2026
MÖHREN-MAGAZIN
GEMEINSAM GESTALTEN WIR DIE ZUKUNFT DER MÖHREN 10-12
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DIE MÖHREN DER ZUKUNFT ZÜCHTEN: EIN JENGA-SPIEL MIT HOHEM EINSATZ
EIN STARKER START: WIE DIE SAATGUTBEHANDLUNG DEN ERTRAG AUF DEM FELD BEEINFLUSST
EINE SCHLÜSSELKOMPETENZ FÜR MODERNE LANDWIRTE: MIT DATEN BESSERE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN
Eine Veröffentlichung der Bejo Samen GmbH Danziger Straße 29 47665 Sonsbeck T: +49 2838 98989-0 E: info@bejosamen.de W: www.bejosamen.de Herausgegeben von Bejo Zaden B.V. Postfach 50 1749 ZH Warmenhuizen Niederlande T: +31 (0)226 396 162 E: info@bejo.com W: www.bejo.com Redaktionsteam
Mathieu Fasola
Annika Ruijter Daniëlle Bruin Kelly Burger Lisette Alders Jelger van Weydom Fotografie & Bildbearbeitung Petra Tesselaar Design in Beeld | Visuelle Kommunikation Design & Layout
JEDE GROSSARTIGE GESCHICHTE IN DER LANDWIRTSCHAFT BEGINNT AUF DIESELBE ART: MIT EINEM SAMENKORN. EIN SAMENKORN IST MEHR ALS NUR DER AUSGANGSPUNKT EINER KULTURPFLANZE; ES ERWECKT POTENZIAL ZUM LEBEN. EIN SAMENKORN TRÄGT NICHT NUR DIE GENETIK VON HEUTE IN SICH, SONDERN AUCH DAS VERSPRECHEN VON MORGEN. BEI BEJO STEHT DIESE ÜBERZEUGUNG IM MITTELPUNKT UNSERES HANDELNS.
Nathalie España Mieke Schilder (Studio Mieke) JEEN Druck Koopmans’ Druckerei B.V., Zwaag Wir danken allen Kollegen und Partnern von Bejo, die zu diesem Magazin beigetragen haben, einschließlich derjenigen, die Fotos und Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben. Aus den Informationen in diesem Magazin können keine Rechte abgeleitet werden. Artikel oder Teile davon dürfen nur mit Genehmigung von Bejo Zaden B.V. und unter ordnungsgemäßer Quellenangabe reproduziert werden.
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BEJO CARROT MAGAZINE
Bei der Züchtung geht es nicht nur um die Entwicklung von Sorten, sondern darum, die Zukunft zu antizipieren und auf die sich wandelnden Bedürfnisse der gesamten Wertschöpfungskette einzugehen. Dazu müssen wir eng mit Erzeugern, Verarbeitern, Einzelhändlern und letztlich den Verbrauchern vernetzt bleiben. Nur wenn wir Markttrends, Konsumgewohnheiten und die Realitäten der Produktion verstehen, können wir Möhrensorten entwickeln, die auch in den kommenden Jahren relevant, widerstandsfähig und wertvoll bleiben.
Ein Jahrzehnt zunehmender Komplexität In den letzten zehn Jahren ist unsere Branche komplexer geworden, als viele erwartet hatten. Pflanzenschutzmittel werden stetig eingeschränkt, wodurch die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten begrenzt werden. Gleichzeitig ist der Klimawandel kein fernes Problem mehr – er ist tägliche
VORWORT
GEMEINSAM GESTALTEN WIR DIE ZUKUNFT DER MÖHREN
Realität. Wir erleben heißere Tage, gefolgt von kühleren Nächten, unvorhersehbare Wetterverhältnisse und immer häufiger auftretende Starkregenfälle. Diese Veränderungen wirken sich direkt auf den Ertrag, die Qualität und die Ertragsstabilität der Kulturen aus. Auch jenseits der Felder nimmt der wirtschaftliche Druck spürbar zu. Veränderliche Material- und Energiekosten, volatile globale Märkte und veränderte regulatorische Rahmenbedingungen prägen den gesamten Agrarsektor. Vom Saatgutunternehmen über die Landwirtschaft bis hin zum Handel bleibt kein Akteur davon unberührt. Diese Herausforderungen stehen nicht für sich allein. Sie verstärken sich gegenseitig und nehmen an Dynamik zu.
Gemeinsam in die Zukunft blicken Vor diesem Hintergrund wird eines deutlich: Die Zukunft lässt sich nicht im Alleingang gestalten. Das Saatgut ist der Anfang der Kette, aber es ist nicht die gesamte Lösung. Innovation muss über die Genetik hinausgehen. Sie erfordert Zusammenarbeit im gesamten Ökosystem – von der Züchtung und Agronomie bis hin zur Lagerung, Verarbeitung und Marktpositionierung. Wir bei Bejo sehen unsere Verantwortung in zweierlei Hinsicht. Erstens darin, die Natur weiter zu erforschen, genetische Vielfalt zu erschließen und Sorten zu entwickeln, die den Anforderungen einer sich wandelnden Welt gerecht werden. Zweitens darin, aktiv mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten, um die entscheidenden Herausforderungen der Zukunft zu identifizieren.
Die Zukunft der Möhren wird nicht von einem einzigen Durchbruch oder einem einzelnen Akteur bestimmt werden. Sie wird durch eine Reihe bewusster, gemeinsam getroffener Entscheidungen geprägt sein.
Gemeinsam weiter vorankommen Es gibt eine einfache Wahrheit, die heute mehr denn je gilt: Allein kommen wir schneller voran. Gemeinsam kommen wir weiter. Die vor uns liegenden Herausforderungen sind groß, aber die Chancen sind es ebenso. Indem wir die Verbindungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärken, unsere Bemühungen aufeinander abstimmen und uns gemeinsamen Zielen verpflichten, können wir eine widerstandsfähigere, innovativere und nachhaltigere Möhrenindustrie aufbauen. Alles beginnt mit einem Samenkorn. Doch durch Zusammenarbeit wächst es heran. Und gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Möhren. Mathieu Fasola, Leiter des Bereichs Wurzelgemüse bei Bejo
BEJO CARROT MAGAZINE
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INHALTSVERZEICHNIS
DIE REISE HINTER JEDER MÖHRE SORTENAUSWAHL UND ANBAUPLANUNG
SA ATGUTPRODUKTION UND -VERBESSERUNG
MARKT- UND VERBRAUCHERNACHFRAGE
ZÜCHTUNG UND FORSCHUNG
Einblick in globale Trends, sich wandelnde Märkte und Verbrauchererwartungen. Diese Erkenntnisse zeigen, wohin sich die Nachfrage entwickelt, und helfen dabei, Entscheidungen entlang der gesamten Lieferkette zu treffen.
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DIE WELTWEITE MÖHRENLANDSCHAFT
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AUSBLICK: GLOBALE TRENDS, DIE DIE MÖHRENBRANCHE NEU GESTALTEN
Entwicklung widerstandsfähiger Sorten durch Vorwegnahme zukünftiger Herausforderungen. Genetisches Wissen und Innovation vereinen sich, um Möhren zu züchten, die unter sich ändernden Bedingungen gute Erträge liefern.
10 DIE MÖHREN DER
ZUKUNFT ZÜCHTEN: EIN JENGA-SPIEL MIT HOHEM EINSATZ
14 GEN-EDITIERUNG ER-
KLÄRT: EIN KLARER BLICK AUF DIE ZUKUNFT DER MÖHRENZÜCHTUNG
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BEJO MÖHREN-MAGAZIN
Groß angelegte Produktion von hochwertigem Saatgut zur Unterstützung einer starken Ernteerträge. Fortschrittliche Saatgutproduktionsmethoden und -technologien gewährleisten Konsistenz auf dem Feld.
16 DIE „BLACK BOX“ DER MÖHRENSAATGUTPRODUKTION ENTSCHLÜSSELN
21 GENAUERER ABSTAND, BESSERER ERTRAG: UMHÜLLUNG VON SAATGUT IN DER PRAXIS
22 EIN STARKER START:
WIE DIE SAATGUT BEHANDLUNG DEN ERTRAG AUF DEM FELD BEEINFLUSST
Abstimmung der Genetik auf lokale Bedingungen, Marktbedürfnisse und Anbaustrategien. Landwirte und Experten treffen fundierte Entscheidungen, um Ertrag, Qualität und Risikomanagement zu optimieren.
24 VOM FELD IN DIE ZUKUNFT
26 MÖHRENANBAU WELTWEIT
BEVOR EINE MÖHRE AUF DEM TELLER LANDET, DURCHLÄUFT SIE VIELE ETAPPEN. VOM VERSTÄNDNIS DER MARKTNACHFRAGE ÜBER DEN ANBAU BIS HIN ZUR VERARBEITUNG UND ZUBEREITUNG – JEDER SCHRITT PRÄGT, WIE MÖHREN IN DEN KOMMENDEN JAHREN ANGEBAUT, VERWENDET UND GESCHÄTZT WERDEN. DIESES MAGAZIN BEGLEITET DIESEN WEG UND LÄSST JEDE ETAPPE DURCH GESCHICHTEN, EIN BLICKE UND PERSPEKTIVEN AUS DER GESAMTEN LIEFERKETTE LEBENDIG WERDEN.
ANBAU UND ERNTE
EINZELHANDEL UND GASTRONOMIE
VERARBEITUNG UND VERPACKUNG
Anwendung von Fachwissen und Innovation, um gesunde, uniforme Möhren anzubauen. Eine sorgfältige Bewirtschaftung von Boden und Wasser sowie die Pflanzenpflege unterstützen die Ertragsleistung während des gesamten Wachstumszyklus.
30 EINE SCHLÜSSEL
KOMPETENZ FÜR MODERNE LANDWIRTE: MIT DATEN BESSERE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN
34 MÖHRENERNTE UND -ANBAU IM LIBANON
ZUBEREITUNG UND VERZEHR
Vermarktung und Verkauf von Möhren. Preisgestaltung, Werbung und Präsentation bestimmen, wie Möhren verkauft und von den Verbrauchern wahrgenommen werden. Aufbereitung der Möhren für verschiedene Märkte und Verwendungszwecke. Nach der Ernte werden die Möhren sortiert, verarbeitet und an spezifische Anforderungen angepasst.
Der Genuss von Möhren in verschiedenen Kulturen und Küchen. Sie spielen eine Rolle bei alltäglichen Mahlzeiten und besonderen Anlässen und werden auf vielfältige Weise zubereitet.
50 EIN GEMÜSE FÜR
JEDEN: INSPIRATION AUS ALLER WELT
54 WUSSTEST DU 41 VOM MASSENPRO-
DUKT ZUM KONZEPT: HARVEST MOON ÜBER DEN AUFSTIEG DER SNACK-MÖHREN
SCHON? – WISSENSWERTES ÜBER MÖHREN
44 KAROTTEN AM SCHEI36 DIE ZUKUNFT VON TK - MÖHREN
38 INNOVATION HINTER DEN KULISSEN
DEWEG: STIMMEN AUS DEM WELTWEITEN EINZELHANDEL ZU WERT, QUALITÄT UND DEM NÄCHSTEN SCHRITT NACH VORN
48 MÖHREN IM REGAL:
INSPIRATION AUS DEM EINZELHANDEL WELTWEIT
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DIE WELTWEITE MÖHRENLANDSCHAFT DIE MÖHRE IST EINE WELTWEIT ANGEBAUTE UND VIELSEITIGE KULTURPFLANZE. IN VIELEN REGIONEN DOMINIEREN DIE NANTES-SORTEN DIE PRODUKTION. DAS LOKALE KLIMA UND DIE REGIONALEN VORLIEBEN BESTIMMEN DIE UNTERSCHIEDE BEI DEN SORTEN UND DEN MARKTSCHWERPUNKTEN. DAS WACHSTUM WIRD DURCH DEN BEVÖLKERUNGSANSTIEG, DIE NACHFRAGE DER VERARBEITENDEN INDUSTRIE UND ZÜCHTUNGSFORTSCHRITTE GESTÜTZT.
EUROPA 150.0 0 0 H A
Breites Spektrum an NantesSorten, Amsterdam-Sorten, Berlicum, Flakkee und Chantenay. Geringer Anteil an Imperator-Sorten.
AMERIKA & OZEANIEN 150.0 0 0 H A Nantes, Imperator, Berlicum, Chantenay Wichtigste Sorten: Pismo, Bangor, Natuna, Berlin, Belgrado, Cordoba
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BEJO MÖHREN-MAGAZIN
Wichtigste Sorten: Nerac, Nairobi, Mokum, Natuna,
MARKT- UND VERBRAUCHERNACHFRAGE
Die wichtigsten globalen Nachfragetreiber sind: u
Bevölkerungswachstum
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Hoher Ertrag pro Hektar, Lagerfähigkeit
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Ausbau der verarbeitenden Industrie, Diversifizierung Genetische Verbesserungen wie Ertragsstabilität, Krankheitsresistenz, Haltbarkeit
ASIEN 450.000 HA Kuroda, Chantenay, Nantes Wichtigste Sorten: Natuna, Cordoba, Cascade, Caspi, Canton
AFRIKA, NAHER OSTEN 250.000 HA Continental Nantes, Chantenay, Berlicum
Quelle: FAO und interne Daten von Bejo
Wichtigste Sorten: Natuna, Cordoba, Cascade, Nevis
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AUSBLICK: GLOBALE TRENDS, DIE DIE MÖHREN BRANCHE NEU GESTALTEN VERSCHIEDENE FAKTOREN FÜHREN DAZU, DASS EINE ENGERE ZUSAMMENARBEIT ENTL ANG DER GESAMTEN WERTSCHÖPFUNGSKET TE ERFORDERLICH WIRD.
DIE WELT RUND UM DIE MÖHRE VERÄNDERT SICH RASANT, UND DIE BRANCHE KANN SICH NICHT MEHR ALLEIN AUF STABILITÄT VERLASSEN. WAS EINST ALS ZUVERLÄSSIGE KULTURPFLANZE GALT, WIRD ZUNEHMEND VON ENTWICKLUNGEN AUSSERHALB DES FELDES SELBST BEEINFLUSST. WETTERVERHÄLTNISSE WERDEN IMMER UNVORHERSEHBARER, LIEFERKETTEN STEHEN UNTER WACHSENDEM DRUCK, UND DIE ERWARTUNGEN DER VERBRAUCHER ENTWICKELN SICH STÄNDIG WEITER. Infolgedessen steigen die Erwartungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erzeuger, Züchter, Verarbeiter und Einzelhändler müssen alle mehr leisten: gleichbleibende Qualität, größere Widerstandsfähigkeit und einen höheren Marktwert – oft mit weniger Ressourcen. Diese Trends sind nicht mehr nur im Entstehen begriffen, sondern prägen bereits heute die täglichen Entscheidungsprozesse. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, darauf zu reagieren, sondern sie zu antizipieren und immer einen Schritt voraus zu sein.
