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WIR 09 vom 15/09/2026

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©Maxim-Tajer Unsplash

356 TAGE IM EINSATZ EIN BLICK IN DIE BERUFSFEUERWEHR BOZEN S EPTE M B E R 2026

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INHALT

Dies und das

TITELTHEMA Berufsfeuerwehr Bozen

Meine Kinder waren mir letztens sehr neidisch: Ich durfte der Berufsfeuerwehr Bozen einen Besuch abstatten. Kommandant Florian Alber führte mich nicht nur durch alle Räumlichkeiten und Hallen, sondern gab mir in einem Interview auch ehrliche Einblicke in die Arbeit der Feuerwehrleute: ein Gespräch über den Wert motivierter und kompetenter Mitarbeiter:innen, darüber, wie schwer Misserfolge zu verkraften sind und welche Sorgen einen nach über 30 Jahren in diesem Beruf noch immer begleiten. Sorgen bereiten auch die jüngsten Vorfälle im Überetsch: Nazischmierereien im öffentlichen Raum. Umso wichtiger sind Initiativen wie jene der mobilen Jugendarbeit Eppan, die den Schmierereien mit Farbe, Kreativität und einer klaren Botschaft etwas entgegensetzt. Aber auch andere Entwicklungen beschäftigen uns: Wie wird der Pfarrerwechsel in der Gemeinde Eppan wohl verlaufen? Und: Wie gehen wir mit dem Diskothekensterben in Südtirol um? Gut, dass es gleichzeitig noch andere Orte gibt, an denen Gemeinschaft gelebt wird – beim Kalterer Weinfest etwa, auf das wir kurz zurückblicken, oder zum Beispiel auch im Theater: Die Vereinigten Bühnen Bozen läuten im September ihre neue Spielzeit ein.

LOKALES

Protest der Lehrpersonen Graffiti gegen Hass Kalterer Weinfest FC Bayern Fanclub Salurn

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GENUSS

Kürbis-Gnocchi-Auflauf 16 Südtiroler Bauern-Gröstel 17

SPEZIAL Richtig heizen

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IMPRESSUM WIR | Industriestr. 1/5, 39011 Lana | Tel. 0473 05 10 10 Eigentümer und Herausgeber: Bezirksmedien GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Nr. 19/93; Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Bezirkskoordination: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.it Redaktionsleitung: Sarah Meraner Redaktion: Sarah Meraner, Walter J. Werth, Flora Brugger, Remo Demanega, Phillipp Kieser, Karl Psenner, Robert Adami Werbung: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.it, 329 653 22 48 Grafik: Janine Savoi, grafik.plus@bezirksmedien.it Druck: Athesia Druck GmbH - Bozen

Es gibt also einiges, das uns beschäftigt – und einiges, das uns (neu) zusammenbringt. Werfen Sie mit uns einen Blick darauf. Herzlichst, Ihre Sarah Meraner

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© Sarah Meraner

BOZEN

„OHNE DIE MENSCHEN GEHT ES NICHT“ Wenn bei der Berufsfeuerwehr Bozen der Alarm losgeht, zählt jede Minute. Kommandant Florian Alber spricht über Verantwortung und Herausforderungen in einem Job, der ständigen Wandel bedeutet. Es ist der Berufswunsch unzähliger Kinder: Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau. Die Menschen, die bei der Bozner Berufsfeuerwehr arbeiten, haben sich diesen Traum erfüllt: Sie sind 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr im Einsatz und sind für Brandbekämpfung zuständig, für technische Hilfeleistungen bei Unfällen jeglicher Art, für Hilfe bei Katastrophen sowie für die Unterstützung des Rettungsdienstes bei Großschadensereignissen. Die Berufsfeuerwehr Bozen ist die einzige Berufsfeuerwehr Südtirols, ihre Zentrale liegt – vom Überetsch aus gesehen – am Stadteingang.

Hier treffe ich einen Mann, der weniger seinem Kindheitstraum hinterhergerannt ist, sondern vielmehr einen sinnvollen Job gesucht – und ihn gefunden hat. Florian Alber aus Meran ist als Feuerwehrmann gewissermaßen quer eingestiegen – er brachte keine Erfahrung als Freiwilliger mit, ist inzwischen aber seit 1994 bei der Berufsfeuerwehr tätig. Im Laufe der Jahre hat er sich hier nach oben gearbeitet, seit 2017 ist er bereits Kommandant der Berufsfeuerwehr. „Diese Tätigkeit ist für mich absolut kein Hobby, aber auf jeden Fall der Beruf, den ich gerne und den ich so gut wie

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nur möglich mache“, sagt Alber. Das Engagement der vielen Freiwilligen im ganzen Land, die die Tätigkeit aus reiner Passion ausüben, schätzt er umso mehr: „Für mich persönlich sind sie das Rückgrat des Südtiroler Feuerwehrwesens – und wir als Berufsfeuerwehr stehen ihnen bei Bedarf immer zur Verfügung.“ Die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren – vor allem jenen der Stadt Bozen, Gries und Oberau-Haslach – empfindet Alber als sehr gut. Seine eigene Mannschaft empfindet er nicht als etwas „Besseres“: „Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen.“


Der Kommandant der Berufsfeuerwehr Bz

© Sarah Meraner

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TITELTHEMA

Zu den internen Arbeiten gehört auch die Küchenarbeit

Natürlich seien die Voraussetzungen und feuerwehr wird aber auch zu komplexeren Arbeitsweisen verschieden, aber Alber Einsätzen außerhalb dieser Zonen gerufen geht immer von den Stärken aus – mit den – oft auch deshalb, weil sie über Einsatzeigenen Schwächen stets im Hinterkopf. fahrzeuge oder Geräte verfügt, die die Frei„Wir haben natürlich den Vorteil nach vor- willigen Feuerwehren nicht besitzen. Gibt gefertigten Schemata zu arbeiten – wir es Einsätze mit der höchsten Alarmstufe, wissen also genau, wer bei den Einsätzen rückt die Berufsfeuerwehr zum Teil auch wo ist, wer was zu tun hat. Bei den Freiwil- außerhalb der Stadt Bozen automatisch ligen Feuerwehren passiert die Einteilung aus. Im Jahr kommen auf diese Weise zwispontan. Dafür schaffen sie es besser, viel schen 3.400 und 3.800 Einsätze zusammen. mehr Einsatzkräfte vor Ort zusammenzu- Etwa 150.000 Menschen halten sich tägbringen. Wir hingegen sind nur ein kleiner lich in Bozen auf. Das macht die Einsätze Haufen.“ Ein weiterer Vorteil für die Leute hier schwierig, besonders in der Altstadt bei der Berufsfeuerwehr: Haben sie gerade – doch Einsätze in historischen Stadtkerkeinen Einsatz, können sie sich den ganzen nen und den dortigen engen Gassen kenTag mit Feuerwehrthemen beschäftigen nen auch die Freiwilligen Feuerwehren in und sich somit stetig weiterbilden. Florian anderen Städten, so Alber. Die größere Alber verlangt von seiner Mannschaft da- Herausforderung sei es vielmehr, sich den her, die beste der vielen guten zu sein, Pro- ständigen technischen Fortschritten und fessionalität und persönlicher Einsatz ist den äußeren Gegebenheiten anzupassen sein Anspruch an sie – auch weil sich die und neue Konzepte auszuarbeiten. WähBerufsfeuerwehr als Serviceunternehmen rend vor ein paar Jahren zum Beispiel Phofür die Bevölkerung sieht. Das Niveau des tovoltaikanlagen immer wieder mal für Feuerwehrwesens in Südtirol schätzt Al- Einsätze sorgten, sind es aktuell E-Bikes, ber grundsätzlich als sehr hoch ein: „Wir E-Autos oder neue Fassadenisolierungen. haben durch die Großzügigkeit der Süd- „Die Brandverhütung selbst wird immer tiroler Bevölkerung und der öffentlichen besser“, erklärt Alber, „daher gibt es eigentHand genügend finanzielle Mittel für eine lich immer weniger Brände und somit auch hervorragende Ausrüstung und zudem weniger Löscheinsätze – dafür häufen sich wahnsinnig viele Menschen, die motiviert eben die technischen Einsätze. Wir sind in sind und die diese Geräte auch effizient be- einem konstanten Wandel.“ dienen können. Ohne die Menschen geht es nicht.“ Arbeiten für die Zivilbevölkerung Das Haupteinsatzgebiet der Berufsfeuer- Aktuell arbeiten bei der Berufsfeuerwehr wehr Bozen sind die Stadt Bozen sowie die Bozen 135 Feuerwehrleute, die Beamte Autobahn, wenn der Kran benötigt wird, der Südtiroler Landesverwaltung sind. Die und die MEBO bis Terlan. Die Berufs- Mitarbeitenden müssen Generalisten sein,

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so der Kommandant. Die Grundvoraussetzung: Sie müssen gute Handwerker:innen sein – außerdem müssen die Frauen und Männer sportlich fit sein, eine gute körperliche und gesundheitliche Verfassung vorweisen können, geschickt sein sowie über eine gute Allgemeinbildung verfügen, und auch das schriftliche Bildungsniveau muss passen. „Da wir aus dem Pool der Handwerker:innen fischen und das Handwerk an sich ja schon Schwierigkeiten hat, Nachwuchs zu finden, ist es auch für uns nicht leicht, Leute zu generieren“, erklärt Alber. Im Moment blickt er daher eher sorgenvoll in die Zukunft: Im Stellenplan sind 149 Mitarbeitende vorgesehen – aktuell ist die Berufsfeuerwehr somit unterbesetzt. Zur Zeit läuft aber wieder ein Wettbewerb, bei dem im Sommer wieder neue Feuerwehrfrauen und -männer ausgewählt werden, die sich für die Tätigkeit eignen. Doch wie sieht diese eigentlich aus? Der operative Dienst der Berufsfeuerwehr wird rund um die Uhr von vier Schichten zu je zwölf Stunden abgedeckt, mindestens 23 Leute pro Turnus müssen vor Ort sein. Um sieben Uhr morgens beginnt die Tagschicht mit einer Präsenzkontrolle, anschließend überprüft das Personal die jeweiligen Einsatzfahrzeuge und Geräte sowie die persönliche Schutzausrüstung. Anschließend teilt der bzw. die Turnusleitende den Bereichszuständigen die Arbeiten zur Reinigung, Wartung und Instandhaltung von Geräten und Fahrzeugen zu. Für diese internen Arbeiten steht der gesamte Vormittag zur Verfügung, sofern keine Einsätze


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??? den Arbeitsablauf unterbrechen. Nach dem wehrtechnischen Wartungen sowie RepaEssen ist eine Ausbildungseinheit geplant, raturen erledigen die Mitarbeitenden der am späten Nachmittag findet eine Stunde Berufsfeuerwehr selbst – in den eigenen daLeibeserziehung statt. Die Tagschicht wird für vorgesehenen Werkstätten und Labors, mit den Abschluss- und Aufräumarbei- so gibt es zum Beispiel eine Schlosserei und ten beendet. Um einen ununterbrochenen eine Tischlerei. „Jede:r kommt mit einem und einwandfreien Dienst zu garantieren, Beruf hierher – und darf diesen Beruf hier werden dringende Aufträge und wichtige auch weiter ausüben“, erklärt Alber. Es gibt Informationen bei Schichtwechsel an die auch ein Einsatzmagazin, wo alles vorrätig Feuerwehrleute des Nachtturnusses weiter- ist, was für Einsätze rasch benötigt wird. gegeben, der um 19 Uhr beginnt. Der Tä- „Wir arbeiten mit technisch hoch komplitigkeitsschwerpunkt: genaue Fahrzeug- und zierten Geräten, aber eben auch ganz simGerätekontrolle sowie Ausbildungseinhei- pel mit Schläuchen, Schaufel und Pickel“, ten, bei denen Einsätze nachbesprochen sagt Alber lachend. Spezialkenntnisse für und aufgearbeitet werden. Auch bei jeder bereichsspezifische Arbeiten erlernen MitNachtschicht gibt es eine Einheit Leibes- arbeitende bei Kursen im In- und Ausland erziehung. Wöchentlich gibt es außerdem – dazu gehört zum Beispiel die korrekte Reifür alle Fachkräfte einen Schwimmkurs. nigung und Wartung der AtemschutzgeräKommandant Florian Alber führt mich im te, die eine hundertprozentige Genauigkeit Gebäude herum. Rund 70 Fahrzeuge stehen und ein hohes Verantwortungsbewusstsein den Feuerwehrleuten für ihre Einsätze zur erfordert. „Von dieser Arbeit hängt das LeVerfügung – bei den meisten handelt es sich ben der Kolleg:innen ab – und das eigene.“ um Spezialfahrzeuge. Weil systembedingt Zu den internen Diensten gehört auch die zu wenig Leute im Dienst sind, wird ver- gesamte Küchenarbeit. Auch das dafür zusucht zu kompensieren: Für jede Einsatz- geteilte Personal rückt wie alle anderen art wird das geeignetste Fahrzeug und die Feuerwehrleute bei Bedarf aus – dann bleibt richtige technische Ausrüstung verwendet. schon mal die Pizza unfertig auf dem BackSo wird mit wenigen Einsatzkräften höchst blech zurück. Einen Tag ohne Einsatz gibt effizient gearbeitet. Den größten Teil der es für die Berufsfeuerwehr nie. Die Einsatzanfallenden internen Arbeiten und feuer- leitstelle koordiniert die Einsätze und ist die

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interne Telefonzentrale der Berufsfeuerwehr Bozen. Rund um die Uhr nehmen hier zwei Disponenten die Anrufe der einheitlichen Notrufzentrale 112 entgegen und alarmieren die zuständigen Einheiten der Berufsfeuerwehr sowie die drei Freiwilligen Feuerwehren von Bozen. Ein dritter Disponent der Leitstelle ist bei einem Einsatz auf der Drehleiter mit dabei. Die Positionen der drei Mitarbeiter wechseln – so bleibt ihre Arbeit abwechslungsreich und ihr Blick offen. Die Einsatzleitstelle ist direkt mit den wichtigsten Rettungs- und Sicherheitsorganen verbunden, unter anderem mit den Carabinieri, der Staatspolizei, der Landesnotrufzentrale, den Bezirksalarmzentralen, der Autobahn A22 und den Forstbehörden. Zusätzlich bestehen Verbindungen zu weiteren wichtigen Einrichtungen und Behörden, etwa zu E-Werken, der staatlichen Eisenbahn, verschiedenen Landesämtern, dem Landesstraßendienst, dem Militär, der Einsatzzentrale in Rom und Einsatzleitstellen im Ausland. So kann bei besonderen oder komplexen Ereignissen rasch Kontakt zu den zuständigen Stellen aufgenommen werden. Weil die Einsatzleitstelle ständig besetzt ist, alarmiert sie seit vielen Jahren auch verschiedene Bereitschaftsdienste der Südtiroler Landesverwaltung. Dazu gehö-


