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Breitkopf & Härtel | "up to date" 1-2018

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Márton Illés Misato Mochizuki die Uraufführungen the Premieres in Donaueschingen 2017

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Helmut Lachenmann

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fidelio 1814?

interview – Marche fatale

Leonore 1805! aus dem Opernkatalog von Breitkopf & Härtel from the Breitkopf & Härtel opera catalogue

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termine januar – april events january – april

Eislers symphonische filmmusik Eisler’s symphonic film music auf CD, im radio und im konzert on CD, on the radio and in concert

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neue noten, bücher & CDs

new scores, books & CDs

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impressum masthead


Paul-Alexandre Dubois mit Köpfen in Misato Mochizukis „Têtes“ Paul-Alexandre Dubois with heads in Misato Mochizuki’s “Têtes”

Márton

Illés Mochizuki Misato

selbstbewusst suggestiv self-assured suggestive


english version on page 4

die Uraufführungen in Donaueschingen 2017 Mit zwei erfolgreichen Uraufführungen waren die Donaueschinger Musiktage für die Neue Musik bei Breitkopf 2017 ein besonderes Ereignis.

Márton Illés erhielt für sein Orchesterstück Ez-tér (Es-Raum) den Preis des SWR Symphonieorchesters, das sich damit zu einer weiteren Aufführung des Stücks verpflichtet. Das Votum des Orchesters ist eindeutig:

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Die Komposition stellt auf sehr eigene Weise Fragen und gibt selbstbewusste Antworten. Fragen zum Beispiel nach dem Entstehen von Klängen – wo kommen sie her, wer produziert da gerade, was wir hören? Auch für routinierte Orchestermusiker hat dieses Stück noch Überraschendes parat. Und die Presse stimmt ein und bewertet das Werk als „ein Geflecht instrumentaler

Stimmen, die sich verfransen, die oszillieren und wunderbar flirren“ (Torsten Möller, Schweizer Musikzeitung). Akustisch wie optisch überzeugte Têtes von Misato Mochizuki. Der japanischen Komponistin gelangen sechs Ritualszenen, die die Balance zwischen Brutalität und drastischer Komik ausloteten und die Baritonstimme von Paul-Alexandre Dubois auf eine Entwicklungsreise vom Melodram über rhythmisiertes Sprechen bis zum arienhaften Ausdruck schickten. Der französische Text von Dominique Quélen basiert auf der englischen Kolonialprosa von Lafcadio Hearn, erweitert die Vorlage aber und stellt sie so in einen neuen dramaturgischen Zusammenhang. Wie schon in der groß angelegten Musik zu Mizoguchis Stummfilm Le Fil de la cascade mischt Mochizuki europäisches und asiatisches

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Autor: Frank Reinisch


Instrumentarium, wenn sie dem auf 7 Interpreten reduzierten Ensemble Musikfabrik mit Makiko Goto eine Koto-Spielerin beigibt.

In Donaueschingen wurde »Têtes« mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Daraus stammen die in diesem Beitrag abgedruckten Textzitate.

Die Presse sparte nicht mit Anerkennung. „Mit sparsamen Mitteln suggestive Wirkung“, urteilt Gerhard R. Koch (nmz). „Eine phantastische Geschichte – mit einer Musik, die sich zugleich verselbständigt und so die textfixierte Aufmerksamkeit auf das Hören zurücklenkt“, schreibt Rainer Nonnenmann (MusikTexte), und Eleonore Büning (Neue Zürcher Zeitung) fasst zusammen: „Gut gemacht. Und darauf kommt es letztlich an. Eine akustisch gelungene Hinrichtung.“

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Quasi „kollegiales“ Lob kam aus der Ferne von Nicolaus A. Huber:

Mir hat »Têtes« – leider nur am Radio – in Donaueschingen besonders gut gefallen. Der Anfang mit den 5 bis 6 Klangfarben und Pausen und die Wahl der französischen Sprache und die bescheidene, aber intensive Handhabung der Musik dazu, mit Gesang am Ende!

the Premieres in Donaueschingen 2017 With two successful world premieres, the Donaueschingen Music Festival for the New Music at Breitkopf 2017 was a special event.

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4 Author: Frank Reinisch

Márton Illés was awarded the SWR Symphony Orchestra Prize for his orchestral piece Ez-tér (It-room), thus a commitment for another performance of the piece. The orchestra’s vote is clear:

„

In its own special way the composition poses questions and gives self-assured answers. Questions, such as about the origin of sounds – where do they come from, who is producing what we are hearing just now? This piece still holds surprises even for experienced orchestra musicians!

And the press agrees and rates the work “a plexus of entangled instrumental parts, wonderfully oscillating and whirring” (Torsten Möller, Schweizer Musikzeitung). Acoustically as well as optically convincing is Têtes by Misato Mochizuki. The Japanese composer worked out six ritual scenes, sounding out the balance between brutality and drastic comedy and sending Paul-Alexandre Dubois’ baritone voice on an evolving journey from melodrama to rhythmic speech and aria-like expression. Dominique Quélen’s French text is based on Lafcadio Hearn’s colonial English prose, but broadens the model and puts it into a new dramaturgical context. As already in the large-scale music for Mizoguchi’s silent


In Donaueschingen, »Têtes« was performed with German supertitles, the English translation is printed here for the first time.

film Le Fil de la cascade, Mochizuki blends European and Asian instruments, adding in Makiko Goto a koto player to the Ensemble Musikfabrik, now reduced to 7 interpreters.

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The press was lavish with appreciation. “Suggestive impact with economical means,” opined Gerhard R. Koch (nmz). “A fantastic story – with a music that at the same time breaks free and thus redirects the text-fixated attention to the hearing,” writes Rainer Nonnenmann (MusikTexte), and Eleonore Büning (Neue Zürcher Zeitung) sums up: “Well done. And that’s what matters. An acoustically successful execution.”

I particularly liked »Têtes« in Donaueschingen – unfortunately I heard it only on the radio. The beginning with the 5 to 6 sound colors and the rests, and the choice of the French language and the modest, yet intensive handling of the accompanying music, with singing at the end!

More or less “collegial” praise from afar came from Nicolaus A. Huber:

Misato Mochizuki »Têtes« | II: Diplomatie | Diplomacy

Le maître (M) : M’en donneras-tu une preuve ? Feras-tu un signe une fois décapité ? Le condamné (C): Bien sûr ! M : Alors voici : que ta tête morde la pierre de ce tobi-ishi. Mords la pierre si ta fureur est telle, et je te croirai. C : Je la mordrai ! M : J’en doute. C : Je la mordrai, vous dis-je ! M : Belles paroles, vaines menaces. C : Je la m… (Un coup d’éventail. Sssssst, le couperet du sabre, et la tête, comme projetée par deux longs jets de sang, roule vers le « tobi-ishi ».) Der Meister (M): Lieferst du mir einen Beweis? Gibst du mir ein Zeichen, wenn du geköpft wurdest? Der Verurteilte (V): Natürlich! M: Also: dein Kopf soll in den Stein dieses Tobi-ishi beißen. Beiß in den Stein, wenn deine Wut so groß ist, dann glaube ich dir. V: Ich werde hineinbeißen! M: Ich bezweifle es. V: Ich werde hineinbeißen, das sage ich Ihnen! M: Schöne Worte, leere Drohungen. V: Ich werde hi... (Hieb mit dem Fächer. Sssssst, ein Säbelhieb, und der Kopf, wie von zwei großen Blutfontänen herausgeschleudert, rollt zum »Tobi-ishi«.) The Master (M): Will you give me a proof? Will you make a sign when decapitated? The Convict (C): Of course! M: So, let your head bite the stone of this tobi-ishi. Bite the stone if your fury is such, and I will believe you. C: I’ll bite it! M: I doubt it. C: I’ll bite it, I tell you! M: Fine words, vain threats. C: I’ll b… (Slash with the fan. Ssssssst, a saber stroke and the head, like flung out by two large fountains of blood, rolls towards the »tobi-ishi«.)

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Misato Mochizuki »Têtes« | III: Der Geist mit dem abgeschnittenen Kopf | The ghost with his head cut off

Kwairkyo repousse avec précaution le panneau de sa chambre, et… Horreur !... Cinq corps étendus sur le sol !... Sans têtes !... Quel crime affreux !... Et pourtant… pas de sang… pas de blessures… Vorsichtig schiebt Kwairkyo den Riegel seiner Tür zurück und ... Welch Grauen! ... Auf dem Boden ausgestreckt fünf Leichen! ... Ohne Kopf ! ... Welch entsetzliches Verbrechen! ... Und doch ... kein Blut ... keine Wunden ... Kwairkyo carefully pushes the latch of his room, and… Horror!… Five bodies lying on the ground!… Without heads!… What an awful crime!… And yet… no blood… no wounds…

Misato Mochizuki »Têtes« IV: Die Multiplikation der Samurais | The Multiplication of the Samurais

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Misato Mochizuki »Têtes« | IV: Die Multiplikation der Samurais | The Multiplication of the Samurais

Et le quatrième est là ? – Oui. De sous le sac je le vois, et le cinquième, et le sixième, en différents points de la route. – Et le dernier, où est-il ? – Il n’ y en a pas. – Tout à l’heure il y en avait un. – Il n’ y en aura pas plus qu’il n’ y en avait. La multiplication des samouraïs est infinie. – Et le premier, tu l’as connu ? – Non. Il est mort bien avant que je naisse et vivra jusqu’à ce que je meure et encore au-delà. – Au-delà il n’ y a rien, il n’ y a personne. – D’autres naîtront qui auront le même âge que celui qui est mort. – Êtes-vous plusieurs en même temps ? – Nous ne sommes qu’un. – Et successivement ? – Toujours un. – Pourquoi alors ces numéros ? – Même samouraï, nouveaux modèles, plus récents. Comme vos rois, vos papes, vos appareils. Und ist der vierte da? – Ja. Ich sehe ihn unter dem Sack und den fünften, und den sechsten, auf unterschiedlichen Abschnitten des Weges. – Und der letzte, wo ist der? – Den gibt es nicht. – Den gab es doch soeben noch. – Es wird nie mehr geben, als es schon gab. Die Multiplikation der Samurais ist unendlich. – Und der erste? Hast du ihn gekannt? – Nein. Er ist lange vor meiner Geburt gestorben und wird bis zu meinem Tod und darüber hinaus leben. – Darüber hinaus gibt es nichts. Da ist niemand. – Es werden andere zur Welt kommen, die gleich alt sind wie jener, der gestorben ist. – Seid ihre mehrere gleichzeitig? – Wir sind nur einer. – Und nacheinander? – Immer einer. – Warum dann diese Nummern? – Gleicher Samurai, neue, frischere Modelle. Wie eure Könige, eure Päpste, eure Apparate. And the fourth is there? – Yes. From under the bag I see it, and the fifth, and the sixth, at different points of the route. – and the last, where is it? – There aren’t any. – Just now there was one. – There will not be more than there was. The multiplication of the samurais is infinite. – And the first, did you know him? – No. He died well before I was born and will live until I die and still beyond. – Beyond there is nothing, there is nobody. – Others will be born who will be the same age as the one who died. – Are you several at the same time? – We are only one. – And successively? – Always one. – Why then these numbers? – Same samurai, new, fresher models. Like your kings, your popes, your instruments.


