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BAZ Nr. 12 vom 21/06/2022

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Nr. 12 ∙ 21. Juni 2022 ∙ 14-täglich ∙ Jahrgang 28

Junge Menschen Wieso diese Gewaltbereitschaft?


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THEMA

04 | Junge Menschen

Es ist ein Jammer

STRASSENGESCHICHTEN

09 I Drei Straßen, eine Familie

Kommentar von Walter J. Werth

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Kaum gibt es eine positive Meldung zu irgendeinem Thema, schon findet jemand ein „aber“ … Nur nicht zugeben wollen, dass wir auf sehr hohem Niveau jammern. Angefangen beim Unternehmerverband, der kürzlich nach längerer Zeit seine Hauptjahresversammlung zelebrierte. In seiner Neujahrsbotschaft schrieb der Präsident noch so: „Trotz der andauernden Pandemie habt ihr es gemein­ sam mit euren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschafft, durch eure Unternehmen einen großartigen Beitrag für unser Land zu leisten. Neue qualifizierte Arbeitsplätze wurden ge­ schaffen – die Beschäftigungsquote ist wieder auf Vorkrisen­ niveau –, es wurden sogar neue Märkte erobert – im Export schreibt Südtirol wieder Rekordzahlen –“ Also alles bestens, möchte man meinen. Abgesehen davon, dass mir das kriegerisch klingende „Märkte erobern“ nicht gefällt, kommt dann der Angriff auf die Landesregierung, dass die Steuern sofort zu senken wären, um den Angestellten „mehr netto vom brutto“ zu bescheren. Wenn die blühende Wirtschaft mehr brutto herausgäbe, bliebe doch auch mehr netto übrig? Ein weiteres Dilemma ist derzeit die Kinderbetreuung im Sommer. Dass für die Altenbetreuung überall zu wenig Platz ist, kommt noch dazu. Der letzte Satz von Seiten der verschie­ denen Organisationen ist da immer derselbe: „Hier ist die Politik gefragt“. Da muss man sich schon fragen, was das soll. Wenn die Politik das Volk direkt fragt, geht keiner hin. Gesehen kürzlich bei den beiden Referenden. Und seien wir ehrlich, in unserer heutigen Gesellschaft sind wir so weit gekommen, dass für die „Unproduktiven“ – sprich Alte und Kinder, einfach kein Platz ist. Was bringt es, wenn Kinder überall abgeschoben werden, damit Eltern ein paar Euro verdienen können, die dann für die Kinderbetreuung wieder ausgegeben werden. „Nach­ haltig“ ist doch das Gebot der Stunde, und „die Politik ist ge­ fragt“. Ob sie auch antwortet

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STANDORT

15 I Josef Ohrwalder – von Lana in die Mission

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19 I Sicherheit rund ums Haus 21 I Sommer in den Bergen

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24 I Zufall in neuem Glanz

WANDERN

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26 I Auf neuen alten Wegen zur Wurzer Alm

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Impressum – Burggräfler Zeitschrift . 39011 Lana . Industriestr. 1/5 Tel. 0473 23 30 24 . Fax 0473 23 57 09 . www.diebaz.com . baz@bezirksmedien.it Redaktionsanschrift: Bezirksmedien GmbH . Telefon 0473 23 30 24 . Fax 0473 23 57 09 . E-Mail: redaktion@diebaz.com Ermächtigung des Landesgerichts Nr. 19/93 . Eintragung im ROC Nr. 3226/1994 Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes: Josef Laner Koordination: Claudia Kaufmann, claudia@diebaz.com Redaktionsleitung: Josef Prantl, Tel. 340 2306888, josef.prantl@fastwebnet.it Mitarbeiter: Josef Prantl, Claudia Kaufmann, Christl Fink, Philipp Genetti, Wilfried Mayr, Michael Andres, Martin Geier, Jasmin Maringgele, Walter Werth, Christian Zelger Werbeverkauf: Claudia Kaufmann, Tel. 347 974 42 70 . claudia@diebaz.com Sonja Trogmann, Tel. 335 839 94 00 . sonja@diebaz.com Irene Niederl, Tel. 347 895 84 69 . irene.niederl@gmail.com Grafik und digitale Druckvorstufe: Fotolitho Lana Service, info@fll.it Druck: Athesia Druck GmbH . Weinbergweg 7 . 39100 Bozen

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THEMA

Junge Menschen „Umzingelt, angespuckt und beleidigt! Jugendbande terrorisiert Badegäste! Es reicht mit der migrationsgetriebenen Gewalt! Opfer und besorgte Eltern nicht allein lassen! Sicherheitsproblem im Supermarkt!“ Körperverletzung, Bedrohung, Diebstahl: Gewalttätige Jugendliche schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen. von Josef Prantl

Merans Bürgermeister Dario Dal Medico spricht sogar von einer Notsituation und fordert mehr Polizeipräsenz in der Stadt. Das Algunder Einkaufszentrum ALGO soll ein Hotspot sein; so wie die Meraner Carducci­ straße oder die Garibaldistraße. Die Krimi­ nalitätsrate scheint in der Stadt zu steigen, die

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Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. „Hotspot Carduccistraße: Man kann alles kaufen, was illegal ist!“, lautete kürzlich eine Schlagzeile. Bedrohlich wirkende Jugendban­ den tragen dazu bei, dass der Wunsch unter der Bevölkerung wächst, die Straßen mögen sicherer werden. Aber entspricht dieses Gefühl

der Bedrohung der Realität? Oder reagieren wir auf das Thema zu panisch? Die Studien­ lage spricht eine klare Sprache: Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Kriminalität in den meis­ ten westlichen Ländern rückläufig. Diese langfristige, positive Entwicklung der Gewalt­ taten scheint – zumindest vorläufig – aber zu


Ende zu sein. Seit etwa fünf, sechs Jahren gibt es in zahlreichen Ländern, etwa in Deutsch­ land, Schweden, Großbritannien und den USA, Hinweise darauf, dass die Zeit sinkender Gewaltneigung vorbei ist. Die Ge­walt­kurven steigen in diesen Ländern wieder. Ein aktuel­ les Problem ist in diesem Zusammenhang die Zunahme verschiedener Formen von Ver­ schwörungstheorien, die oft mit einer Radi­ kalisierung von Menschen einhergeht. Die Häufung von regionalen und globalen Krisen in den vergangenen Jahren trägt zudem zur Instabilität bei. Gefühl der Unsicherheit

In Meran gab es in letzter Zeit mehrere Vor­ fälle, die das Sicherheitsgefühl der Menschen schwinden lassen. So machen etwa Jugend­ banden die Stadt unsicher und es kommt im­mer wieder zu Gewalttaten, Diebstählen und Sachbeschädigungen. Die Brutalisierung der Jugendszene scheint gerade in Meran real zu sein. Erschreckend ist vor allem die Motiv­ losigkeit. Einige dieser jungen Menschen brauchen keinen Grund, um zuzuschlagen. Sicherheit ist das beherrschende Thema in der öffentlichen Diskussion. Ein nicht geringer Teil der Gewalttaten wird von Jugendlichen ausländischer Herkunft begangen. Dass die meisten von ihnen unter schwierigen Verhält­ nissen aufwachsen, ist bekannt. Grenzen kennen viele nicht, werden ihnen auch nicht gesetzt, und wenn Kinder und Jugendliche keinen Rahmen erhalten, suchen sie die Gren­ zen anderweitig, auch das ist längst bekannt. Junge Menschen brauchen aber Zugehörigkeit und Anerkennung. Jugendbanden erfüllen dies schnell, ohne anstrengenden Umweg über sportliche Erfolge zum Beispiel. Wie man in kurzer Zeit mit Gangs Respekt von anderen

erfahren kann, machen Rapper- oder Tik-TokVideos in den sozialen Medien vor. Woher kommt die Gewaltbereitschaft?

Grundsätzlich lassen sich laut Sozialwissen­ schaften drei Motive unterscheiden, die Ju­ gendliche gewalttätig werden lassen. Junge Menschen, die das Gefühl haben, den Um­ ständen eher ausgeliefert zu sein, als sie zu beherrschen, suchen in der Gewalt oft eine Bestätigung und glauben so Macht, Anerken­ nung, Kontrolle zu erlangen. Auch auf das Gefühl von Ungerechtigkeit, Ausgrenzung oder Diskriminierung reagieren Jugendliche sehr schnell mit Gegenwehr. Das dritte Motiv ist in der Gruppendynamik zu finden. Grup­ pen, zu denen sie sich hingezogen fühlen, üben auf junge Menschen, deren Identität noch nicht gefestigt ist, einen großen Sog aus. Frust, Stress, Langeweile, aber auch an­ stachelnde Gewaltdarstellungen in Medien können die Gewaltbereitschaft zudem för­ dern. Aber auch biografische Faktoren spielen eine Rolle: eine belastete Kindheit, eigene Gewalterfahrungen oder eine psychische Störung. Das alles ist bekannt. Brauchen wir strengere Gesetze?

Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass kein Mensch mit krimineller Genetik zur Welt kommt, sondern aus Gründen der eigenen Sozialisation zu dem wird, was er wird. Ein straffälliger Jugendlicher ist das Endprodukt einer jahrelangen Fehlentwicklung, die es zu erkennen und zu korrigieren gilt. Kinder brauchen Strukturen und tragfähige Bezie­ hungen, um sich zu entwickeln, darauf weisen Psychologen und Jugendarbeiter immer wie­ der hin. Weniger erprobt ist, wie wir als Ge­

sellschaft mit dieser Gewaltbereitschaft bei jungen Menschen umgehen. Es brauche Ge­ setzesverschärfungen, lautet die Forderung von vielen Seiten. Unter Experten hat sich die Gewaltprävention aber als besserer Weg durch­gesetzt als Restriktion, Strafen und Repression. Trotzdem: schärfere Gesetze, Strafen und Abschreckung werden vielleicht das Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung zurückdrängen. Die wachsende Zahl von Kameras, die Straßen überwachen, bewirkt aber nicht, dass Kriminalität verhindert wird. Sie verlagert sich nur an andere Orte. Aber die Menschen fühlen sich sicherer. Auch mehr Polizisten tragen nicht unbedingt dazu bei, dass mehr Kriminalität verhindert wird, aber dazu, dass sich die Menschen besser fühlen. Prävention und nicht Razzia

Gewaltprävention hingegen ist ein langwieri­ ges und für die Gesellschaft auf den ersten Blick unsichtbares Handeln. Sie zielt auf Stärkung der Persönlichkeit, auf Ausbildung von sozialer Wahrnehmung, kontrolliertem Handeln, Konfliktfähigkeit, gewaltfreier Kom­ munikation und schließlich auf Vermeidung von Straftaten. „Es ist einfach, Aktionen gegen diejenigen zu setzen, die schon an den Rand gedrängt sind“, schreibt FF-Redakteur Georg Mair. Und weiter: „Kriminalität muss natür­ lich bekämpft werden. Mit kühlem Kopf, mithilfe der Polizei, der Jugendzentren, von Sozialämtern.“ Ändern ließe sich freilich et­ was mit Sozialarbeit, Bildung und Arbeit. Mit Angeboten, die Menschen von der Straße oder aus dem Eck zu holen. Den Leuten eine Per­ spektive zu geben, anstatt auf sie zu zeigen, wäre wahre Sicherheitspolitik, meint Georg Mair. Die meisten Experten werden ihm da Recht geben! BAZ 12/22

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THEMA

„Es braucht auch mal Konsequenzen“ Im Rathaus ist man sich der Brisanz der Thematik bewusst. „Und die Politik wird und muss handeln“, sagt Stefan Frötscher. Es brauche Konsequenzen für Jugendliche, die straffällig werden, und die Familien seien in die Pflicht zu nehmen, betont der Sozialstadtrat. Zugleich muss der Integration von Familien mit Migrationshintergrund und in schwierigen Verhältnissen viel mehr Beachtung geschenkt werden.

Die BAZ sprach mit Stefan Fröt­ scher über das Thema der Jugend­ gewalt in der Stadt. Stimmt es, dass Meran unsicherer geworden ist?

Stefan Frötscher: Tatsache ist, dass wir in den Medien immer öfter darüber lesen. Vor allem junge Menschen mit Migrations­ hintergrund schaffen es in die Schlagzeilen. Grundsätzlich aber würde ich nicht behaupten, dass die Kriminalität zugenommen hat. Was mich aber erschreckt, ist die brachiale Gewalt, die schon Kinder anwenden. Schlägereien hat es immer gegeben, aber dass auf je­ manden, der am Boden liegt, noch brutal dreingeschlagen wird, ist neu und erschütternd. Die Form der Gewalt hat sich seit einigen Jahren tatsächlich verändert. Seit Corona ist es noch brutaler gewor­ den. Das Phänomen der Jugend­ banden ist seitdem viel stärker zugegen. Allerdings finde ich auch, dass die „gefühlte“ Kriminalität mit der Realität nur begrenzt über­ einstimmt. Das hängt wohl auch mit der ausführlichen Berichter­ stattung von gewalttätigen Jugend­ lichen in den Medien, besonders in den sozialen Medien, zusam­ men. Wie erklären Sie sich, dass die Hemmschwelle jugendlicher Gewalt sinkt?

Ich bin kein Psychologe, aber wenn junge Men­schen im Internet alles Mögliche zu sehen bekommen, dazu kommen Alkohol und Grup­ penzwang, dann kennen einige leider keine Grenze mehr. Dieser neue Typus von jugendlicher Ge­ walt begründet sich zugleich auf eigenen Rechts- und Unrechtsvor­ stellungen, was bedeutet, dass un­ sere Rechtsordnung für diese Ju­ 6

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gendlichen bedeutungslos gewor­ den ist. Sie respektieren weder die Polizei, geschweige denn Erwach­ sene, Lehrpersonen, Eltern. Den Ordnungskräften sind bei jugendlichen Straftätern aber die Hände gebunden.

Genau, das ist ja eines der Proble­ me, welches die Politik zu lösen hat. Es kann nicht sein, dass straf­ fällige Jugendliche keine Konse­ quenzen zu befürchten haben. Es ist schon auffallend, wie gut diese Jugendlichen über ihre Rechte informiert sind und mit welchem forschen Auftreten sie der Polizei begegnen. Strafen müssen ja nicht gleich Freiheitsentzug bedeuten. Es gibt viele andere Formen von Wiedergutmachung, wie Sozial­ dienste in Pflegeheimen, bei Men­ schen mit Beeinträchtigung, in sanitären Einrichtungen usw. Nur wenn Straftaten auch zu Konse­ quenzen führen, erreichen wir den Respekt für unsere Rechtsord­ nung, ohne die ein Zusammenle­ ben nicht möglich ist. Braucht es mehr Anwesenheit der Ordnungskräfte?

Auf alle Fälle! Die Polizei weiß ganz genau, wo die Orte und Plät­ ze sind, die sogenannten Hotspots. Hier braucht es Anwesenheit und nicht in den Lauben. Unsere Stadt­ polizei ist von der ausufernden bürokratischen Arbeit zu entlasten und muss wieder Zeit finden, vor­ rangig für den Schutz der Bürger da zu sein. Was ist mit den Familien, haben Eltern ihre Kinder nicht mehr im Griff?

Für Jugendliche ist Gewalt häufig ein attraktives Instrument, um ihren Selbstwert zu erhöhen. Die Aufmerksamkeit, die sie dann von

Stadtrat Stefan Frötscher

Gleichaltrigen erhalten, tut ihr Übriges. Dass sein Handeln aber abgelehnt wird, dass es falsch ist, erfahren diese Jugendlichen weder in der Familie noch in ihrem Um­ feld. Konsequenzen gibt es für sie nicht und eine Verantwortung für die Tat, muss nicht übernommen werden. Wenn straffälliges Verhal­ ten aber keine Folgen hat, dann wird es auch nie zu Einsicht, Ver­ haltensänderung kommen. Nicht alle, aber viele dieser gewalttätigen Kinder und Jugendlichen stam­ men aus benachteiligten Familien, aus Familien mit Migrationshin­ tergrund. Die Eltern sind meist beide berufstätig und mit der Si­ tuation überfordert. Sie setzen ihren Kindern keine Grenzen und schauen lieber weg, als sich auf einen Konflikt einzulassen. Hängt es nicht auch mit fehlenden Wertvorstellungen im Elternhaus zusammen?

Teilweise schon. Was Kinder als ihre eigene Wertvorstellung im Lauf ihres Lebens bis zum Erwach­ senenalter entwickeln, das speisen sie aus verschiedenen Quellen: Sie erfahren, was die Eltern, ihr Um­ feld für wünschenswert hal­ten und was man tun muss, wenn man in eine Gemeinschaft der Menschen eingegliedert ist und bleiben

Durch Gewalt das Selbstwertgefühl erhöhen

möchte. Da sind die Eltern, die ihrer Erziehungsaufgabe nicht nachkommen, unbedingt in die Pflicht zu nehmen. Auch für sie muss es Konsequenzen geben, etwa bei den Sozialleistungen. Rücksicht, Respekt, Wertschät­ zung, soziale Verantwortung wer­ den im Elternhaus vermittelt. Was wird die Politik gegen die Jugendgewalt nun konkret unternehmen?

Schnelle Lösungen wird es nicht geben. Kurzfristig ist dafür zu sor­ gen, dass das Gefühl vieler Men­ schen, in der Stadt nicht mehr si­ cher zu sein, ernst genommen wird. Dazu können die Ordnungskräfte maßgeblich beitragen. Was die Familien und Jugendlichen betrifft, so braucht es gut durchdachte und konkrete Maß­nahmen, die im Netzwerk von Sozialdiensten, Ju­ gendarbeit, Polizei, Schule und Fachkräften auszuarbeiten sind. So sieht es auch unser Ak­tionsplan gegen Gewalt vor, den wir im Ge­ meindeausschuss beschlossen ha­ ben. Lediglich mit Hilfe vor allem strafender Maßnahmen wird das Problem aber nicht nachhaltig ein­ gedämmt werden. Prävention von Straffälligkeit im Kindes- und Ju­ gendalter ist in erster Linie eine pädagogische Aufgabe.


„Wir haben vieles verschlafen“ Die Lananerin Franziska Haas ist Mutter von 3 Kindern im Jugendalter und arbeitet in Meran als Schulsekretärin.

Die BAZ sprach mit ihr über das Thema Jugendgewalt.

Sozial­dienste. Wichtig wäre es, solche Gruppen aufzusplitten.

Sind unsere Straßen heute wirklich unsicherer geworden?

Die Gewalt-Diskussion im Meraner Raum hat gerade erst begonnen: Wie wünschen Sie sich, dass es jetzt weitergeht?

Eine Schlägerei nach einem Wiesenfest war früher keine Meldung wert. Kann es nicht auch sein, dass wir Gewalt anders wahr­nehmen, dass wir empfindlicher sind, wenn es um Gewalt geht?

Früher wurde es nicht so schlimm gesehen, wenn sich ein paar Bur­ schen halt mal geprügelt haben. Man kannte sich ja. Heute ge­ schieht das wöchentlich vor den Diskotheken mit wesentlich mehr Alkohol im Spiel und mehr Ge­ waltbereitschaft und es geht gegen ganz gleich wen. Meistens sind es bereits bekannte Gruppen. Klei­ nere Schlägereien mit Nasenbein­ bruch oder zerschundenem Ge­ sicht werden schon gar nicht mehr gemeldet. Ein großer Teil der beklagten Ge­walttaten in den Medien wird von jungen Menschen mit Migrationshintergrund begangen. Warum sind es gerade die ausländischen Jugendlichen, die uns so viele Probleme machen?

Immer, wenn sich Menschen mit ähnlichem biografischen Hinter­ grund in einer fremden Umge­ bung sind, finden sie zusammen. Sie tauschen Informationen aus, wie etwas funktioniert oder leich­ ter geht und es ist ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl da. Sollten solche Gruppen auf Wider­ stand oder Probleme treffen, ärgert man sich gemeinsam, schimpft

Nur mit Strafen und Gesetzen lässt sich das Problem der Jugendgewalt nicht lösen

gegen alle anderen und bildet eine Front. Hier ist zu berücksichtigen, dass Gewalttaten von Menschen mit Migrationshintergrund es leichter in die Medien schaffen. Trotzdem ist bei Migrationshin­ tergrund immer stark zu differen­ zieren, woher jemand kommt und aus welchem Grund. Glauben Sie, dass härtere und schnellere Strafen Abhilfe schaffen könnten? Oder müssen wir nicht doch andere Methoden entwickeln, um diese Jugendlichen aufzufangen?