© Sarah Meraner

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Das Einsatzmagazin

ren unter anderem der Landeszivilschutz, das Landesforstkorps, die Umweltagentur, der Landesstraßendienst und der Geologische Dienst des Landes. Die Landesnotrufzentrale meldet Notstände oder unmittelbare Gefahrensituationen unverzüglich an die Berufsfeuerwehr – diese gewährleistet im Landeslagezentrum einen ständigen Dienst zur Kontrolle und Beurteilung von Gefahrensituationen. Neben motivierten Mitarbeitenden, modernsten technischen Geräten und einer sicheren persönlichen Ausrüstung ist eine gute Ausbildung eine der wichtigsten Komponenten der Berufsfeuerwehr Bozen. Für die Feuerwehrleute gibt es ein jährliches Ausbildungsprogramm, das laufend angepasst wird. Gesetzliche Pflichtübungen und zusätzliche verpflichtende Ausbildungen und Schulungen verschiedenster Art sind Teil des Konzeptes.

gen wollen keinen Einsatz verpassen, sie haben diesen ,Hunger‘ nach Erfahrungen, der bei erfahrenen Leuten vielleicht mit der Zeit weniger wird. Sie haben halt alles schon gesehen.“ Der Kommandant betont aber, dass es immer eine Frage des Charakters sei – er persönlich nimmt sehr viel von seiner Arbeit mit nach Hause, gibt er zu. Dass sein Beruf eine hohe soziale Akzeptanz hat und er mit Stolz sagen kann, dass er Feuerwehrmann ist, macht das aber wieder leichter. Was macht denn einem Feuerwehrmann, der diese Arbeit seit 32 Jahren ausübt und der seit zehn Jahren die Rolle des Kommandanten innehat, denn überhaupt noch Sorgen? „Dass jemand von meinen Kolleg:innen zu Schaden kommt. Dass die Mitarbeitenden wieder heil aus einem Einsatz rauskommen, ist das oberste Ziel, dem alles andere untergeordnet wird – das ist mir persönlich das Wichtigste“, sagt Florian Alber. „Mit einem Misserfolg bei einem Einsatz oder mit schlechter Presse nach einem solchen Misserfolg kann ich leben, aber nicht damit, dass ein:e Mitarbeiter:in verletzt wird. Wenn wir Profis sein wollen, dann müssen wir so organisiert sein, dass wir alle unbeschadet von einem Einsatz zurückkommen.“

werte zu schützen – und immer wieder erleben sie dabei Situationen, die prägen. „Natürlich hängt es immer von einem persönlich ab, wie sehr man sich von einem Einsatz emotional berühren lässt und auch inwiefern die jeweilige Situation das eigene Leben spiegelt. Ist das der Fall, sind die Gefühle natürlich potenziert, weil sie nah an der eigenen Lebensrealität sind.“ Falls Mitarbeitenden Einsätze sehr nah gehen, gibt es Nachbesprechungen mit Peers, speziell ausgebildeten Einsatznachsorger:innen, die sich um die psychische Gesundheit ihrer Kolleg:innen kümmern. Falls Belastungen länger andauern, motivieren Peers die Betroffenen dazu, einen professionellen Psychologen oder eine professionelle Psychologin aufzusuchen. Das Ziel der Berufsfeuerwehr sei es immer, einen Einsatz erfolgreich zu bewältigen. „Gelingt das mal nicht, dann macht uns das schon schwer zu schaffen“, gesteht Alber und fügt Von Herausforderungen lächelnd hinzu: „Wir sind etwas erfolgsverund Sorgen wöhnt.“ Auf die Frage, ob man im Laufe der In eiskaltes Wasser springen, in brennende Jahre und mit mehr Erfahrung eigentlich irHäuser laufen oder durch enge Kanalschäch- gendwann abgehärtet ist, antwortet er: „Ich te robben: Bereits seit 1948, also seit 78 Jah- beobachte da zwei Tendenzen: Je länger man ren, gibt es die Berufsfeuerwehr Bozen – und diesen Job macht, desto sensibler wird man seit Beginn an arbeiten die Feuerwehrleute – vielleicht weil man sich mit zunehmendem immer wieder unter schwierigsten Bedin- Alter auch immer mehr mit dem eigenen Tod gungen, um Menschen zu retten oder Sach- konfrontiert sieht. Die jungen Leute hinge-

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Sarah Meraner


LOKALES BOZEN

Protest der Lehrpersonen Nach mehr als einem Schuljahr mit Protestmaßnahmen der Lehrpersonen fordert die Allianz für Familie ein Ende der Einschränkungen bei Lehrausgängen, Lehrfahrten und der Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen. Gleichzeitig unterstützt die Organisation die inhaltlichen Forderungen der Lehrkräfte und spricht sich für weitere Verhandlungen aus. Die Allianz betont, dass Anliegen wie eine angemessene Entlohnung, die Anpassung der Gehälter an die Inflation, die Vergütung von Lehrfahrten, ein ausreichender Versicherungsschutz sowie mehr Ressourcen für die Integration berechtigt seien. Diese Themen müssten weiterhin am Verhandlungstisch behandelt und in langfristige Lösungen überführt werden. Kritisch sieht die Allianz jedoch die Dauer der Protestmaßnahmen. Nach mehr als einem Schuljahr sei die Grenze der Verhältnismäßigkeit erreicht. Kinder und Jugendliche dürften nicht in ein weiteres Schuljahr starten, in dem wichtige Bildungsangebote eingeschränkt seien. Lehrausgänge, Lehrfahrten und die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen seien ein

© Allianz für Familie

Die Allianz für Familie fordert Rückkehr zu vollständigem Bildungsangebot.

wesentlicher Bestandteil moderner Bildung. Als Beispiele nennt die Allianz etwa Einrichtungen wie das Forum Prävention, die Wissen zu Themen wie Suchtprävention, Medienkompetenz sowie Gewalt- und Mobbingprävention vermittelten und die psychosoziale Entwicklung junger Menschen stärkten. Auch theaterpädagogische Projekte und Angebote der Jugendarbeit förderten soziale Kompetenzen und das Miteinander in den Klassen. Damit solche Angebote verlässlich stattfinden können, brauche es laut Allianz klare arbeitsrechtliche, finanzielle

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und versicherungstechnische Regelungen. Diese müssten der heutigen Realität an den Schulen entsprechen und dürften nicht jedes Jahr erneut zum Konfliktthema werden. Die Allianz für Familie appelliert deshalb an Politik und Verhandlungspartner, die offenen Fragen mit Weitsicht zu lösen. Gleichzeitig fordert sie, die derzeitige Protestform zu beenden und Lehrausgänge, Lehrfahrten sowie die Zusammenarbeit mit externen Fachpersonen wieder zu ermöglichen. „Die Dauer dieser Verhandlungen darf jedoch nicht darüber entscheiden, wie

lange Kinder und Jugendliche auf wichtige Bildungsangebote verzichten müssen. Nach mehr als einem Schuljahr muss diese Form des Protests beendet werden“, so die Vertretenden der Allianz für Familie. Die Organisation, der 17 Mitgliedsverbände angehören, erklärt sich bereit, den Dialog zwischen Lehrpersonen, Eltern, Fachwelt und Politik aktiv mitzugestalten. Ihr Ziel: nachhaltige Lösungen für die Schulen – ohne weitere Einschränkungen für Schülerinnen und Schüler. Sarah Meraner


Mehr Anlaufstellen

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Die Gesundheitsversorgung in Südtirol soll künftig noch näher an den Menschen sein. Dafür werden bestehende Strukturen weiterentwickelt und neue Angebote geschaffen. Gemeinschaftshäuser, Gemeinschaftskrankenhäuser, wohnortnahe Einsatzzentralen und die neue Gesundheitshotline 116117 sollen dafür sorgen, dass medizinische, pflegerische und soziale Leistungen besser zusammenspielen und die Bevölkerung schneller die passende Unterstützung erhält. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Gemeinschaftshäuser. Sie bauen auf den bestehenden Gesundheits- und Sozialsprengeln auf und bringen verschiedene Berufsgruppen unter einem Dach zusammen – von Allgemein- und Fachmedizin über Pflege und Therapie bis hin zu sozialen Diensten. Je nach Standort gibt es unter anderem Untersuchungen, einfache diagnostische Leistungen, Blutabnahmen oder Beratungsangebote. Auch ein Ambulatorium für kleine Dringlichkeiten (AKD) kann dazugehören. Es ist für Beschwerden gedacht, die rasch abgeklärt werden sollten, aber keinen Notfall darstellen. Die bestehenden Hausärztinnen und Hausärzte bleiben weiterhin eine zentrale erste Anlaufstelle. Gemeinschaftskrankenhäuser wiederum sollen die Lücke zwischen Krankenhaus und Zuhause schließen. Sie ver-

fügen über sogenannte Intermediärbetten und sind für Menschen gedacht, die keine intensive Akutbehandlung mehr benötigen, aber noch medizinische oder pflegerische Betreuung brauchen – etwa nach einem Krankenhausaufenthalt. Dadurch können Akutkrankenhäuser entlastet und Betreuungen besser organisiert werden. Bei Übergängen zwischen den verschiedenen Versorgungsformen unterstützen die wohnortnahen Einsatzzentralen (WONE). Sie koordinieren im Hintergrund beispielsweise die Rückkehr vom Krankenhaus nach Hause oder in den Gesundheits- und Sozialsprengel. Die Betroffenen müssen sich dafür nicht selbst an die Einsatzzentrale wenden. Neu ist außerdem die Gesundheitshotline 116117, die zunächst im Gesundheitsbezirk Bozen als Pilotprojekt startet. Rund um die Uhr erhalten Bürgerinnen und Bürger bei nicht dringenden Gesundheitsfragen Informationen, Beratung und Hilfe bei der Suche nach der passenden Versorgung. Für lebensbedrohliche Notfälle bleibt weiterhin die 112 zuständig. Die Ziele aller neuen Angebote: Medizinische, pflegerische und soziale Angebote besser miteinander zu verbinden, Wege für die Bevölkerung zu verkürzen und die Menschen am richtigen Ort gut zu versorgen. Sarah Meraner

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LOKALES KARNEID

Erding und Salten-Schlern besiegeln Partnerschaft Eine freundschaftliche, wertschätzende Stimmung lag in der Luft, als kürzlich auf Burg Karneid eine einzigartige Partnerschaft besiegelt wurde. Albin Kofler, Präsident der Bezirksgemeinschaft (BZG) SaltenSchlern, und Martin Bayerstorfer, der Landrat von Erding (Bayern), unterzeichneten feierlich eine diesbezügliche Partnerschaftsurkunde. Zu den Gästen gehörte eine 20-köpfige Delegation aus Bayern, Landesrat Philipp Achhammer sowie 13 Bürgermeisterinnen der BZG Salten-Schlern, Mitglieder des Bezirksrates, Gemeindereferentinnen von Karneid und einige Wirtschaftsvertreter*innen. Präsident der Bezirksgemeinschaft (BZG) SaltenSchlern, und Martin Bayerstorfer, der Landrat von Erding (Bayern), unterzeichneten feierlich eine diesbezügliche Partnerschaftsurkunde. Zu den Gästen gehörte eine 20-köpfige Delegation aus Bayern, Landesrat Philipp Achhammer sowie 13 Bürgermeister*innen der BZG SaltenSchlern, Mitglieder des Bezirksrates, Gemeindereferent*innen von Karneid und einige Wirtschaftsvertreter*innen. Von der Freundschaft zur Partnerschaft

Bezirkspräsident Albin Kofler fand beim Empfang im Rittersaal herzliche Worte: „Gedanklich ist die Partnerschaft schon 2018 hier auf der Burg Karneid geboren. Nun ist sie gereift und wir besiegeln eine Partnerschaft, in der wir wertvolle Erfahrungen austauschen, neue Perspektiven und viele bereichernde, gemeinsame Projekte entwickeln können.“ Mit der Urkunde verpflichten sich die BZG Salten-Schlern und der Landkreis Erding dauernde

Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde v.l.n.r. Albin Kofler (Präsident der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern), Martina Götsch (Generalsekretärin der BZG Salten-Schlern) und Martin Bayerstorfer (Landrat von Erding) freundschaftliche Verbindungen herzustellen; besonders im Bereich Soziales, Kultur, Umwelt und Mobilität. Man will gegenseitige Beziehungen und den Austausch fördern und sich gemeinsam für ein tieferes Verständnis für den Geist und die Werte eines geeinten Europas einsetzen. Angelehnt auch an dem zentralen Europäischen Einigungsgedanke der Bayern-Südtirol Gesellschaft. Der Verein (gegründet 2007) hat sich der Zusammenarbeit zwischen Bayern und Südtirol verschrieben. Überzeugt davon, dass man viel Gemeinsames auf die Beine stellen kann, ist auch Erdings Landrat Martin Bayerstorfer. “Wir haben ähnliche Themen, eine gemeinsame Sprache, Kultur und verstehen uns auch menschlich gut. Das sind gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit. Wir haben in Erding schon Ideen

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gesammelt, inwiefern wir die Partnerschaft mit Leben füllen können: Gemeinsame Aktionen, wie ein Leistungsabzeichen der Feuerwehr, kulturelle Veranstaltungen z.B. Bier trifft Wein, eine gemeinsame Chorveranstaltung, ein Schüleraustausch usw. Ich bin überzeugt, wir können voneinander viel lernen.“ so der Landrat. Der Landkreis Erding umfasst derzeit 26 Gemeinden. Die Zahl der Gemeinden ging in den letzten Jahrzehnten stark zurück. Parallel zu dieser Entwicklung hat die Größe der einzelnen Gemeinden zugenommen. Die größte Gemeinde ist die Kreisstadt Erding mit ca. 37.000 Einwohner*innen. „Eine Partnerschaft zwischen einer Bezirksgemeinschaft und einem Landkreis hat es in Südtirol noch nie gegeben. Zwar gibt es 30 Gemeindepartnerschaften, aber auf Bezirksebe-

ne ist dies einzigartig. Was mit einer herzlichen Freundschaft begonnen hat, ist nun schriftlich und konkret festgemacht. Das freut mich sehr! Zumal es zwischen Südtirol und Bayern viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Herausforderungen gibt. Danke allen für Euer Engagement!“ freut sich LR Achhammer. Burg Karneid als Brücke

Ziel des Treffens war neben der Verschriftlichung der Partnerschaft, das gegenseitige Kennenlernen, die Vorstellung der Gebiete Salten-Schlern bzw. derer Gemeinden und des Landkreises Erding sowie der Austausch über mögliche zukünftige Projekte. Gerade der Ort der Veranstaltung ist wegweisend. So ist die Geschichte der Burg Karneid, vorgestellt von Vizebürgermeisterin Martina Lantschner-Pi-


LOKALES

setta, tief mit Bayern verwurzelt, zumal 1808 die Bayrische Regierung die Burg übernahm. Heute im Besitz von der Familie von

Malaisé ist sie idealer Ort Brücke und Symbol für Freundschaft und konkreten grenzüberschreitendem Austausch zu sein. Die

Burg wird damit wieder Zeuge sprächen und gemütlichem Beider Geschichte und Wegweiser sammensein aus. der Zukunft. Das Treffen klang mit vielen fruchtbringenden Ge- Redaktion

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LOKALES EPPAN

Graffiti gegen Hass

Alle Fotos: ©Mobile Jugendarbeit Eppan

Mit Farbe, Kreativität und einer klaren Botschaft gegen Rassismus und rechte Schmierereien wurde der Eppaner Radtunnel zum offenen Kunstraum.