Eine Welt im Wandel Eine Reihe von Entwicklungen verändert den Möhrensektor gleichzeitig grundlegend. Einer der sichtbarsten Treiber ist die Gesundheit. Da Verbraucher zunehmend Wert auf eine gesunde Ernährung legen, gewinnen Gemüsesorten wie Möhren an Bedeutung. Gleichzeitig gehen die Erwartungen mittlerweile über den reinen Nährwert hinaus. Convenience, Geschmack und einfache Zubereitung sind in vielen Märkten zu unverzichtbaren Anforderungen geworden. Auch die Produktionsbedingungen werden anspruchsvoller. Zunehmende Wetterschwankungen – von Hitzestress bis hin zu starken Regenfällen – verringern die Vorhersagbarkeit der Erträge und setzen die Ernteerträge unter Druck. Hinzu kommt die schrittweise Reduzierung der verfügbaren Pflanzenschutzmittel, wodurch die den Erzeugern zur Verfügung stehenden Mittel eingeschränkt wer-
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den. Über den Acker hinaus verschärfen sich der wirtschaftliche und der regulatorische Druck. Schwankende Inputkosten, Preisvolatilität und sich ändernde Vorschriften beeinflussen Entscheidungen entlang der gesamten Kette, von der Produktionsplanung bis zur Produktpositionierung. Als Reaktion darauf spielt Technologie eine immer zentralere Rolle. Lösungen für die Präzisionslandwirtschaft, wie datengesteuerte Bewässerung und mechanische Unkrautbekämpfung, unterstützen eine gezieltere und fundiertere Entscheidungsfindung auf dem Feld. Gleichzeitig wächst der Markt für Möhren weiter. Sich ändernde Konsumgewohnheiten treiben das Wachstum in Segmenten wie Frische Möhren, Snacks und Fertigprodukten voran. Diese Erweiterung der Anwendungsmöglichkeiten schafft sowohl neue Chancen als auch höhere Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Vom Trend zur Realität Diese Entwicklungen sind in jeder Phase der Kette sichtbar, beginnend mit dem Saatgut. In der Züchtung verlagert sich der Fokus auf eine ausgewogene Leistungsfähigkeit. Ertrag und Gleichmäßigkeit bleiben zwar unverzichtbar, müssen nun aber mit Qualitätsmerkmalen wie Haltbarkeit und optischer Attraktivität kombiniert werden. Auch Widerstandsfähigkeit ist zu einer zentralen Priorität geworden. Sorten
MARKT- UND VERBRAUCHERNACHFRAGE
müssen unter wechselnden Bedingungen und mit weniger Pflanzenschutzmöglichkeiten bestehen und dabei eine gleichbleibende Qualität gewährleisten. Zuverlässigkeit unter Druck ist mittlerweile genauso wichtig wie Spitzenleistung unter optimalen Bedingungen.
und Marktpositionierung in den nachgelagerten Bereichen. Gleichzeitig fließen Informationen schneller durch die gesamte Kette, und die Verbindung zwischen Saatgut und Verkaufsregal wird immer stärker.
Auf dem Feld spiegelt sich dies in anpassungsfähigeren Anbaustrategien wider. Die Erzeuger passen die Aussaatzeiträume an, erschließen neue Anbaugebiete und investieren in Bodengesundheit und Wassermanagement. In tropischen und subtropischen Regionen schränken Dürre, Versalzung und Hitze das Produktionspotenzial ein, während in kontinentalen Klimazonen starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht die Pflanzenentwicklung beeinträchtigen. Diese Herausforderungen erfordern neue Ansätze, um sowohl Ertrag als auch Qualität zu sichern.
In diesem Zusammenhang wird Zusammenarbeit zu einem entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. Eine engere Abstimmung zwischen Züchtern, Erzeugern, Verarbeitern und Einzelhändlern ermöglicht eine gleichmäßigere Leistung und gezieltere Reaktionen auf gemeinsame Herausforderungen. Außerdem stärkt sie die Verbindung zwischen den Gegebenheiten vor Ort und den Marktanforderungen.
Weiter entlang der Lieferkette bleiben die Erwartungen hoch. Die Nachfrage der Verbraucher nach Convenience-Produkten steigt weiter an. Der Aufstieg von Snack-Möhren in mehreren Märkten verdeutlicht den Wandel von der Möhre als Kochzutat hin zu einem verzehrfertigen Produkt mit eigenem Verzehrmoment. Auch die Anforderungen an die Nachhaltigkeit werden immer greifbarer. Neue Verpackungsvorschriften beschleunigen beispielsweise den Übergang zu recycelbaren Materialien und weniger Abfall. Dies wirkt sich direkt darauf aus, wie Möhren verpackt, transportiert und präsentiert werden. Infolgedessen wird die Produktentwicklung zunehmend von regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst, was die Entscheidungsfindung zusätzlich erschwert.
Eine stärker vernetzte Lieferkette
Mit Blick auf die Zukunft tritt der Möhrensektor in eine anspruchsvollere, aber auch dynamischere Phase ein. Durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit, die Schaffung neuer Produktwerte und eine engere Zusammenarbeit kann der Sektor effektiver auf die Kräfte reagieren, die seine Zukunft prägen. Möhren sind nicht mehr nur eine Massenkultur. Sie entwickeln sich zu einem vielseitigeren und differenzierteren Produkt, das fest auf dem Feld verwurzelt ist, aber zunehmend von Entwicklungen außerhalb des Feldes geprägt wird.
Zusammengenommen führen diese Entwicklungen zu einer stärker vernetzten Lieferkette. Entscheidungen, die in früheren Phasen getroffen werden – wie beispielsweise die Sortenauswahl –, beeinflussen zunehmend die Verarbeitung, Verpackung
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DIE MÖHREN DER ZUKUNFT ZÜCHTEN: EIN JENGA-SPIEL MIT HOHEM EINSATZ WER EINE MÖHRE BETRACHTET, WIRD SCHNELL FESTSTELLEN, DASS ES SICH UM EINE SCHEINBAR EINFACHE KULTURPFLANZE HANDELT. DOCH HINTER JEDER GUTEN MÖHRE VERBIRGT SICH EIN ZÜCHTUNGSPROZESS, DER ALLES ANDERE ALS EINFACH IST. GERADE BEI MÖHREN SPIELEN VIELE FAKTOREN EINE ROLLE: GENETIK, BODEN, BESTÄUBUNG, KLIMA UND MARKTANFORDERUNGEN. DIES ERFORDERT EINE EINZIGARTIGE KOMBINATION AUS EINEM BREITEN GENPOOL, LANGJÄHRIGER EXPERTISE, EINEM GLOBALEN NETZWERK IN ALLEN RELEVANTEN KLIMAZONEN, KONTINUIERLICHER INNOVATION UND EINER ENGEN VERBINDUNG ZUR PRAXIS. DIESE KOMBINATION ERMÖGLICHT ES BEJO, HEUTE SORTEN ANZUBIETEN, DIE SICH IN DER PRAXIS BEWÄHREN UND DEN GRUNDSTEIN FÜR DIE MÖHREN VON MORGEN LEGEN. Unsere Züchtungsexperten Rudie Steentjes, Wim Zwaan und Peter A. Dekker geben Einblicke und erklären, was es braucht, um die Möhren der Zukunft zu züchten.
Eine Kulturpflanze, die sich nicht leicht kontrollieren lässt Aus genetischer Sicht ist die Möhre für Züchter eine einzigartige Kulturpflanze. „Die Möhre ist eine sogenannte Populationskultur“, erklärt Steentjes. „Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsekulturen neigt sie von Natur aus nicht zur Einheitlichkeit. Dies liegt am Risiko der Fremdbestäubung und an der biologischen Anfälligkeit für Inzucht. Andererseits ist von Anfang an eine große genetische Variation innerhalb der Kulturpflanze vorhanden. Die Pflanzen unterscheiden sich voneinander in kleinen, aber relevanten Merkmalen wie Blütezeit, Wuchskraft, Resistenz und Ertrag. Diese Variation macht Möhren stark und widerstandsfähig, stellt die Züchtung jedoch vor eine zusätzliche Herausforderung. Schließlich wünscht sich der Landwirt eine Sorte, die einheitlich wächst, Jahr für Jahr konstante Leistungen erbringt und über eine gute Saatgutverfügbarkeit verfügt, damit sie jedes Jahr erneut ausgesät werden kann.“
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Genau darin liegt der Kern der Herausforderung: Wie erreicht man Einheitlichkeit, ohne die Vitalität der Kulturpflanze zu verlieren? „Die Züchtung von Möhren erfordert daher ständig einen Ausgleich zwischen Einheitlichkeit einerseits und Ertragspotenzial sowie Robustheit andererseits“, bemerkt Dekker. „Je einheitlicher eine Linie wird, desto größer ist das Risiko, dass Ertragspotenzial und Vitalität unter Druck geraten. Zudem wird die Saatgutproduktion aufgrund unvorhersehbarer Wetterbedingungen, des reduzierten Einsatzes von Chemikalien und wachsender Insektenpopulationen, die sich von den Embryonen der reifenden Möhrensamen ernähren, immer schwieriger. Dies ist ein komplexes Gebiet, das Erfahrung, Geduld und handwerkliches Geschick erfordert.“ Zudem wird der Erfolg einer Möhrensorte weitgehend von anderen Faktoren als der Genetik allein bestimmt. Möhren sind eine ausgesprochen bodenabhängige Kulturpflanze. „Mindestens 50 Prozent des Erfolgs einer Sorte werden durch die Anbaubedingungen bestimmt“, erklärt Dekker. „Bodenstruktur, Feuchtigkeitsversorgung, Düngung, Aussaatdichte und Bodenleben haben einen enormen Einfluss darauf, wie sich eine Sorte entwickelt. Eine Sorte, die auf einer bestimmten Bodenart gut abschneidet, schneidet an einem anderen Standort möglicherweise nicht so gut ab. Das bedeutet, dass
ZÜCHTUNG UND FORSCHUNG
Wim Zwaan, Rudie Steentjes & Peter A. Dekker
die Züchtung niemals isoliert von den praktischen Bedingungen betrachtet werden kann . Sorten müssen nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch unter den unterschiedlichsten Feldbedingungen weiterhin robuste Leistungen erbringen.“ Schließlich macht die Bestäubung die Züchtung von Möhren komplex. Möhren sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Bienen und andere Insekten spielen daher eine direkte Rolle bei der Samenproduktion und der Erhaltung der genetischen Reinheit. Dies macht die Kulturpflanze besonders empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen. Wildmöhren in der Nähe von Anbaugebieten können beispielsweise unerwünschte Kreuzbestäubungen verursachen. Wer Möhren erfolgreich züchten will, muss daher nicht nur die Genetik beherrschen, sondern auch die Anbaubedingungen, die Bestäubungsbiologie und die Standortwahl bis ins Detail verstehen.
WUSSTEN SIE SCHON: Das Karottenangebot ist mittlerweile eine farbenfrohe Angelegenheit: Neben der orangefarbenen Variante gibt es eine Auswahl an roten, weißen, violetten und gelben Karotten. Die spannendste Sorte für Züchter ist die „Rainbow“. Eine Sorte, bei der sich auf natürliche Weise eine definierte Aufteilung der Farben über das gesamte Spektrum hinweg zeigt: von Weiß über Gelb und Lachsrosa bis hin zu Orange. Gregor Mendel, der Gründer der Vererbungslehre und der Pflanzenzüchtung, wäre neidisch !
Ein fortlaufender Prozess aus Wissen und Kreuzungen Da dies so viel Wissen und Zeit erfordert, ist Kontinuität in der Möhrenzüchtung von unschätzbarem Wert. „Die Entwicklung einer neuen Möhensorte kann leicht fünfzehn Jahre dauern“, erklärt Zwaan. „Züchter bauen daher stets auf der Arbeit von Kollegen auf, die zuvor an denselben genetischen Linien gearbeitet haben.“ Es handelt sich nicht um einen Prozess aus isolierten Projekten, sondern vielmehr um einen fahrenden Zug mit unzähligen Waggons voller Kreuzungen, Selektionen und Beobachtungen. Im Durchschnitt werden jedes Jahr 2.000 verschiedene Kreuzungen durchgeführt, validiert, verfeinert oder eingestellt. Allein die Gesamtdienstjahre von Zwaan, Dekker und Steentjes entsprechen jahrzehntelanger Erfahrung. Das bedeutet, dass neue Züchter nicht bei Null anfangen müssen, sondern in ein reichhaltiges System aus gesammeltem Wissen und genetischem Material einsteigen können.
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VORSTELLUNG UNSERES TEAMS
PETER A. DEKKER – LEITER DER ZÜCHTUNG (MÖHREN, SPARGEL, LAUCH UND RADIESCHEN) u
In seinen 24 Jahren bei Bejo hat Peter mit vielen Kulturpflanzen gearbeitet, doch Möhren waren schon immer sein Spezialgebiet (und vielleicht auch seine Lieblingspflanze?). Er ist stolz darauf, wie Bejo praktische Erfahrung und moderne Technologie erfolgreich in Einklang bringt. Seine Lieblingssorte ist Natuna, derzeit die größte Möhrensorte, an der er selbst gemeinsam mit seinem Team aus Züchtungsund Forschungskollegen gearbeitet hat.
RUDIE STEENTJES – ZÜCHTUNGSLEITER (MÖHREN) u
Mit über 12 Jahren Erfahrung in der Züchtung hat Rudie einen reichen Erfahrungsschatz aufgebaut. Heute leitet er das Möhren-Züchtungsprogramm von Bejo. Neben den Fortschritten bei tropischen Möhren ist seine Lieblingssorte die Chantenay-Sorte „Caspi“, an deren Entwicklung er selbst mitgewirkt hat.
WIM ZWAAN – MÖHREN-ZÜCHTER u
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Da Wim auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, hat er ein ausgeprägtes Gespür dafür, was eine Sorte in der Praxis leisten muss und wie sich dies in Züchtungsziele umsetzen lässt. Nach 37 Jahren bei Bejo haben Möhren für ihn kaum noch Geheimnisse. Mit seinem breiten praktischen und theoretischen Wissen ist Wim ein erfahrener Züchter, der es genießt, sein Fachwissen an die nächste Generation weiterzugeben. Seine Lieblingssorten sind Natuna und Novara – Sorten, an denen in Südeuropa seit vielen Jahren gearbeitet wird und die nach und nach Marktanteile gewinnen.
