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Stephen Ellcock
Urheberrechtlich geschütztes Material



Die vier Körpersäfte und die vier Temperamente. Chaos. Schöpfungsmythen. Urgötter. Yin und Yang. Akupunktur. Platonische Körper. Arabische Kosmologie. Der Stein der Weisen. Alchemie und Transmutation. Astrologie. Die vier Jahreszeiten. Chakren. Die Kette des Seins. Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Theorie der Korrespondenzen. Die drei Prinzipien. Ayurvedische Medizin.
Erdmutter. Ceres. Fruchtbarkeitsmythen. Opfer und Wiederauferstehung. Ackerbau und Ernte. Der Grüne Mann. Heidnische Feste. Der Burryman. Das Wurzelchakra. Paradies. Begräbnis. Hügelfiguren und der Cerne Abbas Giant. Gärten und Gärtnern. Steine, Felsen und Sand. Pflanzen, Blumen und Laub. Spinnenfrau. Die Erneuerung der Natur. Das Jahresrad.
Ozeane, Flüsse und Seen. Heiliges Chakra oder Svadhisthana. Seeungeheuer. Der kosmische Fluss Okeanos. Flutmythen. Taufe. Überschwemmungen. Regen und Regengötter. Wasserknappheit. Meermenschen. Wasserhosen. Weibliche Energie. Steigende Meeresspiegel. Wassertiere. Schnee, Eis und Eisberge. Wasserfälle. Gezeiten, Wellen und Tsunamis. Der Surfsport.




