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Interview mit Daniel Tschopp, Leiter Hotellerie & Logistik im Bethesda Spital Basel

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Hospital Forum

1–2/2017

Focus

Qualité et sécurité: comment progresser? Qualität und Sicherheit: Wie weiter? Interview du mois

Focus

Trend

L’art de la signalétique: une aide précieuse 4

Importance et limites des indicateurs 12

Kommunikation richtig dosieren 24


Focus

«Jeden Tag wird frisch gekocht»

Salat oder Dessert dazu bestellen oder weglassen. Die Mitarbeitenden des RoomService haben die Gesamtverantwortung für die kulinarische Versorgung der Patienten. Diesen persönlichen Kontakt schätzen unsere Patienten sehr. Dank der gezielten Wahl des Menüs konnten wir den Foodwaste deutlich reduzieren und das Wohlbefinden der Patienten steigern; denn früher fühlten sie sich gezwungen, das zu essen, was auf ihrem Tablett liegt.

Herr Tschopp, Sie sind unter anderem für die Verpflegung der Patienten im Bethesda Spital in Basel zuständig. Welche Grundsätze verfolgen Sie in der Patientengastronomie? Das Bethesda Spital ist bekannt für seine frische Küche. Wir produzieren täglich vier Menüs zur Auswahl. Zusätzlich können unsere Privatpatientinnen und -Patienten von verschiedenen à-la-Carte-Gerichten auswählen. Wir legen Wert auf regionale, saisonale Produkte und artgerechte Tierhaltung. Unsere Eier sind beispielsweise aus Freilandhaltung und unser Kaffee ist aus Fairtrade-Produktion. In vielen Spitälern können die Patienten das Menü per Touchscreen am Patiententerminal bestellen. Bieten Sie dies auch an? Nein. Bei uns fragen die Mitarbeitenden des Room-Service die Patienten, welches Menü sie am nächsten Tag wünschen. Sie können jede einzelne Position wie Suppe,

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Sehen Sie es auch so, dass die Ansprüche in der Verpflegung bei den Patienten zugenommen haben? Das ist in der Tat so. Die Unverträglichkeiten und Allergien haben zugenommen. Bei circa 12 Prozent aller Patienten passen wir die Kost entsprechend an. Aus diesem Grund findet täglich ein Rapport mit der tagesverantwortlichen Pflege statt. Dieser Informationsaustausch ist enorm wichtig,

Welche Herausforderungen haben Sie in Ihrem Alltag zu bewältigen? Die Versicherer fordern klar ersichtliche Dienstleistungsunterschiede zwischen den drei Versicherungsklassen. Im November 2016 wurde deshalb das Hotellerie Klassenkonzept eingeführt. Die Patientinnen und Patienten erhalten alle dieselben Dienstleistungen im diagnostischen, medizinischen und pflegerischen Angebot. Privat- oder Halbprivatversicherte haben jedoch in Bezug auf die Einzelnutzung des Zimmers, die bessere Ausstattung sowie die noch vielfältigere Verpflegung diverse Vorteile. Aber auch die Allgemeinversicherten können das Angebot der höheren Kategorie nutzen, wie

Foto: Bethesda Spital

Daniel Tschopp, Leiter Hotellerie & Logistik, Spitalleitungsmitglied, Bethesda Spital Basel

nur so kann jede Patientin, jeder Patient individuell und bedürfnisgerecht betreut werden. Auch unsere multikulturellen Patienten halten an ihren Essgewohnheiten fest, dies wollen wir natürlich respektieren.

Im Bethesda Spital in Basel wurden im letzten Jahr pro Koch und Jahr 18 400 Mahlzeiten zubereitet.


Wäscheverbrauch Bethesda Spital 2016 Bezeichnung Patientenwäsche Mitarbeiterbekleidung Bereichsbekleidung Diverses Total Wäscheteile

Teile 420 700 56% 154 000 20% 109 500 15% 70 300 9% 754 500 100%

Kosten Patientenwäsche pro Pflegetag CHF 10.60 Mitarbeiter Berufskleidung Kosten pro Kopf/Monat CHF 48.80

beispielsweise à-la-Carte-Gerichte, Früchte und Patisserie vom Dessertwagen am Nachmittag oder jederzeit einen Kaffee trinken. Diese Angebote sind dann aber kostenpflichtig. Das Klassenkonzept hat sich gut etabliert und bewährt.

