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Biber Berti - Waldbrand

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Biber Berti

K id s

www.biberberti.com

Leben mit Naturgewalten


Inhalt

Inhalt Was im Bach alles lebt 4 Lagerfeuer außer Kontrolle 8 Florentina Fuchs 12 Ursachen für Waldbrände 14 Beim Feuerwehr-Hauptmann 18 Hohe Gefahr für Waldbrände 22 Bei den Pfadfindern 24 Baumarten und Waldbrand / Wann gibt es Waldbrände? 27 Ein spektakuläres Ereignis 28 Klimawandel und Waldbrand 30 Der große braune Bär 32 Die Bergwanderer 36 Regeln für Waldbesucher bei Waldbrandgefahr 38 Rettung in letzter Minute 40 Welche Feuer gibt es? 43 Das Feuer breitet sich aus 44 Löscharbeiten 46 Können wir das schaffen? 50 Sebastian erzählt: Waldbrand am Zinkenfluh 56

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Lagerfeuer außer Kontrolle

Lagerfeuer außer Kontrolle Im nächsten Moment kommt Hanne Hermelin des Weges. Sie wollte ein paar Blumen pflücken, aber leider sind alle verdorrt. Der Boden ist viel zu trocken. Hanne sieht Berti am Ufer sitzen und in ein Mikroskop starren. Sie ruft ihm eine fröhliche Begrüßung zu. Berti erwidert und winkt sie zu sich her. Erst jetzt sieht sie Randy und weiß gleich, was ihre Freundin im Bach macht. „Hey Randy“, ruft sie, „Petri Heil! Wie läuft es bei dir? Hast du schon viel gefangen?“ „Ach nein!“, antwortet Randy etwas geknickt. „Das viele Schmelzwasser fließt im Bach sehr schnell und ich kann fast nichts sehen.“ Hanne packt auch das Jagdfieber und voll Begeisterung steigt sie zu Randy in den Bach und will ihr helfen. Denn auch sie liebt Fische. Berti ruft ihr zu: „Wenn dich meine Forschungen nicht interessieren,

dann geh´ nur schleimige Schnecken fangen du Banausin!“ Dann widmet er sie wieder begeistert seinen Beobachtungen. Immer wieder schaut er in dem gut illustrierten Buch nach, um alle seine gefangenen Wasserinsekten zu bestimmen. Im Wasserbecher beobachtet er Larven von Eintagsfliegen oder Köcherfliegen.

Banause Das ist eine Person, der jegliches Interesse für künstlerische und wissenschaftliche Dinge fehlt.

Petri Heil! So ist der Gruß der Angler und Fischer. Als Grußantwort kommt dann „Petri Dank!“ Der Gruß stammt vom Schutzpatron der Fischer, dem Heiligen Petrus, die Abkürzung ist `Petri´.

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Lagerfeuer außer Kontrolle

Oben am Himmel zieht Bertis Freund, Kilian Krähe, seine Kreise. Er ist gut gelaunt und fliegt einige Kunststücke, wie Looping, Rolle oder Rückenflug. Dann lässt er sich in die Tiefe trudeln und da entdeckt er Berti. Kilian ist heut zu Späßen aufgelegt und landet leise auf einer nahen Fichte, wo er ein paar junge Zapfen abzupft. Mit diesen im Schnabel fliegt er hoch über Berti hinweg und lässt sie auf ihn herabfallen. Sie plumpsen auf Bertis Rücken. Doch der ist so in die Beobachtung vertieft, dass er nur leicht zuckt. Na warte, denkt Kilian, und setzt zum Sturzflug an und saust ganz dicht über Bertis Kopf hinweg. Der erschrickt und lässt seinen Wasser-

