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reisemagazin

Michael Berbig Der Wassergott aus

sommer 2012

Ausgabe o6 | € 3,50 | www.bregenzerwald.at

dem Bregenzerwald

Gleitschirmparadies Zaubermittel Molke Kulinarische Wanderung Mit Hunden am Berg Schubertlieder im Wald HMBC-Tagebuch Das Wälderhaus – modern


a summer like it used to be

HATS&CAPS

B r e g e n z e rwa l d . au s t r ia . w w w. c a p o. c c

capo Factory outlet egg, Bundesstrasse B200, tel. 0043 5512 2381 24 Mo - Fr 8.30 - 12, 13 - 18 uHr, sa 9 - 12 uHr


Servas! Menschen im Bregenzerwald sind „eigen“. Sie suchen in ihrem Tun einen eigenen Sinn – ohne Rücksicht auf Moden, mitunter auch gegen Widerstände von außen, immer aber im Geist und in der Tradition des „Waldes“. Ein wesentlicher Charakterzug der Bregenzerwälder­Innen ist, dass sie „g’hörig“ sind: also ordentlich, verlässlich, weitsichtig, mit einem Sinn für Qualität und Nachhaltigkeit. Im Bregenzerwald gehen viele Menschen ihren eigenen Weg. Diese Region bietet offensichtlich Möglichkeiten und die entsprechenden Freiräume für kreative, nicht angepasste Individualisten. Diese frönen ihren Leidenschaften und machen sie durchaus auch zu ihrem Beruf. Dabei geht es nicht um „höher, weiter, schneller“, sondern um die Freude am Tun. Das Tun ist das Ziel: das Tätigsein und etwas wachsen zu sehen. Man will hier etwas weiterentwickeln, um seine Überzeugungen leben zu können, um anderen eine Freude zu bereiten und auch um anderen zu helfen. Das Austüfteln und sich dabei auch auf Bewährtes verlassen genießt im Wald einen hohen Stellenwert. Das gilt für das Gestalten von Gegenständen ebenso wie für das Gestalten des eigenen Lebens. Wesentlich ist dabei immer die besondere Gestaltungsweise  – nämlich innezuhalten im Tun, nachzudenken und bedächtig die eigene Lösung zu finden. Einige dieser eigenen, dieser „außerordentlichen“ Menschen stellen wir Ihnen im ­bregenzerwald reisemagazin vor. Natürlich mit der Absicht, Ihnen Lust und Neugier auf mehr von ihnen und ihrer Landschaft zu machen. Ganz besonders würde es uns freuen, wenn der Bregenzerwald auch Sie dazu inspiriert, den für Sie richtigen Weg zu finden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Die erste Auskunftsstelle Das Informations- und Service-Center in Egg berät Sie über alle Belange des Bregenzer­ waldes und über Ihren Urlaub. Hier finden Sie u.a. einen frei zugänglichen Internet-­ Terminal, eine Vorverkaufsstelle für den 3-­Täler-Skipass sowie eine Ausgabestelle für die Bregenzerwald Gäste-Card.

Herlinde Moosbrugger, Bregenzerwald Tourismus

Bregenzerwald Tourismus Impulszentrum 1135, 6863 Egg Vorarlberg, Österreich Tel. +43 (0)5512 2365 Fax +43 (0)5512 3010 info@bregenzerwald.at www.bregenzerwald.at Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr Samstag und Feiertag von 8 bis 13 Uhr

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München Lindau

Bodensee Bregenz Zürich Dornbirn Vorarlberg

Bregenzerwald Vorarlberg – Österreich

Österreich Austria

Feldkirch

Bludenz Innsbruck Wien

0 4

Widderstein 20 km

Mohnenfluh 2.544 m

2.533 m

Zitterklapfen 2.403 m

Braunarlspitze 2.649 m

Hoher Ifen 2.230 m

Warth

Damüls

Diedamskopf 2.090 m

Schröcken Kanisfluh 2.044 m

Schoppernau

Au

Sibratsgfäll

Schnepfau

Bregenzera

Niedere 1.711 m

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Bizau

Mellau Reuthe Bezau

Andelsbuch

Hittisau

Egg Schwarzenberg Bödele 1.139 m

Lingenau Krumbach Riefensberg

Langenegg Doren Alberschwende

Sulzberg

Achrain-Tunnel

Pfänder 1.062 m

A 14 Dornbirn Nord

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BREGENZ

BODENSEE

www.vorarlberg.travel

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Inhalt

Freiraum: Viel Platz für Menschen mit ihren ­einzigartigen Lebensvorstellungen

Sommer 2012

Gleitschirmparadies Niedere in Andelsbuch Hoch überm Grat 6 Er macht aus Molke die überraschendsten Produkte: Ingo Metzler 12

12 6

Tradition & Kultur: Bodenständige Tradition, verbunden mit kosmopolitischer Weltläufigkeit

Sonne & Landschaft: Berge, Wald und Täler voll Sonne und Sportmöglichkeiten

Kulinarische Wanderungen im ­Bregenzer­wald vermitteln Hochgefühl 16

Wanderungen mit Hunden bieten die lexlupo Hundeservices von Christoph Rüscher und Erwin Kohler und ermöglichen damit Hund und Besitzer Selbsterkenntnis am Berg 26

Der Wassergott aus dem Wald: Wünschelrutengeher Michael Berbig 20

26

20 Persönlichkeiten: Menschen, die ihr Leben nach ganz eigenem Sinn und Wert gestalten

Weltklassearchitektur: Baukunst des 21. Jahrhunderts – nachhaltig, ökologisch, effizient und schön

Armin Thurnher über den Menschen und Maler Hermann Rettberg 30

Der Architekt Thomas Mennel baut das ehemalige Heimathaus der Malerin Angelika Kauffmann zu einem Wälderhaus für zwei Familien um 36

Gerd Nachbauer sorgt für den Zauber von Schuberts Liedern im Wald 32 Bandmitglied Andreas Broger schreibt das HMBC-Tagebuch 34

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34 Kolumnen:

Gastlichkeit und Kochkultur sowie traditionelle Speisen und Rezepte, neu und gesund interpretiert

G’hörig Wälderisch 29 Alphabet des Waldes 31 Wink aus Wien 33 Felder und Wälder 45

Karin Kaufmann weiß, wann Zimt süßer schmeckt 42

Service:

Inspektor Ibele inspiziert das Hotel Krone in Hittisau 44

Buchbare Angebote 50 Tipps der Redaktion 53

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Maria Vögel lässt Gäste ausrufen: „Hier riecht´s nach Schwarzenberg!“ 46

Impressum: Herausgeber und Medieninhaber: Bregenzerwald Tourismus GmbH, Impulszentrum 1135, 6863 Egg, Österreich Konzeption/Redaktion: Fuchs & Partner, Wien Konzeption/Gestaltung: Frank Broger, Andelsbuch Fotografie: Adolf Bereuter Druck: BULU, Lustenau

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Hoch Ăźberm Grat Die Niedere in Andelsbuch ist eines der besten Gebiete fĂźr Gleitschirme in Europa

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Konstante Aufwinde und meist gutmütige Thermik ermöglichen einen ganzjährigen Flugbetrieb

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F眉r verirrte Flieger steht eine eigene Spezialeinheit bereit: die Baumberger

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Die Baumberger von Andelsbuch erleben auch Kurioses wie den Gleitschirmpiloten, der ein Rehkitz entführt hat und mit ihm ins Tal fliegt Die Sonne steht hoch über dem Grat der Niedere, dem Hausberg von Andelsbuch. 70 oder 80 Menschen sitzen im sattgrünen Frühsommergras in 1586 Meter Seehöhe auf einer ­abschüssigen Wiese direkt hinter dem Bergrestaurant – in Outdoor-Kleidung und jeder mit einem riesigen Rucksack. Alle paar Minuten steht einer auf, aus dem Rucksack wird eine große Stoffbahn entfaltet, die Leinen werden geordnet, der Helm wird auf den Kopf gestülpt, Anlauf, ein Rauschen – der Gleitschirm steigt auf, der Pilot sitzt im Gurt und fliegt. Vor dem strahlend blauen Himmel sind unzählige Schirme in Rot, Blau, Weiß und Grün zu sehen. Es ist Flug­tag auf der Niedere. Die Niedere gilt als eines der besten Fluggebiete Europas für Gleitschirme, dank konstanter Aufwinde und meist gutmütiger Thermik ideal auch für Anfänger. Die Verhältnisse ermöglichen einen ganzjährigen Flugbetrieb. Gestartet wird Richtung Süden auf der Bezauer Seite und Richtung Nord­ osten auf der Andelsbucher Seite – ­Letzteres allerdings nur im Sommer. 930 Höhenmeter unterhalb des Startplatzes landen die Piloten auf einer Wiese in Andelsbuch. Wenn alles gut geht. Alle zwei Monate etwa geht es nicht gut: Ein Baum wird zum Landeplatz – in zehn, zwanzig oder dreißig Meter Höhe. In der Pizzeria von Andelsbuch sitzen Andreas Albrecht, Tone Geser, Erika Lerchenmüller, Siegfried Marxgut, Gerhard Ritter und Michael Simma.

Die sechs gehören zu den insgesamt 15 „Baumbergern“ des Andelsbucher Roten Kreuzes. Ein historisch gewachsenes Unikum, denn für gewöhnlich ist die Bergrettung für Gleitschirm­ piloten in Bäumen zuständig. „Es sind so gut wie immer Piloten mit wenig Routine“, sagt Michael. „­Manche gewinnen gleich nach dem Start zu wenig Höhe, dann ist der Flug nach ein paar Sekunden schon vorbei. Andere berechnen eine Kurve falsch oder werden von einer Windböe überrascht.“ Hängt man als Gleitschirmflieger erst einmal im Baum, gilt es vor allem Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall sollte man versuchen, sich selbst zu befreien – es besteht Absturzgefahr. In der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle des Landes Vorarlberg ist stets ein Zweier-Team der Baumberger in Bereitschaft. Gemeinsam mit einem Feuerwehrmann fahren sie im Gelände­fahrzeug möglichst nah an den Unfallort heran – und zwar oberhalb des Verunfallten, denn bergab läuft es sich leichter mit der schweren Bergeausrüstung. „Der Notlandeplatz Baum ist nicht der schlechteste“, erläutert Gerhard. Die Äste bremsen vergleichsweise sanft. Ernste Verletzungen bei einer Baumlandung haben die sechs noch nie erlebt. Deshalb hat das Baum­bergen für sie auch ein wenig sportlichen Charakter. Dennoch ist es immer ein Schreck für den Piloten: „Da reagiert jeder anders. Manche hängen ganz entspannt in ihrem Sitzgurt“, meint Erika. „Wobei die meisten keinen so reisemagazin bregenzerwald · 9


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bisschen wie noch einmal Bub sein dürfen – wer kann als Erwachsener sonst noch in Bäumen herumklettern, ohne schief angeschaut zu werden?“, grinst Andreas. Eines mögen alle nicht: nasse Bäume. Nur bei schweren Unfällen wird der Hubschrauber alarmiert. Das hat mehrere Gründe: Von der Niedere gibt es an guten Flugtagen 400 bis 500 Starts; bis zu 200 Piloten sind gleichzeitig in der Luft – ein Horror für jeden Hubschrauberpiloten, der sich Meter für Meter den Bergkamm hinaufarbeiten muss. Auch könnte der starke Sog des Rotors den Schirm samt verunfalltem Piloten aus dem Baum zerren.

vielen feinen Leinen aus den Ästen zu ­zwirbeln dauert lang. Aber es ist für uns Ehrensache, den Schirm unbeschädigt aus dem Baum zu bergen“, meint Siegfried.

Nur einer der Baumberger fliegt selbst. Der dafür exzessiv: Michael Simma bringt es auf über 250 Starts im Jahr von der Niedere – im Winter fliegt er häufig bis nach Hause beziehungsweise bis zur nahen Loipe und landet neben verdutzten Langläufern. Er macht demnächst die Prüfung zum Tandempiloten. Die anderen Baumberger haben sich bereits geschlossen zu einem Flug angemeldet.

Aus welcher Baumart es sich angenehmer bergen lässt, darüber sind sich die Baumberger nicht einig. Erika, ­Siegfried und Tone mögen Buchen: „Die haben unten wenig Äste, man kommt mit der Arbeitsleine und den Steigeisen schnell hoch – und man ist nicht so verdreckt wie bei einer Tanne.“ Eben wegen der Glätte mögen die Kletterer Andreas und Michael die Buchen nicht – zu wenig Äste, um sich festzuhalten. Ihnen ist es am liebsten ohne Steigeisen und Arbeitsleine. „Es ist ein

Selbst für ihre Verhältnisse erleben die Baumberger Kurioses: einen Einsatz wegen in einem Baum verhedderter Kinderluftballons etwa; oder einen Gleitschirmpiloten, der kurzerhand ein Rehkitz entführt und mit ihm ins Tal fliegt, weil es vermeintlich keine Mutter mehr hat. Und auch Schönes: Dass der Unfallpilot, heilfroh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, die Helfer auf ein Bier einlädt, kommt durchaus vor. Martin Hartmann

Erika Lerchenmüller ist erleichtert und stolz: Sie hat Mann und Schirm aus dem Baum geborgen

guten Humor mehr haben“, ergänzt Tone. Er ist mit 51 Jahren der Älteste der Gruppe, aber „so gnoht“ – will heißen „so schnell“ – wie er komme sonst keiner in den Baum hinauf, meinen die anderen anerkennend. „Wir steigen im Baum über den festsitzenden Piloten. Ist der nahe am Stamm, wird meist abgeseilt. Je weiter draußen er in den Ästen hängt, umso schwieriger. Dann hilft nur noch eine Seilbahn: Ein Seil wird vom Baum schräg bis zum Boden gespannt – der Pilot samt Sitzgurt daran eingehängt und langsam auf festen Untergrund befördert.“ Dann kommt der Schirm: „Das ist oft mehr Arbeit als der Pilot. Die

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Im Hofkino ... Natur, Tradition, Arbeit, Mensch und Tier als lebendiges „Diorama“: Das bietet Ingo Metzler in seinem Molkebetrieb