Qi. Wolken und Regenbögen. Donner, Taifune, Hurrikane, Stürme und Wirbelwinde. Anemographische Karten. Luftreisen: Flugzeuge, Gleiter, Heißluftballons und Luftschiffe. Leonardo da Vinci. Donner und Windgötter. Windtunnel. Ultraschallwellen. Der Traum des Menschen vom Fliegen. Luftverschmutzung und Smog. Die vier Winde. Ballons und Drachen. Ikaros und Dädalos.
Vulkane. Zeremonien und Rituale zur Abwehr von Feuern. Begräbnisfeuer und Einäscherung. Der Diebstahl des Feuers. Feueranbetung. Opferfeuer. Metallbearbeitung und Schmieden. Reinigendes Feuer. Das Solarplexuschakra. Feuerwehrmänner oder Hikeshi. Sonne und Mars. Prometheus. Feuerspucker. Fotografie. Feuerwerke und Diwali. Pyrophytische Pflanzen. Waldbrände.
Das ätherische Element. Atome. Akasha. Die Leere. Brücke zwischen dem körperlichen und dem spirituellen Bereich. Das Kehlchakra. Das HubbleWeltraumteleskop. Unsichtbare Kräfte und Schwerkraft. Weltraum, das Universum, Planeten und Sterne. Spiritismus. Geistfotografie. Engel. Wesen jenseits des menschlichen Bereiches. Ektoplasma. Gedankenformen. Kirlianfotografie.
Unsere fernen Vorfahren, die sich in einer feindseligen, erbarmungslosen Welt wiederfanden, konfrontiert mit dem Chaos und der Komplexität der Materie, suchten Antworten auf grundlegende Fragen: Woher kommen wir? Wie und woraus wurde der Kosmos geformt? Warum ändern sich die Dinge ständig und wieso verfällt alles?
Viele der klügsten, elegantesten Antworten auf diese Fragen finden sich in der antiken griechischen Theorie der fünf Elemente: Luft, Feuer, Erde, Wasser und Äther oder Quintessenz. Sie half, die Komplexität der Natur zu erklären, indem sie die Stoffe in ihre Teile zerlegte. Auf der Ebene des Mikrokosmos repräsentierten die Elemente separate psychologische, emotionale und physiologische Zustände, während sie auf der des Makrokosmos versprachen, die Funktionsweise des Kosmos und die Geheimnisse des Lebens zu enthüllen. Die fünf klassischen Elemente sind universelle Symbole, omnipräsente Archetypen, tief eingebettet in das kollektive Unbewusste und die allgemeine Fantasie.
Vor allem symbolisieren die fünf Elemente die Wechselbeziehung aller Dinge. Sie sind wilde, unberechenbare Kräfte, die alles zusammenhalten und das Materielle mit dem Immateriellen, das Bekannte mit dem Unbekannten verbinden. Sie sind immer in Bewegung, eingeschlossen in einen ewigen Kreislauf aus Zerstörung und Schöpfung. Die Gesundheit unseres Planeten hängt vom empfindlichen Gleichgewicht solcher Mächte ab. Wird es durch menschliche Gier oder Hybris permanent zerstört, folgt mit großer Sicherheit die Vernichtung.
Als ich mich selbst vor etwa 20 Jahren in einer feindseligen, erbarmungslosen Welt
wiederfand, hatte ich kaum kluge Antworten, um meine Lage zu erklären, und verlor mein persönliches Gleichgewicht. Wortwörtlich und metaphorisch. Die Intensivstation wurde mein Zuhause, während ich kopfüber ins Chaos stürzte, wild entschlossen, meine Vergangenheit ebenso auszulöschen wie meine Zukunft. Narben und Beulen verheilten mit der Zeit, Demütigungen und Peinlichkeiten wurden vergessen, aber es dauerte fast zwei schmerzvolle Dekaden, bevor ich mein Gleichgewicht und meinen Platz in der Welt wiederfand. Ich war ein hoffnungsloser Fall, gerettet in letzter Sekunde und lebender Beweis für die mysteriösen, unerwarteten Kräfte der Natur.
Der dauerhaft traumatisierte Planet, auf dem wir momentan gestrandet sind, ist ganz ernsthaft aus der Balance – scheinbar im Würgegriff eines Todeswunsches, gefangen in der Feedback-Schleife der Vergängnis, der ultimative hoffnungslose Fall. Jeden Tag erleben wir neue Katastrophen und gleiten in Zeitlupe in die Apokalypse. Während wir entsetzt oder gleichgültig zuschauen, wie alles zerfällt, fühlen sich die meisten von uns desorientiert, desillusioniert, entfremdet von den Rhythmen der sterbenden Welt um uns herum, unsere Verbindung zu den lebenden Dingen brutal abgeschnitten. Erst wenn wir anerkennen, dass wir denselben elementaren Kräften unterliegen wie die ganze Schöpfung, und lernen, in Harmonie mit diesen zu leben, können wir unsere Beziehung zur Natur wiederherstellen, das Gleichgewicht zurückerlangen und das Unglück abwenden. Unser künftiges Wohlbefinden und wahrscheinlich sogar unser Überleben hängen von unserem nächsten Schritt ab. Erinnern wir uns an unseren Platz im Universum und versuchen wir, nicht abzustürzen.






