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BAZ 17 vom 16/10/2026

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NR. 17 ∙ 16. OKTOBER 2026

7 x in Südtirol

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VOR DER ENTSCHEIDUNG WAS WIRD AUS ULTENS PUMPSPEICHERWERK?


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INHALT

Walter J. Werth

TITELTHEMA

Was wird aus Ultens Pumpspeicherwerk

ZEITENWANDEL

Tourismus-Dilemma

Die Lehrerin am Berg

Südtirols Wohlstand gründet auf dem Tourismus – das ist unbestritten. Doch im Burggrafenamt und besonders in Meran kippt die Stimmung. Wenn Busse Massen an Tagestouristen ausspucken, die für ein schnelles Selfie die Hotspots verstopfen, kaum Wertschöpfung hinterlassen, aber Müll und Frust, dann läuft etwas schief. Einheimische finden in verstopften Fußgängerzonen kaum Durchkommen und teilen sich überlastete Busse mit Gästen, die dank Ortstaxe „gratis“ fahren. Die Meraner Initiative R.O.M.P.I. bringt es mit ihrem provokanten Namen auf den Punkt: Es nervt. Wir sind von Natur aus gastfreundlich, aber das Maß ist voll. Wir stecken im Dilemma zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit und Lebensqualität. Die Lösung liegt nicht im totalen Stopp, sondern im mutigen Umdenken: strikte Bettenstopps, die Regulierung des Tagestourismus durch Kontingente und eine echte Lenkung der Verkehrsströme. Tourismus muss den Einheimischen dienen, nicht umgekehrt. Sonst verspielen wir das Wertvollste, das wir haben: unsere Akzeptanz.

SCHAUFENSTER Weg zum eigenen Wohntraum

STANDORT

10 Jahre ChoryFeen in Gargazon

WANDERN

Sylvesterkirchlein im Langental

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IMPRESSUM BAZ | Industriestr. 1/5, 39011 Lana Tel. 0473 233 024 | baz@bezirksmedien.it | www.diebaz.com Eigentümer und Herausgeber: Bezirksmedien GmbH; Ermächtigung des Landesgerichtes Nr. 19/93; Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Bezirkskoordination: Claudia Kaufmann | claudia@diebaz.com Redaktionsleitung: Josef Prantl | Tel. 340 23 06 888 | josef.prantl@fastwebnet.it Redaktion: Christl Fink, Philipp Genetti, Martin Geier, Walter J. Werth, Christian Zelger, Markus Auerbach, Elisabeth Tappeiner, Thomas Kobler, Max Hofer Werbung: Sonja Trogmann | Tel. 335 83 99 400 | sonja@diebaz.com Stephanie Gassebner | Tel. 348 81 10 640 | sg@diebaz.com Grafik: Janine Savoi | grafik@diebaz.com Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, 39100 Bozen

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Baustelle am Weißbrunnsee

VOR DER ENTSCHEIDUNG 700 Millionen Euro Investition, 400 Megawatt Leistung, fünf Jahre Bauzeit: Alperia plant im Ultental eines der größten Energieprojekte Südtirols. Das Wasser soll zwischen dem Zoggler Stausee und dem hoch gelegenen Arzkarsee pendeln und „Strom speichern“, wenn Sonne und Wind zu viel liefern. Die Befürworter sehen darin einen wichtigen Baustein der Energiewende und einen wirtschaftlichen Impuls für das Tal. Gegner warnen vor Baustellen, Eingriffen in Natur und Landschaft und einer Wiederholung der Geschichte. Am 7. März 2027 entscheiden die Ultner. Der Zoggler Stausee bestimmt Ultens Landschaftsbild. Weiter oben, auf rund 2.250 Metern, liegt der Arzkarsee. Dazwischen liegen rund 1.100 Höhenmeter. Genau diesen Höhenunterschied möchte die Landesenergiegesellschaft Alperia künftig nutzen. Unter dem Berg soll eine gigantische „Batterie“ entstehen – ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 400 Megawatt. Das Prinzip ist einfach: Wenn im Stromnetz mehr Energie vorhanden ist, als gerade benötigt wird, wird Wasser vom Zoggler Stausee hinauf in den Arzkarsee gepumpt. Wird später Strom gebraucht, fließt das Wasser wieder talwärts und treibt Turbinen an. Aus überschüssigem Strom wird

so speicherbare Energie. Alperia bezeichnet ten. Zwei bereits bestehende Stauseen, ein das Projekt deshalb als eine Art „grüne Bat- Höhenunterschied von rund 1.100 Meterie“. Die technische Idee ist nicht neu. Neu tern und große Speichervolumen bilden wäre im Ultental vor allem die Dimension. die Grundlage für das Projekt. Zusätzliche Geplant ist eine unterirdische Verbindung große Wasserableitungen seien nicht notzwischen dem Zoggler Stausee und dem wendig. Die besondere Brisanz des ProArzkarsee. Der Triebwasserstollen und das jekts lässt sich nicht allein mit Geologie Kraftwerk sollen weitgehend unter Tage ent- oder Kilowattstunden erklären. Sie hat mit stehen. Nach Fertigstellung wären vor allem Geschichte zu tun. Ulten ist eines der Tädrei Zugangsportale und eine Belüftungs- ler Südtirols, die besonders stark von der öffnung sichtbar. Während der Bauphase Wasserkraft geprägt wurden. In den 1950ermüssten gewaltige Mengen Material bewegt und 1960er-Jahren entstanden sechs Stauwerden. Nach den derzeitigen Angaben geht seen und fünf Kraftwerke. Der Zoggler es um rund 500.000 Kubikmeter Ausbruch- Stausee selbst steht dabei wie ein Symbol material. Zum Vergleich: Das entspricht für diese Geschichte. Die Bürgerinitiative etwa einem Fünftel jener Materialbewegun- „Ultental PSKW“ erinnert daran, dass beim gen, die beim Reschensee-Projekt in den Bau des Stausees Ende der 1950er-Jahre Jahren 2023 und 2024 anfielen. Höfe und landwirtschaftlich wertvolle Flächen verloren gingen. Sprecherin Agnes Warum gerade Ulten? Schwienbacher spricht von einem historiDie Antwort von Alperia lautet: weil die schen Trauma. Der Zoggler Stausee beanVoraussetzungen kaum besser sein könn- sprucht rund 142 Hektar Fläche.

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TITELTHEMA

Was denken die Menschen?

Muss ein neues Großprojekt gebaut werden, wenn im Tal bereits mehrere Stauseen und Kraftwerke vorhanden sind? Oder ist gerade diese bestehende Infrastruktur der Grund dafür, dass Ulten ein besonders geeigneter Standort für einen großen Energiespeicher ist? Eine im Auftrag des Unternehmerverbandes durchgeführte Befragung zeigt, wie unterschiedlich die Perspektive auf die Energiewende und auf das konkrete Projekt ausfallen kann. 77 Prozent der befragten Südtiroler befürworteten einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien. 73 Prozent standen einem weiteren Ausbau der Wasserkraft positiv gegenüber. Auch Speicherlösungen wie Speicherseen und Pumpspeicherkraftwerke fanden bei 65 Prozent Zustimmung. Doch beim konkreten Projekt im Ultental fiel die Zustimmung auf 58 Prozent. 31 Prozent lehnten das Projekt ab, 11 Prozent machten keine Angabe beziehungsweise enthielten sich. Das Ergebnis zeigt einen bemerkenswerten Unterschied: Erneuerbare Energie findet breite Zustimmung. Ein konkretes Kraftwerk vor der eigenen Haustür ist eine andere Frage. Besonders skeptisch ist die Bevölkerung laut der Befragung in Südtirols das Tal erneut einen Beitrag zur EnergieWesten, also in jener Region, in der die Ge- versorgung des Landes leistet? Private schichte der Stauseen besonders präsent ist. Haushalte im Gemeindegebiet Ulten (die Alperia-Kunden sind) sollen für die geDas Ultner-Paket der Alperia samte Betriebsdauer des Werks die ersten Alperia weiß um diese Geschichte. Des- 2.700 kWh Strom pro Jahr kostenlos erhalb geht es in den Verhandlungen längst halten. Das entspricht dem Durchschnittsnicht mehr nur um Technik. Es geht um verbrauch einer vierköpfigen Familie und die Frage: Was bekommt Ulten dafür, dass bedeutet eine jährliche Ersparnis von rund

900 Euro pro Haushalt. Alperia bietet an, 80 Prozent der Energiekosten der Schwemmalm (bis zu 1,4 Millionen kWh/ Jahr) zu übernehmen, was einer jährlichen Entlastung von rund 155.000 Euro entspricht. Lokale Betriebe in Ulten erhalten als Alperia-Kunden während der Bauphase sowie für die ersten fünf Betriebsjahre 20 Prozent Rabatt auf die reinen Energiekos-

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©Alperia

TITELTHEMA

Der Bürgerrat: 43 Ultner wurden nach einem Losverfahren ausgewählt ten. Infrastrukturänderungen: Da das Pumpspeicherwerk neue Stromleitungen benötigt, ist geplant, die bestehende Hochspannungsleitung zu verlegen – voraussichtlich auf den gegenüberliegenden, unbewohnten Berghang. Der Bürgerrat

Weil die Fronten früh verhärtet waren, ging Ulten unterstützt von Alperia einen ungewöhnlichen Weg. 43 Bürger wurden nach einem Losverfahren ausgewählt. Alter, Geschlecht und Wohnort bzw. Fraktion wurden berücksichtigt, um einen vielfältigen Querschnitt der Gemeinde abzubilden. Der Bürgerrat tagte schließlich achtmal. Experten wurden eingeladen. Die Teilnehmer erhielten Informationen zur Technik, zu Umweltfragen, zur Energieversorgung und zu möglichen Auswirkungen. Sie diskutierten Pro und Contra und erarbeiteten Empfehlungen. Wichtig: Der Bürger sprach sich nicht für oder gegen das Projekt aus.

Doch auch der Dialog ist umstritten

Baustellen, Materialseilbahn, Netzanbindung, Verkehrswege, Quellenmonitoring Die Tatsache, dass Alperia den Bürgerrat und Ausgleichsmaßnahmen gehören zufinanziert hat, ist für Kritiker ein Prob- sammen. lem. Sie fragen, wie unabhängig ein Beteiligungsprozess sein kann, wenn ihn der Die Volksbefragung Projektbetreiber bezahlt. Die Befürwor- am 7. März 2027 ter verweisen dagegen darauf, dass der Ende September 2026 präsentierten BürBürger von der Gemeinde beschlossen gerinitiative und Tourismusverein 6.200 und organisiert wurde und die Modera- Unterschriften gegen das Projekt. Die tion durch ein eigens ausgewähltes Team Initiative warnt insbesondere vor den erfolgte. Nach Abschluss des Bürgerrates Auswirkungen der Bauphase und bezweiwurde die Arbeitsgruppe „für-ulten“ ein- felt, dass die Belastung auf die derzeit gerichtet, um den Dialog weiterzuführen. genannten fünf Jahre begrenzt bleiben Eine große offene Frage ist die Netzanbin- muss. Jetzt bekommt die Diskussion aber dung. Denn 400 Megawatt müssen nicht einen Termin. Am 7. März 2027 werden nur erzeugt und gespeichert werden – sie die Ultner über das Projekt abstimmen. müssen auch ins Netz gelangen. Die Ar- Landeshauptmann Arno Kompatscher beitsgruppe „für-ulten“ teilte im Frühjahr hat erklärt, dass sich Land und Alpe2026 mit, dass Terna eine neue Erdka- ria am Ergebnis orientieren wollen. Die bellösung bis nach Lana vorgesehen hat. Volksbefragung ist rechtlich allerdings Auch hier zeigt sich: Das Pumpspeicher- nicht bindend. werk ist nicht nur ein Kraftwerk. Es ist ein ganzes Infrastrukturprojekt. Stollen, Josef Prantl

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TITELTHEMA

Ist ein Pumpspeicherwerk noch zeitgemäß? Der Bürgerrat Ulten entstand im Zusammenhang mit den Diskussionen um das geplante Pumpspeicherkraftwerk im Ultental. Raffaela Schwienbacher vom Wegleithof war Mitglied dieses Bürgerrats. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen und ihre persönliche Haltung zum geplanten Kraftwerk. Sie haben mehrere Monate im Bürgerrat am Thema Pumpspeicherwerk gearbeitet. Was hat Sie persönlich an diesem Prozess am meisten überrascht? Raffaela Schwienbacher: Am meisten überrascht hat mich die Art der Diskussion. Im Bürgerrat gab es sowohl Befürworter als auch Gegner und trotzdem wurde immer auf Augenhöhe miteinander gesprochen und diskutiert. Jeder konnte seine Meinung sagen, und doch wurde nie jemand unter der Gürtellinie angegriffen. Der Bürgerrat hat bewusst keine Empfehlung für oder gegen das Pumpspeicherwerk abgegeben, sondern Bedingungen und Forderungen formuliert. Welche der damaligen Forderungen sind aus Ihrer Sicht inzwischen umgesetzt worden – und wo gibt es noch offene Punkte? Wir wollten nie eine Empfehlung dafür oder dagegen abgeben, weil wir das auch nicht als unsere Aufgabe gesehen haben. Wir wollten Fragen stellen, um ein besseres Gesamtbild des Projektes zu erhalten und auch den anderen Ultnern somit die Möglichkeit zu geben, mehr Antworten auf so viele Fragen zu erhalten. Die Ergebnisse zu den Quellen und das geologische Gutachten, das wir gefordert hatten, wird in Kürze veröffentlicht werden, ebenfalls die vertiefenden Untersuchungen zu Flora und Fauna. Auch der Dachverband für Umweltschutz sollte demnächst seinen Bericht zum Projekt abgeben. Offene Fra-

die ohne diese Formate nie auf den Tisch gekommen wären. Die Tatsache jedoch, dass sämtliche weiterführende Untersuchungen immer nur von Alperia beauftragt wurden und die Gemeinde NIE eigenständig unabhängige Gutachten eingeholt hat, ist für mich inakzeptabel und ergibt für mich nur eine einseitige Sicht auf die Dinge. Somit ist auch der Informationsstand ein unzureichender. Aus diesem Grund habe ich auch zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern die Raffaela Schwienbacher Arbeitsgruppe letzte Woche vergen gibt es für mich immer noch lassen. Ich hatte das Gefühl, nur zur Baustellenlogistik, zur evtl. Alibi für die gute ZusammenUnterbringung der Arbeiter, zur arbeit zwischen Alperia und der Materialablagerung, zum "Ult- Bevölkerung zu sein. Kritische ner Paket NEU", welches noch Fragen wurden in der AG oft als zwischen der Gemeindever- überflüssig oder lächerlich abwaltung und Alperia verhandelt getan. wird und nicht zuletzt zu einer der wichtigsten Fragen, nämlich Sie arbeiten inzwischen auch in dem, was uns auch nach der Bau- der Arbeitsgruppe „für-ulten“ stelle bleibt: dem Trassenverlauf weiter, die den Dialog mit Alpeder Hochspannungsleitung. Hier ria und der Gemeinde fortsetzt. konnte in der Zwischenzeit mit Was haben Sie dort seit dem Abder Terna Kontakt aufgenommen schluss des Bürgerrates konkret werden und erste Gespräche erreicht und wo erleben Sie noch dazu haben stattgefunden. Fix ist die größten Schwierigkeiten? der Standort des Umspannwer- Dank der Arbeitsgruppe musskes in Lana. Die Vorschläge von te Alperia am Ball bleiben und Terna sind entweder eine Erdka- sowohl auf die Forderungen belleitung für das PSKW und das des Bürgerrates als auch auf die Verbleiben der alten Hochspan- Fragen der Arbeitsgruppe Antnungsleitung oder eine neue, po- worten und Lösungen suchen. tenzierte Hochspannungsleitung Die größte Schwierigkeit sehe auf der orografisch rechten Seite. ich persönlich darin, dass man Hierfür müsste allerdings wahr- immer das Gefühl hat, Alperia scheinlich das Umspannwerk in spielt nicht mit offenen Karten. Kuppelwies erweitert werden. Kritisch sehe ich auch die Verhandlungen mit Alperia: uns als Ein Anliegen des Bürgerrates war, Arbeitsgruppe wurde mehrmals dass die Bevölkerung umfassend klar gemacht, dass wir nur ein über Geologie, Quellen, Hoch- beratendes Gremium sind. Die spannungsleitungen, Baustellen- Entscheidungen werden im Gebetrieb und die möglichen Aus- meinderat getroffen. So lehnt wirkungen informiert wird. Ist die Arbeitsgruppe z.B. den verdieser Informationsstand heute sprochenen Gratisstrom für die ausreichend? Haushalte ab. Wir sehen das als Dank des Bürgerrates und der Stimmenkauf und würden das Arbeitsgruppe haben wir wirk- Geld lieber in einem gemeinsalich viele Informationen erhalten, men Topf sehen. Im Gemeinde-

