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PLUS 04 vom 07/04/2026

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Liebe Leserinnen und Leser!

Die Demokratie steht unter Druck. Diese Tatsache hat am 28. Februar mehrere tausend Menschen auf die Straßen unserer Landeshauptstadt getrieben, um dort gegen eine von Faschisten organisierte Demonstration zu protestieren. Spätestens dieses Ereignis dürfte auch jene, die sich sonst wenig mit Politik beschäftigen, zum Nachdenken angeregt haben. Was uns der Tag gezeigt hat, was von ihm bleibt und wie sicher wir uns in unserem demokratischen System fühlen können, habe ich in einem Interview mit der Politikwissenschaftlerin Katharina Crepaz von der Eurac aufgegriffen.

Darüber hinaus ist diese Ausgabe thematisch vielfältig: Wir haben Theaterluft geschnuppert, über die verschiedenen Rollen philosophiert, die ein Mensch im Laufe seines Lebens einnimmt, und spannende Persönlichkeiten porträtiert – darunter die ehemalige Kinderärztin Hildegard Campidell sowie den Bozner DJ Emil Montel. Ich wünsche Ihnen eine abwechslungsreiche und anregende Lektüre.

SPEZIAL

IMPRESSUM

PLUS | Industriestr. 1/5, 39011 Lana | Tel. 0473 05 10 10

Eigentümer und Herausgeber: Bezirksmedien GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Nr. 19/93; Eintragung im ROC Nr. 3226/1994

Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner

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Redaktion: Sarah Meraner, Walter J. Werth, Flora Brugger, Remo Demanega, Phillipp Kieser, Karl Psenner, Robert Adami

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Grafik: Markus Ladurner, grafik.plus@bezirksmedien.it

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„DIE DEMOKRATISCHE RESILIENZ STÄRKEN“

Faschistische Parolen auf der einen, tausendfache Gegenstimmen auf der anderen Seite: Der 28. Februar zeigte, wie sichtbar politische Spannungen auch in Südtirol geworden sind. War dieser Tag der Beginn eines neuen demokratischen Bewusstseins?

„Pass auf dich auf“, sagt mir mein Papa noch am Telefon, bevor ich mich auf den Weg nach Bozen mache. Er muss sich keine Sorgen machen, denke ich. Trotzdem bin ich etwas aufgeregt, denn es wird ein ungewöhnlicher Tag in der Landeshauptstadt. Das zeigt sich, sobald ich vor Ort ankomme: Trommelmusik, ein ungewohnt großes Aufgebot an Polizei, viele Menschen haben sich versammelt. Die Stimmung liegt irgendwo zwischen Besorgnis, Unsicherheit und Neugier. Wie viele werden es werden? Wie viele auf welcher Seite? Ein paar Hundert? Tausend vielleicht? Wie wird die Stimmung an diesem Nachmittag werden? Wird es zu Auseinan-

dersetzungen kommen?

Es ist der 28. Februar 2026, ein vielleicht für Südtirol geschichtlich nicht ganz irrelevantes Ereignis. Denn an diesem Tag gibt es in Bozen eine Demo von sich offen bekennenden Faschisten aus Südtirol und Norditalien, die sich für Remigration aussprechen, und an einem anderen Treffpunkt haben sich gleichzeitig mehrere tausend Menschen versammelt, um sich gegen den Faschismus zu stellen. Eines muss man sagen: Demonstrationen sind hierzulande definitiv nicht besonders hoch im Kurs – und die Anzahl der Demonstrierenden ist wohl eher immer bescheiden. Nicht, dass es nichts gäbe, worüber man sich

echauffieren könnte … Die Gegendemo am letzten Februartages hingegen wird – wie viele Medien später berichten werden – so viele Menschen versammeln, wie es bisher noch keine vorher getan hat. Von 2.000 und sogar von 5.000 Gegendemonstrant:innen war die Rede, die korrekte Zahl müsste wohl irgendwo dazwischen liegen. Die Leute, mit denen ich an diesem Tag spreche, sind vor allem eins: überrascht und erleichtert, dass sich so viele Menschen offen zur Demokratie und den Grundrechten der Menschen bekennen. An diesem Tag haben die demokratischen Grundwerte gesiegt – doch reicht das in der aktuellen gesellschaftspolitischen Lage aus? Was

bleibt vom 28. Februar? Und wie steht es wirklich um unsere Demokratie? Inzwischen ist über ein Monat vergangen. Ich habe mit Katharina Crepaz, Politikwissenschaftlerin an der Eurac, über Demokratie, den 28. Februar und über reale gesellschaftliche Gefahren gesprochen.

Frau Crepaz, welche Chancen haben Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt eigentlich noch? Und wie stark ist die extreme Rechte wirklich? Man darf die Chancen nicht aufgeben – wenn wir das tun, dann sind wir sowieso schon verloren. Wir leben in einem sehr komplexen Zeitalter mit unterschiedlichen Herausforderun-

BOZEN

gen: der geopolitischen Lage, dem sozialstaatlichen Abbau und angenommenen Bedrohungslagen. All das spielt den Rechten in die Karten. Sie liefern einfache und plakative Antworten auf komplexe Fragen – das spricht die Menschen an. Es ist einfacher zu glauben „die Ausländer:innen sind schuld“, als eine differenzierte Betrachtungsweise anzunehmen. Aktuell ziehen uns also viele Kräfte in die entgegengesetzte Richtung – vor allem im Social-Media-Universum ist die extreme Rechte sehr stark. In Deutschland war die AfD die erste Partei, die die Kommunikation über TikTok richtig gut aufgegriffen hat, hierzulande ist es die Südtiroler Freiheit. Diese Parteien besetzen diese Räume, in denen Informationsbildung vor allem für junge Leute stattfindet, sehr gut.

Welche Rolle spielen Angst, Kontrollverlust oder Identitätsfragen?

Man hat diese Bruchlinie zwischen Modernisierungsgewinnern und Modernisierungsverlierern in der Politikwissenschaft schon länger analysiert: Die Gewinner sind meist jüngere, offene, kosmopolitische, europäisch ausgerichtete Menschen. Die Modernisierungsverlierer sind hingegen jene, die sich von gesellschaftlichen Entwicklungen oder Dingen wie Diversität eher bedroht fühlen. Sie gehen in einen Rückzugskampf, im Sinne von: „Wir müssen unsere Position verteidigen“.

Es gibt sicher gesellschaftliche Entwicklungen, die alle als bedrohlich empfinden, etwa dass wir aus einem Zeitalter des Friedens vielleicht wieder in Richtung eines Kriegzeitalters zusteuern oder der Klimawandel, der alle betreffen wird.

Warum finden rechte Parteien so einen großen Anklang?

Man muss sagen, dass die Rechten ein starkes inklusives Potential haben – zumindest für die eigene Gruppe. Deshalb hört man immer wieder Sätze

wie: „Ihr seid das Volk. Man muss euch gut behandeln. Ihr habt recht mit euren Forderungen“ usw. Es ist ein inklusiver Raum für die Zielgruppe, den diese in der Gesellschaft sonst nicht mehr so wahrnimmt.

Sie schaffen im Grunde also ein Gemeinschaftsgefühl und stärken dieses … Genau. Es ist ein den anderen Gegenüber exkludierendes Gemeinschaftsgefühl, also ein starkes WIR, das aber nur davon lebt, dass es ein SIE gibt. Es ist nicht nur ein „Ihr dürft sein, wie ihr seid“, sondern vor allem eine klare Abgrenzung gegenüber den anderen, die in irgendeiner Form anders sind.

Wie ordnen Sie die große Gegendemonstration vom 28. Februar ein? Glauben Sie, dass diese Demo die Demonstrationslust der Südtiroler:innen geweckt hat?

Das Besondere an dieser Demonstration war, dass sie sehr breit aufgestellt war: Sie wurde von sehr vielen verschiedenen Organisationen, Gewerkschaften und Vereinen mitgetragen –für Südtirol sicherlich ein Novum. Die Protestkultur hierzulande ist ja sonst nicht so ausgeprägt. Vielleicht war es dieses Mal deshalb anders, weil man die Bedrohung der Demokratie stärker wahrgenommen hat. Weil sie plötzlich vor der eigenen Haustür passiert.

Wo liegen aktuell die größten Fehleinschätzungen in der öffentlichen Debatte bezüglich Rechts- und Linksextremismus?

Man nennt das die sogenannte Hufeisentheorie, wenn man davon spricht, dass es nicht nur die eine, sondern auch die andere Seite gibt. Man sagt, der Linksextremismus ist genauso schlimm wie der Rechtsextremismus – diese Theorie lässt sich anhand der vielen Zahlen und Statistiken allerdings nicht halten. Vor allem wenn man sich in Südtirol umschaut, sind es hier vor allem rechtsextreme Gruppierungen, in die meist junge Menschen abrutschen. Dass beide Seiten

als gleich stark und gleich gefährlich dargestellt werden, ist eine Problematik, der man sich stellen muss. Vor allem, weil das rechte Spektrum viel präsenter und vor allem salonfähiger geworden ist. Das sieht man am Begriff „Remigration“, den manche unserer Politiker:innen ohne Probleme wiedergeben. Dabei kommt der Begriff ja aus dem Mund von jemandem, der eine Bewegung anführte, die teilweise verboten wurde.

Eine kurze Einordnung. Für die sogenannte „Remigration“ treffen sich am 28. Februar die Faschisten in Bozen. Die meisten, die den Begriff verwenden, tun ihn als harmlos ab. Doch ist er das wirklich? In Deutschland wurde der Begriff 2023 zum „Unwort des Jahres“ gewählt. „Das Wort ist in der Identitären Bewegung, in rechten Parteien sowie weiteren rechten bis rechtsextremen Gruppierungen zu ei-

nem Euphemismus für die Forderung nach Zwangsausweisung bis hin zu Massendeportationen von Menschen mit Migrationsgeschichte geworden“, so die Jury in ihrer Begründung. In der Sozialwissenschaft gibt es den Begriff schon länger. Er kommt vom lateinischen Verb „remigrare“, was so viel bedeutet wie „zurückkehren“, „zurückwandern“. Gemeint war ursprünglich also die freiwillige Rückkehr von Migrant:innen in ihr Herkunftsland. Richtig bekannt wurde der Begriff durch die Neuen Rechten, die ihn neu auslegten – allen voran der rechtsextreme Aktivist und Akteur Martin Sellner. Oft ist die Rede davon, dass ausreisepflichtige Ausländer:innen konsequenter abgeschoben werden sollen – meistens spricht man aber davon, dass Migrant:innen generell abgeschoben werden und sogar, dass Staatsbürger:innen mit Migrationsgeschichte gezwungen werden

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sollen, das Land zu verlassen. Remigration als massenhafte Rückführung von Menschen also – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft oder ihrem individuellen Rechtsstatus.

Gefordert werden in diesem Zusammenhang etwa „Heimkehrzentren“. In Italien gibt es bereits sogenannte „Centri di Permanenza per i Rimpatri“. Die italienische Regierung plant den Ausbau der CPR und hat Mittel aufgestockt, um die Kapazitäten für Abschiebungen zu erhöhen, wobei die Bedingungen der Einrichtungen stark in der Kritik stehen. Berichte von Menschenrechtsorganisationen beschreiben unter anderem unhygienische Zustände, Gewalt, häufige Selbstverletzungen und Suizidversuche unter den Insassen sowie den Einsatz von Psychopharmaka zur Ruhigstellung. Die Frage nach Menschlichkeit stellt sich hier mit besonderer Dringlichkeit. Staaten haben das Recht, Migration zu regulieren und Rückführungen durchzuführen. Doch dieses Recht ist nicht grenzenlos: Es ist gebunden an rechtsstaatliche Prinzipien, an die Würde des Menschen und an internationale Abkommen. Beschönigende Narrative und Verharmlosungen von Begriffen wie „Heimkehrzentren“ und „Remigration“, die eindeutig gegen diese Prinzipien verstoßen, ändern nichts an

dem, was sie sind: Instrumente einer Politik, die auf Ausgrenzung, Zwang und systematische Entrechtung abzielt.

Frau Crepaz, wie kam es dazu, dass solche Begrifflichkeiten und klar rechts orientierte Einstellungen wieder in den Mainstream-Diskurs einsickern konnten?

Ich denke, der erste Kipppunkt war das Erstarken der rechtspopulistischen Parteien überall in Europa –einerseits durch die Flüchtlingskrise und andererseits durch die Coronapandemie, einer Zeit, in der antisystemische Menschen „abgeholt“ wurden – also Menschen, die sonst nichts mit rechter Politik zu tun hatten, aber von ihr mitgenommen wurden, weil sie gegen die damaligen Maßnahmen waren. Diese Gemeinsamkeit hat sicherlich dazu geführt, dass die rechten Parteien in einem neuen Pool an Wähler:innen fischen konnten.

Welche Verantwortung tragen Medien und Politik, wenn sie Begriffe aus dem rechten Spektrum aufgreifen?

Von Politiker:innen, die diese Begriffe gezielt und ohne Einordnung aufgreifen, ist es eine kalkulierte Entscheidung – und das hat sehr wohl eine Resonanz mit deren Wählerschicht.

Bei den Medien ist es schwierig. Ich glaube, es ist ein Unterschied, wie

man berichtet: Man muss natürlich über Terminologie und Codes informieren, damit eine Einstufung und Differenzierung stattfinden kann. Es sollte also informiert, aber nicht reproduziert werden.

Wie stark und vor allem wie gefährlich sind die jungen rechten Gruppierungen?

Es handelt sich bei diesen rechtsradikalen Gruppierungen um kein isoliertes Phänomen, wie es früher immer wieder mal aufgetaucht ist – die Gruppen heute treten vor allem online gezielt auf und sind international vernetzt. Die sozialen Medien ermöglichen diesen Gruppen eine einfache Vernetzung und eine große Sichtbarkeit. Kontakte zu bereits einflussreichen Gruppen in Deutschland oder Österreich helfen ihnen nicht nur bezüglich Reichweite, sondern auch mit finanziellen Ressourcen. Das ist eine Gefahr, die man nicht unterschätzen sollte. Es sind nicht nur ein paar Jugendliche, die sich im Netz austoben. Ich denke, das kann relativ schnell eine größere Dimension annehmen, als man vielleicht annehmen würde. Damit werden wir uns wissenschaftlich und politisch noch beschäftigen müssen.

Ab April soll eine Studie zu Radikalisierungstendenzen und zur Wahrnehmung von Extremismus starten, gefördert vom

Amt für Jugendarbeit und durchgeführt von der Eurac. Sie erhoffen sich, aus den Ergebnissen Präventionsmaßnahmen ableiten zu können. Ist es für solche Präventionsmaßnahmen nicht bereits zu spät?

In der Studie geht es im Grunde darum, alle Formen von Extremismus zu erfassen – in Südtirol gibt es dazu bisher keinerlei verlässliche Daten. In der Studie werden wir vor allem Jugendarbeiter:innen befragen. Es gab vor 15 Jahren schon mal so eine Studie, allerdings war das noch lange vor der Reichweite von Social Media. Also ist die Ausgangslage jetzt schon eine ganz andere. Wir möchten von den radikalisierend wirkenden Akteur:innen, die online aktiv sind, ein Mapping machen. Diese Studie kann ein Anfang sein, um Schwierigkeiten aufzuzeigen und daraus Handlungsempfehlungen und Präventionsmaßnahmen abzuleiten. Aber es braucht definitiv ein längerfristiges und wiederkehrendes Monitoring, Langzeitstudien also, um gesellschaftliche Entwicklungen zu beobachten.

Wo versagt die Landesregierung in der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Strukturen?

Es könnte sicherlich noch mehr Einsatz geben. Die Erfassung der Radikalisierungen durch die Eurac

© Sarah Meraner

Katharina Crepaz ist seit 2020 bei Eurac Research tätig, zunächst am Institut für Minderheitenrecht, später am Center for Advanced Studies und seit Mai 2023 am Center for Autonomy Experience. Zuvor arbeitete sie von 2015 bis 2020 am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik sowie an der TU München. Als Privatdozentin lehrt sie dort zu Gender und Diversität.

ist nur ein kleines Projekt, um der mangelhaften Datenlage entgegenzuwirken. Das wird nicht ausreichen. In Deutschland oder Österreich gibt es große Autoritarismus-Studien, bei denen geschaut wird, wie der Grad der Polarisierung ist, welche extremistischen Akteure es gibt usw. Eine Zusammenführung und die Systematisierung solcher Daten hierzulande wäre meines Erachtens mal der erste wichtige Schritt. Außerdem geht es natürlich um die politische Ausrich-

tung. Ich persönlich bin der Meinung, dass die meisten Politiker:innen innerhalb der SVP keinen rechten Ideologien angehören, mit den Fratelli d’Italia als Koalitionspartner haben sie sich aber Leute ins Boot geholt, die ganz klar zum rechtspopulistischen Spektrum zählen und entsprechende Positionen vertreten – das ist dann natürlich auch eine Legitimierung.

