Lavaredo Ultratrail Speed Project Rosanna Buchauer Phil Gore MDS Raid Namibia Le Pilgrimage 10 Tipps
SONDER AUSGABE 2026
ULTR Ultra. Trailrunning. Ultratrail.
Wie sehr ist unser Sport eigentlich von diesen langen Distanzen geprägt? Sehr. Vielleicht zu sehr. Vielleicht auch nicht. Denn am Ende ist es eine Frage des Umgangs damit. 50 Kilometer, 80, 100 oder noch viel mehr läuft man nicht einfach mal eben so. Das darf Respekt verlangen. Vorbereitung. Ruhe. Verstand. Aber auch nicht jeder Lauf, der ein paar Kilometer länger ist als ein Marathon, muss anschließend zum Heldenepos werden. Ultra kann man machen. Und zwar ziemlich gut. Nur vielleicht nicht übers Knie gebrochen, weil am kommenden Wochenende zufällig der nächste Backyard ums Eck stattfindet und irgendwer gesagt hat, dass Schlaf sowieso überschätzt wird. Was uns dabei wichtig ist: Ultralaufen hat Geschichte. Eine ziemlich gute sogar. Es gibt Rennen, die seit Jahrzehnten existieren. Strecken, die zu Klassikern geworden sind. Rekorde, die etwas bedeuten. Und vor allem Menschen, die diesen Sport geprägt haben, lange bevor „Ultra“ ein Hashtag, ein Geschäftsmodell oder eine Kategorie auf der Sportuhr war. Ultralaufen war immer Nische. Subkultur. Ein bisschen seltsam vielleicht. Und viele seiner prägenden Figuren waren genau das Gegenteil von laut. Menschen, die nicht viel Aufhebens um die Sache machten. Sie liefen los. Und irgendwann kamen sie an. Heute ist Ultra lauter geworden. Nicht schlechter. Anders. Nach längerer Pause haben wir deshalb entschieden, wieder eine Sonderausgabe ULTRA zu machen. Ein Heft, das an unsere regulären Kiosk-Ausgaben anschließt und trotzdem ein bisschen für sich steht. Auch deshalb erscheint es bewusst in kleiner Auflage. Das passt zu diesem Thema. Und ehrlich gesagt auch zu uns. Wir wollen nicht möglichst viel Papier produzieren und anschließend überlegen, wohin damit. Wir wollen ungefähr so viele Magazine machen, wie tatsächlich gelesen werden. 64 Seiten Ultra also. Nicht als Leistungsschau. Nicht als Sammlung immer absurderer Zahlen. Sondern mit Menschen und Geschichten, die bei uns etwas ausgelöst haben. Da ist zum Beispiel Rosanna Buchauer. Sie hat sich auf der Hochtirol-Route einen ziemlich irrwitzigen Traum erfüllt. Mehr als 100 Kilometer durch hochalpines Gelände. Schnell. Sehr schnell sogar. Am Ende stand eine Zeit, die es so bislang nicht gegeben hatte.
RA
Ein Rekord. Aber das Interessante daran ist nicht allein die Zahl auf der Uhr. Es ist die Idee dahinter. Die Vorbereitung. Die Konsequenz. Und dieser Moment, in dem aus einem Gedanken plötzlich etwas Reales wird. Wir glauben, dass dieser Rekord eine ganze Weile Bestand haben könnte. Dann ist da Ian Corless. Fotograf. Autor. Vielreisender. Und seit Jahren ein Teil dieses Magazins. Für ULTRA war er in Namibia. Dort traf er Menschen, die sich auf Distanzen und Bedingungen einlassen, die ziemlich weit außerhalb dessen liegen, was die meisten von uns noch als normalen Lauftag bezeichnen würden. Seine Geschichte ist vielleicht eines der besten Beispiele dafür, was Ultrarunning im besten Fall sein kann: Abenteuer. Entdecken. Scheitern dürfen. Weitergehen. Und manchmal über eine Grenze hinauswachsen, von der man vorher nicht einmal wusste, wo genau sie eigentlich liegt. Noch besser? Nein. Anders gut. Le Pilgrimage. Kein Rennen. Kein klassischer Wettkampf. Keine Veranstaltung, bei der am Ende zwingend jemand oben auf einem Podium stehen muss. Und trotzdem ein langer Weg. Ein Ultra, der Menschen zusammenbringt, die sich vorher teilweise nicht kannten. Einer, bei dem plötzlich eine ganz andere Frage wichtig wird. Nicht: Wie schnell kann ich laufen? Sondern: Wie weit kommen wir gemeinsam? Was passiert, wenn die Stärksten nicht versuchen, die Schwächsten möglichst schnell abzuhängen? Wie läuft eine Gruppe, wenn wirklich alle ankommen sollen? Vielleicht steckt darin mehr Ultra, als man zunächst denkt. Und dann wäre da noch ein alter Freund dieses Magazins. Mikey. Natürlich ist Mikey dabei. Er war in den USA. Er lief durch eine Wüste. Und er hat uns ein Protokoll mitgebracht, das uns seitdem nicht mehr loslässt. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht. Nur so viel: Es geht ziemlich weit. In jeder Hinsicht. Willkommen bei ULTRA. Euer Denis
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Redaktion
ULTRA erscheint im Trail-Magazin-Verlag
Denis Wischniewski Clemens Niedenthal Tom Stetter Art Direktion & Layout
Denis Wischniewski Fotografie
Jan Lenfert, Philipp Reiter, Ian Corless, PeakPixelCafe
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Event – Lavaredo Ultra Trail
VIELLEICHT FÜR IMMER
120 Kilometer durch die Dolomiten – der Lavaredo Ultra Trail sollte für unseren Autor der krönende Abschluss einer fast 20-jährigen Ultralauf-Karriere werden. Ein letztes großes Finish, bevor er sich künftig den kürzeren Distanzen widmen wollte. Doch dann kam alles ganz anders …
Einer der Stars des LUT: Andreas Reiterer läuft als Profi für La Sportiva und wurde Zweiter.