Die mobile Jugendarbeit Eppan andere Sichtweise zu betrachten: rief letztens zu einer gemeinsa- mit den Augen der Liebe und men Aktion auf: Weil im Eppa- des gegenseitigen Respekts. Wir ner Radtunnel rassistisches Ge- möchten dazu ermutigen, Empadankengut und Nazisymbole auf thie für diejenigen zu empfinden, die Wände geschmiert worden die nicht das gleiche Glück wie waren, gab es am Mittwoch, dem wir hatten“, schreibt die mobi19. August, für alle Interessierten le Jugendarbeit dazu auf ihrem die Möglichkeit, bei der „Gior- Instagram-Kanal. So wurde den nata Artistica“ die menschenver- ganzen Tag bis in die späten achtenden Schriften und Symbo- Abendstunden gearbeitet und le zu übermalen. „Wir möchten gemalt. Entstanden sind bundie Autoren und alle Menschen, te Werke und Aufschriften wie die solche tief verwurzelten „Hate blinds you“ („Hass blendet Ideen teilen, dazu anregen, we- dich“), „Love“ („Liebe“) und „All nigstens für einen Moment eine we need is love“ („Alles, was wir

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brauchen, ist Liebe“). Seit einigen Wochen tauchen im Überetsch immer wieder Schmierereien mit naziverherrlichenden Inhalten auf. Eine Tatsache, die bei vielen Bewohnerinnen und Bewohnern Unbehagen, Verständnislosigkeit und Betroffenheit hervorruft. So auch bei der mobilen Jugendarbeit: „Vielleicht kommen wir aus verschiedenen Orten. Unsere Hautfarbe und die Sprache, die wir sprechen, sind unterschiedlich. Aber eine Sache haben wir alle gemeinsam: den Schmerz.“ Die mobile Jugendarbeit in Ep-

pan ist ein Projekt des Jugendund Kulturtreffs JUMP und ist seit 2025 aktiv. Das Herzstück ist ein alter, umgebauter Wohnmobil-Camper, der „Jumper“, der als fahrender Treffpunkt dient, um Jugendliche direkt vor Ort zu erreichen, zu unterstützen und zu begleiten. Die beiden Jugendarbeiter Jacopo di Vieste e Paul Nin Lebron begleiten das Projekt seit Anfang an und sind mehrmals wöchentlich im Gemeindegebiet unterwegs. Sarah Meraner


PR-INFO

Wer wir sind Identität entsteht aus Herkunft und Erinnerung, aus Sprache und Beziehungen, aus persönlichen Entscheidungen und gesellschaftlichen Bedingungen. Diesem Spannungsfeld widmen sich die Vereinigten Bühnen Bozen in ihrer neuen Spielzeit und rücken die Frage in den Mittelpunkt: Was hält uns zusammen? „Was bedeutet Heimat in einer Zeit, in der Identitäten flüchtig geworden sind und Gewissheiten brüchig?“, fragt Intendant Rudolf Frey. Auch Nostalgie wird zum Thema: als tröstende Erinnerung, aber ebenso als verklärter Blick zurück, der den Weg nach vorne versperren kann. „Wir befragen Erzählungen über politische und persönliche Umbrüche, die existenzielle Müdigkeit und Sehnsucht nach einem anderen Leben, das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft und das Ringen zwischen Anpassung und Emanzipation“, so Frey. Dabei geht es auch um die Frage, was passiert, wenn vertraute Gewissheiten brüchig werden. Passend dazu macht den Auftakt der Spielzeit das Stück „Eva schläft“ – eine Geschichte, in der Identität, Heimat und Erinnerung unmittelbar miteinander verbunden sind. Die Uraufführung nach dem Roman „Eva dorme“ der Autorin Francesca

© Luca Guardagnini

Was macht unsere Identität eigentlich aus? In der neuen Spielzeit 2026/27 stellen die Vereinigten Bühnen Bozen in der neuen Spielzeit Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Veränderung.

Melandri ist eine Koproduktion mit TEATA in der Gumpendorfer in Wien und wird in deutscher und italienischer Sprache mit Übertiteln gezeigt. Schauspielende wie Peter Schorn, Patrizia Pfeifer und Paolo Tosin haben bereits an Inszenierungen der Vereinigten Bühnen Bozen mitgewirkt und werden auch bei „Eva schläft“ wieder auf der Bühne zu sehen sein. Gesponsert wird die Produktion von der Raiffeisenkasse Bozen. Worum geht es? Als Eva einen Anruf erhält, steigt sie in den Zug und fährt 1.397 Kilometer von Südtirol nach Süditalien. Ihr Ziel ist Vito, ein Mann,

Eva schläft

der sie als Kind liebevoll „sisiduzza“ – Fünkchen – nannte. Die Reise wird zu einer Reise in die eigene Vergangenheit und zugleich in die Geschichte Südtirols. „Eva schläft“ ist eine Geschichte, die von Grenzen erzählt: zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen und zwei Kulturen. Mit dem Jahr 1919 zieht ein tiefer Riss durch das Land. Menschen wie Evas Großvater Hermann verlieren plötzlich ihre Sprache und damit einen Teil ihrer bisherigen Lebenswelt. Widerstand entsteht, Familien und Sprachgruppen werden gespalten. Auch Evas Mutter Gerda sucht ihren eigenen, emanzipierten Weg und kämpft – wie ihre Heimat

– um Autonomie. Gleichzeitig ringt sie um eine Liebe, die unabhängig von Herkunft und Sprache sein soll. Was über Generationen bleibt, ist eine Sehnsucht, die Mutter und Tochter verbindet: die Sehnsucht danach, Grenzen zu öffnen. Regisseurin Sara Ostertag begreift Theater als Ort der Vielsprachigkeit und des Austauschs. „Wir sprechen in ‚Eva schläft‘ darüber, wie komplex und vielschichtig es ist, die Frage ‚Woher kommst du?‘ zu beantworten“, sagt sie. „Wir versuchen keine Antworten auf eine komplizierte Fragestellung zu geben, sondern die vielen einzelnen, verflochtenen Themen erfahrbar zu machen, die diese Geschichte zusammenhalten.“ Mit Musik, choreografischen Elementen und eindrücklichen Bildern erzählt Ostertag die Geschichte einer Identitätssuche, die weit über die Lebensgeschichte einer einzelnen Frau hinausgeht. Das mehrsprachige Ensemble bringt diese innere Suche authentisch auf die Bühne. „Eva schläft“ eröffnet damit zugleich das zentrale Thema der neuen VBB-Spielzeit: die Suche nach dem, was uns prägt, verbindet und manchmal auch voneinander trennt.

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LOKALES

So sorgt unser Land für Nachwuchs Südtirol startet mit hormoneller Unterstützung so richtig durch! Die Landesregierung hat beschlossen, der Jugend im Alter von 14 bis 25 Jahren ab sofort kostenlose Verhütungsmittel zur Verfügung zu stellen. Damit setzt das Land ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Förderung der jungen Generation. Es handelt sich hierbei um ein echtes Vorzeigeprojekt: Der Liebessegen wird nun direkt vom Landtag verteilt – und das ganz ohne finanzielle Risiken oder unangenehme Nebenwirkungen für den Geldbeutel der Jugendlichen. Während die Jugendlichen dank dieser großzügigen Landesinitiative sorgenfrei flirten, verliebt sein und ihre Beziehungen genießen können, spielt sich in den Kirchen ein ganz anderes Spiel ab. Pünktlich zum Herbst begann nämlich wieder die alljährliche große Pfarrer-Rotation. Kaum hat ein Geistlicher sich eingelebt, herausgefunden, wer im Dorf die besten Klatschgeschichten kennt, wer besonders engagiert ist oder am großzügigsten in den Klingelbeutel einzahlt, da wird er auch schon versetzt. Dieses Prinzip erinnert an das bekannte Spiel „Reise nach Jerusalem“: Ständig wechseln die Positionen und niemand bleibt lange an einem Ort. Auf diese Weise soll einerseits pastorale Monotonie vermieden werden, andererseits sorgt diese regelmäßige Rotation dafür, dass frischer Wind in die Pfarr-Gemeinden kommt und neue Impulse gesetzt werden können. So bleibt das kirchliche Leben lebendig und dynamisch – auch wenn die ständigen Wechsel für die Pfarrer selbst sicherlich eine Herausforderung darstellen. Ein genialer Gedanke, den wir unbedingt weiterdenken sollten! Warum übertragen wir dieses dynamische Wechselmodell der Diözese nicht auch auf unser eigenes Leben? Ganz nach dem Vorbild der Pfarrer: Alle „zig“Jahre werden auch christlich geschlossene Ehen automatisch aufgelöst und die Partner neu zusammengestellt. Ein frischer Wind im Schlafzimmer kann schließlich nie schaden! Also: Koffer packen, Schatz tauschen und flexibel bleiben, Walter J. Wert

KALTERN

Kalterer Weinfest 2026 Vier Tage lang stand Kaltern ganz im Zeichen von Wein, Musik und geselligem Beisammensein: Vom 12. bis 15. August verwandelte sich die Kellereistraße beim traditionellen Kalterer Weinfest wieder in eine gut besuchte Festmeile. Schon in den frühen Abendstunden füllte sich die Kellereistraße in Kaltern. Zwischen festlich geschmückten Ständen, Musik und dem Duft von Südtiroler Spezialitäten kamen beim Kalterer Weinfest Be-

suchende von nah und fern zusammen. Jeweils ab 18 Uhr wurde gefeiert. Neben den Kalterer Weinen gehörten auch typische Südtiroler Spezialitäten zum Angebot. Und wie jedes Jahr hatte das Weinfest auch musikalisch einiges zu bieten: Südtirol 7 und Partyalarm eröffneten am Mittwoch, am Donnerstag folgten die Südtiroler Gaudimusikanten und Grenzgängersound. Am Freitag standen Kurt und Bündig, Bartherapie und


Schöne alte Welt

Alle Fotos: ©live-style

die Rotzlöffl auf dem Programm. Den Abschluss am Samstag bildeten schmissig-jung-Böhmisch und BÄÄM&BRASS. Ab 21 Uhr wurde an jedem Abend zusätzlich im Partyzelt mit DJs weitergefeiert. Das Fest bot dabei nicht nur Weinliebhaber:innen etwas. Auch Familien kamen auf ihre Kosten: Eine Kinderecke mit unter anderem Kinderschminken, Zuckerwatte und Rollrutsche ergänzte das Programm. Organisiert wurde das traditionsreiche

Fest von der Bürgerkapelle Kaltern, die damit einmal mehr die Wein- und Festkultur des Ortes in den Mittelpunkt stellte. Nach vier Abenden endete das Weinfest am Samstag, 15. August, gegen 1 Uhr nachts. Übrigens: Einen großen Weinfestumzug gab es 2026 nicht. Dieser findet laut Veranstaltungsinformationen nur alle fünf Jahre statt – das nächste Mal 2028. Sarah Meraner

Früher war Fernsehen einfach – nach dem sonntäglichen Kirchgang fragte man „Hosch gsechn geschtern „Wetten dass?“, und gut war. Denn es gab ja praktisch nur „Wetten dass“, wir hatten es alle gesehen und unterhielten uns angeregt über phantastische Wetten wie die jenes Wahnsinnigen, der auswendig zwölf Seiten Nachnamen des Münchener Telefonbuches aufsagen konnte … Also Meier, Meier, Meier, Meier, Meier, Meier ... Und die eigentlichen Diskussionsrunden im Fernsehen waren gesittete Gespräche unter Leuten, die keiner kannte, zu Themen, die niemand hören wollte. Heute ist das alles ganz anders. Es gibt etwa 2537 Fernsehkanäle und ungefähr 37 Payperview-Anbieter, und überall streiten Leute, die jeder kennt, über Themen, bei denen sich keiner auskennt. Aber das ist eigentlich auch egal, weil wir auf dem Sofa vor dem Fernseher ja eh alle mit dem Handy spielen, während auf der Mattscheibe irgendwas läuft. Aber Spaß beiseite … Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der mitunter moniert, dass wir heutzutage keine Streit- bzw. Diskussionskultur mehr haben. Aber ist das wirklich so? In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts waren wir sicherlich auch nicht immer alle einer Meinung, aber es gab einen gesellschaftlichen Grund-Konsens, der eben auch, wie oben angemerkt, von einer weitgehend einheitlichen Medienkultur unterstützt und gepflegt wurde. Ostblock war böse, Westen war gut. Medizin war Schulmedizin und basta. Die Lehrperson hatte immer recht. Religion wurde zwar zunehmend unwichtiger, aber wir kamen halt alle aus derselben Glaubensgemeinschaft. Und Demokratie, das hieß einfach Wählen gehen und die da oben dann machen lassen. Schöne alte, einfache Welt. Im Vergleich dazu müssen wir uns heute auf weit tiefer gehende Grundsatzdiskussionen einlassen, und das geradezu explosionsartig vervielfältigte Medienangebot tut das seine dazu, all diese neuen Meinungsrichtungen noch zu verstärken. Vielleicht diskutierten oder stritten wir früher also gar nicht besser, sondern nur viel weniger. Eine größere Verschiedenheit der Meinungen führt wohl zwangsläufig zu größeren Meinungsverschiedenheiten. Die Bereitschaft, diese Erkenntnis anzunehmen, könnte vielleicht auch zu einer größeren Bereitschaft führen, sich weit abweichende Meinungen zumindest anzuhören, anstatt immer gleich loszuschreien. Robert Adami


GENUSS

Ofenhit: Kürbis-Gnocchi-Auflauf

Zutaten für 4 Portionen 500 g Hokkaido-Kürbis 1 rote Zwiebel 1 Knoblauchzehe 1 Stange Lauch 1 EL Olivenöl 2 EL Tomatenmark 300 ml Gemüsebrühe 200 g Frischkäse 500 g Gnocchi Salz und Pfeffer Curry, Muskat 80 g feste Mozzarella

• Frischkäse unterheben und alles mit Salz, Pfeffer, Muskat und Curry würzen. • Gnocchi in eine Auflaufform geben und mit dem Kürbis-Gemüse bedecken. • Alles mit kleinen Mozzarella-Würfeln bestreuen und 30 Minuten backen.