Aktuell werden Menschen, die sich antifaschistisch äußern, schnell als linksradikal bezeichnet, die Antifa als linksradikale Organisation. Wie sehen Sie das?

Wir haben einen Standard, an dem wir uns alle messen können: Steht jemand innerhalb oder außerhalb des Bogens der bestehenden demokratischen Grundordnung? Im rechten Spektrum gibt es viele, die sich schon klar außerhalb bewegen, die auch offen sagen, dass sie dieses System so nicht mehr möchten. Von linker Seite gibt es sicherlich auch einzelne extremistische Akteure. Man kann von den in Südtirol aktiven antifaschistischen Gruppen aber grundsätzlich nicht behaupten, dass sie die Demokratie überwerfen möchten. Was sie betreiben, ist eher Sensibilisierungsarbeit, zum Beispiel zum Thema Diskriminierung oder zu Veranstaltungen rechter Akteur:innen – aber sicherlich keine Form von gewaltbereiter politischer Radikali-

sierung. Die Verwendung des Begriffs „Linksextremismus“ ist vermutlich oft auch ein Diskreditierungsversuch der anderen Seite.

Was wäre aus Ihrer Sicht aktuell die wichtigste Maßnahme, um die Demokratie aufrechtzuerhalten? Was kann die Bevölkerung tun? Wir müssen versuchen, die demokratische Resilienz zu stärken und in Prävention, politische Bildungsarbeit und Demokratievermittlung investieren – und es braucht mehr Austausch mit Jugendlichen. Es gibt bereits viele Leute, die sich engagieren – es ist wichtig zu zeigen, welche Dinge für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind. Alles, was Menschen zusammenbringt und zum Austausch anregt, kann etwas Positives bewirken. Natürlich hat das demokratische System Probleme, aber wir müssen uns ganz klar vor Augen halten, was die Alternativen sind: Werfen wir einen Blick in unsere Geschichte, wissen wir, was passieren kann, wenn wir uns von diesem System abwenden. Ich glaube, die Demokratie hält viel aus, aber uns muss bewusst sein, dass es auch anders kommen könnte – mit allen Konsequenzen.

Was macht Ihnen persönlich am meisten Sorgen – und was gibt Ihnen Hoffnung?

Als Mutter einer Tochter macht mir

das Online-Phänomen der „Manosphere“ Sorgen (Anm. d. Red.: Sammelbegriff für Online-Communitys, in denen Nutzer antifeministische und frauenfeindliche Ansichten verbreiten). Viele junge Männer werden in diese Vorstellung von männlicher Überlegenheit und Frauenfeindlichkeit hineingezogen. Solche hasserfüllten Internetphänomene haben leider auch einen starken politischen Einfluss, wie man gerade in den USA sieht. Hoffnung geben mir hingegen Menschen, die in die entgegengesetzte Richtung arbeiten und Aufklärung betreiben, zum Beispiel für demokratischen Austausch und Erinnerungskultur. Auch die Demonstration am 28. Februar hat gezeigt: Wenn es eine wahrgenommene Bedrohungslage gibt, stehen viele Akteur:innen auf und nutzen ihre Stimme, um dagegen einzustehen – vielleicht auch jene, die nicht direkt politisch sind. Das ist für Südtirol, das jetzt nicht unbedingt die größte Protestkultur hat, schon ein großes Outcome. Sich seiner eigenen Handlungsmacht bewusst sein, ist ein wichtiges und positives Element für die Demokratie: Wir sind den negativen Entwicklungen nicht ausgeliefert – wenn wir uns zusammenschließen, können wir etwas bewegen.

© Silbersalz
„Ein

ganz normaler Mensch“

19 Schauspielende und eine gemeinsame Rolle: Ein ungewöhnliches Theaterprojekt der Vereinigten Bühnen Bozen in Koproduktion mit dem Südtiroler Theaterverband stellt die Frage nach Identität –und danach, was „normal“ eigentlich bedeutet.

„Alle bitte auf ihre Anfangsposition!“, ruft Regisseur Peter Lorenz. „Ihr schaut ins Publikum, als wäre es ein Spiegel, und tragt euren Lippenstift auf.“ Der Regisseur gibt seinem Ensemble klare Anweisungen. Die braucht es auch, denn immerhin besteht es aus 19 Personen –eine beachtliche Größe für ein Theaterstück. Regieassistentin Theresa Prey ruft alle nacheinander auf, bis die Frauen und Männer in Reih und Glied stehen und sich ihren Lippenstift andächtig auf den Mund streichen. „Ich soll bitte einen ganz nor-

malen Menschen spielen“, sagt eine der Darstellenden. „Ja, was soll das überhaupt sein?“, fragt eine andere. „Was macht ein so ganz normaler Mensch?“, will wieder ein anderer wissen. Eine schwierige Frage, mit der man sich im siebten Stock des Stadttheaters Bozen bewusst auseinandersetzt. Hier finden derzeit die Proben zur Inszenierung „Möglichkeitsmenschen“ statt. An dem Projekt arbeiten seit Herbst 2025 Theaterlaien und -profis aller Altersgruppen gemeinsam. „,Möglichkeitsmenschen‘ wird

eine experimentelle Komödie“, so Lorenz. Das Besondere ist nicht nur die Größe des Ensembles, sondern auch, dass alle 19 Schauspieler:innen ein- und dieselbe Figur spielen, nämlich „Sie“. Trotzdem gibt es eine konkrete Geschichte, in der die Protagonistin zwei Konflikte durchlebt: Zum einen muss sie auf der Bühne jemanden verkörpern, den sie nicht spielen will, und zum anderen scheitert sie in ihrem eigenen Zuhause. Sie verliert sich in komplett unterschiedlichen Rollen – eine Achterbahnfahrt, wie sie vielleicht jede:r in seinem Leben kennt.

Wer bin ich?

Das Thema der eigenen Identität und der vielen Rollen, die man in seinem Leben innehat, beschäftigt auch die Darstellenden des Stücks. Claudia Erlacher vom Südtiroler Theaterverband etwa erzählt, dass sie hier nicht nur für ihre Arbeit am Bezirkstheater viel lernt, sondern

auch privat Einiges reflektieren konnte. Auch für Bruno Demetz ist das Thema nicht neu – er ist überzeugt, dass die eigene Identität immer eine fluktuierende Größe ist. „Einige Rollen im Leben kann man sich nicht aussuchen, aber in dem festgelegten Rahmen haben wir viele Möglichkeiten, unsere eigene Identität zu bilden“, ist der pensionierte Philosophieprofessor überzeugt. Als Ältester und zugleich als Laie im Ensemble ist er neugierig auf dieses Abenteuer Theater – und auf eine Gruppe, die ihm zunächst unbekannt war. Besonders für die 14-jährige Emma Traunmüller sei es anfangs ungewohnt gewesen, mit so vielen Menschen unterschiedlichen Alters zu arbeiten. Sie ist die Zweitjüngste der Gruppe und hat schon viel über sich und das Theater lernen können, wie sie sagt. Dass das Ensemble so vielfältig ist, empfindet sie als Bereicherung. Schauspielerin Sabine Ladurner ist eine der Pro-

fis – und auch ihr macht es großen Spaß zu sehen, wie sich Team und Stück entwickeln. „Unser Regisseur lenkt uns seit Herbst gekonnt durch das Projekt – auch durch seine Fragestellungen.“ Dass es bei so vielen Menschen mit unterschiedlicher Theatererfahrung oft Geduld braucht, ist für sie als Profi kein Problem. „Das hat mit Respekt zu tun“, sagt sie. Die gegenseitige Wertschätzung spürt man in der Gruppe: Man nimmt sich ernst, lacht zusammen, öffnet sich einander. „Die bisherigen Treffen und Proben waren gut und lustig. Es gab viele spannende Begegnungen und ein schönes Miteinander in einem sicheren Rahmen, in dem auch sensible Themen besprochen wurden und man sich verletzlich zeigen konnte“, resümiert der österreichische Regisseur, der in der Arbeit mit einem so großen Ensemble nicht nur eine Herausforderung sieht, sondern auch eine Menge Positives: „Der Charme sind die Menschen. Ihre Energie. Ihre Geschichten.“ Dabei verliert die Gruppe das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen: „Das Schöne ist, dass jede:r die Macken der anderen annimmt und wir gut zusammengewachsen sind. Man möchte für die anderen aber auch gut arbeiten“, so Claudia. „Ein Theaterstück ist eine gemeinsame Verantwortung.“

Raum fürs Lernen – Raum für Spielfreude

Die ersten Szenen. Es gibt mehrere Wiederholungen einzelner Passagen – es geht um Details, um Tempo und Timing, um feine Nuancen in den Bewegungen. Darum, Emotionen stärker spürbar zu machen, damit sie später beim Publikum auch ankommen. Obwohl die Darstellenden in manchen Einheiten alle das Gleiche spielen, bringt jede und jeder die eigene Persönlichkeit ein. „Paradoxerweise ist es genau das, was ich hier lerne: dass es sich immer auszahlt, man selbst zu sein“, lacht Bruno und bezieht diese Aussage auf Theater und Leben gleichermaßen. Im Spannungsfeld mit den anderen finde er sich selbst. Wie wichtig die eigenen Erfahrungen der Beteiligten sind, weiß Peter Lorenz genau. Aus diesem Grund hat er diese nach einem dreitägigen Workshop zu Projektbeginn in das von ihm geschriebene Stück inkludiert – so sollte der Zugang für alle leichter sein. Unterschiede zwischen Laien und Profis mache er keine, so Lorenz, der sieht, wie jede:r voneinander lernt. „Für mich war von Beginn an die Frage wichtig: Wie schaffe ich es, einen Raum zu schaffen, damit alle nebeneinander gleichermaßen glänzen?“ Seine Antwort: Struktur und Sicherheit. So bleibt auch die Lust am Spielen

bei sämtlichen Beteiligten groß –und diese spürt er stark. „Ich gebe Übungen und Räume vor, um Spielfreude zu schaffen, aber auch, damit alle ihre Rollen ausprobieren und selbst ausgestalten können.“

Neben der Hauptfigur haben die Darstellenden noch weitere Rollen inne: von der Eiskönigin und dem Clown über die Erbse und das kleine Ich-bin-Ich bis hin zu Papst, Krebs und Saunameisterin. Nathan Laimer ist angehender Schauspieler und ebenfalls Teil des Ensembles – er findet, dass das Stück auch fürs Publikum deshalb so spannend wird: „Es gibt definitiv jede Menge zu schauen und zu lernen.“ Kein Wunder also, wenn immer wieder die Frage auftaucht: Was ist schon normal? Und vielleicht bringt es Nathan ja auf den Punkt: „Was ich

von ,Möglichkeitsmenschen‘ bisher gelernt habe? Dass man sich mit der Frage nach dem Normalsein selbst ein Bein stellt. ,Normal‘ … Das gibt es nicht.“

Pizza „bianca“ mit Spargel und Erdbeeren

Der Frühling ist da, und das soll man auch schmecken! Er bringt uns auch eine bunte Vielfalt an frischem Gemüse und Obst. Feiner Spargel, knackiger Rhabarber, süße junge Erbsen und frischer Spinat bringen farbige Leichtigkeit und viel Geschmack auf unseren Tisch.

Zutaten für 1 Spargelpizza

- 1 Packung frischen Blech-Pizzateig, 400 g

- 150 g Frischkäse

- 1/2 Bund grüner Spargel geviertelt

- Einige Erdbeeren in Scheiben geschnitten

- 1 kleine rote Zwiebel in Ringe geschnitten

- Etwas Pfeffer gemahlen

Zubereitung

Den Backofen auf 220° C Ober-/Unterhitze vorheizen und den Pizzateig direkt aus dem Kühlschrank verwenden.

Den Fertig-Teig zusammen mit dem mitgerollten Backpapier direkt am Backblech entrollen. Den Frischkäse gleichmäßig darauf verstreichen, dabei einen Rand von ca. 2 cm aussparen.

Die Spargel (längs in 4 Teile geschnitten), Zwiebelringe und Erdbeeren darauf gleichmäßig und abwechselnd verteilen. Mit etwas Pfeffer aus der Mühle würzen.

Die Pizza nun im Backofen 20 - 25 Min. auf unterster Schiene goldbraun backen.

Tipp

Wer keine Erdbeeren auf der Pizza mag, kann diese auch einfach weglassen. Anstelle vom Grünen kann man auch weißen Spargel verwenden.

FRILO, das bedeutet: Vielfalt an Obst und Gemüse bester Güte! Seit über 45 Jahren legen wir größten Wert auf erstklassige Kundenbetreuung.

Unsere Anliegen ist es, einen perfekten Service gepaart mit fairen Preisen an unsere Kunden weiterzugeben.

FRILO-Markt

Großmarkthalle

Schlachthofstraße 29 Bozen

Hähnchenschenkel im Backofen

Die schmackhaften Hähnchenschenkel vom Backblech mit Paprikawürze sind außen knusprig und innen saftig. Die milde Würze ist zudem kinderfreundlich und somit familientauglich.

Zutaten für 4 Personen

4 Hähnchenschenkel

2 TL Paprikapulver, edelsüß

1 TL Salz

1 TL schwarzer Pfeffer

3 EL Pflanzenöl, neutral z. B. Erdnuss oder Sonnenblumenöl

Zubereitung

Den Backofen auf 200° C Ober- / Unterhitze vorheizen und ein tiefes Backblech bereitstellen.

Die Hähnchenschenkel mit einem Küchentuch gut abtupfen und auf das Backblech legen.

Für die Marinade in einer kleinen Schüssel 3 EL Pflanzenöl, 2 TL Paprikapulver, 1 TL Salz und 1 TL schwarzer Pfeffer gut verrühren.

Die Hähnchenschenkel von allen Seiten gut mit der Marinade einpinseln und auf das Backblech legen.

Für ungefähr 45 Minuten auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Backofen geben. Die Schenkel müssen innerhalb dieser Zeit nicht gewendet und nochmal eingepinselt werden. Das spart Energie und sie werden außen knusprig und innen saftig. Zudem kann

man sich in der Backzeit um andere Sachen wie z.B. die Beilagen kümmern.

TIPP: Wer ein Bratenthermometer hat, verwende dies gerne. Der ideale Garpunkt für Geflügel ist 80 °C

Und ein guter Rat zum Schluss: Lassen Sie sich fachkundig beraten. Beim Metzgermeister Oskar Stampfl finden Sie die besten Zutaten für alle Arten von Fleischgerichten und viele leckere Beilagen. Wer es beim Kochen besonders eilige hat, findet auch verschiedene bereits koch- oder essfertig vorbereitete Spezialitäten.

Bozen, Piavestraße 30, Tel. 0471 977193

Prickelnde

Ein besonderer Moment verdient das passende Getränk. Ob für das große Fest oder den unbeschwerten Genuss zwischendurch – unsere Neuzugänge bringen frischen Wind ins Glas und bieten spannende Alternativen für jeden Gaumen.

Der Star im neuen Format:

Winkler Sekt Rosé Extra Brut

Bisher war der Lamm N12 Rosé ein exklusives Vergnügen für die große Runde, da er ausschließlich in der Magnumflasche erhältlich war. Ab sofort gibt es diesen charakterstarken Schaumwein endlich auch in der 0,75l-Flasche.

Die Cuvée aus 60% Blauburgunder und 40% Chardonnay durfte stolze 30 Monate auf der Hefe reifen. Das Ergebnis? Ein verführerischer Duft nach roten Johannisbeeren und Himbeeren, untermalt von feinen Brioche-Noten. Am Gaumen zeigt er sich straff, wunderbar cremig und mit einer finessenreichen Perlage.