Metzler mit seinem Kleinvieh, das ihm einzigartige Produkte ermöglicht

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... und Molke-Labor Im „Hofkino“ der Metzlers kann der Besucher den Weg vom Gras über die Milch bis zu den fertigen Molkeprodukten beobachten Fast wäre ich am Firmendomizil vorbeigefahren, vorbei an Stall, Wohnhaus und Produktionsgebäude. Ich schüttle den Kopf über mich selbst – aber knapp eineinhalb Stunden später weiß ich, dass hier alles seine Ordnung hat. Es geht nicht um einen spektakulären Auftritt oder eine große Geste. Es geht jedoch sehr wohl ums Ganze: das der Milch. Denn lediglich zehn Prozent der Milch fließen in den Käse. Aus den anderen 90 Prozent besteht wesentlich die Welt, in die ich eintauche, sobald ich die Tür zu Metzlers hinter mir schließe. Ich befinde mich in einer Mischung aus Labor, Werkstatt, Küche und Lagerraum, durchzogen von einem feinen Geruch nach Osterputz, Kräutergarten, Molkereilädele und Sommerwiese. Ein kräftiger Mann ist gerade dabei, auf einer kleinen Waage ein Gefäß mit ­golden leuchtender Flüssigkeit zu wiegen. Meine Frage nach Ingo Metzler ist bei ihm an der richtigen Adresse: „Das bin ich“, sagt er und empfängt mich mit einem festen Händedruck. 25 Hektar Grünland bewirtschaften Metzlers mit ihren vier Söhnen, von denen zwei bereits aktiv in der Firma mitwirken. Täglich wird die Milch der 16 Kühe und 50 Geißen zu Frisch- und Weichkäse verarbeitet. Die Käserei verwertet aber wie gesagt nur zehn Prozent der Milch. Der große Rest, die Molke, ist seit der Antike bekannt als wertvolles Heilmittel. Metzlers Philosophie und Kunst besteht darin, die vollen hundert Prozent der Milch 14 · reisemagazin bregenzerwald

zu nutzen. An die sechzig Produkte ­stellen Metzlers her. Verkauft wird via Hofladen, Versand, Fach- oder Lebensmittelhandel und Gastronomie. Handwerk und Handarbeit prägen alle Arbeitsprozesse bei Metzlers. 400 verschiedene Inhaltsstoffe hat die Molke. Damit lässt sich einiges anfangen. Neben der Wälder-Schokolade (Sig) gibt es eine schier unglaubliche Palette an Molkegetränken mit verschiedenen Fruchtzusätzen. Und Molke zur Körperpflege: Salben, Cremen, Lotionen. Am Anfang stand übrigens ein schlichter Badezusatz. Dann fragte jemand nach einem Dusch-Mittel, der nächste wollte eine Handcrème, Pulver, ein Kräuterbad … Zuletzt führte die Suche nach einem kleinen Werbegeschenk zur Idee eines Lippenbalsams. Ein neuer, EU-konformer Stall entspricht allen Anforderungen heutiger Tierhaltung. Man hat sich für einen Bau entschieden, der weit mehr ist als Stall. Es ist eine Erlebniswelt, in der Besucher auf einer weiten ­Galerie den Weg vom Gras zur Milch und von der Milch zum Wildrosenkörperöl verfolgen können. „Hofkino“ nennt Ingo Metzler das Konzept. Landschaft, Natur, Tradition, Arbeit, Mensch und Tier als lebendiges „Diorama“. Dazu gehört auch der Kräuter- und Blumengarten vor dem Haus oder die hofeigene Sennschule, in der die Besucher ihren eigenen Käse sennen. Die Produkte von Metzlers ­erzählen eine Geschichte. Diese bildet den Zusatznutzen des Produkts. Neuerdings erzählen Metzlers Produkte diese Story auch auf Finnisch und Schwedisch. Ingo Metzlers Vorliebe für die nordische Welt bringt seine Erzeugnisse auch dorthin. Leidenschaft und Gefühl zählen eben mehr als Kalkül und Strategie. Peter Natter


Die Meisterinnen und Meister der Molke in ihrem Labor

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Traumwandeln

„Schritt für Schritt von Gang zu Gang“ heißt die ­kulinarische Wanderung im Bregenzerwald. Sie bringt einen aus dem Alltag in eine Welt voller Höhepunkte

An den Stationen der kulinarischen Wanderungen finden die Gäste eigens vorbereitete Menüs

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Kulinarisch wandern Schritt für Schritt von Gang zu Gang Bregenzerwald Tourismus bietet drei verschiedene kulinarische Wanderungen als buchbare Tagesarrangements an. Alle drei Wanderungen führen durch ausgesucht schöne Landschaften und beinhalten ein dreigängiges Wahlmenü mit regionalen Spezialitäten in verschiedenen Berggasthäusern oder Restaurants. Tickets für Bergbahnen und Busse sind inkludiert. Mellau-Wanderung Wanderer gelangen bequem mit der Bahn ins Alpgebiet. Nach einem deftigen Bergfrühstück im Bergrestaurant Simma wandert man auf die mächtige Kanisfluh. Nach der ­Wanderung können Sie regionale S­ pezialitäten wie als Hauptspeise ein in Gartenkräutern gebratenes Bregenzer­wälder Jungschweinerückensteak und als süßen Abschluss der Wanderung eine Bregenzerwald Variation mit Sig P ­ arfait auf ­frischen Beeren, Topfenknödel mit Marillen­ röster und Heidelbeermousse mit f­ rischen Heidel­beeren genießen. Termine: 16. Juni – 7. Oktober 2012 Gehzeit: ca. 4 ¾ Stunden Preis*: € 45,– pro Person Bezau-Wanderung Von Bezau geht es mit der Seilbahn hinauf zum Bergfrühstück im Panoramarestaurant Baumgarten. Auf dem Höhenweg wandert man zur Vorsäßsiedlung Schönenbach. Im ­Gasthaus Egender warten wahlweise köstliche Käsknöpfle oder ein Wienerschnitzel. Mit dem Bus geht es zurück nach Bezau ins Cafe Katrina zu Apfelküchle mit Vanilleeis oder Topfennockerl auf Vanille-Fruchtsauce mit Himbeersorbet. Termine: 16. Juni – 7. Oktober 2012 Gehzeit: ca. 3 ½ Stunden Preis*: € 45,– pro Person Schwarzenberg-Wanderung Nach einem deftigen Bergfrühstück im Berghof Fetz wandert man über Alpwiesen zum Gasthaus Alpenrose. Dort speisen Sie wahlweise ein Schnitzel vom Ländlekalb mit Bergkäse und Schinken gefüllt, dazu Rösti und gemischter Salat oder eine Schupfnudel-Gemüsepfanne mit gemischtem Salat. Nach der Wanderung zurück nach Schwarzenberg können Sie im Gasthof Hirschen das Dessert genießen. Termine: 1. Mai – 31. Oktober 2012 Gehzeit: ca. 5 Stunden Preis*: € 37,– pro Person Information & Buchung: Bregenzerwald Tourismus T +43 (0)5512 2365 www.bregenzerwald.at, info@bregenzerwald.at *Ermäßigung für Inhaber der Bregenzerwald Gäste- oder Saison-Card

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Drei Wanderrouten stehen zur Verfügung: Schwarzenberg für Gemütliche, Bezau für Ausdauernde, Mellau für Gipfelstürmer In Simmas Garten

Träume ich? Krauskopfsalate, Kräuter und ein Steingarten hinter dem Bergrestaurant Simma an der Rossstelle. Geißen auf einem steilen Berghang in 1400 Meter Seehöhe. Ein Panorama­ blick weit hinaus ins Tal. Hinter mir das Alpgebiet von Mellau und ein schattiger Gastgarten. Wenn ich träume, dann in den Tag hinein: Die Landschaft ist echt. Mit diesen Eindrücken beginnt eine kulinarische Wanderung im ­Bregenzerwald. Die Bergbahn hat mich heraufgebracht, um neun Uhr früh, an einem flimmernden Sommertag. Der Himmel ist veilchenblau. Das Leben leicht. „Auf steilen Bergeshöh´n, im ­grünen Wald / Beim ersten Sonnenstrahl der Jodler hallt / Dort wo der Enzian blüht, das Edelweiß / Dort liegt mein ­Paradies, dort ist die Liebe heiß“, singt und handorgelt der Seniorchef von seinem schönen Mellau, während ich mir das Bergfrühstück auf der Zunge zergehen lasse. Walter Simma begrüßt mich. Er, der so ziemlich alles erreicht hat, was es in der österreichischen Gastronomie an Preisen und Hauben gibt, zieht das Leben auf der Alpe der gehobenen Hotellerie vor. Authentisch will er sein und mit den Gästen in Kontakt kommen. Die Familie Simma bewirtschaftet drei hauseigene Gärten, zwei davon im Tal, die von Tomaten bis Erdbeeren ­beinahe alles liefern. Abends machen sich der Wirt selbst oder seine Eltern auf den Weg, um Steinpilze und Pfifferlinge zu sammeln – Körbe voll schleppen sie in der Dunkelheit heim. Und wenn es keine Pilze mehr gibt, ist das eben so; zugekauft wird nichts. „Da mache ich dem Gast nichts vor“, sagt Walter Simma und erzählt mir, was für eine regionale Spezialität mich bei meiner Rückkehr in ungefähr fünf

Stunden erwarten wird: in Garten­ kräutern gebratenes Jungschweinerückensteak auf grünen Bohnen und Kartoffel-Olivenöl-Nocken.

Die Magie der Kanisfluh

Schon als ich loswandere, weiß ich, dass ich nicht die rechten Worte finden werde, um die Kanisalpe zu beschreiben. Sie liegt, umgeben von den Felsen der Damülser Mittagsspitze, in einem Hochkessel an einem zauberhaften Fleck in goldenem Licht. Ein Gebirgsbach mit kleinen Kaskaden strebt


gurgelnd ins Tal. Kinder waten durchs Wasser, bauen Staudämme und Steinfiguren. Der Geruch von Rosmarin, Baumharz, feuchter Erde und Heu lässt auch mich noch einmal Kind sein. Steinbock, Gams und Murmeltier in den Felswänden. Am Himmel ein Steinadler. Im fernen Dunst wirken die Lechtaler Alpen wie Scherenschnitte. Unwirklich. Vielleicht träume ich doch. Wenigstens einmal muss ich oben gewesen sein, dort wo keine Bäume mehr wachsen, wo mir der Wind um

die Nase bläst und der Blick in die Tiefe meine Beine zittern lässt – auf der 2044 Meter hohen sagenhaften Kanisfluh, dem Thron des Bregenzerwaldes. Ich kehre als ein anderer Mensch zurück. Die Landschaft erscheint in neuen Blickwinkeln und füttert die Fantasie. Mit einem Gipfelsieg in der Tasche schmeckt die Hauptspeise noch besser.

Marillenröster in der Sonne

Mit der Bahn gleite ich hinunter ins Tal, wo meine Alltagssorgen gut verschnürt und geduldig einen Tag lang

auf mich gewartet haben. Bevor ich sie auspacke, genieße ich die Nachspeise auf der Sonnenterrasse des Lifestyle Resort Sonne in Mellau – Sig Parfait auf frischen Beeren, Topfenknödel mit Marillenröster und Heidelbeermousse oder Schokotörtchen auf ­karamellisierter Ananas mit Curry und Kokos. Und weil mir so wohl ist, ziehe ich die Bergschuhe aus, sinke in einen Liege­ stuhl, spüre den Sommerwind auf meinen nackten Armen und träume in den Nachmittag. Irmgard Kramer reisemagazin bregenzerwald · 19


Der Wassergott aus dem Wald In Nepal wird er ob seiner F盲higkeit, Wasser zu finden, wie ein Gott verehrt: der Quellemichl aus Au

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Michael Berbig besitzt eine besondere Gabe: Er findet Wasser, wo selbst die Wissenschaft es ausschließt

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Wenn Jordaniens Prinzessin ihre Dattelplantagen vergrößern will und Wasser braucht, ruft sie den Quellemichl Michael Berbig Ein heißer Tag im August. Michael Berbig erreicht einen Steinbruch im Lechtal. Zwei Männer stehen in der Staubwolke und erwarten ihn. „Wir brauchen Wasser“, erklärt Andreas Lindner von der Kalkstein GmbH. Vom Quellemichl haben sie viel gehört. Wenn einer Wasser aufspüren kann, heißt es, dann er. Gemeinsam kurven sie den Berg hinauf, mitten im Wald bleiben sie ­stehen. Michl stapft voraus, scheinbar ohne Plan. Plötzlich hält er inne, zwei Schritte vor, zwei zurück, zieht aus ­seiner Hosentasche eine Bettfeder mit Aluminiumgriffen. Sie rotiert in ­seinen jetzt offenbar blutleeren Händen. Verdutzt sehen sich die Männer hinter seinem Rücken an. „Das ist nur eine Linse“, erklärt der Quellemichl. Dieses Wasser würde zwar einige Tage plätschern, dann aber versiegen. Er kehrt um, steigt tiefer ins Unterholz. 22 · reisemagazin bregenzerwald

1969 hat er seine Gabe durch Zufall entdeckt. Weil die Mutter nicht schlafen konnte, wurde der Mesner mit der Wünschelrute geholt und blieb bei der Familie zu Mittag. Als Michael von der Schule nach Hause kam, nahm er die Rute. Sie schlug aus. „Bub, du kannst es besser als ich. Du musst es tun“, sagte der Mesner. Der Bub folgte dem Rat und grub so lange Löcher, bis er eine Wasserader von einer Erdstrahlung unterscheiden konnte. Wurde dafür ausgelacht und Spinner geschimpft. Er ließ sich nicht beirren – mit 15 fand er seine erste Quelle. Dass er eines Tages davon leben würde, ahnte er nicht und lernte daher das Tischlerhandwerk. Heute gibt es kaum ein Vorarlberger Dorf, in dem er kein Wasser aufgespürt hat. Seine Fähigkeit spricht sich herum – bis Nepal. Dorthin wurde er 2006 gerufen. Der Monsunregen war ausgeblieben, alte Quellen waren versiegt, mehreren Dörfern drohte die Absiedelung. Der Quellemichl ließ sich Fotos vom Gelände schicken und grenzte die Wasser­stelle mit einem Pendel auf hundert Meter ein. Den Flug bezahlte er

selbst. Weil ihm das Essen zu scharf war, ernährte er sich von Mangos und Tee, schlug sich Stunden durch den Urwald, Schlangen und tellergroße Spinnen über dem Kopf, ein Hängebauchschwein vor einer Hütte, 38 Grad im Schatten. Geologen ­lachten ihn aus – in dieser Gegend gebe es keinen Tropfen Wasser. „Wenn ihr mir vertraut, werdet ihr hier in 172 Metern Tiefe welches finden“, sagte der Bregenzerwälder. Löcher wurden gebohrt, Pumpen montiert. In 185 Meter Tiefe sprudelte es, und Michl wurde getauft. „Zuerst war ich ‚Water God‘“, erzählt er lachend. „Nach meinem dritten Besuch stieg ich zum Water Guru auf. Sie behandeln mich wie einen der Götter in ihren Tempeln.“ Die Geschichte beruhigt die Männer vom Steinbruch, geduldig folgen sie ihm. In einer Grasmulde zwischen ­Föhren und Kiefern bleibt der Quellemichl schließlich stehen. Sein Körper ist mit einer Gänsehaut überzogen. Wie von einem Motor angetrieben rotiert die Wünschelrute. Ameisen­ haufen erscheinen dort, wo er sie vermutet. Bald weiß er, wie die


Wasser­adern verlaufen, wo sie sich teilen. Einzelheiten werden besprochen. Auf dem Rückweg überprüft er noch rasch eine bereits gefasste Quelle auf der Grießbachalm. Regen fällt, bedrohlich viel Regen. Der Wettersturz wälzt eine Mure über die Zufahrtsstraße. Der Quellemichl muss die Nacht in der Almhütte überstehen – unbeschadet. Schließlich warten sie auf ihn draußen, nach dem Regen. Im Bregenzerwald, in Indien und Nepal. Und in Jordanien verlangt ihn die Tochter des Königs. Sie will ihre Dattelplantage vergrößern. Der Quellemichl soll für das Wasser sorgen. Irmgard Kramer reisemagazin bregenzerwald · 23


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Auf den Wassergott warten Menschen im Bregenzerwald ebenso wie in Indien und Nepal

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Selbsterkenntnis am Berg Wanderungen mit lexlupo lassen Stadthunde Bergluft schnuppern und ihre Besitzer einiges 眉ber sich selbst erfahren

