z\jc\ HdcciV\! .#&&#%- N Z_k\i Gif$j`k .#(% 9Vc`\diiZhY^Zchi ^c YZg E[Vgg`^gX]Z ;ZaYi]jgch WZ\aZ^iZi kdc YZc LVX]VjZg EZhiWa hZgc 6 &&#%% Ă… &,#%% C^\ahjcci^\ ^c ;ZaYi]jgch IÂ?g\\ZaZc Vj[ YZg 9dg[higVœZ b^i ]Z^b^hX]Zc HeZo^Va^i iZc! \ZWgViZcZc @VhiVc^Zc! ;ZaYi]jgcZg KZgZ^cZc jcY YZg K@:"He^Zal^ZhZ WZ^b DWZgl^gi Egd\gVbb cYZgjc\Zc kdgWZ]VaiZc# 9ZiV^ah/ lll#`ZhX]ic^\a#^i
andreas.raffeiner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 37
Kunst & Kultur
Foto: Oskar Zingerle
ERZÄHLKUNST
Internationales Erzählkunstfestival z Lügengeschichten oder Märchen im Schloss Pallaus, das Nibelungenlied oder Märchen für kleine oder große Öhrchen – all jene, die entdecken wollen, was Erzählkunst alles bewirken kann, finden Ende November genügend Hör-Futter: Nach dem sehr erfolgreichen Erzählkunstfestival vor zwei Jahren, das bis zu 1.200
Interessierte in das Jugendhaus Kassianeum gelockt hatte, findet vom 20. bis zum 23. November die zweite Ausgabe statt. Über 20 Erzähler und Erzählerinnen aus dem In- und Ausland erzählen dabei frei, ganz ohne Vorlage, Geschichten, Sagen und Märchen zu unterschiedlichen Themen und aus verschiedene Ländern – für
Kinder und Erwachsene, Familien und Singles, Jugendliche und Senioren. Das detaillierte Programm ist beim Jugendhaus Kassianeum
erhältlich, die einzelnen ErzählErlebnisse finden sich zudem in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db
und eine Ballettoper mit dem Sorbischen National-Ensemble, die den Kampf einer Minderheit um Identität zum Inhalt hat. Forum
Cultur bietet ein vergünstigtes Sechser-Abo an; detaillierte Infos erteilt das Forum Brixen. Internet: www.kulturverein.it. db
Das Pädagogische Gymnasium Brixen bringt im November ein Musical auf die Bühne: „Neubeginn“ lautet der Titel des Stückes, das von Markus Dorfmann, Ivan Miglioranza und Alessandra Abram gemeinsam mit den Schülern erarbeitet wurde.
Die Heimatbühne BrixenMilland inszeniert anlässlich des Wilhelm-Busch-Jahres eines der bekanntesten Werke des humoristisch-satirischen Dichters und Malers. Die Lausbubengeschichte „Max und Moritz“ wird im Jugendheim Milland aufgeführt; Regie führte Christine Jaist.
K&K Kunst & Kultur
KULTURREIHE
Höhepunkte von Forum Cultur z Der Kulturverein Brixen, Pro Cultura, Forum Brixen sowie die Gemeinde haben erneut das Kulturprogramm „Forum Cultur“ erstellt – ein bunter Mix aus Konzerten, Opernaufführungen, Theater, Tanz- und Filmvorführungen, die im Forum Brixen stattfinden. Zu den Höhepunkten zählt das Konzert der Streicherakademie Bozen mit dem jungen, international berühmten Geiger Alexander Gilmann am 21. November, der neben Mozart und Mendelssohn ein virtuoses Stück von Henryk Wieniawski interpretieren wird.
kurz
notiert
38
Ein buntes Erlebnis bietet am 5. Dezember der Mädchenchor Carmina Slovenica, der in wunderschönen Kostümen und einer ausgeklügelten Choreografie Adventsmusik verschiedener Völker, Religionen und Zeiten aufführen wird. Das Neujahrskonzert ist mit dem Haydnorchester unter der Leitung von Arthur Fagen sowohl ein gesellschaftliches als auch musikalisches Großereignis. Höhepunkt im Frühjahr 2009 ist das Konzert des „Chorus sine Nomine“ unter der Leitung des jungen Dirigenten Johannes Hiemetsberger
Im „Kunstgassl“ in der Domgasse ist bis Ende Oktober eine Zusatzausstellung zur aktuellen Skulpturenschau von Markus Gasser in der Hofburg zu sehen: Gezeigt werden seine „Polychromen Köpfe“, täglich von 9 bis 22 Uhr.
NACHGEFRAGT
„Smooth-Pop-Soul-Rythm&Blues“ KLAUS RAMOSER, Gitarrist und Ideator der „Brixtown Music Night“ (www.brixtown.it), über die vierte Ausgabe, bei der am 14. und 15. November etwa 30 einheimische Musiker im Jugendheim Milland auftreten werden. Herr Ramoser, welche Idee steckt hinter der „Brixtown Music Night“? Die „Brixtown Music Night“ findet heuer zum vierten Mal statt, und das Konzept scheint aufzugehen, denn Publikum und Mitwirkende freuen sich gleichermaßen auf diese Veranstaltung. Mit der Musikauswahl gehe ich sehr sorgsam um, damit eine gesunde Mischung von gut harmonierenden Stilrichtungen herauskommt. Wichtig ist dabei, dass die Musik ein gewisses Niveau hat und dass wir damit beim Publikum Emotionen auslösen. Die „Brixtown-Band“ begleitet die meisten Künstler und sorgt
so nebenbei für einen flüssigen Ablauf – ohne Umbaupausen. Worin unterscheidet sich diese Ausgabe von den vorhergehenden? Am Grundkonzept wird nicht viel geändert. Auch der Veranstaltungsort, das Jugendheim in Milland, hat sich als ideal herausgestellt. Hier stimmen Größe, Atmosphäre und die gute Akustik. Auch wichtig: die kostenlosen Parkplätze ringsherum. Wieviele Musiker sind dieses Mal dabei? Wir kommen auch heuer wieder auf insgesamt fast 30 Leute. Die
Musiker stammen aus Brixen und Umgebung, oder sie arbeiten und studieren hier, wie Daniela Willeit, Bruno Festini, Yvonne Rigger, Bino Baccelliere, Giorgia Bracchi & the Flying Mind, Andy Capaldo, Christian Losso mit Angie & Lex, Renato Olivari, Peter Raffin – und einigen Überraschungsgästen. Um welche Musik handelt es sich? Es ist gefällige und nicht zu laute Popularmusik. Man könnte sie als Smooth-Pop-Soul-Rythm&Blues bezeichnen – mit einer Prise Weltmusik vielleicht. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Die neuen Stars von VW und Audi bei Auto Brenner: • Audi A3 Sportback • Audi A6 / A6 Avant • Vorstellung des neuen Audi Q5 am 22. + 23. November Jetzt schon bei uns: • VW Golf VI • VW Scirocco .500 jetzt nur � 14 .000 , 21 � km r 04/08, 0 km, jetzt nu f 1.6 United, .700 ne, 07/08, 0 28 tli � r ep nc nu z.B.: VW Gol t Co tz F je 9 TDI DP , km .600 0 22 00 � 5. VW Touran 1. r 8, jetzt nu 1.8 TSI, 06/0 46.600 � VW Passat CC DPF, 07/08, 0 km, r nu t tz je Ie 8, 0 km, .500 Audi A3 1.9 TD tro tiptr., 02/0 jetzt nur � 31 t 2.7 TDI quat km, an 0 Av 00 3. A6 7, di 00 Au 03/2 TFSI 200 PS, Audi TTR 2.0
SPAREN SIE
Kaufen Sie kein Auto ohne unser Angebot!
Auto Brenner Ihr VW-Audi Partner in Brixen und Bozen
N!
RFÜHRWAGE
NSEREN VO JETZT MIT U
BRIXEN - Bahnhofstraße 32 Te l . 0 4 7 2 9 7 1 1 1 1 - i n fo - b x @ a u to b re n n e r. i t BOZEN - Lanciastraße 3 Tel. 0471 201111 - www.autobrenner.it
39
Kunst & Kultur
MUSIK
BRIXEN
Interkultureller Chor
Was Philatelisten freut
z Acht Nationen. Ein Chor. Mit Klavierbegleitung und zusätzlichen Instrumenten sang der frischgebackene Chor des Hauses der Solidarität während der Messe im Haus. „Oh happy day“, ein glücklicher Tag, führwahr. Sowohl für die Chormitglieder als auch für die Zuhörer. Ein pittoreskes Ensemble bestehend aus Südtirolern, Irakern, Afghanen, Bolivianern, Deutschen, Tschechen, Namibiern und Kosovaren. Unter ihnen politische Flüchtlinge, Gastarbeiter, Obdachlose und Leute mit psychischen Störungen. Das Bindemittel dieser Zusammensetzung bilden einige unternehmungslustige Südtirole-
40
rinnen – allen voran Verena Comploj, die Chorleiterin. Sie wohnt seit September im HdS und hat alle Hände voll zu tun, um die Leute für die Proben zusammenzutrommeln. „Von der Bereitschaft der Teilnehmer hängt auch die Zukunft des Chores ab“, meint die junge Brixnerin. Die verbindende Funktion der Musik gilt ihr als Motivation für das Unterfangen. Ihre beiden Schwestern, die ebenfalls im Haus wohnen, unterstützen sie dabei. Durch die unterschiedliche Herkunft der Chormitglieder wie auch durch ihren sozialen Stand sieht sich die Musikerin vor zahlreiche Schwierigkeiten gestellt: „Musikalisch ist der HdSChor nicht mit einem anderen vergleichbar“, erläutert Comploj. Dass das Resultat nicht professionell ist, mag sein, doch zumindest den Sängern scheint die Tätigkeit Spaß zu bereiten. Dass jemand an das Zustandekommen eines solchen Projekts überhaupt geglaubt hat, adelt es – unabhängig vom Resultat. ap
z Seit 38 Jahren bereits gibt es den Briefmarken- und Münztauschklub in Brixen. Jahrein jahraus wurden viele philatelistische Ausstellungen, anfangs noch unter dem mittlerweile verstorbenen Präsidenten Max Rungg, durchgeführt. Gegenwärtig steht dem Verein mit rund 50 Mitgliedern Luis Thaler vor. Neben den Tauschbörsen, die zwischen September und Juni jeweils mittwochs ab 19.15 Uhr im Tiefgeschoss des italienischen Kindergartens in der Widmanngasse abgehalten werden, veranstaltet der Briefmarken- und
Münztauschklub jeweils im Frühling und Herbst Tauschtage. So auch in Kürze: Am 26. Oktober werden im Forum Brixen von 8 bis 13 Uhr Briefmarken nicht nur ausgestellt, sondern auch getauscht und verkauft. Aber nicht nur bunte Bildchen, die das Herz eines jeden Philatelisten höher schlagen lassen, sondern auch Münzen und Ansichtskarten werden heuer zu bewundern sein. Wer Fragen zum Verein hat oder ihm beitreten möchte, kann sich gerne mit dem Vorstand unter Telefon 0472 835196 in Verbindung setzen. ar
Foto: Oskar Zingerle
AUSSTELLUNG
Befremdend und rührend
Wahlwerbung. Auftraggeber: Erich Meraner
z Manfred Mureda und Leander Piazza, zwei bekannte Grödner Künstler, sind auf eine subtile Art aufeinander abgestimmt. Beide vereint eine ausgewogene
Formenschönheit und die plastische Darstellungsweise. Kraftvolle Farben und bildhauerische Plastizität bestimmen die Bilder von Leander Piazza und begleiten meisterhaft die farblich naturbelassenen Terracotta-Skulpturen von Manfred Mureda. Diese beherrschen den Raum mit einer, auch im Kleinformat, unübersehbaren Aussagekraft. Mureda zeigt in seinen Skulpturen eine eigenwillige Formensynthese, die sich nie ganz erfassen lässt. Seine sinnlichen, runden Formen veranschaulichen bewusst die Hohlheit. Stets stellt er dem Vollen die Leere gegenüber und erinnert damit an die Weisheit des Taoismus, der am Beispiel des Kruges, der hohl sein muss, um sich füllen zu können, die Leere und die Fülle als notwendige Formen des Lebens bewusst gemacht hat. Mureda trennt die Hand oder den Fuß vom Körper und lässt die Gliedmaßen dann einfach
als Gegenstück zum Kopf erscheinen, und so stellt sich dem Beobachter die Frage, „was mit diesem Handrücken gemeint ist, der sich an das Gesicht lehnt, fast wie wenn er es stützen wolle, was aber auch nicht sein kann, denn die Hand ist nicht ganz dazugehörig, sie kommt irgendwie von außen, und dennoch…“. Einer der Köpfe hat noch dazu ein Loch im Schädel, als ob Mureda sagen möchte, das Ganze habe „weder Hand noch Fuß, schaut mal, was ihr daraus machen könnt“. Diese eigenartige Komposition wirkt zugleich befremdend und seltsam rührend – wie manchmal echte Kunst sein kann. Mureda und Piazza – zwei Künstler, denen man nach dieser Ausstellung im Artcafé eine größere Ausstellung zur Bereicherung der Brixner Kunstszene nur wünschen kann. cm
LUST AUF
ERNEUERUNG
16
DR. ERICH MERANER www.erichmeraner.com
St. Andrä bei Brixen · Tel. 348 5657106 · info@ofenbau-steiner.it 41
Kunst & Kultur
AUSSTELLUNG
Mythologische Blumenbilder z Der in Brixen bereits bekannte Regensburger Künstler Günther Kempf präsentiert in der StadtGalerie mythologische Blumenbilder, die den Halbgöttern oder besser gesagt den „armen Verwandten“ der griechischen Götter gewidmet und unter dem Titel „Symbol der Reinheit II“ die moderne Poesie mit der Vielschichtigkeit der modernen Kunst verknüpfen will. Die Blumen, ein an sich äußerst schwieriges Naturobjekt, erfüllen hier einen rein dekorativen Zweck: Was den Künstler interessiert, ist die literarische Wechselwirkung zwischen mythologischen Gleichnissen, tragischen „Blüten“ der antiken Götterwelt und der „Art pour l’Art“ des 19. Jahrhunderts. Die tragische Grausamkeit der griechischen Göttersagen wird hier mit einer heiteren Ironie betrachtet, als ob dem modernen Mensch das Gefühl für Pathos definitiv abhanden gekommen
wäre und den gleichen Stellenwert einer schönen Blume einnimmt. Die Stilisierung der Blumen erinnert an die Vereinfachung der Comics und macht den Einfluss der Pop Art deutlich. Rein technisch gesehen, entspricht die Flächigkeit der Darstellung dem Dekorativen und Plakativen der modernen cartoonsorientierten Sichtweise. Während die anderen Bilder den grausamen Schicksalen der griechischen Halbgötter gewidmet sind, zeigt das Zentralbild den Heiler Podalerios, Sohn des Asklepios, der für die heilende Kraft der Kunst als zeitlose Erinnerung und Bekennerin der Wahrheit einsteht. Wie in den anderen Bildern, erinnern auch hier die Zitatcollagen an die visuelle Poesie der späten 60er Jahre, wo man versucht hatte, die Symbiose zwischen Wort und malerischer Geste auf verschiedene Weisen und mit oft widersprüchlichen Resultaten herbeizuführen. cm
NEU IM REGAL Als Portier in den besten Hotels Anton Molling aus Untermoi, Jahrgang 1901 und 1987 verstorben, konnte auf ein bewegtes Leben zurückblicken: Bereits als Zehnjähriger musste er bei Bauern in Villnöß unterkommen, 1917 trat er seinen Dienst beim berühmten Bauernarzt Hintner in Gsies an. 1923 erfolgte sein Eintritt in die Hotellerie: Er begann als Kutscher beim Hotel „Elephant“ in Brixen. Weitere Stationen waren das „Belvedere“ in Rapallo, das „Mirabeau“ in Monte Carlo und nach der Option 1939 das Hotel „Österreichischer Hof“ in Salzburg sowie das als Gästehaus von Adolf Hitler genutzte „Schloss Kleßheim“. Nach seiner Kriegsgefangenschaft in Russland folgten Saisondienste in weiteren Top-Hotels der Welt. In seinem Lebensrückblick beschreibt Molling mit Witz und Abgeklärtheit seinen Weg aus einer kinderreichen Bergbauernfamilie in die Hotellaufbahn und lässt Anekdoten über bekannte und interessante Hotelgäste Revue passieren. Als Einblick in ein Leben zwischen Armut, Gefährdung, sinnerfüllter Gestaltung und Familiengründung sind Mollings Erinnerungen eine beeindruckende, rare Quelle.
