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In dieser Ausgabe wird es … na, sagen wir mal: etwas gegensätzlich. Es wird laut und wild, aber auch ganz leise. Wir widmen uns bestimmten Orten, die Geschichten erzählen: einem Festivalgelände mitten auf dem Ritten, auf dem sich Menschen Jahr für Jahr wiedersehen, und nächtlichen Bergwiesen, auf denen ein junger Mann mit Geduld auf den perfekten Moment wartet. Zwei Geschichten, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch verbindet sie etwas: die Liebe zum Hier und Jetzt.
Seit 31 Jahren bringt das Festival Rock im Ring Menschen zusammen, die gemeinsam feiern, tanzen und alte Freundschaften wieder aufleben lassen. Es geht um Musik, klar, aber auch um dieses einzigartige Gefühl, das von diesem Wochenende bleibt. Auch Fabian Dalpiaz sucht nach solchen besonderen Momenten – allerdings in der Stille der Berge. Mit seiner Kamera fängt der Fotograf Lichtstimmungen ein, die dem bloßen Auge verborgen bleiben, und erzählt mit seinen Bildern von der Schönheit unserer Heimat.
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Eigentümer und Herausgeber: Bezirksmedien GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Nr. 19/93; Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Bezirkskoordination: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.it Redaktionsleitung: Sarah Meraner
Redaktion: Sarah Meraner, Walter J. Werth, Flora Brugger, Remo Demanega, Phillipp Kieser, Karl Psenner, Robert Adami Werbung: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.it, 329 653 22 48 Grafik: Bezirksmedien, grafik.plus@bezirksmedien.it
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Internationale Acts, Südtiroler Bands und eine Festivalstimmung, wie es sie nur auf dem Ritten gibt: Seit 31 Jahren bringt Rock im Ring Menschen zusammen, die sich oft nur hier wiedersehen. Organisator Martin „Stan“ Stampfer erzählt, warum dieses Erfolgsrezept bis heute funktioniert.
Manchen sieht man den vorigen Festivaltag noch an, als wir am frühen Samstagnachmittag auf dem Gelände vom Rock im Ring ankommen. „Wir waren bis sechs Uhr wach und haben dann im Wald geschlafen“, sagt einer meiner Bekannten mit müden Augen, den ich gleich zu Beginn treffe. Wieder ein anderer erzählt mir lachend, er habe „gestern nichts ausgelassen“ und dementsprechend fühlt er sich heute. Trotzdem will er auch vom heutigen Line-up nichts verpassen – so wie die vielen anderen Besucherinnen und Besucher, die sich an diesem Wochenende vom 10. und 11. Juli in der Ritten Arena eingefunden haben. Die Sängerin Medea Hinteregger und die Spaßband Jimi Henndreck haben meine Freundinnen und ich am heutigen Samstag verpasst – doch das Line-
up zieht sich noch bis tief in die Nacht. Und weil wir alle nicht mehr 21 sind und unsere Energie für die restlichen Stunden gut einteilen möchten, gehören wir eine Weile zu jenen, die von den Tischen aus die Bühne im Blick haben, Acts wie Outhouse, Fatamish, The Fever Week, Hàlo und Happy verfolgen, gemütlich etwas trinken und über alte Festivalzeiten plaudern. Zwischendurch kommen bekannte Leute vorbei, und wir lassen die kurzen Regenschauer an uns vorüberziehen, die im Laufe des Nachmittags immer wieder für eine kurze Erfrischung sorgen.
Von der Idee zum Festival-Fixstern
„Wenn du ein Buch lesen willst, das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du
es selbst schreiben.“ Passt man dieses berühmte Zitat von Toni Morrison auf Rock im Ring an, würde es so lauten: „Wenn du ein Festival feiern willst, das es so in Südtirol noch nicht gegeben hat, dann musst du es selbst veranstalten.“ Denn quasi so hat das ganze damals, vor 31 Jahren, begonnen. Ich treffe den Präsidenten des Organisationsteams Martin „Stan“ Stampfer direkt auf dem Festivalgelände. Für ein Gespräch ist es hier zu laut, also setzen wir uns an einen Tisch direkt vor dem Backstagebereich – dort, wo er während der zwei Festivaltage am liebsten frequentiert. Entgegen meiner Erwartungen wirkt er gar nicht gestresst – ganz im Gegenteil: Martin ist trotz der intensiven letzten Woche entspannt: „Sobald das Festival

losgeht, bin ich Besucher wie jeder andere auch.“ Nach über drei Jahrzehnten gehört das Rock-im-Ring-Festival auf dem Ritten – und in ganz Südtirol – zu einem kulturellen Fixdatum. Die ersten zwei Jahre fand das damals eintägige Festival noch in Oberinn statt, erzählt mir Martin, der von Anfang an dabei ist. „Wir waren damals die ersten, die ein Festival organisiert haben –sonst gab es in Südtirol noch gar nichts. Also dachten wir: ,Warum nicht selber machen?‘ Dass es einmal so groß werden und so lange bestehen würde, war nie unser Ziel und wir haben uns auch nie diese Messlatte gesetzt“, blickt der Präsident mit ein bisschen Stolz zurück. 2005 wurde das Festival schließlich auf zwei Tage ausgedehnt – und hat mit den Jahren so einige Acts auf die Bühne geholt: von deutschen Bands wie Sportfreunden Stiller, Jennifer Rostock und Kraftklub über Südtiroler Bands wie Mainfelt, Shanti Powa und Dead Like Juliet bis hin zu internationalen Künstler:innen wie Juliette Lewis, Mando Diao oder HBlockx, um nur einige der bekannteren zu nennen. Dass eine Idee, die von einer Handvoll Musikenthusiasten geboren wurde, über so viele Jahrzehnte noch immer existiert – und nach wie vor immer noch so beliebt ist – ist mit Sicherheit den unzähligen Helferinnen und Helfern zu verdanken, den vielen Sponsoren
aus dem Dorf und natürlich der – wie Martin es nennt – „Gaudi am Organisieren. Wir hatten alleine in diesem Jahr 500 Helfende bei der Organisation und beim Ablauf des Festivals dabei.“ Eine Zahl, die kaum zu glauben ist. Inzwischen ist auch schon die zweite Generation am Mitplanen und Mitorganisieren – Martin sieht das als großen Mehrwert. „Natürlich sind auch wir einem Trend unterworfen und es gibt gerade diesen Generationenwechsel. Es gibt oft sehr unterschiedliche Geschmäcker, was die Bands anbelangt. Aber die jungen Leute wissen, welche Bands gut ankommen.“ Das Musikbusiness habe sich stark verändert, so Martin, der offen zugibt, dass es inzwischen gar nicht mehr so einfach ist, an internationale Bands zu kommen. Viele könne sich das Festival auch nicht mehr leisten. Trotzdem kommen nach wie vor jedes Jahr bekannte Bands auf den Ritten. „Viele unserer Acts sind erstmal geflasht, wenn sie hier ankommen und sehen, wo sie gelandet sind.“ Spektakulär ist das Festivalgelände allemal – aber das ist nicht der einzige Grund, warum es nach so langer Zeit immer noch so viele Menschen anzieht. Was macht Rock im Ring noch immer so spannend, was unterscheidet das Festival von den vielen anderen in Südtirol, die in den letzten Jahren geboren wurden?
Das einzigartige Rock-im-Ring-Feeling
Dass es der Name oder die Größe der Veranstaltung sind, daran glaubt Martin nicht: „Inzwischen sind es auch gar nicht mal mehr die Bands … Wir sind einfach ein Live-Festival mit diesem einzigartigen Rock-im-Ring-Feeling – das ist es, was die Leute anlockt. Viele wissen, dass sie hier Menschen wiedertreffen, die sie sonst nie sehen.“ Ein großes Wiedersehen also. Und für wen es kein Wiedersehen ist, ist es eben ein Erlebnis, bei dem jede:r selbst entscheiden kann, worauf er oder sie sich einlässt: ein gemütliches Beisammensein an einem der Budel, an der Essenstheke, an der es in diesem Jahr zwischen Pizza, Thai-Nudel und Currywurst für jeden Geschmack etwas gibt oder auf dem Zeltplatz zum gemeinsamen Abhängen. Wem die Musik gefällt oder neugierig auf sie ist, chillt auf der Wiese vor der Bühne oder – natürlich! – tanzt davor. Was an diesem Samstagnachmittag vielleicht noch ein bisschen verhaltener ist, wird am Abend zur Welle, die auf die meisten Besuchenden überschwappt. Mit den frühen Abendstunden kommt dann auch bei meinen Freundinnen und mir die Tanzlust auf, und wir lassen uns von den – im Vergleich zu anderen, „härteren“ Bands – zunächst etwas entspannteren Musik von Alex the