»Die Elemente daher sind die ersten aller Dinge, und alle Dinge sind von ihnen und durch sie, und sie sind in allen Dingen, und verbreiten ihre Vorzüge durch alle Dinge.«
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Spielkarten mit Darstellungen der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, aus einem Minchiate-Spiel (eng verwandt mit dem Tarock), Florenz, Italien, 17. Jahrhundert
Heinrich Cornelius Agrippa, Drei Bücher über Magie, Buch I: Naturmagie, 1531, dt. nach der engl. Übersetzung von James Freake
Stele von Tatiaset, Deir el-Bahari, Theben, Ägypten, Leim und Farbe auf Holz, 825–712 v. Chr.
In »An Hymne in Honour of Love« (1596) beschreibt der englische Dichter Edmund Spenser eine Schöpfung, in der die Elemente gegeneinander konspirieren und damit Verwirrung und Ruin stiften. Luft hasst Erde und Wasser hasst Feuer, bis die Liebe sie in ihre natürliche Ordnung bringt und ihnen befiehlt, sich als lebende Wesen auf »freundliche Weise« zu vermischen.
Die Idee, dass Erde, Wasser, Luft und Feuer als erste Substanzen am Anfang der Schöpfung auftauchen und von einer göttlichen Kraft in eine geordnete Struktur gebracht werden, ist uralt. Schöpfungsmythen aus der ganzen Welt berichten von einer Zeit, als der Kosmos aus dem ursprünglichen Chaos erwuchs, das oft durch das Wasser verkörpert wurde. Üblicherweise wurden Erde, Luft, Wasser und Himmel voneinander getrennt, um Form und Ordnung in das Chaos zu bringen.
Unter den indigenen Amerikanern im Südwesten der USA ist der vorherrschende Schöpfungsmythos der des Erdtauchers, in dem ein Tier – ein Wasserinsekt oder auch eine Schildkröte – in die Urwasser abtaucht und etwas vom Boden des Meeres heraufbringt, aus dem die Erde wächst oder gebildet wird. In der polynesischen Mythologie fischt der Heros Māui die Nordinsel Neuseelands aus dem Meer. In manchen Überlieferungen wird sein waka (Kanu) zur Südinsel – Te Waka a Māui. In den ägyptischen Pyramidentexten (ca. 2350 v. Chr.) beginnt die Schöpfung mit dem Urgewässer, das manchmal als Nun, der Vater der Götter, personifiziert wird. Der Gott Atum steigt als pyramidenförmiger Hügel aus den Wassern auf und erzeugt Schu und Tefnut, Luft und Feuer, die zusammen den Gott Geb (Erde) und die Göttin Nut (Himmel) zeugen.
Sie werden von Schu getrennt, um Raum zwischen ihnen freizugeben.
Im antiken Griechenland gab es neben anderen frühen Schöpfungsberichten die Theogonie des Dichters Hesiod aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. mit einer Genealogie der Urgötter. Chaos wurde zuerst geboren, gefolgt von Erde, Himmel, dem inneren Meer und dem äußeren Ozean. Ein anderer früher Bericht sprach von drei Luft-Urgöttern: Aether war der Gott des oberen Himmels, Chaos war der Gott der Luft auf der Erdebene und Erebos war der Gott der Luft in der Unterwelt. Aether zeugte Gaia, die Erdmutter, Thalassa, die Meeresgöttin, und Uranus, den Gott des Himmels.
Der Glaube der alten Griechen an die fünf Elemente – Erde, Wasser, Luft, Feuer und Äther – als Grundbausteine der Materie begann mit den vorsokratischen Philosophen des 6. Jahrhunderts v. Chr., die nach Erklärungen für das Wesen der Materie und die Funktionsweise des Kosmos suchten. Laut

Aristoteles (384–322 v. Chr.) war Thales von Milet (in der heutigen Türkei) der Erste, der angab, dass alle Dinge aus Materie seien mit Wasser als wichtigstem Bestandteil. Er behauptete, die Welt schwimme auf dem Wasser wie ein Holzscheit. Auf ihn folgte Anaximenes von Milet, der sagte, dass Pneuma – Luft, Atem oder Geist – die wichtigste Komponente der Materie sei, während für Heraklit von Ephesos das Feuer das vorrangige Element war. Er nahm an, dass der Kosmos nicht von Göttern oder Menschen gemacht wurde, sondern ein Feuer sei, das auf ewig verglüht und wieder aufflammt. Im 5. Jahrhundert v. Chr. schrieb Empedokles von Agrigent (ca. 485 bis ca. 435 v. Chr.) in Über die Natur, vier Elemente oder »Wurzeln« – Erde, Wasser, Luft und Feuer – seien die Urstoffe. Sie wären ewig und würden in unterschiedlichen Anteilen gemischt, zusammengehalten durch die Kräfte der Liebe (Anziehung) und getrennt durch jene des Streits (Abstoßung), um die veränderlichen Substanzen zu erzeugen, die man in der Welt sehen könne.
Im Timaios nennt Platon (ca. 427–347 v. Chr.) diese vier Elemente Elementarkörper und behauptet, sie seien aus geometrisch geformten festen Teilchen gebildet. Jedem ist eine feste Form zugewiesen: Erde – Würfel, Luft – Oktaeder, Wasser – Ikosaeder und Feuer – Tetraeder. Platon glaubte, dass der Schöpfergott einen fünften Körper, das Dodekaeder, benutzte, um die Konstellationen anzuordnen. Die mit Feuer, Luft und Wasser assoziierten Körper wurden aus ähnlich geformten Dreiecken gebildet, zwischen denen Umwandlungen stattfanden; Erde war jedoch davon ausgeschlossen. Außerdem glaubte Platon, die Menschen lebten in einer unvollkommenen Schattenwelt, die
Illustration aus Ein schöner kurtzer Extract der Geometriae vnnd Perspectiuae, Paul Pfinzing von Henfenfeld, 1599

