„Nachwachsende Rohstoffe für die stoffliche Nutzung: ökologisch, sozial und wirtschaftlich!“
Überblick über die europäische Debatte zum Thema Nachhaltigkeit in der industriellen Produktion
Berlin, 9. Oktober 2013
Dr. Norbert Schmitz Meo Carbon Solutions GmbH Weissenburgstr. 53 D-50670 Köln www.meo-carbon.com 1
Inhalt Status quo der Nachhaltigkeitszertifizierung Verfügbarkeit und Nachfrage von zertifizierter Ware Debatte und Initiativen in den verschiedenen Märkten in Europa und weltweit Schlussfolgerungen und Ausblick
2
Instrumente f端r den Nachweis der Nachhaltigkeit sind verf端gbar. Sie wurden unter Einbeziehung von Stakeholdern 端ber viele Jahre entwickelt ISCC
RTRS
RSPO
RSB
RedCert
2BSvs 2002
2004
2006
2008
2010
2012
3
Für den Biokraftstoffmarkt wurden von den EU-anerkannten Zert.systemen fast fünfmal soviel Zertifikate ausgestellt wie für konventionelle Märkte EU anerkannte Zertifizierungs -systeme / Gültige Zertifikate
ISCC
Biokraftstoffmarkt
1.983
RTRS
37
Konventionelle Märkte (Chemicals, Food, Feed)
23
Bonsucro
Ensus
Green ergy
NTA 8080
RBSA
RED cert
RED Tracto r
RSB
RSP O
SQC
2BS vs
Summe*
k.A.
k.A.
26
41
1.857
k.A.
7
0
k.A.
662
4.609
0
0
0
0
0
k.A.
0
861
k.A.
k.A.
923
44
*: RTRS und Bonsucro-Zertifikate gleichmäßig auf beide Märkte aufgeteilt
4
Im Biokraftstoffmarkt darf nur zertifizierte Biomasse eingesetzt werden* Biodiesel- und Bioethanolverbrauch in der EU in 2012
Mtoe
11,45
2,87
* Nicht alle EU-L채nder haben die RED umgesetzt
Quelle: Eurobserver (2013)
5
Beispiel Soja: 2,8 Mio. ha zertifizierte Fl채chen erforderlich f체r einen 11%igen SME-Anteil im EU-Biodieselmarkt Mtoe
Mio. Tonnen
Mio. ha
6
Nur ca. 5% der südamerikanischen Sojaanbaufläche muss zertifiziert werden. Das ist wenig, aber mehr, als bislang mit anderen Initiativen erreicht wurde Mio. ha
Flächenverbrauch für Sojaanbau
2,79 Mio. ha: Flächenbedarf für Biodiesel
Quelle: USDA, Foreign Agricultural Services, 2013
7
Unternehmen nutzen unterschiedliche Zertifizierungssysteme. AuĂ&#x;erhalb des Biokraftstoffmarktes ist die Nachfrage gering
Land / Anzahl der Zertifikate pro System
ISCC
RTRS
ProTerra
2BSvs
Argentinien
23
19
/
73
Brasilien
9
7
4
2
Paraguay
3
1
/
2
8
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Palmöl. Unternehmen bieten zertifizierte Ware an, stoßen aber nicht auf die entsprechende Nachfrage
Quelle: FELDA 9
Preisprämien haben für die dynamische Entwicklung im Biokraftstoffmarkt und für die Zertifizierung der Biomasse gesorgt USD/t
Spread RED vs. non-RED USD/t
Biodiesel
1400
90 80
1200
70 1000 60 800
50
600
40 30
400 Biodiesel FAME0 fob Rotterdam
20
Biodiesel FAME0 RED fob Rotterdam
200
10
Spread
Source: © 2013 Argus Media Limited
0
0 Apr
May
Jun
Jul
Aug
2012
Sep
Oct
Nov
Dec
Jan
Feb
Mar
Apr
May
Jun
Jul
Aug
Sep
Oct
2013 10
Was passiert auf europäischer und auf globaler Ebene? Europa
Normungsprozesse
CEN/TC 411: Bio-based products
ISO 13065: Sustainability criteria for bioenergy (global)
SAI (global)
Lebensmittel
Futtermittel
IDH – Sustainable Trade Initiative
Chemische/ technische Verwendungen
Energetische Verwendungen (feste/ gasförmige Biomasse)
Global
Horizon 2020 – Biobased Industries JTI Lead Market Initiative SusChem KBBPPS European Bioplastics Chimie du végétal
Bioplastic Feedstock Alliance Forum (USA)
Vorschlag KOM Nachhaltigkeit BIOPATH
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Normungsprozesse sind langwierig und können nur den Rahmen für eine konkrete Nachhaltigkeitszertifizierung bieten CEN/TC 411 Technisches Kommittee 411 des Europäischen Komittees für Normung: Bio-based products
ISO /PC /248 ISO 13065: Sustainability criteria for bioenergy
2008 erteilte die Europäische Kommission das Mandate an CEN zur Entwicklung eines Normungsprogramms für biobasierte Produkte (im Rahmen der Leitmarktinitiative für biobasierte Produkte)
2008 schlugen das deutsche (DIN) und das brasilianische (ABNT) Mitglied der ISO die Erarbeitung eines Standards für Bioenergie vor
Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse: Greenhouse gas emissions Competition food land use and other uses of biomass(food/non-food) Biodiversity Environment Prosperity Social well-being* Mitglieder Arbeitsgruppen: u.a. ERRMA, KBBPPS, Cefic Ergebnisse werden im April 2016 erwartet
Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Bioenergie: Social: Human rights, labour rights, land use rights, land use change Economic: Fair business, financial viability Environmental: Greenhouse gas emissions, water, soil, air biodiversity, waste, energy efficiency „Conformity with this standard does not imply sustainability, but rather will provide information that can inform the judgments of economic operators or external evaluators.“** Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit: Schweden und Brasilien Arbeitsgruppe Treibhausgasbilanzen/LCA: USA Ergebnisse werden Anfang 2015 erwartet
*CEN Task group 2 Report, 2010: cen.eu ** DIN, ABNT ISO/PC 248 - Overview: abnt.org.br
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Für den Lebensmittelbereich wurde der SAI-Standard über viele Jahre in einem Multistakeholderprozess entwickelt SAI Sustainable Agriculture Initiative
Beteiligte Unternehmen
2002 von Unilever, Danone und Nestlé initiiert mit dem Ziel, die Entwicklung der nachhaltigen Landwirtschaft weltweit zu unterstützen umfasst mehr als 50 Stakeholder der Lebensmittelbranche Nachhaltigkeitskriterien: Sustainable farming system: e.g. farm management plan, trainings, pesticide and fertilizer handling Environmental sustainability: e.g. avoidance of soil erosion, protection of biodiversity, monitoring GHG emissions Economic sustainability: ensure financial stability, traceability of products Social Sustainability: e.g. no discrimination, no forced labour, fair wages
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In den Niederlanden besteht eine Initiative zur Entwicklung eines nachhaltigen Futtermittelmarktes - IDH IDH The sustainable trade initiative
2008 als Multistakeholderinitiative entstanden mit dem Ziel den nachhaltigen Handel zu fördern und so zur Erreichung der UN Millenium Development Goals beizutragen
Ergebnis
Sojaimporte und zertifiziertes Soja in 2012* Mio. t
Mitglieder im Soja-Programm u.a.: WWF Solidaridad Unilever Cargill Nutreco FrieslandCampina Ziel für den Sojahandel: 10-15% der Sojaimporte in die EU sollen in 2015 RTRS-zertifiziert sein In 2012 waren weniger als 1% der Sojaimporte der EU als nachhaltig zertifiziert
Quellen : IDH, Annual Report 2012 / USDA, Oilseeds: World Markets and Trades 2012
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SusChem ist eine Initiative von europäischen Chemieverbänden deren Arbeiten auch im CEN-Standard berücksichtigt werden sollen Europäische Technologieplattform – Initiative von Chemie- und Biotechnologieverbänden: Cefic DECHEMA EuropaBio GDCh ESAB RSC Ziel: Forschung, Entwicklung und Innovation im Chemie- und Biotechnologiebereich in eine nachhaltige Richtung zu lenken Projekte: Public Private Partnership-Projekt SPIRE (Sustainable Process Industry): Intensität nicht-erneuerbarer Rohstoffe bis 2030 um 20% reduzieren Teilziel von SPIRE: Entwicklung eines Life-CycleAnsatzes und eines Labelling-Standards für biobasierte Produkte
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Die BioBased Industry Initiative ist eine Public-Private-Partnership zur Forschungsförderung und Unterstützung biobasierter Industrien Public-Private Partnership (Bridge 2020) zwischen der Europäischen Kommission und den Mitgliedern des Biobased Industries Consortium, u.a.: Cargill Unilever Abengoa Bioenergia Nordzucker
Ziel: Markteinführung biobasierter Produkte unterstützen und Produkte nachhaltig und wettbewerbsfähig gestalten
Teilziel: Feedstock: Foster a sustainable biomass supply and build new value chains
Finanzierung: 1 Milliarde Euro aus Horizon 2020, 2,8 Milliarden Euro vom Biobased Industry Consortium
Unterstützung von Copa-Cogeca: „We need to make sure that imported feedstocks are as sustainable as they are in Europe.“ *
* Oana Neagu, European Biotechnology News, Vol.12, Nr.8, 2013: http://bridge2020.eu/wp-content/uploads/2013/02/BIC_Article_EuroBiotechNews.pdf