becher fallen. Das Wasser rinnt aus und alle Tierchen fallen auf den Boden. Doch schon kommt der nächste Angriff. Kilian landet auf Bertis Rücken und kugelt sich mit ihm im Gras. Kilian lacht, doch Berti ist sauer, denn alle seine Versuchsobjekte sind weg. „Hey hey“, ruft Kilian, „was ist los mit dir, mein Freund?“ Berti erklärt ihm, was er gerade für wichtige Forschungsarbeiten macht und dass jetzt all seine Larven im Gras verstreut sind. „Tut mir leid“, sagt Kilian und klopft Berti auf die Schulter, „ich helfe dir suchen.“ Doch da bemerkt Kilian die beiden Mädchen. „Da sind ja Randy und Hanne“, freut er sich und flattert zu ihnen, um sie zu begrüßen. Kilian sieht sofort, dass die beiden nach Wasserwesen suchen und er ruft: „Der Wettstreit hat begonnen! Ich werde mit Berti mehr Tiere fangen als ihr beide.“ Doch Berti mag sich an der Fischerei nicht beteiligen und ruft: „Hilf mir jetzt endlich die Larven der Wasserfliegen zu suchen, die du verschüttet hast!“ Pick, pick, pick und da hat Kilian diese schon aus dem Gras gepickt und verschluckt.

„Bist du wahnsinnig!“, ruft Berti und rauft sich die Haare, „Das waren meine Forschungsobjekte.“ Kilian zieht seine Schultern in die Höhe, streckt seine Flügel aus und grinst etwas verlegen. Leicht verzweifelt wendet sich Berti wieder zum Bach und sucht jetzt nach neuen Insektenlarven.

Nadelbäume Die Nadelbäume in unserer Region tragen keine Blätter, sondern schmale und oft spitze Nadeln. Diese Nadeln bleiben meist mehrere Jahre lang auf den Ästen, deshalb werden sie zu den immergrünen Bäumen gezählt. Eine Ausnahme bildet die Lärche: Sie verliert jeden Herbst ihre Nadeln. Man nennt Nadelbäume auch Koniferen. Dieser Name kommt aus dem lateinischen und bedeutet Zapfenträger. Die häufigsten Nadelbäume in unseren Wäldern sind: Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche und Zirbe.

Zapfen der Nadelbäume Alle Nadelbäume bilden Zapfen. Darin werden die Samen gebildet. Wenn diese reif sind und sich der Zapfen geöffnet hat, trägt der Wind die Samen mit ihren Flügeln weit durch die Luft.

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Ursachen für Waldbrände Warum kommt es zu einem Waldbrand? • Es braucht Brennstoff: trockenes Gras und Laub, trockene Streu und abgefallene Äste. • Es braucht Sauerstoff: am besten trockene Luft oder noch besser, heißer schwacher Wind. • Es braucht einen zündenden Funken: dieser zündende Funke ist die Brandursache.

Natürliche Brandursachen In Europa und auch in den Alpen entstehen nur ganz wenige Waldbrände auf natürliche Weise. Von etwa 20 Waldbränden wird der Wald nur ca. drei Mal durch eine natürliche Ursache (z.B. Blitzeinschlag) in Brand gesetzt. Die restlichen Waldbrände verursachen Menschen. Blitzeinschläge in Wälder ereignen sich hauptsächlich in den Bergen. Besonders im Hochsommer, wenn die Wälder ausgetrocknet sind, kann ein Blitzschlag den Wald entzünden. Wegen der weltweiten Erwärmung in Folge des Klimawandels nimmt die Heftigkeit der Gewitter in den letzten Jahren zu. Je mehr Blitze es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Waldbrände durch Blitzschlag ausgelöst werden. Durch den Klimawandel sind die Wälder noch ausgedörrter und so kann es heftige Waldbrände geben. 14


Von Menschen verursachte Brände 17 von 20 Waldbränden werden von Menschen verursacht. Größtenteils ist Unwissenheit und Unachtsamkeit der Grund. In manchen Ländern wird der Wald gezielt durch Brandstiftung angezündet um Bauland zu bekommen.