eine Kopie einer ewigen, idealisierten ist, und seien nicht in der Lage, das göttliche Muster der perfekten Welt zu erkennen.
Platons Schüler Aristoteles glaubte nicht an die Schattenversion einer Idealwelt, sondern zog es vor, das Universum anhand seiner eigenen Beobachtungen zu erklären. Er stimmte mit Empedokles hinsichtlich der vier Elemente überein und fügte noch ein fünftes hinzu, den Äther als Stoff des Himmels. In Über den Himmel argumentierte er, dass die Erde eine feste, bewegungslose Kugel im Zentrum des Universums und das Universum in zwei Regionen unterteilt sei: die irdische und die himmlische.
mit den Elementen, Wandteppich, John Craxton, 1975–76

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Henry Wadsworth Longfellow, DriftWood, 1857


✺ Illustration aus Alchymia naturalis occultissima vera (»Die Wahre, Natürliche, Verborgene Alchemie«), 18. Jahrhundert ✲ Kosmische Schlangen, Yasmin Hayat, 2021
Die irdische oder sublunare Welt existierte unter der Ebene des Mondes. Dort fand man Erde, Wasser, Luft und Feuer. Er ordnete sie nach ihrer Reinheit an, mit Feuer als dem reinsten Element, dann folgten Luft und Wasser und schließlich Erde als das schwerste und unedelste. Alles bestand aus zwei oder mehr Elementen. Er wies jedem anhand der spürbaren Merkmale bestimmte Eigenschaften zu: heiß, kalt, nass, trocken. Erde war kalt und trocken, Wasser kalt und nass, Luft war heiß und nass, Feuer heiß und trocken. Die natürliche Bewegung der Elemente verlief in geraden Linien, entweder zum Mittelpunkt der Erde hin oder von ihm weg: Erde und Wasser, die schwer sind, bewegten sich nach unten, Luft und Feuer, die leicht sind, nach oben. Die Elemente waren nicht ewig, sondern regenerierten sich beständig aus einander.
Das fünfte Element, Äther, füllte den himmlischen Bereich, der aus den Planeten und Sternen bestand und durch eine äußere, feste Kugel mit Sternen begrenzt wurde.

