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Trends & Wirtschaft
Jahrgang 17 · Dezember 2006
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
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EXTRA
LH Luis Durnwalder im Gespräch
„Lösungen für morgen“ PORTRAIT
Schauspieler aus Leidenschaft: Lukas Lobis über seinen Beruf
KULTUR
Das JuKas lässt das Märchenerzählen wieder aufleben
SPORT
Welche Kosten verursachen die Brixner Sportanlagen?
UMWELT
Das Projekt zur Ausweisung der Rienzschlucht als Naturdenkmal
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Editorial
Politik & Gesellschaft 4 16 18 20 22 24
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>>> 4
Thema: Interview mit Landeshauptmann Luis Durnwalder Schulausspeisungen: Bitte zu Tisch Reportage: Tierheim Obervintl: Wenn vier Pfoten lästig werden heimat Brixen: „Auf gute Nachbarschaft“ Gemeinde Vahrn: Mehr Platz zum Spielen Paul Zulehner: „Was macht ein Leben zum Shalom?“
Menschen & Meinungen
>>> 32
32 | Portrait: Schauspieler, Spitzbua, Tausendsassa 37 | Pro & Contra 39 | Umfrage: Fünf Jahre (T)Euro
Kunst & Kultur 40 42 44 45
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>>> 40
Thema: Erzähl’ mir! Kunst & Sakralraum: Die vielen Gesichter Gottes Buchvorstellung: Munterer Lesestoff Buchvorstellung: Glanz und ein paar Flecken
Freizeit & Sport
>>> 50
50 | Thema: Teurer Spaß 54 | Speedminton: Rasanter Trendsport 56 | Interview mit Stefano Andreatta: „Kleine Stadt ganz groß“
Wirtschaft & Umwelt
>>> 60
60 | Thema: Denkmal mit Zugang 64 | Der Fall Fallmerayerstaße 65 | Event Raiffeisenkasse: „Vertrauen als Schlüsselfaktor im Leben“
Extra 73 | Trends & Wirtschaft
>>> 73
Aufgehetzt „Das können Sie eh nicht alles schreiben, denn dafür gibt es in Ihrer Zeitschrift sicher zu wenig Platz“, verabschiedete sich Landeshauptmann Luis Durnwalder, nachdem wir ihn in seinem Büro im Landhaus geschlagene 90 Minuten in Anspruch genommen hatten. Er hat nur zum Teil Recht. Gut, auf das Geplänkel am Anfang unseres Interviews haben wir bei der Niederschrift desselben verzichtet, aber beim Rest tut man sich schwer zu kürzen. Wenn man nur einmal im Jahr auf ihn trifft, sammeln sich eben viele Themen an, die besprochen werden wollen, und ich traue mich zu sagen, dass wir manche Aussage aus Durnwalder entlockt haben, die in den nächsten Wochen sicherlich nicht unkommentiert bleiben werden. Beispiele gefällig? Flughafengegner erzeugen Angstpsychosen, die absolut grundlos sind. Oder: Wenn es Eisacktaler gibt, die immer noch gegen den Brennerbasistunnel sind, dann liegt das daran, dass sie „aufgehetzt“ werden. Eines muss man ihm aber lassen: Wenn man „dem Luis“ gegenüber sitzt, klingen seine Argumente äußerst überzeugend. So kann man ihm im Grunde nur Recht geben, wenn er sagt: „Gegner des Tunnels sollen realistische Alternativen aufzeigen, bevor sie unsere Lösungen kritisieren.“ Solche Aussagen kann man doch nicht einfach aus Platzgründen streichen, oder? Trotz eines sehr langen Interviews mit dem LH haben wir in diesem „Brixner“ natürlich wieder Raum für viele andere Berichte. Ich möchte Ihnen jeden einzelnen ans Herz legen, wobei ich weiß, dass diese Empfehlung für viele völlig überflüssig ist. Immer wieder höre ich von Bekannten, dass sie im „Brixner“ jede Zeile lesen – von vorne bis hinten. Viel zu selten gebe ich dieses unglaubliche Kompliment meinen Mitarbeitern weiter, was ich hiermit getan habe. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten und viel Mut zur Entschleunigung.
Ihr Willy Vontavon
Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 50 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________
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„Lösungen für morgen“ Landeshauptmann Luis Durnwalder erklärt im folgenden Gespräch unseren Lesern, warum der Brennerbasistunnel vor allem für das Eisacktal wichtig ist, wie der Bau der Westumfahrung fortschreitet, warum Südtirol unbedingt einen Flughafen braucht und weshalb Prodi für Südtirol besser als Berlusconi ist.
Herr Landeshauptmann, der Bau der Westumfahrung hat inzwischen begonnen, auch wenn die Brixner vom Bau selbst im Moment noch nicht viel mitbekommen. So munkelt man in Brixen, dass die Baufirma mit dem Baufortschritt in Verzug sei. LUIS DURNWALDER: Bei einem Bau dieser Größenordnung ist es ganz normal, dass die Baufirma mit einer gewissen Gemütlichkeit an den Baubeginn herangeht. Zunächst wird das Projekt noch einmal eingängig studiert, dann wird möglicherweise ein Heer an Juristen beauftragt, die prüfen sollen, ob man das Abgebot, das man gemacht hat, in irgend einer Form wieder hereinbringen kann, und erst dann beginnt man mit der Einrichtung der Baustelle, was ebenfalls ihre Zeit braucht. Im speziellen Fall der Brixner Westumfahrung geht es am Anfang vor allem auch um die Absicherung der Bahngeleise, die mit viel Vorsicht erfolgen muss und sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. In der Tat wurden bisher von den ausgeschriebenen 45 Millionen Euro lediglich zwei Millionen Euro verbaut. Wenn man also die Zeitplanung und die bisher verbrauchten Mittel als Maß verwendet, so ist die Baufirma effektiv im Rückstand. Die Erfahrung sagt uns aber, dass
dieser Rückstand aufgeholt werden wird.
Ich rechne nach wie vor mit 150 Millionen Euro.
Gibt es eine aktualisierte Zeitplanung für die Fertigstellung? Die Westumfahrung wird 2009 fertig gestellt sein, daran hat sich nichts geändert. Der Bau wird in der nächsten Zeit eine gewisse Belastung darstellen für die Bevölkerung von Brixen und Vahrn, das lässt sich leider nicht vermeiden. Ganz sicher werden die Brixner und Vahrner den Bau der Westumfahrung mehr zu spüren bekommen als den Bau des Brennerbasistunnels. Das liegt daran, dass wir das Material des Brennerbasistunnels über Förderbänder transportieren können, während wir in Brixen auf LKWs zurückgreifen müssen. Um aber auf Ihre Frage zurückzukommen: Die Westumfahrung wird pünktlich fertig gestellt sein, die Finanzierung ist garantiert. Im Moment scheint es, dass wir für den Bau der Westumfahrung weniger Geld locker machen müssen, weil das Angebot der Baufirma so günstig war. Aber die Erfahrung sagt uns, dass wir am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit doch wieder die von uns kalkulierten Kosten haben werden.
Wenn wir hier Geld einsparen, könnte man theoretisch die Südspange damit finanzieren… Bei der Südspange müssen wir ein bisschen vorsichtig sein: Ich bin der Meinung, dass diese nicht allein vom Land finanziert werden sollte. Dies habe ich auch dem Bürgermeister gesagt: Die Gemeinde wird bei der Finanzierung mithelfen müssen. Ich habe Pürgstaller angeboten, dass er die Projektierung finanzieren und den Grund zur Verfügung stellen soll. Das Land könnte dann den Bau durchführen. Ich bin der Meinung, diese Vorgehensweise kann man der Gemeinde Brixen schon noch zumuten. Wenn man in Brixen wirklich will, dass diese Südspange gebaut wird, so soll man auch ein bisschen mithelfen.
Wie hoch werden die Kosten letztendlich sein?
Mit einer Südspange löst man vor allem das Problem der Verkehrsbelastung auf der Mozartallee und in Milland, die auch das Skigebiet Plose verursacht… Ich habe bereits einen Lokalaugenschein gemacht und bin der Meinung, dass die Südspange sehr sinnvoll sein dürfte. Im Grunde bietet sie sich direkt an. Aber ich bin der Meinung,
Fotos: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
LUIS DURNWALDER IM GESPRÄCH
dass die Bürger in dieses Projekt mit einbezogen werden müssen. Das Land wird in Zukunft grundsätzlich nicht mehr um den Bau einer neuen Straße bitten und betteln, sondern wir werden den umgekehrten Weg gehen: Wir warten, bis der Bürger kommt und Lösungen verlangt. Konkret soll die Gemeinde Vorschläge mit der Bevölkerung diskutieren, und sobald ein Konsens gefunden wurde, geht es nur noch um die Finanzierung, und da wird das Land seinen Teil ohne Zweifel beisteuern. Diese Aussage, die ich in der jüngsten Vergangenheit mehrmals gemacht habe, hat bereits Wirkung gezeigt: Wir haben mehrere Anfragen von Gemeinden, die nun eine Umfahrung haben wollen. Alessandro Marzola hat in einem der letzten „Brixner“ verkündet, dass es auf der
LH Luis Durnwalder: „Jeder sieht ein, dass ein Lärmpegel von 60 Dezibel für 30 Sekunden neun Mal am Tag erträglich ist. Vor kurzem hat jemand geschrieben, die Stimme des Landeshauptmannes sei wesentlich lauter als 60 Dezibel.“
Plose einen Investitionsstopp geben wird und dass das Skigebiet zum Überleben unbedingt eine Hotelzone in unmittelbarer Nähe zur Talstation braucht. Was sagen Sie dazu? Brixen kann sich glücklich schätzen, dass die Familie Mar-
Form nicht mehr geben. Das Engagement der Familie Marzola sollte man also in der Frage einer Hotelzone berücksichtigen. Auch mir hat Alessandro Marzola gesagt, er würde das Handtuch werfen, wenn nicht in kurzer Zeit etwas geschieht.
„Natürlich kann ich die Wirt schaft mit allen Mitteln ab knebeln, aber dann werde ich morgen eben kein Geld mehr haben für Kultur und für das Soziale.“_Luis Durnwalder zola damals bereit gewesen ist, die Plose zu übernehmen. Wenn dies nicht passiert wäre, würde es die Plose mit großer Wahrscheinlichkeit in dieser
Nun ist die Familie Marzola nicht die ärmste in Südtirol, aber Alessandro sagte zu mir ganz offen, dass es wohl nicht sein Lebenstraum sein könne,
die Defizite der Plose langfristig mit Familiengeldern abzudecken. In Südtirol werden wir langsam lernen müssen, Investoren anders zu behandeln als bisher. Wir werden lernen müssen, dass es nicht zielführend ist, wenn wir Investoren dauernd Prügel in den Weg legen. Es muss umgekehrt sein: Die Politik wird Investoren begleiten müssen. Marzola wird ohne Zweifel die Idee der Hotelzone mit vollem Engagement vorantreiben, und dieses Engagement müssen wir respektieren. Das Land ist bereit, eine entsprechende Zone auszuweisen, und ich hoffe, dass die Gemeinde Brixen diese Bereitschaft unterstützen wird. Wir wollen einen vernünftigen Durchführungsplan machen und dieses Projekt in kürzester Zeit durchziehen. Ich bin davon überzeugt, dass diese zusätzlichen Betten für Brixen notwendig sind.
…und für St. Andrä… Na ja, St. Andrä gehört ja bis auf Gegenbeweis zu Brixen. Wenn die Aufstiegsanlagen auf der Plose stillgelegt würden, wäre das für St. Andrä keineswegs positiv. Über den genauen Standort wird man sich in St. Andrä noch beraten. Wir jedenfalls sind für diese Hotelzone. Nun ist die Plose ein relativ großes Skigebiet, das bis heute praktisch ohne Hotelzone ausgekommen ist. Wo aber liegt eine Vision für die Zukunft von Skigebieten in der Dimension von Gitschberg oder Jochtal, die jedes Jahr ums Überleben kämpfen? Schauen Sie, vielleicht haben wir in einigen Gebieten unseres Landes ein Überangebot an Aufstiegsanlagen. Allein im Großraum Eisacktal und Wipptal gibt es Aufstiegsanlagen in Gossensass, Sterzing, Ratschings,
Politik & Gesellschaft Nun gut, das ist eine Feststellung. Wo aber liegt die langfristige Lösung für die kleinen Skigebiete? Entweder wir erreichen durch den einen oder anderen Zusammenschluss der Skigebiete ein Mehr an Erlebnis für die Kunden… …dies reduziert aber nicht die Kosten! Im Fall von kleinen Skigebieten
wie Meransen und Vals kann ein Zusammenschluss sehr wohl einige Kosten einsparen, vor allem in der Verwaltung. Außerdem könnte man durch eine Verbindung der zwei Skigebiete deren Attraktivität erhöhen. Aber wir müssen uns klar werden, dass Gebiete in dieser Dimension immer Probleme haben werden. Wir dürfen ein solches Skigebiet nicht nur als Unternehmung sehen, das möglichst kostendeckend geführt werden soll, sondern wir müssen auch einen Zusammenhang sehen mit den Hotels. Die Hoteliere in Meransen und Vals müssen zur Kenntnis nehmen, dass man eine Kuh hin und wieder füttern muss, wenn man nicht will, dass sie immer weniger Milch gibt. Ich habe das Gefühl, dass zwar jeder fordert, diese Skigebiete zu unterstützen,
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Zum Schluss soll eben doch wieder das Land zahlen… Neuinvestitionen fördern wir eh schon mit 40 Prozent, manchmal sogar mit noch mehr. Es bleibt aber immer noch mehr als die Hälfte übrig, die vom Betreiber selbst bezahlt werden muss. Die Investitionen sind sehr hoch, und es ist kein Wunder, dass der eine oder andere Betreiber ins Schlingern kommt.
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aber wenn es dann heißt, sie sollten zur Finanzierung selbst auch beitragen, lässt die Begeisterung rapide nach.
Jetzt machen wir einen eleganten Schwung zum Flughafen in Bozen, bei dem sich ganz Südtirol fragt, ob es sinnvoller ist, den Flughafen zuzusperren oder wieder viel Geld zu investieren, damit er im besten Fall irgendwann in der Zukunft kostendeckend sein könnte. Der Flughafen muss nicht kostendeckend sein. Wir haben in Südtirol kaum eine Infrastruktur im Verkehrswesen, die kostendeckend ist. Der Bahnhof von Brixen zum Beispiel bringt mir nichts, aber er ist notwendig, damit der Dienst funktioniert. Das Museum für moderne Kunst
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Gitschberg, Vals und Plose. In diesem Gebiet leben weniger als 100.000 Leute. Der Tourismus kann das Überangebot an Aufstiegsanlagen nur zum Teil auffangen. Dazu kommt die Tatsache, dass die großen Skigebiete wie Gadertal, Kronplatz und Gröden eine starke Konkurrenz darstellen.
„Während wir hier diskutieren, nimmt der Verkehr auf der Brennertransversale jedes Jahr um 5 bis 7 Prozent zu.“ _Luis Durnwalder
Kann es auf Dauer sinnvoll sein, dass man ständig neue Defizite baut, die die öffentliche Hand dann abdecken muss? Schauen Sie, vielleicht haben wir manchmal einfach nicht den Mut, in den Spiegel zu schauen, weil wir fürchten, dass nichts besonders Schönes herausschaut. Bei den Skigebieten ist es doch so: Jeder will immer alles haben, ohne zu berücksichtigen, dass es die Anzahl Kunden, die er braucht, einfach nicht gibt. Andererseits: Für Meransen zum Beispiel ist der Gitschberg lebensnotwendig, und die Hoteliere werden wohl auch weiterhin für diese Struktur zahlen müssen, weil sie genau wissen, dass ihr Schicksal in direktem Zusammenhang mit den Aufstiegsanlagen steht.
kostet 50 Millionen Euro, und jedes Jahr muss ich es mit 4 bis 5 Millionen Euro bezuschussen, damit ich es betreiben kann. Jedes Museum ist defizitär. Wir müssen in diesem Sinn unterscheiden zwischen den Strukturkosten und den Betriebskosten. Im Fall des Flughafens bin ich der Meinung, dass der Flugbetrieb sich selbst tragen muss. Der Bau oder die Erweiterung des Flughafens hingegen kann von der öffentlichen Hand bezahlt werden. Man hat hier von Anfang an einen Fehler in der Kommunikation des Problems gemacht: Man hat den Leuten vorgerechnet, dass sich der Flughafen erst ab 300.000 Fluggästen rechnen würde. Das wäre dasselbe, als ob ich sagen würde, der Bahnhof Brixen rechnet sich erst ab einer gewissen Anzahl Bahnreisenden. Ein Bahnhof kann aber nie kostendeckend sein, der Bahnbetrieb sollte sich hingegen rechnen, was natürlich im Fall des öffentlichen Verkehrs auch nicht stimmt, weil wir jedes Jahr über 100 Millionen Euro dafür dreinzahlen. Beim Flughafen muss die Aussage entsprechend anders lauten: Wir müssen den Flughafen bauen, damit es einen Flugbetrieb geben kann, und der Flugbetrieb selbst soll dann kostendeckend sein. Schauen Sie, wenn wir in Zukunft eine halbe Million oder eine Million Euro im Jahr für die Erhaltung des Flughafens dreinzahlen müssen, dann wäre das aus meiner Sicht akzeptabel. Jedes Kulturhaus muss jährlich bezuschusst werden, das wissen Sie in Brixen genau. Ist die Frage um den Bozner Flughafen in Südtirol zum Klassenkampf degeneriert? Jein. Es gibt vielleicht einen gewissen Sozialneid, weil nicht je-
der in Südtirol das Gefühl hat, den Flughafen zu brauchen. Ich glaube aber, ein Land wie Südtirol braucht einen Flughafen. Jedes Bundesland in Österreich hat einen, weil er zu einem Wirtschaftsstandort eben dazu gehört. Wenn Sie heute einen großen Kongress organisieren wollen, dann fragt man zuallererst, ob es einen Flughafen gibt. Wenn Sie einen Top-Professor für die Universität engagieren wollen, dann will er wissen, ob der Standort der Uni mit dem Flughafen erreichbar ist. Auch große Unternehmen brauchen für ihre Top-Manager den Flughafen, und wir wollen doch nicht, dass gute Unternehmen aus Südtirol auswandern. Vom Tourismus haben wir in diesem Zusammenhang überhaupt noch nicht gesprochen, und jeder weiß, welche Bedeutung der Tourismus für unser Land hat. Ich wiederhole: Ich bin überzeugt, dass wir diesen Flughafen brauchen. Verstehen Sie aber die Bedenken der Bevölkerung? Schauen Sie, wenn ich mit den Leuten rede, dann sagen sie, es sei nicht der Lärm, der sie stört. Jeder hat inzwischen eingesehen, dass ein Lärmpegel von 60 Dezibel mit einer Dauer von 30 Sekunden neun Mal am Tag erträglich ist. Zum Vergleich darf ich feststellen, dass der Zug 90 Dezibel verursacht, und das 180 Mal am Tag für jeweils drei Minuten. Vor kurzem hat jemand geschrieben, die Stimme des Landeshauptmannes sei hin und wieder wesentlich lauter als 60 Dezibel. Wir müssen aufpassen, dass hier nicht eine Angstpsychose entsteht, die kein Fundament hat. Jeder, der heute der Meinung ist, er brauche den Flughafen nicht,
„Es waren nicht wir Politiker, die die Ausländer geholt haben, sondern es waren Südtiroler, die diese Arbeitskräfte unbedingt gebraucht haben“ _Luis Durnwalder muss bedenken, dass auch er von der Gesamtsituation in Südtirol lebt. Natürlich kann ich die Wirtschaft mit allen Mitteln abknebeln, aber dann werde
ich morgen eben kein Geld mehr haben für Kultur und für das Soziale. Eine gut funktionierende Wirtschaft erzeugt Steuergelder, mit denen wir auch diese Dienste finanzieren. Man hat den Leuten Angst eingeflößt: Die Obstbauern fürchten ja schon, dass sie bei der Ernte den Kopf einziehen müssen, während ein Flieger landet. Man erschreckt die Leute, indem man ihnen vorgaukelt,
Politik & Gesellschaft
Das ist doch klar, aber was sollen wir tun? Es ist ein Teufelskreis. Da steht in der Zeitung, wir verlängern den Flughafen um 400 Meter, dabei stimmt das gar nicht. Heute haben wir 1.400 Meter, und morgen werden wir 1.470 Meter haben. Im Norden und im Süden brauchen wir dazu 200 Meter Sicherheitsstreifen, die wir aber nicht als Lande- und Startbahn benutzen können. Herr Landeshauptmann, mit allem Respekt: Das ist eine Milchmädchenrechnung. De fakto verlängert sich die Landebahn trotzdem um 470 Meter… Nein, weil es sich dabei lediglich um einen Sicherheitsstreifen handelt...
„Wenn die Aufstiegsanlagen auf der Plose stillgelegt würden, wäre das für St. Andrä keineswegs positiv.“ _Luis Durnwalder
die Flieger müssten regelmäßig Öl ablassen, damit sie landen können. Wir brauchen in dieser Diskussion viel mehr Ruhe, weil wir in einer ruhigen Atmosphäre die Bevölkerung viel sachlicher aufklären können.
Aus diesem Grund haben wir einen Mediator eingesetzt. Es gibt ohne Zweifel wieder Leute, die kritisieren, dass man für die Mediation viel Geld ausgibt…
…der aber natürlich gebaut werden muss. Ja schon, aber das Gesetz über diese Sicherheitszonen hat es seinerzeit eben noch nicht gegeben. Ich wiederhole: Die Piste wird mit Ausnahme der 70 Meter nicht verlängert, sondern nur mit einem Sicherheitsstreifen ergänzt. Und: Immer wieder wird auch gelesen, dass diese Erwei-
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terung soo teuer ist. Dabei muss man bedenken: Diese Erweiterung kostet 22,5 Millionen Euro, von denen wir 7,5 Millionen auf jeden Fall investieren müssten, weil die neuen Sicherheitsbestimmungen dies vorsehen. Von den restlichen 15 Millionen Euro gehen 7 Millionen an die Bauern für die Ablösung der Gründe; die Piste selbst und die notwendige Erweiterung des Flughafengebäudes lassen sich mit 8 Millionen Euro realisieren. Ich bin der Meinung, dass diese Kosten gerechtfertigt sind und dass diese Investition notwendig ist. Sie sagten vorhin, der Wirtschaftsstandort Südtirol sei ohne Flughafen in Gefahr. Im Moment habe ich eher das Gefühl, dass florierende und Steuer zahlende Unternehmen aufgrund der Steuerbelastung nach Österreich auswandern… Ich kenne noch keinen einzigen Betrieb, der seinen Steuersitz nach Österreich verlegt hat… Da könnte ich Ihnen aber einige Beispiele nennen. Es gibt einige Firmen, die in Österreich Niederlassungen eröffnet haben, das können wir nicht ändern. Die Steuern zahlen sie aber bei uns. Unabhängig davon: Durch die Finanziaria wird die Diskussion angefacht, ob die Besteuerung von Unternehmen in Italien im Vergleich zu Österreich nicht grundsätzlich zu hoch ist. Südtirol könnte durch die Nähe zur Grenze und durch die gemeinsame Sprache einige wichtige Steuerzahler verlieren… Bitte bedenken Sie: Wenn wir alle Steuern zusammenrechnen, zahlen wir in Italien um zwei Prozent weniger Steuern als in Österreich. Das ist mir neu. Gilt dies für Unternehmen? Nein. Wenn ich nur die betriebsspezifischen Steuern wie die IRAP hernehme, zahlt man in Italien wesentlich mehr. Wenn ich aber die Einkommensteuer und die Schenkungssteuer hernehme, zahle ich in Österreich wesentlich mehr. Eine pauschale Aussage lässt sich also nicht machen; es hängt von jedem einzelnen Fall ab. Letzthin sind ja eine Menge Aufstellungen veröffentlicht worden, die unsere Unternehmer aber nicht gern sehen. Es stimmt schon, dass die IRAP nicht unbedingt die ge-
rechteste Steuer ist, und ich habe Verständnis für Unternehmen, die versuchen, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen. Aber es wäre falsch, nur eine Steuer herzunehmen und pauschal zu behaupten, in Österreich zahle man weniger Steuern. Herr Landeshauptmann, der Brennerbasistunnel sorgt nach wie vor für Schlagzeilen: Wenn wir schon Schwierigkeiten haben, eine Investition von 22 Millionen Euro für die Erweiterung des Flughafens vor der Bevölkerung zu rechtfertigen, wie wollen Sie es dann schaffen, den Südtirolern die unglaublichen Kosten eines Brennerbasistunnels zu „verkaufen“? Die Westumfahrung von Brixen kostet 150 Millionen Euro, und auch das ist eine unglaubliche Summe für eine Stadt wie Brixen. Der Brennerbasistunnel ist zum Vergleich keine Eisacktaler oder Südtiroler Angelegenheit, sondern eine europäische Initiative, ein wesentliches Glied der Bahnstrecke zwischen Berlin und Palermo. Damit relativieren sich die Kosten. Italien wird an die zehn Milliarden Euro zahlen müssen: 2 Milliarden als Kostenbeitrag für den Tunnel und 8 Milliarden für die Zulaufstrecke bis Verona, denn ohne Zulaufstrecke brauchen wir keinen Brennerbasistunnel. Brauchen wir ihn denn? Das steht meiner Meinung nach außer Diskussion. Es geht doch nicht um heute, sondern um morgen: Brauche ich morgen diese Linie oder brauche ich sie nicht? Die Brennerautobahn hat seinerzeit eine Menge Geld gekostet, aber man hat sie unbedingt gebraucht. Das Eisenbahnnetz hat seinerzeit im Vergleich zu den für den Brennerbasistunnel veranschlagten Kosten sicher ebensoviel Geld gekostet. Wenn wir wollen, dass die heutigen und zukünftigen Verkehrsprobleme zumindest zum Teil gelöst werden, dann müssen wir bereit sein, tief in die Kasse zu greifen. Jedem Zweifler sage ich: Was passiert morgen im Eisacktal, wenn wir diesen Tunnel nicht bauen? Wenn die Leute bereit sind, die heutigen Belastungen auch in Zukunft auf sich zu nehmen, dann können wir auf den Brennerbasistunnel verzichten. Die Eisacktaler wollen aber eine Verbesserung der heutigen Situation und vor allem der zu
Politik & Gesellschaft
künftigen Situation haben. Wenn wir heute wüssten, dass der Verkehr auf der Autobahn auf Dauer auf diesem Niveau bleiben würde, würde ich sagen, dass die enormen Kosten möglicherweise nicht gerechtfertigt sind. Schauen Sie, es ist doch so: Während wir hier diskutieren, dass der Verkehr reduziert werden muss, dass eine Kostenwahrheit hergestellt werden muss, dass alles dort produziert werden muss, wo es auch gebraucht wird, nimmt der Verkehr auf der Brennertransversale jedes Jahr um 5 bis 7 Prozent zu. Ab und zu sollte ein Politiker ein paar Jahre vorausdenken. Heute sind wir da, um für morgen eine Lösung anbieten zu können. Na ja, da müssen Sie jetzt aber weit vorausdenken, denn eine Studie des Büros ViereggRössler in München sagt, dass eine Fertigstellung vor 2029 undenkbar sei. Ich würde mich nicht trauen zu sagen, dass dieser Termin ganz ausgeschlossen ist. Dies betrifft aber die gesamte Strecke und nicht nur den Brennerbasistunnel. Ich rechne mit einem Baubeginn des Brennerbasistunnels im
Jahr 2009. Wir müssen unbedingt versuchen, gleichzeitig mit dem Brennerbasistunnel auch den Teil von Franzensfeste bis nach Waidbruck zu realisieren, weil auf dieser Strecke die heutige Trasse für hohe Geschwindigkeiten nicht verwendbar ist. Ansonsten riskieren wir, dass die Strecke von Franzensfeste bis Waidbruck einen Flaschenhals darstellt… Das ist richtig. Der Bau dieser Streckenabschnitte dauert ohne Zweifel bis 2016 oder 2018. Aber Herr Landeshauptmann, das ist doch unrealistisch. Nein, das glaube ich nicht. Wenn es keine Verzögerungen gibt, müsste dies machbar sein. Der Rest der Zulaufstrecke bis nach Verona wird natürlich länger dauern. Aber: Wenn wir bis zum Ende der Zwanziger Jahre die Strecke bis nach Verona fertig stellen können, dann haben wir eine Infrastruktur geschaffen, die der Bevölkerung für einige Jahrhunderte einen klaren Nutzen bringt. Zudem: Von den Bauarbeiten wird die Bevölkerung nicht viel mitbekommen, oder
hat Sie zum Beispiel der Bau des Tunnels von Waidbruck nach Bozen irgendwann gestört? Plötzlich war er fertig gestellt. Das mag ja alles sein. Wir als Redaktion sind aber genauso verunsichert wie breite Teile der Bevölkerung. Einerseits gibt es fast täglich eine Meldung des Landespresseamtes, in der der Landeshauptmann freundlich erklärt, dass alle zuständigen Politiker in Rom und Brüssel den Bau unterstützen würden, und gleichzeitig bekommen die Redaktionen Pressemitteilungen von BBTKritikern mit irgendwelchen Horrorszenarien. Das Thema ist komplex, und es ist für die Bevölkerung schwierig zu beurteilen, ob hier Sinnvolles rea lisiert oder nur eine Unmenge von Geld in den Sand gesetzt wird. Ich habe Verständnis für diese Zweifel. Aber: Wer den Brennerbasistunnel kritisiert, sollte bitteschön auch einmal eine andere Lösung aufzeigen. Die Umweltverbände sagen, eine Lösung wäre ein Ausbau der
bestehenden Bahnstrecke. Aber das wäre doch der größte Schwachsinn, den man sich vorstellen kann. Erstens brauchen wir für den Lokalverkehr unbedingt mehr Züge, damit der öffentliche Nahverkehr verbessert werden kann. Die lokalen Züge sind nicht kompatibel mit dem viel schnelleren Warenverkehr. Heute leiden vor allem die Dörfer unter dem Lärm, den die Züge verursachen. Wie jede Gemeinde heute eine Umfahrung für den Autoverkehr haben will, planen wir eben mit dem Brennerbasistunnel und den südlichen Zulaufstrecken eine Umfahrung Südtirols für den Bahnverkehr. Das klingt ja alles sehr plausibel, Herr Landeshauptmann. Warum fällt man Ihnen aber im Eisacktal nicht vor Begeisterung um den Hals? Weil man die Eisacktaler aufhetzt. Dazu muss aber gesagt werden: Ich habe inzwischen ganz stark das Gefühl, dass die Bevölkerung im Eisacktal heute nicht mehr so dagegen ist wie noch vor ein paar Jahren.
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Sind Sie wirklich dieser Überzeugung? Aber bitteschön: Wie kann ein Brixner oder ein Klausner gegen den Brennerbasistunnel sein? Ich wäre gespannt zu hören, was die Brixner sagen würden, wenn wir die heutige Bahnstrecke durch Brixen ausbauen und morgen jeden Tag 250 Züge durchbrettern würden. Mit dem Brennerbasistunnel und mit den Zulaufstrecken verschwinden die Züge in den Berg; man sieht sie nicht und hört sie nicht. Im Moment sagt man den Brixnern, dass sich ihre Situa tion auch mit Fertigstellung des Brennerbasistunnels nicht maßgeblich verändern wird. Der LKW-Verkehr auf der Autobahn wird derselbe bleiben… Der LKW-Verkehr auf der Autobahn kann nicht derselbe bleiben. Unabhängig von der Richtigkeit der Prognosen über die Verkehrsentwicklung: Je-
Sollte sich die Menge an LKWs auf der Autobahn wirklich reduzieren, dann wird es möglicherweise Schwierigkeiten mit der Querfinanzierung geben. Nur eine gewisse Menge an LKWs auf der Autobahn bedingt, dass diese genug Einnahmen hat, den Brennerbasistunnel mitzufinanzieren. Das ist jetzt aber auch eine Milchmädchenrechnung, weil sich zum Beispiel die Höhe der Autobahnmaut vielleicht anders entwickelt als die Verzinsung des Darlehens. Wäre es für die nächsten 20 Jahre, also bis zur Fertigstellung des Brennerbasistunnels, nicht sinnvoll, endlich die Kosten für den Transit über den Brenner an die restlichen Alpentransversalen anzupassen, um den unnützen Umwegverkehr zu vermeiden? Ja, aber es muss uns bewusst sein, dass der Endkonsument
Wir sind ubersiedelt!
„Die bestehende Bahnlinie aus bauen? Aber das wäre doch der größte Schwachsinn, den man sich vorstellen kann.“_Luis Durnwalder der LKW, der durch den Brennerbasistunnel fährt, benutzt nicht mehr die Autobahn. Also bringt der Tunnel de fakto unabhängig von der zukünftigen Entwicklung des LKW-Verkehrs auf jeden Fall eine Reduzierung desselben auf der Autobahn. …trotzdem: wir in Brixen wollen ja eine Verbesserung der jetzigen Situation! Wenn ich die Hälfte des Verkehrs in den Berg verschiebe, wird man wohl von einer Verbesserung sprechen können, oder? Es stimmt schon, ich verbessere die zukünftige Situation. Aber ich will die heutige Situation verbessern, die ja schon dramatisch genug ist. In den ersten Jahren nach der Fertigstellung werden wir ganz sicher eine Verbesserung der heutigen Situation haben, und wie sich der Verkehr danach entwickeln wird, steht in den Sternen. Aber: Wenn ich nichts tue, ist ein Kollaps vorprogrammiert. Das können die Eisacktaler nicht wollen.
diese Kostensteigerung des Transports bezahlen muss. Eine Banane in Hamburg wird dann eben mehr kosten. Mit Verlaub, das macht uns Eisacktalern nichts aus, wenn der Hamburger für seine Banane etwas mehr zahlen muss. Es geht nicht nur um den Hamburger, sondern auch um den Südtiroler. Wenn wir morgen alle damit einverstanden sind, dass wir in Südtirol keine Bananen mehr essen, sondern nur noch unsere eigenen Äpfel, dann stimmt Ihre Theorie. Aber: Sagen Sie bitteschön dem Eisacktaler, dass er auf sämtliche Importe verzichten soll – und dass er gefälligst auch nichts mehr exportieren soll. Das stimmt ja alles, aber der Eisacktaler wird niemals einsehen, dass ein LKW, der von Stuttgart nach Mailand fahren muss, den Umweg über den Brenner nimmt, weil er damit gegenüber einer Querung der Schweiz Kosten spart. Dieses Problem löst sich spätestens dann, wenn die Schweiz der
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heute schon viel mehr Verträge mit der EU als wir meinen mÜchten. Morgen mßssen die Bedingungen fßr die Frächter so sein, dass es sich fßr sie auszahlt, den kßrzesten Weg zu wählen. Und trotzdem wird dies unser Problem nur zum Teil lÜsen, weil diese Verminderung des LKWVerkehrs durch den Verkehr aus den neuen Mitgliedsländern ausgeglichen wird.
„NatĂźrlich tun wir bei einer so knappen Mehrheit nichts zum Nulltarif, aber das hätten wir bei den Rechten auch nicht getan.“ _Luis Durnwalder
EU beitritt, und frßher oder später wird dies sicher der Fall sein. Ach? Die Schweiz kommt ganz sicher zur EU. Sie ist viel besser auf die EU vorbereitet als wir glauben.