Molling, Anton: Mit Sehnsucht wieder nach Monte Carlo. Edition Raetia, 2008, 15 Euro
Das Schreiben ist ihm nicht leicht gefallen, die Herausgeber Hans Heiss und Margot Pizzini haben versucht, den Originalton zu respektieren und ihn nicht durch nachträgliche Beschönigung zu verwischen.
Ihr Fachbetrieb für Heizungs-, Sanitär- und Pelletsanlagen sowie für Badeinrichtungen!
! En e rg ie s in nvo ll n ut z e n 39040 Vahrn - Vahrner-See-Weg 17 - Tel. 0472 83 15 03 - Fax 0472 83 21 17 - E-mail: info@herman-heiztechnik.it
42
Freizeit & Sport
Voll im Trend
Foto: Ingo Dejaco
30 JAHRE SSV BRIXEN YOSEIKAN BUDO
Die Sektion Yoseikan Budo des SSV Brixen feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Der Verein ist nach den Sektionen Handball und Fußball mit etwa 200 eingeschriebenen Athleten die drittgrößte Sektion des SSV Brixen und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
I
m Herbst 1977 hatte sich unter der Führung des Brixners Oskar Baumgartner, einer der Pioniere in der Südtiroler Kampfkunstszene, eine Gruppe gebildet, die sich der neuen Sportart Yoseikan Budo widmete. Bereits in der Saison 1978/79 wurde Yoseikan Budo als eigene Sektion in den SSV Brixen aufgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt kannten nur wenige Leute diese Sportart.
Die Geschichte des Yoseikan
Budo ist neu und alt zugleich. Auch wenn sich diese Kampfkunst in Europa erst in den Sechziger Jahren entwickelt hat, so hat sie doch ihre Wurzeln in der fernöstlichen Tradition. Der japanische Meister Hiroo Mochizuki entwickelte diese neue Disziplin nach langjährigem aktivem Ausüben und Studium der verschiedenen fernöstlichen
sowohl eine Kampfkunst als auch eine Lernmethode, die zwar ihre Wurzeln in der japanischen Tradition hat, aber gleichzeitig dem Westen einen Schlüssel für deren Verständnis und zur zeitgemäßen Interpretation derselben bietet. Mit dem Beitritt zum SSV Brixen erhielt die Yoseikan- Budo-Tätigkeit in Brixen solide Strukturen und nahm einen raschen Aufschwung. Die ersten zwei Jahre leitete der Brunecker Roman Patuzzi das Training – heute ein international anerkannter Kampfkunstexperte. Dann wurde er vom Gründer und Sektionsleiter Oskar Baumgartner abgelöst. Baumgartner, der als „Vater des Vereins“ bezeichnet werden kann, leitet auch heute noch als Cheftrainer die Trainingseinheiten. Aufgrund der persönlichen Verpflichtungen im Rahmen der italienischen Akademie für Yoseikan Budo sowie
Die vielen Jahre der Vereinstätig- Die folgenden Jahre waren von keit wurden neben den Erfolgen auch von verschiedenen Problemen in Bezug auf die Trainingshalle geprägt. Während in den Anfangsjahren die Turnhalle der Mittelschule „Michael Pacher“ als
„Das Alter spielt bei Yoseikan Budo keine Rolle“_ Hannes Schwienbacher, Sektionsleiter Kampfkünste. Im Zuge der Beschäftigung mit unterschiedlichen Kampfstilen erkannte Meister Mochizuki, dass die einzelnen Kampfarten im Laufe der Zeit zu einseitig geworden waren und nicht mehr einer vielfältigen Ausbildung im Sinne der Samurai-Tradition entsprachen. Meister Mochizuki war bestrebt, ein spezifisches System zu finden, um die Vorzüge der einzelnen Kampfkünste in einer einzigen Sportart zu vereinen – Yoseikan Budo war geboren. Dies ist 44
des europäischen Yoseikan-Budo-Verbandes legte Baumgartner Anfang 2003 sein Amt als Sektionsleiter nieder. Sein Nachfolger wurde Stefano Rossi, der als Wettkämpfer selbst jahrelang das Aushängeschild der Brixner Budokas gewesen war. Ihm gelang es, einige wichtige Vorhaben umzusetzen. Im Frühjahr 2008 hat er schließlich mit Hannes Schwienbacher einen würdigen Nachfolger gefunden, der mit viel Elan an seine Aufgabe herangeht.
Trainingsort diente, wurde die Tätigkeit ab der Saison 1991/92 zwischenzeitlich in die Halle der Sportzone Süd verlegt. Zwischen 1998 und 2001 hatte die Sektion dann im Erdgeschoss des Ansitzes „Kammerhube“ in Köstlan zwar eine eigene Trainingsstruktur, aber auch dort waren die Möglichkeiten sehr begrenzt. 2001 übersiedelten die Budokas in eine Abteilung der Dreifachturnhalle im Rosslauf, ohne jedoch die gewünschten und erforderlichen Voraussetzungen vorzufinden.
verschiedenen Engpässen geprägt, was sich entsprechend auswirkte: Die Mitgliederzahl ging drastisch zurück, und das Kursangebot konnte nicht wie üblich umgesetzt werden, da die Räumlichkeiten fehlten. Im Sommer 2005 wurde dem Verein dann durch Unterstützung der Gemeinde die alte Turnhalle des Vinzentinums als neuer Betätigungsort zugewiesen. Die damalige Heizanlage war aber veraltet und nicht imstande, die Halle in den Wintermonaten auch nur annähernd ausreichend zu erwärmen. Erst nach einer umfangreichen Sanierung im Sommer 2006, die großteils in Eigenregie der Vereinsverantwortlichen durchgeführt wurde, konnte eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Laut Sektionsleiter Hannes Schwienbacher ist auch dieser Standort „nur eine Übergangslösung, da im nächsten Jahr der Drei-JahresVertrag bereits wieder abläuft“. Also befindet sich die Sektion
GENERATIONSÜBERGREIFEND: Yoseikan Budo ist ein Sport für alle Altersklassen und macht Kindern genauso Spaß wie Erwachsenen
–––––––––––––––––––––
derzeit wieder auf der Suche nach einer geeigneten Heimstätte, wobei Schwienbacher hofft, „endlich eine definitive Lösung zu finden“. Trotz all dieser Schwierigkeiten gelang und gelingt es den Brixner Athleten immer wieder, zahlreiche Erfolge im Bereich der Wettkampftätigkeit zu erzielen. Neben vielen Italienmeistertiteln in Einzelwettbewerben kann man drei Ereignisse als Höhepunkt der Sektionsgeschichte bezeichnen: der Sieg bei der Italienmeisterschaft mit der Herrenmannschaft im Jahre 1987, der dritte Platz von Stefano Rossi bei der YoseikanBudo-WM 1997 in Kanada und der Weltcupsieg von Stefano Rossi mit der italienischen Nationalmannschaft 2005 in Paris. Die derzeit erfolgreichsten Athleten des Vereins sind Martin Baumgartner, der mit dem italienischen Nationalteam bei der letzten Weltmeisterschaft angetreten ist, und Valentina Nozza, die sich in der Kategorie „Open“ aktuelle Italienmeisterin
nennen darf. Diese zahlreichen Erfolge sind mit viel Einsatz erarbeitet worden. So widmet die Sektion der Fortbildung stets besonderes Augenmerk. Trainer und Übungsleiter besuchen regelmäßig entsprechende Lehrgänge auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Mehrere Budokas frequentieren zudem die traditionellen Trainingslager des Yoseikan Weltverbandes in Frankreich.
Yoseikan Budo ist ein Sport für
alle. „Auch das Alter spielt bei uns keine große Rolle, da Yoseikan Budo bis ins hohe Alter praktizierbar ist“, erläutert Hannes Schwienbacher. Während die Jüngsten des Vereins noch nicht mal das Grundschulalter erreicht haben, zählt der älteste Athlet 57 Lebensjahre. Derzeit hat der Verein an die 200 Mitglieder zu verzeichnen. Wöchentlich werden 26 Kurs- und Trainingseinheiten abgehalten, wobei mehrere Trainer und Lehrmeister die einzelnen Disziplinen
gestalten: Oskar Baumgartner leitet das Kinder- und Fortgeschrittenentraining, Björn Rifesser den Basis- und Kickboxkurs, Petra Widmann zeichnet für das Cardio-Training verantwortlich und Emanuel Kaneider für das Cardio- und Kindertraining. Markus Gasser trainiert die Erwachsenen sowie Fortgeschrittenen, und Josef Pfeifhofer ist der Aikido-Lehrer der Sektion. Das Trainingsangebot des Yoseikan Budo fand im Laufe der Jahre immer regeren Zuspruch und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – nicht zuletzt deshalb, weil immer mehr Eltern den Beitrag, den Yoseikan Budo als komplette und kreative Kunst der Bewegung für eine gesunde Entwicklung zu leisten vermag, zu schätzen wissen. Auch in organisatorischer Hinsicht stellten die Brixner Budokas in den vergangenen 30 Jahren ihre Leistungsfähigkeit mehrfach unter Beweis. Es wurden verschiedene Regionalmeisterschaften, mehrere Turniere und im Jahr 1986 die
Italienmeisterschaft erfolgreich ausgetragen. Ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten war zweifellos die Organisation der Weltmeisterschaft 1993 in Brixen, die über 3.000 Zuschauer anlockte. Im Rahmen der heurigen 30-Jahr-Feier veranstalteten die Vereinsverantwortlichen die diesjährigen Regionalmeisterschaften. Zudem erscheint demnächst die Broschüre „30 Jahre Sektion Yoseikan Budo Brixen“, die unter anderem Geschichte und Höhepunkte des bisherigen Vereinslebens beinhaltet. Am 9. November werden die Brixner Budokas in der Turnhalle des Vinzentinums einen Tag der offenen Tür abhalten, wobei jeder Interessierte in diese Sportart hineinschnuppern und sich selbst von dieser sinnvollen Freizeitgestaltung überzeugen kann.
thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 45
Der Countdown läuft Etwas mehr als 250 Tage fehlen noch bis zum sportlichen Mega-Event des Jahres 2009, das vom 6. bis zum 13. Juli stattfinden wird: die U18-Leichtathletik-Weltmeisterschaft.
B
rixen rĂźstet sich fĂźr die U18Leichtathletik-WM „SĂźdtirol 2009“. Am besten sieht man dies derzeit in der Sportzone SĂźd, wo bis Mitte November die neue Leichtathletik-Bahn verlegt wird. Um Ăźber den Stand der Vorbereitungen zu berichten, hat das Organisationskomitee um Präsident Rudi Rienzner kĂźrzlich Brixner Vereine und Verbände zu einem Informationsabend in den Volksbanksaal in Brixen geladen.
Foto: Oskar Zingerle
Freizeit & Sport
SĂœDTIROL 2009
„Die Weltjugend ist zu Gast in
SĂźdtirol, und Brixen kann stolz darauf sein. ‚SĂźdtirol 2009’, das ist mehr als nur eine viertägige Weltklasseveranstaltung. Mit dieser Weltmeisterschaft kann Brixen internationale Aufmerksamkeit erregen und Prestige gewinnen. Wenn, wie geplant, die ganze Stadt eingebunden wird, kann Brixen seine Sympathiewerte und seinen Charme zur Schau stellen“, erklärte Media-Director Gernot Mussner bei der Vorstellung des Kommunikationsplans.
Gut zwei Millionen Euro kostet
die erste Leichtathletik-Weltmeisterschaft auf Sßdtiroler Boden, zu der rund 2.000 Sportler aus 180 Nationen erwartet werden. Insgesamt rechnet das Organisationskomitee sogar mit 5.000 Gästen aus aller Welt. Das OK blickt dabei gespannt auf die derzeitige weltweite Finanzkrise: „Der
Die Sportzone Sßd erhält anlässlich der Leichtathletik-WM 2009 eine neue Bahn
Weltverband IAAF unterstĂźtzt die WM mit einem Beitrag in US-Dollar. Aus diesem Grund hoffen wir auf einen starken Dollar“, erklärt Finanzchef Paul Gasser. Keine Sorgen braucht sich Gasser hingegen um die Sponsoreneinnahmen zu machen, denn das Interesse von lokalen und Ăźberregionalen Unternehmen ist groĂ&#x;. FĂźr Event-Manager Stefano Andreatta ist bei so vielen zu erwartenden Gästen die Logistik eine der grĂśĂ&#x;ten Herausforderungen. „Wir werden die Athleten vornehmlich von den Flughäfen in Verona und Bozen abholen lassen. Vorerst ist geplant, 1.300 Athleten in Brixen selbst und
emacht
Ge
eiträ en! lieren, B o is en spar t t z s t o Je k z i und He
46
weitere 700 in Natz-Schabs unterzubringen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Probleme mit den Einreisevisa, die oftmals bei afrikanischen Athleten bestehen“.
In einem vĂśllig neuen Kleid
wird sich die Sportzone SĂźd in Brixen präsentieren. Nach 30 Jahren war eine Erneuerung von Grund auf unumgänglich, da zum Beispiel die Drainage nicht mehr funktioniert hat. „Das hat sich vor allem nach starken Regenfällen bemerkbar gemacht“, erklärt Bruno Cappello, der technische Leiter der WM. Architekt Paul Seeber hob hervor, dass die Brixner
Vereine von dieser Erneuerung nachhaltig profitieren werden. Die 500.000 Euro teure neue Bahn, die ßbrigens von der Raiffeisenkasse Eisacktal finanziert wird, stammt von der Firma Polytan Sportstättenbau aus Stuttgart. Die Farbe grßn wurde deshalb gewählt, weil sie gut in die grßne Landschaft passt. Diese Arbeiten sollen bis Mitte November abgeschlossen sein. Nun wird auch noch die 30 Jahre alte Tribßne erneuert und neu bestuhlt. Damit dßrften die Brixner bei der WM definitiv in der ersten Reihe sitzen. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
:
leicht g n e en r a p ge nutz ld s
Viums 52 39040 Natz/Schabs Tel. 0472 410 175 Mobil 335 6699114
––
U Maurerarbeiten U Altbausanierung U Verputzarbeiten U Wärmeisolierungen U UnterbÜden U Lehmputz
,MJNBQFISBUVF T &Y
vorher
nachher
Kondominium in Brixen/Milland: Austausch Rollos sowie Isolierung mit Vollwärmeschutz 12 cm Baumit-Open-Plus und Kellerdämmung 8 cm Pur-Dämmplatten von Progress
BRIXEN
Diamant im Glaskastl Die Kletterhalle auf dem Acquarena-Areal nimmt immer konkretere Züge an: Das Vorprojekt wurde genehmigt, im Frühjahr dürfte man mit dem Bau beginnen – sofern die noch offene Frage der Fassadengestaltung des 20 Meter hohen Gebäudes in den nächsten Monaten zufriedenstellend geklärt wird.