Zigaretten In Mitteleuropa werden Waldbrände hauptsächlich durch Gedankenlosigkeit der Menschen verursacht. Dazu gehören in erster Linie achtlos weggeworfene Zigaretten. Diese können z.B. von Wanderern, Bergsteigern oder Forstarbeitern fallen gelassen werden. Manche Raucher werfen Zigaretten aber auch aus dem Autofenster. Es reicht die Glut einer Zigarette, um einen Wald in Brand zu setzen.

Offenes Feuer Lagerfeuer, Grillfeuer sowie Kerzen und Partyfackeln, Brauchtums- oder Kulturfeuer wie zu Ostern und zur Sonnwende, können außer Kontrolle geraten und den Wald entfachen.

Müll Lasse niemals Müll im Wald zurück. Abgesehen davon, dass die Umwelt verschmutz wird und Tiere sich verletzten können, sind manche Bestandteile leicht entzündbar. Mancher Abfall liegt jahrelang am Waldboden und kann über sehr lange Zeit zu einem Waldbrand führen. Vor allem in den höher gelegenen Bergwäldern verrottet Müll nur sehr langsam. Taschentücher bestehen aus besonders reißfestem, speziellem Papier, das mindestens fünf Jahren lang Abbauzeit hat. Glas, ob ganze Flaschen oder Glasscherben, wird nie abgebaut. Plastikfolien oder Plastikflaschen benötigen in etwa 300 Jahre bis sie sich zu Mikroplastik zersetzt haben. Befüllte Plastikflaschen können wie ein Brennglas wirken und entzünden das Gras oder die Streu. Auch Getränkedosen aus Alu oder metallene Konservendosen brauchen 500 Jahre für ihre Zersetzung. All diese Stoffe können einen Waldbrand verursachen.

Fahrzeuge Autos oder Motorräder, die im Wald oder am Waldrand geparkt werden, können Feuer verursachen. Die Gefahr geht vom heißen Auspuff oder Katalysator aus. Sie können das trockene Gras entzünden. Außerdem kann es auch entlang der Eisenbahnstrecken zur Entzündung kommen. Bei langen Bergabfahrten können Funken oder glühende Teile der Bremsen die Ursache für Entzündungen sein.

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Beim Feuerwehr-Hauptmann

Beim FeuerwehrHauptmann Boden Es ist der oberste Teil der Erdkruste. Auf diesem kostbaren Gut können Pflanzen gedeihen und es leben unvorstellbar viele Kleinstlebewesen im Boden. Gemeinsam mit Wasser und Luft bildet er eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Leben auf der Erde.

Feuchtigkeit des Bodens Der Feuchtigkeitsgehalt des Erdbodens wirkt sich auch auf die Temperatur des Erdbodens aus: Je feuchter der Boden, desto langsamer sind die Temperaturschwankungen. Ein sehr nasser Boden friert nur sehr langsam durch und bleibt lange tiefgefroren.

Trockener Boden Ein trockener Boden hat viele mit Luft gefüllte Hohlräume. Die Änderung der Lufttemperatur wird rasch an den Boden übertragen. Das bekommen die sensiblen Wurzeln der Pflanzen zu spüren. Bei extremer Trockenheit entstehen größere Lufträume im Boden. Jetzt muss eine Pflanze mit ihren Wurzeln stärker saugen, damit sie noch Wasser aus dem Boden bekommen kann.

Sebastian, Berry der Bernhardiner, und die Freunde machen sich zu Fuß auf den Weg zum Feuerwehrhaus. Unterwegs erzählt Sebastian, dass sich der Wald in einer Ausnahmesituation befindet: „Viele Bäume sind ausgetrocknet, da der Boden metertief kein Wasser mehr speichert. Dieser Überlebenskampf ist Stress für die Bäume. Das bedeutet, dass sie durch den Wassermangel geschwächt sind und leicht von Krankheiten und Schädlingen angefallen werden können. Die Trockenheit im letzten Sommer