Die Schweizer brauchen nur noch das Gatterle Üffnen, und dann ist es soweit. Ja, aber sie tut es nicht. Das werden Sie schon sehen. Unabhängig davon hat die Schweiz
Welche Chancen bieten sich uns durch die soeben verabschiedete Alpenkonvention, hier einzugreifen? Die Alpenkonvention verhindert grundsätzlich den Bau von zusätzlichen alpenquerenden Autobahnen. Die Alemagna ist passè, Brescia-Stuttgart und Mailand-Ulm ebenso. Am Brennerbasistunnel hingegen wird deshalb nicht gerßttelt – ganz im Gegenteil. Die Alpenkonvention mßsste den Brennerbasistunnel favorisieren, weil damit die Umweltsituation im Eisacktal und auch darßber hinaus verbessert werden wird. Egoistisch wie wir sind, frage ich mich, was die Alpenkon-
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vention dem Eisacktaler in den nächsten Jahren bringen kann. Den Eisacktalern bringt die Alpenkonvention gar nichts – außer der Tatsache, dass im Alpenraum weitere Erschließungen verhindert werden. Es geht doch nicht nur um den Bau neuer Straßen, sondern auch um die Luftqualität. Kennen Sie die Luftwerte entlang der Autobahn? In der Tat werden die Grenzwerte an vielen Tagen überschritten – sei es in Brixen als auch in Neumarkt. Durch die Alpenkonvention hat die Politik doch die Möglichkeit einzugreifen… Die Alpenkonvention zwingt uns, langfristige Lösungen anzupeilen. Auch deswegen ist der Brennerbasistunnel notwendig. Inzwischen verbieten wir den Verkehr von Euro-0- und Euro1-Fahrzeugen,… Diese Maßnahme erschreckt mich einigermaßen, weil ich schon eine Karawane von alten Stinkern über die Landstraßen und durch die Stadt fahren sehe. Auch die Landstraßen sind dann für diese Fahrzeuge nicht mehr benutzbar. In unserem Ansuchen an das Ministerium steht, dass auch die Parallelstraßen, die eventuellen Ausweichstrecken, für diese Kategorie geschlossen werden müssen. Wir hoffen aber auch, dass sich das aus dem Autoverkehr resultierende Umweltproblem irgendwann durch eine Verbesserung der Motoren und durch alternative Treibstoffe reduzieren lässt. Das Land Südtirol beteiligt sich auch an entsprechenden Forschungen. In der Zone Priel in Brixen möchte man eine Tiefgarage, eine Musikschule, eine Kletterhalle und möglicherweise ein Kino bauen. Die Reihenfolge stimmt nicht: Zuerst kommt die Kletterhalle, danach die Musikschule und die Garage. Wie funktioniert bei einem solchen Projekt die Finanzierung? Die Musikschule wird zum Großteil über das Schulbauprogramm finanziert. Im Moment diskutieren wir über die Frage, ob es Sinn macht, im Don Bosco eine italienische Musikschule anzusiedeln und in der Zone
Priel eine deutsche. Wenn es irgendwie möglich wäre, möchten wir eine gemeinsame Musikschule für beide Sprachgruppen, weil Musik die einzige Sprache ist, die nicht übersetzt werden muss. Die Italiener sagen aber, das Don Bosco ist nicht nur eine Musikschule, sondern ein Kulturzentrum. Die Italiener sagen, dass man über die Musikschule dieses Kulturzentrum erhalten kann. Dies muss man respektieren. Trotzdem sind wir im Moment eher orientiert, eine einzige Musikschule zu errichten, die dann in der Zone Priel entsteht. Und die Kletterhalle? Die Kletterhalle ist im Sportleitplan enthalten und wird bis zu einem gewissen Grad vom Land bezuschusst, den Rest muss die Gemeinde zahlen. Bauträger müsste die Gemeinde sein. Die Tiefgarage hingegen müsste meiner Meinung nach von Privaten finanziert werden. Oder von der Gemeinde… …ich glaube kaum, dass die Gemeinde dieses Geld zur Verfügung hat. Natürlich kann sie ein Darlehen aufnehmen und dieses mit den entsprechenden Einnahmen abzahlen. Reden wir kurz über Hans Widmann? Im Moment haben wir eine Phase, in der in der Südtiroler Volkspartei eine gewisse Unordnung herrscht, in der jeder meint, dass er jeden Tag seine Meinung über die Medien mitteilen muss.
sprach nicht vom Opportunismus der einzelnen Akteure, sondern ich frage mich eher, wie viel Opportunismus eine Partei selbst verträgt, die heute dem Prodi huldigt, um damit in der möglicherweise kurzen Zeit, in der er an der Macht ist, so viel wie möglich für Südtirol herauszuholen. Dieser Opportunismus, diese Strategie kann der Bevölkerung Vorteile bringen, aber die Partei kann dabei an Glaubwürdigkeit verlieren. Nein, das ist nicht unbedingt Opportunismus, sondern eine
gierung mit den Neufaschisten und einer Mitte-Links-Regierung und einem mir nicht sonderlich sympathischen Anhängsel der Kommunisten, dann wähle ich Mitte-Links. Mitte-Rechts hat uns in der Vergangenheit gar nichts gebracht, ganz im Gegenteil. Alle Unternehmer, die jetzt jammern, dass die Regierung von Kommunisten bestimmt wird, müssen auch überlegen, was uns die Regierung Berlusconi eigentlich gebracht hat. Im Fall von Südtirol hat man in seiner Zeit mit allen Mitteln versucht,
„Jedem Zweifler sage ich: Was passiert morgen im Eisacktal, wenn wir diesen Tunnel nicht bauen?“_Luis Durnwalder grundsätzliche Einstellung. Ich bin alles eher als ein Kommunist, viel eher bin ich ein überzeugter Wirtschaftler. Wenn ich aber als Südtiroler mit den Erfahrungen, die ich bereits gemacht habe, wählen muss zwischen einer Mitte-Rechts-Re-
die Autonomie auszuhöhlen. Zudem hat die Regierung Berlusconi 40 Milliarden Euro Schulden gemacht, die jetzt von seinem Nachfolger abgedeckt werden müssen. Ich bin davon überzeugt, dass wir als SVP den richtigen Weg eingeschlagen haben.
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Wie viel Opportunismus verträgt eine Partei? Wenn es eine gesunde Partei ist wie die SVP, dann verträgt sie ziemlich viel, aber auch nicht unbeschränkt. Sie haben meinen Nebensatz nicht abgewartet: Wie viel Opportunismus verträgt eine Partei, ohne dass sie an Glaubwürdigkeit verliert? Hier ist eine Grenze zu finden. In einer Sammelpartei soll jeder die Möglichkeit haben, seine Meinung zu sagen, aber eben nur bis zu einem gewissen Punkt. Die Diskussionen müssen innerhalb der Partei stattfinden, und danach soll man eine gemeinsame und geschlossene Meinung in die Öffentlichkeit bringen. Ich hatte schon vermutet, dass Sie mich falsch verstehen. Ich
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Politik & Gesellschaft
Wir sind zwar nicht direkt in der mitte-linken Parteienlandschaft vertreten, aber es war richtig, diese Regierung zu unterstützen. Prodi wird zwar viele Fehler machen, und er hat vor allem bei der Finanziaria anfangs in der Tat viele Fehler begangen, deren Korrekturen wir vehement eingefordert haben. In dieser Finanziaria waren anfangs eine ganze Reihe von Blödsinnen enthalten, die geändert werden mussten. Dies ändert nichts daran, dass wir sparen müssen und dass wir die Steuern anpassen müssen – bedingt durch die Tatsache, dass die vorherige Regierung so viele Schulden hinterlassen hat. In diesem Fall kann man also nicht von Opportunismus sprechen. Sind Sie wirklich dieser Meinung? Natürlich tun wir bei einer so knappen Mehrheit nichts zum Nulltarif, aber das hätten wir bei den Rechten auch nicht getan. Diese Regierung braucht uns, und in diesem Sinn ist ein bisschen Opportunismus vielleicht doch dabei. Aber: Die Südtiroler profitieren davon; vieles haben wir bereits herausgeholt aus die-
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ser Situation. Energie, Musikkonservatorium, Vermögenswerte des Militärs – ich bin überzeugt, dass wir in der nächsten Zeit noch einiges im Interesse der Südtiroler herausholen werden. Was geschieht eigentlich mit der Schenoni- und VerdoneKaserne, sobald sie einmal im Eigentum des Landes sind? Wir werden mit der Gemeinde Brixen und Vahrn darüber reden, ob es sinnvoll ist, eine Bauzone, eine öffentliche Zone oder sonst irgendwas zu realisieren. Wir müssen bedenken, dass wir diese Areale nicht geschenkt bekommen; wir müssen sie kaufen, auch wenn der Preis relativ günstig ist. Mit den Gemeinden werden wir eine Nutzung vereinbaren. Diesbezüglich gibt es noch keine Pläne? Zuerst müssen wir den Bären erschießen, dann können wir darüber nachdenken, was wir mit dem Fell tun. Die Bürgerlisten haben sich letzthin erstmals zusammengetan. Was sagen Sie dazu?
Jede Bürgerliste hat ein eigenes Programm, das sich von jenem der anderen Bürgerlisten differenziert. Zum größten Teil gibt es nur einen gemeinsamen Nenner: Alle arbeiten gegen die SVP. Dieser gemeinsame Nenner ist meiner persönlichen Meinung nach zu wenig, um für lange Zeit verschweißt zu bleiben.
verwirklichen. Wenn eine Mutter arbeiten will, dann braucht sie Strukturen, die die Kinder aufnehmen. Paare, die Kinder haben, dürfen auf keinen Fall dafür bestraft werden, indem sie sich so einschränken müssen, dass sie vom allgemeinen Lebensstandard nichts mehr haben.
Südtirol war kürzlich in den Schlagzeilen, weil unsere Provinz die „gebärfreudigste“ von ganz Italien ist. Diese gut klingende Statistik ändert nichts an der Tatsache, dass die Geburtenrate in Südtirol nach wie vor erschreckend gering ist. Das ist leider richtig.
Wie sehen Sie das Ausländerproblem in Südtirol in 20 Jahren? In 20 Jahren wird in Südtirol ohne Zweifel eine gewisse Anzahl von Nicht-EU-Bürgern leben, die wahlberechtigt sind und die sich in der Zwischenzeit freiwillig assimiliert haben. Viele werden auch wieder in ihre Heimat zurückgegangen sein, und es werden andere wieder kommen. In Zukunft werden wir also mit einem gewissen Prozentsatz an Ausländern leben müssen.
Wie schafft es die Politik, die Geburtenrate in Südtirol zu steigern? Nun, wir tun viel, aber fürs Kindermachen sind wir wirklich nicht zuständig. Andererseits haben wir natürlich die Verpflichtung, dass wir eine Politik betreiben, die entsprechende Rahmenbedingungen schafft. Wenn heute jemand Kinder hat, dann muss er trotzdem die Möglichkeit haben, sich selbst zu
Kann man diese Entwicklung gut verwalten? Das ist nicht einfach. Aber bitte bedenken Sie: Es waren nicht wir Politiker, die die Ausländer geholt haben, sondern es waren Südtiroler, die diese Arbeitskräfte ge-
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braucht haben – für die Pflege in den Altersheimen, für die Arbeit in der Fabrik oder im Baugewerbe. Die sind also nicht gekommen, weil ihnen Südtirol so gut gefällt, sondern weil wir sie geholt haben und weil sie in ihrem eigenen Land keine Perspektive mehr gesehen haben. Wir müssen öfter in Rom intervenieren, damit wir mehr Leute bekommen für die Obsternte oder für die Gastronomie, die ansonsten keine Tellerwäscher mehr findet. Südtirol muss damit aufhören, sich darüber aufzuregen, dass
die Sprachwissenschaftler sind gefordert zu erklären, mit welcher Methode die Erlernung der „neuen“ Sprache am schnellsten und am besten geht. Nur: Immersion kommt für mich nicht in Frage, weil Immersion bedeutet, dass man weder Deutsch noch Italienisch lernt und dass man sowohl den Bezug zur einen als auch zur anderen Sprache verliert. Deswegen bin ich der Meinung, wir sollten weiterhin die verschiedenen Schulen anbieten, wobei das Erlernen der zweiten Sprache unbedingt überdacht
„Wie kann ein Brixner oder ein Klausner gegen den Brenner basistunnel sein?“_Luis Durnwalder der Anteil der Ausländer laufend steigt. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir sie gerufen haben. Gekommen sind dann eben nicht nur Arbeiter, sondern auch Menschen, und wir haben die Pflicht, diese als solche auch zu behandeln. Natürlich müssen wir darauf bestehen, dass sie sich ordentlich aufführen, keine Gesetze brechen, sich eingliedern und unsere Identität respektieren. Wenn sie aber unsere Regeln respektieren und Steuern zahlen, dann müssen wir ihnen die Vorteile unserer Gesellschaft auch zuerkennen. Das ist nur recht und billig, denn schließlich sind auch sie es, die unsere Renten mitfinanzieren. Ist es in Anbetracht der Tatsache, dass wir in Zukunft nicht mehr nur ein dreisprachiges, sondern ein mehrsprachiges Land sein werden, noch zeitgemäß, wenn wir zum Beispiel an den einsprachigen Kindergärten festhalten? Wir werden auch in Zukunft nicht mehr als ein dreisprachiges Land sein; auch morgen wird es in Südtirol zwei- bzw. drei gleichberechtigte Landessprachen geben. Gleichzeitig müssen wir in unserem Land Englisch und andere Sprachen fördern; in Zukunft wird jeder Europäer zumindest drei Sprachen beherrschen müssen. Leute, die von außen in unser Land kommen, werden sich zumindest einer der Landessprachen anschließen müssen. Wir müssen danach trachten, dass sie Deutsch und auch Italienisch lernen. Dies schafft man am besten im frühen Kindesalter, und
werden muss, weil vor allem in italienischen Schulen dies nicht ernst genug genommen wird. Für Ausländer ist die Situation mehr oder weniger klar, aber mich erschreckt die Entwicklung der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol, die sich offenbar immer schwerer tut, die italienische Sprache zu lernen, weil ihr auch teilweise die Motivation dazu fehlt. Italienischsprachige Südtiroler sind oft bereits motivierter, Deutsch zu lernen als umgekehrt. Ich bin der Meinung, diese Entwicklung muss korrigiert werden. Was soll ich tun? In vielen Dörfern sind eben kaum Italiener, und ich kann doch nicht eigens Italiener ansiedeln, damit die Dorfbevölkerung Italienisch lernt. Grundsätzlich kommt es aber immer darauf an, ob jemand eine Sprache lernen will oder nicht. Das Wort „Immersion“ kann ich aber in diesem Zusammenhang bald nicht mehr hören… Unter Immersion verstehe ich, dass man mit Gewalt versucht, die Sprachen zu mischen, und dies führt zu einer Mischkultur, die nicht erstrebenswert ist. Mit allem Respekt für die Ladiner, aber von denen kann man nun nicht unbedingt behaupten, dass sie perfekt Italienisch und Deutsch sprechen… Diese Situation ist für Ladinien in Ordnung, kann aber nicht das Ziel sein für ganz Südtirol.
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Bitte zu Tisch Seit zwei Jahren gibt es in allen Gemeinden im Brixner Raum wieder Schulausspeisungen. Für die Familien bedeuten diese eine Erleichterung, für die Allgemeinheit zusätzliche, wenn auch durchaus bezahlbare Kosten.
I
m (scheinbar) perfekten Familienleben essen Vater, Mutter und Kinder gemeinsam an einem schön gedeckten Tisch ihr Mittagessen. Doch das perfekte Leben gibt es nur selten, und im weniger perfekten Leben ist es vielen Familien aufgrund unterschiedlicher Arbeitsplätze, Arbeits- oder Unterrichtszeiten unmöglich, gemeinsam zu Mittag zu essen. In manchen Familien bedeutet es sogar eine organisatorische Herausforderung, für die Kinder nach Unterrichtsende ein Essen auf dem Tisch zu haben, beispielsweise wenn der Turnusdienst der Mutter um 14 Uhr endet, der Unterricht aber schon um 12.30 Uhr. Oder wenn die Mutter zwar um 12.30 Uhr Feierabend hat, aber noch eine längere Fahrt nach Hause ansteht. Wer da nicht auf Oma oder eine andere Stütze im Familiensystem zurückgreifen kann oder seinen Kindern nicht nur Fertigmenüs aus der Kühltruhe mit dazugehörender Einweisung für den Mikrowellenbetrieb anbieten will, steht vor einigen Problemen.
Das hat im Jahr 2005 auch
die Landesregierung erkannt und verfasste im Zuge des Familienpakets eine Neuregelung für die Schulausspeisung. Als wesentliche Änderungen wurde damals festgelegt, dass eine Ausspeisung allen Schülern offen sein muss – unabhängig davon, ob eine wirtschaftliche Bedürftigkeit vorliegt, ob der Unterricht nur halbtags oder ganztags stattfindet und welche Entfernung zwischen der Schule und dem Wohnort der Schüler liegt. Gleichzeitig verpflichtete sich das Land, 40 Prozent der Gesamtkosten für den Ausspeisungsdienst zu übernehmen und legte fest, dass die Gemeinden von den Eltern maximal 50 Prozent der Kosten einfordern kann. Prinzipiell wurden die Gemeinden aufgefordert, für die Familien einen Kostensatz von zwei Euro pro Essen anzustreben. Tatsächlich sind in den Gemeinden Vahrn, Mühlbach und Natz16
In den meisten Gemeinden – wie hier in Mühlbach – wird die Ausspeisung nur dienstags und donnerstags angeboten Schabs Schulausspeisungen eingerichtet worden, die auch gerne angenommen werden. Allerdings gibt es noch Lücken: In Vahrn ist die Ausspeisung zur Zeit nur für die Kinder aus Spiluck und einigen wenigen Vahrner Kindern zugänglich, da wegen Umbauarbeiten nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht. Dies wird sich aber im nächsten Jahr ändern. In Raas stieß das Angebot dagegen auf zu wenig Interesse, weshalb dort überhaupt keine Ausspeisung angeboten wird. In Lüsen und Brixen gibt es schon seit vielen Jahren das Schulessen, wobei in Brixen neben den Grundschülern auch die Mittel-, Ober- und Berufsschüler zu versorgen sind – insgesamt etwa 1.400 Personen.
Wie die Ausspeisung organisiert wird, hängt von den vorherrschenden Rahmenbedingungen ab. In vielen Orten kochen die Kindergartenköchinnen für die Schulkinder mit; in manchen Orten gibt es eigene Köchinnen, oder die Kinder gehen zum Essen in ein Gasthaus. Es
Foto: Oskar Zingerle
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gibt auch Orte, wo das Essen an einem zentralen Ort zubereitet und dann angeliefert wird. Fast überall wird die Ausspeisung nur am Dienstag und Donnerstag angeboten, also an jenen Tagen, an dem auch am Nachmittag Unterricht stattfindet. Eine Ausnahme bildet die Gemeinde Lüsen, wo schon seit Jahrzehnten an allen Tagen inklusive Samstag für die Schüler gekocht wird. Auch Schabs fällt aus dem normalen Rahmen: Dort hatte sich eine Gruppe berufstätiger Mütter um eine Ausspeisung von Montag bis Freitag bemüht, da es ihnen aufgrund ihrer Arbeitszeiten kaum möglich gewesen wäre, ihren Kindern nach 12.30 Uhr ein Essen anzubieten.
Die Kosten für die Eltern
betragen in Brixen, Vahrn und Mühlbach 2,50 Euro pro Essen, in Lüsen wird ein Monatsbeitrag von 27 Euro verrechnet, was umgerechnet ungefähr 1,27 Euro pro Mahlzeit ausmacht, und in Natz-Schabs 3,5 Euro. Dieser höhere Betrag kommt auch dadurch zustande, da in Schabs an den Tagen, an denen kein Nachmittagsunterricht stattfindet, eine pädagogische Fachkraft die Beaufsichtigung der Kinder während und nach dem Essen übernimmt. Ansonsten sind es durch-
wegs die Lehrer, die die Kinder im Rahmen einer so genannten außerschulischen Tätigkeit während des Mittagessens beaufsichtigen. Die Gesamtkosten pro Essen betragen in Brixen knapp 7 Euro, und man darf annehmen, dass sie in den übrigen Gemeinden ähnlich liegen. Bezahlt das Land seinen Anteil von 40 Prozent, also 2,80 Euro, bleibt beim Preis von 2,50 Euro noch ein Fehlbetrag von etwa 1,70 Euro pro Essen, den die Gemeinde aus eigenen Mitteln aufbringen muss. Rechnet man dies bei einer Gruppe von 25 Kindern mit zwei Essen pro Woche für neun Schulmonate hoch, bleiben am Ende des Schuljahres mehr als 3.000 Euro übrig. Auch wenn das nicht viel erscheint, läppern sich für die Gemeinden aus den verschiedenen Aufgaben und Angeboten recht beachtliche Beträge zusammen. Deshalb werden die Verantwortlichen in den Gemeinden auch nicht von sich aus den Dienst flächendeckend von Montag bis Freitag anbieten, obwohl damit sicher vielen Familien im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusätzlich geholfen wäre. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Wenn vier Pfoten lästig werden Es gibt tausend GrĂźnde, warum Tierbesitzer plĂśtzlich nicht mehr fĂźr ihre Hunde oder Katzen sorgen kĂśnnen oder wollen. Zum GlĂźck gibt es in Obervintl ein neues Tierheim, das sich den AusgestoĂ&#x;enen annimmt und Tieren ein besseres Zuhause vermittelt.
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Fotos: Oskar Zingerle
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REPORTAGE
in zutraulicher grau-zotteliger Bobtail-Mischling ist der erste, der zur BegrĂźĂ&#x;ung daherkommt: Er erhebt sich von seinem gemĂźtlichen Liegeplätzchen vor dem Haus, trottet mir entgegen und beschnuppert erstmal prĂźfend mein Bein. Währenddessen beobachte ich eine hinter dem Fenster sitzende Katze, die mit ihrer Pfote eine Stubenfliege zu fangen versucht. Ein Ruf vom 20 Meter entfernten Katzenhaus macht mich auf Josef Kuen aufmerksam. Er hat gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Antonia Rieder das Tierheim Obervintl aus Privatinitiative gebaut, und die beiden fĂźhren es nun auch gemeinsam.
Auf seine freundlich ruhige Art
lädt mich Josef zu einem Rundgang durch die vier Gebäude des Heimes ein. Zunächst kommen wir am ersten Hundehaus vorbei, wo zwei Welpenmischlinge aufgeregt mit dem Schwanz wedeln. Sie wissen genau: In seiner rechten Hosentasche versteckt Josef immer kleine Leckereien. Dieser lässt sich nicht lange betteln, wirft den zwei Hundebabies etwas hinein. „Die Hunde haben die MĂśglichkeit, hier drauĂ&#x;en zu sein oder auch drinnen im warmen Haus“, erklärt Josef. Jeder
Hund – oder in diesem Fall das Welpengeschwisterpaar – hat sein eigenes Abteil, sowohl einen beheizten und ausgefliesten Innenraum als auch eine etwa 15 Quadratmeter groĂ&#x;e AuĂ&#x;enfläche. Nebenan ist Guiness zu Hause. „Guiness ist mit seinen zehn
Jahren schon ein alter Herr und dementsprechend schwer zu vermitteln“, sagt Josef mit mitfĂźhlender Miene. „Dabei wĂźrde er sich perfekt als Wachhund fĂźr ein grĂśĂ&#x;eres Gelände eignen, denn Zuneigung braucht Guiness nicht allzu viel. Der alte Herr hat lieber seine Ruhe.“
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Antonia Rieder und Josef Kuen kĂźmmern sich liebevoll um heimatlose Tiere
Vom zweiten sechseckigen
Hundehaus kläffen uns zwei weiĂ&#x;e Mischlinge entgegen. „Sie sind erst vorgestern angekommen“, schildert Josef. Es handelt sich um Mutter und Sohn – oder
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bereits 700 Tiere vermittelt werden konnten – das sind fast zwei Tiere pro Tag. Jüngere Katzen haben es leichter: Sie sind in der Regel etwa einen Monat lang im Tierheim, bis sie ein neues Zu-
„Manchmal ist die Geschichte der Tierhalter gleich traurig wie das Schicksal der Tiere“_Josef Kuen oder frisch abgegebene Katzen für die ersten Tage, um sicherzustellen, dass sie nicht von Parasiten oder sonstigen Krankheiten befallen sind oder um sie gesund zu pflegen. Die Tiere werden sauber gebürstet und genau beobachtet.
Wie kommt es, dass so viele
Haustierbesitzer ihre Vierbeiner abgeben? „Es gibt unzählige Gründe, und manchmal ist die Geschichte der Tierhalter genauso traurig wie das Schicksal der Tiere“, erzählt Josef. Oft ist es der Umzug in eine neue Wohnung, manchmal ein Todesfall oder eine Trennung. Nicht selten kommt es vor, dass Tierhalter ihren familiären Frust an den Vierbeinern auslassen und sie gewaltsam misshandeln. „Man soll es sich schon gut überlegen, bevor man sich ein Haustier anschafft“, mahnt Josef. „Den Hund oder die Katze nachher ins Tierheim abgeben zu können – diese Bequemlichkeit nutzen viele aus, um ein Problem loszuwerden.“ Während wir uns zum Katzenhaus begeben, erklärt mir Josef, dass in den eineinhalb Jahren, in denen das Heim nun aktiv ist,
hause finden. Bei älteren Katzen dauert es etwas länger.
Die um diese Jahreszeit in
Obervintl etwas rar scheinende Sonne kommt zum Vorschein, und so wagen einige Katzen einen Ausflug in ihre Box im Freien. Wenn man ein Tier mehrere Monate lang liebevoll pflegt, fällt da der Abschied nicht schwer? „Ja, das ist manchmal nicht gerade leicht, aber wir haben uns mittlerweile etwas daran gewöhnt“, erklärt Josef. Außerdem gebe man den jungen Tieren im Heim keine Namen, damit ein wenig Distanz zwischen Mensch und Tier bleibt. In erster Linie trieb die Tierliebe Antonia Rieders die beiden dazu, ein wirtschaftlich großes Risiko auf sich zu nehmen und viel Kapital in ein Tierheim zu investieren. Hinzu kam die Hilfe von Landesrat Hans Berger, der sich für den Bau engagierte und vor allem bürokratische Unterstützung leistete – Landesgelder gab es für das Tierheim Obervintl nicht. Finanziell überlebensfähig ist es aufgrund der Miet- und Pachtbeiträge verschiedener Tierschutzvereine, die ih-
Jedes abgegebene Kätzchen wird auf der Quarantänestation zunächst gewogen und für einige Zeit beobachtet rerseits von freiwilligen Spenden und Landesbeiträgen leben.
Ab dem 1. Jänner 2007 mietet
der Verein für Tierrechte Eisacktal das Heim an. Dank des unermüdlichen Einsatzes und einer großen Portion Idealismus konnten Antonia Rieder und Josef Kuen eine würdige Zufluchtsstätte für ausgestoßene Vierbeiner finden, in der das Warten auf ein neues Zuhause mehr als erträglich ist. Trotzdem hoffen Heimbetreiber und Tiere, dass sich bald ein neues Herrchen oder Frauchen mit genügend Verantwortungssinn und Tierliebe findet. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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besser Söhnchen, denn der Kleine ist erst wenige Monate alt. Nebenan protestiert der etwas ältere Beagle-Rüde Benni lautstark, denn er möchte zum Spazieren ausgeführt werden. Dass seine Zimmernachbarin Leila heute als erste mit der freiwilligen Helferin Sarah Gassi gehen durfte, hat ihr gar nicht geschmeckt. Wir statten Benni in seinem Innenbereich einen Besuch ab, und er ist sichtlich erfreut darüber. Ob es mehrere freiwillige Helfer im Tierheim gebe? „Natürlich wären solche Helfer gefragt, aber man darf sich darunter nicht vorstellen, einfach bei Gelegenheit mal vorbeizuschauen und mit den Hunden spazieren zu gehen“, erklärt der Tierheimbesitzer. Es brauche schon jemand, der sich öfters mit den Tieren abgibt, damit sie sich gewöhnen können und damit die Aushilfskraft auch Erfahrung im Umgang mit ihnen sammle, meint Josef Kuen, während wir uns auf den Weg zum Quarantänehaus machen. Hierher kommen kranke
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„Auf gute Nachbarschaft!“ Wie könnte – so das Ziel einer kürzlich stattgefundenen Veranstaltung – aus dem Nebeneinander unterschiedlicher Sprachgruppen ein Miteinander werden?
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nter dem Motto „Auf gute Nachbarschaft!“ veranstalteten der Brixner Verein heimat Brixen und die Organisation für eine solidarische Welt OEW einen Abend mit Vortrag und Dialog zum Thema des Zusammenlebens von Menschen aus den verschiedensten Nationen. Etwa 120 interessierte Brixner Bürger zum Teil unterschiedlichster Herkunft hatten sich im Forum Brixen eingefunden, um eine etwas andere Veranstaltung als üblich zu erleben. Im Foyer wurden die Besucher zunächst mit Musik begrüßt. Gitarre und Geige spielten Pao la Asson und Raffaela Zanella.
Schülerinnen vom Pädagogischen Gymnasium „J. Gasser“ sangen unter der Leitung von Greti Seebacher zwei Lieder. Dazwischen trugen Mitbürger verschiedener Muttersprachen zehn Gedichte oder Texte vor. Dieser einstündige Vorspann sollte die Teilnehmer auf die Sprachenvielfalt in Brixen einstimmen.
Nach dieser Begrüßung lud
Hermann Barbieri mit einem Vers von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi in den Saal zum Vortrag von Vladimir Wakounig, Mitbürger der slowenischen Sprachgruppe in Kärnten, der an der Universität Klagenfurt über inter-
kulturelle Bildung lehrt. In seinem Impulsreferat ging Wakuonig auf den öffentlichen Raum ein, in dem häufig nicht alle Menschen gleich behandelt werden und deren Ordnungsrahmen häufig nur der eigenen Volksgruppe zugestanden wird, wie zum Beispiel das aktive Wahlrecht. Er sprach aber auch die Selbstverantwortung in der Zivilgesellschaft an, in der selbstständiges Handeln und Streitkultur mit der erforderlichen Zivilcourage den nicht angepassten Einzelnen angreifbar werden lässt, und über eine Nachbarschaft, in der oft Vorurteile gegenüber Unbekanntem und Unbekannten
herrschen. „Wir brauchen nachbarschaftliches Verhalten ohne Feindbilder als Grundlage für ein integrierendes Miteinander“, plädierte Wakuonig. Aus dem sehr lebhaft geführten anschließenden Dialog mit und unter dem Publikum konnten zusammenfassend folgende Thesen formuliert werden: Fremde zu integrieren und Nachbarschaft zu gestalten sei offensichtlich ein mühevoller Prozess, der viel mit Sprachsensibilisierung zu tun hat. Die deutschsprachigen Südtiroler sollten weder mit den italienischsprachigen Mitbürgern noch mit Ausländern im Dialekt sprechen, um das Verständnis der müh-
Wir wünschen frohe Weihnachten und eine gutes neues Jahr! 9^Z 6WW^aYjc\Zc ` ccZc kdc YZc <Zg~iZc ^b 6c\ZWdi VWlZ^X]Zc# HdaVc\Z YZg KdggVi gZ^X]i#
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sam zu erlernenden deutschen Sprache nicht zusätzlich zu erschweren. Integration und offene Nachbarschaft sei am besten in eng begrenzter Umgebung zu erreichen und erfordere das Überwinden von Grenzen im eigenen Kopf. Die Gestaltung einer alle gegenseitig bereichernden Vielfalt erfordere nicht nur die Duldung, sondern vor allem das Verständnis anderer Wertehaltungen. Von Immigranten umgehend Grundkenntnisse der Kultur des Gastlandes zu verlangen sei ungerechtfertigt: Wer auf der Flucht gerade seine Haut gerettet hat
Foto: Oskar Zingerle
Integration und offene Nachbarschaft ist am besten in eng begrenzter Umgebung zu erreichen und erfordert das Überwinden von Grenzen im eigenen Kopf
und wirtschaftlich ums Überleben kämpft, habe andere Probleme als sich kulturell fortzubilden. Die Erziehung der drei Sprachgruppen in getrennten Schulen bedeute getrenntes gesellschaftliches Wissen und getrennte Kultur im gleichen Land und damit ein unterschiedliches Bild von den gemeinsamen Verhältnissen. Die getrennte Erziehung führe zu gegenseitigem Unverständnis. Und: Es lohne sich, zivilen Widerstand zu leisten. Was die gemeinsame Erziehung betrifft, so habe sich auf die hartnäckige Initiative der Eltern in Kärnten ein zweisprachiges Erziehungssystem durchsetzen können. Der Abend klang aus mit intensiven Gesprächen am liebevoll angerichteten Buffet mit Wein und köstlichen Häppchen. andreas.hempel@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Meine Meinung Andreas Gottlieb Hempel
Duldung des Anderen ist schwer Diese Veranstaltung machte deutlich, wie schwer der Weg nicht nur zur einfachen Duldung des Anderen, sondern zum tieferen Verständnis für ein echtes Miteinander ist. Insbesondere das Votum für eine gemeinsame schulische Erziehung hat doch sehr nachdenklich gemacht. Fast jeder wird bestätigen können, dass die Schulfreundschaften die dauerhaftesten für das ganze Leben sind. Wie können solche Freundschaften über die Grenzen der unterschiedlichen Sprachgruppen entstehen, wenn sie nicht schon in der Schule eingeübt werden? Das Zitat, das dem früheren Landesrat für Erziehung Anton Zelger zugeschrieben wird („Je besser wir uns trennen, desto besser werden wir uns verstehen“), scheint sich im Zusammenhang mit der Trennung der schulischen Erziehung nicht zu bewahrheiten. Im Gegenteil – es muss festgestellt werden, dass sogar die Kenntnisse der jeweils anderen Sprache insbesondere bei den deutschsprachigen Südtirolern deutlich nachgelassen haben. Von den Italienern gar nicht zu reden – ihnen wird auch bei gutem Willen, der sicherlich nicht immer vorhanden ist („Siamo in Italia!“), das Erlernen der deutschen Sprache durch den Dialekt oder die umgehende Antwort auf Italienisch zusätzlich erschwert. Schade, dass keine Politiker Brixens an dem Abend teilnahmen.
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Mehr Platz zum Spielen Seit Jahren ist im Durchführungsplan der Gemeinde Vahrn die Errichtung eines Spiel- und Sportplatzes in der Wohnbauzone Löwenviertel II eingetragen. Bis Frühjahr 2007 sollen die Anlagen realisiert sein.
S
chon lange warten die Bewohner des Löwenviertels auf einen Spielplatz, auf dem sich auch größere Kinder austoben können. Es gibt zwar zwei kleine Spielplätze in der Zone, die aber außer einem Tischtennistisch keinen Anreiz zu sportlichen Aktivitäten für größere Kinder zu bieten haben. Zum Fußballspielen wird zurzeit die neben den Spielplätzen vorbeiführende Straße benutzt, was nicht ungefährlich ist. Nun wurde mit der Verwirklichung eines fast 2.000 Quadratmeter großen Spiel- und Sportplatzes in der Wohnbauzone Löwenviertel II begonnen. Dort ist eine autofreie Wohnanlage im Entstehen, in deren Mitte die Gemeinde Vahrn einen Kleinfeldfußballplatz, einen Volleyplatz und einen Spielplatz errichtet. Unter den Plätzen befinden sich eine unterirdische Garage und ein mit Pellets gespeistes Heizwerk, das die Zone mit Wärme versorgt. Die zwei Sportplätze sind mit Kunstrasen ausgelegt und mit einem grobmaschigen hohen Gitter versehen. Zwischen den beiden Sportfeldern befindet sich eine kleine Zuschauertribüne, die gleichzeitig auch als Lüftungsschacht für die Garage dient.