Wir haben ein Rechtssystem, das genügen sollte. Es passiert aber nach wie vor, dass Ordnungshüter einschreiten und dann Gerichte oder andere Instanzen eine Strafe verhindern. Vorschriften werden eindeutig zu wenig kontrolliert. Dafür fehlt das Personal. Metho­ den, um Jugendliche aufzufangen, bevor es zu Ausschreitungen kommt, wären wünschenswerter, gerade zu Beginn einer Einwande­ rung, oder bei der Eingliederung in unsere Gesellschaft. Allerdings haben wir diese Phase bereits ver­ schlafen. Müsste man nicht auch die Eltern viel mehr unter Druck setzen, die Sozialdienste früher einschalten?

Wenn für falsches Verhalten der Kinder und Jugendlichen die El­ tern so haftbar sind, dass es wehtut, sollte das eigentlich genügen. Für Fälle, wo schon bei den Eltern das Problem liegt, braucht es die

Diskussionen sollten in der Politik und in der Verwaltung geschehen. In der breiten Bevölkerung führen sie eher zu Unmut und Missstim­ mung, ganz ungünstige Vorausset­ zungen für Integration. Für die In­tegration wäre es notwendig, wenn bereits zu Beginn gezeigt wird, dass hier anders gelebt, an­ ders empfunden oder gesehen wird als in den Herkunftsländern. Die Wohn- und Arbeitssituation sollte so verwaltet werden, dass sich nicht in bestimmten Betrieben und be­ stimmten Wohngebieten sozial schwache Gruppen häufen.

BLICKFANG

Franziska Haas: Sagen wir es mal so: Ich hatte früher keine Probleme abends von einem Ende der Stadt zum anderen zu gehen. Heu­te empfehle ich meinen Töchtern, sich abends immer nach Hause begleiten zu lassen.

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STRASSENGESCHICHTEN

Drei Straßen, eine Familie Straßen erhalten ihre Namen u. a. nach bekannten Persönlichkeiten (Johann Wolfgang von Goethe, Claudia de Medici), historischen Daten (30. April, 4. November) oder Orten (Meran, Bozen). Auch Gebäude mit besonderer Bedeutung dienen gerne als Namengeber. So zum Beispiel der Ansitz Gaudententurm in Partschins.

Ein Straßenplan kann als histori­ sches Dokument gelesen werden, das aus verschiedenen Schichten besteht, entstanden aus Entschei­ dungen der vergangenen Jahrhun­ derte. Straßennamen folgen immer auch den Moden der Zeit und, wie schon früher an dieser Stelle ausge­ führt, lassen durchblicken, wer gerade vor Ort das Sagen hat. Herr­ scher und Verwalter hinterlassen ihre Spuren, nicht nur im Stadtbild, auch im Straßenbild. Trotz allem kann man im Wirrwarr der Stra­ ßennamen mitunter auch ein Sys­ tem erkennen. Wer in Meran in der Nähe des Krankenhauses einen Spaziergang macht und Freude an der Musik hat, der trifft eine Reihe guter Freunde: Rossini, Mozart, Haydn, Puccini, Donizetti. Auch in Sinich dürfte es wohl kein Zufall sein, dass die drei bekanntesten Irredentisten Cesare Battisti, Dami­ ano Chiesa und Fabio Filzi als Stra­ ßennamen nahe beieinander liegen. Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass Namen auch inhaltlich zusam­ menpassen können, finden wir in Partschins. Die Max-von-IsserStraße, die Dr.-Friedrich-von-Söl­ der-Gasse und die Gaudenten­ turmstraße bilden eine Art Dreieck, das vermuten lässt, dass die Na­ mengebungen ganz bewusst erfolg­ ten. Als „Der Burggräfler“ am 18. Oktober 1919 eine Todesanzeige veröffentlicht – halbseitig –, finden wir alle drei genannten Namen in einer einzigen Person vereint. Die „innigstgeliebte Mutter, Schwieger­ mutter und Großmutter“, die kurz vor ihrem 80. Geburtstag verstor­ ben war, hieß Bertha von Sölder zu Prakenstein geb. Isser von Gauden­ tenthurm. Sie wurde 1839 als Toch­ ter des Magistratsrat Anton von Isser und seiner Frau Elisabeth Putz geboren und war die Enkelin des Meraner Stadtschreibers Anton

Die Gaudententurmstraße in Partschins erhielt ihren Namen vom gleichnamigen Ansitz

Isser. 1794 erwarb dieser den Ansitz und wurde vier Jahre später mit dem Prädikat „von Gaudenten­ thurm“ geadelt. Der Ansitz Gau­ dententurm existiert seit dem 14. Jahrhundert. 1348 wurde von Meinhard, Edler von Gaudenz, ein Wohnturm erbaut, der im Laufe der Zeit starke bauliche Veränderungen erfahren hat. Die heutige Gestalt mit Erker, Ochsenaugen, Son­ nenuhr und Wappen geht im We­ sentlichen auf das 17. Jahrhundert zurück. Überhaupt ist die Ge­ schichte des Ansitzes eine sehr wechselhafte. Auf die Edlen von Gaudenz folgten die Hendl und die Stachlburg und noch sechs weitere Familien, bevor gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Isser auftauchten. Unter den Nachkommen des ge­ nannten Stadtschreibers finden wir nicht nur die schon erwähnte Ber­ tha, sondern auch deren Cousin Max von Isser und ihren Sohn Friedrich von Sölder. Beide haben auf ihren Gebieten Großes geleistet. Nach dem Besuch der Bergmann­ schule in Klagenfurt und der Berg­ akademie in Leoben war Max von Isser (1851 - 1928) als Ingenieur tätig. Ob Kupfer in Prettau, Kohle in Fünfkirchen, Gold in Siebenbür­ gen, Blei und Zink in Nassereith oder Bitumenschiefer in Tirol – er

stellte sein Wissen zur Verfügung und steuerte zudem wertvolle Bei­ träge zur Geschichte des Bergwe­ sens bei. Nicht weniger imposant ist Friedrich von Sölder (1867 1943). Nach dem Studium der Medizin in Innsbruck und Graz spezialisierte er sich auf die Psych­ iatrie und wirkte als Gerichtsgut­ achter beim Landesgericht in der österreichischen Hauptstadt. Dort war er von 1908 bis zu seinem Ruhestand 1932 Direktor und Chef­­arzt der Nervenheilanstalt Ro­ sen­hügel. Bei der Errichtung der Anstalt zeigte sich sein besonderes Talent für Bauplanung und Orga­ nisation. Auch wissenschaftlich war er tätig. U. a. entdeckte er einen bis dahin unbekannten Reflex im Auge. Neben der Medizin gehörten auch Geschichte und Kunstge­ schichte zu seinen Leidenschaften. Nach seiner Pensionierung ging er nach Meran zurück und beschäf­ tigte sich mit heimatgeschichtli­ chen Themen. So entdeckte er bei­ spielsweise eine Wallburg am Sax­ nerknott oberhalb von Plars. Und der Gaudententurm? Ab 1872 be­ saßen ihn vier Schwestern. 1919 ging er dann durch Erbschaft und Kauf auf Friedrich über und ist seither im Besitz der Familie von Christian Zelger Sölder. BAZ 12/22

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BILDGEDICHT

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Wasser „Wo die Natur nicht will, ist die Arbeit umsonst.“ Lucius Annaeus Seneca

Gesehen in einem unserer Wildbäche am 29. Mai 2022 Idee, Photo und Auswahl des Gedichtes: Martin Geier • Editorisches Konzept: Georg Dekas

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RATGEBER

Angabepflicht der Kollektivverträge In der Eilverordnung zur Betrugsbekämpfung ist eine Bestimmung enthalten, welche den Auftraggebern bei Bauarbeiten ab 70.000 Euro zusätzliche Verpflichtungen auferlegt.

Die neu eingeführte Regelung sieht vor, dass, sobald die Bauarbeiten den Wert von 70.000 Euro über­ steigen, nur noch Firmen, welche die für ihren Sektor erforderlichen Kollektivverträge anwenden, die Arbeiten ausführen dürfen. Mit dem Rundschreiben Nr. 19/2022 hat das Finanzamt geklärt, dass sich der Schwellenwert von 70.000 Euro auf den Gesamtwert der Umbaukosten bezieht und nicht

auf die Baumeisterarbeiten. Kostet ein Umbau insgesamt 100.000 Euro und nur 50.000 Euro davon beziehen sich auf die Baumeisterbzw. Maurerarbeiten, findet die neue Bestimmung Anwendung. Der angewendete Kollektivvertrag muss im Auftrag bzw. Werkvertrag sowie in der Rechnung angegeben sein – bei dieser Angabe muss ein Verweis auf den Artikel 51, GVD NR. 81/2015, angeführt werden.

Im Normalfall sind die relevanten Kollektivverträge in Südtirol jene für Bauhandwerk und für Bau­in­ dustrie. Wenn die gesetzlich vor­ gesehenen Angaben fehlen, kön­ nen die verschiedenen Steuerbe­ günstigungen (z. B. Superbonus 110 %, 50 % Bonus für Wiederge­ winnungsarbeiten, 65 % für Ener­ gieeffizienz, Fassadenbonus usw.) nicht angewendet werden. Eine Strafe, für die der Kunde (Bauherr) haften muss! Die Bestimmung und die damit verbundenen Auflagen gelten für die ab 27. Mai 2022 begonnenen Bauarbeiten. Ab sofort muss somit immer in den neu abzuschließen­ den Verträgen und in den Rech­ nungen vermerkt werden, dass die ausführenden Unternehmen die Kollektivverträge für Bauhand­

Walter Gasser Kanzlei Gasser Springer Perathoner, Eder & Oliva Bozen + Lana + Naturns walter.gasser@gspeo.com werk oder für Bauindustrie im Sinne des Artikel 51, GVD NR. 81/2015 anwenden. Nicht erfor­ derlich ist die Angabe für Unter­ nehmen ohne Mitarbeiter bzw. für Einzelunternehmer, auch wenn diese mitarbeitende Familienmit­ glieder beschäftigen.

