SONDERAUSGABE
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Rostock – Holzstich 1867
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800 Jahre Rostock Die geheimnisvolle Stadt
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Blitz am Sonntag – 28. Januar 2018
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800 Jahre Hansestadt rostock
»Wir haben im Jubiläumsjahr viel vor«
Grußwort von Roland Methling, Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Liebe Rostockerinnen und zelne Stationen auf dem Weg der Rostocker, Entwicklung unserer Stadt und sehr geehrte Freunde und unseres Gemeinwesens werden Gäste unserer Stadt, wir in den kommenden beiden Jahren in sehr unterschiedlichen das ist wirklich einmalig! In Formen und Formaten näher diesem Jahr feiern zwar auch beleuchten. die bayrischen Städte Straubing Dabei geht es nicht nur ums und Neustadt an der Waldnaab Gestern, um Stadtimage und sowie die sächsischen Städte Standortmarketing, sondern vor Stolpen und Frauenstein 800. allem auch um das Morgen, um Jubiläum – die Verknüpfung mit Identität und Wachstum. Denn dem 600-jährigen Bestehen der die Jubiläen sollen zeigen, wo Universität Rostock, das wir im wir herkommen, wer wir heute kommenden Jahr feiern, macht sind und was wir als Hanse- und unser Doppeljubiläum jedoch Universitätsstadt gemeinsam einmalig. Denn unsere Univer- noch erreichen können. sität ist nach Heidelberg und Wir haben 2018 viel vor: Den Leipzig die drittälteste Univer- Startschuss am ersten Tag des sität Deutschlands mit durch- Jubiläumsjahrs 2018 gab der gehendem Lehrbetrieb. Einbau des neuen Kalendariums Unser Doppeljubiläum stellt die für die Astronomische Uhr in Geschichte in den Mittelpunkt St. Marien. Wir freuen uns auf und die unserer Vorfahren und zahlreiche Ausstellungen zum Roland Methling, Oberbürger- der Menschen, die hier lebten. Stadtjubiläum, auf eine Rostockmeister der Hanse- und Univer- Wohl über 25 Generationen ha- Briefmarke und eine 20-Eurositätsstadt Rostock. Foto: Kristina ben Rostock im Laufe der acht Gedenkmünze, auf den ökuBecker - Photovisionen Jahrhunderte geprägt. Viele ein- menischen Stadtkirchentag am
30. Juni, auf die 81. Warnemünder Woche und die 28. Hanse Sail und auf viele weitere Kulturund Sportveranstaltungen. Mit uns feiern zahlreiche Gäste zum Mecklenburg-VorpommernTag, Delegationen aus etwa 190 Hansestädten während des 38. Internationalen Hansetages sowie Bürgermeister und Marinevertreter der Marinehauptstädte der Welt. Dies sind nur einige der vielen großen und kleinen Termine und Vorhaben, die unter dem Logo unseres Doppeljubiläums stehen. Einige Projekte werden in dieser Sonderausgabe näher vorgestellt. Seien Sie dabei und machen Sie mit! Unser Stadtjubiläums-Team wird Sie gern dabei unterstützen. Mit freundlichen Grüßen Roland Methling Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Rostock, im Januar 2018
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Foto: Grit Burmeister
800 Jahre Hansestadt rostock
Welterster Düsenflug und andere Höhepunkte Zurückblicken und vorausschauen mit der BLITZ-Sonderausgabe zum Stadtjubiläum Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Torben Godenrath. Foto: Privat
der 800. Stadtgeburtstag – was für ein Ereignis! Viel ist seit der Verleihung des Stadtrechts am 24. Juni 1218 passiert. Auf einiges möchten wir gemeinsam mit Ihnen in dieser BLITZSonderausgabe zurückblicken. In zehn Folgen zeigen Ihnen die beiden Rostocker Verleger Dr. Matthias Redieck und Achim Schade (Verlag Redieck & Schade GmbH) Seiten der Hansestadt, die Sie so vielleicht noch nicht gesehen haben. Sie erfahren Interessantes über die Entstehung einiger Rostocker Straßennamen und über die Entwicklung
des Stadtverkehrs, über Katastrophen, von denen Rostock heimgesucht wurde und vieles mehr. Werfen Sie dazu unbedingt auch einen Blick auf die historische Stadtkarte im Innenteil dieser Ausgabe! Begleiten Sie uns zu den Anfängen des Rostocker Überseehafens und machen Sie einen Streifzug durch die Geschichte des Rostocker Zoos! Sie erfahren Näheres über den weltersten Düsenflug in der Geschichte der Luftfahrt und wie aus einem Frachter das zentrale Museum für Schiffbauund Schifffahrtsgeschichte des Landes MV wurde. Sie lernen
Menschen kennen, die sich auf besondere Weise mit der Geschichte der Stadt beschäftigen und auf verschiedene Art dazu beitragen, das kulturelle Erbe Rostocks zu wahren. Selbstverständlich erhalten Sie auch einen Überblick über die Veranstaltungshöhepunkte im Jubiläumsjahr. Über einige der Termine sowie dahinterstehende Projekte wird in dieser Ausgabe etwas ausführlicher berichtet. Viel Spaß beim Lesen! Ihr Torben Godenrath Geschäftsführer Mecklenburger Blitz Verlag und Werbeagentur GmbH & Co. KG
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ARSCHKERBE. ROSTOCK UND SEINE STRASSEN.
1165: Der dänische Geschichtsschreiber Saxo Grammaticus (1140-1220) erwähnt, dass der Abodritenfürst Niklot im Kampf gegen den Sachsenherzog Heinrich den Löwen fällt – bei der Burg Werle, südlich von »Rozstoc«. Das ist die Ersterwähnung Rostocks. 1218: Stadtfürst Heinrich Borwin I. bestätigt, dass seine Rostocker Untertanen ab sofort von jedem Zoll befreit sind und dass die Verfassung der Stadt Lübeck gelten soll. Diese wurde erst 1900 vom Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst. 1300: Die Stadtmauer umschließt alle drei Siedlungen, die im Laufe eines Jahrhunderts bei den kleinen Fürstenburgen an der Verbreiterung (roz) des Flusses (toc) entstanden sind. Das gemeinsame Rathaus entsteht am Markt der Mittelstadt.
Ausführlicher nachzulesen in »Das alte Rostock und seine Straßen« (Ernst Münch/Ralf Mulsow) und »Rostocker Stein« (Ralf Lehr).
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ls Rostock im Jahre 1218 das Stadtrecht verliehen wurde, steckten die Bür-
ger längst im Bauboom. Spätestens 1300 war die Rostocker Stadtmauer geschlossen. Da war das heute noch gut nachvollziehbare Straßennetz der Rostocker Innenstadt bereits komplett – wenn auch die meisten Straßen und Plätze erst im 19. Jahrhundert gepflastert wurden. Auch die Namen vieler Straßen haben sich seit diesen »Gründerjahren« erhalten. Meistens sind es städtische Steuerlisten, die die Namensgebung belegen: Die Patrizierfamilien Mönch (Große Mönchenstraße), Koßfeld (Koßfelderstraße), Lawe (Lagerstraße), Hart (Hartestraße) oder auch – etwas Die Rostocker Gerber übten im gleichnamigen Bruch ihr Handwerk später – Familie Eselfot (»Eselfuß«, aus. Foto: Archiv Schade Eselföter Straße) waren über Jahrzehnte mit ihren Söhnen als Rats- straße, dem Küterbruch oder dem »Rammelsberg« – heute »Hinter herren an der Stadtpolitik beteiligt. Gerberbruch wurde eher hart ge- der Mauer« – hatte einen durchaus Obwohl die Familie Schnickmann arbeitet als Handel getrieben oder obszönen Bezug zur Gegend um (Schnickmannstraße) ebenfalls im Politik gemacht.
den »Hurenturm« – wie der heu-
»besseren Viertel« Rostocks, der Manche klangvollen Straßenna- tige Lagebuschturm auch genannt Neustadt, angesiedelt war, wurde men sind in den Jahrhunderten wurde. Und die offenbar sehr ihr diese Ehre nicht zuteil. Gerade auch wieder verschwunden: Im enge Kronenstraße, die bis zu den die Straßennamen der Altstadt um »Kibbenibber« – heute ein Teil der Bombennächten des Jahres 1942 die Petrikirche zeigen eine andere, Kleinen Wasserstraße – wohnte nördlich des Rathauses existierte, frühere Herkunft der Stadt: In der einst der Büttel, der »Polizist« wurde über Jahrhunderte geradeSchmiedestraße, der Wollenweber- der Mittelstadt. Die Bezeichnung heraus die »Arschkerbe« genannt.
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800 Jahre Hansestadt rostock
Hansestädter erinnern sich und gestalten mit
»Rostock. Meine Geschichte«: Ausstellung stellt Geschichte(n) der Rostocker in den Fokus Rostock/rb/sist. Auch weiterhin können Einwohner der Hansestadt ihr Erinnerungsstück für die Mitmachausstellung »Rostock. Meine Geschichte« einreichen, die vom 3. Juni bis Ende Oktober im Kröpeliner Tor zu sehen sein wird. Gesucht werden Stücke, die die Stadtgeschichte auf besondere Weise widerspiegeln, nämlich aus Sicht der Rostocker Bürger. »Diese Ausstellung wird einen ganz subjektiven Charakter haben. Sie wird Dinge zeigen, die der Rostocker selbst zu Hause hat und welche Geschichte oder Anekdote er damit verbindet«, erklärt Dr. Antje Strahl, die einige der bisher eingereichten Erinnerungsstücke jüngst in einer BLITZ-Reihe vorstellte. »Während der vergangenen Dr. Antje Strahl beim Inventarisieren eines mehr als 90 Jahre alten Briefkastens. Foto: Silke Stamann Monate erreichten uns viele, sehr verschiedene Exponate Stück, das seit Bau des Hauses kasten im Hausflur des Wohn- 1946 gekauft hatte, stellte ihn – darunter auch ein Original- im Jahr 1928 bis 1995 genutzt hauses in der Kröpeliner-Tor- schließlich für die Ausstellung Ihre Perspektive Ihre briefkasten aus der Paschen- wurde«, so die Historikerin. Vorstadt. DerPerspektive jetzige Eigentü- zur Verfügung. Lesen Sie weiter Ihre Chance straße 2. Ein besonders schönes Noch bis 2015 hing der Brief- mer, dessen Mutter das Haus Seite 6. Ihre auf Chance
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BLITZ AM SONNTAG – 28. JANUAR 2018
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800 JAHRE HANSESTADT ROSTOCK
Begleitprogramm
Einreichung von Erinnerungsstücken weiterhin möglich
Rostock/rb/sist. Werkzeug, Keramik, Puppen chert und dem Gerechtigkeitsausschuss (Pasund Dokumente der unterschiedlichsten Art. tor Arvid Schnauer) übergeben.« Wer wie Arvid Vom Fingerhut bis zur Komposttoilette – es Schnauer und viele andere die Jubiläumsausist von allem etwas dabei. »Vor ein paar Ta- stellung mitgestalten möchte, hat dazu noch gen brachte uns jemand ein Hausbuch – eine Gelegenheit. Reichen Sie Ihr Exponat beim ProArt Gästebuch, das einst in einer Villa auslag. jektteam »Rostock. Meine Geschichte« ein und Darin haben sich sogar Großherzog Friedrich schildern Sie Ihre dazugehörigen Erlebnisse! Franz und seine Frau Alexandra verewigt«, Möglich ist dies bis Ende Februar immer diensso die Historikerin Dr. Antje Strahl vom Pro- tags von 14.30 bis 19 Uhr sowie freitags von 11 jektteam »Rostock. Meine Gebis 14.30 Uhr im Büro der Geschichtswerkstatt, schichte«. Und weiter: Kröpeliner Straße »Interessant ist auch 10/Eingang Kisdieses Petschaft. tenmacherstraße. Mit ihm wurAb März ist die den am 11. Einreichung nach Januar 1990 telefonischer Angeheime meldung unter Unterlagen 0176/27922095 der Betriebmöglich. Weilichen Konterführende troll-Gr upp e Informationen des DSR-Gezu der Ausstelneraldirektors lung sind im nach der reInternet unter volutionären www.rostockÜbernahme Zwei der bisher eingereichten Exponate: ein Petschaft (Versiegelungs- m e i n e - g e durch See- hilfe) sowie ein Hausbuch mit Einträgen von Großherzog Friedrich Franz s c h i c h t e . d e leute gesi- IV. und Alexandra von Mecklenburg-Schwerin. Fotos: Silke Stamann erhältlich. pti01-522
Rostock/rb/pm. Die Ausstellung »Rostock. Meine Geschichte« wird flankiert durch folgende weitere Bausteine des Projekts mit ihren Partnern: ● Die Stiftung Mecklenburg präsentiert einen Katalog zur Ausstellung (ausgewählte Objekte). ● Die Compagnie de Comédie/Bühne 602 führt ein Theaterstück zur Stadtgeschichte auf (insgesamt zwölf Vorstellungen, beginnend am Kröpeliner Tor). ● Lokalradio LOHRO präsentiert ein Radiofeature »Sounds of a City – Rostock« und Hörspiel »Kröpi 7« zur Stadtgeschichte (in der Ausstellung und über LOHRO zu hören); unterstützt von Schülern der Werkstattschule. ● Das Literaturhaus Rostock lädt zum literarischen Stadtspaziergang (verbunden mit Einzelobjekten der Ausstellung).
Vom Petschaft bis zur Komposttoilette
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MITTELPUNKT. ROSTOCK UND DER NEUE MARKT. brunnen« von Waldemar Otto, der 2001 eingeweiht wurde. Doch der Neue Markt – er wurde auch der Große Markt oder der Mittelmarkt genannt – hatte mehr zu leisten. Vicke Schorler hat neben die Wasserkunst auch den Pranger gezeichnet – und wenn die jeweils zuständigen Ratsherren Recht gesprochen hatten, vergingen nur Minuten bis zur Urteilsvollstreckung. Der Platz musste aber auch immer wieder für militärischen Protz herhalten: Von der »Siegessäule« für die Heimkehrer aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1871/72 und die Pa-
Neuer Markt mit schönem, altem Brunnen (ohne Datierung). Foto: raden des Großherzoglich MeckArchiv Schade lenburgischen Füsilier-Regiments
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über die SA-Aufmärsche und die s scheint nur logisch, dass Wasserleitungen zu den Häusern Paraden der in Rostock stationierder Neue Markt zum Mit- führten, deren Familien den Was- ten 4. Flottille der Volksmarine. telpunkt der Stadt wurde, serpfennig bezahlen und sich In den Bombennächten vom April
die spätestens im 13. Jahrhundert somit den täglichen Weg mit den 1942 brannten auch die Häuser aus drei Siedlungszentren zu- Eimern ersparen konnten.
rund um den Neuen Markt aus.
sammengewachsen war. Der Alte Auf der Vicke-Schorler-Rolle vom Doch die zivile Nutzung des Neuen Markt bei der Petrikirche rückte Ende des 16. Jahrhunderts ist auch Marktes hat die längere Tradition: an den Rand, der Hopfenmarkt die »Wasserkunst« auf dem Neuen Seit 1390 fand u. a. hier das Ros(heute Universitätsplatz) diente Markt zu sehen, ein schmuckloser, tocker Jahrmarkt-Ereignis statt: der Versorgung der zahlreichen technischer Holzbau. Später stan- der Rostocker Pfingstmarkt. Brauhäuser. Spätestens ab dem den an dieser Stelle immer mal 15. Jahrhundert standen auf allen mehr, mal weniger schöne Brundrei Märkten Brunnen, von denen nen – bis zum heutigen »Möwen-
Ausführlicher nachzulesen in »Rostocks Neuer Markt«.
1265: Der »Markt der Mittelstadt« wird im Stadtbuch zum ersten Mal erwähnt. 1542: Sophie Oldendorp, Frau des Stadtsyndikus Johann Oldendorp, verkauft ihr Haus an die Stadt. Der Rat eröffnet dort die Ratsapotheke. 1790: Der »Gasthof zur Sonne« wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1815: Heinrich Christian Kehmzow eröffnet in seinem Haus »Neuer Markt 16« eine Gastwirtschaft, ab 1936 trug das Haus den Namen seines neuen Besitzers Hans August Burwitz. 1836: Im »Hotel du Solei« (Haus Sonne) wird der Apollosaal eröffnet. 16. Oktober 1881: Zum ersten Mal fährt die Rostocker Pferdebahn die Haltestelle »Neuer Markt« an. 26. April 1942: In der dritten der vier Rostocker Bombennächte wird der Neue Markt getroffen, das Haus Sonne wird zerstört. Auch die zehn Häuser der Nordkante brennen aus, sie werden später abgerissen.