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European Bioplastic unterstützt als privatwirtschaftliche Initiative die Verwendung von nachhaltig produzierter Biomasse für Biokunststoff Initiative aus 70 europäischen Mitgliedsunternehmen aus verschiedenen Branchen (Chemie, Landwirtschaft, Recycling), die sich für die Interessen der wachsenden Biokunststoffindustrie einsetzt European Bioplastics unterstützt den nachhaltigen Anbau von Biomasse für biobasierte Produkte und setzt sich für einheitliche Standards für Bioplastik ein Strategie: 1. Zertifizierungsprogramme: „Zertifizierungsprogramme sind ein geeignetes Mittel zur Sicherung einer weltweit nachhaltigen Beschaffung von Biomasse für sämtliche Anwendungen“ 2. Ressourceneffizienz und Nutzungskaskaden: „Bei den meisten Biokunststoffen ist es möglich, im Rahmen von Recyclingprogrammen Nutzungskaskaden zur Rückgewinnung von Materialien und Energie einzurichten.“*
Quelle: european-bioplastics.org
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Weitere europäische Initiativen im Bereich biobasierte Produkte
Energetische Verwendunge n (feste/ gasförmige Biomasse)
Chemische/ technische Verwendungen
Lebensmittel
Initiative
Kurzbeschreibung
Technologieplattform Food for Life
ETP unter der Federführung der Lebensmittelhersteller Europas (FoodDrinkEurope), Forschungsprogramm bis 2020 „and beyond“: „Build consumer trust in the food chain / Support sustainable and ethical production“
Technologieplattform Plants for the Future
ETP-Stakeholderforum im Pflanzensektor, Forschungsprogramm bis 2025: „Healthy, safe and sufficient food and feed / Plant-based products – chemicals and energy / Sustainable agriculture forestry and landscape“
KBBPPS
Forschungskonsortium zur Entwicklung horizontaler Standards für bio-basierte Produkte ( CEN)
ERRMA
pan-europäische Institution Austausch von Wissen und Expertise zwischen nationalen Zentren, Mitglieder der RRM-Gruppe in CEN-Entwicklung involviert
Chimie du végétal
Gesellschaft wirtschaftlicher Akteure aus Chemie und Landwirtschaft zur Interessenvertretung der Pflanzenchemie und Innovations- und Forschungsförderung
Nachhaltigkeitsproposal EU
Vorschlag der EU-Kommission für die Einführung einheitlicher Nachhaltigkeitskriterien für Biogas und feste Biomasse
BIOPATH
Kooperationsprojekt zwischen Spanien, Italien und Griechenland zur Entwicklung eines Zertifizierungssystems zur Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit von Biomasse und Bioenergie aus fester Biomasse 18
Unternehmen zeigen kein einheitliches Nachhaltigkeitsverständnis und beschreiten unterschiedliche Wege... „In erster Linie sehen wir unser Nachhaltigkeitsengagement als Chance für ertragreiches und nachhaltiges Wachstum. Daneben eröffnen sich natürlich auch Möglichkeiten zur Reduktion von Kosten...“ Dorle Bahr, Beiersdorf
„So wollen wir gemeinsam mit weiteren Unternehmen der chemischen Industrie – BASF, Bayer, Evonik und Lanxess sowie den internationalen Partnern AkzoNobel und Solvay – im Rahmen einer gemeinsamen Initiative die Nachhaltigkeitsbewertung und die Audit-Kriterien für unsere Lieferanten standardisieren.“
Uwe Bergmann, Henkel
Quelle: WiWo green
„Alle Zulieferer müssen vor Abschluss eines Liefervertrages den Code of Conduct von H&M, unseren Verhaltenskodex, sowie Richtlinien zur Einhaltung von Chemikalienbeschränkungen und anderen ökologischen Standards als Vertrag unter- schreiben. Gleichzeitig verpflichten sich alle Zulieferer von H&M und deren Sublieferanten dazu, Kontrollen durch H&M sowie externe Auditoren, auch unangekündigt, zuzulassen.“
Alexander von Aufschnaiter, H&M
„Deshalb beteiligt sich BASF beispielsweise an der Initiative deutscher Chemieunternehmen „Together for Sustainability“...Ziel ist es, die Abfrage von Nachhaltigkeitsinformationen, vor allem für die Lieferanten, zu vereinfachen..“
Ulrich von Deessen, BASF
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... und legen eigene Nachhaltigkeitsprogramme und Siegel auf Beispiel Pro Planet: •Nachhaltigkeitsstrategie der REWE-Gruppe •Vier Säulen •
Grüne Produkte
•
Energie, Klima und Umwelt
•
Mitarbeiter
•
Gesellschaftliches Engagement
•THG-Emissionen, Wasser, Landnutzung, Biodiversität, etc. sind ökologische Aspekte, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette untersucht werden •In mehreren Schritten werden Verbesserungsmaßnahmen identifiziert, verifiziert und müssen umgesetzt werden •Unterschiedliche Anforderungen in unterschiedlichen Ländern •Keine einheitlichen Anforderungen an Unternehmen •Keine öffentliche Transparenz 20
Andere Unternehmen positionieren sich öffentlich ebenfalls stark für Nachhaltigkeit und gründen Initiativen wie z.B. Virgin mit „Earth Challenge“...