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hat den Bäumen arg zugesetzt. Heuer begann das regenlose und heiße Wetter bereits im Frühjahr. Im vergangenen Winter ist zwar viel Schnee gefallen, aber das leider nur im Hochgebirge, also in den Regionen über 2000 Meter Seehöhe. Das brachte den Wäldern jedoch kaum Feuchtigkeit. Denn, wie ihr wisst, liegt die Waldgrenze in den Alpen auch bei ungefähr dieser Seehöhe. Die Situation in manchen Regionen ist außerordentlich für die Wälder. Vielerorts sterben bereits Kronenteile oder ganze Bäume ab.“


Beim Feuerwehr-Hauptmann

fahr informieren wollen. Als erstes werden sie sich ein Treffen mit einem Journalisten ausmachen. Sie wollen die Leute in der Zeitung über die Waldbrandgefahr informieren. Dann fährt Herr Flamma fort: „Wir müssen auch mit den Verantwortlichen des Tourismusverbandes besprechen, dass höchste Warnstufe für Waldbrände besteht. Sie sollen alle Wanderer und Bergsteiger über die Gefahr informieren.“ „Die Gefahrentafeln bei den Wanderwegen habe ich bereits vor mehreren Wochen aufgestellt“, fügt Sebastian hinzu, „darauf wird erklärt, was im Wald erlaubt und was verboten ist. Denn es ist wichtig, die Menschen vor dieser Naturgefahr zu warnen.“

Nun erreichen sie das Feuerwehrhaus. Sofort nach einer schnellen Begrüßung erzählt Sebastian dem Herrn Feuerwehrhauptmann Flamma über die Trockenheit in den Wäldern. „Wir müssen überall bekanntgeben, dass eine hohe Waldbrandgefahr besteht“, sagt der Feuerwehrhauptmann. Jetzt besprechen Sebastian und der Feuerwehrhauptmann, mit welchen Maßnahmen sie die Bevölkerung über die extrem hohe Waldbrandge-

Doch darauf antwortet Herr Flamma schnell: „Obwohl das keine richtige Naturgefahr ist, denn fast alle Waldbrände werden durch Menschen verursacht.“ „Wirklich?“ staunt Sebastian, „ich dachte, dass die meisten Waldbrände durch Blitzeinschlag oder durch Selbstentzündung entstehen.“ „Nein“, sagt Herr Flamma, „es sind die unachtsam weggeworfenen Zigaretten, die Lagerfeuer und die Griller, die unsere Wälder anzünden. Meine Botschaft für die Hitzetage ist ganz einfach: `Nie ein Feuer im Freien machen!´ Weder auf einer Wiese noch am Waldrand und schon gar nicht im Wald. Auch wenn das Lagerfeuer noch so klein ist.“ Aufmerksam verfolgen die kleinen Freunde das Gespräch der beiden Erwachsenen. Da meldet sich Berti: „Ja richtig, wir wollten nur ein ganz kleines Lagerfeuer machen, aber der Wind hat die Funken fortgeblasen.“ 19

Tourismus Tourismus oder Fremdenverkehr bedeutet, wenn Menschen eine Reise machen oder einfach in den Urlaub fahren. Das Wort kommt vom französischen Wort „tour“, das „Reise“ bedeutet. Ein Tourist, ist die Person, die auf Reisen geht. Es ist egal wie weit oder wohin man verreist. Wenn man nicht zuhause ist, dann ist man ein Tourist.

Tourismusverband Dieser Verband ist eine Organisation, die den Tourismus in einer bestimmten Region oder in einem Land fördert und bewirbt.

Hinweisschilder Hantieren mit offenem Feuer; Wegwerfen von Zigaretten; Parken Sie ihr Auto nicht auf trockenem Gras oder einem abgemähten Feld. Die Hitze des Auspuffs bzw. des Katalysators kann ein Feuer entfachen.


