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Brixner 200 - September 2006

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200

Kinderfotoaktion

Jahrgang 17 · September 2006

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Einzelnummer 0,10 Euro - Versand im Postabonnement - 45% - Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen / I.P. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

EXTRA

Lärm und Vandalismus im Fischzuchtweg

Schlaflos in Brixen PORTRAIT

Der Brixner Hubert Egger arbeitet in Wien als Biomediziner

FORTE ARTE

Erstmals fand in der Festung Franzensfeste eine Kunstausstellung statt

ASV MILLAND

Der neue Fußballplatz ist fast fertig gestellt und schon jetzt zu klein

CITYBUS

Seit einigen Tagen bedient der Citybus auch den Osten der Stadt


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Editorial

Politik & Gesellschaft 4 10 12 14 16 17

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Thema: Schlaflos in Brixen „Eine Kirche unter vielen“ Brixner Hofburg: Öffnung mit Hindernissen Sportplatz Vahrn: „Verordnung ist nicht zu drastisch Neue Gesichter hinterm Altar Altstadtfest: Weniger Leute, mehr Gemütlichkeit

Menschen & Meinungen 20 | 22 | 39 | 41 |

>>> 4

>>> 20

Portrait: Der Biomediziner vom Rutzenberg Kinderfotoaktion: Zum Jubiläum ein Rekord! Pro & Contra Umfrage: Der Papst-Eklat

Kunst & Kultur

>>> 42

43 | Thema: Potenzierte Kunst 44 | 4 You: Rock und Pop ohne Verfallsdatum

Freizeit & Sport 50 52 54 56

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Thema: Sportzone Milland: Neues Kicken SSV Brixen Handball: Die Saison kann beginnen Eishockey: Schwierige Zeiten Event: Fitness als Erlebnis

Wirtschaft & Umwelt 62 66 68 71 72 73

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>>> 50

Thema: Citybus Brixen - der nahe Osten Schabs: Heizen mit Rapsöl Betriebsportrait: Die Käse-Juweliere Brixen: Wall Street Brixen: Stuttgarter Studenten entwerfen für Brixen Event: Einsteigen und aufsteigen...

>>> 62

„Brixner“ Nr. 200! Ich gebe zu, dieser „Brixner“ war eine schwere Geburt. Aber jetzt, da ich die pdf-Datei mit der fast fertigen neuen Ausgabe auf dem Bildschirm durchblättern darf, sind alle Mühen und Schmerzen vergessen, und es kommt Freude auf. Es bleiben einige Zweifel: Wird das neue Layout unseren Lesern gefallen? Wird er sich zurechtfinden in der erneuerten Heftstruktur? Haben wir zu viel erneuert, oder gar zu wenig? Sind wir zu bunt geworden, oder hätte es vielleicht doch noch ein wenig mehr Farbe vertragen? Wie wird unser neuer Veranstaltungskalender aufgenommen, den man erstmals aus dem „Brixner“ heraustrennen kann? Es hilft nichts – die Druckerei wartet auf das Dokument, und jetzt wäre es eh zu spät, noch irgendetwas zu ändern. Im Grunde sind wir nach jedem Relaunch, den wir in den letzten 16 Jahren erarbeitet haben, anfangs mit gemischten Gefühlen in die Verteilung gegangen, und doch ist jedes neue Layout bei unseren Lesern besser angekommen als das alte. Das stimmt mich zuversichtlich. Gewissheit können nur Sie uns geben. Schreiben Sie uns, was Sie beim Durchblättern und Lesen dieses neuen „Brixner“ fühlen. Schimpfen Sie mit uns, oder loben Sie uns. Wir freuen uns auf jede Reaktion. Dies ist übrigens genau der 200. „Brixner“! Fast hätten wir dieses „Jubiläum“ versäumt, um ein Haar wäre es unbemerkt an uns vorübergegangen. So freuen wir uns, dass wir Sie ausgerechnet in unserer Jubelausgabe mit einem neuen Gewand beschenken können. Zu diesem Anlass haben wir übrigens unsere Adressendatenbank mit vielen Namen ergänzt. Dabei können Fehler passieren – wir bitten in diesem Fall um Mitteilung.

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 50 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

Land _______________

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Politik & Gesellschaft

Lärm und Vandalismus im Fischzuchtweg

Schlaflos in Brixen

E

in Samstagabend im September, drei Uhr früh. In Brixen sind die Rollläden herunter gelassen, kein blauer Fernsehschimmer dringt durch die Fensterritzen. Einzelne Autos bewegen sich auf der Staatstraße in Richtung Norden, das Kreischen der Bremsen eines Zuges, ansonsten Stille. Brixen schläft. Beinahe.

Im südlichen Fischzuchtweg

denkt fast niemand ans Schlafen. Auf den Blumentrögen, auf dem Boden vor der Eishalle, an der Telefonkabine gelehnt oder auf den Randsteinen vor der Diskothek Max sitzen Jugendliche beisammen. Die Würstchenbude hat noch geöffnet, Pommes und Currywurst werden über die Theke geschoben, die Bierbänke davor sind voll besetzt. Die Sperrstunde der Diskothek ist angebrochen, die Eingangstür spuckt gruppenweise Jugendliche aus. Viele marschieren gesittet zum Auto und brausen ab, jedoch eine doch recht ansehnliche Anzahl von ihnen vergnügt sich im Freien weiter. Während vom Inneren der Diskothek kaum Lärm nach Außen dringt, so schwillt er jetzt mit dem Kommen und Gehen der Leute merklich an. Laute Musik aus offenen Wagentüren, Dosen und Flaschen werden über den Platz gekickt, Glasscherben allerorts. Man stützt sich gegenseitig, hält sich in einer Umarmung aufrecht. Ein dem Aussehen nach minderjähriger Junge kann sich nicht mehr auf den Beinen halten, sinkt

zu Boden, lehnt sich an einen Baumstamm und kotzt all das raus, was in den letzten Stunden durch seine Kehle geronnen ist. Ein anderer schafft gerade noch die Überquerung der Straße, dann ist endgültig Schluss. Sein gesamter Oberkörper bleibt quer auf dem Asphalt liegen, vorbeifahrende Autos kurven knapp an seinem Kopf vorbei. Er registriert davon nichts mehr. Fünf Jugendliche marschieren an ihm vorbei, einer kippt Zigarettenasche übers Gesicht des Jungen. „Das war aber böse“, lacht das Mädchen neben ihn, und sie gehen weiter Richtung Stadt. Der Reaktion nach scheint dies keine Ausnahme­ situation zu sein. Endlich kommen andere Jugendliche, richten den Buben auf, telefonieren den

lizisten steigen aus, sehen den weggetretenen Jungen und kümmern sich bis zum Eintreffen des Krankenwagens um ihn. In der Zwischenzeit herrscht auf dem Fischzuchtweg reger Verkehr, trotz Sperre ab 22 Uhr. Taxis fahren vor, die Einfahrt über die Staatsstraße scheint einigen von ihnen zu umständlich zu sein. Abbremsen, Türenschlagen, Start. Der 16-jährige Lukas steht abseits auf dem Bürgersteig und fixiert einen fernen Punkt am Nachthimmel. Er komme mehr oder weniger jedes Wochenende ins Juke oder ins Max, allein oder mit ein oder zwei Kollegen. „Mah, so richtig Spaß machen tut es mir nicht, aber es gibt ja sonst nix.“ Am Wochenende überhaupt nichts zu unternehmen, das sei

„Nachts wird oft geklingelt, mit Steinen auf die Eingangsbeleuchtung geschossen oder unter dem Schlafzimmerfenster gegrölt“ _Anrainerin im Fischzuchtweg Rettungsdienst an. Der Junge bleibt nicht ansprechbar.

Ein Streifenwagen fährt vor und hält vor dem Eingang der Diskothek. Bei den Leuten zeigt dies absolut keine Wirkung, außer dass jetzt halt ein Auto mehr umkurvt werden muss. Die Po-

halt auch blöd. Achselzucken. „Dann gehe ich halt hierher, was soll’s. Wenn jetzt wieder die Schule anfängt, braucht man halt ein bisschen Abwechslung.“ Er schaut zum lärmenden Haufen rüber, seufzt. Recht zu behagen scheint es ihm hier nicht, aber nach Hause zieht

Foto: Oskar Zingerle

Der südliche Stadtteil wird vorwiegend an den sommerlichen Wochenenden zum Ballermanngebiet von Brixen. Während anderswo um 3 Uhr nachts längst schon die Schlafenszeit angebrochen ist, startet hier das laute Kommen und Gehen.

es ihn auch nicht so richtig. „Irgendwie ist es schon richtig Scheiße.“ Manchmal, da saufe auch er sich voll, „meistens, wenn ich den ganzen Tag nicht so gut drauf war oder wenn die Schule stresst.“ Was solle man dann auch schon groß machen. So um die 70 Euro gehen an einem solchen Wochenende schon flöten, das Geld kriegt er von seinen Eltern. Immerhin 280 Euro im Monat.

280 Euro? Er denkt kurz nach. Kann schon sein. Vor dem

Ausgehen steckt ihm die Mutter oder der Vater einen Fünfziger oder so zu. Er beobachtet nun ein Mädchen und einen Jungen, der sie offensichtlich belästigt. Sie windet sich aus seinen Armen, brüllt. Andere Jungs kommen hinzu, ziehen das Mädchen weg. Schimpfwörter fliegen hin und her, manches Mal sollen es auch die Fäuste sein. Die Streitenden werden auseinander gezerrt. Das Mädchen geht mit drei


SATURDAY NIGHT FEVER. Die Identität weggetretener Jugendlicher muss von der Polizei über den Griff in die Brieftasche festgestellt werden. Danach bleibt nur der Transport ins Krankenhaus.

anderen fluchend weg, „porco cane, iatz konnsch net amol mehr ins Max gian, weil di de Ausländischn […] net in Ruah lossn.“ Lukas fixiert wieder den imaginären Punkt am Himmel. So langsam werde er jetzt wohl auch heimgehen. Nach zwei, drei Minuten setzt er sich in Gang, Richtung Altstadt. Peter Steiners Haus liegt direkt neben den Lokalen Jukebox und Max. Ein meterhoher massiver Holzzaun schützt seinen Garten neben dem Eingang zum Lidopark. Er hat den Weckruf der Feierlustigen um diese Uhrzeit endgültig satt. „Es sind vor allem die Jüngeren, die hier den Lärm machen“, hat er beobachtet. Insbesondere während der Sommermonate treffen sie sich im Lidopark, Kisten mit Bier oder andere Getränke werden zum Kühlen in den See gesteckt, und dann steige hier bis in die Morgenstunden die Fete. „Am nächsten Tag sind die Tische voller Flaschen, und auf dem

Boden liegen die Glasscherben nur so rum.“ Er selbst schließe den Park um 22 Uhr immer ab und verjage da die Jugendlichen, nützen würde das aber nicht viel. Stunden später sind sie wieder hier. „Die müssten halt intensiver kontrollieren“, fordert er, „wenigstens von 3 bis 6 Uhr früh sollte die Polizei vor Ort sein!“

Viel Schlaf kriegt er an den

Wochenenden nicht ab, und am nächsten Tag folgt für viele Bewohner der Fischzucht und der umliegenden Straßen das böse Erwachen: Vollgekotzte Eingangstüren, beschädigte Gartenzäune, kaputte Fahrräder vor der Haustür. Nachdem in der Altstadt nach 1 Uhr nachts die Lokale schließen, wird nun der gesamte südliche Stadtteil zum Brixner Ballermann. Und auf dem Nachhauseweg wiederholt sich das Szenario: Nach Stunden lauter Musik, Ausgelassenheit und Alkohol ist ein ruhiges Nachhause-

gehen in weiter Ferne, der Sinn für Lautstärke oder der Gedanke an schlafende Mitbürger und fremdem Eigenturm liegen ganz weit fern. „Nachts wird oft geklingelt, mit Steinen auf die Eingangsbeleuchtung geschossen oder unter dem Schlafzimmerfenster gegrölt“, erzählt die Bewohnerin eines abgelegenen Teils des Fischzuchtweges. Ihr Auto parke sie schon seit langem irgendwo anders, zu oft wurde vor der Gartentüre randaliert. „Da wohnt man hier in der Pampa und kann nicht mal sein Auto stehen lassen.“

Auf der Polizeistation hat der

15-jährige Manuel schon öfters aufkreuzen müssen. Wieso er mit Steinen auf Straßenlampen wirft, weiß er selbst nicht. „Man ist da halt so drin im Feiern und macht sich darüber keine Gedanken.“ Am Tag danach habe es ihm jedes Mal Leid getan, aber „passiert ist halt passiert.“

Wenn er sie voll habe, weiß er nicht, wohin mit dem Ärger, da liegen die Straßenlampen, Verkehrsschilder und Mülltonnen eben auf dem Weg. Manuel ist hierbei kein Einzelfall. Eines muss dennoch klar festgehalten werden: Der Großteil der jungen Nachtschwärmer zieht nicht randalierend und alkoholisiert durch die Gegend, sondern weiß sich im gesetzlichen und respektvollen Rahmen zu bewegen. Doch jene, die aus diesem Rahmen fallen, ziehen umso mehr die Aufmerksamkeit auf sich. Und sie scheinen immer jünger und zahlenmäßig mehr zu werden.

Dass sich heute 14-Jährige

bis spätnachts rumtummeln, ist zur Normalität geworden – häufig mit unliebsamen Begleit­ erscheinungen. Eine Untersuchung des Therapiezentrums Bad Bachgart, an der sich vor Jahren 1.600 Mittelschüler aus dem Pustertal und dem Eisacktal


Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

lizeiinspektor Gerhard Lobis in der Radiosendung des Senders Bozen, „Ping Pong“. „Und es sind wenige, die leise sind. Da wird alles, was nicht dingfest ist, ge­klaut, ausgeleert, beschädigt oder mutwillig zerstört.“ Auf der Vergnügungsmeile seien alle Telefonkabinen, Mülleimer oder Straßenlaternen kaputt. Kaum sind die Männer in Uniform aus dem Blickfeld, wird losgelegt. „Am Tag danach, wenn sie auf der Polizeistation vorstellig werden müssen, sind alle einsichtig.“ Einen Grund für diese mutwillige Zerstörung und Krachmacherei sieht er in den süßen Alkopops, die gefährlich schnell zu Kopf steigen und die Hemmschwellen sinken lassen. „Am nächsten Tag versteht von den Jugendlichen keiner mehr, wieso er seine Aggressionen auf diese Weise ausleben musste.“

beteiligt hatten, brachte zutage, dass die befragten Jugendlichen im Alter von 11 bis 12 Jahren ihren ersten Rausch mit nach Hause brachten. 80 Prozent der 14Jährigen haben bereits Alkohol konsumiert. „Etwa 30 Prozent, die heute das Jukebox besuchen,

sind unter 16“, bestätigt auch Klaus Unterkofler, der Betreiber des Lokales und der Diskothek Max. Und häufig seien es die Jüngsten, die am meisten Krawall verursachen. Die Polizeieinheiten observieren an den Wochenenden

SANITÄTSBETRIEB BRIXEN

Wohnzone als Partyraum: Die Vergnügungsmeile reicht vom „Max“ bis in die Altstadt

Für die Bewohner des Fisch-

rund 100 bis 300 Jugendliche auf dem Weg von der Altstadt hin zur Fischzucht, erzählte Po-

zuchtweges ist das Maß bereits seit längerem voll. Im November 2003 übermittelten sie der Gemeindeverwaltung eine Beschwerde über die unerträglich gewordene Belastung. Darin

Im Sinne Art.9 des LG.14 vom 5/11/2001 werden folgende Daten betreffend die Abschlussbilanz des Geschäftsjahres 2005 veröffentlicht

VERMÖGENSBILANZ Aktiva 31/12/05 A. Gesamtbetrag Anlagevermögen 85.684.205 B. Gesamtbetrag Umlaufvermögen 39.168.850 C. Gesamtbetrag Rechnungsabgrenzungen 32.171

Gesamtbetrag Aktiva

124.885.226

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

31/12/04 77.201.272 28.775.839 32.405 106.009.516

Passiva A. Gesamtbetrag Eigenkapital B. Gesamtb. Risiko- u. Abgabenrückstel. C. Gesamtb. Abfertigungsfonds D. Gesamtb. Verbindlichkeiten E. Gesamtb. Rechnungsabgrenzungen Gesamtbetrag Passiva

31/12/05 A. Gesamtbetrag Produktionswert 148.649.482 B. Gesamtbwtrag Aufwendungen für die Produktion -143.952.359 Differenz zw. Wert und Aufwendungen für die Produktion (A-B) 4.697.123 C. Gesamtbetrag Finanzerträge und Aufwendungen 170.016 D. Gesamtbetrag Wertberichtigungen der Finanzaktiva 0,00 E. Außerordentliche Erträge und Aufwendungen -1.456.620 JAHRESGEWINN (-VERLUST) 3.410.519

31/12/05 75.262.376 5.800.151 14.210.699 28.061.944 1.550.056 124.885.226

31/12/04 64.086.228 4.214.950 14.480.054 22.601.602 626.682 106.009.516

31/12/04 142.240.875 -140.872.917 1.367.958 93.802 0,00 -227.341 1.234.419

DER GENERALDIREKTOR - Dr. Siegfried Gatscher -


beanstanden sie die steigende Lärmbelästigung, das Wegwerfen von Dosen und Flaschen über Zäune und Hecken in Privatgärten, das Liegenlassen von vermutlich gestohlenen Fahrrädern in den Gärten, das Austragen von Motorradrennen entlang der ab 22 Uhr gesperrten Fischzuchtstraße, das immer aggressiver

helios.bz

Foto: Oskar Zingerle

Anrainer Peter Steiner: „Von 3 bis 6 Uhr früh sollte die Polizei vor Ort sein!“

klingende Geschreie und Gebrülle bis gegen 5 Uhr morgens, die mutwillige Beschädigung an den Zäunen und im Tiergehege sowie die stark verdreckten Bürgersteige. „Unserer Auffassung und unserem Rechtsempfinden nach können solche Vorkommnisse nicht lediglich als Lausbubenaktionen bezeichnet werden. Wir Anrainer fühlen uns zusehends unseres Schlafes beraubt und in unserer Sicherheit von um Häusern ziehenden Randalie­rern bedroht. Es gibt bereits therapiebedürftige Schlafstörungen und beginnende Angstsyndrome bei Kindern und älteren Leuten“, schildern die Anrainer in einem Brief an Gemeindeverwaltung, Polizeistationen, Sprengelhygienearzt und dem damaligen Betreiber der Diskothek Max. Im Herbst vorigen Jahres wandten sie sich an den neuen Bürgermeister Albert Pürgstaller und machten erneut auf die untragbare Situation aufmerksam. „Aber geschehen ist bis jetzt nichts“,

Meine Meinung Doris Brunner

Der Blick in den Spiegel Mancher Blick in den Spiegel kann grausam sein. Lokalbetreiber sehen darin Jugendliche, die sich vor dem Lokal den erwirtschafteten Kasseninhalt wieder auskotzen. Eltern sehen ihre Hilflosigkeit, Überforderung oder Desinteresse im Umgang mit ihren pubertierenden Kindern. Jugendliche sehen sich als ungeliebte Störenfriede gebrandmarkt, die nirgendwo erwünscht sind. Politiker sehen sich als Symptombekämpfer, die zwar die bizarrsten Blüten auszurupfen versuchen, aber nicht zur Wurzelbehandlung vordringen. Polizisten sehen sich als Anstandwauwaus und Notfall-Pädagogen, die mit dem Ordnung Schaffen und Kontrollieren kaum mehr nachkommen. Journalisten sehen sich als verkappte Moralapostel, die Gefahr laufen, anhand einer Minderheit eine ganze Generation zu kriminalisieren. Diese Aufzählung ließe sich noch fortführen: Die Situation, so wie wir sie derzeit in der Fischzucht – und nicht nur dort – vorfinden, ergibt sich aus einem komplexen Wechselspiel: Zahlreich sind die Ursachen und ebenso zahlreich die Verantwortungen. Der Blick in den Spiegel kann aber auch heilsam sein. Besonders, wenn sich die einzelnen Blicke zu einer Gesamtsicht vereinen und die Verantwortungen und Schuldzuweisungen nicht mehr weitergereicht werden, um ja nicht selbst Konsequenzen daraus ziehen zu müssen. Vielleicht werden mit einem gemeinsamen Blick die notwendigen Schritte klarer: Strengere Regeln und verstärkte Kontrollen sind notwendig, um die akuten Symptome einzudämmen und einen „Normalzustand“ zu erreichen. Für eine nachhaltige Änderung der Situation werden sie nicht genügen. Hierfür braucht es von allen die gemeinschaftliche Übernahme der Verantwortung und die – nicht nur finanzielle – Investition in vorbeugende Maßnahme von Klein auf: Eine vermehrte Unterstützung, Begleitung und Stärkung der Kinder, Jugendlichen – und Eltern. Eine Förderung jener Institutionen und Vereine, die Kindern und Jugendlichen ermöglichen, andere Verhaltensspielräume als jenen der (Selbst)Zerstörung kennen zu lernen. Ein Vorleben des respektvollen Umgangs, der Diskussionsbereitschaft und des maßvollen Konsumierens von Alkohol. Auch diese Aufzählung ließe sich noch fortführen: Zahlreich sind die tiefer liegenden Ursachen, aber ebenso zahlreich die Möglichkeiten zur Prävention.

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Politik & Gesellschaft

Leckere Küche für alle Tage Stadtrat Peter Brunner: „Die Gemeinde darf nicht für alles verantwortlich gemacht werden“

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ärgert sich Peter Steiner, „die Gemeinde ist scheinbar nicht in der Lage, Ordnung zu schaffen.“ Er hat sich an Klaus Peter Dissinger von der Bürgerliste gewandt, der im Juli eine Anfrage im Gemeinderat eingereicht hat, mit den Fragen „Was die Gemeindeverwaltung unternehmen möchte und welche Kontrollen sie vornimmt; welche Möglichkeiten bestehen, um den DiscoBetreiber für die Ruhestörung verantwortlich zu machen; ob die Diskothek in die Industriezone verlegt werde; ob es eine Möglichkeit gäbe, die Öffnungszeit des Würstelstandes zu begrenzen und inwieweit Minderjährige kontrolliert werden, die sich vorzugsweise im Park alkoholisieren.“

Der zuständige Stadtrat Peter

Brunner widerlegt die Aussagen von Peter Steiner, dass nichts unternommen worden sei: „Es gab bereits im Sommer 2005 Aussprachen mit dem Betreiber der Diskothek, mit Herrn Steiner und einem anderen Nachbarn sowie mit den Polizeiorganen“, schildert er. Daraufhin wurden von der Gemeindeverwaltung vermehrte

Kontrollen durch die Stadtpolizei nach der Sperrstunde der Diskothek veranlasst. Die Stadtpolizei, deren Dienst normalerweise um spätestens 1 Uhr nachts zu Ende ist, hat in den Sommermonaten Nachtkontrollen bis in die frühen Morgenstunden getätigt. „60 Jugendliche wurden wegen Alkoholkonsum in den Parkanlagen kontrolliert, zirka 15 Eltern über den Zustand ihrer Kinder informiert, neun Personen wegen Trunkenheit auf der Straße, vier Personen wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und zwei Personen wegen Sachbeschädigung angezeigt“, schildert der Kommandant der Gemeindepolizei Pietro De Zolt die Bilanz der Sondereinsätze. Die Ordnungshüter griffen mehrere minderjährige Jugendliche im alkoholisierten Zustand auf und übergaben sie deren Eltern – und wurden oft mit wenig schmeichelhaften Reaktionen konfrontiert: Die Polizei solle sich doch bitte nicht in die Erziehung einmischen, so die Kritik mancher Eltern nach der Übergabe des betrunkenen Minderjährigen. „Die Ergebnisse, die wir als Gemeinde erzielen können, werden nie zufrieden stellend sein“, ist sich Peter Brunner bewusst. Zum einen sind die Faktoren und Ursachen vielfältiger Natur, zum anderen habe die Gemeindeverwaltung in manchen Fällen nicht die gesetzliche Kompetenz zum Handeln. So sieht das Gemeindepolizeireglement nur in zwei Fällen ein Einschreiten bei überhöhter Lärmbelästigung vor: Bei Lärm in den Häusern und in Gärten von Gastbetrieben sowie bei jener Lärmbelästigung, die durch verschiedene Tätigkeiten im Handwerk oder Gewerbe verursacht werden. Der Lärm auf der Straße falle durch den Rost. Auch die Möglichkeit, den

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terkofler, „so viel Kontrolle wie bei uns ist sonst in keinem anderen Lokal zu finden.“ FĂźnf Security-Leute wĂźrden dafĂźr sorgen, dass in und vor der Diskothek Ordnung herrscht, und „wenn etwas auĂ&#x;erhalb passiert, dĂźrfen wir ja gar nicht einschreiten, sondern mĂźssen auch die Polizei rufen.“ Als Betreiber der Diskothek immer als Buhmann herhalten zu mĂźssen, ärgert ihn offensichtlich. „Vor zehn Jahren wollte man die­ se Struktur, da sie leicht zu FuĂ&#x; oder mit dem Rad erreichbar ist – und dass dies dann lauter zugeht als bei einer Anfahrt mit dem Auto, ist klar.“ Angesoffen werde sich der Rausch aber auch anderswo. Erst wenn die Lokale in der Altstadt schlieĂ&#x;en, ziehen die Truppen runter in den SĂźden. „Es ist klar, dass ich vom Verkauf der Getränke lebe. Aber es ist auch zu einfach, wenn die Betreiber allein fĂźr den ĂźbermäĂ&#x;igen Alkoholgenuss ihrer Gäste verantwortlich gemacht werden. Tatsache ist, dass die Jugendlichen Ăźberall die MĂśglichkeit haben, sich mit Alkohol einzudecken, und das weitaus gĂźnstiger als bei uns in der Diskothek.“ Der Nichtausschank von den berĂźhmt-berĂźchtigten, schnell alkoholisierenden Alkopops ist fĂźr ihn keine LĂśsung: „Wenn sie diese dann nirgendwo kriegen wĂźrden, wäre das eine Sache. Aber in dem Moment, wo Alkopops im Supermarkt oder im nächsten Pub erhältlich sind, haben wir gar keine andere Chance als diese auch zu verkaufen, vor allem aus wirtschaftlichen GrĂźnden.“

Im Stich gelassen: Wenn der KĂśrper nicht mehr mitspielt, muss schon mal die StraĂ&#x;e als Schlafraum herhalten.

