05.2020 KAROSSERIE JOURNAL DER KAROSSERIEBAUTECHNIKER ÖSTERREICHS www.karosseriebautechnik.at
P.b.b. Abs. Bundesinnung der Fahrzeugtechnik, Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner, Schaumburgergasse 20/4, AT-1040 Wien, www.karosseriebautechnik.at
Foto: BMW Group
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EDITORIAL
INHALT 03
Erik Paul Papinski Bundesinnungsmeister
HANDWERK HAT IN ALLEN KRISEN BESTAND Es ist jetzt schon vorhersehbar, dass der Herbst und der Winter rau werden. Covid-19 ist eine Bedrohung für Gesundheit und Wirtschaft, aber wir sollten auf keinen Fall in Panik verfallen. Gerade jetzt sind ein kühler Kopf und gut durchdachte Handlungen gefragt. Wie man trotz Corona-Krise mit Mut und einem perfekten Konzept eine Branchenveranstaltung durchführen kann, zeigte uns vor kurzem Konrad Wenz, Chefredakteur von „Fahrzeug + Karosserie“, mit den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen 2020. In Österreich werden hingegen zur Zeit alle Veranstaltungen abgesagt und in den „Online-Modus“ versetzt. Digitale Kommunikation ist zwar wichtig, kann aber nie den persönlichen Kontakt Face-to-Face ersetzen. 1995 begann ich meine Funktionärstätigkeit im Ausschuss der Landesinnung OÖ. Ich durfte unsere Berufsgruppe seit 2009 als Landesinnungsmeister OÖ und seit 2013 als Bundesinnungsmeister vertreten. Von 2017 bis 2020 wurde mir die Ehre zuteil, als Präsident dem Internationalen Verband der Karosseriebauer AIRC vorzustehen. Nach 25 Jahren Engagement für die Berufsgruppe der Karosseriebautechniker lege ich nun mein Amt anlässlich der konstituierenden Sitzung am 16. November 2020 in die Hände meines Nachfolgers. Mit großer Freude und Emotion durfte ich diese Aufgabe erfüllen, in diesen Jahren habe ich Eines gelernt: Egal, was passiert, wer unabhängig ist und keinem Diktat von oben unterliegt, kann unternehmerisch frei agieren. Freie Werkstätten haben einen großen Vorteil gegenüber abhängigen „Teiletauschern“. Handwerkliches Geschick wird in allen Krisen Bestand haben – davon bin ich fest überzeugt. Ich möchte mich auf diesem Weg für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bei allen bedanken und wünsche Ihnen/Euch viel Kraft für die kommenden Zeiten!
Ihr Erik Paul Papinski
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AKTUELLES Würzburger Schadenstage 2020 KAROSSERIEREPARATUR Leichtbaukonzept des BMW 6 GT LACKIERUNG Wer sind Ihre Kunden? SPLITTER Aktuelles aus der Branche
IMPRESSUM / OFFENLEGUNG
HERAUSGEBER: Bundesinnung der Fahrzeugtechnik BG Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner Schaumburgergasse 20/4, AT-1040 Wien Tel.: 01 505 69 50-129, Fax: 01 253 30 33 93 20 E-Mail: karosseriefachbetrieb@bigr2.at VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT: Bundesinnung der Fahrzeugtechnik Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner Redaktionelle Mitarbeiter: Jürgen Klasing, Mag. Irina Podshibyakina Grafik: Blaugrau Media GmbH Druck: Druckerei Odysseus, Haideäckerstraße 1, A-2325 Himberg
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG
www.spieshecker.at
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www.standox.at
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WÜRZBURGER SCHADENSTAGE MIT OPEN AIR Die Würzburger Schadenstage zeigten, wie man unter erschwerten Bedingungen ein Branchenevent mit persönlichem Austausch der Teilnehmer unter freiem Himmel und in großzügigen Hallen durchführen kann. Hierzulande werden angesichts der steigenden Infektionszahlen alle Branchenveranstaltungen abgesagt. Mitte September kam die offizielle Absage der AutoZum 2021, der neue Termin ist 13. bis 18. März 2022. In Deutschland trotzte das Team rund um Konrad Wenz, Chefredakteur von „F+K“, der Unsicherheit und zeigte eine perfekte Organisation für die 11. Würzburger Schadenstage. Dabei stand die Veranstaltung kurz vor der Absage, als in Würzburg die Covid19-Grenzwerte stiegen. Dank des umfassenden Hygienekonzeptes konnte die Tagung trotz geltender Kontaktbeschränkungen durchgeführt werden. Die Vorträge fanden erstmals im Freien statt. Die Ausstellung nahm zwei Veranstaltungshallen ein, sodass genügend Platz zur Verfügung stand. Die Besucher wurden über
ausgewiesene detaillierte Wege geführt, um gegenläufige Besucherströme auf engem Raum zu vermeiden.