E
ines muss man dem Bürgermeister von Brixen, Albert Pürgstaller, bescheinigen: Er legt eine gewisse Hartnäckigkeit an den Tag, wenn es um die Realisierung jener Vorhaben geht, die in seinem „Programmatischen Dokument 2005-2010“ enthalten sind. Auf Seite 11 dieses nach seinem Amtsantritt präsentierten Aufgabenpapiers steht unter anderem, er wolle „weitere Spielplätze, Trendsportplätze, eine Kletterhalle und Bolzplätze für Kinder und Jugendliche“ errichten. Nun braucht es natürlich nicht nur den politischen Willen, sondern auch den entsprechenden Druck aus der Bevölkerung,
damit aus den paar schönen Worten am Papier auch irgendwann Projekte entstehen, die dann auch realisiert werden. Dieser Druck kommt im Falle der Kletterhalle vor allem von einer Gruppe sportbegeisterter Kletterer aus den Reihen des AVS und des CAI, die seit Jahren die Realisierung einer geeigneten Struktur fordern und mindestens denselben Grad an Hartnäckigkeit vorweisen können wie Pürgstaller. Bereits 2003 hatte die Sektion Brixen des Alpenvereins Südtirol in Eigeninitiative ein Projekt erarbeitet, das eine Kletterhalle in unmittelbarer Nähe der Sporthalle der Sportzone Süd vorsah. Der damalige
Auf dem Areal der Zone Priel sind ein Freizeit- und Erholungsviertel, 800 unterirdische Autoabstellplätze, eine Bibliothek, eine Musikschule, ein Musikprobelokal sowie eine Kletterhalle vorgesehen
––––––––––––––
Erneuerbare Energie unsere Zukunft!
www.provinz.bz.it/wasser-energie
RZ_Anzeige_EE_A5.indd 2
30.04.2008 11:13:51 Uhr
47
Freizeit & Sport
Stadtrat analysierte den Plan wohlwollend, schlug allerdings einen anderen Standort vor: die Zone Priel. Also machte sich der vom Alpenverein engagierte Architekt Wolfgang Meraner daran, ein zweites Projekt zu erstellen. Die Kletterhalle sollte nun also auf dem Acquarena-Parkplatz entstehen – in einem gewissen Abstand von der bereits bestehenden Fitnesshalle in der Acquarena. Auch dieses Vorprojekt ging in die Baukommission und wurde genehmigt.
Dann geriet das Vorhaben
– zunächst – ins Stocken. Die Entwicklung der Zone Priel mit dem heute optisch unattraktiven Acquarena-Parkplatz liegt dem Bürgermeister so sehr am Herzen, dass er Anfang 2006 für diese Zone einen städtebaulichen Wettbewerb ausschrieb, den schließlich das Architektenteam Martin Mutschlechner und Barbara Lanz gewann. Das im Oktober 2006 vorgestellte Mutschlechner/LanzProjekt sieht auf dem Areal des heutigen Parkplatzes ein Freizeit- und Erholungsviertel vor mit einer großen unterirdischen Parkgarage für 800 Stellplätze, einer Mittelpunktsbibliothek, Kinosälen, einer Musikschule mit Musikprobelokal – und eben einer Kletterhalle, deren Standort Mutschlechner und Lanz allerdings um ein paar Meter in Richtung Fitnesshalle verschob. Wolfgang Meraner musste sein Vorprojekt überdenken und überarbeiten. Die Gemeinde befindet sich indes, was dieses Areal betrifft, in einer Nachdenkphase – gezwungenermaßen. Das Priel-Grundstück und dessen Verbauung ist nämlich juridisch etwas… problematisch, um eine vorsichtige Formulierung zu wählen: Das Areal wurde vor Jahrzehnten um ein Butterbrot enteignet, weil damals hier die Kultursäle hätten entstehen sollen, und seither prozessiert der einstige Eigentümer mit der Gemeinde. Der Staatsrat hat, obgleich bereits Jahrzehnte vergangen sind, bis heute keine endgültige Entscheidung getroffen. Außerdem gibt es einen immer noch nicht abgeschlossenen Rechtsstreit um die Konzession des Parkplatzes, der die Gemeinde in den vergangenen Monaten viel Energie und auch entsprechend viele Geldscheine gekostet hat. Und schließlich gibt es noch das unerhebliche Problemchen, dass man im Moment 48
keine Ahnung hat, wie die im Projekt Mutschlechner/Lanz vorgesehenen Strukturen finanziert werden sollen. Von allen vorgesehenen Bauvorhaben genießt die Kletterhalle allerdings den Vorteil, dass der ideale Standort unmittelbar neben der heutigen Fitnesshalle der Acquarena ausgemacht wurde – also direkt angrenzend an eine bereits bestehende Struktur. Unabhängig davon, wie und wo Parkhaus, Kino und Musikschule genau entstehen sollten, konnte Meraner deshalb inzwischen an die Neu-Projektierung der Kletterhalle herangehen. Meraner erstellte also Vorprojekt Nummer 3, für das er die geplanten Standorte der restlichen Strukturen auf dem Priel-Gelände berücksichtigte.
„Dieses Vorprojekt sah einen
äußerst funktionellen Bau vor, der im Grunde aus freistehenden künstlichen Steinen bestand, um die eine einfache Hülle gezogen war“, erklärt Meraner. Mitte Juni stellte er schließlich seine Pläne für den zwei Millionen Euro teuren Bau dem Gemeinderat vor; der von der Gemeinde für wichtige Projekte eingesetzte Gestaltungsbeirat befand allerdings, dass es an einem so prominenten Ort wie der Zone Priel, die vor allem nach der zukünftigen Umgestaltung als Eingang zur Altstadt gelten wird, ein rein funktionelles Gebäude zu wenig ästhetisch sein könnte und „befahl“ den Planern, über die Fassade des immerhin fast 20 Meter hohen Gebäudes nachzudenken. Meraner holte Martin Mutschlechner ins Boot und erstellte das nunmehr vierte Vorprojekt, das inzwischen vom Stadtrat gutgeheißen wurde. Kommt beim Planer nach all den Jahren langsam Frust auf? „Im Gegenteil“, sagt Wolfgang Meraner, „ich bin froh, dass wir zwei oder drei Jahre länger gebraucht haben. Das jetzige Projekt hat eine noch viel ausgeklügeltere Funktionalität und eine tolle Architektur. Die Gemeinde steht hinter dem Projekt – auch wenn es aufgrund der veränderten Fassade nun doch um etwa 1 Million Euro teurer wird als die ersten Vorschläge“.
Eine Million Mehrkosten für
eine ästhetisch etwas anspruchvollere Hülle? „Wir planen einen Klettergarten, der sich – einfach ausgedrückt – in einem Glaskasten befindet“, erklärt Meraner
sich nun an die Stuttgarter Firma Transsolar, die sich auf das „Klima Engineering“ von Gebäuden spezialisiert hat. Ein Blick auf die Maße des Bauvorhabens macht deutlich, welch zentrale Rolle die Fassade spielen wird: Die 20 mal 16 Meter große Kletterhalle ist vom Süden gesehen 19,6 Meter hoch; im Norden reduziert sich die Höhe auf 15,7 Meter, weil der angrenzende geplante Stadtpark um einige Meter höher gelegen sein wird als der Eingangsbereich der Acquarena. Im Sockelbereich der Kletterhalle sind Umkleideräume, Technik und ein 4 Meter hoher Boulderbereich vorgesehen. Auf dem Sockel werden die frei stehenden Klettertürme montiert, die einen 15 Meter hohen Kletterbereich beinhalten werden. Die Kletterhalle hat eine Kubatur von 6.900 Kubikmeter und 1.100 Quadratmeter Kletterfläche. Am Ende wird die Struktur inklusive technischer Spesen und Mehrwertsteuer etwa 3 Millionen Euro kosten. „Das Land hat zugesagt, die Hälfte der Kosten übernehmen zu wollen“, sagt Stadträtin Magdalena Amhof auf Anfrage,
Wahlwerbung: Auftraggeber: Hans Berger
das Konzept, „ein Diamant im Glaskastl sozusagen“. Eine große Glasfassade ist aber energetisch auch eine große Herausforderung: Die direkte Sonneneinstrahlung verhindert ein ausgeglichenes Raumklima. „In der Tat muss die Hülle ästhetisch und energetisch viel leisten“, sagt Meraner, weshalb er vor dem Glas eine zweite Hülle vorsieht, die die direkte Sonneneinstrahlung verhindert. Wie diese äußere Hülle endgültig aussehen wird, ist noch nicht definiert: „Angedacht ist die Verwendung von Lochblech, das das Licht zu 30 Prozent einfallen lässt“, sagt Meraner, „möglicherweise entscheiden wir uns aber doch für Streckmetall“. Das wiederum würde einen interessanten optischen Moirè-Effekt mit sich bringen, mit dem die Kletterwände von außen nur aus einem gewissen Winkel einsehbar wären. „Auf jeden Fall müssen wir vermeiden, dass die Kletterhalle optisch ein Blechturm wird, der zwar wärmetechnisch funktioniert, aber von außen nicht besonders schön wäre“. Zur Unterstützung in diesem heiklen Punkt wendet man
Die neue Kletterhalle: links die geplante Musikschule, rechts der bestehende Fitnessbereich der Acquarena
–––––
für den Rest „wird die Gemeinde Brixen aufkommen“. Ist die Investition gerechtfertigt? „Auf jeden Fall“, sagt Wolfgang Meraner, der selbst passionierter Kletterer ist, „die Nachfrage ist enorm. Klettern ist ein kreativer Sport, der gesund und absolut zukunftsträchtig ist – auch im schulischen Bereich“. Und: „Die Kletterhalle verursacht nach Fertigstellung verhältnismäßig geringe Betriebskosten, die der Betreiber selbst ohne Schwierigkeiten finanzieren dürfte“.
Jetzt geht es mit Riesenschrit-
ten in Richtung Realisierung. Die Ausführungsplanung dürfte – sofern die Frage der Fassade für alle Beteiligten zufriedenstellend gelöst wird – Ende Dezember abgeschlossen sein. Danach kann der Bau ausgeschrieben werden. Albert Pürgstaller rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2009; ein Jahr später dürfte die Kletterhalle in Betrieb gehen. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
,@QSHMHF@MRK TMC 6HKCVNBGD Auch heuer gibt’s beim FINK: Martinigansl und Wildgerichte Vom 07.-17. November 2008 Nr.
5
www.kraler.bz.it
7.11. - 17.11.2008
(Dienstag, 11.11. abends geöffnet)
Hans Ber
ger
Restaurant & Cafe Fink Kleine Lauben 4 · 39042 Brixen · Tel.: 0472 834 883 · Fax: 0472 835 268 info@restaurant-fink.it · www.restaurant-fink.it Ruhetag: Dienstag abends und Mittwoch 49
Freizeit & Sport
MOTOCROSS
Fliegendes Motorrad z Der 24-jährige Christian Tratter aus Spiluck betreibt nun seit sieben Jahren eine Sportart, für die die meisten Menschen wohl zu wenig „Schneid“ hätten: Freestyle-Motocross. Bei diesem etwas exotischen Sport werden auf einem Motorrad in etwa zehn Metern Höhe allerlei waghalsige Manöver unternommen. Um seinen Sport auszuüben, scheut Tratter keine Mühe: So hat er
sich beispielsweise in Neustift ein Grundstück angemietet und dort seine ganz persönliche Motocrossbahn gebaut. 250 Pferdestärken katapultieren ihn über eine selbst gebaute Rampe in etwa zehn Metern Höhe, wo er dann in der Luft versucht, jene Kunststücke zu imitieren, die er bei den Motocross-Akrobaten im Fernsehen mitverfolgt hat. „Wenn man mit genügend Respekt an die
Sache herangeht, sollte eigentlich nichts Gröberes passieren“, meint Tratter. In diesem Jahr wird der Spilucker fleißig trainieren, im
kommenden Jahr will er dann wieder bei Events und Wettbewerben seine Motocross-Kunststücke vorführen. dp
Wettbewerben in den einzelnen Sportarten stellten die Athleten in diesem Jahr ihr Können unter Beweis: Marco Scardoni kehrte mit einer Silbermedaille und Kathrin Oberhauser kam mit
gleich zwei Goldmedaillen von der Italienmeisterschaft nach Hause zurück. Anmeldung zu den einzelnen Tätigkeiten sind bei Michaela Kofler Pichler, Rufnummer 333 4714707, möglich. dp
Am 48. Brixner Bergturnfest haben über 300 Athleten aus 51 Vereinen teilgenommen – eine Rekordzahl! Die ältesten Teilnehmer waren Anton Rieder, Jahrgang 1919, vom Turnverein St. Johann in Pongau, und Hilde Hartel, Jahrgang 1934, vom TUS Garching.
Bei der U19-Fußballeuropameisterschaft der Damen in Frankreich ist Italien zum ersten mal Europameister geworden. Im Kader der italienschen Nationalmannschaft stand auch Katja Schroffenegger, Torfrau des SSV Brixen Sektion Fußball.
F&S Freizeit & Sport BEHINDERTENSPORT
Erfolgreiche Pionierarbeit z Bereits seit 1989 gibt es im SSV Brixen die Sektion Behindertensport. Südtirolweit war der Brixner Verein lange Zeit der einzige, der Sport für Menschen mit Behinderung anbot: „Sport ist für Menschen mit besonderen Bedürfnissen von absoluter Wichtigkeit“, ist die heutige Sektionsleiterin Michaela Kofler Pichler überzeugt. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Sektionen im SSV Brixen klappt wunderbar, und die Integration der Menschen mit Behinderung
kurz
notiert
50
wird dadurch erleichtert. Die Sektion Behindertensport bietet Schwimmkurse, Schwimmtraining, Bogenschießen und Tischtennis für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung an; Tanzen, Schwimmen, Turnen und Fußball sind die Disziplinen für Menschen mit einer mentalen Beeinträchtigung. „Besonders betonen möchte ich die hervorragende Integration unserer Athleten in den Sektionen Yoseikan Budo und Schwimmen“, lobt die Sektionsleiterin. Bei den
Die Bogenschützin Sarah Chiti vom ASSV Brixen erreichte vor kurzem bei den Italienmeisterschaften in der olympischen Disziplin „70m Round“ den zweiten Platz über alle Altersklassen. Da sich Chiti erst im Finale gegen die amtierende Weltmeisterin geschlagen geben musste, gilt diese Silbermedaille wie ein Sieg.
NACHGEFRAGT
„Unbeschreibliche Emotionen“ CHRISTINA PLONER, Tischtennis-Spielerin und Teilnehmerin an den Paralympics, über ihre Erfahrungen in Peking und ihre sportliche Laufbahn. Frau Ploner, herzlichen Glückwunsch zur Teilnahme an den Paralympics in Peking! Seit wann spielen sie professionell Tischtennis? Im Alter von 17 Jahren kam ich in einem Rehabilitationszentrum in Österreich zum Behindertensport. Als ich begriff, wie viel mir der Leistungssport an Energie nahm und gleichzeitig das Doppelte zurückgab, wurde mir klar, dass mein Leben ohne Sport undenkbar sei. Professionell spiele ich seit zehn Jahren Tischtennis; vorher war es wohl eine Freizeitbeschäftigung, denn da konnte ich noch acht Stunden arbeiten und trotzdem trainieren.
Wie ist es Ihnen bei den Paralympics in Peking ergangen? Es ist mir fast nicht möglich, die unglaublichen Emotionen zu beschreiben, die ich beim Einzug in das Olympiastadion erleben durfte. Es ist in der Tat kaum vorstellbar: 100.000 Menschen, die dir zujubeln! Es waren meine fünften paralympischen Spiele – und auf jeden Fall die schönsten. Dass ich die Qualifikation geschafft habe, ist für mich im Grunde schon eine Medaille. Leider konnte ich nur mit einem Sieg gegen Stephanie Mariage brillieren, was für einen Aufstieg in das Halbfinale zu wenig war. Ich hatte trotzdem eine riesige Freude.
