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PLUS 01 vom 14/01/2026

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Copyright Theo Kortschak

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INHALT

Liebe Leserinnen und Leser! In dieser Ausgabe geht es um Identität, Lebensentwürfe und Chancen: Im Bozner Stadttheater zeigt das Stück Blutbuch, wie vielfältig menschliche Identität jenseits von Mann und Frau sein kann. Stimmen wie die von M. und Patrice Grießmeier machen dabei deutlich: Non-Binarität ist keine Mode, sie bedeutet persönliche Freiheit von Menschen, die es immer schon gegeben hat. Wie wichtig gesellschaftliche Themen wie diese sind, weiß auch Sigrid Klotz, Kulturvermittlerin und Leiterin der Bibliothek Frangart. Mit viel Einsatz schafft sie Orte für (literarische) Begegnungen, Bildung und Gemeinschaft. Und wir sprechen über den sogenannten Brain Drain: Junge Talente verlassen die Region, während Fachkräfte hier dringend gebraucht werden – und die Frage, wie Südtirol Menschen hält, bleibt offen und drängend. Für 2026 bleibt die Herausforderung, dafür Perspektiven zu schaffen – und auch Vielfalt zu ermöglichen. Herzlichst, Ihre Sarah Meraner redaktion@bezirksmedien.it

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TITELTHEMA

Leben jenseits binärer Geschlechter

LOKALES

Salurner Fasching Töpfern im Blindenzentrum Gries

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GENUSS

Wintereintopf

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PORTRÄTS Sonia Klotz Spornberger Sigrid Klotz

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KUNST & KULTUR

Abwanderung

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IMPRESSUM PLUS | Industriestr. 1/5, 39011 Lana | Tel. 0473 05 10 10 Eigentümer und Herausgeber: Bezirksmedien GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Nr. 19/93; Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Bezirkskoordination: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.com Redaktionsleitung: Sarah Meraner Redaktion: Sarah Meraner, Walter Werth, Flora Brugger, Remo Demanega, Phillipp Kieser, Karl Psenner, Robert Adami Werbung: Alexander Del Rosso, adr@bezirksmedien.it, 329 653 22 48 Grafik: Markus Ladurner, grafik.plus@bezirksmedien.it Druck: Athesia Druck GmbH - Bozen

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TITELTHEMA

Das Theaterensemble von „Blutbuch“: Patrice Grießmeier, Anna Starzinger, Doris Pigneter, Svetlana Belesova und Felix Rank (v. l.)

BOZEN

„WIR VERLERNEN DIE EMPATHIE“ Was bedeutet es, jenseits binärer Geschlechter zu leben? Stimmen aus Gesellschaft, Literatur und Theater über die Freiheit, die eigene Identität leben zu dürfen. „Ich schreibe dir, um gegen die Verachtung anzuschreiben, die ich für meinen Körper empfinde, seit ich denken kann, und die vielleicht mitverantwortlich dafür ist, dass ich so wenige Erinnerungen an ihn habe. Wie ist etwas festzuhalten, das immer nachgibt, verschwimmt, zerfließt? Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht darum, die Fäden aufzudröseln, die uns gewoben haben: Die Fäden, die jede*n von uns in einem

tifiziert sich – wie de l’Horizon – weder als Mann noch als Frau. In einem schäbigen Schweizer Vorort aufgewachsen, lebt sie inzwischen in Zürich und fühlt sich im nonbinären Körper und in der eigenen Sexualität wohl. Als die Großmutter an Demenz erkrankt, beginnt die Erzählfigur, ihr Briefe zu schreiben und sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen – mit bruchstückhaften Kindheitserin-

Kokon aus Schweigen, Scham und Scheinheiligkeit gefesselt haben, zu entwirren.“ Das Zitat stammt aus Blutbuch, einem Roman von Kim de l’Horizon, der 2022 mit dem Deutschen sowie dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Wegen der eigenen sexuellen Identität und der Inhalte des Buches erntete de l’Horizon jedoch auch viel Kritik und Hass. Die Erzählfigur iden-

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nerungen und der Schweigekultur der Mütter. Blutbuch spricht vielen Menschen aus der Seele – auch M. hat sich in der Erzählung wiedergefunden. M. kommt ursprünglich vom Ritten, ist trans nicht-binär und bezeichnet sich selbst als genderqueer. Auf die Frage, welches Pronomen für diesen Artikel verwendet werden soll, antwortet M.: „Ich wünschte, im Deutschen gäbe es eine gängige


TITELTHEMA

Kein „Trend“

M. fühlt sich bereits als Kind weder als Mädchen noch als Junge.

Das duale (binäre) Geschlechtersystem ist die vorherrschende gesellschaftliche Annahme, dass es nur zwei Geschlechter gibt, die mit bestimmten biologischen Merkmalen, Ausdrucksweisen und sozialen Rollen verbunden werden: Mann und Frau. Dabei wird jedoch zwischen dem biologischen Geschlecht (Sex), das sich auf körperliche Merkmale wie Genitalien, Hormone und Chromosomen bezieht, und dem sozialen Geschlecht (Gender), das gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder und Selbstverständnis umfasst, oft nicht unterschieden. Das duale System führt zu Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, die nicht in diese Norm passen: Nicht-Binär nennen sich viele Menschen, die sich nicht ausschließlich in den gesellschaftlichen Kategorien männlich oder

Blutbuch

theater-bozen.it @vereinigtebuehnen_bozen

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A L L E S N U R T H E AT E R ?

Zwischen Anpassung und Identität

weiblich, sondern zwischen, außerhalb oder jenseits dieser Kategorien zugehörig fühlen. Für M. passt diese Einteilung in weiblich und männlich bereits in der Kindheit nicht. „Ich habe das nie verstanden und die unterschiedlichen Erwartungen, die an Mädchen und Jungs gestellt wurden, auch nie akzeptiert.“ In der Pubertät versucht M., „so gut wie möglich ein Mädchen zu sein“ – auch um nicht gemobbt zu werden. Viele Jahre verbringt M. damit, die eigene Identität in den gesellschaftlichen Kontext zu packen, in dem dey gerade steckt. M. fragt sich oft, wie dey bei anderen ankommt, ob dey den Anforderungen entspricht, passt Körpersprache, Kleidung und Sprache immer wieder neu an. Als M. die Realität der „NonBinarität“ für sich entdeckt, verschwindet auch der jahrelange Druck, sich einem Geschlecht zugehörig fühlen zu müssen. „Ich habe eine innere Freiheit verspürt“, erzählt M., „und meine Gedankenschleifen, die ich bis dahin hatte, waren weg.“ Die Erkenntnis, nicht-binär zu sein, nimmt vielen Personen die Verantwortung, die eigene Identität

A L L E S N U R T H E AT E R ?

neutrale Option wie im Englischen. Im Alltag traue ich mich meist nicht, die sprachlich eng definierten Kategorien aufzubrechen, aber wir können es ja mal mit dey versuchen.“

Patrice Grießmeier aus Nürnberg ist Teil des Ensembles von Blutbuch, das im Januar als Theaterstück erstmals im Bozner Stadttheater – und in Südtirol – zu sehen sein wird. Patrice hat sich

einige Zeit als nicht-binär identifiziert, inzwischen beschreibt sie sich selbst als genderfluid. „In Blutbuch heißt es: ,Mir fällt es leichter zu sagen, was ich nicht bin.‘ Mannsein war für mich immer eine Zwangsjacke, aber ob ich jetzt non-binär oder eine Trans-Frau bin, das kann ich gar nicht genau sagen.“ Die Schauspielerin weiß aber, was sie nicht will: sich selbst eine Zuschreibung geben. Patrice möchte eigentlich nur Patrice sein. „Ich möchte herausfinden, wo mein Platz in dieser Welt ist, mich von meiner Sozialisierung distanzieren und vieles hinterfragen.“ Der Rest ist für Patrice eine Reise – und Gender ein Spektrum, weshalb sie sich auch nicht festlegen möchte. „Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen, sondern darum, herauszufinden, welche Schutzräume man

Premiere: Sa 17.1.2026

A L L E S N U R T H E AT E R ?

Copyright Privat

steuern zu müssen – auch für M. bedeutete es eine Erleichterung. Heute geht dey spielerisch-experimentell mit der eigenen Geschlechtsidentität um und für dey ist diese mit anderen Aspekten ihrer Identität eng verwoben. M. ist auch der Überzeugung, dass die Komplexität darüber hinausgeht: Kaum etwas in der Welt bestünde in Binarität, alles sei vielfältiger. „Das ist für mich das Spannende. Weil Identität auch immer vom Blickwinkel abhängt, von dem aus mensch lebt und betrachtet. Und wer diese betrachtet.“

Do 22.1. / Fr 23.1. / Sa 24.1.

So 25.1. / Do 29.1. / Fr 30.1. Sa 31.1.2026 von Kim de l’Horizon

ORT : Stadttheater Bozen, Studio TICKET & INFOS:

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hungen scheint die Geschlechter- und Pronomenfrage für M. nicht Thema zu sein – meist ist es zuerst die nicht-heterosexuelle Beziehung. „Für mich steht Beziehungsarbeit auch für den sozialen Wandel an erster Stelle und ich will aufgrund meiner Non-Binarität keine Extrawurst sein“, lacht dey. Aussagekräftig ist, dass M. anonym bleiben will und somit die eigene Identität auch in Beziehungen nur begrenzt Raum hat. „Ich bin gerade im Prozess zu verstehen, was für mich ok ist und was nicht, aber grundsätzlich begrüße ich aufrichtige Fragen.“ Auch Patrice Grießmeier spricht offen über ihre sexuelle Identität – sie hat sich bewusst für den Kampf queerer Personen entschieden. Ein mutiger Akt, angesichts der heutigen politischen Lage. „Was allerdings nichts mit Mut zu tun hat, ist die Tatsache, als TransPerson zu leben“, so Patrice. „Das bekomme ich oft zu hören und das macht mich auch irgendwie wütend.“ Während des Schauspielstudiums wird Patrice zum ersten Mal gefragt, was sie wirklich will. Damals merkt sie: In die gesellschaftlich binären Geschlechter-

nicht als Ausnahmen von einer Regel betrachten können“, sagt Anthropologin Eleonore Pape, die die Forschung an der Universität Göttingen durchgeführt hat, in einem Interview mit National Geographic. „Wir sollten sie eher als Minderheiten begreifen, die unter Umständen formal anerkannt, geschützt und sogar verehrt werden konnten.“ Dass das biologische und das soziale Geschlecht bei manchen Menschen oft nicht dasselbe sind, ist also kein modernes Phänomen, sondern Teil menschlicher Geschichte.

Die eigene sexuelle Identität: ein Politikum Um mit dem Identitätsaspekt nicht ständig im Mittelpunkt stehen zu müssen, duldet M. es zurzeit meist, als Frau eingeordnet zu werden. Einerseits möchte dey nicht mit der NonBinarität und der persönlichen Geschichte ins Haus fallen und Aufklärungsarbeit leisten müssen. Andererseits weiß M., dass sich noch viele in vorgegebene Kategorien zwängen und verstecken müssen, solange nicht mehr darüber gesprochen wird. In zwischenmenschlichen Bezie-

Copyright Kasia Idzkowaska

als Person selbst braucht und darum, einfach existieren zu dürfen.“ Diesen Wunsch hegen Menschen, die nicht dem dualen Geschlechterspektrum entsprechen, schon lange. Entgegen der oft vorherrschenden Meinung, Queerness sei ein Trend, hat es sowohl die gleichgeschlechtliche Liebe als auch Menschen mit einem anderen Geschlechtsempfinden schon immer gegeben. Früher mögen Begrifflichkeiten, Räume und Sichtbarkeit gefehlt haben – nicht aber die Menschen selbst. Archäolog:innen der Georg-August-Universität in Göttingen konnten anhand der Analyse von tausende Jahre alten Grabfunden (Studie nachzulesen im Cambridge Archaeological Journal) nachweisen, dass bereits im prähistorischen Europa nicht-binäre Menschen lebten. Hinweise darauf, ob eine Person als Frau oder Mann gelebt hat, können Grabbeigaben liefern: Männer wurden meist mit Waffen, Frauen mit Schmuck beerdigt. Bei etwa zehn Prozent aber war das anders – diese Personen entsprachen nicht der binären Form. „Die Zahlen sagen uns, dass wir nicht-binäre Personen historisch gesehen

Patrice Grießmeier empfand das Mannsein als „Zwangsjacke“.

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kategorien kann Patrice sich nicht einfügen. Dass Patrice die Möglichkeit hatte, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sieht die Schauspielerin als großes Privileg. Häufig hört man im gesellschaftlichen Diskurs Aussagen wie: „Heutzutage wissen die Leute ja nicht mehr, ob sie Mann oder Frau sind“ – dabei kennen sich gerade queere Menschen besonders gut. „Die meisten anderen Menschen haben dazu gar nicht die Möglichkeit“, glaubt Patrice. Der politische Rechtsruck in Europa bereitet Menschen, die nicht dem dualen Geschlechtersystem entsprechen, Sorgen. Momentan erntet die Minderheit sehr viele Anfeindungen und Gewalt – auch das macht Patrice Grießmeier sauer: „Wir verlernen die Empathie.“ Es sei keine bewusste Entscheidung, zum Beispiel trans oder non-binär zu sein, sagt sie. „Es braucht kein Verständnis, um andere zu respektieren“, glaubt M., „ich konnte es ja auch nie nachvollziehen, was es heißt, sich als Mann oder Frau zu fühlen.“ Personen mit verschiedenen Realitäten können aber voneinander lernen. „Eigentlich ist es doch schön, welche Möglichkeiten es gibt und dass wir in einer Welt leben könnten, in der wir sein dürfen, wer wir möchten“, ist Patrice überzeugt. Blutbuch ist ein ungewöhnlicher Roman: Durch unterschiedliche und ineinanderfließende Genres und Erzählformen sowie durch mutige und offenherzige Inhalte, bricht er Dinge auf, die in der Gesellschaft als gegeben gesehen werden. Ein anspruchvolles Buch– und als Theaterstück dementsprechend schwierig umzusetzen. Dieser Herausforderung hat sich Regisseurin Anna Stiepani für die Vereinigten Bühnen Bozen angenommen.