SCHWERPUNKTE E-MOBILITÄT UND KALIBRIERUNG „Die Werkstatt zwischen Elektromobilität und Fahrerassistenzsystemen – Auswirkungen auf die Unfallschadeninstandsetzung“ lautete das Leitthema der Würzburger Schadenstage. Bei Vorträgen und Vorführungen wurden viele aktuelle Fragen der Unfallreparatur erörtert und anschließend gemeinsam diskutiert. Per Videoübertragung referierten Dr. Ingo Weber und Claudia Stephan von BMW, warum bzw. wann Radarsensoren nicht überlackiert werden dürfen und Bauteile wie z. B. Stoßfänger ausgetauscht werden müssen.
Digitale Offensive der Automechanika Mit einem Schadentalk, der live aus der gläsernen Manufaktur in Dresden übertragen wurde, startete am 10. September 2020 der Sneak Preview der abgesagten Fachmesse Automechanika. Darüber hinaus gibt es im Herbst ein umfangreiches Online-Programm von Videos, Seminaren und Fachinformationen für die Reparaturbranche. www.automechanika.messefrankfurt.com
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Trotz geringerer Besucher- und Ausstellerzahlen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zeigte Konrad Wenz mit seinem Team, wie man ein Branchenevent in Pandemiezeiten erfolgreich umsetzen kann.
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DER BMW 6 GT VEREINT LIMOUSINE UND KOMBI Die Gran-Turismo-Version des 5er BMW, der BMW 6 GT, basiert weitgehend auf der Karosserie des 5er. Allerdings hat die Schräghecklimousine einige Besonderheiten.
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Die Rohbaukarosserie des BMW 6er GT mit seinen Details konnten wir im KTI in Lohfelden besichtigen.
LEICHTER BEI GLEICHER GRÖSSE Der Münchner Fahrzeughersteller baut die Modellversion des 6er seit Ende 2017 im bayerischen Werk Dingolfing im Zweischichtbetrieb – im Produktionsverbund mit dem BMW 5er und seinen Derivaten. Gegenüber der ersten Generation sind die Außenmaße des aktuellen 6er nur geringfügig gewachsen: Mit 5.091 mm ist der GT nun 86 mm länger, die Fahrzeugbreite ist um einen Millimeter auf 1.901 mm und die Höhe um 21 mm auf jetzt 1.538 mm gestiegen. Der Radstand ist mit 3.070 mm identisch. Dass sich trotz der fast identischen Maße viel verändert hat, zeigt sich zum Beispiel im Karosseriebau und bei den Leichtbaumaßnahmen. Bei der Konstruktion des 6er-Modells hat BMW sein Leichtbaukonzept konsequent umgesetzt: der Materialmix aus Aluminium, hochfesten Stählen und Magnesium senkt das Fahrzeuggewicht gegenüber dem Vorgänger deutlich. Gleichzeitig konnte die Stabilität und die Verwindungssteifigkeit der Karosserie gesteigert werden. Die Münchner setzen dabei vermehrt auf Aluminiumbleche, -gussteile und -strangpressprofile, sowie einen erhöhten Anteil der hoch- und höchstfesten Stähle. Insgesamt haben die Ingenieure es geschafft, das Fahrzeugge-
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wicht um bis zu 150 kg gegenüber dem Vorgänger zu senken. Der Leichtbau in der Karosserie summiert sich durch Aluminium-Druckgussbauteile (–15 kg), leichtere Heckklappe (–7 kg), Alu-Seitenwände vorne (–4 kg) und Optimierung der Bauteile (–24 kg). Das Gewicht des Karosserierohbaus liegt jetzt bei 372 kg ohne Anbauteile, die nochmals circa 85 kg wiegen.