Unter dem Motto „Wandern für Peter Pan” findet wiederum eine Almwanderung mit Norbert Rier von den Kastelruther Spatzen statt. Am Donnerstag, den 14. Juli 2022 begleitet uns der sympathische Sänger der erfolgreichsten Musikgruppe Südtirols von Kurzras zur Lazaunhütte. Bei zünftiger Musik mit den „Hopplakrainer" aus Südtirol verbringen wir gemeinsam mit Norbert Rier ein paar nette, gemütliche Stunden auf der Alm. Die Teilnahme an der Wanderung ist kostenlos. Jedoch erhalten all jene, welche eine Spende an die Südtiroler Kinderkrebshilfe „Peter Pan" geben, eine von Norbert Rier unterzeichnete Wanderurkunde. Durch seine neuerliche Teilnahme beweist der sympathische Frontmann der Kastelruther Spatzen einmal mehr sein soziales Engagement. Umso mehr würden wir uns über eine rege Teilnahme freuen. Jeder ist herzlich willkommen. Nähere Informationen und Anmeldungen innerhalb Dienstag. 8. Juli 2022 unter der Telefonnummer +39 389 78 19 859 oder Email: info@schnolser-summerfest.com

Helden des Alltags Bist du auf der Suche nach einer spannenden und sinnvollen Aufgabe? Dann bewirb dich jetzt als Zivildiener beim Weißen Kreuz und arbeite mit uns ein Jahr lang als Sanitäter.

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Wanderroute: Kurzras - Reitstall - Panoramaweg - Langgrub Nr. 1 - Weg Nr. 11 A Lazaunhütte. Länge: ca. 4,8 km. Höhenunterschied: 420 m. Dauer: ca. 1,45 Std., leichter Bergweg. Abstieg nach Kurzras über Forstweg oder Weg Nr. 11 (jeweils 1 Std.). Auf- und Abfahrt auch mit der Umlaufbahn „Lazaun” oder mit Mountaincarts möglich. Treffpunkt: 9.30 Uhr in Kurzras im Schnalstal. (Details bei der Anmeldung).


PRINFO

Ihre Stromkosten steigen? Alperia bringt ein neues Ökostromangebot speziell für Südtirol auf den Markt: Alperia Eco

Nutzen Sie jetzt das neue Ökostromangebot: Alperia Eco

Die Strompreise sind in den vergangenen Monaten weiter stark gestiegen, insbesondere für jene, die noch auf dem geschützten Strommarkt (TU.GG) sind oder ein Stromangebot ohne Fixpreis haben, sind davon betroffen. Um diese Strompreiserhöhungen ab­ zufedern, hat Alperia ein neues Angebot für Südtiroler Haushalte ausgearbeitet, das ökonomisch und ökologisch vorteilhaft ist. Was ist das Besondere am neuen Stromangebot Alperia Eco?

zu wechseln und so die eigenen Stromkosten zu senken. Bei einem Jahresverbrauch von 1500 kWh liegt die Ersparnis mit Alperia Eco gegenüber dem geschützten Strommarkt bei rund 300 Euro, das sind 40 % weniger. Bei einem Verbrauch von 2700 kWh jährlich, was dem Durchschnittsverbrauch einer Südtiroler Familie entspricht, werden rund 340 Euro im Jahr eingespart, das sind 30 % Ersparnis gegenüber dem geschützten Strommarkt. So viel kann ich mit Alperia Eco sparen

Mit Alperia Eco gibt es für den Hauptwohnsitz in Südtirol zwei Jahre lang jeweils 125 kWh pro Monat zu einem günstigen, zeitzo­ nenunabhängigen Fixpreis (0,1428 €/kWh), der deutlich unter dem aktuellen Marktpreis für Stromangebote liegt. Der darüber liegende Konsum wird zum Einkaufspreis (PUN) mit einem Aufschlag von 0,00882 €/kWh verrechnet. Auch dieser Preis liegt unter den Markt­ preisen in Südtirol und des geschützten Strommarkts. Damit profi­ tiert jeder Kunde, der sich für Alperia Eco entscheidet, von einer Ersparnis, und wer weniger verbraucht wird im Verhältnis stärker belohnt. Das ist sozial gerecht und regt zu einem bewussten Umgang mit Energie an. Zeitgleich werden aber auch der Mittelstand, sowie Familien mit einem höheren Konsum entlastet. Das Angebot ist nur mit elektronischer Rechnung und mit Zahlung über Bankeinzug (SDD) verfügbar. Das spart Papier und Verwaltungsaufwand und verringert durch den Transport verursachte CO₂-Emissionen. Mit diesem Rundum-Sorglos-Paket muss der Kunde sich zudem nicht mehr um die Zahlung kümmern und kann jederzeit über das Kun­ denportal all seine Daten einsehen und bequem verwalten. Mit Alperia Eco erhalten alle Kunden zertifizierte grüne Energie mit Ursprungsgarantie aus 100 % Südtiroler Wasserkraft, garantiert CO2-neutral und leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Jetzt wechseln und Geld sparen

Es gibt immer noch zahlreiche Haushalte, die von den aktuellen Strompreiserhöhungen betroffen sind. Vor allem jene Südtiroler, die sich im Herbst 2021 nicht für das Fixpreisangebot Alperia Smile mit blockiertem Energiepreis von vor den Strompreiserhöhungen ent­ schieden haben, haben jetzt eine neue Möglichkeit zu Alperia Eco

Mit der folgenden Vergleichstabelle wird der finanzielle Vorteil für Endkunden gegenüber dem staatlichen Referenzpreis am geschützten Strommarkt erhoben: Jahresverbrauch

Alperia Eco

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Single-Haushalt 1500 kWh (3 kW Anschluss)

400,03 €

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Zwei-PersonenHaushalt 2200 kWh (3kW Anschluss

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Familie 3500 kWh (4,5 kW Anschluss)

Daten erhoben zum 7. 6. 2022 Der Abschluss von Alperia Eco erfolgt einfach online über die Inter­ netseite www.alperia.eu/eco. Dazu muss der Kunde nur die Nummer seines Stromzählers, seine Adresse, E-Mail, Telefonnummer und IBAN eingeben. Am besten man hält die letzte Stromrechnung bereit, auf welcher alle Daten zu finden sind. Anschließend wird das Angebot mit nur einem Klick unterschrieben. Für Alperia Eco gilt außerdem keine Mindestvertragslaufzeit und ist jederzeit kündbar ohne Ausstiegsbar­ rieren, wie beispielsweise Rückzahlungen von Boni oder Ähnlichem.

Alle Details zum Angebot auf www.alperia.eu/eco BAZ 12/22

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PRINFO

Jetzt die köstlichen Vinschger Berg-Erdbeeren genießen Süß, saftig und mit einzigartigem Geschmack: Erst mit den sonnen­ gereiften Berg-Erdbeeren aus dem Martelltal im Herzen des Natio­ nalparks Stilfserjoch lässt sich der Sommer so richtig genießen. Die Beerenfelder befinden sich in einer Höhenlage von 900 bis 1.800 Metern, das macht Martell zu einem der höchst gelegenen Anbauge­ biete von Erdbeeren. Die köstlichen Sommerfrüchte wachsen hier langsam unter der Sonne heran und können ihren Geschmack voll entfalten. Das milde Mikroklima bietet ideale Wachstumsbedingungen: Die ausgeprägten Temperaturunterschiede zwischen kühlen Nächten und warmen Tage sowie viel Sonne und wenig Regen verleihen den Berg-Erdbeeren ihr ausgeprägtes Aroma. Was lange reifen darf, schmeckt auch besonders gut. Die Berg-Erd­ beeren werden derzeit gepflückt, etwas später als in den anderen Anbaugebieten Europas. Dieser Unterschied führt zu echten Genuss­ momenten: Die natürliche Süße und die Vielfalt an Geschmacksnuan­ cen, die sich durch die langsame Reifung ausbilden, verleihen den Erdbeeren aus Martell ihr erstklassiges Aroma und den herrlichen Duft. Natürlich macht sich auch die sorgfältige Pflege der Erdbeerfel­ der durch die Vinschger Bauern bemerkbar. Seit Generationen widmen sie sich mit Leidenschaft dem Anbau der Früchte und wissen, was den Beeren gut tut. Beliebt sind die leuchtend roten Sommerfrüchte bei Groß und Klein. Die Berg-Erdbeeren schenken nicht nur ein besonderes Geschmacks­ erlebnis, sondern auch viele Vitamine und Ballaststoffe. Mit wenigen

Kalorien sind Erdbeeren zudem eine gesunde Alternative für den süßen Genuss zwischendurch. Ob pur, im Obstsalat oder als fruchti­ ge Beilage: Frisch vom Feld schmecken die süß-saftigen Früchtchen einfach am besten. Wer sich den Geschmack des Sommers langfristig ins Haus holen möchte, veredelt die Vinschger Erdbeeren zu Saft oder zur leckeren Marteller Erdbeermarmelade. Die selbstgemachte Mar­ melade aus den sonnengereiften Erdbeeren, nur mit etwas Zitronen­ saft und Zucker verfeinert, überzeugt mit ihrem fruchtigen Aroma. Die täglich frisch geernteten Berg-Erdbeeren sind jetzt in den Detail­ geschäften der Genossenschaften im Vinschgau erhältlich.