TITELTHEMA

haupt einen Unterschied macht. Dieses Auflösen der Grenzen versuche ich durch das Kim-Molekül darzustellen.

Wie gehen Sie als Regisseurin mit dem Thema Queerness um – gerade hier in Südtirol?

Copyright Christina Iberl

Mit großer Zugewandtheit, Empathie und Liebe. Ich komme selbst aus einem dörflichen Kontext und interessant ist, dass auch Bozen ein ähnlicher Kosmos ist wie das Dorf in der Geschichte. Es geht aber eigentlich um universelle Themen, die ganze Generationen betreffen und berühren, etwa Klassismus, Queerness, Politik, Vergangenheitsbewältigung und Altenpflege. All diese Themen umgeben uns ständig. Einige von ihnen kann man angehen – und dafür kämpfen, dass es für Folgegenerationen leichter wird. Ich glaube also, dass jede:r im Stück irgendwo anknüpfen kann.

Die Regisseurin des Stückes „Blutbuch“: Anna Stiepani

Wir haben sie zum Interview gebeten.

Wie sind Sie an die Bühnenfassung rangegangen? Blutbuch ist ein Schatz an nichtdramatischen Texten. Die Herangehensweise ist abhängig von mehreren Komponenten, etwa dem Raum oder der Besetzung. Ob das Ganze dann funktioniert, sieht man erst in der Probe. Kim de l‘Horizon spielt im Roman zum Beispiel viel mit Rückblenden und Kindheitserinnerungen. Man muss schauen: Wie übersetzt man die verschiedenen Teile des Romans? Das Ganze ist wie ein Puzzle – und eine Erspürung für Themen und Gefühle, für die es 2025 noch immer keine Sprache gibt.

Wie sieht diese Erspürung konkret aus? Um dem Text gerecht zu werden, nähern wir uns den komplexen Themen interdisziplinär: Es gibt Tanz und Musik, theatrale Bilder, poetische und sinnliche Elemente. Das Ganze ist eine Reise, ein Versuch, sich dieser Vielschich-

tigkeit der Gefühle rund um Queerness und Klassismus zu nähern. Experimentell ja, aber mit konkreten Anknüpfungspunkten und Erzähltechniken, um das Publikum mitzunehmen. Für mich ist Theater dafür da, ein Grundbedürfnis zu stillen: nämlich Geschichten erzählen.

Spüren Sie durch diese Arbeit an Identitätsfragen eine größere Verantwortung?

Die Hauptfigur Kim wird von allen Darstellenden gespielt. Wie ist es zu diesem Ansatz gekommen?

Verantwortung ja, Angst nein. Ich bin sehr offen, auch für kritische Stimmen. Es ist wichtig, in Dialog zu kommen und Denkanstöße zu geben, selbst wenn es nur ein kleiner Funken ist. Andere Generationen brauchen auch andere Öffnungspunkte, um Strukturen zu durchbrechen und Trost zu finden. Das Stück darf deshalb nicht flach, billig oder sentimental wirken. Wir müssen Szenen und das Verhalten, das im Roman passiert, hinterfragen – zum Beispiel im Hinblick auf transgenerationale Traumata, die uns bewusst oder unbewusst immer noch etwas angehen. Bei dieser Fülle und Gleichzeitigkeit an Themen gilt es aufzupassen, sie nicht zu stark zu vermischen.

Die Figur ist in ständiger Metamorphose, wir nennen sie einen „Molekülkörper“, der sich im Stück immer weiter verwandelt. Ich erinnere mich an ein ZEITPodcastgespräch mit Kim, in dem Kim versucht zu erklären, dass es um viel mehr geht, als Gendergrenzen aufzulösen. Es ist die Idee, dass wir mit allem verbunden sind, was uns umgibt: Natur, Geister, Ahn:innen, Pilze usw. Eine größere Philosophie also, die eine bedingungslose Empathie und Liebe zur Umwelt meint. Es verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Traum und Kim fragt sich, ob das über-

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Muss das Stück Antworten geben oder reicht es, Fragen aufwerfen? Man muss Denkräume schaffen und Perspektiven erweitern. Es geht um ein Aufploppen einer Emotion, die einen gedanklich auch weiterbringen kann. Das ist das große Ziel. Vielleicht schaffen wir es, das Publikum anzuregen, dort nachzuspüren, wo es weh tut. Schweigen bedeutet immer, eine Grenze zu setzen, Nein zu sagen. Es geht aber darum, durch das Aufarbeiten in eine Solidarität zu kommen und aufeinander aufzupassen. Das wäre mein persönlicher Wunsch.

Haben Sie das Gefühl, dass Themen wie Queerness genügend Platz in der Kultur finden? Nein, es braucht viel mehr offene und sichere Räume. Ich bin schockiert über die vielen gesellschaftspolitischen Strömungen in ganz Europa, die diese Räume noch verkleinern. Das sieht man zum Beispiel auch an feministischen Themen: Rechte, die hart erkämpft wurden, sind wieder in Gefahr – was zeigt, wie wichtig es ist, an Themen dranzubleiben und sie zum Beispiel auf Spielpläne zu setzen. Man muss also auch für dieses Thema sensibilisieren, um zu zeigen, dass Queerness keine „Gefahr“ ist, sondern etwas Selbstverständliches. Queer sein bedeutet nicht in Kategorien zu denken, der Begriff ist offen und vielschichtig. Queer sein bedeutet zum Beispiel nicht nur, sich in einem anderen Körper wohlzufühlen, als dem, in dem man geboren ist – es ist auch eine Philosophie. Es hat mit einem Wertesystem zu tun, das beschreibt, wie man leben und auf andere zugehen möchte. So empfinde ich das zumindest. Sarah Meraner


LOKALES BOZEN

Neue Tarife für sportmedizinische Untersuchungen Anfang Dezember hat die Landesregierung eine Neuregelung der sportmedizinischen Leistungen beschlossen. Hintergrund ist ein staatlich eingeführtes Leistungsverzeichnis, das sportärztliche Untersuchungen künftig dem Bereich der Prävention zuordnet. Damit müssen diese Leistungen auch in Südtirol aus dem bisherigen Katalog der ambulanten Facharztleistungen herausgelöst und in ein eigenes Tarifverzeichnis überführt werden. Damit ändern sich die Bestimmungen zu Verschreibung, Bezahlung und Kostenbefreiungen. Ziel der Landesregierung: eine rechtlich und fachlich klare, aktuelle und vollständige Regelung zu finden, die den staatlichen Vorgaben entspricht und den Sporttreibenden im Land zugutekommt. „Wir schaffen nun

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einen eindeutigen und modernen Rahmen, der es unserem Dienst für Sportmedizin ermöglicht, den Athletinnen und Athleten und allen Sportbegeisterten im Land auch weiterhin regelmäßige und qualitativ hochwertige sportmedizinische Untersuchungen anzubieten“, betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Diese Untersuchungen seien ein wesentlicher Beitrag zur Gesundheitsprävention und zur Förderung von Sport und Bewegung in Südtirol. Auch Sportlandesrat Peter Brunner hebt die Bedeutung der Anpassung hervor: Vereine und Sportlerinnen bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen, um Trainings- und Wettkampfabläufe planen zu können. Man stehe bereits in engem Austausch mit den Sportverbänden

und habe diese frühzeitig über die Änderungen informiert, damit alle Akteur:innen der Südtiroler Sportwelt die notwendigen Informationen direkt erhalten. Mit der Umstellung sollen die Abläufe bei der Verschreibung und Durchführung sportärztlicher Untersuchungen vereinfacht werden. Gleichzeitig werden die Tarife angepasst: Die sportärztliche Standardvisite der ersten Stufe kostet künftig 30 Euro, Visiten mit zusätzlichen Untersuchungen liegen zwischen 60 und 80 Euro. Im italienweiten Vergleich bewegen sich diese Tarife im sehr niedrigen Bereich, betonen Messner und Brunner. Ein zentraler Punkt ist die vollständige Kostenbefreiung für bestimmte Gruppen: Minderjährige, Menschen mit Behinderungen oder seltenen

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Krankheiten sowie Personen mit niedrigem Einkommen müssen für sportmedizinische Leistungen künftig nichts bezahlen. Auch für Freiwillige von Zivilschutz- und Rettungsorganisationen bleiben die periodischen Tauglichkeitsbeurteilungen kostenlos. Durch die niedrig gehaltenen Tarife und die umfassenden Befreiungen soll ein möglichst niederschwelliger Zugang sichergestellt werden, erklären die Landesräte. Das neue Tarifverzeichnis samt zugehöriger Regelungen tritt am 1. März 2026 in Kraft. Termine können weiterhin über die Einheitliche Landesvormerkzentrale unter 100 100 (mit den Vorwahlen 0471, 0472, 0473 oder 0474) sowie online vereinbart werden. Sarah Meraner


LOKALES SALURN

Zwerg Perkeo führt Salurner Fasching an Zum neuen Male Umzug im Ortskern – Am Samstag 14. Februar „Der Perkeo lebe hoch! Hoch! Hoch!“ heißt es am Samstag, dem 14. Februar im Salurner Ortskern. Zwerg und Hofnarr Perkeo, 1702 in Salurn geboren, ist eben die schillernde Figur des Salurner Faschings. Er führt mit seinem Gefolge den Zug an, an dem sich rund 350 Mitwirkende beteiligen. Ein Dorf ist im Ausnahmenzustand. Perkeo ist die Hauptfigur des Salurner Faschings.

Zweiter von rechts ist Franz Kosta alias Morbus Diabetes, der Vorsitzende des Faschingsvereins.

Die Besuchenden erleben eine fröhliche Stimmung, rund 20 urige Wägen, viel Unterhaltung und Musik. Mehrere Gruppen machen zudem zu Fuß das Dorf unsicher. Die Wägen haben strenge Vorschriften in Sachen Sicherheit einzuhalten. Vertreten sind die Bauern und Waschweiber, die Pfannenflicker, die Schnapsbrenner, die Wilderer, die Köhler, die Korndrescher, die „Nockenfrösser“, die Schneider, die Schwarzbrenner, die Gfrillner Heumeister und die „Cembrane“. Die Hexen vom Galgenbühel ziehen ungläubige Blicke auf sich; musikalische Begleitung besorgt die örtliche „Zogglermusik“. Am Mitterdorfplatz, wo sich traditionell am Brunnen die „Waschwei-

ber“ austoben, und am Rathausplatz spielt sich der Festbetrieb ab. In einem Käfig wird der für Fasching „entthronte“ Bürgermeister Roland Lazzeri eingesperrt. Nur Perkeo und sein Gefolge haben eben das Sagen im Dorf.

Perkeo zieht mit seinem Gefolge durch den Ortskern von Salurn.

schenk des Fürsten auf. Außerdem wurde er Wächter des großen Fasses des Heidelberger Schlosses, das 2.000 Hektoliter Wein fasst. „Perchè no?“, „Warum nicht?“ soll er stets geantwortet haben, wenn ihm ein Glas Wein angeboten wurde, wodurch er zu seinem Namen Perkeo kam. Sein Ende ist legendär: Ein Arzt riet ihm, statt Wein doch auch Wasser zu trinken. Kaum das Glas ausgetrunken, soll der Zwerg tot umgefallen sein. Heidelberg und Salurn sind wegen Perkeo eng verbunden. Beim Umzug in Salurn sind die Heidelberger oft mit von der Partie, oft kommt der Oberbürgermeister.

Perkeo schillernde Figur und sein legendärer Tod Der Perkeo-Verein wurde vor 16 Jahren gegründet. Mit Perkeo hat der Maschggra-Verein eine schillernde Figur entdeckt. Der Salurner Zwerg machte in Heidelberg als Hofnarr Karriere. Der trinkfeste Knopfmacher, vom pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp III. als Hofnarr auf das Heidelberger Schloss gebracht, stieg bald zum Mund-

Das Programm des Salurner Faschings Maschgra hat bereits am 7. Jänner offiziell begonnen. Vor dem Rathaus wurde auf die bevorstehende Faschingszeit verwiesen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Bau der Wägen hat schon längst begonnen. Die „heiße Phase“ des Faschings beginnt am 12. Februar mit dem Unsinnigen Donnerstag. Um 11 Uhr erfolgt nämlich die Schlüsselübergabe vor dem Rathaus. Ab jetzt regiert Perkeo über Sa-

Im Bild von links Ivan Cortella, Bürgermeister Roland Lazzeri, Perkeo mit Comtesse Karin.

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lurn mit seinen Fraktionen. Das Ganze wird mit einem Wagenfest gefeiert. Perkeo und sein Gefolge statten anschließend den umliegenden Gemeinden des Unterlandes einen Besuch ab, um den großen Faschingsumzug anzukündigen. Dieser beginnt am 14. Februar am Faschingssamstag um 13 Uhr im Ortskern von Salurn. Der Umzug startet normalerweise am Griesplatz und dreht zwei Runden im Ortskern. Danach wird im Ortskern ausgiebig gefeiert. Nachdem das Ganze am Valentinstag über die Bühne geht, können sich nicht nur die Faschingsnarren, sondern auch die Verliebten richtig gehen lassen. Am Dienstag, dem „Leschten“, gibt Perkeo, müde und ausgelaugt vor lauter Strapazen, den Gemeindeschlüssel an Bürgermeister Roland Lazzeri zurück. Das geht um 18 Uhr gleichzeitig mit dem Winteraustreiben vonstatten. Perkeo kehrt wieder nach Heidelberg zurück. Er hat im Schloss den großen Weinfass zu überwachen. 2028 wird er wieder den Salurner Fasching anführen. „Perchè no?“, „Warum nicht?“ Remo Demanega


PORTRÄT

Sonia Klotz Spornberger Die Grundschullehrerin wusste bereits mit sechs Jahren, was sie einmal werden möchte … Und sie hat sich ihren Kindheitstraum auch erfüllt.

