Edition Breitkopf 8811
Ralf Kleinehanding
Schule für das Drumset
Illustrationen von
Regina Hapel
Heft 1 EB 8811 Heft 2 EB 8812
Edition Breitkopf 8811
BREITKOPF & HÄRTEL Printed in Germany WIESBADEN · LEIPZIG · PARIS
Edition Breitkopf 8811 Printed in Germany
Dank Diese Drumsetschule wäre ohne meine vielen Lehrer nicht das, was sie jetzt ist. Daher danke ich Rudi Hagenau, Hermann Kock, Andreas Suberg, Detlef Schröder, Stefan Traub, Bertolt Anhalt, Michael Dietz, Prof. Rainer Römer, Prof. Franz Lang und Michael Lang für die gemeinsame Zeit und vielfältige Anregungen und Unterstützung! Auch meinen vielen Schülern, die diese Schule entscheidend mitgeprägt haben, möchte ich herzlich danken, ebenso meinem Lektor, Herrn Friedhelm Pramschüfer, für die stets konstruktive und angenehme Zusammenarbeit. Widmen möchte ich diese Schule meiner Frau Kristín und meinen Kindern Jón und David.
Zur dritten Auflage Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kolleginnen und Kollegen, es freut mich sehr, dass nun die dritte Auflage von DRUMROAD 1 vorliegt. Diesmal haben wir nicht nur die hoffentlich letzten Fehler und Irrtümer korrigiert, sondern auch eine große Neuerung hinzugefügt: Seit 2022 gibt es zu fast allen Solostücken Playalongs! Diese könnt ihr auf der Drumroad-Seite von Breitkopf & Härtel herunterladen. Einfach die Homepage www.breitkopf.com aufrufen und dort unter Drumroad/Heft 1 den Downloadbereich öffnen. Zum Download gehören neben den MP3- auch zwei Readme-Dateien, die euch einige Erklärungen und Tipps liefern. Sie sind für diejenigen gedacht, die mit der ersten oder zweiten Auflage von DRUMROAD arbeiten. Ab der vorliegenden Auflage finden sich die Texte auf den Seiten 79 und 80. In der Hoffnung, dass noch viele durch DRUMROAD 1 die Welt des Drumsets entdecken, grüße ich herzlich. Radolfzell, Herbst 2023
Playalongs im MP3-Format zu den Solostücken und Readme’s für Lernende und Lehrende stehen auf www.breitkopf.com zum Download zur Verfügung.
Edition Breitkopf 8811 © 2009 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 3. Auflage 2023 Notengrafik, Satz und Layout: Ansgar Krause, Krefeld Umschlag: Regina Bense, Hapeldesign Berlin Druck: johnen-druck GmbH & Co. KG, Bernkastel-Kues Für die Playalongs: Konzept und Produktion: Ralf Kleinehanding P 2022 by Breitkopf & Härtel, Wiesbaden
Ralf Kleinehanding
Liebe/Lieber
,
herzlichen Glückwunsch zur Wahl deines Musikinstruments. Das Drumset ist ein wirklich tolles Instrument und es eröffnet dir die ganze Welt der Schlaginstrumente. Die Familie der Schlaginstrumente gilt als eine der ältesten und vielfältigsten Instrumentenfamilien überhaupt.
Da sind zum Beispiel die vielen Handtrommeln wie Bongos, Congas und Djembes. Sie werden in verschiedensten musikalischen Stilrichtungen eingesetzt.
Dann sind da die Pauken, die im Sinfonieorchester eine sehr wichtige Rolle spielen.
Auf den Mallets, also Xylophon, Glockenspiel, Marimba und Vibraphon, kannst du fast wie auf einem Klavier spielen.