STANDORT

Josef Ohrwalder – von Lana in die Mission Die Marktgemeinde Lana hat in ihrer Ge­ schichte schon einige große Persönlichkeiten hervorgebracht. Denken wir an den Erfinder Johann Kravogl (1823 - 1889), den Seilbahnpionier Luis Zuegg (1876 - 1955) oder an den Olympiasieger Armin Zöggeler (*1974). Einer der Mu­tigsten und Konsequentesten war der Missionar Josef Ohrwalder (1856 - 1913), dessen Todestag sich am 7. August 2022 zum 109. Mal jährt. von Philipp Genetti

Ohrwalder stammt aus Nieder­ lana und gilt bis heute als einer der außergewöhnlichsten Per­ sönlichkeiten der Marktgemein­ de. Schon früh ging Josef Ohr­ walder als Mis­sionar in den Su­ dan, wo er zum Augenzeugen der Feldzüge des islamistischen Füh­ rers Muhammad Ahmad (1844 - 1885) wurde, der sich Mahdi nannte, was so viel heißt wie „der von Gott gesandte Erlöser“. Mah­ di sorgte in der ersten Zeit, als Ohrwalder als Missionar im Su­ dan war, für großes Aufsehen, weil er erfolgreich gegen die Ko­

lonialmächte kämpfte. Sein blu­ tiger Aufstand gegen die Koloni­ almächte war allerdings auch geprägt durch brutale Grausam­ keit und einen fanatischen Wil­ len, das Land zu islamisieren. Ähnliche Islamisierungskampa­ gnen gibt es heute in Nigeria, Eritrea, Somalia oder dem Je­ men. 10 Jahre Gefangenschaft

Josef Ohrwalder war 26 Jahre alt, als er, zusammen mit den Mit­ gliedern der Missionsstation, in

Gefangenschaft geriet. Diese Ge­ fangenschaft in den Gefangenen­ lagern von Omdurman sollte ganze zehn Jahre dauern. Sie machte Josef Ohrwalder zu einem Zeitzeugen und Chronisten eines blu­tigen Kapitels der Kolonialge­ schichte. In der Taufurkunde steht zu lesen: „Josef Caspar Ohr­ walder, Sohn des Josef Ohrwal­ der, Wirth und Gruber Rosina, mit Wohnort in Niederlana, Nr. 33, Hasenwirt.“ Nachträglich handschriftlich hinzugefügt fin­ det sich in der Urkunde noch folgender Zusatz: „Priesterweihe

in Cairo, […] Missionar in Nuba. 1881 gerät er in Gefangenschaft. 10 Jahre in der Gefangenschaft Mahdis“. Die abenteuerliche Le­ bensgeschichte des Josef Ohrwal­ der begann in ärmlichen Verhält­ nissen. Ab seinem dreizehnten Lebensjahr besuchte er das Fran­ ziskaner-Gymnasium in Bozen, wo er als sehr bescheidener, aber zu­verlässiger und fleißiger Schü­ ler galt. Noch während der Schul­ ausbildung traf er auf einen Com­ boni-Missionar, der in Europa auf der Suche nach Nachwuchs für die Afrikamission war.

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Öffnungszeiten Mo-Fr: 7.30-12 & 15.30-18.30 Uhr Samstag: 7.30-12 Uhr PROPST-WIESER-WEG 3 - 39011 Völlan/Lana | Tel. 0473 055 558 | voellan@naves.it BAZ 12/22

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STANDORT

Der Lananer Missionar Josef Ohrwalder, Augenzeuge des Mahdi-Aufstandes im Sudan und Bestellerautor

Dieses Treffen war für Josef Ohr­ walder ein wegweisendes Erleb­ nis, das sein Leben für immer verändern sollte. Schon im Alter von 19 Jahren verließ er Tirol und übersiedelte nach Verona, um sich der Gemeinschaft „Da­ niele Comboni“ (Bischof, Missi­ onar und Ordensgründer) anzu­ schließen. In dieser Gemein­ schaft wurden Missionarsanwär­ ter aus 12 verschiedenen Natio­ nen gemeinsam mit den Schwestern „Pie Madre della Nigrizia“ auf die Missionstätig­ keit in Zentralafrika vorbereitet. In einem Brief vom Ordensgrün­ der Daniele Comboni wurde der junge Ohrwalder als ein „Missi­ onar erster Güte, „mit festem Glauben und Opferbereitschaft“ beschrieben, „gut und loyal ge­ genüber der Mission bis zu sei­ nem Tode; er wäre bereit sofort dafür zu sterben“.

Missionar im Südsudan

Josef Ohrwalder ging gleich nach seiner Priesterweihe im Jahr 1881 in die Nuba-Berge nach Delen im Südsudan, wo er zuerst einmal die Sprache der Einheimischen erler­ nen musste und sich gleichzeitig dem Sammeln von Insekten wid­ mete. Aber wie viele seiner euro­ päischen Kollegen litt auch er bald unter den Klimabedingungen Zentralafrikas, die ihn immer wieder ans Bett fesselten. Wirk­ same Medikamente gegen die Krankheiten gab es zu dieser Zeit noch nicht, also blieb nichts an­ deres übrig, als die Krankheiten durch die eigene Immunabwehr zu überstehen und so auch immer mehr immun gegen diese Krank­ heiten zu werden. Als Josef Ohr­ walder in den Südsudan kam, geriet er direkt in den Aufstand des Mahdi. Die Rebellion der

Muhammad al-Mahdi

Mahdisten dauerte von 1881 bis 1899. Es war der erste erfolgreiche afrikanische Aufstand gegen den Kolonialismus. Die Europäer, die sich im Land aufhielten, sahen sich plötzlich größter Lebensge­ fahr ausgesetzt, da bereits die Zugehörigkeit zum Christentum Grund genug war, zum Tode ver­ urteilt zu werden. Josef Ohrwal­ der war 26 Jahre alt, als er in Gefangenschaft geriet. Der Alltag im Gefangenenlager war von Krankheiten und Hunger, un­ menschlichen Schikanen und Misshandlungen geprägt. Die Missionare wurden förmlich dazu gedrängt, sich zum Islam zu be­ kehren. Es gab ein einziges mo­ hammedanisches Gesetz, das ih­ nen das Leben rettete. Dieses Ge­setz besagte, dass unbewaffne­ te Priester, die keinen Widerstand leisten, verschont werden müssen. Trotzdem war diese Zeit für Josef Ohrwalder und seinen Mitgefan­ genen eine einzige Tortur. Die abenteuerliche Flucht aus der Gefangenschaft

39011 Lana Handwerkerstraße 3 Tel. 0473 562 677 Cell. 335 26 72 30/ 336 52 21 17

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1891 wurde aus Europa ein Schleu­ser in das Gefangenenlager geschickt, der Josef Ohrwalder zusammen mit einigen Ordens­ schwestern zu einer abenteuerli­ chen Flucht nach Ägypten verhalf. Insgesamt flüchteten sieben Per­ sonen mit vier Kamelen durch die Wüste. Für die zurückbleibenden europäischen Mitgefangenen, un­

ter denen auch Josefs Ohrwalders langjähriger Freund Slatin Pascha war, bedeutete diese Flucht er­ schwerte Haftbedingungen, wei­ tere Schikanen und weitere bitte­ re Jahre der Gefangenschaft. Josef Ohrwalder wird zum Bestsellerautor

Nach seiner Flucht blieb Josef Ohrwalder, trotz schlechter Ge­ sundheit, für einige Zeit in Kairo, wo er an seinen Memoiren zu schreiben begann. Der Titel des Buches lautete: „Aufstand und Reich des Mahdi im Sudan und meine zehnjährige Gefangen­ schaft dortselbst“. Das Buch wur­ de zu einem Bestseller, der laut Winston Churchill in England großen Eindruck auf viele mach­ te. Die Beschreibungen be­ schränkten sich vor allem auf die historischen Ereignisse, das Land und den Mahdismus, von dem Ohrwalder viel zu erzählen hatte. Die erste englische Ausgabe des Buches erschien in England mit einer Auflage von 3000 Stück und wurde zwischen 1892 und 1914 weitere 14-Mal neu herausgege­ ben. Auch die deutsche Ausgabe hatte in weniger als sechs Mona­ ten zwei Neuauflagen. Der Erlös des Buches kam Ohrwalders Fa­ milie in Lana zugute. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Europa, den er aber bereits im Januar 1893 wieder beendete, um nach Ägyp­ ten zurückzukehren, wo er sich


dafür einsetzte, um den noch in Gefangenschaft des Kalifen ver­ bliebenen Europäern behilflich zu sein. Er spielte auch eine wichtige Rolle bei der Befreiungsaktion seines langjährigen Freundes Ru­ dolf Slatin Pascha. Noch ein wei­ teres Mal kehrte Josef Ohrwalder in seine Heimat zurück. Seine Eltern waren in der Zwischenzeit bereits verstorben, die Geschwis­ ter verheiratet und über Tirol

verstreut. Durch seinen Bekannt­ heitsgrad und den Erfolg seines Buches war er diesmal in Tirol willkommen. Dennoch schrieb er nach seiner Rückkehr in den Su­ dan: „Als ich wieder die dunklen und schwarzen Gesichter sah, die schlanken Palmen, wieder die ara­bi­sche Sprache hören konnte, konnte ich spüren, wie es mein Herz erwärmte und ich mich wiederum zu Hause fühlte“.

Tod im Jahr 1913

Am 7. August 1913 starb Josef Ohr­ walder in Omdurman, indem er, wie es heißt, „während er sich zu seiner Katze hinabbeugte, um ihr zu fressen zu geben, tot umfiel.“ Auf seiner Beerdigung waren neben Freunden und Bekannten, Vertre­ ter aus unterschiedlichen Na­tionen und Religionen, Engländer, Öster­ reicher, Deutsche, Italiener, Grie­

chen und Sudanesen; koptische und katholische Priester, Rabbiner und sogar Imame. Josef Ohrwalder wurde in einem Grab jenes Fried­ hofs beigesetzt, den er selbst errich­ tet hatte. Seine außerordentliche Lebensgeschichte war geprägt von Gefangenschaft, Ruhm und einer missionarischen Überzeugung, die bis zu seinem Tod andauerte. Mit seinem Tod ging gleichsam eine ganze Epoche zu Ende.

Betriebe in Niederlana HUSNELDER – Ihre Spenglerei Seit nunmehr 125 Jahren steht der Generationsbetrieb in der L.Zuegg-Str. 4 in der Handwerkerzone Lana dafür ein, handwerkliches Können mit neuesten technischen Hilfsmitteln zu vereinen, um das Beste herauszuholen. Genaueste Planung und Ausführung der Arbeiten sind ihnen genauso ein Anliegen, wie die Zufriedenheit ihrer geschätzten Kunden. Die 1897 gegründete Spenglerei ist spezialisiert auf Bau- und Galanteriearbeiten in Neubaubauten, Altbausanierungen, Fassadenverkleidungen, Metalldacheinde-

ckungen und vieles mehr. Aluminium, Kupfer, verzinktes Stahlblech und andere herkömmliche Blecharten werden in der Werkstatt verarbeitet und montiert. Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Aus- und Weiterbildung und deshalb bildet die Spenglerei seid jeher Lehrlinge aus und versucht ihnen die Liebe zum Handwerksberuf weiterzugeben. Mit moderner Technik und der langjähriger Erfahrung sind Spenglermeister Günther Husnelder und seinTeam bereit für neue Herausforderungen!

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RATGEBER

Vitamin D – unverzichtbar für unseren Körper? Vitamin-D stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern hat weitere physiologische Effekte. Viele Menschen unterschätzen den körperlichen Bedarf und leiden unwissentlich an Vitamin-D-Mangel. Wirkung von Vitamin D

• Knochenstoffwechsel zur Regulation von Calcium und Phosphathaushalt, Minerali­ sierung der Knochen, Knochenheilung und Knochenbildung • Antithrombotische Wirkung und blut­ drucksenkend • Stärkung des Immunsystems mit Förderung der Bildung antientzündlicher Substanzen • Tumorhemmende Aktivität Wie wird der Körper mit Vitamin D versorgt?