MODIFIZIERTER HINTERWAGEN Die Anbauteile – Motorhaube, Heckklappe und die vier Türen – fertigt BMW aus Aluminiumblech bzw. -druckguss und verschraubt sie mit der Rohbaukarosserie. Die Heckklappe des 6er GT besteht aus einem großen Aluminium-Druckgussrahmen in der schrägen Fläche und einem senkrechten Teil aus Aluminiumblechen. Alle Bauteile wie Rahmen, Innen- und Außenblechteile verbindet der Fahrzeugbauer mittels Klebstoff- und Nieten. Zudem wendet BMW das selbstentwickelte neue Dichtsystem ohne Wasserkanal an der Hecköffnung an, sodass die Heckklappenöffnung in der Breite um 174 mm auf jetzt 1.151 mm anwächst. Zusätzlich haben die Konstrukteure den hinteren Dachquerträger schmaler und stabiler gestaltet, die Scharnieraufnahmen der
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Der Blick in den hinteren Innenraum verrät Materialgüten am Alugussträger hinten (schwarz), warmumgeformte Bleche an Schweller innen und Dachrahmen und höherfeste Bleche am Fersenblech und Bodenmitte (hellgrau).
Heckklappe in der Karosseriestruktur überarbeitet und an der C- und der D-Säule eine konstruktive Ringstruktur eingefügt. Dadurch ist nicht nur die Hecköffnung, sondern auch der Hinterwagen verwindungssteifer geworden. Die Karosseriestruktur des BMW 6er GT verfügt über eine hochbelastbare und großvolumige Trägerstruktur. In der Dachkonstruktion, im Seitenrahmen, im Schweller und im Heck setzen die Münchner hoch- und höherfeste Stähle ein. Die Sicherheitsfahrgastzelle fertigen sie aus warmumgeformten Stählen und Mehrphasenstählen, um eine hohe Steifigkeit für bestmögliche passive Sicherheit bei gleichzeitig geringem Gewicht zu erreichen. Die Außenhülle der Karosserie besteht aus leichten Aluminiumblechteilen. Die Motorhaube, der Kofferraumdeckel, die vier
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Je dunkler, desto stabiler: Die Materialgüten im Überblick von Boden Mitte und Stirnwand; Alu-Türen weiß, Stirnwand, Tunnel oben und Schweller innen sind warmumgeformt.
Türen sowie das Dach der Kombilimousine sind in Alubauweise gefertigt. Durch den verborgenen Instrumententafelträger, der jetzt aus Magnesiumdruckguss besteht, werden zusätzlich zwei Kilogramm Gewicht eingespart.
STEIGENDER ALUMINIUMEINSATZ Nach den Federbeindomen vorne und einer Domstrebe ist beim 6er-BMW jetzt auch der hintere Längsträger ein AluminiumDruckgussteil. Dieses Bauteil erstreckt sich vom hinteren Ende des Schwellers entlang des unteren Randes des Radhauses und weiter als Längsträger bis kurz vor das Heckabschlussblech. Es ersetzt die frühere Ausführung in Stahl, die aus 25 Blechteilen bestand und 15 kg mehr auf die Waage gebracht hat.
MATERIALEINSATZ KAROSSERIE (grün)
= Aluminium
(Stahlbleche hellblau) = normal (blau)
= hochfest
(rosa)
= höherfest
(violett)
= warmumgeformt höchstfest
Grafik: BMW Group
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Bei den vier Türen schöpft BMW das Leichtbaupotenzial des Werkstoffs Aluminium voll aus. Sie werden in Schalenbauweise gefertigt und mittels Laserschweißen gefügt. Die umlaufende Laserschweißnaht zwischen dem Innen- und Außenteil der Tür verbindet das 1 mm dicke Innenblech und das 1,2 mm starke Außenblech zu einem Bauteil mit sehr hoher Stabilität. Im Karosseriebau werden die Türen und die vordere Seitenwand von hinten nach vorne vollautomatisch montiert. Dazu nutzen die Werker bestimmte Löcher im Schweller seitlich als Karosseriereferenzpunkte, aus denen sich das Einbaumaß berechnet. Die Befestigung erfolgt von innen mit einer zentralen Schraube in der A- beziehungsweise B-Säule. Im Reparaturfall lassen sich die Türscharniere teilen.