Hohe Gefahr für Waldbrände Welche Wälder brennen leicht? In den Tälern und in den flachen Regionen Mitteleuropas wachsen hauptsächlich Mischwälder aus Laubbäumen. Die Böden, auf denen Buchen, Eichen, aber auch Ahorne und Linden wachsen, sind tiefgründig. Mit ihren weit ausgebreiteten Wurzeln halten sie viel Feuchtigkeit im Boden. Je weiter man im Gebirge nach oben steigt, desto mehr Nadelbäume findet man. Ab 1000 Meter Seehöhe ist es den meisten Laubbäumen zu kalt und es gibt fast nur mehr Mischwälder aus Nadelbäumen. Fichten, Tannen und Kiefern bilden hier die Bergwälder. Ganz oben wachsen auch noch Lärchen und Zirben. Die Böden sind hier meist dünn und können wenig Wasser speichern. Die Wurzeln klammern sich oft nur am Felsen fest. Laubholz speichert mehr Wasser, deshalb brennt es schlechter als Nadelholz. Dazu enthält das Holz der Nadelbäume Harz und verschiedene Öle, die das Holz leichter brennen lassen. Nadelbäume – mit Ausnahme der Lärchen – verlieren ihre Nadeln nie ganz, aber immer wieder fallen welche zu Boden. In Nadelwäldern sammeln sich die abgefallenen Nadeln (auch „Streu“ genannt) über Jahre an. Diese brennen dann wie Zunder.

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Wann brennt ein Wald? Ob Waldbrandgefahr besteht, ist vom Niederschlag und von der Temperatur der letzten Wochen oder sogar Monate abhängig. Geringe Luft- und Bodenfeuchtigkeit und Wind lassen den Wald beim kleinsten Funken brennen. Auch die Form des Geländes mit seinen Bergen und Gräben ist ausschlaggebend. Großen Einfluss haben auch Seehöhe und Hangneigung. So sind nach Süden geneigte Hänge stärker gefährdet. Diese bekommen zu jeder Jahreszeit mehr Sonnenstrahlen ab und trocknen somit leichter aus.

Brandgefahr im Frühling Man sollte glauben, dass es um diese Jahreszeit noch feucht genug ist. Aber jetzt bilden die Bäume ihre neuen Blätter und Nadeln. Sie brauchen dafür viel Wasser aus dem Boden. Wenn es nicht ausreichend regnet, saugen sie den Boden leer. Besonders am Ende der Schneeschmelze ist der Boden und dessen Bewuchs sehr trocken, und die kräftige Frühjahrssonne heizt den Boden weiter auf.

Wenn es über mehrere Wochen nicht geregnet hat, dann dörren Gräser und Stauden aus und werden so der Ausgangspunkt für Feuer im Wald. Aber auch die verwelkten Blätter am Boden und vor allem die abgeworfenen Nadeln (Streu) brennen sehr leicht.

Niederschläge sind um diese Zeit noch eher gering und der Untergrund trocknet aus. Abgestorbene Äste die über den Winter abgefallen sind, die im Herbst abgefallenen Blätter und auch die Streu der Nadelbäume wird ganz dürr. Das sind die besten Voraussetzungen für Waldbrände. Im Frühjahr bleiben die Waldbrände meist klein. Es brennt oft nur die die Streu, oder das vertrocknete Laub des Vorjahres.

Brandgefahr im Sommer Extrem lange Hitzewellen mit sehr hohen Temperaturen lassen den Boden und die Pflanzen im Wald austrocknen. Neben der Hitze kommt auch noch die Trockenheit dazu. Das heißt, dass es über Wochen gar nicht oder nur ganz wenig regnet. So können Hitze und Trockenheit verheerende Waldbrände in Österreich und in anderen Alpenländern auslösen.

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Bei den Pfadfindern

Bei den Pfadfindern Sebastian telefoniert. „Danke“, hören sie ihn sagen, „ich werde ihnen die kleinen Zündler vorbeischicken.“ Dann wendet er sich an die Freunde und sagt: „Ich habe gerade mit dem Gruppenleiter der Pfadfinder gesprochen. Die Jugendgruppe hat heute ein Pfadfindertreffen und ihr könnt dazukommen. Dann werden euch die Pfadfinder erklären, wie man ein richtiges Lagerfeuer macht.“ Die Freunde finden das toll und machen sich gleich auf den Weg.