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Vor der Wanderung lernen die Hunde bei einem Kennenlernspiel, sich an die Gruppe zu gew枚hnen

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Bei der Wanderung lernen die Hunde und ihre Besitzer einander neu kennen Christoph nimmt eine Hand voll Kieselsteine vom staubigen Boden des Schotterparkplatzes und lässt dabei den zotteligen, laut hechelnden und nervös auf der Stelle tretenden Schäfer­hund nicht aus den Augen. Dieser muss an der kurzen Leine ­seines Herrchens noch einmal eine Runde 28 · reisemagazin bregenzerwald

laufen. Vorbei an den anderen rund ein Dutzend Hunden, die alle gesittet bei Fuß und im Kreis sitzen. Immer wieder, bis er ruhiger wird. Erst dann lässt Christoph die Handvoll Steine wieder fallen. „Hätte der Rüde weiter Mätzchen gemacht, hätte ich ihm die Kiesel vor die Füße geworfen. Das hätte ihm klar gemacht, dass da jemand anderer als er das Sagen hat“, wird mir Christoph Rüscher von lexlupo später ­erklären. „Das Kennenlernspiel vor der

Wanderung machen wir, weil Stadthunde die Gruppe nicht gewöhnt sind.“ Was sich frühmorgens auf dem Parkplatz der Jägeralpbahn in Warth ein bisschen wie eine militärische Übung für Vierbeiner ausnimmt, ist der Beginn eines wunderbaren und gänzlich friedlichen Wandertages in das weitläufige Gebiet des Lechtals. Der Aufstieg zur Steffisalp führt über Schotterstraßen, Wiesen und später über schmale Bergwege. Der Himmel ist strahlend blau, die Sicht auf die


G’hörig Wälderisch klaut sie uns die frischen Ziegenkäsle vom Frühstückstisch.“ Flys Frauchen fragt, ob ihr Hund den Aufstieg wohl schaffen wird. Christoph beruhigt: „Bevor der Hund schlapp macht, gehst du in die Knie.“ Der Anstieg wird steiler. Muffin, ein Mischling mit glänzend braunem Fell, ist zurückhaltend, hält zu den ­anderen Hunden Abstand. „Ich habe ihn aus dem Tierheim geholt. Da weiß man nie, was ein Tier vorher erlebt hat. Aber es war Liebe auf den ersten Blick,“ erzählt Frauchen Jessika. Einige Hunde tollen herum, mittendrin ein schwarzer Schäfer namens Kiosch. Christoph rät der jungen Begleiterin, den Hund an die Leine zu nehmen. „Irgendwann muss Schluss sein mit ‚ummergola‘. Er muss ­lernen, sich nach dir zu richten. Nicht umgekehrt.“ Christoph scheint streng. Aber es wirkt. „Was wir den Hundehaltern ­mitgeben möchten, ist: Den Hund Hund sein lassen. Es muss eine ganz klare Rollen­ verteilung geben. Es wird oft ­vergessen, dass der eigene Hund ein Tier ist.“ Gemeinsam mit Erwin ­Kohler betreibt er lexlupo Hundeservices - beide sind ausgebildete Bergführer und Hundetrainer.

Birgit Rietzler, Dichterin im Bregenzerwald, stellt hier typisches „Wälderisch“, die lokale Mundart, vor

Geld-Reos Reden wir übers Geld Geld regiert d’Welt, wegs deom machot abr viel Geld no kan Ma. Geld regiert die Welt, trotzdem macht viel Geld noch keinen Mann aus einem Mann.

Atol hind Geld grad zum Sua fuottoro. Manche haben so viel Geld, dass sie damit tatsächlich die Schweine füttern könnten.

Atol huckod uf om Geld as wio do Teifl uf or Seel. Manche sitzen auf ihrem Geld wie der Teufel auf der Seele.

As git gonz Tüchtige, dio künnod us jedom Schießdräck Geld macho. Es gibt ganz Tüchtige, die können „aus jedem Scheißdreck“ Geld machen.

Andr kund nix as wio uf o Feolga dauher. Andere kommen immer nur „auf den ­Felgen“ daher, d.h. ihnen geht das Geld dauernd aus.

Na am Schpärar kunt viemal an Bruchar. Nach einem Sparsamen kommt (in der Generationenfolge) oft ein Verschwender.

As git bedinkle kluppige Lüt, intressiert bis a deoso Wond umme. Es gibt bedenklich geizige Leute, knauserig bis an die andere Wand hinüber.

Die Wanderung versetzt die Hunde und ihre Besitzer in gute Laune

Bergketten ungetrübt. Ein Panorama wie im Bilderbuch. Der Bregenzerwald zeigt sich von seiner allerbesten Seite. Die Hunde sind guter Laune. Gut gelaunt sind auch deren Besitzer. Manche kommen von weit her: aus Lindau, Stuttgart, ja sogar Kiel. Man spricht sich mit Vornamen an – wichtig sind heute nur die Vierbeiner. Etwa Fly, ein fünf Monate alter Border Collie adliger Abstammung. Die Besitzerin erzählt: „Als Baby wurde sie mit Ziegenmilch gefüttert. Und noch heute

Viele machen beim Ausflug mit, um sich Tipps zu holen. Etwa ein Ehepaar aus Böblingen, das den Cockerspaniel zu sehr verhätschelt hat. „Er war von Anfang an der Mittelpunkt und heute tanzt er uns auf dem Kopf herum. Das möchten wir jetzt ändern.“ Andere möchten wissen, wie man Hunde auf den Sessellift bekommt oder wo man mit ihnen angenehm urlauben kann. Auch da wissen Erwin und Christoph Rat: „Weil es gerade bei Wanderurlauben immer schwieriger wird, geeignete Unterkünfte zu finden, bieten wir nun auch einwöchige Alpenüberquerungen an. Da ist vom Hotel bis zur Hütte alles für Halter und Hund eingerichtet.“ Diese Angebote sind wirklich einfach „Wau“. Carina Jielg

As git Froua, wau schpeonnhusle sand, und dero, wau doars Schlüsselloh meh Geld usse bringod as wio do Ma zor Hustöar iar. Es gibt Frauen, die übertrieben häuslich sind und solche, die durch das Schlüsselloch mehr Geld aus dem Haus hinausbefördern, als der Mann zur Haustüre hereinbekommen kann.

Geld ka ma ned us am Schtuo ussar schla. Geld kann man nicht aus einem Stein herausmeißeln.

Hi und dau künnt ma an Geldschießar brucho. Manchmal könnte man einen „­Geldscheißer“ (Gelderzeugungsautomaten) brauchen.

Uf’s Geld vo Wion kascht wahto bis Pfingscht am Hebscht. Auf das „Geld aus Wien“ kannst du warten, bis „Pfingsten im Herbst“ stattfindet.

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Gütiger Mensch und Maler

Hermann Rettberg, Damülser Mittagsspitze, Aquarell 1946

Über den Maler Hermann Rettberg aus Mellau, seine Verbindung zum Autor und eine riesige Bachforelle aus dem Dorfbach in Bezau In unserem Wohnzimmer hing das Bild eines Baches. „Rettberg“, sagte der Vater und pries das Bild, ein farben­ kräftiges, realistisches, ja naturalistisches Aquarell. Vater aquarellierte selber und bewunderte die Technik, die Machart von Rettbergs Bild. Sich selber sah er als Sonntagsmaler, und obwohl er gut malte, weigerte er sich, je ein Bild zu verkaufen (obwohl es Käufer gegeben hätte, denn auch er malte „nach der Natur“, was den Leuten am besten gefiel). 30 · reisemagazin bregenzerwald

Er lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Technik der Maler, wie sie ins Nasse malten, Dinge aussparten, zartes Gras, Blätter und Wolken hinkriegten. Das Motiv des Rettberg-Bildes war alles andere als spektakulär. Ein Bach, gesäumt von Bäumen, fließt durch eine Wiese. Das Papier des Aquarells war Nachkriegsware, das Passepartout gilbte vor sich hin. Aber weder Papier noch ein schmaler Holzrahmen mit silbern gestrichener Kante taten der Farbkraft des Bildes Abbruch. Vater malte seine Aquarelle auf besseres Papier, aber sie wirkten heller, weniger dicht. Ein einziger Holzstadel war auf dem Bild zu sehen, sonst nur Wiese, Baum

und Bach. Dieses einfache Ensemble sah ich täglich an, ich konnte ihm gar nicht entgehen. Ich bin mit diesem Bachbild aufgewachsen, es hat meinen Blick geprägt wie kein anderes Kunstwerk. Als ich den Dorfbach von Bezau – um den handelte es sich – dann erstmals in Wirklichkeit sah, erkannte ich ihn nicht wieder. Zu viele Häuser säumen mittlerweile seine Ufer. Über den Ort hatte sich auch die Erzählung meines Lieblingsonkels gelegt, der dort eine Fischerkarte hatte. Der Onkel fing Fische, wo andere nur die Köder badeten. Er wusste, wo die Fische standen, und er holte sie heraus. Abgesehen davon führte er mich beim Fußball ein, spielte selber Fußball, später


Alphabet des Waldes spielte er Tennis. Immer hatte er das etwas schickere Auto als der Vater. Der Onkel hatte den roten, der Vater den blauen Opel Rekord, beide mit ­Weißwandreifen. Des Onkels Rekord war immer einen Jahrgang neuer als unserer, und er fuhr im Ort immer zehn ­Kilometer schneller als erlaubt. Am Sonntag bewegte sich der kleine Rekord-Konvoi von Bregenz an den Bodensee oder in den Vorderwald. Aquarellieren konnte er nicht, der Onkel, aber sonst so allerhand. Zum Beispiel die größte Forelle aus dem Bezauer Dorfbach herausfangen, ungelogen eineinhalb Kilo schwer. Er hatte sie an der Angel, aber er hätte sie fast nicht herausgebracht. N ­ atürlich brachte er sie am Ende doch nach Hause. An der Bolgenach hatte der Onkel mit anderen ein Revier gepachtet, und von dort kamen Forellen zu uns, echte Bachforellen, frisch aus dem klarsten Wasser und von der Mutter blau zubereitet. Der Vater bestand auf blau, mit nichts als Salzkartoffeln, etwas Zitrone und zerlassener Butter; der Rettberg schaute von der Wand auf die Gräten. Ich könnte nicht sagen, dass es in meiner Kindheit an Kultur gefehlt hätte. Dann kam ich ins Gymnasium, und im Zeichenunterricht empfing uns ein Herr in einem weißen Mantel, eine Hornbrille über den runden Bäckchen, das Haupt von schönem Weißhaar gekrönt: Hermann Rettberg persönlich. Er lehrte uns Zeichnen und Malen und ein wenig Kunstgeschichte, und manchmal – ich bereue, nichts davon aufgehoben zu haben – verbesserte er mit seinem Pinsel freundlich-nachsichtig ein Blatt, auf dem ich an Wasser, Gras oder Himmel gestümpert hatte. Und ich betrachtete den Dorfbach an der häuslichen Wand mit zufriedenem Blick. Rettbergs Zeichenstunde war – abgesehen von Turnen und, in Maßen,

Religion – jene Stunde, in der nichts zu befürchten war. Reine Entspannung, man lernte was, oder man sah einfach zu, wie Rettberg im weißen Arbeitsmantel eine Lithografie abzog. Die ferne Erinnerung rückte näher, als ich letzten Sommer in der Zeitung von einer Ausstellung in der Volksschule Mellau las: Hermann Rettberg, Zeichen­lehrer und Landschaftsmaler. Da musste ich natürlich hin, das musste ich sehen. Es war ein ­nebeliger Tag, mit einem Dunst, wie ihn Rettberg gern im Wasser verlaufen ließ, nach oben hin, unten setzte er dann ins Trockene ein paar dunkle Bregenzerwaldtannen. Die schlichten Räume der Volksschule waren dicht behängt, ebenso der Gang. Ein Selbstporträt zeigte Rettberg mit Pfeife, und gleich fiel mir die Baskenmütze ein, an der man den Künstler zu erkennen pflegte. Daneben hingen aber auch Aquarelle und Radierungen aus Berlin, aus Istanbul, aus Bulgarien – Stationen aus Rettbergs Leben. Und da hing er, ein Bezauer Dorfbach, den hat er mehr als einmal gemalt. Zu Kriegsende hatte es ihn nach Wien verschlagen, wo er kurz unterrichtete, ehe er mit einem Flüchtlings­transport nach Bezau kam. Ausgerechnet hier blieb er hängen, begann dann an der Feldkircher Stella Matutina und 1954 am Bundesgymnasium Bregenz als Zeichenlehrer, wo ich ihm in den ­Sechzigerjahren begegnete. Eine „noble, bescheidene Persönlichkeit, die nie ausgebrannt und abgespannt wirkte“, nannten ihn im Begleitblatt zur Ausstellung drei ehemalige Bregenzer Lehrer. Gewiss, das alles und vor allem gütig war er, der Rettberg. Gut gemalt hat er auch. Nicht nur, aber auch das Bild vom Bezauer Dorfbach, der durch die bunte Wiese meiner frühen Jahre ­plätscherte. Armin Thurnher

Reinhard Johler ist Bregenzerwälder und lehrt als Professor am Ludwig-Uhland-­Institut für Empirische Kulturwissenschaft der U ­ niversität Tübingen

Bregenzerwälderhaus Es war 1873 der „ländliche Star“ der Wiener Weltausstellung. Zum großen Erfolg trugen auch die in Tracht gekleideten Wälderinnen bei, denen beim Sticken zugesehen werden konnte. Das Haus ist später von Erzherzog Karl Ludwig gekauft und am Semmering aufgestellt worden. Nicht wenige Bregenzerwälderhäuser haben ihre Karriere woanders gemacht. So steht im Freilichtmuseum in Stübing bei Graz das für ganz Vorarlberg als typisch angesehene „Naglerhaus“ aus Schwarzenberg. Folgt man frühen Reiseberichten, ist das „Vorarlbergerhaus“ eigentlich immer das Bregenzerwälderhaus gewesen. Es hat als stolzer, landschaftsprägender „Bauernpalast“ gegolten: Ein aus Holz gebauter Einhof aus Wohn- und Wirtschaftsgebäude, meist in Ost-West-Richtung gelegen. Besonders charakteristisch sind die im Sommer aufklappbaren Schöpfe an beiden Seitenwänden, der Schindelpanzer und das Satteldach, das im Winter die Schneelast zu tragen hat. So alt und ehrwürdig es aber auch ausschauen mag, so sehr hat es sich doch im Laufe der Zeit verändert. Erst die im 18. Jahrhundert erfolgte Umstellung vom Ackerbau auf Viehwirtschaft hat ihm seine heutige Form und erst die Einführung der Schindeln im 19. Jahrhundert das gegenwärtige Aussehen gegeben. Das Wälderhaus war immer in der Lage, sich Neuerungen anzupassen – an die Stickerei zuerst, dann an den Tourismus, heutzutage an moderne Lebenserwartungen. So ist es zum Vorbild einer neuen Holzbauweise im Bregenzerwald geworden. Das Grau der Wälderhäuser ist für das Tal so typisch wie das Grün von Wiesen und Wäldern und das Schwarz der heimischen Frauentracht. Das ist wichtig: Denn immer ist das Wälderhaus im Zusammenhang mit seinen ­Bewohnerinnen gesehen worden. Diese, so hat ein früher ­Beobachter im 19. Jahrhundert gemeint, würden in ihren Häusern nicht nur ihre „Lebenszeit spinnend, webend, schnitzend, klöppelnd“ verbringen, sondern machten es zum „Gegenstande des Ehrgeizes und Wetteifers“. Und deshalb sind „d’Fraua“ das nächste Thema dieses Beitrags.