Brunner: „Die Lizenz des Kiosk ist zusammen mit dem Discobetrieb von der Autonomen Provinz Bozen, Amt fĂźr Verwaltungspolizei, ausgestellt worden und fällt somit nicht in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinde.“ Die Gemeinde kann nur Ăźber Lizenzen bis 1 Uhr nachts verfĂźgen, Lokale mit einer Ă–ffnungszeit darĂźber hinaus besitzen eine Landeslizenz. „Eine eventuelle Verlegung der Disco in die Industriezone kann nur vom Inhaber selbst beantragt werden“, präzisiert Brunner, „der Gemeindeverwaltung liegt aber kein diesbezĂźglicher Antrag vor.“ Eine Verlegung wäre auch gar nicht so ohne weiteres mĂśglich. „Wir haben vor elf Jahren mit der Gemeinde eine Konvention abgeschlossen, dass wir die Diskothek fĂźr 29 Jahre betreiben mĂźssen“, meint dazu Klaus Unterkofler. Die Verlegung der Diskothek bedeutet wohl auch nur eine Verlagerung des Problems: Den Bewohnern des Fischzuchtweges wĂźrde dies zwar mehr Ruhe bescheren, aber auch in der Industriezone leben Menschen, und Hin- und RĂźckweg bleiben ebenfalls erhalten – wiederum entlang des Fischzuchtweges oder des Eisackdamms.

Die Diskothek zu verlegen „Die Jugendlichen selbst mĂźsoder die WĂźrstlbude frĂźher zu schlieĂ&#x;en – zwei Forderungen, die auch von den Anrainern artikuliert wurden – liegen ebenso nicht in der Machbarkeit der Gemeindeverwaltung, betont Peter

sen mehr zur Rechenschaft und zur Verantwortung gezogen werden“, fordert Klaus Unterkofler. „Wenn sie verbotenerweise Motorrad fahren, werden sie bestraft. Wenn sie betrunken unterwegs

sind, muss dann eben auch eine Strafe fällig werden.“ Was wenige wissen: Personen im alkoholisierten Zustand kĂśnnen, wenn sie sich an einem Ăśffentlichen Ort befinden, zu einer geringen Geldstrafe verdonnert werden. Die Gemeinde setzt wiederum auf eine verstärkte Polizeikontrolle und startet in naher Zukunft in Zusammenarbeit mit den Bar- und Lokalbetreibern die Sensibilisierungskampagne „Respect“,

um Jugendliche auf ihre Verantwortung fĂźr die Lärmbelästigung, aber auch in Bezug auf die Vandalenakte hinzuweisen. „Im Ăœbrigen“, betont Peter Brunner, „sollte man nicht immer die Gemeinde fĂźr alles verantwortlich machen.“ doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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SCHLOSS

„Wir tun alles, was wir tun kĂśnnen!“, versichert Klaus Un-

Foto: Oskar Zingerle

Diskobetreiber fĂźr die RuhestĂśrung an den angrenzenden StraĂ&#x;en verantwortlich zu machen, ist begrenzt: Laut Auskunft des Rechtsamtes der Gemeinde kann die Verantwortung des Betreibers nur auf StraĂ&#x;en ausgedehnt werden, die innerhalb des mĂśglichen Kontrollbereiches des Betreibers liegen. Diese Verantwortung bezieht sich nur auf die Ă–ffnungszeit des Betriebes – „und wo dieser Kontrollbereich endet, ist eine schwimmende Grenze“, erklärt der Stadtrat.

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„Eine Kirche unter vielen“ Freikirchen sind in Südtirol rar und wohl auch deshalb weitgehend unbekannt. In Brixen existiert seit 15 Jahren die Freie evangelische Gemeinde Brixen. Pastor Martin Sperlich erzählte über Identität, Glaubensinhalte und Entstehung der Freikirche.

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Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

Brixen

on der Brennerstraße aus macht ein Schild an der Fassade eines Hauses im Rosslauf auf sich aufmerksam: Der Schriftzug „Freie evangelische Gemeinde Brixen“, daneben ein Kreuz im offenen Kreis, kennzeichnet den Sitz der Freikirche.

Die Anfänge der Freien evan-

gelischen Gemeinde Brixen reichen zurück bis ins Jahr 1979. Freikirchlich orientierte Christen trafen sich damals zu Bibelrunden, aus denen gründete sich dann im Jahre 1991 in Zusammenarbeit mit der Allianz Mission des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland die Freie evangelische Gemeinde Brixen (FeG). Die zweite Südtiroler FeG befindet sich in Bruneck. Martin Sperlich, der Pastor der Brixner FeG, übernahm im September vorigen Jahres die Leitung der Gemeinschaft, gemeinsam mit einem Leitungskreis. „Wir verstehen uns als eine Kirche unter vielen und nicht unbedingt als die entscheidende“, schildert er das Selbstverständnis der FeG. Die Gemeinde wünscht sich ein offenes und entspanntes

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Verhältnis zu allen Kirchen und lebt im Bewusstsein, nur ein kleiner Teil einer weltweiten Christusgemeinde zu sein.

Eine Kürzestbeschreibung der Inhalte und Grundsätze

lässt sich anhand des Namens herstellen: „Frei“ steht für den

Martin Sperlich leitet seit einem Jahr die Freie evangelische Gemeinde Brixen


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freiwilligen Entschluss zur Aufnahme in die Gemeinde, vorwiegend im Erwachsenenalter; „Evanglisch“ stellt keine Konfessionsangabe dar, sondern bedeutet die Eigenschaft, dem Evangelium gemäß zu leben, und die Bezeichnung „Gemeinde“ beinhaltet, dass die FeG weniger als Konfession, sondern lieber als Gemeinschaft von Gläubigen verstanden werden will, die gemeinsam Gott dient – mit dem Ziel, nur bewusst Glaubende zu vereinigen. „Wir leben einen christlichen Glauben nach der Bibel – aber ohne Zusätze“, erklärt Pastor Sperlich, „die Gemeinden machen sich frei von Traditionen, die einmal gut waren, aber jetzt nicht mehr passen, oder von Dingen, die zum Ursprünglichen hinzu gebracht worden sind.“ Die Mitglieder möchten bewusst in der Gesellschaft leben und ihre Herausforderungen annehmen, aber unabhängig vom Staat und anderen Gruppen ihr Christsein praktizieren.

Demokratie an Stelle von Hierarchie wird in den FeGs

gepflegt: „Es wird nicht von der Kanzel herab gesagt, was richtig und was falsch ist“, erklärt der Pastor. In wöchentlichen Hauskreisen beschäftigen sich die Gläubigen mit der Bibel, suchen dort gemeinsam nach ihrem richtigen Weg im Glauben, wobei „die Gemeinschaft als Korrektiv zum persönlichen Glauben gilt.“ Ein wichtiger Schwerpunkt des Gottesdienstes, der ohne fest vorgegebene Liturgie abgehalten wird, ist die Predigt, wo aktuelle und lebensnahe Themen aufgegriffen werden. Welche Thematik gerade ansteht, entscheidet der Pastor mit der Gemeindeleitung. Doch auch ansonsten sind die Mitglieder aufgerufen, sich je nach Fähigkeiten, Gaben und Berufung an den

In den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde werden wöchentlich Gottesdienste abgehalten verschiedenen Aufgaben in der Gemeinde zu beteiligen. Die Räume der Freien evangelischen Gemeinde im Obergeschoss des Hauses sind jener einer Familienwohnung ähnlich. Im hellen Raum, in dem die Gottesdienste abgehalten werden, stehen leicht verrückbare Stühle im Halbkreis, ein Büchertisch lädt zum Schmökern ein. Eine Glasscheibe gibt den Blick frei in das angrenzende „Kinderzimmer“ mit kleinem Lautsprecher: Hier findet parallel zum Gottesdienst für die Erwachsenen ein Kindergottesdienst statt. In der Küche nebenan wird sonntags hin und wieder gekocht, und die Mitglieder der Gemeinschaft nehmen gemeinsam das Mittagessen ein. Im oberen Teil befinden sich ein Jugendraum sowie das Büro des Pastors. Dessen Aufgaben liegen in der Organisation und der übergemeindlichen Kontaktpflege, in der Leitung der Mitgliederversammlungen sowie in der Seelsorgearbeit.

23 Mitglieder umfasst derzeit

„seine“ Brixner Gemeinde, die weitere Entwicklung wartet er gelassen ab. Eine gewisse Unsicherheit gehört noch abgebaut. „Vielleicht, weil diese Form der Kirche hier noch unbekannt ist, ist es manchmal schwierig, in einen Dialog zu treten. Aber das Bemühen ist da.“ doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Brixen

Politik & Gesellschaft

Öffnung mit Hindernissen Foto: Oskar Zingerle

Im Abstand von einigen Jahren wird immer wieder darüber diskutiert, ob der große Obstgarten südlich der Brixner Hofburg eine öffentlich zugängliche Grünfläche werden soll. Auch in diesen Tagen finden entsprechende Gespräche statt.

W

enn eine Öffnung des Hofgartens in Erwägung gezogen wird, dann muss man sich über den Wert der gesamten Anlage von Herrengarten, Hofburg und umfriedetem Obstgarten im Klaren sein und entsprechend qualifizierte Konzepte entwickeln. Die Brixner Hofburg, in der Zeit zwischen

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1595 und 1711 errichtet, gehört als Sitz der Bischöfe und des reichsunmittelbaren Fürstentums sowie der Diözesanverwaltung Brixen geschichtlich, aber auch kunsthistorisch mit dem Renaissance-Innenhof und den ausgedehnten historischen Zimmerfluchten zu den bedeutendsten Bauten Tirols. Aber nicht nur

der Bau selbst, der zehn Jahre nach der Neuordnung der Diözese Bozen-Brixen von Bischof Gargitter 1974 dem Diözesanmuseum Brixen überlassen wurde, ist von großer bauhistorischer Bedeutung.

Zu einem der wertvollsten Ensembles Europas wird die

Aus der Vogelperspektive betrachtet, stellt der Obstgarten der Hofburg eine wichtige grüne Lunge dar Hofburg erst durch die dazugehörigen Bauten und Gärten. Meist wurden zwar die Bischofsitze in den Städten als Gebäude erhalten, aber deren Garten- und Freiflächen stark verändert oder


sogar mit neuen Nutzungen überbaut. Regensburg, Würzburg oder Innsbruck mögen da als Beispiele dienen. In Brixen hingegen konnte die Hofburg aus verschiedenen Gründen zusammen mit ihren Freiflächen die Zeiten überstehen und durch den großen Einsatz von Karl Wolfsgruber als Landeskonservator grundlegend saniert und als Diözesanmuseum eingerichtet werden. Obwohl gerade in den Außenflächen zahlreiche wenig einfühlsame und ahistorische Veränderungen vorgenommen wurden, blieb der Eindruck einer nach außen abgeschlossenen fürstbischöflichen Hofanlage weitgehend erhalten. Die Fischbecken im Herrengarten und andere Teile der Wassergräben wurden zugeschüttet und vor allem die Anlage des heute für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Obstgartens von 1831 der heutigen Art niedriger Apfelbaumaufzucht geopfert. Der Herrengarten wurde der Pflege durch die Stadtverwaltung übergeben, der es bis heute nicht gelang, die Parkplätze einiger Privilegierter vor dem

Kutscherhof aufzulassen. So ist der Herrengarten nicht immer die reine Freude.

Auf den ersten Blick scheint

eine Öffnung des ummauerten Obstgartens sinnvoll. Aus der Vogelperspektive betrachtet, stellt der Obstgarten eine für Brixen wichtige grüne Lunge dar, und man könnte sich gut vorstellen, dass eine Begehung desselben für Einheimische wie Touristen eine besondere Augenweide darstellen könnte. Aber eine Öffnung eines derartigen Areals bedarf einiger Bedingungen. Zum einen müsste eine aufwändige Pflege und Aufsicht der Fläche gewährleistet werden. Dazu gehört auch die nächtliche Sperrung des Geländes. Probleme dürfte aber vor allem die Zugänglichkeit des Gartens bereiten, denn Durchbrüche durch die mittelalterliche Ummauerung sind schwer vorstellbar. Eigentlich wäre der Zugang nur über das Privatgelände vom Platz der Millenniumssäule nach Süden parallel zum noch bestehenden Wassergraben denkbar, sowie ein Tor etwa in der Mitte der im Süden

den Garten abgrenzenden Mauer. In der Neugestaltung müsste der Garten auf den erhaltenen Plan von 1831 aufbauen, der eine regelmäßige Bepflanzung mit hochstämmigen Obstbäumen auf einer Wiese und einen pergolagedeckten Umgang mit Weinberankung entlang der Ost-, Nord- und Westseiten vorsah. Gebäude waren außer dem japanischen und dem chinesischen Pavillons an den südlichen Mauerecken nicht im Gelände vorgesehen. Ein so wieder in den historischen Zustand zurückversetzter Garten als „Museum“ oder Schaugarten für heute schon fast ausgestorbene hochstämmige Obstbaumsorten wie Kalterer, Cox-Orange sowie Apfel- oder Birnbäume zusammen mit einer Lehrpfad-ähnlichen Weinberankung der Pergola-Allee mit unterschiedlichen Rebsorten wäre sicherlich eine angemessene Ergänzung des gesamten Ensembles.

bühr sind allerdings unbedingt erforderlich, damit ein solch öffentlich zugänglicher Obstgarten nicht verwahrlost. Wenn dies alles nicht gewährleistet wird und die sonst übliche Verwahrlosung von öffentlichen Grünflächen eintritt, dann wäre es um den schönen Garten schnell geschehen und es wäre besser, wenn alles so bliebe wie es ist. Auch wenn die Gemeindeverwaltung das nicht nur in Kirchenkreisen heikle Thema einer Öffnung des Hofgartens äußerst vorsichtig angeht und dazu von politischer Seite keine Aussagen zu bekommen sind, munkelt man, dass sich die neue Stadtregierung eine Öffnung wünschen würde und dass bereits einige Gespräche in dieser Sache geführt wurden. Die Kirche allerdings hat sich bis heute gegen eine Öffnung gesträubt. Ob man sich bei den Gesprächen zumindest angenähert hat, ist ein von allen Seiten fest gehütetes Geheimnis.

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Interview

Politik & Gesellschaft

„Verordnung ist nicht zu drastisch“ Nicht Ortsansässige dürfen den Vahrner Sportplatz nicht mehr benutzen. Der Jugendreferent von Vahrn, Alexander Tauber, erklärt im Interview die Hintergründe dieser Maßnahme. Herr Tauber, welche Probleme waren der Auslöser für die obgenannten Maßnahmen der Vahrner Gemeindeverwaltung bezüglich des Sportplatzes? ALEXANDER TAUBER: Es gab immer wieder Streitereien am Sportplatz, das Problem hat sich über die Jahre hin entwickelt. Es hat sich herumgesprochen, dass dieser Platz unentgeltlich, ohne zeitliche Einschränkung und für jeden zugänglich ist. Deshalb hat er immer mehr Jugendliche aus der Umgebung angezogen. In den letzen zwei Jahren hat sich dieses Problem zugespitzt. Der Bolzplatz wurde immer mehr

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von Auswärtigen, vermehrt auch von Ausländern, besetzt. Teilweise wurden die einheimischen Kinder von auswärtigen jungen Erwachsenen sogar vom Platz vertrieben. Viele Vahrner Eltern trauten sich nicht mehr, ihre Kinder auf dem Sportplatz spielen zu lassen. Wie hat die Vahrner Gemeinde zunächst auf diese Situation reagiert? Nach den ersten Zwischenfällen wollte die Gemeinde Vahrn mit einer Benutzerordnung eine klare Regelung schaffen, laut der nicht Ortsansässige den Platz nach Eintreffen von Vahrnern

innerhalb von zehn Minuten räumen müssten. Da sich jedoch einige aus Brixen kommende Jugendliche nicht an diese Ordnung hielten, kam es immer wieder zu Streitereien, die vor ein paar Wochen sogar in körperliche Bedrohungen ausarteten. Auf Grund dieses Vorfalls wurde vom Vahrner Bürgermeister eine Verordnung erlassen, die es nicht Ortsansässigen nur nach vorher eingeholter Genehmigung der Gemeinde erlaubt, diesen Sportplatz zu benutzen. Die Gemeinde erhofft sich nun eine stärkere Handhabe, nicht Ansässige des Platzes verweisen zu können und dadurch den Vahrner Kin-

dern und Jugendlichen die Benutzung ohne Einschränkung zu gewähren. Im Falle einer Nichtbeachtung könnten sogar Strafen verhängt werden. Zusätzlich zu der Verordnung wurde eine Videoüberwachung auf dem Sportplatz angebracht… Die Videoüberwachung des gesamten Areals war schon seit einiger Zeit geplant, da es zu Sachbeschädigungen gekommen ist. So wurde zum Beispiel die Fensterfront der Turnhalle mit Steinen beworfen und beschädigt. Allein die durch diese Schäden verursachten Kosten dürften


„Der Bolzplatz wurde immer mehr von Auswärtigen, vermehrt auch von Ausländern, besetzt.“ _Alexander Tauber

höher sein als die Anschaffung der Videoüberwachung, die sich auf 7.000 Euro belief. Die Kameras, die somit zur Sicherung des öffentlichen Eigentums dienen, wurden zufällig gleichzeitig mit dem Erlass der Verordnung des Bürgermeisters in Betrieb genommen. Natürlich wird dadurch auch indirekt der Spielplatz überwacht, was sicher eine positive Auswirkung haben wird. Sind die ergriffenen Maßnahmen nicht zu drastisch? Die Verordnung ist sicher nicht zu drastisch, da wir als Gemeinde die Aufgabe haben, den Vahrner Kindern und Jugendlichen eine entsprechende Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Dieser Platz wurde von der Gemeinde errichtet und finanziert und soll deshalb auch in erster Linie der Vahrner Bevölkerung zugute kommen. Das Problem liegt nicht darin, dass Nicht-Vahrner den Platz benutzen, wenn er leer steht. Wenn Vahrner aber nicht

spielen können, weil sie von Nichtansässigen vertrieben werden oder diese den Platz nicht freigeben, so ist das schon problematisch. Wird der Sportplatz trotz der strengen Auflagen noch benutzt? Der Platz wird nach wie vor gleich benutzt. Wer nur auf dem Bolzplatz spielt oder sich auf dem Areal aufhält, hat nichts zu befürchten. Die Aufzeichnungen werden gemäß den Be-

meinde zugänglich. Sie werden nur im Schadensfall angeschaut und in den vom Gesetz vorgeschriebenen Zeitabständen regelmäßig gelöscht. Weiters sind Schilder angebracht worden, die auf die Videoüberwachung hinweisen. Warum kommen vor allem Brixner zum Spielen nach Vahrn? Meines Wissens gibt es in Brixen außer am Lido in der Fischzucht keine offenen Ballspielplätze.

„Dieser Platz wurde von der Gemeinde finanziert und soll deshalb auch den Vahrnern zugute kommen.“_Alexander Tauber stimmungen des Datenschutzes aufbewahrt und sind nur für den Datenschutzbeauftragten der Ge-

Deshalb war der Spielplatz hier in Vahrn eine willkommene Alternative. Leider ist es zu einer

unguten Entwicklung gekommen, sodass eine klare Regelung von Seiten der Gemeinde nötig war. In Vahrn sind im Löwenviertel bereits weitere Sport- und Spielplätze geplant. hildegard.gargitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Fokus Die Vorgeschichte Eine neue Verordnung des Bürgermeisters von Vahrn, Josef Sigmund, verbietet nicht ortsansässigen Personen die Benutzung des Sportplatzes „Bolzplatz“ neben dem Kindergarten, sofern sie nicht eine Genehmigung der Gemeinde besitzen. Videokameras überwachen den Platz, nicht Ortsansässige müssen den Spielplatz verlassen, sobald Vahrner diesen in Anspruch nehmen möchten. 15


Politik & Gesellschaft

Brixen - Schabs - Mühlbach

Neue Gesichter hinterm Altar In den letzten Monaten hat Bischof Wilhelm Egger eine Reihe von Personalveränderungen vorgenommen. Im Einzugsgebiet unserer Zeitschrift gibt es zwei neue Dekane, nämlich in Brixen und Rodeneck. Schabs hat einen neuen Priester. Wer sind die neuen, und was machen die „alten“?

D

er neue Dekan und Pfarrer von Brixen heißt Albert Pixner. Er wurde 1974 zum Priester geweiht und wirkte in der Folge als Kooperator in Kastelruth. Ab 1978 war er Präfekt im Vinzentinum und wurde 1980 Kooperator in Sterzing. Sieben Jahre später wurde er Kooperator in Algund, bevor er 1989 als Spiritual im Johanneum eingesetzt wurde. Seit 1991 war Albert Pixner Dekan und Pfarrer in Kastelruth.

Wie einen schönen Traum

empfand der ehemalige Dekan Leo Munter seine Zeit in Brixen – „ein Traum, der viel zu schnell zu Ende ging“, wie er selbst sagte. Besonders freute ihn die Arbeit mit den Kindern, sei es im Schulunterricht wie auch in der Kinderseelsorge. Munter bleibt der Stadt Brixen aber treu und bezieht eine Wohnung in der Nähe des Domplatzes. Aushilfsweise wird er Schwester Irmgard in der Seelsorge im Stadtteil Zinggen unterstützen und im Dom weiterhin Buß­ sakramente spenden.

In Schabs tritt Pfarrer Thomas

Huber in die Fußstapfen seines Vorgängers Remigius Weisstei-

det sich in Richtung Tisens, wo er als Pfarrer und Dekan tätig sein wird. Im Dekanat Rodeneck hinterlässt er jedoch deutliche Spuren: In den letzten Monaten und Jahren setzte er sich vehement für die Gründung eines Jugenddienstes ein, der in nächster Zukunft realisiert werden dürfte. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Florian Kerschbaumer ist Dekan und gleichzeitig Pfarrer von Rodeneck, Vals und Meransen

Albert Pixner war seit 1991 Dekan und Pfarrer in Kastelruth

ner, der die Pfarrei seit elf Jahren führte. Weissteiner wurde 1936 in Neustift geboren, wo er 1952 ins Augustiner Chorherrenstift eintrat. 1960 zum Priester geweiht, wirkte er ab 1972 als Pfarrer in der Osttiroler Gemeinde Assling. 1983 wurde Weissteiner zum Stiftsdekan und Pfarrer von Neustift bestellt. Thomas Huber, Jahrgang 1940, wurde mit 24 Jahren zum Priester geweiht. Seine weiteren Stationen waren als Kooperator in Völs und Welschnofen, als Pfarrvikar in Oberolang und

1998 zusätzlich in Geiselsberg.

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Fokus

In Rodeneck wurde der bis-

herige Dekan Rudolf Grießer verabschiedet. Grießer wird in seinen Geburtsort Kastelruth zurückkehren und dort bei Bedarf mit der Abhaltung von Gottesdiensten aushelfen. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1961 wirkte Grießer 18 Jahre lang als Pfarrer in St. Andrä dann zwei Jahre als Pfarrer von Afers. Grießers Nachfolger Florian Kerschbaumer steht eine große Aufgabe bevor. Neben seiner Funktion als Dekan und Pfarrer in Rodeneck ist Kerschbaumer nämlich gleichzeitig Pfarrer von Meransen und Vals. Nur gut, dass er noch jung an Jahren ist, jedoch schon reich an Erfahrung. In seinen ersten Priesterjahren Anfang der 90er war Kerschbaumer Privatsekretär des Bischofs und studierte gleichzeitig Kirchengeschichte. Von 1993 bis 1995 war er Kooperator in Mals, ab 1995 Kooperator in Brixen, bevor er 1999 die Pfarreien von St. Andrä und Afers übernahm.

Der ehemalige Pfarrer von Vals und Meransen verabschie-

„Griaß di, Dekan!“ Auch wenn der scheidende Dekan Leo Munter weiterhin in Brixen bleiben wird, so hat man doch das Gefühl eines wehmütigen Abschieds: Seine freundliche Art und sein sympathisches Lächeln haben Munter sehr beliebt gemacht. Munters besondere Liebe galt den Kindern. Zum Abschied malte ihm ein Mädchen ein Bild mit dem Titel „Ich wünsche dir einen schönen Sonnenuntergang“. „Treffendere Worte hätte mir niemand für meinen Abschied mit auf den Weg geben können“, freute sich Munter gegenüber der Tageszeitung „Dolomiten“. Besonders vermissen werde er, dass ihm die Kinder nicht mehr „Griaß di, Dekan!“ nachrufen werden.


BRIXEN

Weniger Leute, mehr Gemütlichkeit Die 15. Ausgabe des Brixner Altstadtfestes brachte den Besuchern das gewohnte Déjà-vu-Erlebnis, allerdings mit ungewohnten Freiräumen in den Gassen der Altstadt. z Es war, zugegebenermaßen, ein ungewohnter Anblick: Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller flanierte gemeinsam mit seinen „Kollegen“ vom Altstadtkomitee wie einst sein im Vorjahr verstorbener Vorgänger Klaus Seebacher in der Brixner Tracht durch die Gassen. Auch die manchmal leeren Bänke waren ungewohnt: Das heurige 15. Altstadtfest hat weniger Massen angezogen als die vorangegangenen Ausgaben – nicht zum Nachteil des Festes, das sich plötzlich äußerst gemütlich präsentierte. Auch die zwischenzeitlichen Regenfälle und ein heftiges Gewitter samt nahem Blitzeinschlag am Samstag Abend konnten der Atmosphäre nichts anhaben. Laut Helmuth Kerer, seit Anbeginn omnipräsentes Faktotum des Altstadtfestes, ist der wirtschaftliche Erfolg bei den allermeisten Vereinsständen trotzdem nicht ausgeblieben. Sogar die alten Leiden des Festes kamen traditionsgemäß wieder zum Vorschein: Viel zu wenige öffentliche WCs und zu laute Musik am Großen Graben und am Domplatz. Positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass keine Ausschreitungen gemeldet wurden und dass der kostenfrei angebotene Citybus während des Wochenendes 5.800 Fahrgäste (!) verzeichnete. 17


Politik & Gesellschaft

VAHRN

Denkmal restauriert z An der Nordecke der Pfarrkirche von Vahrn befindet sich seit dem Jahr 1920 ein Denkmal für die 22 Vahrner Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges. In den Fünfziger Jahren wurde das Denkmal mit den 33 Namen und Daten der Opfer des Zweiten Weltkrieges ergänzt. Die Pflege dieser Gedenkstätte übernahm die Schützenkompanie Vahrn. Nach all den Jahren war nun dringend eine Restaurierung fällig. Im Auftrag der Schützenkompanie Vahrn übernahm nun der

Steinmetz Hans Georg Sigmund die­se Aufgabe, angeleitet wurde er vom ehemaligen Landeskonservator Karl Wolfsgruber. Die gesamten Kosten der Restaurierung übernahm der Landtagsabgeordnete Pius Leitner, Ehrenleutnant der Kompanie Vahrn. Die Schützenkompanie Vahrn ist überzeugt, durch die Restaurierung einen wertvollen Kulturbeitrag geleistet zu haben und hofft, dass sich der eine oder andere Zeit nimmt, vor der Gedenkstätte innezuhalten. db

P&G Politik & Gesellschaft

BRIXEN

20 Jahre Jukas

SMS

z „Es war Luis Rastner aus Brixen, der mich 1984 darauf aufmerksam gemacht hat, dass das Schülerheim Kassianeum in Brixen seine Tore schließe und was mit dieser geschichtsträchtigen Gebäulichkeit zu geschehen habe“, so Herbert Denicoló, der Vorsitzende des Vereins Jugendhaus Kassianeum. Der Idee folgte die Umsetzung: Es entwickelte sich eine Struktur, die sich seit 1986 den drei Schwerpunkten Bildung für Jugend und Jugendarbeit, Jugendherberge und Jugendzentrum widmet. Gekennzeichnet waren die letzten 20 Jahre von stetigem Auf- und Ausbau der Tätigkeiten.