Geboren wurde Sonia Klotz am 22. Juli 19555 in St. Pauls und sie ist dort mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester aufgewachsen. Die Volksschule besuchte sie in ihrem Heimatdorf, ebenso die Mittelschule im „Mariengarten“, wo damals ausschließlich Klosterfrauen unterrichteten. „Es war eine zukunftsorientierte Schule mit vie-

len außerschulischen Stunden am Nachmittag. Diese Schule war jedenfalls prägend für mich, insbesondere für meinen beruflichen Werdegang als Lehrerin. Ich habe eigentlich nur positive Erfahrungen mitgenommen.“ Anschließend wechselte Sonia nach Meran in die ehemalige Lehrerbildungsanstalt (seinerzeit noch 4-jährige LBA), wo sie bei den „Englischen Fräuleins“ wohnte. „Wir waren immer nur in Mädchenklassen untergebracht, von der Volksschule bis zur Matura gab es keine gemischte Klasse. Aber bereits in der ersten Volksschulklasse reifte in mir der Entschluss, später mal als Lehrerin zu wirken.“ In der LBA gab es für Sonia nur ein Ziel: büffeln, um so schnell wie möglich ihren

Traumberuf auszuüben. Ihre ersten Sporen „verdiente“ sich die 18-jährige junge Lehrerin in der Volksschule Margreid, wo die Gemeinde – es war damals so üblich – eine Wohnung im Schulgebäude zur Verfügung stellte. „Ich kann mich daran noch gut erinnern, es war eine 3. Klasse mit Buben und Mädchen, insgesamt waren es 14 Kinder. Wenn ich daran zurückdenke, fällt mir auf, dass ich nur zehn Jahre älter als meine damaligen Schulkinder war.“ Im nachfolgenden Schuljahr gings dann nach Montiggl, da hatte Sonia alle fünf Klassen mit insgesamt zwölf Kindern in einem einzigen Klassenzimmer zu „bändigen“, was ihr aber gut gelungen sei. Ein Jahr später war sie in Girlan, bevor sie für sie-

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ben Jahre lang in ihrem Heimatdorf St. Pauls unterrichtete. Mit 20 Jahren hat Sonia ihren Mann Hans Spornberger geehelicht, siedelte nach Gries um und war 30 Jahre lang – bis zu ihrer Pensionierung – in der Grieser Grundschule eine überaus geschätzte Lehrerin. Dass Sonia Klotz Spornberger seit jeher eine „eingefleischte“ Lehrerin war, erkennt man auch durch ihren ehrenamtlichen Einsatz im KSL (Katholischer Südtiroler Lehrerbund). „Von Anfang an war ich schon Mitglied, später wurde ich in den Vorstand berufen, wurde dann zur Stellvertreterin gewählt und stand dem KSL ab 2006 bis zu meinem Pensionsantritt im Jahr 2022 als Vorsitzende vor. Übrigens, ich war die erste Frau, die


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S LE %

Sonia Klotz Spornberger mit ihrem Mann Hans und den beiden erwachsenen Kindern Ruth und Kurt.

diese Funktion innehatte, vorher waren ausschließlich Männer in der obersten Führungsriege.“ In der Zwischenzeit seien fast ausnahmslos Frauen am Ruder. „Ich habe mich stets mit meinem Beruf identifiziert und ich spürte auch, etwas bewirken zu können. Das war dann die Triebfeder, innerhalb des KSL etwas zu bewegen, mich für die vielen Mitglieder entsprechend einzusetzen. Mein vorrangiges Ziel bestand darin, dass möglichst viele meiner Kolleginnen und Kollegen in der Fortbildung, vor allem aber in der Persönlichkeitsentwicklung, all die Erfahrungen miterleben

können, wie es mir erlaubt war.“ Was macht aber Sonia Klotz Spornberger sonst noch alles? Sie ist seit vielen Jahren als Chronistin und Sängerin im Stiftspfarrchor St. Augustin in Gries, war vorher lange beim Singkreis Runkelstein und beim Meraner Chor Ayangena dabei; sportlich ist Sonia öfters mit der Radgruppe des SC Neugries unterwegs. Sie ist sehr kunstinteressiert und bietet in der Alten Grieser Pfarrkirche auch Führungen an. Sonia Klotz ist mir Hans Spornberger verheiratet, hat zwei Kinder (Kurt und Ruth), und erfreut sich vor allem ihrer drei Enkelkinder.

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Sind wir ein Auswandererland? Immer mehr junge Südtiroler verlassen ihre Heimat für Studium oder Arbeit im Ausland und kehren selten zurück. In den letzten 20 Jahren sind über 12.000 hochqualifizierte Fachkräfte abgewandert, nur wenige davon kamen zurück. Trotz hoher Lebensqualität fehlen attraktive Arbeitsbedingungen, leistbarer Wohnraum und klare Karriereperspektiven, um Talente langfristig zu binden. Neben wirtschaftlichen Anreizen ist auch eine moderne Familienpolitik mit verlässlicher Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitsmodellen entscheidend. Das neue Omnibus-Gesetz soll Wohnen erschwinglicher machen, doch um die Abwanderung nachhaltig zu stoppen, braucht es eine genaue Ursachenanalyse. Südtirol muss gezielt in Wohnraum, Arbeitsmarktpolitik und Lebensqualität investieren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und jungen Menschen eine gesicherte Zukunft zu bieten. Die Förderung von Innovations- und Gründerzentren spielt eine zentrale Rolle, um jungen Fachkräften attraktive Perspektiven im eigenen Land zu eröffnen. Nur durch eine ganzheitliche Strategie, die auch kulturelle und soziale Aspekte berücksichtigt, kann Südtirol seine junge Generation nachhaltig binden. Der Ausbau, bzw. das Funk-

tionieren des öffentlichen Nahverkehrs und die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen können die tägliche Lebensqualität erheblich steigern. Gleichzeitig sollten Bildungsangebote stärker auf die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft abgestimmt werden, um den Übergang von der Ausbildung in den Beruf zu erleichtern. Doch wie wäre es mit der Überlegung, erhaltene Studienstipendien im Ausland nach Eintritt ins Arbeitsleben zurückzufordern, oder man kehrt nach Südtirol zurück? Es gibt nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben! Zum Schluss darf eine Frage erlaubt sein, warum denn in unseren öffentlichen Einrichtungen wie Eurac, UNI, usw. nicht wenige Fachkräfte vor allem aus dem deutschsprachigen Ausland beschäftigt sind, wenn es sich hier doch so schlecht leben lässt …

BOZEN

Eine vorweihnachtliche Feier „Das abgelaufene Jahr war für unseren Verband von Bewegung, Veränderungen und neuen Anfängen gekennzeichnet. Es waren nämlich meine ersten Monate als Präsidentin unseres Blinden- und Sehbehindertenverbandes der Landesgruppe Südtirol und ich habe versucht, in dieser neuen Aufgabe hineinzuwachsen und meine Rolle auszufüllen. Dabei konnte ich hautnah miterleben, mit wie viel Herzblut und Einsatz unsere Mitarbeiterinnen diese unsere Gemeinschaft unterstützen“, beginnt Ines Mair (im Bild) ihre Ausführungen zur vorweihnachtlichen Feier und zum „Nationalen Tag des Blinden“, die unlängst im Blindenzentrum St. Raphael in Gries abgehalten wurden. Begonnen wurden die Feierlichkeiten mit einer Eucharistie, die von Blindenseelsorger und Dekan Vitus Dejaco zelebriert und von mehreren Bläsern der Bürgerkapelle Gries mitgestaltet wurde. In seiner Ansprache erinnerte der Dekan an die Blinden und sehgeschädigten Menschen, deren Begleiter und an die zahlreichen Gönner, die im Verlauf des Jahres 2025 verstorben sind. Bei der anschließenden vorweihnachtlichen Feier, die im kürzlich fertiggestellten neuen Multifunktionssaal des Blindenzentrums

Ihr Walter J. Werth

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stattgefunden hatte, konnte Ines Mair wohl an die einhundert Teilnehmer/innen willkommen heißen, neben vielen Blinden wie Sehgeschädigten auch zahlreiche Begleitende, Freund:innen und Verwandte. „Wir hatten schon einige Herausforderungen zu meistern, ich erinnere hier insbesondere an die immer noch mangelnden und manchmal nicht korrekten Durchsagen sei es in den Stadt- wie Überlandbussen. Dies beeinträchtigt und verunsichert unsere rund 800 Mitglieder, die sich dann nicht im Klaren sind, wo sie sich gerade befinden. Mein Vorgänger im Verband und auch ich haben des Öfteren bei den zuständigen Stellen nachgehakt und es wurden auch immer wieder Zusagen gemacht, dieses Übel in den Griff zu bekommen. Wir hoffen also weiterhin auf eine für uns befriedigende Lösung.“ Der anwesende Vertreter im Bozner Gemeinderat, Christoph Buratti, ist sich dieses Problems bewusst und sicherte zu, sich darum kümmern zu wollen. In einer Video-Grußbotschaft dankte der Präsident des Hauptverbandes der Blinden und Sehbehinderten in Rom, Mario Barbuto, für die geleistete Arbeit zum Wohle seiner Vereinigung. Dann folgten zwei Ehrungen, und


venezolanische Wende

Klara (Enkelin von Nikolaus Fischnaller), Ines Mair und der diesjährige Preisträger des Josef-Stockner-Preises, Nikolaus Fischnaller.

zwar wurden Barbara Meraner aus Bozen und Anna Winkler aus Gais für ihre 50-jährige, treue Mitgliedschaft in der Landesgruppe Südtirol ausgezeichnet. Beide Mitglieder konnten jedoch aus persönlichen Gründen bei der Feier nicht anwesend sein. Ein großer Dank wurde Anna Goss, Mauro Macis, Mauro Scrinzi und Waltraud Windisch ausgesprochen, die sich im vergangenen Arbeitsjahr sehr engagiert im Verband eingebracht hätten. Den Höhepunkt der vorweihnachtlichen Feier stellt seit Jahren schon die Verleihung des Josef-Stockner-Preises dar, der stets eine gewisse Spannung vorausgeht. Josef (Sepp) Stockner stand bekanntlich jahrzehntelang dem lokalen Blinden- und Sehbehindertenverband als dessen Präsident vor, er hat sich unermüdlich um die Belange seiner Mitglieder eingesetzt und wurde auch vielfach geehrt. Der vor mehreren Jahren ins Leben gerufene Josef-Stockner-Preis wird

deshalb an jene Personen vergeben, die sich in außerordentlicher Weise für blinde und sehgeschädigte Menschen einsetzen und Hilfestellung gewähren. Ines Mair freute sich jedenfalls, den diesjährigen Preisträger kundzutun: „Wir brauchten heuer nicht lange überlegen, wen wir damit beehren – es ist Nikolaus Fischnaller, derzeitiger Präsident des Blindenzentrums St. Raphael, der 52 Jahre lang in unserem Verband als Vorstandsmitglied wirkte. Wir alle gratulieren herzlich!“ Nikolaus Fischnaller war sehr überrascht über diese Verleihung und dankte dafür in bewegenden Worten. Dieser Preis dürfte auch als Anerkennung seines Lebenswerkes angesehen werden, ist Fischnaller unter anderem Mitgründer des Blindenzentrums St. Raphael, ein Kompetenzzentrum für blinde und sehgeschädigte Menschen in Südtirol. Karl Psenner

Vorstandsmitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Landesgruppe Südtirol, bei der vorweihnachtlichen Feier.

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Die ganze Welt hat in den letzten Tagen das Vorgehen der Amerikaner in Venezuela diskutiert, und so mancher fragte sich: Kann das eine Nation eigentlich einfach so machen, in einer anderen Nation einfallen und den dortigen Staatschef „hops“ nehmen? Nun, um das zu erklären, wollen wir folgendes Beispiel bemühen: Wenn der kleine Fritz mit den Fingern in der Marmelade erwischt wird, gibt es von Papa Rudolf eine handfeste Standpauke; wenn aber Papa Rudolf sich selbst mit den Fingern in der Marmelade erwischt, passiert ihm gar nichts, denn er kann sich ja schwer selbst ausschimpfen. Wenn der kleine Fritz aber größer wird, selbst Kinder hat und damit Papa Fritz wird, dann darf er auf einmal selbst die Finger in die Marmelade stecken, ohne dass irgendjemand was sagt. Es geht also nicht darum, ob man Fritz oder Rudolf, sondern ob man der Papi ist oder nicht. Oder anders gesagt: Es ist wurscht, was man gemacht hat, solange man die Macht hat… Aber Spaß beiseite. Die rechtliche Seite des amerikanischen Einsatzes in Venezuela werden internationale Experten aufgrund des dafür fehlenden UN-Mandats sicherlich noch intensiv diskutieren. Was aber Otto Normalverbraucher wieder mal aus dieser Affäre lernt, ist wohl: Der Stärkere sagt, wo’s lang geht…Oder könn-

te sich jemand vorstellen, dass hingegen das venezolanische Militär in Washington auftaucht und den lieben Donald mitnimmt (…und soll jetzt keiner sagen, die machen das nur nicht, weil sie den Amis keinen Gefallen tun wollen…)? Und nachdem wir alle mal kurz gelacht haben, stellen wir fest: Wer die größere Keule hat, macht wohl was er will. Nicht, dass wir für diese Erkenntnis diese amerikanische Intervention gebraucht hätten…Das internationale Politik-Geschehen der letzten Jahre hält eine Unzahl ähnlich gelagerter Lehrbeispiele verschiedenster Akteure parat. Aber wundern wir uns wirklich darüber, dass ethische Grundsätze und Rechtsempfinden in unserer Gesellschaft immer weiter zurückgehen, wenn weltweit die Führungsfiguren derartige Vorbilder abgeben?