Misato Mochizuki »Têtes« | V: Der Geist ohne Gesicht | The ghost without a face

Alors elle se retourna, écarta son bras et se passa la main sur le visage : elle n’avait ni yeux, ni nez, ni bouche ! Da drehte sie sich um, zog ihren Arm weg und strich sich mit der Hand übers Gesicht: Sie hatte weder Augen, noch Nase, noch Mund! Then she turned around, pulled away her arm, and passed her hand over her face: she had neither eyes, nor nose, nor mouth!

Misato Mochizuki »Têtes« | VI: Epilogue

...à la fin tout s’efface et avec ce tout disparaît ce qui reste quand tout a disparu, qui d’un coup d’éventail ou d’autre chose a tout effacé, et d’abord le visage à quoi se reconnaît chacune ou chacun. … am Ende vergeht alles, und damit verschwindet auch das, was bleibt, wenn alles verschwunden ist, das mit einem Fächerschlag oder etwas anderem alles weggewischt hat, und als erstes das Gesicht, an dem jede und jeder zu erkennen ist. … at the end everything vanishes and with this everything disappears, what remains when everything has disappeared, which with a stroke of the fan or something else has all been blotted out, and as first, the face by which each or everyone is recognizable.

Márton Illés

(Es-Raum | It-room) (2017) 19 min. 4(picc.3A-fl.B-fl).3.4(2Eb-clar.2B-clar).2sax(2S-sax.2T-sax).3. – 6.4.3.1. – timp.perc(3) – 2hp – pno.acc – str: 16.14.12.10.8. SWR Symhonieorchester | D/C: Pablo Rus Broseta Uraufführung | World premiere: Donaueschingen 22/10/2017

Misato Mochizuki

Têtes

Text: Dominique Quélen (Lafcadio Hearn) I: Prologue | II: Diplomatie | Diplomacy | III: Le Fantôme à la tête coupée | Der Geist mit dem abgeschnittenen Kopf | The ghost with his head cut off IV: La multiplication des Samurais | Die Multiplikation der Samurais | The multiplication of the samurais V: Le Fantôme sans visage | Der Geist ohne Gesicht | The ghost without a face | VI: Epilogue Bar – fl(picc.A-fl.B-fl).ob(cor ang).clar(Eb-clar.B-clar.db-clar) – trp(double bell) – perc – koto – vc – db Paul-Alexandre Dubois (Bar) | Ensemble Musikfabrik | D/C: Enno Poppe Uraufführung | World premiere: Donaueschingen 22/10/2017 Weitere Aufführungen | Further performances: Köln/Cologne 19/11/2017 | Amsterdam 23/11/2017

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Ez-tér


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in ter view


Helmut

Lachenmann Das neue Jahr wird gerade einmal 17 Stunden alt sein, da erleben wir bereits die erste Uraufführung des Jahres 2018. The New Year will be just 17 hours old when the first premiere of 2018 is already underway.

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Der Marsch – „ein nicht unbeliebtes, vielfach verfügbares magisches Medium, zur Vermittlung kollektiver Empfindungen“ The march – “a non unpopular, often-available magical medium for communicating collective feelings”


Helmut

Lachenmann Helmut Lachenmann hat im Frühjahr für einige Wochen seine Arbeit an dem seit langem geplanten Auftragswerk für die musica-viva-Konzerte unterbrochen und sein Klavierstück »Marche fatale« orchestriert. Ein für ihn erstmaliger und keinesfalls geradliniger Prozess, dessen Ergebnis die Möglichkeiten eines groß besetzten Symphonieorchesters reflektiert und andererseits doch nie den Bezug zum Original verliert. Wir sprachen mit dem Komponisten über die »Marche fatale« und die außergewöhnliche Partitur der „Version für großes Orchester“.

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Ein Marsch ist an sich schon »fatal«, er signalisiert so oder so einen Selbstbetrug

Frank Reinisch (Breitkopf & Härtel): Wir freuen uns über die Uraufführung eines Orchesterwerks, das im noch sehr frischen 2018 nur 17 Stunden nach dem Jahreswechsel erklingen wird. Ist die Marche fatale ein Werk für ein Neujahrskonzert? Helmut Lachenmann: Es ist die – wie immer zugleich lust- und angstvolle – Verirrung eines „finsteren Avantgardisten“ und „Verweigerers“, kein Spaß, und hat mit Humor wenig zu tun: eher heiter in jenem ambivalenten Sinne: „das kann ja heiter werden“. Dass es zu Beginn eines – sanft gesagt – „spannenden Jahres“ uraufgeführt wird, spannend egal, auf welchen Kontinent wir blicken, braucht beim Hören nicht weiter zu denken zu geben, hilft nicht weiter. FR: Die Partitur geht auf das gleichnamige Klavierstück zurück, das auch erst kürzlich entstanden ist beziehungsweise das Sie 2016 abgeschlossen haben. Mit der Orchestrierung von Klavierwerken

begeben Sie sich in eine ganz spezifische Tradition, die im 19. Jahrhundert ihren Anfang nimmt. Lässt sich hier ein historischer Bezug finden, ähnlich wie zwischen der Titelgleichheit Ihres Klavierkonzerts Ausklang mit einem zentralen Formabschnitt aus der Alpen-Symphonie von Richard Strauss? HL: Die Titelgleichheit meines Werktitels mit dem Schlussabschnitt „Ausklang“ aus der Strauss’schen Alpen-Symphonie war reiner Zufall, ob man es mir glaubt oder nicht. Der Verdacht wäre eher begründet, wenn ich damals mein Klavierkonzert „Gefährliche Stelle“ oder „Eintritt in den Wald“ genannt hätte. Es gibt keinen anderen und schon gar nicht historischen Bezug außer dem neidischen Rückblick auf jenen bis heute vertrauten und wie auch immer nach wie vor intakten traditionellen Musikbegriff, aus dem Komponisten seit Schönberg, weiß Gott nicht nur ich, entdeckungsfreudig, aber mehr oder


english interview on page 13

wie ein getanzter Walzer oder eine Nationalhymne, sowenig im Grunde wie jedes von wie vielen auch immer gemeinsam gesungene Lied. Er ist ein nicht unbeliebtes, vielfach verfügbares magisches Medium, zur Vermittlung kollektiver Empfindungen, von so oder so trügerischer Geborgenheit, ob in marschierender Fortbewegung, oder in feierlicher oder wie auch immer festlicher Andacht, friedlich oder kampfbereit, oder auch heiter und übermütig, aber durchweg unter vorübergehendem Verzicht auf eigenes, gar kritisches Denken. Ein Marsch ist an sich schon „fatal“, er signalisiert so oder so einen – mehr oder weniger ehrlichen – Selbstbetrug: eine kollektiv vermittelte Gleichschaltung der Gemüter, aus welchem frommen oder unfrommen, freudigen oder traurigen Anlass auch immer. FR: Gibt es überhaupt eine spezifische Tradition im 19. Jahrhundert, die hinter diesem Werk steht? Ist es eine franzö-

sische „Marche“, steht Beethoven, der ja selbst kreativ mit den französischen Vorbildern umgegangen ist, Pate oder dann eben doch Schubert, dessen Klaviermärsche zuweilen im 6/8-Takt stehen und zum Marschieren nicht taugen? HL: Schon Komponisten wie Bach, Mozart und Beethoven haben immer wieder dieses Medium abgerufen und seine ursprüngliche Funktion geistvoll sabotiert, und Werke geschaffen, die dank ihres strukturellen Reichtums und ihrer hochsensiblen Expressivität solcher problematischen, vulgo verblödenden, weil eher gleichschaltenden und nicht nur in totalitären Staaten missbrauchten Funktion in den Rücken gefallen sind. Mozarts „Kleine Nachtmusik“, eine Serenade, beginnt mit Marschsignalen, auch die Jupitersymphonie, und die Märsche und Trauermärsche in der Musik Beethovens; die vierhändig zu musizierenden Militärmärsche bei Schubert sind kostbare Kunstwer-

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weniger heroisch und lehrreich scheiternd immer wieder auszubrechen versuchen. FR: Mit dem Attribut „fatale“ dürfte ein neues Charakteristikum in die Musik eingeführt worden sein. Ich würde nicht ausschließen, dass der Titel bald andere fatale Stücke provoziert. Aber was ist an Ihrem Marsch „fatal“ – oder soll das französische Adjektiv gar nicht ganz wörtlich übersetzt werden? HL: Wie schon angedeutet: mit der wunderbaren Floskel „das kann ja heiter werden“ oder wie die Österreicher, wenn ich recht unterrichtet bin, am katastrophalen Ende des Ersten Weltkriegs auf die Kaiser Wilhelm II. zugeschriebene Phrase „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“ mit der Variante reagierten: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst“: ich mag über solche Andeutung im Titel hinaus nicht weiter grübeln. Ein Marsch ist eigentlich keine Musik zum Hören oder Zuhören, so wenig


Helmut Lachenmann

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„keine Ahnung, wo die Melodie in meinem Marsch herkommt“ | “No idea where the melody of my march comes from”

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NB: Für den „Ossia“-Fall mit Klavier (ab Takt 196) entfallen die in gestrichelter eckiger Klammer gekennzeichneten Einsätze. Wb. 2818

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ke zum Hinsitzen und „sich hingebendem“ hörendem Erleben. Vollends bei Mahler und bei Alban Berg werden wir beim Hören der von ihnen komponierten Märsche in einen dialektisch geladenen Denkprozess gelockt oder gar gezwungen. Bergs Marsch aus seinen drei Orchesterstücken ist nachgerade ein sezierender Blick in die Eingeweide dieser Gattung, dessen ursprüngliche musikalisch arrangierte Gleichschaltung des Fühlens und Unterbrechung des eigenen Denkens als bewusst gemachtes dieses geradezu schmerzlich nach allen Richtungen herausfordert. FR: Also 19. oder 20. Jahrhundert? HL: Meine „Marche“ überspringt alles dieses, und als leichtfertig rücksichtloser bzw. rücksichtsfreier Rückfall weicht er jeglicher obligaten intellektuellen Gymnastik aus, steht in Es-Dur, wie es sich gehört, und benutzt melodische und rhythmische Floskeln, die ich nicht erfunden, aber halt

vorgefunden habe. Keine Ahnung, wo die Melodie meines Marsches herkommt. Auch die Harmonien sind weiß Gott nicht „von mir“. Aber selbst hier sehe ich mich in einer alten Tradition, derjenigen des indirekten Zitates. Komponisten sind Parasiten, benutzen überlieferte Wirkungen, abgerufene Faszinosa und bedienen sich, ob es vertraute Dreiklänge, vorgegebene Gattungen, oder wunderbare Instrumente mit ihrer historischen, exotischen, landschaftlichen oder wie auch immer idyllischen Aura sind. Ihre Aufgabe ist, solche Vertrautheit wie auch immer zu neuem, gelegentlich auch irritierendem Leuchten zu bringen. „Wie auch immer“ – und damit bin ich wieder bei meiner fatalen „Marche“, die sich solcher Problematik allenfalls dadurch stellt, dass ihre inszenierte Banalität sich all dem entzieht. FR: Wie erfolgreich können Dirigenten und Orchester mit der Marche fatale das Publikum gewinnen oder – um mit Kagel

zu sprechen – können sie mit dem neuen Stück „den Sieg verfehlen“? HL: Woher soll ich das wissen? Welches Publikum – Angela Merkel, Herr Seehofer, oder Gotthilf Fischer oder meine Gemüsefrau, oder mein Steuerberater? Oder meine Enkelkinder? Publikum, Erfolg – ich denke beim Komponieren nicht in solchen Kategorien. Sie würden mich lähmen. „Erfolg“ im Sinne von Zustimmung eines Publikums ist immer nützlich und willkommen, aber es ist niemals so etwas wie eine echte Bestätigung – derlei muss aus mir selbst kommen.