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Das Gebäude in der Brixner Altstadt wurde umgebaut und beherbergt heute im Erdgeschoss das Jugendzentrum juze kass, das Bildungshaus Kassianeum und die Jugendherberge. Weiters verwaltet der Verein seit Juli 2001 die Jugendherberge in Toblach, 2004 kam jene in Meran und ein Jahr später die Jugendherberge Bozen hinzu. Das Bildungshaus präsentiert alljährlich ein breit gefächertes Fortbildungsprogramm. Das 20-Jahr-Jubiläum feiert der Verein am 2. und 3. Oktober. „Aufgegriffen wird dabei das Thema Gewalt und Rassismus“, erklärt der Geschäftsleiter Peter Liensberger. Ne-

Die Marianische Frauenkongregation bedankt sich in einer Aussendung bei allen Kunden und Sponsoren für das gute Gelingen des „Kaffee-Ruheplatzls“ beim Altstadtfest. Der Erlös geht für die Restaurierung des Weißen Turms an die Pfarrei Brixen.

ben einem Rückblick, Workshops und Fachgesprächen zum Thema steht auch das Referat „Rechtsradikal – links liegen lassen“ von Peter Rieker auf dem Programm. Allen zugänglich ist am Dienstag, 3. Oktober, um 20 Uhr die

Bühnenshow „Instant Acts gegen Gewalt und Rassismus“, einem internationalen Jugendtheaterprojekt, bei dem Künstler Tanz, Theater, Musik und Akrobatik aus der ganzen Welt in einer Bühnenshow präsentieren. db

Die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag hat eine Anfrage gestellt in Bezug auf den Bau einer grenzüberschreitenden Gasleitung mit einer Kapazität von 1,5 Milliarden Kubikmeter, die von Brixen bis Innsbruck führen soll.

Zum zweiten Mal wird in Brixen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten, durch verschiedene Spiele und Geräte aus der Welt des Zirkus körperliche Fertigkeiten zu entdecken und zu entwickeln. Alle Kurse beginnen Mitte Oktober. Info: Tel. 0472 801373 oder 349 4030443.


Nachgefragt

„Kein wirklich sicheres Gebiet“ Johann Wild, Bürgermeister von Franzensfeste, über die vom Umweltbund Brixen stark kritisierte Entscheidung, auf dem erosionsgefährdeten linken Talhang zwischen Franzensfeste und Aicha einen Radweg gebaut zu haben.

Warum hat man die linke Talseite gewählt? Der Weg war bereits in den 30er

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EHAUS GEMEIND ALE Das neue LAZZO COMUN PA Il nuovo piazza Maria Hueber Platz 3

Der Umweltbund meint, dass es diesen Wegabschnitt und die „kostspielige Brücke“ von Aicha auf die Talwestseite nicht bräuchte, wenn man den Radweg durch das Riggertal fertigstellen würde. Ein Radweg vom Riggertal hinauf nach Schabs wurde auch aus Kostengründen fallengelassen, weil dieser nur schwer zu realisieren gewesen wäre. Somit ist die Brücke die notwendige Verbindung für all jene, die von Brixen oder Sterzing kommend ins Pustertal oder umgekehrt weiter radeln wollen. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

BRIXEN

VAHRN

Rund ums neue Gemeindehaus

Sicher zur Schule

Uhr

10.30 tember ab 30 am 30. Sep settembre, ore 10. enen Tür 30 Tag der off lle porte aperte il de Giornata

b c d

Regenwetter zu sperren.

Brixen Gemeinde ssanone di Bre Comune

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z Nach dem Umzug einer Reihe von Gemeindediensten in das neue Gemeindehaus am Maria-Hueber-Platz findet am Samstag, 30. September, eine kleine Einweihungsfeier statt, zu der alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind. Im Rahmen der Einweihungsfeier mit Beginn um 10.30 Uhr wird das sanierte Haus von Dekan Albert Pixner gesegnet, anschließend können die vier Stockwerke erkundet werden. Auf dem Programm stehen neben einem Umtrunk mit musikalischer Umrahmung, Spiel und Spaß für Kinder auch ein Quiz mit bunten Fragen zum

neuen Gemeindehaus und den dort angesiedelten Diensten. Die Quizkarten, die dieser Auflage des „Brixner“ im Gemeindegebiet Brixen sowie der „Isarco News“ beigelegt sind, können ausgefüllt und am Tag der offenen Tür oder bis zum 20. Oktober beim Bürgerschalter abgegeben werden. Die Fragen lassen sich bei einem Gang durch das neue Bürogebäude oder mit Unterstützung der Gemeindemitarbeiter schnell beantworten. Unter allen abgegebenen Karten mit den richtigen Lösungen werden im Rahmen einer Pressekonferenz am 25. Oktober schöne Sachpreise verlost. Die Initiative wurde mit Unterstützung der am Bau beteiligten Firmen und der Stadtdb werke Brixen realisiert.

z Damit der Weg zur Schule für Kinder sicherer wird, will die Gemeinde Vahrn die gesamte Schul- und Kindergartenzone im Oberdorf vom Autoverkehr freihalten. Seit Schulbeginn sind deshalb der gesamte Schulhof und die kurze Verbindungs­straße von der Dorf- zur Salernstraße vor der Metzgerei Amort für den Autoverkehr gesperrt. An Schultagen gilt zudem eine zeitweise Sperrung der Salernstraße zu Unterrichtsbeginn und -ende, von der Einfahrt der Dorfstraße bis nach dem Schulbereich beim „Nigglgasser“. Von der Sperrung ausgenommen sind Lieferanten, Behinderte, Anrainer sowie Radfahrer. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule oder zum Kindergarten bringen, können beim „Lidl-Parkplatz“ neben der Metzgerei Amort und jenem an der Südseite der Turnhalle des Kindergartens parken. Von dort können die Kinder sicher und ohne Autoverkehr die Unterrichtsgebäude erreichen. Der Verkehr zum Schulzentrum Salern wird während der Sperrzeiten

Foto: Oskar Zingerle

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Jahren vom Militär angelegt worden. Nachdem das Gelände vom Militär aufgegeben worden war, hat die Forstverwaltung den Weg instand gesetzt. Später wurde er von der Autobahngesellschaft asphaltiert, damit er als Fluchtweg aus dem Tunnel genutzt werden kann. Die Bezirksgemeinschaft Wipptal hat in ihrem Bereich bereits Hangsicherungen durchführen lassen; für den Teil in NatzSchabs steht das noch aus, soll aber von der Bezirksgemeinschaft Eisacktal bald erledigt werden. Ich bin mir bewusst, dass auch diese Maßnahmen nicht immer ausreichend Schutz bieten können und werden, weshalb ich mich dafür ausgesprochen habe, den Weg bei

Foto: Oskar Zingerle

Ein Erdrutsch hat den soeben fertig gestellten Radweg zwischen Franzensfeste und Aicha vermurt. Hatte man in der Planungsphase keine Bedenken über die Trassenführung? Zwischen dem Stausee von Franzensfeste und Mauls gibt es kein wirklich sicheres Gebiet. Bei starken Regengüssen besteht überall die Gefahr, dass Material vom Berg herunterkommt. Jene Verkehrsadern, die zuerst gekommen sind, haben sich den besten und sichersten Verlauf ausgesucht.

über den Poltenweg umgeleitet. Auf dieser Straße kann es aber aufgrund der Engstelle bei der Eisenbahnunterführung zu Verkehrsbehinderungen kommen. Bei größeren Verkehrsproblemen wird die zeitweise Sperrung der Salernstraße nochmals überdacht und nach Alternativlösungen gesucht. Im kommenden Jahr soll entlang der Salernstraße und des Poltenweges ein Gehsteig errichtet und der Poltenweg leicht ausgebaut werden. Eine Verkehrsstudie von Ingenieur Theil aus Bozen sieht vor, die Salernstraße nach dem Ausbau des Poltenweges als Zufahrt für das Schulzentrum Salern vollständig für den Verkehr zu sperren. hg 19


Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

Biomediziner, Radiosprecher, Gleitschirmflieger: „Das Leben ist immer ein Kompromiss“ (Hubert Egger)

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Portrait

Der Biomediziner vom Rutzenberg Hubert Egger : Der 42-jährige stammt vom Rutzenberg, lebt aber bereits seit 20 Jahren in Wien, wo er sehr erfolgreich im Bereich der Prothesenherstellung arbeitet.

M

it zwei Koffern voller Habseligkeiten steht er am Bahnhof von Brixen. Zwei Koffer und ein Herz, das übersprudelt vor Spannung. Er will nach Wien, um Elektrotechnik zu studieren, weiß jedoch nichts vom Leben in einer großen Stadt. Er weiß noch nicht einmal, wo er wohnen wird, hat die Uni noch nie gesehen. Für ein paar Nächte kann er bei einem ehemaligen Schulkollegen unterkommen, dann will er weitersehen...

Das war vor über 20 Jahren.

„Ich war damals wohl sehr naiv“, grinst Hubert Egger breit, „hatte als Bergkind keinerlei Erfahrung mit der Großstadt und tat mich entsprechend schwer, Anschluss zu finden.“ Trotzdem wollte er seinen Traum wahr werden lassen, „denn die Technik hat mich schon immer fasziniert.“ Hubert Eggers Eltern waren von der Entscheidung ihres Sohnes nicht begeistert. „Wien ist weit weg, und die Fürsorglichkeit meiner Mutter reichte leider nicht bis dort hin“, schmunzelt er. Der Vater hätte es sowieso lieber gesehen, wenn der Sohn einen soliden Handwerksberuf ergriffen hätte. Es war wie ein kleiner Abschied für immer damals, obwohl er heute regelmäßig, „so alle zwei Monate“, nach Südtirol kommt. Mit St. Andrä verbindet ihn eine tiefe Heimatliebe. Eine endgültige Rückkehr scheitert aber wohl an den beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten. Am Herzen liegen ihm neben seiner Familie, „ohne deren Unterstützung mein Studium nicht möglich gewesen wäre“, auch seine Jahrgangskollegen. „Zur Zeit planen wir gerade wieder ein Treffen“, strahlt er über das ganze Gesicht. Hubert Egger fand in Wien nach relativ kurzer Zeit ein kleines Zimmer, das er sich mit zwei Kollegen teilen musste. Später bekam er dann einen Platz im

Studentenheim. Mittlerweile hat er neben dem Elektrotechnikstudium auch ein Studium in Biomedizin absolviert und arbeitet sehr erfolgreich im Bereich der Prothesenherstellung.

Die Vision, der Technik auf den

Grund zu gehen, begleitete ihn all die Jahre hindurch. In seiner Dissertation befasste er sich mit den Möglichkeiten der Elektro­ stimulation des Rückenmarks, damit gelähmte Körperteile wieder bewegt werden können. „Über Biosignale werden Willensinformationen vom Gehirn zum Amputationsstumpf gesendet und dort mittels Elektroden abgeleitet“, erklärt er. Hubert Egger hat Karriere gemacht, ist aber bodenständig und herzlich geblieben. Nach Karriere sah seine

Während der Schuljahre in Bozen entdeckte er eine zweite Leidenschaft: „Radiostimmen haben mich immer fasziniert“, sagt er, und so klopfte er bei privaten Radiosendern an, um moderieren zu dürfen: „Ich kam um fünf Uhr morgens ins Studio, um die Frühsendung zu machen, dann ging ich in die Schule“. Am Abend moderierte er oft Hörerwunschsendungen. Die Leidenschaft ist bis heute geblieben, „wenn das Radio auch nicht mehr das ist, was es einmal war.“ Immer, wenn er nach Südtirol kommt und ein bisschen Zeit bleibt, zieht es ihn zu Radio Nord. „Auch heute morgen war ich fünf Stunden lang dort“, gesteht er. In Wien suchte er Kontakt zu Schauspielern und Moderatoren

„Elektrotechnik hat mich immer schon fasziniert“ _Hubert Egger Schullaufbahn zunächst eigentlich nicht aus. Er war nämlich „nie ein guter Schüler“, hat sich durch die Pflichtschulzeit „geschummelt“. Seit jeher hatte er aber eine Leidenschaft „für alles Elektrische“, hat viel gebastelt, vor allem Elektronikschaltungen gebaut. Als er dann die Fachschule für Betriebselektriker besuchen durfte, war er in seinem Element. Nach Abschluss des zweijährigen Lehrgangs fand Hubert Egger jedoch keine Arbeitsstelle, und so wechselte er an die Gewerbeoberschule nach Bozen. Die dritte Klasse besuchte er regelmäßig, den Stoff der vierten Klasse eignete er sich zu Hause an. Er wurde nämlich am elterlichen Hof gebraucht. „Wir hatten Vieh, und es gab immer viel zu tun“. Die fünfte Klasse besuchte er dann wieder regulär, „und da bestärkten mich meine Mitschüler, weiterzustudieren.“

und nahm Sprechunterricht bei Fritz Holly. Zu hören ist Hubert Eggers angenehme Stimme bei Radio Arabella, bei Radio Orange und beim obersteirischen Sender 89.6. Manchmal ist noch ein klein wenig Südtiroler Färbung zu hören, „aber das Leben ist immer ein Kompromiss.“ Ab und zu liefert er auch Berichte fürs Südtirol Journal: „Ich bin sozusagen Auslandskorrespondent“.

Und noch eine dritte Leidenschaft gibt es in Hubert Eggers Leben. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, zieht es ihn an jedem Wochenende mit seinem Gleitschirm in die Lüfte, „meistens irgendwo in der Steiermark.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief Hubert Egger

Hubert Egger wurde am 14. März 1964 in Brixen geboren. Am Rutzenberg oberhalb von St. Andrä verbrachte er gemeinsam mit acht Geschwistern, von denen zwei bereits in jungen Jahren verstorben sind, seine Kindheit. Die Grundschule besuchte er in St. Andrä, die Mittelschule in Brixen und in Sarns. Nach der Pflichtschule zog es ihn in die zweijährige Fachschule für Betriebselektriker an der Berufsschule Bruneck. Anschließend stieg er in die 3. Klasse der Gewerbeoberschule ein, nachdem er für die ersten zwei Klassen der Gewerbeschule die Prüfung als Privatist bestanden hatte. 1984 legte er die Maturaprüfung ab und ging dann nach Wien, um Elektrotechnik zu studieren. Nach dem Abschluss dieses Studiums im Jahre 1992 arbeitete er als Pflegehelfer im Bereich der Ge­ riatrie. Sein Interesse für die Medizin bewog ihn dazu, ein zweites Universitätsstudium zu beginnen. Nachdem er den ersten Studienabschnitt abgeschlossen hatte, wechselte er über zur Biomedizin, weil dieses Studium für ihn die ideale Verbindung zwischen Technik und Medizin darstellte. 1996 war er einer der Preisträger der „Stiftung zur Förderung junger Südtiroler im Ausland“. Er arbeitet heute im Bereich der Forschung und Entwicklung bei Otto Bock, einem Unternehmen, das sich mittlerweile in der Prothesenherstellung einen Namen gemacht hat. z 21


Menschen & Meinungen

Zum Jubiläum ein Rekord! Wir dürfen ein doppeltes Jubiläum melden: Dies ist nicht nur der 200. „Brixner“, sondern auch die 15. Kinderfotoaktion. Als hätten unsere Leser dies gewusst, haben sie uns mit einem neuen Rekord überrascht: Über 300 Fotos wurden uns zugesandt!

V

ielleicht lag es am verlockenden Preis für das schönste Foto – eine digitale Kamera der Marke Fuji A400, die uns vom Fachgeschäft Trony in der Bahnhofstraße 28 in Brixen zur Verfügung gestellt wurde. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass man gern im „Brixner“ das Bild der eigenen Kinder sieht – was wir als großes Kompliment auffassen. Jedenfalls wurden wir heuer regelrecht überflutet von Bildern – viele in Papierform, aber sehr viele inzwischen digital per E-Mail. So hatte unsere Redak­ tion doppelten Aufwand: Einmal mussten wir (leider!!) entscheiden, welche Fotos veröffentlicht

werden, und dann gab es auch heftige Diskussionen über das Siegerbild. Da wir uns heuer besonders schwer taten, eine Einigung zu finden, haben wir am Ende zwischen den Favoriten ausgelost – und dabei ist das Bild vom kleinen Davide aus Vahrn zum Vorschein gekommen. Wir gehen davon aus, dass sich aber vor allem seine Eltern über den Fotoapparat freuen werden – Evi Klammer und Flavio Gini. Wir gratulieren! und entschuldigen uns bei allen, die leider vergeblich das eingesandte Bild suchen werden. Der von uns vorgesehene Platz hat einfach nicht für alle gereicht…

Davide aus Vahrn

Leonie aus Lüsen

Wir bitten um Verständnis, dass wir die vielen eingesandten Fotos nicht an die Absender zurückschicken können. Alle veröffentlichten und unveröffentlichten Bilder können aber selbstverständlich in unserer Redaktion (Brennerstraße 28, Brixen) abgeholt werden.

Elia und Simon aus Neustift kochen uns heute eine Spezialität: Om – Lettn 22


Johannes aus Lüsen

„Hob des den Wein bstellt?“ Thaddeus aus Brixen kommt mit einer wertvollen Fracht auf antikem Gefährt

Lorenzo aus Brixen

Mattia aus Brixen

„Kannt i glei kassiern?“ Stefanie aus St. Leonhard als Milch-Lieferantin

Max aus Vahrn

Julia aus Mühlbach

Preti, Alina und Arian aus Vahrn

„Isch des Wåsser kålt!“ Elia aus Brixen hat eine mords Hetz! Lena und Lisa aus Lüsen 23


Menschen & Meinungen

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Simona aus Brixen Während Cristiano aus Vahrn friedlich schläft, ringt sein Teddybär verzweifelt nach Luft

Martin aus Lüsen

Leonie aus Feldthurns

Paula aus Lüsen „Wisst es, wås des hoaßt? Zwoa Wochn Karottnsuppe …!“ Katrin aus Lajen

Johannes aus St.Johann im Ahrntal

„’Streetpainting’ hoaßt man des!“ Stefan, Michael, Elias, Julian, Thomas aus Gereuth

Daria aus Niederrasen

Julian aus Rodeneck

Tobias aus Aicha

Julia aus Vahrn

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Menschen & Meinungen

„Wås isch? Die hålbe Kiste låss i enk jo übrig!“ Lisa aus Milland verputzt Marillen

Wie als ist Lisa aus Brixen? Richtig! Acht Monate!

Neue Fenster neue Wohnqualität

Jakob und Anja aus Lüsen

Elisa

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Fenster- und Türensysteme

„’S Brot isch hårt zi verdian!“ Alex aus Vahrn hat hart gearbeitet


Der Winter ist nicht mehr weit, deshalb sorgt Alexa aus Kastelruth schon mal fürs Brennholz

Nina

Anna aus Brixen mit Laura aus Eppan

Sophie und Isabel aus Meransen „Zwei auf einer Bank …“ Maximilian und Nadine aus Vahrn

Philipp aus Schabs

Leonie aus Brixen

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Alex und Jenny aus Milland

Greta und Vera aus Vahrn

Sofie und Lea aus Brixen

„Guggug!“ Emma aus Brixen lugt aus ihrem Versteck

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Menschen & Meinungen

Sophia und Damian aus Milland

Elena aus Barbian

Lea aus Feldthurns

Dana und Valentina aus Latzfons


Lea, Philipp und Anna aus St.Andrä

Johannes und Katharina aus Brixen

„Scheich“ Samuel aus Mittewald Kristina und Sabrina aus Lüsen

Elisa aus Gereuth und ihr treuer Freund

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Menschen & Meinungen

Magdalena aus Pairdorf

Leonie aus Vahrn Naomi aus Neustift

Paola und Johannes aus Welsberg

Matthias aus Brixen

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Lukas aus Pflersch hilft schon fr端h zu Hause mit


Sandra aus Brixen

Nadja und Alex aus Elvas

Nadine aus Klausen

„Inne do!“ Nina aus Brixen räumt auf

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Menschen & Meinungen

Maja

Jannik aus Milland

Sarah uns Samuel aus Aicha

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„Wås hoaßt do schenkn? 15 Euro in Kilo!“ Andrea aus Brixen lässt sich nicht lumpen

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Jonas aus St. Andrä

Mara aus Feldthurns

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Melanie und Tobias aus Kastelruth

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Matteo und Sascha aus Brixen

„AM ANFANG DES CHRISTSEINS STEHT NICHT EIN ETHISCHER ENTSCHLUSS ODER EINE GROSSE IDEE, SONDERN DIE BEGEGNUNG MIT EINER PERSON.“ BENEDIKT XVI. UNSERE ABSOLVENTEN SIND HEUTE: Priester, Ordensleute, Diakone, Universitätsdozenten, ReligionslehrerInnen, PastoralassistentInnen, Seelsorgehelferinnen, Jugendseelsorger, Leiter von Bildungshäusern, JournalistenInnen, ErzieherInnen, KrankenhausseelsorgerInnen, Pädagogische MitarbeiterInnen in Bildungshäusern und bei Katholischen Verbänden, Politiker, Caritas-MitarbeiterInnen, ErwachsenenbildnerInnen, NotfallseelsorgerInnen WWW.HOCHSCHULEBRIXEN.IT Philosophisch-Theologische Hochschule Seminarplatz 4 - 39042 Brixen info@hs-itb.it - Tel. 0472 271 120

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Menschen & Meinungen

Lily aus Brixen

Armin aus St. Andrä

Laura aus Brixen Anna und Miriam

Marie aus Latzfons

Der einzige Verkaufspunkt von Pennyblack in ganz Südtirol! Pennyblack · neWPenny · PennyPUll Damian, Noel und Hellen

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Johanna aus St. Andrä


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Menschen & Meinungen

Brixen

Graffiti-Sieger z Der erste „Graffiti-King“ des bank4fun-Wettbewerbs der Südtiroler Volksbank heißt Philipp Comarella. Er hat sich gegen 14 andere Graffiti-Sprayer durchgesetzt und konnte als Siegerprämie einen iPod mit nach Hause nehmen. Der Wettbewerb fand im Rahmen der Brixner Sommeremotionen statt: Auf einer 1,20 Meter hohen und 2,50 Meter breiten Gipswand sprühten die Teilnehmer aus beinahe ganz Südtirol an fünf Abenden ihr frei gewähltes Motiv auf. Ende August fand die

Bewertung und Preisverleihung statt: Der Präsident der Südtiroler Volksbank, Zeno Giacomuzzi, Vize-Bürgermeister Dario Stablum, Volksbank-Mitarbeiterin Renate Gamper, der Brixner Künstler Walter Dalfovo, die „Brixner“-Redakteurin Doris Brunner sowie eine Vertreterin aus dem Publikum verteilten per Punktesystem ihre Bewertung. Philipp Comarellas Graffiti erhielt dabei die höchste Punktezahl, dicht gefolgt von Ju­lian Burchia. db

M&M Menschen & Meinungen

Brixen

Der Spruch vom Much

SMS

I woaß schun, prum der Radlweg in Franzensfeste vermurt isch. Der Gusch håt sicher obn awian gschobn und untn awian gizogn

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z Elisabeth Larcher aus Schabs, ehemalige Kindergärtnerin, ausgebildete Lebens- und Sozialberaterin und Mutter von drei Kindern, ist die neue Koordinatorin der Tagesmütter im Raum Eisacktal/ Wipptal. Tagesmütter bieten eine professionelle, umfassende und flexible Betreuung von Klein- und Schulkindern bei sich zu Hause und unterstützen damit auf sehr wertvolle Weise Eltern, die aus verschiedenen Gründen auf eine Erwerbstätigkeit nicht verzichten können oder wollen. Die Tagesmütter haben eine Ausbildung von 450 Stunden hinter sich, die

auf Kenntnissen in Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Berufskunde, Gesundheitslehre und Praktikumserfahrung beruht. In ihrer Arbeit werden sie in organisatorischen und pädagogischen Fragen von der Koordinatorin begleitet. Ein neuer Ausbildungslehrgang startet Ende des Jahres. Für weitere Informationen steht Elisabeth Larcher jeden Dienstag von 9 bis 11 Uhr im Sozialsprengel in der Kapuzinergasse 2 in Brixen, Tel. 0472 270414, zur Verfügung. Sie ist außerdem unter der Handynummer 347 4601005 erreichbar. mk

Luise Obersteiner wurde als neue Direktorin für den Grundschulsprengel Vahrn für drei Jahre verpflichtet. Der bisherige Direktor Karlheinz Bachmann wechselt in die Direktion Vintl.

Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Dario Stablum und Helmuth Kerer nahmen am Einzug des Papstes in Regensburg sowie an der Feldmesse am Islinger Feld teil. Die Brixner Delegation war vom Regensburger Bürgermeister Gerhard Weber eingeladen worden.

Foto: Oskar Zingerle

Neue Koordinatorin

„Ich bin wie ein Erstklassler: Ich stehe hier zum ersten Mal in eurer Mitte und hoffe, dass ihr mich aufnehmt.“ Mit diesen Worten eröffnete Brixens neuer Dekan Albert Pixner den Schulbeginn in der Pfarrkirche und feierte somit erstmals mit den Kindern einen Wortgottesdienst.


s Ooopp pala me i n H o

Sepp Kusstatscher, Abgeordneter im Europaparlament

„Aber Herr Direktor!“ Als Berufsschuldirektor war ich an den ersten Schultagen immer besonders streng und habe dafür gesorgt, dass die Schulordnung von allen genauestens eingehalten wird. Eine der Regeln betraf die Schulpausen, während denen sämtliche Schüler das Schulgebäude zum Frischlufttanken verlassen mussten. Als gestrenger Direktor habe ich höchstpersönlich meine Lehrer unterstützt – die dies vielfach gar nicht gern gesehen haben – und die Schüler während der Pausen vom Schulhaus hinaus an die Luft gejagt. Eines schönen Tages wollte eines der Mädchen partout nicht gehorchen und ins Freie gehen. Ohne Mitleid beharrte ich darauf, da ich doch, aus welchen Gründen auch immer, keine Ausnahme machen wollte und konnte. Da sagte das Mädchen am Rande der Verzweiflung: „Aber Herr Direktor, ich bin hier Lehrerin und habe Pausenaufsicht!“ Ich hatte mir die neue, sehr junge Frau Kollegin wohl noch zu wenig angeschaut. BRIXEN

Brixner gewinnt bei Assi

Leser kochen für Leser

mmh!