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Voller Geschmack, null Promille: Bacio della Luna Sparkling White Wer eine erstklassige Alternative zum klassischen Prosecco sucht, wird beim Bacio della Luna Zero fündig. Dieser alkoholfreie Sparkling wird zu 100% aus der Glera-Traube gewonnen – derselben Rebsorte, die dem Prosecco seine Seele verleiht. Nach einer schonenden Entalkoholisierung des Stillweins wird dieser mit feiner Kohlensäure versetzt. Er präsentiert sich frisch und fruchtig mit intensiven Aromen exotischer Früchte. Ob als spritziger Aperitif oder als Begleiter zu Fisch, Meeresfrüchten und leichten Gemüse-Vorspeisen – er überzeugt auf ganzer Linie.

Zwei Profi-Tipps für den perfekten Genuss

1. Der Käse-Check: Kombiniere den alkoholfreien Sparkling White einmal mit Frischkäse oder milden Käsesorten. Die Frucht des Weins harmoniert überraschend gut mit der cremigen Milde des Käses.

2. Die Temperatur: Genieße den Rosé Extra Brut nicht zu kalt (ideal sind 8−10 °C), damit sich die komplexen Brioche- und Beerenaromen voll entfalten können.

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AUER

Frühlingskonzert bildet Auftakt zum Jubiläumsjahr

Musikkapelle Auer feiert in diesem Jahr ihr 225-jähriges Bestehen. Im Mai gibt es ein großes Fest.

Ein klangvolles und abwechslungsreiches Programm bot auch in diesem Jahr die Musikkapelle Auer vor 350 Zuhörenden beim traditionellen Frühlingskonzert, das kürzlich in der Aula Magna über die Bühne ging. Obmann Thomas Rech richtete einleitend Grußworte an die Zuhörenden und an die Ehrengäste. Er hob in seiner Rede die Bedeutung des laufenden Jahres für die Musikkapelle Auer hervor. „Das heutige Konzert bildet den musikalischen Auftakt in ein besonderes Jubiläumsjahr: Die Musikkapelle Auer feiert heuer nämlich ihr 225-jähriges Bestehen“, sag-

te Obmann Rech. Doch sie hat einen weiteren Grund zum Feiern: „Gleichzeitig wollen wir an den 125. Geburtstag unseres langjährigen Kapellmeisters und Komponisten Sepp Thaler erinnern“. Im Laufe des Jahres sind weitere Höhepunkte geplant. So findet das große Jubiläumsfest vom 15. bis zum 17. Mai im Dorfzentrum von Auer statt. Es folgt das Geburtstagskonzert für Sepp Thaler am 9. Juni am Kirchplatz. Dieses findet zusammen mit dem Kirchenchor Auer und dem Männergesangsverein Kurtatsch statt. Das traditionelle Cäcilienkonzert am 14. November in der

Aula Magna rundet das feierliche Programm ab.

Abwechslungsreiches Programm von Kapellmeister Georg Pichler Giulay Durch den Konzertabend führte Sprecher Tobias Simonini, der mit interessanten Einblicken das Programm erläuterte. Kapellmeister Georg Pichler Giulay hatte ein abwechslungsreiches und klangvolles Programm erstellt. Ein besonderer programmatischer Höhepunkt war das eindrucksvolle Werk „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ von Modest Petrowitsch Mussorgski

in der Bearbeitung von Otto Zurmühle – ein Stück voller dramatischer Klangfarben und musikalischer Bilder. Auch zwei Werke von Sepp Thaler standen auf dem Programm: das „Präludium Heroicum“ sowie der „Gratulationsmarsch“. Letzterer ist ein eher selten gespielter Marsch aus dem Jahr 1976, den Thaler einem Freund zum Geburtstag widmete. Für das Konzert wurde er von Christian Laimer neu instrumentiert und arrangiert.

Der Obmann dankt für Hilfe und Unterstützung Die Organisation eines Konzerts

Die Musikkapelle Auer feiert heuer das 225-jähriges Bestehen.

Chill mal draußen. So gemütlich wie drinnen.

ist mit verschiedenen Auflagen und Verpflichtungen verbunden. So dankte der Obmann der Gemeinde Auer „für die verlässliche und wohlwollende Unterstützung“. Ein besonderer Dank ging auch an den Hauptförderer, die Raiffeisenkasse Unterland, „für die regelmä-

ßige finanzielle Begleitung“. Gedankt wurde auch der Oberschule für Landwirtschaft für die Bereitstellung des Saales, sowie der Gärtnerei Messmer für den Blumenschmuck auf der Bühne.

Remo Demanega

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Abstimmung bis 19. April 2026

Von links Kapellmeister Georg Pichler Giulay und Obmann Thomas Rech.

GRIES

Josefi-Markt ist ein Fest der Blumen und Pflanzen

Regen und Kälte machen diesmal den Organisator:innen einen Strich durch die Rechnung

Nach einem verregneten Vormittag kamen am Nachmittag doch mehrere Besucher zum Josefi-Kirchtag, der im Innenhof der Grundschule den Città Slow Market anbot.

PR-Info

Regen und Kälte prägten den Vormittag; am Nachmittag war der Himmel wolkenverhangen, aber wenigstens hatte der Regen aufgehört: Der beliebte Josefi-Kirchtag in Salurn stand in diesem Jahr wettermäßig unter einem schlechten Stern. Die Kauflaune der Besucher litt darunter; für die Standbetreiber blieb das große Geschäft aus. Einzig für die Gastronomiebetriebe lief der Tag besser. Der Markt ist der Auftakt zum Frühling. Fast die Hälfte der Gäste kommt aus dem Trentino, obschon viele von ihnen den großen Josefi-Markt in Trient bevorzugen. Dieser geht immer am gleichen Sonntag über die Bühne. Nach Salurn kamen Besuchende

Besser schlafen: Maßgeschneiderte Lösungen im größten Matratzengeschäft Sarntals

Sarntal (Dickerwiesen) – Plagen Sie Rückenschmerzen am Morgen? Oder haben Sie einfach den Wunsch nach besserem Schlaf? Bei Hofer Eberhard im größten Matratzengeschäft Sarntals, nur 12 Minuten von Bozen entfernt und im Schlafstudio in Bozen finden Siglinde und Eberhard für jeden Kunden die passende Lösung. Als unabhängige Schlafexperten setzen sie auf eine große Auswahl internationaler Top-Marken – von hochwertigen PremiumSystemen bis zu preisbewussten Alterna-

tiven, die dennoch Qualität und ergonomische Standards erfüllen.

Qualität für alle – ohne Kompromisse

Der Matratzenmarkt ist komplex, doch die Hofers schaffen Klarheit: Ihr Sortiment umfasst exklusive Spitzenprodukte für anspruchsvolle Schlafende sowie sorgfältig ausgewählte, günstigere Optionen – stets mit Fokus auf Langlebigkeit, SchadstoffFreiheit und optimale Körperunterstützung.

„Guter Schlaf ist etwas vom Wichtigsten

für unser Leben – das sollte uns auf jeden Fall etwas Wert sein. Wir bieten aber für jedes Budget die bestmögliche Lösung“, erklären Siglinde und Eberhard Hofer.

Das System entscheidet –nicht der Preis

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Jeder Kunde ist individuell und wird daher persönlich beraten: Ohne Zeitdruck wird jedes Bedürfnis besprochen: von der

Schlafposition, über Beschwerden, klimatische Vorlieben, Materialwünsche und Budget. Der Service endet nicht mit dem Kauf – die Hofers liefern, montieren und justieren das Schlafsystem vor Ort, damit der erste Schlaf in den neuen Federn für viele Jahre zum Erlebnis wird.

Nachhaltig investieren – für ihre Gesundheit

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aus den allermeisten Unterlander Gemeinden. Ein Renner war der Stand der Schützen im Innenhof hinter der Raiffeisenkasse. Dort herrschte den ganzen Tag über gute Stimmung. Die Salurner Böhmische besorgte klangvolle Melodien. Zudem gab es köstliche Speisen und erlesene Weine. Wenig zufrieden mit dem Geschäft zeigten sich die Standbetreiber:innen. Die nasse Witterung hatte viele Besuchende abgeschreckt; sie konnten das vielfältige Angebot nicht nutzen. Bei den zahlreichen Ausstellern aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Maschinen und Traktoren wurden Neuigkeiten vorgestellt, die das Arbeiten erleichtern. Das

PR-Info

Angebot reichte von Bekleidung über Schuhe und Spielwaren bis hin zu Haushaltswaren. Auch Süßigkeiten waren beliebt. Doch vor allem wer Pflanzen, Blumen, Kräuter und Gemüse sucht, kommt gerade beim Josefi-Markt immer wieder auf seine Kosten. Für Speisen, Trank und Musik gab es eine größere Auswahl.

Città Slow Markt mit örtlichen Produzenten Im Innenhof der Grundschule wurde der „Città Slow Markt“ veranstaltet. Produzent:innen von örtlichen Produkten boten ihre typischen Lebensmittel und Weine sowie handwerkliche Erzeugnisse an. Salurn ist das erste „Cittaslow-Dorf“ Südtirols.

Frühlingsblumen und Pflanzen waren gefragt.

Die Unterlander Gemeinde gehört seit 2015 der internationalen Bewegung „Cittaslow“ an, die es weltweit in 30 Ländern gibt. Die Philosophie von Slow Food soll starke Verbreitung finden. Der Luna Park in der Sportzone war eine ganze Woche lang ein Publikumsmagnet für Kinder. So gab es ein kleines

Karussell für die Kleinsten, ein Kettenkarussell für die waghalsigen Jugendlichen, zwei Autoscooterhallen, Tagada, mehrere Spielbuden. Der nächste größere Markt findet in Salurn zum Andreas-Kirchtag Ende November statt.

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xis bleiben Zähne und Zahnfleisch geschont – das Ergebnis ist langanhaltend und harmonisch.

Hier eine echte Erfahrung dazu: „Ich hatte vor Jahren schon einmal ein Bleaching in einer anderen Praxis gemacht, doch die Zähne wurden kaum heller. Dieses Mal wollte ich es hier versuchen – und der Unterschied war sofort sichtbar! Jetzt sind meine Zähne deutlich heller und ich bin sogar motivierter, sie noch besser zu pflegen.“

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Hexen Hexen wirklich?

Der Grieser Theaterverein (GTV) feiert sein 30. Bestandsjubiläum

Ein runder Geburtstag müsse schließlich auch gebührend begangen werden, dachten sich die Verantwortlichen des Grieser Theatervereins. Immerhin stehen einige der Darstellenden und etliche andere mehr seit vielen Jahren auf und hinter der Bühne, getrieben von der Leidenschaft, Theater zu spielen oder hautnah am Geschehen mitzuwirken. Gegründet wurde der GTV im Jahr 1996, seit damals sind drei eingefleischte Protagonisten immer noch nicht müde und mit Esprit dabei: Hansjörg Buratti, Roland Furgler und Ulrich Kössler. Einer davon, Buratti, wirft einen Blick auf das Gründungsjahr 1996: „Wir waren damals junge, unbekümmerte Burschen, alle so um

PR-Info

die 20 Jahre alt und begeistert vom Theater. Ich selbst habe bei zwei Bühnen ein wenig Erfahrung gesammelt und wir wollten das Grieser Theater, das es ja bereits früher einmal gab, wiederum ins Leben rufen. Aber außer ein paar Kulissen hatten wir nichts weiteres.“ Aber sie ließen sich nicht unterkriegen, und nun können sie zufrieden und mit ein bisschen stolz auf ein rundes Jubiläum zurückschauen. Inzwischen hat sich dann doch einiges geändert, mehrere junge Darsteller:innen sind dazugekommen, aber auch der bürokratische Aufwand ist entsprechend angestiegen. Die Bezirkszeitung hat die langjährige Obfrau des GTV, Evelyn Selva (im Bild), zu einem Gespräch gebeten.

Smart, schnell, proaktiv: Willkommen im neuen myCIVIS.

Seit 24. Februar präsentiert sich das Portal der öffentlichen Dienste myCIVIS im neuen Kleid und mit neuen Funktionen. Der Zugang zu Informationen und Diensten soll für die Bürgerinnen und Bürger damit noch leichter werden.

Das neue myCIVIS ist mehr als ein reines Schaufenster der Dienste der öffentliche Verwaltung: Mit

der Einführung der künstlichen Intelligenz wird das Portal zum digitalen Lotsen, der nicht nur an Fälligkeiten erinnert, sondern seine Nutzer und Nutzerinnen kennt, Empfehlungen unterbreitet, die Suche nach Diensten unterstützt und die Abwicklung von Verfahren erleichtert. Entwickelt wurde das neue myCIVIS im Rahmen der Digitali-

sierungsoffensive, welche die Abteilung Informatik des Landes Südtirol mit Geldern aus dem staatlichen WIederaufbaufonds PNRR vorantreibt. Das neu gestaltete Portal fußt auf einem modernen Citizen Relationship Management, das die Bürger und Bürgerinnen in den Mittelpunkt stellt. Diese können sich mit ihren Fragen zunächst an einen digitalen Assistenten wenden, der Auskunft gibt und bei der Suche nach Informationen hilft. Gibt es weiteren Informationsbedarf, stehen zusätzliche Optionen für die Kontaktaufnahme bereit: über Telefon oder Kurznachricht bis hin zum Videoanruf oder der Möglichkeit, einen Termin mit dem zuständigen Amt zu vereinbaren. Wer bei der Nutzung der

Frau Selva, wie sind Sie zum Theater gekommen, was reizt Sie daran? Irgendwie liegt es mir im Blut, denn meine beiden Opas standen schon auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“. Für mich ist es eine unbändige Leidenschaft, ich schlüpfe gerne in andere Rollen, versuche dabei, diesen Charakteren auf die Spur zu kommen, sie entsprechend zu interpretieren.

Sie feiern heuer ein rundes Jubiläum –30 Jahre Grieser Theaterverein. Welches Stück haben Sie sich dafür ausgesucht? Wir wollten zu unserem Jubiläum mit etwas Besonderem aufwarten, eine Kombination zwischen Schauspiel, Musik und Chor. So sind wir auf ein Werk des berühmten Kinderbuchau-

digitalen Dienste Hilfe braucht, kann sich an einen der Digi Points wenden, die es mittlerweile in vielen Gemeinden Südtirols gibt. Dort bietet geschultes Fachpersonal kostenlos Unterstützung an.

Den größten Mehrwert bietet das Portal im persönlichen Nutzerbereich. Dort gibt es eine Reihe neuer Funktionen, wie etwa die Aktivierung personalisierter Hinweise. Jede Anfrage erzeugt zudem ein Ticket – die Bürgeranfrage geht somit nicht verloren und bleibt nachvollziehbar.

Mit klarem Design und einfacher Sprache macht myCIVIS den Zugang zu öffentlichen Diensten somit schnell, intuitiv und unkompliziert.

Die Grieser Theaterspieler/innen in Aktion.

tors Roald Dahl gestoßen, und zwar in der deutschen Übersetzung von Andreas Steinhöfel. Da es aber keine Bühnenfassung gab, hat sich René Weger bereiterklärt, diese für uns anzupassen. Zudem hat er auch die Liedtexte für den Jugendchor verfasst.

Können Sie uns kurz zum Inhalt des Stücks etwas sagen?

Nun, es geht, wie der Titel bereits sagt, um Hexen. Sie hassen aber Kinder, weil sie überzeugt sind, dass diese stinken würden. Deshalb sollten alle Kinder in Mäuse verwandelt werden. Die Frage ist daher: Kann jemand die Hexen von ihrem Vorhaben abhalten? Einem kleinen und mutigen Helden wird dies jedoch gelingen.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Jugendchor der Kantorei Leonhard Lechner, der ja auch zum ersten Mal mitwirkt?

Insgesamt sind es an die 20 junge Sängerinnen und Sänger, die hier alle begeistert mitwirkten. Es passte einfach alles zusammen, es war sehr harmonisch und gelungen. Das war sicher auch dem Chorleiter Dominik

AKT 75: Vorhang auf fürs große Theaterfest

Am 16. und 17. Mai 2026 wird die Messe Bozen zur Bühne für das Theaterfestival „AKT 75“, mit dem der Südtiroler Theaterverband sein 75-jähriges Bestehen feiert. Unter dem Motto „Viele Stimmen aller Generationen in einem Akt“ zeigen 44 Theatergruppen auf vier Bühnen

ihre Produktionen – von lustig bis poetisch, für alle Altersgruppen. Die Stücke dauern 30 bis 60 Minuten und ermöglichen einen flexiblen Besuch. Das Festival richtet sich an alle: Familien, Theaterfans und Neugierige. Neben vielfältigem Theater gibt es Livemusik, einen Festakt am Sams-

Bernhard zu verdanken, der auch das Klavier bediente.