Wie sieht Ihre sportliche Zukunft aus, und was würden Sie einem jungen Sportler mitgeben? Ich werde weiterhin spielen, wenn auch nicht auf diesem Niveau. Für den Rollstuhlclub Tirol spiele ich in der B-Liga und nehme an den Mannschaftsmeisterschaften teil. Einem jungen Sportler möchte ich mitgeben, dass man mit dem Glauben an sich selbst und einem Ziel vor Augen, mit Disziplin, Respekt und harter Arbeit dort ankommt, wo das Ziel eines jeden Sportlers sein sollte – die Teilnahme an einer Olympiade. dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
HANDBALL
SCHWIMMEN
Erstklassig Wieder in Südtiroler Gewässern unbedingt eine weitere Verstärkung braucht. Bereits im Sommer verpflichtete man die kubanische Nationalspielerin Damaris Bencomo Nay, deren Einreise sich aber seit Wochen hinauszögert. Seit einigen Tagen gibt es zudem wiederum Kontakt zur letztjährigen Torjägerin Valentina Suciu, die nach Rumänien zurückgekehrt war und nun wieder nach Italien wechseln möchte. In den kommenden Monaten messen sich die Brixner Handballerinnen mit den Mannschaften aus Messina, Nuoro, Sassari, Salerno, Teramo, Casalgrande, Ferrara, Bancole und Vigasio und kämpfen um den Italienmeistertitel. Folgende Spielerinnen gehören derzeit dem Brixner Kader an: Nadia Bordon, Barbara Gostner, Irmi Unterfrauner, Stefanie Baldessari, Anja Erardi, Margit Zöll, Rafika Ettaqi, Sandra Federspieler, Corinna Gostner, Magdalena Niederbrunner, Anika Niederwieser, Ariane Prantl, Nadia Baumgartner, Margit Peintner und Barbara Wassermann. to
z Nach einjährigem Aufenthalt in Bologna ist die Profischwimmerin Laura Letrari wieder nach Südtirol zurückgekehrt. Nicht das Wasser, sondern Bolognas schlechte Luft veranlasste die Schwimmerin zur Heimkehr. Im letzten Jahr hatte sie bei den Schwimmclubs Bologna und „Esercito“ in Bologna trainiert. Nun ist sie in Bozen beim „Team Bolzano nuoto“ unter den Anweisungen des Trainers Dario Tarraboi. In Brixen stärkt sie hingegen ihre Muskeln in der Kraftkammer des Bodywell, besonders für die Kurzbahn, ihre Spezialität, auf die sie sich hier konzentrieren will. Den Südtiroler Herbst gedenkt sich die junge
Sportlerin nicht mit Würsten, Kastanien und Wein zu Gemüte zu führen: „Natürlich ist es nicht immer leicht, abends ins Bett zu gehen, wenn deine Freunde feiern“, meint die disziplinierte Schwimmerin. Doch das Training geht vor. Dass nicht jeder junge Sportler diesen strengen Weg geht, ist inzwischen wohl bekannt. „Darüber, wie andere ihr Leben gestalten, will ich nicht urteilen“, entschärft Laura Letrari die Debatte. „Die Weltmeisterschaften in Rom“, strahlt sie als Antwort auf die Frage nach ihren Zukunftsplänen. „Doch das ist noch ein Traum“, bremst sie ihre Begeisterung, und lächelt. ap
Foto: Oskar Zingerle
z Die Handballerinnen des SSV Brixen Forst-Raiffeisen sind nach dem Aufstieg im letzten Jahr als einziger Klub Südtirols in die Meisterschaft der ersten Liga gestartet. Den Brixnerinnen ist bewusst, dass es schwierig sein wird, unter den besten italienischen Teams zu bestehen, zumal diese die Meisterschaft teilweise mit einem halben Dutzend eingebürgerten und ausländischen Profispielerinnen bestreiten werden. Der SSV Brixen hat Ernani Savini aus Cittá Sant’Angelo, der die Mannschaft im Vorjahr in die erste Liga geführt hat, als Trainer bestätigt. Ihm zur Seite steht als Co-Trainerin Verena Wolf, die in der vergangenen Saison noch im Tor stand. Ihre Nachfolgerin ist Nadia Bordon, Torfrau der argentinischen Nationalmannschaft. Bei der Handball-Trophy in Vigasio, die kurz vor Meisterschaftsbeginn ausgetragen wurde, belegten die Eisacktalerinnen den letzten Platz. Das Turnier hat deutlich gezeigt, dass es für den Klassenerhalt
51
Wirtschaft & Umwelt
HOBBY ZUR ENTSCHLEUNIGUNG: Bis eine Pflanze zum Bonsai wird, vergehen acht bis 15 Jahre
–––––––––––
52
KONGRESS ÜBER BONSAIKUNST IN BRIXEN
Kleine Kunstwerke
Am 15. und 16. November findet in der Cusanus Akademie eine internationale Ausstellung und ein Kongress über Bonsaikunst und -kultur statt. Erwartet werden Bonsaikünstler aus ganz Europa.
H
atten Sie irgendwann einmal die Idee, sich selbst oder jemandem, den Sie mögen, einen Bonsai zu schenken? Vergessen Sie es. Bonsai – das ist keine Zimmerpflanze, die man einfach irgendwohin stellen kann – sozusagen als Accessoire einer Einrichtung. Bonsai ist viel mehr ein lebendiger Kunstgegenstand, der sich wohlgemerkt
Brixen hat in Sachen Bonsai eine gewisse Erfahrung, und „schuld“ daran ist der 1989 gegründete Bonsai Club Brixen. Der Club hat heute 35 Mitglieder – „ganz unterschiedliche Charaktere“, sagt Bachmann, „die aber alle eine Gemeinsamkeit haben: Sinn für Ästhetik, Kunst und Natur“. Für einen Beitrag von nur 50 Euro pro Jahr treffen sich die Mit-
diesem europäischen Ableger des japanischen Muttervereins seither als Präsident vor.
Bonsai (jap.: „Anpflanzung in der
Schale“) ist eine antike fernöstliche Art der Gartenkunst, bei der Sträucher und Bäume in kleinen Gefäßen zur Wuchsbegrenzung gezogen und ästhetisch durchgeformt werden. Durch Formschnitt,
„Man macht der Pflanze und dem Nutzer keinen Gefallen, wenn man ihm einen Bonsai schenkt, ohne dass er die Philosophie versteht“_ Helmut Bachmann, Präsident des Bonsai Clubs Brixen nicht im Raum, sondern im Garten wohl fühlt und der Pflege und – sagen wir mal – ständige Wartung verlangt. Wer sich in diesem Sinn nicht die Mühe machen will, in die Philosophie des Bonsai einzutauchen und seiner Pflanze viel Zeit zu schenken, der sollte lieber die Finger von diesen außergewöhnlichen Kunstwerken lassen.
Helmut Bachmann, der Prä-
sident des Bonsai Clubs Brixen, spricht denn auch von „Künstlern“ aus ganz Europa, die am 15. und 16. November nach Brixen kommen werden, um ihre Miniaturgeschöpfe einem breiten Publikum zu präsentieren. An diesen zwei Tagen findet in der Cusanus Akademie unter dem Titel „Sakka Ten“ der „Internationale Kongress für Bonsaikunst und Kultur“ statt, der – so hoffen die Veranstalter – mehrere tausend passionierte BonsaiLiebhaber anlocken wird.
glieder periodisch und tauschen Erfahrungen aus, geben sich gegenseitig Tipps und nehmen an Fortbildungen teil. „Wer einen Bonsai haben will, der sollte vorher einen Schnupperkurs bei uns besuchen, bei dem er die Grundlagen der Bonsaikunst erfährt“, sagt Bachmann. Danach kann er mit Leidenschaft in die Kunst des Bonsai eintauchen.
Im Jahr 2000 hat sein Verein
bereits eine renommierte Ausstellung in Brixen veranstaltet, an der der in Fachkreisen berühmte Bonsaikünstler Tomio Yamada teilgenommen hatte – der Präsident des Nippon Bonsai Sakka Kyookai, der bekanntesten Vereinigung von Bonsai-Künstlern Japans. Yamada war Taufpate des Vereins NBSK Europe, der anlässlich der Ausstellung in Brixen von Othmar Auer gegründet wurde. Auer steht
Wurzelschnitt, Blattschnitt oder Drahtung wird das Bäumchen in eine gewünschte Wuchsform gebracht, wobei im Grunde jede Baumart als „Ausgangsmaterial“ verwendet werden kann. Von der Anpflanzung eines Stecklings bis zum vollendeten Bonsai vergeht viel Zeit – „mindestens acht bis 15 Jahre“, sagt Helmut Bachmann. In dieser Zeit muss die Pflanze dauernd gepflegt werden: „Der richtige Schnitt ist entscheidend, aber auch die richtige Wassermenge“. Das Kunstwerk entsteht mit einer entwaffnenden Langsamkeit und verlangt dem Besitzer unglaublich viel Geduld ab – die Natur lässt sich nicht von äußeren Einflüssen beschleunigen. Ist Bonsai also ein aufwändiges Hobby zur Entschleunigung? „Das kann man so sehen“, sagt Bachmann, „viele im Berufsleben eher gestresste Mitglieder genießen es, ihren Pflanzen in all ihrer
–––––
Helmut Bachmann
Langsamkeit beim Wachsen zuzusehen und die Form ihres Wachstums zu beeinflussen“. Freilich kann man auf die ersten acht Jahre auch verzichten und einen fertigen Bonsai erwerben, aber die Pflanze – pardon: das Kunstwerk – will auch dann ihre tägliche Streicheleinheit.
„In der Bonsaikunst geht es um
die Hervorhebung von Individualität, Harmonie und Eleganz unter besonderer Berücksichtigung der zu verwendenden Schale“, sagt Kunio Kobayashi, der Ehrengast des bevorstehenden Kongresses in Brixen, „nachdem Bonsai ein lebendes Kunstwerk ist, bin ich zur Überzeugung gelangt, dass ohne Fähigkeit, Feingefühl, Leidenschaft und geistige Tiefe es nicht möglich ist, ein Kunstwerk zu schaffen“. Brixen darf gespannt sein auf die kleinen Kunstwerke.
willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 53
Anzeige
DIE NEUE BR ENNER BAHN
Einhausung der Brennerbahn in Aicha: Weg frei für Projektierung
Der rot eingekreiste Felsen neben der Bahnlinie reflektiert die Lärmemissionen der Züge am stärksten. Messungen haben ergeben, dass die Errichtung von einfachen Lärmschutzwänden in diesem Teilstück keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbracht hätte. Aus diesem Grund soll die Strecke eingehaust werden. Im unteren Teil des Bildes befindet sich die BBT - Baustelle Aicha.
Der Einsatz hat sich ausgezahlt: Land, Gemeinde, BBT SE und BBTBeobachtungsstelle haben sich am Freitag, den 10. Oktober darauf geeinigt, die Brennerbahnlinie in Aicha auf einer Länge von 700 Metern einzuhausen. Die entsprechende Projektierung wird nun in Auftrag gegeben, die Realisierung folgt 2010. Die Bürger von Aicha und die Gemeindeverwaltung von Natz-Schabs hatten sich an die BBT-Beobachtungsstelle gewandt, nachdem die Belastung durch den Eisenbahnlärm aufgrund der Zunahme des Güterverkehrs immer größer geworden war. „Wir nehmen solche Hinweise natürlich sehr ernst und haben entsprechende Lärmmessungen veranlasst“, erklärt dazu Beobachtungsstellenpräsident Dr. Walter Huber. „Die Messungen der Landesämter hätten gezeigt, dass das Problem nicht mit einfachen Lärmschutzwänden gelöst werden könne, sondern nur
durch eine Einhausung der gesamten betroffenen Strecke“, stellt Umweltlandesrat Dr. Michl Laimer klar. Aus diesem Grund wurde die Einhausung eines rund 700 Meter langen Abschnitts der Brennerbahn in Aicha auf den Weg gebracht. Bei einem
Erster Schritt dorthin ist die Projektierung, die nun in Auftrag gegeben und von BBT SE und Land gemeinsam finanziert wird. Realisiert wird die Einhausung dann ab dem Jahr 2010 von Seiten der BBT SE im Rahmen der Ausgleichsmaßnahmen. „Dass nun der Weg frei
Natz-Schabs, Peter Gasser, zeigt sich über die getroffene Vereinbarung zufrieden. „Mich freut, dass wir dank der guten Zusammenarbeit rasch zu einer Lösung des Lärmproblems gekommen sind“, so Gasser. Im Rahmen der Sitzung überreichte Ing. Ezio Facchin dem Umweltlandesrat ein
BBT-SE Geschäftsführer Ezio Facchin, Bürgermeister Peter Gasser, Landesrat Michl Laimer, Präsident Walter Huber und Direktor Martin Ausserdorfer haben die Rahmenbedingungen zur Einhausung der Bestandsstrecke in Aicha geschaffen.
Treffen des Umweltlandesrates Dr. Michl Laimer mit Vertretern der BBT SE, der BBT-Beobachtungsstelle und der Gemeinde wurde vereinbart, die Einhausung als eine der für den Bau des Brennerbasistunnels (BBT) vorgesehenen Ausgleichsmaßnahme zu verwirklichen.
für die Einhausung der Bestandsstrecke ist, zeigt, dass wir für die Anliegen der Bevölkerung entlang der Stecke offen sind und versuchen, Probleme koordiniert zu lösen“, erklärt der Geschäftsführer der BBT-SE Ing. Ezio Facchin. Auch der Bürgermeister der Gemeinde
Stück Brixner Granit. Das Gesteinsstück stammt aus dem Erkundungsstollen in Aicha. Dort hat man bereits Anfang Oktober die 1km – Marke erreicht. Derzeit werden täglich 20 Meter vorgetrieben.
Andreas Rogen un (Küppersbusch) d Heini Prenner d merer un rtrud Gum e G in h c Bio-Kö eer Othmar P Andreas, Erwin, Othmar, Helmuth und Maria Rogen
EVENT
Vier Etagen Erlebnis-Wohnen
Auf 2.500 Quadratmetern bietet das Möbelhaus Rogen in Mühlbach eine riesige Auswahl, Lösungen auf Maß und neueste Produkte für ein individuelles Wohnerlebnis. z Vor kurzem lud das Möbelhaus Rogen in Mühlbach zu einem Tag der offenen Tür und überraschte Kunden, Familie, Freunde und Bekannte mit einem Genuss der besonderen Art. Im Rahmen eines Schaukochens kreierte die bekannte Köchin Gertrud Gummerer auf den neuesten Küchengeräten von Küppersbusch leckere Biobrötchen aus handgemahlenem Vollkornmehl und gegartem Biogemüse sowie schmackhafte BioPizzette für die Kinder. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei von Othmar Peer. Weitere Highlights des Tages bildeten die Vorführung der neuen Kaltschaummatratzen des österreichischen Herstellers Elastica sowie die Präsentation der neuen Pertinger-Herde mit Biofeuerung. Bei einem Rundgang durch die 2.500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche auf vier Etagen boten
sich den Interessierten faszinierende Einblicke in die neuesten Wohntrends.
Der Familienbetrieb war 1960
von Johann Rogen als Tischlerei gegründet und im Laufe der Zeit kontinuierlich ausgebaut worden. Heute wird der Betrieb in zweiter Generation von seinen fünf Kindern geführt. Othmar Rogen ist für Planung, Einkauf und Verkauf zuständig, Maria kümmert sich um Buchhaltung und Verkauf, Andreas ist in der Planung und im Kundendienst tätig, Erwin und Helmuth führen in der kürzlich erweiterten Werkstatt Maßfertigungen und Umänderungen durch. Die Eltern Klara und Johann wissen den Betrieb in guten Händen und springen noch ein, wann Not am Mann ist.
Interessierte Kunden
Dekorateurin Marion Fischnaller mit Nichte und Tochter (links)
Andreas Kofler und Andreas Rogen
Zwei Generationen im Möbelhaus Rogen: Klara und Johann Rogen (Mitte) mit den Kindern Andreas, Erwin, Helmuth, Maria und Othmar Rogen (v.l.n.r.)