© Gaumenfreundin/Steffi

Fleisch ist nicht jedermanns Sache und auch nicht zwingend erforderlich. Ganz im Gegenteil: Es existieren zahlreiche vegetarische Gerichte, die nicht nur köstlich sind, sondern auch sättigen und Freude bereiten. Die Grundlage dieses Rezepts besteht aus frischem Gemüse, kombiniert mit eiweißreichen Hülsenfrüchten sowie – selbstverständlich – Reis, Kartoffeln und Nudeln.

Zubereitung • Kürbis in kleine Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch klein hacken. • Lauch in Ringe schneiden. • Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. • Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch anbraten. Tomatenmark unterheben und kurz rösten. Gemüsebrühe einrühren und Kürbiswürfel und Lauch zugeben. Zugedeckt 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

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Südtiroler Bauern-Gröstel Dieses traditionelle Pfannengericht verbindet zartes Rindfleisch mit herzhaften Kartoffeln. Es ist einfach und schnell zuzubereiten, wärmt an den kühler werdenden Septemberabenden und schmeckt wie auf einer urigen Almhütte. Zutaten für 4 Personen 600 g Rindfleisch (gekocht, z. B. Tafelspitz oder Schulter; ideal zur Resteverwertung) 600 g Kartoffeln (festkochend, am Vortag als Pellkartoffeln gekocht) 1 große Zwiebel 2 EL Butter oder Butter-Schmalz (zum Anbraten) Salz, schwarzer Pfeffer, reichlich edelsüßes Paprikapulver und etwas Majoran Zum Servieren: Frischer Schnittlauch und nach Wunsch 4 Spiegeleier Zubereitung • Die gekochten Kartoffeln und das Rindfleisch in dünne Scheiben schneiden. • Die Zwiebel in feine Streifen schneiden.

Wer es besonders deftig mag, setzt vor dem Servieren auf jede Portion ein frisch gebratenes Spiegelei. Dazu passt hervorragend ein klassischer Krautsalat mit Speckwürfeln.

• Butter in einer großen, schweren Pfanne (am besten Gusseisen) erhitzen. • Zwiebel darin glasig rösten, die Kartoffelscheiben hinzugeben und diese leicht Farbe annehmen lassen. Das Fleisch hinzugeben und alles zusammen bei mittlerer bis hoher Hitze für ca. 10 Minuten anbraten, bis die Kartoffeln knusprig und das Fleisch gut durchgewärmt ist. • Das Gröstl kräftig mit Salz, Pfeffer, Majoran und dem Paprikapulver abschmecken. Das Paprikapulver gibt dem Gericht seine typische, leicht rötliche Farbe und ein wunderbares Aroma. • Das fertige Bauerngröstl mit reichlich frisch geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Und ein guter Rat zum Schluss: Lassen Sie sich fachkundig beraten. Beim Metzgermeister Oskar Stampfl finden Sie die besten Zutaten für alle Arten von Fleischgerichten und viele leckere Beilagen. Wer es beim Kochen besonders eilige hat, findet auch verschiedene bereits kochoder essfertig vorbereitete Spezialitäten.

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Kino im Glas: Sweet trifft Salty Die neue Distiller’s Edition 2026 von The Illusionist steht ganz im Zeichen des Kinos. Erstmals gibt es zwei unterschiedliche Gins: eine Sweet und eine Salty Edition. Beide basieren auf dem charakteristischen Dry Gin mit seinen mediterranen Botanicals und greifen eine der wohl vertrautesten Fragen am Kinokiosk auf: süß oder salzig? Zwei Editionen, zwei Erlebnisse Die Sweet Edition verbindet geröstetes Popcorn mit Madagaskar-Vanille und karamellisiertem braunem Zucker. Das Ergebnis ist samtig, warm und elegant, mit Noten von Butter-Toffee und einem langen, vanillig-süßen Abgang. Die Salty Edition setzt dagegen auf Popcorn, geröstete Butter, Meersalz und geröstete Mandeln. Sie präsentiert sich herzhaft, nussig und brillant trocken, mit einer klaren Wacholdernote im Finish. Beide Varianten machen das vertraute Kinogefühl auf besondere Weise erlebbar und laden dazu ein.

Limitiert und mit 3D-Effekt Von jeder Edition wurden nur 1.234 Flaschen produziert. Sweet und Salty sind einzeln erhältlich und lassen sich damit ganz nach persönlichem Geschmack auswählen – oder auch beide entdecken. Jede Flasche kommt im Geschenkkarton und wird so zum besonderen Präsent für Gin- und Kinofans. Enthalten sind außerdem Tasting Notes sowie eine 3D-Brille, mit der das Artwork des Etiketts zum Leben erweckt wird. Nostalgie mit neuem Dreh Die Cinema Edition verbindet Genuss und Erinnerung: den Duft von frischem Popcorn, die Vorfreude auf den Film und das gemeinsame Erlebnis vor der großen Leinwand. The Illusionist übersetzt diese Kinomagie in zwei ungewöhnliche Geschmackserlebnisse – für alle, die Gin gerne neu denken und beim nächsten Filmabend auch beim Drink eine Hauptrolle vergeben möchten. So wird aus dem Kinoklassiker ein besonderer Moment. und macht jeden Filmabend zum besonderen Genuss pur.

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LOKALES EPPAN

Neuer Pfarrer Georg Martin feierlich in Eppan empfangen Georg Martin ist seit dem 1. September der neue Pfarrer von St. Michael, Girlan und Frangart. Die Feierlichkeiten begannen am Rathausplatz. Hier wurde der neue Pfarrer herzlich empfangen. Gekommen waren die Musikkapellen, die Feuerwehren, die Abordnungen der Vereine der drei Pfarreien sowie viele Gläubige. Neben Dekan Alexander Raich empfingen auch der Priester Henry Obinna Ejimba und Diakon Roberto Mataloni Pfarrer Georg. Bürgermeister Lorenz Ebner nahm die Begrüßung vor. „Herr Pfarrer Georg, ich bin überzeugt, dass Sie bei uns viele offene Türen vorfinden werden, auch jene des Rathauses“, sagte er und fügte hinzu: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit, auf die Begegnungen und Gespräche und darauf, Sie in den kommenden Monaten persönlich kennenzulernen“. Dekan Alexander Raich übergab ihm anschließend symbolisch die Schlüssel der drei Pfarreien. In der Pfarrkirche von St. Michael feierte daraufhin die Dorfgemeinschaft den neuen Pfarrer

Im Bild von links: Pfarrer Georg Martin, Bürgermeister Lorenz Ebner und Dekan Alexander Raich am Rathaus mit einem Gottesdienst, der vom Kirchenchor gesanglich geprägt wurde. „Es ist wichtig, den neuen Pfarrer zu unterstützen“, sagte Dekan Alexander Raich. Er verwies auch

auf die neuen Möglichkeiten, die ein Wechsel für den neuen Pfarrer mit sich bringen würde. „Du wirst Gottes Wirken an neuen Orten kennenlernen“, so Dekan Raich.

Durch fachmännische Pflege wird die Lebensdauer eines Daches nachhaltig verlängert.

DACHPFLEGE

Geschenke für den neuen Pfarrer

Für den neuen Pfarrer gab es Geschenke. So übergab Margaret Pernter Tetter, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Mi-

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LOKALES

Dekan Alexander Raich (Bildmitte) übergab dem neuen Pfarrer Georg Martin (rechts) die Schlüssel der Pfarrkirche von St. Michael chael, symbolisch Brot, Salz und Blumen. Von Barbara Schweigkofler Pallua, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Girlan, erhielt Pfarrer Martin Weinflaschen der örtlichen Kellereien. Sabine Ohnewein Morandell, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Frangart, lieferte reichlich Obst: Äpfel, Trauben, Birnen und Zwetschgen sowie ein Buch über Frangart. Pfarrer Martin zeigte sich sichtlich gerührt über den warmen Empfang. „Ich freue mich auf die Leute, auf den Dialekt, auf die unterschiedlichen Traditionen und Bräuche“, sagte er und fügte hinzu: „Ganz viel Wert lege ich auf die Mitarbeit und Verantwortung möglichst vieler Laien, damit ich wirklich Zeit habe ich für die Mitmenschen“.

Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche von St. Michael wurde der neue Pfarrer Georg Martin feierlich empfangen

Seit 1990 Priester – neun Jahre Dekan in Klausen

Pfarrer Georg Martin wurde am 16.02.1965 in Schlanders geboren. Aufgewachsen ist er mit sechs Schwestern und zwei Brüdern auf einem Bauernhof in Marein/Kastelbell. Er besuchte den Kindergarten und die Grundschule in Kastelbell, die Mittelschule in Latsch. Matura war im „Johanneum“ in Dorf Tirol. Es folgten Studienjahre in Brixen und Wien. 1990 erfolgte die Priesterweihe in Brixen. In der Folge wirkte er fünf Jahre als Kooperator in St. Leonhard in Passeier und Walten, war dann zwei Jahre Kooperator in Mals und Planeil. Weitere Stationen waren acht Jahre Pfarrer in Gossensass, Brenner und Pflersch,

zwölf Jahre Pfarrer in Prad am Stilfserjoch und Lichtenberg. Zuletzt wirkte der neue Pfarrer als Dekan in Klausen, war aber auch Pfarrer in Gufidaun, Kollmann, Waidbruck, Latz-

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fons und Feldthurns. Nun, seit dem 1. September 2026 ist er Pfarrer von St. Michael, Girlan und Frangart. Remo Demangea

20 Jahre Tanja


PORTRÄT BOZEN

Umtriebig wie eh und je!

Er ist bekannt wie ein „bunter“ Hund und seit mehreren Jahrzehnten im verschiedenen gesellschaftlich-sozialen wie ehrenamtlichen Bereichen sehr engagiert. Die Rede ist von Denis Mader, der kürzlich sein 80. Wiegenfest feiern konnte und trotz seines fortgeschrittenen Alters weiterhin für Menschen, besonders für jene der älteren Generation, da ist und Abwechslung in ihren Alltag bringt. Außer seinem runden Geburtstag kann Denis Mader auf verschiedenen Jubiläen zurückbli-

cken, die er gerade im heurigen Jahr begehen kann: Begonnen hat Mader, im Unterschied zu heute, jedoch mit den ganz Kleinen: In den frühen 1980er Jahren war er nämlich bereits als heiliger Nikolaus unterwegs und erfreute dadurch wohl zigtausende Buben und Mädchen mit den Leckereien, Nüssen und Mandarinen aus seinem großen Sack. Diesen Dienst übt Mader seit genau 45 Jahren (!) aus, zur vollen Zufriedenheit aller. Da aber auch ein „Nikolaus“ seine Rolle erst erlernen muss, assistierte er fünf Jahre lang

dem damaligen Promotor Albert Ritter, später leitete er vier Gruppen, die im Auftrag von Familien, Firmen und Vereinen die Kinder besuchen. Genau ein Vierteljahrhundert lang ist der Jubilar äußerst aktiv in der Arbeitsgemeinschaft Senioren Bozen und Umgebung. Dort organisiert er, unter seinem Präsidenten Dr. Werner Wallnöfer, jährlich an die zwei Dutzend Busfahrten für die ältere Generation, ist zudem meist auch als Reiseleiter im Einsatz. Damit aber nicht genug: Seit vielen Jahren steht Mader dem

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Männerclub Bozen 60+ vor, initiierte den Seniorenchor und hob das Seniorentheater aus der Taufe, bei dem jährlich zumindest ein Theaterstück von Senioren für Senioren aufgeführt wird – unter Mitwirkung und Regie von Denis Mader. Unter weiteren Aktivitäten, die hier nicht alle aufgezählt werden können, ist der FreitagFilmtreff zu erwähnen sowie die Fahrtenbegleitung beim KVW, wo Mader seit 20 Jahren wirkt. Karl Psenner


LOKALES ST. PAULS/EPPAN

Die wundersame (Unter)Welt des Peter Paul Man taucht ein in eine andere Sphäre, wenn man sich in den Zigglkeller in St. Pauls begibt. „Seit 2007 habe ich mit diesem ‚Projekt‘ begonnen und meinen Zigglkeller zu dem gemacht, was er heute ist“, beginnt Peter Paul Pertoll seine Erläuterung. Auf den ersten Blick unscheinbar, ja, man sieht einen Zigglbrunnen, ahnt aber nicht, was sich darunter so alles verbergen könnte. Es sind rund 500 Quadratmeter Räumlichkeiten auf drei Ebenen unterteilt, bei einer Tiefe von knapp elf Metern. Der Zigglkeller sei ein Teil seines Lebens geworden und man erkennt sofort, dass Peter Paul sein ganzes Herzblut

da hineingesteckt hat. Der inzwischen pensionierte weitum bekannte Konditormeister legt großen Wert darauf, dass sein Keller nicht öffentlich zugänglich ist, und nur von Menschen besucht werden kann, mit denen er eine persönliche Beziehung aufgebaut hat und die wirklich an seiner Geschichte, seinem Werdegang, interessiert sind. Das Herzstück des Zigglkellers ist das zweite Untergeschoss, „da beschäftige ich mich oft stundenlang, die Zeit vergeht im Fluge, und hier versuche ich, meinen

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Weiterbildung mit Wirkung Weiterbildung stärkt berufliche Handlungssicherheit, persönliche Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe. KVW Bildung ist die dezentrale Weiterbildungseinrichtung in Südtirol. Jährlich werden über 1.400 Veranstaltungen mit rund 22.000 Teilnahmen landesweit durchgeführt. Das Programm entsteht nah an den Lebens- und Arbeitsrealitäten der Menschen und versteht Lernen als lebensbegleitenden Prozess. Kurse und zertifizierte Lehrgänge bilden das Herzstück unserer Arbeit – von persönlicher Weiterentwicklung bis zu fundierter beruflicher Qualifikation. Ergänzt wird dieses Angebot durch gesellschaftlich engagierte Projekte: die landesweiten Unterstützungsstellen von „Besser lesen

und schreiben für deutschsprachige Erwachsene“ und die DIGGY-Anlaufstellen für digitale Herausforderungen im Alltag. Zwei Beispiele, die zeigen: Bildung wirkt dort, wo sie wirklich gebraucht wird. Getragen wird unsere Arbeit auch von den Ehrenamtlichen unserer KVW Ortsgruppen. Sie bringen Bildung dorthin, wo Menschen leben – wirksam, zugänglich und nah. Alle Angebote unter bildung.kvw.org – oder direkt in deinem KVW Bildungsbüro.