Robert Adami


LOKALES SALURN

Grundschulkinder spenden

Renate Tschager erläutert den Grundschülern die Aktivitäten der Kinderkrebshilfe „Peter Pan“.

Es ist vielleicht nicht üblich, dass in den Schulen hierzulande Spendenaufrufe stattfinden. In den Klassen 5 A und 5 B der Grundschule Gries war es jedoch ein bisschen anders. Es fand nämlich ein Elternsprechtag statt, wo doch eine ansehnliche Anzahl an Erwachsenen

dabei sein würde und so hatten sich die beiden Klassen überlegt, was man Gutes tun könne. Beim Elternsprechtag werden gewöhnlich Kuchen oder sonstige Leckereien angeboten, die vorwiegend auch selbst hergestellt werden bzw. aus dem hauseigenen Backrohr stammen.

Nach einer Diskussion sprachen sich die Fünftklässler dann dafür aus, den Erlös aus den verkauften Süßigkeiten einem Verein zu spenden, der ihnen in gewisser Weise auch nahestehen würde: der Kinderkrebshilfe „Peter Pan“. Gesagt, getan. Und die erzielte Summe konnte sich dann auch sehen lassen – immerhin kamen durch die Großzügigkeit der Eltern Spendengelder zusammen, die sich letztlich auf 2.251 Euro beliefen. Eine wirklich stolze Summe, über die sich vor allem die beiden Klassen freuten. Vor Kurzem war es dann soweit: Die langjährige Präsidentin und nunmehrige Schirmfrau von „Peter Pan“, Renate Tschager,

kam in die 5. Klasse der Grundschüler von Gries und durfte den beachtlichen Spenden in Empfang nehmen. Vorher aber erklärte Tschager, was die Kinderkrebshilfe so alles leisten würde, mit welchen Herausforderungen sich der Verein immer wieder auseinanderzusetzen habe und wie die konkrete Hilfestellung aussehe. Die Schulkinder zeigten sich sehr interessiert an der Tätigkeit von „Peter Pan“ und stellten eine ganze Menge Fragen an Renate Tschager, die sich für den Spendenbetrag bei den 43 Grundschüler/innen und bei den Klassenlehrern Hannes Holzer und Julia Wenter herzlich bedankte. Karl Psenner

SALURN

Das Uhrenmuseum erzählt

Einige Uhren, die Uhrmachermeister Christian Clementi in seinem Museum ausgestellt hat.

Nicht nur vielen Bozner:innen, auch südtirolweit dürfte das einzige Uhrenmuseum hierzulande kaum bekannt sein. Zu verdanken ist dieses kleine Juwel einem Uhrmachermeister namens Christian Clementi, der zusammen mit seinem Vater und Großvater begonnen hat, Uhren verschiedener Epochen aufzu-

bewahren und sie auch öffentlich zugänglich zu machen. „Ich habe mich, der Tradition meiner Vorfahren folgend, schon seit meiner Kindheit mit Uhren beschäftigt. Die Werkstatt meines Vaters war ja für mich höchst interessant und lehrreich.“ Dabei hat Clementi nicht nur Uhren in seinem kleinen, aber feinen

Museum zusammengetragen, auch Hilfsmittel für die Uhrenherstellung und -reparatur können in Augenschein genommen werden. Kürzlich war in seinem Museum, das sich am Bozner Obstplatz befindet, auch eine Gruppe vom Kulturverein Schlaraffia® Pons Drusi zu Gast, um sich von Clementi seine „Schätze“ zeigen und erklären zu lassen. Der Museumbesitzer weist nämlich ein umfassendes Wissen über die Geschichte der Uhrenherstellung auf, er selbst hat in seinem Beruf viele Uhren nicht nur repariert, sondern auch neue geschaffen. Eines seiner Meisterwerke, die er noch zusammen mit seinem Vater Otello hergestellt hat, ist eine Präzisions-

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pendeluhr. In seinem Museum sind Uhren verschiedener Art, Größe und Funktionen zu bestaunen, es handelt sich teilweise um Unikate, die andernorts wohl kaum mehr aufzufinden sein dürften. Das älteste Exponat Clementis rührt aus dem frühen 17. Jahrhundert, also die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648). Wo befindet sich aber dieses Uhrenmuseum Südtirols? Am Bozner Obstplatz 24/A. Unter vorheriger Vormerkung (vormittags von 9 bis 12 Uhr) unter der Nummer 0471/974482 sind Museumsbesuche jeweils am Freitag und Samstag möglich. Karl Psenner


LOKALES SALURN

Vier Chöre mit Adventkonzert Die Obfrau der Kantorei Leonhard Lechner in Gries, Heike Tschenett, freute sich über den großen Zuspruch am Adventkonzert in der Stiftspfarrkirche. Einleitend erinnerte Tschenett an das 75-Jahr-Gründungsjubiläum der Kantorei und an die Vorfreude am Gaudete-Sonntag. Es sei jedenfalls ein ansprechendes Programm, das den Hunderten Zuhörern dargeboten würde. Barbara Pichler, Leiterin des Kinderchors Leonhard Lechner der Musikschule Bozen-Gries, eröffnete den Konzertreigen, darauf folgten der Jugendchor und der Stiftspfarrchor St. Augustin, die beide von Dominik Bernhard geleitet werden. Den Abschluss des ersten Teiles bil-

dete mit dem „Magnificat“ der von Tobias Chizzali geleitete Kammerchor. Alle vier Chöre traten anschließend abwechselnd wieder auf. Stefano Rattini spielte zwischendurch an der Orgel die „Pastoral in B“. Als Instrumentalisten wirkten mit: Lukas Delpero, Emma Großrubatscher und Ikaro Saetti sowie Franziska Allneider und Mirjam Doni mit der Querflöte. Bei den Pausen war es Benediktinerpater Urban Stillhard, der mit passenden Worten wohl viele Konzertbesucher zum Nachdenken anregte. So sprach er unter dem Stichwort „Unterwegs“ auch die beschwerliche Reise von Maria an und meinte am Ende: „Zum Glück hat sie

nicht nein gesagt.“ Mit „Warten“ sprach P. Urban ein weiteres aktuelles Thema an, denn wo wird nicht überall gewartet? Im Krankenhaus, auf den Zug, im Altersheim … Und worauf warten wir heute? „Auf die Ankunft des Herrn“, sagte dazu der Benediktinermönch.

Am Ende des Konzerts traten dann alle vier Chöre gemeinsam mit „The Peace of God“ auf. Die Konzertbesucher dankten allen Mitwirkenden für ihre adventlichen Darbietungen mit langem Applaus. Karl Psenner

SALURN

Vollversammlung Kellerei Salurn Christian Ceolan ist der neue und alte Obmann der Kellerei Salurn. Er wurde von den Mitgliedern mit großer Mehrheit bestätigt, die kürzlich im Noldinhaus zur Vollversammlung zusammenkamen. Bestätigt in seiner Funktion wurde auch Obmann-Stellvertreter Giuseppe Simeoni. Den neuen Verwaltungsrat bilden auch Ingrid Demanega, Leo Facchini, Martin Pomarolli, Martin Mall, Martin Telch, Markus Franceschini und Manfred Baldessari. Für seine langjährige Tätigkeit im Verwaltungsrat wurde Bruno Demanega ausgezeichnet. Er hatte beschlossen, sich nicht mehr der Wahl zu stellen. Einleitend begrüßte Christian Ceolan die Mitglieder und Vertretenden der Kellerei Mezzacorona, mit der die Kellerei Salurn seit 1994 or-

ganisatorisch und wirtschaftlich eng verbunden ist. Anschließend widmete die Versammlung eine Gedenkminute an den im Jänner 2025 verstorbenen Altobmann Ander Außermüller, der maßgeblich zum Aufbau und zur Entwicklung der Genossenschaft beigetragen hat. In einem weiteren Punkt der Tagesordnung wurden die Bilanzdaten zum 31.07.2025 erläutert. Erfreulich ist vor allem die Tatsache, dass die Erlöse aus dem Verkauf der Trauben von 3,5 Millionen des Jahres 2024 auf 3,65 Millionen angestiegen sind. Dadurch konnte den Weinbauern 2025 höhere Beträge ausgezahlt werden. Der Wirtschaftsberater Martin Telch bestätigte daraufhin in seiner Funktion als Obmann des Kontrollausschusses, dass die gesetzlichen Bestimmungen

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Von links die Verwalter der Kellereien Salurn und Mezzacorona:Giuseppe Simeoni, Ivan Montel, Francesco Giovannini, Manfred Baldessari, Luca Rigotti, Martin Pomarolli, Christian Ceolan, Martin Mall, Ingrid Demanega, Markus Franceschini, Leo Facchini, Martin Telch.

eingehalten wurden. Es folgten die Ansprachen der Ehrengäste. Francesco Giovannini, der Direktor der Kellerei Mezzacorona, und Luca Rigotti, der Präsident der Kellerei Mezzacorona, gingen auf die Situation auf dem globalen

Weinmarkt ein. Der Weinwirtschaft blasen Gegenwinde wie die höheren Zölle in den USA und der rückläufige Weinkonsum entgegen. Remo Demanega


GENUSS

„Ribollita“ - Wintereintopf mit Wirsing & Co.

Zutaten für 4 Personen - 5 EL Olivenöl - 1 Zwiebel geschält und fein gewürfelt - 2 Knoblauchzehen geschält und fein gewürfelt - 2 Stangen Sellerie geputzt und gewürfelt - 2 Karotten geschält und in Scheiben geschnitten - 1 Dose Tomaten (pelati) - 300 ml Gemüsebrühe - 600 - 750 ml Gemüsebrühe - 1 Dose weiße Bohnen (Cannellini) abgetropft - 400 g Wirsing (verza) geputzt und in kleine Stücke geschnitten - 2 Lorbeerblätter - 3 Stängel frischer Thymian, etwas Petersilie

- Salz, Pfeffer, Parmesan-Käse gerieben, Weißbrot Foto: © trickytine.

Wirsing (ital. verza) ist ein vielseitiges und nährstoffreiches Gemüse, das sich positiv auf viele Körperfunktionen auswirkt und eine gesunde Ernährung bereichert. Wirsing ist kalorienarm und hat viele wichtige Vitamine (C, K, B-Vitamine), Mineralstoffe (Kalium, Eisen) sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem stärken, die Verdauung fördern und die Blutgefäße unterstützen.

Zubereitung - Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebelwürfel und Knoblauch glasig andünsten - Darauf Sellerie- und Karottenwürfel dazugeben und mitdünsten lassen - Jetzt die Tomaten und 600 ml Gemüsebrühe beigeben, etwa 10–15 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen - Die abgetropften Bohnen und den Wirsing, ebenso den frischen Thymian beifügen, weitere rund

15 Minuten köcheln lassen, bei Bedarf auch etwas Gemüsebrühe nachgießen - Am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken - Noch heiß in Teller füllen, einen Schuss Olivenöl darauf und mit frischer Petersilie und etwas Parmesan bestreuen, sowie mit Weißbrot servieren. FRILO, das bedeutet: Vielfalt an Obst und Gemüse bester Güte! Seit über 45 Jahren legen wir größten Wert auf erstklassige Kundenbetreuung. Unsere Anliegen ist es, einen perfekten Service gepaart mit fairen Preisen an unsere Kunden weiterzugeben.

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GENUSS

Zartes Rindfleisch in Balsamico-Sauce

Zutaten für 4 – 6 Personen - 1 kg Rinderbraten - 250 ml Balsamico-Essig - 3 große Zwiebeln in Ringe geschnitten - 4 Knoblauchzehen gehackt - 2 Zweige frischer Thymian - 2 Esslöffel Olivenöl - Salz und Pfeffer Zubereitung Rindfleisch gründlich abtrocknen und mit Salz und Pfeffer würzen. Olivenöl in einem großen Schmortopf erhitzen und das Rindfleisch von

Foto: © chefkoch.de/issyy

Nachdem die meist „üppigen“ Festtagsessen vorüber sind, ist ein einfaches Rezept gerade richtig. Zartes, geschmortes Rindfleisch, am besten von der Schulter, wird mit der würzigen, süß-sauren Sauce durch den BalsamicoEssig zu einem wahren Genuss. Als Beilage eignet sich alles, vom einfachen Weißbrot bis zu Fastenknödeln, Reis Pilaw oder cremiger Polenta.

allen Seiten anbraten. Zwiebeln im gleichen Topf anbraten, bis sie weich und leicht karamellisiert sind. Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten. Balsamico-Essig in den Topf gießen und gut umrühren, um die Aromen zu vermischen. Das angebratene Rindfleisch und die Thymianzweige in den Topf geben und gut umrühren. Den Topf abdecken und das Rindfleisch bei niedriger Hitze 2–3 Stunden schmoren lassen. Das Rindfleisch herausnehmen, in Stücke

schneiden und mit der Sauce servieren. (Quelle: all.wilingga. com /Cristina R. Jones)

Und ein guter Rat zum Schluss: Beim Metzgermeister Oskar Stampfl finden Sie die besten Zutaten für alle Arten von Fleischgerichten und viele leckere Beilagen. Wer es beim Kochen besonders eilige hat, findet auch verschiedene bereits koch- oder essfertig vorbereitete Spezialitäten. Bozen, Piavestraße 30, Tel. 0471 977193

Neues Jahr, neue Horizonte Warum 2026 das Jahr der Wein-Erlebnisse wird Ein neues Jahr beginnt oft mit dem Vorsatz, den Horizont zu erweitern. Warum also nicht für 2026 eine Weinreise oder einen Besuch auf einem Weingut ganz oben auf die „Must-do“-Liste setzen? Wein ist weit mehr als nur ein Getränk im Glas – es ist eine Einladung, die Welt mit allen Sinnen zu entdecken. Warum wir Wine Experiences lieben Was eine Weinreise so besonders macht, ist der persönliche Austausch. Man trifft die Menschen hinter den Etiketten: Winzerinnen und Winzer, die mit Leidenschaft von ihrer Philosophie und Geschichte erzählen. Man erfährt aus erster Hand, was sie antreibt, aber auch, welchen Herausforderungen sie sich tagtäglich stellen. Dabei bietet sich die exklusive Chance, verschiedene Weine eines Produzenten direkt vor Ort zu probieren und die Nuancen vom Profi erklärt zu bekommen. Es ist dieser authentische Dialog, der einen Weingutsbesuch unvergesslich macht.