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Schubertiade 2012 Die prominenteste Veranstaltungsreihe des ­Bregenzerwälder Kulturkalenders ist die international renommierte Schubertiade in ­Schwarzenberg. Die ländliche Atmosphäre im ­Bregenzerwald harmoniert auf einzigartige Weise mit der Musik Schuberts und seiner Zeitgenossen. Termine: Schubertiade Schwarzenberg 16. – 25. Juni 2012 27. August – 9. September 2012 Schubertiade Hohenems 20. – 24. April 2012 7. – 11. Oktober 2012 Kartenverkauf: Schubertiade GmbH A-6845 Hohenems T +43 (0)5576 72091 F +43 (0)5576 75450 info@schubertiade.at www.schubertiade.at Schubertiade-Arrangements: Wir erstellen Ihnen gerne Ihr individuelles Arrangement aus unserem Karten- und Hotelkontingent zur Schubertiade Schwarzenberg 2012. So erhalten Sie Karten, Hotel und unsere Beratung und Betreuung – alles aus einer Hand. Bregenzerwald Tourismus GmbH A-6863 Egg T +43 (0)5512 2365 F +43 (0)5512 3010 info@bregenzerwald.at www.bregenzerwald.at

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Die Schubertiade in Schwarzenberg und Hohenems ist eines der bedeutendsten Lied- und Kammermusikfestivals Seit über 35 Jahren leitet Gerd Nachbauer die Geschicke der Schubertiade in Vorarlberg, die er zu einem der bedeutendsten Lied- und Kammer­ musikfestivals der Welt gemacht hat. Begonnen hat der stille Impresario 1975/76 als Geschäftsführer der neu gegründeten Schubertiade neben dem Sänger Hermann Prey. Der hatte damals die künstlerische Leitung inne, trat jedoch bereits 1980 von seinem Amt zurück. Nachbauer übernahm die Gesamtleitung. Damals fand das Festival noch im Ritter­saal und Innenhof des Palastes Hohenems statt. Später wich man auf weitere Spielorte aus, so auf Feldkirch. „Es galt“, erklärt Nachbauer, „einen Ort zu finden, an dem erstklassige Musikdarbietungen mit dem Reiz der ländlichen Umgebung verschmelzen konnten.“ Immer wieder organisierte er deshalb Landpartien in die Umgebung. Eine von ihnen führte nach Schwarzenberg im Bregenzerwald. Hier fanden 1994 erste SchubertiadeKonzerte statt.

In den folgenden Jahren wurde der nach der Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807) benannte Konzertsaal in Schwarzenberg auf 600 Plätze erweitert. Der schlichte Holzbau fügt sich ins historische Ortsbild und besticht durch eine Akustik, die den ­Vergleich mit den besten Sälen der Welt nicht zu scheuen braucht. Seit 2001 ist Schwarzenberg Hauptspielort der Schubertiade. „Im Großen und Ganzen stimmt jetzt alles“, sagt Nachbauer. „Ein internationales Publikum hat sich eingefunden und bevölkert die Hotels der ganzen Talschaft. Wir haben zwei mustergültige Säle – neben dem AngelikaKauffmann-Saal in Schwarzenberg den Markus-Sittikus-Saal in Hohenems – und können uns ganz auf die Musik konzentrieren.“ In seiner Planung ist Gerd ­Nachbauer so konservativ wie konsequent. Er setzt auf ein hochstehendes ­Programm, in dessen Zentrum Schubert steht – mit Blick auf seine Vorläufer, Zeitgenossen, Nachfolger. Nachbauers Ehrgeiz ist es, neben Werken wie den Liederzyklen sowie den späten Streichquartetten und Klaviersonaten, die das Publikum jedes Jahr wieder in neuer Interpretation hören will, auch Kenner stets aufs Neue zu überraschen.


Wink aus Wien

Der Zauber von Schuberts Liedern im Wald

„Natürlich träume ich davon“, sagt er, „dass wir hier eines Tages sämtliche Werke von Schubert aufgeführt haben werden. Wir sind auf gutem Weg dahin. Aber es fehlen immer noch knapp hundert Lieder.“ Der Erfolg gibt Nachbauer recht: Jährlich strömen rund 40 000 Besucher zur Schubertiade. Seit 1991 finanziert sich das Festival ausschließlich durch den Kartenverkauf. Die Atmosphäre des Orts, die Akustik des Saals, die unverstellte Freundlichkeit der Betreuung werden von den Musikern aufs Höchste gelobt. Für die Weltelite der Schubert-Interpreten ist es eine Freude und Ehre, hier aufzutreten. „Es haben sich Freundschaften entwickelt“, so

Nüchtern und praktisch

Foto: Bernd Hofmeister, VOL

Gerd Nachbauer machte die ­Schubertiade zu einem Festival mit Weltgeltung

Bernhard Böhler aus Bizau ist Direktor des Dommuseums in Wien. Er spannt den Bogen ­zwischen Hauptstadt und Bregenzerwald

Nachbauer. „Nur eine kleine Handvoll an Künstlern waren für uns bis heute aus praktischen Gründen – Repertoire, Termin, Honorar – nicht erreichbar.“ Gerd Im Programm Nachbauergilt bringt es, einen die besten Ausgleich Schubert-Interpreten von Kontinuität und nach Wechsel Schwarzenzu finberg den. Manche in der Bregenzerwald Künstler – Christoph ­Prégardien, Thomas Quasthoff, András Schiff, das Belcea-Quartett – kommen immer wieder. Das erwarten die Gäste. Auf CD ist die Schubertiade nicht sehr präsent. „Die Idee einer SchubertiadeEdition ist immer wieder an vertraglichen Problemen gescheitert“, sagt Nachbauer. Sei’s drum! Den wahren Zauber der Schubertiade erlebt ohnehin nur, wer sich nach Schwarzenberg begibt. Manfred Papst

Wer sich für historische, kulturelle und kirchliche Aspekte des Bregenzerwaldes interessiert, dem sei das Buch „Dekanat Bregenzerwald“ empfohlen. Es wurde als 5. Band der „Topographischhistorischen Beschreibung des General­vikariates Vorarlberg“ von Andreas Ulmer verfasst und erschien 1924. Ulmer (1880–1953) war Heimatforscher und Priester der Diözese Brixen und er wirkte vor allem in Feldkirch und Bregenz. Vorarlberg war, bevor 1968 die Diözese Feldkirch errichtet wurde, seit dem Ende der Napoleonischen Kriege der Diözese Brixen zugeteilt worden, innerhalb der seit 1820 das ihr unterstellte Generalvikariat Feldkirch bestanden hatte. Wenngleich man Ulmers Publikation nicht mehr als druckfrisch bezeichnen kann, vermitteln seine Beschreibungen des Bregenzerwaldes dennoch wertvolle ethnografische Eindrücke: „Im allgemeinen gilt der Wälder als mehr nüchtern und praktisch veranlagt und in Urteilskraft und Verstand mehr ausgebildet als im Gemütsleben; namentlich kennzeichnet ihn ein berechnender und auf Erwerb gerichteter Sinn. Gleichwohl kommt aber auch sein Empfinden für Gefälligkeit und guten Geschmack unverkennbar zum Ausdruck und harmoniert wohltuend mit den praktischen und zweckmäßigen Einrichtungen des häuslichen Lebens. Beweis dafür ist das typische Wälderhaus, in dessen Bauart Geschmack, ja vielfach künstlerischer Sinn mit Wohnlichkeit und praktischer Anlage und Einrichtung sich vereinigt finden. Zweckmäßigkeit und Sinn für das Schöne und – was besonders zur Ehre angerechnet werden darf – für das Wohlanständige, bekundet auch die im Wald übliche Nationaltracht, besonders des weiblichen Geschlechtes. (...) Das günstige Klima, die Lage der Wohnstätten in den breiten, offenen und sonnigen Tälern, die landbekannte Reinlichkeit und Sauberkeit in Wohnung, Stall, Wald und Feld, dazu die naturgemäße Lebensweise, Arbeitsamkeit und Sparsamkeit sowie eine gewisse Abhärtung, wie es das Leben im Gebirge mit sich bringt, das alles bedingt einen gesunden Menschenschlag, als welchen wir die Wälder Bevölkerung kennen.“

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Das HMBC-Tagebuch Andreas Broger, Mitglied des aus dem Bregenzerwald stammenden Holstuonar­musig­ bigbandclubs, schreibt ein Tagebuch der Band, aus dem wir hier Auszüge bringen

21. April

Titel unserer neuen CD fixiert, trotzdem noch Diskussionen über „Lieble“ und „What happened to the Edelweiß I gave you last night?“. Heute alle Titel angehört. Gutes Gefühl.

Ich stehe um 7 auf. Um 9 das Interview im ORF, um 10 proben wir bei Stefan für die Österreich-Tour im Juni. Der Vormittag wird dann noch sehr gemütlich. Wir holen am Nachmittag wieder auf. Da ich im neuen Programm auch Flügelhorn spiele, sollte ich dringend üben.

20. April

24. April

19. April

Um 9 das Handy: ORF Radio Vorarlberg will unser Stück „Vorreasso, vorkouft, as louft“, weil die „­Vorarlberger Nachrichten“ schon einen Artikel gebracht haben. Ein Interview wird ­eingeschoben. Ständig finde ich Fehler in Berichten über uns – Rechtschreibfehler und inhaltliche. Nach einem Konzert in Höchst fragt mich Frau ­Stefandl vom ORF, warum wir immer noch selbst aufräumen. Was für eine Frage!

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Gestern Nacht hat Johannes angerufen. Um halb zehn soll ich im S ­ tudio sein, um beim Mischen der CD dabei zu sein. Also nichts mit meinem Ostersonntag.

26. April

Den ganzen Tag unterwegs wegen der Dreharbeiten zur Dokumentation von Frau Stefandl. Abends die Videopräsentation zu „Vorreasso, vorkouft, as louft“ im E-Werk in Andelsbuch. Wir stellen gemütlich auf und hören uns unsere neue CD an.

4. Mai

Wir fahren nach München und b ­ ringen die neue CD zu Bayern 3. Zurzeit ­werden keine Gagen ausgezahlt, da wir alles für die CD-Produktion und die CD-Präsentation brauchen. Unser ­Techniker Martin Bröll hat daran 340 Stunden im Studio gearbeitet. Fast doppelt so lang wie bei unserer letzten Produktion. Abends spielen wir beim Vorarlberger Studentenfest im Hafen in Innsbruck, wo alles ein bißchen ­chaotisch abläuft. Die Käsknöpfle sind leider eine Enttäuschung.


11. Mai

Unterwegs nach Wien zu einem Interviewmarathon und einem Auftritt im Porgy & Bess. Die CD-Präsentation war toll. Wir fragen uns, warum die CD im Handel so billig ist und ob uns das egal sein sollte oder nicht. Unser ­Veranstalter für die Österreich-Tour will nicht, dass wir in Wien auftreten, da der Kartenvorverkauf noch nicht so gut läuft. Ich bin krank und froh, dass ich die Interviews schwänzen und im Hotel bleiben kann. Diese Woche vier Auftritte in Folge.

17. September

10. Juni

Die Österreich-Tour ist gut angekommen. Im „Gasometer“ in Wien war es super, schön zu wissen, dass wir in so großen Hallen funktionieren. Einen Tag nach der Tour waren wir schon wieder auf dem Weg nach Wien, zur Sende­ aufzeichnung von „Die größten Austropop-Hits“. Dort durften wir „Vo Mello bis ge Schoppornou“ spielen, waren aber die einzigen, die nicht nominiert wurden.

Gestern in Sillian, 300 bis 400 Leute, der Saal war noch nie so voll. Im 1. Teil Publikum wahnsinnig laut, anstrengend zu spielen, 2. Teil viel besser. Beim Autogrammegeben viel Zulauf, alles Mögliche signiert, T-Shirts, Schuhe, Taschen etc. Um 2 ins Hotel.

Fotos: holstuonarmusigbigbandclub

12. Mai

Im Bus von Wien nach Dornbirn. Der Gig im Porgy & Bess kam super an. ­Leider gab es keine warme Mahlzeit vor dem Konzert. Auch das Bier musste uns unser Manager Stefan Höfel besorgen.

18. September 9. September

Konzert in Hard, ca. 300 Leute, wir bekommen schon vor dem Konzert einen Kuchen von einem Fan und dann noch Fanpost von einem Mädchen, das uns schon in Bezau und in St. Anton gesehen hat. Danke, Alexa!

Viertel vor 7 Uhr Abfahrt nach Graz. Soundcheck fürs Konzert. Am Nachmittag ein Fernsehauftritt. Abends ­Konzert bei strömendem Regen, ca. 1000 Zuschauer. Eine Gruppe tanzt während des Konzertes, es ist eine Zirkusgruppe aus Wien.