Spaghetti mit Zucchinisauce > Zutaten für 4 Personen > 400 Gramm Spaghetti 200 Gramm Zucchini etwas Öl 1 halbe gehackte Zwiebel 1/8 Liter Sahne 1 Eidotter 40 Gramm geriebener Parmesankäse Salz, Pfeffer Rosmarin, Salbei, Petersilie (gehackt)

> Zubereitung Die gehackte Zwiebel in Öl glasig dünsten, die in kleine Würfel geschnittenen Zucchini dazugeben und ungefähr 15 Minuten mitdünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen und die gehackten Kräuter unterrühren. Den Topf von der Herdplatte nehmen; Sahne, Eidotter und Parmesankäse in die Zucchini unterrühren. Die Zucchinisauce auf die „al dente“ gekochten Spaghetti geben und leicht untermischen.

Zwischen Tanzen, Wandern und Karten Spielen findet Traudi Unterkofler aus Brixen noch genügend Zeit für das Zubereiten eines schmackhaften Nudelgerichts

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

z Der 27-jährige Brixner Pietro Polidori hat Mitte

September in Köln an Armin Assingers „Millionenshow“ des ORF teilgenommen – und, wie aus gut unterrichteter Quelle verlautet – auch einen schönen Gewinn eingeheimst. Polidori selbst verrät noch nichts – bis zur Ausstrahlung der Sendung am 16. Oktober um 20.15 Uhr (ORF2) ist er zu Stillschweigen verpflichtet. Es sei aber eine „tolle und spannende Erfahrung“ gewesen, gemeinsam mit seiner Freundin Laura die Altstadt von Köln und das Endemol-Studio unsicher zu machen, in dem auch Günther Jauch aufzeichnet. Wie viel Polidori gewonnen hat, wissen nur Armin Assinger, die anwesenden Zuschauer und er selbst. wv

Voting

Ihre Meinung online

Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ab sofort finden Sie auf unserer Homepage www.brixner.info eine Frage zu einem aktuellen Thema, die Sie mit Ja oder Nein beantworten können. Ein Klick genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Soll der Hofgarten in der Brixner Altstadt als frei zugänglicher Park geöffnet werden?“ Stimmen Sie mit! www.brixner.info 37


LAMMento

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Direkt demokratisch „Dieser Brennerbasistunnel ist schon ein tolles Ding!“, sagt der Franz aus heiterem Himmel – und ich verstehe wieder mal Bahnhof. „Überleg mal“, zieht er nach, „es gibt ihn noch nicht, und wenn es ihn irgendwann einmal vielleicht doch geben wird, dann wird er im Grunde lediglich aus einem wenn auch riesigen Loch bestehen. Und trotzdem schreiben die Zeitungen heute schon seitenweise über ihn! Der Tunnel als phantomatischer Medienstar – das ist doch nicht zu glauben, oder?“ So ist er halt, der Franz, beim zweiten Macchiato wird er gern philosophisch und denkt über Löcher nach, die Seiten füllen. Bist du nun eigentlich für oder gegen den Tunnel? frage ich ihn aus noch heitererem Himmel. „Boh?“, sagt der Franz typisch südtirolerisch. Karl Bürkli hätte ohne Zweifel eine Volksbefragung angeregt, versuche ich einen Lösungsvorschlag, denn seiner Meinung nach geht man dann auf Nummer sicher. „Ein Referendum? Keine schlechte Idee!“, erwidert der Franz, „auch wenn die Bürger normalerweise eher konservativ stimmen. Aber wen fragen wir eigentlich?“ Das hängt natürlich davon ab, welches Ergebnis wir von der Befragung erwarten, antworte ich dem Franz. Wollen wir ein Nein, müssen wir zum Beispiel ausschließlich Lobisse und Anrainer von Baustellen fragen. Wollen wir ein Ja, fragen wir am besten ganz Europa samt Bauunternehmer und Planer. „Aber das Ergebnis ist doch in beiden Fällen… unbefriedigend!“, schreckt der Franz hoch, während er mit dem rechten Handballen die letzten Reste seines Macchiato von der Wange wischt. Eben, sage ich, dafür aber direkt demokratisch.

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Grüner Wechsel z Markus Lobis ist der neue Assistent und verkehrspolitische Berater des Abgeordneten der Grünen im EU-Parlament, Sepp Kusstatscher. Anfang Oktober tritt er die Nachfolge des Journalisten Georg Schedereit an, der während der letzten zwei Jahre für Kusstatscher gearbeitet hatte. Lobis ist Fraktionssprecher der Grünen Bürgerliste in Brixen sowie Mitglied des Grünen Rates der Südtiroler Grünen und hat sich als Sprecher der „Transitinitiative Südtirol“ in den letzten Jahren intensiv mit Verkehrspolitik beschäftigt. Europaparlamentarier Sepp Kusstatscher möchte durch den neuen Mitarbeiter in der zweiten Hälfte seines EU-Mandats neue Schwerpunkte setzen und verstärkt „klassische grüne Themen“ in den Mittelpunkt rücken. „Meine Hauptaufgaben sehe ich darin, grüne Kernthemen wie Verkehrs-, Wirtschafts- und De-

mokratiepolitik zu bearbeiten und aufzubereiten. Mit Aktionen und Veranstaltungen sollen diese in Südtirol eingebracht werden und eine Brücke zwischen EU und der regionalen Bevölkerung schaffen“, erklärt Markus Lobis. Weiters soll ein Netzwerk zwischen Initiativ- und Umweltgruppen über Südtirol hinaus entstehen. „Die neue Aufgabe sehe ich auch als Herausforderung, zu einem Wandel in der Wirtschafts- und Sozialpolitik beizutragen, die grüne Bewegung zu stärken und für mehr Debatte, Dialog und Dialektik zu sorgen.“ Lobis steht im Parlamentarierbüro in der Bozner Bindergasse als Ansprechpartner für alle Bürger zur Verfügung. Der 44-jährige Brixner, der mit seiner Frau und vier Kindern in Brixen lebt, war zuletzt als Marketingleiter in einer Handelsfirma tätig. hg

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen

Brixen


Dario Stablum, Vizebürgermeister in Brixen: “Riunendo le due scuole nell’Oratorio, che fine farà l’Oratorio in quanto tale?”

Pro L’oratorio Don Bosco è da semp-

re un punto di riferimento essenziale per la comunità cittadina. Il Comune riconoscendone il ruolo si è fatto carico della ristrutturazione stipulando una convenzione con la Parrocchia. Dopo attenta analisi ci si è orientati verso l’inserimento dell’Istituto per l’Educazione Musicale in lingua italiana, finanziabile attraverso la legge provinciale sull’edilizia scolastica. Di conseguenza, i costi per la ristrutturazione sono stati così ripartiti: 70% a carico del Comune sulla legge per l’edilizia scolastica, 20% a carico della Parrocchia e 10% a carico dell’Assessorato provinciale alla cultura di lingua italiana. Va precisato che la scuola musicale di lingua tedesca conta circa 1.200 iscritti ed i corsi musicali in lingua italiana ne contano complessivamente circa 100. Pertanto per il gruppo linguistico italiano sono sufficienti 5 classi più un auditorium. Risulta chiaro che per coprire anche il fabbisogno per la Musikschule manca material­ mente lo spazio, a meno che non si sacrifichi l’Oratorio stesso (e forse non basta). Anch’io ritengo ottimale poter riunire le scuole di musica in lingua tedesca e in lingua italiana in un’unica struttura. Ma la domanda che mi pongo e alla quale nessuno mi ha ancora risposto è la seguente: “Se dovessimo trasferire altrove l’Istituto Musicale in lingua italiana, come copriamo i costi di ristrutturazione dell’Oratorio dal momento che viene a cadere il requisito per il finanziamento?” Oppure: “Vogliamo forse privare il gruppo di lingua italiana di un luogo di incontro vitale per la comunità stessa creando veramente una situazione di disagio?” z

Hans Heiss, Landtagsabgeordneter der Grünen: „Neben dem defizitären Forum entsteht ein weiterer, chronischer Subventionsempfänger“

atrium

Foto: Oskar Zingerle

Foto: Oskar Zingerle

Ist das Konzept zu Umbau und Nutzung des Don-Bosco-Gebäudes finanzierbar und zukunftsfähig?

Bahnhofstraße 14 . BRIXEN

Pro& Contra

Shopping im

Contra Das Don-Bosco-Haus wurde

1954 eröffnet, als Zentrum der italienischen Pfarr- und Kulturgemeinschaft. Heute ist das der Pfarrei gehörige Haus am Südrand der Stadt dringend sanierungsbedürftig. Die Gemeinde Brixen plant, dort die italienische Musikschule, den „Circolo Ricreativo Don Bosco“ und geistliche Wohnungen unterzubringen. Für die Finanzierung von 4,3 Millionen Euro soll das Italienische Kulturassessorat einspringen, um über den Musikschul-Bau das gesamte Objekt zu sanieren. Zwei Haupteinwände sprechen gegen dieses Sanierungsprojekt. Zum einen die schlechte Auslastung: Die Italienische Musikschule besuchen höchstens 100 Schüler, die problemlos weiter in der italienischen Grundschule verbleiben könnten. Die Benutzung durch die Vereine dürfte sich in Grenzen halten, ein Auslastungsplan liegt nicht vor. Zum anderen die überhöhten Führungskosten: Sie lägen im Jahr wohl bei 200.000 Euro, die bei magerer Auslastung nicht zu rechtfertigen sind. Neben dem defizitären „Forum“ entstünde ein weiterer, chronischer Subventionsempfänger. Die Alternative wäre eine Nutzung, die Kosten minimiert, die Auslastung sichert und dem italienischen Kulturleben und der sozial-geistlichen Zweckbindung eine Heimstatt bietet. Ein Vorschlag: Könnten im „Don Bosco“ nicht deutsche und italienische Musikschule zusammengelegt und für die italienischen Kulturvereine ein eigener Trakt geschaffen werden? Der aktuelle Plan beinhaltet das Risiko einer kulturellen Isolation und finanziellen Pleite, aber kein zukunftsweisendes Projekt. z

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

Steuergerechtigkeit ohne „Condoni“ Zum Editorial, „Brixner“ Nr. 199, S. 3

Franz Pisoni, Brixen

Im Editorial der Augustausgabe des „Brixner“ schreibt Chefredakteur Willy Vontavon über die Auswirkung des Bersani-Dekretes unter anderem Folgendes: „Dabei hätte Prodi mit einem einfachen Mittel die Chance, Unternehmer wie Familien gleichermaßen zu entlasten: Er müsste lediglich auf einen Teil des irrwitzig hohen Steuerzuschlags am Benzinpreis verzichten.“ Herunter mit dem Benzinpreis, und keine Familie mehr in Not – so einfach ist das. Und wenn eine Familie kein Auto hat? Steuergerechtigkeit ohne „Condoni“ wäre allen Lohnempfängern, die ihre Steuer korrekt entrichten, viel lieber... Sancta Simplicitas, ora pro nobis!

Kein Enthusiasmus Zu: „Wir brauchen diese Terrasse“, „Brixner“ Nr. 199, S. 13

Helmut Amort, Brixen

In einem Gespräch mit Wirtin und Wirt der Kapitelschenke wurde auch mir als

direkter Anrainer mitgeteilt, dass die Errichtung einer Terrasse im betreffenden Innenhof (Kapitelschenke) aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen wünschenswert, ja sogar notwendig und somit auch nicht abzuwenden sei. Als Anrainer solle ich gefälligst dafür Verständnis zeigen und bereit sein, Kompromisse zu machen. Wenn mir aber der Gastwirt eine über 50 Quadratmeter große Terrasse vor die einzigen zwei Fenster meiner bereits düsteren (wenig natürliches Licht) Kleinwohnung setzt, dann kann ich dies nicht einfach so hinnehmen und schon gar nicht mit Enthusiasmus begrüßen. Herr Mayr sagt, er wolle einen Sichtschutz vorsehen (Rebe), damit die Gäste auf der zukünftigen Terrasse (wie gesagt, drei Meter vor meinen einzigen zwei Fenstern und auf derselben Höhe) nicht in meine Wohnung (und in jene der Anrainer) schauen könnten. Es ist jedoch so, dass eine Rebe einige Zeit benötigt, bis sie im Frühjahr so dicht ist, dass sie effektiv einen Sichtschutz darstellt. Sobald dann der Blattwuchs aber voll ist, würde dies eine zusätzliche Verringerung der bereits schwachen natürlichen Belichtung der betroffenen Wohnräume mit sich bringen. Dass zudem der jetzige Ausblick auf einen mehr oder weniger freien historischen Innenhof, mit der Realisierung des angestrebten Projektes vernichtet wird und man als Ersatz dafür gegebenenfalls speisende Touristen auf einem Holz-/Metallgestell oder aber eine grüne Wand vor seine Wohnungsfenster geknallt

bekommt, kann in keiner Weise als qualitative Verbesserung bezeichnet werden und ist somit auch nicht erstrebenswert. Alle angesprochenen Aspekte machen zusammen, unter den gegebenen Umständen, schon beachtliche Abstriche in der Wohnqualität eines Normalbürgers aus. Zudem leuchtet mir nicht ein, warum die restlichen Anrainer und ich, dank politischer Unterstützung des Gastwirtes seitens der jetzigen Gemeindeverwaltung, auch finanziell geschädigt werden dürfen (unsere Wohnung verliert an Wert), damit im Gegenzug ein bereits wohlhabender Gastwirt zusätzlichen Raum und Fläche bekommen kann. Natürlich darf und soll Herr Mayr, in Hinblick auf eine zukünftige Konkurrenzfähigkeit, seinen Betrieb verbessern. Geschieht dies jedoch über die Köpfe und Rechte der Anrainer hinweg und in absoluter Respektlosigkeit gegenüber diesen, dann ist das meines Erachtens nicht nur sehr bedenklich und macht dem Gastwirt auch keine Ehre, sondern sicher auch der Stadtgemeinschaft nicht förderlich!

um den eigenen Spiegel immer wieder Aufmerksamkeit zu werfen. Auch andere tragen Glanz in ihrer Kleidung? Wusste ich gar nicht, dass schöne Kleider einfach so käuflich erwerblich sind. Raus vom Platzl ins Habana, ins You2, wohin dann? Vielleicht noch ins Max? Überall in jeder Ecke bekommt man Wein im feinen Glas. Das Geld ist fertig, der Abend ist um. Wein und Kleider, ist das alles? Nicht zu sprechen von so manchen Frauen, die sich in ihrem Außenglanz total verlieren! Wäre doch all zu schön, wenn sich auch mal ein Geschäftsmann feine Musik gönnen würde und somit auch im Klang der Rahmen sich schließe! Vorerst „Kohle“ und vielleicht auch Qualität. Verkehrt das Denken, Fröhlichkeit beim Zahlen ist wohl fremd. Aggressivität und brüllen wie die Kälber? Das kann wohl jeder selber.

Ist das alles? Zu den „Brixner Sommeremotionen“ in der Altstadt

johannes s. huber, Brixen

Nach wie vor ist’s schön, in die Stadt zu gehen und dort zwischen glänzenden Klamotten und Gesichtern zu flanieren,

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Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brenner­ straße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

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Umfrage

Der Papst-Eklat Anlässlich seines Besuchs in Bayern zitierte Papst Benedikt XVI. den byzantinischen Kaiser Manuel II., wonach der Prophet Mohammed „Schlechtes und Inhumanes in die Welt gebracht“ habe. Von den Brixnern wollten wir wissen, ob die empörte Reaktion vieler Muslime gerechtfertigt oder überzogen ist.

Sepp Kleon ist der Meinung,

Stefanie Wieland hält „den

Papst für zu intelligent, dass ihm ein solcher Fehler passieren könnte. Ich glaube vielmehr, dass er seine Aussage bewusst gemacht hat. Ob er sich der Reaktion schon im Vorhinein im Klaren war, kann ich nicht sagen. Ich hoffe, dass der Papst weiß, wie er die angespannte Situation wieder in den Griff bekommt.“

„Come capo religioso il Papa ha diritto di mostrare la sua integrità morale”, sagt Antonio Bova. „Penso che il mondo islamico stia abbastanza esagerando su tale questione. Il Papa quindi non ha sbagliato, perché tutti quanti nel momento stesso che confessiamo la religione mostriamo che la nostra è la più importante nel rispetto degli altri.”

„Anche i musulmani fanno propaganda contro di noi“, meint Sergio Alia. „Secondo loro il nostro sistema è sbagliato. Quindi anche noi ogni tanto ci possiamo permettere di dire la nostra. Magari il Papa avrebbe dovuto essere un pò più ‘soft’ nelle sue affermazioni, ma alla fine anche lui ha il diritto di esprimere la sua opinione.“

„Wahrscheinlich ist die PapstAussage von den Medien etwas hochgespielt worden”, glaubt Daniel Pasetto. „Es gibt grundsätzlich nichts daran auszusetzen. Auf der anderen Seite verstehe ich die Muslime – insofern, dass auch wir uns über negative Aussagen zu unserer Religion aufregen würden. Der Papst hätte seine Meinung auch auf eine andere Art und Weise sagen können und sollte sich deshalb für seine Aussage entschuldigen.“

dass „heutzutage, wo es sonst schon auf der ganzen Welt Schwierigkeiten mit Muslimen und Islamisten gibt, sich der Papst hätte besser überlegen müssen, was er sagt. Auch wenn es sich nur um ein Zitat handelt, genügt das, um böses Blut zu machen. Besonders die breite Bevölkerung mit einem eher niedrigen Bildungsstand betrachtet die Aussage des Papstes nicht differenziert und geht daher jetzt auf ihn los.“

Akm Shahidullah ist überzeugt,

„dass der Papst nichts Schlechtes anrichten wollte. Ich habe ihm als Muslime diese Aussage nicht übel genommen. Jeder Mensch soll seine Meinung frei sagen können. Besonders über verschiedene Religionen soll man viel reden, auch wenn es nicht nur Gutes ist. Jene, die jetzt böse Stimmung machen, sind hauptsächlich Extremisten.“

Henk De Jong aus dem Rhein-

land schlägt vor, dass sich „die aufgebrachten Islamisten die gesamte Papst-Rede mal richtig anhören und dann nicht so viel Wind darum machen. Der Papst hat sicher gewusst, was er sagt. Ich bin überzeugt, dass alles seine Ordnung gehabt hätte, wenn alle in der Lage wären, richtig zu lesen.“

Für Hubert Ritsch wird die Thematik überbewertet. „Der Papst hat ja nur jemanden zitiert und nicht seine eigene Meinung geäußert. Er hat sich für seinen Fehler entschuldigt, deshalb sollte man den Fall nun abschließen. Die Morddrohungen gegen den Papst finde ich vollkommen übertrieben.“

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Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Die Holzskulptur „Purificazione“ von Aron Demetz: Es scheint, der mit Edelmetall behäutete Mann müsse sich ob der Last des Gewölbes der Kampfkammer beugen, die Schießscharte im Rücken, die Schuld im Nacken


Kunstausstellung in der Festung

Potenzierte Kunst

Mit „forte arte“ war erstmals eine Kunstausstellung in den wuchtigen Gemäuern der Festung Franzensfeste beheimatet. Zeitgenössische Kunstwerke von vorwiegend Grödner Künstlern stießen auf kriegerische Kammern: Erwuchs daraus ein Kampf oder ein Tanz?

T

reffen wuchtige Festungsmauern auf zeitgenössische Kunstwerke, so stellt sich die Frage, was sich daraus entfacht: Kampf oder Tanz? Entweder die beiden mächtigen Stimmungsträger bekriegen sich gegenseitig und stören sich in ihrer Eigenmacht, oder sie gehen eine Verbindung ein, in der die Wirkung des einen jene des anderen bereichert.

Die Idee, die Festung mit

Kunst zu erobern, stammt vom Fotografen Egon Dejori. Die Ausstellung forte arte ist laut Katalogtext „entsprungen aus der Begeisterung einiger Künstler, sich mit diesem Ort der Illusionen, des Irrtums auseinanderzusetzen, und in ihrer künstlerischen Art den Glauben an das Menschliche nicht verloren zu haben.“ Fünf Künstlerkollegen waren gleich mit von der Partie, schlussendlich wuchs die Zahl der Aussteller auf neun vorwiegend aus dem Grödner Tal stammende Künstler: Die Bildhauer Arnold Holzknecht, Aron Demetz, Bruno Walpoth, Christian Rösner, Willy Verginer, die Maler Claus Vittur, Gabriele Grones und Alessandro Papetti sowie der Fotograf Egon Dejori. Im Kreis für Kunst und Kultur St. Ulrich, kurz „Circolo“ genannt, fanden sie einen Organisator, und so wurde ein Trakt der Festung Franzensfeste für zwei Wochen zum Ausstellungsraum. Der gewalttätige Krieg und die sensible Kunst – über einen langen Zeitraum hinweg wurden die beiden als zwei sich ausschließende Gegenpole

behandelt. Dabei stehen Krieg und Kunst in einer komplexeren Wechselbeziehung: Kriegerische Ereignisse und das Militär selbst wurden mit unterschiedlichen Zielrichtungen und auf vielfältige Weise in der Kunst gespiegelt. In der Franzensfeste trat eine weitere Wechselwirkung zutage: Das Aufeinandertreffen von stimmungsgeladenen Festungsmauern – in denen zwar nie ein Kampf stattgefunden hat, die aber dennoch eine Atmosphäre der Macht, der Wehrhaftigkeit

gewandt, mit rostrot beflecktem Unterkörper, knieend. Es scheint, der mit Edelmetall behäutete Mann müsse sich ob der Last des Gewölbes der Kampfkammer beugen, die Schießscharte im Rücken, die Schuld im Nacken. Eine erflehte Reinigung und stille Abbitte in glänzender Hülle auf hartem Boden. Die Figur „Metamorfosi“ erhebt sich hingegen hell glänzend in den Raum, doch die abgestreifte Hülle scheint sich nicht von den Fußfesseln lösen zu wollen.

„…aus der Begeisterung, sich mit diesem Ort der Illusionen auseinanderzusetzen“_Katalogtext und Bedrohung verbreiten – auf zeitgenössische Kunstwerke, die nicht vordergründig den Krieg zum Thema haben.

Die Faszination der impo-

santen Umgebung verlieh gar einigen der Gemälde, Skulpturen und Fotografien zusätzliche Aussagekraft, und dem Besucher erschloss sich dadurch ein neues Interpretationsspektrum. Am augenscheinlichsten wird die Wechselwirkung zwischen Raum, Kunst und Betrachter bei den lebensgroßen, mit Silberplättchen oder Aluminium beschichteten Holzskulpturen von Aron Demetz. „Purificazione“, so der Titel einer der Skulpturen des Zyklus’: Den Kopf geneigt, das Rückgrat gekrümmt, den Blick zu Boden

Kämpfe anderer Art toben im oberen Stockwerk. Ein Frauenund ein Männertorso, geschaffen von Bruno Walpoth, fixieren sich starr von den gegenüberliegenden Wänden der kleinen Zelle aus an: „Giorgio vede Gabriella“ knallt auf „Ancora tu“. „Giorgio“ mit der rechten Hand auf dem Herzen, „Gabriella“ mit leeren Händen. Beide geformt in reduzierter Ästhetik ohne Schnörkel. Blass, kühl, erstarrt, neben abbröckelnden Türrahmen und auf kalkig weißgrauen Mauern. Die Kahlheit des Raums potenziert die Konfrontation. Ein sprühendes Blickband verbindet die beiden Skulpturen; eine Verbindung, die man kaum durchschreiten möchte. Einige Räume weiter tanzt das Licht auf den

fein gravierten Linien von Arnold Holzknechts „sa mont se n va“. Die im Lindenholz ziselierten Bergsilhouetten, deren Linien einer geheimen Ordnung zu folgen scheinen, verändern ihre Plastizität mit dem Lichteinfall und dem Standort des Betrachters. Die grauen Felswände wandeln ihren Charakter von einladend bis hin zu bedrohlich, von sonnig beschienen bis düstergrau. Auf den ersten Blick anmutig und dekorativ zeigt der wandernde Berg erst auf den zweiten, dritten, vierten Blick seine zahlreichen Gesichter.

Die Bergeroberer von Wil-

ly Verginer sehen trotz erfolgreichen Gipfelsturms, trotz des momentanen Triumphes des Menschen über die Natur, nicht besonders glücklich aus. Gletscherbrillen verdunkeln die vermeintliche Aussicht, der mühsam erstiegene Blick auf das Paradies ist getrübt. Verfremdete Proportionen zwischen Berg und Gipfelstürmer sowie bizarre Farbgebungen verleihen den Skulpturen namens „Bergluft“ eine ironische Note. Wahrscheinlich ungewollt ironisch – oder doch nicht? – die Sandsäcke im dahinter liegenden Türrahmen, die das Überschreiten der Schwelle verhindern und das Ende der Erkundungstour markieren. Festung und Kunst haben zum Tanz geladen, sich umarmend. a doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 43


Rock und Pop ohne Verfallsdatum „4 YOU“ sorgen nicht nur in Brixen und Lüsen für gute Musik. Sie garantieren außerdem viel Spaß und gute Laune.

O

b beim Watten, beim Streichquartett oder beim Tennis-Doppel: Zwei mal zwei ergibt bekanntlich vier. So trafen die rockenden Jock Mitterrutzner und Franz Fischnaller auf Georg „Sixtus“ Jaist und Wolfi Pramstraller, die musikalisch ebenfalls zu zweit unterwegs waren, und entschieden, den mathematischen Gesetzen treu zu bleiben: Das Ergebnis lässt sich unter dem Namen „4 YOU“ sehen und hören!