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LOKALES

‚Lebenstraum‘ zu verwirklichen.“ Peter Paul hat auch fast alles selbst errichtet, ist durch seiner Hände Arbeit entstanden. Was Besuchende dann alles erwartet, ist mehr als beeindruckend – es gilt, auf persönliche Entdeckungsreise zu gehen. „Ein Teil meines Heimatortes St. Pauls

ist hier nachgebildet, bekannt ist ja die Krippenschau zur Adventszeit. Da bin ich dabei, alle Häuser bis zur Kirche darzustellen. Es wird alles beleuchtet, also jedes Fenster, wo dann die Krippenausstellung in Miniatur betrachten werden kann. Zu sehen ist auch der Rosengarten und der

Schlern, sie müssen leuchten und es soll natürlich aussehen. Auch ein weiterer Teil der Berglandschaft bis hin zu Schwarz- und Weißhorn soll hier verwirklicht werden. Von einer Seite sieht man beispielsweise den Penegal, von der anderen den Gantkofel, im Vordergrund ist unser Wahr-

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TAG DES OFFENEN TUNNELS BBT UND SÜDZULAUF (RFI) FRANZENSFESTE - BAUSTELLE EISACKUNTERQUERUNG

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- Die Zufahrt zur Baustelle ist NUR mit unserem kostenlosen Shuttle-Service möglich. - Die Shuttle-Busse verkehren von 08:45 bis 17:45 Uhr vom Bahnhof Franzensfeste und vom Parkplatz der Festung Franzensfeste zum Veranstaltungsgelände auf der BBT-Baustelle Eisackunterquerung und zurück. - Wir weisen darauf hin, dass die Parkmöglichkeiten am Bahnhof Franzensfeste und bei der Festung begrenzt sind. - Für die Anfahrt nach Franzensfeste empfehlen wir die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

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Festes 22 Schuhwerk wird empfohlen.

zeichen, der Dom auf dem Lande, also unsere Pfarrkirche, nachgebildet. Aufgrund der Raumhöhe kann ich ihn allerdings nicht in einem naturgetreuen Maßstab verwirklichen, er ist aber für mich schon eine gewisse Herausforderung.“ Für Peter Paul ist es auch eine Hommage an seine Vorfah-


LOKALES

ren, die er in dankbaren Ehren hält. Er selbst habe das Konditorhandwerk erlernt, drei Jahre Lehre, zwei Jahre als Geselle und „ich habe bereits mit 21 Jahren, es war im Jahr 1981, genau hier an diesem Platz meine Konditorei eröffnet.“ Er habe auch gelernt, wie man mit Materialien umge-

he: nichts unüberlegt wegwerfen, sondern abwägen: Was kann ich noch brauchen, worauf kann ich unwiderruflich verzichten, was ist ein Museumstück. Peter Paul versucht auch, alte Utensilien, die im Handwerk genutzt oder in der Landwirtschaft bzw. sonst wo verwendet wurden, vor dem Ver-

fall oder der Zerstörung zu bewahren. So hat er beispielsweise eine alte Strick- und Nähmaschine, einen Gig, einen Bottich und ein großes Fass auf einem Anhänger in einem seiner Räume stehen. Dinge, die man heutzutage kaum oder nur mehr auf alten Bildern bestaunen kann. Ausgestellt ist

unter anderem die so genannte Schrepf, eine mechanisch und händisch zu betätigende Bremse, die beispielsweise bei Traktoranhängern angebracht war und je nach Bedarf reguliert werden konnte. Karl Psenner

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„Gemeinsam aktiv“: Zeit für Gemeinschaft Ein Spaziergang, eine Partie Karten, ein Kaffee oder einfach ein gutes Gespräch: Oft sind es die kleinen Dinge, die einen Tag bereichern. Genau darum geht es beim Begleitdienst „Gemeinsam aktiv“. Freiwillige des Weißen Kreuzes besuchen ältere Menschen einmal pro Woche zu Hause und gestalten die gemeinsame Zeit ganz nach deren Interessen: spazieren gehen, plaudern, spielen, sich bewegen oder einfach da sein. Die Nachfrage nach dem Begleitangebot wächst. Deshalb sucht das Weiße Kreuz jetzt Menschen, die sich in Bozen, Meran oder Brixen engagieren möchten. „Wer sich Zeit für andere nimmt, schenkt nicht nur Lebensfreude, sondern erlebt selbst Gemeinschaft“, sagt Alexander Schmid,

WER

GEHT MIT MARIA SPAZIEREN?

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Präsident des Weißen Kreuzes. Sie werden Teil eines Teams, das sich austauscht und gegenseitig unterstützt. Interesse, Zeit zu schenken und dabei selbst Gemeinschaft zu erleben? Dann melde dich unter Tel. 0471 444 777, sozialedienste@wk-cb.bz.it oder www.werde-teil-von-uns.it.

Werde Teil unseres Freiwilligenteams von Gemeinsam aktiv! Tel. 0471 444 777

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BÄUERINNEN

20 Jahre Soziale Landwirtschaft mit Zukunftsperspektive Seit fast 20 Jahren verbindet die Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“ soziale Dienstleistungen mit dem bäuerlichen Alltag. Was 2006 als Vision des Landesbäuerinnenrates der Südtiroler Bäuerinnenorganisation begann, hat sich zu einem erfolgreichen Modell entwickelt und eröffnet Frauen neue berufliche Perspektiven am Hof. Mit der Gründung der Genossenschaft entstand die Idee, die Kompetenzen von Bäuerinnen in der Betreuung und Begleitung von Menschen gezielt einzusetzen und damit zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Was im Juni 2007 mit einer ersten Anbieterin begann, entwickelte sich zu einer landesweiten Dienstleistung. „Anfangs waren es nur wenige Frauen, die diesen Weg gegangen sind. Mit den Jahren ist die Tätigkeit kontinuierlich gewachsen“, berichtet Präsidentin Maria Hochgruber Kuenzer. Einen wichtigen Impuls brachte die landesweite Vereinheitlichung der Kostenregelung im Jahr 2012. Heute betreuen 145 Tagesmütter Familien in allen Landesteilen. Allein 2025 begleiteten sie rund 750 Kinder im Alter von null bis drei Jahren und leisteten über 673.000 Betreuungsstunden. Für Maria Hochgruber Kuenzer zeigt diese Entwicklung das Potenzial der Sozialen Landwirtschaft. Besonders wichtig sei die soziale Absicherung der Frauen. Seit 2017 werden die Tagesmütter über dem geltenden Kollektivvertrag angestellt und erwerben dadurch eigenständige Pensionsansprüche sowie umfassenden Versicherungsschutz. Neben der Kinderbetreuung setzt die Genossenschaft verstärkt auf den Dienst „Gemeinsam Alltag leben“. Ausgebildete Alltagsbegleiterinnen unterstützen ältere

krankungen sowie an Menschen mit Unterstützungsbedarf. Auf Bauernhöfen werden gemeinsame Mahlzeiten in familiärer und wertschätzender Atmosphäre angeboten. Ziel ist es, soziale Kontakte zu fördern und Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Für Personen, die ihr Zuhause nicht verlassen können, ist auch eine Lieferung der Mahlzeiten vorgesehen. Das Interesse an diesem neuen Angebot wurde im Juli 2026 durch eine Umfrage der Südtiroler Bäuerinnenorganisation und der Südtiroler Bauernjugend erhoben. Die Rückmeldungen waren überwiegend positiv und zeigen den Bedarf an solchen wohnortnahen Unterstützungsangeboten. Deshalb startet die Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach gemeinsam mit der Sozialgenossenschaft eine eigens entwickelte Ausbildung mit 103 Unterrichtsstunden. Absolventinnen der Ausbildung zur Alltagsbegleiterin erhalten NEU: Essen in der ein Bildungsguthaben von 45 Nachbarschaft Stunden. Die soziale LandwirtDieses Angebot richtet sich schaft verbindet neue Einkoman Menschen ab 65 Jahren, an mensmöglichkeiten für landwirtPersonen mit psychischen Er- schaftliche Betriebe mit einem

Menschen und Personen mit Unterstützungsbedarf im Alltag. „Alltagsbegleiterinnen schenken Zeit, fördern soziale Kontakte und unterstützen Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt zu leben“, betont Hochgruber Kuenzer. Das Land Südtirol fördert mit dem Landesgesetz zur sozialen Landwirtschaft gezielt die Entwicklung neuer sozialer Dienstleistungen auf den Höfen. Neben etablierten Bereichen wie Tagesmutter am Bauernhof, Lehrbauernhof und „Gemeinsam Alltag leben“ entstehen dadurch zunehmend weitere Tätigkeitsfelder. Dass sich diese erfolgreich entwickeln können, hat der Tagesmutterdienst eindrucksvoll bewiesen. Nun richtet die Sozialgenossenschaft den Blick auf den nächsten Schritt: Mit „Essen in der Nachbarschaft“ soll ein weiteres Angebot entstehen, das gesellschaftlichen Mehrwert schafft und zugleich neue Einkommensperspektiven für landwirtschaftliche Betriebe eröffnet.

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wertvollen gesellschaftlichen Auftrag. Mit „Essen in der Nachbarschaft“ entsteht ein Angebot, das Gemeinschaft stärkt, Lebensqualität fördert und vielen Menschen zugutekommt. Für Maria Hochgruber Kuenzer ist dies der nächste konsequente Entwicklungsschritt: „Ich bin überzeugt, dass auch dieses Angebot nach der nötigen Anlaufzeit erfolgreich umgesetzt werden kann – zum Wohle der älteren Menschen, der Frauen auf den Höfen und der bäuerlichen Familien.“ Nach fast 20 Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit blickt die Sozialgenossenschaft damit nicht nur auf eine beeindruckende Entwicklung zurück, sondern gestaltet bereits die Zukunft der Sozialen Landwirtschaft in Südtirol. Neuer Lehrgang: Essen in der Nachbarschaft

Um interessierte Frauen auf diese neue Tätigkeit vorzubereiten, startet im Herbst 2026 erstmals der Lehrgang „Essen in der Nachbarschaft". Ort: Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach Zeitraum: November 2026 bis März 2027 Umfang: 103 Stunden Theorie und Praxis, jeweils Freitags ganztägig Information und Anmeldung: Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach | Tel. 0471 440 990 | fs.haslach-ne-ti@ schule.suedtirol.it | Sozialgenossenschaft mit Bäuerinnen lernen-wachsen-leben Maria Egger; Tel. 389 894 37 49, gal@lernenwachsenleben.it Anmeldeschluss: 20. Okt. 2026.


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GESCHICHTE

Oswald von Wolkenstein und die Eroberung von Ceuta 1415 In den letzten Wochen war Ceuta für die Europäische Migrationspolitik besonders wichtig, weil die spanische Exklave in Nordafrika direkt an Marokko grenzt. Damit bildet sie eine der wenigen Landgrenzen an der Seestraße von Gibraltar zwischen Afrika und der EU und ist deshalb ein zentraler Ort für irreguläre Migration sowie für die Kontrolle der EU-Außengrenze geworden. Oswald von Wolkenstein half, Ceuta 1415 für Portugal zu erobern

Oswald von Wolkenstein (um 1377–1445) gehört zu den faszinierendsten Persönlichkeiten des späten Mittelalters. Der aus Südtirol stammende Adelige war nicht nur Dichter, Komponist und Sänger, sondern auch Ritter, Diplomat und weitgereister Abenteurer. Seine Reisen führten ihn durch große Teile Europas bis nach Nordafrika. Ein besonders bemerkenswertes Ereignis seines Lebens war seine Teilnahme an der portugiesischen Eroberung von Ceuta im Jahr 1415. Damit wurde ein Tiroler Ritter Zeuge eines Ereignisses, das häufig als wichtiger Schritt am Beginn der portugiesischen Expansion nach Afrika betrachtet wird. Im Februar 1415 hielt sich Oswald beim Konzil von Konstanz auf. Dort trat er in den Dienst König Sigismunds, des späteren Kaisers. Eine Urkunde sicherte ihm dafür einen jährlichen Sold von 300 ungarischen Gulden zu. Sigismund bemühte sich damals um die Beendigung des großen Abendländischen Schismas, das die Kirche seit Jahrzehnten spaltete. In diesem Zusammenhang unternahm Oswald eine ausgedehnte Gesandtschaftsreise, die ihn vermutlich über England und Schottland auf die Iberische Halbinsel führte. Von dort gelangte er nach Portugal. Portugal bereitete zu dieser Zeit einen großen Feldzug gegen die nordafrikanische Hafenstadt Ceuta vor. Die Stadt liegt an der Straße von Gibraltar und besaß aufgrund ihrer Lage eine große strategische Bedeutung. König João I. von Portugal führte das Unternehmen gemeinsam mit seinen Söhnen durch, unter ihnen der später als Heinrich der Seefahrer bekannte Infant Henrique. Eine große portugiesische Flotte setzte im August 1415 nach Nordafrika über. Am

Portrait Oswalds von Wolkenstein von 1432. Es zeigt den „Ritter mit dem einen Auge“, ausgezeichnet mit dem Kannenorden, der ihm im Jahre 1415 von der aragonesischen Königin-Witwe verliehen wurde. Er besteht aus der Kette mit goldenen Kannen und einem daran hängenden Greifen, sowie der weißen Schärpe über der Schulter (Liederhandschrift B, Universitätsbibliothek Innsbruck).