Nach wenigen Minuten haben sie das Pfadfindercamp erreicht. Als sie zum Gartentor des Camps hineingehen, sehen sie einige Mädchen und Buben, die damit beschäftigt sind, einen Platz für ein Lagerfeuer vorzubereiten. Manche bringen Äste und Zweige, und andere zersägen diese.

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Da bemerkt der Gruppenleiter die Freunde und ruft ihnen zu: „Servus und willkommen bei den Pfadfindern. Ihr kommt von meinem Freund Sebastian.“ Die Freunde bejahen das. „Heute wird das Thema `Richtig Lagerfeuer machen!´ behandelt“, sagt der Pfadfinderleiter. Ich habe gehört, dass ihr einen Unfall mit eurem Lagerfeuer gehabt habt.“


Bei den Pfadfindern

„Ja, das ist richtig“, meldet sich Berti. „Aber deshalb sind wir sofort hierhergekommen, als uns Sebastian davon erzählte“, ergänzt Randy. Dann ruft auch noch Kilian: „Das ganz freiwillig!“ „Dann kommt mal mit“, fordert der Gruppenleiter sie auf, „Ich heiße Maximilian, aber sagt einfach Max zu mir.“

Um einen richtigen Platz für eine Feuerstelle zu finden, müssen mehrere Vorgaben erfüllt sein. Der Boden soll eben sein und rund um die geplante Feuerstelle darf nichts Brennbares liegen. Keine Zweige, kein Laub oder Nadelstreu.“ „Aber jetzt gibt es doch überall dürres Zeug im Wald“, wirft Kilian ein. „Wenn es so trocken ist wie jetzt, darf Endlich geht es los. Die jungen man überhaupt kein Lagerfeuer in Pfadfinder beginnen nun mit der der freien Natur machen!“, gibt ein Lagerfeuer-Vorführung. „In einem Mädchen mit Zöpfen wie Pippi LangWald ist es verboten ein Lagerfeuer strumpf zur Antwort. Ein anderer zu machen“, beginnt ein schlanBub mit einer runden Harry-Potker, großer Bub zu erklären. „Eine ter-Brille ergänzt: „Man muss auf Ausnahme besteht nur da, wo es der den Boden achten. Es dürfen keine Waldbesitzer erlaubt. Auf jeden Fall Wurzeln rausschauen, denn die muss man immer weit genug von können zu glühen beginnen und auch den Bäumen weg sein. Das gilt auch nach dem Löschen des Feuers weiin einem Garten. terglosen. Erst viel später, wenn man gar nicht mehr beim Lagerfeuer ist, kann es zu einem Brand kommen.“

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Pfadfinder Die Pfadfinderbewegung ist eine internationale, religiös und politisch unabhängige Organisation. Hier sollen die Kinder und Jugendlichen gefördert werden, damit sie selbstständige Menschen werden. Ein Pfadfinder soll jeden Tag eine gute Tat vollbringen und für die Gemeinschaft Verantwortung übernehmen. Wenn auch du ein Pfadfinder werden willst, musst du mindestens fünf Jahre alt sein. Wenn du eine Gruppe in deiner Nähe suchst, dann schaue mal auf die Homepage der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs: www.ppoe.at


Ein spektakuläres Ereignis

Ein spektakuläres Ereignis

Zwielicht Zwielicht ist jenes Licht, das durch Mischung von natürlichem Licht in der Dämmerung und künstlichem Licht entsteht. Bei einem Gewitter muss sich das Sonnenlicht durch dichte Wolken zwängen, die voll Wasser- und Eiskristallen sind. Dabei kann sich der Himmel grün, gelb oder auch rot verfärben.

Dämmerung Das ist jene Zeit am Morgen, wenn man in der Finsternis bereits etwas oder am Abend noch etwas erkennen kann.