Publikum, Erfolg – ich denke beim Komponieren nicht in solchen Kategorien


Helmut

Lachenmann Last spring for a few weeks Helmut Lachenmann interrupted his work on the long-planned commission for the musica-viva concerts and orchestrated his piano piece »Marche fatale«. For him a first-time and by no means straightforward process, the result of this reflects the possibilities of a large symphonic orchestra, though never losing contact with the original. We talked to the composer about the »Marche fatale« and the extraordinary score of the “version for large orchestra.”

A march is in itself »fatal«, it signals one way or another self-deception

in the 19th century. Can an historical reference be found here similar to the title equivalence of your piano concerto Ausklang (Conclusion) with a central formal section from the Richard Strauss‘s Alpine Symphony? HL: The title equivalence of my work title with the closing section “Ausklang” (Conclusion) from the Strauss Alpine Symphony was pure coincidence, believe it or not. The suspicion would be more justified if I had then called my piano concerto “Dangerous Place” or “Entry into the Forest.” There is no other reference and certainly not anything historical except the envious looking back on that still-as-usual intact traditional music conception (trusted up to today), out of which composers since Schoenberg, not only me, God knows, try to break free with joy of discovery, but more or less heroically and instructively failing as usual.

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Frank Reinisch (Breitkopf & Härtel): We are looking forward to the world premiere of an orchestral work, to be performed in brand new 2018, only 17 hours after the turn of the year. Is the Marche fatale a work for a New Year’s concert? Helmut Lachenmann: It is the aberration of a “dark avant-gardiste” and “naysayer” – as ever, sensual and anxious at the same time –, no fun, having little to do with humor: rather cheerful in that ambivalent sense: “that can indeed become cheerful.” It is not of much help that it will be premiered at the beginning of a – kindly spoken – “exciting year,” exciting no matter which continent we sight, need not be further suggested to the listener. FR: The score goes back to the piano piece of the same name, recently composed or rather completed in 2016. With the orchestration of piano works, you enter a very specific tradition beginning


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FR: With the attribute “fatal” a new characteristic has probably been introduced into music. I would not rule out the fact that the title will soon incite other fatal pieces. But what is “fatal” in your march – or should the French adjective not be translated quite so literally? HL: As already indicated: with the wonderful phrase “that can indeed become cheerful,” or as the Austrians put it, if I am well informed, at the catastrophic end of World War I, reacting to the phrase attributed to Kaiser Wilhelm II, “The situation is serious, but not hopeless” with the variant, “The situation is hopeless, but not serious:” I do not ruminate further over such intimations beyond the title. A march is actually no music for hearing or listening, any more than a danced waltz or a national anthem, just as little as any song sung by anyone, no matter how many collectively. It is a not unpopular, often-available magical medium for com-

municating collective feelings, deceptive security, whether in forward marching, or solemn or festive devotion, peacefully or combat-ready, or even cheerfully and cockily, but consistently temporarily abandoning one’s own, even critical thinking. A march is in itself “fatal,” it signals one way or another – more or less honest – self-deception: a collectively mediated synchronization of minds, always for whatsoever pious or impious, joyful or sad cause. FR: Is there any specific 19th-century tradition behind this work? Is it a French “Marche,” is Beethoven, who has even dealt creatively with the French models, the godfather, or Schubert, whose piano marches are sometimes in 6/8 time and are not suitable for marching? HL: Even composers such as Bach, Mozart, and Beethoven have repeatedly called upon this medium and spiritually sabotaged its original function, and created works that,

thanks to their structural richness and highly sensitive expressiveness, stab such problematic function in the back, commonly stultified, because more synchronized, and not abused just in totalitarian states. Mozart’s “Kleine Nachtmusik,” a serenade, begins with march signals, also the Jupiter Symphony, and the marches and funeral marches in Beethoven’s music; Schubert’s four-hand military marches are precious works of art for sitting down and “surrendering” to listening experiences. With Mahler and Alban Berg we are completely lured or even forced, in hearing the marches they composed, into a dialectically-charged thought process. Berg’s march from his three orchestral pieces is almost a dissecting look into the entrails of this genre, whose original musically arranged equalization of the feeling and interruption of one’s own thinking as conscious, painfully challenges it in all directions.


FR: Thus, 19th or 20th century? HL: My “Marche” leapfrogs over all this, and as a frivolous, reckless regression, deviates from all obligatory intellectual gymnastics, is in E-flat major as it should be, and uses melodic and rhythmic phrases I did not invent, but just came upon. No idea where the melody of my march comes from. Even the harmonies are not, God knows, “by me.” But even here I see myself in an old tradition, that of indirect quotation. Composers are parasites, use and make use of traditional effects, called “fascinations,” whether they are familiar triads, given genres, or wonderful instruments with their historic, exotic, scenic, or however idyllic aura. Their task is to bring such intimacy to new, but occasionally irritating, brilliance. “Anyway” – and so I

am back with my fatal “march,” which at best confronts such problems by the fact that its staged banality evades all this. FR: How successfully can conductors and orchestras win the audience over with the Marche fatale or – speaking with Kagel – can they “miss victory” with the new piece? HL: How should I know? Which audience – Angela Merkel, Herr Seehofer (CSU politician), or Gotthilf Fischer (German choirmaster) or my greengrocer, or my tax adviser? Or, my grandchildren? Audience, success – in composing I do not think of such categories. They would paralyze me. “Success” in terms of audience approval is always useful and welcome, but it’s never something of a real validation – it has to come from within myself.

Helmut Lachenmann

Audience, success – in composing I do not think of such categories

Marche

fatale

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Fassung für großes Orchester | Version for large orchestra

Auftragswerk der Oper Stuttgart Commissioned by Oper Stuttgart

Picc.3.3.3.3.Kfg – 4.3.3.1. – Pk.Schl(4) – Hfe – Klav(ad lib.)/Cel – Str

Uraufführung

| World premiere: Stuttgart | Staatsoper | 01/01/2018

Württembergisches Staatsorchester Stuttgart | D/C: Sylvain Cambreling Sendung | Broadcast | DLRadio | 04/01/2018

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(2017) | 8 min.


fidelio 1814?

Leonore aus dem Opernkatalog von Breitkopf & Härtel präsentieren wir in diesem heft ein schmuckstück: Ludwig van Beethovens einzige Oper in der ersten Fassung von 1805, als das Werk noch »Leonore« hieß und nicht nur in der Handlung, sondern auch im Titel auf eine Revolutionsoper aus Frankreich zurückging.

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halbszenisch: das Freiburger Barockorchester unter Leitung von René Jacobs

1805!

semi-staged: the Freiburger Barockorchester, conducted by René Jacobs

in this volume we are presenting a gem from the Breitkopf & Härtel opera catalogue: Ludwig van Beethoven’s only opera in its 1805 first version, the work still called »Leonore« and going back not only in plot but also in title to a French Revolution opera.

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english version on page 20

Autor | Author: Frank Reinisch

Leonore 1805

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Die Rezeption von Leonore 1805 verlief in großen Abständen äußerst sprunghaft – sie gewinnt allerdings in diesen Wochen rechtzeitig zum Beethoven-Jubiläum 2020 an Fahrt. Hundert Jahre nach der Uraufführung kam Leonore 1805 durch Richard Strauss in Berlin wieder auf die Bühne, basierend auf einer nach damaliger Erkenntnis seriös zusammengestellten Fassung, die bereits bei Breitkopf & Härtel erschienen war. Ein knappes halbes Jahrhundert später sorgte Willy Hess 1953 für einen gründlichen Fassungsvergleich und legte in seinen Supplementen zur Gesamtausgabe ein Aufführungsmaterial vor, das eine verlässliche Basis für Neubewertungen bot. So ging im Jubiläumsjahr 2005 die Produktion am Theater an der Wien darauf zurück – dirigiert von Bertrand de Billy und dokumentiert in einer viel beachteten CD-Produktion. Sie ist dramaturgisch durch den Text Roccos Erzählung von Walter Jens geprägt, der die Oper aus der Perspektive des Gefängniswärters darstellt.

WoO 2b (in D-dur) war und nicht schon der dann für die zweite Fassung 1806 eingefügte B-dur-Marsch. Florestans Arie muss teilweise weiterhin zwangsläufig auf die Fidelio-Fassung zurückgehen, weil von der Erstfassung nur der Anfang erhalten ist. Und schließlich ist die ursprüngliche Musik des Melodrams zwischen Rocco und Leonore verloren gegangen. Aber sind dies gegenüber einem beträchtlichen Zugewinn an später gestrichenen oder kräftig überarbeiteten Nummern und Passagen nicht relativ bescheidene Einbußen zugunsten eines kühnen Opernentwurfs, der ja keinesfalls ein Jugendwerk darstellt? Beethoven 1805 – das ist der Komponist der Eroica und der Waldstein-Sonate. 1814 hingegen liegen alle Klavierkonzerte und immerhin acht Symphonien vor, außerdem die Erfahrung aus der mit Fidelio wesensverwandten EgmontMusik. Kein Wunder, dass Beethoven für eine grundlegend neue Fassung plädierte und sich dann damit noch einmal viel Arbeit aufgebürdet hat.

Es ist bis heute an drei Stellen fraglich, was 1805 wirklich aufgeführt wurde, und manches lässt sich wohl nicht mehr rekonstruieren. Lange war unklar, was zu Beginn des zweiten Akts vor Pizarros Auftritt erklang. Erst vor wenigen Jahren wurde nachgewiesen, dass es die Introduktion

Offenkundig ist jedoch die geänderte Dramaturgie: dem in etwa zwei Dritteln der Gesangsnummern gestrafften und damit stringenten Ablauf des zweiaktigen Fidelio mit klarer Perspektive auf die Kerkerszene liegt ursprünglich die dreiaktige Leonore zugrunde, die zunächst ausführlicher den

Blick auf die familiären Verbindungen im Hause Rocco richtet, im zweiten Akt die Handlung durch Pizarros Auftreten zuspitzt und gleichzeitig musikalisch um ein großartiges, von Solo-Violine und Solo-Violoncello begleitetes Duett zwischen Marcelline und Leonore weitet, um damit schließlich den Kerkerakt als weitere Intensivierung wirken zu lassen. Die halbszenische Produktion des Freiburger Barockorchesters unter der Leitung von René Jacobs, der sich mit aller Entschiedenheit für die Urfassung ausspricht, hat Leonore 1805 vor kurzem so kompetent, rechtzeitig und durch die Tournee mit sieben Konzerten in sechs Ländern so überaus international zur Diskussion gestellt (in der FAZ bescheinigt Achim Heidenreich der Produktion „ungeahnte Aktualität“), dass weitere kreative Reaktionen im Beethovenjahr 2020 mit Sicherheit nicht ausbleiben werden. Dazu wird auch die Notenausgabe von Breitkopf & Härtel beitragen. Sie befindet sich auf dem neuesten Stand der Forschung und bietet zu Leonore 1805 inzwischen auch die erwähnte Introduktion WoO 2b. Und für alle, die dem Ereignis der Tournee nachspüren wollen oder nicht dabei gewesen sind, eine gute Nachricht: Leonore 1805 soll in der aktuellen Produktion auf CD erscheinen.