DIVERSE FÜGETECHNIKEN Im Karosseriebau des 6er-Modells setzen die Ingenieure 14 unterschiedliche Verbindungstechniken ein, die auch die Montagelösungen, die zum Befestigen von Luftkanälen, Dämmmaterialien oder elektrischen Leitungen dienen, beinhalten: • Kleben (Strukturklebstoff 84,2 m, Unterstützungsklebstoff 21,5 m, Klebstoff beim Rollfalzen 21 m und Dichtungsklebstoff 5,5 m) • Stanznieten, Stanzhohlnieten und Blindnieten (605) • Clinchen (91) • Rollfalzen (42,7 m) • FDS-Schrauben (150) • gewindeformende Schrauben (115) • Laserschweißen Aluminium (18,9 m) • Ballschweißen (28) • Bolzenschweißen (407) • Lichtbogenschweißen • Punktschweißen Stahl (5.392) • MAG-Schweißen (560 mm) Das Ballschweißen ist eine neue Fügetechnik, bei der eine oder zwei Stahlkugeln übereinander an das Karosseriestahlblech geschweißt werden, um Montageteile wie Luftkanal, Dämmstoff oder Halter schneller und mit einer definierten Toleranz mittels Clip zu fixieren.
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Am Knotenpunkt Reserveradmulde und Längsträger hinten kommen die Fügetechniken Stanznieten, FDS-Schrauben und Punktschweißen zum Einsatz.
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SICHERHEIT DURCH ELEKTRONIK Die Karosseriestruktur, die BMW mittels Simulationsverfahren entwickelt hat, soll ein Höchstmaß an Sicherheit für Insassen und Unfallgegner bei niedrigem Gewicht bieten. Die Konstrukteure haben hierfür nach eigenen Angaben die Deformationswege optimal gestaltet und die Hauptlastpfade aufgeteilt. Das soll die Crashkräfte auf die steif ausgelegte Fahrgastzelle großflächig ableiten und verteilen. Bei einem Unfall könnten so die Rückhaltesysteme für Front-, Heck- und Seitenaufprall ihre Schutzwirkung effizient entfalten. Die integrierte Sicherheitselektronik soll alle Airbags abhängig von Typus und Schwere eines Crashs in der richtigen Reihenfolge, mit der erforderlichen Rückhaltewirkung und zum optimalen Zeitpunkt auslösen. Je nach Anzahl der Passagiere sowie Art des Crashs sollen Assistenzsysteme das Auslösen nicht benötigter Airbags verhindern, damit diese den Insassen für eventuelle Sekundärkollisionen weiterhin zur Verfügung stehen. Diese Systeme haben inzwischen eine hohe Relevanz für die Deformation und Beschädigung der Karosserie. An der Fahrzeugfront sorgen definiert dimensionierte Deformationsfreiräume dafür, dass Aufprallenergie abgebaut wird, um Fußgänger zu schützen.
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An der Karosserie ohne Aussenhaut lassen sich die stabile Karosseriestruktur, Fügetechnik Punktschweissen und Verstärkungen im Schweller erkennen.
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Komplexe Ansicht mit einer Heckklappe aus Alu-Druckguss (schwarz) und dem Alublechteil unten sowie Seitenwand in Stahl.