Erich Winkler (Pertinger Herde) und Othmar Rogen
Seniorchef Johann Rogen und Peter Fischnaller
Schwägerin Isolde Rogen und Tochter Melanie versorgten die Gäste mit Getränken
Paul Laner Leiter und Klara Rogen
Rogen-Mitarbeiterin Karin Prenner berät Kunden
Maria Rogen und Kundin 55
Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Neuer Internetauftritt z Die Homepage des Forums Brixen www.forum-brixen.com zeigt sich in einem neuen Design – farbenfroh, benutzerfreundlich, dreisprachig und um wichtige Inhalte ergänzt. Das Herzstück der Internetseiten sind die Veranstaltungshinweise: Alle öffentlichen Events im Haus sind nun über einen Terminkalender abrufbar oder in der Übersicht auf einen Blick einzusehen. Für etliche Ver-
anstaltungen bietet das Forum wie gewohnt eine Online-Reservierung an. Organisatoren, die sich für einen der sechs Räume des Hauses interessieren, finden neben der detaillierten Beschreibung der Säle und ihrer technischen Ausstattung auch ein strukturiertes OnlineAnfrageformular und Raumpläne. Mit dem neuen Internetauftritt will das Forum Brixen neue Kunden gewinnen und den Ansprüchen
seiner Gäste gerecht werden. Die grafische und technische Umsetzung dieses Vorhabens löste das Brixner Internet-Unternehmen Consisto. db
W&U Wirtschaft & Umwelt EISACKTAL
Köstlichkeiten rund um die Kastanie z „Mit dem Keschtnweg und den ‚Eisacktaler Kastanienwochen’ wollen wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, diese heimische Frucht auch in das gastronomische Angebot mit einzubeziehen“, freut sich Franz Tauber, Initiator der „Eisacktaler Kastanienwochen“, auf die heurige siebte Ausgabe der Spezialitätenwochen, die vom 24. Oktober bis zum 9. November stattfinden. Jedes Jahr rücken die Eisacktaler Gastbetriebe im Rahmen der Initiative des Bezirks Eisacktal des Hoteliers- und
kurz
notiert
56
Gastwirteverbandes (HGV) die stachelige Frucht in das Rampenlicht und servieren Köstlichkeiten von der Kastanie: Kastaniensuppe, Kastaniengratin mit Äpfeln, Kastanienschmarren und viele Spezialitäten mehr stehen auf den Speisenkarten. Der große Erfolg der letzten Jahre hat auch heuer wieder zahlreiche Gastbetriebe bewogen, an den „Eisacktaler Kastanienwochen“ teilzunehmen: 20 Restaurants und Hotels widmen sich ganz der klassischen Frucht des Herbstes. Kreative Ideen für
In Aicha soll ein 700 Meter langes Teilstück der Brennerbahnlinie eingehaust werden, um den Lärm zu dämmen. Die Einhausung ist eine Ausgleichsmaßnahme zum Bau des Brennerbasistunnels und wird im Jahr 2010 erfolgen.
neue Kastaniengerichte holten sich die Küchenchefs beim Kastanienkochkurs, den der HGV vorab für die teilnehmenden Gastbetriebe anbot. „Mit den Kastanienwochen wird speziell auf die Kastanie als landwirtschaftliches Produkt hingewiesen, und die vielseitigen
gastronomischen Verwendungsmöglichkeiten der Frucht werden aufgezeigt“, lobt auch Alois Hinteregger, HGV-Vizepräsident und Obmann des HGV-Bezirks Eisacktal, die Initiative. Infos im Internet: www.kastanie.it. wv
Der 6. Südtiroler Brot- und Strudelmarkt auf dem Domplatz übertraf alle Erwartungen: Die 25.000er-Besuchermarke aus dem Vorjahr wurde übertroffen, am Sonntagnachmittag war der Großteil der Spezialitäten nahezu ausverkauft.
Der Villscheiderhof in Brixen wurde vom Südtiroler Bauernbund als „Bäuerlicher Schankbetrieb des Jahres“ ausgezeichnet. Begründung der Jury sind die „exzellenten eigenen Weine, das hervorragende Essen, die Vielfalt hofeigener Produkte und das großartige Engagement der jungen Bauernfamilie“.
STADTGEHEIMNISSE Was bedeutet der Fries in der Weißenturmgasse?
EISACKTAL
Der Giebel des Hauses Nr. 4 in der Weißenturmgasse wird von einem Figurenfries geschmückt, der von der Straße aus kaum zu sehen und daher wenig bekannt ist. Ebenso wenig bekannt ist die Bedeutung der Figuren. Dazu muss man wissen, dass dieses Haus 1906 von der damals neu gegründeten „Brixner Bank“ errichtet wurde. Die Figuren auf dem Fries sind allegorische Darstellungen der Produktivität des Landes und stellen somit die Basis dar, auf die sich die Bank stützte. Der Jugendstilbau, für den ein altes Bürgerhaus abgerissen worden war, wurde von den Brixnern wegen des „ortsfremden Stiles“ nicht sehr wohlwollend aufgenommen. Beim Umbau des Erdgeschosses im Jahr 1961 nahm man daher keine Rücksicht auf die Architektur. Die von Franz von Guggenberg geleitete Brixner Bank bestand nur bis 1925. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hat sie viel zur Entwicklung der Stadt beigetragen und zum Beispiel die Reihenhäuser in der Goethestraße – auch im Jugendstil – gebaut. Anregungen: redaktion@brixner.info
Der 12. Keschtnigl z Vom 4. bis zum 9. November lädt die Keschtnrunde zur 12. Auflage des Kastanien-Festivals „Keschtnigl“ ins Eisacktal. Was auf den ersten Blick eine kulturelle Veranstaltung scheint, ist auf den zweiten eine Regionalentwicklung der besonderen Art: In harten Zeiten war die Kastanie das ArmeLeute-Brot. Heute erlebt sie durch Veredelung unterschiedlichster Art vom Kastanienschnaps übers Mehl bis hin zum Bier einen kulinarischen Höhenflug. Für die Feldthurner Keschtnrunde ist die Frucht aber längst nicht nur kulinarische Modeerscheinung: „Kraft steckt ja nicht nur in der Kastanie, sondern auch im Baum“, erklärt Norbert Blasbichler. Der Feldthurner Bauer steht seit 12 Jahren an der Spitze der Keschtnrunde, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kastanie und den Baum in all
ihren alten und möglichen neuen Nutzungsformen aufzuwerten. Heuer bewegt sich der Keschtnigl übrigens erstmals über die Grenzen von Feldthurns hinaus, entlang des Eisacktaler Keschtnweges: von Tils nach Feldthurns, von Feldthurns nach Säben, von Villanders nach Barbian, und immer wieder hinunter ins Tal. Das heurige Motto, „der Wächter“, leitet sich direkt von den stattlichen Bäumen ab, die das Mittelgebirge im Eisacktal charakterisieren. Sie stehen Wächtern gleich in der Landschaft und vermitteln Ruhe, Sicherheit und Schutz. Neben Kulturwanderungen gibt es Theateraufführungen, Konzerte, einen Malwettbewerb, Klangtherapie im Altenheim und einen Markt. Programminfos im Internet: www.keschtnigl.net. wv
57
Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
EISACKTAL
Modellstadt in Sachen Müll
3.000 Besucher beim Open Day
ungeliebten Müllfahrzeuge auf ein Minimum reduziert, was Autofahrer und Fußgänger in der Altstadt freuen dürfte. Bei der Übergabefeierlichkeit ging Bürgermeister Albert Pürgstaller auf die jüngste Polemik über die hohen Mülltarife in Brixen ein: „In einer Stadt, in der die Straßen täglich gereinigt werden, sind die Kosten eben höher als in einem Dorf, in dem bestenfalls zweimal die Woche gekehrt wird“. Gleichzeitig richtete er einen Appell an alle Raucher, die Zigarettenstummel nicht einfach auf den Boden zu werfen, sondern in die dafür vorgesehenen Aschenbecher. Stadtwerke-Direktor Wolfang Plank zeigte sich erfreut über die hohe Mülltrennungsquote in Brixen, die rund 63 Prozent oz beträgt.
z Zwölf Mitgliedsbetriebe des Unternehmerverbandes Südtirol zwischen Klausen und Sterzing öffneten am 27. September ihre Tore. Anlass dafür war der erste „Open Day“ des Unternehmerverbandes auf Bezirksebene. Insgesamt konnten die teilnehmenden Betriebe im Eisackund Wipptal mehr als 3.000 Interessierte begrüßen. Unter den Besuchern waren zahlreiche Politiker, Behördenvertreter, Vertreter der Schulen und Mitarbeiter mit ihren Familien. An die 400 Ober- und Berufsschüler nutzten die Gelegenheit, sich
über die Produktionsabläufe und Arbeitsmöglichkeiten im Detail zu informieren. „Die Veranstaltung ist sehr gut verlaufen. Wir freuen uns über das große Interesse der Bevölkerung“, so Robert Stafler, Bezirksvertreter des Unternehmerverbandes im Eisack- und Wipptal. Folgende Betriebe beteiligten sich am Open Day: Turbinenbau Troyer, Wipptaler Bau, Wolf System, Autotest Franzensfeste, Zingerlemetal, R.W. Grass, Archäologische Untersuchungen, Alupress, Frener & Reifer, Microtec sowie Beton Eisack. oz
Foto: Oskar Zingerle
z Vor zehn Jahren hat Brixen als erste Gemeinde Italiens im Rosslauf einen Müllpresscontainer aufgestellt. Heute wird Brixen in Sachen Müllbewirtschaftung als Modellstadt gelobt. Vor einigen Tagen wurde eine weitere Müllinsel auf dem Seminarplatz seiner Bestimmung übergeben; ein solcher Sammelplatz besteht aus mehreren zum Teil unterirdischen Containern für Glas, Karton, Blech, Papier sowie einem Presscontainer für den Restmüll. Das Konzept sieht vor, dass insgesamt 17 solcher Müllinseln – derzeit sind vier verwirklicht – an Standorten errichtet werden, die von den LKWs der Stadtwerke leicht erreicht werden können. Dadurch und auch durch das große Fassungsvermögen der Container wird der Verkehr der
Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen
Sabri Fashion ---------------------------------------------
2Go Fahrschule ---------------------------------------
Vor kurzem ist Sabrina Spaccavento mit ihrem Modegeschäft vom Station Center in die Kreuzgasse übersiedelt. Sie bietet italienische Markenmode für Damen und Herren, unter anderem der Marke Silvian Heach, von jugendlich bis elegant. Die Modemarken zu leistbaren Preisen werden ausschließlich in Italien gefertigt.
Die neue Fahrschule von Fabrizio Cambiotti bietet mit einem jungen Team und kompetenten Theorieund Fahrschullehrern Kurse für die Führerscheine A, B und Moped – bald auch für C, D, E, KAP, laufend Punktekurse sowie alle Formalitäten rund um den Führerschein.
Brixen, Kreuzgasse 4a
Brixen, Peter-Mayr-Straße 10 (Nähe Weingalerie/Hotel Elephant) Tel. 0472 838650, www.2gosrl.com
Mavis – Sign Concept ---------------------
Vahrn, Konrad-Lechner-Straße 7 Tel. 0472 838466, www.mavis.bz
Alexander und Martin Gruber haben vor kurzem ihre Kreativ- und Werbewerkstatt im neuen Gewerbepark nördlich von Brixen eröffnet. Sie bieten Web- und Mediendesign sowie die grafische Gestaltung und Ausführung von Autobeschriftungen und Scheibentönungen, Werbeschriften, Schildern, Digitaldrucken, Werbetransparenten, Aufklebern und Glasdekoren.
Veröffentlichung von Neustarts um nur 100 Euro + MwSt. Der „Brixner“ unterstützt durch diese kostengünstige Rubrik den Start neuer Unternehmen im Einzugsgebiet: starthilfe@brixner.info 58
NACHGEFRAGT
„Wieder eine verpasste Chance“ PAUL PÖDER, Präsident des Südtiroler Werbefachverbandes „target“ (www.swfvtarget.org), zum Auftrag der Stadtwerke Brixen an eine österreichische Werbeagentur, ein neues Logo zu entwerfen. Herr Pöder, die Stadtwerke Brixen haben eine ausländische Agentur mit der Erneuerung ihres Logos beauftragt. Was sagt der Südtiroler Werbefachverband dazu? Leider ist diese Vorgehensweise kein Einzelfall. Immer wieder müssen wir feststellen, dass Aufträge an nicht einheimische Fachleute und Kommunikationsunternehmen vergeben werden. So ist auch das Beispiel der Stadtwerke Brixen wieder eine verpasste Chance, die lokalen Ressourcen zu nutzen und Steuergelder im Land zu behalten. Der Südtiroler Werbefachverband, der
über 120 Mitgliederbetriebe hat, beanstandet schon seit Jahren die mangelhafte Einbindung des lokalen Leistungspotentials in öffentliche Aufträge. Nicht ansässige Unternehmen können durchaus mit einbezogen werden, das ist keine Frage, aber ein Vergleich ist unerlässlich – im Sinne der lokalen Wirtschaft und der einheimischen Gesellschaft. Im Fall der Stadtwerke hat es, so viel ich weiß, nicht einmal eine Ausschreibung gegeben. Ist der Preis – man munkelt von 19.000 Euro – für die Erneuerung des Logos gerechtfertigt? Es ist mir nicht bekannt was diese
Summe insgesamt beinhaltet. Ich kann nur bestätigen, dass mit diesem Betrag unsere lokalen Dienstleister „Einiges“ zu bieten hätten. War eine Erneuerung des Logos aus Ihrer Sicht überhaupt sinnvoll? Grundsatz der visuellen Kommunikation ist Kontinuität. Aus meiner persönlichen Sicht hätte man mit der ursprünglichen Version ohne weiteres fortfahren können. Ein Handlungsbedarf war also eigentlich schwer zu erkennen oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
S-LITE MADE IN PROVEX
Die Serie S-LITE ist ein exklusives Konzept von Schiebetüren, die durch ihre Leichtigkeit, hohe Funktionalität und elegantes Design hervorsticht. Duschkabinen von Provex: Leichtigkeit des Seins
I-39031 Bruneck (BZ) - www.provex.eu
Unser Partner: E. INNERHOFER AG ST. LORENZEN TEL. 0474 470000 - MERAN TEL. 0473 272400
59
Heizkosten sparen! Mit der kalten Jahreszeit stehen viele vor der Wahl, entweder wenig Geld für die Heizkosten auszugeben und somit in der Wohnung zu frieren oder um teures Geld intensiv zu heizen. Mit kleinen oder größeren Maßnahmen lässt sich jedoch Geld sparen, ohne Wärme zu verlieren.
Werner Dorfmann, Verkaufsförderer Technik
werden, oft genügen auch gezielte Interventionen. So können Heizungspumpen wahre Stromfresser sein. Selbstregelnde Umwälzpumpen der Energieeffizienzklasse A von Grundfos sind speziell auf die Anforderungen in Ein- und Zweifamilienhäusern abgestimmt. Sie sind besonders kompakt konstruiert und lassen sich damit auch in jede bestehende Heizungsanlage integrieren. Dank der Permanentmagnettechnologie und der „Autoadapt“-Funktion können sie den Verbrauch auf bis zu fünf Watt reduzieren und verbrauchen damit nur etwa 60 Kilowattstunden pro Jahr – 80 Prozent weniger als herkömmliche Modelle.
Wenn es im Keller sehr warm ist, sind vermutlich die Heizungsund Warmwasserrohre ungenügend gedämmt. Fragen Sie den Fachinstallateur nach geeigneten Isolierungen, damit die Rohre die Wärme dahin transportieren, wo sie auch wirklich gewünscht ist. Dieser berät auch über weitere Möglichkeiten wie Solaranlagen, Wärmepumpen oder Brennwertkessel.
Diese und viele andere ener-
giesparende Produkte führt der KlimaHaus-Partner „Innerhofer – Bad und Haustechnik“ mit Hauptsitz in St. Lorenzen.
Solaranlagen im Einklang mit der Natur und mit Ihrer Geldbörse. Denn wir kombinieren effiziente Kollektoren mit intelligenten Speichersystemen für Warmwasser, Heizung oder Schwimmbäder. Innerhofer – Bad und Haustechnik in St. Lorenzen, Meran, Bozen und Belluno. BAD UND HAUSTECHNIK
6 VON 7 HAUSBESITZERN HEIZEN MIT GELD. Unser Berater weiß, wie man mit Natur heizt und dabei Umwelt und Geldbörse schont.