Zitate von René Jacobs

aus einem Gespräch, das der Dirigent mit Gregor Herzfeld, dem Dramaturgen des Freiburger Barockorchesters, führte

Die Striche: Auf mich wirken Beethovens Eingriffe fast auto-aggressiv, denn vom heutigen Standpunkt aus, mit den richtigen Tempi, muss man feststellen, dass sich nichts als zu lang anfühlt.

Die Ouvertüre: Die 2. »Leonoren«-Ouvertüre von 1805 stellt formal und im Ausdruck die gewagteste und aufregendste, dramaturgisch die konsequenteste Drameneinleitung dar. Die viel spätere »Fidelio«-Ouvertüre ist ein eher braver Sonatensatz.

Die Dramaturgie: Leonores große Arie ist länger als im »Fidelio«, der die vielen Koloraturen auslässt. Sie erweist sich als eine italianisierende „Scena“ im Sinne der zu dieser Zeit höchst erfolgreichen Opern Cherubinis. – Florestans Arie in »Leonore« bleibt in f-Moll, ohne den F-Dur-Teil der »Fidelio«-Fassung. Das mag einer schade finden, für mich ist es das nicht, da so die Musik Florestans elender Verfassung zu Beginn des Akts viel angemessener ist.

Das Finale: Die Spannung bleibt in »Leonore« im Sinne einer Hitchcock‘schen Suspense bis kurz vor Schluss erhalten. Man erwartet ein tragisches Ende. Die Tür geht auf, es bleibt dunkel, und erst langsam und allmählich tritt der Chor herein und erweist sich … als Stimme des Volkes. – Der letzte Auftritt im »Fidelio« ist eine Anti-Klimax.

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Das Geschenk der Fassung 1805: Duett Nr. 10 | The gift of the version 1805: Duet No. 10 Aufführung | Performance: Marcelline (Robin Johannsen), René Jacobs, Leonore (Marlis Petersen)


The reception of Leonore 1805 proceeded at long intervals extremely erratically – but during these weeks now it is gaining momentum in time for the Beethoven 2020 Anniversary. One hundred years after the premiere, Richard Strauss brought Leonore 1805 back to the stage in Berlin, based on a version already published by Breitkopf & Härtel, which had then been put together reliably according to knowledge of the time. Barely a half century later, in 1953, Willy Hess made a thorough comparison of the versions and published performance material in his Supplemente zur Gesamtausgabe, offering a sound footing for re-evaluation. Thus, going back to it was the production at the Theater an der Wien in the anniversary year 2005 – conducted by Bertrand de Billy and documented in a much acclaimed CD production. It is dramaturgically characterized by Walter Jens’s text Roccos Erzählung, enacting the opera from the jailer’s perspective.

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What was really performed in 1805 is still questionable in three places, and many things can probably no longer be reconstructed. Long unclear was what was heard at the opening of the second act before Pizarro’s appearance. That it was the Introduktion WoO 2b (in D major) and not already the B-flat major march then inserted in the second version of 1806 was verified only a few years ago. Part of Florestan’s aria must inevitably go back to the Fidelio version because only the beginning of the first version has survived. And finally, the melodrama’s original music between Rocco and Leonore has been lost. But are these not relatively modest losses to benefit a bold opera design, in no way representing a youthful work, compared to a considerable gain in later cancelled or heavily revised numbers and passages? Beethoven in 1805 – this is the composer of the Eroica and the Waldstein sonata. In 1814, on the other hand, there are all the piano concertos and at least eight symphonies, as well as the experience from the Egmont music essentially related to Fidelio. No wonder that Beethoven pleaded for a fundamentally new version and then once again put a lot of work into it.

Das Geschenk der Fassung 1805: Duett Nr. 10 | The gift of the version 1805: Duet No. 10 Klavierauszug | Piano-vocal score

The dramaturgy is, however, obviously changed: the two-act Fidelio, tightened in about two-thirds of the vocal numbers and thus stringent in course, with a clear prospect of the dungeon scene is originally based on the three-act Leonore, which at first looks more extensively at the family connections in the Rocco house, the plot escalating in the second act from Pizarro’s appearance while simultaneously expanding musically around a great duet between Marcelline and Leonore, accompanied by solo violin and solo cello, so as to make the dungeon finally have an impact as a further intensification. The Freiburg Baroque Orchestra’s semistaged production directed by René Jacobs,

who decisively recommends the original version, has recently triggered discussion of Leonore 1805 so competently, timely, and so exceedingly internationally on the seven-concert tour of six countries (in the FAZ, Achim Heidenreich testifies to the “unimagined topicality” of the production), that further creative responses will certainly not fail to materialize during the Beethoven Year 2020. Contributing to that will be the music edition from Breitkopf & Härtel. It calls on state-of-the-art research and offers meantime for Leonore 1805 also the mentioned Introduktion WoO 2b. And for all those wanting to follow the tour’s happening but without being present, the good news: Leonore 1805 in its current production is to appear on CD.


Quotes by René Jacobs

from a conversation of the conductor with Gregor Herzfeld, dramaturgist of the Freiburg Baroque Orchestra

The Deletions: Beethoven’s interventions seem to me almost auto-aggressive, because from today’s point of view, with the right tempi, you have to realize that nothing feels too long.

The Overture: The 2nd »Leonore« overture of 1805 is the boldest and most exciting in terms of form and expression, dramaturgically the most consistent introduction to the drama. The much later »Fidelio« overture is a rather good sonata movement.

The Dramaturgy: Leonore’s great aria is longer than in »Fidelio«, where much of the coloratura is omitted. It turns out to be an Italianate “scena” in line with the most highly successful Cherubini operas at that time. – Florestan’s aria in »Leonore« remains in F minor, without the F-major part of the »Fidelio« version. That may be a pity, though for me it is not, since the music is much more appropriate to Florestan‘s wretched state at the act’s opening.

The Finale: The tension remains in »Leonore« in line with Hitchcockian suspense until shortly before the end. A tragic end is expected. The door opens, it remains dark, and only slowly and gradually does the chorus enter and prove to be … the voice of the people. – The last appearance in »Fidelio« is an anti-climax.

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Ludwig van Beethoven

Leonore (1805) op. 72

Oper in drei Aufzügen | Opera in three acts Urfassung des „Fidelio“ | First version of “Fidelio” Uraufführung: Wien, 20. November 1805 World premiere: Vienna, November 20, 1805


termine events

auswahl – alle Termine der »Musik nach 1900« auf www.breitkopf.de selection – all events of our »Music after 1900« on www.breitkopf.com

januar | january  Helmut Lachenmann: Marche fatale (Orchesterfassung) Staatsorchester Stuttgart D/C: Sylvain Cambreling  01  Stuttgart | Opernhaus  uraufführung   world premiere   04  Radio: SWR2

Franz Liszt: Tanz in der Dorfschenke (Mephisto-Walzer) Symphonieorchester Osnabrück D/C: Andreas Holtz  01  Osnabrück | OsnabrückHalle

Miklós Rózsa: Ungarische Serenade op. 25 Philharmonisches Orchester Vorpommern D/C: Florian Csizmadia  01  Stralsund | Theater  02  Greifswald | Theater  03  Putbus | Theater

22

Jean Sibelius: Canzonetta op. 62a Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters D/C: Johannes Rieger  01  Schöppenstedt | Eulenspiegelhalle  02  Halberstadt | Theater (2x)  03  Quedlinburg | Theater (2x)  04  Blankenburg

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Jean Sibelius: Lemminkäinen zieht heimwärts op. 22/4 Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern D/C: Pietari Inkinen  01  Mainz | Rheingoldhalle  01  Radio: SWR2 | 20.00 h  03   04   05   06   07

Anton Bruckner: Symphonie Nr. 8 c-moll (Haas-Fassung) Bayerisches Landesjugendorchester D/C: Nicolas Rauss Weikersheim | Stadthalle Bamberg | Joseph-Keilberth-Saal Sulzbach-Rosenberg | Krötenseeschule Regensburg | Audimax München | Philharmonie am Gasteig

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ Christoph Prégardien (T) Klangforum Wien D/C: Sylvain Cambreling  03  Radio: SWR2 | 13.05 h

Adriana Hölszky: Roses of Shadow Choreo: Martin Schläpfer D/C: Wen-Pin Chien  04  Düsseldorf | Opernhaus  +   07/01   21/01

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Pittsburgh Symphony Orchestra D/C: Lorin Maazel  04  Radio: ARD-Nachtkonzert | 0.05 h

Nicolaus A. Huber Teilnahme am Gespräch „Stimme und Neue Musik“ (Chorakademie des WDR-Rundfunkchores)  07  Mainz | Musikhochschule

Helmut Lachenmann: Sakura-Variationen Petr Popelka (pno) et al.  09  Dresden | Semperoper

Ludwig van Beethoven: Fidelio op. 72 Finnish Radio Symphony Orchestra D/C: Hannu Lintu  10  Helsinki | Music Centre Concert Hall  11  Helsinki | Music Centre Concert Hall

Isabel Mundry: Im Fall Allison Cook (Mez) | Ensemble Modern D/C: Duncan Ward  11  Radio: HR2 | 20.04 h

Georg Friedrich Händel & Wolfgang Amadeus Mozart: Der Messias HWV 56 Universitätsorchester Greifswald D/C: Harald Braun  13  Greifswald | Dom St. Nikolai Hanspeter Kyburz: L’Autre Mathias Arter (ob) | Lemanic Modern Ensemble | D/C: William Blank  13  Paris | Centre Pompidou

Cornelius Schwehr: Aber die Schönheit des Gitters Ensemble Paris-Berlin D/C: Manuel Nawri  13  Berlin Hochschule für Musik Hanns Eisler  15  Berlin | Goethe-Institut

Mikis Theodorakis: Sinfonie Nr. 3 Symphony Orchestra University of Macedonia  13  Thessaloniki | Concert Hall

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ D/C: Benjamin Schneider Choreo: Tom Plegge  13  Darmstadt | Staatstheater  19  Ludwigsburg | Forum am Schlosspark  20  Ludwigsburg | Forum am Schlosspark

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Philharmonie Brünn D/C: James Feddeck  11  Brünn | Kulturzentrum Babylon  12  Brünn | Kulturzentrum Babylon

Gunnar de Frumerie: Hornkonzert op. 70 Manon Desvigne (hn) | Akademisches Orchester der Uni Halle-Wittenberg D/C: Martijn Dendievel  14  Wittenberg | Stadthaus  21  Quedlinburg | Palais Salfeldt  26  Halle | Händelhalle (Gehrmans, Stockholm)