KUNDENANALYSE IST ÜBERLEBENSWICHTIG Die Unfallinstandsetzungsbranche konsolidiert sich. Da immer weniger Akteure die Verteilung der Aufträge steuern, ist es für Karosserie- und Lackierfachbetriebe wichtiger denn je, sich zukunftsfähig aufzustellen, um das eigene Überleben zu sichern. Der Reparaturlackmarkt befindet sich in einem rasanten Wandel. Karosserie- und Lackierfachbetriebe sehen sich heutzutage einem ständigen Margendruck ausgesetzt, während sie gleichzeitig in neue Technologien und Schulungen investieren. Hinzu kommt, dass sie mit älter werdenden Arbeitskräften und einem Mangel an guten, Foto: Axalta Refinish qualifizierten Lackierern zu Jim Muse betont, dass wenn ein kämpfen hat. Karosserie- und Lackierfachbetrieb „Diese Realität hatte in der nicht erkennt, wer sein Kunde ist, er in Schwierigkeiten geraten Branche schon lange vor könnte. dem Auftreten des Coronavirus Einzug gehalten. Aber jetzt verschärft sich diese Problematik. Karosserie- und Lackierfachbetriebe müssen schnell handeln und sich zukunftsfähig machen. Ansonsten könnte das ihr Ende bedeuten“, sagt Jim Muse, Axaltas Vice President des Geschäftsbereichs Refinish für die Region Europa, Naher Osten und Afrika.
WER IST IHR KUNDE? Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ist gegeben, wenn es Veränderungen geplant und umgesetzt hat, um künftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu zählt auch, sicherzustellen, dass den Kunden Gehör geschenkt wird. „Karosserie- und Lackierwerkstätten müssen erst einmal verstehen, wer ihr Kunde ist, bevor sie ihm zuhören können“, sagt Muse. „Es gibt keine Universalmethode, die für alle passt. Unser erfahrenes Team befasst sich seit Jahren mit allen Kundengruppen, mit denen Karosserie- und Lackierfachbetriebe zusammenarbeiten. Wir wissen, was für jede einzelne Zielgruppe wichtig ist und wie ihre Prioritäten aussehen“.
INVESTIEREN SIE IN KUNDENANALYSE „Für künftiges Wachstum und die Sicherung eines nachhaltigen Geschäftsbetriebs ist eine umfassende Kundenanalyse unerlässlich. Zu erkennen, dass es mehr als einen Kunden gibt; zu wissen, wer die Akteure sind; zu verstehen, wie man die eigenen Dienstleistungen an deren Bedürfnisse anpasst sowie zu lernen, wie man am besten mit jedem von ihnen kommuniziert, all das ist überlebenswichtig. Und weil es nicht immer einfach ist, empfehlen wir Karosserie- und Lackierfachbetrieben, sich mit Organisationen zusammenzuschließen, die ihnen helfen können, diese Herausforderung professionell, effizient und effektiv zu meistern“, so Muse abschließend.
KUNDENGRUPPEN Der Fahrer Fahrer wollen ihren Wagen möglichst schnell zurückbekommen, und das mit minimaler Beeinträchtigung ihres Alltags. „Die Fähigkeiten des Reparaturlackierers sind also ein wichtiger Faktor im Umgang mit diesem Kunden“, erklärt Muse.
Foto: Axalta Refinish
Der Automobilhersteller
Für die Schnittstelle im Reparaturprozess sind Schnelligkeit und Kommunikationsgeschick entscheidend. Sie wollen, dass die Betriebe unverzüglich mit dem Fahrer Kontakt aufnehmen und dass das Auto im vereinbarten Leistungsumfang schnell und zum angemessenen Preis repariert wird.
„Reputation, Qualitätsstandards und Sicherheit sind für diesen Kunden von zentraler Bedeutung“, so Muse. Durch die Technologie des autonomen Fahrens gewinnt dieser Kunde zunehmend an Gewicht. Wenn eine Karosseriewerkstatt eine Reparatur schlecht oder falsch durchführt, etwa im Zusammenhang mit der Einstellung von Sensoren, könnten dem Autohersteller im Falle einer unsachgemäßen Reparatur rechtliche Konsequenzen drohen.
Die Versicherungsgesellschaft
Fuhrpark- und Leasingunternehmen
Der Umgang mit diesem Kunden sollte sehr sorgfältig gehandhabt werden, da er die Art und Weise, wie der Versicherungsnehmer (Fahrer) von der Werkstatt behandelt wird, als die Stunde der Wahrheit betrachtet. Für die Versicherung ist das positive Kundenerlebnis des Fahrers entscheidend, um ihn als Versicherungsnehmer zu behalten.