Und mit dem Drumset erschließt sich dir die Musik des Jazz, Pop und Rock. Mit Schlaginstrumenten kannst du also bei fast jeder Art von Musik mitmachen, egal ob sie sehr alt ist oder brandaktuell. Das Drumset als Zusammenstellung verschiedener Schlaginstrumente ist im Vergleich zu fast allen anderen Instrumenten jung, denn es wurde erst vor etwa 90 Jahren in den USA erfunden und dort besonders durch die Jazzmusik immer populärer. Die meisten Schlaginstrumente haben eines gemeinsam: Sie werden in der Regel mit zwei Stöcken oder Schlägeln gespielt. Um mit diesen beiden Stöcken geschickt umgehen zu können, bedarf es einiger Übung. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du dich auch ausschließlich mit dem Basis-Instrument aller Drummer, nämlich der Kleinen Trommel, beschäftigst.
Auf der Kleinen Trommel kannst du am besten alle wichtigen Schlagtechniken erlernen und wenn du gut mit zwei Stöcken umgehen kannst, wirst du auch wie von selbst viele andere Schlaginstrumente spielen oder mit wenig Aufwand erlernen können. Also denke immer daran: Alle wirklich guten Drummer können auch richtig gut auf nur einer Trommel spielen. Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg beim Schlagzeug spielen. Radolfzell, Frühjahr 2009
Die folgenden Symbole werden in diesem Heft verwendet. Du musst dir nicht gleich alle merken. Je länger du mit DRUMROAD arbeitest, desto vertrauter wird dir ihre Bedeutung werden. Denke dir ein Fill-in oder einen Groove aus und trage es bzw. ihn in den Leertakt ein. Trage hier nichts ein, sondern improvisiere! Spiele also frei, was dir Passendes einfällt. Trage ein Fill-in von der Seite im Fill-in-Heft ein, die du gerade übst. Springe mit deinen Augen auf ein vorher markiertes Fill-in im Fill-in-Heft und spiele es. Achtung: Eintragen gilt nicht! Hier muss dein Lehrer ein Fill-in eintragen.
Inhalt Was ist was? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
6
Das Ungewisse aus der Ferne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
Einstieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
7
Immer Viertel auf der Snaredrum . . . . . . . . . . . . . . . 43
Viertelgrooves – Fill-ins – Werkstatt – Bumm-Tschakk
mit Rimclick
RockPop 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Achtelgrooves – Viertelgrooves
Achtelgrooves – Werkstatt – Drum-Fun
RockPop 6 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Phillysound 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
RockPop 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Werkstatt
Achtelgrooves – Viertelgrooves – Werkstatt – Volle Knolle – Ein erstes eigenes Stück
RockPop 7 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Der Dreivierteltakt 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Erster Walzer
Achtelgrooves – Viertelgrooves – Werkstatt – Power-Hauer
Slow Rock 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Bass und Snare zusammen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Werkstatt
Voll Bock . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Hihat auf 2 und 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
Übungen für den Hihatfuß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Halbzeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
RockPop 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
RockPop 8 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56
Achtelgrooves – Viertelgrooves – Werkstatt – Von Null auf Hundert
RockPop 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Achtelgrooves – Werkstatt – Grufo
Hihat auf 1, 2, 3 und 4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Achtelgrooves – Viertelgrooves – Werkstatt – Gib ihm Saures!