Viele Weingüter bieten neben der klassischen Verkostung oder dem Besuch im Weinkeller auch geführte Wanderungen, Themenabende, Mittagessen oder Übernachtungsmöglichkeiten an. Die Landschaft verstehen Wer einmal direkt in den Weinbergen gestanden hat, sieht den Wein danach mit anderen Augen. Dieses Erlebnis hilft dabei, die Charakteristik eines guten Tropfens, die Lage und ihre klimatischen Besonderheiten wirklich zu begreifen und im Gedächtnis zu speichern. Inspirationen für Ihre Planung: - Klassiker in der Nähe: Die Valpolicella oder das Lugana-Gebiet am Gardasee sind nur einen Katzensprung von uns entfernt. - Flusslandschaften: Die steilen Hänge der Mosel oder die malerische Wachau bieten spektakuläre Aussichten. - Herbstzauber: Das Piemont oder die Toskana versprühen im Oktober und November eine ganz besondere Magie.

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50 Jahre Matura

v.l.n.r. Karl Wolf, Josefine Kaufmann, Monika Anderlan, Sylvia Market, Ulrich Pinter, Äbtissin M. Benedikta, Karl Peer, Renate Battisti, Ingrid Kapeller, Hartmann Wirth, Monika Gross, Anna Giacomozzi, Doris Giovanelli, Helmut Sinn und Christoph Widmann.

Vor Kurzem konnte die Maturaklasse 5 B der Handelsoberschule des Jahres 1975 ein rundes Jubiläum feiern, denn genau vor 50 Jahren „mussten“ die Schüler/innen ihre Abschlussarbeiten zur Reifeprüfung schreiben. Das wurde auch zum Anlass

genommen, um einer ehemaligen Mitschülerin, der Äbtissin des Mariengartens St. Pauls, Sr. Benedikta Gurschler, einen Besuch abzustatten. Vorher aber trat ein weiterer Mitschüler, Karl Wolf, auf den Plan, der es sich nicht nehmen ließ, seiner Ma-

turagruppe das Anwesen Maria Heim in Bozen zu zeigen, das früher zum Kloster Neustift gehörte. Dabei konnte Wolf auf die rund 400-jährige Geschichte des Hauses hinweisen und er erläuterte die wichtigsten Kunstwerke, die sich dort befinden: Neben der drei Kapellen sind es die wertvollen Wandmalereien, die ins Auge stechen. Heutzutage finden dort sehr viele Aktivitäten statt, das nunmehrige Gemeinschaftszentrum Maria Heim ist ein Treffpunkt für zahlreiche kulturelle und andere Veranstaltungen geworden. Nach einer Stärkung, bei der auch manche Begebenheiten und lustige Anekdoten aus der verflossenen Schulzeit ausgetauscht wurden, gings weiter

nach St. Pauls, wo Äbtissin Benedikta die Gruppe freudig empfing. Anschließend begab man sich In die Klosterkapelle zu einer Andacht, um für alles Gute zu danken, das der Maturaklasse in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten widerfahren ist. Beim folgenden geselligen Teil, der im großen Speisesaal des Mariengartens stattfand, erzählte Sr. Benedikta von ihrer Kindheit im Schnalstal, von ihrem Werdegang im Kloster bis hin zur Weihe als Äbtissin. Mit einem gemeinsamen Lied verabschiedeten sich die Maturanten des Jahres 1975 von ihrer Mitschülerin und begaben sich auf den Heimweg. Karl Psenner

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Osteoporose kennt kein Geschlecht. Früherkennung schützt. Sei informiert.

Land informiert über genderspezifische Medizin

Osteoporose wird oft als Frauenkrankheit gesehen – doch auch Männer sind betroffen. Das Risiko wird bei Männern oft unterschätzt und zu spät erkannt.

Frauen und Männer werden unterschiedlich krank und brauchen oft andere Behandlungen. Die geschlechtersensible Medizin untersucht, wie biologische und soziale Unterschiede Symptome, Diagnosen und Therapien beeinflussen. Mit einem Faltblatt und einer neuen Internetseite informiert das Land über genderspezifische Medizin. Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass gleiche Krankheiten bei beiden Geschlechtern unterschiedlich verlaufen und verschieden behandelt werden müssen. Herzinfarkt, Depression, Osteoporose, Diabetes oder Migräne zeigen oft abweichende Muster. Auch Medikamente wirken je nach Körper anders. Dieses Wissen soll stärker in Forschung, Ausbildung und Praxis einfließen. „Die Me-

provinz.bz.it/ genderspezifische-medizin

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dizin muss genauer hinschauen“, sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. „Wer Unterschiede versteht, erkennt Krankheiten früher und behandelt besser.“ Das Faltblatt zeigt etwa, dass Herzinfarkte bei Frauen häufig ohne typischen Brustschmerz auftreten. Auf der Webseite stehen Informationen zum 2024 beschlossenen Umsetzungsplan mit Fortbildungen, neuen Lehrinhalten und angepassten Betreuungspfaden. „Genderspezifische Medizin ist ein Schritt zu gerechterer Versorgung“, betont Cecilia Stefanelli. Beauftragte für Gendermedizin des Landes Mehr Infos: www.provinz. bz.it/genderspezifische-medizin


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Skigebiet mit Charakter: Reinswald

Wer hierher kommt, findet noch das Echte: weite Pisten, ehrliche Küche und authentische Menschen. Rund 22 Kilometer modern beschneite und abwechslungsreiche Pisten bilden das Herzstück des Skigebiets Reinswald. Das Angebot reicht von sanften Abfahrten für Einsteiger bis zu sportlichen Hängen für geübte Skifahrende. Reinswald ist zudem Mitglied der Ortler Skiarena – und somit ideal für alle, die Vielfalt schätzen, ohne auf Ruhe verzichten zu wollen. Eine rund 4,5 Kilometer lange Naturrodelbahn führt von der Bergstation bis ins Tal und sorgt für Abwechslung abseits der Skipisten. Auch Skitourengehende finden hier besonders angenehme Bedingungen: Ab 8. Jänner sind an fixen Abenden – immer donnerstags ab 17 Uhr – eigens ausgewiesene, ausgebaute und beleuchtete Routen geöffnet. Winterwanderwege, Schneeschuhtouren sowie eine familiär geführte Skischule und ein gut ausgestatteter Skiverleih ergänzen das Angebot. Neu

ist ein dynamisches Preissystem für Tagesskipässe im Onlineshop, das frühes Planen und flexible Skitage belohnt. Reinswald ist damit das erste Skigebiet Südtirols, das dynamische Preise anbietet.

Sunnolm direkt an der Piste und an der Rodelstrecke ein beliebter Treffpunkt ist. An der Talstation lädt die Bärenstube als Bar, Restaurant und Pizzeria zum entspannten Ausklang des Skitages ein.

Nirgends schmeckt’s besser als … auf der Alm!

Ein besonderer kulinarischer Fixpunkt sind die „Sarner Gaumenfreuden“ (14. bis 22. März 2026), bei denen ausgewählte Hütten traditionelle und außergewöhnliche Gerichte aus der Sarner Küche präsentieren. Die Teilnahme ist limitiert und nur mit Reservierung möglich. Auch ansonsten bietet das Skigebiet in dieser Saison wieder ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm: Anfang Februar wird Reinswald Austragungsort der FIS Europacup-Rennen der Damen im Super-G. In den Abendund Morgenstunden sorgen Angebote wie das Mondscheinrodeln oder das Event „Sonnenaufgang am Sattele“ – mit früher Bergfahrt und Hüttenfrühstück – für unvergessliche Erlebnisse. Dass im Sarntal auf

Mehrere bewirtschaftete Hütten und Restaurants sind über das Skigebiet verteilt und laden zu genussvollen Pausen ein. Serviert werden klassische Südtiroler Gerichte, oft mit modernen Akzenten. Das Restaurant Pichlberg auf 2.130 Metern gilt als gastronomisches Aushängeschild des Skigebiets: architektonisch modern, in der Küche traditionsbewusst, mit großzügiger Sonnenterrasse – und es ist der ideale Ausgangspunkt für verschiedene Aktivitäten. Etwas abseits gelegen ist die Getrum Alm, ein vor allem im Winter ruhiger Rückzugsort mit alpinem Charakter und herzhafter, regionaler Küche. Die Pfnatsch Alm zeigt sich urig und bodenständig, während die

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ein feines Beisammensein Wert gelegt wird, zeigt auch dieser neue Programmpunkt: die Laternenwanderung „Trail & Taste“ – eine begleitete Wanderung im Abendlicht, bei der am Ende ein gemütliches Beisammensein sowie ein reichhaltiges Fondue auf die Gruppe wartet. Gut erreichbar, bewusst entschleunigt

Von Bozen aus ist Reinswald in nur 30 Minuten erreichbar. Parkmöglichkeiten gibt es direkt an der Talstation, ebenso eine gute Anbindung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Trotz der Nähe zur Stadt wirkt das Skigebiet entschleunigt und vor allem: ursprünglich. Reinswald ist kein Ort der Superlative, doch genau in dieser Bodenständigkeit liegt seine Stärke. Breite Pisten, engagierte Gastgebende, gelebte Hüttenkultur und ein Winterangebot, das Vielfalt und Genuss ohne Überforderung bietet: Hierher kommt – und bleibt! – man einfach gerne.


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WINTER WIE FRÜHER. DIE PREISE AUCH.


POLITIK BRIEF AUS ROM

Geschätzte Leser, kurz vor Weihnachten ist es immer hektisch in der Ewigen Stadt. Das Bilanzgesetz muss vor Jahresende von beiden Kammern genehmigt werden und wird heuer in erster Lesung vom Senat behandelt. Am 23. Dezember soll es in die Abgeordnetenkammer kommen und wird hier in den Tagen vom 28. bis 30. Dezember durchgewinkt, selbstverständlich ohne Möglichkeit, noch Änderungen zu genehmigen. Das Zweikammersystem ist von der Praxis nun wohl endgültig ausgehöhlt und de facto abgeschafft worden, sodass eine Verfassungsreform, die dieser Praxis Rechnung trägt, längst überfällig wäre. Auch knapp vor Weihnachten gibt es in Rom immer Anlass für Streit und Zwistigkeiten, und das nicht nur zwischen Mehrheit und Opposition, sondern auch zwischen den Verbündeten desselben Lagers. Die vom Partito Democratico bzw. dessen Sekretärin Elly Schlein herbeigeredete Ver-

nunftehe mit der Fünf-Sterne-Bewegung wird von Giuseppe Conte regelmäßig als nicht bestehend apostrophiert und Ministerpräsidentin Meloni lässt keine Gelegenheit aus, dies ihren politischen Herausforderern genüsslich unter die Nase zu reiben. Aber auch in der Mehrheit knistert es zusehends, da die Lega immer wieder Forderungen stellt, die sie brachial durchzusetzen versucht, so auch im Zuge der Behandlung des Bilanzgesetzes, wo sie eine Verschärfung der Bedingungen für die Beanspruchung der Rente zu verhindert wusste. Trotzdem wird diese Mehrheit halten, eine Alternative gibt es für niemanden und wenn nicht eine Lichtgestalt wie ein deus ex machina in den Politring steigt, wird es bei den 2027 anstehenden Wahlen neuerlich einen Sieg der derzeitigen Regierungsmehrheit geben. Zu diesem Zweck wird hinter den Kulissen schon eifrig am neuen Wahlgesetz gefeilt, um

das Verhältniswahlsystem einzuführen und die Einerwahlkreise, in denen mit Mehrheitswahlsystem gewählt wird, abzuschaffen, da Mitte-Links dort in der Regel besser abschneidet. Das Thema ist aber noch nicht gegessen und es ist in Italien ein fast schon ehernes Gesetz, dass die Mehrheit, die gegen Ende ihrer Regierungszeit das Wahlgesetz abändert, diese Wahlen dann auch verliert. Wenn dies nicht nur Aberglaube ist, sollte es die Mehrheit nachdenklich stimmen.