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Ein Wälderhaus für zwei Familien Ursprünglich war es das Heimathaus der Malerin Angelika Kauffmann. Thomas Mennel schafft darin Wohnraum für zwei Familien

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Der Bregenzerwälder Architekt Thomas Mennel baut bei der Umgestaltung eines alten Hauses zum modernen Wohnraum vor allem auf eines: auf Zeit Von einem gewöhnlichen Zimmer kann man hier nicht sprechen – und doch ist es, was eigentlich damit gemeint ist: ein gezimmerter Raum. Der Architekt Thomas Mennel sitzt mir gegenüber, die Kinder toben, seine Frau werkelt – das alles in einem einzigen Raum. Dieser ist Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Spielzimmer und teils gar Schlafzimmer in einem, rundum mit Holz verkleidet. Was wir gewohnt sind, darf man bei ­Thomas Mennel nicht erwarten. Dennoch nimmt er es mit dem Gewohnten sehr genau. Daraus ziehen wir die erste Lehre: Was wir heute gewohnt nennen, hat eine kurze Verfallszeit. Im Jahr 2001 erwirbt die ­Familie ­Mennel gemeinsam mit einer Freundesfamilie ein 400 Jahre altes Schwarzen­berger Baudenkmal: das Heimathaus der Malerin Angelika Kauffmann (1741–1807). Zentrale Ortslage, intaktes Ensemble, Denkmal: Das ehemalige Bauernhaus, wie üblich in Wirtschafts- und Wohnteil gegliedert, soll als Wohnraum für zwei Familien umgebaut werden. Hohe Erwartungen. Begonnen wird mit der Sanierung des Wohntrakts. Wertvolle Räume wie die holzvertäfelten Stuben und Kammern in Wälderart werden sorgfältig restauriert; andere wie die neue Wohn­küche durch Einbauten ergänzt; ­schließlich kommen neuartige hinzu. Da die Belichtung der tiefen Räume immer ein Problem darstellt, macht der Architekt die Decke im Flur lichtdurchlässig, indem er sie in einen Lattenrost auflöst. Typisch Mennel: ungewöhnlich,

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neu und doch so naheliegend, wie es auf einem Bauernhof immer gemacht wurde. Althergebracht also und revolutionär. Im Dach des Wohntrakts entwirft Mennel die eigene Wohnung als einzigen Raum. Der Dachraum gehört ihm zwar nicht, doch darf er die eigene ­Investition „abwohnen“. Er gestaltet den Ausbau so provisorisch, dass er für die späteren Vorstellungen der Eigentümer offen bleibt. In diesem „EinRaum“ lebt die Familie seit drei Jahren „in ästhetisierter Unterkonstruktion“, wie er augenzwinkernd ausführt. „Für die ­Kinder freue ich mich, dass sie’s so haben – es ist viel brauchbarer und sogar pflegeleichter als ein supercleanes Ambiente.“ Und verfügt dank dem vielen Holz über ein Klima und dank der offenen Fugen über eine Akustik, die dem Familien­leben sehr zuträglich sind. Noch ist in Arbeit, was das Provisorium ablösen soll: der Ausbau der Scheune zum Wohnraum. Auch da strapaziert Mennel unsere Gewohnheiten. Denn der Ausbau zieht sich, da für Thomas Mennel Bauen und Neuerschaffen immer auch Rückblick und Bauforschung bedeuten. So hat er an 40 Wälder Bauernhäusern Hausforschung betrieben. Nun fließt das Gelernte in die neue Konstruktion ein. „Ich nehm’ als großen Schatz mit, was ich gesehen habe. Ich gehe jetzt noch zu Abbruchhäusern, finde dort intelligente Lösungen und oft ­bessere Details. Aber weil mehr Arbeit statt Material drinsteckt, macht man’s nicht mehr. Die zwei Holzdübel dort ersetzen beispielsweise zehn bis zwölf Schrauben, schonen das Holz, ­halten es stabil. Ich bin nicht gegen neue Sachen, aber was ich heute oft sehe, ist ein Indiz, dass das eigene Handwerk, der eigene Stoff, nicht mehr kapiert wird. Jeder schafft ohne Rücksicht auf

seinen Vorder- oder Nebenmann, alles soll noch schneller gehen.“ So zeigt die ganze Baustelle Mennels Ehrgeiz, jedes Detail, wirklich jedes, noch einmal zu hinterfragen. Alte Verfahren werden mit neuen Techniken kombiniert, etwa wenn die Decken nach alter Art durch keilartige Bohlen fugenfrei verspreizt, jedoch durch einen Rahmen aus Flachstahl zusammengebunden werden. Bauen ohne Experiment ist ihm zu wenig. Da muss man eben auch warten und beobachten, wie sich etwas bewährt. Bisher hat’s an nichts gefehlt. Experiment: Das gilt natürlich besonders für die Architektur selbst, das Raumgefüge. „Ich bau’ mir ja nicht eine Scheune aus, um dann in gestapelten Stockwerken zu wohnen.“ Zu sehen sind stattdessen Decken, die im Raum zu schweben scheinen, jeweils um weniger als eine Handvoll ­Stufen versetzt, ein Raumkontinuum bis unters Dach. Und weil dieser fließende Raum nicht gestapelte Kisten sind, müssen die Stützen ganz dünn werden, aus Stahl, aus den Ecken gerückt, schräg gestellt. Nur wenige geschlossene Wände ­werden das Erleben dieses Raumes ­stören, stattdessen viel Glas, mit Abstand von der alten Scheunenwand. Sie wird zum Schluss geöffnet und verbindet dann Modern mit Alt, Eingehaust mit Offen-zur-Landschaft. „Auch das hab’ ich mir nicht ausgedacht – das kann man der alten Scheune abschauen. Die hat ja auch enge Räume und weite. Der Stall war kaum mannshoch, die Tenne ging bis unters Dach, die Bergeräume waren je nach Grasschnitt unterschiedlich. Das inspiriert. Die Fantasie setzt dann fort und macht was für heute daraus. So ist Bauen ein Abenteuer und eine Lust – und braucht halt Zeit.“ Florian Aicher


Mennel auf seiner Baustelle: die Scheune wird Wohnraum

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So spielt Mennel die Tradition ...

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... mit Gegenwart und Zukunft zusammen

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Sie weiß, wann Zimt süßer schmeckt Im ehemaligen Gasthof Engel in Egg gibt es die Kochschule „Frau Kaufmann“ – hier lehrt Karin Kaufmann Bregenzerwälder Kochkunst

­­Zwei Pferde ziehen ein schweres Fuhrwerk den Losenpass hoch, beladen mit Fässern, Flaschen und Kisten voller Oliven, Trauben, südländischen Gewürzen, Liebesäpfeln und Kastanien aus Venetien. Ein letzter Blick des Fuhrmanns zurück ins Rheintal des 19. Jahrhunderts. Dann geht es nach Schnepfau, wo der „Käsegraf“ ­Gallus Moosbrugger schon wartet. Er hat einen Fuhrpark von sechzig Pferden und liefert Käse in die entferntesten Teile der Monarchie. Der Fuhrmann jauchzt, als es bergab geht. Endlich zurück in der Heimat. Vor dem Gasthaus Engel in Egg trifft man sich. So viel Neues gibt es zu berichten, am besten bei einem Kartenspiel. Obwohl erst Vormittag, birst die Gaststube beinah – ­Pferdehändler, Geschäftsleute und Bauern. Der

Aus Karin Kaufmanns Laden

Backerbsensieb „Meine Schwiegermama hat mir mit einem uralten Sieb gezeigt, wie man Backerbsen ­selber macht. Man konnte es aber nirgends kaufen. Darum habe ich zwei junge Schlosser ermuntert, ein neues Gerät zu entwickeln.“ Karin Kaufmann

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Fuhrmann setzt sich mit Jägern an einen Tisch und hofft, dass die Wirtin guter Laune ist. Sie kocht nur für Auserwählte, und nur wenn sie Lust hat. Heute hat sie Lust und serviert Reh­ leber auf Tannenästen. 200 Jahre später kocht im Engel in Egg Karin Kaufmann mit Auserwählten, die bereit sind, das Kochen neu zu e ­ rleben. Begonnen wird, wie im Bregenzerwald üblich, mit „Schaffa“: Schürzen anziehen, Hände waschen, Brot backen. Lang war der 300 Jahre alte Engel unbewohnt. Er gehört der Löwenhotel-Besitzerin in Schruns. Etappenweise hat sich Karin Kaufmann vorgearbeitet und die zwei Gaststuben renoviert.


Die moderne Küche wirkt wie die Schaltzentrale eines Raumschiffes. Dort schneiden jetzt die Hobbyköche Gemüse in Stangen und schieben sie mit einer Spicknadel in einen Kalbs­braten. Jeder soll probieren. Beinah unbemerkt taucht eine schlanke ­Bregenzerwälderin mit weißem Haar auf – Anna ist die elfenhafte Hilfe im Hintergrund, die Geschirr wäscht, schrubbt und putzt. Die Gäste sollen genießen. Karin Kaufmanns Ansprüche sind in jeder Beziehung hoch. In den Topf kommt nur, was frisch auf dem Markt angeboten wird. Sie sucht den direkten Kontakt zu den Menschen hinter den Produkten. Nicht alles steht immer zur Verfügung. Das schafft Abwechslung,

wenn sie sich durchs Jahr kocht. „Kalb, Pilze und Himbeeren“ im September, „Lamm, Kürbis und Zwetschken“ im Oktober, „Reh, Randig und Apfel“ oder „Hirsch, Kartoffeln und Schokolade“ im November.

Kümmel, Chili mit Salz auf ihre Weise. Ein Gewürzhändler in Salzburg liefert, was sie haben will. Mittlerweile gibt es Frau Kaufmanns Gewürzmischungen nach den Kochrunden in ihrem kleinen Geschäft sowie im Internet zu kaufen.

Aufgewachsen in einer Gastwirtschaft – „Statt eines Schnullers bekam ich den Schneebesen in die Hand gedrückt“ –, hat Karin Kaufmann von ihrer Mutter einen Schatz an Wissen geerbt. Hefeteig deckt man besser mit einer Folie als mit einem Geschirrtuch ab, eine Muskatnuss soll klein und dunkel sein, Zimt schmeckt süßer, wenn die Rinde handgepflückt von der Spitze des Baumes stammt. Sie liebt bengalischen Langpfeffer, mischt Koriander und

Der Kalbsbraten ist mittlerweile im Rohr, die Kartoffeln dampfen im Garer, das Brot ist fertig. Frau Kaufmann serviert zum warmen Brot Weißwein, Sennhausbutter mit Rosmarin und Olivenöl, das sie in Italien kauft. Die Hobbyköche essen und trinken und bereiten gemeinsam den nächsten Gang vor. „Es ist wie ein Theaterstück“, sagt KaufMoorbäder – Hilfe aus der Natur mann. „Ich bin die Regisseurin und die bei Kinderwunsch Hauptdarsteller sind die, die zu mir kochen kommen.“ Irmgard Kramer reisemagazin bregenzerwald · 43


Inspektor Ibele erscheint in der Krone

Die Axt im Wald Eine Erzählung aus dem Bregenzerwald

Was als Mordgeschichte und kriminalistisches Rätsel beginnt, entpuppt sich bald als zutiefst menschliche Komödie. Der Bregenzerwald ist mehr als nur die Kulisse für ein ebenso stilles wie schrilles Drama. Wenn uralte Traditionen auf moderne ­Prinzipien treffen, kann es ganz schön krachen. Auch innerhalb der beschaulichsten Idylle ­lauert Zündstoff. Es geht um ­Karriere, Käse, feine Küche, heilige Kühe und arme Teufel. Ein toter Senn im Sennkessel, ein ­gemeuchelter Käsemanager, jede Menge Eitelkeiten, Eifersüchteleien, fragwürdige Ehrgeizler und ein Schaf im Wolfspelz. Chefinspektor Ibele führt einen nervenaufreibenden Kampf gegen Trunken­bolde und schwatzhafte SocietyDamen. Er ringt mit schlichten Gemütern und effekthascherischen Vorgesetzten. Hardcover | Schutzumschlag 13,5 x 21,5 cm | 128 Seiten ISBN 978-3-902679-85-7

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Eigentlich ist er bei der Kripo Bregenz. Aber das hält Herrn Ibele nicht davon ab, den Bregenzerwald auf seine Genusslage hin zu inspizieren. Diesmal ist die Krone in Hittisau an der Reihe. Die Freundlichkeit, mit der Ibele in der Hittisauer Krone empfangen wird, hat etwas Irritierendes. Was ist es, das den von Berufs wegen misstrauischen Inspektor aufmerken lässt?

Erst später, nach einigen ­weiteren Begegnungen in diesem Haus, wird ihm auffallen, woran es liegt. Kein ­Wunder, er ist ja dienstlich unterwegs; Ibele ermittelt eben immer, selbstverständlich darf er darüber nichts verlauten lassen. „Grüß Gott, Herr Inspektor!“ Das Lächeln der jungen Dame hinter der uralten Truhe, die als Pult dient, kann wohl kaum einstudiert sein. ­Stephanie – so stellt sie sich vor – arbeitet hier, weil es ihrem Wesen entspricht, zuvorkommend zu sein. Ibele nimmt von


Felder und Wälder wieder davon aufzustehen, ist das Bett auf der anderen Seite des Zimmers. Barfuß findet sich der Gast auf dem Holzfußboden wieder, ohne sich zu erinnern, Schuhe und Socken ausgezogen zu haben. Schon liegt er auf dem so unscheinbaren wie unübersehbaren Bett. Natürlich muss jetzt das Telefon läuten. Ibeles Chef, der General, lässt einen Schwall von Worten durch den Hörer brausen. Erst bei der abrupten Frage „Wo bist du eigentlich, Ibele?“ wacht der Inspektor halbwegs auf. Genau das fragt er sich selbst seit einiger Zeit. „Wo ich bin? In der Hittisauer Krone!“ Das bringt den General für einen Augenblick zum Verstummen und Ibele wieder auf den Boden zurück. Man wird den Fall, der ihn hierher in den Vorder­ wald geführt hat, heute nicht mehr lösen. Erst morgen in aller Herrgottsfrüh soll der Inspektor in der örtlichen Sennerei seines Amtes walten.

Hotelier Dietmar Nußbaumer und Beate Rinderer spüren die Anwesenheit des Inspektors in der Krone

ihr seinen Zimmerschlüssel ent­gegen. Der kleine Aufzug lässt ihn sanft entschweben. Im Handumdrehen ist er angekommen. Der Inspektor stellt seine Tasche auf den kleinen hölzernen Schreibtisch und sieht sich um. Mit elementarer Wucht überwältigt sie ihn, die Kraft der Bregenzerwälder Handwerkskunst. Er hat ja einiges gehört von der lebendigen Tradition und den authentischen Materialien, die hier verarbeitet werden. Ibele setzt sich auf ein elegantschlichtes Sofa. Der einzige Grund, je

Es ist Abendessenszeit. So zieht Isidor Ibele Socken und Schuhe an und steigt die Treppe hinunter zum Hotelrestaurant. Weil Gottes Mühlen langsam mahlen, geht sich noch leicht ein Aperitif aus. Ibele nimmt ihn im Kaminzimmer, wo er mit Wohlwollen die Titel der kleinen Bibliothek überfliegt. Bald holt ihn der Hausherr mit akkurater Höflichkeit ab und man führt ihn an seinen Tisch in der alten Stube. Nun erlebt Ibele, was Beate, eine veritable Maîtresse d´hôtel, an kleinen und größeren Kunststücken aus der Küche auf seinen Tisch zaubert. Mit einer Herzlichkeit, die weder Steigerung noch Widerrede erlaubt, serviert sie Leckerbissen um Leckerbissen. Ibele isst sich in einen veritablen Rausch – gut, der Wein trägt auch dazu bei. Dass das Haus vor über 170 Jahren als Gerichtsgebäude erbaut wurde und doch nie etwas anderes war als ein Gasthof, erfährt er beim Dessert. Diese wahrlich in Fleisch und Blut übergegangene Lektion begleitet Isidor bis hinein in seinen Schlaf und wohl darüber ­hinaus. Peter Natter

Birgit Feierl-Giedenbacher erklärt den ­berühmtesten Autor aus dem Bregenzerwald, Franz Michael Felder.

Stickerinnen Zu Felders Zeit war Kinderarbeit im Bregenzerwald selbstverständlich. Die Kinder mussten auf dem Hof helfen oder handwerkliche Hilfsdienste verrichten. Die Mädchen arbeiteten oft als Magd, viele von ihnen waren zur Stickerei angehalten. Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts war die Stickerei neben der Milchwirtschaft die zweite Haupterwerbsquelle im Bregenzerwald. Die Aufträge kamen von Fabrikanten aus der Ostschweiz, die den billigen Lohn der Vorarlberger Arbeitskräfte ausnutzten. In seinen Werken hat Felder dies literarisch verarbeitet. Da die Stickerinnen fast nie aus dem Haus kamen, waren sie oft leichenblass und hatten sehr schlechte Augen. In „Nümmamüllers und das Schwarzokaspale“ ist etwas über die Art der Lichtquelle zu lesen: „Das Mikle stellte die mit Wasser gefüllten Glaskugeln ans Licht, und der Schein fiel dadurch hell und voll auf das ausgespannte Stück, an dem die Stickerinnen sofort zu arbeiten begannen.“ Vom vielen Sitzen waren die Rücken der Stickerinnen gekrümmt, viele von ihnen litten und starben an der Schwindsucht. Diese war die im Bregenzerwald am stärksten auftretende Krankheit, die sich in den ärmlichen Hütten rasch ausbreitete. In „Reich und Arm“ begegnet uns die Figur Marie, von der es heißt, sie „war einst in der Schule weitaus das schönste Mädchen“ gewesen: „Dann aber wurde sie zum Sticken gehalten, dass sie nie mehr eine freie Stunde hatte. Die Lieferanten von Stickereien streckten dem Vater von Herzen gerne ziemlich bedeutende Summen vor, um die beste Stickerin der Gegend recht lange an sich zu binden. So musste sie arbeiten, bis sie so bleich wurde, wie sie jetzt, etwas nach vorn gebeugt, dastand.“ Oft waren aber die Stuben der Stickerinnen auch beliebte Treffpunkte der „Nahtstubaten“, der privaten Zusammenkünfte der jungen Leute. Felder hatte die Absicht, für die Stickerei eine Genossenschaft zu schaffen, um die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitgebern aufzuheben. Bei seinen Reisen nach Leipzig versuchte er, in Norddeutschland Absatzmärkte zu erschließen. Sein früher Tod erlaubte es ihm nicht mehr, den Plan umzusetzen.