Für die Anlagen ist kein Flut-
licht vorgesehen; somit sind sie nur tagsüber benutzbar, um die
Andreas Schatzer: „Dieser Sportplatz wird primär für die Bewohner des Löwenviertels gebaut und soll auch in erster Linie von diesen benutzt werden“ Anrainer in den Nachtstunden vor dem Lärm der Spielenden
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zu schützen. „Die Gemeinde überlegt sich das Einführen einer Benutzerordnung“, erklärt Vizebürgermeister Andreas Schatzer, „dieser Sportplatz wird primär für die Bewohner des Löwenviertels gebaut und soll auch in erster Linie von diesen benutzt werden.“ Weiters wird im kommenden Frühjahr auf dem Gelände südlich des Kleinfeldfußballplatzes ein naturnaher Spielplatz angelegt. Die Fläche soll in unterschiedliche Bereiche gegliedert werden. Eine Sandlandschaft mit angrenzendem Wasserspielbereich ist ebenso geplant wie das Aufstellen verschiedener Spielgeräte wie Schaukeln und Rutschen. Auch das Errichten einer Spielhütte ist vorgesehen; zudem soll die Möglichkeit zum Tischtennis- und Federballspiel geboten werden. Für die Beschattung werden Pergolen errichtet, die zum Teil mit Binsenmatten abgedeckt und zum Teil mit Kletterpflanzen berankt werden sollen. Um den Schacht mit den Kaminrohren ist die Montage eines Paneels mit Klettergriffen geplant. Schatzer sieht keine gesundheitlichen Bedenken hinsichtlich der Abgase, die aus den Kaminen des Heizwerkes aufsteigen, das sich direkt unter dem Spielplatz befindet. Für ihn macht es keinen Unterschied, ob der Rauch
Die zwei Sportplätze sind bereits bespielbar, der Kinderspielplatz soll im kommenden Frühjahr fertiggestellt werden aus dem Kamin des Heizwerkes kommt oder aus dem Kamin eines der umliegenden Häuser. „Wenn schon, dann müsste man die gesamte Heizsituation überdenken“, sagt Schatzer.
Damit die Bewohner des
südlichen Teils des Löwenviertels den Spielplatz erreichen können, ohne die Hauptstraße benützen zu müssen, soll ein Fahrrad- und Fußgängerweg gebaut werden. Geplant ist eine Trasse zwischen den Wohnhäusern am Ende des Wiesenweges und weiter an der Rückseite des Geschäftes Eurospin entlang bis zum Spielplatz. Dort bestünde die Möglichkeit, den Bau des Weges längs der Grenzmauern der kürzlich errichteten Wohnhäuser bis zur Verbindungsstraße Forst fortzusetzen. Auf dieser Straße würde man dann auf dem bereits bestehenden Fahrradweg auch die Vahrner Sportzone mit Fußball- und Tennisplatz erreichen. Die Gemeinde wird noch überprüfen, welche dieser Maßnahmen notwendig sind. hildegard.gargitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Fotos: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
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Politik & Gesellschaft
BRIXEN
„Was macht ein Leben zum Shalom?“ Die Familie befindet sich heute angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen und der teilweise überhöhten Erwartungen in einem fragilen Spannungsfeld. Wie kann Familie trotzdem gelingen?
D
er bekannte österreichische Theologe Paul Michael Zulehner, Professor am Institut für Pastoraltheologie an der Universität Wien, hielt kürzlich in der Cusanus Akademie einen Vortrag zum Thema „Familie heute“. Der 67-jährige Zulehner ist als geistreicher Redner bekannt, der seine kritischen Bemerkungen auch gerne an die Adresse der Kirche richtet. Er hat sich auch einen Namen für seine Arbeit in der Männerforschung gemacht.
Paul Zulehner hat angesichts
der vielfältigen Familienformen, die in der heutigen Gesellschaft vorzufinden sind, den Begriff des „familialen Lebensraumes“ eingebracht, der nicht für die Institution oder die Rechtsform steht. In diesem Lebensraum leben Kinder, Erwachsene und alte Menschen; er soll und muss von Liebe und Stabilität geprägt sein. „Unser genetisches Programm in Europa geht zu Ende, denn die Kinder kommen uns abhanden“, meinte Zulehner provokant am Beginn seines Vortrages. Nicht nur die Kinderzahl werde immer geringer, auch der Kinderwunsch nimmt ab. „1980 wünschten sich die meisten jungen Menschen drei bis vier Kinder, geworden sind es meist nur zwei. Heute wünschen sich die befragten Jugendlichen maximal zwei Kinder.“ Dafür sind die Kinder lieb und teuer, auch in der sprichwörtlichen Bedeutung. Die Konsequenz sei bitter, so Zulehner, denn die Erwachsenen hätten zu wenig Lebenskraft für ihre Kinder übrig. Er machte dazu mehrere Ursachen aus: „Das Leben wird als letzte Gelegenheit betrachtet, die man voll auskosten muss. Man sucht das optimale Glück, wo man alles will, und zwar subito.“ Ein solches Leben sei schnell, überfordernd, angst24
besetzt und entsolidarisierend. Inmitten des Reichtums floriere die Angst: „Sogar Kinder haben schon Angst, zu kurz zu kommen“, weiß Zulehner aus seinen Studien. Die Abkehr vom Glauben und der Religion spielen in dieser Entwicklung mit eine Rolle, denn „ist der Himmel verschlossen, dann sucht man ihn auf der Erde.“
Eine der Folgen der zu gerin-
gen Kinderzahl sei die starke Zuwanderung durch kinderreiche, vormoderne und glaubenstarke Muslime, die in Euro pa auf kinderarme, moderne und glaubensschwache Christen treffen. Noch ist unklar, welche Entwicklungen sich daraus ergeben: Der viel zitierte Kampf der Kulturen, die kulturelle Unterwerfung oder ein Miteinander, von Zulehner folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Im alten Habsburgerreich sind in Wien von überall her Rezepte und Gerichte zusammen gekommen. Aus all dem hat man das Beste genommen, und das Ergebnis nennt man heute Wiener Küche.“ Im „familialen“ Raum habe das Kind Vorrang, denn „es ist sittlich fragwürdig, geplant Kinder zu zeugen, ohne auf absehbare Zeit einen Raum, geprägt von Liebe und Stabilität, mit Mutter und Vater sicherzustellen.“ Dabei könne man nicht sagen, ob diese Zeit bis zum Ende der Grundschule, der Pubertät oder einer anderen Lebensphase andauere. Paul Michael Zulehner unterstrich die Rolle des Vaters, denn ohne ihn komme es zu einer „Untervaterung“, dem eine „Übermutterung“ gegenüberstehe. Deshalb seien die familialen Lebensräume beispielsweise gegenüber homosexuellen Paaren zu privilegieren: „Eine Mutter ist viel, zwei sind zu viel.“ Das Kind brauche beide Geschlechter, das Personenbild sei wichtig,
es komme nicht allein auf die pädagogische Qualität an. Damit der geforderte Lebensraum entstehen und beibehalten werden kann, brauche es eine gesellschaftliche Privilegierung, eine familienfreundliche Wirtschaft: „Erwerbsmännern muss es ebenso leicht gemacht werden, Familienmänner zu werden, wie Familienfrauen zu Recht verlangen, dass sie zugleich Erwerbsfrauen sein können.“ Eine weitere Forderung Zulehners liegt darin, eine Politik zu betreiben, die ihre Gesetze auf ihre Kinderverträglichkeit hin prüft.
Auch die Erwachsenen brau-
chen im familialen Lebensraum Stabilität und Liebe. Die zentrale Frage für Zulehner lautet: „Was macht ein Leben zum ‚Shalom’, zum Frieden, und was müssen Menschen mit ihren Beziehungen machen, damit ein Leben im ‚Shalom’ bleibt?“ Gleichzeitig betonte er aber auch die Pflicht, wegzugehen, wenn die Beziehung kein Ort des Friedens ist. Maßgeblich seien drei Dimensionen: Der Mensch muss eine Heimat und Wurzeln haben, er muss sich nicht austauschbar fühlen und Möglich-
Paul Zulehner: „Unser genetisches Programm in Europa geht zu Ende, denn die Kinder kommen uns abhanden“
keit zum Wachsen haben. Zulehner warnt vor den enormen Erwartungen, mit denen der familiale Lebensraum von den Menschen besetzt ist, und empfiehlt Paaren, sich mit folgender Frage auseinander zu setzen: „Bin ich die Sonne und der Regen, damit du wachsen kannst?“. Und: „Die erste Tugend der Liebe heißt: das Erbarmen. In ihm vergebe ich dem anderen, dass er mein Gott nicht sein kann.“ Denn wer seinen Partner zu seinem Gott erhebt, stelle zu hohe Erwartungen, die in den Lebenskrisen nicht bewältigt werden können. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Gemeinde Brixen Dienst Steuern Gemeindesteuer auf Immobilien – I.C.I. – Jahr 2006 Der verantwortliche Beamte mĂśchte alle verpflichteten Personen darauf aufmerksam machen, dass die Saldozahlung fĂźr das Jahr 2006 am 20. Dezember 2006 fällig ist. Man erinnert, daĂ&#x; die fĂźr dieses Jahr gĂźltigen Steuersätze und Freibeträge folgende sind: Steuersätze und Freibeträge 1) 4 ‰ - Hauptwohnung fĂźr steuerpflichtige ansässige Personen - vermietete Wohnungen an ansässige Personen mit registriertem Mietvertrag laut Ges. 431/1998 Art. 2 Abs. 4 - nicht bewohnte Wohnungen von älteren Personen, die ihren Wohnsitz in Altersheimen haben - ZubehĂśre der Hauptwohnung max. 2 - in unentgeltliche Nutzungsleihe abgetretene Wohnungen 2) 5,5 ‰ - mit registriertem Mietvertrag vermietete Wohnungen an ansässige Personen - vermietete Wohnungen zur vorĂźbergehenden Nutzung aus Studien- und ArbeitsgrĂźnden - Gesetz 431/98 3) 6 ‰ - ordentlicher Steuersatz fĂźr Immobilien Typ A/10 - B - C - D und BaugrundstĂźcke
4) 7 ‰ - Alle anderen Wohnungen - Wohnungen mit Aufenthaltsabgabe - nicht besetzte, leerstehende Wohnungen 5) - Freibetrag fßr Hauptwohnung - in unentgeltlicher Nutzungsleihe abgetretene Wohnung Wohnungen älterer Personen Euro 258,22 - Reduzierung der Steuer um 50% fßr unbewohnbar erklärte Wohnungen MÜglichkeit der automatischen Berechnung der ICI mit Bezahlung on-line ßber Internet www.brixen.it - Bezahlung mittels Modell F24
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Der verantwortliche Beamte Art. 11 - Abs. 4 - G.D. 504/1992 - Beschluss GA. Nr. 590 del 28.04.1993 Rag. Antonio Zipponi Tel. 0472/262040 • Fax 0472/262044 • E-mail: antonio.zipponi@bressanone.it 25
Politik & Gesellschaft
VAHRN
Foto: Oskar Zingerle
Fernwärme in Sicht I z Mit Riesenschritten schreitet das Projekt zur Verwirklichung eines Biomasseheizkraftwerkes für Vahrn voran. Zurzeit laufen die Verhandlungen mit dem Eigentümer eines Gründstückes in der Nähe der Autobahnraststätte, das die Gemeinde Vahrn gemeinsam mit den Stadtwerken Brixen als optimalen Standort für die Zentrale ausfindig gemacht hat. Der Vahrner Gemeinderat wird nun die Umwidmung des Grundes in eine Zone für öffentliche Einrich-
P&G
tungen vornehmen. Inzwischen bauen die Stadtwerke Brixen im Auftrag der Gemeinde Vahrn bereits am Fernwärmenetz für die Elisabethsiedlung und die angrenzende Handwerkerzone. Hand in Hand geht der Verkauf der Anschlüsse, der ebenfalls von Mitarbeitern der Stadtwerke betrieben wird. Das Fernwärmenetz nach Neustift, das 2007 in Angriff genommen werden soll, wird zurzeit ebenfalls projektiert. amm
Politik & Gesellschaft
SCHABS
SMS
z Wie in Vahrn, geht es auch in Schabs in Sachen Fernwärme nun Schlag auf Schlag. Nachdem die Bevölkerung im Rahmen einer Bürgerversammlung über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie informiert worden war, hat eine Kerngruppe unter der Leitung der SVP-Ortsgruppe am Projekt weitergearbeitet. Erste Ergebnisse stehen bereits fest: So will man für die Wärmeversorgung die Abwärme des Biomasseblockkraftwerkes der Vorarlberger Firma EM.A.CON nutzen, das zur Zeit auf dem Gelände der Ziege-
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lei entsteht. Erste Gespräche mit dem Unternehmen mit der Besichtigung einer ähnlichen Anlage in Lustenau haben bereits stattgefunden. Außerdem hat die Kerngruppe die „Wärmeversorgungsgenossenschaft Schabs“ gegründet. Als nächste Schritte stehen die Beauftragung eines Projektanten zur Ausarbeitung des Gesamtprojektes an, gleichzeitig strebt die Genossenschaft die Beauftragung des Gemeinderates für die Errichtung des Wärmenetzes in Schabs an. Weiters laufen derzeit Gespräche mit Banken, das
Ansuchen an das Land zwecks Landesbeitragen und die Ausarbeitung der Geschäftsordnung zu den Anschlussbedingungen für die Mitglieder. Mit einem Informationsblatt und einem Informationsabend sollen alle Details an die Bürger weitergegeben werden. Die Genossenschaft plant, im Frühjahr 2007 mit der Verlegung des Leitungsnetzes zu beginnen, sodass im nächsten Winter bereits die ersten Haushalte versorgt werden könnten. amm
Das Lido und das umliegende Areal soll neu gestaltet werden. Eine Arbeitsgruppe der Stadträte will nun erfassen, welche Veränderungen erwünscht sind und anschließend einen Architektenwettbewerb organisieren.
Der Südtiroler Kneippbund feierte im Bildungshaus Kloster Neustift sein 10-jähriges Jubiläum. Über 200 Personen nahmen an den Feierlichkeiten teil. Gleichzeitig fand auch die Zertifikatsübergabe an die ersten Kneipp Gesundheitstrainer statt.
Foto: Oskar Zingerle
Fernwärme in Sicht II
Das Standesamt der Gemeinde Brixen ist ab Dezember im Erdgeschoss des Rathauses unter den Großen Lauben zu finden. Das Amt übersiedelte Ende November von seinem damaligen Sitz am Großen Graben in die neuen Lokale.
Nachgefragt
„Harmonie und Respekt“ ELDA LETRARI CIMADOM, Brixner Gemeinderätin der Grünen Bürgerliste, über die Zielsetzungen des ersten Landestreffens der Südtiroler Bürgerlisten und über das weitere Vorgehen.
In Brixen gibt es die „Grüne Bürgerliste“, in anderen Orten verzichtet man auf eine Nähe zur Partei der „Grünen“. Wie wird man in Zukunft auf Landesebene vorgehen?
Es gibt in der Tat Bürgerlisten wie unsere, die die Ökologie als wichtige Programmausrichtung haben, und es gibt Listen wie zum Beispiel „Eppan aktiv“, die nicht einmal das Wort „Bürgerliste“ verwenden. Dann gibt es solche, die eher dem Mitte-Rechts-Lager zuzuordnen sind. Wir haben alle Bürgerlisten angesprochen und ein Standortpapier ausgearbeitet. Jene Listen, die sich mit diesen Grundideen identifizieren, haben naturgemäß auch Interesse, an unserem Projekt weiterzuarbeiten. Wie wir uns in Zukunft landesweit präsentieren werden, steht noch nicht fest. Ich bin aber schon der Meinung,
eht t s n e t h c a n h i We vor der Tür...
dass die Bürgerlisten auch auf Landesebene mit den Grünen eine perfekte Symbiose darstellen würden. Für eher rechts tendierende Bürgerlisten gibt es zudem mit der Union oder mit den Freiheitlichen bereits zwei Ansprechpartner. Kann trotzdem so etwas wie eine Sammelpartei eine Vision für die Zukunft sein? Ja, ganz sicher. Zum Teil ist dies bereits Realität. Im Moment gibt es eine perfekte Harmonie und einen gegenseitigen Respekt – das ist die beste Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.
Foto: Willy Vontavon
Frau Cimadom, wie kam es zur Idee dieses Landestreffens? Zweck war eine Vernetzung, ein gemeinsames Auftreten der Bürgerlisten aus allen Teilen Südtirols, um zu signalisieren, dass die Bürgerlisten in Südtirol eine Realität sind. Inzwischen haben sich fast überall Bürgerlisten gebildet, und wir haben erkannt, dass es Sinn macht, diese Ideen und Kräfte zu bündeln.
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BRIXEN
Wirtschaftlicher Service z Generalsekretär Johann Grünfelder der Bezirksgemeinschaft Eisacktal strafft die Verwaltungsarbeit für einen unbürokratischen Bürgerservice. Schon im Haushalt 2005 wurde bei der Zentralverwaltung eingespart, ohne dass Leistungen verringert wurden. Die Bezirksgemeinschaft hat Aufgaben von der Abfallwirtschaft bis zur Sozialarbeit. Diese Betriebe verwalten sich selbst mit eigenen Budgets. Die Zentralverwaltung nimmt ihnen den Großteil der Verwaltungsaufgaben ab, um Überschneidungen zu vermeiden. Dafür müssen die Betriebe jedoch bezahlen: Etwa 1,2 Millionen Euro kostete die Zentralverwaltung 2005. Davon wird eine halbe Million Euro durch das Land Südtirol, die Gemeinden und eigene Einnahmen erbracht;
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700.000 Euro müssen die Betriebe übernehmen – ein ständiger Anlass zur Diskussion über den Verteilungsschlüssel. Das Land arbeitet nach Leistungskatalog, was dazu führt, dass jeder Mitarbeiter Buch über seine spezifizierte Arbeit führen muss – ein unkontrollierbarer Zeitaufwand. Grünfelder hat ein einfacheres System entwickelt: Der Aufteilungsschlüssel wird nach Investitionen für die Bereiche prozentual gewichtet. Dazu wird der Personalaufwand im Mittel herangezogen. Die Zeit der Mitarbeiter steht so ganz der Sacharbeit zur Verfügung. Dieser Aufteilungsschlüssel wurde von den Bezirksräten einstimmig genehmigt. Die Arbeitsvereinfachung wird sich im Haushalt 2006 niederschlagen, der demnächst vorgestellt wird. agh
1.142 Pfeifen, 18 Register z Am 1. Adventsonntag wurde in der St.-Margareth-Kirche in Schabs die neue Orgel geweiht. Es handelt sich dabei um eine mechanische Schleifenorgel, die aus 18 Registern und 1.142 Pfeifen besteht und von der tradi tionsreichen Orgelbaufirma Pircher aus Steinach gebaut worden war. Für Windladen, Windversorgung, Spiel- und Registermechanik sowie für die Holzpfeifen wurden Ahorn-, Eben-, Nuss-, Eichenund Fichtenholz verwendet. Das Gehäuse besteht aus Fichtenholz. Die Zinnpfeifen wurden aus verschiedenen Zinn-Bleilegierungen angefertigt, um einen differenzierten Klang der einzelnen Register zu erzielen. Die Maler- und Vergoldungsarbeiten wurden von der Brunecker Firma Pescoller-Werkstätten ausgeführt. Die Kosten für die Orgel belaufen sich auf etwa 200.000 Euro und werden mit Beiträgen der Landesverwaltung, der Gemeinde und Spenden der
Foto: Oskar Zingerle
Politik & Gesellschaft
SCHABS
Schabser Bevölkerung gedeckt. Der Neubau der Orgel war notwendig geworden, nachdem sich im Zuge der Kirchenerweiterung gezeigt hatte, dass die bisherige, 1896 erbaute Orgel für den neuen vergrößerten Kirchenraum nicht mehr groß genug sei. Deshalb entschloss man sich, die alte Orgel zu veräußern und eine neue anzuschaffen. Trotz intensiver Suche konnte in Südtirol kein Abnehmer für die Orgel gefunden werden, weshalb sich das Orgelbaukomitee entschloss, das alte Instrument der Diözese Panevezys in Litauen zu schenken. amm
NATZ SCHABS
BRIXEN
Offene Schulspesenrechnung
Spendenaktion
z Zwischen der Gemeinde Natz Schabs und der Landesregierung herrscht derzeit eine leicht gereizte Stimmung. Zur Vorgeschichte: Neun SchĂźler aus der Gemeinde besuchen die Schule in Milland. Der Schulsprengel Brixen stellt dafĂźr der Gemeinde Natz Schabs 55 Euro pro Kind und Jahr als Spesenbeteili-
gung in Rechnung. Natz Schabs weigert sich aber, diesen Betrag zu bezahlen, weshalb das Land nun damit droht, finanzielle Zuweisungen an das Dorf zu blockieren. Auf Anfrage erklärt BĂźrgermeisterin Marianne Ăœberbacher Unterkircher (im Bild), dass vor allem in den kleineren der vier Grundschulen der Gemeinde aufgrund fehlender Einschreibungen Klassen zusammengelegt werden mĂźssen. Dabei kann ein Kind schon das ZĂźnglein an der Waage sein, um darĂźber zu entscheiden, ob es beispielsweise eine erste Klasse in diesem Schuljahr gibt, wenn Eltern ihre Kinder in anderen DĂśrfern zur Schule schicken. „Ich weiĂ&#x;, dass jedes Kind das Recht hat, zur Schule zu gehen, wo es will, aber unserer BevĂślkerung entsteht dadurch ein Nachteil, und das wollen wir nicht auch noch belohnen, indem wir Schulspesen Ăźbernehmen.“ Es gehe nicht ums Geld, sondern ums Prinzip, betont
z Die Agentur der Einnahmen Brixen unterstĂźtzt die Telethon-Vereinigung, ein ehrenamtlicher Verein, der Spenden fĂźr die Erforschung der Muskeldystrophie und anderen genetischen Krankheiten sammelt. Im ganzen Monat Dezember sammelt das Amt in seinen Räumlichkeiten in der VenetostraĂ&#x;e 67 Spenden. Am Samstag, 16. Dezember, wird am Maria-Hueber-Platz ein Infostand aufgestellt, wobei am Vormittag das Brixner Vokalensemble novAntiqua fĂźr
die Bßrgermeisterin. Was die Vorgehensweise des Aufsichtsamtes mit der Zuweisungssperre betrifft, so hält sie dies fßr Erpressung. Die Gemeinde werde in den nächsten Monaten jedenfalls das Gespräch mit dem zuständigen Landesrat suchen, um das Problem zu beheben. Auch die Brixner Stadträtin
die musikalische Umrahmung sorgen wird; um 15 Uhr singt die Corale San Michele Weihnachtslieder. Die Kunstmalerin Luisella Furlan unterstĂźtzt die Spendenaktion, indem sie 100 Skizzen zur VerfĂźgung stellt, die besonders groĂ&#x;zĂźgigen Spendern Ăźberreicht werden. Die italienweite Spendenaktion erlebt am 15. und 16. Dezember ihren HĂśhepunkt, da dort eine Live-Ăœbertragung der RAI erfolgt. Nähere Informationen Ăźber die Vereinigung sind auf www.thelethon.it abrufbar. db
Paula Bacher Marcenich sei auf der Seite der Gemeinde Natz Schabs: In Brixen werde durch den Schulbesuch auswärtiger Kinder das ohnehin schon leidige Verkehrsproblem noch verschlechtert. oz
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Schuljahr unterm Weihnachtsbaum z Jedes Jahr zu Weihnachten bittet der Verein „Helfen ohne Grenzen“ um ein Weihnachtsgeschenk, das besonderen Sinn macht. Es genĂźgen 50 Euro, um einem burmesischen FlĂźchtlingskind ein ganzes Jahr lang den Schulbesuch zu ermĂśglichen. Damit bezahlt der Verein, ohne Abzug von irgendwelchen Kosten fĂźr Verwaltung oder Reisen, die Lehrergehälter, Schulsachen, Mieten, Schuluniformen, den Bedarf an Seifen, ZahnbĂźrsten sowie in vielen Fällen ein gesundes Essen am Tag. „So
kommen die Kinder weg von der StraĂ&#x;e und erhalten eine Chance auf ein besseres Leben“, erklärt Initiator Benno RĂśggla, „vor allem aber kĂśnnen sie in einem geschĂźtzten Rahmen die Sprache und die Kultur ihrer Väter und MĂźtter lernen und pflegen“. Auf vielfältigen Wunsch hat „Helfen ohne Grenzen“ heuer Spendengutscheine Ăźber ein Schuljahr aufgelegt. Damit kĂśnnen anstelle von „ßblichen“ Geschenken ganze Schuljahre im Namen der Eltern, Verwandten, Freunde, Mitarbeiter und
Kunden geschenkt werden. Es genĂźgt, „Helfen ohne Grenzen“ die Anzahl und die Namen der Beschenkten mitzuteilen, und der Verein schickt dem Schenkenden die mit den Daten des Spenders und Beschenkten ausgefĂźllten Gutscheine samt einem Informationsblatt zu. Das Spendenkonto, lautend auf „Helfen ohne Grenzen“ bei der SĂźdtiroler Volksbank, trägt die Nummer 7.000 (ABI 05856, CAB 11610); Nähere Infos unter www.heldb fenohnegrenzen.org.
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z Leider sind manche Männer unfähig, ihre Probleme im Gespräch mit ihren Frauen zu lÜsen und greifen zu physischer, psychischer oder sexueller Gewalt – oft auch den Kindern gegenßber. Scham und Angst hindern viele Frauen, sich zu offenbaren und um Hilfe zu bitten. Darum ist in diesen Fällen die Dunkelziffer sehr hoch. Die Sozialabteilung der Bezirksgemeinschaft Eisacktal hat deshalb unter ihrem Direktor Josef Pichler vor einem Jahr ein Frauenhaus mit acht Wohneinheiten erÜffnet. Dort wurden inzwischen 19 Frauen und 22 Kinder aufgenommen. Die Frauen wurden und werden in ihren Umstellungsprozessen unterstßtzt und die Kinder bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse von einer Psychologin begleitet. Zur Vorstellung der Arbeit des vergangenen Jahres lud die Referentin fßr Soziales der Bezirksgemeinschaft, Christine Psaier Kofler, die Kommission fßr Chancengleichheit der Gemeinde Brixen und das Komitee fßr Chancengleichheit der Sanitätseinheit Nord ein.
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Die Präsidentin der Kommission, Brigitte Gasser, und die Präsidentin des Komitees, Emanuela Pattis, wiesen zusammen mit der Referentin darauf hin, dass Frauen in Not unter der kostenlosen Rufnummer 800601330 rund um die Uhr Informationen erhalten, Gesprächstermine vereinbaren und um Aufnahme in
das Frauenhaus anfragen kÜnnen. Gleichzeitig wurde eine Sensibilisierungskampagne bei den Basisärzten, im Gesundheitssprengel, im Krankenhaus und in den Schulen vereinbart, um den betroffenen Frauen und Kindern den Zugang zu Information und Hilfeleistung zu erleichtern. agh 31
Foto: Oskar Zingerle
Menschen & Meinungen SCHAUSPIELER AUS LEIDENSCHAFT: „Ich würde ganz gern auf der Bühne sterben“ (Lukas Lobis)
Portrait
Schauspieler, Spitzbua, Tausendsassa LUKAS LOBIS: Er hat in seinem Leben vieles ausprobiert und immer wieder von neuem angefangen. Vor zehn Jahren hat er das Schauspielen für sich entdeckt.
A
n der knallroten Wand im Tages-WC hängen ausdrucksstarke Theaterfotos. „Dort gehören sie auch hin, weil wir dem Theater nicht allzu viel Bedeutung beimessen wollen“, sagt Lukas Lobis, und der Schalk blitzt dabei in seinen Augen. Zurzeit ist der Schauspieler viel daheim, hat sich „eine Art Auszeit“ genommen. Daheim, das ist eine Neubauwohnung in Kranebitt, „hoch über den Blech32
dächern von Brixen“, die er mit seiner Frau Margot bewohnt. Die letzten sechs oder sieben Jahre waren sehr intensiv; Lukas stand „unter Stress – einem positiven Stress, aber auch der schützt nicht unbedingt vorm Burnout“, meint er mit seinem typischen Lausbubencharme.
Der Brixner Tausendsassa, der als kabarettistischer Leo von den „zwoa luschtign drei Spitz-
buabm“ nicht nur mit seinem naiven G’schau die Lachmuskeln strapaziert, scheint einer jener Menschen zu sein, die es verstehen, das Leben stets von der leichten, der heiteren Seite zu nehmen. „Ich tue grundsätzlich immer das, was ich gerne tue.“ Nachdem er sowohl die Grundschule als auch die Mittelschule in der Brixner Dantestraße besucht hatte, war er erstaunt, „dass es noch andere Straßen
auf dieser Welt gibt.“ Nach der Mittelschulprüfung wählte Lobis die Handelsschule, „weil ich nicht wusste, was ich sonst hätte tun sollen.“ 30 energiegeladene Burschen saßen damals in seiner Klasse; die Hälfte von ihnen war sich schon nach dem ersten Semester sicher, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr weitermachen würde. Trotzdem brachten sie bis zum Ende des Schuljahres die Lehrer ins Schwitzen. „Wir
für das Theater nicht, da gibt es schon wichtigere Sachen.“ Was die Gefahr betrifft, sich selbst zu überschätzen, da hält sich Lobis mit einer sympathischen Portion Selbstironie an seinen Lieblingsspruch: „Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.“
Steckbrief
Und dann gibt es da noch
waren eine Wahnsinnstruppe, und dieses Schuljahr hat mich in meiner Kreativität unheimlich geprägt.“ Jahre später, nach dem Abschluss der Hotelfachschule, besuchte Lukas die vierte Klasse der Handelsschule Fachrichtung Touristik, stieg aber kurz
be des Neustifter Theatervereins saß. „An aufg’legter Schwindel“ hieß das Possenstück, und Lukas Lobis, „der Spätzünder“, begeisterte das Publikum als lispelnder Kaspar. Irgendwann „ist dann der Knopf aufgegangen, und von diesem Moment an war die Bühne meine Welt.“
„Ich tue immer das, was ich gerne tue“_Lukas Lobis vor dem ersten Elternsprechtag wieder aus. „Ich hatte zu viele unentschuldigte Absenzen und wollte nicht, dass meine Mutter davon erfährt. So werden eben Lebensentscheidungen getroffen“, feixt er.
Zur Bühne ist Lukas Lobis gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Nach einer Törggelepartie meinte er zu vorgerückter Stunde „bei der letzten Schnapsrunde“ zu einem Bekannten „Theaterspieln, sell tat i gearn amoll“, worauf er am nächsten Abend prompt anstelle dieses Bekannten bei der ersten Lesepro-
Der Durchbruch – „Ich weiß nicht, ob man als Provinzschauspieler überhaupt davon sprechen kann“ – kam dann bezeichnenderweise mit Peter Turrinis „Der tollste Tag“, einer Produktion der Vereinigten Bühnen Bozen unter der Regie von Manfred Schweigkofler. „Die Menschen tun ihr Leben lang viel, um auf die Rente hin zu arbeiten, und sie vergessen dabei oft das wirkliche Leben.“ „Ich würde ganz gern auf der Bühne sterben“, kommentiert Lukas Lobis die Frage nach seiner beruflichen Zukunft. „Hergeben aber würde ich meine Seele
die „Patatine-Rollen“ beim Fernsehen, „das sind jene Rollen, wo man es als Zuschauer nicht wagen darf, den Blick zu senken, um sich Chips vom Teller zu holen, weil man mich dann schon versäumt haben könnte.“ Patatine-Rollen gab es einige in den letzten Jahren. „Das Fernsehen steigert einfach den Bekanntheitsgrad, das Theater ist aber unendlich mehr Herausforderung, ist vor allem unmittelbarer durch den Applaus.“ Seitdem er viel außerhalb von Südtirol arbeitet, hat sich der Blickwinkel auf die Heimat verändert. „Ich bin viel kritischer geworden“, meint er und verweist auf die Schattenseiten der „Miar-miaßn-zommholtn-Mentalität“. Trotzdem bleibt seine Liebe zur Heimat unvermindert groß. Lukas Lobis geht jedoch schwanger mit der Idee zu einem politischen Kabarett. „Die groteske Mischung von Minderwertigkeitskomplex und Selbst überschätzung, gepaart mit einem seltsamen Zwang zur Nabelschau, die so manches Mal in Südtirol zu finden ist, wäre dafür eine wunderbare Fundgrube.“ Man darf gespannt sein.
marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
LUKAS LOBIS wurde am 9.
August 1966 als drittes von vier Geschwistern in Brixen geboren. Nach einem Jahr Handelsschule absolvierte er die dreijährige Hotelfachschule in Meran; nach einem EU-Spezialisierungskurs für Fremdenverkehrsberufe absolvierte er ein Praktikum im Münchner Fremdenverkehrsamt. Später arbeitete er bei Radio S3 und zählt zu den Pionieren der Brixmedia. Seit über zehn Jahren gehört das Theater zu seinem Leben. Das Eisacktaler Volkstheater, die Rittner Sommerspiele, die Gruppe Dekadenz und das Kellertheater Innsbruck sind seine Meilensteine. Lobis’ Theaterheimat ist jedoch das Meraner Theater in der Altstadt. Seit geraumer Zeit hat er regelmäßig Gastverträge am Tiroler Landestheater in Inns bruck. 2004 war Lukas Lobis in einer Tatort-Folge zu sehen, 2006 spielte er unter anderem in dem Mehrteiler „Die Landärztin“ mit Christine Neubauer und wird als Taxifahrer im Film „Das Weihnachtsekel“ mit Fritz Wepper und Christine Sprenger zu sehen sein. Seit letzten Sommer ist er mit Margot Mayrhofer verheiratet, einer Schauspielerin, die in Wien geboren und in Niederösterreich aufgewachsen ist. Seine Tochter Miriam ist zwölf Jahre alt und eine erfolgreiche Springreiterin. z
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Menschen & Meinungen
BRIXEN
Neuer Präsident z Claudio Zorzi ist der neue Präsident der Landesberufskammer der Schilehrer. Bei der Neuwahl wurde der Brixner Schilehrer als Nachfolger von Hugo Reider, der 20 Jahre lang das Amt innehatte, bestimmt. Zorzi ist seit zwei Jahren Ausbildungsleiter und somit für die Schilehrerausbildung in Südtirol verantwortlich. Zudem saß er für mehrere Legislaturperioden im Vorstand der Lan-
desberufskammer und war als technischer Leiter für die Theo riefächer zuständig. Claudio Zorzi bekleidete auch das Amt des Präsidenten des früheren Skischulenverbandes. Für die neue Aufgabe werden ihm die Schilehrer Roland Antholzer, Silvia Fontanive, Emil Hofer, Herbert Pezzedi, Luciano Pioli, August Seidner und Georg Sommavilla als Vorstandsmitglieder zur Seite stehen. db
M&M Menschen & Meinungen
NEUSTIFT
Ausgezeichneter Winzer
SMS
I woaß schun, prum i pan Rubbln nia nix gwing. Vielleicht sellat i amål irgendwo eppas kafn, damit i a Los krieg.