Johannes Maria Staud: Stromab Cleveland Orchestra D/C: Franz Welser-Möst  11  Cleveland | Severance Hall  +   12/01   13/01   23  New York City | Carnegie Hall

Isabel Mundry: Dufay-Bearbeitungen Ensemble Earquake | D/C: Florian Ludwig  12  Detmold | Musikhochschule  14  Bielefeld | Zionskirche

Robert Schumann: Phantasie C-dur op. 131 Frank Peter Zimmermann (vl) Orchestre Philharmonique du Luxembourg D/C: Gustavo Gimeno  12  Luxembourg | Philharmonie

Nicolaus A. Huber: Herbstfestival Franz Bach, Thomas Fink, Babette Haag, Malte Rettberg (perc)  14  Baden-Baden | Philharmonie

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte KV 620 D/C: Markus Huber | I/S: Thomas Münstermann  14  Pforzheim | Theater  23  Tuttlingen  26  Aalen  22/02  Balingen  06/04  Langenthal/Schweiz

Jean Sibelius: Luonnotar op. 70 Barbara Hannigan (S + D/C) Münchner Philharmoniker  14  München | Philharmonie im Gasteig  +   15/01


januar | january  Wilhelm Stenhammar: Excelsior! op. 13 Sinfonieorchester Wuppertal D/C: Tobias Ringborg  14  Wuppertal | Historische Stadthalle  15  Wuppertal | Historische Stadthalle (Gehrmans, Stockholm)

José M. Sánchez-Verdú: DESHERET Joven Orquesta Nacional de España D/C: Cristobal Soler  15  Madrid | Auditorio Nacional de Música  16  Toledo | Palacio de Congresos

Ludwig van Beethoven: Christus am Ölberge op. 85 Le Cercle de l‘Harmonie D/C: Jérémie Rhorer  16  Paris  21/03  Köln

Hanns Eisler: Der Graben Angela Denoke (S), Norbert Nagel (sax | fl), Tim Park (vc), Tal Balshai (pno | arr)  16  Stuttgart | Schauspielhaus

Ferruccio Busoni: Tanzwalzer op. 53 Bochumer Symphoniker D/C: Hans Graf  18  Bochum Anneliese Brost Musikforum Ruhr  +   19/01   20/01   18   19   20   28

Joseph Joachim: Hamlet op. 4 Brandenburger Sinfoniker D/C: Peter Gülke Brandenburg | Theater Brandenburg | Theater Brandenburg | Theater Potsdam | Nikolaisaal

Isabel Mundry: Sounds – Archeologies Trio Catch  19  Berlin | Heimathafen Neukölln Festival „Ultraschall“  uraufführung   world premiere

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Akademische Philharmonie Heidelberg D/C: Jesko Sirvend  19  Heidelberg | Stadthalle

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Gulbenkian Orchestra | D/C: Hannu Lintu  19  Lisboa | Gulbenkian-Museum  +   20/01

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 4 a-moll op. 63 Ulster Orchestra | D/C: Jac van Steen  19  Belfast | Ulster Hall

Márton Illés: Ascolta-Rajzok Ensemble ascolta D/C: Michael Wendeberg  20  Berlin | Radialsystem V Festival „Ultraschall“  uraufführung   world premiere  Radio live: DeutschlandRadio | 19.30 h

Helmut Lachenmann: Pression Caleb Salgado (db)  20  Berlin | Radialsystem V Festival „Ultraschall“

Jean Sibelius: Rakastava op. 14 Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker D/C: Pekka Kuusisto  20  Berlin | Philharmonie

Hector Berlioz: Ouvertüre „Rob Roy“ Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Staatskapelle Halle D/C: Josep Caballé-Domenech  21  Halle | Georg-Friedrich-Händel-Halle  +   22/01

Franz Schubert & Johannes Brahms: Sechs Lieder Rudolf Rosen (Bar) | Münchner Symphoniker | D/C: Kevin John Edusei  23  München | Prinzregententheater

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Espoo Music Institute Orchestra D/C: Erkki Lasonpalo  24  Espoo | Tapiola Hall

Jean Sibelius: Lemminkäinen op. 22 Orchestre Philharmonique de Strasbourg D/C: Leif Segerstam  25  Strasbourg

Jean Sibelius: Luonnotar op. 70 Bergen Filharmoniske Orkester D/C: Ed Gardner  25  Bergen | Filharmonien  +   26/01

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Jolanthe D/C: Benjamin Reiners  25  Mannheim | Nationaltheater Konzertant | in concert form  premiere   first night   +   02/02   15/02   31/03   18/05

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 NFM Filharmonia Wrocław D/C: Horia Andreescu  26  Wrocław | NFM

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Residentie Orkest D/C: Giancarlo Guerrero  26  Den Haag | Zuiderstrandtheater  27  Amsterdam | Concertgebouw  28  Oslo

Alban Berg: Violinkonzert Philharmonisches Staatsorchester Hamburg | D/C: Kent Nagano in der Oper „Lulu“ I/S: Christoph Marthaler  27  Hamburg | Staatsoper  +   30/01   03/02   08/02

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ Gustavo Peña (T) | Joven Orquesta de la Communidad de Madrid D/C: Jordi Francés Sanjuán  27  Badajoz | Teatro López de Ayala  28  Madrid | Auditorio 400 MNCARS

Christian Mason: Layers of Love UMZE Ensemble D/C: Gergely Madaras  28  Budapest  | Budapest Music Center

Ferruccio Busoni: Berceuse élégiaque op. 42 Symphonieorchester Osnabrück D/C: Andreas Hotz  29  Osnabrück | OsnabrückHalle

Hans Zender: Claude Debussy: Fünf Préludes Musik-Akademie Basel D/C: Rodolfo Fischer  30  Basel | Musik-Akademie

Johann Nepomuk David: Melancholia Wk 53 Orchester der Ruhr-Universtität Bochum D/C: Nikolaus Müller  31  Bochum | Ruhr-Universität

februar | february

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Royal Conservatory Orchestra D/C: Leon Fleisher  01  Toronto | Koerner Hall

Jean Sibelius: Tapiola op. 112 Berliner Philharmoniker D/C: Dima Slobodeniouk  01  Berlin | Philharmonie  +   02/02   03/02

Nicolaus A. Huber: Töne suchen einen Autor Ensemble Tzara  02  Basel | Gare du Nord  03  Zürich | Kunstraum Walcheturm  04  St. Gallen | Kult-Bau

23 1 – 2018


februar | february

Helmut Lachenmann: Marche fatale Yukiko Sugawara (pno)  02  Stuttgart | Theaterhaus | Eclat-Festival

Franz Schubert: Musik zu „Rosamunde“ Orchestre de l’Opéra de Limoges D/C: David Reiland  02  Limoges

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Collegium Musicum der Berliner Universitäten FU/TU | D/C: Donka Miteva  02  Berlin | Heilig Geist Kirche

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Eugen Onegin op. 24 D/C: Benjamin Pionniert I/S: Pénélope Bergeret  02  Metz | Opéra Théâtre  premiere   first night   +   04/02   06/02   16  Reims | Opéra  premiere   first night   +   18/03

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ Göteborger Sinfoniker D/C: Frank Strobel  02  Göteborg | Konzerthaus  +   03/02

Márton Illés: Neues Werk für sechs Stimmen Neue Vocalsolisten  03  Stuttgart | Theaterhaus | Eclat-Festival  uraufführung   world premiere

1 – 2018

24

Felix Mendelssohn Bartholdy: Doppelkonzert d-Moll MWV O 4 George Tudorache (vl), Philippe Raskin (pno) | Orchestre Philharmonique Royal de Liège | D/C: Thomas Zehetmair  03  Liège

Einojuhani Rautavaara: Flötenkonzert „Dances with the Winds“ Musikhögskolan orkester D/C: Sung Shiyeon  03  Malmö  04  Växjö

José M. Sánchez-Verdú: Terrains vagues Neue Vocalsolisten Calefax Reed Quintet  03  Stuttgart | Theaterhaus | Eclat-Festival  uraufführung   world premiere

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Amateur Orchestra | D/C: Yuri Nitta  04  Tokyo | Sumida Triphony Hall

Modest Mussorgskij & Maurice Ravel: Tableaux d’une exposition Universitätsorchester Konstanz D/C: Peter Bauer  05  Konstanz | Audimax der Universität Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ DiamantEnsemble  06  København | Royal Library

Siegfried Matthus: Konzert für Flöte, Harfe und Orchester Mittelsächsische Philharmonie D/C: Raoul Grüneis  08  Freiberg | Nikolaikirche  09  Döbeln | Theater

Robert Schumann: Phantasie C-dur op. 131 Frank Peter Zimmermann (vl) Danish National Symphony Orchestra D/C: Karina Canellakis  08  København | Konzerthaus  09  København | Konzerthaus

Misato Mochizuki: Toccata Jeremias Schwarzer (rec), Makiko Goto (koto)  10  Radio: DLF | 22.05 h

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Orquesta Filarmónica de la UNAM D/C: Massimo Quarta  10  Mexico City | Sala Nehualcoyotl  +   11/02

Udo Zimmermann: Weiße Rose D/C: Takahiro Nagasaki I/S: Juliane Stephan  10  Gera | Bühne am Park  premiere   first night   +   25/02   24/03

Helmut Lachenmann: Concertini Musica Nova Ensemble D/C: Brad Lubman  12  New York City | Eastman Theatre Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Bielefelder Symphoniker  16  Bielefeld | Rudolf-Oetker-Halle  +   20/02  (2x)

Jean Sibelius: Die Okeaniden op. 73 Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck | D/C: Andreas Wolf  04  Lübeck | Musik- und Kongresshalle  +   05/02

José M. Sánchez-Verdú: Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens Orquesta Pablo Sarasate D/C: José M. Sánchez-Verdú  16  Pamplona | Baluarte

Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-dur Nareh Arghamanyan (pno) Orchestre Symphonique de la Monnaie D/C: Alain Altinoglu  17  Bruxelles | Palais des Beaux-Arts

Christian Mason: Tuvan Songbook Ligeti Quartet  17  London | Steiner Hall

Friedrich Schneider: Das Weltgericht op. 46 Chor und Orchester der Marktkirchengemeinde D/C: Jörg Straube  17  Hannover | Marktkirche

Niels Wilhelm Gade: Nachklänge von „Ossian“ op. 1 Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Orchester der Musikhochschule  17  Karlsruhe | Wolfgang Rihm Forum  +   18/02

Jean Sibelius: Tapiola op. 112 Stockport Symphony Orchestra D/C: Peter Stark  17  Stockport | Town Hall

Helmut Lachenmann: Dal niente Zoltán Kovács (clar)  21  Reutlingen | Spendhaus

Jean Sibelius: Finlandia op. 26 Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Orchestre National du Capitole de Toulouse | D/C: Klaus Mäkelä  03  Toulouse

Jean Sibelius: Lemminkäinen und die Mädchen auf der Insel op. 22/1 Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Royal Academy of Music Symphony Orchestra | D/C: Jac van Steen  16  London | Duke’s Hall