Judge & the forbidden fruits treiben. Anschließend wird es wieder härter und definitiv lauter. Die Frontfrau der norwegischen Band Blood Command bringt eine gehörige Portion Energie und Rohheit auf die Bühne, die das Publikum mitreißt. Es wird derbe gegrüßt, geflucht und gespuckt – kann man mögen oder nicht – auf jeden Fall mangelt es nicht an Power. Sogar die ganz jungen Besuchenden gehen voll mit, weil sie von der Sängerin immer wieder in die Show eingebunden werden. Die Festivalgänger:innen der Zukunft, denke ich bei mir: Kinder jeglichen Alters, die mit Lärmschutz-Kopfhörern neben ihren Eltern herumtoben, mit der Musik mitgehen und sich – wie eben bei diesem Act – sogar hochheben lassen. War das früher auch schon so, vor 20 Jahren, als ich zum ersten Mal das Festival besucht habe? Ich erinnere mich nicht. Aber vielleicht gehört Rock im Ring ja zu einem der seltenen Events, bei denen die Besuchenden über die Jahre einfach mitwachsen und mitaltern. Und dann sind bei vielen die eigenen Kinder eben auch irgendwann mit dabei. Je später die Stunde, desto weniger Kinder sind noch unterwegs, dafür füllt sich das Festivalgelände ordentlich mit den Abendbesucher:innen. Es wird voller, lauter – und die Stimmung immer aufgeladener.
Klasse und Qualität trifft auf Rock und Bier Organisatorisch läuft derweil alles astrein –es sind „alte Hasen“ am Werk. Sie kennen sämtliche Abläufe genau, technische Überraschungen gibt es nach all der Zeit
kaum noch. Routine eben. Wenn, dann passieren kurz vor dem Festival noch Dinge, die unvorhersehbar sind, so Martin Stampfer. Bands von außerhalb, die nicht wissen, wo und wann sie genau ankommen, beispielsweise. Weil meistens jemand vom Organisationsteam die Bands abholen fährt, müsse dann viel spontan passieren. „Während des Festivals läuft es dann aber wieder“, grinst der Cheforganisator. Dann spielen Newcomerbands neben namhaften Acts, lokale neben internationalen Musikschaffenden. Verstecken müssen sich die „Kleinen“ aus Südtirol aber nicht: „Die Südtiroler Musikszene hat sich in den letzten Jahren sehr professionalisiert und wir haben wirklich gute LiveMusik im Land“, ist Martin überzeugt. Es handle sich inzwischen nicht mehr „nur“ um – um es etwas überspitzt auszudrücken – trashige „Garagen-Punk-Bands“, sondern vielfach auch um Künstler:innen, die in der Musikschule ihr Handwerk gelernt und im Ausland Erfahrungen und verschiedene Einflüsse mitbekommen haben. Rock mit Klasse, könnte man also sagen. Ob sich dieses Attribut alle Musiker:innen des Wochenendes selbst auf die Kappe schreiben würden, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall ist die Stimmung gut – wenn auch jene vom 30. Jubiläum im vergangenen Jahr nur schwer zu toppen sein dürfte. Dieses Auf und Ab, diese Veränderungen, die beim Publikum immer wieder zu spüren sind, kennt der Cheforganisator bestens. „Den größten Wandel haben wir ab 2015 gemerkt – ab da wurde extrem gefeiert und auch der Konsum wurde mehr.
Dann hat es wieder stark abgenommen, gerade nach dem Corona-Lockdown.“ Gemerkt hat man das vor allem auf dem Camping-Areal, das von den Organisator:innen deutlich verkleinert wurde. „In den Hochzeiten campierten hier an die 400, 500 Zelte, später waren es deutlich weniger. Die meisten 40-Plus-Leute wie ich legen sich nicht mehr ins Zelt“, weiß Martin. „Aber das hatte für uns im Grunde nie eine wirtschaftliche Bedeutung – es war einfach ein Zusatzangebot, hier ein Zelt aufstellen zu können.“ Auch wir, die die 40er-Grenze noch nicht ganz überschritten haben, haben uns dazu entschieden, nach dem Festival wieder nach Hause zu fahren. Aber ich treffe Bekannte, die älter sind als ich und sich sehr wohl bewusst dafür entschieden haben, vor Ort zu schlafen – im Zelt. „Wenn schon, denn schon“, so ihre Begründung. Doch an Schlaf ist noch lange nicht zu denken. Das Line-up steht in seinem Wochenend-Zenit. Um 23 Uhr kommt Martin Stampfers FestivalGeheimtipp auf die Bühne: die deutsche Band Heisskalt. Das Gefühl des Rock im Ring-Präsidenten hat nicht getäuscht, die Musik und auch die Texte von Heisskalt kommen beim Publikum an, elektrisierende Vibes ziehen durch die Menschenmenge, die so in der Form nur bei einem Festival aufkommen. Nach einer kurzen Pause schließlich der Hauptact des Abends, das britische Elektropunk-Duo Wargasm, das mich persönlich nicht ganz überzeugt hat – nichtsdestotrotz sauge ich das FestivalGefühl noch tief ein, bevor es gegen ein Uhr zu Ende ist. Nach Hause gehen jetzt

allerdings nur die wenigsten: Nun heizen noch das 3xAnti & Gaul Träsh Collective der Halle ordentlich ein. Wem die vielen Namen jetzt nicht viel sagen, der oder die sei beruhigt: Es geht eh nicht ausschließlich um die Acts … Ging es meinen Freundinnen und mir im Vorfeld auch nicht. Es
geht, wie Martin „Stan“ Stampfer schon gesagt hat, um die einzigartige Rock-im Ring-Atmosphäre, mitten in der beschaulichen Idylle des Rittner Hochplateaus, die einmal im Jahr um feinste … pardon, härteste Klänge erweitert wird. Und dann könnte man noch die Dolomiten als Ku-

lisse erwähnen, die das gesamte Festival schon fast wieder ein bisschen kitschig machen, neben des ganzen Rocks. So nah liegen Gegensätze manchmal beieinander. Schön.
Sarah Meraner
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Das Tertiarkloster in Kaltern soll künftig als Vinzihaus der Solidarität genutzt werden.
Das Konzept haben Vertreterinnen und Vertreter der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft und der Tertiarschwestern Mitte Juli dem Gemeindeausschuss von Kaltern vorgestellt. Geplant sind leistbare Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen sowie weitere soziale Angebote nach dem Vorbild des Hauses der Solidarität in Brixen. Die Vinzenzgemeinschaft möchte das gesamte Klosterareal erwerben, denkmalgerecht sanieren und dauerhaft für soziale Zwecke nutzen. Die Vinzenzgemeinschaft Südtirol zählt landesweit mehr als 800 Ehrenamtliche. Ihr satzungsgemäßer Auftrag ist es, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Dazu gehören materielle und finanzielle Hilfen ebenso wie persönliche Begleitung, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe. Das zentral gelegene Tertiarkloster in Kaltern bietet nach Ansicht der Vinzenzgemeinschaft die Möglichkeit, diese Tätigkeiten an einem Ort zusammenzufüh-

ren. Zentralratspräsident Heinrich Erhard erklärt: „Wir arbeiten seit vier Jahren an diesem Projekt. Ziel unseres vollständig ausgearbeiteten Konzepts ist ein Vinzihaus der Solidarität, das leistbaren Wohnraum und konkrete Unterstützung bietet.“ Ein Ort für die Menschen Konkret vorgesehen sind rund 20 autonome Wohneinheiten für bis zu 34 Personen. Darüber
hinaus sollen im Gebäude eine VinziTafel, eine Kleiderkammer sowie Begegnungs- und Gemeinschaftsräume entstehen, die auch Vereinen und Initiativen aus Kaltern zur Verfügung stehen sollen. Die Provinzoberin der Tertiarschwestern, Sr. Klara Rieder, betonte, das Kloster solle auch künftig den Menschen dienen: „Es soll ein Ort bleiben, an dem soziale Verantwortung gelebt wird und der den Bedürfnissen unserer Zeit gerecht wird.“ Bei der Sanierung sollen die Klosterkirche, die Gedenkstätte der in Kaltern verehrten Maria von Mörl sowie die historische Bedeutung des Gebäudes berücksichtigt werden.
Auch die Gemeinde Kaltern hat Interesse am Kloster bekundet. Bürgermeister Christoph Pillon erklärte beim Treffen, dass die Gemeinde Eigentum oder Miteigentum an den Gebäuden anstrebe, um die künftige soziale Nutzung mitgestalten zu können. Die Vinzenzgemeinschaft hingegen setzt auf das
Alleineigentum am Areal, um den sozialen Auftrag langfristig abzusichern. Einigkeit besteht darüber, dass das Kloster für soziale Zwecke und Mietwohnungen genutzt werden soll. Offen bleibt, in welcher Organisationsform das Projekt umgesetzt wird.
Die Leitung der Wohneinrichtung soll das Haus der Solidarität in Brixen übernehmen, das seit fast 25 Jahren eine ähnliche Einrichtung betreibt. Laut Vinzenzgemeinschaft würde das Projekt für die Gemeinde keine Kosten verursachen. Finanziert werden soll der Betrieb – wie in Brixen – vor allem über die Beiträge der Bewohnerinnen und Bewohner sowie durch Spenden. Mit dem Vorhaben soll das denkmalgeschützte Kloster langfristig erhalten und gleichzeitig dringend benötigter leistbarer Wohnraum im Raum Kaltern und Überetsch geschaffen werden.
Sarah Meraner

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Unlängst besuchte eine Gruppe von Studierenden der Wirtschaftsgeographie der Universität Bern Südtirol und Salurn im Rahmen einer fachlichen Exkursion. Organisiert wurde das Ganze seitens der Doktorandin Ellena Brandner vom Geographischen Institut der Universität Bern gemeinsam mit Prof. Dr. Heike Mayer, Professorin für Wirtschaftsgeographie. Im Mittelpunkt der Reise stand die Frage, wie sich Gebiete in Zukunft entwickeln werden. Dabei wurden zentrale Themen wie Landwirtschaft, Tourismus und Mobilität beleuchtet und durch den Austausch mit der örtlichen Wirt-

schaft besprochen und vertieft. Ein spezieller Schwerpunkt lag auf die wirtschaftliche Ent-
wicklung Südtirols in ihren vielfältigen Facetten sowie auf Fragen des nachhaltigen Tou-
rismus und der Rolle von „Slow Cities“. Bekanntlich ist Salurn die erste Gemeinde Südtirols, die der Città-Slow-Vereinigung angehört. Ziel der Exkursion der Berner Studierenden war es, ein vertieftes Verständnis für die Entwicklungsprozesse in alpinen Regionen zu gewinnen und theoretische Inhalte mit praktischen Einblicken vor Ort zu verbinden. In Salurn wurde die Gruppe von der Gemeindereferentin Samantha Endrizzi und der Gastwirtin Marzia Franceschini empfangen, die sich für die Organisation des Aufenthaltes kümmerten.
Remo Demanega

Die Weinmesse AMA, die kürzlich in Salurn stattfand, erfreut sich jedes Jahr größerer Beliebtheit. Austragungsort war erneut der stimmungsvolle Innenhof von Amalia Pertner 1896 im Ortskern. Aufgrund der großen Zahl an Ausstellern wurde zudem ein Teil des Bergweges für den Verkehr gesperrt. Mehr als 50 Kellereien und Weinproduzent:innen aus Südtirol sowie dem benachbarten Trentino präsentierten ihre Weine und Sekte zur Verkostung. Ein kurzer Regenschauer zu Beginn konnte die gute Stimmung nicht trüben. Musikalische Unterhaltung, Auftritte der Schuhplattler und kulinarische Spezialitäten wie Wurst, Käse und marmorierte Forellen rundeten den Abend ab. Auch für ausreichend Parkplätze war gesorgt. Die Organisatoren, die Gebrüder Ventura, boten Weinliebhaber:innen eine gelungene Veranstaltung mit vielen Gelegenheiten, hochwertige Weine zu verkosten und direkt mit den
Produzent:innen ins Gespräch zu kommen. Diese erklärten Herkunft, Herstellung und Philosophie ihrer Weine und zeigten, mit welchen individuellen Strategien sie Qualität erzeugen. Die Vielfalt der Südtiroler Weinwelt wurde dabei eindrucksvoll sichtbar. Unterstützt von mehreren Sponsoren präsentierte die Messe eine ausgewogene Mischung aus großen Kellereigenossenschaften und kleinen, innovativen Weingütern – ein abwechslungsreiches Schaufenster der regionalen Weinkultur.
Remo Demanega
Mit 13 nimmt er zum ersten Mal die Kamera in die Hand, mit 15 erhält er die erste internationale Auszeichnung: Fabian Dalpiaz aus Kastelruth fotografiert den nächtlichen Himmel – und die Natur, die sich unter ihm ausbreitet.