Mehr Zwischenschläge auf der Snaredrum . . . . . . . 60
Slow Rock 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Werkstatt – Phillygroove
Sechzehntel mit einer Hand
Der Dreivierteltakt 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Schmalzer-Walzer
Sioux . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 RockPop 5 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Achtelgrooves – Viertelgrooves – Werkstatt – Baustelle
Immer Viertel auf der Bassdrum . . . . . . . . . . . . . . . . 40 Four on the Floor mit Rimclick
Phillysound 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
Phillysound 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Blues . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64 12/8-Grooves – Werkstatt – Blues Is Blue
Hihatöffnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Voll in Action . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 Hausaufgabenseiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Für Lehrerinnen und Lehrer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Zu den Playalongs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Für Lehrerinnen und Lehrer – Für Schülerinnen und Schüler
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Kleine Trommel (Snaredrum)
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(Snaredrum)
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Hängetom 2
Hängetom 2
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Rimclick Stickshot œ ã Crashbecken Rimclick ã Standtom ã y T t Cowbell Großen Trommel (Snaredrum) Rufe „Hey“ oder Hihatfuß ã T ã(zwischen ã ã 1 auf dem Ring der Rimclick y O T x y etwasStickshot anderes Rimclick ã„Hey“Hängetoms) Rimclick ã Hihat Großen Trommel ã ã Crashbecken ã ã - ã 1 y Cowbell Rufe oder 1 Ridebecken Rufe „Hey“ oder (zwischen Hängetoms) ã y T ã etwasãanderes auf dem Ring der x etwas anderes y ã y Rimclick auf dem Ring der Großen Trommel auf dem Ring der y y ã Großen Trommel Cowbell ã Hihatfuß ã Hihat ã T Rufe „Hey“ oder Ridebecken yã 1 Hängetoms) Großen Trommel auf dem Ring der (zwischen Hänge auf O dem Ring der ã Rimclick t ã (zwischen etwas anderes -y Stickshot ã Großen Rufe „Hey“ oder ã(zwischen Hängetoms) Cowbell 1 ã œTrommel ã Hihatfuß Großen Trommel ã y ã etwas anderes O (zwischen Hängetoms) (zwischen Hängetoms) Crashbecken auf dem Ring der ã O Hängetom 1 ã Stickshot ãStickshot t ã Großen Trommel y œ Hängetoms) Rufe „Hey“ oder ã Rufe „Hey“ oder (zwischen 1 auf dem Ringãder T ã 1 RimclickRufe „Hey“ oder ã Crashbecken O etwas anderes Hängetom 1 ã 1 etwas anderes Großen Trommel ã 1 ãStickshot ã ã etwas1anderes Rufe „Hey“ oder Rufe-„Hey“ oderCowbell T (zwischen Hängetoms) O ã Hihatfuß ã Rimclick etwas anderes œ Stickshot ã etwas anderes ã ã Hängetom 2 ã y y Cowbell ã Rufe „Hey“ oder Cowbell 1 ã ã auf dem Ring der O etwas anderes œ O Stickshot Trommel ã Breitkopf EB 8811 y Stickshot Stickshot ã Hihatfuß ã O Großen Rufe „Hey“ oder Hängetom 2 ã 1 y (zwischen Hängetoms) Cowbell ã -O ã ã auf dem Ring der etwas anderes O Stickshot Stickshot Trommel ã Großen Cowbell ã ã T ã Rimclick ã œ O Standtom ã (zwischen Hängetoms) Stickshot ã Rufe „Hey“ oder T 1 Cowbell ã Ridebecken Große Trommel (Bassdrum)
Große Trommel (Bassdrum)
Standtom
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7
Viertelgrooves
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Breitkopf EB 8811
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8
Einstieg
Fill-ins
mit Snare, Hängetom 1 und Standtom
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Breitkopf EB 8811
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9
Einstieg
Werkstatt
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Sample page
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Breitkopf EB 8811
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10
Einstieg
Bumm-Tschakk
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13
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Leseprobe
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12
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13
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Drum-Fun
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Achtelgrooves
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Für Lehrerinnen und Lehrer Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ergänzend dazu sei Folgendes angemerkt:
mit DRUMROAD lege ich ein Konzept für den Unterricht vor, das versucht, den möglichst gradlinigen Erwerb einer fundierten Basistechnik mit vielerlei Fähigkeiten in den Vordergrund zu rücken. Im vorliegenden ersten Heft habe ich mich deshalb ganz bewusst auf ein langsames Fortschreiten konzentriert. Die so erworbenen Grundfertigkeiten ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, auch komplizierte Grooves und Techniken, wie sie in Heft 2 vorkommen, mit größerer Leichtigkeit zu erlernen. Auch die Spielfreude nimmt einen hohen Stellenwert ein. Sie wird durch zahlreiche Solostücke und kreative Aufgabenstellungen gefördert.