Edvard Tubin: Estonian Dance Suite Konzerthausorchester Berlin D/C: Kristjan Järvi  22  Berlin | Konzerthaus  23  Berlin | Konzerthaus  24  Berlin | Konzerthaus (Gehrmans, Stockholm)

Ferruccio Busoni: Elegie Es-dur Solist des Gewandhausorchesters Steffen Schleiermacher (pno)  23  Hamburg | Elbphilharmonie

Jean Sibelius: Karelia-Suite op. 11 Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Münchner Symphoniker D/C: Johannes Klumpp  23  Garmisch-Partenkirchen | Kongresshaus

Jean Sibelius: Karelia-Suite op. 11 Orchester am Singrün D/C: Lutz Landwehr von Pragenau  24  Regensburg | Audimax der Universität  25  Furth im Wald | ATT Tagungszentrum  03/03  Nittenau  04/03  Viechtach


Jean Sibelius: En saga op. 9 Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm D/C: Joongbae Jee  25  Ulm | Foyer  27  Ulm | CCU

märz | march

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Nagoya Musikverein D/C: Shinji Morigichi  25  Kariya | Cultural Center

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Orchester des Staatstheaters Saarbrücken | D/C: Nicolas Milton  25  Saarbrücken | Staatstheater  +   26/02   01/03

Isabel Mundry: Lied Wettbewerbsteilnehmer der Finalrunde  28  Graz | Chamber Music Competition „Franz Schubert und die Musik der Moderne“  uraufführung   world premiere

Jean Sibelius: Der Schwan von Tuonela op. 22/2 Bad Reichenhaller Philharmonie D/C: Christian Simonis  28  Bad Reichenhall | Theater

Richard Wagner: Tannhäuser D/C: Gerrit Prießnitz I/S: Michael Heinicke  04  Chemnitz | Städtische Theater  wiederaufnahme   revival   +   01/04

José M. Sánchez-Verdú: Arquitecturas del límite | Dhamar | Giorno dopo giorno | KHÔRA I | KHÔRA II | Memoria del agua Studierende der Hochschule der Künste Zürich D/C: Lars Mlekusch  06  Zürich Hochschule der Künste – Toni Areal

José M. Sánchez-Verdú: Arquitecturas del límite Grup Instrumental de Valencia  07  Madrid

Siegfried Matthus: Der Wald Manuel Westermann (pk) Sächsische Staatskapelle Dresden D/C: Dimitri Jurowski  08  Dresden | Semperoper

märz | march

Franz Schubert & Johannes Brahms: Sechs Lieder Gerald Finley /(B-bar) Berliner Philharmoniker D/C: Daniel Harding  01  Berlin | Philharmonie  +   02/03   03/03   26/03  Baden-Baden | Festspielhaus

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Symphonieorchester Antwerpen D/C: Jamie Philips  03  Antwerpen | Elisabethsaal

Martin Smolka: a yell with misprints Collegium Novum Zürich  03  Zürich | Tonhalle Maag

José M. Sánchez-Verdú: Libro del jardín de arena Ensemble BlauerReiter  03  München | Schwere Reiter

Jean Sibelius: En saga – Septett Sächsische Staatskapelle Dresden  04  Dresden | Residenzschloss

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Bochumer Symphoniker D/C: Anu Tali  04  Bochum Anneliese Brost Musikforum Ruhr

Jean Sibelius: Tapiola op. 112 Kristiansands Symfoniorkester D/C: Klaus Mäkelä  15  Arendal | Kulturhus  16  Arendal | Kildens Konsertsal

Udo Zimmermann: Weiße Rose D/C: Andreas Partilla I/S: Lukas Wachernig  15  München | Gärtnerplatztheater  premiere   first night   +   17/03   20/03   22/03   10/04   12/04   16/04

Ferruccio Busoni: Berceuse élégiaque op. 42 Konzertorchester Berlin D/C: Markus Stenz  16  Berlin | Konzerthaus  +   17/03

Isabel Mundry: Eure Augen Spirito | D/C: Nicole Corti  16  Villeurbanne  17  Villeurbanne  24  Genf

Ferruccio Busoni: Berceuse élégiaque op. 42 Philharmonisches Staatsorchester Hamburg | D/C: Alejo Pérez  18  Hamburg | Elbphilharmonie  +   19/03

Michael Obst: Solaris D/C: Christopher Ward I/S: Hermann Schneider  08  Saarbrücken | Alte Feuerwache  premiere   first night   +   10/03   11/03   13/03   16/03

José Sánchez-Verdú: Memoria del agua MAM.manufaktur für aktuelle musik D/C: Susanne Blumenthal  18  Köln | Philharmonie

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ Georg Poplutz (T) | hr-Sinfonieorchester D/C: Karin Hendel  18  Frankfurt/Main | hr-Sendesaal

Jean Sibelius: Kullervo op. 7 Estonian National Symphony Orchestra D/C: Leif Segerstam  09  Tallinn | Estonia Concert Hall  22  Shenzhen

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 1 e-moll op. 39 Württembergische Philharmonie D/C: Pablo Gonzalez  19  Reutlingen | Stadthalle  20  Wels | Stadttheater  21  Villach | Congress-Center

17/03

Jean Sibelius: Karelia-Suite op. 11 Rumänische Staatsphilharmonie „Dinu Lipatti“ Satu Mare D/C: Franz Lamprecht  11  Düsseldorf | Tonhalle

Jean Sibelius: Lieder Ellen Nisbet (va) | Bengt Forsberg (pno)  11  Köln | Philharmonie

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Mazeppa D/C: Laurent Wagner I/S: Kay Kuntze  11  Gera | Bühnen der Stadt  wiederaufnahme   revival   +   15/04   29/04   03/05   04/05  Landestheater Altenburg

Misato Mochizuki: Voilages Ensemble ö  23  London | The Warehouse London Ear Festival

Friedrich von Flotow: Martha D/C: Seokwon Hong I/S: Anette Leistenschneider  24  Innsbruck | Landestheater  premiere   first night   +   04/04   06/04   08/04   19/04   20/04   22/04   26/04   29/04   11/05   30/05   02/06   06/06   05/07

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februar | february


märz | march

april

Franz Liszt: Symphonie zu Dantes „Divina Commedia“ in: „Eine infernalische Reise / Letzte Lieder“ | D/C: Laurent Wagner Choreo: Silvana Schröder  25  Altenburg | Landestheater  premiere   first night   +   30/03   09/06

Hans Zender: Schuberts „Winterreise“ Ian Bostridge (T) | Remix Ensemble Casa da Música | D/C: Peter Rundel  26  Hamburg | Laeiszhalle

José Luis de Delás 90. Geburtstag | 90th Birthday  28  „... eine der wichtigsten und interessantesten musikalischen Persönlichkeiten Spaniens. Seine Musik zeigt eine ausgeprägte Originalität, bei der starke klangliche Sensibilität und Ausdruckskraft neben ,explosiven‘ Momenten zu finden sind. Der 90. Geburtstag ist eine gute Gelegenheit, seine Musik neu zu entdecken.“ | “… one of Spain’s most important and most interesting personalities. His music shows a pronounced originality, in which strong tonal sensibility and expressive power along with ‘explosive’ moments can be found. The 90th birthday is a good opportunity to discover his music all over again.” (Arturo Tamayo, 2017)

1 – 2018

26

Johann Sebastian Bach: Actus Tragicus (Kantaten BWV 25, 26, 27, 106, 178, 179) D/C: Ilan Volkov | I/S: Herbert Wernicke  29  Stuttgart | Oper  wiederaufnahme   revival   +   01/04   05/04   12/04   15/04

Friedrich Schneider: Gethsemane und Golgatha op. 96 Orchester der Schlosskirche Friedrichshafen | D/C: Sönke Wittnebel  30  Friedrichshafen | Schlosskirche

april

Jean Sibelius: Karelia-Suite op. 11 Sinfonieorchester Berlin  01  Berlin | Philharmonie

Hanns Eisler: Hollywooder Liederbuch Matthias Goerne (Bar) Markus Hinterhäuser (pno)  04  Heidelberg | Stadthalle | Festival „Heidelberger Frühling“

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Augsburger Philharmoniker D/C: Lancelot Fuhry  09  Augsburg | Kongress am Park  +   10/04  Helmut Lachenmann: GOT LOST Sarah Maria Sun (S) Jan Philip Schulze (pno)  13  Heidelberg | Hebelhalle Festival „Heidelberger Frühling“

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Philharmonisches Orchester Erfurt D/C: Gaetano Soliman  26  Erfurt | Theater  +   27/04

Reinhard Keiser: Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus Produktion der „Jungen Stimmen Saar“ D/C: Lutz Gillmann  13  Saarbrücken | Alte Feuerwache Festival „TAMIS“  premiere   first night   +   15/04   21/04   22/04

Ferruccio Busoni: Romanza e Scherzoso f-moll op. 54 Kirill Gerstein (pno) | GürzenichOrchester | D/C: François-Xavier Roth  15  Köln | Philharmonie  +   16/04   17/04

Jean Sibelius: Romanze in C op. 42 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | D/C: Radoslaw Szulc  15  München | Prinzregententheater José M. Sánchez-Verdú: Aura | EngelStudien | SCRIPTVRA ANTIQVA Joachim Haas (auraphon) Schola Heidelberg | ensemble aisthesis D/C: Walter Nußbaum  19  Heidelberg | Peterskirche Festival „Heidelberger Frühling“

Richard Wagner: Lohengrin D/C: Alain Altinoglu | I/S: Olivier Py  19  Bruxelles | La Monnaie  premiere   first night   +   20/04   22/04   24/04   26/04

José M. Sánchez-Verdú: ARGO D/C: José M. Sánchez-Verdú I/S: Sabrina Hölzer  27  Schwetzingen | Schwetzinger Festspiele  uraufführung   world premiere   +   29/04

Jean Sibelius: Kullervo op. 7 Antwerp Symphony Orchestra D/C: Leif Segerstam  27  Antwerpen | Elisabethzaal

Dag Wiren: Serenade für Streichorchester op. 11 Oldenburger Kammerorchester D/C: Marc Froncoux  27  Rastede  28  Oldenburg  29  Sengwarden (Gehrmans, Stockholm)

Modest Mussorgskij & Maurice Ravel: Tableaux d’une exposition Arkas SASEBO Junior Orchestra D/C: Daiki Shimizu  28  Sasebo | Arkas SASEBO

Robert Schumann: Messe c-moll op. 147 Chor und Orchester der Musikhochschule Basel D/C: Raphael Immoos  28  Basel | Oekolampad  29  Aarau | Stadtkirche

27/04   29/04   02/05   04/05   06/05

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 WDR Sinfonieorchester Köln D/C: Jukka-Pekka Saraste  20  Köln | Philharmonie  +   21/04

Christian Mason: Sardinian Songbook Ligeti Quartet  24  Sheffield | Firth Hall  uraufführung   world premiere

Cornelius Schwehr: Aber die Schönheit des Gitters ensemble recherche  25  Freiburg | Ensemblehaus

Johannes Maria Staud: Im Lichte II GrauSchumacher Piano Duo  28  Witten | Wittener Tage für neue Kammermusik  uraufführung   world premiere

Jean Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-dur op. 43 Green Symphony Orchestra D/C: Takashi Shiraishi  29  Hyogo | Performing Arts Center

Hanns Eisler: Lieder Anne Sofie von Otter (Mez) | Wolfram Koch  30  Berlin | Komische Oper


english version on page 29

auf CD, im radio und im konzert

Eislers symphonische filmmusik Autor: Peter Deeg

Das Booklet zur CD stammt von Peter Deeg, Mitarbeiter des Musikarchivs der Akademie der Künste, Berlin. Als Eisler-Herausgeber war er u. a. 2008 für die Neuausgabe des »Hollywooder Liederbuchs« verantwortlich. Für »uptodate« hat Deeg seinen Text neu gefasst.