Eine nächtliche Almwiese, der Himmel, eingetaucht in pinken und violetten Polarlichtern, eine Schupfe, mit Schnee angezuckerte Berge und Sterne so weit das Auge reicht: Weil dieses eine Bild „alles vereint, was seine Leidenschaft ausmacht“, hängt bei Fabian Dalpiaz zuhause dieses Foto von ihm. Geschossen hat er schon unzählige. Der aus Kastelruth stammende Jungfotograf ist trotz seiner jungen 24 Jahre schon ein alter Hase im Business. Immerhin fing er bereits in der Mittelschule, mit 13, mit dem Fotografieren an. Schon damals ist er fasziniert davon, „was im Himmel so los ist – und vor allem davon, was man mit bloßem Auge nicht sieht.“ Täglich beobachtet er die Bewegungen der Wolken, den Auf- und Untergang der Sonne, die Farben des Himmels: „Also habe ich begonnen, mein Handy ans Fenster zu kleben und Zeit-
raffervideos aufzunehmen.“ Um Gewitter festzuhalten, beginnt er Fotos zu machen – damit er die Blitze besser einfangen kann. Fabian hat somit schon früh den Blick für das Schöne – als visuellen Typ bezeichnet er sich aber nur im Zusammenhang mit der Fotografie: „Ansonsten war ich in Kunst immer sehr schlecht“, sagt er lachend und erzählt, dass er eher der sportliche Typ ist. Seine ganz eigene Form der Kunst hat er durch die Kamera aber trotzdem gefunden: Er fängt Lichtstimmungen ein – und hält dafür vor allem Sonnenuntergänge und den Sternenhimmel fotografisch fest. Das ist sein Ding.
Bilder im Kopf
2017 schickt er drei seiner nächtlichen Aufnahmen beim Wettbewerb „Insight Astronomy Photographer of the Year“ von BBC ein – mit einer davon, der Aufnahme
einer Sternschnuppe über Langkofelgruppe im Morgengrauen, belegt er den dritten Platz. Ein Riesenerfolg für den damals erst 15-Jährigen. „Das kam sehr unerwartet, weil ich mit einem Foto gewonnen habe, das eigentlich spontan entstanden ist – es handelte sich um ein Testfoto.“ Das Interessante dabei: Dem Zufall überlässt der Jungfotograf normalerweise nichts. „Ich habe meine Bilder eigentlich schon vorher genau im Kopf“, sagt er. So führt er auch aktuell eine Liste mit Motiven, die er noch fotografieren möchte: spezielle Phänomene an speziellen Orten. Welche das genau sind, will er nicht verraten, nur, dass er immer auf der Suche nach dem perfekten Bild ist: „Meistens passiert aber nichts und ich muss weiter auf dieses Bild warten.“ Reine Kopfarbeit ist die Fotografie aber auch für Fabian nicht: Gerade für das
Wetter, mit dem sich der Jungfotograf täglich intensiv auseinandersetzt, hat er über die Jahre ein Gespür entwickelt. Dadurch kann er auch einschätzen, wann und wo er zu seinem Bild, das er im Sinn hat, kommen könnte. Der frühe Erfolg, so glaubt Fabian, habe seiner Karriere sehr geholfen. Die Schule stand dafür manchmal auch hinten an, gibt er zu. „Ich habe öfter mal geschwänzt oder bin morgens zu spät in den Unterricht gekommen.“ Weil seine Lehrpersonen aber die Ergebnisse seiner nächtlichen Ausflüge gut fanden, haben sie gerne mal ein Auge zugedrückt, erzählt er weiter. Die größte Schwierigkeit war es für ihn, dorthin zu kommen, wo er gerne fotografieren wollte. Deshalb mussten seine Eltern schon mal Taxi spielen – und das um vier Uhr morgens. Während andere Jugendliche um diese Uhr-
zeit vom Weggehen nach Hause geschunkelt kamen, wartete Fabian – meist auf der Seiser Alm – auf den perfekten Moment zum Knipsen. „Irgendwann habe ich mir dann ein E-Bike gekauft –dann konnte ich mich zumindest hier in der Umgebung eigenständig bewegen.“ Mit 18 Jahren macht er sich bereits als Fotograf selbstständig, absolviert ein Jahr später noch die Matura.
Mit Geduld zum perfekten Bild
Fabian ist meistens frühmorgens oder abends in den Bergen unterwegs – und ist dabei immer für sich. Ein ruhiger Typ. „Ich habe schon als Jugendlicher Diskos und Ähnliches gemieden und ich bin auch heute noch gerne alleine – außerdem muss man geduldig und flexibel sein, wenn man mit mir unterwegs ist, weil ich oft


lange auf das perfekte Bild warte“, lacht er. Er selbst ist sehr geduldig. Und das muss er auch, wenn er zu seinen Bildern kommen will. Viele Monate oder gar Jahre Geduld aufbringen, die Angst überwinden, sich nachts alleine in der Natur aufzuhalten, und einen Tag-Nacht-Rhythmus haben, der meistens aus dem Gleichgewicht ist: Ganz so „perfekt“ oder „romantisch“ wie seine Bilder ist die
Arbeit dahinter also nicht immer –trotzdem ist es für den Kastelruther ein bisschen wie eine Sucht. Je nach Wetter ist er deshalb vier bis fünf Mal in der Woche zum Fotografieren unterwegs – tagsüber kümmert er sich um Bildoptimierung, um den Druck und den Verkauf seiner Bilder, um die Vorbereitungen für Workshops und Vorträge, die er hält sowie um seine Ausstellungen. Ab und zu


macht er auch noch Auftragsfotografien für Unternehmen, aber er versucht sich mehr auf Naturfotografie zu konzentrieren, erzählt Fabian, der vom Fotografieren seit jeher leben kann.
Die Heimat im Fokus
Nach dem Regen mag Fabian das Licht und die Atmosphäre besonders – und wie andere seiner Branche auch, ist der Herbst seine bevorzugte Jahreszeit, wegen der klaren Sicht und der intensiven Farben. Dem Massentourismus in den Bergen weicht er gekonnt aus und kommt einfach „zur richtigen Zeit“. Die Seiser Alm, die bei ihm vor der Haustür liegt, ist für ihn nach wie vor einer der schönsten Plätze zum Fotografieren – und die Drei Zinnen in Sexten, wo er ein paar Mal im Jahr hinfährt. Ins Ausland zu reisen hingegen lockt ihn nicht, das habe „zu wenig Reiz“ für ihn. Es ist seine Heimat, die er in- und auswendig kennt – und gerade deshalb kann er sich hier auf seine speziellen Ideen fokussieren, die er umsetzen möchte. „Das könnte ich woanders gar nicht, weil ich die
Gegend nicht kenne.“ Auch wenn er nur hobbymäßig in den Bergen oder in der Luft unterwegs ist – beim Langlaufen, Radfahren oder Paragliden – hält er immer Ausschau nach neuen Plätzen. „Ich möchte, dass die Menschen, die meine Bilder ansehen, die Schönheit unserer Natur spüren und die Ruhe, die sie ausstrahlt“, sagt Fabian. Natur ohne Dramatik, ohne Filter, ohne künstliche Intelligenz: „Und die Leute sollen mich als Menschen und meine Geschichten hinter dem Foto spüren.“ Diese Geschichten will Fabian Dalpiaz auch zukünftig weiterzählen – vielleicht immer öfter aus der Vogelperspektive: In letzter Zeit macht er nämlich auch Luftaufnahmen vom Kleinflugzeug oder Hubschrauber aus, in denen er mitfliegen darf. Und apropos fliegen: In Zukunft will Fabian auch selbst Hubschrauber fliegen und Rettungspilot werden, weshalb er gerade die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten macht. „Das lässt sich auch gut mit der Fotografie verbinden“, lächelt er.
Sarah Meraner



















































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Die Bozner Unternehmerin engagiert sich im sozial-karitativen Bereich, sei es in der Vinzenzgemeinschaft wie im „dormizil“; ist Mitgründerin des Vereins „Freunde des Museion“ und Oberschützenmeisterin in Mariä Himmelfahrt

Geboren wurde Magdalena Amonn am 2. April 1967 in Bozen und ist dort zusammen mit ihrem älteren Bruder Thomas aufgewachsen. Nach dem Besuch der Pflichtschulen –Goethe und Aufschnaiter –maturierte sie am Wissenschaftlichen Lyzeum und ging anschließend nach München, wo sie ein Semester lang die Fächer Politikwissenschaften und Psychologie belegte. Alsbald aber wechselte Magdalena nach Wien, um dort das Studium der Handelswissenschaften zu beginnen, welches sie auch erfolgreich abschließen konnte.
„In den Sommerferien habe ich immer wieder verschiedene
Praktika ausgeübt und konnte dadurch erste Arbeitserfahrungen sammeln. In der Wochenzeitung ff, an der sich mein Vater finanziell stark engagierte, war ich anfangs als Verwaltungsrätin, später dann als Geschäftsführerin tätig. Auch in der Alpenbank konnte ich meine Kenntnisse als Verwaltungsrätin einbringen.“ Eine Zeitlang widmete sich Magdalena ganz ihrer Familie, insbesondere ihrem damals kleinen Sohn Jakob und ihrem Gatten Siegfried Riegler. Seit vielen Jahren ist sie hauptberuflich, zusammen mi ihrem Bruder, im Energiesektor engagiert, wo sie in den Provinzen Ferrara und Novara bzw.