Eine breite Grundlage als Ausgangspunkt Ein starkes Möhrenprogramm beginnt bei den Grundlagen: ausreichende genetische Vielfalt, um die gezielte Entwicklung neuer Sorten zu ermöglichen. Im Laufe vieler Jahrzehnte wurde innerhalb des Möhrenportfolios eine enorme Vielfalt an Typen, Merkmalen und Anpassungen aufgebaut. Das Sortiment von Bejo mit 130 Sorten zeigt, wie breit diese Palette mittlerweile geworden ist: von frühen und späten Nantaiser-Typen über Berlikumer, Chantenay, Imperator und Kuroda bis hin zu (sub-)tropischen Typen, die sowohl für den konventionellen als auch für den ökologischen Anbau geeignet sind. Diese breite genetische Basis ist kein Luxus, sondern eine strategische Notwendigkeit. Die Anforderungen an Möhrensorten werden immer spezifischer. Ein Markt verlangt Glätte, Farbe und Gleichmäßigkeit für den Frischmarkt. Ein anderer Markt stellt dagegen hohe Anforderungen an die Verarbeitbarkeit, wie beispielsweise eine robuste Möhre mit weniger Bruchstellen, eine hohe Ausbeute oder eine hervorragende Haltbarkeit. Hinzu kommen Krankheitsresistenz, Keimfähigkeit und Geschmack. Nur ein Züchtungsprogramm mit einer breiten Palette an genetischen Bausteinen kann solche Merkmale weiterhin kombinieren, ohne Abstriche bei anderen Aspekten zu machen.
Möhrenzüchtung = Geschicklichkeitspiel Die Möhrenzüchtung lässt sich am besten mit dem Geschicklichkeitsspiel „Jenga“ vergleichen. Mit jedem Schritt fügt man einer bestehenden Sorte ein neues Merkmal hinzu: Resistenz, Ertrag, Farbe, Geschmack, Keimfähigkeit, Lagerfähigkeit, Verarbeitbarkeit. Doch sobald man einen einzigen Block entfernt, kann das Gleichgewicht verloren gehen. In der Züchtung wird dies als „Stacking Traits“ bezeichnet. Die Kunst besteht darin, neue Merkmale hinzuzufügen, ohne bisherige Qualitäten zu verlieren. Eine Sorte, die zwar bei der Krankheitsresistenz besser abschneidet, aber plötzlich leichter bricht, wird in der Praxis dennoch den Anforderungen nicht gerecht. Genau deshalb erfordert die moderne Möhrenzüchtung eine äußerst präzise Entwicklung des Gesamtpakets.
Nah am Erzeuger, nah an der Praxis Die Züchtung findet daher nicht isoliert von der praktischen Realität statt – und bei Möhren ist diese praktische Realität der ultimative Test. Da Bodenund Anbaubedingungen einen so großen Einfluss haben, muss ein Züchter wissen, was auf dem Betrieb des Anbauers vor sich geht. Durch die enge Zusammenarbeit mit Anbauern und Versuchsstandorten erhält man schnell Rückmeldungen aus der
ZÜCHTUNG UND FORSCHUNG
Praxis. „So erhalten wir Informationen aus erster Hand über sich ändernde Bedingungen oder Anforderungen“, sagt Dekker. Was sich dort zeigt, kann direkt in neue Selektionen und Kreuzungen einfließen.
Neue Herausforderungen erfordern neue Kombinationen Heute liegt die Messlatte für die Möhrenzüchtung höher als je zuvor. Eine Sorte muss mittlerweile in immer mehr Bereichen gleichzeitig starke Leistungen erbringen. Klimawandel, strengere Gesetzgebung, sich wandelnde Marktanforderungen und ein schrumpfendes Angebot an Pflanzenschutzmitteln führen dazu, dass die Anzahl der erforderlichen Merkmale weiter steigt. Eine internationale Präsenz in verschiedenen Klimazonen ist in dieser Hinsicht von großer Bedeutung, da der Klimawandel zu einer Verlagerung der Anbau- und Produktionsgebiete führt. Infolgedessen nehmen beispielsweise Dürre und Versalzung zu. Darüber hinaus breiten sich Krankheiten und Schädlinge im Einklang mit dem Klima aus. Dies verändert die Eignung von Flächen grundlegend. Steentjes erklärt: „Merkmale, die früher vor allem in Südeuropa relevant waren, können plötzlich auch in Nordwesteuropa unverzichtbar werden. Man denke an Resistenzen gegen neue Viren oder Schädlinge, die durch sich verändernde Insektenpopulationen verursacht werden. Aber auch an Salztoleranz in Gebieten, in denen die Versalzung zunimmt, an eine hohe Blattqualität und eine gute Keimfähigkeit unter wechselnden Bedingungen.“ Wer in verschiedenen Regionen tätig ist, kann solche Veränderungen besser antizipieren und hat Zugang zu genetischem Material aus unterschiedlichen Umgebungen, um neue Kombinationen zu schaffen. Dank eines breiten internationalen Genpools kombinieren die Züchter von Bejo Resistenzen und Anpassungen in Sorten aus verschiedenen Regionen, die für die neuen Gegebenheiten geeignet sind. Selbst die Geopolitik spielt heutzutage eine immer bedeutendere Rolle. Diskussionen über Herkunftsländer, Einfuhrbeschränkungen und pflanzengesundheitliche Risiken machen die Wahl der Anbaugebiete komplexer. Nicht jedes Land akzeptiert Saatgut aus jeder beliebigen Region. Zudem können neue Standorte wiederum neue Risiken mit sich bringen, wie etwa unterschiedliche Krankheitsmuster oder Wildmöhren in der Umgebung, die die Bestäubung beeinflussen. Gerade in solchen Situationen ist es ein großer Vorteil, global tätig zu sein und Erfahrung mit verschiedenen Anbaugebieten und Klimaszenarien zu haben. Dies stärkt nicht nur ein Züchtungsprogramm, sondern macht es auch widerstandsfähiger.
Ökologischer Landbau als Katalysator für Robustheit Der Aufstieg des ökologischen Landbaus hat die Züchtung robuster Möhrensorten weiter vorangetrieben. In ökologischen Anbausystemen müssen sich Sorten stärker auf ihre eigene genetische Widerstandsfähigkeit verlassen. Diese Entwicklung ist jedoch nicht nur für Biobauern relevant. Auch im konventionellen Landbau nimmt der Druck zu, weniger chemische Hilfsstoffe einzusetzen. Folglich wächst die Bedeutung natürlicher Resistenzen und starker, widerstandsfähiger Pflanzen für den gesamten Sektor.
Warum technische Innovationen uns helfen, den Vorsprung zu halten Mit dem Wachstum des Genpools steigt auch die Komplexität der zu treffenden Entscheidungen. Deshalb spielen Software, Datenanalyse und neue Züchtungstechniken eine immer wichtigere Rolle bei der Unterstützung des Entscheidungsprozesses. Durch die Kombination von Daten aus Versuchen, Feldbeobachtungen,
Wachstumsmessungen und DNA-Analysen lassen sich gezieltere und schnellere Entscheidungen über vielversprechende Kreuzungen treffen. Moderne Analysemethoden helfen dabei, Muster zu erkennen, die mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind. Schnellzüchtung und DNA-Analysen ermöglichen es, Generationen schneller zu durchlaufen und Merkmale in einem früheren Stadium zu identifizieren. Auf diese Weise lässt sich der Züchtungsprozess effizienter gestalten, ohne dabei an Genauigkeit einzubüßen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Züchtungs- und Forschungsabteilungen ist in dieser Hinsicht unerlässlich. Durch die Umsetzung der neuesten Forschungstechniken in praktische Züchtungsschritte werden Fortschritte in immer schnellerem Tempo erzielt. Letztendlich bleibt Erfahrung unverzichtbar. Die Möhrenzüchtung ist ein langfristiges Unterfangen, das Fachwissen und ständiges Urteilsvermögen erfordert. Daten geben die Richtung vor, doch das Interpretieren von Signalen, das Verstehen des Verhaltens auf dem Feld und das Treffen der richtigen Entscheidungen erfordern nach wie vor das scharfe Auge und die Einsicht des Züchters. Die Zukunft liegt daher nicht in der Wahl zwischen Mensch und Technologie, sondern in der Kombination beider..
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GEN-EDITIERUNG ERKLÄRT: EIN KLARER BLICK AUF DIE ZUKUNFT DER MÖHRENZÜCHTUNG WIE ENTWICKELT MAN WIDERSTANDSFÄHIGERE MÖHRENSORTEN IN EINER ZEIT ZUNEHMENDEN KRANKHEITSDRUCKS, DES KLIMAWANDELS UND STRENGERER VORSCHRIFTEN? EINE DER TECHNIKEN, DIE IN DIESEM ZUSAMMENHANG IMMER HÄUFIGER GENANNT WIRD, IST DIE GEN-EDITIERUNG. EIN THEMA, DAS NEUGIER WECKT, ABER AUCH FRAGEN AUFWIRFT. WAS GENAU IST GEN-EDITIERUNG? WAS IST SIE NICHT? UND WIE KANN SIE ZUR ZUKUNFT DER MÖHRE BEITRAGEN? Für diesen Artikel haben wir mit drei Kollegen gesprochen, die sich täglich mit diesem Thema beschäftigen: Diana Katschnig, leitende Forscherin im Bereich Phytopathologie und Inhaltsanalyse, Marcel Adriaanse, leitender Forscher im Bereich Gewebekultur und Zellbiologie, sowie Klaas Schotanus, leitender Forscher im Bereich Merkmalsentdeckung und Genomik. Gemeinsam geben sie Einblicke in eine Technologie, die vielleicht weniger aufregend ist, als sie scheint, aber für die Zukunft von großer Bedeutung sein könnte.
Was ist Gen-Editierung? Diese Art der Genbearbeitung lässt sich am besten als kleine, gezielte Veränderung der DNA einer Pflanze verstehen. Sie ist vergleichbar mit der Änderung einiger Buchstaben in einem Textdokument. Wie Adriaanse treffend erklärt: Es ist, als würde man ein einzelnes Wort oder einen einzelnen Buchstaben korrigieren. Die traditionelle Züchtung arbeitet oft mit größeren genetischen Regionen, während die Genbearbeitung es ermöglicht, sich ganz gezielt auf ein einzelnes Merkmal zu konzentrieren. Man denke zum Beispiel an ein Gen, das die Resistenz gegen eine Krankheit beeinflusst. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Prozess an sich nicht neu ist. Veränderungen dieser Art treten auch in der Natur auf, dort jedoch zufällig und in großem Maßstab. Die Genbearbeitung ermöglicht es, diesen Prozess gezielter und effizienter anzuwenden.
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Was ist Gen-Editierung nicht? Es gibt nach wie vor viele Missverständnisse rund um die Gen-Editierung. Laut Katschnig, besteht der wichtigste Unterschied darin, dass Genbearbeitung keine Gentechnik (GVO) im herkömmlichen Sinne ist. Es werden keine Gene anderer Arten hinzugefügt. Die Veränderung bleibt innerhalb der bestehenden DNA der Pflanze. Grundsätzlich könnte das, was dabei entsteht, auch auf natürliche Weise entstehen. Es handelt sich auch nicht um ein „Wundermittel“. Die Genbearbeitung ist keine Lösung für alle Probleme. Unser Wissen über die Genetik ist nach wie vor begrenzt, und viele Prozesse in Pflanzen sind noch nicht vollständig entschlüsselt. Wie Adriaanse betont, ist sie lediglich ein zusätzliches Werkzeug im Werkzeugkasten des Züchters.
Die Zukunft der Züchtung unterstützen Bei Bejo wird diese Genbearbeitung in erster Linie eingesetzt, um ein besseres Verständnis für bestimmte Merkmale zu erlangen. Sie hilft Forschern, präziser zu arbeiten und schneller zu testen, ersetzt jedoch keine bestehenden Züchtungsverfahren. Die Züchtung bleibt ein Prozess des Testens, Bewertens und Verbesserns. Auch bei der Gen-Editierung müssen Pflanzen unter verschiedenen Bedingungen
ZÜCHTUNG UND FORSCHUNG
GEN-EDITIERUNG: Klaas Schotanus, Diana Katschnig & Marcel Adriaanse
ausgiebig getestet werden. Die größte Stärke liegt in der Kombination: Traditionelle Züchtung, Forschung und neue Techniken verstärken sich gegenseitig.
FAKTEN MYTHEN
Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der Resistenz. Indem Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten gemacht werden, lässt sich der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel reduzieren. Dies kommt nicht nur dem Landwirt zugute, sondern auch der Umwelt und der Nahrungskette. Wie Katschnig betont, sind weniger äußere Maßnahmen erforderlich, wenn Pflanzen von Natur aus widerstandsfähiger sind.
Blick in die Zukunft Die Entwicklung der Genbearbeitung steckt noch in den Kinderschuhen. Derzeit ist über Möhren im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen noch wenig bekannt. Doch die Perspektive ist klar: Je mehr Wissen verfügbar wird, desto gezielter können wir arbeiten. Das Ziel ist klar. Wie Schotanus so treffend formuliert, geht es letztendlich darum, Pflanzen zu entwickeln, die von Natur aus robust und so unabhängig wie möglich von äußeren Eingriffen sind. Oder wie es während der Diskussion hieß: Die eigentliche Arbeit beginnt damit, den „Text“ der DNA zu verstehen. Und dort gibt es noch viel zu entdecken. Genbearbeitung mag wie ein riesiger Schritt klingen. In Wirklichkeit ist sie ein logischer nächster Schritt in einer langen Tradition der Pflanzenzüchtung. Ein Schritt, der nicht alles verändert, uns aber dabei hilft, gezielter auf starke, zuverlässige Möhrensorten für die Zukunft hinzuarbeiten.
Gen-Editierung ist dasselbe wie GVO.
Bei der GenEditierung wird innerhalb der pflanzeneigenen DNA gearbeitet. Es werden keine Gene anderer Arten hinzugefügt.
Dadurch entstehen unnatürliche Pflanzen
Die vorgenommenen Veränderungen können auch auf natürliche Weise auftreten.
Es ist eine Wunderlösung
Die Gen-Editierung ist ein Werkzeug. Noch ist nicht alles an der Pflanze vollständig entschlüsselt, und umfangreiche Tests sind weiterhin notwendig.
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
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DIE „BLACK BOX“ DER MÖHRENSAATGUTPRODUKTION ENTSCHLÜSSELN WIE PRAKTISCHES FACHWISSEN, DATENGESTÜTZTE INNOVATION UND DIE KRAFT DER NATUR BEI DER MÖHRENSAMENPRODUKTION ZUSAMMENWIRKEN
MIT MEHR ALS 130 MÖHRENSORTEN IN UNSEREM PORTFOLIO UND STÄNDIG IN DER ENTWICKLUNG BEFINDLICHEN NEUEN HYBRIDEN BETREIBT BEJO EINES DER FORTSCHRITTLICHSTEN NETZWERKE ZUR MÖHRENSAMENPRODUKTION WELTWEIT. JEDE SORTE HAT IHRE EIGENEN PRODUKTIONSMERKMALE UND REAGIERT UNTERSCHIEDLICH AUF KLIMA, BODENBEDINGUNGEN UND ANBAUBEDINGUNGEN. DIE GEWÄHRLEISTUNG EINER ZUVERLÄSSIGEN SAMENQUALITÄT UND -VERFÜGBARKEIT ERFORDERT DAHER WEIT MEHR ALS NUR ANBAUKENNTNISSE ODER TECHNOLOGIE ALLEIN. Unsere Experten Jos Doodeman, Youri Draaijer und Robbert-Jan Seeleman gewähren uns einen Blick hinter die Kulissen der Möhrensamenproduktion bei Bejo und erläutern die damit verbundenen Herausforderungen.