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rat sind die Stimmen aber eher für den Gratisstrom. Außerdem hat der Bürgermeister die vom Gemeinderat beschlossenen Vorschläge allein an den Verhandlungstisch getragen, was ich als fahrlässig bezeichnen würde. Mittlerweile hat der Bürgermeister zugestimmt, dass ihn Gemeinderäte bei den Verhandlungen begleiten können. Auch der von uns immer wieder geforderte Rechtsbeistand wurde noch nie hinzugezogen. Schwierig wird es, die vielen noch offenen Fragen vor der Volkbefragung zu beantworten. Die Informationsbroschüre muss bald zusammengestellt werden, und die Zeit bis zur Volksbefragung am 07.März vergeht schnell. Skeptisch bin ich vor allem, ob der Trassenverlauf bis dahin feststeht. Wenn Sie heute auf das geplante Pumpspeicherwerk schauen: Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, was dagegen, und welche Bedingung müsste unbedingt erfüllt sein, damit Sie das Projekt akzeptieren könnten? Für mich persönlich hat weder die Arbeit im Bürgerrat noch die nähere Befassung mit dem geplanten PSKW in der Arbeitsgruppe meine Meinung verändert. Ulten braucht kein PSKW. Ulten trägt schon genug zur grünen Energie bei. Ulten hat bereits Dank der bestehenden Anlagen, die in die Jahre gekommen sind, überall Baustellen. Ulten ist schon durchgraben und durchlöchert und braucht keinen weiteren durchbohrten Berg. Ulten braucht auch keine Variante A, B oder C. Die Gemeinde hat sich nie um die Frage gekümmert, ob ein PSKW noch zeitgemäß ist. Auch diese Frage wäre von unabhängiger Stelle noch vor der Volkbefragung zu klären. Interview: Josef Prantl


TITELTHEMA

Volksbefragung wird zur Abstimmung über Ulten-Paket Der St. Pankrazer Franz Berger, langjähriger Leiter des Amtes für Bibliotheken und Lesen und Pionier des Südtiroler Bibliothekswesens, spricht im BAZInterview über das geplante Pumpspeicherkraftwerk im Ultental. Seit Jahrzehnten engagiert er sich für die Geschichte und Entwicklung des Tales – zunächst im Heimatpflegeverein, später in Tourismus- und Museumsverein. Herr Berger, was ist Ihr erster Gedanke, wenn Sie an das geplante Pumpspeicherkraftwerk denken? Franz Berger: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ Dieser berühmte Satz des französischen Künstlers und Schriftstellers Francis Picabia (1879– 1953) fällt mir ein, wenn ich an die Reaktionen auf die Idee eines Pumpspeicherkraftwerks in Ulten denke. Als die Energiegesellschaft Alperia vor bald drei Jahren, im Jänner 2024, bei einer stark besuchten öffentlichen Gemeinderatssitzung in St. Walburg erstmals die Projektidee vorstellte, war eine große Skepsis und teilweise eine klare Ablehnung spürbar. Wie hat sich diese Stimmung danach entwickelt? Die ablehnende Stimmung hielt noch mindestens ein Jahr an und wurde unter anderem durch die WhatsApp-Gruppe „Bürgerinitiative Ulten“ befeuert. Diese Gruppe wurde Anfang 2024 von Gegnern des Pumpspeicherkraftwerks als Forum für Gleichgesinnte und als Propagandainstrument gegründet. Über Nacht wurden rund 1.000 Personen im Ultental ungefragt hinzugefügt – auch ich. Viele verfolgten die Diskussion zunächst, verließen die Gruppe aber später wieder

oder wurden, wie ich, ausgeschlossen. Es folgten weitere Aktionen der eingeschworenen Gegner: Plakatierungen, Medieninterviews, Vorträge und eine Unterschriftenaktion im Ultental und darüber hinaus. Vielen Menschen ging dieser Aktionismus allmählich auf die Nerven. Schon Ende 2024 hörte man deshalb immer öfter den Satz: „Mit diesem Aktionismus und dieser Schwarzmalerei erreichen sie das Gegenteil.“

umfassenden und von allen getragenen Ergebnisbericht erstellt. Man merkte, dass sich die Arbeit des Bürgerrats gelohnt hatte – sowohl inhaltlich als auch als Format für einen respektvollen und sachlichen Dialog. Durch diese Arbeit wurde einerseits der gesamte Umfang der zu bereinigenden Altlasten offengelegt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Alperia den Ultnern einen angemessenen Mehrwert anbieten muss, um das geplante PumpspeicherDie Stimmung hat sich inzwi- kraftwerk realisieren zu können. Franz Berger schen verändert? werk mobilisieren oder offen Heuer im Sommer hörte ich Wie ging es weiter? von verschiedenen Seiten, dass Aufgrund der positiven Erfah- ihre Zustimmung zeigen, die ein Stimmungsumschwung be- rung mit dem Bürgerrat setzte Argumente für und gegen das ziehungsweise ein Umdenken die Gemeinde Ulten im Früh- Projekt, die Überzeugung von stattgefunden habe. Es wurde jahr 2025 eine Arbeitsgruppe der Sinnhaftigkeit und Notsogar die Einschätzung geäu- als weiterführendes Dialog- wendigkeit eines solchen Proßert, dass bei der Volksbefra- format zwischen Bürgern, Ge- jekts im Rahmen der Energiegung am 7. März 2027 wahr- meinde und Alperia ein. Diese wende. scheinlich ein Ja gewinnen Arbeitsgruppe gab sich den werde. Einen Grund, der aller- Namen „für-ulten“. Vertreten Sie glauben also, dass das „Uldings nicht ausschlaggebend sind dort vier aktive Mitglieder ten Paket“ entscheidend sein sein dürfte, habe ich bereits des Bürgerrats sowie Vertreter könnte? genannt: den Überaktivismus der Gemeinde und der Berei- Ja. Die Volksbefragung am 7. der Gegner. Das teilweise Um- che Landwirtschaft, Tourismus, März wird, glaube ich, mehr denken beim Pumpspeicher- Handwerk und Alpenverein. eine Abstimmung über das „Ulkraftwerk hat wohl auch nur in Die Arbeitsgruppe verfolgt das ten Paket“ sein als eine reine geringem Maße mit einem ge- Ziel, die Gemeinde bei den Ver- Abstimmung über das Pumpwachsenen Verständnis dafür handlungen mit Alperia zu be- speicherkraftwerk. Wenn das zu tun, dass ein Pumpspeicher- raten und generell Impulse für Angebot von Alperia von der werk im Rahmen der Umstel- eine nachhaltige Entwicklung Mehrheit als annehmbar betrachtet wird, dürfte sich nach lung auf erneuerbare Energien des Tales zu geben. meiner Einschätzung folgende sinnvoll sein kann. Der Hauptgrund ist meines Erachtens ein Am 7. März 2027 findet die Haltung durchsetzen: „Nutzen anderer. Er lässt sich mit zwei Volksbefragung statt. Wie wird wir die Chance und schlucken Stichworten beschreiben: „Bür- sie Ihrer Einschätzung nach wir die Kröte Pumpspeicherkraftwerk im Gegenzug zu gerrat“ und „Ulten Paket“. ausgehen? Das ist schwer vorherzusagen. spürbaren Einsparungen beim Sie waren bei der Präsentation Es gibt aber aus meiner Sicht Strom!“ Falls das „Ulten Paket“ der Ergebnisse des Bürgerrats fünf Faktoren, die beim Re- die Menschen hingegen nicht dabei. Welchen Eindruck hat- ferendum eine Rolle spielen überzeugt, dürften sich diejeten Sie? werden. Der erste ist meines nigen durchsetzen, die sagen: Ich nahm am 4. Februar 2025 Erachtens der wesentlichste: „Wir wollen das Pumpspeicheran der öffentlichen Präsenta- die Akzeptanz des „Ulten Pa- kraftwerk nicht und lassen uns tion der Ergebnisse teil und war kets“. Weiter Transparenz und von Alperia nicht kaufen“ oder: sehr positiv überrascht. Men- Information, das Ansehen und „Wir lassen uns von Alperia schen mit sehr unterschiedli- die Glaubwürdigkeit jener Per- nichts schenken.“ chen Einstellungen zum Pump- sonen, die an vorderster Front speicherkraftwerk hatten einen gegen das Pumpspeicherkraft- Interview: Josef Prantl

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TITELTHEMA

Was bleibt im Tal? Eine Studie der Freien Universität Bozen untersucht die möglichen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Großprojekts. Prof. Massimiliano Bonacchi hat die Studie gemeinsam Sarah Russo wissenschaftlich koordiniert. Herr Prof. Bonacchi, wie kam es zur Studie der unibz zum Pumpspeicherwerk? Prof. Massimiliano Bonacchi: Die Studie zeigt, dass das Projekt wirtschaftliche Vorteile bringen kann, weist aber auch auf einige wichtige Herausforderungen hin. Es handelt sich um eine Potenzialanalyse, die von Alperia in Auftrag gegeben wurde. Durchgeführt wurde sie von einem interdisziplinären Team, das ich gemeinsam mit der Forscherin Sarah Russo im Rahmen des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit der unibz geleitet habe. Unser Ziel war es, die Diskussion über das Projekt mit konkreten Zahlen und wissenschaftlichen Daten zu unterstützen. Wir haben untersucht, welche Auswirkungen die Investition auf die Wirtschaft und den Tourismus haben könnte, welche Vorteile die geplanten Ausgleichsmaßnahmen des „Pakets Ultental“ bringen könnten und welche Auswirkungen auf den Verkehr zu erwarten sind. Zusätzlich haben wir neun ähnliche Projekte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien untersucht, um Erfahrungen aus anderen Regionen einzubeziehen.

Prof. Massimiliano Bonacchi

projekt profitieren könnten. Dabei kommen wir auf einen möglichen zusätzlichen Umsatz von rund 39 Millionen Euro pro Jahr. Über die gesamte fünfjährige Bauphase wären das etwa 195 Millionen Euro. Davon könnten Unternehmen aus insgesamt 22 verschiedenen Branchen profitieren. Rund ein Viertel der für ganz Südtirol erwarteten zusätzlichen Umsätze von 152 Millionen Euro pro Jahr würde damit direkt im Ultental entstehen. Auch der Tourismus könnte vom Bauprojekt profitieren. Nach der derzeitigen Planung könnten auf der Baustelle bis zu 370 Menschen arbeiten. Im stärksten Baujahr könnten dadurch bis zu 92.500 zusätzliche Übernachtungen entstehen. Die durchschnittliche Auslastung der 120 Beherbergungsbetriebe im Tal könnte dadurch von derzeit rund 35 Prozent auf bis zu 48 Prozent steigen. Wenn alle Arbeitskräfte in der GemeinIhre Studie spricht von einem de Ulten untergebracht würden wirtschaftlichen Potenzial für das und durchschnittlich 70 Euro pro Ultental. Welche Vorteile könnten Person und Tag für Unterkunft die Bewohner des Tals haben? und Verpflegung ausgegeben Die möglichen Vorteile für die würden, könnten dadurch über Menschen im Tal liegen vor allem die fünfjährige Bauphase rund 18 in drei Bereichen: bei der lokalen Millionen Euro im Tal umgesetzt Wirtschaft, im Tourismus und bei werden. Auch das von Alperia geden geplanten Ausgleichsmaß- plante „Ulten-Paket“ könnte den nahmen. Für die lokale Wirtschaft Menschen und Unternehmen im haben wir untersucht, welche Tal Vorteile bringen. Für private Unternehmen im Tal vom Bau- Alperia-Kunden könnte sich die

durchschnittliche Stromrechnung um rund 73 Prozent reduzieren. Für das Skigebiet Schwemmalm wäre eine Einsparung von rund 80 Prozent der derzeitigen Energiekosten möglich. Für Unternehmen ist eine Unterstützung von bis zu 2.300 Euro pro Jahr und Betrieb vorgesehen. Die tatsächliche Höhe hängt von der Branche und der Größe des jeweiligen Unternehmens ab. Zusätzlich stellt Alperia insgesamt 14 Millionen Euro für das sogenannte „Bürgerpaket“ zur Verfügung. Unsere Studie enthält darüber hinaus weitere Vorschläge für mögliche Ausgleichsmaßnahmen.

die Landesstraße 9 (SP9) sowie die Angaben von Alperia zu den geplanten Transporten ausgewertet. Dazu gehören unter anderem die Anzahl und Art der Lastwagen sowie die durchschnittliche Zahl der Fahrten pro Tag. Nach unseren Berechnungen würde der zusätzliche Schwerverkehr insgesamt überschaubar bleiben und könnte von der SP9 bewältigt werden. Wichtig ist allerdings, wann die Fahrten stattfinden. Deshalb sollten die Transporte möglichst nicht zu den Stoßzeiten des Berufs- und Tourismusverkehrs stattfinden. Bei diesen Berechnungen geht es nur um den Transport von Baumaterialien. Wie viele zusätzliche Fahrten durch die Arbeitskräfte entstehen, hängt davon ab, wie die Baustelle organisiert wird. Deshalb wäre es wichtig, möglichst viele Arbeiter in der Nähe der Baustelle unterzubringen. So könnte zusätzlicher Autoverkehr reduziert werden. Der dritte Punkt ist die Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir haben neun ähnliche Projekte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien untersucht und dazu auch mit den jeweiligen Projektleitern gesprochen. Dabei zeigte sich: Solche Projekte bringen meist deutliche wirtschaftliche Vorteile, führen aber gleichzeitig häufig zu Sorgen und Bedenken in der Bevölkerung. Entscheidend ist deshalb, wie offen und transparent über das Projekt informiert wird. Unsere Untersuchung zeigt, dass vor allem drei Dinge wichtig sind: eine transparente Kommunikation, ein regelmäßiger Dialog mit der Bevölkerung und eine echte Einbindung der Menschen vor Ort. Das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass die wirtschaftlichen Chancen eines Projekts tatsächlich genutzt werden können und gleichzeitig eine breite Akzeptanz entsteht.

Wo sehen Sie die größten Chancen, aber auch die größten Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Projekt? Das Projekt bietet ohne Zweifel große wirtschaftliche Chancen. Davon könnten Südtiroler Unternehmen, Betriebe im Tal, das Gastgewerbe und auch die Menschen, die im Ultental leben und arbeiten, profitieren. Wie viel davon tatsächlich umgesetzt wird und wer davon profitiert, hängt davon ab, wie das Projekt konkret organisiert wird und wie gut sich die Unternehmen und anderen Akteure darauf einstellen. Die größten Herausforderungen sehen wir in drei Bereichen. Der erste betrifft die Unterbringung der Arbeitskräfte. Gerade im Juli und August sind die Unterkünfte im Tal bereits sehr gut ausgelastet. Deshalb muss frühzeitig geplant werden, wo die zusätzlichen Arbeitskräfte untergebracht werden können. Dabei sollte gemeinsam mit den Betrieben und der Bevölkerung nach Lösungen gesucht werden, die sowohl für die Gastgeber und Einheimischen als auch für die Arbeiter und das Bauunternehmen funktionieren. Der zweite Punkt ist der Verkehr. Für unsere Einschätzung haben wir die Verkehrsdaten von ASTAT für Interview: Josef Prantl

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ROBERT RABENSTEINER Ikone der Männer Mode MARTIN GEIER

Gesehen im Trojer-Areal in Algund Foto und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier | Editorisches Konzept: Georg Dekas


STRASSENGESCHICHTEN MERAN

Eine Allee mit Botschaft Straßennamen ehren verdiente Menschen, erinnern an besondere Ereignisse oder setzen bewusst Zeichen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Europa-Allee in der Kurstadt.