Verona entsprechende Produktionsstätten betreiben. Was hat Magdalena Amonn bewogen, neben ihrer beruflichen Tätigkeit sich ehrenamtlich einzusetzen? „Nun, mir und meiner Familie ging es gut, ich hatte doch einige zeitliche Freiräume zur Verfügung, wollte etwas ‚Gutes‘ tun, auch anderen Menschen irgendwie zur Seite stehen. So kam ich 2015 zur Vinzenzgemeinschaft, und zwar helfe ich öfters in der Kleiderkammer mit. Dabei sind mir auch meine Sprachkenntnisse sehr nützlich.“ Als Vorsitzende des Bezirks Bozen war sie auch mehrere Jahre lang im Zentralrat der Vinzenzgemeinschaft.
Ein besonderes Anliegen stellt/e für Magdalena die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose dar. „Hier war Paul Tschigg treibende Kraft und wir haben mit anderen Gleichgesinnten im Jahr 2020 das Haus ‚dormizil‘ ins Leben gerufen. Durch die Haselsteiner-Stiftung bekamen wir in der Rittner Straße das nach Ulli Lerchbaumer benannte Haus, das zwar adaptiert und saniert werden musste, bereitgestellt. Dort sind in acht Wohnungen obdachlose Menschen untergebracht.“ Ziel ist dabei, dass diese Obdachlosen wieder in ein geregeltes Leben zurückfinden und integriert

werden können, ein Unterfangen, das nicht so leicht zu bewerkstelligen sei. Magdalena ist zudem im Pfarrgemeinderat Gries tätig, eine Aufgabe, die ihr insofern Freude bereitet, als „hier mein Sohn, der viele Jahre lang als Ministrant gedient hat, prägende und erfüllende Jugendzeiten miterleben konnte und eine gute Kameradschaft gefunden hat, die heute noch besteht. Dafür bin ich dankbar.“
Auch für Kunst und Kultur ist Magdalena sehr aufgeschlossen, was dadurch unterstrichen wird, dass sie dem Verein „Freunde des Museion“ mitgründete, der sich mit der Vermittlung zwischen Gesellschaft
und zeitgenössischer Kunst einsetzt, unter anderem durch Atelierbesuche.
Und seit acht Jahren ist Magdalena sogar Oberschützenmeisterin der Oberbozner Schützengesellschaft; übrigens als erste Frau, der diese Ehre zuteil wurde – immerhin besteht die Schützengesellschaft seit dem fernen Jahr 1668. „Wir pflegen die Gemeinschaft, indem wir unter anderem Veranstaltungen wie Vorträge oder Konzerte organisieren. Natürlich wird auch das traditionelle Scheibenschießen weiterhin gepflegt.“
Karl Psenner


Es ist ein Bild von monumentaler Symbolkraft. In Bozen ist das Gerichtsgebäude eingestürzt. Nicht etwa wegen eines Erdbebens. Nein, die Justiz ist schlicht unter der unerträglichen Last ihrer eigenen Existenz kollabiert. Genauer gesagt: unter den tonnenschweren Bergen unerledigter Papierakten, die sich über Jahrzehnte hinweg zu papiernen Wolkenkratzern auftürmten, bis die Statik endgültig kapitulierte.
Während die Digitalisierung in europäischen Amtsstuben weiterhin als wilde Science-Fiction-Theorie gehandelt wird, hat die Schwerkraft Fakten geschaffen. Akte geschlossen – und zwar im Bauschutt. Man könnte von einer weisen Fügung sprechen. Wo kein Richterzimmer mehr existiert, gibt es auch keinen Justizstau mehr. Das Problem der ewigen Verfahrensdauern hat sich somit auf physikalischem Wege elegant selbst gelöst.
Doch während die Bürokratie im Erdboden versinkt, schlägt die gesellschaftliche Debatte im Salurner Schwimmbad ganz andere Wellen. Salurn beweist Mut zur Lücke und gewährt allen Frauen einmal pro Woche einen exklusiven, geschlossenen Badeabend. Ein logistisches Meisterwerk der „political correctness“. Wenn die Justiz schon am Boden liegt, muss wenigstens die gesellschaftliche Segmentierung im Wasser reibungslos funktionieren. Und das Hallenbad bietet noch reichlich Kapazitäten für weitere Spezial-Nutzungen. Als nächstes stünden logischerweise eigene Schwimmbadstunden für Personen an, die sich weder als rein männlich noch weiblich definieren. Es folgt das Zeitfenster für militante Nichtschwimmer, die das Becken gerne komplett ohne Wasser nutzen möchten.
Dies alles wirft wegweisende Fragen für die Zukunft unserer Kulturlandschaft auf. Wenn die Logik des exklusiven Nutzungsrechts Schule macht, dürften die lokalen Kirchenbänke bald eine neue Dynamik erleben. Warum den Montag im katholischen Gotteshaus ungenutzt verstreichen lassen? Ein wöchentlicher interreligiöser Schichtbetrieb – montags Mekka, sonntags Rom – würde die Betriebskosten der Diözese drastisch senken und die Gotteshäuser endlich wieder voll besetzen.
Ende der Ironie, meint
Ihr Walter J. Werth

„Der Südtiroler Laufverein (SLV), der vor genau 30 Jahren aus der Taufe gehoben werden konnte, ist einem harten Kern aus lauffreudigen Idealisten zu verdanken. Einige davon kann ich hier herzlich willkommen heißen und mich gleichzeitig bei all jenen bedanken, die unserem Verein treu geblieben sind“, beginnt Marrtin Rossi, derzeitiger Präsident des SLV, seine Rede anlässlich der Jubiläumsfeier am Kalterer Sportplatz in Altenburg. „Heute aber feiern wir ausgiebig unser 30-jähriges Bestehen, wir sind stolz darauf und blicken mit Genugtuung auf diese erfolgreichen drei Jahrzehnte Tätigkeit zurück. Besonders freut mit, dass wir auch unser ‚Urgestein‘ Toni Ritsch unter uns haben, ein Pionier und eine Legende im Langstreckenlauf hierzulande. Trotz seiner 88 Jahre ist er immer noch als Trainer, Ratgeber und als Gründungsmitglied unseres
Vereins mehr als geschätzt“, betont Rossi. Ritsch berichtet kurz über die Anfänge des Laufsports in Südtirol, bereits in den 1960er Jahren habe er selbst zahlreiche Wettkämpfe bestritten: „Insgesamt habe ich seit damals 41 Marathons bewältigt, weiters auch viele Läufe über 5000 und 10.000 Meter. Wir waren noch wenige auf diesen Strecken, es war aber eine schöne und erfüllende Zeit.“ Bevor Rossi die vielen Gäste –aktive Läuferinnen und Läufer, fördernde Mitglieder wie Gönner:innen, Freund:innen und Bekannte – zu köstlichen Grillspezialitäten geladen hatte, erinnerte er an die verschiedenen von seinem Verein organisierten Laufveranstaltungen, die stets gerne angenommen würden. „Ich bin deshalb weiterhin guter Dinge und freue mich auf noch viele tolle Läufe im heurigen Jahr.“
Karl Psenner

„Es ist für mich ein fundamentaler

Marlene Roner als Ausschussmitglied des Heimatpflegeverbandes des Bezirkes Unterland/ Überetsch erläuterte anlässlich der Bürgerversammlung die Thematik der Veranstaltung. „Ist es heute noch sinnvoll, alles zu tun, was wir vor Jahrzehnten beschlossen haben bezüglich BBT, Autobahn, Zulaufstrecken und noch manches mehr?“. Die Vortragsreihe mit namhaften Fachleuten eröffnete Verkehrsexperte Professor Hermann Knoflacher: „Wenn wir von Heimat reden, so ist dieser Begriff mit Augen, Ohren, Herz anzusprechen, es sind Orte, wo man bleibt. Ist das der Teil der Heimat, die wir heute vorfinden? Nur wenn man die Vergangenheit kennt, kann man die Gegenwart verstehen und kann Zukunft gestalten, das ist für mich ganz wesentlich.“ Wenn man auf die vergangenen 50 Jahre zurückblicke – so lange kennt Knoflacher unser Land –, könne er feststellen, dass „man Hei-
mat nicht am Kontostand messen kann. Alle Projekte, die für schnelle Verkehrssysteme vorgesehen sind, sind meines Erachtens ein fundamentaler Irrtum. Sie werden stets mit dem Argument der Zeitersparnis untermauert. Also ein KostenNutzen-Aspekt, den es aber so nicht gibt. Es wurde anhand von Daten nachgewiesen, dass es eigentlich keiner Zeitersparnis im System gibt.“ Was passiert, wenn erhöhte Geschwindigkeit eingesetzt wird? Schadstoffe erhöhen sich, Unfälle ebenso, und es ändern sich die Strukturen, so Knoflacher. „Es geht dabei um eine Wertveränderung, die in den Köpfen stattfindet. So lässt sich weder der BBT noch die Autobahn wissenschaftlich begründen. Es ist eine Illusion, dass man dadurch zu Zeiteinsparungen gelangt. Zwar ist man mit dem BBT schneller von München nach Verona unterwegs, aber die Güterzüge bleiben dadurch auf der Strecke.