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Foto: Handelskammer Bozen
Der Spruch vom Much
Architekt Christian Moser wurde für den Umbau und die Sanierung einer Wohnanlage in der Wolkensteinstraße in Milland mit dem Architekturpreis „Energieeffizientes Bauen“ der Autonomen Provinz Bozen ausgezeichnet. Das Energiekonzept stammt von Davide Parisi.
z Der Neustifter Winzer Günther Kerschbaumer erhielt gleich mehrere Preise für seine Weißweine: Die italienische Weinbibel „La guida dell’Espresso“ verlieh dem „Kerner Köfererhof Jahrgang 2005“ die Höchstpunktezahl und somit die Auszeichnung „Vino dell’Eccellenza“. Zudem erhielt der „Eisacktaler Brixner Riesling Köfererhof 2005“ italienweit gleich zwei Mal Silber – unter anderem beim Ersten Nationalen Riesling-Wettbewerb Anfang November. Dabei hatte eine 25-
köpfige Fachjury 39 Rieslinge des Jahrgangs 2005 auf ihre Typizität und Qualität hin getestet. Der 36-jährige Kerschbaumer experimentiert seit zehn Jahren im Weinbau und bewirtschaftet 5,5 Hektar Weinberge rund um den Köfererhof in Neustift. Er baut dort nur Weißweinsorten wie Kerner, Ruländer, Sylvaner, Müller Thurgau, Gewürztraminer oder Riesling an und ist Mitglied der „Freien Weinbauern Südti rols“. db
Hans Prader aus Afers feierte sein 40-Jahr-Jubiläum als Kapellmeister: 32 Jahre leitete er die Musikkapelle Afers, jetzt ist er Kapellmeister in St. Andrä. Beide Musikkapellen veranstalteten für den Jubilar eine Überraschungsfeier und dankten für dessen unermüdlichen Einsatz.
Vier Buben und ein Mädchen der Jungfeuerwehr Brixen halfen tatkräftig der Vinzenz-Konferenz Brixen: Sie holten bei einer Spenderfamilie Schlafzimmermöbel ab, transportierten diese vier Stockwerke runter und lieferten sie zum Empfänger, wo sie die Möbel auch noch montierten.
Ooops me i n H o pp a l a
Brigitte Da Rui, Direktorin der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“
Saunaerlebnis der anderen Art Ich bin eine begeisterte Saunagängerin und erhole mich regelmäßig in der Acquarena vom oft turbulenten Schulalltag. Vor einiger Zeit frönte ich mal wieder meiner Leidenschaft, und nach einem Aufguss kühlte ich mich auf der Terrasse ab. Eine Frau erspähte auf dem Tisch neben mir ein Objekt, das verdächtig nach Spesieeis aussah und auch eines war: Es kommt immer wieder vor, dass der Saunawart Eis zur Abkühlung der Saunagänger bereitstellt. Das wusste ich, weshalb ich zur Frau sagte: „Soll ich Ihnen das Eis hinüberreichen? Das hat sicher der Saunawart zum Verzehr heraus gestellt.“ Die Frau bejahte und genoss sichtlich die süße Abkühlung. Kurz darauf kam eine weitere Saunagängerin ins Freie und blickte sich suchend um. Dann fiel ihr Blick auf die Eis essende Dame neben mir und fragte entrüstet: „Essen Sie gerade mein Eis? Das habe ich mir extra im Grissino geholt!“ Die peinliche Situation, die ich herauf beschworen hatte, löste ich, indem ich die Schuld auf mich nahm und rasch ein weiteres Eis holte.
Leser kochen für Leser
Hausgemachte Punsch-Essenz > Zutaten für einen halben Liter > 5 Orangen 1 Zitrone 250 Gramm brauner Zucker je eine Zimtstange und Vanilleschote 4 Nelken ½ Liter Rum (54prozentiger)
> Zubereitung Die Zitrusfrüchte sehr dünn schälen, mit Zucker, der in Stücke gebrochenen Zimtstange und dem Vanillemark in ein gut verschließbares Gefäß füllen. Mit Rum aufgießen und etwa eine Woche ziehen lassen, dann abseihen. Die Essenz verwendet man im Verhältnis 1 zu 4; sehr gut schmeckt sie in heißem Rotwein oder Tee, aber auch zum Aromatisieren von Desserts oder Gebäck ist sie geeignet. Die Haltbarkeit beträgt ein Jahr.
Beim gemeinsamen Musizieren begleitet Roswitha Eisenstecken aus Vahrn auf dem „Raffele“ und kredenzt dabei auch ab und zu ihren selbst gemachten Punsch.
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Voting Ihre Meinung online Ergebnis der Online-Umfrage:
„Finden Sie es richtig, dass die jährlichen Defizite eines Veranstaltungsortes wie Forum Brixen von der öffentlichen Hand übernommen werden?
Personen zur selben Zeit gesendet werden. SMS oder E-Mails können auch für ein bestimmtes Datum (z.B. Weihnachten, Silvester) vorgemerkt werden. Einzige Voraussetzung ist die kostenlose Aktivierung von sms b@nking. Alle weiteren Informationen erhalten Sie in jeder Volksbank-Filiale oder über www.smsbanking.it
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„Soll der Flughafen Bozen erweitert werden?“ Stimmen Sie mit! www.brixner.info 35
Menschen & Meinungen
BRIXEN
LAMMento Bedingt notwendig
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Letzte richterliche Instanz
„Der Luis sagt, Südtirol braucht einen Flughafen“, sagt der Franz, während er gemeinsam mit mir in Friedas Bar seinen geliebten Macchiato schlürft und gleichzeitig das Durnwalder-Interview in der vorliegenden Ausgabe des „Brixner“ liest, worüber der geneigte Leser dieser Zeilen nun gern nachdenken darf, denn wie kann ich eigentlich in einer Zeitschrift darüber schreiben, wie ein anderer etwas in derselben Zeitschrift liest? „Das ist eine notwendige Bedingung“, sagt der Franz, als ob er meine Gedanken gelesen hätte. „Die Zeitschrift muss gedruckt sein, damit ich darin lesen kann, damit du darüber schreiben kannst“. Genauso wie beim Flughafen, grinse ich, auch der ist für Südtirol eine notwendige Bedingung, damit der Luis schneller nach Rom fliegen kann, damit er morgen um halb sieben wieder pünktlich da sein kann, denn ansonsten geht die Welt unter. „Und erst der Brennerbasistunnel! Wenn dieses Loch nicht gebohrt wird, dann versinkt Südtirol im Verkehr, und davor gruselt es ihn gewaltig.“ – „Die Apokalypse muss verhindert werden!“, ruft Frieda in ihre Bar hinein, was wiederum notwendig bedingt, dass sie uns wieder einmal belauscht hat. „Die paar Millionen müssen wir einfach dafür investieren“, plausibelt der Franz, „denn wir brauchen diese Strukturen!“ Ja, sage ich, mein Schatz bräuchte auch eine neue Waschmaschine. Es ist aber ausgesprochen dumm, dass wir dafür kein Geld haben. „Das ist kein Wunder“, sagt der Franz, „bei den Preisen, die du allein für den Macchiato immer zahlst!“, worauf Frieda elegant einen Baseballschläger unter der Theke hervorzieht.
z Der ehemalige Brixner Bezirksrichter Renzo Pacher wurde offiziell zum Sektionspräsidenten der Außenabteilung des Oberlandesgerichtes Trient ernannt. Das Oberlandesgericht behandelt jene Rekurse, die gegen die Entscheidungen der Staatsanwälte vom Landesgericht Bozen und von deren Außenabteilungen erlassen werden – es ist somit die letzte richterliche Instanz in Südtirol; die nächste Instanz ist das Kassationsgericht in Rom. „Die Bozner Außenabteilung des Oberlandesgerichtes Trient besteht aus zwei Sektionspräsidenten und sieben Beiräten“, erklärt Renzo Pacher, „der zweite Präsident ist Giuseppe Bisignano.“ Pacher beschäftigt sich hauptsächlich mit Zivilangelegenheiten – einer seiner „berühmtesten“ Fälle war unter anderem die „Causa Durnwalder“.
Die Entscheidung für oder wider eines Rekurses wird zu dritt gefällt: „Wenn die Argumente der Gegenpartei, die den Rekurs eingereicht hat, nicht überzeugend sind, wird das Urteil des Landesgerichtes Bozen verändert, ansonsten wird es bestätigt“, umschreibt Renzo Pacher kurz sein Tätigkeitsfeld. „Das bedeutet, den Fall studieren, studieren, studieren, nachprüfen, sich beraten und schlussend lich eine Entscheidung treffen.“ Jährlich behandelt Renzo Pacher ungefähr 200 bis 300 Urteile, gegen die Rekurs eingelegt wurde. Pacher war nach seinem Studium der Rechtswissenschaften als Rechtsanwalt tätig, 1980 wurde er zum Brixner Bezirksrichter und war jahrelang als Beirat der Außenabteilung Bozen des Oberlandesgerichtes db Trient tätig.
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Foto: Oskar Zingerle
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Soll Sßdtirol fßr das Selbstbestimmungsrecht kämpfen?
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Pius Leitner, GrĂźndungsmitglied der „Arbeitsgemeinschaft fĂźr Selbstbestimmung“ und Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen: „Die Tiroler Landeseinheit ist eine Herzensangelegenheit“
Pro Das Selbstbestimmungsrecht ist eine zwingende Norm des VĂślkerrechts und kein Wunschzettel an das Christkind. Demnach kĂśnnen alle VĂślker frei ihren politischen Status bestimmen und frei ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung verfolgen. Die Annexion SĂźdtirols durch Italien im Jahre 1919 war eine schwerwiegende Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes, das die Grundlage und die Voraussetzung fĂźr den vollen Genuss der Menschenrechte bildet. SĂźdtirol hat durch die heutige Autonomieregelung das Selbstbestimmungsrecht nicht ausgeĂźbt, da sich das SĂźdtiroler Volk als solches nicht frei und rechtswirksam geäuĂ&#x;ert hat. Niemand bestreitet, dass den SĂźdtirolern das Recht auf Selbstbestimmung zusteht. Einige bezeichnen es als unverzichtbar, halten aber den Zeitpunkt fĂźr nicht gĂźnstig. Dazu erinnere ich an die Worte des ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme: „Ein Volk, das den Wohlstand hĂśher einschätzt als die Freiheit, wird sehr bald den Wohlstand und dann auch die Freiheit verlieren“. Eine jĂźngst vom „Arbeitskreis fĂźr Selbstbestimmung“ verĂśffentlichte BroschĂźre weist nach, dass Ă–sterreich gegenĂźber Italien wirtschaftlich besser dasteht. Mir geht es in erster Linie um die Tiroler Landeseinheit. Diese ist nicht eine Frage des Geldes, sondern eine Herzensangelegenheit. Wer die eigene Geschichte kennt, findet leichter einen Zugang. FĂźr das Selbstbestimmungsrecht der SĂźdtiroler zu kämpfen bedeutet nicht, gegen die Italiener zu sein. Vielleicht setzt sich auch bei den Italienern frĂźher oder später die Erkenntnis durch, dass eine Europaregion Tirol in einem europäischen Rahmen die beste LĂśsung darstellt. z
Markus Lobis, Gemeinderatsmitglied der GrĂźnen BĂźrgerliste Brixen: „Niemand muss zur Sezession schreiten, um das Zusammenleben und den Austausch zu fĂśrdern.“
Contra SĂźdtirol ist an einem Punkt angelangt, an dem die Unsicherheit Ăźber die Zukunftsgestaltung Nährboden fĂźr extreme Forderungen schafft – bis hin zum Anschluss an Ă–sterreich! Heute sind die Grenzen offen. Niemand muss zur Sezession schreiten, um das Zusammenleben und den Austausch in benachbarten Regionen zu fĂśrdern. Eine FĂźlle von unausgeschĂśpften KooperationsmĂśglichkeiten zwischen den Landesteilen wartet darauf, in Angriff genommen zu werden. In einem dynamischen europäi schen Kontext finden wir heute als Individuen den rechtlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Rahmen vor, der es uns erlaubt, unser Leben weitgehend selbst zu bestimmen. Dieser Rahmen wird nicht so sehr vom Staat Italien eingeschränkt als viel mehr vom „System SĂźdtirol“, vom Mangel an Demokratie und Pluralismus. So gesehen hat die aktuelle Diskussion wohl auch eine gewisse Ablenkungsfunktion. Anstatt eine polarisierende und konfliktbeladene Selbstbestimmungsdebatte zu fĂźhren, die in einer „neuen Option“ gipfeln kĂśnnte, sollten wir andere Wege suchen, um anregende Perspektiven aufzuzeigen. Es wäre schon ein guter Anfang, die leidige „Miar-sein-miar“-Mentalität abzubauen, die zunehmend auch unsere nĂśrdlichen Nachbarn irritiert. Der Weg in die Zukunft fĂźhrt nicht Ăźber den Anschluss an Ă–sterreich, sondern Ăźber ehrliches BemĂźhen um gute Nachbarschaft, mehr Pluralismus und Partizipa tion im eigenen Land. Und Ăźber eine Anpassung des Autonomiestatutes an einen gesellschaftlichen und politischen Normalzustand, der in der aktuellen Phase des Autonomieprozesses schlicht und einfach nicht vorgesehen ist. z
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Menschen & Meinungen
Echo
Leser schreiben uns
„Klingt viel versprechend!“ Zum Editorial, „Brixner“ Nr. 202, S. 3
Markus Lobis, Brixen
Sorgenschwer lässt uns Willy Vontavon im NovemberEditiorial an seiner Einschätzung des politischen Klimas in Brixen teilhaben, und wir müssen leider sagen, dass er Recht hat: Das politische Klima ist tatsächlich schlecht. Für die Ursachenforschung ist es allerdings nicht sehr hilfreich nachzuforschen, wer wie in welchen Wald hineingerufen hat. Es genügt, die Gemeinderatssitzungen zu besuchen, um zu sehen, wie die politische Mehrheit mit der Opposition umspringt. Lieber Willy, beehre uns mal bei einer Sitzung des Stadtparlaments! Übrigens: Walter Blaas macht tatsächlich viel und gute Detailarbeit. Wir ergänzen uns in der Opposition sehr gut, arbeiten zusammen und bemühen uns von unserer Seite um die Berücksichtung ökosozialer Standpunkte und der Bürgerinteressen auch mit mittelfristigen Perspektiven. Beispiele gefällig? Gerne: Einhausung der Autobahn, sinnvolle Planung der Westumfahrung, mehrsprachige Kindergärten, Luftverbesserung, Gesundheitsförderung, Untertunnelung der Peter-
Mayr-Straße, ein Leitbild mit Bürgerbeteiligung, Sicherheit in der Elvaser Straße, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Autobahn, Mülltrennung am Friedhof und viele andere große und kleine Dinge. Immer öfter stellen wir letzthin fest, dass die Mehrheit unsere Beschlussanträge ablehnt und in derselben Sitzung einen Tagesordnungspunkt mit demselben Inhalt bringt (mit zwei Beistrich-Versetzungen) und dann als Mehrheitserrungenschaft beschließt. Das spricht Bände über die politische Kultur in Brixen. Gut tut das Lob für unseren Bürgermeisterkandidaten Hans Heiss. Das klingt sehr viel versprechend. Vielleicht betteln wir den Hans, dass er 2010 noch einmal antritt. Und dann…
Von Seitenhieben und Giftpfeilen Zum Editorial im „Brixner“ 202, S. 3
Gregor Beikircher, Vahrn
Walter Blaas tut genau das, was ich in der Vergangenheit getan habe, und Hans Heiss zeigt nur etwas mehr Ironie und Weite. Außer die beiden versuchst du alle in denselben Topf zu schmeißen. Der „Brixner“ hat wohl vergessen, wie viel in der Vergangenheit, als ich Sprecher der Bürgerliste war, gegen mich Giftpfeile geschossen worden sind. Wie
TIERPENSION
oft sind unsere und insbesondere meine gut recherchierten Grundlagen, Vorschläge und Beiträge, auf wessen Geheiß auch immer, ausgegrenzt worden, um sie dann später getarnt als jene der Bürgermeisterseite groß heraus zu tun? Der Seitenhieb unter dem „Lammento“ im letzten „Brixner“ sagt schon alles. Wie viele Fehler und von welcher Seite sind bisher unter den Tisch gekehrt oder verschönt worden und werden es noch immer?
Schuldig? Ein Bademeister zu den Ermittlungen im „Fall Ergis“
Dietmar Pattis, Vahrn
Das Unglück vom Ertrinkungstod des kleinen Ergis hat in der Brixner Acquarena große Fragen aufgeworfen: Wie hätte ein derartiges Schicksal vermieden werden können? Wer sind nun die Schuldigen? An besagtem zehnten Juni ging in der Acquarena alles mit rechten Dingen zu, alle Bademeister waren an ihrem vorgegebenen Überwachungsposten präsent, 13 Lehrerinnen waren auch vor Ort. Zudem litt der Junge laut Autopsie an einer Erkrankung der Atemwege. So tragisch das Vorgefallene auch ist, so können nun doch nicht die Bademeister als Schuldige herangezogen werden, wie es nach den letzten Ermittlungen von Staatsanwalt Guido Rispoli der Fall zu sein scheint. Sie haben ihre
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aufgetragene Arbeit erledigt. Allerdings ist es nicht möglich, zu zweit im Minutentakt das gesamte Schwimmbad hundertprozentig unter Kontrolle zu haben. Die Dienst tuenden Bademeister – und heute muss ich sagen, dass ich froh bin, damals nicht im Dienst gewesen zu sein – haben sicherlich alles unternommen, um das Leben des Kleinen zu retten, und nun sollen sie dafür bestraft werden? Manchmal kann man das Schicksal einfach nicht ändern. Von den vielen gelungenen Rettungsaktionen der Bademeister wird natürlich wie immer geschwiegen.
Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info
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Fünf Jahre (T)Euro Beinahe seit fünf Jahren befinden sich in den Geldbörsen die Euros anstelle der Lire. Wir wollten zu diesem Jubiläum wissen, ob nun mehr Scheine nötig sind und ob das Umrechnen noch zum Alltag der Brixner gehört.
„Ich rechne nicht mehr in Lire um“, sagt Andreas Kofler. „Die Preise sind von mir aus gesehen nur ein bisschen gestiegen, aber nicht sehr. Mehr oder weniger zahlt man mit dem Euro dasselbe wie damals mit der Lira, da kann ich keine großen Unterschiede erkennen
„Manchmal rechne ich noch um, aber eher selten – ich bin den Euro schon sehr gewöhnt“, sagt Maria Lara Ebensberger. „Die Vorteile sind sicher, dass er in ganz Europa gilt und man nicht mehr umrechnen muss. Mir kommt schon vor, dass die Sachen teurer geworden sind: Ich merke das vor allem bei den Preisen beim Pizza Essen.“
Nach der Meinung von Paula Mair ist „alles teurer geworden – was früher 1.000 Lire war, ist jetzt ein Euro. Im ersten Jahr hat man das nicht ganz ‚überrissen’, aber jetzt kommt mir schon vor, dass der Euro zum Teuro geworden ist. Ich versuche jetzt, bei der Bekleidung einzusparen.“
Florian Neumair rechnet „überhaupt nicht mehr in Lire um – es bringt ja auch nichts, sich vorzurechnen, was es vor fünf Jahren gekostet hätte. Wenn ich umrechne, dann höchstens bei kleineren Beträgen. Von mir aus gesehen sind alle Sachen für jeden teurer geworden; nicht grad um 100 Prozent, aber doch merklich. Geld braucht man im Verhältnis sicher mehr.“
Barbara Tschurtschenthaler rechnet „insbesondere höhere Beträge schon noch um – da ist der Lire-Betrag oft erschreckend. Wenn man die Inflation mitberechnet, ist durch den Euro ja anscheinend nichts teurer geworden, aber mir kommt trotzdem vor, dass man nicht mehr soviel in der Hand hat: Mit 50.000 Lire kam man früher teilweise länger aus als heute mit 25 Euro.“
„Ich rechne nach wie vor um“, so Gottfried Wimmer. „In bestimmten Bereichen wie in der Gastronomie und bei der Bekleidung ist es teurer geworden, bei den Lebensmitteln finde ich nicht. Ein Vorteil ist sicher, dass man nicht mehr in andere Währungen umrechnen muss, aber dadurch ist auch etwas der Charme verloren gegangen.“
„Ich habe mich an den Euro zwar gewöhnt, muss aber immer noch umrechnen, um nicht allzu viel auszugeben“, erzählt Erna Rier. „Auffallen tut mir das besonders beim Kaffee Trinken: Der kostet jetzt 1,20 Euro, früher gab ich 1.200 Lire aus. Angenehm ist der Euro besonders, wenn man ins Ausland fährt, weil man nicht mehr Geld wechseln und umrechnen muss.“
„Ob ich nun umrechne oder nicht, bezahlen muss ich trotzdem“, scherzt Albin Brunner. „Ich habe mich schon an den Euro gewöhnt, umrechnen brauche ich nicht mehr. Das Leben ist zwar teurer geworden, aber es bringt nichts, Vergleiche mit den Preisen vor fünf Jahren anzustellen.“
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Erzähl' mir!
Die jahrtausendealte Erzähltradition ist am Verstummen, Märchen versinken in die Kinderecke. Das Jugendhaus Kassianeum lässt die Faszination des Märchenerzählens wieder aufleben – für Kinder und Erwachsene.
B
ummmmm. Dumpf hallt der Gongschlag durch den Seminarraum im Jugendhaus Kassianeum, der Ton hält lange nach. Gedämpftes orangefarbenes Licht taucht den Raum in behagliche Wärme, zwei Kerzen brennen, ein goldenes Tuch ist an die Wand geheftet. „Es war ein Mal, es war kein Mal, es war vor langer Zeit, vor gar nicht langer Zeit…“ Märchenerzählerin Margarete Wenzel überrascht das Publikum von hinten, erzählt sich hin zu dem mit Schals behängten Stuhl, setzt sich nieder. Die Kinder in der ersten Reihe schauen sie gebannt an, die Erwachsenen ebenso. Ruhe kehrt ein. Die Märchenerzählstunde beginnt.
Die Märchenerzählerin wird
zum Wiesel mit spitzen Zähnen, zum zerrupften Hahn, zur wütenden Sonne, zum Troll mit der Knollennase und zum Troll mit der langen Nase. Mit Gesten, Mimik und Stimme schlüpft Margarete Wenzel in die einzelnen Rollen, wechselt von der objektiven Erzählerin in die verschiedensten Märchenfiguren. Mit Vorlesen hat das Märchenerzählen nichts zu tun, es wird kein dickes Märchenbuch aufgeschlagen und daraus rezitiert. Vielmehr ist das freie Erzählen ein Beschreiben von Bildern, ein Nachempfinden und Heraufbeschwören von Stimmungen und Situationen. „In der Vorbereitung, wenn ich die Märchen lese, entwickeln sich innere Bilder“, schildert Helene „Leni“ Leitgeb, Bildungsreferentin im Jugendhaus Kassianeum, Organisatorin des 1. Südtiroler Erzählkunstfestivals im Brixner Jukas und selbst Märchenerzählerin. „Beim freien Erzählen taucht man in diese Bilder ein, sie dienen als Merkhilfe. Je ausgeprägter die einzelnen Bilder sind, desto besser gelingt mir das Erzählen.“ Die Zwischenrufe greift die Mär40
chenerzählerin geschickt auf, flechtet sie ein in ihre Geschichte. „Der Kontakt und die Kommunikation mit dem Publikum sind das Spannende am Erzählen“, schildert Leitgeb. Man weiß nie, was passiert, welche Wendung die Geschichte nimmt. „Ich stelle dem Publikum gerne Fragen, und das, was dann an Antworten, Bewegungen, Gesten oder Mimik kommt, ruft neue Bilder hervor.“ Der Kern der Geschichte mag zwar bleiben, aber das Unvorhergesehene verändert die Erzählung, lässt sie jedes Mal neu entstehen. Die Kunst liegt nun darin, das Publikum auf die Reise mitzunehmen, es behutsam in die Welt der inneren Bilder zu führen und ihm dennoch genügend Raum zu lassen, eigene Bilder zu entwickeln. „Beim Erzählen wird das erste ausgebildete Sinnesorgan des Menschen, das Gehör, angesprochen“, erklärt Helene Leitgeb. Das Visuelle spielt sich im Inneren ab, im Gegensatz zur ansonsten stark von Bildern geprägten Welt. Je plastischer es einem Erzähler gelingt, die Figuren, Situa tionen und Stimmungen zu erwecken, umso berührender und mitreißender wird das Märchen. Jeder Märchenerzähler muss dabei seine ganz persönliche und authentische Art zu erzählen herausfinden. Ein Prozess, der Jahre dauern kann.
Das freie Erzählen ohne Vorla-
ge ist neben dem Singen die ursprünglichste aller Unterhaltungsformen. Volksmärchen – vom mittelhochdeutschen „Maere“, also Bericht oder Kunde – sind älter als jegliche Literatur. Erlebtes, eigene Wünsche und Träume oder Erzähltes wurden zusammengetragen, ausgeschmückt und mündlich überliefert. Auf der ganzen Welt entstanden verschiedenste Märchen, aber die
Symbolik dahinter ist häufig dieselbe. „Das Göttliche, der Geist der Poesie ist bei allen Völkern derselbe und kennt nur eine Quelle; darum zeigt sich überall ein Gleiches, eine innerliche Übereinstimmung, eine gemeine Verwandtschaft, deren Stammbaum verloren gegangen, die aber auf ein gemeinsames Haupt hindeutet; endlich eine analoge Entwicklung, verschieden aber sind die äußeren Bedingungen und Einwirkungen“, schrieb Wilhelm Grimm, der Märchensammler, im Jahre 1811.
Dem Ursprung nach sind Mär-
chen Geschichte von Erwachsenen für Erwachsene, haben in alten Zeiten zur Unterhaltung gedient und eine ähnliche Rolle gespielt, wie sie heute größtenteils von Fernsehen, Video und DVD eingenommen wird. In einigen Gesellschaften gab es auch Menschen, die ihr erzählerisches Talent zu einem Beruf machen konnten und angesehene Geschichtenerzähler wurden. Das Märchenerzählen hat Helene Leitgeb mit Margarete Wenzel nach Brixen gebracht. Eines Tages wurde der Bildungsreferentin begeistert von der Märchenerzählerin berichtet. Daraufhin organisierte Leitgeb im Jugendhaus einen ersten Workshop und einen Märchenabend. Es folgte ein Lehrgang zum Märchenerzählen, und mit Helene Leitgeb, Barbara Natter, Margareta Rauch, Veronika Krapf und Hermann Barbieri bildete sich in Brixen eine aktive Märchenerzählgruppe, die einzige im Lande. „Wir haben uns regelmäßig jeden ersten Freitag Abend getroffen, um uns gegenseitig Geschichten zu erzählen“, erinnert sich Leitgeb an die Anfangszeit vor ungefähr sechs Jahren. Es folgten erste Aufträge, im Jukas waren die Seminare und Workshops zum Märchenerzäh-
Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
WIEDERBELEBUNG DER ERZÄHLKUNST
len immer gut besucht. Im Herbst dieses Jahres startete bereits der dritte Lehrgang, und Ende November wagte sich das Jugendhaus Kassianeum daran, das erste Südtiroler Erzählkunstfestival in Brixen zu organisieren.
Die alte Erzählkunst wieder
aufleben zu lassen ist das erklärte Ziel der Gruppe. „Erwachsene für Märchen zu begeistern ist aber sehr schwierig“, schildert Helene Leitgeb. Märchen werden als reine Kinderunterhaltung abgetan, das Erzählen hat sich noch nicht als eigenständige Kunstform etabliert. Anhand von Erwachsenenthemen versucht die Gruppe, den Erwachsenen den Zugang zu den Märchen zu erleichtern: Sie organisierten Abende mit erotischen Märchen, kombinieren heitere und süffige Märchen mit einem Glas Wein oder Zigeunermärchen mit Zigeunermusik. Ist der erwachsene Fisch erstmal gefangen, so bleibt er häufig auch im Netz: „Wir konnten
1. Südtiroler Erzählkunstfestival: Stimmungsvoll entführt Märchenerzählerin Margarete Wenzel Kinder und Erwachsene ins Märchenland
beobachten, dass jene, die einen Märchenabend erlebten, auch wiedergekommen sind.“ In Kindergärten, Schulen oder Bibliotheken sind die Märchenerzählerinnen – und der einzige Märchenerzähler – bereits zu beliebten Gästen geworden. Museen wie das Pharmaziemuseum Brixen oder das Diözesanmuseum Hofburg Brixen haben auch
langer Zeit wurden Märchen noch als unpädagogisch, weil zu brutal, verdammt. Zudem wurde das im Märchen geschilderte Frauenbild zwischen schöner Prinzessin und böser Schwiegermutter angekreidet. Doch so langsam setzt sich das Märchen gegen die seit 150 Jahren stark gegensätzlich geführten Diskussionen um die im Märchen dargestellten Grau-
„Freies Erzählen ist eine alte und eigenständige Kunstform.“_Helene Leitgeb schon angebissen. „Wo es sicherlich noch Möglichkeiten gibt, wäre der Tourismusbereich“, meint Helene Leitgeb, „mit Sagenwanderungen oder dergleichen ließe sich altes Kulturgut auf unterhaltsame Weise vermitteln.“ Dass Märchen derzeit eine Renaissance erfahren, muss nicht weiter verwundern. Vor gar nicht allzu
samkeiten, um Rollenstereotypen und frauenfeindlichen Tendenzen durch. Erzählforscher haben erkannt, dass Märchen Konfliktlösungsmuster bieten und eine Ichstärkende Kraft besitzen, die nicht nur Kindern in ihrer Persönlichkeitsentwicklung dienlich sind. Zudem ist der Wert der Sprache und die Sprachkultur wiederum
Helene „Leni“ Leitgeb: „Die alte Erzählkunst wieder aufleben zu lassen ist unser Ziel“ mehr ins Bewusstsein gerückt, und die Erzählkultur gewinnt in Wissenschaft und Pädagogik zunehmend an Bedeutung.
Es mag aber auch sein, dass
die Märchen der heutigen kulturellen und gesellschaftlichen
Entwicklung entgegensteuern: „Wir haben wieder Sehnsucht nach mehr Miteinander, nach Stille und nach einfachen Geschichten“, meint Helene Leitgeb, „Märchen sind solche einfachen Geschichten, die direkt und unmittelbar die Seele berühren.“ In Margarete Wenzels Märchenerzählung schwimmt nun der Hase über die dunkle Fläche des Meeres, mit Hilfe seiner mit Pech bemalten Ohren bringt er das Feuer zu den Menschen, die in der Dunkelheit sehnsüchtig darauf warten. Bummmmm. Dumpf hallt der Gongschlag durch den Seminarraum im Jugendhaus Kassianeum, der Ton hält lange nach. Langsam krakeln sich Kinder und Erwachsene von den Stühlen und der Kuschelmatte wieder hoch, finden behutsam zurück. Die Märchenstunde ist beendet.
doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 41
Die vielen Gesichter Gottes Die Ausstellung „Kunst & Sakralraum“ im DiĂśzesanmuseum zeigt ausgewählte Werke sakraler Kunst in SĂźdtirol aus den letzten sechs Jahren: Ăœber den Ausbruch aus Traditionen, Widerstand und Autonomie der Kunst im kirchlichen Umfeld.
D
ie Räume mit der Ausstellung gehĂśrten geschlossen – zu schade sei das DiĂśzesanmuseum dafĂźr, gewissermaĂ&#x;en eine Entehrung der heiligen Hallen. Im gebundenen Gästebuch springt einem der Zorn eines Besuchers ins Auge. Kunst und Kirche, seit geraumer Zeit eine konfliktbeladene Thematik.
Ăœber Jahrhunderte hinweg diente die Kunst dazu,
dem Glauben ein eindeutiges Gesicht zu geben. Kirche und Kunst waren eng miteinander verknĂźpft: Kirchliche Kunst hatte die Aufgabe, all jenes zu verdeutlichen, was nicht greifbar ist, und gab Lehrunterricht in Sachen ReliÂgion, indem religiĂśse Botschaften anschaulich vermittelt wurden. Diese Aufgabe kam erst spät zum Erliegen. Erst in den letzten Jahrzehnten ist die kirchliche Kunst autonomer geworden: „Die Symbole, Materialien und Formen sprechen fĂźr sich selbst, sind von elementarer Religiosität jenseits aller Konfessionen und fĂźhren Ăźber die kĂźnstlerische Aktualität in eine Ăźberzeitliche Dimension“, beschreibt Waltraud Kofler Engl im zweiten Band des Stadtbuches Brixen die Studentenkapelle im
Vinzentinum, die 1998/99 erbaut worden ist. „ÄuĂ&#x;erlich wird die Kirche ein Haus unter Häusern. Triumphales Auftreten ist im säkularisierten Zeitalter nicht mehr angemessen“, bemerken die Architekten Zeno Abram und Heiner Schnabl zu ihrem Entwurf der Kirche Maria in der Au in Bozen. „Das Zusammenspiel mit dem Raum, die Stimmung fĂźr Konzentration, Meditation und Stille ist mir wichtig. Eine Notwendigkeit unserer Zeit, anders als vergangenen Jahrhunderten, wo es darauf ankam, mit Bildern unkundigen Lesern die Bibel zu erzählen“, so Gotthard Bonell zu seinen „Lebenslinien“, den Glasfenstern in der Kapelle Laimburg. „Es bringt nicht viel, Ăźber diese Dinge zu reden, die GĂźte oder die Nicht-Existenz Gottes beweisen zu wollen“, lautet das Statement von Hans Knapp zu seiner Installation „‌und Du glaubst, einen anderen Weg hätte es nicht gegeben?...“ – „Man muss hoffen, dass konfessionell Gläubige, Agnostiker und humanistische Atheisten durch ihre unterschiedlichen Sichtweisen nicht daran gehindert werden, auch Ăźber Grenzen hinweg MitgefĂźhl zu empfinden und Gerechtigkeit zu entwickeln.“ &BTZž U EFT &HPO .BJS +VMJVT %VSTU 4USB‡F #SJYFO 5FM Ă
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Foto: Oskar Zingerle
Kunst & Kultur
AUSSTELLUNG
„Innovativ und unkonventionell“ bezeichnet Kurator Peter
Weiermair die fßr die Ausstellung ausgewählten Werke sakraler Kunst in Sßdtirol aus den letzten
Die „VersĂśhnungsgruppe“ von Lois Anvidalfarei steht im Innenhof der Hofburg umkreist von den Terrakotta-Figuren der Habsburger
sechs Jahren. Diese Suche nach neuen Ausdrucksformen und Inhalten verbreitete sich in Südtirol zaghaft nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1962, bei dem Papst Johannes XXIII ein „aggiornamento“ der Kirche forderte, eine Anpassung an den neuen Zeitgeist. Wie Eva Gratl in ihrem Katalogtext darlegt, blieb auch in Südtirol diese Forderung nicht ohne Folgen, und einzelne getrauten sich heran an eine zeitgemäße Sakralkunst. Gefördert wurden diese hauptsächlich von Karl Wolfsgruber, der 1951 die Leitung des Diözesanmuseums übernommen hatte sowie die kirchliche Denkmalpflege leitete, und „er trat für neue Ideen ein, verteidigte diese auch vehement und förderte junge Talente.“ Sein Nachfolger in der kirchlichen Denkmalpflege, Karl Gruber, setzte sich ebenso für innovative Werke in sakralen Räumen ein: „Eine Kunst, die hundert Leuten gefällt, ist nicht immer gut. Kunst muss provozieren.“ Die ersten Unkonventionellen, heute gelten sie bereits als Klassiker, sind die drei Vinschger Künstler Martin Rainer, Karl Grasser und Friedrich Gurschler sowie Maria Delago. Zu den Wagemutigsten, die nach 1945 nach aktuellen Sehweisen und Ausdrucksmöglichkeiten suchten, zählt Peter Fellin. Im Bereich der Architektur im kirchlichen Umfeld setzte „1955 Bischof Gargitter mit dem Umbau des Priesterseminars und dem Neubau der Nikolaus-Cusanus-Akademie einen Neubeginn“ schreibt Waltraud Kofler Engl, „der Brixner Architekt Othmar Barth wurde mit diesem Bau zur Symbolfigur des neuen Bauens für die gesamte Südtiroler Architekturszene.“ Heute zählt Kofler Engl die Studentenkapelle im Vinzentinum von Carmen Müller und Manfred Alois Mayr sowie die Kapelle in der Cusanus Akademie zu den künstlerisch qualitätsvollsten Sakralräumen des 20. Jahrhunderts in Brixen.