Die Erkenntnis, dass Filmmusik von Hanns Eisler auch außerhalb des Kinosaals großartige Wirkungen erzielen kann, ist an sich nicht neu: Sechs noch vom Komponisten selbst aus seinen Filmpartituren zusammengestellte „Suiten für Orchester“ (darunter die Suite Nr. 3 op. 26 aus dem 1931/32 gedrehten Film Kuhle Wampe) bereichern seit geraumer Zeit die Konzertprogramme. Einem noch weiter gehenden Erfolg dieses Repertoires stand vielleicht nur ihre spezielle Besetzung im Wege, die fast vollstän-

dig auf den üblichen Streicherapparat verzichtet – zugunsten differenziert besetzter Holz- und Blechbläser sowie einer lediglich durch einige Celli und Kontrabässe verstärkten Rhythmussektion. Vor diesem Hintergrund hat das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin einen bemerkenswerten Griff getan, als es für seine aktuelle Eisler-CD bewusst die „symphonische“ Seite von Eislers Filmmusik zum Klingen gebracht hat. Im Auftrag von Deutschlandradio Kultur und unter der erstklassigen Leitung von Johannes Kalitzke hat das RSO zu diesem Zweck drei

orchestrale Filmarbeiten aus Eislers amerikanischem Exil eingespielt: Ausschnitte aus der Musik zu Hangmen Also Die (zum Film von Fritz Lang, komponiert 1942/43), The Grapes of Wrath (John Ford, 1941/42) und The 400 Million (Joris Ivens, 1938/39). Eislers Musikbeiträge zum legendären AntiNazi-Film Hangmen Also Die (Auch Henker sterben) umfassen weniger als eine Viertelstunde, trotzdem wurde die Partitur 1944 für den Oscar in der Kategorie „Beste Filmmusik“ nominiert. Bei diesem seinem ersten

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Auf der Vierteljahres-Bestenliste der deutschen Schallplattenkritik 3/2017 tauchten Hanns Eislers »Original Motion Picture Scores« auf. Im Mittelpunkt stehen dabei die Produktionen von drei Filmmusiken, die das RSO Berlin unter Leitung von Johannes Kalitzke 2016 für Deutschlandradio Kultur produziert hat und von denen ein großer Teil auch bereits mit Erfolg in Konzerten gespielt wurde.


Hollywoodauftrag war Eisler daran gelegen, einige der avancierten Lösungsmodelle, die er seit 1940 in seinem „Rockefeller Film Music Project“ entwickelt hatte, nun endlich auch unter realen, d. h. kommerziellen Bedingungen in die Tat umzusetzen – wie in dem zwölftönig komponierten Largo („Foreword and Landscape and Hradčin“), das im Film zum Anblick eines riesigen HitlerPortraits in jenen schrillen Zusammenklang mündet, den Eisler und Theodor W. Adorno später in ihrem Buch Composing for the Films als „zehnstimmigen Akkord“ diskutierten. (In der Partitur besteht der Akkord aus „nur“ sieben verschiedenen Tönen.) Zugleich musste der Komponist den Hörerwartungen des Kinopublikums Rechnung tragen, was er vor allem in der fulminanten Titelmusik („Main Title“) mit expressiven Streichergesten und ausdrucksstarker Harmonik einzulösen vermochte. Die subtile, im fertigen Film gleichwohl nicht verwendete Musik zur „Love Scene“, in der die Hauptdarstellerin ihren Verlobten aus Angst vor den Nazis belügen muss, spielt auf raf-

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finierte Weise mit tradierten musikalischen Topoi zur Darstellung widerstreitender romantischer Gefühle. In den beiden Jahren zuvor hatte Eisler verschiedene Varianten zu ein und derselben zweiteiligen Szenenfolge aus dem 1940 uraufgeführten Film The Grapes of Wrath (Früchte des Zorns) komponiert, die er 1942 als fünfsätzige Suite unter dem Dirigat von Jascha Horenstein zum Abschluss seines Filmmusikprojekts einspielen ließ. Im Satz 1, 3 und 4 kommentiert Eisler mit verschiedenen Mitteln des Orchesterapparats den Aufbruch der verarmten Farmerfamilie Joad nach Kalifornien und ihre rasante Fahrt in einem hoffnungslos überladenen Kleintransporter quer durch die Vereinigten Staaten. Der zweite von Eisler ausgewählte Szenenabschnitt zeigt den Tod und das Begräbnis des Großvaters Joad am Rand der Route 66, wozu Eisler in seiner Nr. 2 („Death“) eine äußerst wirkungsvolle Trauermusik gelang, die er später in seiner ebenfalls Oscar-nominierten Filmmusik für None but

original Motion Picture Scores Hanns Eisler Hangmen Also Die (1942/43) Main Title 1:39 | Foreword and Landscape and Hradčin – Hitler Picture 1:30 | Heydrich Hospital 0:14 | Love Scene 2:07 * The 400 Million (1938/39) Praeludium: Andante con moto | Main Title and Finale 3:25 Thema mit Variationen | Theme with variations 7:52 | Scherzo für Solovioline und Orchester | Scherzo for solo violin and orchestra 2:25 Fünf Orchesterstücke | Five Pieces for Orchestra: 1. Andante 3:58 2. Allegro 4:31 | 3. Kleine Passacaglia 1:51 | 4. Presto 1:05 5. Finale – Improvisation 4:24 The Grapes of Wrath Alternative Filmmusik | Alternative Film Music (1941/42) Exodus 2:08 | Death 2:37 | Allegro con spirito 1:46 Larghetto – Allegro 2:11 | Largo 2:24 (+ Kleine Sinfonie & Hörfleißübung) Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin | D/C: Johannes Kalitzke CD Capriccio 5289, 2017

the Lonely Heart noch einmal mit Erfolg zum Einsatz brachte. Aus Eislers dodekaphoner Musik zu Joris Ivens’ China-Film The 400 Million waren bislang nur die Fünf Orchesterstücke regelmäßig im Konzert zu hören. Die CD-Einspielung des RSO ergänzt diese Auswahl effektvoll mit weiteren Sätzen aus derselben Filmmusik: mit dem „Praeludium“, das im Film als Titel- und Schlussmusik fungierte, ferner mit einem als „Thema mit Variationen“ („Der lange Marsch“) bezeichneten Orchestersatz, den Eisler ebenso wie das „Scherzo mit Solovioline“ noch selbst für Konzert- und Rundfunkzwecke eingerichtet hat. Aus Anlass der hochkarätigen CD-Einspielung wurde das Orchestermaterial für die genannten Werke an die hohen Standards der von Knud Breyer bzw. Johannes C. Gall vorgelegten Bände IV/1 und VI/10 der Hanns Eisler Gesamtausgabe angepasst; es steht auch für alle künftigen Konzertaufführungen dieser symphonischen Filmmusikwerke Hanns Eislers zur Verfügung.


Author: Peter Deeg

on CD, on the radio and in concert

Eisler’s symphonic film music Hanns Eisler’s »Original Motion Picture Scores« showed up on the quarterly German Record Critic’s 3/2017 »List of the Best«. Focused on here were the three film scores produced by the RSO Berlin under Johannes Kalitzke’s direction in 2016 for Deutschlandradio Kultur (German Radio Culture), most of which were already also successfully being played in concerts. The booklet for the CD was done by Peter Deeg, staff member of the Music Archives of the Academy of Arts, Berlin. In 2008, as the Eisler editor, he had been responsible for, among other things, the new edition of the »Hollywooder Liederbuch«. Deeg has revised his text for »uptodate«.

The realization that film music by Hanns Eisler can have a great impact even outside the cinema is not in itself new: Six “Suites for Orchestra” arranged by the composer himself from film scores (among them, the Suite No. 3 op. 26 from the film Kuhle Wampe produced in 1931/32) have for some time been enhancing concert programs. This repertoire might have enjoyed an even greater success but for its specifically restricted orchestration, which does almost completely without the usual string section – in favor of variously-scored woodwind, brass and percussion sections, reinforced only by a few cellos and double basses. Against this background, the Berlin Radio Symphony Orchestra has made a notable move in deliberately bringing the “symphon-

ic” side of Eisler’s film music to life for a current Eisler CD. On behalf of Deutschlandradio Kultur and under Johannes Kalitzke’s firstclass direction, the RSO has recorded three orchestral works from Eisler’s American exile for this purpose: excerpts from the music for Hangmen Also Die (for the film by Fritz Lang, composed in 1942/43), The Grapes of Wrath (John Ford, in 1941/42), and The 400 Million (Joris Ivens, in 1938/39). Eisler’s music contributions to the legendary anti-Nazi film Hangmen Also Die cover less than fifteen minutes, but the score was nevertheless nominated for the 1944 Oscar in the “Best Film Music” category. In his first Hollywood commission, Eisler was keen to see some of the advanced solution models he had developed since

1940 in his Rockefeller Film Music Project now finally put into practice under real, i.e., commercial conditions – as in the Largo (“Foreword and Landscape and Hradčin”), composed in twelve-tones, that lead in the film to the sight of a huge Hitler portrait in that strident harmony, later discussed as the “ten-part chord” by Eisler and Theodor W. Adorno in their book Composing for the Films. (In the score the chord consists of “only” seven different tones.) At the same time, the composer had to take into account cinema-audience expectations, which he was able to capture above all in the brilliant title music (“Main Title”) with expressive string gestures and powerful harmonies. Though not used in the finished film, the subtle music for the

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“Love Scene,” in which the leading lady must lie to her fiancé for fear of the Nazis, cleverly plays with traditional musical topoi to portray conflicting romantic feelings. In the two years prior, Eisler had composed different variants for one and the same two-part stage episode from The Grapes of Wrath film premiered in 1940, which he had recorded to conclude his film-music project as a five-movement suite conducted by Jascha Horenstein. Eisler comments using various orchestral means in movements 1, 3, and 4, on the impoverished farm family Joad’s decamping to California and their rapid journey across the United States in a hopelessly overloaded pickup truck.