Man sei durch den BBT schneller von München nach Verona. Dann können allerdings die Güterzüge nicht fahren. Wenn man aber über den Brenner fährt, geht es zwar langsamer, aber sicherer und gemütlicher.“ Knoflacher ergänzt noch: „Was ist aber bei der Eisenbahn das Wichtigste? Schlicht und einfach der Bahnhof. Dort wird Geld umgesetzt, die Menschen warten, kommen und gehen. Alles andere ist uninteressant.“ Autofreie Orte würden untermauern, dass dieser Zustand von den Touristen gut angenommen würde, wobei die Aufenthaltsdauer sich erhöhte, das Geschäftsvolumen ebenfalls, und nennt dabei manche Schweizer Orte als Beispiel. „Bei der Eisenbahn ist nicht so sehr die Fahrtzeit relevant, mehr Bedeutung hat die Ausstattung und der Komfort in den Waggons und die Verlässlichkeit.“ Vertreter der bayerischen Bürgerinitiativen setzen sich für einen „sinn-
volleren Nordzulauf des BBT“ ein. Man benötige keine großen Tunnels auf diesen Strecken, da diese beträchtliche Auswirkungen auf die Umwelt, Natur und letztlich auch auf die Menschen haben würden. bei der Verwirklichung der Zulaufstrecken erreiche man nahezu 90 Prozent an Untertunnelung, fahre somit mehr oder weniger im Dunkeln. „Eine Projektvariante sieht die großräumige Umfahrung von Rosenheim vor, mit der Folge, dass die Bewohner von Rosenheim und Umgebung praktisch ausgeschlossen werden.“ Aber noch sei nichts Endgültiges entschieden, die Vorschläge seien im Verkehrsministerium deponiert, man werde sehen, wie es weitergehe. Weitere Fachleute nahmen zum BBT und den geplanten Zulaufstrecken Stellung und zeigten insbesondere die negativen Auswirkungen auf Land und Leute auf.
Karl Psenner
OBERBOZEN

Sie kennen das: Sie haben bei irgendeiner Lotterie auf einem lustigen Wiesenfest einen hydraulischen Flaschenöffner mit digitaler Druckanzeige gewonnen, und Mann sagt: „Ma hau weg den Dreck“, aber Frau sagt „Jo ober den kannet mer no brauchen“. Und so wandert das Ding an jenen Ort, den es in jedem Haushalt gibt, über den aber niemand zu sprechen wagt: Die Krimskrams-Schublade. Jenes AblegeFach, in dem sich über Jahrzehnte unnütze Gegenstände sammeln wie z.B. Werbewäscheklammern, ausgelutschte Feuerzeuge, nicht identifizierbare Schrauben, leere Kinderüberraschungsplastikeier, Schleifchen, Maschen, Spagat-Reste, Gummibänder, Handyständer, Omeletten-Wender, Huielen, Dingelen, Mugelen, Pugelen, Klattelen und Blattelen, also alles, was wahrscheinlich kein Mensch in keiner Ewigkeit mehr brauchen wird. Bis zu dem Moment, wo sich zwischen Mann und Frau folgendes Gespräch entwickelt: Er: „Du, hom mir net amol a so an Dings ghob?“ Sie: „Wos, a so a Zuigsl?” Er: “Jo, so an Tianer holt….“ Sie: „Jo schaug holt ban Krimskrams.“ Er: „Wo?“ Sie: „Jo in Schmorrnkastl…“ Er: „Ha?“ Sie: „In Glumptatl holt. Wos brauchsch‘n iberhaup?“ Er: „Ah, lei an hydraulischen Flaschenöffner mit digitaler Druckanzeige….“
Aber Spaß beiseite. Sie brauchen sich nicht schuldig zu fühlen. Ich weiß, auch Sie haben so eine Schublade bei sich zu Hause. Und das ist nichts Schlimmes, im Gegenteil. Auch wenn Sie jedes Mal, wenn Sie diese Schublade öffnen, denken: „Ma, do muaß i unbeding amol auraumen“…Vergessen Sie’s. Denn diese Schublade ist so etwas wie das kleine Chaos in ihrem Leben, das sie aber kontrollieren können. Schublade zu, und weg ist es. Das ist doch ein beruhigender Gedanke im Vergleich zu dem großen Chaos, das uns tagtäglich vor der Haustür erwartet. Außerdem: Oft findet sich nach langer Zeit inmitten all der unnützen Gegenstände einer, vielleicht genau dieser hydraulische Flaschenöffner mit digitaler Druckanzeige, der ungeachtet seiner Nutzlosigkeit eine schöne Erinnerung wachruft, vielleicht an ein lustiges Wiesenfest. Und dann merken Sie, dass das Ding wohl doch über all die Jahre seinen Nutzen hatte.
Robert Adami
Die Musikkapelle Oberbozen war unlängst in großer Feierlaune: Sie konnte nämlich ein rundes Jubiläum begehen und lud dazu die gesamte Dorfbevölkerung ein, mit ihr den 100. Geburtstag mitzufeiern. Begonnen hatten die Feierlichkeiten bereits am frühen Vormittag, als sich zahlreiche Fahnenträger aus dem Blasmusikbezirk Bozen am Dorfplatz versammelten und, angeführt von der Jubelkapelle, zur Pfarrkirche marschierten, um gemeinsam mit der hohen Geistlichkeit und vielen Gläubigen eine Festmesse zu feiern. Anschließend fand am Kirchplatz der Festakt statt, wo der Obmann der Musikkapelle Oberbozen, Werner Oberrauch, alle herzlich begrüßte und gleichzeitig seinen Dank für die Teilnahme an diesem für „seine“ Kapelle freudigen Tag aussprach: „Was uns Musikanten eng verbindet, ist zuallererst natürlich die Musik selbst, aber ebenso wichtig sind die Gemeinschaft und der Zusammenhalt.“
Moderatorin Jutta Wieser stellte dann kurz die wesentlichen In-
halte der genau 100 Seiten umfassenden Festschrift vor, die vom Autor Manfred Pechlaner und dem Grafiker Wolfgang Prast erläutert wurde. Es folgte die Segnung der neuen Vereinsfahne durch Ortspfarrer P. Olaf Wurm OT, der weitere segensreiche Jahre zum Wohle und zum Schutz der Musikkapelle wünschte.
Mehrere Ehrengäste ergriffen das Wort und gratulierten und dankten der Jubelkapelle für ihre bisherige ehrenamtliche Tätigkeit, die sie vor allem für die Rittner Bevölkerung leisten würden. So unterstrich Kulturlandesrat Philipp Achammer die stetige Einsatzbereitschaft der Mitglieder, was „ja nicht als selbstverständlich angesehen werden darf“, Bürgermeisterin Julia Fulterer hob lobend die vielen Ausrückungen zu den unterschiedlichsten Anlässen hervor. Am Ende des Festaktes waren alle zu Speis und Trank eingeladen und bei guter Stimmung wurde noch lange gefeiert.
Karl Psenner

Vom 21. bis 23. August 2026 verwandelt sich Schluderns im Vinschgau erneut in eine lebendige Bühne des Mittelalters. Am Fuße der Churburg laden die 19. Südtiroler Ritterspiele zu einer einzigartigen Zeitreise für die ganze Familie ein.
Spektakuläre Ritterturniere, die mitreißende Nachtreitshow „Historica“, die historische Darstellung der Calvenschlacht von 1499, ein römisches Streitwagenrennen sowie beeindruckende Feuer-, Reit- und Artistikshows sorgen für unvergessliche Erlebnisse. Auf drei Aktionsbühnen begeistern Musiker, Gaukler und Handwerker mit einem abwechslungsreichen Programm.
Auch Familien kommen voll auf ihre Kosten: Handbetriebene Karussells, Schmiedewerkstätten, Reiten auf
Haflingern und Kamelen sowie zahlreiche Mitmachaktionen sind im Eintrittspreis inklusive. Ein großer Mittelaltermarkt mit Händlern, Hand werk und kulinarischen Spezialitäten rundet das Festivalerlebnis ab. Mit neuen Attraktionen und einem er weiterten Programm zählen die Südtiroler Ritterspiele zu den größten und eindrucksvollsten Mittelalterveranstaltungen im Alpenraum. Drei Tage lang stehen Geschichte, Unterhaltung und authentisches Mittelalter-Flair im Mittelpunkt.
19. Südtiroler Ritterspiele 21.–23. August 2026
Am Fuße der Churburg, Schluderns (Südtirol) Tel. +39 0473 831 190 www.ritterspiele.it









Das perfekte vegetarische Gericht für den August ist eine frische, mediterrane Gemüse-Pfanne mit Feta und Kichererbsen, da Tomaten, Zucchini und Paprika in diesem Monat Hauptsaison haben und besonders aromatisch schmecken.
Zutaten für 4 Personen
2 mittelgroße Zucchini
2 Stück (rot und gelb) Peperoni
400 g Kirschtomaten
1 Dose (400 g) Kichererbsen (ceci)
200 g Feta-Käse
2 Zehen Knoblauch , 1 große rote Zwiebel
3 EL Olivenöl, 2 TL Kräuter der Provence Salz, Pfeffer, frisches Basilikum
Zubereitung
• Zucchini in Scheiben schneiden, Peperoni würfeln. Zwiebel vierteln und in Streifenschneiden. Knoblauch fein hacken. Kirschtomaten waschen und ganz lassen.
• Kichererbsen in ein Sieb gießen, gut abtropfen lassen.

• Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch 2 Min. andünsten. Zucchini und Peperoni hinzufügen. Bei mittlerer Hitze ca. 7 Min. anbraten.
• Kirschtomaten und Kichererbsen in die Pfanne geben. Weitere 5 Min. garen, bis die Tomaten leicht aufplatzen.
• Mit Salz, Pfeffer und den Kräutern der Provence kräftig abschmecken.
• Herd ausschalten, Feta-Käse direkt über die Pfanne bröseln.
• Deckel für 2 Min. auf die Pfanne legen.
• Mit frischen Basilikumblättern bestreuen und servieren.
FRILO, das bedeutet: Vielfalt an Obst und Gemüse bester Güte!
Seit über 45 Jahren legen wir größten Wert auf erstklassige Kundenbetreuung.
Unsere Anliegen ist es, einen perfekten Service gepaart mit fairen Preisen an unsere Kunden weiterzugeben.