Welchen Herausforderungen oder Schwierigkeiten stehen Sie als Obfrau bei einer Produktion gegenüber? Vom zeitlichen Aufwand ist es die immense Bürokratie, die uns immer wieder einholt und täglich beschäftigt. Und wir dürfen auch den finanziellen Aufwand nicht außer Acht lassen. Hier schlagen die Saalmieten kräftig zu Buche, das muss ja alles gestemmt werden. Vieles, was die Zuschauer:innen nicht sehen, kommt auch noch hinzu. Dabei erwähne ich die Mitarbeitenden hinter der Bühne, die gesamte Organisation, bis der Vorhang fällt. Wir haben dies bisher alles bewältigen können,

aber es bleibt stets eine große Herausforderung. Gelungen ist uns dies nur, weil uns viele helfende Hände, die ehrenamtlich tätig sind, dabei unterstützen.

Abschließend, welches Anliegen verbinden Sie mit der heurigen Jubiläums-Produktion, was ist Ihnen wichtig?

Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, durch unsere Aufführungen „Hexen hexen“ neue Mitglieder, unabhängig ob auf oder hinter der Bühne zu gewinnen. Das wäre für unseren Grieser Theaterverein wichtig, damit wir beruhigt in die Zukunft blicken können.

Karl Psenner

tagabend, Food-Trucks und ein Jubiläumsmuseum zur Geschichte des Amateurtheaters.

Auch Kinder erwartet ein buntes Programm mit Workshops und Mitmachaktionen. „AKT 75“ lädt ganz Südtirol ein, Theater zu erleben, Musik zu genießen und gemeinsam zu feiern.

Evelyn Selva

LENGMOOS/RITTEN

Tradition und Heimatliebe

Schützen-Bezirkstag steht im Zeichen des Zusammenhalts

Anlässlich des kürzlich stattgefundenen Bezirkstages des Schützenbezirks Bozen, der dieses Jahr am Ritten abgehalten wurde, konnte Major Reinhard Gaiser zahlreiche Mitglieder der 24 angeschlossenen Kompanien willkommen heißen. Begonnen wurde der Bezirkstag, wie immer, mit einer Eucharistiefeier, die in der Pfarr-

kirche von Lengmoos Schützenkurat Pater Reinald Romaner OFM zelebrierte.

Anschließend fand die Heldengedenkfeier mit Festredner und Landeskommandanten Christoph Schmid statt, der an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder des Bezirks erinnerte

und weiter sagte: „Wir dürfen nie die vielen Gefallenen der letzten Kriege vergessen, gedenken aber auch der schweren Zeiten, unter denen unsere Landsleute während des Faschismus gelitten haben.“

Eine Ehrenformation von Rittner Schützen unter dem Kommando des Hauptmanns Klaus Mayr feuerte dann eine Ehrensalve ab,

HAUSMEISTERSTELLE & GÄSTESERVICE

bevor der Gefallenen durch eine Kranzniederlegung unter den Gedenktafeln an der Kirchenfassade gedacht wurde.

Der Gottesdienst und die Gedenkfeier wurden jeweils von der Musikkapelle Lengmoos mit passenden Klängen mitgestaltet.

Es folgte dann die Bezirksversammlung im Vereinshaus „Peter Mayr“, bei der Bezirksmajor Reinhard Gaiser eine eindringliche Rede hielt. „Wir befinden uns hier an einem geschichtsträchtigen Ort, der für uns Schützen zwei große Männer hervorgebracht hat. Zum einen ist es Peter Mayr, der bekannte Wirt an der Mahr, der erfolgreich am Hörtenberg mit seinen Rittner Schützen kämpfte. Später wurde er, wie Andreas Hofer, verraten und am 20. Februar 1810 erschossen. Auch Bruno Hosp hat sich als Bundesmajor große Verdienst erworben, er war 20 Jahre lang beim Aufbau und bei

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Es gehört zur liebgewonnenen Tradition bei Feierlichkeiten: das Abfeuern der Ehrensalve. Im Bild die Ehrenformation der Rittner Schützen unter Hauptmann Klaus Mayr.

Fahnenabordnungen der Schützenkompanien sammeln sich für den Abmarsch ins Vereinshaus „Peter Mayr“ in Lengmoos.

der Entwicklung des Schützenwesens entscheidend beteiligt, wurde Landeskommandant und dann als Ehrenmajor ausgezeichnet.“

Gaiser sprach mit klaren Worten weiter: „Wir stehen für Treue und Vaterland, für unsere Muttersprache und für unsere Heimat. Das sind keine leeren Worte, sondern Verpflichtungen. Gerade in Zeiten der Oberflächlichkeit und Beliebigkeit ist dies wichtig. Wir aber stehen für das, was uns seit jeher geprägt hat.“ Südtirol wirke auf den ersten Blick geordnet und stabil, aber es brodle zusehends. Das Ehrenamt gerate immer mehr ins Wanken und immer weniger Menschen seien bereit, Verantwortung zu übernehmen. Gleichgültigkeit

breite sich aus, junge Menschen seien schwerer für etwas zu begeistern. „Wir müssen im Bezirk stärker zusammenstehen, denn Gemeinschaft tut gut, sie stärkt uns nämlich. Die Arbeit in den Kompanien, in den Dörfern ist sehr wichtig, aber auch der Bezirk und der Bund benötigen unsere Unterstützung“, schließt Gaiser seine Rede.

Vorher erwähnte noch die Rittner Bürgermeisterin, Julia Fulterer, in ihrer Grußbotschaft die bedeutende Rolle von Peter Mayr, die dieser während der Tiroler Freiheitskämpfe gespielt habe und zudem Namengeber des Vereinshauses sei. Sie freue sich jedenfalls über das aktive Schützenwesen am Rit-

ten, welches das gesellschaftliche Leben bereichern würde. In der umfangreichen Tagesordnung der Bezirksversammlung wurden unter anderem auch die Berichte und Erläuterungen des Kassiers und jene der Bezirksreferenten behandelt. Bevor tra-

ditionell die Landeshymne den Bezirkstag beendete, entrichteten mehrere Ehrengäste Grußbotschaften an die teilnehmenden Schützen und Gäste.

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Bezirksmajor Reinhard Gaiser nimmt kein Blatt vor den Mund.

Ich, und nach mir die Sintflut?

Egoismus gewinnt zunehmend an Einfluss in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, wobei individuelle Vorteile häufig über das Wohl der Gemeinschaft gestellt werden. Diese Entwicklung erinnert an das Prinzip des Faustrechts, bei dem die Macht des Stärkeren dominierte, und birgt die Gefahr von wachsendem Misstrauen, sozialer Isolation, Konflikten sowie dem Verlust von Solidarität und moralischen Werten. Eine solche Rückkehr würde zwischenmenschliche Beziehungen schwächen und nur Gewalt begünstigen. Auf lange Sicht schadet Egoismus dem sozialen Gefüge; daher ist es unerlässlich, Einfühlungsvermögen – heute modern als Empathie bezeichnet –, Gerechtigkeit und den Gemeinschaftssinn zu fördern, um eine faire und harmonische Gesellschaft zu bewahren. Um diesem Trend entgegenzuwirken, bedarf es einer bewussten Erziehung zu sozialer Verantwortung und ethischem Handeln bereits in frühen Lebensphasen. Bildungseinrichtungen und Gemeinschaften spielen hierbei eine zentrale Rolle, indem sie Werte wie Mitgefühl, Respekt und Solidarität vermitteln. Darüber hinaus sollten politische und wirtschaftliche Systeme so gestaltet werden, dass sie kooperatives Verhalten belohnen und egoistische Tendenzen einschränken. Nur durch ein gemeinsames Handeln

aller Gesellschaftsschichten kann ein nachhaltiger Wandel erreicht werden, der das Vertrauen stärkt und das Zusammenleben auf eine stabile Grundlage stellt. Wichtig ist zudem, dass individuelle Selbstverwirklichung nicht im Widerspruch zu gemeinschaftlichen Interessen stehen müssen. Vielmehr können sie sich ergänzen, wenn Menschen lernen, ihre persönlichen Ziele in Einklang mit dem Gemeinwohl zu bringen. Dadurch entstehen Synergien, die innovative Lösungen fördern und das soziale Miteinander stärken. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und eine respektvolle Haltung gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere bilden die Grundlage für eine gerechte Gesellschaftsentwicklung. Und derzeitige Kriege um des Geldes willen, gäbe es auch nicht, meint

Siegfried Salzburger (links) bei der Laudatio zur Ehrenmitgliedschaft für Irene Kerer Untersulzner, rechts Hubert Andres.

Mitgliederrekord im AVS

Die Sektion Bozen erreicht mit über 10.000 Mitgliedern einen neuen Höchststand

Der Erste Vorsitzende der Bozner Sektion des Alpenvereins Südtirol (AVS), Hubert Andres, wartet zu Beginn der Hauptversammlung mit einer freudigen Botschaft auf: „Im Vereinsjahr 2025 haben wir erstmals die Mitgliederzahl von 10.000 Personen überschreiten können, das ist mehr als zufriedenstellend.“ Bekanntlich gehören zur Sektion neben Bozen sieben Ortsstellen, nämlich Barbian, Jenesien, Leifers, Ritten, Sarntal, Steinegg und Tiers.

In seinem Jahresrückblick weist Andres auf die vielen Wanderungen und teils anspruchsvollen Touren hin, die von seiner Sektion durchgeführt worden seien. „Hervorheben möchte ich die Jugendarbeit, die Familien- und Seniorenausflüge, die immer auf reges Interesse stoßen. Allein bei der älteren Generation konnten wir 64 Wanderungen mit 1586 Teilnehmenden verzeichnen, wobei Seniorenwart Norbert Frenes ein besonderer Dank gebührt.“ Ein großes Anliegen stellte die inzwischen erfolgte Instandsetzung des Gamssteiges am Schlern da, der in den Jahren zuvor durch Unwetter arg in Mitleidenschaft

gezogen worden war. Im Jahresbericht wird weiters die traditionelle Schlernfeier erwähnt, bei der Tourenübersicht sind es die Winter-, Schneeschuh-, Berg- und Feierabendwanderungen, die neben den Ski-, Berg- und Hochtouren sowie Klettersteigen durchgeführt wurden. Auch eine Wanderreise auf der Insel Korfu, die Durchquerung der Lechtaler Alpen und die Umrundung des Mont-BlancMassivs wurden erfolgreich in Angriff genommen. Der Kassabericht wurde vom versierten Schatzmeister Sepp Lechner vorgetragen, Revisorin Carmen Dubois empfahl die Annahme und Entlastung des Kassiers, was von der Hauptversammlung einstimmig angenommen wurde. Die Co-Vorsitzende der Hochtourengruppe, Kathrin Zischg, beleuchtete in einem spannenden Lichtbildervortrag von einer Skitour nahe des Mont Blanc, die sie gemeinsam mit Bergfreunden durchführen konnte und bei der sie mehrere 4000er-Gipfel bestiegen hatten. Im Bericht des Wegewartes Helmuth Scartezzini wird auf die zeitaufwändige Tätigkeit der Instandhaltung und Markierung hinge-

Hubert Andres, erster Vorsitzender der Sektion Bozen im AVS, führt souverän durch die jüngst abgehaltene Hauptversammlung im Grieser Kulturheim.

wiesen. Der Bergrettungsdienst hatte mit 69 Einsätzen und elf Pistendiensten die meisten Alarmierungen der vergangenen zehn Jahre aufzuweisen – bei insgesamt 5350 geleisteten Stunden. „Ohne ehrenamtliche Mitarbeitende wären viele Dienste überhaupt nicht möglich“, unterstreicht hier Hubert Andres. Tourenwartin Zenz Martin stellte anschließend das umfangreiche Tourenprogramm vor, das „wohl für jeden etwas zu bieten hat. Ob jung oder alt, leichte und anspruchsvolle Wanderungen und Touren sind darin enthalten. Auch zwei Wanderreisen sind im Angebot, einmal geht’s auf die Insel Lesbos, ein anderes Mal in den Naturpark Pico de Europa nach Asturien in Spanien. Zudem gibt’s noch eine Trekkingtour in den Westen Nepals und eine weitere, wo das Dreiländereck Südtirol – Tirol – Salzburg besucht wird.“

Bevor Andres zu den Jubiläen wechselt, steht den anwesenden AVS-Mitgliedern noch eine ange-

nehme Überraschung bevor: Einer seit Jahrzehnten ehrenamtlich im Dienst der Sektion Bozen unermüdlich wirkenden Mitarbeiterin wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen, eine Auszeichnung, die nur sehr wenigen zuteil wird. Irene Kerer Untersulzner, ehemals auch Zweite Vorsitzende und in mehreren anderen Funktionen für den Verein tätig, wurde von Hubert Andres diese Urkunde überreicht, nachdem Laudator Siegfried Salzburger die Verdienste von Irene – vor allem wurde ihr selbstloser Einsatz im Bergbauernfonds unterstrichen – vorgetragen hatte.

Bei den Jubilaren für 40, 50, 60, 70 und 80 Jahre Mitgliedschaft konnten sich die beiden anwesenden Mitglieder Hansjörg Kucera und Adelgunde Rammlmair freuen. Seit 1946 (!) sind sie ununterbrochen beim Alpenverein und erhielten das entsprechende Ehrenzeichen überreicht.

Karl Psenner

Referendumdideldei

So, da gab es also dieses Referendum über das Justizwesen…Wie wir alle wissen, hat das „Nein“ gewonnen, was der Regierung Meloni nicht so ganz in den Kram passte. Wird sich gedacht haben „tja, referenDUMM gelaufen“. Aber wie auch immer, nachdem das „Nein“ gewonnen hat, bleibt alles beim Alten, weswegen sich wohl viele fragen: War das Referendum jetzt ganz umsonst? Klare Antwort: Nein, denn es hat ja einen Haufen Geld gekostet. Aber Sie wissen ja, wie Politiker denken: Nicht verzagen, Volk befragen, dann brauchst Du selbst Dich nicht zu plagen… Aber Scherz beiseite. Ja, da war dieses Referendum, und was war es nicht wieder medial hochstilisiert worden, so als ob von dieser Justizreform nun Gedeih oder Verderb ganz Italiens abhinge, wobei natürlich sowohl „Ja“ als auch „Nein“ wechselweise für Gedeih oder auch Verderb stehen konnten, je nachdem aus welchem politischen Lager die Meinung dazu kam. Doch wie so oft werde ich das Gefühl nicht los, dass die Diskussion um dieses Referendum wieder mal am eigentlichen Problem hurtig vorbeirauscht … Denn seien wir ehrlich: Was Otto Normalverbraucher an der Justiz interessiert ist doch nicht, wie das System aufgebaut ist; was den Bürgern und Unternehmen wirklich unter den Nägeln brennt ist die teilweise ab -

surde Länge der italienischen Gerichtsverfahren. Jetzt könnte man natürlich sagen „Ja, dann macht mal dazu eine Reform“. Wäre sicher nicht schlecht, aber vielleicht schwierig. Denn im Endeffekt wird dieses größte aller Justizprobleme zwar zum einen Teil von überbordender Bürokratie und Personalmangel, zum anderen aber von Bürgern und Unternehmen selbst verursacht. Heutzutage rennt doch eine Mehrzahl mit jedem noch so kleinen und unwichtigen Streit zum Anwalt. Und dann landet man natürlich vor Gericht. Wenn wir uns wieder daran gewöhnen würden, Meinungsverschiedenheiten mit Hausverstand und ein wenig Kompromissbereitschaft zu lösen, hätten die Gerichte automatisch viel weniger zu tun … und könnten wieder schneller funktionieren.

Hansjörg Kucera (von links) und Adelgunde Rammlmair erhalten von Hubert Andres das Ehrenzeichen für 80-Jährige Mitgliedschaft be der Sektion Bozen des AVS.