Der Schüler soll die Bausteine verwenden, mit denen er gerade im Fill-in-Heft arbeitet.
Manch einer wird sich über ungewöhnliche Grooves wundern, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade diese der zukünftigen Flexibilität im Umgang mit dem musikalischen Material und der Unabhängigkeit der Hände und Füße voneinander besonders zuträglich sind. Neben den Grundfertigkeiten für das Drumset werden auch solche für viele andere Schlaginstrumente, wie Pauken, Set-up und Mallets ausgebildet. In den Solostücken wird von Anfang an der Umgang mit einer differenzierten Dynamik geschult. Besonders die Tomtom-Solos fördern ein sicheres Lesen der verschiedenen „Tonhöhen“ des Drumsets und vermitteln damit auch eine Grundlage für das Erfassen von Noten für Pauken oder Set-up. Somit bietet diese Drumsetschule auch einen guten Einstieg in den klassischen Schlagzeugunterricht. Auch Kinder und Jugendliche, die später noch das Spiel eines MelodieInstruments erlernen wollen, profitieren von dieser Schulung. Für sehr wichtig halte ich es, dass zusätzlich zu dieser Schule ein Heft für die Kleine Trommel durchgearbeitet wird. Dabei können am besten die Stockhaltung, neue Notenwerte und Rhythmen, der Wirbel und besondere Handsätze erlernt werden. Ein paar Übungen für die am Drumset besonders wichtigen Single- und Doublestrokes finden sich im Fill-in-Heft auf Seite F 31 (Highspeed) bzw. F 35. Begriffe der elementaren Musiklehre werden in DRUMROAD nicht erklärt. Ich setze voraus, dass diese im Laufe des Lernprozesses behandelt werden. Symbole Durch die Symbole (s. Seite 4) werden verschiedene Arbeitsweisen vorgegeben, die eine möglichst vielseitige Beschäftigung mit dem Material gewährleisten.
Die durch die Arbeit am Fill-in-Heft aktuell vorgegebenen Bausteine sollen als Ausgangspunkt für die eigenen Erfindungen der Schülerin gesehen werden. Erfreulich, wenn sie schon in der Lage ist, sich davon zu lösen. Zu Übungszwecken schreibt die Schülerin die Fill-ins. Hier wird eine weitere Art des Notenlesens geübt, denn es muss mit den Augen auf ein anderes Notenblatt gesprungen werden. Dies trainiert die Flexibilität und schafft Abwechslung. Hier haben Sie die Möglichkeit, auf die Ideen der Schülerin zu reagieren. Sie können ihr auf diese Weise neue Anregungen geben, mit Schwächen konfrontieren oder durch leichte oder beliebte Fill-ins motivieren. Es ist selbstverständlich, dass jeder Schüler anders auf die Anweisungen reagieren wird. Der eine hat mehr Freude am Notenabschreiben, der nächste improvisiert lieber und ein dritter erfindet gerne, möchte die „Erfindung“ aber lieber aufschreiben. Der Lehrer kann durch die Änderung der Anweisungen individuell fördern und fordern. Er sollte aber auch darauf achten, dass sich jeder Schüler, unter der Berücksichtigung seiner Fähigkeiten, immer wieder mit allen Möglichkeiten auseinandersetzt. Bausteine Sowohl im Stammheft als auch im Fill-in-Heft werden nacheinander rhythmische Figuren jeweils mit der Gesamtlänge eines Viertels eingeführt, die ich Bausteine nenne. Sie erscheinen meist in der oberen linken Ecke der entsprechenden Seite und sollen im Laufe der Zeit auch vom Schüler selbst mit den jeweiligen Noten- und Pausenzeichen gefüllt werden. Dadurch nimmt er die Bausteine noch bewusster wahr und es entstehen kaum Schwierigkeiten beim Notenlesen. Zudem fällt es vielen Schülerinnen und Schülern danach leichter, eigene Rhythmen und Grooves zu erfinden. Im Laufe des Heftes erscheinen die Bausteine immer seltener, da nach meiner Erfahrung diese Hilfestellung meist dann nicht mehr benötigt wird.