Äther war rein und unzerstörbar, und seine natürliche Bewegung war kreisförmig. Die Kreisbewegung der himmlischen Kugeln und die linearen Bewegungen der sublunaren Elemente sorgten für die Verwandlung der irdischen Elemente. Durch Veränderung einer seiner Eigenschaften verwandelte sich ein Element in ein anderes: Da Wasser in der Luft durch die Sonne erhitzt wurde, näherte es sich aufgrund der Verdunstung der Sonne und entfernte sich von der Erde. Kam es zur Kondensation, verwandelte sich Luft wieder in Wasser, das als Regen vom Himmel fiel.
Andere klassische Denker weiteten das vierfache Wesen der irdischen Elemente, das Aristoteles beschrieben hatte, auf weitere Wissensgebiete aus, vor allem auf die Medizin. Der griechische Arzt Hippokrates (ca. 460 bis ca. 377 v. Chr.) behauptete, der Körper enthalte vier wesentliche Säfte, die die Gesundheit und Persönlichkeit eines Menschen bestimmen: Blut – warm, feucht und mit Luft und Frühling assoziiert, gelbe Galle – warm, trocken und mit Feuer und Sommer assoziiert, schwarze Galle – kalt und trocken und mit Erde und Herbst assoziiert, und Schleim – kalt, feucht und mit Wasser und Winter assoziiert. Eine gute Gesundheit würde durch das Gleichgewicht der Körpersäfte erreicht. Die Griechen wiesen den vier Säften außerdem jeweils ein Temperament bzw. einen Persönlichkeitstyp zu: heiter (Blut), cholerisch (gelbe Galle), melancholisch (schwarze Galle) und phlegmatisch (Schleim). Die Schriften des griechisch-römischen Arztes Galen (ca. 130–ca. 216 n. Chr.) über die Viersäftetheorie bildeten bis zur Renaissance die Basis des medizinischen Denkens. Er erweiterte die Idee der Korrespondenzen zwischen
Diagramm, das die vier Eigenschaften, Elemente, Körpersäfte und Temperamente verdeutlicht, 20. Jahrhundert

den Säften und den Jahreszeiten, indem er sie mit den vier Altersstufen des Menschen verknüpfte. Frühling war mit der Kindheit verbunden, Sommer mit der Jugend, Herbst mit dem Erwachsensein und Winter mit dem Alter. Außerdem fügte er die planetaren Götter hinzu: Luft – Zeus (Jupiter), Wasser –Poseidon (Neptun), Erde – Hades (Pluto) und Feuer – Hephaistos (Vulkan). Dieses System der Assoziationen machte die Menschheit zu einem Mikrokosmos, einer kleinen Welt, die den Makrokosmos oder die größere Welt des Kosmos widerspiegelte.
Die Elemente tauchten auch im Corpus Hermeticum auf, einer Textsammlung, die dem legendären ägyptisch-hellenistischen Hermes Trismegistus zugeschrieben und in der Renaissance popularisiert wurde. Ein Abschnitt, das Kore Kosmou (»Jungfrau der Welt«), beschreibt die vier Elemente und besagt, dass manche Wesen Freunde eines der Elemente sind, andere sind Freunde von zwei
oder drei und einige von allen vier, während manche Wesen die Feinde bestimmter Elemente sind. Heuschrecken und Fliegen fliehen vor Feuer und Bienen fliehen vor Wasser; Schlangen lieben Erde und fliegende Dinge lieben Luft. Solange die Seelen im Körper verweilen, sind sie an die Elemente gefesselt. Im ersten Buch der Drei Bücher über Magie (1533) behandelt der Renaissance-Arzt und Okkultist Heinrich Cornelius Agrippa (1486–1535) die Elemente und ihre Kombination als wesentlichen Teil der Naturmagie. Er sagt, dass die Mischungen dieser Elemente vier perfekte Körper formen, in denen jeweils ein elementares Merkmal dominiert: Steine sind »erdig«, Metalle sind »wässrig«, Pflanzen »haben eine Affinität zur Luft« und alle Tiere »haben in ihrer Natur eine höchst feurige Kraft«. Genau wie Trismegistus setzte er die Elemente zu den Tieren in Beziehung und deutete sogar ihre Assoziation zu den Engeln an, indem er feurige Seraphim, erdige Cherubim, wässrige Erzengel und luftige Engelsfürsten beschrieb.
Viele Lehren der griechischen und klassischen Welt erreichten das Renaissance-Europa über islamische Gelehrte und Philosophen wie Abu Nasr al-Farabi (gest. ca. 950). Wie Platon glaubte dieser, dass die Schöpfung die Form einer Daseinskette annahm, die in einer Serie von zehn Intellekten vom Logos oder der Göttlichen Vernunft ausging – eine Idee, die erstmals in Platons Dialog Timaios auftauchte. In der menschlichen Welt existiert eine platonische Kette von den niedrigsten Wesen bis zu der Möglichkeit, dass Menschen mit der Göttlichen Vernunft wiedervereint werden.