Warum Möhren eine so komplexe Kulturpflanze sind Die Produktion von hochwertigem Möhrensaatgut ist alles andere als einfach. Tatsächlich handelt es sich um eines der anspruchsvollsten Systeme in der Gemüsesaatgutproduktion. Im Gegensatz zu anderen Kulturpflanzen reagieren Möhren während des gesamten Produktionszyklus äußerst empfindlich auf Umweltbedingungen. Sie werden auf Freilandflächen angebaut, blühen erst im zweiten Jahr und sind stark auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenbedingungen, Bestäubungsaktivität und Blühbedingungen beeinflussen alle direkt die Samenqualität und den Ertrag.
Vom Wissen der Landwirte zur datengestützten Produktion Deshalb beginnt eine erfolgreiche Saatgutproduktion auf dem Feld. Jos Doodeman, Bejos globaler Spezialist für Saatgutproduktion, ist fest davon überzeugt, dass praktisches Anbau-Know-how nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren für den Produktionserfolg ist und traditionell über Generationen hinweg aufgebaut wird. Das Verständnis dafür, wie eine Kulturpflanze – egal wie stark ihre Genetik
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auch sein mag – auf Bodenbedingungen, Wasserverfügbarkeit, Wetterverhältnisse und Bestäubungsaktivität reagiert, lässt sich nicht allein aus Daten ableiten. Es entsteht durch jahrelange Beobachtung, Tests und die kontinuierliche Verbesserung der Anbaumethoden über den gesamten Anbauzyklus hinweg. Dieses Fachwissen spielt auch bei der Auswahl der Produktionsstandorte eine wichtige Rolle. Produktionsfelder werden oft in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Landwirten angelegt, die die lokalen Bedingungen kennen und Zugang zu der richtigen Infrastruktur, den richtigen Maschinen und dem nötigen Anbau-Know-how haben. Laut Doodeman beginnt Resilienz mit Diversifizierung. Um Klima- und Produktionsrisiken zu verringern, verteilt Bejo daher die Möhrensamenproduktion auf mehrere Klimazonen, Länder und beide Hemisphären. Dieser globale Ansatz schafft Flexibilität und hilft dabei, Sorten mit den Umgebungen abzustimmen, in denen sie am besten gedeihen. Gleichzeitig stellt er fest, dass die Produktionssysteme immer komplexer werden. Laut Doodeman liegt die Zukunft in der Kombination beider Welten: fachliche Anbau-Kenntnisse, unterstützt durch moderne Technologie. Youri Draaijer, Global Production Research Manager bei Bejo, kann dem nur zustimmen.
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Robbert-Jan Seeleman
Von der „Black Box“ zum messbaren Prozess Die Unwägbarkeiten des Anbaus macht die Möhre zu einer idealen Kulturpflanze für den Einsatz datengestützter Technologien. Traditionell ließen sich viele Bereiche der Saatgutproduktion nur schwer vollständig überwachen. Die Pflanzen wurden erfolgreich ausgesät, angebaut und geerntet, doch ein Großteil des dazwischenliegenden biologischen Prozesses beruhte stark auf Erfahrung und visuellen Beobachtungen. Da die Erzeuger mit zunehmend unvorhersehbaren Wetterbedingungen, Krankheitsdruck und sich ändernden Vorschriften konfrontiert sind, werden Möhren noch anfälliger für äußere Einflüsse. „Bei Möhren kann man alles richtig machen und trotzdem sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen“, erklärt Draaijer. „Je besser die Produktionsteams verstehen, was auf dem Feld vor sich geht, desto besser können sie Risiken antizipieren und ihre Entscheidungsfindung optimieren.“ Technologie wird zu einer immer wichtigeren Ergänzung des praktischen Fachwissens in der Saatgutproduktion, wodurch die „Black Box“ allmählich transparenter wird. Eines der immer wiederkehrenden Themen bei der Verbesserung der Saatgutqualität und -produktion ist das Timing. „Vieles läuft schief, einfach weil die richtige Entscheidung nicht zum richtigen Zeitpunkt oder ohne ausreichende Informationen getroffen wurde“, sagt Draaijer.
WUSSTEN SIE SCHON: Drohnenbilder für vielfältige Anwendungen genutzt werden können? Fotos von jungen Pflanzen können sowohl zur Erkennung von Abweichungen als auch zur Pflanzenzählung verwendet werden. Drohnen dienen als Datenquelle für fortschrittliche KI-Techniken, ihre Bilder lassen sich jedoch auch auf sehr einfache Weise zur Berechnung der Fläche eines bestellten Feldes nutzen. Je nach Komplexität der Phänotypisierungsaufgabe benötigt ein KI-Modell mindestens Tausende von Bildern, um zuverlässige Erkenntnisse zu generieren.
Hier kommt der kontinuierlichen Überwachung in jedem Schritt des Produktionsprozesses eine besondere Bedeutung zu. Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Felddaten können Produktionsteams Schwankungen früher erkennen, das Timing verbessern und während der gesamten Vegetationsperiode fundiertere Entscheidungen treffen.
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In jedem Schritt des Anbauzyklus Die Überwachung beginnt lange bevor die Kulturpflanze auf den Acker kommt. Saatgutpartien werden genetisch getestet und auf Krankheiten und Bakterien untersucht, bevor die Elternlinien international versandt werden. Sobald die Produktion beginnt, werden während des gesamten Produktionszyklus detaillierte Informationen über Bodenbedingungen, Bewässerungsbedarf und Pflanzenentwicklung erfasst. Drohnen, Sensoren, KI-gestützte Bildanalyse und Feldüberwachungssysteme können Produktionsteams dabei unterstützen, messbare Kontrollpunkte über den gesamten Anbauzyklus hinweg zu erstellen. Diese Technologien werden gründlich getestet, um folgende Aspekte zu überwachen: u
Pflanzenanzahl nach der Aussaat und Überwinterungserfolg
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Blühstadien
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Pflanzenentwicklung
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Empfehlungen zur Bestäubung
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Erkennung von Unkraut, Krankheiten und Abweichungen
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Ertragserwartungen
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Optimaler Erntezeitpunkt
Im Bestäubungsmanagement beispielsweise erfassen Drohnen detaillierte Bilder von männlichen und weiblichen Blüten. KIModelle analysieren diese Bilder anschließend, um den optimalen Zeitpunkt für den Einsatz von Bestäubern auf dem Feld zu ermitteln. In manchen Fällen kann das System bereits objektivere Einschätzungen vornehmen als Experten vor Ort, die unter Zeitdruck arbeiten. „Der Einsatz von Drohnentechnologie und Datenanalyse hilft nicht nur dabei, Anpassungen in Echtzeit vorzunehmen. Er trägt auch langfristig zur Prognostizierung bei“, sagt Robbert-Jan Seeleman, Forscher für globale Saatgutproduktion bei Bejo.
KI ist nach wie vor auf menschliches Fachwissen angewiesen
„Eine resiliente Zukunft beginnt mit stärkeren Gemüsearten.“ Jos Doodeman
Trotz der rasanten Entwicklung von KI-Technologien bleibt menschliches Fachwissen unverzichtbar. Das Training von KI-Systemen erfordert enorme Mengen an hochwertigen Felddaten, Bildkennzeichnung und fachkundige Interpretation. Tausende von Bildern müssen analysiert und validiert werden, bevor Modelle Wachstumsstadien, Krankheiten oder Abweichungen auf den Anbaufeldern zuverlässig erkennen können. „Das Sammeln der Bilder ist einfach“, sagt Draaijer. „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dem Modell beizubringen, was es tatsächlich sieht.“ Hier trifft Technologie auf landwirtschaftliches Wissen. Genau wie Landwirte muss auch das Modell geschult werden. Das macht praktisches Produktionswissen umso wertvoller. In vielerlei Hinsicht entwickelt sich KI zu einer Möglichkeit, generationsübergreifende Felderfahrung digital zu erfassen und zu skalieren.
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In Tasmanien werden einige dieser Technologien bereits in praktischen Produktionsumgebungen getestet, wo Modelle zunehmend Produktionsentscheidungen in Echtzeit unterstützen.
LERNEN SIE DEN EXPERTEN KENNEN:
An Produktionsstandorten in Nordamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland investiert Bejo zudem in Überwachungs-, Analyse- und Präzisionsanbautechniken. Analysen des Pflanzensafts helfen den Produktionsteams, die Nährstoffaufnahme und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen während der gesamten Vegetationsperiode besser zu verstehen. Dieses Wissen unterstützt gezieltere Anbaustrategien und trägt dazu bei, den Bedarf an externen Eingriffen in den Anbau wo möglich zu reduzieren.
JOS DOODEMAN - GLOBAL SEED PRODUCTION SPECIALIST u
Im Einklang mit der Natur „Letztendlich geht es darum, mit der Natur zu arbeiten, anstatt sie zu kontrollieren“, sagt Draaijer. Die Natur bleibt der entscheidende Faktor bei der Karottensamenproduktion. Gesunde Böden, starke Genetik, ausgewogene Nährstoffversorgung und effektive Bestäubung beeinflussen direkt die Saatgutqualität und den Ertrag. Allein die Bestäubung erfordert ein sorgfältiges Management, da die Saatgutproduktion stark von Bienen und anderen Insekten abhängt, die unter Freilandbedingungen tätig sind.
YOURI DRAAIJER - LEITER DER GLOBALEN PRODUKTIONSFORSCHUNG u
Die Biodiversität schafft daher sowohl Chancen als auch zusätzliche Komplexität. Ein gesundes Ökosystem fördert Bestäuber und die natürliche Widerstandsfähigkeit, während verwilderte Verwandte der Möhre und umliegende Kulturen ein striktes Isolationsmanagement erfordern, um die Sortenreinheit zu gewährleisten. Laut Doodeman hängt die zukünftige Widerstandsfähigkeit zunehmend von der Stärkung der Kulturpflanze selbst ab. Da sich die Vorschriften weiterentwickeln und die Erzeuger auf nachhaltigere Produktionssysteme umstellen, verlagert sich der Fokus auf die Verbesserung der natürlichen Widerstandsfähigkeit der Pflanzen, der Bodenvitalität und der effizienten Nährstoffnutzung. Dieses Veränderungsmanagement wird uns helfen, die Qualität insgesamt zu verbessern. Dies steht voll und ganz im Einklang mit der Strategie von Bejo, nachhaltige Anbausysteme aufzubauen, die weniger auf chemische Eingriffe angewiesen sind.
Von der ökologischen Produktion lernen Die langjährige Erfahrung von Bejo in der ökologischen Saatgutproduktion hat viele dieser Entwicklungen beschleunigt. Seit mehr als 30 Jahren leistet Bejo Pionierarbeit in der ökologischen Saatgutproduktion, bei der Kul-
Aufgewachsen in einer landwirtschaftlichen Familie und mit mehr als 30 Jahren Erfahrung bei Bejo hat der globale Saatgut produktionsspezialist Jos Doodeman seine gesamte berufliche Laufbahn im Bereich der Gemüsesaatgutproduktion verbracht. Im Laufe der Jahre hat er sich umfangreiches Fachwissen in der Möhrensaatgutproduktion angeeignet und unterstützt Produktionsteams auf der ganzen Welt. Eine seiner Lieblingssorten ist nach wie vor „Mokum“ – eine Möhre, die für ihre bewährte Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und ihren Geschmack bekannt ist.
Youri Draaijer ist für die internationale Koordination der Forschung im Bereich der Saatgutproduktion verantwortlich. Zusammen mit seinem Team arbeitet er daran, die Erträge der Bejo-Saatgutproduktion zu verbessern, indem er in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten aus unterschiedlichen Abteilungen und Ländern kontinuierlich Tests durchführt, neue Erkenntnisse umsetzt und sich weiterbildet – insbesondere in den Bereichen Agronomie, Blütenentwicklung, neue Technologien in Produktion, Verarbeitung und Forschung sowie Bestäubung und Krankheiten.
ROBBERT-JAN SEELEMAN - GLOBALER FORSCHER FÜR SAATGUTPRODUKTION u
Robbert-Jan ist unser „fliegender“ Produktionsforscher, der praktisches Feldwissen mit fortschrittlicher KI-Technologie und Drohnen kombiniert. Er überwacht Produktionsfelder weltweit, indem er Daten zu Klima, Pflanzenwachstum und Pflanzenvitalität sammelt und analysiert. Indem er diese Erkenntnisse in praktische Maßnahmen umsetzt, trägt er zur Entwicklung von Prognosetools bei und unterstützt eine hohe Saatgutproduktionsleistung. Seine Lieblingsmöhre ist die mittelfrühe Nantes-Sorte „Purple Haze“. Mit ihrer tiefvioletten Schale, hinter der sich ein leuchtend orangefarbenes Inneres verbirgt, verbindet diese farbenfrohe Sorte ein auffälliges Aussehen mit hervorragendem Geschmack. Außerdem weckt sie schöne Erinnerungen: Schon als Kind hatte Robbert-Jan viel Freude daran, diese auffällige Möhre in seinem eigenen Garten anzubauen.
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turpflanzen unter sehr begrenzten Möglichkeiten für externe Eingriffe Leistung erbringen müssen. Dadurch sind wertvolle Erkenntnisse über Bodenbiologie, natürliche Widerstandsfähigkeit, Biodiversität und Nährstoffeffizienz entstanden. Produktionsforschungsteams untersuchen zunehmend, wie Bodengesundheit, Biodiversität, Nährstoffmanagement und natürliche Widerstandsfähigkeit die Ertragsleistung beeinflussen. Initiativen wie spezielle „Sustainability Farms“ erforschen, wie ökologische Anbausysteme eine stabilere Produktion unterstützen können, indem sie das Bodenleben verbessern, Nützlinge fördern und die Abhängigkeit von externen Inputs verringern. Viele dieser Erkenntnisse gewinnen nun auch für konventionelle Anbausysteme zunehmend an Bedeutung. Ein gutes Beispiel ist „Natuna“, eine zuverlässige Möhrensorte, die sowohl für den ökologischen als auch für den konventionellen Anbau geeignet ist. Die Sorte vereint hohes Ertragspotenzial, Gleichmäßigkeit und starke natürliche Krankheitsresistenz und hilft den Erzeugern so, stabilere Ernten zu erzielen und gleichzeitig Produktionsrisiken zu verringern.