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„Hier riecht’s nach Schwarzenberg!“ Die Lebensmittelhändlerin Maria Vögel hat einen der besten Käseläden des Landes aufgebaut und ist dabei zu einer exzellenten Käse­ kennerin geworden Es klopft am Küchenfenster. Ein Berliner folgt seinem guten Riecher auf einem Markt und bemerkt: „Hier riecht’s nach Schwarzenberg!“ Seine Nase führt ihn zu einem Ständchen mit bestem Bregenzerwälder Käse. Tatsächlich hat er nicht das idyllische Dörfchen Schwarzenberg gerochen, sondern das kleine, aber feine Käslädele. Wer besten Käse aus der Region kosten und kaufen möchte, besucht Vögel’s Maria. Die bodenständige und exzellente Käsekennerin hat das Geschäft lange als kleinen Nahversorger mit dazugehörigem Käsekeller geführt. Auch heute noch lässt sie ihr Lebenswerk und die von ihr verwöhnten Stammgäste nur ungern allein, obwohl sie offiziell nicht mehr im Käslädele steht. Sie lässt es sich nicht nehmen, bei der Käsebestellung mitzumischen. Das ist auch gut so, denn Vögel’s Maria ist wohl die beste Käsekennerin der Region, wenn nicht des ganzen Landes. Für dieses Talent und das Wissen über das begehrte Produkt hat sie lange und hart gearbeitet. Schon als kleines Mädchen durfte sie mit ihrem Vater die Bauern in ihren Schatzkammern, den Käsekellern, besuchen und beim Käsebonnetieren dabei sein. Ihr Vater war Senn im Schwarzenberger Sennhaus und begann, nebenher mit Käse zu handeln.

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„Begonnen“, sagt Maria, „hat alles mit dem Verkauf von Bergkäse, Mischling, Emmentaler und Butter.“ Ihre ­Mutter führte das Geschäft. Bald wurde es durch die Belieferung von Produkten des täglichen Gebrauchs der Firma FM Zumtobel zum kleinen Nahversorger des Dorfes erweitert. Schon als Schülerin stand Maria mit ihrer Mutter im Lädele, eignete sich bei ihrem Vater das nötige Wissen über die hohe Kunst des guten Käses an und absolvierte daneben die kaufmännische Schule in Bregenz. So lag ihre Übernahme des Betriebes nahe und verlief praktisch fließend. Man kann es sich heute kaum mehr vorstellen, doch in Marias Jugend gab es im Bregenzerwald 20 kleine TanteEmma-Läden. Viele wurden in den Sechziger- und Siebzigerjahren aufgelöst. Doch Maria erhielt ihr Schwarzen­ berger Käslädele. Die Firma FM Zumtobel belieferte damals die A&O-, Adeg- und Spar-Geschäfte mit dem Trockensortiment und der Frischware, bis Zumtobel an die Schweizer Firma Migros verkaufte. Doch schon nach kurzer Zeit zog sich Migros wieder in die Schweiz zurück. Die A&O-Geschäfte, zu denen auch Marias gehörte, wurden an Spar verkauft. Spar wollte nur die großen Geschäfte erhalten, das bedeutete eine schwere und ungewisse Zeit für Maria. Bis die Firma Wedel begann, alle kleinen Geschäfte zu übernehmen. So wurde Marias Geschäft ein Nah & Frisch-Laden. Heute gibt es nur noch drei ­solcher Geschäfte im Bregenzerwald: in Schwarzenberg, Krumbach und ­Sibratsgfäll. Nur das Schwarzenberger Lädele ist auf Käse spezialisiert und

kann sich dadurch von den großen Lebensmittelanbietern abheben. Maria hat das Geschäft durch gute Qualität zu einem soliden Preis bekannt gemacht, was natürlich mit sehr viel aufwendiger Arbeit verbunden war. Heute blickt sie zufrieden in ihre Mappe voller Zeitungsartikel und Lobeshymnen. Sie blättert durch den vollen Ordner und erzählt, dass Medien wie der ORF, der bayerische Rundfunk, WDR, das Gourmetmagazin „Falstaff” und auch der bekannte Vorarlberger Autor Kurt Bracharz allesamt selbst auf Maria und ihr Geschäft aufmerksam geworden sind. Ob Berichte, Briefe und Komplimente von Bregenzerwäldern oder Amerikanern: Alle Erinnerungen hat Maria sorgfältig in einer Mappe verstaut. Jetzt kann sie stolz in diesen Erinnerungen wälzen und auf ihre arbeitsreiche Vergangenheit zurück­ blicken. Milena Broger

Koch-Tipp:

Tipps von Maria zum Kochen mit Käse: Bei den Bregenzerwälder Käsknöpfle darf mit Butter, Zwiebeln und natürlich Käse sehr großzügig umgegangen werden. Maria empfiehlt, für die Käsknöpfle vorwiegend alten, guten Bergkäse zu verwenden und mit wenig Rässkäse und Emmentaler zu mischen. Für ein gutes Käsefondue schlägt Maria guten Bergkäse, gemischt mit Raclettekäse und ­Bregenzerwälder Schnittkäse, vor. Wer sein Fondue gerne würzig genießt, kann etwas Rässkäse beimengen. Wer einen milden Geschmack erzielen möchte, verwendet am besten mehr milden Bregenzerwälder Schnittkäse.


Maria Vögel brachte manchen Gast dazu, noch außerhalb von Schwarzenberg „Schwarzenberg“ zu riechen

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Bezau Beatz und JäzzSpätzle Bezau Beatz ist eine Konzertreihe mit Open Air Konzerten von Jazz bis Pop. Die Konzerte finden in den Sommermonaten Juli und August jeden Dienstag ab 21 Uhr statt. Schauplatz ist der Dorfplatz von Bezau. Zusätzlich zur Konzertreihe Bezau Beatz können Musikfans im Frühjahr, Sommer und Herbst die JäzzSpätzle genießen. Das Panoramarestaurant Baumgarten mit seinem fantastischen Bergpanorama ­bietet den Raum für Konzerte und regionale Spätzle-Spezialitäten. Infos und Konzertprogramm auf www.bezau.at/bezaubeatz

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Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: Tel. +43 (0)5512 2365 info@bregenzerwald.at http://sommer.bregenzerwald.at

Weitwandern & Dörfer durchqueren Nur mit dem Rucksack bestückt, wandern Sie in vier Tagen durch schmucke Bregenzerwälder Dörfer. Dazwischen liegen sanfte und steilere Erhebungen, Schluchten und so mancher Platz, der Interessantes zu erzählen weiß. Die Route beginnt in Sulzberg und endet in Au. Die Tages­ etappen lassen genügend Zeit für Abstecher und genussvolle Pausen, denn am Weg liegen auch einige exzellente Wirtshäuser. Ihr Gepäck reist währenddessen komfortabel von Hotel zu Hotel. Weitere Weitwandern-Angebote: - Weitwandern & Blicke genießen - Weitwandern & Höhen spüren - Weitwandern & Wasser fühlen

Leistungen: 5 Übernachtungen mit Halbpension; Gepäcktransport; Parkplatz beim ersten Hotel und Transfer zum Auto nach Ende der Tour; bei Bedarf Transfer Bahnhof Dornbirn/­ Bregenz und retour; Wanderkarten, Streckenbeschreibungen, Busfahrplan und Ortspläne; ­Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 1.5. – 31.10.12 Preis pro Person: ab € 580 im Doppelzimmer mit Halbpension

Mountainbiken & Lebenskultur erfahren Noch gilt der Bregenzerwald als Geheimtipp für Mountainbiker: Einige Routen wurden erst ganz neu angelegt. Außergewöhnlich ist die große Bandbreite von ganz gemütlichen und höchst anspruchsvollen Touren. Sie machen sich mit fach- und ortskundiger Begleitung auf den Weg. Verwöhnendes für Körper und Gaumen bieten spezialisierte Mountainbike-Gastgeber.

Leistungen: 3, 4 oder 7 Übernachtungen mit Frühstück oder Halbpension in einer Unterkunft nach Wahl; 1 bzw. 2 geführte Mountainbiketouren; Mountainbike-Karte; Energiepaket; Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 10.5. – 13.10.12 (zu bestimmten Terminen) Preis pro Person: ab € 229 im Doppelzimmer mit Halbpension

Handwerk+Form 2012 Handwerk+Form, Wettbewerb und Ausstellung zugleich, findet alle drei Jahre in Andelsbuch statt. Zum Wettbewerb reichen Bregenzerwälder Handwerker Werkstücke ein, die sie mit in- und ausländischen Designern und Architekten ­entworfen haben. Eine international besetzte Jury wählt die besten Werke aus. Was zählt, ist das durchdachte Produkt, ausgeführt in hoher handwerklicher Qualität, gemacht für den guten Gebrauch und nicht fürs Museum. Die besten Werkstücke sind anschließend an außergewöhnlichen Orten zu sehen. Im werkraum depot in ­Schwarzenberg werden ausgewählte Stücke der Werkraum-­ Mitglieder ausgestellt.

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Leistungen: 2 Übernachtungen mit Gourmet-Halb­pension im 3- oder 4-Sterne Hotel; Eintrittskarte „Handwerk+Form“ (Ausstellung); Exklusiv-Führung durch die Ausstellung (Samstag 10.00 Uhr); Eintrittskarte für das Werkraum Depot in Schwarzenberg (Sonntag) Termine: 12. – 14.10.12 | 19. – 21.10.12 Preis pro Person: ab € 142 im Doppelzimmer mit Halbpension


Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: Tel. +43 (0)5512 2365 info@bregenzerwald.at http://sommer.bregenzerwald.at

Grüner Wald & große Oper (Fraternité) Sie wohnen in einem ausgewählten Hotel in herrlich grüner Umgebung im Bregenzerwald und besuchen an einem Abend die Bregenzer Festspiele: Auf der größten Seebühne der Welt ist in diesem Jahr die Oper André Chénier von Umberto Giordano zu hören und zu sehen. Der Transfer nach Bregenz und retour ist inkludiert, ebenso ein Mitternachtsimbiss nach der Aufführung in Ihrem Hotel. Weitere Grüner Wald & große Oper-Angebote: - Liberté (1 Übernachtung) - Égalité (2 Übernachtungen)

Leistungen: 3 Übernachtungen mit Halbpension; 1 Begrüßungsgetränk im Hotel; Festspiel-Transfer (teilweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln); 1 Ticket für „André Chénier“ (Kat. 2/So-Do oder Kat. 3/Fr+Sa); Mitternachtsimbiss im Hotel nach der Festspielaufführung; Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 19.7. – 18.8.12 Preis pro Person: ab € 303 im Doppelzimmer mit Halbpension ab € 246 im Doppelzimmer mit Frühstück

Familienwandern & Hütten erleben Auf einer Hütte fernab vom Dorf zu übernachten hat einen besonderen Reiz. Die einfache, gemütliche Atmosphäre verzaubert. Ringsum Wiesen und Wälder, Brunnen plätschern, die Kuhweiden liegen ganz nah. Drei Tage lang erkunden Sie auf leicht zu begehenden Höhenwegen die schöne Bregenzerwälder Bergnatur – zweimal übernachten Sie auf einer Hütte. Die Tagesetappen sind kurz, zwischen 2 bis fast 4 Stunden. Weitere Hüttenwanderungs-Angebote: - Hüttenwandern & Gipfel erklimmen

Leistungen: 2 Übernachtungen auf einer Hütte mit Halbpension oder Frühstück; Wanderkarte und ­Streckenbeschreibungen Termine: 1.6. – 31.10.12 Preis pro Person: ab € 54,00 im Matratzenlager mit Frühstück ab € 75,00 im Matratzenlager mit Halbpension Kinderermäßigung auf Anfrage!

Wandern & genießen Das genussvoll-praktische Bregenzerwald-Angebot zum Kennenlernen mit Preisvorteil. Wenn Sie von Sonntag bis Donnerstag buchen, übernachten Sie viermal und zahlen nur für drei Nächte! Sie wohnen in einer Unterkunft nach Wahl. Inkludiert ist außerdem eine kulinarische Ganztageswanderung, bei der Sie drei Gänge an verschiedenen Orten genießen.

Leistungen: 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag oder 3 Übernachtungen von Donnerstag bis Sonntag mit Frühstück oder Halbpension; Gutschein für das Angebot „Schritt für Schritt von Gang zu Gang“ – eine kulinarische Wanderung; Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 16.6. – 7.10.12 (buchbar von Sonntag – Donnerstag oder Donnerstag – Sonntag) Preis pro Person: ab € 192 im Doppelzimmer mit Halbpension ab € 136 im Doppelzimmer mit Frühstück

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Bregenzerwald Tourismus: Buchbare Angebote

Buchung, Info: Tel. +43 (0)5512 2365 info@bregenzerwald.at http://sommer.bregenzerwald.at

Einblicken & KäseStrasse entdecken Sie wohnen in einer Unterkunft nach Wahl und gewinnen interessante Einblicke in die Käseherstellung, für die der Bregenzerwald so bekannt ist. Stationen Ihrer Entdeckungsreise sind der moderne Käsekeller, wo tausende Käselaibe reifen, ein Schaf-Bauernhof und ein Bauernhof mit einem ganz neuen Stall, wo Sie den Ziegen zuschauen können und mehr über Molke und die Besonderheiten von Molkekosmetik erfahren. Leistungen: 3 Übernachtungen von Donnerstag bis Sonntag oder 4 Übernachtungen von Sonntag bis Donnerstag in der Unterkunft nach Wahl mit Frühstück oder Halbpension; Besuch im Bregenzerwälder Käsekeller mit kleiner Käse-Verkostung und einem Glas „Wäldar Win“ oder „Wälder Senn“

(Bier mit Frischmolke); 1 kg Bergkäse mild oder würzig als käsige Erinnerung; Besuch am SchafBauernhof von Familie Gmeiner inkl. einem € 10,00-Gutschein; Besuch Erlebnisbauernhof Ingo Metzler inkl. € 10,00-Gutschein; Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 1.9. – 26.10.12 (buchbar von Sonntag – Donnerstag oder Donnerstag – Sonntag) Preis pro Person: ab € 202 im Doppelzimmer mit Halbpension ab € 146 im Doppelzimmer mit Frühstück ab € 494 für 2 Personen im Apartment ohne Verpflegung

Kulinarisch wandern im Bregenzerwald Schritt für Schritt von Gang zu Gang. Sie wandern durch ausgesucht schöne Landschaften im Bregenzerwald und genießen ein 3-gängiges Menü mit regionalen Spezialitäten in verschiedenen Berggasthäusern oder Restaurants – und wir organisieren alles für Sie. Egal ob Sie alleine, zu zweit, mit der Familie oder mit Freunden unterwegs sind. Zur Wahl stehen je eine eindrucksvolle Wanderroute in Mellau, Bezau und Schwarzenberg.