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Aufnahme des Traditionsschiffs am Warnowufer in Rostock-Schmarl Ende der 1970er Jahre. Foto: Archiv Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum
Vom Frachter zum schwimmenden Museum
Einst als Stückgutschiff rund um die Erde, heute MVs zentrales Museum für Schiffbau und -fahrt Deutsche Seereederei Rostock übergeben und in Folge als Stückgutschiff zu Fahrten nach Afrika, Ostasien und Indien, Lateinamerika und Indonesien eingesetzt. Dabei legte das Frachtschiff eine Strecke zurück, die in etwa 32-mal dem Äquatorumfang der Erde entspricht. Am 15. Dezember 1969 wurde die »Dresden« aufgrund einer defekten Maschinenanlage und der zu hohen Reparaturkosten außer Dienst gestellt. Es folgte der Umbau zum Kulturschiff. Am 13. Juni 1970 konnte an Bord des nunmehr umbenannten »Traditionsschiffes Typ Frieden« am Warnowufer in
Schmarl das Schiffbaumuseum der DDR eröffnet werden. Der Name verkörpert zum einen die Erinnerung an Traditionen der Seeverkehrswirtschaft der DDR, zum anderen das Andenken an das MS »Frieden«, das erste Schiff dieser Serie. In den ehemaligen Laderäumen der »Dresden« laden heute Ausstellungen zu einer Entdeckungstour ein. Gezeigt wird die Schiffbaugeschichte der Region von der mühsamen Herstellung eines Einbaumes aus slawischer Zeit bis zur Serienfertigung von modernen Frachtmotorschiffen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Darstellung des
Schiffbaus in der DDR und von Produktionsabläufen auf einer Großwerft von der Konstruk tion bis zur Ablieferung eines Schiffes. In der schifffahrtshistorischen Ausstellung können sich Besucher über die Geschichte der Deutschen Seereederei Rostock, die Passagierschifffahrt der DDR und die Rostocker Hochseefischerei informieren. Weitere Ausstellungsbereiche sind Navigation und Seefunkwesen, der Seefliegerei und den zukunftsorientierten Technologien in Schifffahrt und Schiffbau gewidmet. Weitere Infos unter www. schifffahrtsmuseum-rostock.de.
© privat
Rostock/rb/pm. Seit 1970 befindet sich das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock auf dem »Traditionsschiff Typ Frieden«, einem ehemaligen Frachtschiff der Deutschen Seereederei Rostock mit dem Namen »Dresden«. Gebaut wurde der 10.000-Tonnen-Frachter als fünftes Schiff einer Serie von 15 derartigen Schiffen in RostockWarnemünde auf der Warnow werft. Am 4. August 1956 erfolgte mit der Kiellegung der Baubeginn, am 18. April 1957 der Stapellauf mit dem Namen »Dresden«, dem die Ausrüstung des Schiffes folgte. Am 27. Juli 1958 wurde es an die
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10. Lange Nacht der Bücher Am 27. April 2018 lädt Hugendubel wieder ein zur „Langen Nacht der Bücher“. Zum 10. Mal öffnet die Buchhandlung Hugendubel bis 24.00 Uhr, für einen ereignisreichen Abend rund um das Thema Buch und mit einem vielseitigen Programm.
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800 Jahre Hansestadt rostock
„Der Kunde steht bei uns im Vordergrund“ Autohaus Krüll ist für die Zukunft gut aufgestellt
Rostock. Das Autohaus Krüll ist ein Autohaus. Ein Autohaus, das aber viel mehr ist als andere. Denn hier erlebt der Kunde eine große Markenvielfalt. Fünf Marken geben dem Kunden ein Angebot, aus dem er seinen Traumwagen aussuchen kann. Jeder einzelne Wagen präsentiert eine Geschichte, jedes einzelne Auto spricht die Bedürfnisse der Kunden an. Am Ende sind es über 200 Autos, die im Autohaus Krüll einladen. Doch, was wären Autos, wenn sie nicht vernünftig präsentiert werden würden. Und auch hier legen die Verantwortlichen des Autohauses Krüll Wert auf höchste Qualität. Die Verkäufer engagieren sich in ihren Markenbereichen, sind kompetent, werden laufend auf die Bedürfnisse der
Kunden geschult und können so auch mit der Zeit gehen. Denn, die hat sich rasant entwickelt. Es sind heute nicht mehr nur die Fragen nach Design, Einstieg, Getriebeart oder Platzangebot, die die Kunden beschäftigen. Es sind auch die Antriebe, die von Diesel über Benzin bis hin zu den Alternativen reichen. Da spielen jetzt auch E-Autos, HybridFahrzeuge oder Wasserstoff-Cars eine wichtige Rolle. »Jeder interessier te Kunde, jeder, der eine Frage zu seiner persönlichen Mobilität hat, kann zu uns kommen und sich an die Verkaufsberater wenden«, sagte Rüdiger Reuschel, Leiter der Krüll-Niederlassung in Rostock. Das Autohaus Krüll ist ein Vollbetrieb. Dazu gehört ebenso ein gut funktio-
nierender Service. Hier geht es in der Annahme los, wo zusammen mit den Kunden geschaut wird, was zum Beispiel mit dem eigenen Auto los ist, welches Problem es hat. Es wird bei Krüll an alles gedacht. Da ist natürlich ein partnerschaftliches Miteinander genauso von Bedeutung, wie die Karosserie- und Lackabteilung. Und alles aus einer Hand. Genauso, wie die Beratung von finanziellen Anforderungen, oder die 24-Stunden-Pannenhilfe. »Der Kunde mit seinen Bedürfnissen steht ganz klar bei uns im Vordergrund«, so Rüdiger Reuschel. Weitere Informationen zum Autohaus Krüll erhalten Sie im Internet unter der Adresse: www.kruell.com.
Mit Krüll bleiben bei einer Panne keine Fragen offen Sie haben eine Panne? Kein Problem, das Autohaus Krüll ist 24 Stunden für seine Kunden da. Unter der Telefonnummer: 08003230000 erhalten Autofahrer, die ein Problem mit ihrem Auto haben, Hilfe und Unterstützung. »Wir übernehmen zudem die Unfall- und Schadensabwicklung unserer Kunden«, so ein Sprecher des Unternehmens.
Damit die Kunden zufrieden sind, kümmern sich die Mitarbeiter des Autohauses, wie zum Beispiel die Serviceberater und die Mitarbeiterinnen vom Empfang, jeden Tag engagiert um ihre Belange.
Zahlreiche Premieren in diesem Jahr 2018 ist auch ein Jahr der vielen Markteinführungen. Insgesamt fast 160 neue Fahrzeuge feiern ihre Premiere. Dazu gehören auch einige Autos im Autohaus Krüll. Bei Honda wird die neue Generation des SUV CR-V eingeführt. Nissan bringt das erfolgreichste E-Auto, den Leaf, neu in den Handel. Opel hat den Combo im Gepäck und bei Ford steht unter anderem der Focus im Mittelpunkt des Interesses. Und Citroën macht den C5 Aircross fit für den Start. Den Anfang machte an diesem Wochenende die Premiere des neuen Honda Jazz.
Nach einem Unfall ist guter Rat teuer. Dass der Kunde dann gut aufgehoben ist, dafür sorgen die Mitarbeiter der Karosserie- und Lackabteilung.
Bedeutend für die Mobilitätsansprüche jedes einzelnen Kunden
Rostock. Rüdiger Reuschel ist Leiter der Krüll-Niederlassung in Rostock. Er ist ein erfahrener Kenner der Szene und einer, der sich auch zum 800. Geburtstag der Hansestadt Rostock seine Gedanken gemacht hat. Wir sprachen mit ihm. Frage: Das Autohaus Krüll ist eines der größten Mehrmarkenhäuser in MV. Welche Bedeutung hat es für die Region? Rüdiger Reuschel: Wir sind sehr gut aufgestellt. Wir haben eine vielfältige, wie attraktive Produktpalette. Unsere Mitarbeiter machen einen guten Job. Kunden schätzen unsere Kompetenz und Verlässlichkeit. Und genau deshalb, weil dieses Gesamtpaket der Mobilität stimmt und den Anforderungen der Zeit entspricht, haben wir eine wichtige Bedeutung für die Kunden, und die, die auf der Suche nach persönlicher Zufriedenheit sind. Frage: Mit Ford, Opel, Honda, Nissan und Citroen präsentieren Sie dem Kunden eine interessante Autowelt… Rüdiger Reuschel: Ja, das stimmt. Durch die verschiedenen vorhandenen Baureihen dürfte sie nicht nur den Geschmack vieler Zielgruppen treffen. Die Autos eignen sich auch hervorragend für die Herausforderungen der Gesellschaft. Dazu zähle ich im Privatbereich die Alleinstehenden, die Familie, das erste Auto für das Enkelkind oder genauso den Abenteurer. Es sind aber auch die spannenden Angebote für Gewerbetreibende, ob als Einzelunternehmer oder als Besitzer einer ganzen Flotte. Wir haben für jeden Wunsch die richtige Lösung parat. Frage: 2018 ist für das Autohaus Krüll auch ein Jahr der Veränderungen. Auf was dürfen sich die Kunden und Freunde des Hauses freuen? Rüdiger Reuschel: Auf einiges. Wir werden zum Beispiel in eine neue Markenpräsentation der japanischen Marke Honda investieren. Frage: Das Jubiläum der Hansestadt Rostock wird auch bei Ihnen im Autohaus eine wichtige Rolle spielen? Rüdiger Reuschel: Das ist doch selbstverständlich. Wir unterstützen zum Beispiel die Organisatoren des Hansetages und der HanseSail, werden aber auch die vielen Markteinführungen, die wir in diesem Jahr haben, in den Fokus der Feierlichkeiten stellen.
Ein Autokauf ist eine wichtige Entscheidung. Die Verkaufsberater von Neu- und Gebrauchtwagen helfen dabei, dass es am Ende auch die richtige wird.
Gespräch: Dirk Behm
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auszug aus dem800 veranstaltungskalender Jahre Hansestadt rostock zum stadtjubiläum
JANUAR ● Januar bis Oktober Karls Eiswelt »800 Jahre Rostock«, Karls Erlebnis-Dorf Rövershagen ● Januar bis Dezember Musikprojekt »Rostocker Botschaften«, diverse Orte ● Januar bis Dezember »Rostock schreibt«, Lesungsreihe Rostocker Schriftsteller und Autoren, Peter-Weiss-Haus
FEBRUAR ● 13./20. Februar, 10 Uhr, 23. Februar, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »Vom Rostocker Stadtrecht, Siegel und Wappen«, Max-Dreyer-Stube ● 23. Februar 24. FINA Diving Grand Prix und 63. Internationaler Springertag, Neptun-Schwimmhalle ● 28. Februar bis 4. März 28. Ostseemesse, HanseMesse
MÄRZ ● 1. bis 20. März 25. Ausstellung »Schüler stellen aus« mit Verleihung des Kunstpreises für Schüler, Kunsthalle Rostock
● 12. März Start der Bastelaktion »800 Jahre Rostock – 800 Osterhasen für den Zoo«, Rostocker Zoo ● 12. bis 14. März Internationale Konferenz der Union of the Baltic Cities (UBC) * ● 16. bis 17. März Wissenschaftliche Tagung der Historischen Kommission für Mecklenburg »Rostock und seine Nachbarn in der Geschichte« ● 17. März Landesverbandstag des Philatelistenverbandes Norddeutschland e. V. *, HanseMesse ● 29. März bis 8. April Rostock Kreativ – 800 Jahre Rostock Spezial, Kunsthalle
APRIL ● 1. April, 11 Uhr Ausstellung »Zeichen setzen – Persönlichkeiten ehren«, Marienkirche Rostock ● 18. April bis 3. Juni Ausstellung »Stadtbild HRO«, Kunsthalle ● 18. April bis 2. September Fotoausstellung »Kultur und Sportstätte Rostock – wo und wie die Hansestädter ihre Freizeit verbrachten«, Stadthalle
● 17./24. April, 10 Uhr, 27. April, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »So feierte die Stadt ihre Jubiläen: 700, 750, 775, 777 Jahre«, Max-Dreyer-Stube ● 21. April Hochschulinformationstag, Ulmencampus ● 24. bis 30. April Rostocker Philosophische Tage, diverse Orte ● 25. April, 10 bis 18 Uhr Marktplatz Stadtgesundheit unter dem Motto »Gesundheit verbindet«, Neuer Markt/Rathausfoyer ● 25. April, 10 bis 12 Uhr Tag des Baumes, Kastanienplatz im Barnstorfer Wald ● 25. April Internationaler Tag, für Studierende und Mitarbeiter der Universität ● 26. April bis 13. Mai Ausstellung »Blumengrüße aus Russland«, Kunsthalle ● 26. April Lange Nacht der Wissenschaften, diverse Orte ● 27./28. April 30. Jugend-Länder-Cup der Deutschen Behindertensportjugend, Leichtathletikstadion ● 28. April 34. Hallensportfest der Rostocker Schulen, Stadthalle
● 28. April Honky Tonk der Rostocker Tanzschulen, ein Tag zum Mitmachen und Mittanzen, diverse Orte ● 29. April Jubiläumsflashmob zum Welttanztag, KTC ● 30. April Campuserwachen, Ulmencampus
MAI ● Mai bis September, jeweils letzter Do. im Monat, 17 Uhr thematische grüne Stadtrundgänge, diverse Orte ● 1. bis 31. Mai Jugendtheaterprojekt zur Rostocker Stadtgeschichte »Anker und Erdbeeren«, Peter-Weiss-Haus ● 17. bis 25. Mai Ausstellung »800 Jahre Rostock im Spiegel der Briefmarken und Münzen«, Rathaus ● 17. Mai Feierliche Übergabe der 20-EuroSondermünze und des Sonderpostwertzeichens zum Stadtjubiläum, Rathaus ● 18. bis 20. Mai Mecklenburg-Vorpommern-Tag 2018 in der Rostocker Innenstadt sowie im Stadthafen (Änderungen vorbehalten)
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Blitz am Sonntag – 28. Januar 2018
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auszug aus dem800 veranstaltungskalender Jahre Hansestadt rostock zum stadtjubiläum ● 19. Mai bis 31. Oktober Kunstprojekt »Ship of Tolerance – Ilya and Emilia Kabakov« ● 27. Mai 26. Rostocker E.ON Citylauf, Rostocker Innenstadt ● 29. bis 30. Mai 3. Internationales Symposium »Städte der Erinnerung – Cities of Memory«*, Rathaus
JUNI ● 1. bis 3. Juni Uwe-Johnson-Tagung, Rostocker Rathaus ● 3. Juni, 15 Uhr Eröffnung der Jubiläumsausstellung »Rostock. Meine Geschichte«, auf allen Etagen des Kröpeliner Tors; 17 Uhr: Premiere des begleitenden Theaterstücks der Compagnie de Comédie; Präsentation des Begleitkatalogs und des neuen Rostock-Lexikons des HinstorffVerlags, Ausstellungsende: 28. Oktober ● 3. bis 10. Juni Plattdeutsche Kulturtage, diverse Orte ● 7. Juni Erstausgabe eines Postwertzeichens zum Stadtjubiläum, Sonderpostamt im Rathaus
Die Geschichtswerkstatt Rostock e. V. (hier der Vorstand) lädt zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung am 3. Juni ins Kröpeliner Tor ein. Foto: Marco Pahl
● 9. Juni Tag der Bundeswehr mit »Großem Zapfenstreich«, Ostseestadion, Leichtathletikstadion
● 9./10. Juni Hausbesuche 3 – Ausstellungsprojekt »800 Jahre Rostock«, diverse Orte ● 10. Juni Bürgerbrunch der Hanseatischen Bürgerstiftung, Universitätsplatz ● 14. Juni bis 4. November Ausstellung »Rostock. Jetzt 800.«, Kulturhistorisches Museum ● 15. Juni 20. Klassik-Nacht unter dem Motto »Best of – Das Beste aus 20 Jahren Klassik-Nacht« mit den Highlights aus der musikalischen Zoo-Geschichte zum Jubiläumskonzert ● 16. bis 17. Juni 14. Jugendsportspiele Mecklenburg Vorpommern, ausgetragen an diversen Sportstätten ● 19./26. Juni, 10 Uhr, 29. Juni, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »Die Spur der Steine. Stadtentwicklung, Handel und Städtebau – Architekten, Baumeister und Gewerbe prägten Bilder der Stadt«, Max-Dreyer-Stube ● 20. bis 24. Juni Tweismacker-Jungfernfahrt der Warnemünder Volljolle, Stadthafen ● 20. Juni, 14 Uhr Jubiläumsrundgang – 10 Jahre Lehrpfad an der Hundsburg, Rostock-Schmarl
STADTGEBURTSTAG ● 21. Juni Uraufführung der Rostocker Jubiläumskantate, Stadthafen ● 21. bis 24. Juni 38. Internationaler Hansetag ● 21. bis 24. Juni Wirtschaftsforum, Universität Rostock, Universitätsplatz ● 21. bis 24. Juni 1. Rostocker Riesenradtreffen, Rostocker Oval ● ab 22. Juni »Leben und Sterben des Kaplans Joachim Slüter zu Rostock«, Kloster zum Heiligen Kreuz ● 23. Juni Premiere »Hair«; Halle 207 ● 24. Juni, 19 Uhr »Karat meets Classic« – Das Konzert zum Stadtgeburtstag mit Festakt und Vorprogramm, Stadthalle ● 24. Juni, 0 Uhr Geburtstags-Feuerwerk, Stadthafen ● 24. Juni »Rostocker Ümgang« mit Rostocker Vereinen und internationalen Gästen des Hansetages; Innenstadt und Stadthafen ● 24. Juni Das Stadthafen-Open-Air, Stadthafen (Änderungen vorbehalten)
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auszug aus dem Veranstaltungskalender zum stadtjubiläum ● 27. bis 29. Juni TuSch, Theater und Schule, Schultheaterfestival, Bühne 602/Halle 207 ● 30. Juni Finale der Hanse-Tour Sonnenschein, Kröpeliner-Tor-Vorplatz ● 30. Juni Ökumenischer Stadtkirchentag, Neuer Markt ● Juni Brauereihoffest anlässlich 140 Jahre Hanseatische Brauerei Rostock mit Ausschank des Jubiläumsbieres, Hanseatische Brauerei Rostock