Für diesen Kunden zählt vor allem das Volumen. Ein weiterer Aspekt bei der Zusammenarbeit mit diesem Kunden ist die Kundenzufriedenheit. Der Fahrer des Firmenwagens ist das wertvollste Gut des Fuhrparkbetreibers und der Karosserieund Lackierfachbetrieb sollte ihn dementsprechend behandeln.
Die Schadenmanagement-Gesellschaft
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SPLITTER MEISTERTITEL AUFGEWERTET
Zustand ihrer Autos überzeugen und mittels Endoskop sogar bis in die Hohlräume blicken. Im Anschluss erstellte der Rostschutzexperte einen Befund sowie Behandlungsvorschläge. Im Falle einer notwendigen Rostschutz-Maßnahme erhalten ÖAMTC-Mitglieder bei den Dinitrol-Servicepartnern der DKS Technik GmbH eine Ermäßigung von 10 Prozent. Die Termine der kostenlosen Aktion, die auch für Nicht-ÖAMTCMitglieder galt, waren rasch ausgebucht. Das steigende Interesse am Werterhalt der Fahrzeuge war heuer besonders zu spüren, was angesichts der Einkommensverluste durch die Corona-Krise, aber auch Produktionsstopps und Lieferengpässe der Autoindustrie nicht verwundert.
IFL UND AZT-MITTEILUNGEN
Seit August 2020 darf der Meistertitel in öffentlichen Dokumenten wie Reisepass, Führerschein oder Personalausweis eingetragen werden. Damit soll signalisiert werden, dass die Meisterausbildung gleich viel wert wie eine akademische Ausbildung ist. Der Meistertitel ist in Österreich formal einem Bachelor gleichgestellt. „Die Gleichstellung erhöht die Wertigkeit der Meisterausbildung und ist ein wichtiges Zeichen der Schätzung von Leistungen unserer Meister“, so BIM Erik Paul Papinski. Die Eintragung in amtliche Urkunden erfolgt durch die Vorlage des Meisterprüfungszeugnisses bzw. des Meisterbriefs bei jener Behörde, die für die Ausstellung der öffentlichen Urkunde zuständig ist (z. B. Bezirksverwaltungsbehörde, Magistratisches Bezirksamt, Landespolizeidirektion, Verkehrsamt usw.).
Auf der Website der Bundesinnung finden Sie zahlreiche technische Mitteilungen von IFL und AZT sowie AZT-Reparaturbeispiele unter dem Link www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/fahrzeugtechnik/ allgemeine-technische-mitteilungen.html. Hier einige aktuelle Beispiele dazu: • IFL-Mitteilung – VW e-Crafter: Erforderliche Zusatzarbeiten/Maßnahmen bei Erneuerung des vorderen Kotflügels • A ZT-Mitteilung – Opel Corsa F, Querträger vorn und Querträger hinten • A ZT-Mitteilung – Hinweise zu neuen Standards für die Reparaturlackierung von BMW-Fahrzeugen mit Sensorik • A ZT-Mitteilung – Kalkulationshilfe für Ausbeularbeiten, Ausbeulen von Teilen der Pkw-Außenhaut
RUN AUF DEN KOSTENLOSEN ROST-CHECK
Link zu IFL-Mitteilungen: www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/fahrzeugtechnik/ifl-zeitkorrekturen.html
PRÜFUNGSTERMIN IM NOVEMBER Foto: DKS
Rost-Check bis in die Hohlräume bei ÖAMTC-Stützpunkten im September 2020.
Auch heuer fand vom 14. bis 29. September die gemeinsame Aktion von DKS, ÖAMTC und der Bundesberufsgruppe der Karosseriebautechniker statt. An ausgewählten ÖAMTC-Stützpunkten in Wien, NÖ und dem Burgenland konnten sich Fahrzeughalter vom
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Es gibt einen Termin für die Dellentechniker-Zertifizierungsprüfung im Schulungszentrum von Lack & Technik in Linz – 26. November 2020 (unter Vorbehalt auf Grund der Covid-19-Pandemie). Anmeldung und alle Informationen finden Sie auf der Website der Bundesinnung unter: www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/fahrzeugtechnik/terminezertifizierung-dellentechniker.html.