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EB 9390 – Sibelius, Tapiola

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Edition

Br E itkopf

Si BE liuS

Tapiola

für Klavier zu 4 Händen for Piano for 4 Hands op. 112

JE a N S i BE li US

1865–1957

Tapiola für Orchester for Orchestra op. 112

transkribiert von | transcribed by Einar Englund

bearbeitet für Klavier zu vier Händen von | arranged for piano for four hands by Peter Lönnqvist

Breitkopf 9390 Printed in Germany

Vorwort

Diese Bearbeitung von Tapiola op. 112 basiert auf der Partiturabschrift von Einar Englund (1916–1999), der mit sieben Symphonien, zwei Klavierkonzerten und verschiedenen anderen Konzerten, Kammermusik, Klaviermusik sowie Theater­ und Filmmusik selbst ein sehr produktiver Komponist war. Die vollständige Abschrift bestand ursprünglich aus 42 handschriftlichen Seiten, von denen 12 Seiten, insgesamt 278 von 634 Takten der Gesamtpartitur, verloren gegangen sind. Diese Takte habe ich vollständig neu geschrieben. In manchen Fällen musste entweder der Primooder der Secondopart ergänzt werden, in anderen fehlten beide Stimmen. An einigen anderen Stellen habe ich diverse Änderungen vorgenommen und die offensichtlichen Fehler des Manuskripts korrigiert. Wie so oft bei vierhändigen Klavierbearbeitungen ließen sich Überkreuzungen der Hände und einige ergonomische Unannehmlichkeiten nicht vermeiden. Diese Probleme entstehen natürlich nicht, wenn zwei Instrumente für die Aufführung zur Verfügung stehen. Die Ergänzungen für zwei Klaviere wurden mit Klammern gekennzeichnet.

Ein weiterer Punkt ist die Notation selbst. In der Orchestermusik lassen sich viele Elemente, die für Streicher oder Bläser üblich sind, auf dem Klavier nur schwer umsetzen. Dazu gehören die sehr langen Klänge oder Crescendi auf einer einzigen Note. In Sibeliusʼ symphonischer Musik sind diese für seinen Stil von größter Bedeutung. Mit diesem Problem werden wir bereits im zweiten Takt konfrontiert, in dem die Hörner auf ihrer ersten Note ein Crescendo ausführen sollen. Dies ist auf dem Klavier nicht möglich, und die Wiederholung des langen Tons scheint auch nicht die richtige Lösung zu sein. Die wiederholten Akkorde in

Takt 108 (Secondo, linke Hand) imitieren die Klarinetten und sollten leicht neu angeschlagen werden (eine berühmte Parallele findet sich in der Notation des langsamen Satzes von Beethovens Klaviersonate op. 110). Am Ende, T. 624–634, sollte die tiefste Bassnote (Secondo) über die Taktstriche hinweg erklingen, kann aber in den Takten 626 und 629, wo die Kontrabassspieler ihren Bogen neu ansetzen, erneut angeschlagen werden. Die Interpreten sollten die Balance zwischen Klaviernotation und Orchesterklang finden, indem sie die Orchesterpartitur studieren und das Werk in seiner ursprünglichen Form hören. Die Verwendung des Pedals bleibt ganz den Spielern überlassen, da Akustik, Instrumente und der individuelle Geschmack zu unterschiedlich sind, als dass es sinnvoll wäre, hier Vorgaben zu machen. Tapiola ist das letzte große symphonische Werk von Sibelius und könnte als seine 8. Symphonie angesehen werden, wenn es nicht Anhaltspunkte dafür gäbe, dass diese tatsächlich in Arbeit war. Wie wir wissen, sollte sie nie vollendet werden, sodass Tapiola als letzter Höhepunkt seiner symphonischen Schaffenskraft und als solides Zeugnis seiner Meisterhaftigkeit auf diesem Gebiet angesehen werden kann. Wir haben einen Beweis für seine Zustimmung zur Bearbeitung seiner symphonischen Musik für Klavier zu vier Händen, nämlich der 3. Symphonie op. 52. Die Bearbeitung wird Paul Juon zugeschrieben, aber es ist bekannt, dass Sibelius selbst Korrekturen daran vorgenommen hat. Daher können wir nur auf seine posthume Zustimmung auch zu der vorliegenden Ausgabe hoffen.

Helsinki, Herbst 2021

Preface

This arrangement of Tapiola op. 112 is based upon the manuscript copy made by Einar Englund (1916–1999), himself a prolific composer with seven Symphonies, two Piano Concertos and several other concertos, chamber music, piano music and music for stage and film scores. The complete copy consisted originally of 42 handwritten pages, of which 12 pages have been lost, altogether 278 bars out of 634 of the complete score. These bars I have fully rewritten. In some cases either the Primo or Secondo had to be added, in other cases both parts were missing. In several other places I have made various alterations and corrected the obvious mistakes in the manuscript. As so often in four­handed piano arrangements, crossings of hands and some ergonomic inconveniences could not be avoided. Should two instruments be available for the performance, these problems will be naturally solved. The two­piano additions have been marked with brackets.

Another question is the musical notation itself. Whenever orchestral music is concerned, many normal features for the strings or wind instruments are difficult to express on the piano. Such are the very long sounds or crescendos within a single note. In Sibelius’ symphonic music these are of utmost importance for his style. We are facing this issue already in bar 2, where the horns are supposed to make a crescendo on their first note. On the piano this is impossible to achieve, and a repetition of the long note does not feel like the right solution either. In bar 108

Peter Lönnqvist

(Secondo, left hand) there are the repeated chords, which imitate the clarinets and should be lightly repressed (a famous parallel notation can be found in the slow movement of the Piano Sonata op. 110 by Beethoven). In the end, bb. 624–634, the lowest bass note (Secondo) should carry over the barlines, but can be repressed in bars 626 and again in 629, where the double basses renew their bowing. The performers have to balance between the pianistic notation and the orchestral sound by studying the original orchestral score and listening to the piece in its original form. The pedaling is left entirely for the players to decide, since acoustics, instruments and individual tastes vary too much to make it reasonable to even try to mark down.

Tapiola is the last major symphonic work by Sibelius and could be regarded as his 8th Symphony, was there not evidence that the 8th Symphony actually was in progress. As we know, it was never to be completed, so Tapiola stands out as the last peak of his creative symphonic force and a solid statement of his mastery in this field. We have one evidence of his approval for adaptation of his symphonic music for piano four hands, namely the 3rd Symphony op. 52. The arrangement is attributed to Paul Juon, but it is known that Sibelius himself made corrections to it. Therefore one can only hope for his posthumous acceptance to the present edition as well.

Helsinki, Autumn 2021

Peter Lönnqvist

L argamente (h )

für Klavier zu vier Händen Tapiola

Jean Sibelius op 112 transkribier t von Einar Englund bearbeitet von Peter Lönnqvist

L argamente (h )

cresc molto al

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* Die Noten in Klammern beziehen sich auf die Fassung mit zwei Klavieren. | Notes

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