JULI ● 1. Juli Aufführung »Die Schöpfung« von Joseph Haydn, St.-Marien-Kirche ● 4. Juli »Rostock an einer langen Bank – Geschichte(n) aus den Stadtteilen«, Kröpeliner-Tor-Vorplatz ● 7. bis 14. Juli Internationale Tanzwoche, diverse Sportstätten ● 7. bis 15. Juli 81. Warnemünder Woche, Rostock-Warnemünde ● 15. Juli »Rostock singt«, Ludewigbecken, Holzhalbinsel ● 22. Juli bis 14. September Festspiele MV, 7 Konzerte an verschiedenen Veranstaltungsorten ● 22. Juli Kinderkonzert mit Katja Riemann, Halle 207 ● 27. bis 29. Juli Deutsche Meisterschaften Leichtathletik U18/U20, Leichtathletikstadion
AUGUST ● 4. August 16. Marathon Nacht Rostock, Rostocker Innenstadt
● 8. August, 20 Uhr 5. Warnemünder Taschenlampenkonzert, Warnemünde Kurhausgarten ● 8. August, 19.30 Uhr Eröffnung Hanse Sail – junge norddeutsche philharmonie, Halle 207 ● 8. bis 12. August Treffen der Bürgermeister und Marinevertreter der Hauptmarinestädte der Welt *, Rathaus/Stadthafen/ Warnemünde ● 9. bis 12. August 28. Hanse Sail, Stadthafen/Warnemünde ● 11./12. August Science@sail 2018, diverse Orte ● 14./21. August, 10 Uhr, 24. August, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »Ach du liebe – Rostocker Rathauszeit. Der Neue Markt – nachgefragt: Geschäfte, Gelage, Gerichte, Morde und Aufmärsche«, Max-Dreyer-Stube
Die 81. Warnemünder Woche startet am 7. Juli. Foto: sist
● 18./19. August Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft, Strand Warnemünde ● 5. August bis 28. Oktober Ausstellung »Die Schönheit der Dinge – Aus Rostocker Sammlungen«, Kunsthalle ● 23. August, 19.30 Uhr Eröffnungskonzert: Sommercampus, Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater ● 24. August, 14 Uhr Picknick im Stadtgrün, Kringelgraben
● 30. August, 19.30 Uhr Sommercampus Orchesterkonzert Klaviergipfel, Hochschule für Musik und Theater (HMT) ● 31. August, 19.30 Uhr Großes Abschlusskonzert: Sommercampus, Katharinensaal, HMT
SEPTEMBER ● 1. September »Achthundert Die Rost(R)ockSuite«,Warnemünde Kurhausgarten ● 2. September, 15 Uhr BeneFIT meets 800 – Das Sportfest zum Jubiläum, Stadthalle ● 5. September Rostock spielt – ob Jung, ob Alt, Kinderspielplatz Arankawiesenpark ● 6. bis 9. September 25. Stromfest, Warnemünde ● 7. September, 19.30 Uhr Eine musikalisch-schaurige Kriminalgeschichte mit Charly Hübner, Halle 207 und Straßenbahndepot ● 9. September Tag des offenen Denkmals ● 14. September Dresdner Kreuzchor Rostock, Halle 207 ● 18./25. September, 10 Uhr, 28. September, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »Hunde an die Front und Katzen legen Feuer« – Kurioses (und Ernstes) aus 800 Jahren Stadtgeschichte, MaxDreyer-Stube ● 19. September, 14.30 bis 17.30 Uhr Musik am Nachmittag, Stadthalle ● 25. bis 28. September 88. Deutscher Archivtag »Verlässlich, richtig, echt – Demokratie braucht Archive«, Stadthalle
OKTOBER ● 9. Oktober Campustag, Ulmencampus
● 16./23. Oktober, 10 Uhr, 26. Oktober, 19.30 Uhr Vortragsgespräche »Wo Rostocker sich plattdeutsch unterhalten und Schiffe im Dock saniert werden – Berthold Brügge und die Neptunwerft«, Max-Dreyer-Stube ● 18. Oktober, 10 bis 15 Uhr »Rostock schmeckt und summt«, Klostergarten ● 25. und 26. Oktober Tagung zur Rostocker Universitätsund Wissenschaftsgeschichte (die Vorträge sind öffentlich), Aula im Universitätshauptgebäude ● 27. Oktober Lange Nacht der Museen, diverse Orte
NOVEMBER ● 1. November bis 1. Mai 2019 »Das Gold von Warna«, Kulturhistorisches Museum ● 12. November 599. Geburtstag der Universität Rostock – Abschluss der 800-Jahrfeier der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und Staffelstabübergabe an die Universität ● 13. /20. November, 10 Uhr, 23. November, 19.30 Uhr Gesprächsvorträge »100 Jahre bildende Kunst in Rostock« (Regine Passig), Max-Dreyer-Stube
DEZEMBER ● 4./11. Dezember, 10 Uhr, 14. Dezember, 19.30 Uhr Gesprächsvorträge »Wihnachten bi uns un överall«, Max-Dreyer-Stube * für geladene Gäste Weitere Informationen zu den Veranstaltungen im Internet: www.rostock 800600.de (Änderungen vorbehalten)
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800 Jahre Hansestadt rostock
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800 Jahre Hansestadt rostock
Stadtkirchentag Rostock/rb. Sechs Tage n a c h i h re m o ff i z i e l l e n Geburtstag beteiligen sich auch die Kirchen der Stadt mit ihren Einrichtungen an dem Jubiläum und laden am Sonnabend, 30. Juni, zu einem Ökumenischen Stadtkirchentag ein. Unter dem Motto »Sehnsucht nach Mehr« präsentieren sich die Gemeinden vielfältig und fröhlich glaubend der Stadtöffentlichkeit und wollen mit Rostockern und Gästen ins Gespräch kommen. Auf dem Neuen Markt laden eine Bühne und ein »Markt der Möglichkeiten« ein. Nach einem gemeinsamen Beginn sind verschiedene Veranstaltungen und Foren in kirchlichen und städtischen Räumen im Stadtzentrum und auf der Bühne vorgesehen. Um 17 Uhr wird ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Neuen Markt gefeiert. Für die Kinder und Jugend gibt es spezielle Angebote. Infos: www.christeninrostock.de/ stadtkirchentag. Foto: Silke Stamann
Marktplatz Stadtgesundheit
»Gesundheit verbindet« am 25. April auf dem Neuen Markt
Auch der Straßensport e. V. ist am Start und ruft Sportbegeisterte dazu auf, sich auf dem Neuen Markt zu versammeln und gemeinsam Sport zu treiben. Foto: Robert Schwemin, Maria Frischkemuth
Rostock/rb/pm. Seit 1992 gehört die Hansestadt Rostock zu einem Netzwerk von mehr als 70 Kommunen und Landkreisen in Deutschland, die sich einem ganz speziellen Anliegen verschrieben haben – den Ort, wo Menschen leben, zu einem gesünderen Lebensraum zu entwickeln. Der strategische Rahmen liegt in der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung begründet, die 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verabschiedet wurde: »Eine gesunde Stadt ist nicht unbedingt eine Stadt, die ein bestimmtes gesundheitliches Niveau erreicht hat. Sie ist viel-
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mehr eine Stadt, die Gesundheit zu ihrem Anliegen macht und zu verbessern sucht.« (WHO) Wie das Gesundheitsamt Rostock informiert, kommen beim Marktplatz Stadtgesundheit »Gesundheit verbindet« am 25. April auf dem Neuen Markt und im Rathausfoyer verschiedene Organisationen zu Worte und äußern sich zu Fragen der Stadtgesundheit, zu Problemen und Perspektiven. Programm: 14 Uhr: Eröffnung 14.30 Uhr: Gesundheit gestern und heute 14.45 Uhr: Podiumsdiskussion 15 Uhr: abwechslungsreiches
Outdoor-Familienprogramm 15.30 Uhr: Kaffeeklatsch, Aktionsstände und Kreativwettbewerb unter dem Motto »Gesundheit verbindet« 16.15 Uhr: Performance des Straßensportvereins, geplant ist ein sportliches Mitmachangebot in Form eines moderierten, musikalisch begleiteten Gruppentrainings mit Flashmob-Charakter für alle Sportbegeisterten. »Die Trainingseinheiten sind sehr moderat und für jeden durchführbar. Es geht uns darum, eine schöne Runde zu bilden und Spaß am Sport zu haben«, so Dennis Pelikan vom Straßensport e. V.
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800 Jahre Hansestadt rostock
Gesundheit in Sicht!
Unser Herz schlägt für Rostock! Ihre Neuland Apotheken sind offizieller Sponsor der 800-Jahrfeier und gratulieren damit unserer geliebten Hansestadt herzlichst zum runden Geburtstag: Als Rostocker mit Leib und Seele setzen wir uns seit nahezu 25 Jahren täglich für Ihre Gesundheit ein. Kommen Sie vorbei – wir erwarten Sie an unseren drei Standorten stets mit einem Lächeln und fachkundiger Beratung. Jürgen Bummert und das gesamte Team der Neuland Apotheken
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800 Jahre Hansestadt rostock
Acht Schiffstypen aus unterschiedlichen Zeiten Förderkreis Schifffahrtsmuseum prägt Medaille »800 Jahre Schifffahrtstradition«
Rosto ck/rb/pm. An l äss lich des Stadtjubiläums hat sich der Förderverein für das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in der Hansestadt Rostock e. V. einmal mehr mit der maritimen Geschichte der Stadt an der Warnow beschäftigt. Die Idee der Museumsfreunde war es, einen speziellen maritimen Beitrag zum Stadtgeburtstag beizusteuern, der schließlich realisiert wurde. Entstanden ist eine Medaille »800 Jahre Schifffahrtstradition«, die für Sammler in unterschiedlichem Material und unterschiedlicher Oberflächenveredlung geprägt wurde. Die Medaille wurde aus einer Legierung von 85 Prozent Messing und 15 Prozent Zink geprägt. Zudem wurde sie in limitierter Auflage als Silbervariante herausgegeben. Die Bürger der Hansestadt
Verfügung stehenden Platzes von sechs Zentimetern Einschränkungen geben. Acht Schiffe aus unterschiedlichen Zeiten, von der Hansekogge bis zum Hochseefrachter, sind nun auf der Schauseite der Medaille zu sehen. Es handelt
Die Medaille zum Jubiläum ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Fotos: Förderverein
Rostock sind stolz auf ihre reichen maritimen Traditionen. Bei der Auswahl interessanter Motive für die Medaille musste es allerdings aufgrund des zur
sich vor allem um prägnante Schiffstypen, die in Rostock gebaut wurden beziehungsweise die Stadt als Heimathafen hatten. Des Weiteren sind markante Gebäude
und technische Bauwerke dargestellt, die für die maritime Geschichte der Hanse- und Universitätsstadt Rostock von Bedeutung sind. Die Vorlagen für die Prägung schuf der Rostocker Grafiker und Mitglied des Förderkreises Hans Beyer. Zu erwerben sind die Medaillen an der Museumskasse des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums sowie per E-Mail foerderkreisSSM-HRO@web. de. Der Verkaufserlös kommt dem zweiten Projekt von Förderkreis und Museum zum Rostocker Stadtjubiläum zugute: dem Bau einer Warnemünder Volljolle, auch als »Tweismaker« bekannt. Dieses historische Fischerboot entsteht seit 22. Juni des vergangenen Jahres auf der historischen Bootswerft des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums und soll zur 800-Jahrfeier Rostocks fertig sein.
Kuriose Geschichten
Die Jubilarin von ihrer geheimnisvollen Seite
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Rostock/rb/pm. Rostock, tickst du noch richtig? Ob Deutschlands älteste astronomische Uhr in der Marienkirche, spannende Nachtwächterrundgänge durch historische Gassen, irre JeansVerkäufer zu DDR-Zeiten oder eine Rostockerin, die Donald Duck das Sprechen lehrt – unzählige Geschichten prägen die Vergangenheit der Ostseemetropole. Aber auch große Feste wie die Hanse Sail, wichtige Ereignisse wie der erste erfolgreiche Flug eines Düsenjets oder große Künstler wie Udo Lindenberg sind untrennbar mit Rostock verbunden. Unter dem Titel »Die geheimnisvolle Stadt – 800 Jahre Rostock« feiert die 15. Eiswelt Rövershagen mit einer Ausstellung das große Jubiläum der Hansestadt. Auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern versetzen an insgesamt 18 Stationen Geschichten aus mehr als 350 Tonnen Eis Besucher ins Staunen. Die gefrorene Erleb-
Diese Station erzählt die Geschichte des ersten erfolgreichen Düsenjet-Starts der Welt – 1939 auf dem Flughafen in Marienehe. Foto: Heike Kleinitz
niswelt nimmt große und kleine Gäste mit auf eine kuriose Reise durch 800 Jahre Stadtgeschichte, porträtiert humorvoll historische Figuren und erzählt augenzwinkernd bisher unbekannte Anekdoten. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober zu besichtigen.
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Fast vergessene Persönlichkeiten Rostocks In der »Max-Dreyer-Stube« wird ihr Andenken bewahrt
Wahre Schätze sind in der »Max-Dreyer-Stube«, die Pastor em. Dr. Phil. Willi Passig betreibt, zu finden. Unter ihnen befinden sich auch Presseerzeugnisse vergangener Stadtjubiläen. Foto: Grit Burmeister
anderen Stichen Rostocks und Rostocker Persönlichkeiten eingestimmt auf das, was sie in den Räumlichkeiten erwartet. Im Laufe der Zeit ist aus der »MaxDreyer-Stube« ein kleines privates Minimuseum geworden, das nicht nur mit vergessenen Autorinnen und Autoren und anderen verdienstvollen Per-
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Rostock/rb/gb. Wissenschaftler, Erfinder, Entdecker, Mediziner, Künstler ... die Hanse- und Universitätsstadt Rostock ist reich an honorigen Persönlichkeiten aus der Vergangenheit. Doch leider sind viele wieder in Vergessenheit geraten, wie z. B. der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Max Dreyer (1862 in Rostock geboren und 1946 in Göhren auf Rügen verstorben). Damit Max Dreyer in seiner Heimatstadt Rostock nicht in Vergessenheit gerät, eröffnete Pastor em. Dr. Phil. Willi Passig, selbst sehr an Literatur interessiert, im Jahre 2006 die »MaxDreyer-Stube« in Rostock unweit des Doberaner Platzes. Bevor der Besucher jedoch in das kleine Museum kommt, müssen einige Stufen bewältigt werden, denn untergebracht ist die Stube im Untergeschoss des Hauses. Schon im Treppenhaus werden die Gäste – ca. 3.500 waren es seit der Eröffnung – mit Kupfer- und
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sönlichkeiten unserer Stadt vertraut macht. So finden sich hier auch diverse stadtgeschichtliche Dokumente. Aus der jüngeren Vergangenheit bewahrt Herr Passig hier u. a. Exponate der Neptunwerft als auch der Ostseewoche auf. Seine Lieblingsausstellungsstücke, so der Betreiber der Stube, sind vor allem
die Autographen. Autographen sind eigenhändige Niederschriften, erklärt er. An die 50 Stück sind es inzwischen. Viele weitere Erinnerungsstücke sind in der Stube zu begutachen. Neben kostenlosen Führungen bietet Willi Passig Lesungen und Vorträge an. Hervorheben möchte er die Veranstaltungen passend zum Stadtgeburtstag zum Thema »So feierte die Stadt ihre Jubiläen: 700, 750, 775, 777 Jahre« im Monat April, in denen alte Filmaufnahmen von Rolf Spieker und weitere Zeitdokumente zu sehen sein werden. Wer neugierig geworden ist, welche Schätze in diesem Minimuseum schlummern, sollte in der »Max-Dreyer-Stube« in Rostock vorbeischauen – allerdings mit Voranmeldung unter Telefon 03 81/21 08 39 95. Auf www. maxdreyer-rostock.de kann man sich schon vorher ein Bild machen oder sich über Veranstaltungen informieren.
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SCHAUPLATZ. ROSTOCK UND DER UNIVERSITÄTSPLATZ.
1348: Am Hopfenmarkt sind die ersten Brauhäuser nachweisbar. 13. Februar 1419: Die Universität Rostock wird gestiftet. Aus dem alten Rathaus der Neustadt, das mitten auf dem Platz steht, wird das große Auditorium. Im 19. Jahrhundert wird es abgerissen. 26. August 1819: Das Blücherdenkmal wird eingeweiht: Blücher selbst ist nicht dabei, er stirbt zwei Wochen später. Der Hopfenmarkt wird in »Blücherplatz« umbenannt. 1938 wird das Denkmal an den heutigen Platz gestellt. 1870: Das Hauptgebäude der Universität Rostock wird eingeweiht. 26. April 1942: In der dritten der vier Bombennächte auf Rostock wird auch die Nordwestseite des Universitätsplatzes zerstört. 1986: Mit der Übergabe des Fünfgiebelhauses ist die Neugestaltung des Universitätsplatzes abgeschlossen.