„Heimat, Brauchtum und Tradition“

Schützenhauptmann Roland Spitaler bezieht anlässlich der Hauptversammlung Stellung und stellt Kommandantschaft vor

Schützenhauptmann Roland Spitaler

Bei der kürzlich abgehaltenen Hauptversammlung der Schützenkompanie Bozen hat die Bezirkszeitung dem wiedergewählten Hauptmann eingangs die provokante Frage gestellt, ob denn die Schützen heutzutage überhaupt noch zeitge-

mäß seien oder ob sie lediglich als Beiwerk, ein bunter Tupfer für die heimische Bevölkerung, vor allem aber ein Vorzeigerelikt für touristische Zwecke zu betrachten wären. Roland Spitaler nimmt dazu eine klare Position ein: „Wer die Schüt-

zen nur als ‚bunten Tupfer‘ oder gar als touristisches Beiwerk sieht, verkennt ihren eigentlichen Auftrag vollkommen. Die Schützen sind nicht für Touristen da, und wir verstehen uns auch nicht als dekoratives Relikt vergangener Zeiten. Unser Auftrag ist ein anderer: Wir sind ein Bollwerk des Tirolertums und stehen für die Bewahrung unserer geschichtlichen Identität, unserer Kultur, unserer Sprache und unserer Werte.In Südtirol und vor allem in Bozen haben wir besondere gesellschaftspolitische Relevanz. In einem Umfeld, in dem die deutsche Volksgruppe unter starkem Assimilationsdruck steht, braucht es Gemeinschaften, die Haltung zeigen, Heimatbewusstsein stärken und den Menschen Rückhalt geben. Die Schützen leisten genau das. Wir erinnern nicht nur an Geschichte, sondern wir tragen dazu bei, dass Tiroler Identität auch in der Gegenwart sichtbar und lebendig bleibt. Zeitgemäß ist nicht, die eigenen Wurzeln zu vergessen, sondern sie bewusst zu pflegen und an die nächste Generation weiterzugeben. Zeitgemäß ist auch, Verantwortung für die eigene Gemeinschaft zu übernehmen. Genau das tun die Schützen. Wir pflegen Brauchtum und Tradition, wir stehen bei kirchlichen und öffentlichen Anlässen in der Verantwortung, wir engagieren uns im gesellschaftlichen Leben und wir beziehen Stellung, wenn es um Heimat, Identität, Selbstbestimmung und den Schutz unserer Volksgruppe geht. Die Schützen erfüllen damit konkrete Aufgaben: Sie stiften Gemeinschaft, geben Orientierung, bewahren historisches Bewusstsein und vertreten Werte, die für viele Menschen auch

heute wichtig sind. Gerade in einer Zeit, in der vieles beliebig geworden ist, braucht es solche klaren Bezugspunkte mehr denn je. Darum sind die Schützen sehr wohl zeitgemäß. Nicht, weil sie jedem Trend hinterherlaufen, sondern weil sie für etwas stehen, das bleibt: für Heimatverbundenheit, Zusammenhalt und das Bewusstsein, dass Identität keine Nebensache ist.“

Bei der anschließenden Hauptversammlung im Kolpinghaus Bozen berichtete Spitaler über die Tätigkeit des abgelaufenen Jahres 2025 und stellte die neugewählte Kommandantschaft vor: Hauptmann ist weiterhin Roland Spitaler, ebenso bleibt Thomas Brandt Oberleutnant. Neu gewählt wurde hingegen Zugleutnant Martin Thurner, der den aus beruflichen Verpflichtungen nicht mehr kandidierenden Robert Mayr ersetzt. Fahnenleutnant bleibt Peter Thurner, auch Fähnrich Werner Schrott, Oberjäger Peter Brachetti und Marketenderinnen-Betreuerin Cindy Reichhalter gehören weiterhin der Kommandantschaft an.

Nach den Berichten des Kassiers, der Kassarevisoren, des Zeugwartes und des Schießreferenten gab es eine Vorschau zur heurigen Kompanietätigkeit. Mehrere Ehrengäste, unter anderem Vizebürgermeister Stephan Konder und Stadträtin Johanna Ramoser, dankten der Schützenkompanie für ihre wertvollen Dienste während des Jahres. Die Hauptversammlung schloss mit dem Absingen der Landeshymne.

Karl Psenner

Zur Geschichte des sogenannten „Bettenstopp“

Südtirols Gastbetriebe investieren langfristig, um Qualität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Sie schaffen Arbeitsplätze weit über die Branche hinaus, zahlen Steuern und tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei. Die pauschale Kritik an der Branche

für die IDM Südtirol, sind Teil einer strategischen Standortpolitik und nützen der gesamten Wirtschaft, nicht nur der Hotellerie. Sie als reine Kosten darzustellen, wird ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nicht gerecht.

Bezüglich des sogenannten Bet

Vielmehr sprechen die Normen aber von einer Bettenobergrenze, die zunächst überhaupt erst durch eine vollständige Erhebung und Zählung der vorhandenen Gästebetten festgelegt werden muss. Laut aktuellem Stand ist diese Zählung in 13 Gemeinden noch nicht abgeschlossen.

Natur und Lebensqualität sichern. Dabei sollten Innovationen und Investitionen in umweltfreundliche Technologien gefördert sowie ressourcenschonende Betriebsweisen verstärkt werden. Ein ausgewogenes Miteinander von Wachstum und Schutz ist unerlässlich, um die At war gestern

Seit Jahren entwickeln wir uns weiter. Von einem Erdgasversorger zu einem modernen Energiedienstleister.

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Versunken und wiedererstanden

Heimatschutzverein Bozen Südtirol hält Hauptversammlung und besucht Römerstädte der Provence

Walter Leitner fesselte das Publikum mit seinem spannenden Vortrag über die Römerstädte der Provence.

Anlässlich der unlängst abgehaltenen Jahresversammlung des Heimatschutzvereins Bozen Südtirol wurde auf die bevorstehende Mitgliederreise, die den Besuch bedeutender Römerstädte der Provence als Ziel hat, aufmerksam gemacht. Vorher berichtete aber Obmann Helmut Rizzolli über die Tätigkeiten des abgelaufenen. Vereinsjahres und Kassiererin Sylvia Hofer erläuterte die Posten der Aufwendun-

gen und Erträge. Aber auch aktuelle Themen wurden nicht ausgespart: So erwähnte Rizzolli die geplante Umwidmung bzw. Verbauung des LaurinParkplatzes, was „unser Stadtbild wohl kaum verschönern würde. Als Heimatschutzverein werden wir immer dann unsere Stimme erheben, wenn gewachsene Ensembles oder schützenswerte Gebäude aus reinen Profitund Spekulationsgründen geopfert

Zahlreiche Zuhörer verfolgten aufmerksam die Hauptversammlung des HSV Bozen Südtirol, zu der Obmann Helmut Rizzolli geladen hatte

werden.“ Angeschnitten wurde unter anderem auch das Projekt „Hörtenbergtunnel“, das seit sehr vielen Jahren herumschwirrt, die ursprünglich geplante Trassenführung sich nunmehr als technisch nicht verwirklichbar herausstellte. Kein Ende in Sicht? Das hätten die Römer vor rund 2000 Jahren eher in den Griff bekommen, meinte dazu lakonisch ein Vereinsmitglied.

Wenn man den spannenden Vortrag von Universitätsprofessor Walter Leitner über die antiken Römerstädte in der Provence verfolgte, wurde offenkundig, was seinerzeit durch straffe und ausgeklügelte Organisation wie Bauwerkskunst geleistet worden war.

„Das römische Reich hatte in seiner Blütezeit eine riesige Ausdehnung, die Eroberungslust war ungebrochen stark. Da war kein Land zu karg, keine Wüste zu trocken, kein Gebirge zu hoch, kein Gewässer zu groß und kein Gegner zu mächtig.“

Leitner weist in seinen Ausführungen auf die vom HSV vorgesehene fünf-

tägige Reise zu den Römerstädten der Provence hin, wo „wir die berühmtesten Monumente und Baudenkmäler der ehemaligen Gallia transalpina im Südosten Frankreichs besichtigen werden. Ein halbes Jahrtausend, beginnend im Jahr 118 v. Chr. mit der Gründung von Aix-en-Provence, der ersten gallischen Stadt, war dieses Gebiet kulturgeschichtlich bedeutungsvoll.“

Auf dem Reiseprogramm standen mehrere Höhepunkte antiker Bauten, unter anderem das bestens erhaltene römische Theater von Orange aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. oder der monumentale Ehrenbogen für Kaiser Augustus mit Kampfszenen gegen die Gallier. Beeindruckend sei auch das Amphitheater mit 120 Arkadenbögen und der römische Podiumstempel m korinthischen Stil, beide in Nimes, um nur einige der Sehenswürdigkeiten zu nennen.

Referent

Lust auf Garteln?

Nach einem frühen Ostertermin sind die Naturfreund:innen wieder gespannt darauf, wie sie ihren Gemüsegarten und die Grünflächen wieder in Schwung und zur Blütenpracht bringen können.

Vom Winter-Chaos zur blühenden Oase: Der März ist meist der Startschuss zur Pflege für Stauden, Gehölze und das Vorziehen von Gemüse und jetzt gibt es für Hobbygärtner:innen kein Halten mehr. Der Garten ist weit mehr als nur eine Grünfläche – er ist ein erwei-

PR-Info

Eine echte Boznerin

„100 Prozent regional: Das sind unsere Duftrosensträuße!“, sagt die Floristin Andrea. „Schnittblumen aus Südtirol sind eine Rarität: Wir freuen uns, dass wir die Duftrosen exklusiv anbieten können.“ Die Rosen wachsen an rund 1000 Rosenstöcken im Franziskaner Klostergarten in Bozen. 46 unterschiedliche Sorten, vorwiegend aus Frankreich, bieten ein echtes Duft- und Farbenspiel.

Rosen schneiden – für die Mami

Am Freitag, 8. Mai 2026 werden einmalig die Tore des Duftrosengartens von 17-18 Uhr geöffnet. Menschen jeden Alters können durchs Feld gehen und selbst Pfingstrosen

tertes Wohnzimmer, ein privates Refugium und in Zeiten von Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung immer häufiger auch eine wichtige Quelle für frische, gesunde Lebensmittel.

Doch damit das eigene Paradies im Sommer in voller Pracht steht,

und Duftrosen schneiden und vor Ort putzen und binden. Am Freitag, 15. Mai findet ab 17 Uhr wieder das inzwischen zur Tradition gewordene Fest „Rosen & Rosé“ im Garten statt.

Schnittrosen aus der Region

Die Pflege der Pflanzen, das Gießen und Schneiden haben 2022 die Gärtner der Firma Agrocenter Bozen übernommen. Im Blumengeschäft Allium im Stadtteil Rentsch werden die Rosen zu Sträußen, Gestecken, Dekorationen und Geschenken verarbeitet. „Grad mal 1,5 Kilometer Anlieferung legt die Bozner Duftrose bis zu unserem

müssen jetzt im Frühling die richtigen Weichen gestellt werden.

Den Winterschlaf beenden Bevor die ersten Setzlinge in die Erde dürfen, steht der Kassensturz an. Der März ist die ideale Zeit, um den Garten von den Spuren des

Blumengeschäft hin. Damit hat sie von allen Rosen, die in Südtirol verkauft werden, wohl den kleinsten ökologischen Fußabdruck!“, freuen sich die Floristinnen. Die Duftrosen werden jeden Tag von Mai bis Oktober per Hand geschnitten. Dass die Franziskanerbrüder gleich daneben ihr Gemüse und ihre Kräuter anbauen, trägt zum authentischen Eindruck bei: „Diese Rose ist eine wahre Boznerin!“

Wer Interesse an der Duftrose hat, kann sich unter duftrose.it informieren oder sie im Blumengeschäft Allium in Rentsch erwerben.

Winters zu befreien. Doch Vorsicht: Wer zu radikal aufräumt, schadet oft nützlichen Insekten. Altes Laub und hohle Stängel dienten Marienkäfern und Wildbienen als Winterquartier. Diese sollten behutsam entfernt und idealerweise auf einem Komposthaufen im Garten belassen werden. Nach der Reinigung folgt die Bodenpflege. Ein gesundes Pflanzenwachstum beginnt unter der Erdoberfläche. Mit einer Bodenanalyse lässt sich feststellen, welche Nährstoffe fehlen. In vielen Südtiroler Gärten wirkt eine Portion hochwertiger Kompost Wunder, um den Boden nach der Frostperiode wieder zu beleben.

Ein Paradies für die Sinne: Gestaltungstipps

Neben der Nutzpflanze rückt der Wohlfühlfaktor immer stärker in den Fokus. Moderne Gartengestaltung setzt auf eine Mischung aus Struktur und Wildnis. Während Steinmauern und gepflasterte Wege (typisch für unsere alpine Architektur) den Rahmen bilden, sorgen Staudenbeete für Dynamik. Ein aktueller Trend ist der „insektenfreundliche Garten“. Statt englischem Rasen setzen immer mehr Gartenbesitzer:innen auf Blühstreifen mit heimischen Wildblumen. Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern unterstützt auch unse-

re Honig- und Wildbienen, die für die Bestäubung der Obstbäume in unserer Region unerlässlich sind.

Mischkultur bringt gute Ernte im Gemüsegarten

Ein harmonischer Gemüsegarten ist weit mehr als die Summe seiner Beete. Wer geschickt kombiniert, nutzt das Prinzip der Mischkultur. Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig durch Wurzelausscheidungen und Duftstoffe; sie können sich vor Schädlingen schützen oder das Wachstum des Nachbarn fördern. Nachfolgend finden Sie ein paar Beispiele für ein friedliches und produktives Miteinander im Beet.

Die Klassiker: Tomaten und Kräuter

Die Tomate ist der Star vieler Gärten, doch sie ist wählerisch. Hervorragend versteht sie sich mit Basilikum. Das Kraut profitiert vom leichten Schatten der Tomatenblätter, während sein intensiver Duft die gefürchtete Weiße Fliege fernhält. Auch Knoblauch und Zwiebeln sind gute Partner für Tomaten, da sie durch ihre antibakterielle Wirkung Bodenpilzen vorbeugen.

Das „Dream-Team“

Dies ist die wohl bekannteste Zweckgemeinschaft im Gartenbau. Die Karottenfliege mag den

Die Natur wartet nicht – warum sollte Sie?

Ob erstklassige Erde, robuste Werkzeuge oder professionelle Bewässerung: Agrutz bietet alles, was Sie für einen perfekten Start in die Gartensaison brauchen. Qualität, die man erntet.

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Geruch von Zwiebeln nicht, und die Zwiebelfliege macht einen Bogen um das Aroma der Karotten. Werden beide in abwechselnden Reihen gesät, schützen sie sich gegenseitig effizient vor Totalausfällen.

Die „Drei Schwestern“ Eine uralte, hocheffiziente Kombination aus Mittelamerika be-

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steht aus Mais, Bohnen und Kürbis. Der Mais dient den Bohnen als natürliche Rankhilfe. Die Bohnen wiederum binden Stickstoff aus der Luft im Boden und düngen so den hungrigen Mais. Der Kürbis am Boden wirkt mit seinen großen Blättern als „lebender Mulch“, der die Erde beschattet, Feuchtigkeit bewahrt und Unkraut unterdrückt.

Was gar nicht geht Wo Freundschaften blühen, gibt es auch Rivalitäten. Erbsen und Bohnen vertragen sich meist schlecht mit Zwiebelgewächsen. Auch Tomaten und Kartoffeln sollten räumlich getrennt werden: Da beide zur Familie der Nachtschattengewächse gehören, übertragen sie sich gegenseitig die gefürchtete Krautund Braunfäule.

Vorteil der guten Partnerwahl Ein guter Gartenplan spart Dünger und Pestizide. Wer Starkzehrer (wie Kohl) mit Schwachzehrern (wie Salat) kombiniert und auf die richtige Nachbarschaft achtet, erntet nicht nur mehr, sondern sorgt auch für ein gesundes Ökosystem.

Sommergenuss ohne Stich: Effizienter Schutz gegen die Mückenplage

Sobald die Tage länger und die Abende wärmer werden, kehrt ein altbekanntes Ärgernis zurück: Stechmücken. Doch die surrenden Plagegeister sind längst mehr als nur eine harmlose Störung der Nachtruhe. Neben juckenden Pusteln und schlaflosen Nächten wächst auch die Sorge vor gesundheitlichen Risiken, da invasive Arten zunehmend Krankheitserreger übertragen können.

Für Gartenbesitzer und Gastronomen stellt sich die Frage: Wie lässt sich die Lebensqualität im Freien zurückgewinnen, ohne ständig zur chemischen Sprühdose greifen zu müssen?

Die Lösung aus der Region:

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Hier kommt Urru Mauro ins Spiel. Mit seinem Unternehmen Green Monster hat sich der Experte auf den Kampf gegen Stechmücken spezialisiert. Statt auf kurzfristige

Behelfslösungen setzt Mauro auf ein innovatives Anti-Stechmücken-System, das das Problem dort angeht, wo es entsteht.