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GESCHICHTE

21. August wurde Ceuta angegriffen und innerhalb kurzer Zeit von den Portugiesen erobert. Der Feldzug war zugleich von wirtschaftlichen, machtpolitischen und religiösen Interessen geprägt. Er wurde als Kampf gegen die muslimischen Herrscher Nordafrikas verstanden und erhielt damit auch den Charakter eines Kreuzzuges. 1580 kamen Portugal und Spanien unter denselben König (Iberische Union) und Ceuta orientierte sich zunehmend an Spanien. Als Portugal 1640 seine Unabhängigkeit wiederherstellte, blieb Ceuta auf spanischer Seite. Unter den Teilnehmern des Feldzugs von 1415 befand sich nach eigener Aussage auch Oswald von Wolkenstein. Seine Anwesenheit bei der Eroberung ist allerdings nicht durch eine portugiesische Urkunde oder eine unabhängige zeitgenössische Oswald von Wolkenstein am Konzil von Quelle eindeutig belegt. Unser Wissen be- Konstanz. Ausschnitt aus einer Miniatur in der Chronik von Ulrich von Richental.

mund zusammentraf. Dort wurde er in den angesehenen aragonesischen Kannen- bzw. Greifenorden aufgenommen. Später gelangte er über Südfrankreich bis nach Paris. Seine Reise verband damit Diplomatie, Rittertum und höfische Kultur auf eine Weise, die für seine Biographie charakteristisch ist. Die Teilnahme Oswalds von Wolkenstein an der Eroberung Ceutas zeigt eindrucksvoll, wie „international“ die Welt des spätmittelalterlichen Adels bereits sein konnte. Ein Ritter aus dem heutigen Südtirol gelangte im Dienst des römisch-deutschen Königs und späteren Kaisers Sigismund nach Portugal und schloss sich dort einem Feldzug nach Nordafrika an. Der Minnesänger erscheint nicht nur als Dichter der Liebe, sondern als Reisender, Diplomat und Ritter, dessen Lebensweg von den politischen und kulturellen Verflechtungen Europas im frühen 15. Jahrhundert Zeugnis ablegt.

[…] Von Lizabon in Barbarei, gen Septa (=Ceuta), das ich weilent half gewinnen

zusammen. Oswald hatte schon zuvor weite Reisen und möglicherweise verschiedene Kriegszüge unternommen. Der Feldzug gegen Ceuta bot ihm somit die Gelegenheit, seine ritterliche Identität auch außerhalb Weiter von Lissabon ins Berberland, des Heiligen Römischen Reiches unter Benach Ceuta, das ich einst erobern half weis zu stellen. Die Stadt Ceuta wurde zum ersten dauerhaften portugiesischen Stützpunkt in Nordafrika. Portugal hatte erstruht vor allem auf autobiografischen Hin- mals ein Gebiet jenseits Europas erobert. weisen in seinem Gefangenschafts- und In den folgenden Jahrzehnten richtete sich Reiselied „Durch tal und perg“ (Kurt Klein, das Interesse immer stärker auf die afriDie Lieder Oswalds von Wolkenstein, Tü- kanische Atlantikküste. Deshalb wird die bingen 1975; 26, 1-16): Eroberung von 1415 oft in einen größeren Es ist durchaus plausibel, dass Oswald Zusammenhang der späteren portugiesials erfahrener Ritter am portugiesischen schen Expansion gestellt. Heerzug teilnahm. Für einen spätmittelalterlichen Adeligen war eine solche Be- Für Oswald selbst war Ceuta nur eine Stateiligung keineswegs ungewöhnlich. Ritter- tion auf einer außergewöhnlichen Reise. licher Kriegsdienst, religiöse Vorstellungen Bereits im September 1415 befand er sich und das Streben nach Ehre gehörten eng wieder in Perpignan, wo er mit König Sigis-

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Diesen Beitrag hat Univ.-H. Prof. Doz. DDr. Helmut Rizzolli, Obmann des Heimatschutzvereins Bozen/ Südtirol, für Sie verfasst.


PR-INFO

Tage der Romanik Wenn Kirchen, Klöster und Burgen ihre Geheimnisse lüften

Kirchen, Klöster, Burgen und Schlösser: An den „Tagen der Romanik“ am 10. und 11. Oktober 2026 öffnen 33 Kulturstätten in ganz Südtirol und in der nahen Schweiz ihre Tore für kostenlose Führungen. Eintauchen ins klösterliche Leben von einst, eintreten in sonst unzugängliche Kapellen, hinter Burgmauern spähen – diese und weitere außergewöhnliche Erlebnisse

ermöglichen die „Tage der Romanik“. Bei kostenlosen und exklusiven Führungen können die verborgenen Schönheiten und historischen Geheimnisse von bekannten, aber auch von unscheinbaren Denkmälern und Sakralbauten aus der Zeit zwischen 950 und der Mitte des 13. Jahrhunderts bewundert werden. Die Zeitreise in die Romanik führt vom Vinschgau über das Burggrafenamt

und das Unterland bis ins Pustertal: zu mystischen Plätzen wie der St.Veit-Kirche auf dem Tartscher Bühel, zu Burgen wie Hocheppan und Burg Taufers und zu Klöstern wie St. Johann in Müstair (CH) sowie Marienberg bei Burgeis. In Tartsch gibt es einen spannenden Vortrag des Historikers Paul Grimm zum Heiligen Florinus. In Kloster Neustift lockt eine geführte

TAGE DER ROMANIK FASZINIERENDE MYSTIK

Entdecken Sie kostenlose Führungen in 33 Kulturstätten in ganz Südtirol und in Graubünden. Ob Kirchen, Schlösser oder wunderschöne Fresken: Tauchen Sie ein in die Mystik der Romanik.

10.–11. Oktober 2026 www.stiegenzumhimmel.it

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Besteigung des romanischen Kirchturms (begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich), und bei der St.-Jakob-Kirche in Grissian erwartet Kinder eine eigene Führung mit Rätselfragen und kleiner Überraschung. Programm sowie Details zu allen Führungen und Sonderveranstaltungen: www.stiegenzumhimmel.it


PR-INFO

Strompreise bleiben hoch Alperia setzt weiter auf Preisstabilität für Südtirol Die Strompreise an den Energiemärkten bleiben weiterhin auf einem hohen Niveau und unterliegen starken Schwankungen. Viele Familien fragen sich, wie sich die Kosten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Mit dem Angebot Alperia Direct Südtirol bietet Alperia den Haushalten im Land einen Strompreis von 0,105 €/kWh, der aktuell unter dem Marktpreis liegt und für fünf Jahre fixiert werden kann.

Nein. Bei Alperia Direct Südtirol bleibt der Preis konstant. Unsere Kundinnen und Kunden müssen sich nicht mit stündlichen oder viertelstündlichen Börsenpreisen beschäftigen und ihr Verbrauchsverhalten nicht laufend an Marktbewegungen anpassen. Wir setzen bewusst auf Einfachheit, Transparenz und Verlässlichkeit.

Im Interview erklärt Generaldirektor Luis Amort, warum Preisstabilität heute wichtiger ist denn je und welche Vorteile ein langfristiger Fixpreis bietet. Die Strompreise sind weiterhin hoch und die Märkte bleiben volatil. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation? Luis Amort: Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie stark Energiepreise von internationalen Märkten, geopolitischen Ereignissen und wirtschaftlichen Unsicherheiten beeinflusst werden können. Auch heute sehen wir nach wie vor ein hohes Preisniveau und eine große Volatilität. Viele Haushalte wünschen sich deshalb vor allem eines: Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Genau hier setzt unser Angebot Alperia Direct Südtirol an. Was unterscheidet Alperia Direct Südtirol von anderen Stromangeboten? Mit Alperia Direct Südtirol bieten wir unseren Kundinnen und Kunden einen fixen Strompreis für fünf Jahre. Damit schützen wir sie vor möglichen zukünftigen Preisschwankungen und geben ihnen langfristige Sicherheit. Besonders wichtig ist dabei, dass unser Preis aktuell unter dem Marktpreis liegt. Wer sich

Generaldirektor Luis Amort heute für das Angebot entscheidet, profitiert also nicht nur von Stabilität, sondern auch von attraktiven Konditionen. Wie kann Alperia einen Preis unter Marktwert anbieten? Der Grund liegt in unserer starken regionalen Verankerung. Ein großer Teil unseres Stroms stammt aus Südtiroler Wasserkraftwerken. Diese langfristig verfügbare, erneuerbare Energie ermöglicht es uns, unseren Kundinnen und Kunden stabile und wettbewerbsfähige Preise anzubieten. Unser Ziel ist es, den Mehrwert der lokalen Energieproduktion direkt an die Menschen im Land weiterzugeben. Warum ist ein Fixpreis gerade jetzt interessant? Weil Unsicherheit teuer werden kann. Wer einen variablen Tarif hat, ist den Entwicklungen an den Energiemärkten unmittelbar ausgesetzt. Niemand kann heute mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Preise in den kommenden Jahren

entwickeln werden. Ein Fixpreis schafft Klarheit: Die Kunden wissen genau, womit sie rechnen können und müssen sich nicht laufend mit der Entwicklung der Strombörsen beschäftigen. Manche Kunden befürchten, sich mit einem Fixpreis langfristig zu binden. Was entgegnen Sie darauf? Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass man mit einem Fixpreis automatisch einen hohen Preis fixiert. Entscheidend ist jedoch das Einstiegsniveau. Wenn ein Angebot bereits heute unter dem Marktpreis liegt, bedeutet ein Fixpreis vor allem Sicherheit und Schutz vor möglichen zukünftigen Anstiegen. Viele Kundinnen und Kunden schätzen genau diese Kombination aus günstigen Konditionen und langfristiger Stabilität. Der Strommarkt entwickelt sich zunehmend in Richtung dynamischer Tarife. Ist Alperia Direct Südtirol davon betroffen?

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Warum entscheiden sich aktuell so viele Haushalte für langfristige Fixpreisangebote? Viele Menschen möchten ihr Familienbudget besser planen können. Nach den starken Preisschwankungen der vergangenen Jahre ist das Bedürfnis nach Sicherheit besonders groß. Ein langfristiger Fixpreis schafft Vertrauen, schützt vor Überraschungen auf der Stromrechnung und sorgt für mehr Gelassenheit im Alltag. Genau deshalb sehen wir derzeit eine hohe Nachfrage nach stabilen und transparenten Angeboten. Wie können Interessierte auf Alperia Direct Südtirol umsteigen? Interessierte können sich jederzeit in einem unserer Alperia Energy Points beraten lassen. Neukunden haben außerdem die Möglichkeit, das Angebot bequem online abzuschließen. Bestehende Alperia-Kunden können den Wechsel einfach über ihren digitalen Kundenbereich vornehmen. Unser Ziel ist es, den Zugang zu einem sicheren und langfristig planbaren Strompreis so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Nähere Informationen: www.alperia.eu


POLITIK BRIEF AUS ROM

Geschätzte Leser, „Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. (…) Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben (…).“ Rainer Maria Rilkes Herbstgedicht scheint für die italienische Politik verfasst worden zu sein. Der letzte Winter steht bevor, dann stehen die Wahlen an, und noch bevor die Reform des Wahlgesetzes endgültig verabschiedet und die neuen Regeln definiert sind, hat der Wettlauf begonnen, um sich Chancen für eine Wiederwahl zu sichern. Der Exodus aus Parteien mit sinkenden Umfragewerten und damit sinkenden Chancen für die amtierenden Parlamentarier ist eingeleitet, General Vannacci scheint mit seiner Partei Futuro Nazionale und steigenden Werten ein optimales Auffanglager zu bilden, die Lega hingegen erlebt einer Erosion, die sich ab Herbst noch verstärken dürfte. Die Wahlen werden wohl im Frühjahr 2027 stattfinden, obwohl das natürliche Ende der Legislatur im Herbst 2027 angesetzt

wäre. Wahlen im Herbst sind allerdings in Italien nicht üblich, ein Wahlkampf im Sommer kaum zu meistern und ein Bilanzgesetz wenige Wochen nach der Wahl eine Herausforderung, vor allem dann, wenn es trotz Wahlrechtsreform und Einführung eines Mehrheitsbonus zu keiner stabilen Mehrheit kommen sollte, falls keiner der beiden Blöcke die Hürde von voraussichtlich 42 Prozent für die Beanspruchung des Mehrheitsbonus erreichen sollte. So dieser überhaupt kommt, denn das Wahlgesetz ist noch nicht durch, muss im Senat verabschiedet und noch einmal von der Kammer genehmigt werden. Die Mehrheit scheint aber kompakt, die Statistik, dass eine Änderung des Wahlgesetzes kurz vor den Wahlen immer denen zum Verhängnis geworden ist, die Wahlrechtsreform gewollt und durchgesetzt haben, scheint niemanden zu bekümmern und im Moment liegt die Genugtuung darin, die längstlebige Regierung sei jeher gestellt zu haben. Daher

sucht sich jeder sein Haus für die kommenden Wahlen, denn wenn er es nicht bald findet, wird er sich keines mehr bauen und lange allein bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Herbsttage in Rom, am 4. September 2026 Manfred Schullian

BRIEF AUS DEM LANDTAG

Liebe Leserinnen, liebe Leser, seit Jahrzehnten wird über eine Lösung für den Schwerverkehr in Bozen diskutiert. Der Hörtenbergtunnel sollte dabei zu einem zentralen Baustein für eine nachhaltige Verkehrsentlastung werden. Nach Jahren der Vorbereitung schien das Projekt zuletzt endlich konkrete Fortschritte zu machen: 2023 wurde der Planungsauftrag vergeben, seit 2024 läuft die technisch-wirtschaftliche Machbarkeitsstudie. Umso unverständlicher ist es, dass der Baubeginn nun erneut in Frage steht. Das ursprünglich für 2025 erwartete Ergebnis der Machbarkeitsstudie verzögerte sich insbesondere aufgrund schwieriger geologischer und hydrogeologischer Bedingungen im Bereich der Portale. Nun wird zudem wieder die sogenannte Wackernell-Variante unter der Talfer geprüft. Natürlich müssen bei einem derart komplexen Infrastrukturprojekt geologische und technische Risiken sorgfältig untersucht werden, denn Sicherheit und eine seriöse Planung ha-

ben oberste Priorität. Gleichzeitig darf die neuerliche Variantenprüfung nicht dazu führen, dass ein Projekt, über das seit Jahrzehnten diskutiert und erst seit einigen Jahren konkret geplant wird, erneut auf unbestimmte Zeit vertagt wird. Die Politik muss deshalb jetzt Klarheit schaffen: Welche Variante wird tatsächlich weiterverfolgt? Welche konkreten Schritte sind notwendig und wann kann mit dem Bau begonnen werden? Laut einer Landtagsanfrage vom November 2025 wäre ein Baubeginn ab 2028 theoretisch möglich gewesen. Die jahrzehntelange Diskussion muss deshalb ein Ende habe, an ihre Stelle muss endlich eine Entscheidung und ein verbindlicher Zeitplan treten.