IPM – INTEGRIERTER PFLANZENSCHUTZ Seit 2023 arbeitet das Versuchs- und Produktionsteam von Bejo in den Benelux-Ländern an nachhaltigeren Anbausystemen. Bei diesem Ansatz verlagert sich der Fokus weg vom chemischen Pflanzenschutz hin zu natürlichen Alternativen. Die Ziele für 2030 sind klar: u
Laut Doodeman hat der ökologische Landbau gezeigt, dass eine widerstandsfähige Saatgutproduktion von innen heraus beginnt: mit starker Genetik, gesunden Böden und Anbausystemen, die im Einklang mit der Natur stehen.
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Neues Denken in Sachen Bestäubung Die Bestäubung bleibt einer der entscheidenden Aspekte bei der Saatgutproduktion. Während Honigbienen weiterhin eine wesentliche Rolle spielen, erforschen die Produktionsteams auch zusätzliche Bestäuber wie Schwebfliegen. Diese Insekten können unter verschiedenen Wetterbedingungen tätig sein und tragen zu widerstandsfähigeren Bestäubungssystemen in instabilen Klimazonen bei. Die Diversifizierung der Bestäubungsstrategien hilft, Risiken zu reduzieren und verbessert die Produktionsstabilität über verschiedene Anbaugebiete und Jahreszeiten hinweg. Gleichzeitig liefern Überwachungstechnologien neue Erkenntnisse über die Bestäubungsaktivität und die Synchronisation der Blüte, was den Teams hilft, den Produktionszeitplan weiter zu optimieren.
Gemeinsam die Zukunft gestalten Die Herausforderungen in der weltweiten Saatgutproduktion nehmen weiter zu. Gleichzeitig treiben diese Entwicklungen auch Innovationen voran. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Teams aus den Bereichen Züchtung, Saatgutproduktion, Produktionsforschung und Lieferkette ist in diesem Prozess unerlässlich. Das Wissen aus den einzelnen Disziplinen trägt zur Entwicklung von Sorten bei, die nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern auch unter zunehmend anspruchsvollen Anbaubedingungen zuverlässig und stabil sind. Draaijer sieht ein hybrides System voraus, in dem Drohnen und Sensoren kontinuierlich Felddaten erfassen, KI-Modelle Vorhersagen unterstützen und Spezialisten die Erkenntnisse in praktische Produktionsentscheidungen umsetzen. Eine erfolgreiche Möhrensaatgutproduktion hängt von einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen starker Genetik, praktischer Feldkompetenz, maßgeschneiderten Anbaumethoden und perfektem Timing ab. Durch die Kombination von menschlichem Fachwissen, Innovation und der Kraft der Natur baut Bejo weiterhin widerstandsfähige Saatgutproduktionssysteme für die Zukunft auf..
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75-prozentige Reduzierung des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel 100-prozentiger Verzicht auf Herbizide bei der Saatgutproduktion in Gewächshäusern für Freilandkulturen Kontinuierliche Verbesserung durch Zusammenarbeit
Das natürliche Gleichgewicht als Ausgangspunkt
Integrierter Pflanzenschutz (IPM) ist der Standardansatz bei Bejo Benelux. IPM ist eine nachhaltige und umweltfreundliche Methode der Schädlingsbekämpfung. Sie kombiniert vorbeugende und korrigierende Maßnahmen, um Insekten wirksam zu bekämpfen, dabei den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu minimieren und das ökologische Gleichgewicht zu fördern. Bei Bejo Benelux setzen wir daher so weit wie möglich auf den Einsatz natürlicher Feinde. Dies geschieht präventiv, bevor sich Schädlinge überhaupt entwickeln können. Sollte es dennoch zu einem Schädlingsbefall kommen, entscheiden wir uns zunächst dafür, den Einsatz von Nützlingen zu verstärken, anstatt sofort chemische Mittel einzusetzen. Darüber hinaus schaffen wir Bedingungen, unter denen sich diese natürlichen Feinde gut entwickeln können, beispielsweise durch die Bereitstellung von Nahrungsquellen und Unterschlupfmöglichkeiten im Gewächshaus.
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GENAUERER ABSTAND, BESSERER ERTRAG: UMHÜLLUNG VON SAATGUT IN DER PRAXIS Ronaldo Mathias Reis & Christiano de Oliveira Veiga
DIE GRUPO LEÓPOLIS, EIN FÜHRENDER MÖHRENPRODUZENT IM SÜDOSTEN BRASILIENS, HAT IHRE PRODUKTIONSSYSTEME KONTINUIERLICH WEITERENTWICKELT, UM DEN STEIGENDEN MARKTANFORDERUNGEN AN QUALITÄT UND KONSISTENZ GERECHT ZU WERDEN. DIE GRUPPE BEWIRTSCHAFTET JÄHRLICH RUND 750 HEKTAR MÖHRENANBAUFLÄCHE UND KONZENTRIERT SICH DABEI ZUNEHMEND AUF EINEN ENTSCHEIDENDEN FAKTOR: PRÄZISION AUF DEM FELD. „FÜR UNS BESTIMMT DER KUNDE DAS QUALITÄTSNIVEAU, DAS WIR ERREICHEN MÜSSEN“, SAGT RONALDO MATHIAS REIS, LEITER DER MÖHRENPRODUKTION BEI DER GRUPO LEÓPOLIS. „ALLES BEGINNT ALSO DAMIT, WIE GUT WIR DIE KULTUR ANLEGEN.“ Eine der größten Herausforderungen war in der Vergangenheit die Saatgutverteilung. Bei der Arbeit mit unbeschichtetem Saatgut kam es selbst unter optimalen Bedingungen zu bis zu 15–18 % Doppelaussaat. „Wir hatten zwar eine starke Keimkraft, konnten den Abstand aber nicht gut genug kontrollieren“, erklärt Reis. „Und das wirkt sich später auf alles aus: Gleichmäßigkeit, Sortierung und Endwert.“ Die Einführung des sogenannten “Encrustments” (Umhüllung des Saatgutes) markierte einen deutlichen Wendepunkt. Die unmittelbarste Verbesserung zeigte sich in der Aussaatfähigkeit, die eine wesentlich gleichmäßigere Verteilung der Samen ermöglichte. „Heute sind wir bei den Doppelablagenin der Reihe praktisch auf null gekommen“, sagt er. „Das gibt uns von Anfang an viel mehr Kontrolle über die Kultur.“ Diese Präzision schlug sich schnell in den Ergebnissen nieder. Die Aussaatmenge wurde um etwa 50.000 Samen pro Hektar reduziert, während sich die Gleichmä-
KEY RESULTS WITH ENCRUSTED SEEDS u
Die Anzahl der Doppelsäer in der Reihe sank von etwa 15–18 % auf nahezu null.
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Die Aussaatmenge wurde um etwa 50.000 Samen pro Hektar reduziert.
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Feldversuche ergaben rund 10 % mehr Möhren der Spitzenklasse (3A).
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Die Bestände wurden gleichmäßiger und waren leichter zu bewirtschaften.
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Heute wird der größte Teil der Fläche mit beschichtetem Saatgut ausgesät (85–90 %).
GRUPO LEÓPOLIS u u
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Standort: São Gotardo, Minas Gerais, Brasilien Anbaukulturen: Möhren als Hauptkultur, daneben Knoblauch und Getreide Möhrenanbaufläche: 750 Hektar (450 ha Sommerkultur, 300 ha Winterkultur) Absatzmarkt: Vorwiegend Frischwarenmarkt (Großhandel und Supermarktketten) Geschäftsmodell: Integrierte Produktion mit eigener Verpackungsanlage und Direktverkauf
ßigkeit der Ernte deutlich verbesserte. Noch wichtiger war, dass Feldbewertungen einen Anstieg von rund 10 % bei Möhren der Spitzenklasse (3A) zeigten – dem wertvollsten Segment auf dem Markt. „Eine gute Verteilung macht wirklich den Unterschied“, bemerkt Reis. „Es geht nicht nur um den Aufgang, sondern sie wirkt sich direkt auf die Qualität der Ernte aus.“ Heute machen beschichtete Samen etwa 85–90 % der Bejo-Möhrenanbaufläche innerhalb der Grupo Leópolis aus. Die Umstellung erfordert zwar Anpassungen. Umhüllte Samen sind mit höheren Anschaffungskosten verbunden und erfordern aufgrund ihrer kürzeren Haltbarkeit eine präzisere Planung. Für Reis ist die Bilanz klar. „Der Hauptvorteil ist die Verbesserung der Aussaatqualität“, fasst er zusammen. „Durch die präzise Saatgutverteilung haben wir eine viel größere Sicherheit, ein hochwertiges und wertvolles Endprodukt zu erzielen.“
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EIN STARKER START: WIE DIE SAATGUT BEHANDLUNG DEN ERTRAG AUF DEM FELD BEEINFLUSST IN DER ZEIT NACH DER AUSSAAT SIND DIE GLEICHMÄSSIGKEIT UND DAS WACHSTUM DER PFLANZEN ENTSCHEIDENDE FAKTOREN FÜR EINEN GUTEN ERTRAG. IN DIESER PHASE IST DIE KULTUR ANFÄLLIG FÜR ÄUSSERE EINFLÜSSE WIE TEMPERATURSCHWANKUNGEN, WASSERSTRESS UND EINE UNGLEICHMÄSSIGE BODENSTRUKTUR. ANGESICHTS ZUNEHMENDER WETTER- UND KLIMAEXTREME WIRD EIN SCHNELLER UND GLEICHMÄSSIGER AUFGANG DER PFLANZEN IMMER WICHTIGER. EINE KRÄFTIGE PFLANZE, DIE SICH SCHNELL ENTWICKELT, IST SPÄTER IM SAISONVERLAUF BESSER IN DER LAGE, STRESSBEDINGUNGEN ZU WIDERSTEHEN. INNOVATIVE, GEZIELTE SAATGUTBEHANDLUNGEN VERSCHAFFEN DEM SAATGUT BEREITS VOR DER AUSSAAT EINEN VORSPRUNG. UM DIESEN STARKEN START ZU GEWÄHRLEISTEN, SETZT BEJO EINE REIHE VON SAATGUTBEHANDLUNGSTECHNIKEN EIN. EIN ERFOLGREICHER MÖHRENANBAU BEGINNT SOMIT BEREITS VOR DER AUSSAAT.
Beschichtung – ein intelligenter Träger Alle Bejo-Samen werden vor der Verpackung mit einer glatten Beschichtung versehen. Dies gewährleistet, dass sich das Saatgut leicht aussäen lässt. Gleichzeitig dient die Saatgutbeschichtung als intelligenter Träger für wertvolle Zusatzstoffe, die in das Saatgut eingearbeitet werden können. Dazu gehörten traditionell Fungizide, Alternativen dazu sind (Bio-) Fungizide und Biostimulanzien. Diese Wirkstoffe unterstützen die Pflanze in der ersten Wachstumsphase. Die Beschichtung reduziert nicht nur die Staubbildung und gewährleistet eine gute Aussaatfähigkeit, sondern trägt auch zum effizienten und nachhaltigen Einsatz von Zusatzstoffen bei. Da die Zusatzstoffe direkt auf das Saatgut aufgebracht werden, gelangen sie genau dorthin, wo sie benötigt werden. Wichtig ist zudem, dass diese Zusatzstoffe ihre Wirkung entfalten können, sobald sie sich im Boden befinden. Diese Beschichtung wurde so entwickelt, dass künftig auch lebende Mik-
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roorganismen die Saatgutbehandlung und Lagerung gut überstehen und nach der Aussaat aktiv werden.
NCC – Natürlich gereinigtes und beschichtetes Saatgut
Bejo Naturally Cleaned & Coated-Saatgut (NCC) ist konventionell erzeugtes Saatgut, das auf natürliche Weise, ohne den Einsatz von Chemikalien, behandelt und beschichtet wird. Das Ergebnis ist eine Saatgutbehandlung, die Teil eines natürlichen und nachhaltigeren Ansatzes ist. NCC-Saatgut steht für gesundes und kräftiges Saatgut. Dieser Ansatz wird seit über 25 Jahren angewendet und kontinuierlich optimiert. Dadurch eignet sich NCC für verschiedene Anbausysteme. Im Feld bedeutet dies zuverlässige Saatgutleistung in Verbindung mit einer guten Bodenbewirtschaftung.
Priming und B-Mox® – ein schnellerer und gleichmäßigerer Start
Priming ist eine Technik, bei der Saatgut vor der Aussaat für die Keimung vorbereitet wird. Der Keimungsprozess wird bereits in Gang gesetzt, stoppt jedoch, bevor das Saatgut tatsächlich keimt. Nach der Aussaat kann dieser Prozess sofort fortgesetzt werden. B-Mox® ist ein optimiertes Priming- , das Bejo standardmäßig bei geprimtem Möhrensaatgut anwendet.
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Liesbeth van der Heijden & Gertjan van Westen
Im Feld sorgt dies für eine schnellere und gleichmäßigere Keimung und Aufgang. Dies führt zu einem einheitlichen Bestandsaufbau und einem einheitlicheren Endprodukt. Der Aufgang bleibt auch unter Stressbedingungen zuverlässiger. Darüber hinaus trägt B-Mox® zur Entwicklung eines starken Wurzelsystems und zu einer höheren Stressresistenz in der frühen Wachstumsphase bei. Für optimale Ergebnisse ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit unerlässlich.
“Encrustment” (Umhüllung)– Präzision von Form und Gewicht Beim sogenannten Encrustment (Umhüllen) stehen die physikalischen Eigenschaften des Saatguts im Vordergrund. Durch das Aufbringen einer dünnen Materialschicht werden Unebenheiten auf der Saatgutoberfläche ausgeglichen. Das Saatgut wird glatter, etwas größer und schwerer, während seine ursprüngliche Form erkennbar bleibt.
Encrusted-Saatgut wird zudem von Sämaschinen präziser verarbeitet, was zu einer besseren Ablage mit korrektem Abstand und der richtigen Tiefe führt. Auf dem Feld führt dies zu gleichmäßigen Pflanzenabständen und einer einheitlicheren Pflanzenentwicklung. Wichtig ist, dass bei Bejo das Encrusting stets mit B-Mox® kombiniert wird. Dank der B-Mox®-Technologie bleiben die verbesserte Keimrate und die Gleichmäßigkeit erhalten. Dies bildet die Grundlage für eine besser zu bewirtschaftende Kultur und ein stabileres Wachstum während der gesamten Saison.