Im Jänner 2004 wurde die

Gruppe gegründet, inzwischen sind die zwei Brixner und die zwei Lüsner vom Vinschgau bis nach Sterzing getourt, beim Kaiserfest in Kufstein sind sie inzwischen musikalischer Dauergast, und so manches Pub oder Fest wurde von den vieren bereits „beschallt“. Auch das heurige Altstadtfest belebten sie mit ihrem Rock, Pop, 60-er und 70-er Sound, wobei ihnen besonders wichtig ist, dass eine ordentliche Portion Spaß mit von der Partie

ist. „Unsere Musik kennt gewissermaßen keine Altersgrenze“, erzählt Musiklehrer Wolfi Pramstraller. „Wir spielen keine kurzlebige Musik, die zwar im Moment sehr erfolgreich ist, sich aber auf

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YOU“ besteht darin, dass jeder Ton live gespielt ist und zusätzlich alle vier singen. So gibt es

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lange Sicht nicht halten kann“.

Joachim „Jock“ Mitterrutzner: „Gute Musik hängt nicht von ihrer Lautstärke ab“

Brennerstraße

Kunst & Kultur

Musik


sich die Gruppe das lobende Fliegebussi von „Kommandant Dezibel-Gernot“ bei den heurigen Sommeremotionen redlich verdient, wo sie den Leuten trotz auszuhaltender Lautstärke ordentlich eingeheizt haben. Ob sie allerdings auch der Stadtpolizei bei deren heuriger Weihnachtsfeier einheizen, konnte bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung gebracht werden… manuela.kerer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Wolfi Pramstraller, Franz Fischnaller und Georg „Sixtus“ Jaist machen „4 YOU“ komplett

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Stimme eignet sich beispielsweise ausgezeichnet zum Covern von STS- Liedern, und Sixtus, im „normalen Leben“ von Beruf Angestellter, ist für Claptonund Beatles-Songs zuständig. Jock übernimmt praktisch die „Reste“. Auf die Frage, wessen Stimme Franz übernehme, lachen die Musiker, denn Franz habe neben chorischem Gesang die anspruchsvollste Einzel„Stimme“: Er schimpft, wenn es nicht passt, und ist außerdem für die gesamte Technik zuständig. „Da kommt schon einiges

an Material zusammen“, erklärt der Instrumentenreparateur und fordert mich auf, mir vier ausgewachsene Männer mit sämtlicher Technikanlage in einem VW Sharan vorzustellen, und das auf dem Weg nach Österreich… Ihr Probelokal haben sich „4 YOU“ bei Wolfi eingerichtet. Geprobt wird im Schnitt ein Mal pro Woche, und zwar vorwiegend im Winter. Die Stücke werden auf Vorschlag eines Mitglieds hin ausgewählt, wobei eine Vetostimme reicht, um den Titel nicht ins Programm zu neh-

info

men. „Demokratie ist bei uns wichtig. Es gibt keinen Chef, wir sind alle gleichermaßen verantwortlich“, erzählen die vier von „4 YOU“. Anschließend werden die Noten und Akkorde dann von Tonträgern „heruntergehört“ und bei Auftritten ausschließlich auswendig gespielt. So wird das Repertoire von Jahr zu Jahr erneuert, wobei die vier sich vom Geschmack her meist einig sind. „Bei uns gilt, dass gute Musik nicht von ihrer Lautstärke abhängt“, erklärt Jock, Werbetechniker von Beruf. Deshalb hat

„4 YOU“ Wolfi Pramstraller: Akustik-Gitarre, Gesang Georg „Sixtus“ Jaist: Solo- Gitarre Franz Fischnaller: E- Bass, Gesang Joachim „Jock“ Mitterrutzner: Schlagzeug, Gesang Kontakt: Tel. 0472 837663 Handy 339 4541430 E-Mail: franzfischnaller@brennercom.net

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INTERN

Kunst & Kultur

Was, wann, wo? z Ab sofort liegt jedem „Brixner“ der „timer“ bei: Er enthält eine Monatsübersicht mit einer Kurzbeschreibung der jeweiligen Veranstaltungen – vom Konzert über Theater, Vortrag, Filmvorführung, Ausstellung oder sonstigen Aktionen. Des Weiteren haben Veranstalter die Möglichkeit, ihr Event ganzseitig, gegen einen geringen Unkostenbeitrag, den Lesern vorzustellen sowie in unserem Internet-Magazin www.brixen.net online zu schalten. Allerdings sollte früh

genug an die Ankündigung gedacht werden: Wie wir mit Freude festgestellt haben, ist der „timer“ bereits jetzt heiß begehrt. Wir wünschen uns, dass er nun auch bei den Lesern einen fixen Platz auf dem Telefonkästchen oder anderswo erhält. Weitere Informationen zur Veröffentlichung einer Veranstaltung erhalten alle Interessierten in der Redaktion des „Brixner“ bei Doris Brunner, Rufnummer 0472 060211, doris.brunner@brixner. db info.

Oktober

timer Veranstaltungen in Brixen & Umgebung

K&K Kunst & Kultur

MUSIK

Der Klang der Frauen

SMS

z Begeisterten Applaus verdienten sich vier Brixner Musikerinnen, die kürzlich im Priesterseminar zum Konzert luden. Elisabeth Erlacher (Violine), Barbara Kerer (Querflöte), Barbara Pasquazzo (Klavier) sowie Valeria Gasser (Gesang) präsentierten eine musikalische Zeitreise durch die Vokalund Instrumentalmusik aus fünf Jahrhunderten. Unter dem Konzerttitel „Sonus feminae“ kamen das „Se in fiorito“ und „Quel torrente“ aus Händels „Julius Caesar“, der 1. Satz der Sonate g-Moll BWV 1020 für Flöte und Cembalo von Bach, die Triosonate Flö-

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te, Violine und b.c. von Quantz, acht Zigeunerlieder von Brahms, Enescos „Cantabile et Presto“ sowie das „Dance espagnole“ aus „La vida breve“ von de Falla zur Aufführung. Als besonderer Abschluss intonierten die vier Musikerinnen erstmals die Namen gebende Komposition „Sonus feminae“ der Brixnerin Manuela Kerer – die musikalisch nachempfundene Ton- und Geräuschkulisse eines Kaffeeklatsches, humorig umschrieben als lateinisches „Klang beziehungsweise Ton der Frauen“ mit Iniziando parlando, Silentium finitum und Finale rat-

Sergio Sommavilla, Leander Piazza und Claudio Olivotto stellen bis zum 30. September in der renommierten Galerie Theresienstraße 13 in München aus. Zu sehen sind dabei Grafiken, Malereien und Plastiken der drei Brixner Künstler.

schale. Dank der bravourösen Leistung der Musikerinnen und der Komponistin reagierte das Publikum mit lang anhaltendem Klatschen und zahlreichen Komplimenten für den gelungenen Konzertabend. db

Der in Linz ansässige Maler und Bildhauer Josef Fischnaller, der aus Brixen stammte, ist verstorben. Fischnaller gründete die Donauschule Linz, die Künstlergruppe Schableder und die erste private Galerie nach 1945. Er schuf viele sakrale Werke, die durch seine einfache Formensprache charakterisiert wurden.

Zum 25-Jahr-Jubiläum des „Kuchlkirchtig“ ist ein Wanderbuch mit den schönsten Kuchlkirchtig-Wanderungen der letzten Jahre erschienen. Die reich bebilderte Ausgabe enthält weiters Angaben zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Wege sowie Kochrezepte.


Nachgefragt

„Enthusiasmus pur“ CHRISTIAN LOSSO, Mastermind der traditionsreichen Brixner Rockband „Sitting Bull“, über Auflösungsgerüchte, und ob die Band beim heurigen Altstadtfest zum letzten Mal aufgetreten ist. Herr Losso, man hört, dass sich „Sitting Bull“ auflösen und beim heurigen Altstadtfest ihr letztes Konzert gegeben haben. Was ist an den Gerüchten dran? Wir werden uns ganz bestimmt nicht auflösen. Wahr ist, dass unser Sänger Armin Mair aufhören wird, womit ein wichtiges Bandmitglied ausscheidet. Im nächsten Jahr würde er allerdings bei Open Airs noch vielleicht aushelfen. Ich weiß, dass viele Fans über diese Entscheidung sehr traurig sind, aber AC/DC waren nach der Ära mit Sänger Bon Scott ja auch weiterhin sehr erfolgreich, warum sollte das also nicht auch bei

uns funktionieren? Und: Die Hoffnung, dass Armin seine Meinung ändert, stirbt zuletzt. Das heißt, Sitting Bull sucht einen neuen Lead-Sänger? Ich starte mit meiner Band ein neues Projekt und nenne es „Sitting Bull & Friends“. Für unsere nächsten Konzerte suchen wir verschiedene Sänger. Es stehen bereits zwei mögliche Kandidaten zur Auswahl. Der erste heißt Kalli, ehemals Sänger der AC/DCCoverband Squeeler. Da Squeller oft unsere Vorgruppe war, kennt Kalli uns und unsere Musik bereits bestens und wäre daher ein ganz großer Wunschkandidat. Die zweite Alternative kommt

aus Ulten und heißt Wolfi. Eine dritte Möglichkeit wäre Wolfgang Moser von der Gruppe Spremuta, der aber aus Zeitgründen eher fraglich ist. Seit wann gibt es Sitting Bull und wie schafft man es, über so viele Jahre den Enthusiasmus in der Band aufrecht zu erhalten? Sitting Bull gibt es seit 18 Jahren in leicht wechselnder Besetzung. Unsere Musik ist Enthusiasmus pur. Wenn wir auf der Bühne stehen, gibt es für uns kein Halten mehr. Wir spielen mit vollem Einsatz, ganz egal, wie viele Leute uns zuhören. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Brixen

Bücher & mehr

z Die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen ist für Wissensdurstige eine wahre Fundgrube. Die Bibliothek am Seminarplatz ist öffentlich zugänglich und kann von allen genutzt werden – es genügt, sich als Benutzer registrieren zu lassen und die vorgesehene Jahresgebühr von zehn Euro zu entrichten. Zur Verfügung stehen einem damit rund 125.000 Medien. Neben den Schwerpunkten Theologie und Philosophie verfügt die Bibliothek über Literatur aus den Bereichen Geschichte, Kunst, Psychologie, Musik, Soziologie sowie Tirolensien oder Allgemeines. Ebenso sind in den Regalen etwa 300 Fachzeitschriften sowie Tagesund Wochenzeitschriften zu finden. Die großzügigen Räumlichkeiten können von jedem zum Lesen und Lernen genutzt wer-

den, auch ohne Jahresgebühr. Weiters bietet die Bibliothek eine Reihe von zusätzlichen Diensten an: Per Fernleihe können nicht vorhandene Bücher oder Artikel von anderen Bibliotheken gegen Spesenersatz bezogen oder auf die Anschaffungsliste gesetzt werden, auf CD-Rom sind die verschiedenen philosophischen und theologischen Datenbanken zugänglich. Der Leserausweis ermöglicht zusätzlich die Benutzung der Universitätsbibliotheken in Brixen und Bozen. Geöffnet ist die Bibliothek der Philosophisch-Theologischen Hochschule montags bis donnerstags von 9 bis 16.45 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr, während des Vorlesungsbetriebes auch am Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag. Nähere Informationen sind auf der Homepage www. hochschulebrixen.it abrufbar. db

NEU im Regal

Das andere Burma Erst kürzlich erhielt der Brixner Benno Röggla, Gründer und Vorsitzender des Vereins „Helfen ohne Grenzen“, für seinen Einsatz für die Flüchtlinge und Minderheiten in Burma die Verdienstmedaille des Landes Tirol. In seinem Buch „Und der Dschungel weint. Das wahre Burma“ nimmt Benno Röggla die Leser mit in seinen Wirkungskreis – nicht in das Burma der Touristen, sondern in das Burma des Bürgerkrieges und des Völkermordes. Eine sehr persönliche Erzählung führt durch dieses andere Burma hin zu den wahren Lebenssituationen der Menschen. Dazu gesellen sich nüchtern aufgelistete Fakten über Wirtschaft, Politik, Geschichte, Geografie, Völker, Drogen, Aids, Flüchtlinge und anderem mehr. Umrahmt wird das Ganze von vielen Fotos, die Benno Röggla während seines Marsches zu den Menschen in ihren Dörfern und Verstecken im Dschungel Burmas, bei seinen verschiedenen Aufenthalten an der Flüchtlingsgrenze in Thailand oder

Röggla, Benno: Und der Dschungel weint. Das wahre Burma. Verlagsanstalt Athesia Ag, Bozen, 2006. 127 S.

im touristischen Burma geschossen hat. Diese Gegenüberstellung von persönlichen Eindrücken, Tatsachen und Bildern verfehlt seine Wirkung nicht – und das Buch wird zu dem, was in der Absicht des Autors lag: Es soll bewegen und aufklären. 47


Freizeit & Sport

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Millander Sportzone fast fertiggestellt

Freizeit & Sport

Neues Kicken

In der Millander Fußballszene tut sich einiges: Nach jahrelangem Hin und Her wird nun der neu erbaute Fußballplatz seiner Bestimmung übergeben. Weiters ist die Kampfmannschaft des ASV Milland termingerecht erstmals in die 1. Amateurliga aufgestiegen.

Und tatsächlich wird der

Platz, dessen Naturrasen wie ein Teppich ausgebreitet daliegt, bereits für die Trainingseinheiten genutzt. „Da die Umkleidekabinen noch nicht verwendet werden können, ziehen wir uns in der Brixner Sportzone Süd um und laufen dann hierher, als Aufwärmtraining sozusagen.“ Einige Transparente von Sponsoren hängen bereits an der fertigen Umzäunung: „Ein großer Dank gilt vor allem dem Hauptsponsor Hofer & Zelger, der uns seit vielen

Jahren bereitwillig unterstützt.“ Zudem kann der ASV Milland auf die finanzielle Unterstützung von vielen kleineren Sponsoren zählen, „ohne die der Verein nicht existieren könnte.“ Ursprünglich war geplant, die Sportzone bereits ab September zur Gänze nutzen zu können. Die Fertigstellung der Umkleidekabinen hat sich jedoch etwas verzögert. Die Arbeiten werden zwar aller Voraussicht nach im Oktober abgeschlossen sein, bevor der Platz aber bespielt wird, braucht es die Benutzungsgenehmigung. Karl Hofer, Präsident des ASV Milland, ist zuversichtlich, dass im November mit den ersten Spielen begonnen werden kann. Braido bleibt mit seinen Schätzungen vorsichtiger: „Wir werden wohl erst am Beginn der Rückrunde hier zu sehen sein“. Bis dahin werden die Heimspiele der ersten Mannschaft weiterhin in der Brixner Sportzone Süd ausgetragen. Die Meisterschaftsspiele und die

meisten Trainingseinheiten der Millander Jugendmannschaften werden derzeit noch am Fußballplatz in der Zone Rosslauf oder auf jenem in Albeins abgehalten.

Insgesamt kicken an die 130

Kinder für eine der sieben Jugendmannschaften des ASV Milland. Zudem zählt der Verein etwa 60 aktive Erwachsene, die entweder in der Kampfmannschaft oder in der Freizeitmannschaft zum Einsatz kommen. Das sind erstaunlich viele Aktive, wenn man bedenkt, dass der ASV Milland erst im Jahr 2000 neu gegründet worden ist. Im Jahr 1995 war unter der Führung von Sepp Insam aus dem „alten“ SV Milland der FC Südtirol, derzeit Südtirols einziger Proficlub, gebildet worden. Sorgen bereitet Hofer, dass ab Pfingsten 2007 alle Trainingseinheiten und Meisterschaftsspiele sämtlicher Mannschaften des ASV Milland auf ihrem Platz stattfinden sollen. Dazu „würde es eigentlich ei-

Foto: Oskar Zingerle

D

erzeit präsentiert sich der Fußballplatz in der neu errichteten Sportzone südlich von Milland noch recht nackt. Bei einem Lokalaugenschein führte Roland Braido, Sektions­ leiter des ASV Milland Fußball, durch die Baustelle. „Die Umkleidekabinen, die Bar, die Tribünen und kleinere Räumlichkeiten sind derzeit noch in Bau“, erklärt Braido, „aber der Fußballplatz selbst ist bereits bespielbar.“

nen zusätzlichen Trainingsplatz brauchen“, erklärt Braido. Das Problem sei „nicht die Anzahl der Mannschaften, denn die Platznutzung wäre organisierbar“, sondern der Rasen: „Man denke nur an die Bespielung des Feldes bei Regentagen. Da der Rasen hierbei kaputt wird, müsste er unbedingt bei nassem Wetter soviel wie möglich geschont werden.“ Der SSV Brixen hat auf dem eigenen Klaus-Seebacher-Platz dieses Problem durch die Wahl eines Kunstrasens gelöst – in Milland konnte man sich nicht dazu aufraffen. Die Realisierung eines zusätzlichen Trainingsplatzes ist allerdings aus Kostengründen in weite Ferne gerückt, und auch Braido sieht „die Chancen derzeit auf Null.“

Denn die Gemeinde Brixen Die „Kampfmannschaft“ des ASV Milland 50

wird noch eine Weile an den Kosten für den derzeitigen Platz zu nagen haben: Fußballplatz samt Umzäunung und Beleuchtung haben 550.000 Euro gekos-


NEUN MANNSCHAFTEN, 190 AKTIVE: Roland Braido, Sektionsleiter des ASV Milland Fußball, bräuchte einen zweiten Fußballplatz, aber die Finanzierung ist derzeit nicht möglich

tet, von denen 300.000 Euro das Land und 250.000 die Gemeinde übernommen haben. Teuer war aber vor allem die Enteignung des Grundes, die 1,3 Millionen Euro gekostet haben soll. Der Bau der Umkleidekabinen war mit 400.000 Euro veranschlagt, hat aber am Ende 723.000 Euro gekostet, weil die Vereinsverantwortlichen auf den Bau von vier anstelle von zwei Umkleidekabinen und auf einige Zubauten nicht verzichten wollten. Wie die Gemeinde diese Zusatzkosten finanziert, steht indes noch nicht fest. Eigentümer der Millander Sportzone ist und bleibt natürlich die Gemeinde. Allerdings übergibt diese dem ASV Milland über eine Konvention die Führung des Platzes. Das bedeutet, dass zukünftige Führungs- und Instandhaltungskosten vom ASV Milland getragen werden müssen. Diese Vorgehensweise, die bereits beim Klaus-SeebacherFußballplatz angewandt wird, bringt beiden Parteien bedeu-

tende Vorteile. Zum einen spart laut Sport-Stadträtin Magdalena Amhof die Gemeinde damit Geld, „da sie ansonsten für jede kleine anfallende Arbeit jemanden anstellen und vergüten müsste.“ Der ASV Milland kann den Platz hingegen mit den eigenen Freiwilligen kostengünstig instandhalten. Aber auch für den Verein ist diese Konvention von Vorteil, da er selbst über den Platz verfügen darf und ihn dadurch als echte Heimstätte empfindet. Trotzdem wird die Gemeindeverwaltung dem ASV jährlich einen Beitrag zukommen lassen, mit dem dann gewirtschaftet werden muss.

uns außer den Fahrtspesen keine Spielergehälter gezahlt“, sagt Braido. So ist es auch zu erklären, dass alle Spieler des Vereins aus Brixen/Milland und aus der näheren Umgebung stammen. Dass auch mit dieser lobenswerten Politik Erfolge gefeiert werden können, beweist der sportliche Aufstieg im vorigen Jahr von der zweiten in

die erste Amateurliga, mit dem sich die Millander selbst das schönste Geschenk zur Einweihung des neuen Fußballplatzes gemacht haben. a thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Im Gegensatz zu vielen an-

deren Mannschaften der ersten Amateurliga ist für den ASV Milland nicht der Erfolg seiner Mannschaften Ausschlag gebend, sondern der Spaß am Sport: „Fußballspielen soll auch von den Spielern als schönes Hobby verstanden werden.“ Dementsprechend werden „bei 51


HANDBALL

Freizeit & Sport

Die Saison kann beginnen Foto: Oskar Zingerle

Der SSV Brixen Handball ist bereit für die neue Meisterschaftssaison. Nach dem überraschenden Vizemeistertitel im abgelaufenen Jahr hegen die 16 Spieler von Mihaly Kovacs große Erwartungen. Das erste Heimspiel findet am 30. September um 19 Uhr statt. Musikalische Unterstützung erfährt die Handball-

mannschaft vom bekannten Brixner Liedermacher Markus Dorfmann und von Christian Losso: Die beiden haben ein Lied für die Brixner Handballer geschrieben, die das Zeug zur Hymne hat. Dem erfolgreichen Saisonstart steht also nichts mehr im Wege. dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

D

ie vergangene Saison lief für die Brixner Handballer wie am Schnürchen: Um ein Haar erlangten sie den Meisterschaftstitel in der höchsten nationalen Liga. Am Ende setzte sich dann doch die Mannschaft aus Conversano durch. Sektionsleiter Markus Stockner zeigt sich dennoch hoch erfreut über das Abschneiden seiner Mannschaft. Die Freude am Erfolg und am enormen Handballinteresse im vergangenen Frühjahr steht dem erneut gewählten Sektions­ leiter ins Gesicht geschrieben.

„Aufhören, wenn es am Schönsten ist!“, dachten sich

Hubert Nössing, Markus Oberrauch und Silvan Bernardi. Alle drei waren Stammspieler in der Brixner Formation und werden in dieser Saison aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr aktiv in der Mannschaft spielen. Auch die drei ausländischen Spieler Slaven Radic, Alexandar Jovic und Dalibor Djorjevic wurden nicht mehr für die Mannschaft verpflichtet. „Radic spielte eigentlich die ganze Saison hindurch sehr gut, aber er passte irgendwie nicht in die Mannschaft“, begründet Stockner den Abgang. Djorjevic hingegen versprach auf dem Papier mehr als auf dem 52

Spielfeld, war sehr oft verletzt und kam den Erwartungen der Vereinsleitung nicht nach. Mit einem weinenden Auge sieht Stockner den Abgang Alexandar Jovics entgegen, „dieser spielte eine hervorragende Saison, erbrachte tolle und konstante Leistung. Wir haben jedoch eigene starke Spieler, die seine Position abdecken können.“

Für die kommende Saison

hat die Mannschaft drei neue Ausländer verpflichtet: Zwei Ungarn, Jozsef Tóth und Szabolcs Kekesi, und einen Serben, Zeljko Savic. Tóth gilt als guter Spieler, bewegt sich am linken Halbflügel und kommt aus der zweiten deutschen Bundesliga. Kekesi kommt aus derselben Liga und spielt am rechten Halbflügel. Beide sind ehemalige Jugend-Nationalspieler aus Ungarn und wurden vom jetzigen Brixner Trainer Mihaly Kovacs trainiert. Der Serbe Savic spielte in den vergangenen Jahren in Griechenland in der ersten Liga und gilt als gefährlicher Mittelfeldspieler. Auch zwei einheimische Zugänge verzeichnen die Brixner Handballer: Roland Giuliani aus Meran und Matthias Mittermeier aus Taufers stehen noch vor der Feuerprobe im Brixner Dress.

Trainer Mihaly Kovacs will mit dem SSV Brixen Handball dieses Jahr den Meistertitel holen

Einige Veränderungen gab

es auch vereinsintern: Sektionsleiter Markus Stockner wurde in seinem Amt bestätigt, obwohl er am Ende der vergangenen Saison mit einem Rücktritt spekuliert hatte. Markus Oberrauch wird ab nun hinter den Kulissen mitarbeiten. Handballlegende Michael Niederwieser arbeitet als „Bindeglied zwischen Vorstand und Mannschaft“. „Mit Niederwieser konnten wir einen erfahrenen Handballer in unser Team holen, der auch auf internationalem Gebiet über exzellente Kontakte verfügt“, sagt Stockner. Weiters wurde Beirat eingerichtet, der die Aufgabe hat, dem Vorstand bei der Suche nach Sponsoren oder bei der Organisation von Events unter die Arme zu greifen. Trainer Mihaly Kovacs scheint mit dem Ergebnis in der letzten Saison doch nicht ganz zufrieden zu sein, denn heuer lautet sein angestrebtes Ziel: „Meister!“ Sektionsleiter Stockner geht da schon ein wenig vorsichtiger ins Rennen: „Ein Platz unter den ersten vier wäre ein akzeptables Endergebnis.“

Fokus SSV Brixen Handball: Die Mannschaft für die Saison 2006/2007 Szaboles Kekesi Jozsef Tóth Sigismund Prentki Andreas Kammerer Armin Michaeler Filiberto Kokuka Zeljko Savic Benno Pfattner Manuel Dejakum Aaron Da Rui Roland Giuliani Andreas Salcher Matthias Mittermeier Stefan Ploner Holger Kovacs Elmar Gasser Trainer: Mihaly Kovacs Tormanntrainer: Michael Niederwieser Präsident: Ralf Dejaco Sektionsleiter: Markus Stockner Vorstandsmitglieder: Thea Huber, Hansjörg Auer, Reinhold Engl, Michael Niederwieser, Markus Oberrauch, Roland Falk Beirat: Walter Baumgartner, Josef March, Bernhard Hilpold, Magdalena Amhof


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Freizeit & Sport

EISHOCKEY

Schwierige Zeiten Eishockey weckt in Brixen immer noch kein besonderes Interesse bei der Bevölkerung hervor, und dem entsprechend ist auch die Anzahl der Sponsoren gering. Vereins­ präsident Roberto Padovani erklärt dem „Brixner“, warum die „Starbulls“ seit einigen Jahren in der Krise stecken.

A

ls der HC Brixen Starbulls in der Saison 2003/2004 den Meistertitel der Serie B holte, war die Welt noch in Ordnung. Durch diesen Sieg stiegen die Brixner im Jahr darauf in die Serie A2 auf – eigentlich die große Chance, auf die die Mannschaft und auch Vereinspräsident Roberto Padovani schon lange gewartet hatten. Aber: Dem Verein fehlten die finanziellen Mittel, um die Mannschaft dem höheren Niveau der Liga anzupassen und mit auswärtigen Spielern zu verstärken.