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Für Lehrerinnen und Lehrer Werkstätten In den Werkstätten wird die Verbindung zwischen Stammheft und Fill-in-Heft hergestellt und der Schüler setzt sich noch einmal kreativ mit dem erlernten Material auseinander. Hier werden Grooves und Fill-ins kombiniert, kopiert, improvisiert und erfunden, indem eingefügte Leertakte von ihm ausgefüllt werden. Anfänglich wird seine Freiheit durch Vorgaben noch stark begrenzt, später werden die Phrasen länger und er kann selbstständiger kombinieren. Als Begleitung können die dem Heft beigelegten Patterns, aber natürlich auch im Handel erhältliche Playalongs oder Jamtracks eingesetzt werden. Wege In den Werkstätten des Fill-in-Heftes werden den Bausteinen so genannte Wege zur Seite gestellt. Ein Weg bezeichnet eine bestimmte Reihenfolge der Trommeln im Fill-in (z. B. auf den Seiten F 5 und F 22). Da jeder Weg über vier Trommeln führt und jede Trommel mit einem Baustein besetzt wird, ist die richtige Länge des Fill-ins gewährleistet. So hat die Schülerin schon bevor sie spielt eine Ahnung vom Weg, den sie nehmen wird. Das erleichtert den Zugang zum Improvisieren erheblich. Den Wegen habe ich Namen gegeben (z. B. „Im Kreis“). Sie können im Unterricht als Kurzbeschreibungen für die jeweiligen Instrumentfolgen verwendet werden. Begleitpatterns Mit den Patterns im separaten Einleger können die vieroder achttaktigen Phrasen in den Werkstätten begleitet werden. Auch Kombinationen von zwei verschiedenen Instrumenten wie Klavier/Marimba und Pauke sind möglich. Die Patterns sind so gehalten, dass sie unter Umständen auch von anderen Schülern, Eltern oder Geschwistern gespielt werden können. Fill-in-Heft Damit Anfänger in den allerersten Stunden nur mit einem Heft umgehen müssen, sind die ersten Fill-ins mit in das Kapitel „Einstieg“ aufgenommen worden, das im Übrigen beispielhaft den Aufbau der einzelnen Kapitel (Grooves – Werkstatt – Spielstück) zeigt. Erst ab Seite 11 kommt das Fill-in Heft hinzu und der Schüler schreitet von da an parallel in beiden Heften voran. Je nach Vorlieben und auftretenden Schwierigkeiten muss nicht in beiden Heften gleich schnell vorangegangen werden. Um Fill-ins mit den Grooves zu verbinden, legt man das Fill-in-Heft neben das Stammheft. So kann jede Zeile einer Werkstatt mit allen Fill-ins verbunden werden. Damit sich der Schüler einen Fundus wirkungsvoller Fillins aufbauen kann, finden sich im Fill-in Heft mehrere Zusammenfassungen. Sie tragen dazu bei, dass die häufig
gestellte Frage „Was soll ich denn für ein Fill-in spielen?“ beantwortet werden kann oder gar nicht erst aufkommt. Hihatfuß In Stammheft und Fill-in-Heft gibt es Seiten, auf denen die Schülerin aufgefordert wird, alle bis zu diesem Zeitpunkt erarbeiteten Grooves oder Fill-ins noch einmal mit dem Hihatfuß zusätzlich auf die 2 und 4 oder auf die 1, 2, 3 und 4 zu spielen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es den meisten Schülerinnen so am leichtesten fällt, den Hihatfuß in ihr Spiel zu integrieren. Damit der nicht immer günstige Effekt, im Heft zurückzugehen, abgeschwächt wird, gebe ich zum neuen Lernstoff meist etwa eine Seite auf, die unter Hinzunahme des Hihatfußes noch einmal geübt werden soll. So kann