Gewitter Das ist ein starker Regen mit Blitz und Donner. Das Ganze entsteht in einer gewaltig großen Gewitterwolke.

Auf dem Weg zurück zum Haus des Wildbachlers stürzt plötzlich und ohne Vorwarnung lebhafter Wind von den Berghängen. Im zwielichtigen Abendlicht sehen sie, wie sich dichte, dunkle Wolken über die Berggipfel drängen. Endlich haben die Freunde das Haus erreicht und stürzen hinein. Nach wenigen Minuten ist das ganze Tal in eine unheimliche Finsternis gehüllt. Der Wind heult gellend auf und rüttelt an den Fenstern. Sie drücken neugierig ihre Nasen an die Fensterscheiben und schauen zu, wie der wütende Sturm immer heftiger die Äste der Bäume schüttelt. Es wirkt, als würden die Bäume von einer mächtigen, unsichtbaren Gewalt durchgebeutelt werden. Blätter 28

werden abgerupft und durch die Luft gewirbelt. Dann lassen aufflackernde Blitze und ein mächtiges, dumpfes Donnergrollen die Freunde zusammenzucken und vom Fenster zurückschrecken. Es hört sich an, als würde eine gewaltige Menge an gigantisch großen Baumstämmen den Berg herunter poltern. Von einer Sekunde auf die andere öffnet der Himmel seine Schleusen und es stürzen unvorstellbare Regenmengen aus der Wolkenbank auf die Erde. Der gewaltige Sturm lässt die Erde erbeben. Er packt den Regen und schleudert die Tropfen durcheinander. Es hat den Anschein, als ob jemand mit einem riesigen Wasserschlauch hin und


Ein spektakuläres Ereignis

Blitz Eine Wolke besteht aus unzähligen kleinen Wassertröpfchen und Eiskristallen. Im Inneren einer Gewitterwolke ist die Luft stark in Bewegung und die Wassertröpfchen und Eiskristalle werden umhergewirbelt. Sie stoßen in der Wolke zusammen und reiben aneinander. Dabei laden sie sich elektrisch auf. Diese Elektrizität verursacht riesige Funken – das nennen wir einen Blitz.

her spritzen würde. Die Regentropfen fliegen von der einen Seite auf die andere und manchmal wirkt es so, als würde es von unten nach oben regnen. Jedoch dauert dieses gewaltige Naturschauspiel nicht sehr lange. Schon nach etwa einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei. Der Sturm erlischt und die Wolkendecke reißt auseinander. Jetzt ist der Blick auf die runde Scheibe des prallen Vollmondes frei, der sein fahles Licht auf das Tal und Sebastians Haus wirft. Die Freunde schauen völlig verwirrt zu dem Wildbachler und Berti stammelt: „Wetterhexen und Gebirgsdrachen, was war das für ein Höllenwerk?“. Sebastian zieht erstaunt seine Augenbrauen in die Höhe und meint: „Das war jetzt ein spektakuläres und gewaltiges Naturerlebnis. So einen kurzen und heftigen Sturm habe ich hier schon lange nicht

mehr erlebt. Dieser Sturm verhielt sich wie ein Tornado. Ich hoffe nur, dass es nicht viele Schäden an Häusern und auch im Wald gibt.“ „Jetzt hat es so stark geregnet“, sagt Hanne, „hat das dem Wald geholfen sich wieder zu erholen?“ Sebastian antwortet darauf mit einem sorgenvollen Gesicht: „Dieser Regen kam mit so einer Wucht, dass der Boden überhaupt keine Zeit hatte, das Wasser aufzunehmen. Der meiste Regen wird wohl über die Hänge herab, direkt in die Bäche geflossen sein. Der Boden in der gesamten Region ist metertief ausgetrocknet und dadurch sehr hart. Es müsste viele Tage lang leicht regnen, damit die Erde Zeit hat, das Regenwasser aufzunehmen. Dann sollte es eine Regenpause geben. Nach wenigen Tagen sollte wieder ein Landregen die Wälder und das ganze Land mehrere Tage lang begießen. Dann könnten sich Wald, Wiesen und die Felder etwas erholen.“ 29

Donner Ein Blitz erhitzt die Luft in Sekundenbruchteilen auf bis zu 30.000 °C. Diese dehnt sich explosionsartig aus und es gibt einen sehr lauten Knall – den Donner.