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s war die dritte der vier Bombennächte in Rostock. Am Morgen des 26. April 1942 war die Jakobikirche ausgebrannt, die Gegend vom Stadthafen bis zum Universitätsplatz lag in Trümmern. Nachdem sie beräumt waren, errichtete man dort ein paar Baracken. Niemand konnte ahnen, dass diese Behelfsbauten über 40 Jahre dort stehenbleiben würden, der »MantelKasten« und die BrunnengräberApotheke waren den Rostockern inzwischen ein Begriff geworden. Die Lange Straße war im »Nationalen Aufbauwerk« aufwändig errichtet worden, doch dann forderten wohl die großen Neubaugebiete alle Baukapazitäten des Bezirkes. Schließlich legte Rostock alle verbliebenen Kräfte zusammen, die Architekten erarbeiteten für den dreieckigen Platz ein Konzept – und von Anfang an waren auch die Künstler einbezogen. Das Blücher-Denkmal blieb an dem Platz, an den es 1938 gestellt worden war. Der Brunnen der Lebensfreude entstand dort, wo seit dem 15. Jahrhundert die Wasserkunst der Rostocker Neustadt gestanden hatte.
Universitätsplatz 1956: In 40 Jahren hatte man sich fast an die Baracken gewöhnt, ehe das Fünfgiebelhaus für neuen Glanz sorgte. Foto: Archiv Schade Doch das Fünfgiebelhaus bleibt das Meisterstück des Ensembles: Mit diesem Bau zeigten die Architekten, dass Plattenbau und individuelle Fassadengestaltung kein Widerspruch sein müssen – sogar neben der aufwändig restaurierten Fassade des Uni-Gebäudes kann es bestehen. Stadtarchitekt Christoph Weinhold erinnert sich, dass das Richtfest für das Fünfgiebelhaus »inoffiziell und ganz klein« gefeiert wurde. Offenbar wollte man erst Tatsachen schaf-
fen, bevor man die »schlafenden Hunde« wecken musste. Die Einweihung des neu gestalteten Universitätsplatzes im Jahre 1986 wurde natürlich groß gefeiert. Verspielte Ornamente, Klinkerfassaden und ein bis heute handgespieltes Glockenspiel verleihen dem Uni-Platz Bummel- und Pausen-Qualitäten.
Ausführlicher nachzulesen in den »Rostocker Zorenappels« und »40 Jahre Stadtplanung«.
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Rostock nimmt Kurs auf den Hansetag
Vom 21. bis 24. Juni ist Rostock Gastgeber für den 38. Internationalen Hansetag Rostock/rb/pm. Mit dem Anbruch des 800. Jubiläumsjahres nimmt die Hanse- und Universitätsstadt Rostock Kurs auf den 38. Internationalen Hansetag vom 21. bis 24. Juni. »Erstmalig nach 600 Jahren ist Rostock wieder Gastgeber eines Hansetages – das ist wirklich ein besonderes Ereignis«, zeigt sich Tourismusdirektor Matthias Fromm erfreut. Das Thema Wirtschaft und Handel ist ein inhaltlicher Schwerpunkt der Veranstaltung. Ein Hanse Kongress bringt am 22. und 23. Juni den Klein- und Mittelstand Europas in Rostock zusammen und bietet eine Plattform für künftige Projekte, internationalen Austausch und zur Netzwerk-Erweiterung. »Es wird ein ganz besonderer Kongress mit Event-Charakter werden, der in einmaliger Atmosphäre und mit einem außergewöhnlichen Rahmenprogramm stattfindet«, verrät Manuela Balan, Geschäftsführerin des Unternehmerverbandes
Der Rostocker Stadthafen wird zum Hansetag einer der Hauptschauplätze sein. Foto: Lutz Zimmermann
Rostock-Mittleres Mecklenburg. Im Mittelpunkt stehen die sieben wichtigsten Branchen Rostocks: Maritime Wirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Logistik, Kreativ-, Kultur- und Medienwirtschaft, Tourismus, Erneuerbare Energien sowie Ernährungs- und
Landwirtschaft. In 800-Sekunden-Pitches werden Unternehmer und Wissenschaftler ihre innovativen Geschäftsideen und Projekte vorstellen. Der Wirtschaftsbaustein des Hansetages, der Hanse Kongress, wird durch den Unternehmerverband Ros-
tock-Mittleres Mecklenburg, die Industrie- und Handelskammer zu Rostock, die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und die Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock Business organisiert. Lesen Sie weiter auf Seite 20.
WIR BRINGEN ROSTOCK IN BEWEGUNG Seit 2014 repräsentiert das Autohaus Sachs die Marke Mazda in der Hansestadt Rostock und steht für Kompetenz, Leidenschaft und den Willen zur Perfektion – genauso wie seine Heimat. Wir freuen uns über 800 Jahre hanseatische Geschichte und stehen auch in Zukunft dafür, Rostock mit Engagement und Leidenschaft in die Spur zu bringen. DAS TEAM DER AUTOHAUS SACHS GMBH Autohaus Sachs GmbH Kösterbecker Straße 1a 18184 Rostock-Roggentin www.autohaus-sachs.eu
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800 Jahre Hansestadt rostock
77 Hansestädte, 7 Eventbereiche
Vorgemerkt Zum Hansetag wird auf der NDR-Bühne im Stadthafen am 22. Juni die NDR-Sommertour zu Gast sein. Hier wird auch die festliche Eröffnung am Vorabend stattfinden, gestaltet von der Norddeutschen Philharmonie Rostock, die eine »Jubiläums-Kantate« uraufführen wird. Am 23. Juni wird im Stadthafen und auf dem Alten Markt zu Rost(r)ock-Partys mit Rostocker Bands eingeladen. Live-Übertragungen des WM-Spiels Deutschland gegen Schweden sind vorgesehen. Auf dem Alten Markt soll mit Unterstützung von Antenne MV ein Bierfest gefeiert sowie ein Fair Trade Areal errichtet werden. Am 24. Juni soll nach dem Vorbild des Warnemünder Niegen Ümgangs ein farbenfroher Rostocker Ümgang vom Neuen Markt in den Stadthafen führen. Rostocker Bürger, Vereine, Institutionen und Unternehmen sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen.
Einige Lübecker machen sich sogar zu Fuß auf die Socken ...
Rostock/rb/pm. 77 Hansestädte aus zehn Nationen haben sich für den 38. Internationalen Hansetag vom 21. bis 24. Juni in Rostock bereits angemeldet. Erwartet werden mehr als 100 Teilnehmerstädte, die sich auf dem Hansemarkt vor dem Rathaus präsentieren und in die Veranstaltung einbringen. Insgesamt sind sieben Eventbereiche in der gesamten Rostocker Innenstadt geplant. Fast jede Hansestadt hat etwas Besonderes im Gepäck, um Rostock zum Geburtstag zu gratulieren. So bringt der Ausrichter des Hansetags 2019, die russische Hansestadt Pskov, ein großes Tanzensemble mit. Die estnische Hansestadt Viljandi will auf dem Hansemarkt eine Sauna für Besucher aufbauen. Einige der Hansestädte entsenden unter dem Motto »Hanse Trading« historische Handelsschiffe nach Rostock, so Lübeck die Kraweel »Lisa von Lübeck« und Wismar
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Viele Teilnehmerstädte werden sich in die Veranstaltung einbringen. Foto: Lutz Zimmermann
die »Wissemara«. Die »Kamper Kogge«, Flaggschiff des Hansetages 2017 im niederländischen Kampen, wird die holländischen Hansestädte repräsentieren. Mit einem historischen Binnenschiff unter Segeln, einem sogenannten Kaffenkahn, begeben sich Delegierte und Markttreibende aus Halle an der Saale auf die Reise nach Rostock. Alle Schiffe
sollen typische Waren aus Hansestädten an Bord haben, die in Rostock entladen und hier in einem »Hansekontor im Stadthafen« angeboten werden. »Eine Pilger-Gruppe aus Lübeck, der Mutter der Hanse, macht sich zu Fuß auf die Socken und wird hoffentlich Lübecker Marzipan im Gepäck haben«, so Holger Bellgardt, Leiter des Büro Hanse Sail, in dem die Fäden zusammenlaufen. Auf fünf traditionellen Segelschiffen, deren Heimathäfen Hansestädte sind, sollen 77 jugendliche Hanseaten ein »Youth-Hanse«-Sail-TrainingProgramm absolvieren: auf der »Greif« aus Greifswald, »Fridtjof Nansen« aus Stralsund, »Johann Smidt« aus Bremen, »Santa Barbara Anna« aus Rostock sowie der »General Zaruski« aus Gdansk. So sollen maritime Fähigkeiten vermittelt und internationale Verständigung gefördert werden.
REDIECK & SCHADE
Mit seiner Edition „!Rostock 800!“ hat der Verlag Redieck & Schade den 800. Stadtgeburtstag schon lange eingeläutet. 2018 werden viele weitere Publikationen zum Thema folgen: Zwei Kinder unternehmen fiktive Zeitreisen in die Jahrhunderte, 35 ehemalige Hafenmitarbeiter bzw. Vertreter von Partnerbetrieben setzen sich mit dem Überseehafen in der DDR auseinander, ein Buch zum Thema „Rostock in der Hanse“ stellt Fragen an die Geschichte…
Auswahl vorliegender Titel
Der Almanach „Rostock zwischen zwei Sommern, Jahrgang 23, „Tidingsbringer, Jahrgang 23“ und „Rostocker Zorenappels, Jahrgang 12“ schreiben auch im Jubiläumsjahr Stadtgeschichte mit. Zum Jahresende 2018 präsentieren Redieck & Schade gemeinsam mit der Stadt ein farbenfreudiges Kaleidoskop in Buchform: „Das war Rostock 800“. Wir werden unsere Internetseite aktuell halten und Sie über diese und andere Neuerscheinungen informieren: www.redieck-schade.de
ROSTOCK 800 – WIR SIND SCHON DA!
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HILFE! ROSTOCK UND DREI KATASTROPHEN. sank die Zahl der Einwohner zeitweise auf unter 5.000 – zur Jahrhundertwende waren es noch dreimal so viel gewesen. Die große Sturmflut des Jahres 1872 scheint in Rostock selbst nicht allzu große Schäden verursacht zu haben. Für die Warnemünder war sie jedoch der Untergang: Das Seebad war zu einer kleinen Insel geworden, nur noch die Schanze, die höher gelegene Gegend um den Leuchtturm herum, ragte aus den Fluten heraus. Der Pegelstand von 3,30 Meter über Normal wurde seitdem nicht wieder erreicht. Die dritte große Katastrophe traf
Rostock wurde immer wieder von starken Sturmfluten heim- Rostock im April 1942. In vier gesucht: Manche Straßen konnten dann nur noch per Boot befahren Bombennächten fielen 414,7 Tonwerden, wie im Gerberbruch 1913. Foto: Archiv Schade nen Sprengbomben und 320,8
S
Tonnen Brandbomben auf die tadtarchivar Karsten Schrö- am 11. August 1677 das Feuer Stadt, über 200 Todesopfer wader hat bis heute mit den ausgebrochen, der Sommerwind ren zu beklagen. Das BombardeFolgen des großen Stadt- aus Südost trieb die Funken über ment der Royal Air Force hat der
brandes von 1677 zu kämpfen. die Grubenstraße und den Vogel- Stadt Narben zugefügt, die bis Die Aktenlage aus der mittelal- sang hinauf bis ans Rathaus. Zwei heute sichtbar sind: Die fehlende terlichen Zeit Rostocks ist nicht Tage wüteten die Flammen, dann Nordkante des Neuen Marktes, der zuletzt deshalb so miserabel, half der Regen, die Brände endlich Jakobikirchhof und zahlreiche Lüweil viele wichtige Papiere und unter Kontrolle zu bekommen. ckenbebauungen erinnern daran. Urkunden damals ein Opfer der Ein Drittel der Rostocker Häuser
Ausführlicher nachzulesen in den »Rostocker Zorenappels« und destraße/Große Goldstraße war Einwohner lebten. In der Folgezeit »Rostock im Feuersturm«. Flammen wurden. In einer Bä- waren verloren, darunter viele ckerei an der Ecke der Altschmie- Wohnkeller, in denen die ärmeren
Oktober 1628: Im Dreißigjährigen Krieg wird Rostock von den Truppen Wallensteins besetzt. Weil aber Wallenstein vom Kaiser das Herzogtum Mecklenburg zum Lehen erhalten hat, bleibt die Katastrophe aus. 7. Dezember 1944: Wie immer fährt am Abend ein Zug durch die Grubenstraße vom Stadthafen in Richtung Güterbahnhof. Diesmal versäumt der Brückenwächter jedoch, die Viergelindenbrücke zu öffnen. Oberlokomotivführer Friedrich Meincke stirbt. Die Viergelindenbrücke wird nicht wieder aufgebaut. 7. Februar 1949: Die Schiffbauhalle der Bootswerft Rohde in Gehlsdorf fällt einem Großfeuer zum Opfer. 2. März 1973: Am Tag werden einige Scheinwerfer für die Fassadenbeleuchtung des Rathauses in einem Raum abgestellt. Am Abend schalten sie sich automatisch mit der Beleuchtung der Rathausuhr an. Durch die Hitze brennt der Dachstuhl-Mittelteil des Rathausvorbaus ab.
Alles Gute ist hier beisammen…
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800 Jahre Hansestadt rostock
Uns oll Rostock un sien vergäten Muddersprak Ut olle Tieden wat taurüch halen
Rostock. Nu seggt villicht männigein: Wat sünd all 800 Johr in‘ Vergliek tau de Weltgeschicht? Un dorbi süht uns leif Rostock doch noch gornich so olt ut. Kümmt ümmer up an, in weck Eck ein grad rümlöppt. Oewer wenn dat in de ollen Popieren so insteiht, denn möten wi dat woll so stahn laten. Taumal twischendörch uns oltbekannten Schriewerslüd Fritz Reuter un John Brinckman in uns ihrwürdigen Muern hier lääft un studiert hemm‘. Das was üm de Johren 1800 un noch n‘ bäten wat von hüt ut seihn ok woll Anno Tobak nöömt ward. Oewer Brinckman dreef dat ümmer rut in de wiede Welt bet na Amerika. Dorbi hett hei nie nich vergäten, wo sin Wöddel wussen sünd. Besunners kümmt dat in sienen Gedichtband »Vagel Grip« rut. Un dor mücht ik ut denn‘ schönsten Rimel mal wat tau Gehür bringen, wat so geiht: Oll Rostock – min oll Vaderstadt! Ick heww di gor to leef,
Plattdüütsch is sien Welt: Hans Wilken. Foto: Grit Burmeister
so leef, förwohr! – ick weet nich, wat ick üm di let un gew. [...] Dat Allerbest – dat Allerbest, dat in de Frömm‘ ick seg, een smuck lütt Fohrtüg is dat west, dat dor vör Anker leg; [...] dat was, dat vun sin boewelst Mast de Vagel Grip hett weigt. Un dat deit gewiss de nächsten 800 Johr grad noch so gellen.