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25. Okt. 2026 Meran 17:00 Uhr | Kursaal

Nino Rota (1911–1979) Concerto per Trombone e Orchestra Solist: Peter Steiner (Posaune)

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Unsere Smartphones werden in China gefertigt. Die modernsten Chips für die allgegenwärtige Technik stammen aus Taiwan. Viele Antibiotika hängen an Wirkstoffherstellern in Indien. Die Kleidung wird in Bangladesch und Kambodscha genäht. Wenn wir mit Kreditkarte bezahlen, brauchen wir die USA, ebenso bei der Nutzung von Betriebssystemen, Suchmaschinen oder Bürosoftware – von der militärischen Abhängigkeit ganz zu schweigen. Dabei gibt es mittlerweile nicht nur ein Bewusstsein dafür, sondern auch ganz konkrete Initiativen, die Europa schrittweise von diesen Abhängigkeiten lösen sollen. Nicht nur, wenn auf einstige Partner nicht mehr Verlass ist, sollte man sich auf die eigenen Stärken besinnen. Im Bereich der Informationstechnologie werden unter dem Motto „Es müssen nicht immer Google, X und Word sein“ bereits seit Jahren europäische Alternativen angeboten. Wir müssen sie nur nutzen. Europa braucht sich nicht zu verstecken. Europa ist mehr

Die Idee, dass Europa mehr ist als nur eine Landmasse, geistert seit Jahrhunderten über den Kontinent. Eine deutliche Strahlkraft entwickelte sie gerade dann, wenn es von hier ausgehend besonders dunkel wurde. So entstand nach dem Ersten Weltkrieg mit der Paneuropa-Union die älteste heute noch bestehende Einigungsbewegung. Sie setzt sich für ein politisch und wirtschaftlich geeintes, demokratisches Europa auf

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für Kohle und Stahl die Keimzelle der Europäischen Union in Kraft. 1957 wurde diese Logik der Zusammenarbeit mit den Römischen Verträgen auf den gesamten Markt ausgeweitet. Und es sollte nicht der letzte Schritt bleiben. Meran ist Europa

Es kam deshalb nicht von ungefähr, dass man dem Europa-Gedanken eine Plattform bieten wollte. Als Folge der Römischen Verträge wurden beispielsweise Gemeinden aufgefordert, Straßen oder Plätze nach dem Kontinent zu benennen. So kam diese Aufgabe schließlich nach Meran. Man entschied sich für eine Straße in der Nähe des Bahnhofs. Diese hatte bereits einige Male die Bezeichnung gewechselt. Zuletzt erinnerte sie an das Ende des Ersten Weltkriegs am 4. November. Im Jahr 1959 wurde dann der Abschnitt zwischen dem Mazziniplatz und dem Bahnhofsplatz zur Europa-Allee umbenannt. Die Botschaft war klar. Europa sollte zum Friedensgarant werden: Wir haben verstanden, was das letzte Mal schiefgegangen ist. Wir werden es anders machen. Und daran sollten die Bürgerinnen und Bürger täglich erinnert werden. Denn es gibt Wege, die man benutzt, und Wege, die einem etwas sagen wollen, wenn man ihnen zuhört. Die EuropaAllee gehört zu dieser zweiten Gruppe. Und sie flüstert seit fast sieben Jahrzehnten: Europa ist eine gute Idee. Heute mehr denn je.

Grundlage christlich-abendländischer Werte ein. Nach einem weiteren, um Größenordnungen verheerenderen Weltkrieg feilten nun einige Männer ehemals verfeindeter Staaten an einer Vision, die das „Nie wieder Krieg“ zu einer realistischen Chance werden ließ. Das Konzept dahinter war im Grunde genommen simpel. Würde man Kohle und Stahl, die Rohstoffe der Kriegsführung, unter eine gemeinsame Aufsicht stellen, wäre ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich. Der zukünftige Frieden sollte auf gutem Willen beruhen, aber auch auf gemeinsamen Verflechtungen. Mit dieser Hoffnung und der Rede des französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950 begann der europäische Einigungsprozess. Bereits zwei Jahre später trat mit der Europäischen Gemeinschaft Christian Zelger


ZEITENWANDEL SÜDTIROL

Die Lehrerin am Berg Winter, Schnee und zwölf Kinder in einer Stube: Auf Südtirols Bergschulen kam einst die Lehrerin zu den Kindern – nicht umgekehrt.

steil und im Winter gefährlich. Deshalb entstanden sogenannte Klein- oder Bergschulen. Unterrichtet wurde dort, wo Platz war: in Bauernstuben, Widumen oder einfachen Schulhäusern. Nicht selten saßen Erstklässler und Fünftklässler nebeneinander an denselben Bänken. Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte der Bergschule Lanebach bei Gais. Neben dem Klassenraum gab es dort sogar eine kleine Lehrerwohnung. Wer hier unterrichtete, war oft über Wochen von der Außenwelt abgeschnitten. Im Winter konnte starker Schneefall

die Wege unpassierbar machen. dungsorte. Sie waren Treffpunkt, Die Lehrerin war dann nicht nur Nachrichtenbörse und kulturelLehrkraft, sondern häufig auch ler Mittelpunkt einer verstreuten wichtige Ansprechpartnerin für Gemeinschaft. Erst als Straßen die Familien der Umgebung. Der ausgebaut wurden und die MoUnterricht verlangte Improvisa- bilität zunahm, verloren sie ihre tion. Während die älteren Kinder Bedeutung. Zwischen 1958 und Rechenaufgaben lösten, übten 2008 wurden in Südtirol mehr als die Jüngeren das Lesen. Ein ein- 170 Klein- und Bergschulen geziges Feuer musste den Raum schlossen. wärmen. Schulhefte und Bücher waren kostbar. Nach dem Unter- Buchtipp richt wartete auf viele Kinder „Guten Morgen, Frau Lehrerin!“, noch die Arbeit am Hof: Stall Martha Kob. Athesia, 2026 (erausmisten, Holz holen oder beim scheint am 16. Oktober) Heuen helfen. Die kleinen Bergschulen waren weit mehr als Bil- Elisabeth Tappeiner

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Wenn im Herbst die ersten Schneeflocken fielen, begann für manche junge Lehrerinnen ein besonderes Schuljahr. Sie packten ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und zogen für Monate in abgelegene Bergschulen. Dort warteten nicht dreißig Kinder in mehreren Klassenräumen auf sie, sondern oft nur eine Handvoll Schülerinnen und Schüler in einer einzigen Stube. Heute holen Schulbusse die Kinder selbst von entlegenen Höfen ab. Noch vor wenigen Jahrzehnten war das anders. In vielen Berggebieten Südtirols waren die Wege ins Tal weit,


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„Wenn es den Tieren gut geht, geht es auch uns gut!“ Südtiroler Milch kann mehr: Sie steht nicht nur für Qualität, sondern für das Wohl der Tiere, für gepflegte Wiesen und Almen, für gelebte Traditionen und für eine starke Region. Dahinter stehen Menschen wie Margareth Vanzetta vom Gogerer Hof im Jaufental in Ratschings, die mit viel Einsatz ihre Bergbauernhöfe führen und damit ein Stück Zukunft sichern. Bergbäuerin Margareth Vanzetta ist eines der Gesichter der Sensibilisierungskampagne „Südtiroler Milch kann mehr“, die in diesem Jahr die Beweggründe der Südtiroler Milchbäuerinnen und Milchbauern in den Mittelpunkt stellt. Für sie steht dabei eines ganz besonders im Fokus: das Wohl ihrer Tiere. „Nur wenn es den Tieren gut geht, geht es auch uns gut“, ist Van-

zetta überzeugt. Gemeinsam mit ihrer Familie zog sie vor über 25 Jahren von Leifers nach Ratschings und übernahm den Gogerer Hof – einen Bergbauernhof mitten in der Natur. „Das war

schon eine Hau-Ruck-Aktion und eine riesengroße Aufgabe“, erinnert sich die Bergbäuerin. „Aber heute kann ich sagen: Es war die beste Entscheidung für uns.“ Für Margareth Vanzetta sind ihre Kühe weit mehr als Nutztiere – sie kennt jede beim Namen und kümmert sich liebevoll um sie. „Eine gute Milch entsteht, wenn die Tiere gutes Futter bekommen, genügend Auslauf haben und mit Respekt behandelt werden.“ Doch Tierwohl beginnt für die Bergbäuerin noch früher – beim Boden. „Der Boden ist unsere Grundlage für alles“, erklärt sie. Ein lebendiger,

„Weil’s den Kühen gut gehen soll.“ Margareth Vanzetta, Bergbäuerin aus Ratschings

Tierwohl bedeutet für mich, unseren Kühen ein gutes Leben zu ermöglichen. Wir liefern nicht nur hochwertige Milch – wir sorgen mit gutem Futter, genug Platz und täglicher Pflege dafür, dass sich die Tiere wohlfühlen.

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gesunder Boden lässt kräftige Pflanzen wachsen, fördert artenreiche Wiesen und macht die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen. Margareth Vanzetta steht damit stellvertretend für rund 4.000 kleinstrukturierte Milchviehbetriebe in Südtirol, die täglich die genossenschaftlich organisierten Milchhöfe des Landes mit hochwertiger Rohmilch beliefern. Wer zu Südtiroler Milchprodukten greift, unterstützt diese Betriebe - und stärkt damit eine Landwirtschaft, die Verantwortung für Tiere, Natur und Region übernimmt.


PR-INFO

Ratschings-Jaufen: Südtiroler Wintergenuss vor der Haustür Für viele Südtirolerinnen und Südtiroler gehören perfekt präparierte Pisten, gemütliche Skihütten und gemeinsame Tage in den Bergen zum Winter einfach dazu. Wer all das ohne lange Anreise erleben möchte, findet in Ratschings-Jaufen eine attraktive Adresse für aktive und genussvolle Wintertage. Umgeben von den Stubaier und Sarntaler Alpen verbindet das Skigebiet Sport, Natur und Kulinarik zu einem authentischen Wintererlebnis direkt vor der Haustür. Nur wenige Minuten von Sterzing und der Brennerautobahn entfernt punktet Ratschings-Jaufen mit einer unkomplizierten Erreichbarkeit, entspannter Atmosphäre und verlässlichen Schneebedingungen. Gerade für Familien, Tagesgäste und Genuss-Skifahrer ist das Gebiet ideal für spontane Auszeiten im Schnee. Mehr als 20 bestens

präparierte Pisten mit insgesamt 28 Pistenkilometern bieten Skispaß für jedes Fahrniveau. Ob erste Schwünge, sportliche Abfahrten oder entspanntes Carven mit Panoramablick: Anfänger, Familien und erfahrene Skifahrer kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Sieben moderne Aufstiegsanlagen sorgen für Komfort und kurze

Wartezeiten. Ergänzt wird das Angebot durch eine Funslope und eine Skimovie-Rennstrecke. Auch abseits der Pisten präsentiert sich das Skigebiet vielseitig. Die fünf Kilometer lange Rodelbahn, der Panorama-Winterwanderweg, die Höhenloipe und die Skitouren-Aufstiegsspur bieten abwechslungsreiche Möglichkeiten, den Winter

aktiv zu genießen. Ein wichtiger Bestandteil des Wintererlebnisses ist die Kulinarik. Acht Hütten und Bergrestaurants laden dazu ein, Südtiroler Spezialitäten und italienische Klassiker zu genießen. Ein besonderes Highlight ist das modernisierte Bergrestaurant Summit auf 1.892 Metern Höhe, das zeitgemäße Architektur, hochwertige Küche und beeindruckende Ausblicke vereint. Neu in dieser Saison ist die Mitgliedschaft von Ratschings-Jaufen in der Südtirol Skiarena. Damit eröffnet das Skigebiet Wintersportlern noch mehr Möglichkeiten, die Vielfalt der Südtiroler Skigebiete zu entdecken. Mit seiner Kombination aus Schneesicherheit, moderner Infrastruktur, abwechslungsreichen Winterangeboten und echter Südtiroler Gastfreundschaft zählt Ratschings-Jaufen zu den beliebtesten Winterdestinationen des Landes.

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RATGEBER DEM EXPERTEN DAS WORT

Gesellschaften mit beschränkter Haftung – INPS-Beiträge auf nicht ausgeschüttete Gewinne Der Kassationsgerichtshof hat mit mehreren Urteilen vom 16. und 17. September 2026 wichtige Grundsätze betreffend die Berechnung der INPS-Beiträge für mitarbeitende Gesellschafter von GmbH’s für unzulässig erklärt und damit das bisherige System bis ins Mark erschüttert. Zur Erinnerung: das nationale Sozialversicherungsinstitut INPS vertritt seit jeher die Auffassung, dass die Beitragszahlung der mitarbeitenden Gesellschafter von GmbHs, die in der INPS-Handwerker- oder Kaufleuteversicherung eingetragen sind, mit Bezug auf die Einkünfte der Gesellschaft und anteilig für den dem jeweiligen Gesellschafter zustehenden Betrag zu berechnen sind, und zwar unabhängig davon, ob die Gewinne ausgeschüttet wurden oder nicht. Gemäß den neuen Urteilen sind die Gewinne einer GmbH nicht der INPS-Beitragspflicht bei den Gesellschaftern unterworfen, so lange sie nicht ausgeschüttet werden. Diese Auffassung gilt laut

dem Kassationsgerichthof immer dann, wenn die betreffende GmbH nicht für die Transparenzbesteuerung optiert hat. In der Praxis herrscht nun beträchtliche Rechtsunsicherheit, wie die Berechnungsgrundlage der INPS-Beiträge für die Gesellschafter von GmbH’s, die in der Gesellschaft mitarbeiten, in Abwesenheit der Option für

die Transparenzbesteuerung zu bestimmen ist. Die Unternehmenseinkünfte laut Steuererklärung der Gesellschaft und der ausschüttbare Gewinn sind unterschiedliche Größen. Dies aus dem Grund, weil verschiedene Kosten steuerlich nicht oder nur teilweise abzugsfähig sind. Zudem kann die Ausschüttung von Gewinnen auch erst Jahre nach deren Entstehung beschlossen und ausgeführt werden. Der Gesetzgeber ist nun dringend gefordert, die notwendigen Normen zu erlassen, um eine rechtsichere Anwendung der Urteile, auch evtl. die Erstattung von zu viel gezahlten INPS - Beiträgen, zu ermöglichen.