Es kam, wie es kommen musste: Brixen war am Ende

der Saison Tabellenletzter und stieg wieder in die Serie B ab. Padovani beschloss daraufhin aus wirtschaftlichen Gründen, dass die Mannschaft freiwillig noch eine Liga tiefer spielen sollte, was die Spieler wohl endgültig demotivierte. In der vergangenen Saison 2005-2006 mühten sich die Brixner in der Serie C U26 ab – eine Jugendliga. Padovani, dessen Unternehmen „Plose Group GmbH“ gleichzeitig auch Hauptsponsor des Vereins ist, teilte zudem mitten in der Saison seinen

Die Zukunft der Starbulls ist ungewiss

Allerdings hatten die Spieler fekt für potentielle Sponsoren die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Jeder Spieler ist nämlich bis zu seinem vollendeten 25. Lebensjahr de facto „Eigentum“ des Vereins und kann diesen nur verlassen, indem seine Spielerlizenz vom nachfolgenden Verein gekauft wird. Normalerweise wird diese Regelung vom Verein großzügig ausgelegt – die Spieler werden meist ohne Ablösesumme verabschiedet. Padovani ist gegen diese Vorgehensweise und hat

Nicht einmal die Eltern kommen zu den Spielen ihrer Söhne“ _Roberto Padovani, Präsident des HC Brixen Starbulls Spielern mit, dass sie in Zukunft auf die Gagen verzichten müssten, weil ein Serie-C-Verein sich dieselben eben nicht leisten könne. Die Spieler reagierten sauer, dachten laut über einen Boykott nach und machten sich auf die Suche nach neuen Vereinen. Die Saison wurde von den Spielern murrend zu Ende gespielt – wohl auch in der Hoffnung, dass in der Sommerpause alternative Vereine gefunden werden könnte 54

auch eine plausible Begründung dafür: „Wir haben den Spielern seit ihrem Kindesalter eine Ausbildung in diesem Sport geboten, da kann uns nicht einer von heute auf morgen den Rücken zuwenden“. In der Brixner Eishalle fehlt indes schon lange das Publikum. „Es kommen einfach keine Leute, nicht einmal die Eltern kommen zu den Spielen ihrer Söhne!“, gibt sich Padovani desillusioniert. Der Werbef-

bleibe dem entsprechend aus und somit auch die Möglichkeit, den Spielern Gagen zu zahlen oder starke Spieler einzukaufen. Zudem sieht Padovani nicht ein, warum jeder Spieler Geld bekommen muss für einen Sport, den er gern betreibt: „Die Spieler sollen zur eigenen Unterhaltung spielen und nicht des Geldes wegen!“ So hat sich der Brixner Eishockeyverein in eine Sackgasse entwickelt, aus der er nur schwer wieder herauskommen dürfte. Die Sportart an sich ist nämlich auch ohne Spielergehälter äußerst kostenintensiv: Allein für die Bereitstellung der Eishalle muss der Verein an die Gemeinde Brixen jährlich 10.000 Euro überweisen. Padovani ist dies trotz der 50-prozentigen Vergünstigung, die den Sportvereinen zugestanden wird, „viel zu viel“, und im Moment verlangt er von der Gemeindeverwaltung eine kostenlose Bereitstellung – eine Forderung, der die Gemeinde aufgrund der eh schon katastrophalen Bilanzsituation der Eishalle wohl kaum nachkommen wird.

Zu den Kosten für die Eishalle gesellen sich zudem Spesen

für Ausrüstung und natürlich die Gage des Trainers. „Der HC Brixen wird von der Gemeinde Brixen gleich wie jeder andere Verein unterstützt“, gibt Padovani zu, „aber andere Vereine haben viel weniger Ausgaben“, behauptet er. So sieht man alles andere als gelassen in die neue Saison: Verunsicherte Spieler denken wieder laut an einen Totalboykott nach, längst fällige Trainingseinheiten wurden noch nicht absolviert, und niemand weiß so recht, wie es weitergehen soll. Im Gästebuch des Vereins (www.hcbx.it) lassen einige Fans und wohl auch Spieler ihrem Ärger freien Lauf und fordern den Rückzug Padovanis. Mit ihm würde der Verein allerdings auch den Hauptsponsor verlieren. Padovani selbst zeigt ebenfalls wenig Interesse an einer Weiterführung des Vereins. Ob und wie die Mannschaft in die heurige Saison starten wird, steht also noch in den Sternen. Inzwischen haben die Vereinsverantwortlichen der Gemeinde zumindest die Trainingstermine mitgeteilt – ein kleiner Hoffnungsschimmer. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


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Brixen · Große Lauben 24 · Großer Graben 27

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Das gesamte Easyfit-Team

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Sportmo

EVENT

Fitness als Erlebnis Das Fitnessstudio von Egon Mair präsentiert sich neu mit dem Namen „Easyfit“ und einer erweiterten Trainingsfläche von 1.200 Quadratmeter. BM Albert Pürgstaller und Franz Plaickner

z Am 15. September fand die Segnung des erweiterten Fitnessstudios von Egon Mair in der Industriezone Brixen statt. Zahlreiche Freunde, Mitglieder, Familienangehörige und Bekannte waren erschienen, um mit Egon und Petra Mair sowie dem gesamten Team zu feiern. Durch die Angliederung an eine renommierte deutsche Franchising-Fitnesskette läuft das Fitnessstudio nun unter dem Namen „Easyfit“. Auf der erweiterten und modern ausgestatteten Trainingsfläche von 1.200 Quadratmeter stehen zahlreiche neue Fitnessgeräte bereit: Demnächst – und damit erstmals in Italien – finden sich im „Easyfit“ auch die einzigartigen „Killermaschinen“ aus Amerika. In den modern eingerichteten hellen Räumlichkeiten macht das Training um ein Vielfaches mehr Spaß. Die Betreuung durch das kompetente „Easyfit“-Team rundet das Angebot ab und lässt Fitness bei Egon Mair zum Erlebnis werden. Nach der Segnung folgten Grußworte von Bürgermeister Albert Pürgstaller. Mit mehreren Modeschauen und einem köstlichen Buffet sorgten Egon und Petra Mair für einen geselligen Abend mit vielen Highlights.

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Gruppenfoto der Familien Unterfrauner und Mair mit Evelyn Winkler

Easyfit-Mitglieder Hannes Paul Schmidt, Barbara Kleon und Georg Schmidt

Primar Arthur Scherer mit Gattin u. Petra Mair

Primar Albin Thöni, Stefanie Gasser

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Der Villanderer Pfarrer segnete das Fitnessstudio „Easyfit“

Fotos: Ingrid Heiss

Freizeit & Sport

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VAHRN

Freizeit & Sport

Im Sommer aktiv z Grundschule und Gemeinde Vahrn haben heuer erstmals zusammen mit den Sportstudenten Dietmar Pattis und Markus Villscheider ein Projekt für Sommerbetreuung für Kinder realisiert. Zwei Wochen lang wurden 72 Kinder ganztags betreut. Bei Radfahren, Kunstturnen, Schwimmen und noch vielem mehr konnten die Kinder innerhalb nur einer Woche in mehrere Sportarten hineinschnuppern. Grundschuldirektor Karlheinz Bachmann und Vizebürgermeister Andreas Schatzer zeichneten für die Organisati-

on verantwortlich, Dietmar Pattis und Markus Villscheider für den reibungslosen Ablauf der beiden Wochen. Ziel des Projektes war es, den Grundschülern der Gemeinde Vahrn eine sportliche Sommerbeschäftigung zu bieten um sie damit vom konsum­

orientierten passiven Lebensstil abzuwenden. Die Initiative fand sehr großen Zuspruch, dies wurde durch den hohen Andrang an Kindern bestätigt. Die Gemeinde Vahrn will dieses Projekt noch weiter ausbauen und im nächsten Sommer erneut anbieten. oz

z Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens veranstaltete der Sportfischerverein Meransen Anfang August ein Wettfischen am großen Seefeldsee. Von 8 bis 12 Uhr hofften 21 Teilnehmer auf ihr Glück; gewertet wurde die Gesamtlänge von vier Fischen. Den ersten Platz errang Karl Micheler vom Fischereiverein Eisacktal mit 149,5 cm, gefolgt von Alfred Pabst, Obmann des Meransner Fischervereins. Dritter wurde Hermann Hinteregger, Obmann des Fischervereins Grünsee. Um 16 Uhr feierte man bei der

Großberghütte einen von der Schützenkapelle Meransen umrahmten Wortgottesdienst mit Pfarrer Alexander Raich. Beim anschließenden Festakt wurden

der Gründungsausschuss sowie einige Vereinsmitglieder für 10und 20-jährige Vereinstreue geehrt. oz

Manuela Janesi aus Brixen erreichte vor kurzem bei der Europameisterschaft in Almere (Niederlande) im Langstrecken-Triathlon den 14. Gesamtrang. Die Brixnerin bewältigte die 4 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 30 km Laufen in einer Zeit von 6:40.52 Stunden.

In den Sommermonaten fand in Natz unter der Leitung des ehemaligen FC-Bayern-Profispielers Hans Dorfner mit großer Begeisterung ein Fußballcamp für Kinder von sieben bis zwölf Jahren statt. Nächstes Jahr soll das Camp aufgrund des großen Erfolges wiederholt werden.

Die Brixner Tiziana Pignatelli, Thomas Fink, Andreas Schroffenegger, Markus Sader, Herbert Wieland und Helmuth Profanter nahmen am 7. internationalen Achenseelauf teil. Dieser Pano­ ramalauf erstreckt sich über 23,2 Kilometer, der letzte Teilabschnitt ist eine 8 Kilometer lange Bergstrecke.

F&S Freizeit & Sport

Sportfischen

SMS

25 Jahre Petri Heil

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Nachgefragt

â&#x20AC;&#x17E;Traumhaftes Ergebnisâ&#x20AC;&#x153; CHRISTIAN OBRIST, Leichtathlet aus Brixen, zu seinem siebten Platz im Rahmen der Europameisterschaft in GĂśteborg und zu seinen Visionen fĂźr die nächsten Jahre. Herr Obrist, Sie haben bei der heurigen Europameisterschaft in GĂśteborg, genauso wie bei der EM vor vier Jahren in MĂźnchen, im 1.500Meter-Lauf den siebten Endplatz erreicht. Was bedeutet es fĂźr Sie, siebtschnellster Europäer zu sein? Das Erreichen des siebten Platzes ist ein traumhaftes Ergebnis fĂźr mich. Die letzten zwei Jahre hatte ich immer wieder kleine Verletzungen und war nicht in Form. Heuer konnte ich gut trainieren, habe auch meinen Heuschnupfen in den Griff bekommen und war genau zum richtigen Zeitpunkt topfit. Es ist schon etwas Be-

sonderes, bei einer Europameisterschaft vor einem vollen Stadion im Finale mitlaufen zu kĂśnnen. Wie nahe kĂśnnen Sie an die groĂ&#x;e Weltspitze herankommen? Ich merke, dass ich zeitmäĂ&#x;ig das Potenzial habe, mich noch etwas verbessern zu kĂśnnen. Ein gutes Abschneiden bei Weltmeisterschaften wird allerdings sehr schwierig, da die Spanne noch zu groĂ&#x; ist. Zudem wechseln immer mehr Kenianer und Marokkaner die StaatsbĂźrgerschaft, sind nun fĂźr andere Länder startberechtigt und verursachen dadurch eine noch grĂśĂ&#x;ere Konkurrenz.

Welche groĂ&#x;en Ziele verfolgen Sie? FrĂźher habe ich mir immer viele Ziele gesetzt, habe aber gesehen, dass das Erreichen selbiger sehr schwer ist und auch viel mit GlĂźck zu tun hat. Meine heutigen Ziele sind immer kurzfristiger Natur und richten sich nach der aktuellen Trainingsform. Vor zwei Jahren wurde ich bei der Hallen-Europameisterschaft Neunter, hatte aber beim Endlauf Magenprobleme. Bei der nächsten Hallen-EM, die Mitte März stattfindet, versuche ich wieder in den Endlauf der besten Neun zu kommen und dort einen guten Lauf zu machen. thomas.oberrauch@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Freizeit & Sport

FUSSBALL

KLETTERN

Brixner Damen in der Serie B

Neuer Klettergarten in Franzensfeste

z In der Saison 2006/07 wird der SSV Brixen im Fußball erstmals in der dritthöchsten italienischen Liga mitmischen. Das „schwache“ Geschlecht steht nach einer starken Saison im letzten Jahr als zweite Südtiroler Mannschaft neben dem ASV Vintl verdientermaßen in der Serie B. Am 31. August wurde am neuen Sportplatz „Klaus Seebacher“ die erste Mannschaft samt Trainergespann und Sponsoren der Öffentlichkeit präsentiert. Sektionsleiterin Renate Hillebrandt erklärte, die primäre Zielsetzung für die kommende Saison sei der Klassenerhalt. Neben der ersten Mannschaft, die durch externe Spielerinnen verstärkt und verjüngt wurde (das Durchschnittsalter liegt nun bei 18 Jahren) gibt es heuer erstmals drei Jugendmannschaften (U19, U14 und U10) mit insgesamt rund 75 Spielerinnen. Besonderen Dank brachte Hillebrandt den zahlreichen privaten und öffentlichen Sponsoren entgegen, durch deren Beiträge das „Abenteuer Serie B“ erst ermöglicht wurde, vor allem Georg Pallua vom Hauptsponsor OBI. Die Ehrengäste aus Sport und Politik wünschten in ihren kurzen Ansprachen der Mannschaft eine erfolgreiche Saison, verwiesen auf die zunehmende Notwendigkeit von privatem Sponsoring und die Bedeutung des Sports für die Jugend. Als Vertreter der Gemeinde Brixen waren Bürgermeister Albert Pürgstaller, sein Vize Dario Stablum sowie die Stadträtinnen Magdalena Amhof und Paula Bacher vertreten. Von Seiten des SSV Brixen überbrachten Präsident Ralf Dejaco sowie Fußball-Sektionsleiter Gernot Wachtler ihre Grüße. Bruno Mair vertrat den Südtiroler Damenfußball und Martha Stocker die Region Trentino Südtirol. Die Meisterschaft beginnt am 8. Oktober um 15 Uhr mit einem Heimspiel gegen Vicenza und endet am 20. Mai 2007. Zum ersten Südtiroler Derby in der Serie B kommt es am 17. Dezember in Vintl. Die Heimspiele werden auf dem Sportplatz „Klaus Seebacher“ in Brixen-Süd ausgetragen. oz 60

z Die Festung in Franzensfeste lebt wieder. Nach deren Öffnung für die Bevölkerung gibt es nun auch einen neuen Klettergarten auf dem Areal. Realisiert werden konnte das Projekt des „CAI Fortezza“ unter der Leitung von Giorgio, Stefan, Christian Fontana und Renato Cenedese. Der neue Klettergarten unter dem Namen „Palestra Forte Alto“ befindet sich in einer idyllischen Umgebung mit Blick auf den Stausee im Gebiet der hohen Festung. Abgeschirmt von der Eisen- und Autobahn können sich hier Kletterer kostenlos vergnügen. Das Projekt wurde von der Gemeinde Franzensfeste finanziert. Dieser Geheimtipp verfügt über sechs

bis sieben Klettertouren in allen Schwierigkeitsgraden. Das junge Kletterparadies kann bequem mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreicht werden. Christian Fontana versichert: „Wir arbeiten bereits seit dem Frühjahr an der Fertigstellung. Nun haben wird sieben Routen fertig gebohrt, weitere werden folgen.“ Für weitere Informationen stehen Chris­tian (333 9076311) und Stefan Fontana (348 0441034) zur Verfügung. dp

PORTRAIT

Der Volleyball-Spezialist

z Der Brixner Martin Pöder hat einen weiteren Karrieresprung gemacht. Der weit über Südtirols Grenzen hinaus bekannte Volleyballtrainer betreut in der Saison 2006/07 als 2. Trainer und Verantwortlicher für Konditionstraining die Serie A1-Herrenmannschaft RPA Perugia, deren Ziel das Erreichen der Endrunde in der höchsten italienischen Volleyballliga ist. Martin Pöder war für rund 15 Jahre als Spieler und später als Trainer des SSV Brixen Volleyball aktiv. Nach Abschluss des Sportstudiums an der Universität Innsbruck arbeitete er dort zwei Jahre lang als Dozent für Volleyball. Als 2. Trainer und Verantwortlicher für die Spielstatistik trainierte Pöder für drei Jahre das österreichische Damen-Nationalteam. Außerdem betreute er für eine Saison ebenso als 2. Trainer und Statistiker die 1. Bundesliga-Mannschaft

der Damen des TI Innsbruck und in der Folge die 1. Bundesliga-Mannschaft der Herren von Hypo Tirol. Als einschneidenden Wendepunkt seiner Karriere sieht Pöder die Saison 2004/05, wo er erstmals mit dem bekannten italienischen Trainer Emanuele Zanini zusammenarbeitete. Das erfolgreiche Team Zanini-Pöder wechselte zum A1-Aufsteiger Lupi St. Croce, wo die italienische Volleyballlegende Luca Cantagalli als Spieler unter Vertrag stand. Hier war Pöder neben seiner gewohnten Funktion als 2. Trainer vor allem für die konditionelle Vorbereitung und Betreuung der Athleten zuständig. Auch bei RPA Perugia arbeitet er mit Zanini zusammen in einem Verein, der „fabelhaft strukturiert und organisiert ist“. Für Martin Pöder ist mit seinem beruflichen Erfolg als Volleyballtrainer ein Traum wahr geworden. „Früher oder später möchte ich sehr gerne nach Brixen zurückkehren“, schildert er seine Zukunftswünsche, „doch derzeit habe ich hier beruflich kaum Perspektiven, denn in der Südtiroler Volleyballszene existieren leider keine A1-Mannschaften.“ es


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Wirtschaft & Umwelt

Erfolgsmodell wird ausgeweitet

Der nahe Osten

Die Linie 3 des Brixner Citybusses bedient seit einigen Tagen mit dem Rienzdamm und der Cesare-Battisti-Straße auch den Ostteil der Stadt. Dafür wird die Versorgung des Industriegebietes eingeschränkt.

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finanziert, meldete nach diesen Zahlen Handlungsbedarf. Während das Problem mit jedem Ausdruck der Statistik des Konzessionärs Kuno Pizzinini deutlicher wurde, kamen auch immer mehr Anfragen für eine Anbindung des bisher vollkommen vernachlässigten Ostteils der Stadt. Eine neue Linie wollte man aus Kostengründen vermeiden – und so kam man irgendwann auf die Idee, die bisher wenig erfolgreiche Linie 3 zu splitten. In Zukunft wird man die Industriezone nur mehr einmal pro Stunde anfahren und in der frei gewordenen Zeit zwei Stadtrunden im umgekehrten Uhrzeigersinn unternehmen.

Vom Bahnhof startet die Linie 3 über die Mozartallee zum Don Bosco, über den Rienzdamm zum Hotel Senoner und über die Rappanlagen zur Adlerbrücke. Danach fährt der Bus weiter in die Cesare-Battisti-Straße zur Auenhausbrücke, nach Norden zum Vinzentinum, von dort zum Krankenhaus und über Dantestraße und Bahnhofstraße zurück zum Bahnhof. Erst nachdem zwei Stadtrunden absolviert wurden, fährt der Bus in das Industriegebiet – auch diesmal im Kreis: Die Runde beginnt natürlich ebenfalls am Bahnhof, der Bus fährt daraufhin zum Parkplatz der Diskothek Max, von dort weiter über die Peter-Mayr-Siedlung in die Mahr, zum Kuenhof und Zig-

Foto: Oskar Zingerle

V

om 1. Jänner bis zum 6. September 2006 haben genau 22.617 Fahrgäste die Linie 3 des Citybusses benutzt, die bisher alle 30 Minuten in die Industriezone gefahren ist. Umgerechnet sind dies etwa 90 Personen pro Tag – „entschieden zu wenig“, sagt Georg Mayrhofer, Vizepräsident der Bezirksgemeinschaft Eisacktal und einer der Väter des ansonsten äußerst erfolgreichen Citybus-Projektes Brixen. Ein Vergleich mit den Linien 1 und 2 gibt Mayrhofer Recht: Die Linie 1 wurde im selben Zeitraum von 130.169 Fahrgästen benutzt, die Linie 2 war sogar von 132.349 Gästen in Anspruch genommen worden. Das Land, das den Dienst teilweise

gler über die neue Brücke zur Progress und von dort über die Stadtwerke in Richtung Norden. „Wir hatten uns von der Industriezone mehr erwartet“, sagt Georg Mayrhofer. Man habe auch wenig Resonanz gespürt von einigen Unternehmen der


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Zone, die nicht bereit gewesen wären, die Arbeitszeiten an die Fahrpläne anzupassen. „Nun hoffen wir, dass die bisherigen Fahrgäste sich an den neuen Fahrplan richten können“, sagt Mayrhofer. Eine Alternative sehe er nicht, denn schließlich hätte

es keinen Sinn, „laufend mit leeren Bussen unterwegs zu sein“. Leidtragende der neuen Regelung sind auch die Anrainer des Fischzuchtwegs, der bis auf die Haltestelle beim Max aus der Trasse der Linie 3 vollkommen gestrichen wurde.

Dafür profitieren die Bewoh- somit das gesamte Stadtgebiet ner des Ostteils der Stadt nun über öffentliche Verkehrsmittel von einer direkten Anbindung. Das ist auch deshalb bedeutend, weil die Fahrgäste der Linie 3 an nicht weniger als sieben Haltestellen auf eine der restlichen Linien umsteigen können und

erreichen können. Wenn man von einer maximalen Distanz von 250 Meter vom Wohnort zur jeweiligen Haltestelle ausgeht, sind nun 85 Prozent des Stadtgebiets an den Citybus angebunden – jetzt fehlen nur noch Kranebitt, die Josefsiedlung und der Platschweg. Und natürlich Elvas, das gemeinsam mit den Orten Viums, Raas, Natz und

Fokus Abo+ für Schüler Abo+“ nennt sich das Angebot des Mobilitätsressorts des Landes für Schüler und Studenten bis zum Alter von 26 Jahren. Zum Pauschalpreis von 70 bis 150 Euro können sie ein Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel in Südtirol – auch die Citybusse – verwenden, die Bahn sogar auf der Strecke bis Trient. Und: Besitzer eines „Abo+“-Ausweises erhalten bei allen Schwimmbädern Südtirols, also auch in der Acquarena, 10 Prozent Rabatt auf Einzeleintritte. Mehr Infos im Web: www.provinz. bz.it/aboplus 63


Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

– auf der gegenüber liegenden Talseite – der gesamte Pfeffersberg in naher Zukunft ebenfalls per Citybus erreicht werden soll. „Wir arbeiten daran“, sagt Mayr­ hofer, „aber es wird noch eine Weile dauern“. Und schließlich wird die Linie 3 auch von Schülern benutzt werden – auch wenn „der Citybus nicht als Schülertransport eingestuft wurde“, wie Stadträtin Paula Bacher Marcenich betont. Der feine Unterschied liegt in der Tatsache, dass die Größe eines Busses für den Schülertransport auf die Anzahl der zu transportierenden Schüler angepasst werden muss, während der Citybus nur bis zur Kapazitätsgrenze von Schülern genutzt werden kann. „Schritt für Schritt wollen wir die Schülerbusse abbauen und dafür das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ausbauen“, erklärte Bacher Marcenich während der Pressevorstellung der neuen Linie am Sitz der Bezirksgemeinschaft.

Seit einigen Tagen fährt der Citybus regelmäßig auch durch die Rappanlagen

14 Stunden lang unterwegs und transportieren im Schnitt über 1.600 Personen pro Tag. Auch die innovativen Echtzeit-Informationstafeln iqube, von denen man an den Haltestellen ablesen kann, in wie vielen Minuten der Bus kommt, haben sich Das Projekt Citybus Brixen laut Mayrhofer bewährt – auch ist ein Erfolgsmodell, wie die wenn es bei Überlastung des anfangs genannten Zahlen be- 0906 GSM-Netzes wieder zu 001_001_az sgb-cisl brixner 192x139hinrzund 31.08.2006 weisen. Acht Busse sind täglich temporären Ausfällen kommt.

Bis heute stehen 16 solcher Systeme; die Anzahl möchte man ebenfalls ausbauen. Die neue Linie startete am 11. September. Nach wenigen Tagen zeigte sich Kuno Pizzinini „mit den bisherigen Zahlen zwar nicht zufrieden“, aber die Reaktion aus dem Ostteil der Stadt waren geradezu überschwänglich. „Es 15:05 Uhrbraucht Seiteein 1 bisschen zeit, bis die Leute sich über die

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genauen Fahrpläne informiert haben“, sagt Pizzinini. Der neue kostenfreie Taschenfahrplan ging jedenfalls in den ersten Tagen weg wie warme Semmel.

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â&#x20AC;&#x17E;Er kummt netâ&#x20AC;Śâ&#x20AC;&#x153; Die Vorzugsspur zwischen Vahrn und Brixen bringt dem Citybus nicht den erhofften Vorteil: Die Linie 1 steht seit Anfang August Ăśfters im Stau. Das hat bei manchen Kunden fĂźr beträchtlichen Ă&#x201E;rger gesorgt.

Die wahren NutznieĂ&#x;er

der Vorzugsspur sind indes die SAD-Busse, die von der Schabser HĂśhe kommen. Zu den klassischen Stauzeiten mĂźssen sich diese Busse ab dem Kreisverkehr an der Pustertaler Kreuzung nur mehr fĂźr wenige Meter in die langsam dahin kriechende Autoschlange einreihen und kĂśnnen dann auf die leere Vorzugsspur entfliehen. Anders verhält es sich beim Citybus: Dieser kommt von Vahrn und steht oft ab der Gärtnerei Reifer oder gar ab der Abzweigung ins Vahrner Oberdorf im Stau. Bis endlich die Vorzugsspur erreicht ist, vergehen einige Minuten. â&#x20AC;&#x17E;In den ersten zehn Tagen mussten wir 60 Fahrtenausfälle verzeichnenâ&#x20AC;&#x153;, erklärt der Citybus-Konzessionär Kuno Pizzinini. Weil die Busse viel zu spät dran waren, fielen entweder die Folgefahrten nach Albeins oder jene nach Vahrn aus. Eine Krisensitzung der Arbeitsgruppe Citybus war die Folge. Diese entschied aber, den Citybus mindestens bis Anfang Oktober auf

Fokus Verkaufstellen Citybus-Tickets

Foto: Oskar Zingerle

z Viele kennen die Liedzeile des Austropop-Sängers Joesi Prokopetz â&#x20AC;&#x17E;I steh in da KĂśltn und woart af a Taxi, aber es kummt netâ&#x20AC;&#x153;. Die Benutzer der Linie 1 des Citybusses kĂśnnten dieses Lied auf â&#x20AC;&#x17E;I wart af an Bus, aber er kummt netâ&#x20AC;&#x153; umtexten: Seit 7. August fährt die Linie 1 nicht mehr auf der alten Vahrner StraĂ&#x;e Richtung Brixen, sondern nimmt fĂźr eine drei Monate dauernde Probephase den Weg Ăźber die eigentlich eigens fĂźr den Citybus errichtete Vorzugsspur an der StaatsstraĂ&#x;e.

der neuen Route zu belassen. Damit wollte man in Erfahrung bringen, ob und welche Veränderungen der Schulbeginn mit sich bringen wßrde.