Wenn de Schäp intwischen ok grot Fohrtüg worden sünd. Oewer weiten Sei, egentlich geiht mi dat dorüm, dat wi nich vergäten dörben, dat dunnemals de Lüd hier baben in uns Muddersprak snackt hemm‘. Sei künnten Reuter un Brinckman ok noch läsen un verstahn. Intwischen is eine lange Tiet vergahn. Dorüm is dat woll gaut, wenn wi uns öfters fragen, woans de hütige Taustand is. As ik inne Schaul keem, säd mien Grotmudding tau mi: »Jung, dor is de Schaul, un anner Woch geiht dat los.« »Ja, ik weit Grotmudding«, un heff mi freucht. Don säd sei noch: »Dor durfst Du nich mihr plattdüütsch snacken. De Lihrer koenen dor blot Hochdüütsch.« Dat heff ik don nich begräpen un bün sihr trurig wäst. Hüt denk ik öfters doroewer na, dat dor doch ein Tausamenhang besteiht. Denn, wenn wi ok hier in Rostock wat ännern wullen, möten wi ut de ollen Tieden wat taurüch halen. Dor nütten ok
allein de välen flietigen Vereine un Schriewerslüd nich alltau väl. Uns jungen Lüd möten wi anners oewertügen. Taun Bispill dormit, ehr denn‘ Tausamenhang twischen Plattdüütsch un Engelsch tau verkloren. Sowat steiht in oll Bäuker ut dat 17. Johrhunnert in. Denn kriegen wi sei ok dormit taufaten, dat sei na uns Klassikers fragen un griepen. Taun Bispill denn‘ »Vagel Grip« tau Hand nähmen. Un nich so stur as in anner Spraken Vokabels utwennig lihren. Dor stahn väle korte Rimels in, de man in uns Schaulen de Kinner einfach ganz sachten mal vörläsen müsst. Un hinnerher möt de Lihrer natürlich taun Inhalt wat verkloren. Denn Brinckmann hett dunnemals kulturell un ottografisch noch nich weiten künnt, dat de Lüd na oewer 200 Johr hier in sin oll Rostock de Bäuker von em noch läsen. Villicht har hei denn männig wat dorvon dütlicher schräben. Euer Hans Wilken
Platt auf ganzer Linie
3. bis 10. Juni: Plattdeutsche Kulturwoche Rostock/rb/pm. Zahlreiche Veranstaltungen laden vom 3. bis 10. Juni dazu ein, die plattdeutsche Kultur zu entdecken. Der Botanische Garten der Universität Rostock und seine Kooperationspartner der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern, der PlattdeutschVerein »Klönsnack – Rostocker 7« und der Freundeskreis Botanischer Garten wollen mit der Plattdeutschen Kulturwoche einen Beitrag zur Erhaltung des Niederdeutschen leisten. Das Programm in der Übersicht: 3. Juni, 10 bis 17 Uhr: 5. Plattdeutsch-Büchertag mit Verleihung des 4. Unkel BräsigPreises, Botanischer Garten (Eintritt frei). 4. Juni, 10 bis 14 Uhr: Besuch im Wossidlo-Archiv und Führung, Reifergraben 4. 5. Juni, ab 14.30 Uhr: Plattdeutsche und maritime Lieder mit »Luv un Lee«, Gesangsgruppe »Nuurdwind«, Reuters Fritzen,
De Plattfoot Klaus, Klostergarten, Klosterhof 1 (Eintritt frei). 6. Juni, 11 Uhr: Plattdeutsche Stadtführung mit Klaus Lass, ab Rathaus Rostock bis Uni-Platz (kostenlose Führung). 7. Juni, 14 Uhr: Autorenlesung mit Behrend Böckmann, Jürgen Rogge, Heidelind Rumler, Klaus Kronke, Jürgen Pump u. a., Botanischer Garten (Eintritt frei). 8. Juni, 15 Uhr: Plattdeutsches Unterhaltungsprogramm mit Anke Gohsmann & Wolfgang Kniep und »De Elmenhorster Landslüd«, Mehrgenerationenhaus Lütten Klein (Eintritt frei). 9. Juni, 15 Uhr: Plattdeutsche Kindergartengruppen von Achim Kleffe, Jörg Bitter und Christine Stübe, ab 16.15 Uhr »Klönsnack – Rostocker 7«, Botanischer Garten (Eintritt frei). 10. Juni, 10 Uhr: Plattdeutscher Gottesdienst mit Pastor Peter Wittenburg i. R., Kirche Warnemünde. Änderungen vorbehalten
DOKUMENT. VICKE SCHORLER UND ROSTOCK. und Güstrow hat er gezeichnet und mit Spruchbändern kenntlich gemacht. Trotzdem kann man die Darstellung nicht wie einen Stadtplan nutzen, Vicke Schorler scheint die vielen Abbildungen erst kurz vor der Vollendung des Bildes zusammengefügt zu haben. Vicke Schorler benutzte eine Rohrfeder, Lineal und Zirkel, die Farben bestehen aus gemahlener Tonerde und Ruß, außerdem kolorierte er die Zeichnung mit Wasserfarben. Aber warum macht sich ein junger Krämer an diese jahrelange riesige Arbeit? Zumal man kleinere Bilder mit einem Druckstock hätte vervielfältigen und ver-
Detail aus der Vicke-Schorler-Rolle. Foto: Archiv Hansestadt Rostock kaufen können. Hanns Rainer
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Perten und Gerda Strehlow haben ur bei besonderen Anlässen und – wiederum am Johannistag darauf eine Antwort gefunden. ist die Vicke-Schorler-Rolle – 1586, beendet hat. Auch seinen In ihrem Roman »Schorler« erzu sehen, das aus 127 Bö- dokumentarischen Anspruch hat zählen sie aber weit mehr: Sie
gen Kanzleipapier zusammenge- er deutlich gemacht: Die »Wahr- sind an den historischen Quelsetzte Bild ist fast 19 Meter lang haftige Abcontrafactur der hoch- len tief in das städtische Leben und 60 Zentimeter breit. Es wird loblichen und weitberuhmten al- dieser Zeit hinabgestiegen und im Stadtarchiv sicher verwahrt, hat ten See- und Hensestadt Rostock« zeichnen selbst ein Bild von Rosden Zweiten Weltkrieg im Keller ist ein laienhaft gezeichnetes, tock, das dem des Vicke Schorler der Rostocker Bank überlebt. Vi- aber geradezu detailversessenes in seiner Detailfülle nicht nachcke Schorler (1560 bis 1625) war Bild der Rostocker Häuser dieser steht. der Sohn eines Rostocker Krämers. Zeit. Doch nicht nur Rostock und
Er hat vermerkt, dass er seine Ar- Warnemünde, sondern auch umlie- Ausführlicher nachzulesen in »Schorler« beit am 24. Juni 1578 begonnen gende Orte wie Schwaan, Kessin (Hanns Rainer Perten, Gerda Strehlow).
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11. Januar 1589: Der Krämergeselle Vicke Schorler erwirbt das Rostocker Bürgerrecht. 13. November 1624: Vicke Schorlers Frau Margarethe stirbt. 10. Februar 1625: Vicke Schorler schreibt den letzten Eintrag seiner Rostocker Chronik. Er schildert eine starke Sturmflut. Juli 1792: Die Rostocker Ratsfamilie Nettelbladt verkauft dem Rat der Stadt die Vicke-Schorler-Rolle für 150 Taler. 1937/38: Der Berliner Konservator und Spezialist für ägyptischen Papyrus Hugo Ibscher restauriert die VickeSchorler-Rolle umfassend. 2. März 2008: Für einen Tag wird die Vicke-SchorlerRolle in der Rathaushalle ausgestellt. Etwa 5.000 Rostocker nutzen die Gelegenheit, das Kunstwerk zu sehen. Es ist vorerst das letzte Mal, dass das Original ausgestellt wird.
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BLITZ AM SONNTAG – 28. JANUAR 2018
800 JAHRE HANSESTADT ROSTOCK
Arschkerbe. Rostock und seine Straßen. Auf Seite 4
Sauber. Rostock und sein Wasser. Auf Seite 28
Mittelpunkt. Rostock und der Neue Markt. Auf Seite 7
Einsteigen. Rostock und der Stadtverkehr. Auf Seite 32
Schauplatz. Rostock und der Universitätsplatz. Auf Seite 18
Ahoi! Rostock und die Schiffe. Auf Seite 34
Hilfe. Rostock und drei Katastrophen. Auf Seite 21
Narben! Rostock und die Kriege. Auf Seite 42
Panoramafoto: Grit Burmeister
Dokument. Vicke Schorler und Rostock. Auf Seite 23
© Stadtplan Wagner & Debes, um 1889. Sammlung: Schade
Gewählt! Rostock und die Bürgermeister. Auf Seite 44
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800 Jahre Hansestadt rostock
Lehren, forschen und lernen seit fast 600 Jahren Alma Mater Rostochiensis: die älteste Uni im Ostseeraum feiert 2019 ihr 600. Jubiläum
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Rostock. Auch die Universität Rostock beteiligt sich an verschiedenen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr der Hanse- und Universitätsstadt Rostock wie zum Beispiel dem MecklenburgVorpommern-Tag, Hansetag, Hanse Business und der Hanse Sail 2018. Im Jahr 1419 gegründet, ist die Rostocker Uni die älteste Universität im Ostseeraum. Getreu ihrem Motto »Traditio et Innovatio« hat sie sich stetig weiterentwickelt. Gründungsfakultäten waren neben der facultas artium (der heutigen Philosophischen Fakultät), die Juristische und die Medizinische Fakultät. 1432 vervollständigte die Theologie den klassischen Fächerkanon des historischen studium generale. Mitte des 20. Jahrhunderts kamen dann die Agrarwissenschaftliche, die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche, die MathematischNaturwissenschaftliche und
Das Universitätshauptgebäude mit Blücherdenkmal in der Mitte des Platzes, 1930er Jahre. Foto: Universitätsarchiv/Photo Eschenburg Archiv
1950 – seinerzeit ein Novum unter den klassischen deutschen Universitäten – eine Ingenieurwissenschaftliche Fakultät hinzu. Aus dieser entstanden schließlich zu Beginn des Jah-
in zahlreiche Institute und Kliniken untergliedern. Zusätzlich verbindet die Interdisziplinäre Fakultät als zentrale wissenschaftliche Einrichtung Forschende und Studierende aller Fachrichtungen. 2019 feiert die Rostocker Universität mit ihren circa 13.700 Studierenden und der gesamten Stadt Rostock den 600. Universitätsgeburtstag. Zwei große Ausstellungen in der Rostocker Kunsthalle und im Kulturhistorischen Museum Rostock sind für das Jubiläumsjahr 2019 in Planung. Neben dem Sommerfest auf dem Rostocker Universitätsplatz im Juni 2019 und den großen Feierlichkeiten zum Universitätsgeburtstag im November 2019 bilden verschiedenste Einzelveranstaltungen ein außergewöhnliches, spannendes und mitreißendes Jahresprogramm zum Universitätsjubiläum 2019. Matthias
res 2004 eine Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik und eine Fakultät für Informatik und Elektrotechnik. Somit verfügt die Universität heute über neun Fakultäten, die sich Beckmann, Universität Rostock
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800 Jahre Hansestadt rostock
Bühne frei für TUSCH und 800 Jahre Rostock! In diesem Jahr dreht sich in den »Theater und Schule«-Kursen alles um die Hansestadt
Rostock/rb/pm. Im Rahmen der Schultheatertage im Volkstheater Rostock und in der Bühne 602 im Stadthafen machen Schüler vom 27. bis 29. Juni jede Menge Theater! Stadtteil-Geschichte(n), Recherchetheater oder ScienceFiction in Rostock – in diesem Schuljahr dreht sich in den »Theater und Schule«-Kursen der Jugendkunstschule ARThus alles um die Stadt, in der sie leben. In wöchentlichen Proben haben Schüler aller Altersgruppen in der KTV, der Südstadt, in Lütten Klein, Lichtenhagen, Evershagen, Schmarl, Toitenwinkel und Reutershagen mit Theater- und Sozialpädagogen, Schauspielern und Lehrern wöchentlich geprobt – immer unter Berücksichtigung der Fragen: Was prägt unseren Stadtteil? Wie ist der Alltag, welche Geschichten lassen sich erzählen? Dazu wird das
Schüler aller Altersgruppen zeigen, was die einzelnen Rostocker Stadtteile prägt. Foto: ARThus
Handwerk des Theaterspielens vermittelt, viel improvisiert, unterschiedliche Spiel- und Ausdrucksformen ausprobiert und gemeinsam Szenen, Stücke und
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Performances entwickelt, die mit ihnen und ihrem Leben im Stadtteil in Beziehung stehen. Für einige Schüler ist es die erste Gelegenheit, das Theaterspielen
kennenzulernen, ein Stück zu entwickeln und Bühnenluft zu schnuppern – Bühne frei also und ein kräftiger Applaus für TUSCH und 800 Jahre Rostock!
JUBILÄUM
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SAUBER. ROSTOCK UND SEIN WASSER.
1624/25: Auf dem großen Rostocker Stadtplan des böhmischen Zeichners und Kupferstechers Wenzel Hollar ist in der Stadtmauer neben der Grube die »Neue Wasserkunst« zu sehen, offenbar ein windgetriebenes Schöpfwerk, das Wasser aus der Oberwarnow in die Stadt befördert. 1903: Der Wasserturm in der Blücherstraße wird in Betrieb genommen. Jetzt reicht der Druck aus, um auch Warnemünde über eine 15 Kilometer lange Leitung mit Trinkwasser zu versorgen. August 1913: Die Kläranlage in der Werftstraße wird eröffnet. August 1996: Die Kläranlage in der Max-Eyth-Straße nimmt nach zwei Jahren Bauzeit den Dauerbetrieb auf. 82 Millionen Euro wurden investiert. Juli 2011: Starker Regen an mehreren Tagen überfordert das Rostocker Netz für die Ableitung des Niederschlagswassers. Viele Haushalte, Kleingärten und Keller werden überflutet.
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er im mittelalterlichen Rostock die Abfallentsorgung erledigte? Das Gefälle! Mit der Grube (heute Grubenstraße) und der Faulen Grube floss Wasser in die Warnow und nahm den Unrat mit, der ja damals zum größten Teil biologisch abbaubar war. In den Altstadt-Brüchen der Küter, Fischer und Gerber wurden die geruchsintensiven Gewerke ohnehin in Wassernähe erledigt. Und wenn es stark regnete, dann wurden auch die meist unbefestigten Straßen vom Unrat befreit. Dennoch muss ein Spaziergang durch Rostock ein intensives olfaktorisches Erlebnis gewesen sein. Das saubere Trinkwasser bekommt Rostock damals wie heute aus der Oberwarnow. Mit Pumpwerken wurde das Wasser schon im 14. Jahrhundert in die drei Brunnen bei der Nikolaikirche, auf dem Neuen Markt und dem Hopfenmarkt (heute UniPlatz) befördert, von dort wurde es durch Holzleitungen in die Häuser geleitet, die mit Zahlung eines regelmäßigen »Wasserpfennigs« Mitglied einer der drei »Borngesellschaften« der Hanse-
Mit dem Bau des Wasserturms (1903) kam es zu einer spürbaren Verbesserung der Wasserversorgung. Foto: Archiv Schade stadt waren. Dennoch wurden im Sommer mit diesem Wasser immer wieder Krankheitskeime eingeschleppt, so dass man die über 200 Häuser mit Braurecht durchaus als Teil der Gesundheitsvorsorge betrachten kann: Bier blieb länger haltbar als Wasser, dafür genügte auch ein geringer Alkoholgehalt von 2 bis 3 Prozent beim Dünnbier. Im Jahre 1867 wurde in der Bleicherstraße das erste Rostocker Wasserwerk in Betrieb genommen, schon 1894 musste es durch ein neues, größeres Wasserwerk in der heu-
tigen Talstraße ersetzt werden. Ab 1860 wurde in Rostock ein Leitungssystem gebaut, mit dem das Niederschlagswasser von den inzwischen gepflasterten Straßen in die Warnow geleitet wurde. In diese Sielen konnte man auch sehr schön den täglichen Toiletteneimer entleeren. Erst mit der Eröffnung der Kläranlage in der Werftstraße im Jahre 1914 entstand ein Kanalnetz für das Abwasser.
Ausführlicher nachzulesen in »Alles fließt. Aber wohin?«.
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800 Jahre Hansestadt rostock
Lust auf Sport – aber auf welchen?
»BeneFIT Meets 800«: das Sportereignis zum Stadtjubiläum zum Mitmachen und Mitfiebern
Ob Kajak, Radsport, Boxen, Karate oder Karneval – am 2. September heißt es mitmachen und ausprobieren. Fotos: Stadtsportbund Rostock e. V.
Rostock/rb/sist. In Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjuroren der IHK zu Rostock, der Hansestadt Rostock sowie dem EBC Rostock lädt der Stadtsportbund Rostock e. V. (SSB) am 2. September zur nunmehr 6. beneFIT ein. Die Veranstaltung (dieses Mal in der Rostocker Stadthalle) richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und soll in genau dieser Altersgruppe Lust auf Sport und Bewegung machen. »Auch
in diesem Jahr wollen wir unentschlossenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, die sportliche Vielfalt zu entdecken«, erklärt Andreas Röhl, SSB-Geschäftsführer. Von 10 bis 16 Uhr informieren Sportvereine über ihre Angebote, bieten Mitmachaktionen und Bewegungsangebote an. Besucher haben die Möglichkeit, sich ein Bild von der vielfältigen Rostocker Vereinslandschaft zu machen. Unter
anderem wird es einen Stempelparcours, Wettkämpfe sowie eine Tombola mit vielen tollen Preisen geben. Durch Spiel und Spaß zu mehr Bewegung und damit zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil – so das Anliegen der Organisatoren. Aus diesem Grund wird es unter anderem auch Ernährungsworkshops geben, in denen die Zubereitung gesunder Mahlzeiten und Snacks im Fokus steht. Anläss-
lich des Jubiläums schließt an diev BeneFIT-Veranstaltung ein Benefiz-Spiel an, nämlich ein Baskteballspiel der Rostocker Seawolves. Ab 17 Uhr können Besucher, die eben noch selbst gesportelt haben, auf den Rängen mitfiebern und die Seawolves anfeuern, die gegen eine hochkarätige Überraschungsmannschaft antreten werden. Weitere Informationen gibt‘s unter www.stadtsport bund-rostock.de.
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800 Jahre Hansestadt rostock
Rostock/rb. Am 24. Juni findet im Rahmen des 38. Internationalen Hansetages ein Festumzug, der »Rostocker Ümgang«, statt. Das Projektbüro des Doppeljubiläums ruft alle Vereine, Unternehmen, Institutionen und Einwohner Rostocks auf, am Festumzug teilzunehmen. Dieser geht vom Neuen Markt über die Lange Straße zur Großbühne im Stadthafen, wo das Finale des Hansetages stattfindet. Der Kreativität sind bei der Präsentation keine Grenzen gesetzt: Vereinstrikots oder Trachten, kleine Wagen oder Schilder, singen, tanzen oder musizieren gemeinsam mit Kulturgruppen aus europäischen Hansestädten. Um an dem Umzug teilzunehmen, ist ein Anmeldeformular auszufüllen und an folgende Adresse zu senden – postalisch an: Kulturbotschafter Events GbR, Waldemarstraße 51, 18057 Rostock; per E-Mail an: umzug800@kultur botschafter-events.de. Das Anmeldeformular kann unter www.rostock800600.de/ downloads/ heruntergeladen werden. Hier können sich auch interessierte Sponsoren einen öffentlichen Aufruf zur Unterstützung des Stadtund Universitätsjubiläums 2018/2019 herunterladen. Die formlose Sponsorenbereitschaft kann ausgefüllt im Projektbüro Stadt- und Universitätsjubiläum eingereicht werden.