Manche der Bauten und
Kunstwerke, die heute als Vorzeige- und Ausstellungsobjekte gezeigt werden, wurden zum „Stadtgespräch“, wie auch der Titel von Gabriele Crepaz’ Artikel über „60 Jahre verschmähte Kirchenkunst in Südtirol“ im Ausstellungskatalog lautet. Das Ausbrechen aus dem Gewohnten brachte Konflikte, Unruhe und Widerstände. Über Erfolg oder Nichterfolg neu-
er Ansätze entschied das Kirchenvolk – und dieses schrie manches Mal auf, wenn im altbekannten Kirchenraum mit Traditionen gebrochen wurde. Manche Künstler schlossen daraufhin Kompromisse, andere nicht und behielten ihre Kunst lieber ohne Gefälligkeitskorrektur im Atelier. Manche von den zunächst ungeliebten Werken, die dennoch ihren Raum in der Pfarrgemeinde fanden, wurden beschädigt. Nicht nur der Bildhauer Lois Anvidalfarei, dessen fleischlich-prallen Skulpturen samt Pimmel oder Haarzopf zu lautstarken Protesten führten, weiß davon zu berichten. Seine „Versöhnungsgruppe“ steht während der Ausstellung im Innenhof des Diözesanmuseums, umkreist von den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Terrakotta-Figuren der Habsburger in den Arkaden-Nischen.
Die Gestaltung der Ausstellung hätte angesichts der Qua-
lität der Ausstellungsobjekte und des Themas ein Mehr an Raum, an Weite, an Präsentationstechnik vertragen. Fünf kleine Räume mehr oder minder voll gestopft mit Skulpturen, Fotografien, Bildschirmen und Architekturmodellen werden der Sache nicht gerecht und schränken die Wirkung der Objekte ein. So ansprechend der Ausstellungskatalog auch gestaltet wurde, bei der Ausstellung selbst hätte eine liebevollere und repräsentativere Zurschaustellung nicht geschadet. Ob der Besucher im Gästebuch darüber erbost war? Oder galt sie doch dem Inhalt der Ausstellung? Liest man den Osterbrief 1999 von Papst Johannes Paul II an die Künstler, so scheint dann dieser Widerstand päpstlicher als der damalige Papst zu sein: „[Die Kunst] hat nämlich, wenn sie echt ist, auch jenseits ihrer typisch religiösen Ausdrucksformen eine innere Nähe zur Welt des Glaubens, so dass sogar in den Situationen eines größeren Abrückens der Kultur von der Kirche gerade die Kunst eine Art Brücke zur religiösen Erfahrung hin darstellt.“ Die Ausstellung „Kunst und Sakralraum. Ausgewählte Werke 2000-2006“ ist wieder vom 1. bis 17. Dezember täglich von 10 bis 17 Uhr und vom 18. bis 23. Dezember täglich von 14 bis 17 Uhr zu sehen. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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DIVERSES
Kunst & Kultur
Munterer Lesestoff Die Pfarrgemeinde Brixen wartet mit einem besonderen Geschenk für Altdekan Leo Munter auf.
D
as Gesicht möchte ich sehen, das Dekan Leo Munter macht, wenn er dieses Buch in die Hand bekommt“, meint Munters Freund Josef Innerhofer. Er weiß, dass der Brixner Altdekan solchen „Weihrauch“ ablehnt, dass es ihm nicht behagt, öffentlich gefeiert zu werden. Ein erstes Buchprojekt über Leo Munters Tätigkeiten versandete vor Jahren, auch wegen des Einspruchs von Josef Innerhofer. Doch nun, wo Munters Pensionistenleben angefangen hat, ließ auch Innerhofer es sich nicht nehmen, an der Aktion des Brixner Pfarrgemeinderates und des Pfarrers Martin Kammerer mitzuwirken.
„Suchet der Stadt Bestes“,
abgeleitet von den Worten des Propheten Jeremia, ist ein Dank des Pfarrgemeinderates an den ehemaligen Dekan und ein Rückblick auf das, was in Brixen während seiner Amtszeit in Gang gesetzt worden ist. Das war jede Menge – und jede Menge Einfallsreiches, denn an Ideen hat es Leo Munter nie gefehlt, auch wenn sie manches Mal mit Kopfschütteln quittiert wurden. Das Stadtgebet, der Europäische Besinnungsweg nach St. Cyrillus und der Pfarrkalender sind nur einige von Munters Initiativen, die im Buch näher erläutert werden. Im Teil „Erinnerungen und Eindrücke“ schildern einige Persönlichkeiten
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ihre Gedanken zum ehemaligen Dekan: Unterhaltsames kommt dabei heraus, vor allem aber schimmern Respekt, Dankbarkeit und Verbundenheit zwischen den Zeilen. „Am Abend, wenn ich zu Gott bete, fällt mir oft der Dekan ein“, schreibt ein Kind in Schönschrift. Die Kinder und Jugendlichen lagen Dekan Munter besonders am Herzen – und sie haben es ihm gedankt. Auf ihren Zeichnungen, von denen einige im Buch abgebildet wurden, ist „der Herr Dekan“ als freundlicher Mann mit einem breiten Lachen im Kugelgesicht dargestellt, umgeben von Kindern, Blumen und Kerzen.
Aber auch der stillen Not vor der Haustür widmete sich Munter – wenn es sein musste mit harschen Worten: „Es wäre schön, wenn sich die Bezirksgemeinschaft für den nächsten Winter rechtzeitig um die Erlaubnis des Regierungskommis-
schaulichen die Autoren ebenso die Geschichte der Pfarrei Brixen und des Dekanats. Josef Gelmi erläutert die Entstehung der Pfarre von ihren Anfängen bis hin zur Gegenwart, wobei er auch die in Brixen tätigen Pfarrer und Dekane kurz porträtiert. Karl Wolfsgruber gibt Einblicke in die Geschichte des Weißen Turms, für dessen Sanierung sich Leo Munter intensiv eingesetzt hat.
Die Aktion der Pfarrgemeinde, wobei Pastoralassis-
sars kümmern und die Zuständigkeitsfrage mit der Gemeinde klären würde. Während der heurigen Kälteperiode war es anscheinend nicht möglich“, schrieb er im Pfarrbrief im Winter 2002, als er das Pfarrheim zeitweise für die Pfarrgruppen schließ, um den Obdachlosen darin ein Übernachtungsquartier zu bieten. Heute haben wir in Brixen eine eigene Übernachtungsstätte für die Heimatlosen. Neben den persönlichen Stellungnahmen und der Darstellung einzelner Aktionen veran-
tentin und Religionslehrerin Irene Gross, Schwester Cristina Irsara und Martin Kammerer wesentlich mitgewirkt haben, ist aus einer persönlichen Dankbarkeit heraus entstanden – für all das, was Leo Munter in der Pfarrei Brixen bewirkt hat – eine persönliche Dankbarkeit, die sicher von vielen Brixnern mitgetragen wird. Die Kirche solle ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, begründet Josef Innerhofer die Herausgabe eines eigenen Buches, und „dass dabei auch Anerkennung mit einfließt, mag er [Leo Munter] hinnehmen.“ doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Kammerer Martin (Hrg): Suchet der Stadt Bestes. Verlagsanstalt Athesia AG, Oktober 2006
GESCHICHTE
Glanz und ein paar Flecken Eine längst überfällige Gesamtdarstellung erzählt in raschen Zügen die Industriegeschichte Südtirols im 19. und 20. Jahrhundert.
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er sich für die Industriegeschichte Südtirols interessiert, dem wird das großformatige und reich bebilderte Buch „Die industrielle Entwicklung in Südtirol im 19. und 20. Jahrhundert“ willkommen sein: Eine Überblicksdarstellung über dieses Thema, dessen Verweise und lange Literaturliste regen zu weiterer Lektüre und Nachforschungen an. Verfasst wurde die Monografie von Helmut Alexan der, Professor für Wirtschaftsund Sozialgeschichte an der Universität Innsbruck. Das Buch bringt besonders deutlich zum Ausdruck, dass die Industrialisierung Südtirols nicht auf die der Faschisten in den 30er Jahren reduziert werden darf. In den 70 Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gab es zahlreiche Ini tiativen, um mit der maschinell ausgerichteten Produktionsform die vornehmlich agrarisch und handwerklich bestimmte Wirtschaft in Tirol zu modernisieren – nicht alle davon waren von langer Lebensdauer. Am Beginn des Ersten Weltkrieges zählte die Handelskammer Bozen 60 „Industriebetriebe“, darunter Textil-, Teigwaren- und Bierfabriken, Möbel- und Bautischlereien, Steinbrüche, Ziegeleien, Kunstmühlen und Buchdruckereien.
Das Buch will nicht nur den Blick auf die Industrialisierung Südtirols erweitern sondern auch zur Diskussion der gesellschaftlichen Bedeutung der Industrie von heute anregen zwei Nachkriegsjahrzehnten erlebte die Industrie einen starken Aufschwung, konnte der großen Nachfrage nach Arbeit dennoch nicht nachkommen. Viele Südtiroler Arbeitskräfte mussten auf das deutschsprachige Ausland ausweichen. Seit den 70er Jahren schließlich fördert die Südtiroler Landesregierung die dezentrale Industrialisierung. Jeder größere Ort verfügt heute über ein Gewerbegebiet.
Zu den ersten maschinenbe- Auftraggeber für das Buch triebenen Produktionsstätten in Brixen zählten die Färberei und Druckerei von Franz Jörs, die sich später zu einer „Loden- und Schafwollwarenfabrik“ weiterentwickelte, der Obstverwertungsbetrieb Reiserer und die Kartonagen und Pappe erzeugende Fabrik Otto Kurz & Co., dessen Niederlassung im Süden von Brixen heftige Proteste vonseiten der Bevölkerung hervorrief. Auch in der Zwischenkriegszeit gab die heimische Industrie Lebenszeichen von sich. In Brixen bauten die Brüder Durst ihre ersten Fotoapparate. In den ersten
war – und das ist in der Tat noch etwas ungewohnt – ein Industriebetrieb aus Brixen, der heuer gleich doppelten Grund zum Feiern hatte: Die Durst Phototechnik AG leistete sich zum 70. Bestandsjubiläum und zum 65. Geburtstag ihres Präsidenten Christof Oberrauch dieses besondere Geburtstagsgeschenk. Aus welchen Gründen sich Christof Oberrauch nicht nur für die Geschichte seines eigenen Unternehmens interessierte, wird im Vorwort von Mitarbeiter Richard Piok erklärt. Ausschlaggebend gewesen sei laut diesem die Tat-
sache, dass die Familie Oberrauch bereits seit 1890 die Industrialisierung Tirols mitgeprägt habe. Inwieweit der Autor beim Schreiben dieser Industriegeschichte vom Auftraggeber beeinflusst war, lässt sich unschwer feststellen. Zum einen ist sie vor allem aus der Perspektive der Unternehmen geschrieben. Die Arbeitsbedingungen werden kaum thematisiert, „die negativen Begleiterscheinungen der Erfolgsgeschichte“ auf nur einer Seite geschildert. Im Kapitel „Entsetzen, Unbehagen und Widerstand“ kommen lediglich die Verseuchung des Bozner Talkessels durch die Abgase des Aluminiumwerks und die ablehnende Haltung der Brixner Bevölkerung gegen die Ansiedelung einer Niederlassung der Continental-Gummiwerke AG aus Deutschland zur Sprache. Zur der auf dem ersten Blick einseitig positiven Darstellung gehört am Ende des Buchs die Unterstreichung der Bedeutung der Industrie als „ein wichtiger und unverzichtbarer Faktor im wirtschaftlichen Kräfteparallelogramm im Lande.“ Eine Abwanderung der Industriebetriebe „wäre langfristig ein gefährlicher Instabilitätsfaktor für die Südtiroler Wirtschaft“, zitiert Helmut Alexander den Wirtschaftsexper-
ten Gottfried Tappeiner und fügt hinzu, das gelte „auch für den sozialen Frieden!“ Mit diesen Worten betreibt der Historiker nicht nur Imagepflege für die Industrie, er warnt auch vor den negativen Auswirkungen, die ihr Verschwinden bringen würde.
Im letzten Kapitel mit dem Ti-
tel „Alles Industrie?“ positioniert sich Alexander ein weiteres Mal auf der Seite der Industrie: Ihr Entgegenkommen im Hinblick auf den Umweltschutz sollte von der Bevölkerung stärker honoriert werden. Und in den Worten Bert Brechts gibt er zu bedenken, „der Jubelschrei über irgendeine neue Errungenschaft [dürfe nicht] von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet“ werden. Ein Buch also, das nicht nur den Blick auf die Geschichte der Industrialisierung Südtirols erweitern will, sondern auch zur Diskussion der gesellschaftlichen Bedeutung der Industrie von heute herausfordert. albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Helmut Alexander: Die industrielle Entwicklung in Südtirol im 19. und 20. Jahrhundert. Bozen/Wien: Folio-Verlag, 86 Seiten, 23,60 Euro 45
Auf der Suche z Die Buchvorstellung von Devid Laner-Leiter und Egon K Daporta stellte die Statik des kürzlich renovierten Mühlbacher Rathauses auf eine harte Probe: An die 150 Freunde und Bekannte waren der Einladung gefolgt. Die beiden Buchautoren hatten sich „Auf die Suche nach dem Menschen“ gemacht und präsentierten nun in emotionsgeladenen Erklärungen das Ergebnis. Während die Fotos von Egon K Daporta in Endlosschleife und etwas zu schnell wechselnd an
die Wand projiziert wurden, bekam man von den Texten nur zwei zu hören – nicht vom Autor gelesen, der dazu viel zu aufgeregt gewesen wäre. Dafür gingen die Bücher wie die warmen Semmeln über die hohe Kante des Lesertisches. LanerLeiter hat mit 15 Jahren begonnen, Gefühle und Gedanken, die er niemandem sagen konnte, in Gedichten auszudrücken. Vor einem Jahr hat der heute 24-Jährige den Hobbyfotografen Egon Daporta angesprochen, Fotos
zu den Gedichten zu schießen. Laner-Leiter erhebt nicht den Anspruch, ein großer Dichter zu sein. Mit dem in schwarzweiß gehaltenen Buch möchte er eine
K&K
seinen Mitmenschen unbekannte Seite offenbaren und sich bei allen bedanken, denen er in seinem bisherigen Leben begegnet ak ist.
Kunst & Kultur
KINDERBUCH
Paula und das Baggerloch
SMS
Kunst & Kultur
BUCHVORSTELLUNG
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Die Ausstellung „Serien-Sammlungen-Archivierungen“ von Lies Bielowski, die bis Januar 2007 im Pharmaziemuseum Brixen geplant war, musste abgesagt werden: Die Versicherung der Objekte konnte nicht rechtzeitig geklärt werden.
z Die Vahrnerinnen Priska Heidenberger und Evi Gasser haben kürzlich ein Kinder-Bilderbuch veröffentlicht: „Paula und das Baggerloch“ ist die Geschichte des Mädchens Paula, dem langweilig ist und das sich von der Idee ihres Vaters, ein Baggerloch zu graben, begeistern lässt. Der Text stammt von der Kindergärtnerin Priska Heidenberger, die Illustratorin Evi Gasser hat die Bilder dazu gemalt. „Mit diesem Bildbuch möchte ich das Klischeeverhalten Junge-Auto, MädchenPuppe oder Vater-Arbeit und Mutter-Haushalt aufweichen“,
erzählt die Autorin. Zudem greift das Bilderbuch die Themen Konsumieren, Langeweile und Spaßgesellschaft auf: „Beklagen sich Kinder, dass ihnen langweilig ist, sind die Erwachsenen sofort zur Stelle, um ihnen zahlreiche Vorschläge zu machen“, erläutert Priska Heidenberger, „doch nur wenn wir Kindern die Möglichkeit geben, diese lange Weile auszuhalten, werden sie diese positiv erleben und sehen, was aus Langeweile alles entstehen kann.“ Das Bilderbuch ist im Buchverlag Weger erschienen und kostet 14,20 Euro. db
Die Bürgerkapelle Brixen wird am 29. und 30. Dezember allen Brixner Familien sowie den Besuchern der Altstadt musikalische Neujahrswünsche überbringen. Am 31. Dezember ziehen weiters Kaminkehrer mit Glücksbringern für das Neue Jahr durch die Altstadt.
Die drei Jungs der Vinschger Band „Sea of faces“ haben den Jugendband-Wettbewerb „Mixer“ gewonnen. An der vom Amt für Jugendarbeit, Abteilung italienische Kultur, ausgeschriebenen Veranstaltung haben 32 Südtiroler Bands teilgenommen.
Nachgefragt
„Bin stolz, dabei gewesen zu sein“ GÜNTHER KLAUSNER, seit fünf Jahren Kapellmeister und musikalischer Leiter der Bürgerkapelle Brixen, über die Gründe seines Weggangs und seine Zukunftswünsche. Herr Klausner, welche sind die Gründe für Ihren Weggang? Mit dem damaligen Obmann Wolfgang Blasbichler wurde vereinbart, dass fünf Jahre eine sinnvolle Zeitspanne sind, um diverse Vorhaben umzusetzen. Erfreulicherweise konnten wir das Meiste auch realisieren. Nun ist es unumgänglich, wieder neue Ideen auszuarbeiten. Anfangs war ich als Trompetenlehrer in Teilzeit beschäftigt und konnte mich daher auf die Arbeit in Brixen konzentrieren. Mittlerweile wurde ich zum Musikschulleiter in Kufstein bestellt und habe dort die tolle Aufgabe, eine der größten Musikschulen Tirols zu leiten.
Diese berufliche Veränderung machte es immer schwieriger, mein Amt als Kapellmeister so auszufüllen, wie ich es für richtig halte und wie es sich meine Brixner verdienen. Worauf blicken Sie mit Stolz zurück? Neben den zahlreichen schönen Momenten war wohl die Vorbereitung, die Teilnahme und der großartige Erfolg beim österreichischen Blasmusikwettbewerb 2005 eines der nachhaltigsten Ereignisse. Es gab Situationen, die sehr herausfordernd für den Ve rein waren, deren Verarbeitung aber immer gemeinsam gemeistert wurde. Die größte Freude
für mich ist, dass tief greifende Freundschaften entstanden sind und dass ich in absoluter Harmonie meine Tätigkeit beenden kann. Was wünschen Sie nun der Bürgerkapelle Brixen? Es ist noch sehr viel Potenzial vorhanden, das geweckt werden will. Ich wünsche dabei viel Mut, Geschick und Ausdauer, dass der außergewöhnliche Geist im Verein, der mich noch immer fesselt, gepflegt wird und die Freude an der Musik immer ein wesentlicher Bestandteil bleibt. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Kunst & Kultur
Genussvolle Küche für alle Tage
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NEU im Regal Entspannung für Klein & Groß „Wohlig warme Hände“ nennt sich ein dreiteiliges Set, das vereinfachte Übungen aus Yoga, Shiatsu und Do-In auch Ungeübten nahe bringt. Der diplomierte Shiatsupraktiker, Entspannungstrainer und Liedermacher Markus Dorfmann zeigt damit Kindern, aber auch Erwachsenen, wie man einfach und unterhaltsam entspannende und belebende Einzel- oder Partnerübungen richtig durchführt. Auf einer DVD werden die Übungen vorgemacht, um Fehler in der Anwendung zu vermeiden. Alle Bewegungen sind musikalisch mit selbst komponierten Liedern angeleitet: Text, Melodie und Rhythmus bestimmen dabei das Tempo und die Art der Übung. Die Audio-CD enthält alle Lieder, deren Texte die Übungen beschreiben und auf diese Weise eine musikalische Anleitung darstellen. Fürs Mitsingen oder Auswendiglernen ist ein Liederbuch mit der Akkordbegleitung beigelegt. Musik, Text und Konzept von „Woh-
Liederbuch
us Dorfmann
von und mit Mark
1
Dorfmann, Markus: Wohlig warme Hände. Entspannende und belebende Einzel- und Partnerübungen musikalisch angeleitet. CD; DVD und Liederbuch. 28,50 Euro; erhältlich bei Markus Dorfmann, dormar@dnet.it
lig warme Hände“ stammen von Markus Dorfmann, die Illustrationen von Barbara Natter, und Alexander Werth zeigt sich für Audioaufnahmen, Kamera und Schnitt verantdb wortlich.
THEATER
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z Zum Bauerntheater gehören die Stube als zentraler Ort der Handlung, Bierflaschen und Weinkrüge, Witz und Bauernschläue, heimliche Liebe und lästige Tanten. Diese Elemente trifft man jedenfalls gehäuft an, sodass man meinen möchte, das Stück habe man irgendwo schon gesehen. Es ist in altbekannten Handlungsmotiven gestrickt, nur in der Kombination variiert es. Dem Regisseur Christoph Gostner gelang es, bei den Aufführungen der Komödie „Ballett am Jogglhof“ den Schauspielern der Heimatbühne Mühlbach das Bestmögliche zu entlocken. Gegenstand der Komödie ist eine heiß umkämpfte Erbschaft, der Jogglhof. Großvater Bartl (Fritz Bampi) hat eine Testamentsklausel erwirkt, laut der sein Enkel Ferdl (Armin Mair) sich als Bauer erst bewähren muss. Die beiden Tanten Luise (Anni Hofer) und Anna (Ulli Stampfl) und ihren
Foto: Oskar Zingerle
Gerhard Wieser, Heinrich Gasteiger, Helmut Bachmann
Gatten (Peppi Mair und Peter Fischnaller), denen das Testament als eventuelle Erbinnen Hoffnungen macht, bestechen Ferdls heimliche Liebe Rosalia (Doris Peintner), dass sie mit Ferdl durchbrennt. Frau Notar (Michaela Ebensberger) macht sich als Schriftstellerin getarnt ein Bild von der Lage und entscheidet fair. Die Begeisterung des Publikums bei der ausver kauften Premiere war laut Armin Mair bis auf die Bühne zu spüren. ak
BILDENDE KUNST
Streben nach Leichtigkeit DENKMALPFLEGE
Umfangreiche Dokumentation
z „Ohne Zorn und Ereiferung sollen in diesem Bericht 60 Jahre kirchliche Denkmalpflege in Südtirol dokumentiert werden“, schildert Autor Karl Gruber im Vorwort des Buches „Monumenta Sacra“. Von den Jahren 1944/45 an, als nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg die beschädigten Gotteshäuser von Bozen wieder in Stand gesetzt wurden, bis zum Ende des Jahres 2005 und dem Beginn der Jubiläumsjahre von Bischof Albuin und Diözesanbischof Wilhelm Egger 2006 spannt sich der zeitliche Bogen der Bestandsaufnahme. In erster Linie werden Kirchener-
weiterungen, -neubauten und –restaurierungen dokumentiert, aber auch der Wandel im Kunstgeschmack, die Gefahren durch Kunst und Denkmäler durch Mensch, Natur und modernistische Liturgie kommen zum Ausdruck. Zahlreiche Fotografien – darunter viele Luftaufnahmen – zeigen auf, wie ein Objekt vor der Restaurierung, während der Arbeit an ihm und nach der Restaurierung ausgesehen hat und wie es sich jetzt zeigt. Hin und wieder verdeutlichen die Bilder auch den manchmal erschreckenden Wandel in der heimischen Kulturlandschaft. Schriftliche Kurznotizen bilden den chronistischen Rahmen der Dokumentation, die in alphabetischer Reihenfolge der Orte gegliedert ist. Karl Gruber ist seit 1973 Leiter des Kirchlichen Denkmalamtes der Diözese Bozen-Brixen, Autor zahlreicher Südtiroler Bildbände und Kirchenführer. db
z Georg Loewit, Bildhauer, Goldschmied und Maler, zeigte in der Rathausgalerie Skulpturen und Gemälde. Der Künstler hatte bereits 1984 im ehemaligen Kunstladen ausgestellt und war heuer wieder vom Kunstkreis St. Erhard nach Brixen eingeladen worden. Loewit gehört zu den bekanntesten Künstlern Tirols und hat viele Ausstellungen im In- und Ausland sowie verschiedene wichtige Auszeichnungen zu verbuchen. Seine Skulpturen aus schwarz patinierter und glatt polierter Bronze erinnern an Stelen oder Totems der Moderne und drücken Mehrdeutigkeit aus. In seinen Figuren erinnert das Spiralförmige an einen naturalistischen Ausgangspunkt, der jedoch im zunehmenden Vertikalismus und in der Vereinfachung der Formen eine spannungsgeladene Abstraktion erzeugt, die in ihrer Stilisierung wiederum einen Effekt von Leichtigkeit mit
sich bringt – und das in einem Material wie Bronze, die an sich nichts von Leichtigkeit hat. Loewits Figuren greifen immer wieder männliche und weibliche Formelemente auf, die sich verbinden, verstricken, aneinander winden und wieder auseinander streben. Er beherrscht seine Kunst im Kleinen genauso wie im Großen, auch in den ausgestellten Gemälden in Acryl auf Leinwand sind ein sicherer Farbsinn und eine klare Formensprache seine Erkennungsmarken. cm
Gruber, Karl: Monumenta Sacra. 60 Jahre Kunst- und Denkmalpflege in der Diözese Bozenbrixen 1945-2005. Verlagsanstalt Athesia AG, Sept. 2006. 329 Seiten; 34,00 Euro
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DIE KOSTEN DER BRIXNER SPORTANLAGEN
Freizeit & Sport
Teurer Spaß
Brixen lässt sich ihren Status als anerkannte Sportstadt viel Geld kosten. Aber nicht alle Wünsche der Sportvereine können erfüllt werden, wie die Ablehnung der Überdachung des Freischwimmbads beweist.
W
enn die Gemeinde nur nicht unter dieser dauernden Geldnot leiden würde!“, hat Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller vor kurzem in privatem Rahmen sorgenvoll verkündet. Das Regieren in einem Städtchen wie Brixen wäre mit einer fetten Brieftasche geradezu ein Klacks, wollte er damit wohl sagen. Die Realität sieht leider anders aus: Unzählige Projekte müssen vor angetrieben werden, und jedes einzelne kostet Geld – viel Geld, das, bevor es ausgegeben werden kann, erstmal aufgetrieben werden sollte. Grund für die Recherche des vorliegenden Berichts war ein Artikel in der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ der letzten Novemberwoche, in dem einerseits geschrieben stand, dass das Freischwimmbad der Brixner Acquarena nun doch nicht überdacht werde, was der Wahrheit entspricht, und dass dafür der Klaus-SeebacherFußballplatz im Jugendhort mit einem Ballon überdacht werden soll – was eine klassische Zeitungsente darstellt, wie sich am Ende unserer Recherche herausstellte.
Franco Letrari leitet seit etwas
mehr als einem Jahr die Sektion Schwimmen im SSV Brixen. Diese Sektion hat seit Fertigstellung der Acquarena noch unter Letraris Vorgänger Stephan Dejaco einen wahren Höhenflug erlebt. Als Letrari sein neues 50
Amt antrat, setzte er sich selbst ein großes Ziel: Er wollte mit einer Überdachung des im Winter brach liegenden Freischwimmbads die Trainingsmöglichkeiten seiner Schützlinge erweitern und pilgerte zu diesem Zweck zu Landeshauptmann Luis Durnwalder, der ihm – Letrari dürfte selbst überrascht gewesen sein – für das Jahr 2006 aus dem Topf der CONI-Gelder, die das Land verwaltet, 200.000 Euro Investitionsbeitrag versprach. Nach detaillierterer Planung kamen allerdings sehr hohe Betriebskosten in der Höhe von jährlich 130.000 Euro zu Tage, die von Letraris Sektion unmöglich finanziert werden konnten und als Folge entweder von der Acquarena GmbH, den Stadtwerken als Eigentümer dieser Gesellschaft oder eben von der Gemeinde Brixen getragen wer-
Eine wesentliche Rolle in
Pürgstallers Entscheidungsfindung dürfte auch die Tatsache gespielt haben, dass in Brixen in den letzten Jahren für Sportstätten viel Geld investiert worden ist. So hat der SSV Brixen im Jugendhort den „Klaus-SeebacherFußballplatz“ gebaut, und der ASV Milland hat ebenfalls mit der Errichtung eines eigenen Sportplatzes einen jahrzehntelangen Traum verwirklicht. Bei beiden Strukturen hat die Gemeinde den Grund kostenfrei zur Verfügung gestellt, worauf die zwei Sportvereine auf eigenes Risiko den Bau realisiert haben, dessen Eigentum allerdings sofort wieder an die Gemeinde überging. Die Sportvereine wiederum haben bei Land und Gemeinde um Beiträge angesucht, mit denen man die Investition abdecken wollte.
„Die Instandhaltung der Brixner Sportanlagen wäre ohne die ehrenamtliche Mithilfe der vielen Freiwilligen nicht bezahlbar“_Stadträtin Paula Bacher Marcenich den müssten. Albert Pürgstaller lehnte aus den anfangs genannten Gründen ab und versenkte die als Lufttragehalle konzipierte Konstruktion bis auf weiteres im runden Archiv.
Der ASV Milland hatte mit Kosten von 400.000 Euro gerechnet; am Ende war man allerdings mit einem Schuldenberg von 723.000 Euro konfrontiert, der nur zum Teil durch Beiträge
abgedeckt wurde: 150.000 Euro hat bisher die Gemeinde Brixen und 250.000 Euro das Land beigesteuert. Zur Abdeckung der Restschulden brauchen die Millander noch mehr als 300.000 Euro. Die Brixner scheinen besser kalkuliert zu haben: Von den vorgesehenen knappen zwei Millionen Euro wurden etwa 1,8 Millionen verbraucht. Allerdings klafft auch hier ein Loch in der Bilanz: Wie am 28. Oktober in einer Aussprache zwischen Gemeinde und SSV erläutert wurde, sind von der Autonomen Provinz und von der Gemeinde bisher 1.260.765,91 Euro eingegangen, was soviel bedeutet, dass die Brixner noch 526.092,03 Euro abdecken müssen.
GELDER UMGELEITET: Der SSV Brixen Fußball erhält vom Land 300.000 Euro, die für eine Überdachung des Freischwimmbads vorgesehen waren
„Diese Vorgehensweise ist Präsident Ralf Dejaco vertreten Aus dem CONI-Topf sind laut ausgibt. Allein die Sportzone leider normal“, erklärt dazu die für Sportstätten zuständige Stadträtin Paula Bacher Marcenich. Da es meist schwierig sei, vor Baubeginn für den gesamten Investitionsbetrag Beiträge zugesichert zu bekommen, bleibe am Ende häufig noch ein Fehlbetrag übrig, den man „irgendwie abdecken muss“. Angesichts dieser verhältnismäßig gewaltigen Fehlbeträge kam man überein, beim Landeshauptmann anzufragen, die für die von Pürgstaller versenkte Überdachung des Freischwimmbads zugesicherten Moneten an den SSV Brixen Fußball „umzuleiten“. In der entsprechenden Sitzung der gemischten paritätischen Kommission Land/CONI, in der auch der Brixner SSV-
ist, erfuhren diese 200.000 Euro eine wundersame Vermehrung: „Für Sanierungsarbeiten des Hallenschwimmbads der Polizeischule Bozen waren ebenfalls Gelder vorgesehen“, erklärt dazu Ralf Dejaco. „Da aber kurz vor unserer Sitzung das Ministerium beschlossen hatte, die Polizeischule in Bozen zu schließen, sah der Landeshauptmann in dieser Sanierung keinen Sinn mehr“. Dem SSV Brixen Fußball wurden am Ende 300.000 Euro zugesprochen. Gernot Wachtler, der Präsident der Brixner Fußballer, dürfte die frohe Botschaft aus Bozen mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen haben; der Fehlbetrag für den Klaus-Seebacher-Platz reduzierte sich auf 226.000 Euro.
Dejaco allerdings für diese zwei Strukturen keine Gelder mehr zu erwarten, was gleichzeitig bedeutet, dass „die Gemeinde diese Fehlbeträge wohl abstottern muss“, wie Paula Bacher Marcenich erklärt. Es wird einige Jahre dauern, bis die Verantwortlichen beider Vereine ihre persönlichen Bürgschaften bei den Banken zurückziehen können – Albert Pürgstaller hat für 2007 nämlich lediglich jeweils 50.000 Euro vorgesehen. „Mehr geht nicht“, sagt die Stadträtin, „und auch der Aufteilungsschlüssel steht noch nicht fest“. Mehr geht vor allem deshalb nicht, weil die Gemeinde unabhängig von diesen Investitionskosten auch sehr viel Geld für die Führung ihrer Sportanlagen
Süd mit Sporthalle und Eissta dion kostete im vergangenen Jahr 764.920,88 Euro, denen Einnahmen aus Mietgebühren und Zinsbeiträgen von 96.193,86 Euro gegenüberstehen. Pro Jahr muss die Gemeinde also über 668.000 Euro für die Führung dieser Strukturen beisteuern. Während die Sportzone Süd von der Gemeinde in Eigenregie verwaltet wird, werden die verschiedenen kleinen Sportzonen in den umliegenden Dörfern von den entsprechenden Vereinen über Konzessionsverträge geführt, wobei die Gemeinde auch hier stützend unter die Arme greift – im Vergleich zur Sportzone Süd allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß. St. Andrä zum Beispiel erhält 51
der angeschlossene Barbetrieb beisteuern kann.
Freizeit & Sport
Auch für die Zukunft ist im
Allein die Führung der Sportzone Süd kostet jedes Jahr etwa 600.000 Euro um die 6.000 Euro pro Jahr, in Albeins ist man mit noch weniger zufrieden. „Das funktioniert nur, weil von den Vereinsmitgliedern sehr viel freiwillige und unbezahlte Arbeit geleistet
wird“, erklärt Bacher die Diskrepanz zwischen den Beträgen. Würde die Gemeinde alle Strukturen selbst führen, müsste man mit viel höheren Kosten rechnen. Auch der neue Klaus-SeebacherPlatz des SSV Brixen verursacht Führungskosten, die allerdings
im Moment noch nicht genau kalkuliert werden können. „Man rechnet mit etwa 40.000 Euro pro Jahr“, sagt Bacher Marcenich. Wie hoch allerdings der Zuschuss der Gemeinde ausfallen kann, steht in den Sternen. Vor allem muss noch erfasst werden, in welchem Ausmaß
I.M.A.
zuständigen Amt für Kurzweil gesorgt: Im März wird die baufällige CONI-Halle in der Dantestraße abgerissen, bis Herbst 2008 wird die neue Halle bezugsfertig sein. Der Landesbau kostet 5 Millionen Euro, wobei die Gemeinde auch hier mit etwa 1 Million Euro zuschießen darf. Ebenfalls bereits beschlossen ist trotz einiger letzthin aufgetauchten architektonischen Bedenken die Kletterhalle in der Zone Priel, deren Bau 2 Millionen Euro verschlingen wird. Auch hier wird die Gemeinde Brixen mit einer halben Million zur Kasse gebeten. Zudem scheinen im Moment auch Überlegungen im Gang zu sein, die Ammoniakanlage der Eishalle, deren Wartung jedes Jahr 60.000 Euro kostet, zu erneuern. „Heute verwendet man eine neue Technik“, sagt die Stadträtin, „bei der man den allergrößten Teil dieser Kosten einsparen kann“. Allerdings sei die Erneuerung der Anlage auch nicht billig: 400.000 Euro soll sie
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Stadträtin Paula Bacher Marcenich: „Wir werden die Fehlbeträge wohl abstottern mĂźssen“ kosten. „Wir werden ausrechnen, was auf lange Sicht fĂźr die Gemeinde gĂźnstiger ist“. Grundsätzlich scheint man Ăźbrigens in der Gemeinde Brixen mit einer gewissen Skepsis der bisherigen Vorgehensweise im Bau von Sportanlagen gegenĂźberzustehen. „MĂśglicherweise ist es sinnvoll, wenn die Gemeinde in Zukunft immer selbst baut, anstatt den Bau einem Verein zu Ăźberlassen“, sagt Paula Bacher Marcenich. „Das will nicht heiĂ&#x;en, dass es dann gĂźnstiger wĂźrde“, schiebt sie nach, „aber zumindest werden sämtliche Entscheidungen in der Planungsphase gemeindeintern getroffen“.