Südtiroler Landtag

Landtagsabgeordneter Franz Locher

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WIRTSCHAFT DEM EXPERTEN DAS WORT

Influencer – steuerliche Obliegenheiten beachten In den vergangenen Jahren hat sich die Creator Economy von einer digitalen Nische zu einem milliardenschweren Wirtschaftszweig entwickelt. Mit diesem rasanten Wachstum ist allerdings auch das Interesse der italienischen Steuerbehörde an diesen Umsätzen gestiegen. Die Zeiten, in denen Influencer, Streamer und Content Creator unter dem steuerlichen Radar fliegen konnten, sind endgültig vorbei. Die Behörden haben massiv aufgerüstet, um für steuerliche Transparenz im Netz zu sorgen. Der Staat greift bei der Jagd nach Steuersündern auf ein immer dichteres Netz an Informationen zurück. Eine tragende Säule bildet hierbei die europäische DAC-7-Richtlinie. Seit deren Einführung sind digitale Plattformen gesetzlich dazu verpflichtet, Identifikations- und Einkommensdaten von „Content Creator“ automatisch an die Behörden zu übermitteln, sobald diese im Jahr mehr als 2.000 Euro Bruttoeinnahmen erzielen

oder über 30 Transaktionen abwickeln. Zudem nutzen die Prüfer eine sehr intuitive Methode: den Abgleich der digitalen Realität mit der Steuererklärung. Wenn der auf Instagram inszenierte Luxus-Lebensstil mit teuren Reisen und Designerkleidung so gar nicht zu den mageren Beträgen in der Steuererklärung passen will, schlägt das System Alarm. Obwohl das italienische Einkommensteuergesetz nach wie vor keine eigene, maßgeschneiderte Sektion für OnlineAktivitäten enthält, wird der rechtliche Rahmen zunehmend präziser. Die Einstufung der Einnahmen – ob aus Sponsoring, Affiliate-Marketing, Abonnements oder Plattform-Auszahlungen – erfolgt weiterhin einzelfallabhängig und wird meist als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit qualifiziert. Ein historischer Meilenstein zur Professionalisierung der Branche war die Einführung des spezifischen ATECO-Branchen-

codes für diese Aktivitäten zum 1. Januar 2025. Damit sind Blogger, Youtuber und Streamer offiziell aus der steuerlichen Grauzone herausgelöst worden. Auch im Sozialversicherungsrecht gibt es nun klare Leitlinien: Ein INPS-Rundschreiben legt fest, dass für Creator mit künstlerisch-darstellerischem Schwerpunkt das entsprechende Renten-Sonderregime für Künstler greift, was auch für deren Auftraggeber weitreichende Pflichten mit sich bringt.

Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com

EINBLICKE VOM FINANZBERATER

Sicher unterwegs im Internet Kontostände prüfen, Rechnungen begleichen – Online-Banking und Einkäufe im Internet sind heute selbstverständlich. Bereits acht von zehn Überweisungen werden digital getätigt. Dennoch verzichten manche Nutzerinnen und Nutzer aus Sicherheitsgründen oder aufgrund fehlenden Vertrauens auf Online-Dienste. Der IT-Leiter der Raika Ritten beruhigt: „Wer einige grundlegende Regeln befolgt, kann seine Bankgeschäfte sicher von zu Hause aus erledigen.“ Die Bank aktualisiert ihre Systeme laufend. Diese entsprechen nicht nur den EU-Richtlinien, sondern sind auch auf aktuelle Betrugsversuche vorbereitet. Verdächtige Vorgänge werden überprüft und die Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich angepasst. In der Praxis zielen die meisten Betrugsversuche nicht auf die Technik, sondern auf die Nutzer. Betrüger machen sich Gutgläubigkeit oder Unachtsamkeit zunutze, um an Zugangsdaten zu kommen. Mit einfachen Vorkehrungen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

für Betriebssystem, Browser und Banking-App durch. Geben Sie niemals Zugangsdaten, Passwörter oder Sicherheits-Token an andere weiter. Bewahren Sie diese sicher auf. Benachrichtigen Sie Ihre Bank umgehend, wenn Zugangsdaten verloren gegangen oder gestohlen worden sind. Ignorieren Sie E-Mails oder Anrufe, in denen persönliche Daten verlangt werden. Banken fragen niemals nach Passwörtern oder Codes. In Südtirol sind zunehmend gefälschte E-Mails mit Links zu täuschend echt wirkenden Fake-Webseiten im Umlauf. Prüfen Sie deshalb stets die Adresszeile: Die Login-Seite der Raika Ritten beginnt mit https://www.inbank.it/ „Sicher online – mit Wissen und Vorsicht.“

Tipps zur Online-Sicherheit: Halten Sie Ihr Gerät (PC, Smartphone) auf dem neuesten Stand. Führen Sie regelmäßig Updates

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LOKALES SALURN

FC Bayern Fanclub Adler 86 feierte 40-jähriges Bestehen Der Verein, der 99 Mitglieder zählt, wurde vor 40 Jahren gegründet. Das runde Jubiläum feierten die Mitglieder kürzlich mit einem schönen Festakt. Die eingeladenen Gäste und Mitglieder erlebten einige Höhepunkte. So wurde Adolf Montel als Ehrenmitglied geehrt. Vorgestellt wurden auch Trikot und Urkunde, die unlängst der Fanclub in München zum runden Jubiläum erhalten hat. Der FC Bayern-Fanclub Salurn ist der älteste in Südtirol. Das wurde bei der Feier immer wieder betont. Obmann Georg Baldessari stellte einleitend den Ausschuss vor. So ist Florian Joppi sein Vize; Marlene D’Amico ist Schriftfüh-

rerin, Jan Rossi führt die Kasse. Den Ausschuss bilden zudem auch Wolfgang Faustin, Nicholas D’Amico, Leo und Arno Facchini, Simon Plattner. Michael Faustin ist hingegen Ehrenobmann des Vereins. Obmann Georg Baldessari erläuterte dann kurz die Entstehung und die Geschichte des Fanclubs. Gründungsmitglieder am 23. August 1986 waren Arno Mall, Klaus Nardin, Michael Faustin, Thomas Pomarolli und Walter Pardatscher. Manfred Baldessari und Walter Ceolan übernahmen damals immer wieder eine wichtige Rolle. Sie begleiteten die jungen Mitglieder oft mit dem eigenen Auto nach München zu den

Heimspielen. Als mehr Geld vorhanden war, wurden Busfahrten veranstaltet. So organisierten die Salurner Fans die erste Busfahrt am Aschermittwoch des Jahres 1987 zum Pokalspiel gegen den RSC Anderlecht. Die Anzeigetafel signalisierte nach dem Abendspiel einen 5-0-Sieg für die Münchner, doch auch eine Minustemperatur von 10 Grad. Das Spiel wurde im alten und ehrwürdigen Olympiastadion ausgetragen.

Freundschaft und Kameradschaft stehen im Vordergrund. Man ist über die eigene Geschichte sehr stolz. Der FC Bayern mit seinen sportlichen Erfolgen trägt auch sicherlich dazu bei, dass das Interesse für den Verein stets ungetrübt bleibt. Kürzlich wurde der Fanclub in München ausgezeichnet. In der berühmten Säbener Straße, am Herz des FC Bayern München, konnte der Verein die Jubiläumsurkunde und ein Trikot mit Stolz auf die den Unterschriften der Spieeigene Geschichte ler des FC Bayern in Empfang Der Verein zählt heute 99 ak- nehmen. Der Verantwortliche tive Mitglieder. Die Anzahl ist für Fanclub Betreuung Markus seit Jahren konstant geblieben. Meindl hatte dabei die Salurner

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LOKALES

Das runde Vereinsjubiläum feierten der derzeitige Ausschuss, mehrere Gründungsmitglieder wie auch Freude und Mitglieder des FC Bayern Fanclub Adler Salurn. Fans bei einem Frühschoppen herzlich empfangen. Mittlerweile gibt es rund 5.000 FC Bayern-Fanclubs in aller Welt und knapp 5.000 Clubmitglieder. Manfred Baldessari mit seiner Mitgliedsnummer 1.415 ist ein Mitglied der ersten Stunde. Seine Treue und Ausdauer ist ein

Vorbild für viele Fans. Grußworte bei der Feier sprachen Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri, Raika Salurn-Obmann Peter Ranigler und Manfred Kuppelwieser, Obmann des Dachverbandes der Südtiroler Fanclubs. Obmann Georg Baldessari dankte ihnen für die finanzielle

und organisatorische Unterstützung. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ging auch Ehrenobmann Michael Faustin auf die Geschichte, Entwicklung und heutige Bedeutung des Fanclubs ein. Es gab im Laufe der Jahrzehnte einige Tiefen, doch mehrere Höhen. Die Liebe zum FC

Im Bild von links Adolf Montel mit Obmann Georg Baldesssari Bayern war aber stets ungebrochen. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung für Adolf Montel, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Es war wiederum ein „Mia san Mia-Moment“. Remo Demanega

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SPEZIAL

Richtig heizen und dabei sparen Das Thema „Heizen und Energiesparen“ hat in den letzten Jahren eine völlig neue Dynamik bekommen. Es geht längst nicht mehr nur darum, den eigenen Geldbeutel zu schonen.

Die Tage werden kürzer, die Näch- auch um den bewussten Umgang te spürbar frischer. Wenn der mit Ressourcen, den Klimaschutz Herbst die Gipfel der Texelgruppe vor unserer Haustür und die Frage, mit dem ersten zarten Puderzu- wie wir unsere Kulturlandschaft cker überzieht, stellt sich in unse- für kommende Generationen ren Haushalten alljährlich diesel- bewahren können. Das Burggrabe Frage: Wie kommen wir behag- fenamt mit seiner einzigartigen lich durch den Winter, ohne dass Mischung aus alpinem und medie Energiekosten in die Höhe diterranem Klima bietet dafür schießen? Außerdem geht es nicht ganz besondere Voraussetzungen mehr „nur“ um das Geld. Es geht – und Herausforderungen.

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Eine Region im Wandel

Das Burggrafenamt ist geografisch vielfältig. Wer an Meran denkt, hat oft das mediterrane Flair der Kurstadt vor Augen. Während im Talboden oft noch milde Temperaturen herrschen, kämpfen die Bergdörfer im Passeiertal, Ulten oder auf dem Tschögglberg bereits mit klirrender Kälte. Diese klimatische Diversität erfordert maßgeschneiderte Lösungen beim Heizen. Was in einer Stadtwohnung in Meran funktioniert, ist für einen Bergbauernhof ungeeignet. Gleichzeitig spüren wir auch in Südtirol die Auswirkungen des Klimawandels. Nicht nur vergangenen, mehrfach aufwallenden Hitzewellen geben zu denken, auch die Winter können unberechenbarer werden, extreme Wetterereignisse nehmen zu. Umso wichtiger ist es, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leistet.

größte Hebel, den wir selbst in der Hand haben. Energiesparen im Winter bedeutet nicht, im dicken Daunenmantel in der Stube zu sitzen. Es bedeutet, Energie effizienter und intelligenter zu nutzen. Die Säulen der Effizienz: Wo geht die Wärme verloren? Bevor wir über eine neue Heizung nachdenken, sollten wir das bestehende System unter die Lupe nehmen. Die günstigste und sauberste Energie ist schließlich die, die wir erst gar nicht verbrauchen. In vielen älteren Häusern im Burggrafenamt – sei es der charmante Altbau in Obermais oder das traditionelle Einfamilienhaus aus den 1980er-Jahren – verpufft wertvolle Energie ungenutzt. Die Hauptverursacher sind schnell ausgemacht: unzureichend gedämmte Außenwände, veraltete Fenster und schlecht isolierte Kellerdecken oder Dachböden.

Gebäude sind Energiefresser

Guter Rat muss nicht teuer sein

Der Gebäudesektor ist europaweit für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Hier liegt der

Eine professionelle Energieberatung, wie sie beispielsweise von der Verbraucherzentrale Südtirol oder der Klima-Haus Agentur angeboten wird, kann hier Licht

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SPEZIAL

ins Dunkel bringen. Oft reichen schon kleine, kostengünstige Maßnahmen, um die Effizienz spürbar zu steigern. Das nachträgliche Dämmen der obersten Geschossdecke lässt sich häufig in Eigenregie durchführen und senkt den Heizwärmebedarf sofort. Auch das Austauschen alter Dichtungen an Fenstern und Türen verhindert, dass teure Wärme ungenutzt nach draußen entweicht. Richtig lüften und heizen

Ein Blick auf das alltägliche Verhalten in den eigenen vier Wänden zeigt: Hier schlummert großes Sparpotenzial, das keinen Cent kostet. Das Stichwort lautet „Richtiges Lüften“. Wer im Winter die Fenster stundenlang in Kippstellung belässt, heizt sprichwörtlich zum Fenster hinaus. Die Wände kühlen aus, und der Energiebedarf schnellt in die Höhe. Die Expertenregel ist einfach: Stoßlüften statt Kipplüften. Dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten die Fenster komplett öffnen – am besten mit Durchzug (Querlüften). So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass die Möbel und Wände ihre gespeicherte Wärme verlieren. Auch die Raumtemperatur selbst bietet Sparpotenzial. Jeder Grad weniger senkt die Heizkosten um rund sechs Prozent. In Wohnräumen gelten 20 bis 21 Grad als ideal, im Schlafzimmer reichen oft 17 bis 18 Grad vollkommen aus. Moderne, programmierbare Thermostate helfen dabei, die Temperaturen automatisch zu regeln. Sie senken die Wärme ab,

lung im gesamten Gebäude und optimiert den Betrieb der Umwälzpumpe. Ein hydraulischer Abgleich kann die Effizienz des gesamten Heizsystems um bis zu 15 Prozent steigern. Er ist oft Ein weiterer Tipp Heizkörper sollten niemals durch die Voraussetzung für Landesschwere Vorhänge oder Möbel förderungen und amortisiert sich verstellt werden. Nur wenn die in der Regel innerhalb weniger Luft frei zirkulieren kann, arbei- Jahre. tet der Heizkörper effizient. Ein Phänomen, das viele kennen: Der Die Zukunft des Heizens Heizkörper im Erdgeschoss glüht, Wer heute seine Heizung erneuwährend es im Dachgeschoss ern muss oder neu baut, steht vor trotz voll aufgedrehtem Ventil wegweisenden Entscheidungen. nur lauwarm wird. Die Folge ist Das Zeitalter von Öl und Gas meist, dass die Vorlauftempera- neigt sich dem Ende zu. Südtirol tur der Heizung einfach höher hat sich mit dem Klimaplan das eingestellt wird. Das löst zwar ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2040 das Problem der Kälte, treibt die Klimaneutralität zu erreichen. aber den Energieverbrauch dras- Dies bedeutet den konsequentisch in die Höhe. Die Lösung für ten Umstieg auf erneuerbare dieses Problem heißt „Hydrauli- Energien. Eine der beliebtesten scher Abgleich“. Dabei stellt ein Technologien ist die WärmepumFachbetrieb sicher, dass durch pe. Sie nutzt die in der Luft, im jeden einzelnen Heizkörper im Erdreich oder im Grundwasser Haus genau die Menge an Warm- gespeicherte Umweltwärme und wasser fließt, die benötigt wird, macht sie mithilfe von Strom für um die gewünschte Raumtempe- die Heizung nutzbar. Besonders ratur zu erreichen. Das sorgt für in Kombination mit einer eigeeine gleichmäßige Wärmevertei- nen Photovoltaikanlage auf dem wenn niemand zu Hause ist oder alle schlafen, und sorgen rechtzeitig zum Aufstehen wieder für behagliche Temperaturen.