Einen sofortigen Abbruch des Versuchs hätte Kuno Pizzinini bevorzugt; er sei dem Projekt bereits zu Beginn äuĂ&#x;erst skeptisch begegnet. â&#x20AC;&#x17E;Zwar hat sich nach der hektischen Ferragosto-Zeit die Situation etwas gebessert, aber wir alle kennen die klassischen Stauzeiten von 10 bis 12 und von 16 bis 18 Uhr am nĂśrdlichen Eingang von Brixenâ&#x20AC;&#x153;, bemerkt er. â&#x20AC;&#x17E;Mit Schulbeginn kommt nun noch eine weitere Stauzeit zwischen 7.30 und 8 Uhr dazu.â&#x20AC;&#x153; Zahlreiche Anrufe und Proteste habe es von den Citybusbenutzern gehagelt, und â&#x20AC;&#x17E;die Linie 1 wird von den Kunden nicht mehr als zuverlässig eingestuftâ&#x20AC;&#x153;, so seine Einschätzung. Tatsächlich konnte man feststellen, dass die Fahrgäste vermehrt auf die Linie 2 umgestiegen sind, die weiterhin ihre Route Ăźber die alte Vahrner StraĂ&#x;e fährt. Nicht ganz so gra-

Brixen: z Bäckerei Mutschlechner, Stadelgasse z Bäckerei Mutschlechner, Kleiner Graben z Bäckerei Mutschlechner, DantestraĂ&#x;e z Lebensmittel Franzelli, BahnhofstraĂ&#x;e z Profanters Backstube, BahnhofstraĂ&#x;e z Profanters Backstube, Altenmarktgasse z Kiosk Acquarena z Bäckerei Gasser, Mozartallee z Autobusbahnhof Brixen, DantestraĂ&#x;e z Zugbahnhof Brixen Tourismusverein Brixen, z BahnhofstraĂ&#x;e z Gebr. Ă&#x153;berbacher, Vinzenz-Gasser-StraĂ&#x;e z Mensa Brixen, Julius-DurstStraĂ&#x;e

Bis der Citybus die leere Vorzugsspur erreicht, steht er oft Minuten lang im Stau vierend stellt sich die Situation fĂźr Georg Mayrhofer, Mitglied der Arbeitsgruppe Citybus, dar: â&#x20AC;&#x17E;Immerhin werden mit dieser LinienfĂźhrung vier neue Haltestellen bedientâ&#x20AC;&#x153;, erklärt er den Vorteil der neuen Fahrtroute. Anfang Oktober werde man die Situation nochmals analysieren, dabei die Zahl der Ausfälle mit der Anzahl der Neukunden gegenĂźberstellen und Ăźber mĂśgliche Verbesserungen beraten. Allerdings ist auch er sich bewusst, dass ständige VerzĂśgerungen in Stauzeiten keine Werbung fĂźr den Ăśffentlichen Nahverkehr sind, denn schlieĂ&#x;lich will der Busnutzer vor allem diesen Staus entgehen. Ob das verloren gegangene Vertrauen in die PĂźnktlichkeit des Busses einfach wieder hergestellt werden kann, werden die kommenden Monate zeigen.

Milland: z Profanters Backstube, PlosestraĂ&#x;e Vahrn: z Profanters Backstube, VoitsbergstraĂ&#x;e z Gärtnerei Reifer, LĂśwenviertel Neustift: z Gemischtwaren Watschinger, Dorf 36 Albeins: z Gebr. Ă&#x153;berbacher, Dorf 22 Der Einzelfahrschein kostet 1 Euro, es gibt Wertkarten zu 5 oder 10 Euro. Erheblich gĂźnstiger geht es mit Abonnements, die allerdings nur am Autobusbahnhof erhältlich sind.

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"N 0LUPCFS WFSBOTUBMUFO XJS WPO CJT VOE WPO CJT 6IS HEW XVEHMXMSRIPPI /Â&#x201A;VFMWWGLRMX^IR JÂ&#x201A;V +VSÂ&#x160; YRH /PIMR +mVXRIVIM 6EMQYRH 6IMJIV ¡ :ELVR ¡ 8IP *E\ ¡ [[[ VIMJIV MX

Erlebnisgärtnerei 65


Wirtschaft & Umwelt Eine Vorarlberger Firma baut in Schabs ein Kraftwerk, das voraussichtlich mit Rapsöl gespeist wird und dessen überschüssige Wärme ins Fernwärmenetz geleitet wird SCHABS

Heizen mit Rapsöl Auch in Schabs sucht man nach Alternativen zum ständig teurer werdenden Heizöl. Die Rahmenbedingungen scheinen gut, da ein neues Unternehmen mit eigener Stromproduk­ tion bald viel Abwärme erzeugen wird, die sich optimal für ein Fernwärmenetz nutzen ließe.

I

n Zeiten ständig steigender Erölpreise schauen sich viele Haushalte und Gemeinden nach Alternativen um. Die Errichtung eines Fernwärmenetzes, das mit Hackschnitzel beheizt wird, ist für viele eine günstige Wahlmöglichkeit. Auch in Schabs hat man ähnliche Überlegungen angestellt. Nachdem zu Jahresbeginn bei einer Bürgerversammlung ein ausreichend großes Interesse festgestellt werden konnte, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um die Möglichkeiten und Wirtschaftlichkeit einer solchen Energieversorgung zu erkunden.

Durchaus attraktiv sei ein

Fernwärmenetz in Schabs, so das Ergebnis der Studie vom Brixner Ingenieur Roman Bodner. Die Daten und Fakten wurden kürz66

lich bei einer Bürgerversammlung präsentiert, und gleich mehrere Gründe sprechen für dessen Errichtung: Das mittlere Gebäudealter liegt bei 25 Jahren, und in vielen Haushalten werden Überlegungen angestellt, ob und wie die bestehende Heizanlage saniert werden soll. Neben den normalen Haushalten gibt es einige Unternehmen, die große Mengen an Wärme abnehmen und somit die Wirtschaftlichkeit eines Fernwärmenetzes stützen würden. Bei der ersten Befragung haben bereits 55 Prozent der Haushalte erklärt, dass sie eine solche Energieversorgung nutzen würden, weitere 23 Prozent haben unter Vorbehalt ebenfalls einen Anschluss in Aussicht gestellt. Nur von 22 Prozent kam ein ka-

tegorisches Nein. Davon ausgehend, hat Roman Bodner einen Wärmebedarf von 3.700 Kilowatt errechnet.

Eine Hackschnitzelheizung ist

nicht die interessanteste Lösung für ein Schabser Fernwärmenetz, zum Unterschied zu vielen anderen Ortschaften. Im Rahmen der Studienpräsentation wurde die Bevölkerung von Schabs darüber informiert, dass auf dem Gelände der Ziegelei das Vorarlberger Unternehmen E.MA.CON noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Kraftwerkes zur Stromerzeugung beginnen möchte. Das Unternehmen hat sich auf die nachhaltige Produktion von Ökostrom und Wärme auf Basis von flüssiger Biomasse spezialisiert. Auch am Standort in der Ziegelei wird es

Strom erzeugen, der in das Stromnetz eingespeist wird. Rapsöl ist voraussichtlich der Brennstoff für das Kraftwerk des Unternehmens: Dieses Öl weist eine sehr hohe Energiedichte auf und ist deshalb sehr gut als Brennstoff geeignet. Auf diese Weise möchte die E.MA.CON etwa sieben Megawatt Strom pro Jahr erzeugen. Bei der Produk­ tion von Strom erfolgt gleichzeitig – sozusagen als Abfallprodukt – auch die Produktion von Wärme, die sich für die Betreibung des Fernwärmenetzes optimal nutzen ließe. Roman Bodner hat dies in seinem Konzept berücksichtig und schlägt die Realisierung eines Fernwärmenetzes vor, bei dem vor allem diese Abwärme als Energieträger genutzt wird. Sozusa-


Vahrn

Fernwärme in Vahrn in Teilbetrieb z Die Pläne für eine gemeinsame Zentrale und ein Fernwärmenetz für Vahrn und Neustift zwischen der Gemeinde Vahrn und den Stadtwerken Brixen schreiten voran. Direktor Wolfgang Plank kündigte an, dass vor allem in den südlichen Vahrner Ortsteilen wie die Elisabethsiedlung bis hinauf nach Neustift noch heuer mit der Verlegung der Fernwärmeleitung begonnen werden könnte. Obwohl die Zentrale erst 2007 errichtet wird, können die Neukunden in diesen Zonen bereits heuer von Brixen aus mit Wärme versorgt werden. Was den Standort der Zentrale betrifft, so hat man drei Möglichkeiten ausfindig gemacht, die für diesen Zweck geeignet erscheinen. Bald soll die Entscheidung fallen, welchen Standort man bevorzugt. „In dieser Zentrale werden wir mit Hackschnitzeln oder einem

Bioöl die nötige Wärme für die neu zu versorgenden Gebiete erzeugen. Für die Zeiten mit Spitzennachfragen wird Gas die zusätzliche Energie liefern“, sagt Plank.

gen als Reserve für Spitzennachfragen oder für Notfälle ist zudem ein Spitzenkessel ge­plant, der mit Hackschnitzel oder mit Erdgas aus der am Dorf vorbeiführenden Erdgasleitung betrieben werden könnte. Für den Normalbetrieb ist die Abwärme jedoch ausreichend: Nach den bisher kalkulierten Verbrauchsdaten würde sogar nur die Hälfte der zur Verfügung stehenden Abwärme benötigt.

Skeptische Stimmen wur-

Die Kalkulation der Herstell-

kosten, die Roman Bodner von diesen Rahmenbedingungen ausgehend erstellte, umfasst das Fernwärmenetz, die Zentrale mit Spitzenkessel, Steuerung, Brandschutzanlage, Grundstück und Planung. Demnach betragen die Gesamtkosten rund 3,8 Millionen Euro. Von dieser Summe ausgehend und unter Berücksichtigung einer 15-jährigen Abschreibung lassen sich für den einzelnen Nu­ tzer Kosten von 7,5 Cent pro Kilowattstunde veranschlagen. Würde man sich für eine Heizung nur mit Hackschnitzel ohne Nutzung der Abwärme entschließen, würden die Kosten auf 9,5 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Gründe für die höheren Kosten liegen bei den teureren Hackschnitzeln und dem größeren Grundstück, das als Lager notwendig wäre.

Noch sei nicht geklärt, wel-

che Form die gemeinsam mit der Gemeinde Vahrn zu gründende Gesellschaft haben wird und wie die Anteile zwischen den zwei Partnern verteilt werden. Sicher ist für Wolfgang Plank auch, dass die Kosten für Bau und Betrieb der Fernwärme gestiegen sind. Dafür sind sowohl der Preisanstieg beim Stahl wie jener bei den Hackschnitzeln verantwortlich. Deshalb darf man gespannt sein, ob die neue Gesellschaft mit jenem Preis konkurrieren kann, der heute schon den Bewohnern der Neubausiedlung im Löwenviertel rund um den Discounter „Eurospin“ für ihre Nahwärmeversorgung berechnet

den bei der Bürgerversammlung trotz dieser scheinbar optimalen Rahmenbedingungen laut. Vor allem befürchten die Kritiker, dass man sich in Abhängigkeit eines Unternehmens begebe, das kaum jemand kenne. Vizebürgermeister Florian Gasser hielt dem entgegen, dass das Unternehmen mindestens zehn Millionen Euro in diesen Standort investieren werde und deshalb sicherlich eine längerfristige Präsenz plane. Es komme darauf an, den Vertrag mit E.MA.CON so zu gestalten, dass den Kunden der Fernwärme ausreichende Sicherheiten geboten würden. SVP-Ortsobmann Karl Peinter kündigte an, dass man nun alle Haushalte über die Entwicklungen in Sachen Fernwärme informieren und die Gründung einer Genossenschaft vorantreiben wolle. Diese soll dann die Planung und Umse­ tzung des gesamten Projektes übernehmen. Unter günstigen Vorausse­ tzungen könnten bereits im Winter 2007/08 einige Teile von Schabs mit Fernwärme versorgt werden. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

wird: Die Bewohner der zehn Häuser und die Gärtnerei Reifer bezahlen 0,75 Cent/KW. Die Anlage wurde von den Unternehmen Pezzei und Mitterrutzner Brennstoffe errichtet und ist nur bedingt mit der großen Zentrale vergleichbar, die bald das restliche Vahrn erschließen wird. Die Errichtung der kleinen Anlage ging Hand in Hand mit den übrigen Bauarbeiten, so dass keine nachträglichen Grabungsarbeiten nötig waren. Zudem muss eine

öffentliche Körperschaft, die als Fernwärmeanbieter fungiert, auf entsprechendem Wunsch alle Haushalte versorgen, auch wenn sie etwas außerhalb des optimal zu erschließenden Gebietes liegen. Ein privates Unternehmen kann hier nach rein wirtschaftlichen Kriterien entscheiden und damit unter Umständen eine bessere Kostenstruktur erzielen. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Wirtschaft & Umwelt

BETRIEBSPORTRAIT

Die Käse-Juweliere Das Unternehmen Degust von Hansi und Edith Baumgartner hat sich seit über zehn Jahren der Käse-Kunst verschrieben. Hier werden hochwertige Käse veredelt, innovative Rezepturen entwickelt und Experimente rund um das Milchprodukt in Gang gesetzt. ­ Ein Blick hinter die Kulissen der Käse-Goldschmiede.

S

Steckbrief

ie heißen Kloazen®, Golden, Gel®, Nussiler, Noagnlailich®, Miwa oder Boxer. Und genauso wie die Namen dieser Käse klingen, ist auch ihre Herstellungsweise: Im Unternehmen Degust von Hansi und Edith Baumgartner werden hochwertige Käsesorten aus Rohmilch oder Milch von artgerecht gehaltenen Tieren veredelt und somit eine Verbindung zwischen Tradition und Innovation geschaffen, Altes mit Neuem kombiniert.

„Die Veredelung dient in

erster Linie einer besseren Konservierung, nicht so sehr der Veränderung in Geschmack und Aussehen“, erklärt Hansi Baumgartner. „Da man früher kaum Möglichkeiten zur Aufbewahrung wie das Einfrieren der Milch oder den Transport in gekühlten LKWs kannte, mussten sich die Bauern etwas anderes zur Konservierung einfallen lassen. Diese Traditio­ nen haben wir aufgegriffen.“ So taucht er in der Degust-Veredelungswerkstatt im Vahrner LöweCenter den Käse in Bienenwachs, das die Poren verschließt, oder lagert den Käse in Stroh, wie das früher während des Transportes der Fall war. Die Rinde kann auch mit Wein, Weintrester oder Apfelschnaps gebürstet werden, da die darin enthaltenen Stoffe wie Alkohol, Zucker, Säure oder Gerbstoffe den Käse länger und sicherer haltbar machen. Der Kloazenkas® ist ein Weichkäse, der mit Birnen-Mehl –der Kloaze– veredelt wird. Der Noagnlailich® wird im Heu gelagert und heißt so wie das Tuch, in dem das Heu einst und zum Teil heute noch von Bergbauern getragen wird. Der Boxer hingegen hat seinen Namen vom Bochselemehl, dem Mehl vom Johannisbrotbaum, das früher gerne in der Tiroler Küche verwendet wurde. „Für die Veredelung suchen wir immer Ingredienzien, die im Einklang mit dem Ursprungsort des Käses stehen“, erklärt der diplomierte Käse-Affineur Hansi Baumgart68

ner. „Durch die Veredelung soll auch die Regionalität hervorgehoben werden. Zudem ist es uns ein Anliegen, alte Rezepturen zu bewahren und nach Möglichkeit selektiv weiterzuentwickeln.“ Selbstverständlich wird durch das Bepinseln, Einlegen, in Lake Tauchen oder Ölen auch der ursprüngliche Käsegeschmack unterstrichen und verfeinert.

Ein hervorragendes Ausgangsprodukt ist daher abso-

lute Bedingung. Degust veredelt nur hochwertige Käsesorten, die vorwiegend mit Rohmilch oder Milch von artgerecht gehaltenen Weidetieren hergestellt werden wie Kühe, Schafe oder Ziegen. Vom Geschmack und Aussehen des Grundkäses lässt sich der einstige ausgezeichnete Koch dann inspirieren. Eine gewisse Portion Sensibilität ist gefragt, wenn die Entscheidung fällt, wie der Käse veredelt werden soll. Manchmal spielen da Zufälle eine Rolle, manchmal eine Notwendigkeit. „Aus einer gewissen Bedrängnis heraus entstehen hin und wieder die genialsten Kreationen.“ So bestellte Hansi Baumgartner einmal eine große Menge an Blauschimmelkäse, doch der Kunde sprang im letzten Moment vom Kauf ab. So kam dem Käsekünstler die spontane Idee, den Käse in süßem Trester zu

Die Käseveredelung erfolgt mit Ingredienzien, die den Käsegeschmack unter­ streichen lagern – und heute ist der daraus entstandene „Golden Gel®“ einer der beliebtesten Käsesorten von Degust. Der „Miwa“ hat seine Entstehung einer Japanreise zu verdanken, von der Baumgartner Algen mitbrachte, die er sogleich für die Käseveredelung einsetzte.

Seine Leidenschaft für regi-

onale Produkte pflegt Südtirols einziger diplomierter Käse-Affineur seit jeher. Beim Restaurant „Pichler“ in Mühlbach entdeckte er unter anderem seine Vorliebe für Südtiroler Käse, „einem hochwertigen Produkt, das oft unterschätzt wird“ und wollte weg von der „Parmesan-Manie“. Er unternahm erste Versuche in der Produktion und Veredelung von Käse, lancierte in Südtirols Gastronomie das „Zelebrieren des Käsegenusses“. Mit der Gründung des Unternehmens „Degust“, der Südtiroler MilchGoldschmiede, wagten Hansi und Edith einen Schritt ins Ungewisse. Heute zählt das Unternehmen im In- und Ausland zu jenen Vorzeige-Betrieben, dessen Produkte in zahlreichen renommierten Südtiroler Gastronomiebetrieben und Feinkostläden, im

Firmenname: Degust Firmensitz & Verkauf: Löwecenter, Eisackstraße 1, I-39040 Vahrn, Tel. 0472 849873, Fax 0472 849875. Homepage & E-Mail: www.degust.com info@degust.com Geschäftsfelder: Veredelung von Käseprodukten, die vorwiegend aus Rohmilch oder aus Milch von artgerecht gehaltenen Tieren hergestellt werden; Verkauf von kulinarischen Raritäten; Verkostungen, Kurse und Präsentationen Gründungsjahr: 1995 Firmenentwicklung: Die erste kleine Auswahl an Käsesorten und lokalen Spezialitäten waren anfangs nur im Restaurant „Pichler“ in Mühlbach sowie im dortigen Delikatessenladen erhältlich. Heute stehen rund 200 Käsearten im Sortiment, das Unternehmen beliefert zahlreiche Restaurants, Vinotheken, Feinkostläden u.a. im In- und Ausland und zählt im Bereich Käseveredelung zu den besten seines Fachs. Geschäftsinhaber: Hansi und Edith Baumgartner Anzahl Mitarbeiter: 9 Auszeichnungen: SMG Award 2004 Referenzen: versch. renommierte Südtiroler Restaurants, Gastronomiebetriebe und Feinkostläden, Hotel „Hilton“ (Rom), Feinkost Dallmayer (München), Feinkost Volpetti (Rom), Kempinski Hotel Budapest, Finest Food (Dubai) u.a. Absatzmärkte: Südtirol, Trentino, restl. Italien, Deutschland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Spanien, Vereinigte Arabische Emirate Leitsatz des Unternehmens: Im Zentrum unserer „Geschmacksphilosophie“ steht die Qualität und die beständige Suche nach Authen­ tizität verbunden mit kreativen Innovationen.


Zahlreich sind die KäseKreationen von Degust „Hilton“ in Rom oder auf den Tellern von arabischen Scheichs landen. Aber Degust veredelt nicht nur Käse, das Unternehmen gibt auch sein umfangreiches Wissen weiter. So weckt Hansi Baumgartner seit Jahren in renommierten Restaurants, Vinotheken oder anderen Gastronomiebetreiben die Lust auf Käse-Kunst. Die Degust-Verkostungen sind kulturelle Ereignisse, bei denen der KäseAffineur selbst mit der ihm innewohnenden Leidenschaft in die Geschmackslandschaft der verschiedenen Käsesorten einführt. Er entwirft zudem Rezepturen, gibt Tipps zur Zusammenstellung eines niveauvollen Käsetellers oder tüftelt Kombinationen von Wein und Käse aus. Und so langsam etabliert sich auch in Südtirol die Kunst des Käsegenusses; Käse ist nicht mehr nur Brotbeilage oder irgendeine beliebige Zutat. Vermehrt finden sich Wine&Cheese-Karten in Südtiroler Restaurants, Weinlokalen und Pubs. Einzelkunden kehren direkt bei Degust in Vahrn oder in Südtiroler Feinkostläden ein,

um dort die Degust-Spezialitäten zu beziehen.

Fragebogen an das Unternehmen

Derzeit experimentiert De-

gust mit verschiedenen Arten des natürlichen Reifeprozesses: Die Käse werden in unterschiedlichen Klimazonen, die mittels Gesteine oder Hölzern auf natürliche Art hergestellt werden, gelagert. Das in jedem Keller spezielle Mikroklima und Ambiente sorgen für eine unterschiedliche Reifung. Ein besonders beliebter Reifekeller von Degust ist ein Bunker, der auf Grund der darin herrschenden Raumtemperatur und Feuchtigkeit optimale Bedingungen aufweist. Hansi Baumgartner erprobt derzeit die Reifung mit unterschiedlichen Hölzern wie Ahorn, Nuss, Birke oder Kastanie und welche unterschiedlichen Nuancen diese dem Käse verleihen. Man darf also gespannt sein, welche innovativen Käse-Kreationen demnächst im Sortiment von Degust zu finden sein werden. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Hansi Baumgartner, Käse-Affineur und Geschäftsinhaber (mit Frau Edith) Was ist Ihr Erfolgsrezept? HANSI BAUMGARTNER: Vor etwa zwölf Jahren den Trend erkannt zu haben, dass regionale und authen­ tische Produkte bei den Kunden an Wert gewinnen. Dem kommen wir immer wieder entgegen, indem wir Traditionen mit Innovation und Kreativität verknüpfen und so Produkte schaffen, die sich von der Massenware abheben.

Wie unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz? Zum einen im einzigartigen Geschmack unserer Käse und zum anderen in der ganzheitlichen Vermarktung: Wir verkaufen nicht nur Käse, sondern geben den Kunden mit dem Produkt zugleich unser Know-how weiter – wie Käse geschnitten wird, welche Kombinationen mit Wein oder anderen Gerichten möglich sind, wie Käse präsentiert werden kann… Worin bestehen die wesentlichsten Veränderungen im Vergleich zu den Anfangsjahren? Wir legen mehr Augenmerk auf die feinen Nuancen: Auch wenn die Unterschiede gering sein mögen, aber gerade diese geringen Unterschiede machen es aus! Was würden Sie in Ihrem Unternehmen niemals zulassen? Käse aus industrieller Produktion. Wir werden auch weiterhin am Handwerklichen festhalten. 69


Wirtschaft & Umwelt

lebensräume Der Sommer war groß Der Sommer war groß mit breit zerblätterten Bäumen, mit Regengüssen und mit Stürmen. Wilde Böen haben die Flüsse über die Ufer gejagt, und die Wasser verschlangen Menschen und Vieh. Der Sommer war lang. Und wieder ist September. Müde und reif auf den Bäumen das Gold. Die Tage schrumpfen. Die Nächte tiefer und bänger. Bald wird der Oktober seinen Docht höher drehn, und ich treffe dich zwischen kahlen Bäumen — mit schweren Wimpern, ein frostiger Baum.

Rajzel Zychlinski

Dieser Beitrag stammt vom Verein „heimat brixen bressanone persenon“, der sich seit seiner Gründung im Jahre 2004 um die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes bemüht. Internet: www.heimat.bz 70


BRIXEN

Wall Street Glatt polierter Naturstein und edles Metall an den Fassaden, abgehoben und distanziert – so präsentieren sich Banken häufig in den Innenstädten und werden dadurch nicht selten zu Fremdkörpern. Ganz anders in Brixen: Die Sparkasse und die Volksbank Brixen erneuern sich baulich und werten ihre Standorte und die Altstadt in beachtlicher Weise auf.

Ö

ffentliche Bauherren, die mit dem Geld der Steuerzahler bauen, haben eine Vorbildfunktion zu erfüllen, wenn es darum geht, gute Architektur zu verwirklichen. Deshalb sucht der öffentliche Bauherr oft die beste Lösung einer Bauaufgabe über einen Architektenwettbewerb. Dass ein privater Bauherr diesen Weg der Auswahl über Alternativen beschreitet, ist eher selten.

Das Vorgehen der Südtiroler Volksbank Brixen ist daher

umso beachtlicher. Diese führte für die innere Erneuerung ihrer Zweigstelle unter den Großen Lauben einen Architektenwettbewerb durch und erhielt dadurch eine sehr schöne Lösung. Die bisher etwas drückend und düster wirkende Schalterhalle wird viel Tageslicht von oben erhalten, und dieser Innenraum wird dadurch nicht zuletzt ein attraktiver, lichter und geschützter Durchgang zum Grossen Graben – jedenfalls während der Geschäftszeiten. Beabsichtigt oder unbeabsichtigt wird die Volksbank mit dieser Veränderung einen halböffentlichen Raum im Stadtkörper anbieten, der sicherlich eine Bereicherung für die Brixner Altstadt darstellt. So werden schließlich die dort lagernden Gelder der Brixner Bürger auch auf diese Weise der Stadt zugute kommen. Eine noch viel einschneidendere Veränderung im Stadtraum plant dagegen die Sparkasse Brixen. Während der Umbau der Volksbank von Außen fast nicht wahrnehmbar sein wird, greift der Neubau der Sparkasse entschieden in die Optik des Großen Grabens ein. Anfang der Sechziger Jahre baute die Sparkasse mit dem Architekten Othmar Barth einen erdgeschossigen Pavillon für ihre Schalterhalle in der Abfolge der Nordfassaden entlang des Großen Grabens, dessen Bauten im östlichen Verlauf nicht

mehr zusammengebaut sind, sondern Durchblicke in die Innenhöfe erlauben. Der niedrige Bau bildete trotz aller baulichen Qualität doch ein Loch im Ablauf der Fassadenfronten.

eine verputzte Fassade erhält, wird die vom Großen Graben aus nicht sichtbare Schrägfassade des dreieckigen Baukörpers möglichst transparent in Glas und Metall ausgeführt.