E. Innerhofer AG · Bad und Haustechnik · Hauptsitz: St. Lorenzen · Brunecker Straße 14 · Tel. 0474 470-000 · Filialen: Meran · Max-Valier-Straße 24 · Tel. 0473 272-400 · Bozen · Altmannstraße 6 · Tel. 0471 061-970 · Belluno · Via T. Vecellio 67 · Tel. 0437 273-400 E-Mail: info@innerhofer.it
60
www.innerhofer.it
kneifelkrausekube.de
Hat die eigene Heizung ein Wenn man erneuert, sollte man Thermostatventil? Dieses regelt sich die Anschaffung von modie Temperatur in jedem Raum dernen, voreinstellbaren Ventilen individuell und verhindert über- und elektronisch programmierhitzte Heizkörper und Räume. Bei baren Thermostatköpfen, beiälteren Thermostaten lohnt sich spielsweise von Danfoss oder ein genaueres Hinsehen: Wenn Honeywell, überlegen. Mit ihnen der Heizkörper trotz hoher Ein- können auch in Wohnhäusern mit stellung am Handknopf eher kühl Zentralheizung die individuellen bleibt oder wenn sich der Knauf Heizzeiten bequem eingestellt schlecht drehen lässt, ist der Ther- werden. So reicht es etwa im mostat möglicherweise defekt. Bad aus, wenn erst eine halbe Als Faustregel gilt, dass nach 15 Stunde vor dem Weckerklingeln Jahren ein Thermostatventil ersetzt die Heizung voll heizt und nach werden sollte – denn dann ist der Morgentoilette die Temperaes abgenutzt und verschwendet tur wieder herunterfährt. wertvolle Energie. In einer 70 Quadratmeter großen Wohnung Auch eine regelmäßige Überkönnen durch den Austausch 15 prüfung der Heizanlage rechProzent oder rund 150 Euro an net sich. Es muss nicht immer INN_Anz_Dolo_192x139_RZ 06.10.2008 16:57 Uhr Seite 1 die gesamte Anlage erneuert Heizkosten gespart werden.
Extra
Heizung & Energie
INNERHOFER
ROBERT OHG
Zukunftsweisende Haustechnik Energieeffiziente Haustechnikkonzepte leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs, sondern sorgen auch für ein angenehmes Wohnklima. Moderne Gebäude zeichnen sich zunehmend durch eine kompakte Bauweise unter Berücksichtung von Wärmedämmung, Luftdichtheit, Vermeidung von Wärmebrücken und Nutzung der Sonnenenergie aus. Die bautechnischen Neuentwicklungen stellen auch die Haustechnik vor neue Herausforderungen. Gut gedämmte Gebäude erfordern ein effizientes Lüftungssystem für den Luftaustausch und die Luftzirkulation in allen Räumen. Regelmäßiges Fensterlüften würde zu erheblichen Wärmeverlusten führen und die Vorteile der Niedrigenergiebauweise bei Weitem nicht ausschöpfen. Eine Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hilft, Energie einzusparen und schafft gleichzeitig ein behagliches Wohnklima. Der verbrauchten Abluft aus Küche, Bad und WC wird die Wärme entzogen und der frischen Zuluft im Wohnzimmer und in den Schlafräumen zugeführt. Dadurch sind die Räume stets mit frischer, gefilterter und pollenfreier Luft versorgt.
In einem Passivhaus ist der
Restwärmebedarf derart niedrig, dass moderne Kompakt-
geräte sämtliche haustechnische Funktionen wie Lüften, Heizen und Warmwasseraufbereitung übernehmen können. Die Abluft, deren Wärme in der Wärmerückgewinnung der Lüftung bereits teilweise auf die Zuluft übertragen wurde, enthält noch nutzbare Energie. Durch den Einsatz eines Erdwärmetauschers bleibt das Temperaturniveau der Abluft mit 5 bis 10 Grad Celsius so hoch, dass diese noch vorhandene Energie mit Hilfe einer Kleinstwärmepumpe nutzbar ist. Dieser Energiegewinn wird vorrangig dem Warmwasser zugeführt, der Rest steht für die Raumheizung in Form von erwärmter Zuluft zur Verfügung. Dabei wird im häufigen dualen Betrieb – also Warmwasser und Raumheizung – die so genannte Enthitzungswärme verwendet, quasi ein Abfallprodukt der Wärmepumpe. Eine allfällige Integration von Solarenergie kann in Form von Photovoltaik oder mit einer thermischen Solaranlage erfolgen; auf der Raumheizungsseite sind die Möglichkeiten vielfältig: Eine mehr oder weniger große Grundlast wird durch die Wärmepumpe abgedeckt. Im klassischen Passivhaus genügt
dies zusammen mit einer kleinen elektrischen Nachheizung im Zuluftrohr. Sollte dies nicht ausreichen, kann eine zusätzliche Wärmeeinbringung über eine Fußboden- oder Wandheizung erfolgen, aber auch eine Zusatzheizung in Form eines Pellet- oder Stückholzofens wäre denkbar. Die jeweilige Systemwahl erfolgt je nach baulichen Erfordernissen bzw. nach Wunsch des Bauherrn.
Als Pionier und Vorreiter er-
arbeitet das Vorarlberger Unternehmen „Drexel und Weiss“ Haustechnik-Konzepte für das
Passivhaus und den gesamten energieeffizienten Wohnbau. Das Unternehmen Robert OHG in Vahrn ist mit dem technologischen Marktführer aus Österreich eine Kompetenzpartnerschaft eingegangen, um den neuen Anforderungen energieeffizienter Haustechnik gerecht zu werden und bietet Beratung, Planung und Installation von Komfortlüftungssystemen und Passivhaustechnik. Die Neuheiten moderner Haustechnik präsentiert Robert OHG gemeinsam mit „Drexel und Weiss“ auf der internationalen Fachmesse „Klimahouse 09“ vom 22. bis 25. Jänner in Bozen.
Schlanke Haustechnik durch modulare Kompaktgeräte des technologischen Marktführers „Drexel und Weiss“.
OH )FJ[V S j 4BOJU 4PMBS
&SOFVFSCBSF &OFSHJFO G S (FOFSBUJPOFO UÊ Komfortlüftung und Passivhaustechnik UÊ Wärmepumpen UÊ Pellet- & Hackschnitzelheizanlage UÊ Solaranlagen UÊ Sanitäranlagen & Badeinrichtungen Handwerkerzone 34 · 39040 Vahrn Tel. 0472 833594 · Fax 0472 834401 · robert.leitner@dnet.it 61
ENERGY.DIS GMBH
Heizung & Energie
Berater des Vertrauens Eugen Psaier, Geschäftsführer der Energy.dis GmbH, über die Zukunft des Energiemarktes.
Extra
Herr Psaier, viele Firmen haben in Fotovoltaikanlagen und andere Energieerzeugungswerke investiert und fragen sich in Anbetracht der aktuellen Finanzkrise, ob die Förderbeiträge wirklich gesichert sind. EUGEN PSAIER: Festzuhalten gilt, dass der Staat oder das Land die Fördermaßnahmen durch entsprechende Gesetze garantiert. Dies bietet eine gewisse Sicherheit und Stabilität. Der Staat schließt bei der Förderung über die Behörde GSE zusätzlich einen privatrechtlichen Vertrag mit dem jeweiligen Produzenten ab. Diese beiden Maßnahmen garantieren einen gewissen Schutz für Investoren. Entsprechende Garantien gelten natürlich nur im Rahmen der gültigen Rechtsordnung und nur für die Laufzeit der Verträge. Wie soll sich ein Energieproduzent verhalten? Zweifellos ist eine Investition in
den regenerativen Energiesektor weiterhin sinnvoll. Allerdings sollte ein Produzent nicht allzu gutgläubig den landläufigen Aussagen vertrauen, sondern die aktuelle Entwicklung des Energiemarktes aktiv mitverfolgen und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz seiner Investition einleiten. Für die Abstimmung in diesem Bereich kann es ratsam sein, sich an einen Berater des Vertrauens zu wenden, der den Produzenten in administrativen Fragen unterstützt. Sollte ein Energieproduzent die administrative Tätigkeit selbst übernehmen oder diese auslagern? Der Trend geht klar in Richtung Beauftragung eines Spezialisten. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass sich ein Fachmann ständig für eine Vielzahl von E-Werken mit der Materie beschäftigt. Der daraus resultierende Kostenvorteil kommt den einzelnen Produzenten zugute. Zudem können dem spezialisier-
ten Dienstleistungsunternehmen die Pflichten zur Erfüllung der gesetzlichen Normen übertragen werden, was zur Absicherung der Produzenten beiträgt. Welche Voraussetzungen sollte ein solches Dienstleistungsunternehmen erfüllen? Wichtig ist, dass das beauftragte Beratungsunternehmen entsprechende Kompetenz und eine funktionierende Organisation nachweist sowie die nötige Diskretion zusichert. Langjährige Tätigkeit im Sektor liefert das nötige Knowhow, eine funktionierende Organisation garantiert die reibungslose Abwicklung und Berücksichtigung gesetzlicher Regelungen und Fristen und damit die Dienste für das E-Werk auch im Ausnahmefall. Unablässig ist, dass der Dienstleister unabhängig ist und keine anderen großen Akteure oder EWerke Einfluss haben. Dieses Konzept wird in einem liberalisierten Umfeld und insbesondere
bei Entscheidungen, die das EWerk in Bezug auf Investitionen treffen muss, immer wichtiger. Diskretion und der vertrauliche Umgang mit sensiblen Daten in den Meldungen sind auch aus gesetzlicher Sicht notwendig.
Dr. Dr. Ing. Eugen Psaier
Eugen Psaier hat in München Energietechnik, in den USA und in Innsbruck Betriebswirtschaft studiert und ist Geschäftsführer und Teilhaber der Energy.Dis GmbH – einem Beratungsunternehmen, das vor 7 Jahren gegründet worden ist, 8 Mitarbeiter beschäftigt und eine Vielzahl an Kunden im In- und Ausland betreut. Zu seinen Kunden zählen Energieproduzenten und Verteilerunternehmen, Gemeinden, Bezirksgemeinschaften, E-WerkGenossenschaften, Unternehmen und Private. Die Energy.Dis GmbH bietet Beratung, Projektabwicklung und -begleitung, Abrechnungsabwicklungen sowie Energieverkauf und Zertifikate an der Energiebörse.
PROJEKTE IN WIRTSCHAFT UND TECHNIK 39042 Brixen · Julius-Durst-Straße 6 · Tel. 0472 275 300 · Fax 0472 275 310 · info@energy-dis.it 62
KARL PICHLER AG
Schöne Oberflächen Moderne Werkstoffe und Fassadensysteme eröffnen neue Gestaltungsmöglichkeiten für eine zeitgenössische Architektur. FunderMax zählt europaweit zu den führenden Herstellern spannender Dekore und Fassaden. Mit seinen Dekoren prägt FunderMax den Trend zur materialgerechten Gestaltung. Die neuesten Dekore „Actec“ und „Maja“ gehen auf Inspirationen aus den lateinamerikanischen Hochkulturen zurück und dominieren in warmen Farbnuancen aus dem Bereich der Rottöne, kontrastiert mit bunten Akzenten. Ein zusätzlicher dezenter Metallic-Effekt schafft eine gelungene Verbindung aus
ethnischer und industriell-moderner Anmutung. Das Dekor „Indian Apple“ eignet sich hingegen besonders für Kontrastwirkungen in einem modernen und klar strukturierten Erscheinungsbild.
So umfangreich die FunderMax-
Kollektion auch ist: Die Vielfalt der Wünsche und Ideen von Kunden, Bauherren und Architekten ist größer als es jede Kollektion sein kann. Aus diesem Grund bietet FunderMax Kunden die Möglichkeit, an der Weiterent-
die mit Hinterschnittankern befestigt sind, besonders rationell montiert werden. Alternativ dazu können dezent sichtbare Halteprofile gezielt als gliederndes Gestaltungselement eingesetzt werden. Die umfangreiche Kollektion in Sachen Dekor und Fassaden sowie alle Neuheiten von FunderMax findet man in Südtirol exklusiv bei Karl Pichler AG in Algund, Bozen und Brixen.
FunderMax-Fassadengestaltung
www.IDEENSERVICE.it
FunderMax-Dekorneuheiten im Exterior-Bereich
wicklung der Kollektion mitzuwirken: Sie können Dekorideen bewerten, neue vorschlagen oder gleich selbst ihr eigenes, unverwechselbares Dekor entwerfen. Individualisten schätzen den Individualdruck-Service bei FunderMax: Hier werden selbst kreierte Kunstwerke mit brillanten Pigmenttinten gedruckt, das Dekor als HPL-Platte verpresst und mit der hochwertigen Oberflächentechnologie geschützt. Im Bereich Fassadengestaltung bietet FunderMax nicht nur viele Gestaltungsmöglichkeiten, sondern auch Innovationen in Sachen Plattenteilung, Format und Struktur. Neben dem bewährten Stülpschalensystem überzeugt FunderMax unter dem Titel „exklusiv“ mit einem völlig neuen System der Plattenmontage: So können die Platten mit Agraffen,
n, I h re I d e e lz! unser Ho
Dem Raum Charakter verleihen. Mit dem optimalen Boden für jeden Zweck! Die bei
größte Auswahl Südtirols an Holzböden kompetentester Beratung. Jahre Anni
www.karlpichler.it
Besuchen Sie unsere Ausstellungsräume und lassen Sie sich beraten: Algund: J.-Weingartner-Str.10/A Tel. 0473/204800
Bozen: E.-Fermi-Str. 28 Tel. 0471/066900
Brixen: J.-Durst-Str. 2 Tel. 0472/977700
Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 8.00 - 12.00 Mo. - Fr.: 13.30 - 17.30
63
FINSTRAL
Heizung & Energie
Schnell und sauber ausgetauscht
Extra
Finstral bietet die Lösung für eine einfache Fensterrenovierung im Altbau. Oftmals werden Fensterrenovierungen im Altbau durch bauliche oder andere Gegebenheiten erschwert. So kann zum Beispiel die bauliche Situation ein Entfernen der alten Blendrahmen nicht erlauben. Oder die Mieter sollen beim Ausbau von Altrahmen nicht durch Schmutz belästigt werden. Oder der Denkmalschutz erfordert eine maßgetreue Wiederherstellung der alten Fassadenansicht, etwa mit Bögen oder schmalen Sprossen, mit Rollläden oder Klappläden. Für diese besonderen Anforderungen hat Finstral ein spezielles Altbaufenster entwickelt: Der alte Rahmen bleibt als Blindzarge im Mauerwerk, der neue FinstralRahmen wird einfach und sicher aufgesetzt. Anschlussprofile decken die Fuge außen- und raumseitig ab.
Das Finstral Altbau-System
kann schnell, sauber und preisgünstig montiert werden und ermöglicht den Austausch ohne Störungen. Die extrem schmalen
Profile garantieren hohen Lichteinfall. Sie weisen neben der Mitteldichtung eine innere Anschlagdichtung, eine Blendrahmen-Anschlagdichtung sowie eine äußere Wasser-Abweisdichtung auf. Die Rahmen sind in jeweiliger Stilausführung erhältlich. Zweiflügelige Elemente können mit History-Mittelpartie ausgeführt werden. Speziell für die Altbausanierung stehen bei Finstral die Rahmenfarben Antikweiß, Papyrusweiß, Perlweiß und Azurweiß sowie verschiedene Holzdekore zur Verfügung. Glatte, geprägte und satinierte Oberflächen vervollständigen die Auswahl. Bilden Fenster und Rollläden eine kompakte Einheit, so wird der Rollladenkasten neu verkleidet, Rollladenpanzer, Rollowelle, Gurtwickler sowie Gurt erneuert und auf Wunsch mit einem neuen Kurbelantrieb oder Elektromotor versehen. Fenster ohne Rollläden erhalten entweder Vorsatzrollläden mit einem platzsparenden Minipanzer oder, wenn wenig Platz vorhanden ist, können Verbundflügel mit integrierter Jalousette eingesetzt werden.
Finstral bietet ein großes Sor-
timent an Klappläden. Gewählt werden können historische Modelle und moderne Ausführungen: offene oder bewegliche Lamellen, Füllungen in Paneel- und abgeplatteter Ausführung, mit Segment- oder Rundbogen, mit und ohne Ausstellflügel. Auch bei Altbaurenovierungen muss nicht auf Finstrals bewährte Qualität verzichtet werden: Hochwertige Schall- und Wärmedämmverglasungen sowie zuverlässiger Einbruchsschutz runden das Renovierungspaket von Finstral ab. 64
ENERGIE CONSULTING
Jetzt sanieren zahlt sich aus! Das Land und der Staat zahlen zwei Drittel der Kosten für eine Gebäudesanierung innerhalb 2010 und schaffen damit einen enormen Anreiz für vorausschauende Energieeffizienzmaßnahmen.