Martin Eder Bozen - Lana - Naturns martin.eder@gspeo.com

DEM EXPERTEN DAS WORT

Was hat ein „Fersensporn“ mit Nebenniere und Entzündung zu tun? Unter einem „Fersensporn“ versteht man im Allgemeinen eine Reizung bzw. Entzündung des Knochenzapfens (Tuber calcanei) auf der Fußsohle in der Mitte der Ferse. Zudem kann eine Entzündung der Fußsohlenfaszie (Plantarfasziitis), die dort entspringt, Schmerzen verursachen. Diese Entzündung kann durch Überlastung oder falsches Schuhwerk entstehen. Die Schmerzen zeigen sich vor allem morgens bei den ersten Schritten aus dem Bett bzw. als Start- und Anlaufschmerz nach längerem Sitzen. Der Arzt diagnostiziert einen Fersensporn durch ein Röntgenbild. Mittels Medikamente, Schuhsoleneinlagen und Physiotherapie bzw. Cortisoninfiltration und Stoßwellentherapie kann der Schmerz reduziert werden. Bei nicht wenigen Patienten bleibt der Fersensporn-Schmerz trotz dieser Behandlungen jedoch hartnäckig und wird nicht besser. Der Grund dafür könnte in einer sogenannten systemischen („stillen“) Entzündung liegen: Studien haben gezeigt, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer chronischen Entzündung der Fußsohlenfaszie und einer Erhöhung der Blut-Entzündungsparameter CRP und Blutsenkung gibt. Bringt

man dazu die traditionelle chinesische Medizin in Zusammenhang, wissen wir, dass ein Muskel an der Knöchelinnenseite (m. tibialis posterior) nicht nur als Stabilisator des Knöchels dient, sondern auch als Kennmuskel für die Nebenniere steht. Diese schüttet bei erhöhtem Stress Cortisol aus. Wenn also bei einem chronischen Fersensporn die BlutEntzündungswerte immer leicht erhöht sind, der Patient einen Knick-Senkfuß hat und die Nebenniere aufgrund anhaltender Stressmomente eine Schwäche aufweist, könnte dies auf eine Entzündung im gesamten Körpersystem hinweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass diese „stillen“ Entzündungen zum Teil auch nicht im Blutbild aufscheinen bzw. nichts mit Rheuma zu tun haben. Vielmehr sind Ernährungsunverträglichkeiten, Dauerstress und ein Mangel an Mikronährstoffen das Problem. Wir

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können durch eine genaue manuelle Untersuchung austesten, ob es sich beim Fersensporn um ein komplexes Problem handelt oder nicht. Wenn ja, ist ein anderer, ganzheitlicher Therapieansatz in Erwägung zu ziehen, der sich mit Ernährungsumstellung, Stressmanagement und Mikronährstoffen wie Magnesium, Vitamin C bzw. Omega 3 zur Stärkung der Nebenniere beschäftigt und gegen die Entzündung vorgeht. Fazit ist, dass die Ursachen für einen chronischen Fersensporn selten lokal in der Ferse bzw. Plantarfaszie zu finden sind. Vielmehr liegen sie in einer („stillen“) Entzündung im gesamten Körpersystem. Daher empfehlen wir unseren Patienten, bei hartnäckigen Fersensporn-Schmerzen einen ganzheitlichen Therapieansatz zu wählen.

Dr. Franz Christanell Schmerz- und Physiotherapeut


RATGEBER DEM EXPERTEN DAS WORT

Natürliche Schönheit beginnt mit einem guten Körpergefühl Medizinische Kompetenz und ein ganzheitlicher Ansatz – Im ST. JOSEF Gesundheitszentrum Meran verbindet der renommierte Facharzt Dr. Alexander Gardetto seine langjährige Erfahrung in Plastischer Chirurgie und Ästhetischer Medizin mit einem klaren Ziel: Menschen zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität zu verhelfen. Moderne Ästhetische Medizin versteht sich heute als wesentlicher Teil einer ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge. Denn anhaltende Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper belastet nachweislich die Psyche und kann sich langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken. Prof. Dr. Gardetto setzt genau hier an: mit individuell indizierten, verantwortungsvollen und minimal-invasiven Behandlungsmethoden, die die natürliche Ausstrahlung gezielt unterstreichen, anstatt sie zu verändern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf regenerativen Verfahren zur Verbesserung des Hautbildes. Das medizinische Microneedling regt den natürlichen Heilungsprozess der Haut an, fördert die körper-

Prof. Dr. Alexander Gardetto, Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie eigene Produktion von Kollagen und Elastin und führt zu einem spürbar festeren und frischeren Hautbild. „Durch die Kombination von Microneedling mit der Eigenbluttherapie (PRP) nutzen wir die rein biologische Kraft des eigenen Körpers, um tiefenwirksame Regenerationseffekte zu erzielen“, erklärt Prof. Dr. Gardetto. Diese Plasma-Therapie zeigt zudem bei bestimmten

Formen von Haarausfall, Gelenkerkrankungen und Sportverletzungen vielversprechende Erfolge. Neben Falten- und Lippenbehandlungen lassen sich auch chronische Beschwerden wie Migräne oder starkes, funktionelles Schwitzen (Hyperhidrose) durch präzise Injektionsbehandlungen mit Lokalanästhetika oder Botulinumtoxin lindern. Im Mittelpunkt steht dabei stets der Mensch als Ganzes. Eine ausführliche ärztliche Beratung bildet das Fundament, um Erwartungen realistisch einzuschätzen und die medizinisch sinnvollste Therapie zu wählen. Denn echte Gesundheit schließt das Wohlbefinden im eigenen Körper mit ein. ST. JOSEF Gesundheitszentrum Sanitätsdirektor Prof. Dr. Alfred Königsrainer Meran, Franz-Innerhofer-Straße 2/4 Tel. 0473 864 333 Bozen, Brennerstraße 2 D Tel. 0471 1555 000 health@stjosef.it

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POLITIK BERICHT AUS DEM LANDTAG

Politik hat für die Menschen da zu sein! Politik hat einen einfachen Auftrag. Sie muss dafür sorgen, dass das Leben der Menschen besser wird. Genau daran muss sie sich messen lassen. Wenn Wohnungen so teuer werden, dass sich selbst Familien mit zwei Einkommen kaum noch ein Zuhause leisten können, läuft etwas schief. Wenn Strom, Treibstoff und Lebensmittel immer mehr kosten und am Monatsende trotz Arbeit kaum noch Geld übrig bleibt, läuft etwas schief. Wer jeden Tag arbeitet, muss von seinem Lohn leben können. Wenn Pensionisten, die ihr Leben lang gearbeitet, Steuern bezahlt und den Wohlstand unseres Landes mit aufgebaut haben, in der Pension jeden Euro zweimal umdrehen müssen, läuft ebenfalls etwas schief. Wer jahrzehntelang seinen Beitrag geleistet hat, verdient im Alter Sicherheit statt Existenzsorgen. Auch beim Tourismus braucht es endlich Grenzen. Tourismus ist wichtig für Süd-Tirol. Aber wenn immer größere Bettenburgen entstehen, während sich Einheimische keine Wohnung mehr leisten können, hat die Politik jede Bodenhaftung ver-

loren. Unser Land darf nicht für immer mehr Gäste ausgebaut werden, während die eigene Bevölkerung verdrängt wird. Wenn jedes Jahr rund 800 Süd-Tiroler auswandern, vor allem junge Menschen, ist das ein Alarmsignal. Wer hier geboren und aufgewachsen ist, muss auch hier eine Zukunft haben können. Gute Arbeit und leistbare Wohnungen dürfen keine Privilegien sein. Auch bei der Einwanderung braucht es klare Regeln und klare Grenzen. Ein Land, das nicht mehr weiß, wer kommt, wer bleiben darf und wer das Land wieder verlassen muss, verliert die Kontrolle. Wer bei uns leben will, muss unsere Gesetze respektieren, die deutsche Sprache lernen und bereit sein, sich in unsere Gesellschaft einzufügen. Wer straffällig wird oder unser Zusammenleben bewusst missachtet, darf nicht mit falscher Nachsicht behandelt werden. Wenn Probleme bei Sicherheit, Integration und Kriminalität kleingeredet werden, verspielt die Politik Vertrauen. Die Sicherheit der eigenen Bevölkerung muss an erster Stelle stehen. Politik darf sich nicht mit

Rekordhaushalten und Sonntagsreden selbst feiern, während die Menschen im Alltag immer stärker unter Druck geraten. Es braucht weniger Ausreden und mehr Lösungen. Leistbares Wohnen, faire Löhne, niedrigere Lebenshaltungskosten, sichere Straßen, Maß beim Tourismus und Zukunftschancen für unsere Jugend. Daran muss sich Politik messen lassen! Wenn die Menschen in Süd-Tirol von ihrer Arbeit nicht mehr gut leben, sich keine Wohnung leisten und sich im eigenen Land nicht mehr sicher und zu Hause fühlen, dann muss sich die Politik ändern.

Sven Knoll LANDTAGSABGEORDNETER

BERICHT AUS ROM

Das Rennen um den Spitzenplatz: Wer tritt gegen Meloni an? Spätestens in einem Jahr stehen Parlamentswahlen an. Vielleicht im Mai, eher weniger wahrscheinlich im Oktober und mit einer äußerst geringen Wahrscheinlichkeit sogar im Januar. Doch die eigentliche Frage lautet: Wen wird das Mitte-links-Lager gegen Giorgia Meloni ins Rennen schicken? Hier endet die Chronik, und die Telenovela beginnt. Zum Mitte -Links Lager gehören der Partito Democratico (PD), der Movimento 5 Stelle (M5S) und die Alleanza Verdi e Sinistra (AVS). Hinzu kommen zahlreiche kleinere Parteien aus der politischen Mitte, die ebenfalls Teil des Bündnisses werden wollen und deren Stimmen dringend gebraucht werden. Hier tut sich die erste Kluft auf. Bei den Zentrumsparteien gibt es gegenseitige Vorbehalte und klare Vetos – die eine will nicht mit dem anderen, der andere nicht mit der einen. Am Ende könnte ein politisches Lager, das zusammen auf fünf bis sechs Prozent kommt, auf zwei oder sogar drei verschiedene Listen verteilt werden. Außerdem will Conte Renzi nicht in der Koalition haben, Schlein hingegen betont bei jeder Gelegenheit, dass sie stur auf Zusammenhalt bedacht ist. Das noch größere Problem ist, dass sowohl Schlein als auch Conte selbst

an der Spitze des Bündnisses stehen und die Ministerpräsidentin herausfordern wollen. Wie soll entschieden werden wem von beiden diese Ehre zuteil wird? Schlein schlägt zwei Möglichkeiten vor: entweder wird der/ die Vorsitzende der stärksten Partei SpitzenkandidatIn, oder die Entscheidung fällt in Vorwahlen. Conte dagegen will entweder eine dritte Person ins Rennen schicken oder ebenfalls Vorwahlen abhalten. Auf den ersten Blick herrscht zumindest bei den Vorwahlen Einigkeit. Doch der Schein trügt. Schlein besteht darauf, dass zunächst das gemeinsame Programm ausgearbeitet werden müsse, während Conte darauf pocht, dass dieses Programm erst von der Person entwickelt werden könne, die aus den Vorwahlen als SpitzenkandidatIn hervorgeht. Damit ist das Dilemma perfekt: für die Wahl der SpitzenkandidatIn braucht es Vorwahlen, für die Vorwahlen ein Programm – doch über dieses Programm kann man sich offenbar erst einigen, wenn feststeht, wer die Vorwahlen gewonnen hat. Doch das ist nicht alles: Conte will eine Online-Abstimmung. Allein bei dieser Vorstellung bekommen die PD-Leute Magenschmerzen. Dann muss noch entschieden werden, ob es einen Wahlgang

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oder zwei gibt. Und falls es zwei Wahlgänge gibt, wer neben Schlein und Conte antritt. Die Zentrumsparteien träumen von Silvia Salis, der Bürgermeisterin von Genua, der effektiv gute Chancen zugestanden werden Meloni zu besiegen. Doch sie will nicht an Vorwahlen teilnehmen. AVS, die selbst keinen starken Spitzenkandidaten haben, den sie ins Rennen schicken können, geraten in Panik, wenn von mehreren KandidatInnen die Rede ist. Es gibt also noch viel zu tun: Programm schreiben, Koalition zusammenstellen, Zentrumsparteien zusammenführen, Renzi irgendwo unterbringen, Salis überzeugen, Regeln festlegen. Und derweil rücken die Parlamentswahlen immer näher.

Julia Unterberger SENATORIN


BERICHT AUS DEM BEZIRK

Kurstadt unter Wasser

Nachhaltigkeit vor Ort

Ob Mobilität, Energieversorgung oder Raumplanung: Viele Entscheidungen, die unsere Zukunft prägen, werden direkt in unseren Gemeinden getroffen. Nachhaltigkeit bedeutet dabei weit mehr als Umweltschutz. Sie umfasst auch soziale Verantwortung, wirtschaftliche Entwicklung und die Interessen künftiger Generationen. Damit diese Aspekte stärker in politische Entscheidungen einfließen, gibt es in allen Südtiroler Gemeinden eigene Nachhaltigkeitsbeauftragte. Auch im Burggrafenamt verfügt jede Gemeinde über eine solche Ansprechperson. Zusätzlich gibt es einen Nachhaltigkeitsbeauftragten auf Ebene der Bezirksgemeinschaft. Ihre Aufgabe ist es, Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in die Gemeindepolitik einzubringen. Ob Klimapläne, Wohngebiete, Verkehrswege, öffentliche Gebäude oder soziale Einrichtungen: Jede dieser Entscheidungen beeinflusst langfristig unsere Lebensqualität. Um die Zusammenarbeit zu stärken, wurde beim Südtiroler Gemeindenverband zudem eine Kerngruppe eingerichtet. Sie ermöglicht den Austausch zwischen Gemeinden und Bezirken, greift gemeinsame Herausforde-

rungen auf und entwickelt Impulse für die kommunale Nachhaltigkeitspolitik. Gerade im Burggrafenamt können durch diese Vernetzung Erfahrungen geteilt und Lösungen gemeinsam vorangebracht werden. Entscheidend ist, dass Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Verpflichtung verstanden wird, sondern als selbstverständlicher Bestandteil guter Gemeindepolitik. Dabei geht es nicht darum, immer die ökologisch beste Lösung durchzusetzen. Vielmehr müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen verantwortungsvoll abgewogen werden. Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei Klimakonferenzen. Sie beginnt dort, wo wir leben: in unseren Gemeinden. Und sie zeigt sich in den Entscheidungen, die wir heute für die Generationen von morgen treffen.

Reinhard Bauer BEZIRKSGEMEINSCHAFT

Tiefflug über Meran. Brennerstraße, Weingartenstraße bis hinauf zur Franz-Innerhofer-Straße. Ich zähle auf dieser kurzen Strecke ziemlich genau 117 Urinlachen von Hunden. Die meisten noch komplett frisch und so nass, dass man bei genauerem Hinsehen noch den dampfenden Asphalt sehen kann. Mit meinen Krähenbeinchen wäre ich jedenfalls besser nicht hineingesprungen, der Urin wäre mir sonst bis ins Gefieder gespritzt. Die restlichen Hinterlassenschaften höchstens einen Tag alt: gelbe Bahnen, kleine und große Rinnsale, getrocknete Spuren allerorts. Eine erstaunlich gute Dokumentation, wie sehr Merans Hundehalter den öffentlichen Raum und ihre Mitmenschen nicht respektieren. Nun muss man fair bleiben: Die großen Hinterlassenschaften werden mit den Hundesackerln großteils entsorgt. Großteils. Die Anzahl dieser kleinen braunen Denkmäler menschlicher Gleichgültigkeit ist überschaubar, auch wenn ich jede Wette gehen würde, dass in jedem Straßenabschnitt ein Häufchen zu finden wäre. Dass BaZzo kein großer Freund von der sich immer weiter ausbreitenden Heimsuchung von Vierbeinern ist, ist kein Geheimnis. Aber ich kann als gute Demokratin aushalten, dass das auch unter unseren Freiheitsbegriff fällt. Was mir allerdings weniger demokratisch erscheint, ist die Vorstellung, dass damit auch gleich das Recht erworben wird, den öffentlichen Raum täglich zum Hundeklo umzufunktionieren. Die Hundehalter Merans kennen nämlich keine Gnade. Also niemand. Da wird gepinkelt, was die Blase hergibt. Nicht nur an den Baum. Sondern auch auf Gehsteige, an Hausmauern, an Laternenpfosten, also an Stellen, an denen täglich Menschen vorbeigehen und fast gezwungen sind in sie hineinzutreten und sich ihrem olfatischen Dunstkreis auszusetzen. Bemerkenswerterweise schafft man es in einem kulturell nicht allzu fernen europäischen Land, dem leidigen Thema Hundepipi mit erheblich mehr Rücksicht und Zivilität zu begegnen, nämlich in Spanien. Ich habe mir das in unzähligen Städten angesehen. Dort haben Menschen, wenn sie mit ihrem Hundi Gassi gehen, immer eine Flasche Wasser dabei. Wenn der Vierbeiner seine flüssige Visitenkarte hinterlässt, wird einfach drüber gespritzt. Der Urin wird verdünnt, der unerträgliche Geruch verschwindet, und die ätzende Brühe bleibt nicht dort, wo sie weder hingehört noch von anderen Mitmenschen ertragen werden muss. Die Gemeinde Meran und das Land Südtirol sind ausgesprochen rührig, wenn es um Kampagnen geht: Wasser sparen! Müll vermeiden! Lebensmittel nicht verschwenden! Wie wäre es mit: Bring your water bottle oder Hunde sind kein Freifahrtschein?