BLICK IN DIE ZUKUNFT – AUSBLICK Für diesen Artikel sprachen wir mit Gertjan van Westen, einem Forscher im Bereich „Seed Treatment & Additives“ und Liesbeth van der Heijden, einer leitenden Forscherin, die zusammen über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Saatguttechnologie verfügen. Beide arbeiten täglich daran, die Saatgutqualität und -behandlung bei Bejo zu verbessern. Während Landwirte früher eher in einem späteren Stadium eingreifen konnten, verlagert sich der Fokus nun darauf, einen starken Start für die Kultur zu gewährleisten. Chemische Produkte sind immer weniger verfügbar, was bedeutet, dass biologische Lösungen und ein widerstandsfähiges Mikrobiom an Bedeutung gewinnen. Neue Techniken und Erkenntnisse aus Daten helfen uns, die Rolle des Mikrobioms für die Widerstandsfähigkeit und das Wachstum von Pflanzen besser zu verstehen und dieses Wissen gezielt anzuwenden. Gleichzeitig blicken sie über das Saatgut allein hinaus. Sie betrachten die Saatgutbehandlung als Teil eines robusten Systems, in dem Boden, Pflanze und Umwelt zusammenwirken, um Resilienz zu gewährleisten – ganz im Sinne der Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM). Dabei geht es nicht nur um die Abwehr von Krankheitserregern, sondern vielmehr um die Stärkung nützlicher Mikroorganismen und die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts innerhalb des Systems. Während eine Mischung aus chemischen Produkten früher in gewisser Weise mehr Sicherheit bot, liegt der Fokus nun auf Lösungen, die zu einem nachhaltigen und widerstandsfähigen Anbausystem beitragen. Biologische Anwendungen tragen zu einer starken Grundlage für die Kulturpflanze bei. Dies verschafft der Kulturpflanze einen gleichmäßigen und widerstandsfähigen Start, noch bevor das Saatgut den Boden berührt.
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VOM FELD IN DIE ZUKUNFT PRAKTISCHE ERKENNTNISSE AUS DÄNEMARK ZU QUALITÄT, L AGERUNG, SAATGUTINNOVATION UND L ANGFRISTIGER ZUSAMMENARBEIT IN DEN LETZTEN DREI JAHRZEHNTEN HAT SICH DER MÖHRENANBAU IN DÄNEMARK DRAMATISCH VERÄNDERT UND IST KAUM WIEDERZUERKENNEN. WAS ALS FRAGMENTIERTER SEKTOR MIT VIELEN KLEINEN ERZEUGERN BEGANN, HAT SICH ZU EINER HOCHSPEZIALISIERTEN, EXPORTORIENTIERTEN INDUSTRIE ENTWICKELT, DEREN SCHWERPUNKT AUF GLEICHBLEIBENDER QUALITÄT, GESCHMACK UND EFFIZIENZ LIEGT. EIN RÜCKBLICK AUF DIESEN WANDEL BIETET WERTVOLLE ERKENNTNISSE FÜR MÖHRENANBAUER WELTWEIT. ER ZEIGT, WIE DIE LANGFRISTIGE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN ERZEUGERN UND BEJO DAZU BEIGETRAGEN HAT, PRAKTISCHE HERAUSFORDERUNGEN IN NACHHALTIGEN FORTSCHRITT ZU VERWANDELN.
DER EXPERTE: KARSTEN WORSØE Ein Möhrenspezialist mit 33 Jahren Erfahrung als Verkäufer für Gemüsesaatgut. Ausgebildet als Agrartechniker. Begann 1993 bei L. Dæhnfeldt A/S und wurde im September 2004 Mitbegründer des ehemaligen Unternehmens Bejo Nordic, SeedCom A/S.
Ein Sektor, der sich grundlegend verändert hat Karsten Worsøe, Vertriebsmitarbeiter bei Bejo Dänemark, begann seine Karriere im Bereich Gemüsesaatgut Anfang der 1990er Jahre. „Vor 33 Jahren gab es viele Möhrenanbauer mit einer Anbaufläche von etwa 5 bis 15 Hektar“, erinnert er sich. „Möhren wurden hauptsächlich in Netzbeuteln und Holzkisten verkauft, und die Lagerungs- und Qualitätsstandards waren durch die verfügbare Technologie begrenzt.“ Seitdem hat die Konsolidierung die Branche verändert. Die Gesamtanbaufläche für Möhren in Dänemark ist um rund 40 % auf 2.200 Hektar im Jahr 2026 gestiegen und schwankte je nach Exporterfolg, während die Zahl der Erzeuger zurückgegangen ist. Gleichzeitig haben sich die Erträge pro Hektar in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt, was auf Verbesserungen in der Züchtung, der Saatgutqualität und den Anbaumethoden zurückzuführen ist. Laut Worsøe war die wichtigste Veränderung die Umstellung auf einheitliche, für den Frischmarkt bestimmte Möhren mit starkem Fokus auf die Verzehreigenschaften.
Zwei Wendepunkte, die die Qualitätsstandards veränderten Worsøe war zusammen mit einigen seiner Kollegen der Initiator zweier entscheidender Wendepunkte, die dazu beitrugen, die Gesamtqualität der Möhren in Dänemark zu steigern.
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S OR T EN AUS WA HL UND A NB AUPL A NUNG
Der erste war der Übergang von der Kühllagerung zur strohbedeckten Feldlagerung. Inspiriert von Praktiken im Vereinigten Königreich begannen dänische Erzeuger in den 1990er Jahren, die Strohbedeckung einzuführen. „Dadurch erhielt das Produkt eine bessere Gesamtqualität und sah in den Supermärkten frischer aus“, erklärt Worsøe. Die Umstellung verbesserte die optische Qualität und die Haltbarkeit erheblich und trug so zum Wachstum der Exportmärkte sowie zur Erfüllung anspruchsvollerer Anforderungen des Einzelhandels bei. Der zweite Wendepunkt kam Jahre später mit den frühen Entwicklungsarbeiten des Teams von Bejo Denmark, die zur B-Mox®-Saatgutvorbehandlung führten. In enger Zusammenarbeit mit einem innovativen Erzeuger beobachteten Worsøe und seine Kollegen, wie junge Möhrensämlinge unter Feldbedingungen zu kämpfen hatten. „Sie waren auf dem Freiland schwach und von Krankheiten betroffen“, stellt er fest. Erste Maßnahmen, wie die Verwendung größerer, mit Mikronährstoffen angereicherter Saatgutpartikel, zeigten bereits Wirkung. Ein großer Durchbruch folgte durch die Zusammenarbeit mit Kollegen, die auf Mikroorganismen spezialisiert waren. „Eine ganz neue Welt tat sich auf“, sagt Worsøe. Dies markierte den Beginn der B-Mox®-Saatgutvorbehandlung, die sich später zur Standardpraxis für kommerzielles Möhrensaatgut entwickeln sollte.
Reaktion auf Marktanforderungen Mit der Verbesserung der Qualität gewannen Snackmöhren zunehmend an Bedeutung, wobei die Verzehreigenschaften im Mittelpunkt standen. Laut Worsøe veränderte dieser Wandel sowohl die Sortenauswahl als auch die Anbaupraxis, um der Nachfrage nach praktischen, optisch ansprechenden Produkten gerecht zu werden. Gleichzeitig wurde der dänische Möhrenanbau stark exportorientiert. Ein erheblicher Anteil der Gesamtproduktion, insbesondere bei Snackmöhren, wird außerhalb Dänemarks verkauft. Deutschland ist der größte Abnehmer, gefolgt von anderen europäischen Märkten. Diese Exporte erfordern zuverlässige Mengen, gleichbleibende Qualität und eine enge Abstimmung mit Verpackungsbetrieben und Einzelhändlern. Auch der ökologische Landbau spielt in der Möhrenproduktion eine wichtige Rolle. Rund 60 % der dänischen Möhrenanbaufläche werden ökologisch bewirtschaftet, was Innovationen in den Bereichen Bodenbewirtschaftung, Fruchtfolge und biologische Lösungen vorangetrieben hat. Laut Worsøe hat das Wissen aus dem ökologischen Landbau die Widerstandsfähigkeit des gesamten Sektors gestärkt.
WICHTIGE MÖHRENSORTEN IN DÄNEMARK KARSTEN WORSØE „Wir haben uns schon immer nicht nur intensiv mit dem Anbau und der Sortenauswahl beschäftigt, sondern auch mit der Entwicklung der Geschäfte unserer Kunden. Sie sehen uns als Sparringspartner.“
Verbleibende Herausforderungen
Die Entwicklung des dänischen Möhrensektors ist eng mit einer gezielten Sortenauswahl verbunden. Frühreife Sorten wie Napoli, Norwich und Nanchong bildeten viele Jahre lang die Grundlage des Marktes, während Nairobi zu einem zuverlässigen Standard für die Herbsternte und die Weiterverarbeitung wurde. Die Einführung von „Nerac“ markierte einen bedeutenden Schritt in Richtung moderner Lagerhaltung und verbesserte sowohl die Qualität als auch die Versorgungssicherheit. Das starke Wachstum des Snack-Segments wurde durch Sorten wie „Mokum“, „Aranka“ und „Adana“ ermöglicht, die Gleichmäßigkeit, Geschmack und Widerstandsfähigkeit vereinen. Zusammen haben diese Sorten bedeutende Marktverschiebungen unterstützt. In jüngerer Zeit wurden neue Sorten wie „Nagoya“, „Novara“, „Nordhorn“ und „Bejo 3763“ auf den Markt gebracht.
Trotz großer Fortschritte bestehen weiterhin Herausforderungen. Die Einführung erfolgreicher Sorten bleibt eine der schwierigsten Aufgaben in der Möhrenzüchtung. Weitere Bedenken betreffen die künftige Verfügbarkeit von Stroh für die Lagerung sowie den anhaltenden Arbeitskräftemangel. Hohe Arbeitskosten haben den Einsatz von Robotik und Automatisierung auf den Feldern und in den Verpackungsbetrieben beschleunigt. Die Erzeuger investieren zunehmend in Unkrautbekämpfungsroboter und automatisierte Verpackungssysteme, um wettbewerbsfähig und flexibel zu bleiben.
Auch der Klimawandel bringt Unsicherheiten mit sich. Zwar können sich ändernde Wetterbedingungen Risiken mit sich bringen, doch Worsøe sieht darin auch Chancen. Neue Bedingungen könnten für bestimmte Sorten geeignet sein oder in einigen skandinavischen Regionen höhere Erträge ermöglichen – vorausgesetzt, die Böden bleiben gesund und Bewirtschaftungsentscheidungen werden mit Weitblick getroffen.
Der Wert einer langfristigen Zusammenarbeit Während seiner gesamten Karriere hat Worsøe stets die enge Zusammenarbeit mit den Erzeugern betont. „Wissen, Versuche und Unterstützung vor Ort waren schon immer selbstverständlich“, sagt er. „Das Team verbringt während der Vegetationsperiode mehr Zeit mit den Erzeugern als in den Verkaufsphasen und konzentriert sich dabei auf gemeinsame Auswertungen und Problemlösungen.“ Dieser Ansatz hat nicht nur erfolgreiche Sorten und Anbausysteme hervorgebracht, sondern auch dauerhafte, auf Vertrauen basierende Beziehungen geprägt. Wie Worsøe abschließend feststellt, waren die in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Fortschritte niemals allein das Ergebnis individueller Bemühungen. Sie spiegeln die kontinuierliche Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette wider – von Feldbeobachtungen bis hin zu Züchtungsschwerpunkten – sowie das gemeinsame Engagement, die Zukunft der Möhren gemeinsam zu gestalten.
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
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QUALITÄT SICHERN IN EINER ANSPRUCHSVOLLEN ERNTEZEIT
MÖHREN ANBAU WELTWEIT
„NOVARA BIETET UNS DIE ZUVERLÄSSIGKEIT, DIE WIR BRAUCHEN, UM QUALITÄT UND ERNTEEFFIZIENZ ÜBER DIE GESAMTE SAISON HINWEG AUFRECHTZUERHALTEN.“
SÜDAFRIKA
Henk Smit u
Unternehmen: Middeltuin Boerdery
u
Standort: Westkap, Südafrika
u
Anbauprodukte: Möhren, Steckzwiebeln, Zitrusfrüchte und Birnen
u
Anbaufläche für Möhren: 40 Hektar
u
Bejo-Sorte: Novara (Nantes)
DER MÖHRENANBAU SIEHT WELTWEIT SEHR UNTERSCHIEDLICH AUS. VON TROCKENEN, HEISSEN KLIMAZONEN BIS HIN ZU GEMÄSSIGTEN REGIONEN MIT STRENGEN MARKTANFORDERUNGEN – KEIN ANBAUGEBIET GLEICHT DEM ANDEREN. WAS DIE ERZEUGER WELTWEIT VERBINDET, IST DER BEDARF AN ZUVERLÄSSIGEN SORTEN, DIE DABEI HELFEN, RISIKEN ZU BEWÄLTIGEN UND NEUE CHANCEN ZU ERSCHLIESSEN.
Die Herausforderung
IN DIESEM ARTIKEL SPRECHEN WIR MIT SIEBEN ERZEUGERN AUS SIEBEN LÄNDERN, DIE JEWEILS MIT EINER ANDEREN BEJO-SORTE ARBEITEN. SIE BERICHTEN VON DEN LOKALEN HERAUSFORDERUNGEN, MIT DENEN SIE KONFRONTIERT SIND, WARUM SIE SICH FÜR IHRE SORTE ENTSCHIEDEN HABEN UND WIE DIESE IHNEN HILFT, SICH AUF DIE ZUKUNFT DES MÖHRENANBAUS IN IHREM MARKT VORZUBEREITEN.
Die Sorte
Bei Middeltuin Boerdery dreht sich beim Möhrenanbau alles um Beständigkeit. Der Betrieb liefert von Juli bis Dezember täglich frische Möhren, und das lässt kaum Spielraum für Schwankungen. „Wir brauchen eine Sorte, die während der gesamten Saison eine gleichbleibende Qualität aufweist und sich zuverlässig mechanisch ernten lässt“, sagt Smit. „Wenn eines von beiden nicht funktioniert, merkt man das sofort.“
Deshalb setzt man dort auf Novara. Diese Nantes-Sorte zeichnet sich durch einen festen Blattansatz aus, was bei der maschinellen Ernte einen entscheidenden Unterschied macht. Außerdem liefert sie gesundes, dunkelgrünes Laub und zeigt eine gute Toleranz gegenüber winterlichen Bedingungen und Krankheiten. Für Middeltuin sorgt diese Kombination für Stabilität auf dem Feld.
In der Praxis „Novara gibt uns Sicherheit“, sagt Smit. „Selbst bei Temperaturschwankungen bleibt die Ernte kräftig und einheitlich.“ Die etwas spätere Reife trägt zudem dazu bei, die Versorgung aufrechtzuerhalten und ermöglicht so eine gleichmäßige Ernte über einen längeren Zeitraum.
Ausblick Mit jahrzehntelanger Erfahrung konzentriert sich Middeltuin weiterhin auf eine zuverlässige Produktion für den Vorverpackungs- und Exportmarkt. Mit Blick auf die Zukunft bleibt die Priorität klar: Sorten, die Beständigkeit auf dem Feld mit Effizienz bei der Ernte verbinden.