Mit Weihnachtsgrüßen aus Rom, wo die Stimmung nicht immer weihnachtlich ist, am 19. Dezember 2025

BRIEF AUS DEM LANDTAG

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir haben in der Landtagswoche im Dezember einen Rekordhaushalt verabschiedet. Für das Jahr 2026 stehen fast 8,8 Milliarden Euro zur Verfügung und mit dem Nachtragshaushalt im Juli 2026 werden es schätzungsweise etwa 9,5 Milliarden werden. Allein der Blick über die Landesgrenzen reicht aus, um sagen zu können, dass unsere Nachbarn mit sehr viel weniger Budget über die Runden kommen müssen. Wie es aber so schön heißt: Geld allein macht nicht glücklich. Genau diesen Eindruck bekommt man, wenn man sich die Reaktionen auf die Verabschiedung des Haushalts ansieht. Viel Kritik, wenig Lob und auch gezielte Polemik aus dem Landtagssaal, um Diskussionen weiter anzuheizen und Unzufriedenheit zu schüren. Die

Aufgabe der Politik ist es eigentlich, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Menschen gut und gerne in einem Land leben. Wenn sie aber nicht als solche erkannt werden, nützt selbst die beste Maßnahme nichts. Dabei wurde 2025 einige wichtige Vorhaben umgesetzt: Jahrelang schon gab es den Wunsch nach einer neuen Wohnbauförderung, mit der Wohnbaureform hat man beste Voraussetzungen geschaffen, um das Wohnen leistbarer zu machen. Das Straßennetz wurde verbessert und ausgebaut, die öffentlichen Verkehrsmittel potenziert und mit den Gemeinschaftshäusern soll die Gesundheitsversorgung näher zu den Menschen gebracht werden. Ich sehe viel Gutes in diesen und anderen Maßnahmen, eventuelle Kinderkrank-

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heiten gilt es im Dialog und an einem Tisch zu lösen. Nur auf diese Art und Weise wird es uns gelingen, jenes Potenzial zu erkennen, das ein Rekordhaushalt ermöglicht. Und vielleicht riskieren wir ja ab und zu einen ehrlichen Blick in den Spiegel. Jeder von uns.

Beste Grüße aus dem Landtag Franz Locher


WIRTSCHAFT

Dem Experten das Wort Neuauflage der Verschrottung von Steuerzahlkarten Mit dem neuen Haushaltsgesetz 2026 wurde auch eine Neuauflage der Verschrottung von Steuerzahlkarten („Rottamazione-Quinquies“) eingeführt. Dieses Verfahren ermöglicht die Begleichung von alten Steuerschulden, für welche schon die Steuerzahlkarte ausgestellt worden ist, ohne Sanktionen, Zinsen, Säumniszuschläge und Einziehungsgebühren. Diese Begünstigung gilt für alle Steuerzahlkarten, die der Einzugsbehörde zwischen dem 1. Jänner 2000 und dem 31. Dezember 2023 übertragen wurden und folgende Steuern betreffen: - Steuern aus automatisierten oder formellen Kontrollen der Steuererklärung. - Nicht bezahlte INPS-Beträge, mit Ausnahme jener, welche aus einem Feststellungsbescheid der INPS stammen, - Verkehrsstrafen, wenn diese von staatlichen Kontrollorganen ausgestellt wurden. Bei Verkehrsstrafen werden durch dieses Verfahren nur die Zinsen, Zustellungsgebühren und Aufschläge gestrichen, nicht die Strafe selbst.

Auch Steuerschuldner, die aus den vorherigen Versionen der Verschrottung von Steuerzahlkarten gefallen sind, da sie einige Raten nicht bezahlt haben, können bei der Neuauflage der Verschrottung von Steuerzahlkarten erneut von dieser Regelung profitieren, sofern es die oben genannten Steuern betrifft. Nicht anwendbar ist die Regelung für jene Subjekte, die bis zum 30. September 2025 alle fälligen Raten der alten „Rottamazione“ beglichen haben, diese müssen die bestehenden Ratenzahlungsvereinbarung beibehalten. Das Gesuch zur Verschrottung von Steuerzahlkarten erfolgt durch Abgabe einer Erklärung bis zum 30. April 2026, in welcher um Anwendung der Verschrottung angesucht wird. Es sind dabei die gewünschte Ratenanzahl und die laufenden Rechtsstreitigkeiten anzugeben, verbunden mit der Verpflichtung zum Verzicht auf diese. Die Einzugsbehörde wird auf Ihrer Homepage dem Steuerschuldner eine Übersicht der Schulden zur Verfügung stellen, für welche die Verschrottung möglich ist. Die Einzugsbehörde teilt bis 30. Juni 2026 die fälligen Beträge sowie Raten (min-

destens 100 Euro) mit. Die Zahlung kann bis 31. Juli 2026 in einer einzigen Losung oder in maximal 54 zweimonatlichen Raten erfolgen; ab 1. August 2026 fallen 3 % Jahreszinsen an. Bei zwei nicht bezahlten Raten oder Nichtzahlung der Schlussrate verliert die Begünstigung ihre Wirkung. Während der Bearbeitung werden die Verjährungsfristen, laufende Vollstreckungen und neue Sicherungsmaßnahmen für die von der „Rottamazione“ betroffenen Steuern ausgesetzt. Für beitragsbezogene Schulden beim INPS wird der DURC nach Abgabe der Erklärung ausgestellt.

Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com

Einblicke vom Finanzberater PRIVATE HAFTPFLICHTVERSICHERUNG – WENIG AUFWAND, VIEL SICHERHEIT Obwohl die private Haftpflicht in Italien generell nicht gesetzlich gefordert ist, existieren Ausnahmen. So ist zum Beispiel beim Skifahren das Mitführen eines Versicherungsnachweises rechtlich verpflichtend.

Was beim Auto oder Motorrad gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte für Ihren privaten Alltag ebenso gelten: die private Haftpflichtversicherung. Mit einem geringen Beitrag sichern Sie sich umfassend ab! Diese Versicherung zählt zu den wichtigsten Polizzen, um finanzielle Gefahren durch Schäden an Dritten abzuwenden. Sie garantiert weitreichenden Schutz in zahlreichen Situationen Ihres täglichen Lebens.

Warum ist die private Haftpflichtversicherung unverzichtbar? Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt: Ein umgestürztes Glas auf einem teuren Tablet, ein Riss in einer Glasscheibe, ein Fahrradunfall oder eine Verletzung eines anderen bei sportlicher Betätigung. Derartige Missgeschicke verursachen oft hohe Kosten. Die private Haftpflichtversicherung greift hier ein und begleicht berechtigte Forderungen, die sonst Ihre wirtschaftliche Existenz gefährden könnten.

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Die Polizze schützt nicht nur den Versicherungsnehmer selbst, sondern deckt auch Familienmitglieder ab. Das ist besonders für Eltern wichtig, da Kinder häufig unabsichtlich Sachschäden verursachen können. Mit Kosten von nur wenigen Euro bietet die Haftpflichtversicherung ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sicher ist Sicher! Auch ohne Versicherungspflicht garantiert die private Haftpflicht ein entspanntes und sorgenfreies Leben.


BÄUERINNEN

Bäuerinnen im Fokus Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Damit rückt die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus – von Südtirol bis Sambia, von Familienbetrieben bis zu wandernden Hirtinnen. Das Jahr lädt dazu ein, Fragen zu stellen: Wie leben Bäuerinnen weltweit und bei uns? Was brauchen sie, um ihre Arbeit ausüben zu können? Was haben sie zu sagen? Bäuerinnen sichern Ernährung, erhalten Kulturlandschaften und stärken regionale Wirtschaftskreisläufe. Dennoch fehlt ihnen vielerorts der Zugang zu Land, Bildung

und Mitbestimmung. Ein Blick auf Südtirol zeigt: Von rund 16.300 landwirtschaftlichen Betrieben werden nur etwa 17 % von Frauen geführt. In Entscheidungspositionen der landwirtschaftlichen Genossenschaften liegt der Frauenanteil bei gerade einmal 5 %. Gleichzeitig sind über 14.400 Frauen ordentliche Mitglied in der Südtiroler Bäuerinnenorganisation – sie leben und arbeiten auf den Höfen, gestalten mit und tragen Verantwortung. Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation zeigt im Laufe des Jahres anhand von zwölf Portraits, wie facettenreich und engagiert Frauen in der Landwirtschaft wirken – mit ihren Persönlichkeiten, Tätigkeiten und Leidenschaften. Den Auftakt macht Johanna Aicher vom Hoferhof in Vellau bei Algund. Sie verbindet Landwirtschaft mit Handwerkskunst: Aus der Wolle ihrer Schafe entstehen unter dem Label „boden.kleid“ Teppiche, Kissen, Decken und mehr – nachhaltig und regional. Was als Hobby begann, wurde zu einem Unternehmen. Ihr Beispiel zeigt, wie Mut und Leidenschaft Neues schaffen. Johanna Aichner:

Johanna Aichner in ihrem Hofladen boden. kleid auf dem Hoferhof in Vellau/Algund

„Ich wollte immer vom Hof aus arbeiten, flexibel und selbstbestimmt – und hätte nie gedacht, dass ich das einmal schaffe. Heute bin ich Bäuerin, Handwerkerin und Unternehmerin zugleich. Mein Rat an die Frauen auf den Höfen: Traut euch! Es ist harte Arbeit, aber am Ende könnt ihr stolz sein, dass ihr euren Weg gegangen seid.“

Videos und Portraits finden Sie auf www.baeuerinnen.it

PR-Info So schmeckt der Frühling – Genussmomente in der Roter Hahn Kochschule Die Termine für das Frühjahr 2026 sind online und bieten kulinarische Erlebnisse rund um regionale Zutaten, bäuerliches Wissen und gemeinsames Genießen. Unter Anleitung erfahrener Köche oder Bäuerinnen ein 4-Gänge-Menü aus Zutaten von Südtirols Bauernhöfen in geselliger Atmosphäre kreieren und dieses im Anschluss gemeinsam

an der „tavolata“ samt passender Weinbegleitung genießen. Ob allein, zu zweit, mit Freunden oder im Team, dieses einzigartige Erlebnis in der Roter Hahn Kochschule verspricht unvergessliche Genussmomente. Im Mittelpunkt der Frühlingsreihe stehen unterschiedliche kulinarische Schwerpunkte und Persönlichkeiten aus ganz Südtirol. Patrizia Karnutsch, Bäuerin des Schrenteweinhofs in

Lana, bringt klassische Gerichte „Aus der guten alten Zeit“ modern interpretiert auf den Tisch. Helene Lanz vom Buschenschank Oberlegar in Terlan gibt Einblicke in überlieferte Familienrezepte ihrer Oma, während Bäuerin Sabina Waibl zu einer kulinarischen Reise durch die Wälder und Wiesen Südtirols einlädt. Chefkoch Thomas Ortler widmet sich dem Nose-to-tail Kochen und zeigt anhand eines Saiblings, wie alle Teile dieses edlen Süßwasserfisches raffiniert zubereitet werden können. Einen weiteren Schwerpunkt setzt Markus Holzer, Chefkoch im Jora Mountain Dining: Beim Kochevent „So schmecken Almen und Berge“ stellt er die Vielfalt und den unverwechselbaren Geschmack der alpinen Küche in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Südtirols wohl be-

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kanntester Hobbyköchin Barbara Prantl, Bäuerin am Leimgruberhof in St. Pauls, werden außerdem Gerichte rund um das Frühlingsgemüse Spargel sowie typische Gerichte aus der bäuerlichen Küche mit modernen Einflüssen zu “Bsunders guaten“ Geschmackserlebnissen. Die Kochevents finden im ehemaligen Buschenschank Föhrnerhof oberhalb von Bozen statt und beginnen jeweils um 16 Uhr bzw. 17:30 Uhr. Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter www.roterhahn. it. Für die Anmeldung erreichen Sie uns unter info@roterhahn-kochschule.it oder telefonisch unter 0471 999455.


BAUPROJEKT

HAFLING

ZUEGG – Tradition lebt weiter Auf knapp 1.820 Metern Höhe, mitten im Ski- und Wandergebiet Meran 2000, beginnt für die Zuegg in Hafling ein neues Kapitel. Die traditionsreiche Berghütte, über Jahrzehnte hinweg ein beliebter Treffpunkt für Einheimische, Wandernde und Wintersportler:innen, präsentiert sich nach umfassender Erneuerung in zeitgemäßem Gewand.

Familie Reiterer entschied sich, das alte Haupthaus abzutragen und durch einen innovativen Neubau zu ersetzen – ein Schritt, der nicht selbstverständlich war und in der Region aufmerksam verfolgt wurde. Ziel war es, Bewährtes zu bewahren und zugleich die Zuegg für kommende Generationen weiterzuentwickeln.

Der Anspruch des Projekts war von Beginn an klar formuliert: Die Zuegg sollte ihre Identität als klassische Berghütte behalten und gleichzeitig den Anforderungen moderner Gäste gerecht werden. Entstanden ist ein Ensemble aus vier Gebäuden in nachhaltiger Holzbauweise, das sich harmonisch in die al-

pine Landschaft am Fuße des Ifingers einfügt. Traditionelle Formen, natürliche Materialien und klare Linien prägen das Erscheinungsbild und schaffen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Geschichte der Zuegg Die Geschichte reicht bis in

die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Errichtet wurde die ursprüngliche Hütte um 1950 von Ing. Luis Zuegg, geboren 1876 in Lana. Er gilt als einer der bedeutendsten Pioniere Südtirols und als Vater der modernen Seilbahntechnik. Die erste Zuegg war ein schlichter Holzbau in einer Waldlichtung unter-

Wir danken Fam. Reiterer & Team für das erneute Vertrauen und Glückwunsch zum gelungenen Projekt Chalet Zuegg! Dr. Ing. Hansjörg Weger · Dr. Ing. Thomas Weger Ausführungsplanung · Tragwerksplanung · Bauleitung · Sicherheitskoordination www.planteam.it

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BAUPROJEKT

halb des Ifingers, ausgestattet mit Gaststube, Sonnenterrasse und zehn Betten. Lange bevor das Skigebiet Meran 2000 seine heutige Größe erreichte, entwickelte sich die Zuegg zu einem Treffpunkt für Wanderer und Wintersportler. 1957 ging die Hütte in den Besitz der Familie Bacher über. Waltraud und Horst Bacher führten den Betrieb ab 1966 mehr als drei Jahrzehnte lang mit großem persönlichem Einsatz. Horst war nicht nur Koch, sondern auch Liftmaschinist,

denn zur Zuegg gehörte ein Ab 1998 prägten Ziehsohn Vision der Familie Reiterer Schlepplift. Waltraud zähl- Stefan Falk, seine Frau Helga Anfang der 2020er-Jahre überte später wohl zu den ersten und Tochter Lisa die Zuegg nahm Familie Reiterer – Michl, Frauen Südtirols, die die Prü- weiter. Die Hütte wurde er- Christine und Sohn Martin – fung zur Liftanlagen-Maschi- weitert und behutsam moder- die Zuegg. Als Haflinger und nistin ablegten. Die Arbeit auf nisiert, ohne ihren Charakter Betreiber des Fünfsternehotels dem Berg war entbehrungs- zu verlieren. Zweimal wurde Chalet Mirabell war ihnen bereich und von Improvisation sie von den Leserinnen und wusst, welche Verantwortung geprägt – gekocht wurde mit Lesern der „Dolomiten“ zur mit diesem Ort verbunden ist. Gas, geheizt mit Holz, Strom schönsten Hütte Südtirols ge- Ihre Vision: alpine Tradition gab es erst mit dem Bau des wählt. Mit dem Abbruch des mit zeitgemäßer Architektur, Falzeben Sesselliftes. Mit der alten Gebäudes ging schließ- hoher Qualität und gelebter Eröffnung der Seilbahn auf lich eine Ära zu Ende, die vie- Gastfreundschaft zu verbinden. Meran 2000 im Jahr 1968 be- len Stammgästen bis heute in Die Zuegg soll weiterhin Treffgann für die Zuegg eine Phase lebhafter Erinnerung geblie- punkt bleiben – für Familien, des Aufschwungs. Sportler:innen, Skikurse, Einben ist.