Sagenhaftes aus der Zwischenwelt
Führungen zur Trauer-/Bestattungskultur des 16. bis 19. Jahrhunderts
Göttin Hekate erzählt regionale Sagengeschichten. Wo? Auf dem Neuen Friedhof! Foto: Dietmar Lilienthal
Rostock/rb/pm. Seit einigen Jahren findet auf dem Neuen Friedhof in Rostock das geheimnisvolle »Friedhofsgeflüster« statt. Wenn der Tag der Nacht weicht, Nebel aufsteigt und die Tore zwischen den Welten sich öffnen, taucht die Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer mit ihren Besuchern ein in die Bestattungs- und Trauerkultur des 16. bis 19. Jahrhunderts. Während des Rundgangs erklärt sie die Todesauffassungen dieser Zeit. Dabei wird der Bogen von den Bestattungsbräuchen bis hin zum Aberglauben gespannt, untermauert von regionalen Beispielen. Die Dämmerung bietet den dazu passenden geheimnisvollen Rahmen, in der der Friedhof aus einer anderen Sicht erlebbar wird. Auch wenn man es kaum glaubt, gibt es zu diesem »toten« Thema
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einiges zu erzählen, demzufolge noch so alles anstellte. Bei der sind schon drei Führungen und Premiumführung Teil III führt eine Lesung entstanden, die un- Göttin Hekate die Besucher in abhängig voneinander besucht die Zwischenwelt, erzählt regiowerden können. nale Sagengeschichten, die von Teil I führt seit zwei Jahren die den Grabwandlern, Brunnenschwarze Witwe aus dem Jahr hockern und Geistertänzern 1898 und erklärt anschaulich, anschaulich dargestellt werden. wie sie damals ihren Mann be- An diesem Abend haben die stattet hat, was es für Berufe Besucher die Möglichkeit, diese gab und welchen Aberglauben unheimlichen Wesen einmal sie besaßen. Bei ihr erfährt man kennenzulernen und in ihre beispielsweise, wer oder was Welt abzutauchen. Teilnehmer Wiedergänger sind, wozu es To- erwarten einige Überraschungen. tenkronen gab und was die Taube 1. März, 18 Uhr: Teil I »Von mit dem Tod zu tun hat. Totenkronen, Wiedergängern Teil II – mit der Friedhofswissen- und der Angst vor dem Scheinschaftlerin Dr. Anja Kretschmer tod« persönlich – beinhaltet den da- 14. April, 20 Uhr: Teil II »Rund maligen Umgang mit den Ver- um die Leiche. Von Leichenstorbenen. Da wird von Totenwa- wache, Leichenraub und Leiche und Grabbeigaben berichtet, chenfett« wie man damals Trauer zeigte 5.10.01.18 Mai, 2215:51 Uhr:Seite Teil III 180110_W&N_Waterkant_93x65.qxp 1 »Sagenund was man mit Verstorbenen haftes aus der Zwischenwelt«
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EINSTEIGEN! ROSTOCK UND DER STADTVERKEHR.
Mai 1915: Zum ersten Mal übernehmen Frauen den Dienst als S c h a f f n e r. D i e Männer sind an der Front. 1. Oktober 1903: Die Eisenbahn-Fährverbindung, das »Trajekt Rostock-Gedser«, wird eröffnet. Im September 1995 wird der Fährbetrieb eingestellt. 1934: Die RSAG testet erstmals Holzgasomnibusse, ab 1935 fahren sie im Linienverkehr. 1962: Die ersten Straßenbahngelenktriebwagen aus dem VEB Waggonbau Gotha werden in Rostock eingesetzt. Ab 1966 mussten neue Straßenbahnen der Marke Tatra aus der Tschechoslowakei importiert werden. 18. November 1969: Der erste Ikarus-Gelenkomnibus ist im Linienverkehr unterwegs. 14. April 1994: Die ersten Niederfl ur-Straßenbahnwagen werden in Rostock eingesetzt. 7. Juli 2001: Lütten Klein ist per Straßenbahn erreichbar.
I
m Jahre 1881 hatte Rostock mehr als 38.000 Einwohner, die Stadtmauer war durchbrochen, neue Viertel entstanden. Und die Stadt hatte ein Verkehrsproblem. Aber auch die Lösung: Pferde zogen am 14. Oktober 1881 den Wagen über die neu verlegten Gleise vom Alten Friedhof (heute Lindenpark) bis zum Weißen Kreuz. Wenn alles gut ging, brauchte man dafür 23 Minuten. Das Netz wurde weiter ausgebaut. Als am 21. Mai 1904 die ersten beiden elektrischen Straßenbahnen durch Rostock fuhren, gab es bereits drei Linien. In einem der beiden Wagen stand Richard Siegmann (1872-1943) an der Kurbel. Der jüdische Berliner Bankkaufmann war damals schon sechs Jahre Vorstand der Rostocker Straßenbahn Aktiengesellschaft, hatte die RSAG durch die schweren Kriegsjahre gesteuert und die Entwicklung des Unternehmens erfolgreich vorangetrieben. Im Jahre 1935 musste er seinen Vorstandsposten räumen, 1943 starben er und seine Frau Margarete im KZ Theresienstadt, ihre Tochter Hedi wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Von 1910
Straßenbahngabelung vor dem Steintor. Foto: Archiv Schade bis 1945 existierte auch eine 4,5 Kilometer lange elektrische Linie »Strandbahn« von Warnemünde bis Markgrafenheide. Sie musste als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgebaut werden. 1926 wurde die Omnibuslinie zwischen Rostock und Warnemünde in Betrieb genommen, das Seebad war nun nach 30 Minuten Fahrtzeit zu erreichen. Die Erweiterung des Schienennetzes und der Buslinien des »VEB Nahverkehr Rostock« war natürlich auch in den DDR-Zeiten ein Dauerthema, mussten doch bis in die 80er Jahre immer wieder
neue Stadtviertel angeschlossen werden. Zur besseren Anbindung diente beispielsweise auch die 1974 fertiggestellte S-Bahnstrecke zwischen Rostock und Warnemünde. Bereits am 20. Mai 1961 fuhr die Straßenbahn erstmals über die neue InnenstadtTrasse in der Langen Straße. Die Fahrt durch die enge Kröpeliner Straße und durch das Kröpeliner Tor hatte damit ein Ende.
Ausführlicher nachzulesen in »RSAG – Menschen, Technik, Episoden« und »Richard Siegmann … aber wir waren Deutsche« (Jan-Peter Schulze).
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800 Jahre Hansestadt rostock
Das älteste Volksfest
Stätten des Erinnerns
Seit 1390 gibt es den Rostocker Pfingstmarkt Rostock/rb. Rostocker Volksfeste, wie der Weihnachts- und der Ostermarkt, besitzen eine jahrhundertelange Tradition. Das älteste jedoch ist der Rostocker Pfingstmarkt. Im Jahr 1390 ließen der Bürgermeister und der Rat der Stadt Rostock in einem Sendschreiben an alle Städte, mit denen die Stadt in Handelsbeziehungen stand, verlautbaren, dass einmal im Jahr, am Pfingstsonntag beginnend und mehrere Tage dauernd, ein Markt abgehalten wird. Und so wurde am 22. Mai 1390 der erste Rostocker Pfingstmarkt eröffnet. Bereits gegen Ende des 14. Jahrhunderts nahmen zahlreiche Händler, Handwerker und Kaufleute aus den verschiedensten Städten und Ländern teil. Durch das Erstarken der Hanse wurde er bis ins dritte Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts zu einer beliebten und bedeutenden Waren- und Handelsmesse Nordeuropas.
Wanderausstellung zum Bestattungswesen
Der Dreißigjährige Krieg, der Niedergang der Hanse und der Große Stadtbrand von 1677 setzten der Stadt Rostock zu. Zerstörte Handelswege, Raub und Plündereien usw. hielten die Kaufleute vom Besuch des Rostocker Pfingstmarktes ab. Die erstmals im Jahr 1835 stattfindende Gewerbeaus stellung, welche sich ab 1892 als Mecklenburgische Landes-, Gewerbe- und Industrieausstellung mit mehr als 50 Ausstellern präsentierte, als auch die industrielle Revolution ab Mitte des 19. Jahrhunderts, trugen dazu bei, dass sich auch beim Rostocker Pfingstmarkt ein Wandel von einer frühneuzeitlichen Handels- und Warenmesse zu einem Vergnügungsmarkt und Volksfest vollzog. Erst in den 1960er Jahren wurden der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen in Rostock wichtiger. Quelle: Groß-
markt Rostock GmbH
Die Ausstellung beginnt am 1. April. Foto: Tom Pagel
Rostock/rb/pm. Anlässlich des Stadtjubiläums wird durch das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege eine Wanderausstellung zum Thema »800 Jahre Bestattungswesen in Rostock – Stätten des Erinnerns und Bewahrens« gezeigt. Sie informiert über Totengedenken und Bestattungskultur in den vergangenen Jahrhunderten. Historische Drucke und Bilder aus eigenem Bestand und Rostocker Archiven vertiefen die Präsenta-
tion. Beginnend ab 1. April, wird an verschiedenen Orten der Stadt auf zwölf Tafeln ein historischer Abriss zum Bestattungswesen in und um Rostock von damals bis heute dargestellt. Dokumentiert auf der Grundlage der Karte Wenzel Hollar (1624/1625), wird eine Zeitgeschichte der historischen und aktuellen Bestattungsplätze erzählt. Vom ältesten bekanntesten Begräbnisplatz – Stadtkirche St. Petri – bis hin zum jüngsten Rostocker Friedhof, dem Westfriedhof, werden Besonderheiten und Bestattungskulturen aufgezeigt. Die Ausstellung gibt zudem Einblicke in bedeutsame Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Persönliche Errungenschaften, Schicksale, eine Lebensphilosophie und gelebte Erinnerungen finden sich in Bildern und Text wieder. Für die Aufarbeitung der Themen konnten die Autoren Frau Dr. Krause und Herr Dr. Mende sowie Grafiker/Fotograf Tom Pagel gewonnen werden.
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AHOI! ROSTOCK UND DIE SCHIFFE.
D
ie Verbindung zwischen den Werften, den Häfen und der Stadt ist für die meisten Rostocker aus dem Alltag verschwunden. Früher wussten die Rostocker, dass es in den Kolonialwarenläden Kokosnüsse, Tee oder Pfeffer gibt, wenn dieser oder jener Frachter im Stadthafen festmachte. Die Angebote der Rostocker Fischhändler richteten sich nach den Fängen der Ostseefischer und wenn in der Werft ein Stapellauf stattfand, feierte die ganze Stadt mit. Doch schon für die ersten Ansiedlungen an der Warnow war die Nähe zu den Schiffsrouten der Ostsee entscheidend: Bei den Ausgrabungen am Dierkower Primelberg finden sich Zeugnisse eines regen, mindestens europaweiten Handels, der lange vor der Ersterwähnung Rostocks im Jahre 1160 stattgefunden haben muss. Die Stadt kaufte im Jahre 1252 von ihrem Fürst Borwin III. die Rostocker Heide – da liegt die Vermutung nahe, dass sie sich das Holz nicht nur für den Hausbau, sondern auch für den Schiffbau sichern
Lange Zeit war der Stadthafen ein bedeutender Anlaufpunkt für Segelschiffe und ihre Fracht. Foto: Archiv Schade wollte. Im Jahre 1870 war Rostock für 378 Schiffe – mit 105.000 Nettoregistertonnen – Heimathafen. Der Stapellauf des ersten deutschen eisernen Schraubenraddampfers – konstruiert von Albrecht Tischbein – hatte bereits 1851 in Rostock stattgefunden. Im Jahre 1890 wurde die Neptunwerft in Rostock gegründet. Gemeinsam mit der 1928 gegründeten Kröger-Werft in Warnemünde und den Flugzeugwerken von Heinkel und Arado wurde Rostock nach 1933 zu einem Standort der Rüstungsproduk-
tion. Nach 1949 wird Rostock zur Hafenstadt der DDR, damit zum Standort der DDR-Fischfangflotte, dem Kommando der DDR-Volksmarine und der DDR-Handelsflotte. Dennoch verdiente bis 1958 der Hamburger Hafen am DDR-Warenumschlag, der mit Devisen bezahlt werden musste. Das Geld konnte die DDR besser anlegen: Am 30. April 1960 wurde nach zweieinhalb Jahren Bauzeit der Überseehafen eingeweiht.
Ausführlicher nachzulesen in der Reihe »Rostocker Zorenappels«.
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19. Oktober 1898: Der Leuchtturm von Warnemünde wird in Betrieb genommen. Das Licht der Petroleumlampe reicht 16 Seemeilen weit. 11. Juni 1905: Der erste Seebäderdampfer der Welt, die »Großherzogin Alexandra« wird von der Neptunwerft Rostock an die »Ribnitz-Wustrower Dampfschiffsgesellschaft« ausgeliefert. 7. März 1920: Der Rostocker Hafenbaudirektor Karl Friedrich Kerner stirbt in Rostock. Unter seiner Leitung erhielten der Warnemünder Alte Strom, die Mittelmole und die Einfahrt nach Rostock bis 1903 ihre heutige Gestalt. 4. Juli 1957: Als fünfter Frachter der Serie »Frieden« läuft in der Warnowwerft die »Dresden« vom Stapel. Heute liegt das Schiff als Schifffahrtsmuseum in Schmarl am Kai. 1. Mai 2005: In Warnemünde wird das Kreuzfahrt-Terminal am Warnemünder Passagierkai eröffnet.
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800 Jahre Hansestadt rostock
Mit ein paar Rehen und Hirschen fing es an
Wie aus einem Hirschgarten eines der beliebtesten Ausflugsziele Norddeutschlands wurde Rostock/rb. Was im Jahr 1864 mit der anlagemäßigen Bewaldung eines früheren Exerzierplatzes in den Barnstorfer Tannen begann, setzte 1882 der Förster Robert Schramm fort. Er ergänzte den Baumbestand mit Eichen und Buchen und pflanzte fremdländische Bäume – 1883 den Mammutbaum am heutigen Pelikanteich. 1898 kamen die ersten tierischen Bewohner: ein paar Rehe und Hirsche aus der Rostocker Heide, Wildschweine aus dem Gelbensander Forst. Später richtete Förster Schramm einen kleinen Tiergarten am Forsthaus ein. Als erster Tierwärter im »Hirschgarten« an der Trotzenburg wurde 1899 Carl Lange eingestellt. Angorakatzen, Seeadler, Dammhirsche, Schakal, Fuchs und Waschbären gehören später zum Tierbestand, der ständig anwächst. Die Stadt Rostock beauftragte im Jahr 1906 Stadtbaudirektor Tessendorf und Gartenbaudirektor Schom-
Die historische Bärenanlage im Rostocker Zoo Anfang der 1970er Jahre. Foto: Zoo Rostock/Archiv
burg mit der Errichtung eines »Wild- und Dendrologischen Gartens« gegenüber der »Trotzenburg«. Dieser wurde Pfingsten 1910 eröffnet und von den Rostockern kurz »Tiergarten« genannt. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Tier- und Pflanzenwelt fast völlig. 1951 begannen Gartenbauarchitekt Arno Lehmann und viele freiwillige Helfer mit dem Wiederaufbau und so konnte der »Tiergarten« 1952 wieder eröffnet werden. Vier Jahre später, am 16. Januar 1956,
wurde der Zoologische Garten Rostock gegründet. Geländeerweiterungen mit neuen Tiergehegen und Anlagen in den folgenden Jahren machten den Zoo Rostock zu einem heute beliebten und mehrfach ausgezeichneten Erlebnispark mit 4.000 Tieren (380 verschiedene Arten) aus aller Welt, mit zahlreichen Erfahrungsstationen und Spielplätzen, jede Menge Veranstaltungshighlights wie die jährlich stattfindende Klassik-Nacht, öffentlichen Schaufütterungen
und tierischen Erlebnissen. Ein besonderer Besuchermagnet ist seit 2012 das »Darwineum«. Hier wird für den Besucher die Entstehung des Lebens auf der Erde hautnah erlebbar. Dem Konzept des »Darwineums« folgend, wird im Spätsommer 2018 das »Polarium« auf dem ehemaligen Gelände der Bärenburg eröffnet, in dem sich alles rund um die kältesten Regionen unserer Erde dreht. Weitere Informationen unter www.zoo-rostock.de.