die Schülerin ganz allmählich eine Unabhängigkeit für den linken Fuß entwickeln. Die bereits oben erwähnte langsame Vorgehensweise der Schule ist gerade hierfür von großem Vorteil. Körper- und Spielhaltung In Workshops und durch eigene Erfahrung habe ich festgestellt, dass wir als Lehrer durch eine gezielte Wortwahl ein von übermäßiger Spannung freies Spielen fördern oder eben auch erschweren können. Worte wie „drücken“, „halten“, „schlagen“ oder „Kraft“ aktivieren die Grobmotorik des Spielers und seine Grundspannung wird erhöht. Im Gegensatz dazu können wir mit bildhaften Beschreibungen wie „springen“, „fliegen“, „flitzen“, „tanzen“ oder „berühren“ eine mentale Grundeinstellung anregen, die eher die Feinmotorik ins Spiel bringt und damit ein deutlich entspannteres Spiel bewirkt. Auch Worte, die eine Klangqualität beschreiben, wie „hell“, „leicht“, „warm“, „sanft“, „satt“ oder „voll“ können „wohlgespanntes“, gut disponiertes Spielen fördern und damit ein feineres und klangvolleres Spiel- und Hörerlebnis erzeugen. Die beschriebenen Erkenntnisse sind zum Teil aus der Dispokinesis übernommen und in der Fachliteratur nachzulesen.1 Für ein Spiel ohne überflüssige Spannungen ist es wichtig, dass der Oberkörper frei für Bewegungen ist und keine Halteaufgaben übernehmen muss. Diese Voraussetzung wird am besten erfüllt, wenn beide Fußpedale allein aus dem Fußgelenk bedient werden. Dazu müssen die Fersen auf dem Boden aufliegen und können so neben dem Gesäß als zusätzliche Stützpunkte für den Unterkörper dienen. Betätigt der Schüler die Fußpedale hingegen aus 1 Gerrit Onne Van de Klashorst: The disposition of the musician. Amsterdam 2002. Artikel in deutscher Sprache sind u. a. in folgenden Büchern zu finden: Horst Hildebrandt: Musikstudium und Gesundheit. Aufbau und Wirksamkeit eines präventiven Lehrangebots. Zurcher Musikstudien. Bern 2002 Josef Fellsches (Hrsg.): Körperbewusstsein. Essen 1991.
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dem ganzen Bein, haben die Fersen zwangsläufig keinen Kontakt zum Boden. Dann müssen die Bauchmuskulatur und der Oberkörper an deren Stelle den Körper halten. Das hat mehr Spannung im Oberkörper zur Folge und erschwert oder verhindert gar ein freies und bewegliches Spielen. Besonders beim Leisespielen ist das deutlich zu spüren. Wenn der Schüler schon einige Jahre Schlagzeug spielt und eine größere Lautstärke angestrebt wird, sollte er natürlich auch lernen, die Fußpedale aus dem ganzen Bein zu spielen. Weitere Hinweise und Anregungen • Ein Drumset-Solo kann mit einem Tomtom-Solo zu einem längeren Stück verbunden werden. Hier einige Form-Beispiele: • A-B-A (A = Drumset-Solo, B = Tomtom-Solo) • A-B-A' (A' = nur ein Teil des Drumset-Solos) • A1-B-A2 (A1 = erster Teil des Drumset-Solos; A2 = zweiter Teil des Drumset-Solos) Auf Seite 51 wird eine solche Erweiterung am Beispiel von Power-Hauer gezeigt. •
Um möglichst kleine Schritte beim Erlernen von neuem Material zu gewährleisten, sind die ersten Grooves einer neuen Seite oft einander sehr ähnlich. Wenn die Schülerin sie einzeln beherrscht, sollte sie sie auch zeilenweise spielen. So klingen die Grooves deutlich interessanter und die Schülerin muss sich auf eine neue, weiterführende Aufgabenstellung konzentrieren.