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heimische und Gäste, im Sommer wie im Winter.

Komfort, Qualität und Nachhaltigkeit Heute verfügt die Zuegg neben dem Restaurant über zwei stilvolle Loftzimmer im Haupthaus sowie drei exklusive Chalets. Jedes Chalet ist mit einer privaten Sauna ausgestattet und bietet einen gemütlichen Wohnbereich mit Ofen. Damit knüpft das Angebot bewusst an die frühere Tradition der Gästebetten an und macht die Zuegg wieder zu

einem Ort des Ankommens und Bleibens. Das Restaurant mit großzügiger Sonnenterrasse liegt direkt an der Skipiste und bietet einen weiten Blick über die umliegende Bergwelt. Serviert werden verfeinerte Klassiker der alpinen Küche, die auf Regionalität und Qualität setzen. Die Zuegg bleibt damit nicht nur Einkehrziel, sondern auch Ort der Begegnung – ein wichtiger Aspekt für das Gebiet Meran 2000. Die architektonische Planung übernahm das Büro Perathoner Architects aus

Wolkenstein, verantwortlich für Betrieb sorgt ein engagiertes Vorentwurf und Einreichprojekt. Team rund um GeschäftsführeDie Ausführungsplanung, Trag- rin Selina, unterstützt von Serwerksplanung und Bauleitung viceleiter Tim, Küchenchef Hellagen in den Händen des Bozner mut Oberkalmsteiner und HausBüros Planteam. Der Baustart techniker Urban. Gemeinsam erfolgte im Juni 2025, die Fer- wollen sie die lange Geschichte tigstellung innerhalb weniger der Zuegg fortschreiben – mit Monate. Besonderes Augenmerk Respekt vor der Vergangenheit galt der Nachhaltigkeit: Holz- und Offenheit für Neues. So bauweise, natürliche Dämm- bleibt die Zuegg, was sie immer stoffe, Pelletheizung und eine war: ein Ort der Begegnung, der reduzierte Formensprache sor- Herzlichkeit und des Genusses gen für eine harmonische Ein- – hoch über dem Tal und fest bindung in die sensible Natur- verankert in der Geschichte von landschaft. Für den laufenden Hafling und Meran 2000.

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Die lebensgroßen Figuren der Weihnachtskrippe in der Bozner Franziskanerkirche Blick durch das Stallfenster in das Innere von der Wahrheit der Engelsbotschaft überzeugen. Der Schnitzaltar des Brixner Meisters Hans Klocker war von der St.Anna-Bruderschaft gestiftet worden und in der Vintlerschen Annakapelle, also in einem kleinen Andachtsraum im Kloster, aufgestellt worden. Der Altar war schon wegen seiner Größe niemals für den Hochaltar gedacht gewesen. Zwar ist es für die Klockersuchenden bedauerlich, dass während der Weihnachtszeit sein Meisterwerk – obwohl thematisch passend – wegen der schwierigen Sichtbarkeit vom Langhaus aus durch lebensgroße Krippenfiguren und einen Stall ver-

deckt wird. Diese spätbarock/klassizistischen Figuren bringen jedoch Alt und Jung das Geheimnis der Menschwerdung Christi und die Anbetung durch die Hirten in anschaulicher und vertrauter Art auch optisch näher.

Wie kamen die großen Krippenfiguren in die Franziskanerkirche? In der Aufhebungswelle der rein beschaulichen Orden unter Kaiser Joseph II. konnten die Bozner Franziskaner die Leitung und den Unterricht am ersten städtischen Gymnasium als Motiv für die Aufrechterhaltung ihres Klosters geltend machen. Erst wenige Jahre zuvor Foto: © Augustin Ochsenreiter

Während der spätgotische Krippenaltar von Hans Klocker aus dem Jahre 1500 – der seit 1990 seinen Platz im Langchor der Hauptkirche gefunden hat – als bedeutendes Kunstwerk zu Recht vielfach in der Literatur beschrieben wird, sind die lebensgroßen Krippenfiguren, die den Klockeraltar in der Weihnachtszeit verdecken, ganz zu Unrecht von den Kunsthistorikern bisher nicht studiert worden. Wir verbinden heute die Darstellung der Weihnachtskrippe mit der Anbetung der Hirten, die die Gotik nicht kennt. Beim Klockeraltar der Franziskaner sind es lediglich zwei Hirten, die sich mit einem

Die aus dem Dominikanerkloster nach dessen Auflassung 1786 in der Bozner Franziskanerkirche ausgestellte Hirtenverehrung mit lebensgroßen Figuren.

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GESCHICHTE

dass mit der Aufhebung des Dominikanerklosters unter Joseph II. im Jahr 1786 auch die kaufmännischen Stiftungen, von denen alle Bozner Kirchen, nicht zuletzt die Stadtpfarrkirche, profitiert hatten, eine Unterbrechung erfuhren, und die Franziskanerkirche ein neuer Bezugspunkt für das Mäzenatentum der Bozner Kaufherren wurde. Die führende Bürgerkaste von Bozen hatte jedenfalls den Josephinischen Staat in der konsequenten Durchführung seiner Reformen unterschätzt. Foto: © Augustin Ochsenreiter

Foto: © Augustin Ochsenreiter

In kleinerem Maße als bei den Dominikanern statteten die Bozner Kaufherren auch eine Seitenkapelle der Franziskanerkirche aus, die Antonius von Padua geweiht ist: Der mit Säulen flankierte Antoniusaltar wurde von der Bozner Kaufmannschaft im Jahre 1683 gestiftet. In seinem Aufhebungsinventar des 1786 aufgelösten Dominikanerklosters schreibt Lindner lakonisch: „Die schöne Weihnachtskrippe bekamen die P. Franziskaner zu Bozen“ (S. 21). Dieser Satz wurde bisher nicht mit den großen Weihnachtsfiguren in der Franziskanerkirche in Verbindung gebracht.

Die Hirtenverehrung

Der Hirte mit südlichem Einfluss, besonders in der Kleidung, wird von einem Engel auf das Wunder von Betlehem hingewiesen.

(1780) war ihnen durch Josephs Mutter Maria Theresia diese Erlaubnis verliehen worden. Opfer des Klostersturms wurde in Bozen unter einer Reihe von kleineren Kirchen auch der Dominikanerorden, dessen Mönche 1785/86 das Kloster verlassen mussten. Die von P. Pirmin August Lindner mit großem Fleiß zusammengestellten Notizen (veröffentlicht in der Zeitschrift des Ferdinandeums 1886) sind von grundlegender Bedeutung für die Feststellung der Provenienz verschiedener Kunstgegenstände, die damals entweder verkauft wurden oder in andere Kirchen gelangten. Die an die Dominikanerkirche östlich in barocker Form angebaute Merkantilkapelle war durch die Messekaufherrn Bozens mit außerordentlich wertvollen Schätzen, wie dem Merkantilaltar mit dem Altarblatt des Guercino (1591–1666), dotiert worden.

Vier Hirten verschiedenen Alters in napoletanisch beeinflusster Kleidung verehren das Christuskind, neben dem Maria kniet. Josef mit mannshohem Stab steht angelehnt außerhalb der Höhle bzw. des Stalles mit Flugdach. Ein Engel über dem Dach trägt das Schriftband „GLORIA IN EXCELSIS DEO“, ein anderer weist auf das Wunder hin und ein dritter steht mit Verehrungsgestus vor dem Neugeborenen. Die Darstellung der Schafe wirkt zum Teil etwas unbeholfen, während die lebensgroßen Figuren aus der Hand eines Bildhauers um 1770, auf jeden Fall vor 1786, stammen dürften. Die (vielleicht nicht zeitgenössisch) gefassten Krippenfiguren stammen also wahrscheinlich aus der Zeit knapp vor der Auflassung des Dominikanerklosters (1786) und strahlen eine städtische Eleganz aus und sind nicht ein Werk der Volksfrömmigkeit. Der höhlenartige Stall ist wohl rezenter und soll zusammen mit der Darstellung der Epiphanie (Ankunft der Weisen), die ebenfalls aus der Dominikanerkirche stammt, in einem zukünftigen Beitrag erörtert werden. Zusammenfassend kann gesagt werden,

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Joseph steht außerhalb des Stalls und empfängt die Hirten. Die Darstellung der Landschaft im Hintergrund dürfte jünger sein als die Figuren, deren Fassung möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt renoviert wurde.

Diesen Beitrag hat Univ.H. Prof. Doz. DDr. Helmut Rizzolli,

Obmann

des

Heimatschutzvereins

Bo-

zen/Südtirol, für Sie verfasst.


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Copyright: Sarah Meraner

PORTRÄT

Eine, die verbindet Bibliotheksleiterin und Kulturvermittlerin Sigrid Klotz stärkt mit Leidenschaft die Freude am Lesen – und zeigt, wie wichtig Bibliotheken für Kinder und Familien sind.

Als ihre inzwischen erwachsene Tochter vor vielen Jahren die Grundschule besuchte, begann Sigrid, freiwillig Bibliothekseinheiten zu halten. Sie machte die Ausbildung zur ehrenamtlichen Bibliotheksleiterin und

wurde prompt für die Leitung der Bibliothek in Frangart ernannt. Heute kümmert sich mit ihr ein 20-köpfiges ehrenamtliches Team um die umfangreiche Hintergrundarbeit. „Weil es nur eine kleine Bibliothek ist, sind wir ganz viel auf Kooperationen mit anderen Bibliotheken angewiesen“, erklärt Sigrid, die selbst aus Frangart stammt. Vor sechs Jahren ist sie nach Bozen gezogen, vor kurzem hat sie dort auch ihre neue Stelle in der Landesbibliothek Teßmann begonnen. Dass die ehemalige Grund- und Mittelschullehrerin immer wieder Jobangebote bekommt, verwundert nicht, immerhin fällt sie – neben dem kupferroten Haar – mit ihrem Engagement und der Freude am Beruf auf. Auch

für das Kulturinstitut war sie schon tätig. „Ich bin ein kreativer Mensch und mir gefällt es, etwas zu entwickeln und zu gestalten.“ Am schönsten findet sie es, wenn ihre Buchempfehlungen ankommen – die Freude am Lesen will sie aber niemandem aufdrängen. Trotzdem: Sigrid wünscht sich

eine Gesellschaft, die lesen kann und sich kritisch mit Themen auseinandersetzt.

Mehr Diversität Das Sortiment der öffentlichen Bibliothek Frangart, die gleichzeitig auch Schulbibliothek ist, richtet sich vor allem an Kinder Copyright: Sarah Meraner

Am Abend ist es ruhig in der öffentlichen Bibliothek Frangart. Sigrid Klotz räumt neue Bücher ein, in einem hellen Tüllrock und goldenen Stiefeln huscht sie durch den Raum. „Mein Mann hat gesagt, heute fehlen mir nur noch Engelsflügel“, lacht sie. Engelsähnlich dürfte sie in Frangart auf jeden Fall für viele sein, denn seit langer Zeit bringt sie hier, im 900-Seelen-Ort, wohl eine der schönsten Tätigkeiten zu Groß und Klein: das Lesen.