FRILO-Markt
Großmarkthalle
Schlachthofstraße 29 Bozen








Das perfekte Fleischgericht mit Gremolata sind gegrillte Rinder-Steaks, da die säuerlich-frische Kräutersauce die kräftigen Röstaromen des Fleisches ideal ergänzt und das Gericht trotz Sommerhitze angenehm leicht macht.
Zutaten für 4 Personen
800 g Rinder-Steak (gerne vom Bauchlappen)
2 EL Olivenöl, 1 TL grobes Meersalz 0.5 TL schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Zubereitung
• Das Steak 30 Min. vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, trockentupfen und von beiden Seiten dünn mit Olivenöl einreiben.
• Den Grill für hohe, direkte Hitze (ca. 230–250 °C) und eine kühlere,indirekte Zone vorbereiten.
• Das Fleisch in der direkten Zone von jeder Seite etwa 3 bis 4 Min. scharf angrillen.
• Das Steak in die indirekte Zone legen. Bei geschlossenem Deckel ca. 5 Minuten ziehen lassen.
• Fleisch vom Grill nehmen und 5 Min. ruhen lassen. Danach quer in dünne Tranchen aufschneiden.
• Fleischtranchen mit grobem Meersalz und Pfeffer bestreuen und die frische Gremolata großzügig darüber verteilen.
Gremolata Souce – Zutaten
1 Bio-Zitrone, 2 Knoblauch-Zehen, 50 g Blattpetersilie, 4 EL Olivenöl, Salz
Zubereitung
Schale der Zitrone fein abreiben, Knoblauch fein hacken. Petersilie mit dem Messer fein hacken und in eine Schüssel geben. Olivenöl, Knoblauch und Zitronenabrieb zum Petersilien-Mix geben, alles vermengen und mit Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
Und ein guter Rat zum Schluss: Lassen Sie sich fachkundig beraten.
Beim Metzgermeister Oskar Stampfl finden Sie die besten Zutaten für alle Arten von Fleischgerichten und viele leckere Beilagen. Wer es beim Kochen besonders eilige hat, findet auch verschiedene bereits koch- oder essfertig vorbereitete Spezialitäten.

Bozen
Piavestr. 30, Tel. 0471 977 193

Drei Weine, die die Seele von St. Magdalena erzählen
Leicht, elegant und voller Geschichte: Katharina Martini vom Weingut Sonnleiten zeigt mit ihren Weinen die Vielfalt von St. Magdalena bei Bozen –vom unkomplizierten Vernatsch bis zum Wein von 100 Jahre alten Rebstöcken.
St. Magdalena, Bozen
Die Weinberge des Weinguts Sonnleiten liegen in St. Magdalena oberhalb von Bozen – einer der bekanntesten Rotweinlagen Südtirols. Sonnige Hänge, mineralische Böden und traditioneller Weinbau prägen den unverwechselbaren Charakter der Weine.
Juzer
Der Vernatsch „Juzer“ macht seinem Namen alle Ehre: „Juzen“ bedeutet, vor Freude zu singen oder laut aufzujubeln. Als Hommage an den Wein vom Falserhof zeigt er sich leicht, frisch und besonders trinkfreudig. Gut gekühlt ist er ein idealer Sommer-Aperitif.
St. Magdalener Classico
Elegant, frisch und harmonisch präsentiert sich der St. Magdalener Classico. Er vereint die typischen Eigenschaften seiner Herkunft und überzeugt mit seiner Vielseitigkeit. Dank seiner ausgewogenen Art passt er zu unterschiedlichsten Speisen und Anlässen und bereitet in jeder Runde besonderen Weingenuss.
St. Magdalener Classico „100“
Der St. Magdalener Classico „100“ stammt von rund 100 Jahre alten Rebstöcken. Die Etikette zeigt eine historische Parzellenkarte der Weinlagen von St. Magdalena mit den eingetragenen Pflanzjahren der Reben. Ein Teil der dargestellten Parzellen gehört zum Weingut Sonnleiten und veranschaulicht die Herkunft dieses Weins von rund 100 Jahre alten Rebstöcken. So entsteht ein Wein, der dokumentierte Südtiroler Weinbaugeschichte mit besonderem Charakter verbindet.




Gewerbegebiet
Kardaun 5 (Bozen Nord)
Wenn Fans aus aller Welt zu einer FußballWeltmeisterschaft reisen bzw. diese am Bildschirm verfolgen oder gedruckte/digitale Berichte lesen, stehen Leidenschaft, Emotionen und sportlicher Wettbewerb im Mittelpunkt. Die Stadien sind mit Fahnen geschmückt, Nationalhymnen erklingen und Millionen Menschen verfolgen die Spiele.
Doch nur wenige Zuschauer wissen, dass ein berühmtes historisches Motto, das eng mit einem der mächtigsten Herrscher Europas verbunden ist, bis heute auf den Trikots der spanischen Nationalmannschaft und somit im internationalen Fußball präsent ist: „Plus ultra“. Dieses lateinische Motto geht auf Karl V., den Enkel Kaiser Maximilians I., zurück und erzählt eine Geschichte von Entdeckungen, Ehrgeiz und dem Überschreiten vermeintlicher Grenzen.
Karl V. wurde im Jahre 1500 in Gent geboren und regierte ein riesiges Weltreich. Als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und zugleich König von Spanien herrschte er über Gebiete in Europa, Amerika und Teilen Asiens. Sein Reich war so groß, dass man sagte, in ihm gehe die Sonne niemals unter. In dieser Zeit befand sich Europa im Zeitalter der Entdeckungen. Spanische und portugiesische Seefahrer erschlossen neue Reiche und erreichten bislang unbekannte Kontinente.
Tirol war ein habsburgisches Erbland, wurde jedoch nach der habsburgischen Erbteilung von der österreichischen Linie regiert. Somit besteht eine besondere Verbindung zu Karl V. und seinem Bruder Ferdinand I. und zur Geschichte der Habsburger. Dabei ist allerdings zwischen einer dynastischen Zusammengehörigkeit und einer staatsrechtlichen Zugehörigkeit zu Spanien zu unterscheiden. Tirol gehörte nicht unmittelbar zu Spanien oder zu dessen Kolonialreich. Es war vielmehr ein habsburgisches Erbland und war nach der Aufteilung der habsburgischen Erbschaftsgebiete durch dieselbe Dynastie und durch zahlreiche Heiratsverbindungen eng mit dem spa-

Haller Taler von 1528, der auf der Vorderseite die Huldigung Ferdinands I. durch die Einwohner Tirols zeigt. Rechts und links von Ferdinand I. hoch zu Ross sind zwei Vertreter des Adels mit Fahnen zu sehen. Im Vordergrund vier kniende bittende Vertreter des Bauernstandes, was wohl dem spanischen Brauch, aber nicht den Gepflogenheiten der freien Tiroler Bauern entsprach. Durchmesser von ca. 40 bis 41 mm.
nischen Zweig verbunden. Das mangelnde Verständnis Ferdinands I., der nach 1521 Tirol regierte und die Freiheiten der mit Sonderrechten ausgestatteten Bauern nicht respektierte, führte 1526 zum Bauernaufstand.
Verbindung zwischen Geschichte und Fußball Ein Wahlspruch aus dem 16. Jahrhundert begleitet heute noch die erfolgreichste
Fußballnation der Welt. Auf deutsch bedeutet „Plus ultra“ „Immer weiter“, „Noch darüber hinaus“ oder „Weiter als bisher“. Es war bewusst als Gegenentwurf zu einer alten Warnung gedacht. In der Antike galten die Säulen des Herkules an der Straße von Gibraltar als das Ende der bekannten Welt. Der Legende nach sollte die Inschrift „Non plus ultra“ die Seefahrer davor warnen, den Atlantik zu überqueren. Mit den Entdeckungsfahrten des Christoph Co-

Spanisches Wappen mit den Säulen des Herakles als Schildhalter, umgeben vom Spruchband „Plus ultra“.
lumbus (ab 1492) und anderer Seefahrer änderte sich dieses Weltbild grundlegend. Karl V. machte deshalb aus dem „Non plus ultra“ ein selbstbewusstes „Plus ultra“. Das neue Motto sollte ausdrücken, dass der Mensch Grenzen überwinden, Neues entdecken und seinen Horizont erweitern kann. Es wurde zum Symbol für Mut, Fortschritt und die Bereitschaft, unbekannte Wege zu gehen.
„Plus ultra“ – ein wichtiger Bestandteil des spanischen Staatswappens
Dort erscheint das Motto auf einem Band, das sich um die zwei Säulen des Herkules windet. Jeder Spanier begegnet diesem Symbol regelmäßig, etwa auf offiziellen Dokumenten, an öffentlichen Gebäuden oder auf spanischen Münzen. Dennoch kennen viele Spanier die historische Bedeutung des Wahlspruches nicht mehr im Detail. Auch bei Fußballweltmeisterschaf-
ten spielt dieses Motto indirekt eine Rolle. Die spanische Nationalmannschaft trägt das Staatswappen auf ihrem Trikot und damit ist auch „Plus ultra“ Bestandteil ihrer offiziellen Symbolik.
Millionen Zuschauer:innen sehen dieses Wappen während jeder Weltmeisterschaft, ohne zu ahnen, welche Geschichte sich dahinter verbirgt. Während über Taktik, Aufstellungen und Tore diskutiert wird, bleibt das historische Erbe meist unbeachtet. Dabei passt die Botschaft des Mottos hervorragend zum internationalen Sport. Eine Weltmeisterschaft lebt davon, Grenzen zu überwinden, nicht nur geografische, sondern auch sportliche und kulturelle. Spieler versuchen, ihre persönlichen Grenzen zu verschieben, neue Rekorde aufzustellen und über sich hinauszuwachsen. Genau diese Idee steht hinter dem Wahlspruch „Plus ultra“.

Spanisches Nationalwappen mit dem Motto „Plus ultra“ auf dem Trikot der Fußballmannschaft.