S OR T EN AUS WA HL UND A NB AUPL A NUNG
EIN ZUVERLÄSSIGER START UNTER EXTREMEN KLIMATISCHEN BEDINGUNGEN
ERHALTUNG DER WURZELQUALITÄT TROTZ STARKER SAISONALER KONTRASTE
„CASPI VERSCHAFFT UNS EINEN ZUVERLÄSSIGEN START, SELBST UNTER UNSEREN HÄRTESTEN BEDINGUNGEN.“
„ZU BEGINN UND AM ENDE DER SAISON HILFT UNS BERLIN DABEI, EINE GLEICHBLEIBENDE QUALITÄT ZU GEWÄHR LEISTEN.“
K ASACHSTAN
Natalya Dolgopolova
ARGENTINIEN
Alberto Estelrich
u
Unternehmen: Kseniya / Alliance Farms
u
Unternehmen: Alberto Estelrich
u
Standort: Region Pawlodar, Kasachstan
u
Standort: Region Mendoza, Argentinien
u
Anbaukulturen: Möhren, Zwiebeln und Kartoffeln
u
Anbaukulturen: Möhren, Knoblauch und Kürbis
u
Anbaufläche für Möhren: 45 Hektar
u
Anbaufläche für Möhren: 40 Hektar
u
Bejo-Sorte: Caspi (frühe Chantenay)
u
Bejo-Sorte: Berlin (Berlikumer)
Die Herausforderung
Die Herausforderung
Bei Kseniya / Alliance, einem familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieb in der Region Pawlodar, ist der Möhrenanbau von einem stark kontinentalen Klima geprägt. Die Temperaturen können innerhalb weniger Tage zwischen 17 °C und 30 °C schwanken, während kalte Nächte und starke Winde zusätzlichen Stress für die jungen Pflanzen bedeuten. „Wir können eine Ernte sehr schnell verlieren“, sagt Dolgopolova. „Die Winderosion ist besonders stark. Es gab Jahre, in denen sogar der Boden und das Saatgut weggeweht wurden.“
Im Norden von Mendoza ist der Möhrenanbau mit starken saisonalen Kontrasten verbunden. Die Aussaat erfolgt im Winter bei Temperaturen bis zu -10 °C, was das Wachstum verlangsamt. Die Ernte findet hingegen im Sommer statt, wenn die Temperaturen über 38 °C steigen können. „An beiden Enden der Saison steht die Kultur unter Druck“, erklärt Alberto Estelrich. Schwere Böden, die zur Verdichtung neigen, erschweren es zusätzlich, gleichmäßige, wohlgeformte Wurzeln zu produzieren.
Die Sorte Für die Frühproduktion setzt der Betrieb auf Caspi. Nach dem Test verschiedener Sorten hat sich diese unter diesen schwierigen Bedingungen hinsichtlich Keimung und Gleichmäßigkeit als die zuverlässigste erwiesen. Caspi erfüllt zudem die Markterwartungen und liefert glatte, formschöne Möhren mit der richtigen Farbe für den frühen Absatz.
Um dem gerecht zu werden, setzt Estelrich auf „Berlin“. Die Sorte zeigt auf verschiedenen Bodenarten und unter unterschiedlichen Bedingungen eine gute Leistung und verbindet kräftiges Laub mit einer stabilen Wurzelentwicklung. Sie bringt glatte, zylindrische Möhren mit geringer Neigung zu grünen Schultern und einer kräftigen Innenfärbung hervor. Diese Eigenschaften entsprechen gut den Anforderungen des Frischmarktes.
In der Praxis
In der Praxis
In einer wettbewerbsintensiven Region, in der der frühe Anbaubeginn über die gesamte Saison entscheidet, sorgt Caspi stets für einen starken Start. Selbst unter schwierigen Bedingungen etabliert sich die Kultur gleichmäßig und entwickelt sich zu einem einheitlichen Bestand. „Caspi ist für uns immer die erste Wahl“, bemerkt Dolgopolova. „Dieser frühe Markteintritt ist wirklich entscheidend.“
In der kürzlich beendeten Saison mit hohem Marktangebot wurden Qualitätsunterschiede besonders deutlich. Felder mit größerer Variabilität waren schwerer zu verkaufen. „Mit ‚Berlin‘ hatten wir deutlich gleichmäßigere Wurzeln“, sagt Estelrich. „Die Ernte behielt ihre Form und ihr Aussehen sowohl auf dem Feld als auch nach dem Waschen bei, was dazu beitrug, ein gleichbleibendes Produkt zu liefern.“
Ausblick
Ausblick
Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs und steigender Arbeitskosten unternimmt der Betrieb weitere Schritte in Richtung Mechanisierung und effizienterer Produktionssysteme. Gleichzeitig sieht Dolgopolova ein starkes langfristiges Potenzial für den Möhrenanbau in der Region, unterstützt durch Sorten, die den extremen Bedingungen dort gewachsen sind.
Die Region Mendoza verfügt über großes Produktionspotenzial, doch Faktoren wie Klimawandel, Wasserverfügbarkeit und Bodenbeschaffenheit erfordern kontinuierliche Verbesserungen in Bezug auf Effizienz und Technologie. Estelrich merkt an: „Erzeuger, die Technologien einsetzen, Prozesse verbessern und mit der richtigen Genetik arbeiten, werden in Zukunft am besten aufgestellt sein.“
Die Sorte
BESTÄNDIGKEIT, DIE ÜBER DEN FELDANBAU HINAUSGEHT „WER MÖHREN VERKAUFEN WILL, SÄT NATUNA.“
RUMÄNIEN
Ivan Fedot u
Unternehmen: 3 Betriebe, u. a. Genossenschaft Agricola Kalinka Eco Farm SRL
„SEIT ÜBER 30 JAHREN LIEFERT NERAC ZUVERLÄSSIGE QUALITÄT BEI ERNTE, VERARBEITUNG UND LAGERUNG.“
DEUTSCHLAND
Carsten Abenhardt u
u
Unternehmen: Abenhardt GmbH & Co. KG Standort: Nordrhein-Westfalen, Deutschland
u
Standort: Region Dobrogea, Rumänien
u
Anbauprodukte: Möhren und Wurzelgemüse
u
Anbaufläche für Möhren: 100 Hektar
u
Anbaufläche für Möhren: 525 Hektar
u
Bejo-Sorte: Natuna (kontinentale Nantes)
u
Bejo-Sorte: Nerac (mittelfrühe Nantes)
u
Anbaukulturen: Möhren (konventionell und biologisch), Zucchini und Kürbisse
Die Herausforderung
Die Herausforderung
Fedot, der seinen Betrieb Schritt für Schritt aufgebaut hat, weiß, dass der Anbau von Möhren nur ein Teil des Geschäfts ist.
Bei Abenhardt wird der großflächige Möhrenanbau zunehmend von unvorhersehbaren Wetterbedingungen geprägt. „Die größte Herausforderung ist das wechselhafte Wetter“, sagt Carsten Abenhardt. „Wir müssen sowohl mit Trockenheit als auch mit starken Regenfällen zurechtkommen, oft sogar innerhalb derselben Saison, während die Kosten und die Qualitätsanforderungen stetig steigen.“ Diese Faktoren in Einklang zu bringen und gleichzeitig eine gleichbleibende Qualität und Versorgung zu gewährleisten, ist für den Betrieb von zentraler Bedeutung.
„Die eigentliche Herausforderung beginnt nach der Ernte“, sagt er. „Da läuft alles zusammen: Waschen, Sortieren, Verpacken und die Erfüllung der Anforderungen des Einzelhandels.“ Die Belieferung von Supermärkten erfordert die Steuerung des gesamten Prozesses bei gleichbleibender Qualität und Menge. Auch wenn die Produktion hinter den Erwartungen zurückbleibt, müssen die Verträge dennoch erfüllt werden.
Die Sorte
Natuna spielt eine entscheidende Rolle bei der Erfüllung dieser Anforderungen. Diese Sorte zeichnet sich durch gleichmäßige Wurzeln, glatte Schale und kräftige Farbe aus – Eigenschaften, die die Einhaltung der Einzelhandelsstandards erleichtern. In Kombination mit kräftigem Laub, das sich für die maschinelle Ernte eignet, trägt Natuna zur Effizienz sowohl auf dem Feld als auch während des gesamten Nachernteprozesses bei.
Um dies zu bewältigen, setzt das Unternehmen auf Nerac, eine Sorte, die seit Jahrzehnten zum Kernsortiment des Betriebs gehört. Im Laufe der Zeit hat sie sich als zuverlässige Wahl erwiesen, da sie eine starke Feldleistung, Eignung für die maschinelle Verarbeitung und gute Lagerfähigkeit vereint. Wie Abenhardt es ausdrückt, „bietet sie uns zuverlässige Qualität über den gesamten Prozess hinweg“ und bildet damit eine stabile Grundlage in einem System der Massenproduktion, sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Anbau.
In der Praxis
In der Praxis
Die Sorte Nantes überzeugt nicht nur im Anbau, sondern auch bei der Sortierung und Verpackung. Ihre Gleichmäßigkeit reduziert Sortierverluste und trägt dazu bei, ein einheitliches Endprodukt zu gewährleisten. „Für uns funktioniert Natuna über die gesamte Lieferkette hinweg“, bemerkt Fedot. „Nicht nur auf dem Feld, sondern auch für den Markt.“
Eine der größten Stärken von Nerac ist ihre Flexibilität. Sie bietet ein breites Erntefenster und behält ihre Qualität auch bei verspäteter Ernte bei. Dies ermöglicht es dem Team, seine Ernteplanung anzupassen, ohne die Produktqualität oder die Marktversorgung zu beeinträchtigen.
Ausblick
Möhren werden weiterhin den Kern des Geschäfts bilden, wobei kontinuierlich in Automatisierung und Prozessoptimierung investiert wird. Robotik, Sortiertechnik und verbesserte Verarbeitungslinien tragen dazu bei, die Effizienz zu steigern und die Abhängigkeit von Arbeitskräften sowohl im Feld- als auch im Verarbeitungsbetrieb zu verringern.
Die Sorte
Da die Nachfrage im Einzelhandel weiter wächst, investiert der Betrieb in den Ausbau der Wasch-, Sortier- und Verpackungskapazitäten. Der Fokus liegt auf der weiteren Professionalisierung der Abläufe, um den immer strengeren Marktanforderungen gerecht zu werden.
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MIT EINER BEWÄHRTEN SORTE SCHWANKUNGEN MEISTERN
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
Ausblick
S OR T EN AUS WA HL UND A NB AUPL A NUNG
ERNTEERTRÄGE SICHERN BEI STEIGENDEM KOSTENDRUCK „WIR LEHNEN ES AB, MINDERWERTIGE SORTEN ANZUBAUEN, NUR UM KOSTEN ZU SENKEN.“
USA
Zac Beggs
AUFBAU VON WIDERSTANDSFÄHIG KEIT UNTER SCHWIERIGEN ANBAUBEDINGUNGEN „BANGOR HAT UNS GEHOLFEN, VORANZUKOMMEN UND EINE ZUKUNFT FÜR UNSERE FAMILIE AUFZUBAUEN.“
GUATEMAL A
Bonifacio Racanac Xico
u
Unternehmen: Patrykus Farms
u
Unternehmen: Verduras El Camán
u
Standort: Wisconsin, USA
u
Standort: Chimaltenango, Guatemala
u
Anbauprodukte: Möhren
u
Anbaukulturen: Möhren, Salat, Kohl und Kartoffeln
u
Anbaufläche für Möhren: 525 Hektar
u
Anbaufläche für Möhren: 10 Hektar
u
Bejo-Sorte: Cupar (mittel-spät reifende Chantenay-Sorte)
u
Bejo-Sorte: Bangor (Berlikumer)
Die Herausforderung
Die Herausforderung
In Wisconsin wird der Möhrenanbau zunehmend von wirtschaftlichem Druck geprägt. „Eine der größten Herausforderungen, denen wir beim Möhrenanbau gegenüberstehen, sind die steigenden Kosten für Produktionsmittel“, sagt Beggs. Gleichzeitig muss die Kulturpflanze unter den unterschiedlichsten Bedingungen gut gedeihen – von hohen Temperaturen während der Keimung bis hin zu Frost am Ende der Saison. Die Aufrechterhaltung einer zuverlässigen Produktion bei gleichzeitiger Kostenkontrolle ist für das Unternehmen von zentraler Bedeutung.
Bei Verduras El Camán werden das ganze Jahr über Karotten angebaut, was sowohl dem Unternehmen als auch der dahinter stehenden Familie das Auskommen sichert. Im Hochland von Guatemala sind die Anbaubedingungen äußerst unvorhersehbar. „Eine unserer größten Herausforderungen sind Nematoden“, sagt Xico. „In Regenperioden haben wir zudem mit Krankheiten wie Alternaria zu kämpfen.“ Wetterextreme, von starken Regenfällen bis hin zu Frost, können die Entwicklung der Pflanzen beeinträchtigen, während eine konstante Versorgung für Einzelhandelspartner wie Walmart unerlässlich ist.
Die Sorte Um dies zu bewältigen, setzt der Betrieb auf Sorten wie „Cupar“, die sich über viele Jahre hinweg als zuverlässig erwiesen hat. „Cupar“ vereint hohen Ertrag, kräftige Wurzeln und gesundes Laub und trägt so dazu bei, die Produktion unter wechselnden Bedingungen aufrechtzuerhalten. Ihre Fähigkeit, sowohl unter Hitzestress zu Beginn der Saison als auch unter Frost am Ende der Saison gute Leistungen zu erbringen, macht sie zu einem wertvollen Bestandteil des Produktionssystems des Betriebs.
In der Praxis
Die Sorte Um diese Herausforderungen zu bewältigen, setzt der Betrieb fast ausschließlich auf die Sorte „Bangor“, die dort seit fast zwanzig Jahren angebaut wird. „Bangor“ zeichnet sich durch gute Größe, kräftige Farbe und zuverlässige Haltbarkeit aus und gewährleistet so auch unter weniger günstigen Bedingungen ein marktfähiges Produkt. Die starke Keimkraft und das gesunde Laub tragen dazu bei, dass sich die Pflanzen gut etablieren und trotz Schädlingsbefall und wechselhaftem Wetter eine stabile Grundlage bilden.
Die Bedeutung der Zuverlässigkeit wird in schwierigen Jahren deutlich. In einer Saison mit hohem Krankheitsdruck lieferte Cupar dennoch gute Ergebnisse. „Zwar zeigte Cupar einige Krankheitssymptome, doch dank seiner starken Resistenz konnten wir jeden Hektar erfolgreich ernten“, bemerkt Beggs. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine verlässliche Krankheitsresistenz unter schwierigen Anbaubedingungen ist.