Verhütung jetzt kostenlos Pille, Kondom oder Spirale – Verhütung kann ins Geld gehen. Seit 1. September 2026 gibt es deshalb in Südtirol ein neues Angebot: Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter zwischen 14 und 25 Jahren können unter bestimmten Voraussetzungen verschiedene Verhütungsmittel kostenlos erhalten. Das Land Südtirol hat dafür ein zunächst einjähriges Pilotprojekt gestartet. Ziel ist es, jungen Menschen den Zugang zu Verhütung zu erleichtern und sie

dabei zu unterstützen, selbst- Methode verwendet werden und bestimmte und informierte Ent- schützen vor vielen sexuell überscheidungen zu treffen. tragbaren Infektionen. Was ist kostenlos?

Je nach persönlicher Situation gibt es unter anderem die Antibabypille, den Vaginalring, das Hormonpflaster, das Hormonimplantat, die Spirale und Kondome. Welche Methode geeignet ist, wird gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt entschieden. Kondome können auch zusätzlich zu einer anderen

einer Apotheke abgeholt werden. Kondome gibt es direkt in den Beratungsstellen. Aktuell beteiligen sich unter anWie funktioniert es? derem AIED, L’Arca, Kolbe, LiZuerst gibt es eine persönliche lith und Mesocops sowie die Beratung in einer teilnehmenden Mädchenambulanzen der KranBeratungsstelle. Für die meisten kenhäuser Brixen, Sterzing und Verhütungsmethoden ist eine gy- Innichen. Das Angebot soll spänäkologische Untersuchung not- ter erweitert werden. Du hast wendig. Für Kondome braucht es Fragen zu Verhütung, Sexualität keine Untersuchung. Wird eine oder Beziehungen? FamilienberaMethode verschrieben, kann sie tungsstellen bieten Beratung und mit dem Verschreibungsblatt in- Unterstützung – vertraulich und nerhalb von 30 Tagen kostenlos in ohne Vorurteile.

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PR-INFO NATURNS

Gourmetherbst in Naturns Die Gourmetreihe macht den Abschluss in diesem Veranstaltungjahr der Tourismusgenossenschaft Naturns. Weinliebhaber und Genussmengemeinden Kastelbell und Galsaun. Gasthaus Falkenstein, Restaurant schen erleben in den fünf WoWeinberghof, Gasthof Goldene Rose chen - 17.10. bis 21.11.2026 - ein und Restaurant Zum Adler freuen ansprechendes und umfangreiches sich auf Euren Besuch. Veranstaltungsprogramm. Jeden Fester Bestandteil des GourmetMontag stellen Südtiroler Winzer bei einer Abendverkostung im Natur- herbstes sind auch die Weinreisen jeden Mittwoch. Werft einen parkhaus Texelgruppe ihre Betriebe seltenen Blick hinter die Kulissen und Weinkollektionen vor. In diesem der Weingüter Lehengut, Köfelgut, Jahr freuen wir uns auf die WeinMarinushof, Rebhof und Befehlhof. güter Pfannenstielhof, Kloster Neu„Bergweinbau in Naturns“ steht am stift, Messnerhof, Franz Haas und Donnerstag auf dem Programm. Castel Sallegg. Neu im Programm Erfahrt Wissenswertes über den steht heuer „Wein & Genuss im anspruchsvollen Bergweinbau der Gasthaus“. 4 Naturnser Gasthäuser lokalen Weingüter Falkenstein und laden jeweils am Dienstag zum geCastel Juval Unterortl. Die Woche mütlichen Abendessen ein. Geboten wird mit einem Galadiner in einem wird ein 3-Gänge-Menu mit Weinen der Partnerhotels abgeschlossen: von den Weingütern der Nachbar-

laden am Freitag zu einem Geschmackserlebnis erster Klasse ein. „Wine & Music“ bei Lebensmittel & Feinkost Unterthurner am Donnerstag 19.11.2026 ab 19:00 Uhr: Gemütliches Beisammensein, erlesene Weine und Musik garantieren einen perfekten Abend.

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Informationen Weitere und detaillierte Informationen zum Programm findet ihr auf unserer Webseite www.naturns.it. Merkt euch diese Termine vor und meldet euch für diese Veranstaltungen rechtzeitig an. Tourismusgenossenschaft Naturns Tel. +39 0473 666 077 info@naturns.it

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Wein & Genuss – der Gourmetherbst in Naturns

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DORFGESCHEHEN

Zwischen Ritual und Resonanz TRANSART26 machte Südtirol zum Raum zwischen Klang, Körper, Architektur und Experiment. Schon die Eröffnung in den ExMasten in Bozen Süd machte klar, dass hier niemand gekommen war, um es sich bequem zu machen. In Simon Steen-Andersens Piano Concerto trifft die Pianistin Ning Yu auf das filmische Gegenüber eines zweiten Pianisten, der auf den Überresten eines zuvor aus acht Metern Höhe auf Beton gestürzten Flügels spielt. Zu- gesammelt, zerlegt, verstärkt und sammen mit Michael Gordons plötzlich hört man in Dingen, und Bill Morrisons Gotham und über die man sonst hinweggeht, dem Haydn Orchester wurde da- Rhythmus, Politik und Erinneraus weniger ein Konzert als ein rung. Vielleicht ist das eine der kontrollierter Unfall zwischen einfachsten Ideen des Festivals Bild, Klang und Zerstörung. Ein – und gleichzeitig eine der stärksKlavier fällt, wird beschädigt und ten: genau hinhören. Persische spielt trotzdem weiter. Eigentlich Dastgāh-Musik traf bei Schullian kein schlechtes Bild für unsere auf Pflanzen, Glas und AlltagsZeit. Überhaupt waren Grenzen architektur, japanische Taikobei TRANSART26 eher Mate- Trommeln füllten die BASIS im rial als Regel. Xiu Xiu stiegen bei Vinschgau, während Flamenco sin Rothoblaas in Kurtatsch erneut in género(s) Tradition und KörperDavid Lynchs Eraserhead hinab. bilder gegeneinander laufen ließ. Und dann Matthew Herbert, der Manchmal passte alles zusammen, seit Jahren zeigt, dass im schein- manchmal bewusst nicht. Genau bar Banalen genug Musik steckt: dort wurde es interessant. Kunst Geräusche des Alltags werden muss nicht immer erklären, wa-

wahn. Es funktioniert. Fast gegenteilig endet das Festival am Sonntagvormittag in Neumarkt. In Manuel Zwergers The Sanatorium of Soft Gravity wird das ehemalige Züst-Ambrosetti-Lager selbst Teil der Komposition. Tetra Brass und das mdi ensemble sind über Schläuche, Mechanik und eine semianaloge Maschine miteinander verschaltet. Klänge verschwinden, tauchen an anderer Stelle wieder auf, verlieren ihren Ursprung. Irgendwann spielt nicht mehr nur das Ensemble, sondern der ganze Raum. Inspiriert von Thomas Manns Zauberberg wird daraus ein langsamer, entrückter Schluss. Weniger Konzert als Zustand. Vielleicht liegt genau dort die Stärke von TRANSART: für ein paar Stunden die vertraute Ordnung außer Kraft zu setzen. Danach steht das Gebäude noch dort, die Straße ist dieselbe, der Alltag kommt zurück. Aber irgendetwas hat sich verschoben.

rum sie da ist. Das wohl stärkste Bild hinterließ Florentina Holzingers Stadion Étude. Über dem Bozner Europastadion steigt eine riesige Glocke an einem Heißluftballon in den Himmel. Darunter Zither, Musikkapelle, Körper und weitere Glocken, an denen Performerinnen selbst zu Klöppeln werden. Südtiroler Volkskultur wird dabei nicht vorsichtig angefasst. Sie wird zerlegt, überzeichnet, aufgehängt und wieder zusammengesetzt. Für vierzig Minuten verwandelt sich das Stadion in eine seltsame alpine Kathedrale aus Metall, Körpern, Luft und Lärm. Irgendwo zwischen Ritual, Volksfest und leichtem Größen- Philipp Kieser

KULINARISCHE AUSZEIT MIT AUSSICHT NACHMITTAGS Süßes | Eis | Kaffee Aperitivi | kleine Köstlichkeiten

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MITTAGS & ABENDS alpin | mediterran | kreativ | feine Weine und Drinks

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DORFGESCHEHEN SÜDTIROL

Mehr als nur ein Gruß Der Bäuerliche Notstandsfonds (BNF) verbindet dieses Jahr wieder Weihnachtsgrüße mit konkreter Hilfe für Menschen in Not. Seit 1994 ist diese Aktion eine geschätzte Tradition. Für die diesjährige Kollektion haben erneut zahlreiche Südtiroler Künstlerinnen und Künstler sowie Freizeitmaler ihre Werke zur Verfügung gestellt. Der Erfolg spricht für sich: Seitdem wurden 1994 insgesamt 1.999.120 Weihnachts- und Glückwunschkarten für den guten Zweck verkauft. Jede Karte unterstützt Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Ein besonderes Highlight sind zwei Motive der Klasse 3K des Kunstgymnasiums Meran im Rahmen des Projekts „Schüler gestalten Hoffnung“. Arifee Gerstgrasser gestaltete das digitale Motiv „Komet“ mit Adobe Illustrator und Emilia Vent schuf das Aquarell „Christkindl“. Beide Werke zeigen, wie junge Menschen mit Kreativität Hoffnung, Mitmenschlichkeit und Verantwortung vermitteln. „Jede Weihnachtskarte ist mehr als ein Gruß. Sie vermittelt Verbundenheit und hilft zugleich

Menschen, die durch einen Schicksalsschlag in eine schwierige Lebenssituation geraten sind“, betont BNF-Obmann Sepp Dariz. Wenn das Leben plötzlich anders verläuft … Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder schwierige Lebensumstände können das Leben von einem Tag auf den anderen verändern. Neben der persönlichen Belastung entstehen oft auch finanzielle Sorgen. Seit über 35 Jahren steht der BNF Menschen in solchen Situationen unbürokratisch, diskret und wirkungsvoll zur Seite. Unterstützt werden bäuerliche und nicht bäuerliche Familien in Südtirol, die unverschuldet in Not geraten sind. Mit

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eine und Organisationen, die ihre Weihnachtsgrüße mit sozialem Engagement verbinden möchten. Die BNF-Weihnachtskarten sind ab Oktober erhältlich, einzeln oder in größeren Mengen. Jede verkaufte Karte ist ein Zeichen der Solidarität und hilft Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

dem Kauf einer Weihnachts- oder Glückwunschkarte wird die Hilfs- Information und tätigkeit des BNF direkt unter- Bestellungen stützt. Ab einer Auflage von 50 Bäuerlicher Notstandsfonds EO – Stück können die Karten mit „Menschen helfen“ einem persönlichen Grußtext, Leegtorweg 8/A, 39100 Bozen, Gedicht oder Firmenlogo gestal- Tel. 0471 999 330 tet werden. Sie eignen sich somit besonders für Unternehmen, Ver- Redaktion

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Lana auf Radschnitzeljagd Am 20. September fand in Lana die sechste Radschnitzeljagd statt. Knapp 700 Teilnehmer erkundeten Lana mit dem Rad und sammelten fleißig Stempelpunkte.

„Die Radschnitzeljagd hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Programmpunkt im September entwickelt. Als Klimagemeinde freuen wir uns natürlich sehr über den breiten Zuspruch aus der Bevölkerung für die Sensibilisierungskampagne der besonderen Art. Die Aktion hat auch heuer wieder

gezeigt: Es braucht manchmal unkonventionelle Wege, um Menschen die Vorzüge nachhaltiger Mobilität, in diesem Fall des Fahrrads, schmackhaft zu machen. In diesem Sinne werden wir die Veranstaltung garantiert auch in den nächsten Jahren weiterführen“, sagt Referent Jürgen Zöggeler.

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Insgesamt 683 kleine und große Radler kamen am vorletzten Sonntag in Lana zusammen, um die sechste Ausgabe der Radschnitzeljagd zu erleben, und zeigten sich sichtlich begeistert. Im ganzen Dorf verteilt konnte man an mehreren Stationen Stempelpunkte sammeln und anschließend an der

Verlosung teilnehmen. Im Mittelpunkt standen Bewegung, gemeinschaftliches Erleben und nachhaltige Mobilität. Nach einem Fahrradgottesdienst am Morgen samt Fahrradsegnung in der Kreuzkirche machten sich die Teilnehmer auf die Schnitzeljagd mit dem Rad. Dabei ging es nicht um


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Schnelligkeit, sondern primär darum, Lana möglichst umfassend mit dem Fahrrad zu entdecken. An der anschließenden Verlosung konnte jeder teilnehmen, der mindestens acht Stempel auf seiner Stempelkarte gesammelt und die Karte bis 15.30 Uhr an der entsprechenden

Sammelstation abgegeben hatte. Den Abschluss des gemeinsamen Radtages bildete die Verlosung in der Gaulschlucht, bei der die Teilnehmer mehr als 100 Preise gewinnen konnten. Die Hauptpreise, Einkaufsgutscheine im Wert von 100 und 50 Euro, gingen an vier Radtüchtige Lananer. Auch für die

jüngsten Radler war gesorgt. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren konnten in Begleitung einer Aufsichtsperson oder ihrer Eltern teilnehmen. Der älteste Teilnehmer war über 90 Jahre „jung“. Damit richtete sich die Veranstaltung bewusst an alle Generationen und bot eine unkomplizierte Möglich-

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keit, Bewegung, Freizeit und das Entdecken des eigenen Dorfes miteinander zu verbinden. Ausgetragen wurde die Veranstaltung von der Marktgemeinde Lana in Zusammenarbeit mit zahlreichen fleißigen Helfern sowie lokalen Vereinen. Philipp Genetti


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Neue Saison, neues Entrée Mit einer bitterbösen Komödie startet das Theater in der Altstdt in den Herbst. In der Freiheitsstraße wird wieder Theater gespielt: Das Theater in der Altstadt Meran (TIDA) startet in eine neue Spielzeit und präsentiert sich dabei auch äußerlich mit einem neuen, einladenden Akzent. Eine vor Kurzem neu gestaltete Installation im Eingangsbereich macht bereits von der Straße aus neugierig und setzt ein sichtbares Zeichen für den Neustart. Sie verleiht dem Eingang eine frische, offene Note und macht schon von außen Lust darauf, einzutreten und Theater zu erleben. Den Auftakt der neuen Saison machte am 9. Oktober die Premiere

erstaunlich zeitlos sind: soziale punkt für eine höchst gegenUngleichheit, Macht, politische wärtige Komödie wird. Denn Intrigen und Bürokratie. Paris was zunächst wie ein historisteht Kopf, das Volk revoltiert, sches Kuriosum erscheint, erdie Revolution ist in vollem innert schnell an die GegenGange. Im Palast von Versailles wart. Bürokratie, Machtstreben hingegen herrscht Ratlosig- und politische Grabenkämpfe keit. Marie-Antoinette und ihr sind schließlich nicht an eine Mann, König Ludwig XVI., war- bestimmte Epoche gebunden. ten dort seit mittlerweile 15 „Marie Antoinette oder Kuchen Jahren auf ihre angekündigte für alle!“ erzählt deshalb nicht Hinrichtung. Während draußen einfach die Geschichte einer die gesellschaftliche Ordnung Königin und einer Revolution. von „Marie Antoinette oder Ku- zusammenbricht, drehen sich Das Stück nutzt die historische chen für alle!“ von Peter Jordan. drinnen die Gespräche um Zu- Vorlage als Spiegel für heutige Die bitterböse Farce verbindet ständigkeiten, Intrigen, persön- gesellschaftliche und politische historische Ereignisse mit bis- liche Interessen und politische Strukturen. Abgehobene Elisigem Gegenwartshumor und Machtkämpfe. Eine absurde ten treffen auf gesellschaftliche nimmt Themen ins Visier, die Situation, die zum Ausgangs- Krisen, Verantwortung wird

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verschoben und Machtkämpfe entwickeln ihre eigene absurde Dynamik. Vier Schauspieler:innen (Margot Mayrhofer, Markus Tavakoli, Günther Götsch und Linda Covi) wechseln dabei in rasantem Tempo Haltungen und Identitäten. Mit viel Slapstick, schwarzem Humor und schnellen Rollenwechseln entsteht eine turbulente Komödie, die historische Figuren immer wieder direkt mit unserer Gegenwart konfrontiert. Gerade darin liegt der Reiz des Stücks: Man darf herzhaft lachen und erkennt dabei vielleicht manches unangenehm Bekanntes wieder. Der Palast von Versailles wird zum absurden Mikrokosmos einer Welt, in der die Mächtigen zunehmend den Überblick verlieren. Unter der Regie von Christina Khuen setzt das TIDA mit „Marie Antoinette oder Kuchen für alle!“

zum Saisonauftakt auf Unterhaltung mit Haltung. Das Stück verspricht einen temporeichen Theaterabend, der Geschichte, Slapstick und politische Satire miteinander verbindet. Viel-

leicht braucht es manchmal eine Revolution, um etwas zu verändern. Vielleicht reicht aber auch eine gute Komödie, die uns daran erinnert, wie absurd die Welt ohnehin schon ist. Alle

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Die Literaturszene lebt Südtirols Literaturszene ist vielfältiger denn je: Mehr Sprachen, mehr Formen, mehr Stimmen prägen das Schreiben im Land. Doch wie sichtbar ist diese Vielfalt?