Wohnen am Park in Auer ist ein exklusives, bezugsfertiges Wohnensemble von Pohl Immobilien, das modernen Luxus direkt neben der historischen Villa Auerheim und der idyllischer Parkanlage vereint.
Das architektonisch anspruchsvolle Neubauprojekt umfasst 11 erstklassige Wohneinheiten und verbindet den Charme vergangener Zeiten mit zukunftsweisendem, nachhaltigem Wohnkomfort im Herzen des Südtiroler Unterlands.
Wo historische Eleganz auf modernen Stil trifft Suchen Sie das Besondere? Einen
Rückzugsort, der Ruhe und Natur bietet, ohne auf die Vorzüge einer perfekten Infrastruktur zu verzichten? Pohl Immobilien präsentiert Ihnen „Wohnen am Park“ – ein architektonisches Juwel in der charmanten Marktgemeinde Auer. Direkt neben der geschichtsträchtigen Villa Auerheim aus dem 19. Jahrhundert entstanden, formt dieses exklu-
sive Ensemble eine harmonische Brücke zwischen Gestern und Morgen. Erleben Sie gehobene Lebensqualität in einer der sonnigsten Regionen Südtirols.
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schützten, überdachten Balkon (Loggia), eine Terrasse oder einen eigenen privaten Gartenanteil im Erdgeschoss.
• Zukunftssichere SmartHome-Technologie: Alle Einheiten sind serienmäßig mit einer Basis-Ausstattung für modernste Haussteuerung ausgestattet.
• Komfort-Infrastruktur: Eine geräumige Tiefgarage und Kellerräume im Untergeschoss sowie ebenerdige Besucherparkplätze am Eingang sorgen für maximalen Komfort.
• Nachhaltigkeit: Innovatives Energiekonzept für niedrige Nebenkosten und ein gesundes Raumklima.
Das Projekt auf einen Blick
• Objekttyp: Luxuriöses Wohnensemble (Neubau)
• Einheiten: Insgesamt nur 11 exklusive Wohneinheiten
• Wohnungstypen: Durchdachte 2- und 3-Zimmer-Wohnungen
• Wohnflächen: Großzügige Schnitte von ca. 46 m² bis 111 m²
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BRIEF AUS ROM
Mario Roggero, der zu vierzehn Jahren Haft verurteilte Juwelier aus der Provinz Cuneo lässt die Gemüter höherschlagen. Kaum hat sich die Kerkertür geöffnet, leitet Justizminister Nordio schon die Ermittlungstätigkeit im Begnadigungsverfahren ein und muss vom Staatspräsidenten persönlich daran erinnert werden, dass die Begnadigung Sache des Präsidenten und nicht der Regierung oder des Justizministers ist, noch bevor sich die Kerkertür schließt, erklärt er unmissverständlich, was er, der rechtskräftig Verurteilte, sich vom Staatspräsidenten erwartet und kaum hat sich Kerkertür hinter Roggero geschlossen, ist schon der Präsident der Justizkommission in der Abgeordnetenkammer zu Besuch bei ihm und sichert ihm auch legislative Unterstützung zu. Selbstverständlich steht auch General Vannacci hinter Roggero und ebenso selbstverständlich ist Salvini an seiner Seite. Die Rechtsparteien überholen sich rechts in ihren Solidaritätsbekundungen zu dem bewaffneten Juwelier. Dabei wollen sie nicht wahrhaben,
dass Roggero nicht in Notwehr gehandelt hat, um eine aktuelle Bedrohung von Leben und Eigentum abzuwenden, sondern die Täter, die sein Geschäft bereits verlassen haben, verfolgt und niedergestreckt hat. Der Gemütszustand des Juweliers mag durchaus nachvollziehbar, das Begehren, die Kriminellen nicht ungeschoren ziehen zu lassen, kann verständlich sein, aber es ging ihm nicht darum, zu vermeiden, dass die Täter unerkannt flüchteten, sondern es ging um Vollstreckung. Und es ist nun einmal so, dass ein Rechtsstaat dies nicht tolerieren kann, ohne seine Autorität definitiv einzubüßen und zur Randfigur in Fragen der Sicherheit seiner Bürger zu werden. Ein Staat, der diese Art von Selbstjustiz duldet oder gar noch unterstützt, verliert die Kontrolle über die öffentliche Ordnung und Sicherheit und spielt keine Rolle mehr in einem Gemeinwesen, das sich unweigerlich zum Chaos entwickelt, in dem sich letztendlich nur noch der Stärkere (oder besser Bewaffnete) durchsetzen wird. Eine andere Diskussion ist es hingegen,
ob vierzehn Jahre Haft angesichts der Umstände nicht doch hoch gegriffen sind und ob ein Rechtssystem, das den Tätern, denn das sind sie, Schadensersatz für eine ungerechtfertigte Hinrichtung zuerkennt, noch vermittelbar ist. Dies sind gerechtfertigte Fragen im Rahmen einer objektiven Diskussion, die kompromisslose Parteinahme durch einen General, der in die Politik geht, kommunikative Radikalisierung betreibt und sich in einem durch künstliche Intelligenz generierten Video als römischer Kaiser aufführt, ist hingegen höchst bedenklich. Wehret den Anfängen …


… hier in Rom und anderswo, am 21. Juli 2026, Manfred Schullian
BRIEF AUS DEM LANDTAG
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
jetzt isch es nimmer hoakel - so sagt man bei uns, wenn einen etwas so negativ erstaunt, dass einem fast die Worte wegbleiben. Die Abtrennung von Aldein und der rechten Seite des Etschtales vom Wahlkreis Bozen-Unterland ist eine echte politische Schweinerei. Ausgegangen vom Abgeordneten Urzì und mit dem ursprünglichen Konsens der SVP, musste schon viel Protest aufgeboten werden, und es mussten schon die Bürgermeister:innen mit Trauerflor aufmarschieren, damit man nun einen lauwarmen Schritt zurück macht und sich zu einer (erbärmlichen!) Gegenstimme im Senat aufrafft. Die wird nicht viel nutzen. Wenn die Reform durchgeht, dann gehört dieser Wahlkreis in Zukunft dem italienischen Rechtslager. Der Zynismus und die Unverfrorenheit dieser Operation ist schlimm genug. Was aber noch schwerer wiegt, ist die Frage der Repräsentanz, und damit der Demokratie.
Denn der Süden Südtirols war immer schon anders als der Rest. Bei uns kommt das zu-
sammen, was anderswo getrennt oder gar nicht ist. Das Urbane und das Ländliche. Der Berg und die Talsohle. Die Alm und die Autobahn. Und, ja, das Deutsche und das Italienische. Mez per sort, ist ein liebevoll-gehässiger Ausdruck dafür, was uns ausmacht. Deshalb war der Senatskreis im Süden bisher auch der einzige Ort, wo es in Südtirol noch echte Wahlen für das Parlament gab, wo auch Überraschungen möglich waren. Im Süden Südtirols wählte man auch ohne größere Probleme über die Grenzen der Sprachgruppen hinweg. Peterlini wurde von Italiener:innen ebenso gewählt wie Palermo oder Spagnolli von deutschsprachigen Unterlandler- und Überetscher:innen.
Politik ist immer auch eine Machtfrage. Wenn aber politischer Eigennutz wichtiger ist als die Repräsentanz der Bevölkerung, dann ist das ein Schaden an der Demokratie. Und der ist nicht wieder gutzumachen.

Südtiroler Landtag


Ziemlich besorgt grüßt Sie
Brigitte Foppa
Wie schon berichtet, müssen Steuerpflichtige, die Bestände an Kryptowährungen halten, in Italien umfangreiche Meldepflichten in der jährlichen Steuererklärung erfüllen. Zusätzlich sind alle Dienstleister, die den Handel mit Kryptowährungen anbieten, zu Meldungen verpflichtet. Die italienische Steuerbehörde (Agenzia delle Entrate) hat mit einer kürzlich erlassenen Verordnung die operative Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8 und des OECD-Rahmenwerks CARF besiegelt, wodurch die Anonymität im Krypto-Sektor faktisch beendet wird. Künftig sind Steuerzahler nicht mehr nur selbst zur Angabe ihrer Kryptobestände in der Steuererklärung verpflichtet, sondern strukturierte Datenströme der Dienstleister, über die der Handel mit Kryptowährungen abgewickelt wird, werden direkt an den italienischen Fiskus gemeldet. Zur Datenübermittlung sind alle Krypto-Dienstleister verpflichtet, die in Italien zugelassen sind, dort operieren oder eine Betriebsstätte unterhalten. Befreit sind nur Akteure, die gleichwertige Pflichten bereits in einem anderen EU-Staat oder einem qualifizierten Drittstaat erfüllen. In diesen Fällen er-
hält der italienische Fiskus die Informationen über das ausländische Steueramt. Konkret müssen die Dienstleister für jeden Nutzer Identifikationsdaten, Steuerwohnsitz, Steuernummer sowie Geburtsdaten übermitteln, bei juristischen Personen zudem Angaben zu den wirtschaftlich Berechtigten. Pro Krypto-Anlage werden aggregiert Beträge, Einheiten und die Anzahl der Transaktionen gemeldet –dies umfasst Käufe und Verkäufe gegen Fiat-Währungen, Krypto-zu-Krypto-Täusche sowie Transfers, selbst an Krypto-Wallets außerhalb bekannter Intermediäre. Die italienische Finanzpolizei intensiviert zudem ihre Kontrollen bezüglich nicht erklärter Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen. Die Ermittlungen betreffen nicht nur Gewinne seit Einführung der ausdrücklichen Regelungen zur Besteuerung von Kryptowährungen im Jahr 2023, sondern reichen bis 2021 zurück. Untersucht werden unter anderem hohe oder wiederkehrende Transaktionsvolumen, besonders große Wallet-Bestände, häufige Übertragungen zu oder von Kryptobörsen sowie Abweichungen zwischen den festgestellten Aktivitäten und den abgegebenen Steuererklärun-
gen. Da eine Wallet-Adresse allein keine eindeutige Identifizierung ermöglicht, versuchen die Ermittler festzustellen, welche Person tatsächlich hinter einem Wallet steht und ob eine Verbindung zu Italien besteht. Dazu werden Daten von Kryptodienstleistern, die für den Plattformzugang verwendeten IP-Adressen sowie Banküberweisungen zwischen Kryptoplattformen und italienischen Konten miteinander verknüpft. Im Falle unterlassener Angaben und nicht erklärter Veräußerungsgewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen drohen empfindliche Strafen. Es ist daher äußerst ratsam, die eigene Position zu prüfen und im Falle von Unterlassungen die Abgabe nachträglicher Steuererklärungen unter Anwendung reduzierter Strafen ins Auge zu fassen.


Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com
EINBLICKE VOM FINANZBERATER
Sparen mit System:
Warum ETF-Sparpläne immer mehr Anhänger
Für den langfristigen Vermögensaufbau setzen immer mehr Menschen auf ETF-Sparpläne. Das überrascht kaum: Sie sind unkompliziert, kostengünstig und flexibel – und bieten eine einfache Möglichkeit, Schritt für Schritt Vermögen aufzubauen, ohne umfangreiches Börsenwissen mitbringen zu müssen. Das Konzept ist denkbar einfach: Jeden Monat wird automatisch ein zuvor festgelegter Betrag in einen ETF (Exchange Traded Fund) investiert. Ein solcher Fonds bildet die Entwicklung eines Börsenindex wie des DAX, des MSCI World oder anderer internationaler Märkte nach. Statt in einzelne Aktien zu investieren, beteiligen sich Anleger breit gestreut an ganzen Märkten. Diese breite Diversifikation sorgt für eine wirksame Risikostreuung – und der Sparplan läuft dabei ganz automatisch. Ein wesentlicher Vorteil von ETFs ist ihre passive Verwaltung. Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds werden sie nicht aktiv von Fondsma-

nagern gesteuert, sondern folgen automatisch ihrem jeweiligen Index. Dadurch entfallen hohe Managementgebühren, die laufenden Kosten bleiben gering und die Renditechancen können sich langfristig positiv entwickeln.
Auch bei der Flexibilität punkten ETF-Sparpläne. Die monatlichen Sparbeträge können jederzeit erhöht, reduziert, pausiert oder vollständig beendet werden – ganz ohne Vertragsbindung oder Kündigungsfristen. Das macht sie besonders interessant für Menschen mit wechselndem Einkommen oder sich verändernden Lebenssituationen.
Fazit: Wer einfach, kostengünstig und langfristig Vermögen aufbauen möchte, trifft mit einem ETFSparplan eine moderne und zuverlässige Wahl. Er eignet sich ideal für alle, die ihre finanzielle Zukunft Schritt für Schritt absichern möchten.
Mit ETFs Schritt für Schritt Vermögen aufbauen.
Donnerstagabend im Bozner Süden: Zwischen den ehemaligen Industriehallen stehen Menschen mit Getränken in der Hand, Musik zieht über die Piazza, Projektionen erscheinen auf den Fassaden. Nur wenige Schritte entfernt befinden sich Labore, Büros und Werkstätten.

Der NOI Techpark ist Südtirols Innovationsviertel. Auf dem weitläufigen Areal der ehemaligen Bozner Aluminiumwerke arbeiten Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups und Hochschulen an Themen wie Energie, Lebensmitteltechnologie, Automatisierung, Digitalisierung und nachhaltigem Bauen. Für viele Menschen bleibt ein solcher Ort jedoch zunächst abstrakt: Man weiß, dass dort Innovation stattfindet, hat aber kaum einen konkreten Anlass, das Gelände zu betreten. Das Sommerprogramm verändert diese Wahrnehmung. Es macht den NOI Techpark nicht nur als Arbeitsort, sondern auch als Teil der Stadt erfahrbar. Seit 2022 öffnet sich das Areal mit „Summer at NOI“ während der Sommermonate gezielt für Kunst und Kultur. Seit 2023 gestalten auch
jüngere lokale Kulturkollektive einzelne Abende mit und bringen ihre künstlerischen Handschriften, Szenen und Netzwerke ein. Seit 2024 erfolgt diese Zusammenarbeit gemeinsam mit Freie Kultur/Cultura Libera, der Dachorganisation der unabhängigen Südtiroler Kulturszene. Dadurch wird das Programm nicht allein innerhalb einer Institution entwickelt. Es entsteht im Austausch mit Akteurinnen und Akteuren, die selbst Veranstaltungen organisieren, Musik produzieren, Freiräume schaffen und neue kulturelle Formate erproben. Diese Konstellation ist in Südtirol noch immer ungewöhnlich. Forschung, Technologie und Wirtschaft treffen auf elektronische Musik, Jazz, Tanz, Performance und digitale Kunst. Dabei wird Kultur nicht nachträglich als Unterhal-
tung hinzugefügt. Sie erhält die Möglichkeit, Räume anders zu lesen, Arbeitswelten zu öffnen und Menschen zusammenzubringen, die sich im Alltag nur selten begegnen würden. NOI Techpark-Mitarbeitende treffen auf Clubpublikum, Studierende auf Familien, Kunstschaffende auf Forschende und neugierige Besucher:innen auf Menschen, die täglich auf dem Gelände arbeiten. Innovation entsteht schließlich nicht ausschließlich durch technische Entwicklung. Sie braucht Vorstellungskraft, überraschende Perspektiven und die Bereitschaft, bestehende Ordnungen zu hinterfragen. Kunst kann dafür einen produktiven Freiraum schaffen. Sie muss nicht sofort eine anwendbare Lösung liefern, sondern darf ausprobieren, irritieren und neue Fragen stellen. Gerade dar-
in liegt eine Verbindung zur Forschung: Auch sie beginnt häufig dort, wo Gewohntes nicht mehr ausreicht und Unbekanntes untersucht werden soll.
Clubbing unter freiem Himmel
Das Programm 2026 hat diese Mischung bereits in unterschiedlichen Formen sichtbar gemacht. Den Auftakt gestaltete am 4. Juni das Kollektiv Supermarket. Parallel führte eine NOI Inspiration Tour durch die Architektur, Geschichte und Kunst des Areals. Am 18. Juni verband Zeitgeist elektronische Musik mit Performance, visuellen Elementen und experimentellen Bühnensituationen. Das Südtirol Jazzfestival eröffnete am 26. Juni im Techpark und kehrte am 4. Juli mit einem weiteren Konzert zurück. Dazwischen verwandel-

te AMA am 2. Juli die Piazza in einen spielerischen und partizipativen Raum, in dem das Publikum nicht nur zusah, sondern selbst Teil des Abends werden konnte. Am 16. Juli brachte Hospiz elektronische Clubkultur auf das Gelände. Der Abend zeigte, dass eine Szene, die gewöhnlich mit Nachtstunden und abgeschlossenen Veranstaltungsräumen verbunden wird, auch unter freiem Himmel und innerhalb eines institutionellen Umfelds funktionieren kann. Dabei entstand keine bloße Nachbildung eines Clubs, sondern eine Begegnung zwischen unterschiedlichen Nutzungen des Ortes: Arbeitsumgebung, öffentlicher Platz, Tanzfläche und kulturelles Experiment gingen für einige Stunden ineinander über. Die Resonanz ist bemerkenswert. Bei einzelnen Veranstaltungen
kamen an einem gewöhnlichen Donnerstagabend bis zu rund 1.000 Besucherinnen und Besucher. Mit einem solchen Zuspruch war zu Beginn der Zusammenarbeit kaum zu rechnen. Die Zahlen zeigen, dass ein großes Interesse an zugänglichen Formaten besteht, die unterschiedliche Milieus verbinden und zeitgenössische Kultur nicht ausschließlich in klassischen Konzertsälen oder Kunstinstitutionen verorten. Zugleich profitieren die beteiligten Kollektive von einer Sichtbarkeit, die weit über ihr gewohntes Publikum hinausreichen kann. Am 21. Juli führte Tanz Bozen/ Bolzano Danza die Verbindung von Kunst und Technologie weiter. Zeitgenössischer Tanz traf auf digitale und virtuelle Räume und machte erfahrbar, wie technische Systeme körperliche Be-

wegungen beeinflussen können. Am 30. Juli übernahm TakeOne das Gelände. Das Kollektiv verbindet elektronische Musik mit digitalen Live-Formaten und Fragen zur Zukunft der lokalen Nachtkultur. Parallel lud eine weitere NOI Inspiration Tour dazu ein, das Innovationsviertel jenseits seines Arbeitsalltags kennenzulernen. Den Abschluss des Sommerprogramms bildet am 17. September Transart26. Das Festival steht traditionell für Produktionen an den Übergängen von Musik, Performance, Installation und technologischem Experiment und passt damit konsequent an diesen Ort. Kunst und Kultur waren seit jeher wichtige Träger gesellschaftlicher und technischer Erneuerung. Sie entwickelten neue Darstellungsformen, griffen früh auf neue Medien zurück und
machten Veränderungen sichtbar, lange bevor diese im Alltag selbstverständlich wurden. Am NOI treffen diese Fähigkeiten auf Forschung, Unternehmertum und angewandte Technologie. Daraus entsteht ein Umfeld, in dem Innovation nicht nur als wirtschaftlicher oder technischer Fortschritt verstanden wird, sondern auch als kulturelle und soziale Aufgabe. „Summer at NOI“ zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn ein Innovationsviertel seine Türen öffnet und Kultur nicht am Rand, sondern mitten im Geschehen verankert. Der Techpark wird dadurch nicht weniger wissenschaftlich oder technologisch. Er wird zugänglicher, vielfältiger und ist stärker mit der Stadt und ihren Menschen verbunden.
Philipp Kieser







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Regie: Mona Kraushaar
Lichtgestaltung: Luca Bellemo
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Künstlerische Leitung: Katharina Gschnell
Lichtgestaltung: Luca Bellemo Künstlerische Leitung: Katharina Gschnell
Besetzung: Linda Covi, Emil Lug, Sebastian von Malfèr, Christoph Griesser, Janine Wegener, Georg Kofler, Helmuth Mederle, Alexander Rainer, Mia Nicolussi, Anton Steiner Über das Stück: zwischen Fahrgeschäften, Musik und dem Rausch des Volksfestes gerät die Liebe von Kasimir und Karoline ins Wanken. Kasimir ist entlassen worden und verliert sich zunehmend in seiner Verzweiflung, in Karoline hingegen keimt der Wunsch nach einem besseren Leben und gesellschaftlichen Aufstieg. Während das Fest um sie herum immer ausgelassener wird, treiben die beiden immer weiter auseinander.
Besetzung: Linda Covi, Emil Lug, Sebastian von Malfèr, Christoph Griesser, Janine Wegener, Georg Kofler, Helmuth Mederle, Alexander Rainer, Mia Nicolussi, Anton Steiner Über das Stück: zwischen Fahrgeschäften, Musik und dem Rausch des Volksfestes gerät die Liebe von Kasimir und Karoline ins Wanken. Kasimir ist entlassen worden und verliert sich zunehmend in seiner Verzweiflung, in Karoline hingegen keimt der Wunsch nach einem besseren Leben und gesellschaftlichen Aufstieg. Während das Fest um sie herum immer ausgelassener wird, treiben die beiden immer weiter auseinander.
Premiere: 03. August 2026
Premiere: 03. August 2026
Weitere Vorstellungen im August 2026: 05., 06., 10., 11., 13., 14., 17., 18., 20., 21., 24. und 25. Beginn: 21 Uhr
Weitere Vorstellungen im August 2026: 05., 06., 10., 11., 13., 14., 17., 18., 20., 21., 24. und 25. Beginn: 21 Uhr Ort: Schulhof der deutschen Grundschule Neumarkt
Ort: Schulhof der deutschen Grundschule Neumarkt
Kartenreservierung: bevorzugt ONLINE: www fsu-neumarkt com
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