Leistungen: Beschreibung der Wanderroute und eine Wanderkarte; Gutscheine für ein 3-gängiges Menü, bestehend aus einem Bergfrühstück, einer Hauptspeise und einem süßen Abschluss; Tickets für die Fahrten mit den Bergbahnen und Bussen Termine: 16.6. – 7.10.12 Preis pro Person: ab € 37,00 ab € 35,00 für Inhaber der Bregenzerwald Gäste-Card bzw. der Bregenzerwald SaisonCard

Liedgesang & Schubert-Klang Mit über 70 Veranstaltungen ist die ­Schubertiade Schwarzenberg weltweit das renommierteste und bedeutendste SchubertFestival. Sie ­nennen uns Ihren Reisetermin und Ihre Wunschkarten – wir erstellen Ihnen Ihr individuelles Komplett-Angebot.

Leistungen: Übernachtungen mit Frühstück oder Halb­pension; mind. 3 Konzertkarten pro Person der besten ­Kategorie; Tickets Schubertiade Shuttle-Bus; Info-Mappe und Tickethinterlegung im Hotel; Bregenzerwald Gäste-Card Termine: 16.6. – 25.6.12 | 27.8. – 9.9.12

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Tipps der Redaktion: Kaufen und Bummeln ...

Kulinarium Metzler Käse und andere Spezialitäten

Vinothek FranzMichl Weine und Spezialitäten

„Liebling“sladen Kleidung, Schuhe, Friseursalon

Produkte aus dem Bregenzerwald werden nach dem Motto „Gsund, guad, dauig – gesund, gut und heimisch“ in dem gemütlichen Verkaufslokal im Ortszentrum von Mellau angeboten. Bei Kaffee und einer Jause kann man in behaglicher Atmosphäre die verschiedenen Produkte der heimischen Selbstvermarkter probieren und genießen.

Verwöhnt werden in all seinen Facetten: Das verspricht die Vinothek FranzMichl im ­Zentrum von Schoppernau im hinteren Bregenzerwald, die reich bestückt mit erlesenen Weinen und ausgesuchten Spezialitäten der österreichischen und mediterranen Küche ist. Ein lateinischer Trinkspruch ziert die Glasfassade und gilt als Devise: „Qui bene bibit, bene vivit – Wer gut trinkt, lebt gut.“

Der „Liebling“sladen im alten Gewölbekeller des Hotel Gams ist perfekt für alle, die gerne lustvoll shoppen und deren Herz für Lifestyle schlägt. Eine liebevolle Auswahl an Kleidung des neuen, trendigen Modelabels Zacharia Angel, Schuhe von Melissa „Plastic Dreams“ und Accessoires verschiedener Marken verleihen dem individuellen Style die ganz besondere Note. Jeder findet ganz bestimmt sein Lieblingsstück oder einen neuen lässigen Look von „Liebling“sfriseurin Karin.

Erwin und Manuela Metzler Übermellen 319, 6881 Mellau +43 (0)664 13 96 352 www.kulinariummetzler.at

Vinothek FranzMichl Unterdorf 2a, 6886 Schoppernau +43 (0)680 50 02 002 www.franzmichl.at

„Liebling“sladen, Hotel Gams Platz 44, 6870 Bezau +43 (0)5514 2220 www.hotel-gams.at

Strubobuob – Gartenwerkstatt für Pflanzen und Zierrat

Wälderdrogerien Mitterberger Produkte aus der Natur

CIC Rad- und Bergsport

In der kleinen Werkstatt, wo noch vor 100 ­Jahren Gießkannen und Metallwaren erzeugt und geflickt wurden, wird heute stilvoller und nostalgischer Zierrat für Haus und Garten verkauft. Der hübsche Vorgarten und das Freigelände laden zum Verweilen ein und inspirieren. Der Geschäftsname „Strubobuob“ ist der Bregenzerwälder Ausdruck für die verblühte Alpenanemone und beschreibt ein zerzaustes Bubenköpfchen.

Ein großes Sortiment an Naturkosmetika, Naturheilmitteln, Heilkräutern in offenen Jutesäcken und verschiedene Teesorten ­verströmen einen angenehm bezaubernden Duft in den Geschäftsläden in Alberschwende und Egg. Ganz abseits der großen Drogerie­ ketten liegen dem kompetenten Team die Natur und Gesundheit und eine persönliche Beratung sehr am Herzen.

Das Fachgeschäft für Bikes und Zubehör liegt im Hinterhof der alten Kleiderfabrik in Egg und lässt Radträume wahr werden, egal ob ein eigens zusammengestelltes Wunschrad, Mountainbike, Rennrad oder Trekkingbike oder ein bestens hergerichtetes Leihrad. ­Versierte Mitarbeiter stehen Ihnen zur Seite und auch für allfälligen Service zur Verfügung.

Jürgen Beer Bahnhof 139, 6870 Bezau +43 (0)664 432 59 26 oder +43 (0)5514 31381 www.gartenwerkstatt-bezau.at

Metzgerei Graninger In der traditionell geführten Metzgerei in ­Hittisau wird schon seit drei Generationen großer Wert auf Hausmacher-Qualität gelegt. Durch die Verbindung von neuen Techniken und altbewährter Handwerkstradition stellt Chefin Astrid Graninger auch heute noch nach demselben Verfahren wie anno dazumal heiß geräucherte Speck-Spezialitäten her. Bei den Hausmacher Konserven wird Frischfleisch verarbeitet und nur durch Hitze haltbar gemacht. Chemische Konservierungsstoffe finden dabei keinen Platz. Verkaufsladen Metzgerei Graninger Platz 341b, 6952 Hittisau +43 (0)5513 30275 www.zunft.at/graninger

Wälderdrogerien Mitterberger Hof 18, 6861 Alberschwende +43 (0)5579 4371 Loco 940, 6863 Egg +43 (0)5512 2416

CIC Rad- und Bergsport Klebern 561, 6863 Egg +43 (0)664 15 82 172 www.cic-sport.com

Sennerei Huban Doren Käse und Heumilchprodukte

Schafmilchbetrieb Gmeiner Hofladen

Der Käse aus dem Bregenzerwald schmeckt so einzigartig wie seine Landschaft beschaffen ist. Weite Wiesen- und Weideflächen, urwüchsige Talschaften und eindrucksvolle Hochalpen – das ist die Heimat der Hubaner Käsespezialitäten. Auf Silagefutter und Gentechnik wird gänzlich verzichtet. Deshalb verleiht diese silofreie Rohmilch, auch Heumilch genannt, den Milch- und Käseprodukten ein unverwechselbares Aroma. Ein echtes Stück Bregenzerwald für den Gaumen.

Schafmilch wird wegen ihres exzellenten Geschmacks und ihrer guten Verdaulichkeit seit jeher geschätzt und wurde früher als „weiße Medizin“ bezeichnet. Mit viel Liebe stellen die Schafmilchbauern Brigitte und Thomas Gmeiner Schafmilchprodukte wie Joghurts und verschiedene Käsesorten von Hand her. Im Hofladen angeboten werden Molkedrinks, Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Produktion und natürlich verschiedenste Wollprodukte – von Filz­ patschen bis zu Ruhekissen aus Schafwolle.

Sennerei Huban Huban 139, 6933 Doren +43 (0)5516 2001 www.sennerei-huban.at

Brigitte und Thomas Gmeiner Kirchdorf 60, 6874 Bizau +43 (0)5514 2509 www.schafmilchbetrieb.com

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Tipps der Redaktion: Essen und Trinken ...

Käsewirte Bregenzerwald In den gemütlichen Stuben der heimischen Wirtshäuser und Restaurants tischen die Köchinnen und Köche auf, was das Herz begehrt. Die KäseWirte der KäseStrasse ­offerieren ihren Gästen traditionelle Köstlichkeiten der Sennereien bis hin zu feinsten Käsemenüs. Im Tal und in der Höhe laden idyllische, einfache Gasthäuser dazu ein, ursprüngliche Wirtshauskultur zu genießen. Vor allem der KäseHerbst bietet ein buntes kulturell-kulinarisches Veranstaltungsprogramm für Genussfreudige, Kulturinteressierte und für all jene an, die die Ursprünge und den Charakter der Bregenzerwälder Lebenskultur erkunden wollen. www.kaesestrasse.at

Gasthaus Alpenrose Egg – Kaltenbrunnen Der Gasthof Alpenrose ist in typischer ­Bregenzerwälder Bauweise errichtet. Holzschindeln bedecken die Wände und der Blick von der großen Terrasse geht weit über das Tal der Bregenzerach. Umgeben von Wiesen, einem großen Spielplatz und einem Bauernhof werden Gemütlichkeit, gutbürgerliche Küche mit vielen Produkten aus der Region und eine herrliche Panoramaaussicht geboten. Der Chef kocht selbst und bietet als KäseWirt leckere Spezialitäten aus dem Bregenzerwald an. Familie Beck Kaltenbrunnen, 6863 Egg +43 (0)5512 2433 www.kaltenbrunnen.com

BERGGUT im Sommer Gutes aus dem Bregenzerwald Engagierte Bäuerinnen, Bauern und FeinkostExperten erzeugen mit großer Aufmerksamkeit Köstlichkeiten. Bregenzerwälder Berggasthöfe und Ausflugsrestaurants stellen regionale Produkte von hoher Qualität unter dem Motto BERGGUT in den Mittelpunkt. Fleisch und Eier stammen von kleinen Bauernhöfen. Vieles entsteht in Handarbeit: die exzellenten Bergkäse und Frischkäse, knuspriges Brot, feinste Butter, Joghurts und Bauernhof-Eis. BERGGUT leistet einen genussvollen und gleichzeitig sinnvollen Beitrag: Frisches und naturnah Erzeugtes schmeckt einfach besser und kurze Lieferwege schonen die Umwelt.

Moorwirte in Krumbach Die vier Krumbacher Moorwirte widmen sich dem Thema „Moore Krumbach“ und bieten unvergleichliche Genüsse aus der Moorlandschaft an. Mindestens eine Speise mit Moor­ bezug ist ganzjährig auf der Karte zu finden. Als ausgebildete Moorführer vermitteln sie persönlich mit individuell gestalteten Führungen ihr Wissen und ihre Eindrücke. Kulinarische Höhepunkte im Jahreskalender sind die Frühlings- und Herbstmoorwochen, wo gemeinsam zum besonderen Kulinarium um die Moore eingeladen wird. Variationen aus Ampfer, Mädesüß und Moosbeere krönen die genussvollen Köstlichkeiten.

Café-Restaurant Sägerstuben Au

MundART www.mundart-restaurants.at

Aus Produkten der heimischen Landwirtschaft kreiert und kocht der Chef „Heuwagen“, Kaiser­ schmarren, Steaks, Käsegerichte und vieles mehr. Ein großes Salatbuffet, eine Kinderkarte und die einladende Sonnenterrasse bereichern das Angebot. In einem rustikalen Ambiente wird eine ausgezeichnete, gutbürgerliche Küche mit frischen Produkten aus der Region geboten. Hier wird mit viel Freude und Liebe gekocht! In den Sägerstuben wird auch die traditionelle Stammtisch-Kultur hochgehalten.

Acht ausgezeichnete Häuser des Bregenzerwaldes haben viel Gemeinsames: die ­Tradition als Gastgeber, die Liebe zu ehrlicher Küche und die Überzeugung des sorgfältig ­Gemachten. Ob heimisch oder international, sie schöpfen vielfältig aus der Natur.

Cafe-Restaurant Sägerstuben Kreuzgasse 355a, 6883 Au +43 (0)5515 2949

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Wer die Natur kennt, versteht mehr von Essen und Trinken. Wer den Dialekt ehrt, bewahrt die Wurzeln Und wer die Frische liebt, beehrt die MundART Restaurants.

Almhotel Hochhäderich Alpenarena Hochhäderich, Hittisau www.alm-hotel.at Bergrestaurant Simma Bergbahnen Mellau, Roßstelle www.restaurant-simma.at Panoramarestaurant Diedamskopf Bergbahnen Diedamskopf, Au-Schoppernau www.diedamskopf.at Berggasthof Elsenalpstube Damülser Seilbahnen, Uga-Express www.elsenalpstube.at Wanderhütte „Hochalp“ Warth-Schröcken, Steffisalp Express www.jaegeralpe.at

Gasthof Adler +43 (0)5513 8156-0 www.adler-krumbach.at Restaurant Schulhus +43 (0)5513 8389 www.schulhus.com Kurhotel Rossbad +43 (0)5513 5110 www.rossbad.com Krumbacher Stuba +43 (0)5513 8724 www.krumbacher-stuba.at www.krumbach.at

Gasthof Adler Schwarzenberg +43 (0)5512 2966, www.adler-schwarzenberg.at Hotel Gams Bezau +43 (0)5514 2220, www.hotel-gams.at Hotel Gasthof Hirschen Schwarzenberg +43 (0)5512 2944-0, www.hirschenschwarzenberg.at Gasthof Krone Hittisau +43 (0)5513 6201, www.krone-hittisau.at Hotel Krone Au +43 (0)5515 2201, www.krone-au.at Hotel Post Bezau +43 (0)5514 2207-0, www.hotelpostbezau.com Hotel Das Schiff Hittisau +43 (0)5513 6220, www.schiff-hittisau.com Restaurant ­­Schulhus Krumbach +43 (0)5513 8389, www.schulhus.com


Tipps der Redaktion: Sehen und Staunen ...

Handwerk+Form Wettbewerb und Ausstellung zugleich, findet alle drei Jahre in Andelsbuch statt. Bregenzerwälder Handwerksbetriebe reichen gemeinsam mit inund ausländischen Architekten entwickelte Werkstücke ein und führen handwerkliche Herstellung und ästhetischen Entwurf zusammen. In einer außergewöhnlichen Präsentation mit attraktivem Dorfrundgang sind die von der internationalen Jury prämierten Stücke zusammen mit allen anderen Einreichungen ausgestellt. Den Rahmen für diese handwerkliche Festwoche im Oktober 2012 bildet das neue Werkraum Haus – das seine Türen noch vor seiner offiziellen Fertigstellung öffnet.

Bezau Beatz Open-Air-Konzerte Bezau Beatz ist eine Open-Air-Konzertreihe mit Musik aus den Richtungen von Jazz, Funk & Soul über Ethnomusik bis hin zu Pop. Ausgezeichnete Musiker und Bands treten live auf dem Bezauer Dorfplatz auf, der eigens für diese Veranstaltung bei Bedarf überdacht wird und ein ganz besonderes Ambiente inmitten des Dorfkerns neben Kirche und Pfarrhaus bietet. Die Konzerte finden im Juli und August immer dienstags und bei jeder Witterung statt. Beginn ist um 21 Uhr, für die Bewirtung ist direkt am Dorfplatz gesorgt.