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Handsätze sind nur in den Takten notiert, in denen meiner Erfahrung nach viele Schülerinnen und Schüler intuitiv Handsätze ausführen, mit denen sie in ihren Bewegungsabläufen Schwierigkeiten bekommen.
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Damit der Schüler beide Becken ähnlich oft benutzt und die unterschiedlichen „Tonhöhen“ lesen lernt, wird in den Grooveabschnitten der einzelnen Kapitel jeweils zeilenweise zwischen Hihat und Ridebecken gewechselt. Natürlich kann und sollte der Schüler bei allen Grooves auch die Becken tauschen.
•
Ein Gespür für Viertaktphrasen zu entwickeln, ist eine wichtige Voraussetzung zum Improvisieren und zum
Zusammenspiel mit anderen. In den Werkstätten im Stammheft kann die Schülerin das dafür erforderliche „Taktezählen“ üben und allmählich verinnerlichen. Damit sie von Anfang an lernt, die Anzahl der Wiederholungstakte zu zählen, empfehle ich, dass sie immer am Anfang des Taktes die entsprechende Zahl laut ruft. Im Verlauf der Übungen wird dazu immer wieder aufgefordert. •
Damit immer klar ist, was zu Hause geübt werden soll und in den verschiedenen Heften der Überblick nicht verloren geht, gibt es am Ende des Heftes einige Seiten zum Eintragen der Hausaufgaben. So findet der Schüler sie schnell und es muss kein zusätzliches Aufgabenheft angelegt werden, welches erfahrungsgemäß oft vergessen wird.
•
DRUMROAD ist nicht für eine spezielle Altersgruppe konzipiert. Ab etwa dem neunten Lebensjahr müssten alle Kinder mit der Schule arbeiten können, je nach Begabung und intellektuellem Entwicklungsstand können auch deutlich jüngere Schüler viel Freude an dieser Schule haben. Auch für Jugendliche und Erwachsene ist dieses Heft sehr gut geeignet.
Ich wünsche Ihren Schülerinnen, Schülern und Ihnen viel Freude und Erfolg bei der Arbeit mit DRUMROAD. Radolfzell, Frühjahr 2009
Ralf Kleinehanding
Heft 2 (EB 8812) enthält • zahlreiche weitere Drumset-Solos • RockPop-Grooves mit weiterführenden Beckenfiguren (Offbeat, y y y , y y y ) • ausführliches Material zu Doppelschlägen mit der Bassdrum • ternäre Grooves und Fill-ins • Fill-ins mit allen Sechzehntelfiguren • binäre Fill-ins mit Triolen • Übungen mit Double-, 5-, 6- und 7-Strokerolls • Fill-ins mit Double-, 5-, 6- und 7-Strokerolls, Akzenten, Paradiddles und anderen Doppelschlagkombinationen und mit Bossa NovaFußpattern • Swing • Bossa Nova • Drummerportraits mit Groove-Beispielen
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Ralf Kleinehanding (*1965) spielte als Jugendlicher in verschiedenen Bands. Er studierte klassisches Schlagzeug an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt bei Berthold Anhalt und an der Staatlichen Musikhochschule in Trossingen bei Franz Lang sowie dort auch Komposition. Daneben war er in den Orchestern der Staatstheater Darmstadt und Braunschweig tätig. Kleinehanding unterrichtet an der Musikschule Konstanz und spielt als Schlagzeuger in verschiedenen Orchestern und Kammermusikformationen. Einige seiner Schüler erhielten erste und zweite Bundespreise bei Jugend Musiziert. Seine Kompositionen umfassen Werke für die meisten Schlaginstrumente, aber auch Solostücke und Kammermusik für klassische Instrumente, 2004 erschien seine erste CD mit ausschließlich eigenen Stücken.
Ebenfalls erschienen: „NullkommaNixx” (EB 8885) Einer der einfachsten Einstiege ins Drumsetspiel unter der ausschließlichen Verwendung von Viertelnoten und Viertelpausen, bestehend aus neun Lektionen und drei Vortragsstücken.
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