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von Mensch zu Mensch

Was Green Monster von anonymen Online-Händlern unterscheidet, ist der ganzheitliche Ansatz:

Individuelle Beratung & Verkauf: Jedes Grundstück ist anders. Mauro analysiert die Gegebenheiten vor Ort und bietet das passende System an. Fachgerechte Montage: Das System wird professionell installiert, um maximale Effizienz bei minimalem Aufwand für den Kunden zu garantieren.

Verlässliche Nachbetreuung: Der Service endet nicht mit dem Kauf. Urru Mauro steht seinen Kunden auch nach der Installation mit Wartung und Rat zur Seite.

Lokal, nah und kompetent

Als lokaler Anbieter kennt Urru Mauro die

klimatischen Bedingungen und die spezifischen Herausforderungen der Region genau.

„Meine Kunden schätzen es, dass ich bei Fragen oder Anpassungen sofort erreichbar bin. Es geht nicht nur um ein Produkt, sondern um das Versprechen, den Sommer im eigenen Garten wieder unbeschwert genießen zu können“, so Urru Mauro.

Wer den Stechmücken diesen Sommer einen Schritt voraus sein möchte, findet in Green Monster den kompetenten Partner direkt vor der Haustür.

Aus dem silbernen Altar der Bozner

Pfarrkirche werden 1787 in der Haller

Münzstätte Zwanziger geschlagen

Im Jahre 1710 hatte der Bozner Bürgerrat beschlossen den wertvollen gotischen Hochaltar von Hans von Judenburg zu entfernen und durch einen „zeitgemäßen“ Barockaltar zu ersetzen. Die Messekaufleute Johann Gumer, Johann Leonhard Mayrl und Georg Anton Menz waren einer bedeutenden religiösen Schenkung nicht abgeneigt, sodass der Erlaubnis zum Altarbau durch den Trienter Fürstbischof Johann Michael Graf Spaur finanziell nichts mehr im Wege stand.

Hinter dem alten, 1421 in Auftrag gegebenen, nunmehr entfernbaren gotischen Hochaltar hatte sich auf dem Vigilius-Altar das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau vom Moos“ befunden. Den Namen verdankt sie der Legende, dass sie ein Fuhrmann im

moosigen Gelände bei der Pfarrkirche aufgelesen hätte. Heute wissen wir, dass es sich um eine „Maria Lactans“ aus polychromiertem Marmor der Veroneser Schule aus der Zeit um 1220 handelt.

Da nun die Gelegenheit bestand, die Bozner Pfarrkirche zu einem bedeutenden und einträglichen Wallfahrtsort zu machen, wurde am 12. Februar 1739 beschlossen, das Gnadenbild auf einem wertvollen silbernen Altar in einer eigenen Gnadenkapelle hinter dem neuen Hauptaltar zu präsentieren, wobei leider der prächtige gotische Chor abgerissen werden musste. Am Fest von Christi Himmelfahrt, am 29. Mai 1745, wurde das Gnadenbild nach fünftätiger Andacht mit großer Feierlichkeit auf dem silbernen Altar in der erst fertig-

Die Bozner „Gnadenmutter“, eine spätromanische Maria Lactans, Marmor polychromiert, um 1220 aus Verona, wird in der Bozner Gnadenkapelle als „Unsere Liebe Frau vom Moos“ verehrt.

gestellten Gnadenkapelle platziert. Über vierzig Jahre später führte der Befehl Kaiser Josephs II. (1780-1790) auch zur Entfernung verschiedener Altäre der Bozner Pfarrkirche. Nur mehr am Hochaltar durfte Messe gelesen werden und die an den Pfeilern stehenden hölzernen Altäre wurden auf Befehl vom Jahre 1786 abgebrochen. Die marmornen Seitenaltäre konnten zur Zierde der Kirche stehenbleiben, doch ohne irgendwelches kirchliche Gerät. Schon 1784 waren die Votivgeschenke aus Gold und Silber sowie Pretiosen aus den Gnadenkapelle auf obrigkeitliche Anordnung entfernt worden und drei Jahre später wurde auch der silberne Altar abgebrochen. Zwei Goldschmiede schätzten ihn auf 8.500-9.000 Gulden.

Geigenförmiger Gnadenpfennig aus Silber (32mm x 27mm) mit reich verzierter Rokokofassung, nach 1745. Im reichen Strahlenkranz das Gnadenbild, darüber in Muschelverzierung Gnadenmutter zu Bozen.

Wahrscheinlich ist für die Prägung der Zwanzig-Kreuzer-Stücken Josephs II. in Hall der eingeschmolzene Silberaltar von Bozen verwendet worden. Ø=28mm. Unter dem Brustbild auf der Vorderseite befindet sich der Buchstabe F für die Münzstätte Hall und auf der Kehrseite das Wertzeichen 20 (Kreuzer).

Der silberne Altar wird in Tiroler Münzen umgeschmolzen

Die größte Silbermünze, die in Hall unter Kaiser Joseph II. als Alleinregent geprägt worden ist, war der „Zwanziger“, d.h. ein Zwanzig-Kreuzer-Stück (=1/6 Taler). Taler und Halbtaler waren durch Dukaten ersetzt worden. Jeder Besitzer von Gold konnte nunmehr dieses beim Haller Münzamt ohne Abzug einer Gebühr für Prägung und Feingehaltsbestimmung in Dukaten einlösen. Dies bewirkte eine enorme Steigerung der Goldprägung. Auch die Zwanziger-Prägung im Zeitabschnitt zwischen 1781 und 1790 verzeichnete einen enormen Anstieg, der allein für die Silberzwanziger-Prägung insgesamt 1,3 Millionen Gulden ausmachte. Seit dem 15. September 1783 wurde der Dukaten mit vier Gulden und 33 Kreuzern in Tiroler Landeswährung bewertet. Der Erlös aus dem erzwungenen Verkauf des Silberaltars und der Votivgaben sollte der

Pfarrkirche wenig sichtbare Freude bereiten, zumal nur die Schulden an die Filialkirchen beglichen werden konnten und deren Vermögen wiederum in dem Religionsfond landete.

Das nach wie vor viel verehrte Gnadenbild hatte inzwischen auf dem Dreikönigsaltar einen bescheidenen Platz gefunden. Mit dem Tod Josephs II. (20. Februar 1790) als militantem Exponenten des aufgeklärten Absolutismus sollte sich alles ändern. Da die Pfarre nicht in der Lage war, einen neuen Altar anstatt des „vermünzten“ silbernen Altars zu beschaffen, erbat man vom Hauseigentümer der ehemaligen Bischofspfalz Herrn Johann Anton Puell den Altar der entweihten ehemaligen SanktAndreas-Kirche am Kornplatz. Anstelle des Altarbildes fand das wundersame Gnadenbild wiederum in der angestammten Gnadenkapelle seinen würdigen Platz. Josephs II. Ingerenz in die Volksfrömmig-

keit war an seinem frühen Tod und am Widerstand der alten Stadtelite gescheitert.

„Alles für das Volk, aber nichts durch das Volk“ war sein angeblicher Leitspruch.

Diesen Beitrag hat Univ.-H. Prof. Doz. DDr. Helmut Rizzolli, Obmann des Heimatschutzvereins Bozen/ Südtirol, für Sie verfasst.

Geschätzte Leser,

das Volk hat entschieden und das ‚Nein‘ hat gewonnen. Vor wenigen Wochen gab es keinen Zweifel darüber, dass sich in der Volksabstimmung über die von den Mehrheitsparteien gewollte Justizreform das ‚Ja‘ durchsetzen würde. Dann entstand ein Ringen um jede Stimme, die Töne wurden härter, immer mehr Prominenz stieg in den Ring und laut Meinungsumfragen wurde der Ausgang des Rennens immer unsicherer. Trotzdem gab es guten Grund für die Mehrheit, an einen Sieg zu glauben. Dass dieser mit einer derart unerhörten Deutlichkeit ausblieb, ist ein Schlag ins Gesicht. Eine Wahlbeteiligung von knapp 59 Prozent ist ein Traumergebnis, und zwei Millionen Stimmen, die der Mehrheit fehlen, sind ein deutliches Signal. Laut ersten Analysen waren es vor allem junge Menschen, die zu den Wahlurnen strömten und mit ihrer Stimmabgabe ein deutliches Zeichen setzten. Es ging nicht nur um die Trennung der beruflichen Karrieren zwischen Rich-

diese wird Meloni wohl nicht zu Wahlen stürmen. Außerdem ist das Ergebnis der Volksbefragung nicht einfach auf politische Wahlen umzulegen. Es ist immer einfacher, Widerstand und damit Nein-Stimmen zu organisieren als diese Stimmen dann auf positive Inhalte oder Angebote bzw. gemeinsame Kandidaten zu kanalisieren. Und die Oppositionsparteien sind weit davon entfernt, gemeinsame Standpunkte oder gar einvernehmliche Spitzenkandidaturen definieren zu können. Spannend wird es aber allemal. BRIEF

tern und Staatsanwälten, es ging um ein Votum für oder gegen diese Regierungsmehrheit und es ging um die Frage, ob es rein rechnerisch eine Alternative gegen diese Mehrheit gibt. Diese Alternative gibt es nun, rein rechnerisch, und aus diesem Grund ist die Katerstimmung von Ministerpräsidentin Meloni entsprechend groß. Die sprichwörtliche Stabilität der Regierung nach innen und außen und der dieser Stabilität zugrundeliegende unangefochtene Führungsanspruch der Mehrheit beginnt zu bröckeln und die Oppositionsparteien wittern Frühlingsluft. Inwieweit Meloni nun versucht ist, sofortige Neuwahlen zu inszenieren, wird sich zeigen. Problematisch wären Neuwahlen nach dieser klaren Niederlage allemal und verfolgten wohl nur den Zweck, es der Opposition zu verwehren, sich zu organisieren und gemeinsame Standpunkte zu formulieren und einzunehmen. Aber die Reform des Wahlgesetzes ist noch in weiter Ferne und ohne

Zwischen Katerstimmung und Siegesrausch in Rom, am 24. März 2026 Manfred Schullian

BRIEF AUS DEM LANDTAG

Südtirol ist auf dem richtigen Weg

Mit 78 Fernheizwerken zählen wir zu den europäischen Vorreitern bei der Nutzung von Biomasse zur Energiegewinnung. Bereits heute werden über 17.000 Gebäude mit erneuerbarer Wärme versorgt – das spart jährlich rund 350.000 Tonnen CO₂ ein und zeigt eindrucksvoll, dass unser Ansatz nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich wirkt. Dennoch sehe ich noch viel Potenzial, das wir konsequent nutzen sollten.

In unseren Wäldern wachsen jährlich rund zwei Millionen Kubikmeter Holz nach. Gleichzeitig aber wird derzeit ein erheblicher Teil der Biomasse aus anderen Regionen oder dem Ausland bezogen. Das sollte sich in Zukunft ändern: Unser Ziel muss es sein, die Fernwärme in Südtirol sukzessiv immer stärker mit einheimischem Holz zu betreiben – im

Idealfall zu 100 Prozent. Eine solche Strategie stärkt nicht nur die lokale Wertschöpfung, sondern trägt auch zur nachhaltigen Pflege und Verjüngung unserer Wälder bei. Gleichzeitig sichern wir die Energieversorgung in einer Zeit globaler Krisen und unsicherer Energiepreise. Fernheizwerke sind krisensicher, regional verankert und zuverlässig. Diese Chance müssen wir nutzen. Mit meinem Beschlussantrag in der Landtagswoche im März habe die Landesregierung aufgefordert, eine umfassende Studie zu den Fernheizwerken in Südtirol in Auftrag zu geben. Ziel ist es, vorhandene Versorgungs- und Wirtschaftskreisläufe zu analysieren und konkrete Vorschläge zu erarbeiten, wie wir künftig noch stärker auf heimisches Brennmaterial setzen können. Wir wollen auch sicherstellen, dass die Nutzung

unserer Wälder ökologisch verträglich, wirtschaftlich sinnvoll und langfristig tragfähig ist. Südtirol hat die Chance, ein Vorbild für eine zukunftsfähige Energiepolitik zu sein. Wir müssen diesen Weg nun mutig und entschlossen weitergehen. Auch im Sinne der Konsumenten.

Mit besten Grüßen

Franz Locher

Dem Experten das Wort

Aufwertung von Beteiligungen 2026

Seit vergangenen Jahr ist die Möglichkeit zur Aufwertung von Beteiligungen an Gesellschaften als ständige Regelung eingeführt worden. Für das Jahr 2026 wurde eine Ersatzsteuer in Höhe von 21% auf den Wert der Beteiligung festgelegt. Der Unterschied zur „normalen“ Steuer auf den Veräußerungsgewinn in Höhe von 26% ist gering und somit ist die Aufwertung nun meist weniger interessant wie in der Vergangenheit. Die Ersatzsteuer in Höhe von 21% ist auf den gesamten Schätzwert der Beteiligung zum 01. Jänner 2026 zu berechnen. Die „normale“ Steuer in Höhe von 26% hingegen wird auf den Veräußerungsgewinn, also die Differenz zwischen Verkaufserlös und Anschaffungskosten berechnet. Nur wenn der Veräußerungsgewinn 80% des Verkaufspreises übersteigt, macht die Aufwertung wirtschaftlich Sinn. Um die Aufwertung durchzuführen, ist es notwendig, innerhalb 30. November 2026 ein beeidigtes Schätzgutachten über den Wert der Beteiligung erstellen zu lassen sowie die Ersatzsteuer oder die erste von drei jährlichen Raten dafür

einzuzahlen. Die Aufwertung ist auch dann möglich, wenn der Verkauf der Beteiligungen vor der Beeidigung der Schätzung durchgeführt wird. Rechtliche Gültigkeit erlangt die Aufwertung durch die Zahlung der Ersatzsteuer beziehungsweise durch die Zahlung der ersten Rate.

Die Regelung gilt nicht für Beteiligungen die im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit gehalten werden. Die durchgeführten Aufwertungen müssen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden, um diese der Agentur der Einnahmen zur Kenntnis zu bringen. Auf ein Schätzgutachten kann verzichtet werden, wenn die Beteiligung auf dem reglementierten Markt gehandelt wird. Als Wertansatz wird in diesem Fall das arithmetische Mittel des Kurses im Dezember 2025 verwendet. Nicht anwendbar ist die Aufwertung bei einem Austritt aus der Gesellschaft, d.h. wenn die Beteiligungsquote von Seiten der Gesellschaft liquidiert wird. Jedoch ist es möglich und es stellt keinen Missbrauch dar, wie in einer Auskunft der Agentur der Einnahmen

Einblicke vom Finanzberater

Ihr

Eigentum - Warum eine

Der Abschluss einer Hausratversicherung ist ein grundlegender Schritt, um das eigene Heim und den gesamten Hausstand gegen unvorhergesehene Risiken abzusichern. Sowohl für Hausbesitzer als auch für Bewohner einer Mietwohnung stellt sie ein entscheidendes Element der finanziellen Vorsorge dar.

Schutz für Inventar und Einrichtungsgegenstände

Eine Hausratversicherung kommt für Schäden an Ihrem kompletten Inventar auf. Dies umfasst alles von Möbeln und Technik bis hin zu Textilien und privaten Wertsachen. Ein solcher Schutz ist maßgeblich, da die Zerstörung oder der Verlust der Einrichtung oft mit erheblichen Kosten verbunden ist. Für Besitzer von Immobilien fungiert die Hausratversicherung als ideale Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung, welche primär die bauliche

bestätigt, eine Aufwertung durchzuführen und dann die Quoten an eine neu gegründete Holdinggesellschaft zu verkaufen. Im konkreten Fall ging es um einen Generationswechsel und die Auszahlung eines Familienmitgliedes. Die neu gegründete Holdinggesellschaft kauft mittels Fremdfinanzierung die Anteile des austretenden Familienmitgliedes und mittels der Dividenden der operativen Gesellschaft wird die Fremdfinanzierung getilgt. Entscheidend ist das Vorliegen eines realen wirtschaftlichen Interesses, in diesem Fall der Generationswechsel und der effektive Austritt eines Familienmitglieds.

Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com

Hausratpolizze

unverzichtbar ist

Substanz wie Wände, das Dach sowie feste Einbauten schützt.