Der menschliche Körper produziert Vitamin D hauptsächlich mithilfe der Sonneneinstrah­ lung durch UVB Lichtexposition über die Haut. Anschließend erfolgt die weitere Ver­ arbeitung über Leber und Niere, bis schließ­ lich das aktive Vitamin D (Calcitriol) entsteht. Die Synthese über die Haut hängt stark von der Sonneneinstrahlung ab und deshalb soll­ te die Strahlungsintensität eher hoch sein. Eine große Herausforderung, denn neben dieser positiven Eigenschaft der Sonne besteht die

Gefahr, dass Sonnenbrände Hautkrebs verur­ sachen. Dennoch ist Sonnenlicht in wohldo­ sierten Men­gen sinnvoll und unverzichtbar, da es den Vitamin-Spiegel und damit unsere Vitalität steigert. Über die Ernährung ist nur eine geringe Vitamin D-Aufnahme möglich. Höhere Vitamin D- Konzentrationen sind in Lebertran, Lachs, Hering, geringere in Eigelb, Milch und Milchprodukten enthalten. Hefe, Pilze, Spinat und einige Kohlgemüse enthalten ebenfalls Spuren von Vitamin D. Mögliche Mangelsymptome

Müdigkeit, Schwäche, Schlafstörungen, er­ höhte Infektanfälligkeit, Osteoporose, Mus­ kel- und Herzmuskelschwäche, Fertilitätsstö­ rungen, Erniedrigte Calciumspiegel mit Mus­ kelkrämpfen, Depression. Um einen präven­ tivmedizinischen, gleichmäßigen Spiegel von 32 - 64 ng/ml zu erreichen wird eine ergän­ zende Einnahme von Vitamin D täglich emp­ fohlen. Obwohl es ein fettlösliches Vitamin ist, wird es nur begrenzt im Körper gespei­ chert. Hohe Dosen (50.000 - 100.000 IE)

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werden rasch abgebaut und sind nach einer Woche bereits nicht mehr nachweisbar. Unsere Fachärztinnen für Komplementärme­ dizin Dr. med. Agnes Zöggeler und Dr. med. Karmen Sanoll, nehmen sich gerne Zeit für Ihre Anliegen und beraten Sie ausführlich. Online Terminvereinbarung: www.parkclinic.it Weitere Infos: Tel. 0473 205 600 Martinsbrunn ParkClinic Laurinstraße 70 – 39012 Meran info@parkclinic.it

DORFGESCHEHEN

Ausstellung im Kränzelhof am Tag der Museen „Magie des Lichts – Aufbruch“ nannte sich die Ausstellung von zwölf Südtiroler Künstlern am 15. Mai 2022 im Kränzelhof in Tscherms am internationalen Tag der Museen.

Die Künstler folgten dem Aufruf, ihren Beitrag zu leisten, um auf die Rolle der Museen für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. Das Künstlerkollektiv zeigte Bilder und Skulpturen, die den Betrachter zu Reflektion einluden. Botschaften und Symbole, die in den Exponaten verpackt waren, galt es zu ergründen. Die Ausein­ andersetzung mit dem eigenen inneren Licht sollte in­spirieren, aufzubrechen, um sich für Veränderung zu öffnen. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung, um die ver­ schiedenen Ausstellungsstücke bei strah­ lendem Bilderbuchwetter in den Gärten des Kunstgartens Kränzelhof auf sich wirken zu lassen und das Gespräch mit den Künstlern zu suchen. 18

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v. l. hintere Reihe: Sylvia Neulichedl, Andreas Geier, Blackativa, Xander Luchs, Bernhard Reiterer, Hansjörg Oberprantacher, Petra Holz­knecht, Florian Prünster v.l vorndere Reihe: Walter Blaas, Marco Pfanzelter, Peter Tribus, Christian Gufler, Greti von Pföstl vom Kulturverein K.art


SCHAUFENSTER

Sicherheit rund ums Haus Über Einbruchschutz und richtige Verhaltensweisen. von Michael Andres

In der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der Wohnungseinbrüche laut Landesinstitut für Statistik (ASTAT) zwar zurückgegangen, dies hatte aber offensichtliche Gründe, wie Ausgangssperren und dergleichen. So haben die Diebstähle durch Einbrüche in Wohnungen im Jahr 2020 demnach um rund 50 Prozent gegenüber den Vorjahren abgenommen. Dass dies ein Dauerzustand bleibt, kann man aber nicht erwarten. So oder so fürchten sich zahlreiche Menschen vor Einbrechern. Verschie­ dene Klischees über Einbrecher haben sich in den Köpfen der Menschen längst schon festgesetzt. Eingebrochen wird heute sowohl in Einfami­

lienhäusern, aber auch in Mehrfamilienhäusern, manchmal am hell­ lichten Tag. Am häufigsten gelangen Einbrecher durch Tür oder Fenster ins Haus. Nicht selten verschaffen sich die Tunichtgute dabei über Balkone Zutritt zu den Wohnungen. Die gute Nachricht: Man kann durchaus vorbeugen. Der Klassiker sind die Alarmanlagen, die per se eine abschreckende Wirkung auf Einbrecher haben. Genauso wichtig sind schwer zu öffnende Türen und Fenster. Denn Einbrecher befinden sich stets im Kampf gegen die Zeit. Kommen sie ihrem Ziel nicht schnell näher, ergreifen sie häufig vor vollendeter Arbeit die Flucht. Neuere und

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SCHAUFENSTER moderne Fenster und Türen sorgen für mehr Einbruchsicherheit. Die Investition in guten Einbruchschutz lohnt sich immer, bei alten Gebäu­ den sollte man unbedingt nachrüsten. Dabei sollte man sich rechtzeitig auch hinsichtlich Förderungen informieren. Zur Erinnerung: Da es sich beim Austausch von Fenstern und Fenstertüren um Maßnahmen zur Förderung der Energieeffizienz handelt, gewährt das Land Südtirol hierfür Beiträge. Beim Neubau sollte man den Einbruchschutz ohnehin

gleich mitberücksichtigen. Die vielen professionellen Fenster- und Türenfirmen hierzulande sowie auch Planer und Co. stehen mit Rat und Tat zur Seite. Auch zahlreiche verschiedene spez­ielle Sicherungen werden angeboten. So kann man die Haustür mit einem Türzusatz­ schloss, Schutzbeschlag oder elektronischen Türschloss nachrüsten. Hierfür findet man zahlreiche ver­schiedene spezialisierte Firmen. Überwachungskameras an den Eingängen schrecken Einbrecher nach­ weislich ab und helfen bei geschehenen Einbrüchen dabei, die Tat aufzuklären. Aber auch bereits Attrappen reichen oft aus, um Langfin­ ger abzuschrecken. Eigenverantwortung ist gefragt

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Einige Tipps sollten sich aber die Bewohner stets zu Herzen nehmen. Es gilt: Die beste Haustechnik kann einen Einbruch nicht verhindern, wenn sich Mieter oder Eigentümer falsch verhalten. Beim Verlassen der eigenen vier Wände sollte man daher immer alle Fenster komplett schließen und auch die Haustüre sperren. Im Garten sollten Leitern nicht dazu einladen, Einbrechern den Weg hinauf auf Balkone zu er­ leichtern. Auch im Internet lohnt es sich aufzupassen. So empfiehlt es sich keine Urlaubsfotos und dergleichen zu posten. Diese können Einbrechern Hinweise für eine längere Abwesenheit geben, das eigene Haus könnte damit ins Visier der Kriminellen geraten. Zudem empfiehlt es sich, den Briefkasten ständig leeren zu lassen, um einen bewohnten Eindruck zu hinterlassen. Um nicht auf eine längere Abwesenheit hinzuweisen, gibt es auch zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie das Einschalten von Licht, welches mittels moderner Smart-Home-System am Handy geregelt werden kann.

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SCHAUFENSTER

Sommer in den Bergen Ob gemütliche Familienwanderung oder anspruchsvolle Gipfeltour: Das Burggrafenamt bietet für jeden Anspruch eine passende Route. Aufstiegsanlagen möchten den Zugang zu schönen Bergerlebnissen erleichtern und etliche Hütten laden Wanderer zur verdienten Einkehr ein. von Jasmin Maringgele

Die Hirzer Seilbahnen und der Sessellift Grube sind täglich bis 06. November 2022 von 8.30 - 17.30 Uhr (vom 15. Juni - 15. Oktober bis 18.30 Uhr) in Betrieb. NEUHEIT - Erweiterter Alpingarten Klammeben an der Bergstation der Seilbahn - Fahrradtransport ab 14 Uhr gratis (Fahrräder werden nur bis zur Mittelstation mitgenommen) Veranstaltungen: - An jedem ersten Sonntag im Monat finden wieder die begehrten „Tallner Sunntige“ statt, das genaue Programm finden sie unter www.tallnersunntig.it; - Regelmäßige Livebands auf der Hintereggalm; - Am 15. August Kirchtag im Hirzergebiet; - Weitere Informationen unter www.hirzer.info oder unter Mail: seilbahn.hirzer@rolmail.net

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SCHAUFENSTER Dank seiner abwechslungsreichen Landschaft und unterschiedlicher Höhenlagen ist das Burggrafenamt das ganze Jahr über ein Wander­ paradies. Einige Wanderwege, vor allem im hochalpinen Raum, sind erst jetzt wieder begehbar – in­ klusive kulinarischer Höhepunk­ te mit Fernsicht auf den zahlrei­ chen Berghütten. Galt das (Berg-) Wandern bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts vornehmlich der wohlhabenden Stadtbevölke­ rung und dem Adel als illustres Hobby, findet man heute alle Al­ ters- und Bevölkerungsschichten am Berg. Für die regionale Bevöl­ kerung in den Alpen war das Wandern keine Freizeitbeschäfti­ gung, sondern vorrangig Mittel zum Zweck und diente der Fort­ bewegung. Die hohen Berge mit all ihren Tücken und Wetterumschwüngen wirkten bisweilen auf die Einwoh­ ner sogar bedrohlich. Es war an­ fänglich für viele kaum nachvoll­ ziehbar, weswegen man sich frei­ willig der Gefahr einer Besteigung zum Vergnügen aussetzte. Heute wandern wir, um den Kopf frei­ zubekommen. Oder um zur Ruhe zu kommen und einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen. Gute Gründe gibt es, neben der Entspannung, noch weitere: So stärkt das Wandern dank seiner kontinuierlichen Belastung unser Herz-Kreislauf-System, schüttet Endorphine aus und eröffnet mit­ unter neue Perspektiven und Weitsicht. Der Weg ist, bei beina­

he 17.000 km Wanderwegen in Südtirol, oftmals schon das Ziel und lohnend genug. Ob gemütli­ cher Waalweg, alpiner Meraner Höhenweg oder anspruchsvolle Sonnenaufgangswanderung – Vielfalt und Abwechslung kenn­ zeichnen das Burggrafenamt.

alle anderen Hütten gehören dem Land, dem CAI oder sind in Pri­ vatbesitz.