Mit welchen technischen Entwicklungen rechnen Sie in naher Zukunft? In der Küche sind wir mit den energieeffizienten Kochgeräten wie Kombidämpfer, Schockfroster oder dem Sous-Vide-Garer bereits sehr fortschrittlich ausgerüstet. Hier gilt es, noch alle Finessen der Geräte auszunutzen. Wir haben vor Kurzem Roboter getestet, die die Abwaschmaschine befüllen sollten. Da sind wir jedoch an die Grenzen der Technik gestossen. Die Roboterarme waren nicht in der Lage, die Tabletts auf den jeweiligen Höhen herauszuziehen. Diesen Frühling stehen Pilotphasen mit Robotern für den Transport, beispielsweise von Wäsche, an. Erste Tests funktionierten vielversprechend. Ein GPSGerät am Transportroboter steuert diesen – auch via Lift – in die entsprechende Station. Auch Reinigungsroboter für Gänge und grosse Flächen, Tiefgaragen oder Gehwege sind bei uns für einen zukünftigen Einsatz in der Evaluation. Q

Mirja Huber-Kopp, Kommunikation & Marketing, Bethesda Spital Basel; mirja.huber@bethesda-spital.ch

Plusieurs classes pour le service hôtelier Un coup d’œil dans les coulisses de l‘hôtellerie et de la logistique montre comment le Bethesda Spital, à Bâle, répond aux attentes croissantes des patients, à la pression des coûts et aux développements technologiques. Le «room service» est responsable de l’offre culinaire. Selon Daniel Tschopp, directeur Hôtellerie & Logistique, le bienêtre des patients a été amélioré par les menus à choix. Pour 12% des patients, le régime alimentaire doit être adapté en raison d’intolérances et d’allergies, ce qui nécessite un rapport quotidien avec le responsable des soins. Comme les assureurs exigent des différences importantes entre les trois catégories d’assurances, le concept de classes a été introduit en novembre 2016 pour le service hôtelier. Les assurés de base peuvent aussi profiter des prestations de la catégorie la plus élevée, qui leur sont ensuite facturées. La pression des coûts est sensible aussi dans l’approvisionnement. Concilier croissance de l’activité et réduction des surfaces de stockage demande d’optimiser continuellement les processus d’achat. L’hôpital a externalisé le nettoyage et la blanchisserie, avec des avantages considérables selon Daniel Tschopp. ■

Foto: Bethesda Spital

Wie sieht es im Bereich Logistik aus? Auch im Bereich der Beschaffung spüren wir den Kostendruck. Hier wollen wir beste Qualität zum besten Preis über gezielte Volumenbündelungen pro Lieferant erzielen. Geringeren Lagerflächen bei gleichzeitigem Wachstum begegnen wir mit kontinuierlicher Optimierung des Materialbeschaffung-Prozesses. Seit zwei Jahren werden die rund 20 dezentralen Lager über ein intern entwickeltes Kanban-System direkt durch den Zentraleinkauf bewirtschaftet. Die Nutzer profitieren täglich von einer nahtlosen Versorgung.

Haben Sie Dienste in Ihrem Gesamtbereich ausgelagert? Wir haben die Reinigung und die Wäscheversorgung extern vergeben. Die Vorteile sind beachtlich. In der Reinigung werden die Rekrutierung der Mitarbeitenden, die Beschaffung der Maschine und der Reinigungsmittel sowie die Schulung und Bekleidung des Mitarbeiterstabs komplett extern übernommen. Die Leistungs-Verzeichnisse sind klar definiert, dokumentiert und erlauben eine exakte Budgetierung. Diese Auslagerungen haben wir bereits vor Jahren erfolgreich umgesetzt. Heute zeigt sich, es war die richtige Entscheidung.

Die Patienten schätzen den persönlichen Kontakt mit dem Personal des Room Service.

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