Deckung bei Brandund Leitungswasserschäden

Die häufigsten Schadensfälle entstehen durch Feuer oder Wasser. Ganz gleich, ob ein technisches Problem einen Brand auslöst oder ein Rohrbruch für Wasserschäden sorgt – die Versicherung trägt die Reparaturkosten und erstattet den Wert zerstörter

Objekte. Vor allem bei Brandschäden ist die finanzielle Unterstützung von großer Bedeutung, da sich die Zerstörung innerhalb kürzester Zeit massiv ausbreiten kann.

Relevant für Wohneigentum und Miete

Egal, ob Sie zur Miete wohnen oder in der eigenen Immobilie: Der Rückhalt durch eine Hausratversicherung ist in beiden Fällen ratsam. Während Mieter primär ihr bewegliches Hab und Gut absichern, erreichen Eigentümer durch das Zusammenspiel von Hausrat- und Gebäudeversicherung einen lückenlosen Rundumschutz. Eine Hausratversicherung ist somit eine gezielte Investition in Ihre Sicherheit, die verhindert, dass Sie im Ernstfall vor hohen finanziellen Forderungen stehen.

So begann es: „Auf d’Rad“ ohne zu tanken …

Reifen J. Oberrauch: Kompetenter Fahrzeugservice in Terlan

Am nördlichen Dorfrand von Terlan fällt seit kurzem ein eleganter, harmonischer Bau auf: das rundum erneuerte Haus der Familie Oberrauch bei der beliebten ESSO-Tankstelle und dem geschätzten Fachbetrieb für Reifenservice und Kleinreparaturen sowie bequemer Autowaschanlage.

Das Unternehmen J. Oberrauch in Terlan stellt die Mobilität seiner Kundinnen und Kunden in den Mittelpunkt und bietet ein umfassendes Serviceangebot für Fahrzeuge aller Art – vom Kleinwagen bis zum Traktor. Als Reifenspezialist führt der Betrieb hochwertige Reifen

sowie edelste Leichtmetallfelgen namhafter Marken und kombiniert diese mit modernen Werkstattleistungen – von präziser Achsvermessung bis hin zum professionellen Öl- und Bremsenservice. Ergänzt wird das Angebot durch eine rund um die Uhr geöffnete Waschanla-

ge sowie eine jederzeit verfügbare Tankmöglichkeit.

Familientradition trifft auf Fortschritt

Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1965 mit dem Bau des Wohnhauses und der Eröffnung einer

ESSO-Tankstelle. Was zunächst als reiner Treibstoffhandel startete, wurde schnell um eine Autowaschanlage erweitert. Mit dem Bau einer großzügigen Werkstatthalle Anfang der 2000er-Jahre setzte der Betrieb einen Meilenstein: Seitdem bildet der Reifendienst das Herzstück des

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Das schmucke Haus in den 1960er Jahren. Ganz rechts der knallrote Coca-Cola-Automat, damals ein begehrtes „hightech“…

Familienunternehmens. Mit dem Eintritt von Paul Oberrauch wird der Betrieb heute bereits in der dritten Generation geführt. Das geschulte Team setzt dabei auf drei Säulen:

Individuelle Beratung: Persönliche Betreuung wird hier großgeschrieben.

Digitalisierung:

Moderne Arbeitsabläufe sorgen für Effizienz und Präzision.

Nachhaltigkeit:

Durch fachgerechte Wartung wird die Lebensdauer der Fahrzeuge verlängert – für eine sichere und ressourcenschonende Mobilität.

Um technologisch stets am Puls

der Zeit zu bleiben, investiert das Unternehmen kontinuierlich in die Weiterbildung der Mitarbeiter. Das garantiert nicht nur höchste Qualität, sondern sorgt vor allem für die Sicherheit und Zufriedenheit der Kunden. Der familiäre Charakter des Unternehmens spiegelt sich dabei in der persönlichen Betreuung wider.

Ein neues Kapitel:

Generalumbau 2025

Auch baulich hat sich das Erscheinungsbild über die Jahrzehnte stetig gewandelt. Seit der Errichtung des ursprünglichen Gebäudes im Jahr 1965 folgten wichtige Erwei-

terungen, darunter der Ausbau des zweiten Obergeschosses (1995) sowie die Ergänzung der Dachgauben (2014). Zum Generalumbau schritt

man 2025, der kürzlich zur vollsten Zufriedenheit der Bauherren ausgefallen ist.

Das Wohnhaus kurz nach dem Generalumbau
Mit den richtigen „Schuhen“ läuft jedes Auto besser …
Zubau der Autowasch-Halle in den 1980er Jahren

HAUS OBERRAUCH Urbanes Zeichen zwischen Beruf und Privatleben

Ein neues Betonraster interpretiert den Bestand neu und schafft Terrassen, Tiefe sowie eine markante urbane Front.

Entlang der Hauptstraße von Terlan, eingebettet in ein Umfeld aus Gewerbe und Infrastruktur, fügt sich HAUS OBERRAUCH als architektonische Geste ein, die unterschiedliche Identitäten vereint: die öffentliche Funktion einer Mechanikerwerkstatt und die private Dimension des Wohnens. Das Projekt entstand aus dem Wunsch der Bauherrschaft — einer Familie, die historisch eng mit ihrem Arbeitsort verbunden ist —, den bestehenden Aufbau in ein Haus zu

verwandeln, das nicht nur Platz für zwei separate Wohneinheiten bietet, sondern auch als wiedererkennbares Zeichen an der Straße fungiert.

Das Grundstück ist durch eine klare Dichotomie definiert: Im Westen und Norden blickt es auf eine infrastrukturelle Landschaft aus Verkehr, Tankstellen und Gewerbebetrieben; im Osten und Süden öffnet es sich hingegen zu einer intimeren Sphäre aus Gärten und landwirtschaftlichen Grünflächen. Das Projekt arbeitet

mit dieser Spannung und schafft ein Gebäude, das gleichzeitig Filter und Bindeglied zwischen diesen zwei Welten ist.

Vom Volumen her basiert der Entwurf auf einem direkten Dialog mit dem Bestand. Das Satteldach, ein prägendes Element des ursprünglichen Baus, wird beibehalten und als gestalterische Matrix für das neue Volumen neu interpretiert. Diesem wird ein zusätzliches System — ein Kubus an der Südseite — zur Seite

gestellt, das die Komposition vervollständigt, ausbalanciert und eine maßvolle, zeitgemäße Variation einführt.

Die Fassadengestaltung entspringt genau dieser Überlagerung von Erinnerung und Innovation. Ein neues Tragwerkraster aus Betonfertigteilen — Stützen und Balken — umschließt das Gebäude. Es interpretiert die traditionelle Geometrie des Daches in einer zeitgenössischen Sprache und übersetzt sie in eine regelmäßige,

dreidimensionale Taktung. Dieser Rahmen definiert einen klaren, wiedererkennbaren Rhythmus und erzeugt gleichzeitig Tiefe, Loggien und Terrassen, die das Verhältnis zwischen Innen und Außen artikulieren. Die Fassade wird so zu einem aktiven Instrument: ein System, das ordnet, vereinigt und repräsentiert. Trotz der Koexistenz verschiedener Funktionen präsentiert sich das Gebäude als kohärenter Organismus, bei dem das Raster ein starkes und durchgehendes Bild entlang der Straßenfront aufbaut. Die Farbgebung erinnert an den Terlaner Porphyr und verwurzelt den Eingriff im lokalen Kontext, während die Verwendung von Fertigteilen eine präzise und kontrollierte zeitgenössische Dimension einbringt. An der Westseite, zur Straße hin, nimmt das Raster eine Abfolge von Blech-Pflanzgefäßen in einem warmen Schokoladenbraun auf, die in das Design der Brüstungen und Öffnungen integriert sind. Die Bepflanzung in diesen Elementen trägt dazu bei, den Maßstab des Gebäudes zu mildern, eine visuelle Vermittlung zur Umgebung herzustellen und eine lebendige, sich verändernde Komponente in die strenge Struktur einzuführen.

Das Erdgeschoss ist als Erweiterung der Firmentätigkeit konzipiert: ein öffentlich zugänglicher Raum mit Büros, Besprechungsraum und Ser-

viceräumen. Der Zugang erfolgt über eine große Glasschiebetür, flankiert von einer transparenten Fläche, die wie ein Schaufenster wirkt und gleichzeitig einlädt, indem sie sich im Inneren in eine bewohnbare Nische verwandelt. Die Materialsprache setzt sich konsequent von außen fort: Die Töne des Sichtbetons verflechten sich mit der Wärme von Holz und dunkel-türkisen Akzenten, die die sichtbaren Strukturelemente hervorheben.

Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt hingegen von der gegenüberliegenden Seite über den Garten im Süden, was die Trennung zwischen öffentlicher und privater Sphäre bekräftigt. Eine interne Treppe verbindet die verschiedenen Wohnebenen, die in zwei separate Wohnungen für Eltern und Sohn gegliedert sind. Im ersten Stock befindet sich eine Wohnung, die sich um einen offenen Wohnbereich entwickelt, in dem Küche und Wohnzimmer durch eine komplett verglaste Südfassade mit dem Außenbereich kommunizieren.

Die umlaufende Terrasse, die durch das Design des Strukturrasters entsteht, verstärkt diese Beziehung und verbindet jeden Raum direkt mit der Landschaft.

Der zweite Stock und das Dachgeschoss beherbergen die zweite Wohnung, die sich durch eine stärkere räumliche Gliederung und eine interne Treppe auszeichnet, die zur

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oberen Ebene führt, welche in ihrer ursprünglichen Konfiguration beibehalten wurde. Auch hier öffnet sich der Wohnbereich vollständig nach Süden, während die durch die Fassadengliederung definierten Terrassen eine Vielzahl von Ausblicken und Lichtverhältnissen bieten. Die Atmosphäre im Inneren wird durch die vorwiegende Verwendung von Holz und hellen Farbtönen bestimmt, die eine intime und häusliche Umge-

bung schaffen. HAUS OBERRAUCH präsentiert sich somit als Projekt der transformativen Kontinuität: eine Architektur, die durch neue Materialien und eine neue formale Ordnung wiedergeboren wird, ohne die ursprüngliche Anlage zu vergessen. Ein Gebäude, das die Vergangenheit nicht auslöscht, sondern sie interpretiert und so eine neue Identität schafft.

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Verantwortung mit Leidenschaft leben

Gertis Weg als Bäuerin im Einklang mit der Natur

Gertraud Heiss Rier aus St. Valentin/Kastelruth ist die Bäuerin des Jahres 2026. Die Auszeichnung wurde ihr am Sonntag, den 22. März 2026, beim 45. Landesbäuerinnnentag im Haydn-Auditorium in Bozen verliehen. Gerti beeindruckt durch die Verbindung von traditionellem Wissen, tief gelebter Naturverbundenheit und einer vorbildlichen Mitgestaltung der Landwirtschaft am Gschtraffhof. Sie lebt dort mir ihrem Mann Markus und ihren beiden Kindern.

Frau Heiss, welche Erfahrungen oder Ereignisse haben Sie als Bäuerin besonders geprägt?

Rückblickend haben mich vor allem die täglichen Herausforderungen am Hof geprägt – die Verantwortung für Tiere, Familie und Betrieb zu tragen und immer wieder Lösungen zu finden, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Die Landwirtschaft verlangt viel Einsatz und Geduld, gibt aber auch sehr viel zurück: die Nähe zur Natur, das Arbeiten mit Tieren und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu schaffen. Wir gestalten die Landschaft und produzieren hochwertige Lebensmittel – das macht unsere Arbeit einzigartig.

Was möchten Sie heute anderen Frauen in der Landwirtschaft mitgeben?

Ich möchte anderen Frauen mitgeben, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben und den eigenen Weg zu gehen. Eine Bäuerin sollte sich Zeit für das nehmen, was ihr Freude macht, und den Betrieb in diese Richtung weiterentwickeln. Wenn sich Arbeit und persönliche Interessen verbinden lassen, trägt das entscheidend dazu bei, langfristig mit Freude und Motivation in der Landwirtschaft tätig zu sein.

Wie empfinden Sie das Bäuerin-Sein heute?

Bäuerin zu sein ist eine sehr schöne, aber auch anspruchsvolle Aufgabe. Die Verantwortung ist groß, und feste Arbeitszeiten gibt es kaum. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Arbeit der Bäuerinnen gesehen und wertgeschätzt wird.

Mein Wunsch ist, dass bäuerliche Familienbetriebe – besonders die kleinstrukturierten Höfe – auch in Zukunft Unterstützung erhalten. Diese Betriebe prägen unsere Kulturlandschaft, erhalten Traditionen und leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Lebensmittelproduktion.

Damit junge Frauen gerne auf die Höfe kommen und die Rolle der Bäuerin mit Freude übernehmen, braucht es gute Rahmenbedingungen, Wertschät-

zung und echte Zukunftsperspektiven. Haben unsere Familienbetriebe eine Zukunft, dann hat auch unsere Landwirtschaft eine starke Zukunft.

Welche Werte tragen Sie durch den Alltag am Hof? Mich tragen vor allem Werte wie Bodenständigkeit, Verlässlichkeit und der starke Zusammenhalt in der Familie. In der Landwirtschaft gibt es immer wieder Hürden zu meistern – deshalb ist es wichtig, füreinander da zu sein und gemeinsam Lösungen zu finden. Auch der respektvolle Umgang mit der Natur und den Tieren ist für mich ein zentraler Wert. Kraft finde ich vor allem in der Natur. Dort kann ich abschalten, zur Ruhe kommen und neue Energie tanken.

Ich glaube, genau diese Mischung aus Verantwortung, Naturverbundenheit und den kleinen Momenten, in denen man Kraft schöpfen kann, macht es möglich, auch in herausfordernden Zeiten mit Freude Bäuerin zu sein.

Was zeichnet Sie aus?

Ich bin ein naturverbundener, authentischer Mensch und finde meine Stärke im Familienzusammenhalt und in der Arbeit am Hof. Es ist ein großes Geschenk, unsere Kinder im Alltag bei uns zu haben und sie beim Aufwachsen begleiten zu können. Offenheit für Neues gehört für mich dazu – ich arbeite mit viel Einsatz und bringe gerne innovative Ideen in unseren Betrieb ein.

Neben der Landwirtschaft führen wir Ferienwoh-

nungen, in denen Gäste das Hofleben aus nächster Nähe miterleben können. Ein zentraler Gedanke bei uns ist die Selbstversorgung: Gemüse aus dem Garten, eigene Milchprodukte, Fleisch, Eier und Honig von unseren Bienen. Zu wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen, bedeutet für uns Lebensqualität und tiefe Verbundenheit mit der Natur.

Was bedeutet es für Sie, Bäuerin des Jahres zu sein?

Vor allem ist es eine Anerkennung für die Arbeit, die hinter einem Bauernhof steckt. Ich nehme diese Auszeichnung stellvertretend für alle Bäuerinnen entgegen, die täglich mit viel Einsatz, Leidenschaft und Verantwortung ihre Höfe führen. Sie zeigt, dass die Arbeit der Bäuerinnen gesehen und wertgeschätzt wird – im Betrieb, bei den Tieren und in der Familie.

Für mich ist die Auszeichnung auch ein Ansporn, unseren Hof weiterhin mit Freude, Engagement und Kreativität zu führen. Ich möchte als gutes Beispiel vorangehen und zeigen, dass man mit Begeisterung viel bewegen kann. Gleichzeitig möchte ich die Rolle der Bäuerin sichtbar machen und die Vielfalt, Verantwortung und Bedeutung dieser Arbeit in unserer Gesellschaft betonen. Die Freude an der Landwirtschaft und am „Bäuerin-Sein“ möchte ich gerne weitergeben und andere Frauen inspirieren.

Interview: Ulrike Tonner

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Dr. med. Hildegard Campidell

Die mehr als drei Jahrzehnte wirkende Kinderärztin ist weiterhin beratend im „Café Med“ tätig.