Quelle: Zoo Rostock
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Das erste Düsenflugzeug startete in Rostock Die Geschichte der Luftfahrt und der Flugzeugindustrie in Rostock
Rostock. Ausgangspunkt für den deutschen Motorflug war BerlinJohannisthal. Die dort vorgeführten Flüge strahlten auch auf das Umland aus und so kam es, dass sich in Rostock im Jahr 1910 eine Ortsgruppe Rostock des »Deutschen Luftflotten-Vereins« gründete. Hierin waren zahlreiche Honoratioren der Stadt vertreten, die sich für den Bau eines Flugplatzes in Warnemünde/ Hohe Düne einsetzten und die notwendigen Gelder bewilligten. Mit den Arbeiten wurde 1913 begonnen und am Ende entstand 1914 ein Land-Wasser-Flugplatz. Der geplante »Ostseeflug Warnemünde 1914« fiel jedoch ins Wasser aufgrund der erfolgten Mobilmachung am 1. August 1914. Während des Krieges war Warnemünde/Hohe Düne Sitz des Seeflugzeug-Versuchskommandos. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gründete der Konstrukteur Ernst Heinkel am 1. Dezember 1922 die nach ihm
Das Verwaltungsgebäude der Ernst-Heinkel-Flugzeugwerke in Rostock-Marienehe. Foto erschienen in: Heinkel Werkzeitung. Nummer 1, Januar 1938, S. 19./Archiv Förderkreis Luft- und Raumfahrt MV e. V.
benannten Flugzeugwerke in Warnemünde/Hohe Düne. In der Folgezeit produzierte das kleine Unternehmen vornehmlich alle Arten von Land- und Wasserflugzeugen, auch für militärische Zwecke und vor allem für ausländische Auftraggeber. Die Produktion der gewünschten Flugzeuge erfolgte in relativ kurzer Zeit und oft unter Umgehung des Versailler Vertrages. In Warnemünde waren auch die »Arado Flugzeugwerke GmbH« auf dem Gelände
neues modernes Flugzeugwerk, in dem vor allem in großer Stückzahl das Bombenflugzeug He 111 produziert wurde. Neben der Verstrickung in die nationalsozialistische Luftrüstung gab es aber auch einige Innovationen der Heinkelwerke, so die Katapulte, der Schleudersitz, die Sprengniete und zuguterletzt vollführte die Heinkel He 178 am 27. August 1939 den weltersten Düsenflug in der Geschichte der Luftfahrt. Der Zweite Weltkrieg brachte Tod und Zerstörung weiter Teile der Stadt, aber auch die Heinkel- und Aradowerke waren davon betroffen. In den HeinkelFlugzeugwerken waren im Mai 1944 ca. 55.000 Personen beschäftigt, Facharbeiter, Lehrlinge, aber auch Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge. Das Kriegsende bedeutete das Ende der Flugzeugindustrie und somit das Ende der Luftfahrt in Rostock.
der heutigen Warnowwerft sowie auf Hohe Düne die »Aero Sport GmbH« präsent. Als in der Folge der neu entstandenen Luftwaffe diese den Ausbau des Flughafens Warnemünde einleitete, musste Heinkel sich nach einem neuen Standort für sein Werk umsehen und fand ihn in der Staatsdomäne Marienehe. Auch die »Aeroport Sport GmbH« musste umziehen und begründete sich in Ribnitz als die Bachmann Flugzeug- Michael Techritz, Vorsitzender Förwerke. In Marienehe entstand ein derkreis Luft- und Raumfahrt MV e. V.
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Verlässlich, richtig, echt
88. Deutscher Archivtag findet in Rostock statt Rostock/rb/pm/sist. Vom 25. bis 28. September findet in Rostock der 88. Deutsche Archivtag statt. Dabei handelt es sich um den größten nationalen Kongress im europäischen Archivwesen. Diesjähriges Motto: »Verlässlich, richtig, echt – Demokratie braucht Archive!« Die Tagung findet jährlich an wechselnden Orten statt und wird vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. veranstaltet. Nicht selten sind Städte Gastgeber, die zugleich ein Jubiläum feiern. »Es ist das erste Mal überhaupt, dass der Archivtag auf dem Boden des heutigen M-Vs stattfindet. Darüber sind wir Archivare natürlich sehr froh«, so Dr. Karsten Schröder, Direktor des Rostocker Stadtarchivs. Zu dem viertägigen Fachkongress werden zwischen 800 und 1.000 Archivare aus dem deutschsprachigen Raum erwartet. Dabei kommen Ver-
treter der unterschiedlichsten Fachgruppen zusammen, um sich auszutauschen – darunter Kirchenarchivare, Archivare der Hochschulen, kommunale sowie staatliche Archivare. Zur selben Zeit – vom 25. bis 27. September – ist auch die Fachmesse »Archivistica« – die größte Fachmesse für Archivtechnik in Europa – in Rostock zu Gast. Firmen aus den Bereichen Bürotechnik, EDV, Mikroverfilmung, Digitalisierung, Fototechnik, Restaurierung/Konservierung, Regalbau sowie Fachverlage präsentieren hier ihre Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. Darüber hin aus sind auch Restauratoren, Fotografen und Bestandserhaltungsreferenten sowie Verantwortliche der Verwaltungen aus den Bereichen Bau, Logistik und Sachmittelbeschaffung willkommen. Die »Archivistica« ist öffentlich zugänglich bei freiem Eintritt.
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Erster Spatenstich für den Bau des Überseehafens Auszug aus der Chronik des Rostocker Überseehafens: 1957 bis 2000
Rostock/rb. Wissen Sie noch ... damals in den späten 1950ern? Blicken Sie gemeinsam mit uns zurück! Auf den folgenden Seiten lesen Sie einen Auszug aus der Chronik des Rostocker Überseehafens – ausgehend vom Baubeginn. 1957-1960: Als Standort für den neuen Hafen wurde das etwa 10 km vom Rostocker Stadtzentrum entfernte kleine Dorf Petersdorf gewählt. In alle Himmelsrichtungen gleichzeitig begannen die Bauarbeiten. Im Süden entstand ein Hafenbahnhof, im Norden fraßen sich die ersten Spülbagger in die Warnowmündung, um eine neue Hafenzufahrt zu schaffen. Auf dem Dorfgelände wurden Hafenbecken für den Ölhafen, den Massen- und Stückgutumschlag gebaggert. »Wir haben am Abend projektiert, was wir am Tag schon gebaut hatten«, so schilderte einer der Bauleiter das Tempo, in dem gearbeitet wurde. Entlang der alten Ost-
Wilhelm Solisch, seit dem 31. Januar 1956 Rostocks Oberbürgermeister, vollzieht am 26. Oktober 1957 den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau des Überseehafens. Foto: Archiv Rostock Port
mole in Warnemünde erfolgte in aller Eile ein neuer Durchstich zur Ostsee. Auf dem sumpfigen Weideland bei Petersdorf arbeiteten 2.000 Menschen rund um die Uhr. Innerhalb von 30 Monaten waren 7 km Seekanal ausgebaggert, eine neue Ostmole, ein Hafenbecken mit 1.200 m Kai-
lament die DDR-Bevölkerung dazu aufgerufen. Das Echo war gewaltig. 65.000 Tonnen Feldsteine, gesammelt in allen Landesteilen, rollten nach Rostock. Hier wurden sie zum Molenbau verwendet. Millionen Mark von Spenden und Hunderttausende unbezahlte Arbeitsstunden trugen dazu bei, dass am 30. April 1960 (am heutigen Liegeplatz 31) der Überseehafen feierlich in Betrieb genommen werden konnte. 1960-1990: 4 leichte Kräne, 1 Liegeplatz und 1 Lagerhalle – das war der Start. Schwerpunkt war von Anfang an der Stückguthafen. Hier sollten weitere 19 Schiffsliegeplätze, 5 große Lagerhallen, Freilager und Werkstätten entstehen. Keine leichte Sache für damalige Verhältnisse. Schwieriger als der Bau selbst war es aber, für den rasant steigenden Güterumschlag Fachleute zu bekommen. Lesen Sie weiter auf Seite 39.
länge und eine Kaihalle fertiggestellt. In einer wahren HauruckAktion war ein Hafenbahnhof mit über 40 km Gleisen entstanden. Das alles wäre nicht möglich gewesen, hätten nicht unzählige freiwillige Helfer den Hafenbau unterstützt. Im Dezember 1957 hatte das Rostocker Stadtpar- Quelle: Rostock Port
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60 »alte Hasen« und 1.000 »Neuankömmlinge«
1964: Beginn der Ausbildung von Hafenfacharbeitern, Ladungskontrolleuren, Verkehrskaufleuten Rostock/rb. Mit 60 »alten Hasen« hatte man im alten Stadthafen begonnen. Mit 1.000 »Neuankömmlingen« musste man im neuen Hafen beginnen. Die Lösung hieß »arbeiten und lernen«, und 1964 begann – erstmalig in Deutschland – an einer eigenen Schule die Ausbildung von Hafenfacharbeitern, Ladungskontrolleuren und Verkehrskaufleuten. Schon nach fünf Jahren hatten über 2.000 junge Leute, die dann die Stammbelegschaft bildeten, eine Ausbildung abgeschlossen. Das Fundament war gelegt, der Bau ging weiter. Mitte 1969 gab es an 6.000 m Kai 25 Schiffsliegeplätze, 52 Krane und 5 Kaischuppen. Im Ölhafen konnten 3 Tanker bis 30.000 tdw in ein 100.000 m3 großes Tanklager löschen. 1968 begann, nach vielen Startproblemen, der Containerumschlag. Es folgten die Inbetriebnahme einer Rohölpipeline nach Schwedt/Oder, der Bau einer
Geländeerschließung für den Bau des Überseehafens im Spätherbst 1957. Foto: Archiv Rostock Port
Erz-/Kohle-Umschlaganlage, einer Roll-on-/Roll-off-Rampe. 1974/75 wurde ein erster Liegeplatz für den Umschlag von Containern eingerichtet. Ein
und 1980 von 12 auf 15 Millionen Tonnen. Es kam zu einer Situation wie vor dem Bau des Überseehafens: Die Anforderungen der Wirtschaft waren mit den vorhandenen Anlagen nicht mehr zu schaffen. Zwischen Ende der 1970er Jahre und Mitte der 1980er Jahre wurde der Hafen großzügig erweitert. Im Osten wurde 1982 an einem neu ausgebauten Hafenbecken der Getreidehafen eingeweiht. 1985 folgte der Düngemittelkai mit 2 Lagerhallen. Am Südende des Warnowkais entstand auf einem 280.000 m2 großen Areal ein Container- und Ro-/RoTerminal, während sein Nordende durch Aufschüttung um 1.100 m neue Kais erweitert wurde, an denen eine riesige Anlage für den massenhaften Import sowjetischer Metalle, aber auch für Metall- und Fahrzeugexporte errichtet wurde. Lesen Sie weiter auf Seite 40.
Jahr später begann man mit dem Umschlag von Getreide, wurde der Ölhafen rekonstruiert und die Hafenzufahrt vertieft. Der CREATE_PDF2968154146984262909_2204269917_1.1.pdf.pdf;(91.60 x 120.00 Port mm);13. Dec 2017 10:00:02 Umschlag stieg zwischen 1975 Quelle: Rostock
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Vom Hafen mit Fährverkehr zum Ostseefährhafen 1993: feste Anleger für Fährlinien / 1995: Vertiefung und Verbreiterung der Hafenzufahrt
Rostock/rb. 95 Prozent aller Trockengüter, die seit 1960 über Rostock gelöscht oder geladen wurden, wurden per Eisenbahn an- und abtransportiert. Im Laufe der Jahre war dazu der Rangierbahnhof ständig ausgebaut worden. Mitte der 1980er standen 220 km Gleise zur Verfügung. Neben der Abfertigung konventionellen Stückguts nahm der Ro-/ Ro- und Container-Umschlag einen immer größeren Umfang an. Es gab regelmäßige Containerdienste nach England, Finnland, Kuba, in die Sowjetunion, das Rote Meer, Ostafrika, in GolfHäfen, nach Indien und Fernost. Ro-/Ro-Schiffe verkehrten regelmäßig zwischen Rostock und der UdSSR, Finnland und England. Je schlechter die allgemeine wirtschaftliche Lage der DDRWirtschaft wurde, um so besser lief es in ihrem größten Hafen. In dem Bestreben, die marode Wirtschaft am Leben zu halten, wuchs der Umschlag, insbesondere der Export, 1988/89 beträchtlich an. Der Umschlag betrug 1989 20,7 Millionen Tonnen. 1990-2000: Der 30. April 1990 war nicht nur der 30. Jahrestag der Inbetriebnahme des Überseehafens, er war auch ein Wendepunkt seiner Geschichte. An diesem Tag wurde bei der Treuhandanstalt der Antrag auf Umwandlung in eine Aktiengesellschaft gestellt. Vier Wochen später war aus dem VEB eine AG geworden. Der Umschlag ging immer stärker zurück, andererseits wuchsen die Kosten der Betriebe für soziale Belange.
DDR-Lastkraftwagen für den Export, Aufnahme aus dem Jahr 1982. Foto: Archiv Rostock Port
Die Lage spitzte sich durch die deutsche Währungsunion im Sommer 1990 weiter zu. Von 1989 bis 1991 sank der Güterumschlag von fast 21 auf 8 Millionen Tonnen. Aber es gab auch Hoffnungen. Immer mehr Betriebe siedelten sich an. Allen voran eine dänische Fährreederei, die schon 1989/90 erkannt hatte, dass Rostock ein zukunftsträchtiger Standort für Fährverkehre zwischen Deutschland und Skandinavien ist. Schon 1991 wurde von der GTLink im Rostock-Gedser-Fährverkehr 2.000 Abfahrten geboten. Ein Jahr später nahm die Hamburger TT-Line einen Fährdienst Rostock-Trelleborg auf. Klar wurde aber auch, dass der Fährverkehr nur vorankommen kann, wenn die am Hansakai für die beiden Fährlinien genutzten Provisorien durch feste Fähranleger und großzügige Anlagen ersetzt würden. In nur 10 Monaten
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Bauzeit war 1993 an der Westseite des Piers I ein moderner Fähranleger mit einem 30.000 m2 großen Terminal entstanden. Rostock war auf dem Weg von einem Hafen mit Fährverkehr zu einem Ostsee-Fährhafen. Bis zum Sommer 1994 wurden 2 weitere Fähranleger fertiggestellt. Aber auch in allen anderen Hafenbereichen war es vorangegangen. Im Getreidehafen hatten sich mehrere große deutsche Getreidehändler angesiedelt und neue Silokapazitäten geschaffen. Daneben waren Europas größte und modernste Mälzerei, ein modernes Zementterminal, neue Umschlaganlagen für Erze, Kohle und Baustoffe entstanden. Am Warnow- und am Hansakai prägten der Import finnischer Forstprodukte und der Umschlag von Schrott, Holz und Metallen das Bild der 1990er Jahre. Von großer Bedeutung war 1995 der Beginn der Arbeiten zur
Verbreiterung und Vertiefung der Rostocker Hafenzufahrt. Das war die Voraussetzung dafür, dass zukünftig in Rostock Großschiffe bis zu 100.000 tdw abgefertigt werden konnten. Auch die Entwicklung des Fährverkehrs war davon abhängig, weil der enge Seekanal es nicht erlaubte, dass Schiffe gleichzeitig ein- und auslaufen konnten. Rostocks Übersseehafen wurde 1999 von fast 9.500 Schiffen, davon 6.600 Fähren, angelaufen. 42 Prozent aller Ladung ging über den Warnow-Fährterminal. Mit einem Güterumschlag von 21 Millionen Tonnen ging er in das 21. Jahrhundert und in das 40. Jahr seines Bestehens. 2017: Heute brummt der Hafen mehr denn je: 2017 wurden in der Hafenstadt Rostock 28,8 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen – das höchste Umschlagergebnis in der bisherigen Geschichte.
Quelle: Rostock Port
Zitate zur Uni für Anthologie gesucht Rostock/rb/pm. 2019 feiert die Uni 600. Geburtstag und die Universitätsbibliothek wird 450 Jahre alt. Die Bibliothek plant deshalb die Herausgabe einer Textsammlung mit verschiedenen Zitaten über die Uni Rostock, ihre Einrichtungen, ihre Mitarbeitenden und Studierenden. Es geht dabei weniger um wissenschaftliche Aussagen, sondern vielmehr
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NARBEN. ROSTOCK UND DIE KRIEGE.
1872: Zwischen Rosengarten und Schwaanscher Straße wird das Denkmal für die Gefallenen des in Rostock stationierten Mecklenburgischen FüsilierRegiments Nr. 90 eröffnet. 2. September 1915: Im Mittelbogen der Rathausarkaden wird das Bild eines Rostocker Greifs aufgestellt. Bis zum 30. Oktober werden »Spenden-Nägel« eingeschlagen, der Erlös der »Nagelungen« geht an »Witwen und Waisen gefallener Mecklenburger Krieger«. Juli 1917: In Rostock kommt es wie in anderen Städten zu Hungerrevolten: Die Rationierung der Lebensmittel hat ein Maß erreicht, das vor allem die Frauen nicht mehr hinnehmen. 14. November 1918: Der mecklenb. Großherzog hat abgedankt. Auf den öffentlichen Gebäuden in Rostock wehen rote Fahnen. 1. Mai 1945: Über die Tessiner Straße rollen die Panzer der 65. Armee der 2. Weißrussischen Front in Rostock ein. Für die Rostocker ist der Zweite Weltkrieg vorbei.