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Joseph Zoderer, Anita Pichler, Norbert C. Kaser, Sabine Gruber, Oswald Egger oder Kurt Lanthaler haben die Südtiroler Literatur geprägt. Doch die heutige Szene umfasst weit mehr als bekannte deutschsprachige Namen. Zwischen Roman, Lyrik, Theater und Poetry Slam schreiben Menschen in unterschiedlichen Sprachen über vielfältige Themen. Die Szene ist lebendig, steht aber vor der Frage, wie sie auch über die Landesgrenzen hinaus sichtbarer werden kann. Besonders die ladinische Lite- Landesfinale im UFO Bruneck ratur ist außerhalb der ladini- überzeugte heuer der 22-jährige Viele Sprachen, schen Täler kaum sichtbar. Dabei Andreas Kofler. „Er bringt gerade viele Stimmen könnte Südtirol gerade aus seiner junge Menschen zum Schreiben Ein Freitagabend im Juni in Me- sprachlichen Vielfalt schöpfen. – und hält sie meist auch“, sagt ran: Im ost west club est ovest „Für mich ergibt dieses Schub- Voss. finden vier Lesungen gleichzei- ladendenken – gerade im Kultig statt. Beim jährlichen Litera- turbereich! – keinen Sinn“, sagt Kampf um Sichtbarkeit? turfest der Südtiroler Autorin- Voss. Sprache sei eng mit Identi- Um überregional wahrgenomnen- und Autorenvereinigung tät verbunden, dennoch müsse men zu werden, brauche es (SAAV) entscheiden die Besucher man stärker aufeinander zugehen. Netzwerke, Lesereisen und selbst, wem sie zuhören möchten. Übersetzungen können Brücken Wettbewerbe. Preise könnten Deutsch, Italienisch, Ladinisch bauen. Sepp Malls Roman Ein Verlage und Literaturagenturen und weitere Sprachen sind ver- Hund kam in die Küche, der die auf Südtiroler Schreibende auftreten. Insgesamt 28 Autorinnen Folgen von Option, National- merksam machen. Auch die von und Autoren zeigen die Bandbrei- sozialismus und Krieg für eine Maxi Obwexer gegründete Sumte der Südtiroler Literatur. Die Familie thematisiert, wurde ins mer School Südtirol auf Schloss SAAV vertritt Autorinnen und Italienische übersetzt. Auch Kurt Velthurns bringt heimische AuAutoren aller Sprachen in Südti- Lanthaler ist ein Beispiel. Das torinnen und Autoren mit rerol oder mit Südtiroler Wurzeln. Zentrum für europäische Litera- nommierten Mentorinnen und Geschäftsleiterin Joanna Voss be- tur und Übersetzung (ZELT) in Mentoren zusammen. Dass der tont, dass dazu auch Menschen Brixen will solche Verbindungen Sprung über die Landesgrenzen gehören, die seit Jahrzehnten im stärken. Noch sind entsprechen- gelingt, zeigen mehrere Beispiele: Ausland leben und sich weiterhin de Projekte jedoch die Ausnahme. Roberta Dapunt erhielt 2026 den mit Südtirol identifizieren. „Die Premio Montale per la poesia. Mehrsprachigkeit ist sicher eines Neue Wege der Literatur Oswald Egger wurde 2024 mit jener Dinge, die die Szene hier- Neben den Sprachen verändern dem Georg-Büchner-Preis auszulande charakterisiert.“ Auch sich auch Formen und Themen. gezeichnet, Sepp Mall schaffte es Zugewanderte bringen neue lite- Besonders bei jungen Schrei- auf die Longlist des Deutschen rarische Stimmen mit. benden erlebt Poetry Slam einen Buchpreises. Krimiautoren wie Aufschwung. Dabei werden selbst Luca D’Andrea und Lenz KopZwischen den Sprachen verfasste Texte live vor Publikum pelstätter erreichen ein breites Trotz gemeinsamer Veranstal- vorgetragen. Literatur findet so- Publikum. Auch junge Stimmen tungen und erster Kooperationen mit nicht nur zwischen Buchde- wie Greta Maria Pichler, Miriam bleibt der Austausch zwischen ckeln, sondern auch auf Bühnen Unterthiner und Nadia Rungger den Sprachgruppen begrenzt. und in Kulturzentren statt. Beim machen auf sich aufmerksam.

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Wie viel Südtirol steckt in Südtiroler Literatur?

Südtiroler Literatur muss nicht zwingend auf einem Bauernhof spielen oder von Option und Bergbauernleben erzählen. Herkunft kann ein Ausgangspunkt sein, ist aber kein literarisches Gefängnis. Während historische Erfahrungen weiterhin wichtige Themen sind, beschäftigen sich jüngere Schreibende auch mit Beziehungen, Identität, psychischer Gesundheit, Gewalt und gesellschaftlichen Umbrüchen. Auch wer längst im Ausland lebt, kann Teil dieser literarischen Landschaft bleiben. Schreiben als Beruf

Vom Schreiben leben können in Südtirol nur wenige. Die meisten Autorinnen und Autoren haben einen Brotberuf und schreiben in ihrer Freizeit. Laut Voss fehlen zusätzliche Fördermöglichkeiten, wie sie in anderen deutschsprachigen Ländern bestehen. Die Provinz Bozen unterstütze die Literatur zwar, staatliche Förderung fehle jedoch. Hohe Lebenshaltungskosten und unregelmäßige Einnahmen aus Büchern, Lesungen und Stipendien erschwerten eine professionelle Laufbahn. Umso wichtiger seien eine aufgeschlossene Kulturpolitik und der Austausch mit den deutsch- und italienischsprachigen Nachbarregionen. Denn eine lebendige Literaturszene braucht viele Stimmen, unterschiedliche Sprachen und Wege zum Publikum. Sie braucht Sichtbarkeit, Vernetzung und verlässliche Rahmenbedingungen, um sich weiterzuentwickeln. Die Literaturszene lebt – und sie hat noch viel zu erzählen. Sarah Meraner


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Welt-Rheuma-Tag Am 12. Oktober stand weltweit das Thema Rheuma im Mittelpunkt. Unter dem Begriff Rheuma werden mehr als 100 verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst. Betroffen sein können Menschen jeden Alters – von Kindern bis zu Seniorinnen und Senioren. Der Welt-RheumaTag soll deshalb nicht nur auf die Erkrankungen aufmerksam machen, sondern auch über Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit Rheuma im Alltag informieren. Auch die Rheuma-Liga nutzt den Welt-RheumaTag jedes Jahr aufs Neue, um die Bevölkerung für die unterschiedlichen Formen von Rheuma zu sensibilisieren und Betroffene sowie Angehörige zu in-

Rheumatologischen Dienstes, und Daniel Neunhäuserer, Primar des landesweiten Dienstes für Sport- und Bewegungsmedizin. In Südtirol hat sich die rheumatologische Versorgung in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Ein wichtiger Schritt war der Aufbau eines landesweiten Rheumatologischen Dienstes, der heute mehrere Standorte umfasst. Angeboten werden unformieren. Dieses Jahr nahm sie ter anderem spezialisierte rheuden Aktionstag zum Anlass für matologische Untersuchungen einen Online-Expertentalk zum und Behandlungen, eine KinderThema „Rheuma, Bewegung und und Jugendrheumatologie sowie Sport – Beweg dich, aber wie?“. eigene Ambulanzen etwa für OsDie Referenten waren Christian teoporose. Der Südtiroler SaniDejaco, Primar des landesweiten tätsbetrieb bietet mit „Aktivität

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für Alle“ (AFA) ein Bewegungsprogramm für Menschen mit chronischen Erkrankungen und Bewegungseinschränkungen an. Darüber hinaus verfügt der landesweite Dienst für Sport- und Bewegungsmedizin über Angebote für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Rheuma-Liga selbst engagiert sich seit Jahren für Betroffene. Der ehrenamtliche Verein organisiert unter anderem Bewegungstherapien, Vorträge und weitere Angebote in den Bezirken und setzt sich für eine bessere Versorgung von Rheumakranken ein. Sarah Meraner


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Weg zum eigenen Wohntraum Das Burggrafenamt zählt wohl zu den lebenswertesten Orten unseres Landes. Wer hier lebt, schätzt die Lebensqualität – und den Wunsch, sich hier ein dauerhaftes Nest zu schaffen.

Doch was macht ein Zuhause heute eigentlich zu einem echten „Traumhaus“? Die Antwort hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Es geht längst nicht mehr nur um reine Quadratmeter oder eine repräsentative Fassade. Das moderne Traumzuhause – ob ein freistehendes Eigenheim am Hang von Dorf Tirol, ein revitalisierter Bauernhof im Passeiertal oder eine stilvolle Wohnung im Herzen von Meran – muss eine Einheit aus Lebensqualität, Energieeffizienz und gelebtem Umweltschutz bilden. Wer heute baut, saniert oder umgestaltet, steht vor einer Vielzahl an Ent-

scheidungen. Es gilt, den Spagat zwischen Ästhetik, Funktionalität und langfristiger Wirtschaftlichkeit zu meistern. Ein solches Großprojekt gelingt nur, wenn man von Beginn an auf eine durchdachte Planung und die Beratung verlässlicher, lokaler Fachbetriebe setzt. Ein Streifzug durch die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zum maßgeschneiderten Wohnglück zeigt, worauf es jetzt ankommt. Das Fundament: Nachhaltiger Hausbau

Der Traum vom Wohnen beginnt meist mit einer Vorstellung und dem sprichwörtlichen ersten

Spatenstich. Wer neu baut, hat den Vorteil, seine Vorstellungen sprichwörtlich „von Grund auf“ aus dem Nichts realisieren zu können. Hier geht der Trend im Burggrafenamt klar in Richtung Nachhaltigkeit. Baustoffe aus der Gegend, die CO2-neutral sind und für ein gesundes Raumklima sorgen, stehen hoch im Kurs. Ein gut geplantes Haus schont nicht nur die Umwelt, sondern schützt durch eine exzellente Dämmung auch vor den leider auch bei uns immer heißer werdenden Sommern und doch kalten Wintern in den höher gelegenen Tälern. Doch ein „Traumhaus“ muss nicht zwingend neu entstehen.

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In Zeiten von Bodenknappheit und dem Wunsch nach Landschaftsschutz rückt die Sanierung bestehender Gebäude immer stärker in den Mittelpunkt. Eine Wohnung in einem historischen Meraner Stadthaus oder in einem idyllischen Dorfkern zu revitalisieren oder ein in die Jahre gekommenes Einfamilienhaus energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, besitzt einen ganz besonderen Charme. Sanieren bedeutet, Bestehendes zu wertschätzen und mit moderner Technik zu veredeln. Wer geschickt modernisiert, haucht alten Mauern neues Leben ein und schafft Wohnraum mit Cha-


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rakter – oft kostengünstiger und schlägt heute unsichtbar in den betreiben, dass ich mich unabumweltschonender als ein kom- Wänden vom Dachboden bis in hängig von fossilen Brennstofpletter Neubau. den Keller. Die Zeiten, in denen fen mache und gleichzeitig meiHaustechnik lediglich aus einer nen ökologischen Fußabdruck Intelligente Haustechnik: funktionierenden Heizung und minimiere? Die Antwort liegt Komfort trifft Klimaschutz fließendem Wasser bestand, in intelligenten, umweltbewussEgal ob Neubau oder umfas- sind endgültig vorbei. Heute ten Energiesystemen. Moderne BAZ – 1/3 Seite quer 18,8 x 8,4 cm sende Sanierung: Das Herz- fragen sich Bauherren zu Recht: Wärmepumpen, die die Energie stück des modernen Wohnens Wie kann ich mein Zuhause so aus der Luft oder dem Erdreich

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nutzen, kombiniert mit großflächigen Photovoltaikanlagen auf den Dächern, nutzen die vielen Sonnenstunden unserer Heimat optimal aus. So wird das Haus im Idealfall zum eigenen kleinen Kraftwerk. Gekoppelt mit modernen Stromspeichern lässt sich die saubere Energie


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genau dann nutzen, wenn sie gebraucht wird – etwa am Abend, wenn die Familie zusammenkommt. Dazu gesellt sich die smarte Steuerung. Intelligente Haustechnik sorgt dafür, dass Heizung, Lüftung und Beschattung perfekt miteinander kommunizieren. Sensoren erkennen, wenn die Sonne ein Zimmer aufheizt, und fahren automatisch die Jalousien herunter, anstatt die Kühlung einzuschalten. Das ist kein technischer KrimsKram, sondern angewandter Umweltschutz, der den Geldbeutel spürbar entlastet und ein unvergleichliches Wohlfühlklima schafft.

verleiht: die Ausstattung. Hier zeigt sich die Qualität des heimischen Handwerks in seiner ganIst die Gebäudehülle saniert oder zen Vielfalt. Fenster und Türen errichtet und die Technik ins- sind heute Hightech-Produkte. talliert, folgt die Phase, die dem Sie müssen nicht nur optisch zur Wohnraum seine Persönlichkeit Architektur passen, sondern auch Ausstattung und Handwerk: Qualität im Detail

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höchste Anforderungen an den Schallschutz und die Wärmedämmung erfüllen. Durch große Glasfronten holen sich viele Bauherren unser schönes Landschaftsbild direkt ins Wohnzimmer – ein Luxus, der jedoch nur mit erstklassigen

Materialien und einer fachgerechten Montage dauerhaft Freude bereitet. Auch bei den Böden und Wandgestaltungen zeigt sich der Wunsch nach Natürlichkeit. Heimische Hölzer wie die strukturstarke Lärche oder die edle Eiche bringen Wärme in die Räume, während hochwertige Fliesen und Natursteine in den Bädern für zeitlose Eleganz sorgen. Das Badezimmer hat sich ohnehin von der reinen Nasszelle zur privaten Wellnessoase gewandelt. Nach einer Wanderung oder einem stressigen Büroarbeitstag in der eigenen Infrarotkabine oder einer bodengleichen Regendusche zu entspannen, gehört für viele zum modernen Wohnkomfort einfach dazu. Inneneinrichtung: Die Seele des Zuhauses

Erst die Inneneinrichtung macht aErst die Inneneinrichtung macht aus einer Immobilie


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ein echtes Zuhause. Sie ist der Spiegel der Seele der Bewohner. Der aktuelle Trend auch bei uns bewegt sich weg von der unpersönlichen Massenware hin zu maßgeschneiderten Lösungen vom Tischler und durchdachten Konzepten von Einrichtungsberatern. Jeder Raum hat seine eigenen Anforderungen: Die Küche ist heute oft das kommunikative Zentrum des Hauses, wo gekocht, gelacht und gelebt wird. Sie muss funktional topmodern sein, sich aber gleichzeitig harmonisch in den offenen Wohnbereich einfügen. Ein gutes Einrichtungskonzept nutzt den vorhandenen Platz optimal aus. Das gilt besonders für Wohnungen im städtischen Raum, wo kluge Stauraumlösungen und multifunktionale Möbel Gold wert sind. Lokale Einrichtungshäuser und Handwerker verstehen es meisterhaft,

traditionelle alpine Gemütlichkeit mit geradlinigem, modernem Design zu verbinden. Wenn das maßgefertigte Sofa perfekt mit der Beleuchtung harmoniert und die Farben der

Wände auf die Möbel abgestimmt sind, entsteht jene harmonische Atmosphäre, die uns nach einem langen Arbeitstag ankommen und durchatmen lässt.