The second section of the film selected by Eisler shows the death and burial of grandfather Joad on the edge of Route 66, for which Eisler achieved a highly effective funeral music in his No. 2 (“Death”), later once again successfully used in his film music for None but the Lonely Heart, likewise nominated for an Oscar. Regularly heard in concert so far of Eisler’s dodecaphonic music for Joris Ivens’ China film The 400 Million were only Fünf Orchesterstücke (Five Orchestra Pieces). The RSO’s CD recording effectively supplements this selection with further movements from the same film music: with the “Praeludium,” functioning in the film as the title and closing music, with, furthermore,

an orchestral piece termed “Theme with Variations” (“The Long March”), which Eisler himself still arranged for concert and radio purposes, together also with the “Scherzo with solo violin.” On the occasion of the high-profile CD recording, the orchestral material for the above-mentioned works was adapted to the high standards of volumes IV/1 and VI/10 of the Hanns Eisler Gesamtausgabe (Complete Edition), produced by Knud Breyer resp. Johannes C. Gall; it is also available for all future concert performances of these symphonic film music works by Hanns Eisler.

Gesamtausgabe | Complete edition Band | Volume VI/10

The Grapes of Wrath | Hangmen Also Die

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Ed. Johannes C. Gall The Grapes of Wrath | Alternative Filmmusik | Alternative Film Music: 1. Exodus | 2. Death | 3. Allegro con spirito | 4. Larghetto – Allegro | 5. Largo Hangmen Also Die | Vollständige Filmmusik | Complete Film Music: Main Title | Forword and Landscape and Hradčin – Hitler Picture Heydrich Hospital | Street – till bell rings in rooming house | Tension Music during Dinner | Dedi Scene 1 & 2 | Bell Sequence | Restaurant Music No. II (Tschechische Volkslieder) | Song of the Hostages Mass Grave | Finale | (Suppl.) Love Scene Breitkopf & Härtel SON 508 120,00 € Band | Volume IV/1

Orchestermusik Ed. Knud Breyer Kleine Sinfonie | Scherzo mit Solovioline (aus/from The 400 Million) | Fünf Orchesterstücke (aus/from The 400 Million) Thema mit Variationen (Der lange Marsch) (aus/from The 400 Million) Breitkopf & Härtel SON 511 192,00 €

Aufführungsmaterial | Performance material Hangmen Also Die Main Title | Foreword and Landscape and Hradčin – Hitler Picture | Love Scene Besetzung | Scoring: 2(picc).2.2.2. – 4.3.2.btb – perc(2) – cel.pno – str: 6.6.6.5.4. The 400 Million Fünf Orchesterstücke Drei Stücke für Orchester: 1. Präludium: „Andante con moto“ | 2. Molto allegro | 3. Thema mit Variationen „Der lange Marsch“ Besetzung | Scoring: 1.1.1.1. – 1.1.1.0. – perc – str The Grapes of Wrath 1. Exodus | 2. Death | 3. Allegro con spirito | 4. Larghetto – Allegro | 5. Largo Besetzung | Scoring: 1(picc).1.2.2. – 2.3.2.btb – pk.perc(2-3) – str: 5.5.3.2.2.


Wrath

The Grapes of 00:54 min. Seite/page 33

31 1 – 2018

“All right then – let’s go to California!” | Allegro


Die

Hangmem Also 02:33 min. Seite/page 54

1 – 2018

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Zu Reichsadler, Hakenkreuz und Hitler-Bild im Hradčin der siebenstimmige Akkord c–d–e–fis–g–gis–b | For imperial eagle, swastika and Hitler picture in the Hradčin, the seven-part chord: c–d–e–f#–g–g#–bb ffff – „lunga“


Million

The 400 03:25 min. Seite/page 99

33 1 – 2018

Die Zerstörung Chinas | The Destruction of China: „The city of Shanghai, 20,000 killed...“ | stringendo, con passione


neue noten & bücher new scores & books 08–12/2017  Klavier  | Piano Hanspeter Kyburz quasi a due (2010) (Freeman Variation III) Fassung für Klavier zu 2 Händen | 2 min. Version for piano 2 hands Fassung für Klavier zu 4 Händen | 2 min. Version for piano 4 hands EB 9039  15,90 €

Violine  | Violin Jean Sibelius Vier Stücke op. 115 Violine und Klavier | Violin and piano EB 7901  14,90 €

Violoncello Isabel Mundry Le Corps des cordes (2013) 15 min. Violoncello solo EB 9241  18,90 €

Camillo Schumann Sonate Nr. 1 op. 112 Klarinette und Klavier | Clarinet and piano EB 32111  22,50 € Sonate Nr. 2 op. 134 Klarinette und Klavier | Clarinet and piano EB 32112  19,90 €

Misato Mochizuki Têtes (2017) 35 min. * UA/WP Donaueschingen | 22/10/2017

Orchester | Orchestra

Kammermusik  | Chamber Music

Márton Illés Ez-tér (2017) 19 min. * UA/WP Donaueschingen | 22/10/2017

Manuela Kerer Canto sferico (2016/17) 9 min. Klaviertrio | Piano trio EB 9258  26,90 €

Helmut Lachenmann Marche fatale (2017) 8 min. * (Orchesterfassung | Orchestra version) UA/WP Stuttgart | 01/01/2018

José M. Sánchez-Verdú Dhamar (1999/2000) 7 min. Alt-Saxophon und Akkordeon Alto saxophone and accordion EB 9261  15,90 €

Helmut Lachenmann

Marche fatale Fassung für großes Orchester Version for Large Orchestra

Partitur

José M. Sánchez-Verdú

Score

Dhamar

Flöte  | Flute

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Einojuhani Rautavaara Flötenkonzert „Dances with the Winds“ Klavierauszug (Flöte und Klavier) Piano reduction (flute and piano) EB 8912  28,90 €

für Alt-Saxophon und Akkordeon for alto saxophone and accordion

Mietmaterial · Rental Material · Matériel en location Unverkäufliches Mietmaterial: Weitergaben an Dritte sowie Vervielfältigungen jeglicher Art sind unzulässig. Rental Material, not for sale: Passing on to third parties, as well as any kind of copying is prohibited. Matériel en location non disponible à la vente: il est strictement interdit de le transmettre à un tiers ou de le copier sous quelque forme que ce soit.

Spielpartitur Performance Score

Edition Breitkopf 9261

Johannes Maria Staud Stromab (2016/17) 17 min. * UA/WP København | 22/09/2017

1 – 2018

Chor | Choir Ensemble Christian Mason Noctilucence (2009) 13 min. * UA/WP Krakow | 13/12/2009

Gesang | Voice Antonín Dvořák Biblische Lieder op. 99 Singstimme und Orgel | Voice and organ (arr. Klaus Uwe Ludwig) EB 8839  16,90 €

Klarinette  | Clarinet Hanns Eisler Moment musical Klarinette solo | Clarinet solo (Heinrich Mätzener) EB 8919  12,90 €

Stimme und Ensemble Voice and Ensemble Adriana Hölszky Roses of Shadow (2016/17) 43 min. * UA/WP Düsseldorf | 16/12/2017

Breitkopf & Härtel Chorbibliothek Männerchor Choir Library for Men’s Choir ChB 5324  24,90 € Franz Schubert Winterreise D 911 Fassung für Bariton, Chor und Klavier Version for baritone, choir and piano (arr. Gregor Meyer) EB 8917  22,90 € Trimum Interreligiöses Liederbuch Interreligious Songbook Gemeinsam feiern und singen Singing and Celebrating Together (Bettina Strübel) ChB 5336  14,90 €


Klavierauszüge  | Piano Reductions

Musikbücher  | Music Books

DVD

André-Ernest-Modeste Grétry Guillaume Tell * EB 8911  36,90 €

Diez Eichler Generalbass | Basso continuo Eine Einführung nach historischen Quellen An introduction, based on historical sources BV 453  19,90 €

Lachenmann-Perspektiven 1 Accanto EMO-Fassung | EMO version 2005 BHM 7811  19,90 €

Friedrich Schneider Gethsemane und Golgatha op. 96 * Passionsoratorium | Passion oratorio (Nick Pfefferkorn) EB 32004  19,00 €

Diez Eichler

Generalbass Basso Continuo Eine Einführung

An Introduction

Gesamtausgaben Complete Editions Hanns Eisler Orchestermusik (Knud Breyer) SON 511  192,00 € (Hanns Eisler Gesamtausgabe IV/1)

* Aufführungsmaterial mietweise erhältlich | Performance material available on hire

neue musik auf CD new music on CD

Roses of Shadow (2016/17) 43’20” Angelika Luz (S) | Jochen Mauderer (clar) | Paul Hübner (trp) Monika Hölszky-Wiedemann (vl) | Doo-Min Kim (vc) | Naoko Kikuchi (koto) Stefan Hussong (acc) | Ville Enckelmann (pno) | Fabian Clasen (perc) D/C: Wen-Pin Chien Message (1990–93) 23’26” Ensemble ExVoco (Hanna Aurbacher, Ewald Liska, Theophil Maier, Urs Liska, Otto Kränzler) Neuklang Future | NCD 4183

Adriana Hölszky

Flugmanöver (2006) 15’40” Beate Zelinsky, David Smeyers (clar) | SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg | D/C: Arturo Tamayo „Das Klarinettenduo Beate Zelinsky David Smeyers“ | NEOS | 11708

Hans Zender

Issei no kyō (2009) 20‘41“ Claron McFadden (S) | WDR Sinfonieorchester Köln D/C: Johannes Kalitzke Nanzen no kyō – Canto VII (1992) 21‘10 “ WDR Rundfunkchor Köln | WDR Sinfonieorchester Köln | D/C: Hans Zender WERGO | WER 7339 2

35 1 – 2018

Adriana Hölszky

Martin Smolka

a yell with misprints (2016) 25’02” ensemble recherche Donaueschinger Musiktage 2016 | NEOS | 11716-17 (2 CDs)


unser aktueller katalog

our latest catalogue

Neuerscheinungen | New Editions 1/2018

impressum | masthead 1 – 2018

Breitkopf & Härtel KG | Walkmühlstraße 52 | D–65195 Wiesbaden Redaktion/Editorial Office: Dr. Frank Reinisch | Design: raum-zwei.com T +49 (0)611 45008-58 | F +49 (0)611 45008-61 | werbung@breitkopf.de | pr@breitkopf.com www.breitkopf.com Titel: Leonore (Marlis Petersen) mit Hörnern – in der halb-szenischen Produktion des Freiburger Barockorchesters (2017) Title: Leonore (Marlis Petersen) with horns – in the semi-staged production of the Freiburger Barockorchester (2017) Bild- und Abdruckrechte | Credits: 1, 16/17, 19: Andrea Kremper | 2, 5, 6, 26 (Sánchez-Verdú): Astrid Karger | 8/9: iStock/retroimages 11, 14: Emilio Pomàrico | 22: Giovanni Dainotti | 23 (Mundry): Martina Pipprich | 23 (Illés): Márton Illés | 23 (Tschaikowsky), 25 (Wagner, Flotow), 26 (Liszt, Bach): Breitkopf & Härtel 24: Miriam Papastefanou | 25 (Obst): privat | 26 (Mason): Manu Theobald | 26 (Staud): Priska Ketterer | 31: Internationale Hanns Eisler Gesellschaft 32: Arnold Productions | 33: Capi Films / Just Entertainment Abkürzungen | Abbreviations: D/C = Dirigent/Conductor | I/S = Inszenierung/Stage | P/FN = Premiere / First Night | WA/RV = Wiederaufnahme/Revival Übersetzungen | Translations: Margit McCorkle, except 26: Petra Kamlot breitkopfundhaertel

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