Mondphasen Der Mond ist der ständige Begleiter der Erde. Wir können ihn fast immer am Nachthimmel sehen. Doch der Mond ändert dauernd sein Aussehen. Einmal sehen wir ihn als Sichel rechts, dann als Vollmond, als Sichel links und dann wieder mal gar nicht. Das ist deshalb so, weil die Erde um die Sonne kreist und mit ihr der Mond, der ebenfalls kreist, aber um die Erde. Dabei wird der Mond immer von einer anderen Seite von der Sonne beschienen. So sehen wir immer eine andere Form.


Können wir das schaffen?

Können wir das schaffen? Vom Tal aus schauen Herr Flamma und seine Kollegen aus der Kommandozentrale mit Sorge hinauf zum Waldbrand. Sie müssen feststellen, dass sich das Feuer trotz des Einsatzes von Sebastian mit seinem Helikopter, weiter ausbreitet. „Unsere Leute am Boden können nicht näher zum Feuer vorrücken. Sie verhindern zwar, dass das verheerende Feuer über den Bach springt, aber es dehnt sich nach

oben aus und frisst sich immer tiefer in den Schutzwald.“ Ein anderer Feuerwehrmann sagt: „Leider scheint ein Helikopter zu wenig zu sein. Sebastian kann das Feuer nicht bremsen.“ „Du hast recht“, stimmt Herr ­Flamma zu, „ich schlage vor, dass wir das Bundesheer um Unterstützung ersuchen. Sie sollen mit mehreren Hubschraubern kommen und mithelfen den Brand zu löschen.“

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Die Bürgermeisterin und die anderen Feuerwehrleute stimmen dem Vorschlag sofort zu. Schon hat Frau Bürgermeisterin Silvretta das Telefon in der Hand und telefoniert mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung. Bereits nach kurzer Zeit kommen fünf große und starke Hubschrauber des Bundesheeres mit riesigen


Können wir das schaffen?

Löschkübeln. Jetzt wo wirkungsvolle Hilfe gekommen ist, kann Sebastian landen. Er hat bis jetzt großartige Hilfe geleistet und darf sich etwas ausruhen. Nach einer kurzen Lagebesprechung beschließen die Bundesheerpiloten gemeinsam mit der Feuerwehrmannschaft, dass alle Hubschrauber wie in einem großen Ringelspiel im Kreis fliegen. Zuerst zum See, dann geht es zum Brand, wo sie das Wasser abregnen lassen.

Mit viel Gebrumme und Getöse starten die schweren Maschinen und erheben sich in die Lüfte. Zuerst schöpft jeder Helikopter Wasser aus dem Tatzelsee, der am Fuß des Berges liegt. Diese Helikopter sind um vieles mächtiger als Sebastians Flieger. Deshalb haben sie auch diese riesigen Kübel mitgebracht. Hier hinein passt zehnmal mehr Wasser als in Sebastians Löschbehälter, also 3000 Liter. Wenn einer dieser Riesenkübel befüllt ist, erhebt sich das Fluggerät wieder und fliegt mit dem schweren Wasserbehälter

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über den brennenden Schutzwald. Über dem Brandherd lässt er das Wasser auf das Feuer niederprasseln. Danach steigen immer riesige Dampfwolken empor, denn die große Hitze des Waldbrandes lässt einen Teil des Löschwassers verdunsten. Durch das kalte Wasser, das auf den glühend heißen Felsenboden im brennenden Wald gegossen wird, kühlt dieser blitzartig ab. Felsen zerspringen und große, abgesprengte Steinblöcke stürzen laut polternd ins Tal.


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