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sorgen dafür, dass die im Gebäude erzeugte Wärme möglichst lange erhalten bleibt. Gleichzeitig wird im Sommer verhindert, dass die Hitze unkontrolliert in die Wohnräume gelangt. Dabei sollte Energieeffizienz niemals isoliert betrachtet werden. Eine besonders dichte Gebäudehülle benötigt beispielsweise ein passendes Lüftungskonzept, damit die Raumluftqualität dauerhaft hoch bleibt. Moderne Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können verbrauchte Luft abführen und gleichzeitig einen großen Teil der darin enthaltenen Wärme zurückgewinnen. Das verbessert nicht nur die Energiebilanz, sondern kann auch zu einem angenehmeren Raumklima beitragen. Bei der Auswahl von Fenstern kommt es ebenfalls auf mehr an als auf den U-Wert. Verglasung, Rahmen, Sonnenschutz, Ausrichtung und Montage müssen zusammenspielen. Ein technisch hervorragendes Fenster kann seine Vorteile verlieren, wenn es

nicht fachgerecht eingebaut wird. Wärmebrücken an Anschlüssen können den Energieverbrauch erhöhen und langfristig sogar bauliche Probleme verursachen. Deshalb sollte bei der Qualität nicht allein auf das Produkt, sondern

immer auch auf die Ausführung geachtet werden. Im alpinen und voralpinen Raum spielt zudem der sommerliche Wärmeschutz eine immer größere Rolle. Große Glasflächen schaffen zwar helle, offene Räu-

me und spektakuläre Ausblicke, können aber bei falscher Planung zu einer erheblichen Überhitzung führen. Außenliegende Raffstores, Markisen oder andere Verschattungssysteme können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Beson-

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ders komfortabel wird es, wenn die Beschattung mit der übrigen Haustechnik verbunden ist und abhängig von Sonnenstand, Temperatur und Raumnutzung automatisch reagiert. Auch Materialien beeinflussen die Qualität der Gebäudehülle. Holz, mineralische Baustoffe und andere langlebige Materialien können je nach Konstruktion und Herkunft unterschiedliche ökologische Eigenschaften aufweisen. Entscheidend ist deshalb nicht, einem einzelnen Material pauschal den Vorzug zu geben, sondern die gesamte Konstruktion zu betrachten. Herkunft, Lebensdauer, Reparierbarkeit, Recyclingmöglichkeiten und der Energieaufwand für Herstellung und Transport gehören zu einer verantwortungsvollen Bewertung. Nachhaltigkeit zeigt sich somit nicht in einem einzelnen technischen Gerät oder einem bestimmten Label. Sie entsteht

aus vielen miteinander verbundenen Entscheidungen. Ein kompakter Baukörper, eine effiziente Dämmung, langlebige Fenster,

ein durchdachter Sonnenschutz und eine passende Energieversorgung können gemeinsam deutlich mehr bewirken als eine aufwendi-

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Heizen und Kühle neu gedacht

Die Wahl des Heizsystems gehört zu den Entscheidungen, die ein Haus über viele Jahre begleiten. Gleichzeitig verändert sich die Bedeutung des Heizens. Moderne Gebäude benötigen aufgrund ihrer guten Dämmung wesentlich weniger Energie als ältere Bestandsbauten. Dadurch werden Systeme interessant, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen besonders effizient arbeiten. Flächenheizungen, etwa als Fußboden- oder Wandheizung, können dabei einen hohen Komfort mit einer effizienten Betriebsweise verbinden. Wärmepumpen sind in diesem Zusammenhang zu einem wichtigen Bestandteil moderner Energiekonzepte geworden. Sie nutzen vorhandene Umwelt-

wärme und können bei entsprechendem Gebäudezustand sehr effizient arbeiten. Welche Variante sinnvoll ist, hängt jedoch

von den örtlichen Gegebenheiten, der Grundstückssituation und dem Gebäude selbst ab. Luft-Wasser-Systeme können

beispielsweise vergleichsweise unkompliziert eingesetzt werden, während Erdsonden oder andere Systeme andere Voraus-

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setzungen und Möglichkeiten mitbringen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie die erzeugte Energie genutzt und verteilt wird. Eine Photovoltaikanlage produziert einen großen Teil ihres Stroms tagsüber, während der Bedarf in einem Haushalt nicht immer genau zu diesem Zeitpunkt entsteht. Ein intelligentes Energiemanagement kann deshalb verschiedene Verbraucher miteinander koordinieren. Die Wärmepumpe

kann beispielsweise dann stärker arbeiten, wenn ausreichend Solarstrom zur Verfügung steht. Ein Speicher kann weitere Energie für die späteren Stunden bereitstellen. Damit wird aus einzelnen technischen Komponenten ein Gesamtsystem. Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Warmwasserbereitung, Lüftung, Beschattung und gegebenenfalls Elektromobilität können miteinander kommunizieren. Die Technik soll dabei

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nicht zum Selbstzweck werden. Im Idealfall bleibt sie für die Bewohner weitgehend unsichtbar und arbeitet im Hintergrund so zuverlässig, dass man sich im Alltag kaum Gedanken darüber machen muss. Auch das Thema Kühlen gewinnt an Bedeutung. Ein angenehmes Raumklima lässt sich nicht allein durch eine möglichst leistungsstarke Klimaanlage erreichen. Viel sinnvoller ist es, zunächst passive Möglichkeiten auszuschöpfen: gute Verschattung, ausreichende Speichermasse, nächtliche Lüftung und eine passende Orientierung des Gebäudes. Wenn dennoch aktive Kühlung notwendig ist, sollte sie möglichst effizient in das gesamte Energiekonzept eingebunden werden. Gerade im Bestand ist die Ausgangslage häufig komplexer. Nicht jede Maßnahme lässt sich ohne Weiteres umsetzen, und historische Gebäude benötigen besondere Aufmerksamkeit. Hier kommt es darauf an,

technische Verbesserungen mit dem Charakter des Gebäudes zu verbinden. Eine gute Sanierung versucht nicht, jede sichtbare Spur der Vergangenheit zu beseitigen. Sie bewahrt das, was erhaltenswert ist, und ergänzt es dort, wo moderne Anforderungen dies notwendig machen. Sanieren mit Respekt vor der Geschichte

Alte Gebäude erzählen Geschichten. Hinter einer historischen Fassade, einem Gewölbe, einem alten Holzboden oder einem handwerklich gefertigten Türblatt steckt nicht selten ein Stück regionaler Baukultur. Wer ein solches Gebäude saniert, übernimmt deshalb eine besondere Verantwortung. Gleichzeitig darf Denkmalschutz oder der Wunsch nach Erhalt nicht bedeuten, dass Bewohner dauerhaft auf zeitgemäßen Komfort verzichten müssen. Die Kunst besteht darin, Alt und Neu sinnvoll miteinander zu verbinden. Ein historischer

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Bestand kann beispielsweise mit moderner Haustechnik ausgestattet werden, ohne dass die ursprüngliche Atmosphäre verloren geht. Unsichtbare Leitungsführungen, sorgfältig geplante Beleuchtung und zurückhaltend integrierte Technik ermöglichen Lösungen, bei denen die Architektur weiterhin im Mittelpunkt steht. Besonders wichtig ist bei Sanierungen eine genaue Bestandsaufnahme. Bevor Wände geöffnet, Böden entfernt oder Installationen erneuert werden, sollte bekannt sein, in welchem Zustand die vorhandene Bausubstanz ist. Feuchtigkeit, statische Fragen, alte Leitungen oder frühere Umbauten können Überraschungen verursachen. Eine solide Analyse schafft Transparenz und ermöglicht eine realistische Kostenplanung. Auch energe-

tische Sanierungen müssen auf das Gebäude abgestimmt werden. Eine pauschale Übertragung von Lösungen aus dem Neubau kann bei historischen Konstruktionen problematisch sein. Materialien und Bauteile müssen miteinander harmonieren, damit Feuchtigkeit nicht eingeschlossen wird oder bauphysikalische Probleme entstehen. Deshalb sind Erfahrung und eine sorgfältige Planung bei solchen Projekten besonders wichtig. Gleichzeitig bietet die Sanierung eine große Chance. Durch die Erneuerung von Fenstern, Dämmung, Heizsystem und Beleuchtung kann ein Gebäude deutlich komfortabler werden. Alte Grundrisse lassen sich behutsam öffnen, ungenutzte Flächen können neue Funktionen erhalten und bisher dunkle Bereiche können durch gezielte

Lichtplanung aufgewertet werden. So entsteht ein Zuhause, das seine Geschichte bewahrt und trotzdem den Anforderungen der Gegenwart entspricht. Der besondere Reiz liegt häufig gerade im Zusammenspiel der unterschiedlichen Zeiten. Ein alter Natursteinboden kann neben einer modernen Küche bestehen, historische Holzbalken können mit schlichten Möbeln kombiniert werden und traditionelle Handwerkstechniken können durch zeitgemäße Details ergänzt werden. Solche Kontraste verleihen einem Zuhause Individualität und verhindern, dass eine Sanierung wie ein austauschbares Standardprojekt wirkt. Schritt für Schritt zum eigenen Glück

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die perfekt sanierte Wohnung entsteht nicht über Nacht. Es ist das Ergebnis von mutigen Ideen, einer vorausschauenden Planung und der handwerklichen Präzision erfahrener Profis. Wer heute den Schritt wagt und in den eigenen Wohnraum investiert, schafft bleibende Werte für Generationen – und das mit einem guten Gewissen gegenüber unserer Umwelt. Die Experten für Bau, Sanierung, Haustechnik und Inneneinrichtung stehen bereit, um aus Ihren Wohnträumen gelebte Realität werden zu lassen. Nutzen Sie die Übersicht und die Angebote in dieser Ausgabe, um den ersten Schritt auf Ihrem persönlichen Weg zum Traumzuhause zu gehen. Walter J. Werth

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Mehr Licht im Raum Schlankere Profile, optimierte Energieeffizienz und mehr Licht dank größerer Glasflächen: Mit dem neuen Alnova 80 bündelt Heiss 20 Jahre Holz-Alu-Erfahrung in einer neuen Generation von Fenstern – für besonders elegante Architekturlösungen. Erfahrung im Holz-Alu-Bereich“, sagt Peter Heiss. „Dieses gesamte Wissen haben wir im neuen Profilsystem gebündelt.“ Mit schlanken Rahmen und hohem Glasanteil sorgt Alnova 80 für helle Räume und elegante Fassaden, im Neubau wie im historischen Bestand. Es ermöglicht verschiedene Fensterformen, lässt sich mit rahmenlosen Verglasungen kombinieren und bietet viele Holzund Farbvarianten für maximale architektonische Freiheit.

„In unseren Gesprächen mit Bauherren und Architekturbüros wurde in den letzten Jahren deutlich: Viele wünschen sich Fenster mit mehr Glasfläche und schmaleren Ansichten für mehr Licht im Raum. Gleichzeitig erwarten sie hohe Dämmwerte und eine langlebige, wartungsfreie Konstruktion“, erklärt Peter Heiss, Inhaber von Heiss Fenster. Architektonische Freiheit Die Herausforderung hat Heiss angenommen und das neue Holz-AluFenster Elegant Alnova 80 entwickelt. Seit sechs Jahrzehnten fertigt der

Betrieb am Eingang des Sarntals Fenster. „Alnova 80 ist dabei das Ergebnis aus 20 Jahren spezifischer

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system gezielt für Energieeffizienz optimiert. Hohe Dämmwerte senken den Energiebedarf, dünnere Holzabmessungen sparen Ressourcen. Das Glas wird trocken in den Rahmen eingesetzt statt silikoniert. So bleibt die Abdichtung über Jahrzehnte zuverlässig und wartungsfrei. Entscheidend dafür sind auch die erfahrenen Heiss-Montageteams: Sie sorgen für den präzisen Einbau, damit das Fenster im Alltag hält, was es verspricht. Sollte nach der Montage eine Frage auftauchen, ist Heiss auch Jahre später erreichbar – mit einem Serviceteam, das dranbleibt.

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Südtirol baut weniger Welches Potenzial steckt in bestehenden Immobilien? Weniger Neubau, gleichzeitig ein aktiver Immobilienmarkt: Südtirol steht vor der Herausforderung, vorhandenen Wohnraum effizienter zu nutzen und bestehende Gebäude weiterzuentwickeln. Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für Eigentümer? Und worauf kommt es bei der Bewertung und strategischen Nutzung älterer Immobilien an? Darüber sprechen wir mit Rag. Marco Abetini. Südtirol baut weniger. Was bedeutet diese Entwicklung für den Immobilienmarkt? Marco Abetini: Der rückläufige Neubau lenkt den Blick stärker auf den vorhandenen Immobilienbestand. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Südtirol 13,3 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig bleibt der Markt in Bewegung: 2025 wechselten in der Provinz Bozen 5.987 Wohnimmobilien den Besitzer – 3,7 Prozent mehr als 2024. Diese Zahlen zeigen, dass der Immobilienmarkt nicht allein vom Neubau lebt. Bestehende Gebäude

Rag. Marco Abetini ist Gutachter, Immobilienexperte und Inhaber der Immobilienagentur MARCUS in Lana gewinnen zunehmend an Bedeutung. Für Eigentümer stellt sich deshalb die Frage, wie sich der Wert ihrer Immobilie langfristig erhalten oder steigern lässt. Wo liegt das größte Potenzial bei älteren Immobilien? Entscheidend ist, eine Immobilie nicht nur im Hinblick auf ihren aktuellen Zustand zu betrachten, sondern auch auf ihre Entwick-

lungsmöglichkeiten. Ein veralteter Grundriss, energetischer Sanierungsbedarf oder bislang ungenutzte Flächen können den Wert beeinträchtigen. Gleichzeitig bieten sie Ansatzpunkte für gezielte Verbesserungen. Eine durchdachte Sanierung oder Modernisierung kann die Nutzungsqualität erhöhen und eine Immobilie an veränderte Anforderungen anpassen. Allerdings ist nicht jede Investition automatisch wirtschaftlich sinnvoll. Es braucht eine realistische Einschätzung der Kosten, der möglichen Nutzung und des erzielbaren Marktwerts. Worauf sollten Eigentümer achten, bevor sie investieren? Zunächst sollte die Immobilie als Ganzes betrachtet werden. Lage, Gemeinde, Zustand und Immobilientyp führen zu erheblichen Unterschieden im Immobilienwert. Auch die lokale Nachfrage spielt eine wichtige Rolle. Eigentümer sollten daher zuerst klären, welches Potenzial tatsächlich vorhanden ist und welche Maß-

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nahmen sich wirtschaftlich rechnen. Nicht jede Immobilie eignet sich für dieselbe Strategie. Während bei einem Gebäude die energetische Sanierung im Vordergrund steht, kann bei einem anderen die Optimierung des Grundrisses oder die bessere Nutzung bestehender Flächen sinnvoller sein. Welche Empfehlung geben Sie Eigentümern für die kommenden Jahre? Eigentümer sollten sich frühzeitig mit der Zukunft ihrer Immobilie beschäftigen. Welche Nutzung ist langfristig sinnvoll? Welche Investitionen sind notwendig? Und wie lässt sich der Wert des Gebäudes nachhaltig sichern? Gerade in einem Markt, in dem weniger neu gebaut wird, gewinnt der bewusste Umgang mit dem Bestand an Bedeutung. Wer die eigenen Möglichkeiten realistisch prüft und strategisch plant, kann fundiertere Entscheidungen treffen – unabhängig davon, ob es um eine Sanierung, eine Modernisierung, eine veränderte Nutzung oder einen Verkauf geht.