Hildegard Campidell wurde am 8. April 1957 in Bozen geboren und sie ist dort mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volks- und Mittelschule in der Landeshauptstadt hatte sie schon sehr früh den Wunsch, sich mit Kindern zu beschäftigen, ihnen beizustehen oder ihnen etwas

beizubringen, „das war damals bereits mein berufliches Ziel.“ Sie hatte aber ein bisschen Bedenken, ob sie wohl den Sezierkurs beim Medizinstudium schaffen würde, so dass sie „sicherheitshalber“ die Lehrerbildungsanstalt – seinerzeitige LBA – in Meran absolvierte, um gegebenenfalls als Lehre-

rin tätig zu sein. Ihre Sorge war jedoch völlig unbegründet, denn sie schloss ihr Medizinstudium an der Uni Innsbruck in kürzester Zeit erfolgreich ab. „Für die Facharztausbildung musste ich dann allerdings ein paar Jahre zuwarten und arbeitete deshalb zwischenzeitlich im Krankenhaus Innichen. Dort verbrachte ich rückblickend eine wunderbare Zeit, denn zum einen konnte ich teilweise selbständig chirurgisch tätig sein, mein Chefarzt ließ mir nämlich viel freie Hand, zum anderen wurde ich respektiert und sehr geschätzt, was mein Selbstvertrauen weiter stärkte.“ Anschließend kam dann die „spannende und aufregende Epoche“ der Facharztausbildung an der Universitätsklinik Innsbruck, die immerhin fünf Jahre

lang dauerte und für Campidell prägend für ihr späteres Berufsleben war.

„Ich arbeitete auch öfters als Flugrettungsärztin, zusammen mit dem Flugzeugteam übernahmen wir meist Transporte von schwerkranken Babys in andere Spezialkliniken. Es war schon herausfordernd, aber auch befriedigend, wenn alles gut abgelaufen ist.“ Weiters war sie noch drei Jahre an der Kinderkardiologie tätig. Im Jahr 1992 hat dann die ausgebildete Fachärztin in Kinderheilkunde ihre Stelle als Basis-Kinderärztin in Eppan angetreten, wo sie mehr als 30 Jahre lang ihre beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse einbringen konnte. In dieser Zeit machte sie eine weitere Ausbildung, und zwar zur Kinderpsychotherapeutin in München, was

Hildegard Campidell bei ihrer großen Leidenschaft, dem Flamencotanz.
Ihre Familie ist ihr viel wert: Sohn Thomas (von links), Enkelin Laura, Hildegard Campidell mit Partner Markus.

sich in ihrer täglichen Arbeit als großer Nutzen herausstellte. „Die Kinder sollen jegliche Angst vor dem Arzt verlieren, das ist mir wichtig.“. Vielleicht ist dies mit ein Grund, warum sie von ehemaligen „kleinen“ Patienten heute noch auf der Straße mit großer Wertschätzung angesprochen wird. Nun ist sie auch im „Café Med“ anzutreffen, wo sie medizinisch Ratsuchenden beisteht und ihnen bei etwaigen Entscheidungen hilft. Zudem ist sie Teil des Wünschewagen-Teams, wo sie öfters schwerkranke Menschen an ihren Sehnsuchtsort begleitet. Was macht aber Hildegard Campidell in ihrer Freizeit? Da gibt es keinen Zweifel für die wissbegierige Kinderärztin: „Seit 20 Jahren bin ich begeisterte FlamencoTänzerin, das ist meine große

Leidenschaft. Der Flamenco vereinigt für mich neben Bewegung die Kreativität und Meditation. Beim Flamenco befinde ich mich in meiner ‚Mitte‘, er ist Teil meiner Persönlichkeit.“ Sie ist so davon überzeugt, dass sie sogar selbst Tanzunterricht erteilt. Auch nach Andalusien, der Wiege des Flamencos, zieht es sie immer wieder hin. Und sie verpasst kein Jannik-Sinner-Match – sie bewundert den jungen Mann sehr ob seiner mentalen Stärke.

Familiär ist sie mit dem Arzt Markus liiert, ihr Sohn Thomas ist Dozent für Psychologie und Sportwissenschaften. Zusammen mit ihrer Enkelin Laura verbringt sie gerne gemeinsame Wochenenden.

Karl Psenner

Waldatem –Wenn der Wald atmet, atmen auch wir

Über die Hälfte Südtirols ist von Wald bedeckt. Mehr als 100 verschiedene Waldtypen, vom Mischwald im Tal bis zum Fichtenwald in den höheren Lagen, prägen unsere Landschaft. Doch der Wald ist weit mehr als eine schöne Kulisse: Er ist Lebensraum für die größte Artenvielfalt des Landes und Grundlage für das Gleichgewicht zwischen Mensch, Tier und Natur. Der Wald schützt unser Klima, speichert Wasser und reinigt die Luft. Er bindet Kohlendioxid, produziert Sauerstoff und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Tausende Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen leben hier in einem sensiblen Zusammenspiel – ein faszinierendes Netzwerk des Lebens. Gleichzeitig schenkt uns der Wald Ruhe, Erholung und neue Energie. Wir alle haben freien Zutritt zum Wald. Als Gäste des Waldes betreten wir jedoch Privateigentum und einen sensiblen Lebensraum, in dem wir uns achtsam bewegen sollten. Der Wald ist ein lebendiger

Organismus: Er wächst, verändert sich, schützt und stabilisiert unsere Landschaft. Kurz gesagt: Er atmet und mit ihm unser Lebensraum.

Mit der Kampagne „Waldatem“ lädt die Landesabteilung Forstdienst dazu ein, den Wald neu zu entdecken und seine Bedeutung für Natur, Mensch und Gesellschaft bewusster wahrzunehmen.

Die mehrjährige Initiative startet am 21. März, dem Internationalen Tag des Waldes. Sie richtet sich an eine breite Zielgruppe – von der Bevölkerung über die Waldeigentümer bis hin zu den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Forstdienstes selbst. Geplant sind Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen ebenso wie Veranstaltungen und Begegnungen rund um das Thema Wald.

Mehr über den Atem des Waldes, seine Funktionen und aktuelle Initiativen finden Interessierte auf der Webseite provinz.bz.it/wald.

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Unser Wald – Schützt vor Naturgefahren.

BOZEN

Wie lebt es sich als junger Kulturschaffender in Bozen, Emil Montel?

Emil Montel, Jahrgang 1997 aus Neumarkt, ist vor drei Jahren nach Bozen gezogen. Heute gehört er zu jenen jungen Kulturmenschen, die eine Stadt oft leiser prägen, als es große Namen tun: als Mitgründer des Musikkollektivs Beat Coin, als DJ, Radiomacher und Teil verschiedener kultureller Zusammenhänge. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Es geht nicht nur um Musik. Es geht um die Frage, was eine Stadt jungen Leuten bietet, die nicht einfach nur konsumieren, sondern kulturell etwas bewegen wollen.

Was machst du kulturell eigentlich in Bozen? „Zuallererst ist da mal mein Kollektiv Beat Coin. Wir sind eine Gruppe von Freunden mit einer Leidenschaft für elektronische Musik und Undergroundkultur, und auch eine Plattform, ein Mittel, um sich auszudrücken und sich einem Publikum zu zeigen.“ Und tatsächlich: Beat Coin ist längst mehr als ein Freundeskreis mit gutem Musikgeschmack. Das Kollektiv organisiert Veranstaltungen, vernetzt Produzent:innen aus Südtirol und hat mit bislang drei digitalen Compilations hörbar gemacht, wie viel elektronische Musik im Land entsteht. Montel selbst bewegt sich dabei nicht nur zwischen DJ-Sets und Releases. Er produziert Musik, arbeitet an neuen Mixes und kuratiert bei Radio Tandem einen eigenen Podcast. Dazu kommen Treffen mit Kulturgruppen, Kooperationen, organisatorische

Arbeit und jenes laufende Vernetzen, das man leicht übersieht, ohne das eine Szene aber kaum wächst. Montel ist damit nicht nur Teil des kulturellen Lebens in Bozen – er trägt mit dazu bei, dass es sich weiter verdichtet.

Wie lebt es sich in Bozen, wenn man Kultur macht?

„Ich glaube, ich habe hier in Bozen mein Gleichgewicht gefunden.“ Montel hat in Padua gelebt, war im Erasmus in Bilbao, hat ein Jahr bei Rom verbracht. Gerade deshalb sagt er, dass er in Südtirol und besonders in Bozen das Gefühl habe, etwas aufbauen zu können. Die Stadt sei klein, überschaubar, aber gerade dadurch gebe es Handlungsspielraum. Wer etwas organisieren wolle, könne hier tatsächlich ins Tun kommen. Von Jahr zu Jahr, sagt er, nehme die Zahl der Initiativen und Veranstal-

tungen zu, und immer mehr Menschen hätten Lust, Gemeinschaft aufzubauen. „Das Einzige, was uns meiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Regionen viel Kraft nimmt, ist die Trennung zwischen den beiden Sprachgruppen Deutsch und Italienisch. Wir fahren auf zwei verschiedenen Gleisen, dabei verfolgen wir eigentlich dasselbe Ziel. Es fehlen oft die Gelegenheiten, sich zu begegnen und zusammenzuarbeiten. Wenn wir das stärker gemeinsam tun würden – was könnten wir dann alles erreichen?“

Und dann kommt fast zwangsläufig das Thema Wohnen. Aus einem Workshop von Bozen Fiorisce zum Thema Wohnen ist 2025 eine Gruppe entstanden, die sich seither intensiver mit Mieten, Wohnraum und Lebensrealität in der Stadt beschäftigt. Daraus wurde die Assemblea Abitare Bozen. Für Montel und die

Gruppe ist klar: Die Frage, wie man in Bozen lebt, entscheidet sich nicht nur an Kulturangeboten, sondern ganz konkret auch an der Möglichkeit, überhaupt hier bleiben zu können.

Was braucht Bozen, um eine wirklich lebendige und zukunftsfähige Stadt zu sein?

„Es braucht Investitionen in die Bürgerinnen und Bürger und nicht in Tourismus und Konsum. Man muss dafür sorgen, dass Menschen, die in dieser Stadt aufwachsen oder hierherkommen, um Stabilität zu suchen, so aufgenommen werden, dass sie das Gefühl haben können, sich eine Zukunft aufzubauen.

Wenn wir nicht in die Bevölkerung investieren, sondern in neue Geschäfte und in den Ausbau von Angeboten für Touristinnen und Touristen, dann brechen die Fundamente weg. Es braucht Anziehungspunkte für junge Menschen, sonst isolieren sie sich in ihren Blasen und versinken in ihren Smartphones. Deshalb fühlen sich viele nicht motiviert zu bleiben, sondern suchen Räume anderswo, in anderen Städten und anderen Ländern, wo

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sie sich ausdrücken können, sich aufgenommen und als Teil von etwas fühlen.“ Es ist ein Satz, der den Kern trifft. Bozen, so ließe sich Montels Blick zusammenfassen, braucht nicht nur schöne Kulissen, sondern Orte der Begegnung, bezahlbares Leben und Wohnen, Luft für Eigeninitiative und den Mut, junge Energie nicht als Dekoration, sondern als Substanz der Stadt zu begreifen.

Was verliert die Stadt, wenn kreative Menschen nicht bleiben können?

„Kreative Köpfe auf der Flucht, die ewige Parole!“, sagt Montel und lacht. Dann wird er

Zivildienst beim Weißen Kreuz

Schulabschluss in der Tasche – und dann? Wie wär’s mit einem ganz besonderen Zivildienstjahr beim Weißen Kreuz?

Dabei erleben junge Menschen den Rettungsdienst und Krankentransport hautnah, schließen eine anerkannte Ausbildung ab, setzen sich sinnvoll ein, knüpfen neue Kontakte und wachsen auch persönlich als Teil einer starken Gemeinschaft. Der freiwillige Zivildienst beginnt am 1. Oktober und dauert acht bis zwölf

Monate. Zeit genug, um die anerkannte Sanitäter-Ausbildung abzuschließen, die auch im späteren Berufsleben von Vorteil ist. Der Dienst beinhaltet eine monatliche Spesenvergütung von 600 Euro und die kostenlose Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wer zwischen 18 und 28 Jahre alt ist, kann sich noch bis zum 31. Juli für den Zivildienst beim Weißen Kreuz bewerben.

ernst: „Ja, leider ist das so. Man verliert eine treibende Kraft, die eine Stadt weiterentwickeln und vielfältiger machen könnte, man verliert anziehende und anregende Atmosphären. Die, die bleiben, haben die Aufgabe, hier umso mehr tätig zu werden. „Schaffen wir selbst die attraktiven Dinge, damit diejenigen, die gegangen sind, einen Grund haben zurückzukommen.“ Vielleicht ist das der schönste Gedanke dieses Gesprächs: nicht bloß zu beklagen, was fehlt, sondern Gründe zu schaffen, zu bleiben. Oder zurückzukommen.

Wie viel Vater darf es sein?

Väter wollen heute mehr sein als nur die wirtschaftliche Stütze der Familie. Sie möchten Zeit mit ihren Kindern verbringen und aktiv Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig stehen sie unter dem Druck, beruflich erfolgreich zu sein und finanzielle Sicherheit zu gewährleisten.

In den vergangenen Wochen hat sich eine Kampagne genau diesem Thema gewidmet. Rund um den Equal Care Day 2026 rückten das Forum Prävention und die Allianz für Familie mit dem Motto „Papa-Sein zwischen Job, Wickeltisch & Kontoauszug“ die Rolle der Väter in den Mittelpunkt. Die Kampagne wurde von der Familienagentur des Landes Südtirol unterstützt.

Die Realität zeigt: Eine faire Aufteilung der Sorgearbeit gelingt nur, wenn auch Väter tatsächlich die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen. Daran fehlt es häufig noch. Italienweit geben 68 Prozent der Männer an, unzufrieden damit zu sein, wie viel Zeit sie für ihre Kinder und ihre Familie haben. Viele Väter fürchten nach wie vor berufliche Nachteile, wenn sie Elternzeit in Anspruch nehmen oder ihre Arbeitszeit reduzieren.

Die Soziologin Christa Ladurner vom Forum Prävention erklärt, dass viele

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Väter heute präsent sein wollen, jedoch immer noch auf strukturelle und gesellschaftliche Hürden stoßen. Denis Lardino von der Allianz für Familie fordert mehr familienfreundliche Arbeitsmodelle sowie bessere politische Rahmenbedingungen – etwa bei der finanziellen Absicherung während familiärer Auszeiten.

Forschung bestätigt: Aktive Väter stärken Familien

Engagierte Vaterschaft ist auch gesellschaftlich relevant: Forschungen der Harvard University belegen, dass dort, wo Männer sich aktiv in die Kindererziehung einbringen, die Bereitschaft steigt, mehr Kinder zu bekommen. Frauen fühlen sich sicherer, Familien werden gestärkt – und auch die Kinder profitieren: Sie entwickeln sich emotional stabiler, erzielen häufig bessere schulische Leistungen und wachsen in einem ausgeglicheneren Umfeld auf. Gleichzeitig berichten viele Väter selbst von höherer Zufriedenheit und besserer psychischer Gesundheit.

Vatersein zwischen Wunsch und Realität: Diskussion in Bozen

Das Thema wurde auch bei einer Veranstaltung am Vorabend des Vatertags im Waaghaus in Bozen besprochen. Unter dem Titel „Vatersein in Südtirol zwischen Wunsch & Wirklichkeit“ diskutierten Väter sowie Vertreter:innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt über die Herausforderungen moderner Vaterschaft.

Nach einem inhaltlichen Impuls von Alex Oberkofler (ASGB) wurde schnell deutlich, dass die strukturellen Rahmenbedingungen vielfach noch nicht auf eine aktive Vaterschaft ausgerichtet sind. In der anschließenden Diskussion brachten Katia Endrizzi, Lukas Schwienbacher und Christian Contarino unterschiedliche Perspektiven ein: Während Endrizzi auch aus unternehmerischer Sicht einen Wandel hin zu engagierter Vaterschaft bestätigte, machte sie gleichzeitig klar, dass der Gender Care Gap weiterhin besteht. Contarino schilderte eindrücklich die Herausforderungen aus dem Alltag ei-

von links: Gudrun Brugger, Alex Oberkofler, Katia Endrizzi, Christian Contarino, Lukas Schwienbacher, Alex Giovanelli, Ingrid Kapeller

nes Vaters, der sich stärker einbringen möchte, dabei jedoch immer wieder an Grenzen stößt. Schwienbacher verwies ergänzend auf den anhaltenden gesellschaftlichen Druck und die Erwartungen, die auf Vätern lasten. Die Diskussion machte klar: Wenn Väter ihre Rolle so leben sollen, ist ein grundlegender Wandel der Rollenbilder notwendig – in Familien, in Unternehmen und in der Politik. Vaterschaft muss als selbstverständlicher Teil eines modernen Lebensmodells gelten.

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