Laut einer Studie der Verbraucherzentrale entfallen 55 Prozent unseres Energieverbrauchs auf die Heizung, 31 Prozent auf das Auto, sieben Prozent auf das Warmwasser, vier Prozent auf das Waschen, Kühlen und Gefrieren, zwei Prozent auf das Kochen und ein Prozent auf Licht und elektrische Unterhaltungsgeräte.
Über 70 Prozent der Heizenergie lassen sich alleine durch verbesserte Wärmedämmung der Außenwände, des Dachbodens und des Kellers sowie durch den Einbau wärmeschutzverglaster Fenster einsparen.
Wer jetzt sein Haus oder seine Energieeffizienzmaßnahmen zu Wohnung sanieren lässt, spart Energie und vor allem Geld, denn Staat und Land fördern energetische Sanierungen mit Beiträgen bis zu 70 Prozent der Investitionskosten. Der Staat ermöglicht es, bis zu 55 Prozent der Investition von der Steuer abzusetzen; das Land fördert Energiesparmaßen zusätzlich bis zu 30 Prozent. Noch nie war es so günstig wie jetzt, neue Fenster, Wärmedämmung oder den Austausch der Heizanlage zu realisieren. Solche Förderungen sind einzigartig in Europa, doch sie gelten nur noch bis 2010. Es zahlt sich somit aus, sich für
entscheiden.
Da die Energiekosten in Zu-
kunft mit Sicherheit noch steigen werden, kann durch eine gute energetische Sanierung des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung gleichzeitig dem Verlust der Kaufkraft entgegengewirkt werden, da durch die Nutzung der öffentlichen Beitragsförderung effektiv mehr Geld für andere Zwecke zur Verfügung bleibt. Die Techniker von Energie Consulting beraten gerne unverbindlich und kommen auf Wunsch auch zu Ihnen nach Hause.
65
RUBNER HAUS
Heizung & Energie
Natürlich wohnen
Extra
Ein gemütliches Zuhause steht auf der Wunschliste vieler Menschen. Mit einem Holzhaus von Rubner Haus lässt sich dieser Wunsch individuell erfüllen.
Ferien bei uns zuhause
Wer sich beim Hausbau für den Werkstoff Holz entscheidet, weiß warum: Dieser für den Alpenraum so typische Baustoff ist ästhetisch ansprechend, langlebig und schützt bestens vor Kälte und Wärme. Für die Wärmedämmung werden baubiologisch unbedenkliche Materialien wie Hanf, Kork, Holzweichfaser und Gips verwendet. Diese können mit geringem Einsatz von Energie hergestellt werden und bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen. Das bedeutet für die Herstellung der Baumaterialien eine geringe Umweltbelastung, kurze Transportwege und für den Bewohner des Hauses eine gesunde Wohnatmosphäre. Bei der Planung eines Rubner Holzhauses kann man von Beginn an mitreden, denn die langjährige Erfahrung hat dem Unternehmen gezeigt: Für Rubner Haus entscheiden sich Individualisten, die genau wissen, was sie wollen.
Das „Blockhaus“ von Rubner besticht durch seine natürliche Ausstrahlung: Die Wände werden aus massiven kerngetrennten Bohlen aus wintergeschlägertem Fichtenholz mit Nut und Feder aufgeschichtet und in der Eckverbindung in verkämmter Form mit Vorkopf zusammengefügt. Die Außenwände werden wahlweise innen oder außen wärmegedämmt und mit massiver Profilholzschalung oder Putz verkleidet. Wer eine verputzte Fassade vorzieht, aber auf ein Holzhaus nicht verzichten möchte, für den ist das Holzhaussystem „Residenz“ die beste Wahl. Das „Residenz“ von Rubner wird in Holzriegelbauweise oder Holzplattenbauweise errichtet. Die Außenwände werden innen doppelt beplankt und außen mit einem Vollwärmeschutz und mineralischem Verputz versehen.
ner Haus umfasst drei Holzhaussysteme, die sich bautechnisch und stilistisch perfekt ergänzen: Holzblockbau, Holzriegelbau und Holzplattenbau in drei verschiedenen Produktlinien „Blockhaus“, „Residenz“ und „Heidis“.
Funktion und Ästhetik und perfektioniert die Produktionsprozesse durch ständige Innovation und Forschung. Das Ergebnis sind natur- und lebensnahe Wohnlösungen für Menschen, die das Besondere suchen.
Rubner verbindet Natur und Die Produktpalette von Rub- Technik, Tradition und Moderne,
Nachhaltiges Bauen mit Holz 40 % weniger Heizkosten Individuelle Grundrisse und Fassaden Holzbauelemte aus Eigenproduktion
Rubner Haus AG • Handwerkerzone 4 • 39030 Kiens Tel. 0474 563 333 info@haus.rubner.com www.rubner.com Besuchen Sie uns im Musterhauszentrum in Kiens Mo - Fr 8.00 - 12.00 / 13.00 - 18.00 Sa 9.00 - 12.00 / 13.00 - 17.00 So 9.30 - 12.30 / 13.00 - 18.00
66
LAHNER FRANZ GMBH
Vielseitige Verbindungen Energieeffiziente Lösungen – das Unternehmen Lahner Franz GmbH beschreitet innovative Wege mit einem vielseitigen Leistungsangebot. Durch seine langjährige Erfahrung im Heizungs- und Sanitärbereich genießt das Unternehmen Lahner Franz GmbH den Ruf eines kompetenten und zuverlässigen Partners. Doch dem Unternehmen in St. Lorenzen genügt nicht die Konzentration auf ein Branchensegment. Durch eine ausgeprägte Ausrichtung an die Bedürfnisse der Kunden und durch die kontinuierliche Weiterentwicklung hat sich die Lahner Franz GmbH zu einem Spezialisten für energieeffiziente Lösungen von Privat und Gewerbe entwickelt.
Verbindungen schaffen – sparender und umweltfreund- lufterzeuger, Gas- und Elektrodiesen Leitsatz lebt das Unternehmen nach außen und nach innen. Durch die Einbindung der Kunden in die Gestaltung von Produkten und Leistungen, durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern sowie durch eine ausgeprägte Mitarbeiterorientierung, die als Erfolgsfaktor erkannt und gezielt gefördert werden, wartet das Unternehmen mit einem breitgefächerten Leistungsspektrum auf, das Freiraum für zukunftsträchtige Entwicklungen lässt. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich energie-
licher Lösungen, von modernen Heizanlagen, Fernwärmetechnik, Wärmerückgewinnungsanlagen über Regenwasserspeicher, Bewässerungsanlagen bis hin zu Solaranlagen. Die Heizungs- und Sanitärinstallation im privaten und öffentlichen Bausektor, in Hotellerie und Industrie, die Lieferung von Holzbriketts, Pellets, Kerosin, Gasflaschen und technischen Gasen sowie der Verkauf und Verleih unterschiedlichster Produkte, beispielsweise Gas- und Holzöfen, Wärmesonnen, Warm-
herde, runden das Angebot des vielseitigen Unternehmens ab.
Installationen von Heizungs-, Gas- und Sanitäranlagen Erneuerbare Energien - Solar-, Holz-, Pellets- und
Regenwassernutzungsanlagen Badsanierungen - Reparaturen und Kundendienst Technische Planung - Ansuchen um Beiträge
Gasflaschen Kerosin Holzbriketts Pellets Technische Gase Helium für Luftballone
Gasgrill Gasöfen Wärmesonnen Warmlufterzeuger Elektro- und Gasherde Campinggas
Zustelldienst für Industrie, Handwerk, Gastgewerbe, Privat!
Verkauf und Verleih!
e! Nutzen Sie unsere Angebot
BRIXEN ca. 2 km GADERTAL
PFLAURENZ
ST. LORENZEN
AUE BRUNECK
39030 St. Lorenzen · Aue 28 Tel. 0474 474208 · Fax 0474 474198 www.lahner.it · info@lahner.it
67
Wohnen heute Die Zukunft der Niedrigenergiebauweise resultiert im Passivhaus. Die Passivhausbauweise ist ein Baukonzept, das in Bezug auf Energieeffizienz, Wohnkomfort, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit zum weltweit führenden Standard für energiesparendes Bauen avanciert ist.
Ein Passivhaus ist ein Gebäude,
in dem eine behagliche Temperatur sowohl im Winter als auch im Sommer eventuell ohne aktives Heiz- oder Kühlsystem zu erreichen ist. Es bietet erhöhten Wohnkomfort bei einem Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/ (m2a) und einem Primärenergiebedarf einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom von unter 120 kWh/(m2a). Im Vergleich zur Niedrigenergiebauweise benötigt ein Passivhaus 80 Prozent weniger Heizenergie, im Vergleich zu einem konventionellen Gebäude weit
Extra
Heizung & Energie
ARTUR FRENER / JOSEF BLASBICHLER
über 90 Prozent. Umgerechnet in Heizöl kommt ein Passivhaus im Jahr mit weniger als 1,5 Liter pro Quadratmeter aus. Diese Einsparung erreicht das Passivhaus allein durch seine beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und freie Wärmegewinne optimieren. Eine gut gedämmte Gebäudehülle mit Dämmstärken zwischen 20 und 35 cm und Fenstern mit DreifachWärmeschutzverglasung bewirken, dass die Wärme im Haus bleibt. Für Frischluft sorgt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung. Mehr als 80 Prozent der Abluftwärme wird im Wärmeübertrager an die Zuluft zurückgegeben. So wird zum Beispiel bei Null Grad Celsius Außentemperatur die kalte Frischluft allein durch die 20 Grad Celsius warme Abluft auf mindestens 16 Grad Celsius erwärmt.
Wärmegewinne erzielt das Die Vorteile eines Passivhauses Passivhaus durch Fenster und die Wärmeabgabe von Personen und Haushaltsgeräten. Im Sommer verhindert eine Beschattung, beispielsweise durch Balkon oder Jalousien, die Überhitzung der Räume, in den kalten Wintermonaten hingegen wird die Zuluft über die Komfortlüftung erwärmt, so dass auf ein separates Heizsystem verzichtet werden kann. Passivhaus-Bewohner schätzen den hohen Wohnkomfort ihrer Häuser. Durch die gute Dämmung sind alle Raumumgebungsflächen gleichmäßig warm, auch bei den an die kalte Außenluft grenzenden Bauteilen. Das schafft eine hohe Behaglichkeit. Allergiker und Asthmatiker schätzen darüber hinaus die pollenfreie und staubarme Luft im Passivhaus.
reichen jedoch noch weiter, denn das Passivhaus hilft Energie und Geld sparen. Die Mehrkosten des Passivhauses für die verbesserten Fenster, für Lüftung und Dämmung werden zum einen durch Beiträge gefördert, zum anderen macht sich die hohe Energieeinsparung bald bezahlt. Die Passivhausbauweise erfordert viel Know-how bei Planung und Ausführung: Nur wenn alle Komponenten zusammenspielen, entsteht ein gut funktionierendes Gebäude. Übergreifendes fachliches Wissen und detaillierte Planung sind entscheidend, so dass man sich an Fachleute der Passivhaustechnik wenden sollte. Zwei erfahrene Fachbetriebe im Bereich Niedrigenergie- und Passivhaus sind Artur Frener in St. Andrä und Josef Blasbichler in Verdings.
Ihr Fachbetrieb für:
>ÃÊ ` Û `Õi iÊ â >ÕÃÊUÊ7 ÊÕ `Ê iÜiÀLiL>ÕÌi Ê Ê âL>Õ Üi ÃiÊ >V Ê ` Û `Õi i Ê7Õ ÃV ]Ê>ÕV ÊÃV ØÃÃi viÀÌ }ÊUÊ*>ÃÃ Û BÕÃiÀÊ UÊ >V ÃÌØ iÊUÊ7 ÌiÀ}BÀÌi ÊUÊ i >ÕÃL>ÕÊUÊ >ÃÃ>`i }iÃÌ> ÌÕ } UÊ >V ÃÌØ iÊUÊ-> iÀÕ }i ÊUÊ i >ÕÃL>ÕÊUÊ >ÃÃ>`i }iÃÌ> ÌÕ } Õ}Ã` ÀvÊ ÀÊ£ÎÊ-Ì°Ê `ÀB Î ä{ÓÊ À Ýi Ê <®
7iÀ ÃÌ>ÌÌÊ/i °Êä{ÇÓÊÓä£ä££ L ÊÊÎÎxÊÈäÈ£{ £
>ÝÊä{ÇÓÊÓ䣣£x ÜÜܰvÀi iÀ >ÀÌÕÀ°V
Josef Blasbichler
ÜiÀ ÃÌ>ÌÌJvÀi iÀ >ÀÌÕÀ°V ÛiÀÜ> ÌÕ }JvÀi iÀ >ÀÌÕÀ°V
Innovative Haustechnik Niedrigenergie Passivhaustechnik
Solarteur | Alternative Energien Heizung | Sanitär | Solar- und Photovoltaiktechnik Energieberatung | Blower Door | Thermografie
Für ein Zuhause mit Zukunft 68
Josef Blasbichler Verdings 34 | 39043 Klausen Tel. 0472 855 606 | Fax 0472 857 578 | www.blasbichler.com
GREITHWALD
Zentral-Heizungsherde aktueller denn je Der gute alte Zentralheizungsherd erlebt Anfang des 21. Jahrhunderts seine Wiedergeburt. unter Berücksichtigung ständig steigender Energiekosten entscheidend verändert: Man plant wieder die gemütliche Wohnküche, lässt Wohn- und Essraum in einem und setzt meist mittig im Haus einen FestbrennstoffKamin. Dies sind die idealen Voraussetzungen für einen Zentralheizungsherd. In den 70er und 80er Jahren ist der Heizungsherd aufgrund der niedrigen Öl- und Gaspreise fast in Vergessenheit geraten – heute erhält er einen neuen Stellenwert. Immer knapper werdende Ressourcen, Unsicherheiten in der Energie-Versorgung und die damit verbundenen steigenden Energiepreise zwingen uns förmlich, auf Alternativen zurückzugreifen. Auch die Architektur hat sich
Die hohe Wirtschaftlichkeit des
Heizungsherdes war den anderen Heizsystemen stets überlegen: Mit einem Heizungsherd kann man kochen, backen, braten, warmes Wasser erzeugen und Heizkörper erwärmen. Die Leistungsbereiche reichen von 6 bis 21 Kilowatt. Auch Öko-Heizungsherde mit verbesserten Abgaswerten und höherer Brennstoffausbeute sind heute machbar. Der Energieerzeuger befindet sich direkt im Wohnraum, hat somit keinerlei Rohrleitungsverluste und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Man spart nicht nur Heizkosten, sondern auch enorm Strom beim Kochen, Backen und Braten. Ob als alleiniger Wärmelieferant oder als Zusatzheizung für Öl, Gas, Strom oder vor allem Solar – der Zentralheizungsherd kann in jedes bestehende Heizsystem integriert oder
nachgerüstet werden. Dabei spielen die fachgerechte Montage, das richtige Einbinden in das System sowie die Berücksichtigung der Heiz- und Kochgewohnheiten eine wichtige Rolle. Nur wenn alle Komponenten genauestens aufeinander abgestimmt sind, wird der Betreiber lange Zeit viel Freude an seinem Heizungsherd haben.