Der Weg zurück in die Natur

Ich würde die Frage andersrum beantworten, der Bau von Seil­ bahnen und die Erbauung und Bewirtschaftung von Schutzhüt­ ten sind eine Folge des aufkom­ menden Bergtourismus. Die Menschen in den Städten suchten im Zug der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahr­ hunderts den Weg zurück zur Natur. Es ist bezeichnend, dass die meisten Erstbesteigungen von Gipfeln von gut betuchten „Städ­ tern“ gemacht wurden und nicht von der örtlichen Bevölkerung. Die örtlichen Gastwirte versuch­ ten den Städtern den Weg zurück zur Natur so unbeschwerlich wie möglich zu machen, so erbaute der Bozner Gastwirt Josef Staffler 1908 die erste Personenseilbahn nach Kohlern. Vier Jahre später wurde die Seilbahn aufs Vigiljoch erbaut als zweitälteste Personen­ seilbahn der Welt. Alpenvereine wurden gegründet und betrach­ teten die Erschließung der Berg­ welt als ihre Hauptaufgabe und erbauten Wege und Schutzhütten in ihren Arbeitsgebieten. Heute sehen die Alpenvereine die Er­ schließung der Bergwelt als abge­ schlossen an und lehnen den

Martin Knapp, Referatsleiter für Hütten im Alpenverein Südtirol zum Thema Berghütten und Seil­ bahnen. Ein Fokus des AVS liegt auf einem natur- und umweltver­ träglichen Bergsport im Sinne der Nachhaltigkeit. Dahingehend ist der Alpenverein in Südtirol um einen Konsens zwischen Natur­ schutz und Erholung bemüht. Das Burggrafenamt bietet eine abwechslungsreiche Landschaft, zahlreiche Hütten und Auf­­stiegs­ möglichkeiten. Wann hat sich im Burggrafen­amt der Wan­der­tou­ rismus entwickelt?

Martin Knapp: Der Bergtouris­ mus hat seinen Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhun­ derts. Die ersten Erschließer der Texelgruppe waren Eugen Guido Lammer (1863 - 1945), dem vor allem um die Jahrhundertwende viele Erstbesteigungen in der Te­ xel­gruppe gelungen sind, Theodor Petersen (1836 - 1918), Victor Hecht (1847 - 1904), Ludwig Purtscheller (1849 - 1900) und andere. Der AVS besitzt im Burg­ grafenamt nur eine Schutzhütte,

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BAZ 12/22

Hängt das Aufkommen des (Berg-)Tourismus mit dem Bau von Seilbahnen und der Bewirtschaftung von Hütten zusammen?

Martin Knapp

Neu­bau von Schutzhütten und Wegen grundsätzlich ab. Das Hauptaugenmerk heute liegt in der Instandhaltung der bestehen­ den Wege und Hütten. Die Ansprüche der Wanderer sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Welche Tendenzen lassen sich auf Komfort oder Verköstigung feststellen?

Natürlich sind die Ansprüche der Bergwanderer gestiegen, dienten die ersten Schutzhütten haupt­ sächlich dem Zweck von Schutz und Unterkunft wird nun man­ cherorten ein Tourismus zele­ briert, der beinahe schon skurrile Ausmaße angenommen hat. Der AVS bietet seinen Gästen einfa­ che, gesunde Hausmannskost mit Schwerpunkt auf regionaler Be­ schaffung von Lebensmitteln an, dieser Weg zurück zu den Wur­ zeln ist unser Bekenntnis zu Nach­haltigkeit und ökologischer Bewirtschaftung. Während früher


in den Schutzhütten Schlaflager gang und gäbe waren, werden heute vermehrt Mehrbettzimmer angefordert, dies ist nicht zuletzt eine Hinterlassenschaft der Co­ vid-Pandemie der vergangenen beiden Jahre.

Nach zwei schwierigen Jahren voller Herausforderungen: Blicken die Hüttenpächter zuversichtlich in die Saison 2022?

Unsere Hüttenwirte blicken zu­ versichtlich in die heurige Hüt­ tensaison, die Pandemie scheint

beendet (zumindest für den Som­ mer). Die beiden letzten Jahre waren schwierige Jahre, durch erzwungene Schließung und Ein­ schränkung in der Bewirtung der Gäste konnten die notwendigen Zahlen nicht erreicht werden,

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nun gilt es nach vorne zu schau­ en und den Fokus auf hochwer­ tige Bewirtung zu legen. Die Bu­ chungslage ist zufriedenstellend, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

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Zufall im neuen Glanz Die auf 2265 Metern Höhe gelegene Schutzhütte wurde erfolgreich umgebaut. von Michael Andres

Hintermartell - „Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist sehr

schön geworden“, freut sich Uli Müller. Der Morterer ist seit über 20 Jahren Hüttenwirt auf der Zufallhütte im hinteren Martelltal. Kürzlich wurden die Sanierungs- und Umbauarbeiten auf rund 2.265 Metern Höhe abgeschlossen. Unter anderem entstanden zwei neue Dächer, zudem wurden die Brandschutzmaßnahmen auf den neuesten Stand gebracht. Sanitäre Anlagen wurden erneuert, unter anderem wurden im oberen Stockwerk neue Duschen errichtet. Auch die in die Jahre gekommenen elektrischen Anlagen wurden erneuert und moderni­ siert. Im oberen Stockwerk, wo der alte Dachstuhl abgetragen wurde, entstanden neue Zimmer mit teils neuen Einrichtungen. Mit dem Altholz des abgetragenen Dachstuhls wurde ein Zimmer im ersten Stock eingerichtet. „Ein Schmuckstück“, freut sich Hüttenwirt Uli.

Beispielhafte Zusammenarbeit

Die Bauarbeiten dauerten rund 13 Monate an, die Kosten übernahm das Land Südtirol als Besitzer der Schutzhütte. Der Latscher Archi­ tekt Uwe Rinner war verantwortlich für die Planung, das Ingenieur­ büro Patscheider & Partner hatte die Bauleitung inne und arcfacto­ ry agierte als Generalunternehmen. Ralph Rathiens vom Amt für technische Gebäudeverwaltung war als Ansprechpartner des Landes für den Bau zuständig. „Die Zusammenarbeit klappte hervorragend“, lobt Hüttenwirt Uli. Architektonisch sei es wichtig gewesen, die Charakteristik des Hauses zu erhalten. Bereits Anfang Juni bei der Eröffnung der Sommersaison konnten sich die zahlreichen Gäste ein Bild vom neuen Schmuckstück im hinteren Martelltal auf über

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2265 Metern Höhe machen. Geöffnet bleibt die Hütte im Sommer noch bis Mitte Oktober. Im Winter ist sie dann von Februar bis Anfang Mai offen. Vor allem Tagestouristen zählen zu den Gästen. Platz bietet die Zufallhütte mit mehr als 90 Betten aber auch für Nächtigungen, im Winter zählen etwa Skibergsteiger zu den Gästen, im Sommer Wanderer. „Die Möglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung sind vielfältig, das hier ist ein Paradies“, weiß Hüttenwirt Ulrich.

...das hier ist ein Paradies. Hüttenwirt Uli Müller

1882 erbaut

Erbaut worden war die Zufallhütte im Jahre 1882 durch Marteller Arbeiter und Zimmerleute, im Auftrag der Sektion Dresden des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Gebäude geplündert und beschädigt. 1926/27 wurde die Zufallhütte der Sektion Mailand des CAI (ital. Alpenverein) übergeben und wieder hergerichtet. 1939 wurde die Hütte mit einer Spende von Maria Foglia aus Mailand erweitert. Maria Foglia tätigte die Spende im Gedenken an den verunglückten Bergsteiger Nino Corsi. Nach ihm wurde die Hütte im Anschluss an die Erweiterung benannt. Letztmals wurde die Hütte in den 1980er Jahren umgebaut, 2005 wurden einige Brandschutzarbeiten erledigt. „Es war an der Zeit, das wieder etwas gemacht wurde“, lobt der Hüttenwirt.

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WANDERN

Auf neuen alten Wegen zur Wurzer Alm Oft schon sind wir auf dieser beliebten Alm gewesen, doch diesmal wählen wir eine Strecke, die selbst uns neu ist. Erst dem Erlebnisweg entlang zum Wasserfall und hinein ins Tal, ehe es bergauf zur Alm und in der Runde zurückgeht. von Christl Fink

Früh am Morgen nehmen wir den Bus nach Hafling und steigen bei der Kreuzung Kirch­ dorf/Falzeben an der Tankstelle aus. Wir überqueren die Straße und gehen in die glei­ che Richtung weiter bis zur hohen Brücke. Unmittelbar davor führen Stufen hinauf zum Erlebnisweg. Wer mit dem Pkw ankommt, findet am Beginn der Straße nach Falzeben, gleich rechts, einen Parkplatz. Bei dem Holz­ häuschen führen Stufen hinunter zur Höfe­ straße, die wir bis zum „Bürgeleweg“, dem Erlebnisweg, weitergehen.

die hohe Brücke fast in Vergessenheit geriet, wird nun als Haflinger Erlebnisweg wieder aufgewertet. Neu ist das Holzgeländer zur Bachseite hin, neu die Schautafeln, die für Erwachsene und eigens auch für Kinder Wis­ senswertes zum Thema Haflinger Pferd bieten. Neu sind auch die sehr originellen Möglich­ keiten, Geschicklichkeit und Gleichgewicht zu testen. Ehe wir es uns versehen, sind wir bei der alten Brücke, die über den Sinichbach führt.

entlang geht es nun nicht mehr weiter, und so schlängelt sich der Pfad in Serpentinen auf­ wärts. Eine Aussichtplattform zeigt uns den kleinen Wasserfall in seiner ganzen Schönheit, früher gab es hier nichts als unbegehbare Wildnis. Über kleine Brücken und Treppen kommen wir zu einem breiten Querweg. Wir wenden uns nach links, weiter hinein ins Tal.