„Das Tollste ist es, neue Bücher auszupacken … und die schönsten gleich selbst mal zum Lesen mit nach Hause zu nehmen.“

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Copyright: Privat

PORTRÄT

Zertifikatsverleihung für ehrenamtlich geführte Bibliotheken auf Schloss Maretsch

,nur‘ Leseräume, heute haben sie auch eine andere Bedeutung. Wir können gesellschaftliche Themen schnell aufgreifen und leisten wichtige Sensibilisierungsarbeit.“ Immer weniger Kinder schaffen es, sich aufs Lesen einzulassen und in Bücher komplett einzutauchen – unter anderem wegen Social Media. Auch dass Zuhause immer weniger vorgelesen wird, sieht die Bibliotheksleiterin kritisch: „Viele wissen gar nicht mehr, wie wichtig das gemeinsame Lesen ist und was man den Kindern damit alles mitgibt.“

Copyright: Landesbibliothek Teßmann)

– aber nicht nur. „Ich finde es notwendig, das Sortiment regelmäßig auszutauschen – gerade in der Kinderliteratur sind Bücher mit aktuellen Themen wichtig.“ Sigrid Klotz betont den Wert vielfältiger Kinderbücher. Kinder sollen sich und ihre Lebensrealitäten in den Büchern wiederfinden dürfen: Kinder im Rollstuhl, Menschen mit Migrationshintergrund oder neue Familienkonstellationen – die Aufgabe einer Bibliothek ist auch Arbeit mit Menschen, am Leben und an gesellschaftlichen Dynamiken. „Früher waren Bibliotheken

Kupferrote Haare und ein Lachen, das Menschen sofort willkommen heißen lässt: Sigrid Klotz

Die Arbeit als Kulturvermittlerin beflügelt Sigrid – weil sie dadurch Menschen zusammenbringt. „Ich kann mich selbst sehr gut begeistern, aber eben auch andere“, sagt die 51-Jährige. Das spürt man bei Events wie der Nacht der Bibliotheken, die sie organisiert. Gäbe es mehr finanzielle und zeitliche Ressourcen, würde die Eppanerin wohl noch mehr auf die Beine stellen. „Ich wünsche mir, dass Bibliotheken noch mehr Raum für alle werden – ein Projekt mit Senior:innen könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen, sie werden so oft vergessen.“ In die Tätigkeit von Bibliothekar:innen fließen sehr viel Zeit und Kopfarbeit. Das müsse mehr geschätzt werden, meint Sigrid: „Es braucht unbedingt mehr hauptamtliches Personal – die Landespolitik sollte hier investieren.“

Bücher für alle Wenn Sigrid nicht arbeitet, singt sie, spielt auf dem Saxophon oder ist in der Natur unterwegs. Auf Reisen braucht sie vor allem – klar! – Zeit zum Lesen. Das begann schon damals als Mädchen: „Ich verbrachte den Sommer über die Kolonie

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in Caorle und hatte so Heimweh. Eine der Betreuerinnen meinte, ich solle mir doch mal ein Buch aussuchen – das war dann ,Das doppelte Lottchen‘.“ So hat Sigrid mit dem Lesen angefangen – und nie mehr damit aufgehört. Heute begeistern sie vor allem feministische Bücher – besonders gerne liest sie jene von Gaea Schoeters oder Alina Bronsky –, aber beschränken will sie sich nicht. Während Sigrid erzählt, geht sie an den Regalen entlang und streicht mit ihren Händen über die Buchrücken. Es scheint, als sei die Welt der Bücher für die 51-Jährige wie eine riesige Schatzkammer – vielleicht auch deshalb, weil es früher bei ihr daheim keine Bücher gab. „Wir vergessen, dass es auch heute noch Familien gibt, in denen das so ist. Dabei sollte jedes Kind Zugang zu Literatur haben“, ist Sigrid überzeugt. Dieser Gedanke treibt die Kulturvermittlerin an. Und dafür, so sagt sie, brauche es Bibliotheken, „selbst in den kleinsten und abgelegensten Dörfern.“ Sarah Meraner


LOKALES GRIES/BOZEN

„Töpfern gefällt uns wirklich gut“ Im Blindenzentrum St. Raphael in Gries/Bozen werden schon seit vielen Jahren Töpferkurse für blinde und sehgeschädigte Menschen abgehalten, aber auch auswärtige Personen und Gäste des Hauses sind immer willkommen. „Es handelt sich hierbei um eine sinnvolle Tätigkeit, die ich den interessierten Personen mit dem nötigen Einfühlungsvermögen versuche näherzubringen“, erklärt Herta Turri, die selbst erst vor rund zehn Jahren begonnen hat, sich mit dem Werkstoff Ton zu beschäftigen. „Auslöser dafür war die damalige vollblinde Präsidentin des Blindenzentrums, Mariedl Fisch-

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naller, die bereits viele Jahre lang mit Ton gearbeitet hat und mich eigentlich sofort begeistern konnte, mitzumachen“, fährt Turri fort. In der Zwischenzeit ist das Töpfern zu ihrer Leidenschaft geworden, sie hat in mehreren Schritten und unter Anleitung sich mit diesem Werkstoff auseinandergesetzt und „ich lerne immer wieder etwas Neues dazu, natürlich auch von meinen Kursleuten.“ So ist im Blindenzentrum eine eigene Töpferwerkstätte eingerichtet, wo sich die an den Kursen Teilnehmenden regelmäßig treffen, um ihre Passion ausleben. „Derzeit sind wir zwischen 18 und 20 Personen, die ich in drei Gruppen eingeteilt habe. Wir treffen uns vom September bis Mai jeden Jahres, wo ich dann wöchentlich mehrere Stunden meine Kursteilnehmer begleite und ihnen auch zur Seite stehe.“ Neben den Hausbewohner:innen, die meist blind oder stark sehgeschädigt sind, sind auch Sehende stets mit dabei. „Diese kommen aus der näheren Umgebung, von Steinegg und dem Eggental, aus Branzoll und Leifers, aber sogar aus Ulten, Lana und der Meraner Gegend sind welche dabei.“ Der ausgebildeten Pädagogin

– sie war längere Zeit als Kindergärtnerin beschäftigt – kommen dabei auch ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen zugute, hat sie es doch öfters mit sehr unterschiedlichen Menschen zu tun. „Ich kann nur sagen, alle fühlen sich beim Arbeiten mit dem Werkstoff Ton sehr wohl. Er wirkt beruhigend, die Teilnehmenden können sich hier schöpferisch betätigen, das, was sie schaffen, ist jedes Mal ein besonderes Objekt, immer jedoch ein Unikat. Das gibt ihnen Freude und Genugtuung, sie sehen oder sie fühlen, dass mittels ihrer Hände etwas entstanden ist, das gibt ihnen Kraft und tut einfach gut“, ist Turri überzeugt. Wenn es notwendig ist, hilft Turri beim Formen und Modellieren, gibt Hinweise und Ratschläge, damit das „Kunstwerk“ zur Zufriedenheit gelingt. Es sei aber immer eine saubere Arbeitsweise erforderlich, denn es müsse stets darauf geachtet werden, dass vor dem Brennen keinerlei Flüssigkeit im Ton mehr vorhanden ist. „Ansonsten laufen wir Gefahr, dass das Objekt entweder Risse oder Sprünge aufweist, das wäre dann wirklich schade und die intensive Vorarbeit würde zunichte gemacht“, sagt Turri. Nach einer Trockenphase, die je nach Größe und Beschaffenheit bis zu drei Wochen dauert, wird das Tonobjekt bei ungefähr 950 Grad

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Celsius gebrannt – Schrühbrand nennt man diesen Vorgang. Später dann wird die Glasur aufgetragen, anschließend erfolgt der zweite Brand bei einer Temperatur, die um die 1160 Grad Celsius erreicht. „Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass sich kein Staub beim Glasieren ansetzt, andernfalls sieht man dies leider nachher, und das Ergebnis ist nicht wie man es sich wünscht.“ Was wird aber so alles hergestellt, mit welchen Motiven und Figuren beschäftigen sich die Kursteilnehmenden vorrangig? „Da sind klassische Vasen oder Schalen in verschiedenen Größen und Formen vorhanden, vor Kurzem während der Adventsund Weihnachtszeit waren es kleinere Engel, auch Schäfchen und Figuren für die Krippe waren dabei. Manche Teilnehmer sind sehr kreativ, sie fertigen beispielsweise eine Katze oder ein Pferd, was schon eine gewisse Herausforderung darstellt.“ Sollte ein Interesse am Töpfern geweckt worden sein, gibt das Blindenzentrum St. Raphael, Gries/Bozen, unter der Telefonnummer 0471/442323 oder info@blindenzentrum.bz.it gerne weitere Informationen.

Karl Psenner


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SÜDTIROL

Warum das Thema Abwanderung immer wiederkehrt

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Junge Menschen, die wegziehen, Probleme, die dadurch entstehen und Lösungen, nach denen gesucht wird: Brain Drain nennt man dieses Phänomen, wenn Arbeitskräfte in andere Länder auswandern, weil sie dort bessere Chancen und eine höhere Lebensqualität finden. Dass das ein in Südtirol immer wiederkehrendes Thema ist, ist aufschlussreich: Es deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine Momentaufnahme handelt, sondern um ein strukturell anhaltendes Phänomen.

Weggehen war immer Teil Südtiroler Biografien. Lernen, Arbeiten, Erfahrung sammeln außerhalb des Landes – das ist nichts Neues. Neu ist jedoch laut den letzten Studien des AFI (Arbeitsförderungsinstitut) die Zahl der Auswandernden und dass kaum mehr jemand zurückkommt. Neu ist auch, dass es längst kein Randphänomen mehr ist und keine Frage einzelner Be-

rufsgruppen. Es betrifft junge wegzugehen, ist selten AusMenschen mit ganz unter- druck von Ablehnung. Viele schiedlichen Lebenswegen. junge Menschen sprechen Es sind Handwerker:innen, positiv über Südtirol – über Pflegekräfte, Angestellte, Stu- die Sicherheit, Landschaft dierende, Kreative, Akademi- und Lebensqualität des Landes. Natürlich spielen bei der ker:innen. In vielen Gesprächen mit jun- Abwanderung auch bekannte gen Menschen zwischen 18 Faktoren eine Rolle – kaum und 35, denen ich in den letz- leistbarer Wohnraum, niedriten Jahren begegnet bin, zeigt ge Löhne im Verhältnis zu den sich ein bemerkenswert ein- Lebenshaltungskosten, eingeheitliches Bild. Der Wunsch, schränkte Mobilität sowie ein

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begrenztes Kultur- und internationales Angebot. Doch im Kern geht es für viele um etwas anderes: um Teilhabe, Wirksamkeit und die Möglichkeit, mitzugestalten. Was fehlt, ist weniger Bindung als Bewegungsfreiheit. Nicht geografisch, sondern kulturell und strukturell. Es geht um Räume, in denen etwas entstehen kann, bevor alles definiert ist. Es geht um das Gefühl, zu


KUNST & KULTUR

den – besonders für Menschen nicht wirklich einbezogen zu mit neuen Ideen oder anderen sein. Beteiligung findet statt, aber oft bleibt sie folgenBerufswegen. Dass dieses Thema in Südti- los oder erfolgt langsam. Das rol immer wiederkehrt, ist ein führt selten zu lautem Protest, Hinweis darauf, dass dahinter sondern eher zu stillen Entmehr steckt als individuel- scheidungen – für einen andele Entscheidungen – näm- ren Ort, eine andere Stadt, ein lich Strukturen, die nicht für anderes Umfeld. alle gleich durchlässig sind. Viele Gründe dafür sind schlicht Nicht, weil die Bindung fehlt, und nachvollziehbar: größere sondern weil passende Per- berufliche Vielfalt, mehr Ofspektiven fehlen: Betriebe, fenheit, mehr Austausch, mehr Rollen, Zuständigkeiten, in Chancen in spezialisierten Bedenen junge Menschen früh reichen. Südtirol hätte das PoVerantwortung übernehmen tenzial, solche Räume stärker und mitgestalten können. Wer zu entwickeln. Dafür bräuchte Neues mitbringt, findet oft es jedoch ein engeres Zusamwenig Andockstellen, das Sys- menspiel von Politik, Wirtschaft tem ist gewachsen und hart zu und Gesellschaft – nicht nebenöffnen. Hinzu kommt ein Ge- einander, sondern miteinander. fühl, das häufig genannt wird: Viele, die gehen, denken ans

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wenig Platz zu haben, um sich eine Zukunft nach eigenen Vorstellungen aufzubauen. Diese Generation ist mit anderen Erwartungen aufgewachsen. Arbeit ist für viele nicht nur Erwerb, sondern Teil von Selbstwirksamkeit. Diese Generation will nicht nur arbeiten, sondern Verantwortung übernehmen. Sie denkt weniger in klassischen Laufbahnen und stärker in Projekten, Kooperationen und neuen Arbeitsformen. Genau hier entsteht Spannung: Die bestehenden Strukturen haben das Land über Jahrzehnte aufgebaut und getragen, sie sind stabil und verlässlich. Gleichzeitig sind sie dadurch schwerer zugänglich gewor-

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Zurückkommen - mit Erfahrung, neuen Blickwinkeln und dem Wunsch, etwas beizutragen. Entscheidend ist, ob sie dann Strukturen vorfinden, die offen genug sind, um Neues zuzulassen. Vielleicht geht es deshalb weniger darum, junge Menschen zu halten, sondern mehr darum, ihnen früher zu vertrauen. Verantwortung nicht erst dann abzugeben, wenn alles feststeht, sondern wenn noch etwas wachsen kann. Dass dieses Thema immer wieder auftaucht, ist kein Alarmzeichen. Es ist ein Hinweis. Und Hinweise sind dann wertvoll, wenn man bereit ist, sie ernst zu nehmen. Phillipp Kieser


LOKALES

Spenden für PARKINSON AKTIV e. V. „Stellvertretend für alle Sponsoren unseres Projektes, sei noch eine besondere Überraschung erwähnt. Der Verein erhielt kurz vor Weihnachten von der Doppelmayr Italia AG aus Lana die Ankündigung einer Spende in Höhe von 3.000 Euro“, freut sich Vereinspräsident Franz Wimmer: „Ich weiß, dass so gut wie alle Firmen täglich Anfragen bezüglich Unterstützung verschiedenster sozialer Projekte, bekommen. Ich weiß auch, dass die meisten Südtiroler Unternehmen sich seit Jahren - in unterschiedlichster Art und Weise, als Sponsoren und Geldgeber sozial engagieren. Deshalb sind wir besonders dankbar, dass wir von PARKINSON AKTIV als neuer und weiterer Bittsteller, auf Anhieb finanziellen Un-

Franz Wimmer bedankt sich bei Georg Gufler - CEO von Doppelmayr Italia, für die großzügige Spende.

terstützung erhalten haben.“ Vereinspräsident Franz Wimmer bedankt sich zum Abschluss des Jahres bei den Spenderfirmen. Abgesehen

vom Beitrag der Sabes haben es erst die Spenden von diversen Firmen möglich gemacht, dass im kommenden Jahr die Eröffnung eines weiteren

Parkinson Trainingszentrum in Naturns fixiert wurde. Weitere Infos unter www.parkinsonaktiv.org

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