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Was als Familiengeschichte begann, ist heute ein starkes Team 1975. Eine Maltamaschine, ein Kleinlaster und sechs Geschwister und Kusinen. Was uns dabei besonders macht, sind die Menschen hinter dem Projekt. Über die Jahre ist aus einzelnen Kollegen ein starkes Team geworden. Viele sind seit Jahrzehnten dabei, manche Familien bereits in zweiter Generation. Dieses Miteinander ist für uns keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas, auf das wir stolz sind. Am Ende sind es die Menschen, die den Unterschied machen. Menschen, die ihr Handwerk verstehen, Verantwortung übernehmen und lieben, was sie tun.

Heute sind wir rund 80 Menschen, mit viel Erfahrung, einem modernen Maschinenpark und vor allem mit der Leidenschaft für gutes Bauen. Vom Privathaus bis zum Hotel, vom Betriebsgebäude bis zum anspruchsvollen Sichtbeton, kein Projekt gleicht dem anderen. Architektur wird komplexer, Anforderungen verändern sich, und manchmal kommt es ohnehin anders als geplant. Genau dann sind Erfahrung, Flexibilität und gute Lösungen gefragt. Wir hören zu, denken mit und bleiben dran, bis aus einer Idee etwas Echtes wird.

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10 Jahre ChoryFeen Am 5. Oktober 2016 fand in Gargazon die erste Probe statt. In diesem Herbst blicken die ChoryFeen auf zehn erfolgreiche Chorjahre zurück. Durchforstet man das Internet, so stellt man fest, dass „ChoryFeen“ ein durchaus beliebter Name für Frauenchöre ist. Unabhängig davon fand auch der Frauenchor von Gargazon zu seinem Namen. Und der Name

ist Programm: 20 Sängerinnen treffen sich mittlerweile regelmäßig zum Proben und Musizieren. Ein Rückblick auf die ersten zehn Jahre Chorgeschichte. Obfrau Katja Angerer im Gespräch mit der BAZ.

Frau Angerer, beginnen wir ganz von vorne: Wie ist der Frauenchor in Gargazon entstanden? Katja Angerer: Im Leben braucht es manchmal einfach die richtigen Umstände: eine erste Obfrau mit einer guten Idee und dem Mut, ei-

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nen Chor zu gründen, eine Chorleiterin, die sich auf ein solches Abenteuer einlässt, und natürlich ein paar Frauen, die Freude am Singen haben und Lust darauf verspüren, gemeinsam etwas Neues aufzubauen. So hat alles begonnen.


STANDORT

Frauenchor Gargazon

Die erste Chorprobe fand bekanntlich am 5. Oktober 2016 statt. Wie haben Sie diesen Abend heute in Erinnerung? Es war ein besonderer und zugleich spannender Abend, an den ich mich noch heute gerne erinnere. Für einen kleinen, heiteren Zwischenfall sorgten zwei Frauen, die sich zunächst irrtümlich zu uns gesellt hatten, weil sie eigentlich an einer zeitgleich stattfin-

denden anderen Veranstaltung ten. Noch wusste niemand genau, teilnehmen wollten. Eine von ih- wohin die musikalische Reise genen singt noch heute mit uns. hen würde. Gemeinsam mit unserer Chorleiterin, Frau Gertraud Wer gehörte zur ersten Gruppe Mair, haben wir aber von Anfang von Sängerinnen, und wie hat sich an gespürt, worum es eigentlich das Ensemble damals gefunden? geht: um die Freude am Singen, Es kamen 24 Frauen aus dem Dorf um Gemeinschaft und Freundzusammen, die zwar alle die Freu- schaft – und natürlich auch um de am Singen teilten, aber ganz eine ordentliche Portion Gaudi. unterschiedliche Persönlichkei- Genau diese Mischung hat unseten und Hintergründe mitbrach- ren Chor von Anfang an geprägt.

Viele Chöre entwickeln im Laufe der Zeit einen musikalischen Schwerpunkt oder ein bevorzugtes Repertoire. Wie hat sich das bei den ChoryFeen entwickelt? Zu unserem Repertoire zählen heute Evergreens, Gospels und Spirituals ebenso wie spirituelle und geistliche Lieder. Dabei sind wir immer offen für Neues und auf der Suche nach Liedern, die

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Resch Möbel 1957 in Gargazon gegründet, steht Resch Möbel heute als familiengeführtes Unternehmen für hochwertige und individuelle Einrichtungslösungen. Von der ersten Idee über die Planung bis zur Fertigung in der hauseigenen Tischlerei entstehen maßgeschneiderte Konzepte für Privatkunden, Hotels, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen. Die legendäre Reschbank zählt zu den bekanntesten Produkten des Unternehmens. Traditionelles Handwerk, moderne Gestaltung

und die Leidenschaft für den Werkstoff Holz prägen die Arbeit des erfahrenen Teams. Qualität, Präzision und Liebe zum Detail verbinden sich zu Einrichtungslösungen, die Funktionalität und Ästhetik vereinen. Im Showroom in Kardaun präsentiert Resch Möbel die Bereiche „Gesamtkonzept Hotel“ und „Küchenwelt“. Darüber hinaus entstehen individuelle Wohn- und Einrichtungskonzepte für jeden Raum.

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STANDORT

uns inspirieren und musikalisch neue Erfahrungen ermöglichen. Besonders wichtig ist uns, dass die Musik nicht nur schön klingt, sondern etwas in den Menschen bewegt und berührt. Die Lieder sollen zu dem passen, was wir vermitteln möchten, und eine Verbindung zu den Menschen schaffen. Was waren die ersten Gelegenheiten, bei denen Sie gemeinsam aufgetreten sind? Unsere ersten Auftritte waren vor allem bei Gottesdiensten und bei verschiedenen kulturellen Veranstaltungen. Das waren für uns wichtige erste Erfahrungen als Chor. Darauf folgten Auftritte bei verschiedensten gesellschaftlichen, kirchlichen und festlichen Anlässen. Was waren für Sie rück- gestalteten die Räume, durch blickend die schönsten Momen- die sich unser Gesang bewegte dieser zehn Jahre? te. Im Oktober 2026 erscheint Es fällt schwer, aus zehn Jahren ein Buch dazu unter dem Titel einzelne Höhepunkte heraus- „KUNST IM ABRISSHAUS – zugreifen, denn jedes unserer Eine gemeinschaftliche KunstProjekte war auf seine eigene therapie XXL – auf dem Weg in Weise prägend und hat uns neue eine neue Zeit.“ Sehr berührt hat Erfahrungen ermöglicht. Beson- uns auch das Projekt „Hommage ders in Erinnerung bleiben jene an die Frau“, das sich mit unterMomente, in denen Musik Men- schiedlichen weiblichen Lebensschen miteinander verbunden realitäten auseinandersetzt und hat. Ein schönes Beispiel dafür uns bis heute begleitet. Eine Zuwar „Die Jahreszeiten des Le- satzaufführung dieses Projekts bens“, bei dem Kinder, Jugendli- findet am 7. März 2027 in Marche und Erwachsene gemeinsam ling statt. auf der Bühne standen. Auch das Konzert mit den Schülerin- Der Chor wuchs heran und nen der Mittelschule Carl Wolf führte schließlich zur Gründung in Meran ist uns in guter Erin- eines eigenständigen Vereins mit nerung geblieben. Bei unseren Jahresprogramm und Ausflügen. Friedens- und Mitsingkonzer- Welche Rolle spielt das Vereinsten wurde das Publikum selbst leben abseits des Singens? Teil des musikalischen Gesche- Das Vereinsleben ist für uns hens – Momente, die eine ganz eine wichtige Ergänzung zum eigene Atmosphäre geschaffen gemeinsamen Singen. Ein Chor haben. Eine außergewöhnliche besteht schließlich nicht nur aus Erfahrung war hingegen „Kunst Stimmen, sondern aus Menim Abrisshaus“ im Kolpinghaus schen. Gemeinsame Aktivitäten Bruneck, wo Gesang und bil- schaffen Möglichkeiten, sich dende Kunst miteinander ver- auch außerhalb der Proben und bunden wurden. Rund 270 Men- Auftritte besser kennenzulernen schen unterschiedlichen Alters und als Gemeinschaft zusamund unterschiedlicher Herkunft menzuwachsen.

Mit dem Herbst dieses Jahres begehen die ChoryFeen ihr zehntes Chorjahr. Wie wird dieses Jubiläum in Gargazon gefeiert? Unser Jubiläumsprojekt verbindet verschiedene Erfahrungen und Elemente aus zehn Jahren Chorarbeit. Dabei möchten wir das Publikum nicht nur als Zuhörer begrüßen, sondern in das Geschehen einbeziehen. Wir laden alle herzlich ein, am 10. April 2027 im Raiffeisensaal in Gargazon gemeinsam mit uns zehn Jahre ChoryFeen zu feiern, in unser Chorleben einzutauchen und diesen besonderen Abend mit uns musikalisch zu erleben.

Mit zehn Jahren im Rücken geht es mit Schwung in das nächste Jahrzehnt. Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Chors und seiner engagierten Sängerinnen? Ich wünsche mir vor allem, dass wir uns unsere Offenheit und unsere Freude am gemeinsamen Singen bewahren. Wir möchten weiterhin neue musikalische Erfahrungen sammeln und uns nicht auf ein bestimmtes Format festlegen lassen. Für mich steht dabei die Idee „Kunst entsteht im Wir“ sinnbildlich für unsere Zukunft. Musik kann Brücken bauen, Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammenbringen und Räume für Begegnung schaffen. Genau diese Kraft möchten wir auch in Zukunft nutzen. Und natürlich wünsche ich mir, dass wir weiterhin viele Frauen für das gemeinsame Singen begeistern können und als Gemeinschaft zusammenbleiben. Zehn Jahre sind ein schöner Meilenstein – aber gleichzeitig auch ein Ausgangspunkt für viele weitere gemeinsame Projekte, Begegnungen und musikalische Erlebnisse.

Welche Höhepunkte erwarten die Sängerinnen und das Publikum im Jubiläumsjahr? Unser Jubiläumsprojekt ist bereits in Ausarbeitung und nimmt immer konkretere Formen an. Wir freuen uns darauf, es im kommenden Jahr mit unserem Publikum zu teilen. Und wer weiß – vielleicht hält das Jubiläumsjahr darüber hinaus noch die eine oder andere Überraschung für uns bereit. Philipp Genetti

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WANDERN GRÖDEN

Sylvesterkirchlein im Langental Sobald der sommerliche Feriengästestrom abgeflaut ist und ehe die Wintersaison beginnt: hinein ins Grödnertal. Eine Wanderung zwischen hohen Felstürmen und weichen Almmatten.

Die Sylvesterkapelle im Langental Wir fahren mit dem Zug bis Waidbruck und mit dem Bus weiter nach Plan de Gralba im hintersten Grödnertal! Über den Bahnweg

Sofort überqueren wir die Straße und wenden uns zwischen Häusern bergwärts. Wir kommen auf den „Bahnweg“, eine schmale, asphaltierte Straße, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist. Informationstafeln erzählen die Geschichte der „Grödner Bahn“, eines kleinen Zuges, der bis 1960 verkehrte, ehe er, ebenso wie die Überetscher und Fleimstaler Bahn, dem Busverkehr weichen musste. Hoch über dem Talkessel wandern wir in Richtung Wolkenstein. Schließlich führt eine schmale Autostraße aufwärts. Dieser folgen wir,

am Restaurant „Scoiattolo“ (Eichhörnchen) lände mit Kinderspielplätzen. Ein Gasthaus vorbei, noch ein kurzes Stück aufwärts, ehe zur Linken lassen wir unbeachtet – unser die Straße nach links leicht abwärts führt. „Menu“ ist im Rucksack. Beeindruckend, Von hier aus beginnt auch die Aufstiegsan- wie sich zu beiden Seiten des Tals immer lage zur Schifahrern bekannten Dantercie- neue Felsentürme emporrecken. Schon sepes-Piste. hen wir von weitem das Kirchlein, das dem hl. Papst Sylvester geweiht ist. Dorthin wolIns Langental len wir. Hier entdecken wir auch den Wegweiser ins Langental mit der Markierung 14. Nun Rast bei St. Sylvester geht es zum Talgrund, und damit ist das Die Türe steht allen offen, ob sie nun zu eiEnde des Asphalts erreicht. Im rechten nem stillen Gebet oder bloß zur Besichtigung Winkel wandern wir weiter. Es geht zu- einkehren. An der linken Seite steht groß nächst taleinwärts, unser Weg ist inmitten und beschützend der Apostel Jakobus, der des weiten Almbodens mit Schotter ge- Pilgerpatron, doch er zeigt auf die Pestbeukennzeichnet. Zur Linken wandern wir zu- le oberhalb seines Knies. Ob da zwei Heilige nächst noch am Rand eines Militärareals, zu einem mutiert sind? Interessant sind die zur Rechten befinden sich ein Freizeitge- Fresken zur „Vita Christi“ im Kirchlein. Wir

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WANDERN

Der Bahnweg oberhalb von Wolkenstein

Die Wegweiser im Langental

Der schöne angelegte Kreuzweg

Einzigartiges Panorama

Die erste Kreuzwegstation

suchen uns etwas höher eine der vielen Rastbänke und genießen die Sonne ebenso wie das einmalige Panorama. Die vielen Feriengäste weiter unten am Weg stören uns nicht, und die Brotzeit schmeckt heute besonders gut. Wer will, kann gerne noch weiter durch das breite Almtal aufwärts wandern, doch wir haben unser Ziel für heute erreicht. Dem Kreuzweg entlang

Nun wandern wir nach links, auf einem wunderbar angelegten Steig, dem Berghang entlang. Sehr schön geschnitzte Kreuzwegstationen begleiten uns in umgekehrter Richtung, beginnend bei der 15. Station, der Auferstehung. Der Weg steigt sachte, aber stetig. Abzweigungen, die abwärts, sowie nach oben zur Ruine der einst stolzen Burg Wolkenstein

führen, beachten wir nicht. Talauswärts entdecken wir sogar den Schlern mit den markanten Gipfeln der Santner- und Euringer Spitze. Und dann sind wir auch schon bei der ersten Kreuzwegstation angelangt.

Umgeben von Felswänden

Nicht lange, dann bringen uns Bus und Bahn wieder zurück ins vertraute Burggrafenamt. Christl Fink

Der Abstieg nach Wolkenstein

Jetzt geht es nach links abwärts. Wir kommen zu einem Wiesenweg, der am Beginn etwas steil ist. Wir achten gut auf die Markierung, fragen zwischendurch Einheimische, die uns auf verwinkelte Abkürzungen hinweisen und erreichen schließlich – teilweise etwas abenteuerlich - die Bushaltestelle am Nivesplatz. Wir sind glücklich, wieder ein neues Stück Heimat, sowie ein kulturelles Kleinod, das Kirchlein, das dem hl. Sylvester geweiht ist, entdeckt zu haben.

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Start: Plan de Gralba 1589 m Ziel: Kirchlein St. Sylvester: 1632 m Bushaltestelle: Nivesplatz in Wolkenstein Gehzeit: 2,30 - 3 Std.


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