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"2)8%. -),,!.$ Die FuĂ&#x;ballplätze in Milland und im Jugendhort, CONI-Halle, Kletterhalle, ein oder zwei Bolzplätze im Bereich der Schulen in der DantestraĂ&#x;e – „dann dĂźrften wir in unserer Legislatur alle Hausaufgaben dieses Bereichs erledigt haben“, freut sich die Stadträtin. Der Sek tionsleiter des SSV Brixen Schwimmen, Franco Letrari, ist mĂśglicherweise anderer Meinung. Zu einer telefonischen Stellungnahme zu seiner versenkten Ăœberdachung war er dem „Brixner“ gegenĂźber nicht bereit: „Kein Kommentar“, sagte er trocken – und legte auf.
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Meine Meinung Willy Vontavon Die unzähligen Sportanlagen der Sportstadt Brixen kosten Geld – viel Geld. Aber: Dieses Geld ist sehr gut investiert, weil Sportanlagen den Brixner Kindern und Jugendlichen die MĂśglichkeit bieten, sich fernab von der StraĂ&#x;e sportlich zu betätigen. Sport ist neben seinen VorzĂźgen fĂźr die kĂśrperliche Entwicklung auch ein wesentliches erzieherisches Instrument: Er lehrt Fairplay, Teamwork und Teamgeist. Diese fĂźr eine Gesellschaft ungemein wichtige soziale Komponente des Sports darf man beim Lesen der in diesem Bericht vorkommenden Zahlen nie vergessen. Trotzdem ist es wichtig zu erkennen, dass auch im Sportbereich nicht jede Investition machbar ist.
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Freizeit & Sport
SPEEDMINTON
Rasanter Trendsport Tennisball, Badminton und Squash waren gestern – heute ist Speed minton angesagt. Die neue Trendsportart ist schneller, härter und cooler.
S
peedminton fordert ganzen Körpereinsatz, Hechtsprünge inklusive: Da lassen sich blaue Flecken manchmal nicht vermeiden. Ballgeschwindigkeiten bis zu 290 Stundenkilometer sind bei diesem Sport nicht selten.
Die neue Sportart hat nun
auch in Brixen Einzug gehalten. Im Rahmen des Beachbadminton-Turniers, das die Sektion Badminton des SSV Brixen im heurigen Sommer organisiert hatte, wurde erstmals auch ein Speedminton-Turnier angeboten. Aufgrund größerer Nachfrage organisierte daraufhin Bernhard Thomaser, Sektionsleiter des SSV Brixen Badminton, in der Sporthalle Brixen Süd erstmals ein offizielles Speedmin-
ton-Turnier. Es war das erste Aufeinandertreffen von Badminton- und Tennisspielern, da diese neue Trendsportart für beide eine interessante Ergänzung darstellt. Die Zuschauer und die Spieler selbst waren jedenfalls begeistert von der hohen Geschwindigkeit, die der Speeder, also der Ball, erzielt. Den Sieg in der allgemeinen Kategorie sicherte sich Daniel Scanferla, der im Finale gegen den Ex-Italienmeister im Badmintont, Stefan Kantioler, mit 17:15 und 16:11 die Oberhand behielt. Den Sieg in der Freizeitkategorie holte sich Paul Munter. In den jeweiligen Jugendkategorien konnten Alexander Kantioler und Alex Sigmund bei den Buben und Celia Prast und Tanja Scanferla bei den Mädchen als Sieger vom Platz gehen.
Speedminton ist ursprünglich entstanden, um Badminton
auch im Freien spielen zu können, ohne allzu sehr vom Wind abhängig zu sein. Laut Thomaser eignet sich die Sportart besonders, um in das Badmintontraining eingebaut zu werden: „Das Speedminton gilt bei uns nicht nur als willkommene Abwechslung, sondern hilft auch, die Reaktion zu schulen und sich daran zu gewöhnen, das Handgelenk nicht allzu locker zu halten.“ Die Hauptbeschleunigung beim Schlag holt man sich nämlich aus der Unterarmdrehung, ohne die kein kräftiger Schlag zustande kommen kann. Das inzwischen auch aus zahlreichen Fernsehreportagen bekannte Speedminton kombiniert das Beste aus Tennis, Badminton und Squash zu einer neuen Sportart. Das Ganze wurde mit ein paar einfachen Regeln ausgestattet. In der Halle wird Speedminton auf dem Tennisfeld gespielt. Dazu werden mit wenigen Handgriffen die Linien des Tennisfeldes geändert, und schon entstehen zwei Einzelfelder oder ein Feld zum Doppelspiel. Speedminton kann man aber auch problemlos im 54
Freien, am Strand, im Schnee oder auf Tennis-Außenplätzen ausüben. Um dort auch nach Sonnenuntergang im Dunkeln spielen zu können, lassen sich die Speeder mit kleinen Knicklichtern ausrüsten.
Speedminton ist ursprünglich entstanden, um Badminton auch im Freien spielen zu können, ohne allzu sehr vom Wind abhängig zu sein wickeln wird oder ob Speed-
Diese Speeder sind wahre minton für die Badminton- und High-Tech-Produkte, wobei ihr Gewicht und ihr Design sie windstabiler als jeden Federball machen. Sie haben ein höheres Eigengewicht und durch den kleineren Korb einen geringeren Luftwiderstand. Dadurch werden eine größere Reichweite und eine viel präzisere Flugbahn erzielt. Aber auch die Speedrackets, die Schläger, sind in ihrer Bauform und in ihrem Gewicht optimal auf das Spiel abgestimmt. Mit einer Länge von 58 Zentimetern werden bestmögliche Ballkontrolle, Treffsicherheit und Wendigkeit erzielt. Ob sich auch in Südtirol eine richtige Turnierszene ent-
Tennisspieler lediglich eine Trainingsergänzung oder eben eine Freizeitsportart bleibt, wird die Zukunft zeigen. thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Fokus SSV Brixen Sektion Badminton Sektionsleiter: Bernhard Thomaser Auskünfte bei Helmuth Sigmund (Tel. 328 9653623), Karl Wettstein (Tel. 320 1720832) und Stefan Kantioler (Tel. 0472 832745)
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„Kleine Stadt ganz groß“ Vom 8. bis zum 12. Juli 2009 wird in Brixen die Under-18-Leichtathletik-Weltmeisterschaft ausgetragen. Stefano Andreatta, Mitglied im Organisationskomitee, über die Organisation, die Finanzierung und die Erwartungen an die Großveranstaltung. Herr Andreatta, wie kam es dazu, dass sich Brixen bei der International Association Athletics Federation (IAAF) als Austragungsort beworben hat? STEFANO ANDREATTA: Ursprünglich wollte Brixen für die Under-21-Europameisterschaften kandidieren, doch gleichzeitig reichte auch die Stadt Turin ihr Ansuchen dafür beim IAAF ein, und das Rennen gegen Turin zu gewinnen schien unmöglich. Anna Riccardi, die italienische Delegierte des internationalen Leichtathletikverbandes, unterbreitete daraufhin Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller, Leichathletiklandestrainer Bruno Cappello und mir den Vorschlag, für die Weltmeisterschaft der Unter-Achtzehnjährigen zu kandidieren. Am 15. März 2006 reichten wir die Kandidatur beim internationalen Verband ein. Franco Arese, der Präsident des italienischen Leichtathletikverbandes, hat uns von Anfang an tatkräftig unterstützt, da er sich bereits im letzten Jahr – wir hielten damals die Italienmeisterschaften in Brixen ab – von unserer Organisation beeindruckt zeigte. Bis zum 1. September musste das Ansuchen in Montecarlo, am Sitz des internationalen Leichtathletikverbandes, eingetroffen sein. Nach monatelanger Recherchearbeit fuhren wir schlussendlich Mitte November mit einer Brixner Delegation nach Montecarlo. Wie wurde die Stadt Brixen in Montecarlo vorgestellt, und wer repräsentierte sie? Mit von der Partie waren der Brixner Bürgermeister und Präsident des Promotorenteams, Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Dario Stablum, Sportassessorin Magdalena Amhof, der Präsident des Leichathletikverbandes Südtirol, Armin Bonamico, die persönliche Referentin des Bürgermeisters, Claudia Messner, Landestrainer Bruno Cappello und ich. Vorgestellt wurde das in den Monaten zu56
Fotos: Oskar Zingerle
Freizeit & Sport
INTERVIEW
„Die U18-WM wurde noch nie an eine Kleinstadt vergeben, deshalb sind wir so stolz auf die Nominierung“
_Stefano Andreatta
vor erarbeitete Programm von Claudia Messner, in fließendem Englisch. Unser großer Pluspunkt war, dass die Gemeinde Brixen hundertprozentig hinter der Veranstaltung steht, was durch die Präsenz von Bürgermeister Albert Pürgstaller verstärkt zum Ausdruck gebracht wurde. Auch Bozens Bürgermeister Giovanni Spagnolli hat uns in einem Brief schriftlich
mitgeteilt, dass er die Veranstaltung unterstützen werde. Die Hauptkriterien bei der Präsentation in Montecarlo waren natürlich die zur Verfügung stehenden Sportanlagen, weiters wurden die Einwärmezonen und Trainingsanlagen berücksichtigt. Als Trainingsstätten wurden auch jene von Bozen und Sterzing genannt. Das einzige Manko von Brixen ist, dass sich
kein internationaler Flughafen in unmittelbarer Nähe befindet – doch auch hier werden wir eine Lösung finden. Ich habe bereits Gespräche mit den Betreibern des Flughafens Bozen geführt, im Notfall werden wir mit den Flughäfen Verona, Mailand und Venedig zusammenarbeiten, und auch Innsbruck hat sehr gute Verbindungen mit den internationalen Flughäfen.
keting Gesellschaft SMG steht hinter uns. Brixen selbst wird die Veranstaltung nicht direkt mitfinanzieren, lediglich die Verbesserungen an der Sportanlage Süd im Bereich der Weitsprunganlage und der Tribünen werden die Gemeindekasse belasten. Wir werden die Veranstaltung absolut nicht auf Kosten der Gemeinde organisieren. Wir hoffen natürlich auch, dass wir von den Hoteliers und Gastwirten kräftig unterstützt werden.
Welches waren schlussendlich die ausschlaggebenden Argumente für die Entscheidung der IAAF? Warum genau Brixen? Hier möchte ich den griechischen Delegierten der IAAF zitieren: „Endlich haben wir die Gelegenheit, eine Veranstaltung im Paradies abzuhalten!“ Natürlich sind wir überaus froh, dass wir die Weltmeisterschaft in Brixen austragen dürfen; nun gilt es aber, keine Zeit zu verlieren und den Event perfekt zu organisieren.
den unser Land und Brixen sehr gut präsentiert, und wir müssen uns als kleine Stadt in diesen fünf Tagen auf der Weltbühne positiv behaupten. Die U18-WM wurde noch nie an Italien und auch nicht an eine Kleinstadt wie Brixen vergeben, deshalb sind wir so stolz auf die Nominierung. Wie wird sich Brixen nun auf die WM 2009 vorbereiten? Wir werden Anfang nächsten Jahres zunächst die Brixner
„Endlich haben wir die Gelegenheit, eine Veranstaltung im Paradies abzuhalten!“ _Minos Kyriakou, griechischer IAAF-Delegierter Als im Sommer ein Gutachter der IAAF nach Südtirol kam, war er begeistert von den Bergen, dem Wetter und von der kleinen, feinen Stadt Brixen. Zudem wur-
Bevölkerung zu einer Informa tionsveranstaltung einladen und dort unser Vorhaben vorstellen sowie dazu Rede und Antwort stehen. Es wird absolut nichts
Neues gebaut, es werden lediglich einige Neuerungen an der Sportanlage Süd durchgeführt. Für die WM 2009 erwarten wir 2.000 Akkreditierte und 600 Personen der „IAAF-Family“, die in Hotels, Schülerheimen und anderen Unterkünften untergebracht werden. Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung verschlingt eine Menge Geld. Wer finanziert die Veranstaltung und welche Kosten trägt die Gemeinde Brixen? Die WM wird insgesamt etwa 1,7 Millionen Euro kosten. Laut Vertrag mit der IAAF stehen uns 50 Dollar pro Übernachtung und pro Person zu, damit kommen wir auf eine Einnahmequelle von 680.000 Euro. Landeshauptmann Luis Durnwalder zeigte sich auch zu einer Zusammenarbeit bereit; wir rechnen mit einer finanzielle Hilfe vom Land. Die fehlenden Beträge hoffen wir durch Sponsorengelder abdecken zu können. Auch die Südtirol Mar-
Was erwartet sich das Promotorenteam von der WM? Wir wollen der Welt zeigen, wie schön unser Land ist und möchten als Land – und vielleicht weniger als Stadt – eine Woche lang auf der Weltbühne vertreten sein und uns dort beweisen. Ich glaube, auch die Landesregierung hat gemerkt, wie wichtig diese Veranstaltung für den Südtiroler Tourismus ist. Die Wettkämpfe werden natürlich auch im Fernsehen übertragen; welche Fernsehanstalten die Bilder senden werden, wissen wir noch nicht, weil wir noch am Verhandeln sind. dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Zur Person Stefano Andreatta Stefano Andreatta, geboren am 17. April 1963 in Brixen, ist seit 2004 Ausschussmitglied des nationalen Leichtathletikverbandes in Rom. Von 1982 bis 1986 war er im Ausschuss des Leichtathletikverbandes Trentino-Südtirol, von 1986-1989 Vizepräsident des Verbandes Trentino-Südtirol und von 1992-2004 Präsident des Leichathletikverbandes Südtirol.
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Freizeit & Sport
Gemischtes Team z Mit einer guten Mischung aus jungen und erfahreneren Spielerinnen hat Walter Unterleitner, Sektionsleiter und Trainer der Damenmannschaft des SSV Brixen Volleyball, für heuer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Im vorigen Jahr noch auf dem 6. Gesamtrang der Serie D, befinden sich die Brixnerinnen im Augenblick auf dem hervorragenden 3. Platz und sind somit, ein wenig überraschend, das derzeit beste Südtiroler Team. „Der Niveau-Unterschied in der heurigen Meisterschaft ist viel
enger geworden“, erklärt Unterleitner, „wobei wirklich jeder jeden schlagen kann.“ Im Gegensatz zu anderen Mannschaften werden beim SSV Brixen nur einheimische Spielerinnen eingesetzt; „einige Jugendspielerinnen haben sich bereits sehr gut in die Mannschaft integriert.“ Auf die Unterstützung dieser jungen Spielerinnen ist der SSV Brixen auch angewiesen, da die erfahrenen Leistungsträgerinnen aus beruflichen oder familiären Gründen immer öfter ausfallen. to
zufrieden dafür ist, dass er für den Verein etwas geleistet hat, ist diese Festschrift gedacht“, beschreibt Umberto Principe im Vorwort. In der Sportchronik gibt es viel zum Stöbern, auf historischen und aktuellen Fotografien altbekannte Gesichter zu entdecken und in den schriftlichen Beiträgen den Werdegang des Brixner Fußballs nachzulesen. Die einzelnen Fußballsaisonen sind dabei detailreich nachgezeichnet worden, und bei allen Fußballfans werden damit sicherlich viele Erinnerungen und Emotionen
wach. Der SSV Brixen Fußball darf sich auf alle Fälle freuen, eine derart umfangreiche Sportchronik erhalten zu haben – und alle Fans gleich mit.
Principe, Umberto: SSV Brixen 50 Jahre 50 anni. Europrint Vahrn, 2006. db
Die Damen des SSV Brixen Fußball holten sich erstmals in der Vereinsgeschichte einen Punkt in der Serie B. Für die Europameisterschaft 2007 wurden mit Katja Schroffenegger, Karin Mair und Margot Fodor weiters drei Brixnerinnen in die italienische U17-Nationalmannschaft einberufen.
Erstmals nach zehn Jahren wird Brixen wiederum Austragungsort eines Länderspiels der italienischen Handball-Nationalmannschaft. Am Mittwoch, 10. Jänner 2007, wird in der Brixner Sporthalle am Fischzuchtweg das EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Schweiz ausgetragen.
Laura Letrari schwimmt nach einem Ausflug zum „AS Roma 1953“ wieder für den SSV Brixen und erzielte gleich zwei Regionalrekorde: In Trient erschwamm sie im 50 Meter Freistil mit 26,20 Sekunden einen neuen U-18Rekord, im 50 Meter Rücken mit 29,1 Sekunden.
F&S Freizeit & Sport
FUSSBALL
Wertvolle Sportchronik
SMS
z Hunderte von Zeitungsausschnitten und Fotografien, zahlreiche zweisprachige Infokästen, Fußballtabellen und Aufstellungslisten: Der Brixner Sportjournalist Umberto Principe hat bei seiner Brixner Fußballchronik aus den Vollen geschöpft. „50 Jahre SSV Brixen Fußball“ sind 50 Jahre Siege, Engagement, Training, Niederlagen und eine Menge von Personen, die an der Fußballgeschichte mitgeschrieben haben. „Für den, der gelitten oder gejubelt hat, für den, der seine Lehren daraus gezogen hat, für den, der
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Nachgefragt
„Die Gesundheit geht vor“ BARBARA KLEON, Brixens Aushängeschild in Sachen Skirennsport, Ăźber die GrĂźnde fĂźr ihren Abschied vom internationalen Skizirkus und Ăźber ihre Zukunftspläne. mich schwierig ist – doch die Gesundheit geht vor. Welches Erlebnis wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben? In Erinnerung bleiben wird mir sicherlich der Skizirkus im Allgemeinen, aber am liebsten denke ich an den 6. Dezember 2003 zurĂźck: An diesem Tag erzielte ich das beste Ergebnis meiner Karriere, den sechsten Platz in der Abfahrt in Lake Louis. Gerne erinnere ich mich auch an den Europacupsieg 2001 in der SuperG-Gesamtwertung. Am meisten fehlen werden mir das Rennfieber vor dem Start, auf sich alleine gestellt zu sein und nur das Beste
geben zu wollen. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Diesen Winter werde ich sicherlich bei meinen Eltern im Sportgeschäft arbeiten, und im FrĂźhjahr will ich die Skilehrerausbildung beginnen. Ich kann mir auch vorstellen, meine Erfahrung und mein Wissen der Jugend weiterzugeben – ich will auf jeden Fall in der Jugendarbeit des Skizirkus’ tätig sein. Im Moment mĂśchte ich aber einfach nur die freie Zeit genieĂ&#x;en und Dinge tun, fĂźr die ich frĂźher nie Zeit hatte. dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
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Frau Kleon, Sie haben vor kurzem Ihre Karriere beendet. Was war der ausschlaggebende Grund dafĂźr? Ich habe seit mittlerweile eineinhalb Jahren Probleme mit dem Knie und konnte die Verletzung nie richtig auskurieren. Die Schmerzen lieĂ&#x;en hin und wieder nach, im nächsten Moment waren sie aber auch schon wieder da. Ich konnte längere Zeit nie richtig trainieren und war deshalb auch nie hundertprozentig in Form. Schweren Herzens habe ich nun beschlossen, mich vom internationalen Skizirkus zu verabschieden, auch wenn dies fĂźr
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Wirtschaft & Umwelt
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eben den gepflegten Kulturlandschaften gibt es in unserem Land auch zahlreiche natürliche, nicht von Menschenhand gestaltete Landschaften, die in ihrer besonderen Art von einer ganz eigenen Schönheit sind. Oft befinden sich diese Gebiete abseits und sind nicht leicht zugänglich. Kein Mensch hat dort je Hand angelegt und das Gebiet geebnet, terrassiert oder in einer anderen Form nutzbar gemacht.
werkspläne gegeben haben: Im Vorjahr machte ein Plan für die Wiederinbetriebnahme des alten Kraftwerks in der Rundl von sich reden. Daneben wurde bekannt, dass in den zuständigen Ämtern der Landesverwaltung der Plan für eine große Ableitung am Kniepasseck in der Nähe von St. Lorenzen aufliegt. Dieser sieht vor, dass das abgeleitete Wasser zwecks Stromerzeugung durch einen Stollen bis nach Albeins geleitet werden soll.
Ein solches Kleinod bildet die Beide Pläne hätten ihre Ausunberührte Flusslandschaft der Rienzschlucht, die von Mühlbach ausgehend in einem großen Bogen zwischen Rodeneck und dem Natzner Hochplateau bis zur Hachl nach Brixen reicht und beachtliche 20 Kilometer lang ist. Wegen ihres stark abfallenden Geländes ist sie nur schwer zugänglich, und entsprechend wenige Wege sind dort vorhanden. Der am meisten begangene Pfad ist wohl jener, der von Schabs hinab in die Rundl und von dort auf die Rodenecker Seite führt, wo man dann entweder zum Schloss Rodeneck oder nahe am Flussufer Richtung Mühlbach weiterwandern kann. Die Fischer und die Jäger sind vermutlich jene Personen, die sich in dieser Gegend am besten auskennen, und von der ersten Gruppe kam auch der Vorschlag, die Rienzschlucht unter Schutz zu stellen. Den Anstoß dazu dürften wohl die Kraft60
wirkungen auch auf die Rienzschlucht. Zum Beispiel wären bei Wiederinbetriebnahme des Rundlkraftwerkes eine Reihe von Baumaßnahmen am baufälligen alten Kraftwerksgebäude und eine entsprechende Zufahrt notwendig. In beiden Fällen würde sich die Wassermenge, die durch die Rienzschlucht fließt und bereits heute nur mehr aus Restwasser besteht, weiter reduzieren. Das rief vor
zur Unterschutzstellung annahm und an einer Umsetzung zu arbeiten begann. Als Fachmann wurde der Biologe Leo Unterholzner engagiert, der früher als Direktor des Naturkundemuseums tätig war und mittlerweile bei ähnlichen Projekten wie der Blätterbachschlucht bei Aldein als Berater fungierte. Er hat bereits ein erstes Konzept ausgearbeitet, das Vertretern aus den an die Rienzschlucht angrenzenden Gemeinden Mühlbach, NatzSchabs, Rodeneck, Lüsen und Brixen auch schon vorgestellt worden ist. Bei diesem Treffen waren auch Vertreter der Bauern, des Tourismus und die Forstbehörde eingeladen. Prinzipiell wurden die unterbreiteten Vorschläge mit Wohlwollen aufgenommen.
Das von Leo Unterholzner wirtschaftlichen Nutzen mit sich ausgearbeitete Konzept listet neben der Unterschutzstellung weitere Ziele auf: die sanfte Erschließung und Nutzung des
„Wir hoffen, dass solche Themenwege eine touristische Aufwertung bedeuten.“_Willi Überbacher allem die Fischer auf den Plan, die um ihre Fischbestände in der Rienz fürchten. In der Bezirksgemeinschaft Eisacktal fanden sie einen Ansprechpartner, der den Vorschlag
Gebietes mit Themenwegen, Erlebnis, Information und Erholung sowie eine wachsende Aufmerksamkeit, die zu einer Imagesteigerung für den Bezirk und letztendlich auch einen
bringen soll. „Am Beginn gab es Überlegungen, das Gebiet als so genanntes Natura-2000-Schutzgebiet auszuweisen. Allerdings hat sich gezeigt, dass eine solche Ausweisung ein relativ kompliziertes Verfahren mit sich bringen würde, das wir letztendlich wegen des beträchtlichen Aufwandes wieder haben fallen lassen“, erklärt Willi Überbacher, der für die Bezirksgemeinschaft das Projekt vorantreibt. Als einfachere und leichter umsetzbare Alternative hat man dann die Ausweisung als Naturdenkmal ausfindig gemacht, die nach dem Landesgesetz 16 aus dem Jahre 1970 möglich ist.
SCHWER ZUGÄNGLICHES KLEINOD: Die Rienzschlucht reicht von Mühlbach bis zur Hachl nach Brixen
Dazu muss das Gebiet mit Hilfe von Lageplänen abgegrenzt werden. Weiters braucht es einen Begleitbericht, in dem das ganze Gebiet beschrieben wird. Dabei gilt es vor allem folgende Bereiche hervorzuheben: Geologie und Geomorphologie, die Lebensräume und Pflanzengesellschaften, die Tierwelt sowie die Schutzbestimmungen und dazu gehörende Maßnahmen. Sobald all diese Dokumente vorliegen, kann die Bezirksgemeinschaft den entsprechenden Antrag zur Unterschutzstellung bei der 1. Landschaftsschutzkommission einreichen. Nachdem diese dem zugestimmt hat, ergeht der Beschluss an die Ge-
meinden, die ihn für 30 Tage aushängen müssen. In dieser Zeit können interessierte Personen oder Verbände Rekurse oder Ergänzungen einfordern. Anschließend sind die Gemeinderäte gefordert, innerhalb von 60 Tagen ebenfalls einen Beschluss zu fassen. Das ganze Verfahren findet seinen Abschluss mit der Zustimmung der Landesregierung und der Veröffentlichung im Amtsblatt.
Doch bevor es soweit kom-
men kann, gilt es noch im Einvernehmen mit den Gemeinden endgültige Entscheidungen über die Größe des Gebietes, die Umsetzung der Themenwe-
ge und der Finanzierung und Instandhaltung zu treffen. Dabei stellt Willi Überbacher klar: „Wir wollen keine neuen Wege erstellen. Aber es gibt einige alte Steige, die heute nur mehr schwer zugänglich sind. Diese gilt es instandzusetzen und, wo nötig, wird man auch das eine oder andere Verbindungsstück herstellen müssen.“ Die unberührte Landschaft mit Flussbett und Felsen soll auch weiterhin unberührt bleiben – auch wenn zukünftig Touristen in die wilde Schönheit der Rienzschlucht geführt werden. Ebenfalls einen Eindruck von Land und Leuten sollen die Themenwege vermitteln, die
im Konzept rund um die Rienzschlucht vorgeschlagen werden. Diese Themenwege haben das Ziel, im Rahmen einer Rundwanderung auf Besonderheiten des Gebietes aufmerksam zu machen. Das können genauso archäologische Funde, Fauna und Flora, Informationen zu Geologie, frühere und heutige Wirtschaftsformen oder kulturelle Höhepunkt wie das Schloss Rodeneck sein. Der Wanderer erfährt von diesem und anderem Wissenswerten durch Schautafeln, die entlang des Weges aufgestellt werden und ihm zum Lesen oder auch Hören einladen. Hochstände an ausgewählten Punkten sol61
Ein Leitbild für Brixen
Foto: Oskar Zingerle
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lebensräume
len ihm einen noch besseren Überblick über die Landschaft gewähren. Im nun in der Bezirksgemeinschaft vorliegenden Rohkonzept sind mehrere Themenwege vorgeschlagen: Ein Weg startet in Natz, führt über die Brücke nach Lüsen, wo es vom „Niedrist“ zum Kreuzstöckl weiter bis nach Rodeneck und zum Rodenecker Schloss hinunter in die Rienzschlucht, Rundl, Viums nach Natz weitergeht. Die möglichen Themen, die für die Wanderer dieser Runde aufbereitet werden könnten, sind vielfältig: die Rienz, die Druckleitung, Fische und Vögel, biologischer Landbau, Informationen zur Geologie, zum Lebensraum Wald, zu Kirche und Schloss und zum E-Werk in der Rundl. Ähnliche Themen würden auch bei den anderen Vorschlägen, die von Schabs über die Rundl nach Rodeneck und von dort weiter nach Mühlbach und Schabs beziehungsweise von Kranebitt nach Elvas bis in die Laugen und wieder retour führen, abgearbeitet. Immer gewinnt der Wanderer Einblick in das frühere und heutige Leben und über die Entwicklungen, die das Gebiet durchgemacht hat. Selbst das Militär und die Kasernen auf der Natzner Hochfläche würden einfließen.
Themenwege sind indes heutzutage keine Besonderheit, auch anderswo im Eisacktal gibt es sie oder sind schon in konkreter Planungsphase. Die Gemeinde Rodeneck hat mit Geldmitteln der Europäischen Union drei solcher Projekte verwirklicht, die sich den Themen Bienen, Kräuter und der Geschichte von Rodeneck und seinem Schloss widmen. In Raas wird demnächst ein Themenweg rund ums Raasner Moos errichtet werden. 62
„Wir hoffen, dass solche Themenwege eine touristische Aufwertung bedeuten. Es gibt zahlreiche Besonderheiten, die wir aus Gewohnheit nicht mehr richtig wahrnehmen, aber die es durchaus verdienen, dass man auf sie aufmerksam macht“, erklärt Willi Überbacher. Allerdings gibt es solche Themenwege nicht zum Nulltarif. Als Kosten fallen die Konzeption, die Gestaltung der Schautafeln, das Errichten und die Ausbesserungsarbeiten bei den Wegen und die flankierenden Marketingmaßnahmen wie Drucksachen, Webseite oder die Ausbildung von Führern ins Gewicht. Und es gibt auch noch die heikle Frage, wer die Instandhaltung der Wege und die Haftung übernimmt – eine Reihe von Aufgaben mit maßgeblicher Bedeutung, wenn das Konzept langfristig attraktiv sein will.
Willi Überbacher hofft na-
türlich auf eine Unterstützung des Assessorats für Tourismus und die Zusammenarbeit mit der Forstbehörde. Aber auch die Gemeinden werden sich einbringen müssen: „Es gibt Überlegungen, dass jede der angrenzenden Gemeinde einen jährlichen Beitrag leistet.“ Allerdings ist hier noch keine Entscheidung gefallen, auch nicht darüber, ob die Gemeinden die Instandhaltung übernehmen oder die Bauern diese als Zuerwerb betreiben sollen. Die Arbeiten am Konzept werden inzwischen weitergeführt. Die Zukunft wird zeigen, ob und in welchem Ausmaß sich das Projekt der Unterschutzstellung und der Themenwege konkretisieren lässt. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Am 25. Oktober hat Bürgermeister Albert Pürgstaller dem Brixner Gemeinderat die Vorgehensweise zur Erarbeitung eines Leitbildes für Brixen vorgestellt. Dazu war die Erarbeitung eines Ablaufplanes vorausgegangen, in der der Gemeinderat nicht weiter einbezogen war. Das hat zu Verstimmungen geführt. Als parteifreie Organisation hat sich heimat Brixen mit der Methodik zur Erarbeitung eines städtischen Leitbildes anhand von Erfahrungen vor allem in Deutschland beschäftigt. Aufgrund der dabei gewonnenen Erkenntnisse schlägt unser Verein in Grundzügen folgendes Vorgehen vor: Ein übergeordnetes Leitbild, das über Jahrzehnte hin gültig sein soll und die Richtlinien der Stadtpolitik bestimmt, kann nur in einem breiten Bürgerkonsens erarbeitet werden. Der Leitbildbegriff muss vor den danach folgenden einzelnen Leitbildthemen festgelegt werden. Über seine Bestimmung muss breiter Konsens herrschen, zu dem auch Beiträge erfahrener Spezialisten eingeholt werden sollten. Die Mitarbeit bei den Leitbildthemen in Fokusgruppen sollte nicht nur durch Vertreter der politischen Parteien im Gemeinderat erfolgen, sondern ebenfalls mit dem Rat außenstehender Fachleute. Die verantwortliche und nachhaltige Erarbeitung eines Leitbildes mit seinen komplexen Unterthemen und weiteren Verflechtungen im Netzwerk ideeller und materieller Abhängigkeiten erfordert einen ausreichenden Zeitrahmen, um Fehlentwicklungen vorzubeugen. Folgende Punkte sollten bei der Erarbeitung eines Leitbildes in der Vorgehensweise berücksichtigt werden: Alle Entscheidungsträger und die Vertreter der Bevölkerung in Politik, Verbänden, Vereinen usw. sollten durch sachkundige Impulsreferate von fachlich erfahrenen Persönlichkeiten motiviert werden. Mit öffentlichen Veranstaltungen sollte über die Arbeit am Leitbild ständig informiert und weitere Anregungen integriert werden. Die Ergebnisse des Arbeitsprozesses sollten vom Bürgermeister in öffentlicher Veranstaltung nachvollziehbar dargestellt werden. Im Konsens sollte im Rat das Leitbild beschlossen werden. Die im Leitbild beschlossenen Ziele werden die Grundlage künftiger Entscheidungen (z.B. Budgetgestaltung, Bauleitplanung, kulturelle und soziale Einrichtungen usw.), um eine zielgerichtete Entwicklung gemäß Leitbild zu gewährleisten. heimat Brixen ist davon überzeugt, dass künftiges konsequentes Handeln nach dem Leitbild nur dann möglich sein wird, wenn es gelingt, breite Kreise der Bürgerschaft für das Leitbild zu gewinnen. Unser Verein ist als ein politisch unabhängiger Verein von Brixner Bürgern zu aktiver zielgerichteter Mitarbeit im Konsens mit allen Beteiligten an dieser wichtigen Aufgabe für die Zukunft Brixens bereit.
Dieser Beitrag stammt vom Verein „heimat brixen bressanone persenon“, der sich seit seiner Gründung im Jahre 2004 um die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes bemüht. Internet: www.heimat.bz
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BRIXEN
Der Fall Fallmerayerstraße In Brixen wurde in den letzten Jahren mehr gebaut als je zuvor. Stadtbild aber auch Straßenräume haben sich zum Teil erheblich verändert. Wir untersuchen den Fall Fallmerayerstraße am Rande der Altstadt.
D
as Stadtbild und damit auch die Straßen befinden sich in ständigem Wandel: Hier ein Neubau, dort ein Umbau, veränderte Nutzung, Wechsel von Farben und Materialien. Das wird als ganz normal empfunden, wenn sich alles in die Umgebung einfügt, denn die Stadt ist ein dynamischer Teil des sich stets ändernden täglichen Lebens. Störungen entstehen manchmal, wenn einzelne Häuser durch Aufstockung, Umbau oder Neubau in Volumen und Nutzung den vorhandenen Maßstab sprengen.
Die Brixner Altstadt ist durch
zwei Elemente gekennzeichnet: die Bürgerstadt mit zusammenhängenden Hausreihen und die ehemalige Bischofsstadt mit teilweise bedeutenden Baukomplexen. Südlich davon entstand Ende des 19. Jahrhunderts ein neuer Stadtteil, der durch Einzelbauten geprägt ist. Eine der wichtigsten Straßen dieses Viertels ist die Fallmerayerstraße. Hier erlebt man den Städtebau der ausgehenden k.k.-Monarchie. Frei stehende voluminöse Wohnbauten säumen die Straßenfront. Durch den Abstand zwischen den Gebäuden konnte man die Gärten wahrnehmen. Der Straßenraum war mit Alleebäumen bepflanzt. Neben einzelnen Villenbauten in zeittypischer „Landhaus“-Architektur war der Baustil vom Eklektizismus jener Zeit gekennzeichnet. In diesem charakteristischen Straßenbild wurden einige Neu- und Umbauten vorgenommen. Im westlichen Teil wurde auf der Südseite die Residenz Caterina errichtet. Die Baulücke erlaubte wegen der Abstandsflächen keinen Neubau in der Flucht der benachbarten Gebäude. So wurde ein Neubau im hinteren Teil des Grundstückes genehmigt. Damit wurde das Prinzip der straßenbegleitenden Pavillonbauten auf64
gegeben. Diese städtebauliche Veränderung durch die moderne Architektur fällt sofort ins Auge.