Der Herdproduzent Greithwald
in Mittewald ist hier einen entscheidenden Schritt voraus: Bevor ein Heizungsherd in die Produktion geht, werden gemeinsam mit dem Bauherrn vor Ort alle baulichen und technischen Voraussetzungen überprüft und auf den jeweiligen Herd abgestimmt. Darüber bietet Greithwald Herde die Möglichkeit, durch einen Werkstechniker die ganze Anlage nicht nur thermisch, sondern auch hydraulisch überprüfen und eine Einweisung der richtigen Bedienung vornehmen zu lassen. Dies sorgt für eine 100-prozentige Funktion und Effizienz des Heizungsherdes. Heizungsherde gibt es heute nicht nur in Standardgrößen. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Egal, ob in moderner,
schlichter Ausführung oder als rustikaler Kachelherd – Heizungsherde bekommt man heute in fast allen Formen und Farben. Er ist auch mit Durchheizfunktion realisierbar: In diesem Fall wird der Herd zweifach an den Schornstein angeschlossen, einmal direkt über den Rauchabgangstutzen am Herd und zum anderen über ein Nachheizelement, zum Beispiel ein Kachelofen, der sich im gegenüberliegenden Raum befindet – eine sehr sinnvolle, effiziente Lösung mit doppeltem Nutzen!
Greithwald berät, plant und
montiert den Herd nach Wahl. Das Team verfügt über ein langjähriges Fachwissen im Herdbau, so dass man bei Greithwald nicht nur einen Herd, sondern eine für den jeweiligen Anspruch optimale Gesamtlösung erhält.
Besuchen Sie unseren neuen Ausstellungsraum mit über 30 verschiedenen Herden in:
Mittewald, Fabrikstraße 5 in 39045 Franzensfeste Tel. 0472 458600 www.greithwald.it
69
Kinderfotoaktion
Kinder, Kinder…!
Extra
Zwar einen Monat später als geplant – aber hier sind sie nun, die zahlreichen Kinderfotos, die uns unsere Leser eingesandt haben. Vergnügliches Schauen!
Claudia Mitterrutzner, Albeins
Simon Pircher, Feldthurns Wie jedes Jahr fluteten auch heuer wiederum jede Menge Kinderfotos in unser E-Mail-Postfach, wurden uns per Post zugesandt oder persönlich vorbeigebracht. Und wie jedes Jahr mussten wir wieder auswählen, da der zur Verfügung stehende Platz nicht für hunderte von Bildern ausreicht, leider. Wir danken für die rege Teilnahme und bitten jene, deren Foto nicht
Lisa Oberhofer, Brixen
veröffentlich werden konnte, um Verständnis – vielleicht klappt es bei unserer Fotoaktion im nächsten Jahr! Zwischen all den strahlenden Kinderfotos wurde eines als Siegerbild auserkoren: Simon Pircher aus Feldthurns, der nicht lückenlos, aber freudestrahlend in die Kamera lacht. Seine Eltern dürfen sich schon mal auf das Überraschungsgeschenk freuen, das uns freundlicherweise vom Elektrofachgeschäft Reichhalter in Brixen zur Verfügung gestellt wird.
info Die vielen mit der Post eingesandten Bilder können wir aus organisatorischen Gründen nicht an die Absender zurückschicken – aber selbstverständlich können die Fotos in unserer Redaktion in der Brennerstraße 28 in Brixen abgeholt werden.
ELEKTRO
Brixen, Großer Graben 17 Tel. 0472 836049 www.sportacherer.com 00 Spyder-Skianzüge 399, %
JetSet-Jacke 199,00 % O‘Neill-Jacke
59,90 %
Kinder-Skijacken
29,90 %
Samstag Nachmittag immer geöffnet
70
Julian Oberhofer, Feldthurns
Claudia Grossgasteiger
Mara und Miriam Mayrl, Brixen
Julian Augschöll, Klausen
Tommaso Aita, Meransen
Noah Prader und Jeremy Losso, Brixen
Cedric aus Neustift und Lukas aus der Slovakei
Hanna und Sofia, Viums
Aaron und Sarah Piras, Brixen
Ian aus Brixen Tristan Obexer, Viums Moritz Oberhauser, Lüsen
Leon Stieler, Vahrn
Lisa Duregger, Vahrn
Leonie, Nadine und Julian aus Pinzagen
Sarah Eller, Vahrn
Michael Rastner, Brixen
Armin Oberhofer, Meransen
Mara und Sandra Seeber, Milland
Andy und Vivian Federspieler, Lüsen 71
Kinderfotoaktion
Sofia und Leonardo Colabianchi, Brixen
Lukas und Florian Fissneider
Extra
Valentina Plaickner und Simon Santin, Milland
Lea und Nadia, Weitental
Elisa Leitner, Milland
Anna Steinmann
Sophia Staudacher, Brixen
Hannes, Heidi und Manuel aus Elvas
Leonie Chizzali, Gufidaun
Annika und Isabel Braun, Latzfons
Florian und Elisabeth Federspieler, L端sen
Isabel Moosburger, Vahrn
Naomi und Ines, Neustift 72
Maximilian Succi, Vahrn
Marion Winkler, L端sen
Elias Freund, Brixen
Alex Rabensteiner, Brixen
Jana und Samuel, Schabs Leonie Niederkofler, Lüsen
Johannes Putzer, Vahrn
Alex Torggler, Feldthurns
Leonie, Brixen
Jana Völkl, Brixen
24.10. 9.11.2008
vom
bis
Die teilnehmenden Gastbetriebe: Gasthaus ZUM VAHRN
VAHRNER SEE
Restaurant Künstlerstübele FINSTERWIRT BRIXEN Tel. 0472 835 343 *SO Abend u. MO
Hotel OBERWIRT FELDTHURNS
Hotel Restaurant CLARA *MO VAHRN Tel. 0472 833 777
Restaurant GRÜNER BRIXEN
*kein Tel. 0472 274 100
Gasthof WÖHRMAURER *MO FELDTHURNS Tel. 0472 855 301
Hotel Restaurant HOCHRAIN *DI RAAS Tel. 0472 412 248
Hotel ELEPHANT BRIXEN
*kein Tel. 0472 832 750
Restaurant TURMWIRT GUFIDAUN
Südtiroler Gasthaus FINK *MI BRIXEN Tel. 0472 834 883
Hotel Restaurant ALPENROSE *MO PINZAGEN-BRIXEN Tel. 0472 832 191
Restaurant Ansitz ZUM STEINBOCK VILLANDERS Tel. 0472 843 111 *MO
Restaurant DIE BRIXEN
*SO Abend Tel. 0472 836 552
Hotel Restaurant FISCHER *SO Abend u. MO KLERANT-BRIXEN Tel. 0472 852 075
Gasthof ZUR LAJEN
Gasthof HALLER BRIXEN
*DI Tel. 0472 834 601
Hotel Restaurant FELDTHURNERHOF FELDTHURNS Tel. 0472 855 333 *MO
Gasthof WUNDER UNTERINN-RITTEN
Gasthof SUNNEGG BRIXEN
*MI u. DO Mittag Tel. 0472 834 760
Hotel Restaurant TAUBERS UNTERWIRT FELDTHURNS Tel. 0472 855 225 *MI
*DO Tel. 0472 832 169
TRAUBE
BAUM
SONNE
*MO Tel. 0472 855 212
*DO, FR bis 17.30 Uhr Tel. 0472 844 001
*DI Tel. 0471 655 659 *MI Tel. 0471 359 020
Gastronomische Kastanienwochen 12. Keschtnigl in Feldthurns 3. - 9.11.2008 www.kastanie.it Keschtnriggl - Kastanientage in Völlan und Tisens 18. - 31.10.2008 www.suedtirol-kastanie.com
* Ruhetag
Mit freundlicher Unterstützung von: SEPPI GEBHARD KG www.seppi-gebhard.com
73
Kinderfotoaktion
Extra
Fabienne Sofie, Viums
David Oberhuber und Simon Plaickner, Schabs
Paula Grünfelder, Lüsen
Lisa und Stefanie, Brixen
Samuel Ploner, Lüsen Miriam aus Schabs
Lisa Ritsch und Lea Daporta, Brixen
Felix Kircher, Brixen
Matthias und Melanie Prosch, St. Andrä
Felix und Linda Gallmetzer 74
Aileen und Julia aus Neustift
Jana Gufler, Mühlbach
Nora Molling, Lüsen
Laura Fischnaller, Lüsen
Elisa Hinteregger, LĂźsen Marion Lechner, Viums
Sara Zorzi, Brixen
Vicky Unterthiner Elisa und Sarah Kerschbaumer
Fabian und Jonas Kerschbaumer, Gufidaun
Damian aus Vahrn
Florian, Magdalena und Fabian aus LĂźsen
5PQ 7FSBSCFJUVOH 5PQ 2VBMJUjU GossensaĂ&#x;
Wintercheck n! nicht vergesse
Sterzing
5PQ 4FSWJDF StaatsstraĂ&#x;e zwischen Sterzing und GossensaĂ&#x; Tel. 0472 760 470 Mobil 339 717 28 16 www.m2-bike.com
Öffnungszeiten ab 31.10.2008 Mo. & Di.: 830 – 1200 & 1500 – 1900 Fr. & Sa.: 830 – 1200 & 1500 – 1900
Ăœberegger Albert OHG 39040 Freienfeld Handwerkerzone 10 T 0472 647 447 F 0472 647 448 info@ueberegger.it
XXX VFCFSFHHFS JU 75
Kinderfotoaktion
Andreas und Sara, Albeins
Sebastian Origo, Meransen
Extra
Julian und Justin Ramoner, Brixen
Sara Lambacher, Vahrn
Simon, Anna und Samuel aus Albeins
Sarah und Anna, Natz Daniel Hinteregger, L체sen
Elia Russo, Brixen
Moritz Salcher, Vahrn 76
Alexa und Jonas, Albeins
Jonas und Elias, Milland
Elias Hofer, St. Andr채
Lea Posch, Vahrn
Nina Mayrl, Brixen Samuel und Sofia Kerschbaumer, Feldthurns
Damian Messavilla, Vahrn
Philipp Mutschlechner, Rodeneck
Emily Klammer, Latzfons Leonie Obwexer, Brixen
Jonas Pichler, St. Andrä
7ENN S UM 2EIFEN GEHT Magdalena Rabensteiner, Pairdorf
Jonas aus LĂźsen
Jona Daporta, Milland
Alfred-Ammon-StraĂ&#x;e 18 ∙ 39042 Brixen Tel. 0472268024 ∙ info@nordpneus.it 77
Impressum
Ein Stück Altbrixen verschwunden
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info
Brixen, Dienstag, den 6. Oktober 1908
E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Elisabeth Stürz (es) Andres Pizzinini (ap) Günther Eheim (gevs) Ingo Dejaco (id) Andrea Bodner (ab) Christine Mathá (cm) Andreas Raffeiner (ar) Hartmuth Staffler (hs) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. November 2008 Nächster Redaktionsschluss: 6. November 2008 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 78
Oktober 1908
Rohheit Brixen, Donnerstag, den 1. Oktober 1908 Am Montag nach dem Mittagessen schlichen sich zwei Buben einer in Brixen wohnenden Arbeiterfamilie in den Seidnerischen Obstanger, um sich einige Stück Fallobst aufzulesen. Das bemerkte der reiche Brauereibesitzer Seidner. Dem einen der beiden Knaben gelang es, zu entkommen, den anderen holte aber Herr Seidner bei der Mauer am unteren Rande des Anwesens ein, packte ihn bei den Füßen und Ohren und schleifte ihn unter Stößen und Schlägen gegen die Brauerei. Um das Schreien des Buben zu verhindern, schlug er ihn derart hart auf den Mund, dass überall das Blut herabrann. Nicht weit von der Brauerei begann nun Herr Seidner den kleinen Missetäter ganz wütend am ganzen Körper, auch in der Nierengegend, mit Boxen und Fußstößen zu traktieren, dass der Kleine sich nachher kaum rühren und nur mehr schwer sprechen und gehen konnte. Hätten nicht
Arbeiter von H. Stanek sich des Kleinen erbarmt, hätte es ihm vielleicht noch sehr schlimm ergehen können. Eine derartige Misshandlung wegen ein paar halbfaulen Birnen und Äpfeln verdient entschieden allgemeinen Abscheu und öffentliche Brandmarkung. Herr Seidner soll auch mit Vorliebe armen Leuten, die er in seinem Walde beim Tschurtschensammeln trifft, den Korb mit den Füßen zertreten und dann ins Gesicht werfen. Gegen den brutalen Brauereibesitzer wurde bereits gestern die gerichtliche Anzeige gemacht. Vielleicht dürfte nunmehr Herr Seidner seine höchsteigene Justiz teurer bezahlen als sein ganzes Fallobst wert ist.
Was alles im Grundstein eingemauert wurde Wie uns Herr Archtekt Stadtbauleiter Siegele mitteilte, wurden folgende Denkwürdigkeiten in einer Blechkapsel dem Grundstein des Jubiläumsspitals einverleibt: die von Msgr. Dr. Waitz verlesene Urkunde auf Pergament, die Bilder des Kaisers und Papstes, des Bischofs und des Bürgermeisters von Brixen, eine Ansicht von Brixen, die Samstagsnummer der „Brixener Chronik“, das Festprogramm mit Festgruß, die heurige Neujahrsentschuldigungsbroschüre und je eine Jubiläumsmünze zu 1, 5, 10 und 20 Kronen.
Bekanntlich wurden eine große Anzahl der Häuser in der altertümlichen Schlipfgasse in Stufels voriges Jahr durch einen Brand zerstört. Man hat nun die letzten Reste abgetragen und den Schotter zur Ausfüllung des Teiches in der Kachlerau verwendet. Auch das malerische runde Gassentor, unter dem Jahrhunderte und Jahrhunderte der ganze Pusterer Verkehr hindurchgeganen ist, ist zum Leidewesen vieler gefallen. Damit ist ein Stück Altbrixen auf immer verschwunden, um das uns andere Städte beneiden. Moderne Zinshäuser, aber hoffentlich doch keine Zinskästen, werden im kommenden Jahre die nunmehr nüchterne Gasse entlang erstehen.
In die Kalkgrube gefallen Brixen, Samstag, den 31. Oktober 1908 Ein italienischer Maurer wollte sich gestern vor Beginn seines Tagewerkes in der Kachlerau noch ein paar uccelletti zu seiner Mittagspolenta holen, fiel aber bei seiner Jagd auf den Leckerbissen, da es noch ziemlich dunkel war, nächst der Artilleriehufschmiede in eine Grube mit frischem Kalk, der ihm nicht nur seine Kleider, sondern auch das Gesicht und die Augen verbrannte. Ein Passant erlöste ihn aus der fatalen Situation und führte in gegen halb 6 Uhr ins Spital.
Die Zeitungsartikel auf dieser Seite wurden von Günther Eheim aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.
Wahlwerbung, Auftraggeber: SVP Bezirk Brixen
5x eine gute Wahl für unser Eisacktal und Wipptal.
Nr. 7 Christian Egartner Nr. 16 Erich Meraner Nr. 4 Walter Baumgartner
Nr. 19 Hanspeter Munter Nr. 12 Sabina Kasslatter Mur
Das Eisacktal und Wipptal stehen heute zusammen. Verkehrsentlastung, Nahverkehr für die täglichen Bedürfnisse der BürgerInnen, Gesundheitsdienste, Umweltschutz, starke Betriebe, soziale Einrichtungen und moderne Bildungsangebote. Wir machen konkrete Politik für Sie.
Für eine starke Vertretung im Eisacktal und Wipptal, geben Sie uns Ihre Vorzugsstimme!
Gemeinsam für unsere Heimat.
ESPACE VITAL SPACES FOR LIFE IL LUOGO
FOR LIFE IL LUOGO DEI TUOI SOGNI SPACES FOR LIFE
ESPACE VI
ADAM & EVA
An der linken Eisackpromenade, in unmittelbarer Stadtnähe, wird die neue Wohnanlage Adam & Eva errichtet. Dank eines bewussten Umgangs mit Sonneneinfall, Tageslicht und Blickbeziehungen wurden Wohnungen geschaffen, die trotz großer Glasfronten Intimität bieten. Allen Wohnungen sind große Freiräume vorgelagert, an deren Außenkante sich bewegliche Paneele befinden, die auch als Sichtschutz fungieren. Günstige Betriebskosten durch Ausführung als Klimahaus „A“. Übergabe im Frühjahr 2010.
T 0472 201250
E INFO@SADER.IT
SADER.IT