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ie lange Kriege nachwirken können, zeigte sich im Januar 2015. Damals wurde am Alten Friedhof, dem Lindenpark, eine vergessene Grabanlage neu gestaltet. Sie enthält die Gebeine von 12 Franzosen und 26 Deutschen, die im Krieg von 1870/71 ihr Leben lassen mussten. Der Erste Weltkrieg hinterließ seine Spuren in den Erinnerungen der Rostocker. Zuerst die Euphorie. Dann die knappen Lebensmittelkarten und Hungerplünderungen, ernüchternde Feldpostbriefe und die zunehmende Zahl an Todesanzeigen, eingeschmolzene Glocken und 48 versenkte Schiffe Rostocker Reeder. Und 1.758 Rostocker, die an den Fronten ihr Leben lassen mussten. 20 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beginnt der Zweite. Jetzt ist Rostock ein militärisches Ziel. Das Arado-Flugzeugwerk und das Heinkel-Flugzeugwerk sind schon seit 1933 an der Aufrüstung der Luftwaffe beteiligt, die Neptun-Werft produziert unter anderem
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Reste der Nordseite des Marktes nach den Bombenangriffen 1942. Foto: Archiv Schade U-Boote und die Kröger-Werft produziert Flugsicherungsboote. Doch jetzt liegt Rostock innerhalb der Reichweite der britischen Bomber. Nachdem sich die Angriffe auf die Produktionsstätten beschränkt haben, wird Rostock im April 1942 eines der ersten Ziele eines Flächenbombardements: In vier Nächten werden die Jakobikirche und das Stadttheater zerstört, die Petrikirche brennt aus, die nördliche Altstadt liegt in Trümmern – und über 200 Rostocker haben ihr Leben ge-
lassen. Die Royal Airforce lässt auch Flugblätter abwerfen, in denen auf den verheerenden Angriff deutscher Bomber auf die englische Stadt Coventry im November 1940 verwiesen wird. Erst 60 Jahre später wird der Jakobikirchplatz neu gestaltet. Um ein neues Theater ringt Rostock bis heute. Manche dieser Narben schmerzen immer noch.
Ausführlicher nachzulesen in »Rostock im Feuersturm« und »Mit Hurra in die Schlacht«.
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800 Jahre Hansestadt rostock
»Irgendetwas gibt es immer zu tun«
Freiwilliges Engagement im Ehrenamt? Für die Rostockerin Ingrid Köpke Ehrensache! Rostock/rb/sist. Ohne Ehrenamt würden viele Bereiche der Gesellschaft nicht oder nur weniger gut funktionieren. Das findet auch Ingrid Köpke. Sie hat sich früh dazu entschlossen, die Dinge anzupacken und sich einzubringen. Ihr Motto: »Irgendetwas gibt es immer zu tun.« Dementsprechend lang ist die Liste ihres Engagements: unter anderem ist sie ehrenamtlich tätig im Forensikbeirat, Mitglied im Ortsbeirat Lütten Klein, sie bringt sich in der Rostocker Bürgerschaft und in der Heimstiftung ein. Sie ist im Aufsichtsrat des Zoologischen Gartens und im Beirat des ZooFördervereins. Als Vollzugsbegleiterin trifft sie sich zudem mit Strafgefangenen, die beispielsweise keine Angehörigen haben. »Beim Kaffeeklatsch reden wir dann über Politik, Sport – über Gott und die Welt eben«, so die Rostockerin. Bis 2017 hat sie es geschafft, 125-mal Blut zu spenden und wurde dafür gemein-
Ingrid Köpke: »Ich bin einfach gern unter Leuten.« Foto: Silke Stamann
sam mit vielen anderen Bürgern ausgezeichnet. Sie war Schöffin und mehr als 24 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr. Auch Stadtführerin ist sie schon gewesen. Auf diese Weise seien sogar Freundschaften entstanden. »Ich bin einfach gern unter Leuten. Mir fiel es schon immer leicht, auf Menschen zuzugehen«, so die Rentnerin, die seit
40 Jahren in Rostock-Schmarl lebt. Nie habe sie das Bedürfnis gehabt, aus Rostock wegzugehen. Tief verwurzelt mit der Stadt und den Menschen, erzählt sie gern von damals und heute. Das fängt schon früh am Morgen an, wenn sie gegen 10 Uhr zum zweiten Frühstück bei ihrem Lieblingsbäcker vorbeischaut und sich unter die Leute mischt.
Einige ihrer Erlebnisse hat sie auch zu Papier gebracht. Für die »Rostocker Zorenappels« schrieb sie ihre Jugendgeschichte sowie eine über ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Vollzugsbegleiterin. Auf welche Aufgabe sie am ehesten verzichten könnte? »Auf gar keine. Wenn man erst mal etwas angefangen hat, dann muss man das auch zu Ende bringen.« Sie weiß: um Menschen fürs Ehrenamt zu gewinnen, muss man aktiv werden: »Wenn ich Leuten ein Ehrenamt vorschlage, kommt leider oft die Frage danach, was das denn einbringe. Reden allein hilft dann nicht. Am besten, man nimmt die Leute mit und zeigt ihnen, wo sie gebraucht werden. Ich denke, jeder müsste mal was machen«, so die Rostockerin. Eine der Möglichkeiten, sich über die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in und um Rostock zu informieren, bietet die Ehrenamt Messe, die am 3. März in der Rotunde der HanseMesse stattfindet.
»Stadtbild HRO«
Rostock durch die Augen verschiedener Künstler
Johannes Müller, Rostock, Marienkirche (Studie), 1966, Gouache über Bleistift. Foto: Veranstalter
Rosto ck/rb/pm. Rosto ck durch die Augen verschiedener Künstler zu sehen, ist die Idee der Ausstellung »Stadtbild HRO«. Ansichten der Stadt aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock sind die Basis der Ausstellung und treten in Dialog
mit zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten zu den Menschen in dieser Stadt. Mit Bezug auf den 800. Stadtgeburtstag gilt es, nach neuen und alten Bildern Rostocks Ausschau zu halten. Wie sieht die Stadt aus, wer lebt in ihr und was macht Rostock aus? Die Kunsthalle Rostock zeigt Ansichten Rostocks als gebauter Raum und soziales Geflecht. Beteiligte Künstler aus der Sammlung der Kunsthalle Rostock sind unter anderem Feliks Büttner, Fritz Koch-Gotha, Johannes Müller, Ronald Paris, Barbara Camilla Tucholski und Heinz Wodzicka. Die Ausstellung ist vom 18. April bis 3. Juni in der Kunsthalle Rostock (Hamburger Straße 40) zu besichtigen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Ausführliche Informationen erhalten Interessierte im Internet unter www.kunsthallerostock.de.
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GEWÄHLT? ROSTOCK UND DIE BÜRGERMEISTER.
1289: Mit dem Namen Eberhard Nachtrabe taucht in den Büchern erstmals ein Ratsherr in Rostock auf, der die Bezeichnung »Bürgermeister« trägt. 27. März 1487: Der Bürgermeister Bartolt Kerkhoff (Erbauer des Kerkhoff-Hauses, heute Standesamt und Stadtarchiv) muss mit Bürgermeister Arndt Hasselbeck aus Rostock fliehen. Ihnen war ein Galgen an die Haustür gemalt worden, weil sie in der Rostocker Domfehde offen Partei für die Landesfürsten ergriffen hatten. 31. Dezember 1583: Das Hundertmänner-Kollegium gründet sich als Vorläufer der Rostocker Bürgerschaft als Stadtparlament in Rostock. Es besteht aus Handwerkern, Kaufleuten und Brauherren. 7. Juli 1919: Der parteilose Jurist Ernst Heydemann (1876 bis 1930) wird zum Rostocker Bürgermeister, 1927 wurde ihm der Titel »Oberbürgermeister« verliehen. Er war bis zu seinem plötzlichen Tod im Juli 1930 im Amt.
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chthundert Jahre Rostock? Es sind gerade mal 22 Generationen, die sich seit der Bestätigung des Lübischen Stadtrechtes abgewechselt haben. Jedenfalls, wenn es nach dem Statistiker und Politiker Gustav von Rümelin (1815 bis 1889) geht, der im Jahre 1875 die Dauer von 36,5 Jahren für »eine Generation« errechnete. Wenn sich im Online-Lexikon Wikipedia zwischen 1252 (Ludolf von Warnemünde) und 2018 (Roland Methling) die Namen von 123 weiteren Rostocker Bürgermeistern – und einer Bürgermeisterin (Ida Schillen, 2004) – finden, dann hat das verschiedene Gründe. Eigentlich gab es erst ab dem Jahre 1289 richtige Bürgermeister, vorher wurden diese Aufgaben von Ratsherren übernommen. Danach gab es bis 1919 mehrere amtierende Bürgermeister, manchmal bis zu sechs gleichzeitig. Es kann also gut sein, dass diese Liste noch länger sein müsste. Manche von ihnen – Ernst Heydemann, Otto Kuphal, Adolf Becker, Johann
Die zu Ehren Bürgermeister Maßmanns benannte Straße mit früherer Sparkasse, 1930er Jahre. Seit 1991 ist dieser Teil der Straße in Richtung der Kliniken die Schillingallee. Foto: Archiv Schade Paschen, Magnus Maßmann – wurden mit einem Straßennamen geehrt. An andere erinnert man sich ungern – wie an Walter Volgmann, der 1935 von den Nazis als Oberbürgermeister eingesetzt wurde. Er löste übrigens den Verwaltungsfachmann Robert Grabow ab, der als Mitglied der konservativen Deutschnationalen Volkspartei 1930 Oberbürgermeister in Rostock geworden war. Grabow hatte bereits im ostpreußischen Memel als Oberbürgermeister Erfahrungen sammeln können
und konnte sich trotz massiver Denunziationen in seinem Amt halten. Interessant ist, dass Robert Grabow auch nach seiner Entmachtung als Bürgermeister weiter Verantwortung für die Stadtverwaltung trug, während sich Walter Volgmann den Repräsentationsaufgaben widmete. Walter Volgmann und Robert Grabow nahmen sich am 1. Mai 1945, dem Tag der Befreiung Rostocks, das Leben.
Ausführlicher nachzulesen in der Reihe »Rostocker Zorenappels«.
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Rostock – das Erbe
Das 20. Buch der »Rostocker Panoramen«
Helmut Aude freut sich über die neue Publikation »Rostocker Panoramen«. Den Sponsoren, die das Erscheinen möglich machten, gilt sein Dank. Foto: gb
Rostock/rb/gb. Bücher über die Stadt Rostocks gibt es reichlich. Einige zeigen alte historische Aufnahmen, andere verpacken die Stadtgeschichte in Erzählungen und Helmut Aude zeigt in seinen »Rostocker Panoramen« die Entwicklung der Stadt – was war, was besser, was schlechter geworden und was man noch machen kann. Er hat von Anfang an einen städtebaulichen und denkmalpflegerischen Anspruch und er ist keiner, »der das alte Rostock boykottiert«, wie der 75-Jährige sagt, sondern bedient sich ihrer, um Vergangenes mit der Gegenwart zu verbinden. Und so befasst sich das nunmehr 20. Buch der »Rostocker Panoramen« unter ande-
rem mit den Schicksalen zweier Rostocker Kirchen: St. Jacobi und die katholische Christuskirche, denn: »Junge Leute müssen wissen, was da vorher war. Wenn man ihnen zum Beispiel nur die Jacobikirche zeigt, können sie nichts damit anfangen. Sie müssen das in die Gegenwart projizieren«, sagt Helmut Aude. Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Buch: Die kaiserlichen Schulen. Zwischen 1871 und 1914 hatte Rostock sieben Schulen. Das Buch zeigt heute noch vorhandene als auch längst verschwundene Schulbauten. Aber Helmut Aude greift in seinem 20. Buch auch ein bei den Rostockern sehr umstrittenes Thema auf: die Flugzeugindustrie und die dazugehörigen Stadtteile. Noch viele weitere Ansichten Rostocks sind in diesem Buch zu finden. Wer mehr erfahren möchte – die Publikation ist im Neuen Dari Verlag Rostock erschienen und im Buchhandel erhältlich. Der BLITZ verlost zwei Exem plare der »Rostocker Panoramen«. Beantworten Sie die Frage: »Das wievielte Buch der ›Rostocker Panoramen‹ ist erschienen?« Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, rufen Sie am, Montag, den 29. Januar die Telefonnummer 0 13 78 26 02 04 41 an und hinterlassen nach dem Signalton die Lösung, Ihren Namen, Ihre Adresse sowie eine Rückrufnummer (0,50 Euro/Anruf aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunk ggf. abweichend; M.I.T. GmbH).
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Rostock/rb. Der Rostocker Fotograf Christof Lippmann legt mit seinem Buch »Rostocker Stadtlandschaften« plus App einen Bildband in Schwarz-Weiß mit Ansichten der Hanse- und Universitätsstadt Rostock vor und macht damit seiner Heimatstadt ein besonderes Geschenk zum 800. Jubiläum der Stadtrechtsbestätigung. Stadtlandschaften, historisch, modern und dokumentarisch. Es sind spannende Interpretationen der Architektur der Hansestadt Rostock. Christof Lippmann hat nicht nur bauliche Highlights neu in Szene gesetzt, sondern verhilft auch unbekannten Bauten durch ein gelungenes Zusammenspiel von Perspektive und Bildkompo s ition zu neuer Größe. Gleichzeitig bietet der Fotograf dem Betrachter eine Sicht auf die Stadt, wie sie noch nicht zu sehen war. Möglich macht das nicht allein ein Spezialobjektiv für Architekturfotografie, entscheidend ist die Liebe zu einer
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800 Jahre Hansestadt rostock
»Woher kommen wir? Was prägte uns?«
Hinter den Kulissen der Stadt: Die Vergangenheit neu entdecken im Kulturhistorischen Museum
Links: Zunftschrank der Rostocker Leinewebergesellen von 1738. Dieser gehört zu den prachtvollsten Zeugnissen der Geschichte der Rostocker Handwerksämter. In solchen Laden oder Schränken verwahrten die Ämter ihre wertvollen Urkunden und Siegelstempel. Rechts: Viergelindenbrücke und St. Nikolaikirche, Fotografie, um 1890.
Rostock/rb/pm. 800 Jahre Rostock sind für das Kulturhistorische Museum Rostock Anlass, die Geschichte der Hansestadt von 15. Juni bis 4. November in einer einzigartigen Ausstellung zu präsentieren. Das Museum öffnet mit mehr als 650 Exponaten auf 1.200 Quadratmetern den Blick auf die Geschichte von Stadt und Region. Von Generationen bewahrt, erzählen sie bekannte und unbekannte Geschichten, Neues und längst Bekanntes auf neue Weise. »Rostock. Jetzt 800. Die Ausstellung zum Stadtjubiläum« schaut hinter die Kulissen einer Stadt und ihrer Bürger, erklärt, wovon sie lebten, wer sie regierte, woran sie glaubten, wo sie wohnten, fragt, wo sie herkommen und was sie prägte.
Zu diesen und anderen Themen sucht sie Antworten und versucht zu beschreiben, was Rostock ist. Sie erzählt von politischen Kämpfen, kulturellen Umbrüchen, vom Leben der Armen und Reichen, von Blütezeiten und von dunklen Kapiteln. Sie fragt »Woher wir kommen« und berichtet von einer slawischen Siedlung im heutigen Dierkow und von der Entstehung der Altstadt. »Rostock. Jetzt 800.« zeigt anhand der herausragenden mittelalterlichen Sammlung, wie Rostock zu einer selbstbewussten Stadt und einem der wichtigsten Handelszentren des Nordens wurde. »Woran wir glaubten« berichtet mit wertvollen Schätzen von der Macht der Rostocker Kirchen und Klöster im Mittelalter.
IMPRESSUM Erscheinungstag: Sonntag, 28. Januar 2018, kostenlos an alle erreichbaren Haushalte im Verbreitungsgebiet des Rostocker Blitz und Bad Doberaner Blitz. Herausgeber: Mecklenburger Blitz Verlag und Werbeagentur GmbH & Co. KG Carl-Hopp-Str. 4b, 18069 Rostock, Telefon 0381-45959500. E-Mail: rb@blitzverlag.de, Internet: www.blitzverlag.de Geschäftsführung: Torben Godenrath (V. i. S. d. P.) Verlagsleitung: Heike Kleinitz Redaktion: Silke Stamann, Grit Burmeister Vertrieb: Mecklenburger Blitz Zustellgesellschaft mbH Lothar Haase, 0381-45959531 Herstellung: Tribseer Damm 2, 18437 Stralsund Druck: Nordkurier Druck GmbH & Co. KG, Neubrandenburg
Oben: »Stapellauf auf der Neptunwerft« (Paul Tischbein, 1856). Mit der wirtschaftlichen Entwicklung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts begann das Wachstum der Neptunwerft zum größten Unternehmen in der Stadt. Unten: Schreibzeug der Rostocker Bürgermeister aus der Ratsstube (Zinn, 1798). Fotos (4): Kulturhistorisches Museum Rostock
»Wie wir stritten« blickt auf konfliktreiche Jahren zwischen 1618 und 1788, »Wovon wir lebten« auf das Handwerk, »Wie wir tief fielen« vom Ersten Weltkrieg und »Wie wir taumelten« von den 1920er und 1930er Jahren.
Das Kultuhistorische Museum lädt dazu ein, die Vergangenheit der Hansestadt neu zu entdecken und dabei auch eigene Fragen an die 800-jährige Geschichte der Hansestadt zu stellen.
Lesung zum Auftakt – 800 Jahre Rostock Am 26. März 2018 um 18:30 Uhr in der Evangelischen Buchhandlung Rostock „Schorler“ Ein Rostock Roman von Hanss Rainer Perten und Gerda Strehlow erschienen beim Verlag Redieck&Schade Da der Platz in der Buchhandlung begrenzt ist, bitten wir um rechtzeitige Reservierung. Der Eintritt beträgt: 5,00 Euro
Lange Straße 26/ Rückseite / 18055 Rostock Tel.: 0381/ 49 23 550 • www.evangelische-buchhandlung-rostock.de
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Blitz am Sonntag – 28. Januar 2018
www.blitzverlag.de
800 Jahre Hansestadt rostock
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