Der eklektizistische Eckbau
am östlichen Ende der Fallmerayerstraße mit großen Räumen wurde in kleinere Apartments verwandelt und aufgestockt. Dadurch wurde die bisherige Traufhöhe auf der Südseite der Fallmerayerstraße verlassen – ein typischer Maßstabssprung. Der Südfassade wurden den heutigen Wohnansprüchen entsprechend zahlreiche Balkone vorgesetzt. Die Aufstockung verlässt als neue Zutat konsequenterweise den bisherigen Stil des Hauses. Auch dieser Umbau fällt im Ensemble der Fallmerayerstraße sofort auf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde der Altbau des bestehenden Kolpinghauses durch einen umfangreichen Neubau ergänzt. Der Neubau wurde direkt in die Straßenflucht eingefügt. Trotz seines großen Volumens übernimmt er auch in der Höhenentwicklung die Vorgaben des Bestands. Ohne die moderne Architektursprache zu verleugnen, ergänzt er das vorhandene
Straßenbild als unverkennbare Zugabe heutigen Bauens. Mit der zurückhaltenden modernen Fassade wird auch dieser Bau als neue Zutat wahrgenommen.
Ohne die moderne Architektursprache zu verleugnen, ergänzt das neue Kolping-Gebäude das vorhandene Straßenbild
Fazit: Es muss nicht alles so blei- merayerstraße sind auf lehrreiche ben, wie es immer schon war. Dann würde die Stadt zum Museum. Wenn aber ihr Charakter auch für kommende Generationen erhalten bleiben soll, dann muss die städtebauliche Struktur und Atmos-phäre bewahrt und fortgeführt werden. In der Fall-
Weise drei Beispiele zu besichtigen, wie dies mit und ohne Störungen des überkommenen Ensembles geschehen kann.
andreas.hempel@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Meine Meinung Andreas Gottlieb Hempel
Kein Dialog Neubau und Umbau auf der südlichen Straßenseite tanzen leider aus der Reihe: der Wohnhausneubau trotz qualitätvoller Architektur durch das Vorrücken in den Garten und der Umbau durch eine Aufstockung, die mit der alten Fassadenstruktur keinen Dialog eingeht. Vor allem aber wird der Charakter des ehemals schönen Gebäudes durch die schwerfälligen Betonstützen der Balkone verunklärt – mit einer leichten Stahlkonstruktion hätte man dies wohl besser bewältigt. Das neue Kolpinghaus mit seiner großen Baumasse führt dagegen vor, wie man sich zurückhaltend und dennoch selbstbewusst einfügen kann.
Reinhard K. Spren
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lbert Obri
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Rudi Rienzner und Direktor Karl Leitner bedanken sich beim Referenten
EVENT
„Vertrauen als Schlüsselfaktor im Leben“ Der Bestseller-Autor und Management-Experte Reinhard Sprenger sprach auf Einladung der Raiffeisenkasse Eisacktal über das ideale Maß an Vertrauen sowohl im Beruf wie auch im privaten Alltag.
Hansjörg Auer und Anni Erlacher
z Rund 500 begeisterte Mitglieder und Kunden kamen auf Einladung der Raiffesienkasse Eisacktal zum Vortrag des ManagementExperten Reinhard Sprenger, der über das ideale Maß an Vertrauen sprach. Unter dem Motto „Vertrauen führt: Worauf es im Leben wirklich ankommt!“ bot Reinhard K. Sprenger im Forum Brixen die Antworten auf die Fragen „Wie lebe ich Vertrauen?“ oder „Was bringt es mir eigentlich, anderen zu vertrauen?“. Gründe für Misstrauen lassen sich laut Sprenger immer leichter finden als solche für Vertrauen. Über letzteres spricht man meistens zu spät – nämlich erst dann, wenn es nicht mehr da ist. Sprenger erzählte auf spannende und amüsante Weise, wie das optimale Vertrauensverhältnis aussehen soll. Blindes Vertrauen hält er genauso für ungesund wie volles Misstrauen: „Die Kunst ist es, das richtige Maß zu finden.“
Evi Hilpold und Leo Kerschbaumer
Reinhard Sprenger, Jahrgang
Präsident Rudi Rienzner begrüßt die Gäste Maria Gasser, Silvia Zanotto, Paul Gasser, Paolo Rizzi Reinhard K. Sprenger
Georg und Gertraud Zingerle mit Franz Wunderer
Johann Holzer, Ilona Ellemunt, Hildegard Gargitter, sowie Barbara und Hubert Agreiter
1953, war als Leiter der Abteilung „Personalentwicklung und Training“ bei 3M Deutschland und hat dort die Mitarbeiterführung revolutioniert. Heute ist Sprenger als Trainer und Berater für Personalentwicklung tätig. Zu seinen Kunden zählen nahezu alle DAX100-Unternehmen. 65
Wirtschaft im Visier z Welche Voraussetzungen brauchen alle Wirtschaftszweige in Brixen, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Um Antworten auf diese Frage zu finden und die Bevölkerungen über das Wirtschaftstreiben in ihrem Umfeld zu informieren, startet der SVP-Wirtschaftsausschuss Brixen eine vierteilige Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Wirtschaft im Visier.“ Am ersten Abend werden unter dem Motto „Vom Haben zum Soll: Welche Bedin-
gungen braucht die Wirtschaft in Brixen?“ am 24. Januar im Forum Brixen um 20 Uhr namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine Standortbestimmung abgeben und in kurzen Statements die Situation beleuchten. Nach den Kurzreferaten erfolgt eine Podiumsdiskussion, die von Eberhard Daum moderiert werden wird. Die weiteren Abende widmen sich spezifischen Themen aus den Bereichen Industrie, Handel oder Tourismus. db
W&U Wirtschaft & Umwelt
BRIXEN
Zimmer für kranke Kinder
SMS
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Der Milchhof Brixen-Brimi konnte bei der 8. Internationalen Käsia de in Tirol gleich zwei Medaillen mit nach Hause nehmen: Die Mozzarella Ovoline wurde mit Gold ausgezeichnet, Silber gab es für die Mozzarella-Kugel. Beim Wettbewerb wurden 309 Käsesorten aus acht Ländern bewertet.
z Vier Südtiroler Firmen planten und entwickelten gemeinsam Einrichtung und Einteilung für ein bestmögliches Kinderkrankenzimmer. Ziel war und ist es, durch das Schaffen eines stimmigen Umfeldes den Kindern mehr Geborgenheit während des Krankenhaus-Aufenthaltes zu geben und in Folge auch den Heilungsprozess zu beschleunigen. Wesentlich eingeflossen sind dabei die Erwartungen und Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen. Entwickelt wurden das höhen- und längenverstellbare Bett „Tondo“ mit 360-Grad-Rundumsicht und hochziehbaren Seitenwänden, das Nachtkästchen „Dodo“, das Aufbewahrungsmodul „Dadi“, das als Kleiderschrank, Schreibtisch, Sessel oder Behälter für Spielsachen ein-
setzbar ist, und der Schlafsessel „Bugs“, der als Schlafgelegenheit für die Eltern oder als komfortabler Sessel dienen kann. Ebenso wurde die leuchtende Panoramaschiene „Sogno“ realisiert. Erste Prototypen der Elemente wurden im Dezember 2003 an der Europäischen Akademie EURAC in Bozen vorgestellt. Der Primar der pädiatrischen Abteilung in Brixen, Markus Markart, vereinbarte mit den Herstellern, dass das erste kindergerechte Krankenzimmer in Brixen erstellt wird. Nicht nur die Möbel, sondern der komplette Raum wurde nach dem Konzept der Planer gestaltet, also auch Boden, Oberboden, Wände und Bad. Die Rückmeldungen der bisherigen Patienten waren durchwegs positiv. oz
Ab Januar wird die Zone Stufels mit unterirdischen Presscontainern für die Abfallentsorgung ausgestattet. Mit dem „Eco-Underground“ entfällt die wöchentliche Restmüllsammlung, da die Entsorgungscontainer rund um die Uhr zugänglich sind.
Großen Anklang fand der erste „Tag der Industrie“ in der Berufsschule J. Ch. Tschuggmall. Hunderte von Schülern informierten sich an den Präsentationstischen von Unternehmen aus dem Eisacktal und nahmen an der Diskussionsrunde über die Berufsvielfalt in der Industrie teil.
Nachgefragt
„Natürlich Leidenschaft!“ ANGELO GAJA, der erfolgreichste Winzer Italiens und weltweit einer der bekanntesten Weinerzeuger, war kürzlich in der Brixner Vinothek Weingalerie zu Gast und stellte dort einige seiner berühmten Rotweine vor. Herr Gaja, wie wird man zum Weinpapst Italiens? Man muss vor allem Glück haben. Ich hatte aber auch einen erfolgreichen Vater und Großvater, die vor vielen Jahrzehnten Strategien für die Weinproduktion entwickelt haben, die wir heute noch befolgen. Wir kaufen zum Beispiel grundsätzlich keine fremden Trauben und keinen Wein für unsere Produkte an, sondern verwenden nur die eigenen Ernten aus unseren eigenen Weingütern in den Langhe und in der Toskana. Wir haben sehr hohe Qualitätsansprüche und verzichten auch mal auf eine gesamte Jahresproduktion,
wenn wir mit der Qualität der Trauben nicht zufrieden sind. Was ist Wein für Sie – eher Leidenschaft oder Laster? Natürlich Leidenschaft. Ein guter Wein hat immer mit Leidenschaft zu tun. Aber: Wein herzustellen ist meine Arbeit – ich könnte gar nichts anderes tun, was meine Leidenschaft vielleicht relativiert. Dabei hatte ich als Student eher missmutig zugestimmt, in diesen Bereich einzusteigen, als mich mein Vater mit 14 in die entsprechende Fachschule in Alba geschickt hatte. Was sagen Sie zu den Eisacktaler Weißweinen?
Die Qualität der Eisacktaler Weißweine hat in den letzten sieben bis zehn Jahren eine entscheidende Steigerung erfahren. Grund dafür ist das Engagement der neuen Winzer. Wenn ich aber einen Rat geben darf: Es hat wenig Sinn, im Eisacktal Energie in die Produktion von Rotweinen zu verschwenden. Es ist der Weißwein, mit dem das Eisacktal exzellente Ergebnisse bringen kann. In der ganzen Welt herrscht eine große Nachfrage nach exzellenten Weißweinen, und die Zone um Brixen hat dafür sehr gute Rahmenbedingungen und ausgezeichnete Weinanbauer. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info
Wirtschaft im Visier Vom Haben zum Soll: Welche Bedingungen braucht die Wirtschaft in Brixen?
Podiumsdiskussion mit namhaften Vertretern aus Politik & Wirtschaft Moderation: Eberhard Daum
Mittwoch, 24. Januar 2007 20.00 Uhr Forum Brixen SVP Wirtschaftsausschuss 67
Foto: Oskar Zingerle
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BRIXEN
Siebte Apotheker-Generation BRIXEN
Erster Glückspilz
z Zum 1. Jänner 2007 übergibt der Leiter der Brixner Stadtapotheke, Oswald Peer, den Betrieb an seinen Sohn Flo rian. Die vergangenen 30 Jahre als Stadtapotheker in Brixen waren geprägt von zahlreichen Erneuerungen in der Apotheke und behutsamen Restaurierungsarbeiten im geschichtsträchtigen Apothekenhaus. Seit etwa 17 Jahren gehört das gegenüber liegende Reformhaus Euvita zum Apothekenbetrieb, und 2002 wurde im zweiten Stock über der Apotheke das Pharmaziemuseum Brixen eröffnet. Umso größer ist deshalb die Freude, dass sich die Tradition des Apothekerberufes nach sechs Generationen weiter fortsetzt und nun die siebte Generation den seit 400 Jahren bestehenden Betrieb übernimmt. Florian
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Peer studierte Pharmazie an der Uni Freiburg in Breisgau und praktizierte anschließend in verschiedenen Apotheken in München und Hamburg. Mit dem erfolgreichen Abschluss eines Wettbewerbs in der Provinz Modena erwarb Florian Peer die vorgeschriebene Eignung zur Übernahme einer Apotheke. Zur offiziellen Übergabe am 31. Dezember lädt die Stadtapotheke Peer alle Kunden, Patienten, Geschäftspartner, Kollegen und Freunde ab 10 Uhr vormittags zum traditionellen Silvesterpunsch ein. Wer es an Silvester nicht schafft, kann gerne einen Tag vorher mit der Familie Peer in der Apotheke am Tribusplatz in Lana Abschied feiern. Hier übergibt Elisabeth Peer ihre Apotheke an den Sohn Stephan. db
z Besonders viel Freude beim Rubbeln der Lose der Weihnachtsüberraschung Eisacktal-Wipptal hatte Emanuela Pattis aus Brixen: Sie kaufte beim Elektrofachgeschäft Reichhalter einen Laptop für ihren persönlichen Gebrauch und erhielt dementsprechend eine größere Anzahl an Losen. Zuhause ging es dann ans Rubbeln – und plötzlich brach der große Jubel aus: Hinter einer der Rubbelflächen kam das Abbild des VW Polo, einer der drei Hauptgewinne, zum Vorschein! „Zuerst konnte ich es gar nicht glauben“, schildert Emanuela Pattis ihre besondere Weihnachtsüberraschung, „ich sagte mir immer wieder vor, dass das gar nicht sein könne.“ Das Auto wird der glücklichen Gewinnerin in feierlichem Rah-
men nach Abschluss der Aktion übergeben werden. „Erst einige Tage nach dem Rubbeln bin ich in die Altstadt gegangen, um mir das Auto, das dort ausgestellt ist, anzuschauen.“ In den Semesterferien wird ihr neues Fahrzeug sicherlich zum Einsatz kommen: „Wir planen, damit in den Winterurlaub zu starten“, erzählt Emanuela Pattis. Derzeit sind noch zwei weitere VW Polo sowie zahlreiche Einkaufsgutscheine im Wert von 25, 50 oder 100 Euro hinter den silbernen Rubbelflächen versteckt. Im Bild (v.l.n.r.): Michael Kerschbaumer (Verband der Kaufleute und Dienstleister), Gewinnerin Emanuela Pattis mit dem Glückslos, Johann Astner (Obmann der Kaufleute Brixen). db
EISACKTAL
Wege im Internet z 20.000 Kilometer markierte Wanderwege gibt es in Südtirol. Wandern liegt im Trend und ist für Südtirol ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Beim „Südtirol Wegeprojekt“ werden jetzt neue Technologien angewandt. Mit Hilfe des satellitengestützten Positionierungssystems, dem GPS, wird das Wegenetz erfasst, digitalisiert und im Internet abrufbar sein. In den letzten Jahren waren deshalb in den Tälern Südtirols die Vermesser mit ihren GPS-Geräten unterwegs. Von Juli bis November wurde nun auch der Großraum Brixen vermessen: Meter für Meter wurden alle markierten Wanderwege mit ihrer Steigung und Beschaffenheit und mit allen wichtigen Orientierungspunkten erfasst. Jetzt werden die gesammelten Daten ausgewertet und ausgearbeitet. Die Aufbereitung wird rund ein Jahr dauern, da des
Öfteren Nachmessungen notwendig sein werden. Zur Vermittlung der Daten wird ein Internetportal aufgebaut, auf das jeder zugreifen kann. Nach einer Einschulung sollen Wegehalter in einem geschützten Bereich der Homepage Änderungen vornehmen können. Sollte ein Weg abgerutscht oder beschädigt sein, kann dies über das Portal mitgeteilt und dort geprüft werden. Im Frühjahr 2007 ist die öffentliche Präsentation der Wanderhomepage geplant. Die Vorteile eines solchen Systems sind die zentrale Datenhaltung und Vernetzung, verbessertes Informationsmanagement, Aktualität und langfristige Sicherstellung der Betreuung. Ende 2007 soll das Wegeprojekt abgeschlossen sein. Nächste Schritte wie die Aufnahme der Klettersteige und der Mountainbikewege werden bereits ins Auge gefasst. hg
Stadtgeheimnisse Warum dient die Brixner Umgebung als Kulisse für eine Krippe im Vinzentinum? Die Brixner Landschaft als Hintergrund für eine Krippenszene – beim Anblick der Krippe im Vinzentinum kommt so mancher ins Grübeln. Der Grund für die Wahl dieser Kulisse liegt beim Krippenbauer, Ferdinand Plattner. Seine große Leidenschaft galt schon von Kindesbeinen an dem Krippenbau. 1924 gründete der Priester und spätere Kanonikus in Sarns eine Krippenbauschule, in der sich junge Männer im Schnitzen von Figuren und im Bauen von Krippenbergen weiterbilden konnten. Ungezählte Krippen sind aus dieser Schule über die Grenzen unseres Landes hinaus verbreitet worden. 1927 wurde unter seiner Aufsicht in einem Saal neben dem Kreuzgang in Brixen ein Krippenmuseum eingerichtet. Die Krippenleidenschaft brachte Ferdinand Plattner sogar ins Gefängnis: Als Spitzel 1943 seine Ausstellung besuchten und er sich den Scherz der Aufstellung einer „arischen Krippe“ erlaubt hatte, wanderte er sofort ins Kittchen. Als Krippenapostel in die Geschichte eingegangen, verstarb Plattner 1950 im Alter von 81 Jahren in Sarns und wurde in Albeins beigesetzt. hg Anregungen: redaktion@brixner.info
VAHRN
Tanken von Methangas z Seit mehreren Jahren wird von der Südtiroler Landesverwaltung der Umstieg auf Autos propagiert, die mit dem günstigeren und umweltfreundlicheren Methangas betrieben werden. Allerdings musste man sich auf mehrere Probleme einstellen, wenn man ein solches Auto kaufen wollte. Zum einen boten nur wenige Autohersteller serienmäßig Autos mit entsprechenden Motoren an, zum anderen fehlten in unserem Land die Tankstellen, an denen man mit Methangas tanken konnte. In beiden Fällen hat sich die Situation mittlerweile gebessert. Nach jahrelangem Warten gibt es bald auch eine entsprechende Tanksäule in Vahrn. Sie wird bei der Tankstelle Q8 aufgestellt, die am nördlichsten Rondell, der so genannten Pustertaler Kreuzung, liegt. Beim Errichten einer solchen Tankstelle müssen zahlreiche strenge Bestimmungen eingehalten werden, die unter anderem die Entfernung einer solchen Tanksäule zu den „normalen“ Benzin- und Dieseltank-
säulen betrifft. „Das aktuelle Betriebsgelände der Tankstelle war etwas zu klein, deshalb musste erst ein Stück des anliegenden Grundes angekauft werden“, erklärt Wolfgang Plank, der Direktor der Stadtwerke Brixen. Dieser Grundstreifen muss nun im Vahrner Gemeinderat einer neuen urbanistischen Nutzung zugeführt werden. Der entsprechende Tagesordnungspunkt wird in der Dezembersitzung diskutiert; man erwartet eine klare Mehrheit. Dann können die Stadtwerke die Gasleitung, die heute bis zum Rondell reicht, zur Tankstelle weiterführen, damit diese die Tanksäule beliefern kann. Mit ihrer Inbetriebnahme ist im Frühjahr 2007 zu rechnen. amm
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VAHRN
Aufbereitung des BBT-Gesteins z Die Firma Beton Eisack aus Klausen plant derzeit eine hochmoderne RohmaterialVeredelungsanlage nahe der Autobahneinfahrt in Vahrn. Durch den strategisch günstigen Standort der Anlage bietet sie sich zur Verarbeitung des aus dem Brennerbasistunnel geförderten Materials förmlich an. Ob sie dafür auch zum Einsatz kommt, ist aber noch nicht
entschieden. Mit der neuen Rohmaterial-Veredelungsanlage will Beton Eisack eine Vorreiterrolle in Sachen umwelt- und ressourcenschonender Material aufbereitung und -veredelung übernehmen. Das vorgesehene Areal wird zwischen acht und 18 Meter vertieft, sämtliche Lärm und Staub produzierenden Maschinen werden zudem eingehaust. Dadurch soll die pro-
Starthilfe
duktionsbedingte Staub- und Lärmbelästigung wirkungsvoll eingedämmt werden. Der für den Veredelungsprozess erforderliche Wasserbedarf wird durch eine 800.000 Liter fassende Regenwasser-Wiederverwertungsanlage gedeckt. Eine großflächige Dach- und Arealbegrünung soll die Anlage harmonisch in das Landschaftsbild einbinden. Der Materialtransport aus der Tunnelröhre zur Veredelungsanlage soll über ein innovatives Förderband erfolgen. Dieses Förderband arbeite äußerst geräuscharm und ohne
jegliche Staubbelastung, teilte Beton Eisack mit. „Der verursachte Geräuschpegel wird 55 bis 60 Dezibel nicht überschreiten, was in etwa mit Vogelzwitschern zu vergleichen ist“, erklärte Hermann Frühstück von der Herstellerfirma Doppelmayr. Das veredelte Material würde auf demselben Weg zur Auskleidung des Tunnels wieder in diesen hineinbefördert werden. Die Planer rechnen damit, dass sich durch den Einsatz des Fördersystems bis zu 200 LKWTransporte pro Tag verhindern lassen. oz
Neue Unternehmen in und um Brixen
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Brixen, Bäckergasse 4
Brixen, Dorfplatz Milland
Brixen, Adlerbrückengasse 3
Hannes Niedermayr und Rosi Niederbrunner haben die Spaghetteria & Bar Bernstein eröffnet. Sie bieten von 10 bis 22 Uhr eine kleine, aber feine Auswahl täglich wechselnder Vorspeisen. Auf der Getränkekarte findet man ausgewählte Drinks.
Das etwas andere Szenelokal bietet einzigartige Events und viel Unterhaltung. Über die Weihnachtsfeiertage servieren Hubi und sein Team gleich drei Highlights: Christmasnight am 22.12., Silvester-Party am 31.12., und am 06.01. die drei (schein-)heiligen Könige.
Salvatore Tantillo und Raffaele Sutterra bringen einen Hauch sizilianischen Flairs in das Lokal am Millander Dorfplatz. Von 7 bis 22.30 Uhr erwarten Sie morgens ein Frühstücksbuffet, mittags warme Speisen, am Nachmittag sizilianischer Kuchen, ab 18 Uhr beginnt die Happy Hour.
Enrico Astolfi hat vor kurzem die Jausenstation „The Pink“ in der Adlerbrückengasse übernommen. Er bietet mittags und abends einfache, aber schmackhafte und frisch zubereitete Gerichte. Geöffnet ist das Lokal jeweils von 8 bis 15 Uhr und von 17 bis 23 Uhr.
Villa Berta --------------------------------------------------------- TerraSan -------------------------------------------------------------- Sorelle Ramonda --------------------------------------- Après-Ski-Lokal „p3“ ------------------------Brixen, Kassianstraße 9
Brixen, Trattengasse 18
Vahrn, Brennerstraße 35
St. Andrä, Talstation Ploseseilbahn
Der ehemals beliebte Studententreff öffnet wieder nach vierjähriger Pause. Das Lokal präsentiert sich nun in einem erfrischend jugendlichen Stil. Andrea Chini und sein Team bieten Snacks und kleine Gerichte für Studenten und Berufstätige.
In Kürze eröffnet Christian Stampfl das Geschäft TerraSan in der Trattengasse. Die Weingalerie führt er weiterhin gemeinsam mit Gabriela Mair am Tinkhof. Das breite Sortiment umfasst Kräuter, Tees, Marmeladen, ätherische Öle, Salben, Wein, Grappa und vieles mehr.
Seit kurzem ist das Modehaus Kofler in Vahrn unter neuer Führung. Die bekannte italienische Modekette Sorelle Ramonda hat das Geschäft übernommen und bietet in großer Auswahl für Damen, Herren und Kinder Mode bekannter Marken zu hervorragenden Preisen.
Am 21. Dezember eröffnet an der Talstation der Ploseseilbahn das Après-Ski-Lokal „p3“. Das neue „In“-Lokal hält den ganzen Winter täglich ab 9 Uhr geöffnet, ab 14 Uhr heißt es „Party, Power, Plose im p3“, mit Disco-Fox, Oldies, Evergreens und heißen DJ-Paraden.
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Wir wünschen frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr.
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Wirtschaft & Umwelt
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VERBAND FÜR KAUFLEUTE UND DIENSTLEISTER
„Grüner Specht“
Der Verband für Kaufleute und Dienstleister zeichnet 46 Südtiroler Lebensmittel- und Gemischtwarengeschäfte mit dem „Umweltsiegel 2007“ aus.
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6 Südtiroler Lebensmittelund Gemischtwarengeschäfte dürfen für das kommende Jahr 2007 das Umweltsiegel führen. Sie haben somit die vom Projekt Umweltsiegel im Lebensmittel- und Gemischtwarenhandel festgelegten Kriterien und strengen Prüfungen erfüllt sowie die entsprechenden Kontrollen bestanden. Die Betriebe wurden kürzlich am Sitz des Verbandes für Kaufleute und Dienstleister in Bozen ausgezeichnet. Das groß angelegte Projekt wird seit neun Jahren vom Verband in Zusammenarbeit mit der Landesagentur für Umwelt und Arbeitsschutz sowie der Landesabteilung für Handel erfolgreich durchgeführt. An der Verleihung nahmen unter anderem Verbandsdirektor Dieter Steger, der Landesrat für Umwelt, Michl Laimer, der Direktor des Amtes für Handel und Dienstleistungen, Umberto Meneghelli, und jener des Amtes für Abfallwirtschaft, Giulio Angelucci, teil. Das Gastreferat von Hans Lösch, Präsident des Verbandes Bioland Südtirol, war den Produktionsund Vermarktungsstrategien der biologischen Produkte Südtirols gewidmet. Die Betriebe, die die Herausforderung nicht gescheut haben, sind gemäß dem umfassenden Kriterienkatalog und dem darin festgelegten Punktesystem geprüft und bewertet worden. Den Unterschied zu herkömmlichen Geschäften macht dabei die aktive Umsetzung im eigenen Betrieb von umweltverbessernden Maßnahmen aus. Dies sind beispielsweise die Mülltrennung, die Anbringung von Fahrradständern vor dem Geschäft oder die Verwendung von Kühlanlagen mit Wärmerückgewinnungstechnik. Außerdem bieten die Umwelt-
siegel-Geschäfte umweltfreundliche sowie regionale Produkte, Bioprodukte und/oder Ware aus dem Gerechtem Handel an. Die Kriterien des Umweltsiegels stellen eine interessante Möglichkeit für den Lebensmitteleinzelhandel dar, auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden einzugehen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Sie basieren auf drei wichtigen Elementen: bio, fair und lokal. Biologische Produkte, Produkte aus dem gerechten Handel und lokale Produkte oder Mehrwegsysteme stellen somit ein Zusatzangebot für die Kunden dar. z
Wer hat den „Grünen Specht“? Folgende Betriebe des Bezirks Eisacktal wurden mit dem „Umweltsiegel im Lebensmittel- und Gemischtwarenhandel“ ausgezeichnet: · A. Huber Gemischtwaren, Kirchbichl 30, Vintl/Pfunders · Despar Ploner, Dorf 22, Lajen · Supermarket Überbacher, Dorf 14, Lajen · Trenkwalder Josef, Stange 2, Ratschings · Despar Jocher, Dorfstraße 27/B, St. Andrä · Konsum Ohg, Latzfons 14, Latzfons · Santifaller A. Dorfladen, Teis 26, Villnöss · Conad Market Unterpertinger, Wiedenhofegg, Vintl
Die Umweltsiegelgeschäfte 2007 im Eisacktal: Despar Ploner Lajen Supermarket Überbacher Lajen Despar Jocher St. Andrä Konsum OHG Latzfons Latzfons Santifaller A. – Dorfladen Teis Das Umweltsiegel steht für die Verbreitung der Umweltidee. So finden Sie in diesen Geschäften ökologische, biologische und regionale Produkte, sowie Waren aus dem Gerechten Handel.
Autonome Provinz Bozen Landesagentur für Umwelt und Abteilung Handel
Verband für Kaufleute und Dienstleister www.verband.bz.it
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Extra Trends & Wirtschaft
Aktiv für den Kunden
GP&P
Gegründet 1997, beschäftigt GP&P mittlerweile zehn Mitarbeiter on tour, die Finanzberatung leisten und die Buchhaltung übernehmen.
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as Zusammenspiel von Büroorganisation, Betreuung und Beratung spielen im Unternehmen eine der wichtigsten Rollen; zudem spart GP&P mit dem „on tour“-System Zeit und Geld. Durch das Outsourcing der Buchhaltung und Finanzberatung – auch in Krisensituationen – kann sich der Unternehmer auf sein Kerngeschäft konzentrieren.
GÜNTHER PLATTNER
Zur operativen Arbeit der
Buchhaltung bietet die GP&P wesentliche Leistungen wie Kostenrechnung und Bilanzierung – Begriffe, die auch im kleineren Unternehmen zunehmend wichtig werden und eine Entscheidungshilfe bieten, wenn es um die strategischen Pfeiler für die Zukunft des eigenen Unternehmens geht. Die Erstellung der
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Zwischenbilanzen sowie die Erstellung der endgültigen Bilanz vor Steuern gehören zu diesem Dienstleistungsbereich genauso wie die Führung der Ist-Kostenrechnung, die Erstellung der Plan-Kostenrechnung, die Kontrolle der Kostenstellen und die Erstellung des Reporting.
Günther Plattner (Mitte sitzend) mit seinem GP&PTeam GP&P verliert in allen Situatio nen nie das oberste Ziel aus den Augen: Das Unternehmen dorthin zu führen, dass alle Beteiligten einen finanziellen und persönlichen Wert nachhaltig durch eine professionelle
„Jedes Unternehmen ist anders, hat Eigenheiten und Eigenschaften, die nicht standardisiert werden können. Deshalb suchen wir individuelle Lösungen und arbeiten vor Ort, damit wir ein Teil des Unternehmens unserer Kunden werden.“
Tätigkeit festigen können. Infos auf der neuen Homepage: www.gp-p.it z
Zeitlos schön
KARAT²
„karat²“, das Schmuck- und Uhrengeschäft für individuelle Wünsche, ist nicht nur dem Namen nach „hochkarätig“.
D
Extra
as Schmuck- und Uhrengeschäft „karat²“ in Brixen hat sich auf die vielseitigen Bedürfnisse seiner Kunden spezialisiert. Neben dem Verkauf handelsüblicher Ware sind viele Schmuckeigenkreationen erhältlich, die unverwechselbar und zeitlos schön die Individualität ihrer Träger unterstreichen.
FRANZ KELLERER UND MARTIN UNTERKIRCHER
Vor eineinhalb Jahren über-
nahmen der Goldschmied Martin Unterkircher und der Uhrmacher Franz Kellerer das Schmuckgeschäft der Familie Pramstaller unter den Kleinen Lauben. Heute findet der Kunde im Meisterbetrieb einen Service von der Fertigung des Schmuckstücks mit persönlicher Note bis zur Umarbeitung und Reparatur – alles unter einem Dach. „Die Faszination, aus einem edlen Metall etwas Fertiges, Einmaliges zu schaffen“ hat Martin Unterkircher dazu bewogen, den Beruf des Goldschmiedes zu erlernen. Acht Jahre lang betrieb er eine eigene Goldschmiedewerkstatt gegenüber vom heutigen Geschäft. Auch wenn er mit Gold am liebsten arbeitet, ist er überzeugt, dass das Material nicht allein ausschlaggebend für ein gelungenes Schmuckstück ist. „Eine in sich stimmige Form, die Einmaligkeit des Entwurfs und eine handwerklich perfekte Ausführung ermöglichen in Verbindung mit den unterschied-
„Als Uhrmacher und Goldschmied bringen wir die Spezialisierung mit, um im Schmuckgeschäft ‚karat²’ den unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden – von der Uhrmacherei bis hin zur Kreation unverwechselbarer, individueller Schmuckstücke.“
Uhrmacher Franz Kellerer hat sein Hobby zu seinem Beruf gemacht lichen Materialien Kreationen von leicht verspielt bis auffallend markant“, erklärt er. Extravagante Phantasieschliffformen, die Verwendung hochwertiger Edelsteine oder Perlen sowie Materialien von Gold über Platin bis Silber geben den von Unterkircher gefertigten Ringen, Colliers und Ohrringen die auf den Kunden abgestimmte unverwechselbare Note.
Mechanische Uhren hinge-
gen liegen dem Uhrmachermeister Franz Kellerer mit dem Spezialgebiet mechanische Chronographen besonders am Herzen. „Sie haben mehr Seele, mehr Charakter“, sagt er. Für ihn spiegeln Uhren den Charakter des Trägers wider; Uhren haben längst den Sinn des Zeitmessers überholt. „Meistens
In handwerklicher Goldschmiedekunst kreiert Martin Unterkircher einzigartige Schmuckstücke steht die Freude an der Form im Vordergrund: Die Uhr wird zum Ausdruck des persönlichen Geschmacks“, weiß Kellerer aus
Erfahrung. So begeistert der Uhrmacher von „seinen“ Uhren spricht, so sorgfältig erledigt er alle Arten von Reparaturen, Gehäuseauffrischungen sowie Generalüberholungen. „Wir bieten in unserem Geschäft einen vollständigen Service vom Verkauf bis zur Reparatur, die wir in unserer eigenen Werkstatt ausführen“, verweist Kellerer auf die vorteilhafte Kombination des Uhrmachers und Goldschmiedes unter einem Dach sowie auf das reiche Sortiment hochwertiger mechanischer Uhren. z
brixen kleine lauben 1 info@karat2.com t 0472 200263
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Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
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amilien können sich freuen! Viele Reiseveranstalter bieten Pakete an, bei denen Kinder nahezu gratis mitfahren können oder sogar Jugendliche bis zu 18 Jahren in den Genuss einer Ermäßigung kommen. Durch eine Frühbuchung kann daher eine Kreuzfahrt oder ein Kultururlaub mit Bade- und Städteaufenthalt für eine Familie mit zwei Kindern nahezu genauso günstig sein wie ein billiger zweiwöchiger Badeurlaub all inclusive. Besonders bei Kreuzfahrten gibt es attraktive Familienpakete mit Frühbucherermäßigung und erheblichen Kinderbegünstigungen: So kostet eine Woche Mittelmeerkreuzfahrt für eine Familie gleich viel wie eine Woche Badeurlaub. Auch sind Kinder im dritten und vierten Bett der Kabine kostenlos; es fallen für sie nur die Hafengebühren an. Bei „Costa Crociere“ sind siebentägige Mittelmeer-Kreuzfahrten ab 549 Euro erhältlich. Im Winter zählen die Karibik, Indonesien, Vietnam, Oman oder die Vereinten Arabischen Emirate als Destinationen. Auch der beliebte Reiseveranstalter „Magiclife“ bietet eine Vielzahl an familienfreundlichen Frühbucherangeboten im Mittelmeer: Bei einer Buchung bis Ende März gilt die einmalige Kinderpauschale von 199 Euro für Kinder von 2 bis 16
Jahren bei Urlauben von einer oder zwei Wochen. Ab Innsbruck werden wieder viele Traumdestinationen wie Griechenland, Türkei, Ägypten, Spanien, Sardinien angeflogen. Je nach Destination können Urlaubsaufenthalte von neun, zehn oder sogar zwölf Tagen geplant werden, die einen höheren Erholungsfaktor bieten als eine Urlaubswoche. Manche Reiseveranstalter bieten sogar den Flughafenparkplatz Innsbruck inklusive. z
DOROTHEA CASSINI „Planen Sie rechtzeitig und nutzen Sie unsere Frühbucher-Angebote! Das Team von Ceylon Travel in Brixen und Sterzing hilft Ihnen bei Ihrer Urlaubsplanung 2007. Seit August betreut Sie in unserer Sterzinger Filiale Franz Depian, der zuvor viele Jahre bei Demi Reisen in Brixen tätig war.“
AUTOINDUSTRIALE
Action abseits der Piste 4Matic for Dolomiti: Souveränes Fahrgefühl auf allen Vieren. Testfahrten in Obereggen und Plan de Gralba bieten erlebnisreichen Winterspaß.