Quelle: www.virgin.com
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...loben Preise f端r neue Technologien zur Reduzierung von THG-Emissionen aus...
Quelle: www.virgin.com
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...verursachen gleichzeitig aber steigende Emissionen im Kerngeschäft und setzen keine Kraftstoffe mit besserer THG-Performance ein „As a result, we are committed to ensuring that Virgin branded airlines not only grow responsibly, but also remain committed to finding solutions that will make a low carbon aviation industry possible in the foreseeable future. While the pace of change to reduce carbon emissions is heavily reliant on new aircraft and new engines, new biofuels, and more efficient airspace use, we are committed to making each of these things happen sooner.“
Quelle: www.virgin.com
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Schlussfolgerungen Im Biokraftstoffmarkt wurden in relativ kurzer Zeit erfolgreich Nachhaltigkeitsanforderungen implementiert. Gesetzliche Anforderungen und Preisprämien haben diese Entwicklung ermöglicht Die europäische Debatte zur Nachhaltigkeit bei der stofflichen Nutzung aber auch bei Food und Feed hat deutlich an Breite und Tiefe gewonnen. Zahlreiche wichtige Stakeholderprozesse wurden etabliert, zudem laufen Normungsprozesse Viele Unternehmen haben sich öffentlich zur Nachhaltigkeit bekannt - und fordern die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards auch bei ihren Lieferanten. Dies hat aber nicht zu einer signifikanten Steigerung der Nachfrage nach zertifizierte Biomasse geführt Das Angebot an zertifizierter Ware ist da. Landwirte und Ersterfasser haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich teilweise kostspieligen Zertifizierungsprozessen unterworfen. Oft werden die Kosten nicht wieder eingespielt Nachhaltige Wertschöpfungsketten müssen vom europäischen Markt aus entwickelt werden. Hohe Wettbewerbsintensität und erwartete Kostennachteile erschweren es, dass einzelne Unternehmen als Pioniere vorpreschen Gesetzliche Anforderungen hätten den Vorteil der Schaffung eines „level playing fields“ für alle Unternehmen und würden relativ kurzfristig die Nachfrage nach nachhaltig zertifizierter Ware erhöhen. Das löst auch das iLUCProblem Im Gegensatz zu Premium-Märkten (z.B. „Fair Trade“, Bio), die nur einen kleinen Marktanteil haben, können über gesetzliche Regelungen die Massenmärkte wirksam nachhaltig gestaltet werden 24
Ausblick Wenn nichts passiert, machen die meisten Industriezweige weiter nach dem Motto „ Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“. Sie werden zu allen Initiativen und Normungsanstrengungen intensiv beitragen, um am Ende nichts zu tun Wahrscheinlich wird aber etwas passieren, was Konsumenten und NGO getrieben ist. Fast täglich kommen Sendungen im Fernsehen und Beiträge in Printmedien, die über die miesen Arbeitsbedingungen für Apfelsinenpflücker in Brasilien, dem Chemieeinsatz bei Äpfeln in Polen und Soja in Südamerika usw. berichten Das wird Folgen haben und den Ruf vieler Produzenten und Händler ziemlich beschädigen, dadurch aber auch „Nischenplayern“ eine Chance geben Weiterhin wird jedes Industriesegment eigene Kriterien aufstellen und die EU-Kommission sowie Mitgliedsstaaten alles noch komplizierter machen. Das wird in der Öffentlichkeit nicht mehr vermittelbar sein Dies birgt das hohe Risiko, dass aufgrund hoher Komplexität das ganze Nachhaltigkeitsgebilde auseinanderbricht Das würde bislang bereits nachweislich erzielte Erfolge auf der Fläche gefährden. Alternativen zur Zertifizierung bestehen nicht Zertifizierungssysteme müssen dagegen arbeiten und mit Tools und Datenbankangeboten versuchen, Harmonisierung zu simulieren und Auditoren Multisystem Audits zu ermöglichen Unternehmen müssen ernsthaft ihre Nachhaltigkeitsstrategien in Maßnahmen, die im Markt wirken, umsetzen
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