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Dach wird die Wärmepumpe zu einer unschlagbar günstigen und sauberen Lösung. Dank des milden Klimas im Meraner Becken arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen hierzulande über weite Teile des Jahres in einem sehr effizienten Bereich. Eine weitere Säule der Energiewende ist die Biomasse. Holz ist ein heimischer, nachwachsender Rohstoff, der in unseren waldreichen Tälern wie dem Passeiertal oder dem Ultental im Überfluss vorhanden ist. Moderne Pelletsheizungen oder Stückholzkessel bieten einen hohen Bedienkomfort und verbrennen den Brennstoff extrem sauber. Zudem profitieren viele Gemeinden in der Region von gut ausgebauten Fernwärmenetzen. Wer sein Haus an die Fernwärme anschließt, nutzt die Abwärme lokaler Biomasseheizkraftwerke – eine komfortable und umweltfreundliche Lösung, bei der man sich um Wartung und Brennstoffbeschaffung keine Sorgen machen muss. Walter J. Werth


KUNST & KULTUR

Krise in der Disco?

© Ost-West-Club-Meran

Kürzlich fragte die Wochenzeitung FF, warum Südtirols Diskotheken verschwinden. Zeit, die Frage etwas weiter zu stellen.

Der Befund stimmt: Die klassische Disco verliert an Bedeutung. Aber vielleicht haben sich nicht die Jungen ausgetanzt. Vielleicht hat sich vor allem ein bestimmtes Geschäftsmodell ausgetanzt. Ein Teil der Südtiroler Diskotheken hat verschlafen, sein Modell neu zu denken. Über Jahrzehnte blieb die Logik weitgehend dieselbe: Eintritt bezahlen, Getränke konsumieren, Musik konsumieren, nach Hause gehen. Natürlich gibt es Ausnahmen und DiscoBetriebe, die experimentieren. Aber während sich Lebenswelten, Gesundheitsbewusstsein, Musik, Medien und Freizeitverhalten auch durch Covid massiv ver-

ändert haben, hat sich das klassische Disco-Format erstaunlich wenig bewegt. Dass eine neue Generation dieses Modell nicht automatisch übernimmt, sollte niemanden überraschen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wo gehen die Jungen heute hin? Sondern: Wo können junge Menschen heute selbst etwas machen? Interessant geworden sind Orte, die anders funktionieren. Der Meraner ost west club est ovest, die BASIS Vinschgau oder die Zoona in Bozen sind keine klassischen Discos oder Clubs. Dort können junge Menschen nicht nur Publikum sein, sondern selbst gestal-

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ten, organisieren, ausprobieren und Verantwortung übernehmen. Genau diese Teilhabe und Selbstwirksamkeit machen Kulturorte zu sozialer Infrastruktur. Man konsumiert nicht nur einen fertigen Abend, sondern produziert gemeinsam Kultur und damit Gemeinschaft. Aus solchen Freiräumen entstehen im besten Fall neue Kollektive, Veranstalter und Szenen. Sie sind damit nicht nur Orte des Ausgehens, sondern auch Experimentierfelder, in denen eine nächste Generation von Kulturtreibenden heranwachsen kann. Und nicht jeder dieser Orte muss sich ausschließlich über Eintritt und

Getränkekonsum finanzieren. Bei Sportstätten, Jugendzentren oder Bibliotheken akzeptieren wir selbstverständlich, dass ihr gesellschaftlicher Wert größer ist als ihr Umsatz. Bei Nachtkultur tun wir uns damit noch schwer. Dabei entstehen gerade dort Freundschaften, Netzwerke, Szenen, Experimente und Zugehörigkeit. Zudem trägt Nachtkultur zur Sicherheit im öffentlichen Raum bei, indem sie auch zu später Stunde für Belebung und Präsenz sorgt. Wenn wir über Nachtkultur sprechen, geht es zu oft ausschließlich um die Jugend. Wo ist das Angebot für 30-, 40- oder


50-Jährige? Das Bedürfnis nach Musik, Begegnung und Nacht verschwindet nicht mit 30. Viele wollen weiterhin ausgehen, aber vielleicht nicht mehr bis fünf Uhr morgens in einer klassischen Disco stehen. Wenn sich teilweise schon 25-Jährige für bestimmte Partyformate zu alt fühlen, haben wir nicht nur ein Generationen-, sondern ein Angebotsproblem. Nachtkultur muss deshalb breiter gedacht werden: Clubs und Konzerte, Listening Sessions und Day Time Raves, frühe Abendformate und lange Nächte, permanente Kulturorte und temporäre Räume. Nicht jedes Format muss für alle funktionieren. Entscheidend ist, dass unterschiedliche Bedürfnisse auch unterschiedliche Räume finden. Wer Nachtkultur als soziale Infrastruktur versteht, muss sie auch politisch verankern. Der Nachtbürgermeister ist dafür ein wichtiger Schritt, kann strukturelle Probleme aber nicht allein lösen. Die Unterstützung der Interessenvertretung Freie

©BASIS Vinschgau

©Forum Prävention Fachstelle Jugend

KUNST & KULTUR

Kultur durch Kulturlandesrat Philipp Achammer und Landtagsabgeordneten Zeno Oberkofler schafft dafür eine wichtige Grundlage. Andere Städte sind bereits weiter: Bologna verbindet mit seinem Nachtplan Kultur, Mobilität, Sicherheit und öffentlichen Raum, Trient fördert gezielt selbstorganisierte Jugendkultur und stellt dafür Räume und Mittel bereit. Auch Südtirol braucht langfristige Strategien, Räume und niederschwellige Förderinstrumente – statt punktueller Eventförderung. Wir sollten deshalb weniger darüber diskutieren, wie wir die Disco von gestern retten. Die spannendere Frage lautet: Wie soll Südtirols Nachtkultur in zwanzig Jahren aussehen? Dafür müssen wir heute die Bedingungen schaffen. Damit jede Generation ihre eigenen Orte, Szenen und Formen entwickeln kann – und Nachtkultur ein lebendiger Teil unserer Gesellschaft bleibt. Philipp Kieser

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Lade die Tigermücke nicht zu dir nach Hause ein!

Bringe Moskitonetze an Fenstern an. Eine Klimaanlage schafft ein ungünstiges Klima für Mücken.


BÄUERINNEN

Von Milch, Äpfeln und Bauernhöfen Lernen aus erster Hand

Woher kommen unsere Lebensmittel und wie entsteht nachhaltige Landwirtschaft? Mit praxisnahen Schulprojekten bringen Aus.unserer.Hand-Bäuerinnen und Schule.am.Bauernhof ihr Wissen direkt in die Klassenzimmer. Kinder und Jugendliche erleben regionale Lebensmittel, Natur und bäuerliche Arbeit mit allen Sinnen. Mit ihren Schulprojekten schaffen die Aus.unserer.Hand-Bäuerinnen einen praxisnahen Zugang zu Landwirtschaft, Ernährung und regionalen Lebensmitteln. Statt trockener Theorie stehen Entdecken, Ausprobieren und eigenes Tun im Mittelpunkt. So lernen Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier, Natur und Lebensmittelproduktion kennen. Die Schülerinnen und Schüler beobachten, probieren, verkosten, gestalten und bereiten selbst zu. So werden Zusammenhänge

wie Anbau, Nützlinge und re- arbeitung hofeigener Produkte gionale Lebensmittel werden bis hin zu Handarbeit, Dekodurch Bilder, Filme und Verkos- ration, Garten, alten Sorten tungen anschaulich und greifbar. und Kräutern. Im Mittelpunkt stehen dabei stets praktische Wertvolle Lebensmittel Erfahrungen sowie regionale, Bei „Mit Bäuerinnen wertvolle saisonale und nachhaltige TheLebensmittel erleben“ steht die men. Die Schulprojekte werden Ernährungsbildung im Mittel- von qualifizierten Aus.unserer. punkt. Gemeinsam mit einer Hand-Bäuerinnen durchgeBäuerin bereiten Schülerinnen führt und entstehen in Zusamund Schüler einfache, vollwerti- menarbeit mit Partnern wie ge Gerichte zu. Sie lernen dabei IDM, der Pädagogischen Abregionale und saisonale Lebens- teilung im Deutschen Schulamt, Milchschulprojekt mittel kennen und erfahren, dem Sennereiverband und dem Im Milchschulprojekt lernen wie wichtig ein bewusster und Apfelkonsortium. Gemeinsam die Schülerinnen und Schüler wertschätzender Umgang mit leisten sie einen wichtigen Beiden Weg der Milch vom Stall bis Lebensmitteln ist. Das gemein- trag, landwirtschaftliches Wiszum Lebensmittel kennen und same Arbeiten fördert zudem sen und nachhaltiges Handeln entdecken durch praktische Er- Selbstständigkeit, Teamgeist bereits im Schulalter zu veranfahrungen, wie beispielsweise und soziale Kompetenzen. kern. Butter entsteht. Neben den Schulprojekten bieten die Bäuerinnen auch Kurse, Informationen und Apfelschulprojekt Führungen und Vorträge für Anmeldung: Das Apfelschulprojekt vermit- verschiedene Zielgruppen an. Tel. 0471 999 460, telt Wissenswertes über den Das Spektrum reicht vom Ko- info@baeuerinnen.it, Südtiroler Obstbau. Themen chen und Backen über die Ver- www.baeuerinnen.it ·

zwischen Mensch, Tier, Natur und Umwelt verständlich und nachhaltig vermittelt. Beim Projekt Schule.am.Bauernhof erleben die Kinder den bäuerlichen Alltag direkt am Hof. Sie erfahren, wie Lebensmittel entstehen, wie Tiere gehalten werden und welche natürlichen Kreisläufe die Landwirtschaft prägen. Dabei wachsen auch Wertschätzung, Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftssinn.

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PR-INFO

Ein neues Wohnprojekt in St. Jakob wird feierlich eröffnet Am Ende der Maso-Hilber-Straße in St. Jakob entsteht ein neues, hochwertiges Wohnquartier in besonders ruhiger und naturnaher Lage.

Die Wohnanlage umfasst vier Häuser mit insgesamt 58 Wohnungen sowie 100 Garagenstellplätzen in der Tiefgarage. Großzügig angelegte Grünflächen und die sorgfältig gestalteten Außenbereiche runden das Projekt ab und schaffen ein angenehmes Umfeld mit hoher Lebensqualität. Die neue Wohnanlage ist Teil des städtebaulichen Vertrags mit der Gemeinde Leifers. Dieser umfasste neben dem aktuellen Bauvorhaben auch die Errichtung der Wohnungen im Residence Amonn sowie die Gestaltung des St.Jakobs-Platzes, die bereits vor rund zwei Jahren fertiggestellt wurden.

Mit der Fertigstellung dieses Projekts geht eine fünfjährige Bautätigkeit der Moser Bau in St. Jakob zu Ende. In diesem Zeitraum wurden insgesamt rund 200 Wohnungen sowie sechs Gewerbeflächen realisiert und damit ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des Ortsteils geleistet. Sämtliche Bauarbeiten wurden von der Moser Bau in Eigenregie durchgeführt. Das Unternehmen errichtet seine Projekte auf eigene Rechnung und verkauft die Wohnungen direkt. Besonderes Augenmerk wurde auf eine hochwertige Bauweise, erstklassige Materialien und anspruchsvolle Ausführungen

gelegt. Auch die Außenanlagen wurden mit viel Sorgfalt geplant und umgesetzt. Das Ergebnis ist ein modernes Wohnprojekt, das Architektur, Qualität und eine attraktive Umgebung miteinander verbindet. Die Übergabe der Wohnungen begann Anfang Juni, und bereits ein Großteil der neuen Bewohnerinnen und Bewohner ist eingezogen. Die ersten Rückmeldungen sind ausgesprochen positiv: Besonders geschätzt werden die Ruhe, die gepflegte Umgebung und die hohe Wohn- und Lebensqualität. Die Käuferinnen und Käufer kommen überwiegend aus der näheren Umge-

bung. Unter ihnen befinden sich junge Familien, Paare und Singles ebenso wie ältere Paare. Viele stammen aus St. Jakob, Leifers und Bozen und haben sich bewusst für den neuen Wohnstandort entschieden. Mit einer feierlichen Eröffnung wird das Projekt nun offiziell abgeschlossen. An der Feier werden unter anderem der Bürgermeister der Gemeinde Leifers, Giovanni Seppi, sowie Richard Moser, der Inhaber und Hauptverantwortliche der Moser Bau, teilnehmen. Damit findet die fünfjährige Bautätigkeit des Unternehmens in St. Jakob einen würdigen Abschluss.

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WIR 09 vom 15/09/2026 by Bezirksmedien GmbH - Issuu