Extra
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iese Wintersaison steht unter einem doppelt guten Stern, denn auf alle wartet ein einzigartiges Fahrgefühl sowohl auf Skiern als auch auf vier Rädern. Mercedes-Benz bietet gemeinsam mit Dolomiti Superski das doppelte Fahrvergnügen: An insgesamt zehn Aufstiegsanlagen im Skikarussell Dolomiti Superski können die neuen Modelle mit dem Allradantrieb 4Matic von Mercedes-Benz nicht nur gesehen, sondern auch gefahren werden. Dabei wirbelt der Schnee auf, es kann gedriftet, gelenkt und beschleunigt und auf diese Weise extremer Fahrspaß auf vier Rädern erlebt werden. Autoindustriale lädt dazu am Samstag, 16. Dezember, an der Obereggen Talstation und am Samstag, 13. Jänner, an der Talstation von
Gustav Trocker, Berater Pkw MercedesBenz im Eisacktal, Tel. 339 8178444 „Kommen Sie zu unserem Test Drive am 16. Dezember in Ober eggen und am 13. Jänner an der Talstation von Plan de Gralba. Erleben Sie hautnah die Vorteile des Allradantriebes unter extremen Bedingungen. Es erwartet Sie ein Abenteuer auf vier Rädern!“
Plan de Gralba mit unterhaltsamem Rahmenprogramm ein. GL, ML, R- und E-Klasse 4Matic versprechen dabei einen unvergesslichen Test-Drive. z
4MATIC. Der Unterschied zwischen Mercedes-Benz und den herkömmlichen Allradantrieben. GL, ML, R und E-Klasse. Entdecken Sie 4MATIC in vier aufregenden Ausführungen von Montag, 11. bis Freitag, 15. Dezember in unseren Showrooms. Bei Bestellung eines dieser Modelle erhalten Sie einen Gratis-Skipass für die gesamte Wintersaison im atemberaubenden Skikarussell Dolomiti Superski.
Genießen Sie das außergewöhnliche Fahrgefühl auf Schnee und einen erlebnisreichen Tag am Samstag, 16. Dezember 2006 in Obereggen, am Samstag, 13. Jänner 2007 in Plan de Gralba, am Samstag, 3. Februar 2007 in Corvara und am Samstag, 3. März 2007 in Reischach an den jeweiligen Talstationen.
Galvani Straße, 41 - BOZEN - Tel. 0471/550000 J. G. Mahl Straße, 48 - BRUNECK - Tel. 0474/570000 www.autoindustriale.com 77
40-Jahr-Jubiläum Die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen schreibt Geschichte: Das 40-Jahr-Jubiläum wurde mit einer würdigen Feier samt Mitgliederehrung und Informationsvermittlung begangen.
B
ereits nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in Europa die Bauarbeiterkassen und verfolgten das Ziel, den Beschäftigten zusätzlich zum Lohn bestimmte Leistungen zu sichern. Die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen wurde 1966 gegründet und ist eine vertraglich vorgesehene Einrichtung, also das Ergebnis von Tarifverhandlungen, die zwischen den Sozialpartnern auf gesamtstaatlicher und auf Landesebene geführt worden sind. Die Bauarbeiterkasse wird von einem Verwaltungsrat, bestehend aus acht Arbeitgebervertretern und acht Gewerkschaftsvertretern, verwaltet. Der Bauarbeiterkasse steht ein Präsidium vor, das aus zwei Arbeitgebervertretern und zwei Gewerkschaftsvertretern besteht.
Fotos: www.byou.it
Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
BAUARBEITERKASSE
Die Zusatzleistungen, die die Bauarbeiterkasse bietet, sind maßgeschneidert auf die besonderen Bedürfnisse des Bausektors.
v.l.n.r.: Josef Ausserhofer (Beisitzender Präs. BK), Vittorio Repetto (Präsident BK), Maurizio D’Aurelio (Vize-Präs. BK) Giuseppe Terranova (Beisitzender Vizepräs. BK)
Finanziert werden die Leistun-
gen der Bauarbeiterkasse über sozialpartnerschaftlich festgelegte Beiträge, die die in Südtirol tätigen Bauunternehmer und Arbeiter monatlich an die Kasse zahlen. Kernaufgabe der Bauarbeiterkasse ist nach wie vor, den Beschäftigten im Baugewerbe zusätzlich zum Lohn bestimmte Leistungen zu sichern. Die Arbeit im Baugewerbe unterscheidet sich wesentlich von jener in anderen Sektoren. Bauarbeiter müssen aufgrund der ständig wechselnden Baustellen mobil sein, Wetter und Klima bedingen die Arbeit mit, und immer wieder müssen neue Herausforderungen bewältigt werden. Die Zusatzleistungen der Bauarbeiterkasse (siehe Kasten) sind auf die Bedürfnisse des Bausektors abgestimmt. Eine weitere Aufgabe, die der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren der Bauarbeiterkasse übertragen hat, ist die aktive Rolle bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit. Rechtssicherheit auf einen Blick ermöglicht das so genannte DURC (Documento Unico di Regolarità Contributiva), also die Sammelbescheinigung der ordnungsgemäßen Beitragslage. In Folge eines einzigen Gesuchs wird durch dieses Dokument 78
terkasse waren, erhalten eine einmalige Prämie von 250 Euro ausbezahlt. z
v.l.n.r.: Vittorio Repetto (Präsident Bauarbeiterkasse), Vizepräsident Maurizio D’Aurelio, Giuseppe Terranova (Beisitzender Vizepräsident) die Beitragslage einer Firma bei NISF/INPS, INAIL und Bauarbeiterkasse bescheinigt. Damit ist das DURC ohne bürokratische Mehrbelastung für die Unternehmen ein einfaches Mittel, um die Bewegungen in der Arbeitswelt zu beobachten und zu erfassen, die Schwarzarbeit zu bekämpfen und Daten über die Tätigkeiten der Auftragnehmer zu sammeln.
Derzeit sind in der Bauarbeiter-
kasse über 18.000 Arbeiter eingetragen, etwa 12.000 davon arbeiten in rund 800 Unternehmen der Bauindustrie, an die 6.000 in etwa 1.250 Unternehmen des Bauhandwerks. Die Bauarbeiterkasse verwaltet jährlich rund 30 Millionen Euro. Seit dem 1. Jänner 2006 stellt die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen die Sammelbescheinigung der ordnungsgemäßen Beitragslage (DURC) aus. Mittlerweile hat sie weit über 1.000 solche Bescheinigungen ausgestellt, wobei die einzelnen
Anfragen generell innerhalb weniger Tage bearbeitet werden. Sehr gut funktioniert dabei die Zusammenarbeit mit NISF und INAIL, die die nötigen Informa tionen zur Verfügung stellen müssen.
Am 18. November feierte
die Bauarbeiterkasse der Autonomen Provinz Bozen im Auditorium der Landesberufsschule das 40-Jahr-Jubiläum. Im Mittelpunkt stand die Auszeichnung verdienter Bauarbeiter und der Firmen, die seit vielen Jahren der Bauarbeiterkasse angehören. Anlässlich des Jubiläums erhielten die Bauarbeiter als zusätzliche Arbeitskleidung eine Winterjacke der Marke Salewa. Die Voraussetzung hierfür waren 1.000 angereifte Arbeitsstunden, einschließlich Lohnausgleich und Unfall, im Zeitraum vom 1. Juli 2005 bis zum 30. Juni 2006. Alle Bauarbeiter, die zum 30. September 2006 seit mindestens zehn Jahren Mitglieder der Bauarbei-
· Bei Unfall, Krankheit und Berufskrankheit sichert die Bauarbeiterkasse den Bauarbeitern den 100prozentigen Lohn. · Die Baufirmen hinterlegen bei der Bauarbeiterkasse das Urlaubsund Weihnachtsgeld, das den Arbeitern jährlich ausbezahlt wird. · Die Bauberufsalterszulage: Infolge der Besonderheiten und der Mobilität dieses Wirtschaftsbereiches ist die Bauberufsalterszulage die einzige Möglichkeit, die in anderen Sektoren bestehenden Dienstalterszulagen auszugleichen. · Ergänzende Auszahlungen zugunsten von Arbeitern, die an Tuberkulose leiden. · Beiträge für Brillen, Zahnbehandlungen und -prothesen, verschiedene Prothesen u. ä. · Sterbegeld bei Tod von Angehörigen ersten Grades. · Maßnahmen zugunsten von Arbeitern, die bei Unternehmen beschäftigt sind, die mit Konkursverfahren, kontrollierten Verwaltungen oder außergerichtlichen Verfahren belastet sind. · Leistungen zugunsten von Familienangehörigen (Ferienaufenthalte in Kolonien, Rückvergütung von Studienausgaben, Zahnapparate für minderjährige Kinder u. ä.). · Allen Bauarbeitern, die Eltern werden, gewährt die Bauarbeiterkasse in den nächsten fünf Jahren einen Geburtenscheck in der Höhe von 200 Euro. · Zusatzleistungen für Bauarbeiter, die eine Arbeitsunfähigkeits-, Alters- oder Dienstaltersrente erhalten. · Versicherung der Bauarbeiter auch gegen außerberufliche Unfälle (Tod oder Invalidität).
Extra
Bauarbeiterkasse / Cassa Edile
Valentin Ladurner / Bauunternehmer, Mitglied der Bauarbeiterkasse seit 1992
Bauarbeiterkasse. Seit 40 Jahren an Ihrer Seite.
Ăœber 2.000 Unternehmen und 19.000 Arbeiter/innen, 5.018 ausgestellte DURC und mehr als 35 Millionen Euro ausgezahlte Leistungen im Jahr 2006. Bauarbeiterkasse, die Fakten sprechen fĂźr uns.
www.cassaedile.bz.it | Marconistr. 2 | 39100 Bozen | Tel. 0471 305000 | Fax 0471 305045
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Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
BRENNEREI RONER
Bester Geschmack Die Brennereien Roner sind Südtirols Beitrag zur Geschmacksbildung. Von der Kunst, den Geschmack von Wald, Wein und Obstgärten in einem einzigen Tropfen festzuhalten.
W
er die modernen Produktions- und Abfüllanlagen der Brennereien Roner in Tramin besichtigt, der darf auch einen Blick in die Vergangenheit werfen – ins alte Wohnhaus der Familie. Hier wurde im Jahre 1946 vom Firmengründer Gottfried Roner eine Brennblase aufgestellt und die erste Grappa destilliert. Aus dieser „Hausgrappa“ ist eine weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannte und beliebte Marke geworden.
Heute ist Roner der Inbegriff
der Südtiroler Destillationskunst und hat bei Konsumenten wie auch in der anspruchsvollen Gastronomie einen festen Platz. An der engen Beziehung der Destillateure aus Tramin zu ihren Produkten und an ihrer Leidenschaft für die Verfeinerung der „geistigen“ Genüsse hat sich bis heute nichts geändert. Auch in der dritten Generation wachen die Mitglieder der Familie Roner persönlich über die Qualität. An erster Stelle steht dabei die Echtheit und Natürlichkeit der Brände. Dies erfordert Genauigkeit und Sorgfalt in allen Details
KARIN RONER „Das Zitat auf dieser Seite ist für uns ein Leitsatz, der zum Ausdruck bringt, was für uns Qualität bedeutet. Auch wenn kurzzeitig der ‚Marktwind’ versucht, auf unseren Weg Einfluss zu nehmen, so sind trotzdem wir es,die die Segel auf Qualitätskurs halten.“
Außenmantel. Nur so bleiben das intensive Aroma und der weiche Charakter des Obstes erhalten. Die Grappas von Roner haben es in sich. Noch im kleinsten Schluck finden sich die geschmacklichen Merkmale der Südtiroler Weinrebsorten unverfälscht und vollständig wieder: vom Bauernschnaps über Grappa Gold, Grappa Bian
„Die Segel bestimmen den Kurs, nicht der Wind.“ und ständige Kontrolle. So überprüfen die Familienmitglieder persönlich die zur Herstellung benötigten Rohstoffe, den Einsatz neuer Fertigungsmethoden sowie die Destillierzeiten und erteilen erst nach sorgfältiger Prüfung das endgültige Einverständnis für die Erzeugung.
Eine besondere Rolle für die
Qualität der Produkte spielen die erstklassigen Früchte Südtirols. Mit der Destillation von Äpfeln begann eine für das Unternehmen äußerst fruchtbare Ära, die bis heute andauert. Auf Äpfel folgten Birnen und damit das Top-Produkt „Williams“. Destilliert wird nach alter Tradition zweimal in Brennblasen mit 80
ca bis hin zu den sortenreinen Grappas aus Trestern von Müller-Thurgau, Gewürztraminer, Sauvignon, Chardonnay, Pinot Noir, Cabernet, Lagrein oder St. Magdalener.
Ganz besonders stolz sind
die Brennmeister auf ihre Grappa der neuen Generation: La Morbida. Hier werden frische Trester der Rebsorten Goldmuskateller und Chardonnay in getrennten Behältern vergoren, anschließend zehn Monate gelagert und danach im richtigen Verhältnis gemischt. Das Ergebnis ist ein Cuveé von außerordentlicher Eleganz und Weichheit, wie geschaffen für den anspruchsvollen Gaumen.
Durch die Destillation veredelt Selbst für Kenner ist es immer wieder erstaunlich, wie es Roner gelingt, den Duft und den Ge-
schmack der Wälder, Wein und Obstgärten in einem einzigen Tropfen festzuhalten. z
Extra
Wir genießen es ...
Zum Naturgenuss führen viele Wege. Einen der schönsten verdanken wir der Familienbrennerei Roner. Folgen Sie dem frischen Duft der WilliamsChrist-Birnen. Und erleben sie den unvergleichlich feinen Geschmack von Williams. Ein Höhepunkt der Destillationskunst.
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Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
PIANETA VIDEO
Kino zu Hause Mit ausgeliehenen DVDs oder Videokassetten steht einem ungestörten Filmabend mit Freunden oder Familie nichts im Wege.
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er einfachste Weg, um die neuesten Filme ohne lästige Werbeunterbrechungen in den eigenen vier Wänden zu erleben? Einfach Kunde bei einer Videothek werden, und schon kann man aus einem breit gefächerten Filmeangebot nach Herzenslust wählen, und dies rund um die Uhr.
Viele der begehrten Filme gibt es in hoher Auflage, damit möglichst alle gleichzeitig und ohne Wartefrist ihren Lieblingsfilm mit nach Hause nehmen können. Bei der Auswahl der Filme und der Zusammenstellung des Sortiments herrscht größte Sorgfalt, und jede Woche gibt es zumindest einen Neuzugang.
grammheft bereit, das mit den Filmneuheiten aus dem Kino, den neuesten Videospielen, zahlreichen Informationen sowie Filmankündigungen voll gepackt ist. Abgerundet wird das Monatsangebot bei „Pianeta Video” mit laufenden Aktionen und vielen Überraschungen. z
Die vollautomatisierte Video Kunde zu werden ist dabei thekenkette „Pianeta Video” bietet ein großes Sortiment an neuesten Filmen, rund um die Uhr, 24 Stunden täglich. Das Unternehmen mit Sitz in Meran betreibt derzeit 38 Videotheken in Italien, davon 26 in Südtirol. Kunden können mit ihrer Kundenkarte in jeder Filiale Filme ausleihen und sich mit den aktuellsten Kinohits versorgen.
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ganz einfach. Die Kundenkarte ist gratis, die derzeit reduzierten Leihgebühren bringen doppelten Filmgenuss. In Brixen findet man die „Pianeta Video”Videothek in der Venetostraße, direkt an der Hauptstraße. Die Videothek ist komfortabel zu erreichen, Parkplätze sind direkt vor dem Haus vorhanden. Die Schalter sind einfach zu bedie-
nen und so konzipiert, dass sie maximale Diskretion gewährleisten. Jeden Monat liegt für die Kunden ein „Pianeta Video”-Pro-
Sichtbar mehr Die Brille hat sich längst vom lästigen Sehbehelf zum modischen Accessoire gewandelt. Sie prägt das äußere Erscheinungsbild des Brillenträgers und ist fester Bestandteil des modischen Auftretens.
Genug gute Gründe für einen Wechsel! ...diesmal die neueste Trendbrille 2007! Extra
MILLER OPTIK
J
eder Brillenträger hat individuelle Anforderungen, die in Bezug auf Sehstärke, Farbtyp bis hin zur Kopfform unterschiedlichste Ansprüche an die Brille stellen. Bei Miller Optik in der Stadelgasse in Brixen steht der Kunde im Mittelpunkt. Ein junges dynamisches Team nimmt sich Zeit für eingehende Gespräche und umfangreiche Beratung.
Miller Optik, seit 135 Jahren
ein Familienbetrieb, ist mit elf Geschäften, davon einer Niederlassung in Brixen, Tirols größter Augenoptiker. Die einzigartigen Garantie- und Serviceleistungen zeichnen Miller Optik aus. Zu diesen gehören unter anderem die Zufriedenheitsgarantie und die Brillenversicherung. Die Zufriedenheitsgarantie gewährt den Kunden sechs Wochen lang volles Umtauschrecht oder die Rückgabe des Kaufpreises. Zudem ist die Brille ab Kauf kostenlos ein Jahr lang gegen Bruch, Diebstahl und Verlust versichert. Auch im Bereich Kontaktlinsen bietet Miller Optik mehr. Durch die computergesteuerte Kontaktlinsenanpassung (Videokeratograph) wird ein virtuelles 3DBild der Augenoberfläche erstellt und in der Folge die Kontaktlinsen perfekt angepasst. Miller Optik lebt seine Firmenphilosophie: „Anpassung und Sehberatung mit Verantwortung“.
Gutes Sehen schenken ist
mit Sicherheit das richtige Geschenk: Mit den Gutscheinmünzen von Miller Optik kann der Beschenkte aus dem vollen Sortiment von Brillen, Kontaktlinsen, Lupen, Wettergeräten und vielem mehr wählen. z
... bei uns jetzt schon die neueste Brillenmode - Trends 2007 Einzigartige Auswahl an Seh- und Sonnenbrillen internationaler Markendesigner in allen Preislagen. ULRICH KOFLER, Filialleiter Miller Optik Brixen mit Christiane und Marco „Aktiv sein verlangt nach einer guten Ausrüstung. Für die Augen ist dies eine Sportbrille. Mit einer neuen verglasbaren Sportbrille ist Sport trotz Fehlsichtigkeit kein Problem mehr. Mit einer breiten Auswahl an Sportbrillen sind wir der Sportbrillenspezialist.“
Ihr Optiker in Brixen Stadelgasse 4d I-39042 Brixen Tel. 0472 834 529 83
Die Umwelt sind wir Umweltgerechtes Verhalten soll zum neuen Lebensstil werden. Wie Umwelt- und Konsumverhalten unser Leben beeinflussen.
D
ie Vision von Umweltlandesrat Michl Laimer ist klar: „Umweltschutz muss als Ziel die Schonung der natürlichen Ressourcen vor Augen haben, die uns die Umwelt täglich zur Verfügung stellt“. Deshalb sollte es zu einem trendigen Lebensstil – eben „Lifestyle“ – werden, so zu leben, dass es auch der Umwelt gut tut. Derzeit würden, so der Landesrat, viele Rohstoffe dermaßen intensiv ausgebeutet, dass die Natur nicht mehr im Stande sei, diese wiederherzustellen. Das Erdöl ist ein gutes Beispiel dafür. Aufgabe und Pflicht einer aufmerksamen Umweltpolitik müsse es daher sein, die wirtschaftliche Entwicklung so zu steuern und zu beeinflussen, dass die von der Natur zur Verfügung gestellten Ressourcen auch noch von den nachfolgenden Generationen genutzt werden können.
Foto: Armin Gluderer
Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
AUTONOME PROVINZ BOZEN SÜDTIROL
Unberührte Winterlandschaft
Die Infokampagne „Lifestyle“ will unseren Lebensstil
auf nachhaltige Weise durchleuchten und beispielsweise vorbildliche Verhaltensmuster beim Energieverbrauch, bei Verkehr, beim Konsum und beim Müllvermeiden aufzeigen. Zur Sprache kommen aber auch Umweltinitiativen, die das eigene Leben verändern können, sowie Tipps und Tricks, wie man der Konsumfalle ein Schnäppchen schlagen kann. Die Infokampagne „Lifestyle“ bedient sich eines emotionalen Ansatzes, der aber auch Neugierde wecken soll. Mit dem Motto „Lifestyle“ soll ein unbeschwertes Leben durch umweltgerechtes Verhalten signalisiert werden, denn eine intakte Umwelt liegt voll im Trend – und mit ihr der passende Lebensstil! Umweltlandesrat Michl Laimer ist von der Sinnhaftigkeit eines nachhaltigen Lebensstils überzeugt: „Wir wollen nicht nur das Thema Müll beleuchten, sondern auch alternative, umweltfreundliche Konsummöglichkeiten aufzeigen und nachhaltige Umweltinitiativen anbieten“. 84
LR Michl Laimer Die Abfallvermeidung und -wiederverwertung trägt entscheidend dazu bei, die natürlichen Rohstoffe zu schützen, unnötige Transportwege zu vermeiden und den Ressourceneinsatz zur Herstellung von Konsumgütern zu beschränken.
Konsum erzeugt Abfallberge
Unter dem Motto „Mach Dir
ein Geschenk und recycle das Papier“ soll bereits zu Beginn der Weihnachtszeit Anfang Dezember die Lifestyle-Kampagne eingeläutet werden. Im Laufe der nächsten Monate werden die Verwendung von Recyclingpapier in öffentlichen Ämtern, die Mehrweg-Flasche, der Reparatur- und Verleihservice EXNOVO im Internet (www. provinz.bz.it/exnovo) und der Gebrauchtwarenmarkt TREND im Internet (www.provinz. bz.it/trend) im Mittelpunkt der Lifestyle-Kampagne stehen. Ebenso sind Schulaktionen und Initiativen für ältere Menschen
im Zuge von schulischen- und außerschulischen Aktionen beworben. z
Klimaschutz begreifbar machen im Treibhauszelt geplant. Die Lifestyle-Kampagne wird mit Plakaten und Postkarten, über Werbeinserate, mit einer Homepage, auf Stadtbussen, in Regionalzügen, mit Kinospots, auf umweltfreundlichen Einkaufstaschen in den Umweltsiegel-Geschäften und
www.provinz.bz.it/lifestyle
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Extra
Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
Party Power Plose - P 3
P3
Am Fuße der Plose eröffnet am Donnerstag, 21. Dezember, das neue Après-Ski-Lokal „p3“.
W
as so manch anderes Skigebiet bereits hat, bekommt jetzt auch die Plose an der Talstation in St. Andrä – ein Aprés-Ski-Lokal zum Abfeiern. „p3“, so der Name, verspricht Spaß und Party nach einem Skitag auf der Plose. Das Lokal selbst ist im alten Holzbaustil errichtet und wirkt von außen wie eine urige Almhütte. Ganz so urig sollte es dann aber
trotzdem nicht ablaufen, denn das „p3“-Team hat mit ihrem neuen Schmuckstück so manches vor. „p3“ soll nicht nur für Party, Musik und Feiern stehen, es soll vor allem der neue Treffpunkt der Plose werden. Hier trifft man sich, hier startet man, hier kommt man wieder zusammen. Das Lokal hat den ganzen Winter über ab 9 Uhr früh geöffnet, ab 14 Uhr steigt täglich die
Plose-Party-Power im „p3“ mit Disco-Fox, Oldies, Evergreens und heiße DJ-Paraden. Hermann Goller und Roman Profanter betreiben bereits seit 20 Jahren das Bergrestaurant auf der Plose und seit acht Jahren das Igloo bei der Talstation der Ploseseilbahn. Das Igloo ist mittlerweile Geschichte; am selben Standort wird am Donnerstag, 21. Dezember, das neue „p3“
eingeweiht. Ab 18 Uhr stehen die Tore des neuen In-Lokals auf dem Ploseberg offen und laden ein, sich dieses neue AprèsSki-Lokal anzuschauen und mitzufeiern. Ab 20 Uhr steigt dann die eigentliche Party mit DJSound und heißen Rhythmen. z
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Glänzende Aussichten
OROLINE
Das Geschäft Oroline im Station Center in Brixen bietet für Weihnachten viele Geschenkideen nach jedem Geschmack und in jeder Preisklasse.
Extra
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roline steht für Qualität, Auswahl und günstige Preise. Derzeit gibt es acht Oroline-Geschäfte der Veroneser Unternehmensgruppe Faco, die vor allem in Handelszentren im Veneto, in Trentino-Südtirol und in der Emilia Romagna zu finden sind. Weitere fünf Eröffnungen stehen in Kürze bevor. Oroline bietet ein breites Sortiment an Schmuckeigenkrea tionen, Bijouterie aus Silber, Modeschmuck aus Stahl sowie Uhren führender Marken wie Tissot, Citizen, Sector, Festina und Swatch. Das Sortiment wird durch Hausdekor aus Silber, Leder und Kristall vervollständigt. Bei Oroline findet man Qualität zu erschwinglichen Preisen von 1 bis 1.000 Euro. Der freundliche Service des Personals erstreckt sich von der Beratung bis
zur Betreuung auch nach dem Kauf. Reparaturen von Schmuck und Uhren werden in der eigenen Werkstatt durchgeführt. Abgerundet wird das Angebot mit Treuekarten für Stammkunden, laufend neuen Sonderaktionen, maßgeschneiderten Finanzierungspaketen und Schmuckkreation nach Kundenvorgabe oder Kundenzeichnung.
Oroline in Brixen kann nach rund einem Jahr Geschäftstätigkeit bereits auf einen festen Kundenstamm zählen, der sich stetig vergrößert. Besonders einladend zeigt sich die Geschäftsausrichtung nach dem Prinzip der offenen Tür: Die
Das Geschäft Oroline im Station Center lädt zum zwanglosen Schaufensterbummel ein gesamte Einrichtung besteht aus Schauvitrinen, die zum Reinschauen ohne Kaufzwang einladen. z
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Extra Trends XXX & XXX & Wirtschaft
Drei mal mehr Film
QUICKVIDEO
Quickvideo hat sich verdreifacht: An drei Standorten in Brixen können nun schnell und günstig zahlreiche Filme ausgeliehen werden. Bis zum Januar lockt dabei eine Extra-Aktion mit Gratisverleih.
F
ür alle Filminteressierten in Brixen und Umgebung offenbart Quickvideo neue Perspektiven: Mit der kostenlosen Verleihkarte hat der Kunde nunmehr die Möglichkeit, an drei verschiedenen Standorten Filme zu entleihen: Kunden in Milland finden den nächsten Automaten neben der Bar Mozart gegenüber dem alten Standort in der Plosestraße 10. Des Weiteren wurde ein neuer Verleihautomat in Vahrn an der Tankstelle Q8 installiert, ein dritter befindet sich beim Vertragspartner New Video. Somit wird dem Kunden nicht nur ein weitaus größeres Angebot zur Verfügung gestellt, sondern auch die Möglichkeit, mit ein und derselben Kundenkarte zu jeder Zeit an einem der
Standpunkte zu entleihen. Für ausreichende Parkmöglichkeiten ist ebenso gesorgt.
Die persönlichen Kundenkarten können in der Videothek New Video, in der Bar Mozart oder an der Tankstelle Q8 abgeholt werden. Der Mitglieds-
ausweis ist mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden und muss nicht nach Ablauf eines Jahres erneuert werden. Außerdem wird dem Kunden angeboten, sich das Filmangebot über das Internet anzusehen und das gewünschte Produkt direkt zu reservieren.
Zum Entleihen genügt es, ein Guthaben von fünf Euro auf die Magnetkarte zu laden, wobei jede Aufladung mit einem Bonus von 10 Prozent verbunden ist. Die Verleihpreise starten schon ab 1 Euro. Der Kunde hat zudem die Möglichkeit, Filme am Automaten auch direkt zu erwerben. Als Ansprechpartner für Probleme jeglicher Art können sich Kunden und Interessierte jederzeit an Christian Losso von der Videothek New Video wenden. z Aktion bis 31.1.2007: Beim Aufladen von 20 Euro gibt es 5 Verleihe gratis, beim Aufladen von 50 Euro 10 Verleihe gratis!
DVD-Verleih ab 1 Euro, Internet-Reservierung GRATIS-Karte ohne Jahresbeitrag
Brixen New Video Weißlahnstraße 15
Milland Bar Mozart Plosestraße 12
www.quickvideo.it · info@quickvideo.it 88
Vahrn Tankstelle Q8 Brennerstraße 28
IVECO GASSER
Profi für Profis D
er neue Daily bietet die Robustheit eines Lkws mit Abmessungen, die höchste Vielseitigkeit beim innerörtlichen Einsatz gewährleisten, aber auch Motorentechnologie auf höchster Ebene und innovatives Design.
Robustheit und Zuverlässigkeit, die nur ein Hersteller
von Nutzfahrzeugen garantieren kann: Für den Daily werden seit jeher Leiterrahmen mit Stahlträgern verwendet, die eine starre Struktur, Ermüdungsfestigkeit und lange Lebensdauer gewährleisten. Alle Motoren der neuen Daily-Baureihe sind konform mit Euro 4. Der Kunde kann zwischen den Ausführungen 2,3 Liter (mit 96, 116 oder 136 PS) und 3,0 Liter (mit 146 oder 176
PS) wählen. Der Daily gilt seit jeher als Champion der Transporter: Die leistungsstarken Motoren und der Hinterradantrieb gewährleisten den maximalen Vortrieb auch bei höchsten Belastungen. Das bedeutet unübertroffene Fahrsicherheit und Traktion bei allen Last-, Untergrundund Straßenverhältnissen. Der Lkw-ähnliche Leiterrahmen, die Einzelradaufhängung vorn und die exakt geführte Hinterachse sorgen für beste Straßenlage und hohe Lenkstabilität. Funktionalität gewährleisten das Armaturenbrett aus speziellem „Soft feeling“-Material, das gekühlte Handschuhfach, die Ladeleuchte, die Zusatzheizung mit Timer zur Vorprogrammierung, die Zentralverriegelung
Extra
Weltweit wird alle fünf Minuten ein Iveco Daily verkauft, und in Südtirol ist der Wagen seit über 30 Jahren Marktführer. Auch der neue Daily ist eine solide Lösung für den professionellen Transport.
New Daily Euro 4 mit im Zündschlüssel integrierter Fernbedienung und die neue Öffnungs- und Schließmechanik der Türen. Die neue Kabine stammt aus der Feder des Designers Giugiaro und hebt sich durch den rechts vom Fahrer am Armaturenbrett angeordneten Schalthebel und den neu-
en Handbremshebel hervor, der kürzer ist, ohne größere Betätigungskraft zu verlangen. Diese beiden Lösungen sorgen für eine erhebliche Verbesserung der Ergonomie und des Durchstiegs von einer Seite der Kabine zur anderen. z
New Daily.
Komm und teste die Perfektion.
St. Lorenzen · Tel. 0474 474 514 / Bozen · Tel. 0471 553 000 / Belluno · Tel. 0437 915 100
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Impressum
Lebensrettung in Mühlbach
Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung
Brixen, Samstag, den 15. Dezember 1923
Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info
Dezember 1923
Reimmichl als Redakteur der „Chronik“ Brixen, Samstag, den 1. Dezember 1923 In den 36 Jahren ihres Bestandes hat die „Brixener Chronik“ ziemlich oft ihren Redakteur gewechselt. Auch Reimmichl, der soeben sein 30jähriges Schriftstellerjubiläum begeht, war 9 Monate
„Der tote Soldat“ von Seidl wurde ausgewiesen und verbannt, offenbar aus Gründen der öffentlichen Sicherheit. Nachdem die Schere ihre Arbeit getan hatte, begann das Pappen und Kleistern. Statt der ausgeschiedenen Blätter wurden nämlich neue eingefügt, was mit einer umständlichen Leimerei verbunden war. Den Kindern wird es natürlich keinen geringen Spaß machen, wenn alles wieder aus dem Leim geht.
Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Hildegard Gargitter (hg) Elisabeth Stürz (es) Albina Kritzinger (ak) Andreas Gottlieb Hempel (agh) Günther Eheim (gevs) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Gabriele Tauber, Tel. +39 0472 060208 gabriele.tauber@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Jänner 2007 Nächster Redaktionsschluss: 3. Jänner 2007 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.300 Stück Preis Abonnement: 1 Euro. Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 90
lang ihr Schriftleiter, und zwar von Dezember 1897 bis August 1898. Er hielt sie auf jener Höhe, zu der sie sein Vorgänger, der jetzige Bischof Dr. Sigmund Waitz, emporgeführt hatte.
Entlassungen bei der Post
Die Beschnittenen
Vom Personal des hiesigen Postamtes wurden nicht weniger als 12 Angestellte zur Enthebung vorgeschlagen. Jetzt zu Beginn des kalten Winters sollen sie auf die Straße gesetzt werden mit ihren Familien! Wieviel Kummer und Sorge in dieser Zahl 12 drinnenstecken, davon kann sich jeder einen Begriff machen, der nicht ganz herzlos ist. Aber leider gibt es heute herzlose Menschen genug, die mit dem Leben anderer nur spielen. Wenn nur sie zu leben haben! Ob die anderen zu leben haben, das ist ihnen ganz gleich. Und dieser grausame Egoismus, der das gerade Gegenteil der christlichen Nächstenliebe darstellt, muss früher oder später notwendig zu Störungen im gesellschaftlichen Organismus führen.
Brixen, Samstag, den 8. Dezember 1923 Früher hat man nur die Juden beschnitten. Seit neuestem müssen sich aber auch die Lesebücher in unseren Volksschulen eine ganz eigenartige Beschneidung gefallen lassen. Über Auftrag mussten nämlich alle Lesestücke, wo der verflixte Name unseres Heimatlandes vorkommt, herausgeschnitten werden. Auch der gute alte Andreas Hofer wurde zum Tod durch die Schere verurteilt. Sein Name soll ausgelöscht und ausgetilgt werden unter den Nachkommen und seiner soll fürderhin nicht gedacht und sein Lied nicht mehr gesungen werden. Sogar
Der Weichensteller Josef Putzer bemerkte kurz vor dem Einfahren des Schnellzuges Meran-Wien in die Station, dass ein Mensch auf dem Bahnge leise liege. Er eilte so schnell er konnte und hob die unbekannte Person vom Geleise, wobei er sich der größten Lebensgefahr aussetzen musste. Das Rettungswerk gelang, der Weichensteller kehrte sofort zurück auf den Posten, um seinen Dienst weiter zu versehen. Sobald dieser es ihm gestattete, hielt er Nachschau. Da war aber von der Person weit und breit nichts mehr zu sehen. Das Ereignis trug sich am 18. November zu. Am 28. November richtete die Unterpräfektur Brixen, die davon offenbar Kenntnis erhalten hatte, ein Schreiben an den Gemeindeausschuss Mühlbach mit dem Ersuchen, dass er den wahren Sachverhalt darlegen möge, damit der Lebensretter für eine Belohnung vorgeschlagen werden könne. Leider hat sich jener Vorfall ohne Zeugen abgespielt, so dass der Retter die wohlverdiente Belohnung nur bekommen kann, wenn die gerettete Person sich selber meldet.
Brixen, Samstag, den 8. Dezember 1923
Die Zeitungsartikel auf dieser Seite wurden von Günther Eheim aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.