13.-14. und 19.-21. Oktober 2012 täglich von 10 – 18 Uhr www.werkraum.at

Bezau Beatz Tourismusbüro Bezau +43 (0)5514 2295, www.bezau.at

Bregenzerwälder Bezirks­­musikfest 2012

Teestunde mit der Königin Klingende Kirchenführung mit Orgelmusik

Der Musikverein Krumbach ist stolzer Veranstalter des 47. Bregenzerwälder Bezirksmusikfestes 2012. Als größte Veranstaltung mit traditioneller Blasmusik, vielen Trachtenträgern, einem Umzug und einem riesigen Festgelände lockt das Bezirksmusikfest, das jährlich in einer anderen Gemeinde stattfindet, Jung und Alt aus der Talschaft und der weiteren Umgebung an. Das ganze Dorf steht ein Wochenende lang im Zeichen der Blasmusik. Am Umzug nehmen bis zu 50 Musikkapellen und Trachtengruppen teil und mehr als 1000 Musikanten musizieren gemeinsam im Festzelt. Krumbach 2012: 28. Juni – 1. Juli 2012 www.k2012.at

Von Mitte Juli bis Mitte September lernt man jeweils mittwochs von 17 – 18 Uhr einiges zur Geschichte der Kirche als religiöses und gesellschaftliches Zentrum sowie über die Bregenzerwälder Barockbaumeister kennen. Dazwischen werden Orgelwerke verschiedener Epochen aufgeführt. Abwechselnd in Au und Schoppernau beeindrucken OrganistInnen mit ihrem Spiel, heben die Besonderheiten der jeweiligen Orgel hervor und geben Informationen zu den dargebotenen Musikstücken. Tourismusbüro Au-Schoppernau +43 (0)5515 2288, www.au-schoppernau.at

kulturverein bahnhof Die Kulturinitiative bahnhof im ehemaligen Bahnhof in Andelsbuch hat sich in den letzten Jahren zu einem weit über die Grenzen Vorarl­ bergs hinaus beachteten Kulturzentum entwickelt. Mit seiner spannenden Mischung aus lokaler (Alltags-)Kultur und internationalen Acts dient der bahnhof als Vermittler zwischen der Kultur des Bregenzerwaldes und internationalen Positionen in den verschiedenen Kulturformen wie Musik, Literatur, Dichtung, Kunst und Performance. kulturverein bahnhof Hof 347, 6866 Andelsbuch +43 (0)664 250 77 89 www.bahnhof.cc

Schubertiade Schwarzenberg Jedes Jahr veranstaltet die Schubertiade in Schwarzenberg rund 100 Konzerte, Lieder­ abende sowie Meisterkurse – zur Freude von etwa 46.000 Musikliebhabern aus aller Welt. Das weltweit größte Schubert-Festival gastiert 20 Tage in Schwarzenberg und ist Fixpunkt der Kulturszene im Bregenzerwald. Der hervor­ ragende Konzertsaal, eingebettet in eine Bilder­ buchlandschaft, beeindruckt jedes Jahr aufs Neue und bietet den Zuhörern einen Einblick in das Werk des Komponisten Franz Schubert. Tourismusbüro Schwarzenberg +43 (0)5512 3570 www.schwarzenberg.at www.schubertiade.at

Museumstag Bregenzerwald Fünf Museen öffnen jeweils am Freitag ihre Türen mit einem gemeinsamen Ticket: Im Egg Museum werden Ausstellungen zur jüngeren Geschichte präsentiert. Das Frauenmuseum Hittisau betrachtet Geschichte und Gegenwart von Frauen aus regionalem und über­ regionalem Blickwinkel. Führungen zur Herstellung der Bregenzerwälder Frauentracht bietet die Juppenwerkstatt Riefensberg an. Im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg beschäftigt sich die Sommerausstellung mit der berühmtesten Bregenzerwälder Malerin und im Felder Museum in Schoppernau wird zeitgemäß der Schriftsteller, Volksbildner und Sozial­ reformer Franz Michael Felder (1839 – 1869) präsentiert. Wort, Licht und Klang sind die zentralen Elemente der Ausstellungsgestaltung.

Was bietet der „Museumstag Bregenzerwald“? Sie können an jedem Freitag von 15. April bis 30. Oktober 2012 alle Ausstellungshäuser im Bregenzerwald besuchen. Mit dem Landbus erreichen Sie alle Museen im Stundentakt. Für Besitzer der Bregenzerwald Gäste-Card ist die Busfahrt kostenlos. Information: In den teilnehmenden Ausstellungshäusern

eggmuseum, Egg Freitags, 14 – 17 Uhr www.eggmuseum.at Frauenmuseum, Hittisau Freitags, 10 – 12 und 14 – 17 Uhr www.frauenmuseum.at Juppenwerkstatt, Riefensberg Freitags, 14 – 17 Uhr Angelika Kauffmann Museum, Schwarzenberg Freitags, 10 – 17 Uhr www.angelika-kauffmann.com Felder Museum, Schoppernau Freitags, 17 – 19 Uhr www.au-schoppernau.at

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Tipps der Redaktion: Vergnügen und Bewegen ...

Energieportale – 9 Bäume Kulturwanderung in Langenegg

Wälderbähnle Museumsbahn Bregenzerwald

Entdeckungsreise durch die Schneckenlochhöhle

Verschiedene Rundwege schaffen ausgehend vom Dorfzentrum einen Zugang zu ­thematisch gestalteten Portalen, Kunsträumen und Aussichtspunkten in Langenegg. Die „Energie­ portale“ am Bach beschreiben Energieträger in der unmittelbaren Natur – hier befindet sich auch die größte analemmatische Sonnenuhr. Im „Portal Sagenhaftes“ und dem „­Portal Ruhe“ findet man Ruhe und Entspannung mit Sicht auf die Hochmoorlandschaft sowie Überlieferungen aus der Vergangenheit. Dem romantischen Achtal entlang führt der Weg zum imposanten Kunstportal „9 Bäume“.

Die 1902 erbaute und 1980 eingestellte Schmalspurbahn wird von einem engagierten privaten Verein auf einer sechs Kilometer langen, romantischen Strecke zwischen Bezau und Bersbuch betrieben. Das „Wälderbähnle“ fährt mit historischen Dieselloks oder über 100 Jahre alten Dampflokomotiven jeweils an Wochenenden und Feiertagen zwischen Mitte Mai und Ende Oktober. Auf schmaler Spur lässt sich ein Schienenabenteuer im Rhythmus der alten Zeit erleben.

Die Erforschung der größten Höhle ­Vorarlbergs ist bei jedem Wetter ein spannendes ­Erlebnis. Im Inneren des Berges wandern, klettern und kriechen die Höhlenforscher (ab 8 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen) gemeinsam mit einem Höhlenexperten des Aktiv ­Zentrums durch Gänge und Hallen und lernen dabei vieles über die Welt und ihre Wunder unter Tage kennen. Fitness und Trittsicherheit sind beim Anmarsch und bei der Höhlentour Voraussetzung.

Verein Bregenzerwaldbahn BWB +43 (0)664 466 23 30 www.waelderbaehnle.at

Information und Anmeldung Aktiv Zentrum Bregenzerwald +43 (0)5514 3148 www.aktiv-zentrum.at

Geführte Mountainbike-Touren

Golf-Park Riefensberg

Geprüfte Bikeguides bieten geführte Mountainbike- und Rennradtouren in verschiedenen Leistungsstufen an. Egal ob Einsteiger, Genussbiker, Tourenbiker oder Singletrail-Liebhaber, es ist sicher für jeden etwas dabei. Es gilt die schönsten Strecken mit ihren verborgenen Winkeln und Naturschönheiten zu entdecken, ohne dabei den nötigen Respekt vor der Natur zu verlieren. Die herrliche Landschaft und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten machen Lust, gemeinsam zu genießen.

Zwischen Riefensberg und Sulzberg wurde der erste 18-Loch-Platz Vorarlbergs angelegt und sehr behutsam in die Natur eingebettet. Künstliche Seen und gezielt platzierte Bunker ergänzen die natürlichen Hindernisse im hügeligen Gelände, das von vielen kleinen Bächen durchzogen ist. Zusammen mit den Hang- und Schräglagen, den Korridoren und der beeindruckenden Aussicht machen sie das Spiel auf diesem Golfpark zu einem Erlebnis.

Tourismusbüro Langenegg +43 (0)5513 4101, www.langenegg.at

Naturerlebnis Holdamoos Au-Schoppernau Das Naturerlebnis Holdamoos verbindet die Orte Au und Schoppernau. Das Herzstück ist eine 400 Jahre alte Vorsäßhütte. Dazu gehört ein Kräutergarten, der mit ­seinen ­Farben, ­Düften und verborgenen Kräften ­beeindruckt. Rund um die Hütte und den See ­führen gepflegte Spazierwege und eine abenteuerliche Hängebrücke über das Tobel, eine Kneipp­anlage lässt Müde wieder munter ­werden und ein gut beschilderter Natur- und Landwirtschaftspfad beeindruckt mit Wissenswertem zu Natur-, Kultur- und Pflanzenwelt.

www.bikeguide-bregenzerwald.at

Tourismusbüro Au +43 (0)5515 2288 www.au-schoppernau.at

Pferde-Spiele-Stunde „Unsere kleine Farm“

Barfußweg Bizau Barfuß durchs Moos

Fantasie, Erlebnis, Bewegung und Spiel stehen für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren im Vordergrund der Pferde-Spiele-Stunde auf der Berchtold Farm in Schwarzenberg. Spielerisch erlernen sie in kleinen Gruppen den Umgang mit dem Pferd als Partner und Freund. Neben den Pferden leben auf „Unseren kleinen Farm“ verschiedene Hühner, Kühe, Ziegen, Hasen, ein Hund und auch zwei Alpakas. Diese neugierigen und lustigen Tiere können auf Touren und Wanderungen mitgenommen werden.

Die natürliche Bild- und Geräuschkulisse des Ulvenbaches in Bizau und die vielen seltenen Pflanzenarten schaffen ein eindrucksvolles Erleben von Natur- und Kulturwerten und ermöglichen eine ganzheitliche Sinneserfahrung. Entlang des naturbelassenen Dorfbaches wandert der Besucher über eine Strecke von rund 600 Metern barfuß durch das Moos. Je nach Befinden, Witterung und Jahreszeit taucht der Wanderer mehr oder weniger tief in das Lebenselement Wasser ein.

Yvonne Berchtold +43 (0)664 43 88 422 www.farm-berchtold.at

Tourismusbüro Bizau +43 (0)5514 2129, www.bizau.at

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Golf-Park Riefensberg Unterlitten 3a, 6943 Riefensberg +43 (0)5513 8400-0 www.golf-bregenzerwald.com

Historischer Genussspaziergang Der Spaziergang durch die geschichtsträchtige Marktgemeinde Bezau mit einer Dauer von etwa vier Stunden beinhaltet den Genuss von Vor-, Haupt- und Nachspeise in drei Gast­häusern in Bezau: Hotel Post, Kuschelhotel Gams und Familienhotel Sonne. Die Geschichte Bezaus und des Bregenzerwaldes seit 1249 mit Besichtigung der Kirche und einer Detailvorstellung des Volksaltars stehen dabei auf dem Programm, ebenso wie die ­bäuerliche Dreistufen­bewirtschaftung und die Vorstellung des freien Landgerichtes des hinteren Bregenzerwaldes. Tourismusbüro Bezau +43 (0)5514 2295, www.bezau.at


Bregenzerwald Tourismus: Die Bregenzerwald Gäste-Card

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Die Bregenzerwald Gäste-Card

Die inkludierten Leistungen auf einen Blick:

Wanderwege im Bregenzerwald erzählen auch Geschichten über Naturbesonderheiten, Lebenskultur und bekannte Persönlichkeiten. Auf den Bergen faszinieren ­Ausblicke und ­stimmungsvolle Veranstaltungen: vom Bergfrühstück über Fahrten zum Sonnenuntergang bis zu Musikantentreffen. Die „Eintrittskarte“ für alle ­Erlebnisse ist die Bregenzerwald Gäste-Card. Mit ihr kommt man per Bergbahn nach oben, sie gilt für umweltfreundliche ­öffentliche Busse und ­erfrischende ­Freibäder. Die Bregenzer­wald Gäste-Card ­erhalten alle Besucher, die ­zwischen 1. Mai und 31. Oktober 2012 drei oder mehr Nächte im ­Bregenzerwald wohnen.

Sommerbergbahnen: Sessellift Brüggelekopf, Alberschwende Bergbahnen Andelsbuch Seilbahn Bezau Bergbahnen Mellau Bergbahnen Diedamskopf, Au-Schoppernau Uga-Express, Damüls Steffisalp-Express, Warth Großwalsertaler Seilbahnen, Sonntag Seilbahnen Faschina – Panoramabahn Stafelalpe

Gültigkeit: 1. Mai – 31. Oktober 2012

Zahlreiche Ermäßigungen bei Partnerbetrieben

Schwimmbäder in Au, Bezau, Egg, Hittisau, ­Mellau, ­Schoppernau und Schwarzenberg Freie Fahrt mit dem Landbus Bregenzerwald

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Reisebegleiter Bregenzerwald

AutorInnen dieser Ausgabe

Fotografie

Parallel zu diesem Magazin erscheint halb­ jährlich (­Winter/Sommer) der Reisebegleiter Bregenzerwald mit allen Informationen zum Tourismusangebot der Region.

Florian Aicher: Architekt und Autor im Allgäu Milena Broger: Studentin, Absolventin der Höheren Lehranstalt für Tourismus in Bezau Martin Hartmann: Kulturredakteur beim ORF Vorarlberg Irmgard Kramer: Schriftstellerin im Bregenzerwald Peter Natter: Autor und Philosoph in Dornbirn Carina Jielg: Kulturredakteurin beim ORF Vorarlberg Silke Ritter: Journalistin im Bregenzerwald Armin Thurnher: Chefredakteur der Wochenzeitschrift „Falter“ in Wien

Adolf Bereuter, im Bregenzerwald gebürtig, arbeitet als freier Fotograf. Die Qualität seiner Bilder, sein Auge für Lichtstimmungen, seine Hingabe an einen Auftrag, sein Interesse an den Menschen, die er fotografiert, und sein einfühlsamer Umgang mit ihnen machen ihn zum idealen Porträtisten der Menschen und Landschaften des Waldes. Dazu muss er in freier Natur oder in fremden Räumen arbeiten. Dort stellt er, wenn nötig, auch Möbel um: „Nicht er­schrecken, ich stelle alles wieder so, wie es vorher war“, sagt er dabei. Dass ihm das gelingt, ist nicht zuletzt auch ein Beweis für sein fotografisches Gedächtnis.

Im Sommer vom Wandern (inklusive k­ leiner Wanderkarten) über Outdoor-Aktivitäten, ­Programm mit Kindern, Kultur, Baukunst und Kulinarik bis zum Wohlfühl-Angebot. Im Winter von Ski alpin, Langlauf, ­Snowboarding, Winterwandern bis zu Kultur, Baukunst, Kulinarik und Wohlfühlen. Ihr persönliches Exemplar des ­ Reisebegleiters erhalten Sie kostenlos bei ­Bregenzerwald ­Tourismus.

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Das Wasser zum Essen.

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Reisemagazin Bregenzerwald, Vorarlberg - Sommer 2012