Am Spielplatz vorbei zum Wasserfall

Alter Weg wird neuer Weg

Gleich nach der Brücke wenden wir uns nach links, um längs des Baches weiterzugehen. Kurz darauf kommen wir zu einem originellen Spielund Rastplatz. Im Weiterwandern begleitet uns bald bloß noch das Rauschen des Sinichbaches. Ansonsten umgibt uns große Stille. Dem Bach

Über eine Brücke geht es zur anderen Talsei­ te, und über einen Wiesenweg nur mäßig ansteigend zu einer zweiten Brücke. Bei der nächsten Abzweigung wenden wir uns sofort nach rechts und folgen dem Schild Mosch­ wald. An einem Neubau vorbei kommen wir auf einen schmalen Wiesensteig. Beim Er­ scheinen dieses Wandertipps, ist das Gras

Jener Weg, der einst als einziger zum Kirchdorf, d.h. zum Zentrum der so weit verstreuten, bajuwarischen Siedlung führte, dann aber in­ folge der neuen, schnellen Verbindung über 26

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Erst in Richtung Moschwald


Originelle Geschicklichkeitstests längs des Weges

Der Wasserfall rauscht, zischt und sprudelt

Friedliches Idyll längs des Aufstieges

sicher schon gemäht, wir jedoch werden bis zu den Knien nass. Unter dem Mittelbergerhof kommen wir endlich zur Abzweigung. Gera­ deaus führt der Weg dem Bach entlang zur Moschwaldalm, nach rechts über die Brücke geht es in Richtung Wurzeralm. Kurz vor dem allerletzten Hof, dem Buggel, beginnt der Forstweg, Bachaufwärts, dem Ziel entgegen

Froh, so zeitig gestartet zu sein, wandern wir noch im Schatten, dem Enzianbach entlang aufwärts bis zu einer kleinen Brücke, über die wir müssen. Der Steig führt kurz steil bergan. Erste blühende Alpenrosen Ende Mai! Bald wird es gemütlicher, immer wieder führen kleine Brücken über ein Wässerlein, wir über­ queren einen Forstweg und wandern bergan bis zur breiten Forststraße, die auf die Alm führt. Hier weiden die Kühe im saftigen Gras. Kurz gehen wir die Straße aufwärts, nehmen den ersten Weg, der am Waldrand unmarkiert nach rechts führt und kommen gleich zum markierten Wanderweg. Auf diese Weise müssen wir nicht über die öde Forststraße.

Die Haflinger Pfarrkirche

Almen im Frühlingskleid

Binnen kurzem erreichen wir ein kleines Gatter und sehen auch schon den Rauch aus dem Kamin der Hütte aufsteigen. Auf der Wurzer Alm

Nun geht es über eine freie Almfläche auf­ wärts, dann lädt die Wurzer Alm zur Einkehr. Der höchste Punkt unserer heutigen Wande­ rung ist erreicht. Hinter dem Haus grüßen der Ifinger und die Verdinser Plattenspitze, wäh­ rend sich auf einigen Gipfeln der Texelgruppe Sahnehäubchen gleich, kleine Wölkchen ge­ setzt haben. Pferde genießen die obere Weide, ein Pfau schreit, immer mehr Wanderer kommen von allen Seiten. Nach kurzer Rast wandern wir nun in weiter Runde zurück. Breite Wege abwärts

Erst wandern wir, dem Wegweiser Leadner Alm folgend, auf breitem Weg bis zur Abzwei­ gung. Ab jetzt führt ein markierter, aber nicht nummerierter Weg in weiten Serpentinen abwärts, durch ein Gatter und Hafling entge­ gen. Unter den Bergwiesen geht es nach rechts,

diesen entlang bis wir zum asphaltierten Forstweg kommen, den wir abwärts müssen. An einem Marterle vorbei erreichen wir wie­ derum eine Abzweigung. Alle Wege führen nun ins Dorfzentrum mit der Bushaltestelle unterhalb der Kirche. Wer sein Auto am Parkplatz stehen hat, muss noch über die hohe Brücke zurück.

info Anfahrt: Mit dem Linienbus oder PKW von Meran nach Hafling, Tankstelle, Abzweigung Falzeben. Ausgangspunkt: Hafling, Bürgeleweg: (1250 m) Ziel: Wurzer Alm (1707 m) Gehzeit insgesamt: rund 3 ½ - 4 Stunden Bushaltestelle > Beginn des Weges zur Wurz: 1 Std. > Wurzer Alm: 1 Std. > Rückweg zur Haltestelle im Dorfzentrum: 1 ½ Std. Beste Zeit: Mai bis zum ersten Schneefall BAZ 12/22

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DORFGESCHEHEN

Der Gögelehof in Außerhütt in Hinterpasseier In der geschichtlichen Aufarbeitung unserer Höfe zeigen sich Tradition und Aufbruch, lässt sich der Wandel der gesellschaftlichen Strukturen erkennen. Veit Pamer hat sich mit einem guten Dutzend Hofgeschichten des Burggräfler Raumes einen Namen gemacht. In seinem neuesten Buch geht es um den Gögelehof in Außerhütt im hinteren Passeiertal. Genera­ tionen von vier Familien haben in den vergangenen Jahrhunderten auf 1500 Metern Meereshöhe gelebt, gearbeitet und ein Zuhause gefunden. Mit der aus dem Jahr 1630 stammenden Urkunde beginnt Veit Pamer die Geschichte des Hofes zu erforschen, die im Volksmund auch „Joggelegut“ genannt wird. Er selbst ist in der Nähe des Hofes aufgewachsen und kennt daher Land und Leute sehr gut. Heute ist der Hof im Besitz von Alexan­ der Kaserer aus Plaus. Seine Mutter Monika stammt vom Gögelehof, der nach schwierigen Zeiten nun wieder bewirtschaftet wird. Mit großer Fachkenntnis hat Veit Pamer die Hofgeschichte nachgezeichnet. Zur Vorstellung der neuen Tirolensie in Plaus waren neben der Besitzfamilie zahlreiche Interessierte aus dem Passeiertal und dem Burggrafenamt gekommen. Mit historischen Bildern und besonderen Volksliedeinlagen durch den Burggräfler Singkreis zeichnete Pamer in seinem Vortrag die Geschichte der vergangenen vier Jahrhunderte am Gögelehof lebendig nach: von Christan Gögele, der 1630 den Hof erwarb, über die Besitzer­ familien Pixner, Marth und wieder Gögele bzw. Kaserer im 20. Jahrhun­ dert. Einen Beitrag in Pamers Hofgeschichte liefert diesmal auch Georg Hörwarter. Der Obmann der Burggräfler Heimatpfleger stellte das nahe gelegene Kirchlein zum Heiligen Joseph vor, das vor allem durch seine außergewöhnliche Lage ein Schmuckstück auf Hütt darstellt. Interessan­ te Details finden sich in der neuen Tirolensie reichlich: etwa dass um 1630

auf dem Hof, als in Europa der Dreißigjährige Krieg wütete, Weizen angebaut wurde, und das auf 1500 Metern. „Unsere Höfe waren Selbst­ versorger, hatten alles, was sie zum Überleben brauchten“, sagte Pamer. Johannes Ortner erklärt den Namen „Gögele“. Es muss sich dabei laut dem Meraner Volkskundler um einen mittelalterlichen Übernamen handeln, im Sinne von „lustig, ausgelassen, üppig“. Wie sich Höfe und bäuerlicher Zusammenhalt in Krisen, vor allem in Kriegszeiten, bewäh­ ren, darauf ging Franz Pahl ein. Der langjährige Landtagsabgeordnete bedankte sich bei Veit Pamer für sein Bemühen, durch seine Hof- und Familiengeschichten die bäuerlichen Wert- und Lebensvorstellungen für zukünftige Generationen zu bewahren. Der Burggräfler Singkreis, den Veit Pamer seit 40 Jahren leitet, führte unter anderem auch nur mündlich überliefertes Volksliedgut auf und gestaltete die Buchvorstellung musika­ lisch im historischen Stadel des Sagschneiderhofes in Plaus.

Veit Pamer bei seiner Buchvorstellung in Plaus

Marling hat ein Gesundheitszentrum bekommen Von orthopädischen Behandlungen bis hin zu Akupunktur und klassischer Homöopathie

„Gesundheit ist eine Reise, kein Ziel“, schreibt Julia Götsch. Die langjährige Reha-Fachärztin am Krankenhaus Meran hat kürzlich ein „Medical Center“ in Marling eröffnet. „Eine Bereicherung für die Gemeinde, für die Menschen, die Hilfe und Heilung suchen, sagte Bürgermeister Felix Lampa­ cher. Pfarrer Edmund Ungerer segnete das neue Gesundheits­ zentrum „Pazeider“, „Ort der Begegnung, Hoffnung und Hilfe, der viele Menschen glücklich machen soll“, wie der Tiroler Pfar­ rer wünschte. Julia Götsch ist ausgebildete Fachärztin für phy­ sikalische Medizin und Rehabili­ tation. Sie hat sich auf die Behand­ lung von orthopädischen und neurologischen Problematiken 28

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Marling hat sein Gesundheitszentrum. Im Bild v.l. Bürgermeister Felix Lampacher, Pazeider-Chef Stephan Kofler, Julia Götsch, Pfarrer Edmund Ungerer, Daniele Seppi und Carsten Weber-Isele

sowie chronische Schmerzbe­ handlungen spezialisiert. Zusam­ men mit der Physiotherapeutin Carmen Malin, dem Psychiater Carsten Weber-Isele und dem Theologen Daniele Seppi wird im

neuen Marlinger Gesundheits­ zentrum ein ganzheitliches Be­ handlungskonzept umgesetzt: klassische Homöopathie, Aku­ punktur, Kräutermedizin, Sauer­ stoff-Zelltraining neben Infiltra­

tionen in Rücken und Gelenke, multimodale Therapien bei chro­ nische Schmerzen oder Reha-Be­ handlungen bei orthopädischen und neurologischen Problemati­ ken.


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BAZ Nr. 12 vom 21/06/2022 by Bezirksmedien GmbH - Issuu