Mit dem Neubau soll dieses Entscheidend für den StrasLoch nun geschlossen werden. senraum ist nun die FassadenDabei entsteht infolge der Festlegungen des ebenfalls von Othmar Barth entwickelten Wiedergewinnungsplanes ein etwas merkwürdig anmutender Baukörper. Während die Fassade zum Großen Graben die Lücke in Höhe und Breite maßstäblich füllen wird, bildet der dahinter liegende Bau ein Dreieck ab dem ersten Obergeschoss, um den Fenstern der benachbarten Fassaden im Norden und Osten nicht das Tageslicht zu schmälern. Während die Südfassade des Neubaus zum Großen Graben hin ganz im Gegensatz zur üblichen protzigen Bankenarchitektur mit Natursteinverkleidung

gestaltung zum Großen Graben. Architekt Ralf Dejaco hat sich hier für eine eigenständige moderne Architektursprache unserer Zeit entschieden, ohne den Maßstab zu sprengen oder völlig fremde Materialien zu verwenden. Die Putzfassade wird horizontal mit feinen Vertiefungen gegliedert und mit rhythmisiert versetzten Fensteröffnungen versehen, die eine angenehme Eigenständigkeit gegenüber den axial gegliederten Fassaden der Nachbargebäude aufweist. Modern, aber zurückhaltend – eine schöne Lösung in klarer heutiger Formensprache ohne auftrum­pfende Gebärden. Der Landesbeirat für Bau-

Der Neubau der Sparkasse schließt nun die Lücke in der nördlichen Häuserfassade am Großen Graben kultur und Landschaft wurde zur Beurteilung dieser Lösung auf Wunsch des Bürgermeisters Albert Pürgstaller herangezogen und fand für die Architekturhaltung anerkennende Worte. Es wird wohl ein gelungener Bau werden, wenn die Planung so konsequent umgesetzt wird. Die Raiffeisenbank wird sich voraussichtlich im westlichen Nachbargebäude einnisten, so dass der Große Graben mit den beiden weiteren dort schon bestehenden Bankhäusern das Bankenviertel von Brixen bilden wird. Bei den bisherigen Planungen muss anerkannt werden, dass sich sowohl die Volksbank als auch die Sparkasse ihrer Verantwortung im Stadtbild bewusst sind und qualitätvolle Architektur anbieten. andreas.hempel@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 71


Stuttgarter Studenten entwerfen für Brixen Im Wintersemester 2006/07 wird eine Gruppe Studenten der Hochschule für Technik sich mit Schallschutzmaßnahmen für die Brennerbahn und die A22 beschäftigen.

S

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

eit längerer Zeit wird auch im Brixner Gemeinderat die Problematik der Lärmbelästigung durch die Autobahn und die Züge diskutiert. Die bereits erstellten Schallschutzwände entlang der Strecken haben zwar einiges abgemildert, aber der Lärm der beiden Verkehrsstrecken vor allem nach oben in die Hanglagen bleibt dennoch teilweise unerträglich. Die Hochschule für Technik (HfT) in Stuttgart hat deshalb angeboten, unter der Leitung von Andreas Gottlieb Hempel Studentenentwürfe zu dem Thema „Schallschutz und Neuordnung des Bahnhofsgeländes Brixen“ im Wintersemester 2006/07 erarbeiten zu lassen. Dieses Projekt wird vom Staatsminister Baden-Württemberg, der Knödler-Decker-Stiftung Stuttgart und der Gemeinde Brixen im Rahmen eines Europaprojektes gefördert.

Europaprojekte werden für der Kellerei Bozen auf alterna- Bürgermeister Albert Pürgstaller, grenzüberschreitende Projekte im Rahmen einer integralen Ausbildung mit Studenten unterschiedlicher Nationalität genehmigt. Das Brixner Europaprojekt ist bereits das dritte dieser Art, das Hempel in Südtirol durchführt. In den beiden vergangenen Jahren sind Projekte für die städtebauliche Neuordnung des Brenners und den Neubau

tiven Grundstücken vorangegangen. Wie bei den vorangegangenen Projekten, wird auch in Brixen zum Thema ein Einführungsseminar abgehalten. Dies wird vom 26. bis zum 29. September im Forum Brixen durchgeführt. Als Referenten zu den Themen Stadt- und Verkehrsentwicklung in Brixen konnten

Ausbildung zum/r Pflegehelfer/in

2-jährige Teilzeitausbildung

für Frauen und Männer, die sich für den sozialen und pflegerischen Bereich ausbilden lassen möchten. Informationstreffen, Dienstag, 10. Oktober 2006 17.00 Uhr im KVW Kursraum, Brixen, Hofgasse 2 9Zg AZ]g\Vc\ jb[Vhhi +*% I]Zdg^ZhijcYZc ( ]VaWZ IV\Z Y^Z LdX]Z jcY )*% EgV`i^`jbhijcYZc jcY l^gY ^c OjhVbbZcVgWZ^i b^i YZg AVcYZh[VX]hX]jaZ [ g Hdo^VaWZgj[Z Ö=VccV 6gZcYiÅ YjgX]\Z[ ]gi# KdgVjhhZiojc\Zc/ B^cYZhiVaiZg '* ?V]gZ! B^iiZahX]jaVWhX]ajhh0 c^X]i ^b hdo^VaZc 7ZgZ^X] i~i^\ hZ^c#

Auskünfte: KVW Brixen, Hofgasse 2, Tel. 0472 836 060

72

Landesrat Thomas Widmann, Amtsdirektor Josef March, Hans Heiss und Architekt Christoph Mayr-Fingerle gewonnen werden. Der Brixner Bauamtsleiter Manuel Pastore wird über die städtebaulichen Planungen im Bahnhofsbereich berichten und die Studenten vor Ort dort führen. Weitere Führungen sind durch die Altstadt, das Villenviertel, die Acquarena und die neue Universität vorgesehen. Auf diese Weise werden die Studenten mit der Stadt, den Problemen des Verkehrs und der Lärmemissionen für ihre Entwurfsarbeit vertraut gemacht.

Nach Abschluss der Semesterarbeit werden die Entwürfe

am 28. März 2007 von den Studenten in Brixen einer Jury vorgestellt, der unter anderem auch Bürgermeister Pürgstaller und Amtsdirektor March angehören werden. Die Jury wird die drei besten Entwürfe auswählen und prämieren. Dafür hat der Staatsminister von Baden-Württemberg,

Die Studenten werden sich auch mit der Frage beschäftigen, wie der Lärm der Eisenbahn eingedämmt werden kann Willy Stächele, insgesamt 1000 Euro an Preisgeld zur Verfügung gestellt. Anschließend werden alle Arbeiten im Rathaus Brixen für eine Woche für die interessierte Öffentlichkeit ausgestellt. Pürgstaller und die beteiligten Professoren hoffen, dass mit den Studentenentwürfen interessante Alternativen und Anregungen für das weitere politische und technische Verfahren vorgelegt werden können. Natürlich ist nicht daran gedacht, dass einer der Studentenentwürfe realisiert wird – dazu ist die Entwicklung einer endgültigen Lösung für die Schallschutzmaßnahmen und die Neuordnung des Bahnhofsgeländes zu komplex und letztlich die Aufgabe für ein später zu beauftragendes kompetentes und erfahrenes Ingenieurbüro. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


Wolfgang Nairz mi

t Co-Pilot

au

Der Aufb

AlpenBank-Beraterteam Silvano Momentè, Matteo Caracristi, Helmut Huber

.l.) beim Nairz (2.v Wolfgangpeln, (v.l.) Hans- el Fachsim h von Hohenbüh Christop

Event

Einsteigen und aufsteigen… … so lautete das Motto des diesjährigen Sommercocktails, zu dem die AlpenBank am 25. August im Hotel Elephant in Brixen geladen hatte. Direktor Norbert Alber beim Ausstieg

LH Luis Durnwalder nach der erfolgreichen Landung

Der Ballon sorgte für großes Interesse bei den zahlreichen Gästen Norbert Alber, Direktor der AlpenBank Innsbruck, bei der Ansprache AlpenBank Vize-Direktor Hans-Christoph von Hohenbühel, Heike Müller, LH Luis Durnwalder, VzBM Dario Stablum, L-Abg. Walter Baumgartner

Architekt Wilfried Moroder mit Frau, Walter Weitschek (im Hintergrund)

Wolfgang Nairz erklärt das Luftschiff der AlpenBank Wolfgang Nairz (2. v.l.) und sein Team sorgten für den reibungslosen Flug im Ballon

Die AlpenBank-Berater Silvano Momentè, Andreas Schiechtl

Der Einstieg gestaltete sich für manche einfacher als der Ausstieg

Der AlpenBank-Heißluftballon vor dem Hotel Elephant in Brixen

Das Private-Banking-Team der AlpenBank-Bozen

z Die zahlreich erschienenen Gäste genossen den geselligen Sommerabend, den auch vereinzelte Regentropfen nicht trüben konnten. Die AlpenBank hatte einen Heißluftballon des expeditionserfahrenen Professors Wolfgang Nairz gesponsert, der mit seinem Team die Gäste zu einem kleinen aussichtsreichen Aufstieg in luftige Höhen lud. Die luftige Überraschung war mit Bedacht gewählt worden, denn so wie ein Heißluftballon eine reizvolle Ergänzung zu großen Fluggeräten darstellt, führte Norbert Alber, Direktor der AlpenBank in seiner Rede aus, sieht sich auch die AlpenBank als sinnvolle Ergänzung zu den Banken in Südtirol und außerhalb. Während der Hauptsitz der AlpenBank in Innsbruck sich auf das deutschsprachige Ausland konzentriert, wird der Südtiroler und der italienische Markt von der Bozner Niederlassung betreut. Mit ihrer Spezialisierung auf die Vermögensverwaltung und -vorsorge für Private, Firmen und institutionelle Kunden liegt die Stärke der AlpenBank in ihrer Professionalität, Servicequalität und Diskretion. Beim Sommercocktail stellte die AlpenBank ihre zwei neuen Brixner Berater Matteo Caracrisiti­ und Helmut Huber vor. Beide kommen aus dem Bankenbereich und genießen einen hervorragenden Ruf als Experten für alternative Vermögenswerte. 73


Wirtschaft & Umwelt

NEUSTIFT

Abschied vom Riggertal z „Verkommt die Landschaftsidylle Riggertal zur Mega-Deponie?“ – Mit dieser Frage setzten sich etwa 150 Kundgebungsteilnehmer vor einigen Tagen in Neustift auseinander. Das Riggertal ist vorgesehen als Deponiefläche für einen Teil des Aushubmaterials des geplanten Brennerbasistunnels und wird für diesen Zweck um etwa 15 Meter aufgefüllt. Die Umweltorganisationen des Eisacktals haben während einer Wanderung „Abschied genommen“ vom Riggertal in der heutigen Form. Vor

allem die jahrelange Bauphase werde dem Tal und seinem sensiblen Ökosystem zusetzen, meinen Kritiker. Markus Lobis, Leiter der Transitinitiative, ist sich allerdings sicher, dass „dieses Loch eh nie gebaut werden wird, weil am Ende die Vernunft siegen wird“. Die Demonstration musste im letzten Augenblick vom Riggertal nach Neustift verlegt werden, weil die Grundbesitzer nicht die Zustimmung für die Kundgebung wv gegeben hatten.

W&U Wirtschaft & Umwelt

Brixen

Ausbildung zum Industrie-Mechatroniker

SMS

z Mechatroniker sind Facharbeiter, die Mechanik, Elektronik und Informatik kombinieren. Dieses Berufsbild kennt man hierzulande zwar auf den Universitäten und Fachhochschulen, nicht aber als Facharbeiter. Der Lehrberuf „Industrie-Mechatroniker“, der in Österreich besonders auf Druck der High-TechBetriebe der Steiermark eingeführt worden ist und zu den attraktivsten Lehrstellen zählt, ist in Südtirol noch unbekannt. Das Brixner Unternehmen „Durst Phototechnik“ macht diesem Manko nun ein Ende: Es führt

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heuer eine Lehrwerkstätte ein, um 15 Lehrlinge zu IndustrieMechatronikern auszubilden. Das Unternehmen, das sich zum führenden Maschinenhersteller für industrielle Druckmaschinen auf Inkjet-Technik entwickelt hat, benötigt diese spezialisierten Arbeitskräfte für die Montage dieser hochpräzisen und sensiblen Geräte. Die praktische Lehre durch Maschinenbauer, Elektroniker und Piezo-Techniker ist bereits im Werk der Durst gesichert; gemeinsam mit dem Unternehmerverband werden derzeit beim Amt für Berufsbil-

dung die formalen Voraussetzungen geschaffen und die theo­ retische Ausbildung an der Berufsschule gesichert. Durch die Kombination der verschiedenen Fachbereiche ist das Berufsprofil des Mechatronikers sehr vielseitig und eröffnet nach Abschluss der dreijährigen Lehre auch verschiedene Berufsmöglichkeiten im technischen Bereich. An dieser Lehrausbildung interessierte Jugendliche können sich bereits jetzt voranmelden und die entsprechenden Informationen in der Personalabteilung der Firma Durst einholen. db

Die Außenstelle Brixen des Landesgerichts Bozen bittet um die Veröffentlichung ihrer Rufnummer und E-Mail-Adresse, da diese nicht im aktuellen Telefonbuch berücksichtigt wurden. Wir kommen dem gerne nach: Tel. 0472 833344, Fax 0472 836518, tribunale.bolzano.bressanone@ giustizia.it

Auch Brixen hat sich an der europäischen Woche der Mobilität unter dem Motto „In die Stadt – ohne mein Auto“ beteiligt. In Zusammenarbeit mit Bezirksgemeinschaft, Gemeinde Vahrn, Stadtpolizei, Schulen, Ärzten, Vereinen und Sportgeschäften wurde ein reichhaltiges Aktionsprogramm erstellt.

Das Vahrner Unternehmen Gostner Dachbau KG errichtete bei Rovereto eine Schule in hundert Tagen. Die Provinz Trient hat den Spezialisten für Niedrigenergie-Holzbauwesen mit dem Bau einer mobilen Schule beauftragt, da das bisherige Gebäude umgebaut wird.


VILLNÖSS

Specküberraschung!

z Atemberaubend ist schon allein der Platz der Veranstaltung: Direkt am Fuße der Geisler Spitzen, einer der am meisten fotografierten Bergformationen der Dolomiten, wird in St. Magdalena/Villnöss nach dem großen Erfolg der letzten drei Ausgaben auch heuer wieder das Speckfest stattfinden. Auch diesmal werden die Villnösser, allen voran „Gletscherhåns“

Stadtgeheimnisse Wer ist der Heilige auf dem Bogen an der Adlerbrückengasse? „Heiliger Sankt Nepomuk, treib’ uns die Wassergüss zurück“ – bei der Statue handelt es sich um den Heiligen Nepomuk, den Patron gegen Wassergefahren sowie der Brücken, Schiffer und Flößer. Der Nepomukbogen an der Adlerbrücke wurde nach einer Hochflut im Jahre 1757 errichtet. Die Lage Brixens am Zusammenfluss von Eisack und Rienz bewirkte regelmäßig Überschwemmungen, so eben auch 1757. Die Stadt wurde unter Wasser gesetzt, die Brennerstraße war wochenlang überflutet. Den Pfarrplatz konnte man nur mit Flößen überqueren, vier Brücken waren von den Fluten mitgerissen worden. Nach dieser Katastrophe verstärkte man die Schutzmauern und errichtete an der Adlerbrücke den Nepomukbogen zur Erinnerung und zum Schutz vor weiteren Überschwemmungen. Im Jahre 1882 folgte eine weitere Hochwasserkatastrophe, die die Flussregulierung von Eisack und Rienz mit sich zog. Die letzte größere Flut erlebte Brixen 1965. Die Nepomukstatue wurde bis ins 20. Jahrhundert an seinem Patrozinium am 16. Mai jedes Jahr mit Blumen geschmückt. db

Mantinger, bekannter Meister im Speck-Aufschneiden, die Besucher mit einer besonderen Attraktion überraschen, die jedoch bis zur Enthüllung am Sonntag um 12.30 Uhr geheim bleibt. Das Villnösser Speckfest wird am Samstag, 30. September, um 10 Uhr eröffnet, am Sonntag startet das Fest in St. Magdalena bereits um 9 Uhr. Weitere Infos: www.villnoess.com wv

MÜHLBACH

Attraktion Koi-Karpfen

z Der italienische Fernsehsender Retequattro bringt am Sonntag, 1. Oktober, um 12.10 Uhr eine Sendung über den Koi-Garden der Mühlbacher Familie Neumair. Die Film-Crew der Sendung „Melaverde“ mit Star-Moderatorin Gabriella Carlucci war zwei Tage lang in Mühlbach für die Aufzeichnung zu Gast. Die Geschwister Robert, Harald und Herbert Neumair

legten auf ihrem Grundstück insgesamt sechs bis zu zwei Meter tiefe Teiche an, in denen sich die bis zu 80 cm großen Koi-Karpfen tummeln. Jedes Jahr im Herbst reist einer der Brüder nach Japan, um neue hochwertige Kois zu importieren. Einige Monate später werden die zutraulichen Fische dann wieder verkauft. oz

Anregungen: redaktion@brixner.info

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„Relativ gute Situation“ Meinrad ZöschG vom Beratungsring für Obst- und Weinbau Bezirk Brixen über Feuerbrand und Besenwuchs und über die Gründe, warum das Eisacktal bisher größtenteils von den Baumkrankheiten verschont geblieben ist. Zwei Krankheiten sind für die Obstbauern in Südtirol zurzeit ein wichtiges Thema: Feuerbrand und Besenwuchs. Wie stellt sich die Situation im Eisacktal dar? Heuer zeigt sich beim Feuerbrand eine gewisse Entspannung, im vergangenen Jahr wurden wesentlich mehr befallene Bäume gefunden. Im Eisacktal haben wir erst Ende August die ersten erkrankten Bäume in Raas entdeckt. Diese wurden gerodet und verbrannt. Und wie präsentiert sich die Situation beim Besenwuchs? Der Erreger des Besenwuchses

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sind zellwandlose Bakterien. Ein sogenannter Hexenbesen ist ein eindeutiges Zeichen, dass ein Baum den Erreger in sich hat. Weitere Symptome sind vergrößerte Nebenblätter, kleinere Früchte und eine verfrühte Rotfärbung der Blätter. Der Beratungsring empfiehlt, erkrankte Bäume zu roden und darauf zu achten, ob die Nachbarbäume mit den Wurzeln der kranken Bäume verwachsen sind. Über diese kann ein Übergang der Krankheitserreger erfolgen. Im Eisacktal wurden nur wenige kranke Bäume festgestellt. Worauf führt man diesen geringeren Befall im Eisacktal zurück?

Die Apfeltriebsucht, wie der Besenwuchs auch genannt wird, ist eine sehr komplexe Pflanzenkrankheit, über die wir noch nicht ausreichend Bescheid wissen. Die bessere Situation im Eisacktal ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass wir hier in keiner Apfelanlage den Sommerapfelblattsauger feststellen konnten. Dieser Schädling konnte in allen Bezirken außer in Leifers und im Eisacktal gefunden werden. Nach unserem heutigen Kenntnisstand spielt dieser bei der Übertragung der Krankheit eine zentrale Rolle. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

Nachgefragt


LĂ&#x153;SEN

Fibel fßr Wanderfreunde z Wer Lßsen erkunden mÜchte, kann nun fßr die Tourenplanung eine Wanderfibel zu Rate ziehen. Franz Hinteregger, langjähriger Wanderfßhrer, Präsident des Tourismusvereins Lßsen und Hotelier, hat einen anschaulichen Ratgeber verfasst, der zahlreiche Wanderrouten getrennt nach Themenbereichen in sich vereint: Fßr die Sommerzeit finden sich leichte Genuss- oder Mittelgebirgswanderungen, anspruchsvollere Bergwanderungen, Mountainbike-Touren sowie Nordic-Walking-Wege; fßr den Winter gibt die Fibel Auskunft ßber Schneeschuhwanderungen sowie den MÜglichkeiten zum Langlaufen, Rodeln oder Schifahren. Wissenswertes rund um Lßsen, dessen Naturteich und die Lßsner Alm, ein Gastgeberverzeichnis, Hinweise zu Rund-

Starthilfe

fahrten und SehenswĂźrdigkeiten sowie zahlreiche Grafiken und Fotografien ergänzen die BroschĂźre. LĂźsen, das â&#x20AC;&#x17E;Tal der Wanderfreundeâ&#x20AC;&#x153;, hat in den letzten Jahren viel in die Verbesserung der Wanderinfrastrukturen investiert, kundenfreundliche Steige angelegt und erlebnisorientierte Beschilderungen aufgestellt â&#x20AC;&#x201C; die Wanderfibel ist nun ein weiterer Schritt, diese WandermĂśglichkeiten einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Erhältlich ist die BroschĂźre sowohl in deutscher wie in italienischer Sprache im Tourismusverein LĂźsen. db

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Alles, was der Feinschmecker auf seinem FrĂźhstĂźckstisch nicht missen mĂśchte, bietet die neue Filiale der Bäckerei-Konditorei Ă&#x153;berbacher aus Lajen. Täglich frisches Brot, Backwaren, Konfekt, Obst â&#x20AC;&#x201C; mit dem runden Angebot bleiben keine WĂźnsche offen.

Wie der Name verrät, versetzt Angelo Andreoli sĂźĂ&#x;e Schleckermäuler mit seinen Eisspezialitäten in den siebten Eishimmel. Das groĂ&#x;e Sortiment verschiedenster Geschmacksrichtungen wird täglich in Eigenproduktion hergestellt. GeĂśffnet von März bis Ende Oktober.

Neben dem Wohnzentrum Jungmann findet man nun die gleichnamige Bar Jungmann, gefĂźhrt von Christine Kerschbaumer. Morgens wird ein herzhaftes FrĂźhstĂźck serviert, mittags gibt es belegte BrĂśtchen, Pizzette, Bruschette und ab und zu knackig-frische Salatteller zur Auswahl.

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&S^IR +VMIWIV 4PEX^ % 8IP PEHYVRIV$WERMXEIXWLEYW MX Tiziana Pignatelli fßhrt das Franchisinggeschäft in der Altenmarktgasse und bietet hochwertige Freitzeit- und Sportbekleidung der bekannten Marke Kappa fßr sie und ihn. WÜchentliche Lieferungen neuer Ware halten das Sortiment hochaktuell.

Das bekannte Brillenfachgeschäft präsentiert wenige Schritte vom Hauptsitz entfernt eine zusätzliche Filiale. Walter Acherer und sein Team bieten hier den Kunden weiterhin ihren geschätzten Service sowie eine groĂ&#x;e Auswahl aktuellster Brillenkollektionen.

Im wahrlich â&#x20AC;&#x17E;buntenâ&#x20AC;&#x153; Geschäft findet man ein breit gefächertes Angebot an Schulwaren, Spielzeug, Bekleidung, Taschen und Accessoires zu sagenhaft gĂźnstigen Preisen.

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Der â&#x20AC;&#x17E;Brixnerâ&#x20AC;&#x153; unterstĂźtzt durch diese kostenfreie Rubrik den Start neuer Unternehmen im Einzugsgebiet: starthilfe@brixner.info

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Impressum geworden. Die Priester, welche genannter Giacomo Polacco kirchliche Gewänder herausgelockt hat, mögen sich baldigst bei der nächsten Prätur oder bei der kgl. Anwaltschaft am Tribunal in Bozen melden.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net

September 1923

Ein gefährlicher Weg ist der zwischen Zinggen und Vahrn. Neulich wurde ein Herr in der Nähe der Hofersäge von zwei grasgrünen Burschen angehalten und aufgefordert, sich auszuweisen. Der Herr war aber nicht verlegen und erklärte, sie sollen ihm in die Polizei­ stube folgen, dort werde er sich ausweisen. Gegen die Polizei hatten die zwei offenbar eine unüberwindliche Abneigung, weshalb sie vom Herrn abliessen und das Weite suchten.

Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info

Spätheimkehrer

Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info

Brixen, Samstag, den 15. September 1923

Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Hildegard Gargitter (hg) Elisabeth Stürz (es) Andreas Gottlieb Hempel (agh) Günther Eheim (gevs) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Gabriele Tauber, Tel. +39 0472 060208 gabriele.tauber@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Oktober 2006

Brand im Burgfrieden Brixen, Freitag, den 7. September 1923

Nächster Redaktionsschluss: 6. Oktober 2006 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.300 Stück Preis Abonnement: 1 Euro. Abonnentenservice: abos@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 78

Freche Burschen

Gegen 6 Uhr früh am 3. September entstand im sogenannten Schillerhof, Eigentum des Bauern Anton Schatzer, in Burgfrieden ein Feuer, dem in ganz kurzer Zeit das Haus und das Wirtschaftsgebäude samt allen Korn- und Futter Vorräten zum Opfer gefallen sind. Auch ein größerer Barbetrag ging dabei zugrunde. Ebenso verbrannten nebst dem Inventar und der Wohnungseinrichtung vier große Speckseiten. Die Versicherungssumme von 21.000 Lire deckt den Schaden auch nicht annähernd. Wie Gerüchte besagen, soll das Feuer zuerst im Stadel bemerkt worden sein. Wahrscheinlich ist es infolge schadhaften Kamines entstanden. Manche vermuteten anfangs Funkenflug als Ursache. Das Haus steht knapp an der

Bahn. Um 5 Uhr fuhr der Zug vorbei, eine halbe Stunde später sah man dann das Feuer hell auflodern. Ob eine strafbare Handlung vorliegt, kann bis zur Stunde nicht gesagt werden.

Zwei Nachtvögel, die ziemlich „naß“ und „laut“ waren, randalierten kürzlich durch mehrere Gassen und da sie nicht ahnten, welchen Spektakel sie schlugen, wurden sie von den Hütern der Gesetze hoppgenommen und eine Zeitlang in den Kotter gesteckt. Es wäre nur zu begrüßen, wenn solche nächtliche Krawallmacher, an denen allzu großer Ueberfluß ist, öfters eingekastelt würden. Das läge wirklich im Interesse der öffentlichen Ordnung.

Ein Liebhaber alter Meßkleider Brixen, Samstag, den 22. September 1923 Im Mai, Juni und Juli 1823 trieb sich in unserem Gebiet ein gewisser Giacomo Polacco herum und schwätzte Priestern Messkleider und andere kirchliche Gewänder ab, indem er darzulegen suchte, daß gewisse Sachen dieser Art den kirchlichen Vorschriften nicht mehr entsprächen. Er erklärte sich bereit, einen Umtausch vorzunehmen, indem er neue senden wolle, wogegen er die alten mit sich nahm. Seither ließ er aber nichts mehr von sich hören Es sind mehrere Fälle von Schädigungen solcher Art bekannt-

Die Zeitungs­artikel auf dieser Seite wurden aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige ­Kuriositäten werden ohne ­Korrektur beibehalten.


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Brixner 200 - September 2006 by Brixmedia GmbH - Issuu