In der Praxis
Ausblick
Blick in die Zukunft
Der Fokus wird auf der Verbesserung der Effizienz bei gleichbleibender Qualität liegen. Die Senkung der Inputkosten bleibt entscheidend, während der Betrieb weiterhin verlässliche Produktion vor kurzfristigen Einsparungen priorisiert. Gleichzeitig besteht Interesse an Sorten mit verbesserter Toleranz sowohl gegenüber Hitze zu Beginn der Saison als auch gegenüber Spätfrost, um den zunehmenden Klimaschwankungen besser begegnen zu können.
Der Möhrenanbau wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle für den Betrieb spielen und dem Unternehmen sowie der Familie Stabilität bieten. Der kontinuierliche Anbau sichert das ganzjährige Einkommen, während gleichzeitig der klare Ehrgeiz besteht, weiter zu wachsen. Gemeinsam mit seinen Kindern strebt Racanac Xico eine schrittweise Expansion an und möchte Möglichkeiten außerhalb Guatemalas erkunden.
„Wenn die Pflanzen unter Druck stehen, braucht man etwas, auf das man sich verlassen kann“, erklärt Xico. „Bangor liefert auf dem Feld konstant gute Leistungen, und ihre Haltbarkeit verschafft dem Betrieb Flexibilität. Selbst wenn die Bedingungen schwierig sind oder sich der Absatz verlangsamt, bleibt die Ernte marktfähig.“
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
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EINE SCHLÜSSEL KOMPETENZ FÜR MODERNE LANDWIRTE: MIT DATEN BESSERE ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN PRÄZISIONSL ANDWIRTSCHAFT – EIN WACHSENDER BEDARF AN DER VERNETZUNG VON DATEN, WERKZEUGEN UND FACHWISSEN
IN JEDER SAISON TREFFEN MÖHRENANBAUER DUTZENDE VON ENTSCHEIDUNGEN: WANN BEWÄSSERT WERDEN SOLL, WIE UNKRAUT BEKÄMPFT WIRD UND WO DER EINSATZ VON BETRIEBSMITTELN ANGEPASST WERDEN MUSS. DA DIE ANBAUBEDINGUNGEN IMMER UNVORHERSEHBARER WERDEN, WERDEN DIESE ENTSCHEIDUNGEN KOMPLEXER UND WICHTIGER. DATEN HELFEN DEN LANDWIRTEN ZUNEHMEND DABEI, DIESE ENTSCHEIDUNGEN ZU TREFFEN. LAUT DEM EXPERTEN FÜR PRÄZISIONSLANDWIRTSCHAFT CORNÉ KEMPENAAR „WIRD DER UMGANG MIT DATEN ZU EINER KERNKOMPETENZ FÜR DEN LANDWIRT DER ZUKUNFT.“
immer Teil der Landwirtschaft. Was sich jetzt ändert, ist, wie präzise wir es anwenden können. Wir können eine Präzision bis auf den Quadratzentimeter erreichen.
Dieser Wandel findet bereits statt. Von Sensoren und Maschinendaten bis hin zu Wettermodellen und Erkenntnissen über den Pflanzenwuchs – Landwirte verfügen heute über mehr Informationen als je zuvor. Die eigentliche Herausforderung besteht nicht mehr darin, Daten zu sammeln, sondern darin, sie richtig zu nutzen. In diesem Interview erklärt Kempenaar, wie Präzisionslandwirtschaft zu einem praktischen Entscheidungsinstrument wird und was dies für Möhrenanbauer auf der ganzen Welt bedeutet.
Wie hat sich die Präzisionslandwirtschaft im Laufe der Jahre entwickelt?
Was bedeutet Präzisionslandwirtschaft im heutigen Kontext eigentlich? Es gibt viele Begriffe – Präzisionslandwirtschaft, Smart Farming, integriertes Pflanzenmanagement und datengesteuerte Landwirtschaft –, aber sie alle weisen in dieselbe Richtung. Es geht darum, unsere Entscheidungsfindung auf dem Feld zu verbessern – agronomisch, wirtschaftlich und ökologisch –, was zu einem effizienteren Einsatz von Betriebsmitteln, besseren Erträgen und einer nachhaltigeren Produktion führt. Eine einfache Art, Präzisionslandwirtschaft zu beschreiben, ist, das Richtige am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge zu tun. Dieses Prinzip war schon
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BEJO MÖHREN-MAGAZIN
Technologie allein bringt wenig, wenn man kein gutes Verständnis für Pflanzen und Böden hat. Präzisionslandwirtschaft verbindet Agronomie und Daten, um bessere Entscheidungen zu ermöglichen. Sie ersetzt Wissen nicht, sondern stärkt es.“
„In den Anfängen ging es beim Präzisionslandbau hauptsächlich um Maschinen. GPS war ein wichtiger Schritt, da es den Landwirten half, auf dem Feld viel genauer zu arbeiten. Das kann als Durchbruch angesehen werden. Später standen durch Sensoren, Satellitenbilder und Ertragskarten mehr Daten zur Verfügung. Dies schuf neue Möglichkeiten, führte aber auch zu mehr Komplexität. Jetzt treten wir in eine neue Phase ein. Wir sind mittlerweile sehr gut darin, Daten zu erheben. In vielen Fällen erheben wir mehr, als wir tatsächlich nutzen können. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht mehr in der Messung, sondern in der Interpretation: Was sagen mir die Daten, und was sollte ich morgen
ANBAU UND ERNTE
anders machen? Gleichzeitig verbessert sich die Präzision immer weiter. Wo wir früher in Feldern oder Zonen dachten, können neue Technologien nun auf Pflanzenebene arbeiten. Roboter, die einzelne Unkräuter erkennen und entfernen, sind ein Beispiel dafür. Das zeigt, wie die Entscheidungsfindung immer detaillierter und wirkungsvoller wird.“
Welche Entscheidungen lassen sich in der Praxis durch Daten verbessern?
CORNÉ KEMPENAAR
„Der Umgang mit Daten wird zu einer Kernkompetenz für den Landwirt der Zukunft.“
„In der Praxis helfen Daten den Landwirten vor allem dabei, Schwankungen zu bewältigen. Kein Feld ist einheitlich, und landwirtschaftliche Entscheidungen werden immer mit einem gewissen Maß an Unsicherheit getroffen. Daten tragen dazu bei, diese Unsicherheit zu verringern. Beim Pflanzenschutz oder bei der Düngung können Landwirte beispielsweise von einer einheitlichen Behandlung zu gezielteren Entscheidungen übergehen, die auf den lokalen Feldbedingungen basieren. Dies kann den Einsatz von Betriebsmitteln senken und den Betrieb effizienter machen. Zudem steht eine wachsende Auswahl an praktischen Hilfsmitteln zur Verfügung, um alltägliche Entscheidungen zu unterstützen. Feldprotokollierungssysteme helfen Landwirten dabei, den Überblick über Pflanzenschutz und Düngung zu behalten, wodurch es einfacher wird, zu analysieren, was funktioniert und Strategien im Laufe der Zeit anzupassen. Bodenanalysen und Pflanzensaftmessungen liefern tiefere Einblicke in die Nährstoffverfügbarkeit und die Nährstoffaufnahme der Pflanzen und ermöglichen so eine präzisere Düngung. In der Bewässerung hilft die Kombination aus Bodensensordaten, Bodenanalysen und Wettervorhersagen den Landwirten, den Zeitpunkt der Bewässerung genauer zu bestimmen und die Bewässerungsmengen präziser anzupassen. Dies ist beson-
ders wichtig in Regionen, in denen die Wasserverfügbarkeit unter Druck steht. Selbst relativ einfache Hilfsmittel wie die digitale Pflanzenüberwachung oder das Zählen von Pflanzen können Landwirten ein klareres Bild davon vermitteln, was auf dem Feld vor sich geht. Diese Erkenntnisse können von Sensoren und Kameras an modernen Maschinen stammen, aber auch aus praxisorientierteren Methoden wie dem manuellen Zählen von Pflanzen oder der Beurteilung der Pflanzenentwicklung.
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
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WER IST CORNÉ KEMPENAAR? Kempenaar ist ein niederländischer Experte für Präzisionslandwirtschaft und datengesteuerte Landwirtschaft. Mit seinem Hintergrund in den Pflanzenwissenschaften und langjähriger angewandter Forschung an der Wageningen University & Research ist er seit den Anfängen der Präzisionslandwirtschaft eng mit diesem Bereich verbunden. Heute arbeitet er als Koordinator für Daten und Präzisionslandwirtschaft beim Branchenverband und Wissenszentrum BO Akkerbouw für den niederländischen Ackerbau sowie in Teilzeit als außerordentlicher Professor für Präzisionslandwirtschaft an der Aeres University of Applied Sciences. Kempenaar konzentriert sich darauf, Landwirten dabei zu helfen, den Wert von Daten zu erschließen und die Zusammenarbeit innerhalb der Branche zu stärken.
Corné Kempenaar
In allen Fällen ist das Ziel dasselbe: die Kultur besser zu verstehen und fundiertere Entscheidungen zu treffen. Zusammen helfen diese Instrumente den Landwirten, von allgemeinen Entscheidungen zu präziseren, feldspezifischen Maßnahmen überzugehen.“
Wenn die Chancen klar sind, was hält die Einführung dann noch zurück? „Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass die Daten nach wie vor sehr fragmentiert sind. Ein Landwirt nutzt zwar Daten von Maschinen, Sensoren, Ernteerfassungssystemen und externen Plattformen, doch diese Systeme sind nicht immer miteinander vernetzt. Das macht es schwierig, alles in einer übersichtlichen Gesamtdarstellung zusammenzuführen. Ohne diese Übersicht ist es schwieriger, die Daten bei der täglichen Entscheidungsfindung zu nutzen. Vertrauen ist ein weiterer wichtiger Faktor. Landwirte wollen wissen, was mit ihren Daten geschieht und wer darauf zugreifen kann. Ist dies unklar, führt das zu Zurückhaltung. Da so viele Entwicklungen gleichzeitig stattfinden, kann es zudem schwierig sein, zu entscheiden, wo man anfangen soll. Viele Landwirte sind interessiert, möchten aber erst noch verstehen, welche Schritte sich lohnen, ob sich die Investition auszahlt, und sie wollen nicht in eine Datenabhängigkeit geraten.“
Welche Rolle spielt Zusammenarbeit dabei, Präzisionslandwirtschaft zum Erfolg zu führen?
„Zusammenarbeit ist unerlässlich, insbesondere im Bereich der Daten. Es stehen viele gute Tools zur Verfügung, doch diese arbeiten oft isoliert voneinander. Solange sie nicht miteinander vernetzt sind und die Daten nicht interoperabel sind, bleibt ihr Wert begrenzt.
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BEJO MÖHREN-MAGAZIN
ANBAU UND ERNTE
„Wir sind nicht mehr dadurch begrenzt, wie viele Daten wir sammeln können, sondern dadurch, wie gut wir sie nutzen können.“ Corné Kempenaar
In den Niederlanden arbeiten wir an besseren Möglichkeiten, Daten auf Branchenebene zu verknüpfen und zu nutzen. Das ist wichtig, denn Daten entfalten ihren größten Wert, wenn verschiedene Datenquellen kombiniert werden können. Ein einzelner Datensatz kann zwar Aufschluss geben, aber erst die Kombination von Informationen führt zu tieferen Erkenntnissen. Kein einzelnes Unternehmen kann dies alleine lösen. Es erfordert eine branchenweite Zusammenarbeit. Deshalb planen wir, diese Arbeit von BO Akkerbouw aus zu steuern.“ Ein zentraler Gedanke ist, dass Landwirte einen besseren Zugang zu den Daten ihrer Betriebe haben und diese in verschiedenen Anwendungen nutzen können sollten. Anstatt eine weitere Plattform aufzubauen, konzentrieren wir uns darauf, bestehende Systeme miteinander zu vernetzen, damit Informationen leichter fließen können. Außerdem arbeiten wir an Vereinbarungen zur Datennutzung, wie zum Beispiel dem Agrifood-Verhaltenskodex für die Datennutzung, damit Landwirte darauf vertrauen können, dass Daten in vereinbarter Weise genutzt werden und sie weiterhin die Kontrolle behalten. Der Aufbau dieses Vertrauens ist ein wichtiger Schritt hin zu einer breiteren Akzeptanz der datengestützten Landwirtschaft.“
Wie wird sich die Präzisionslandwirtschaft Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren entwickeln?
„Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium. Die Datenmenge wird weiter wachsen, ebenso wie die Notwendigkeit, diese Daten richtig zu interpretieren und sinnvoll zu nutzen. Künstliche Intelligenz wird eine größere Rolle spielen. Nicht, indem sie Landwirte ersetzt, sondern indem sie dabei hilft, Daten zu kombinieren und in praktische Empfehlungen umzuwandeln. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass die Landwirtschaft vollständig automatisiert wird. Die Rolle des Landwirts bleibt unverzicht-
bar. Erfahrung, Feldkenntnis und das Verständnis für die Kulturpflanze werden weiterhin entscheidend sein. In diesem Sinne geht es beim Präzisionsanbau nicht darum, Menschen zu ersetzen. Es geht darum, sie zu unterstützen. Er gibt Landwirten bessere Werkzeuge an die Hand, um mit Schwankungen und Unsicherheiten umzugehen und fundiertere, gezieltere Entscheidungen zu treffen.“ Präzisionslandwirtschaft verändert die Art und Weise, wie Entscheidungen auf dem Feld getroffen werden. Für Landwirte bedeutet dies, neue Werkzeuge einzusetzen und neue Fähigkeiten zu entwickeln, insbesondere zu lernen, wie man Daten interpretiert und in Maßnahmen umsetzt . Gleichzeitig hängt die Zukunft der Präzisionslandwirtschaft von mehr als nur besserer Technologie ab. Sie hängt auch von besseren Verbindungen ab: zwischen Datenquellen, Systemen und Menschen entlang der gesamten Kette. Die eigentliche Chance liegt nicht darin, mehr Daten zu sammeln, sondern darin, sie besser zu verstehen und gemeinsam zu nutzen. Fortschritt entsteht, wenn Wissen, Technologie und Zusammenarbeit zusammenkommen, um die Branche voranzubringen. Datensouveränität und Interoperabilität sind dabei entscheidend.
BEJO MÖHREN-MAGAZIN
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MÖHRENERNTE UND -ANBAU IM LIBANON TÄGLICH FRISCHE MÖHREN IN EINEM L AND MIT DREI JAHRESZEITEN
FÜR FRESH PRODUCTS, EIN FÜHRENDES AGRARUNTERNEHMEN IM NAHEN OSTEN MIT SITZ IM LIBANON, IST DIE FAST TÄGLICHE ERNTE FRISCHER MÖHREN KEIN ZUFALL, SONDERN DAS ERGEBNIS JAHRELANGER WEITSICHT, INVESTITIONEN UND TECHNISCHER EXPERTISE. IN EINEM LAND MIT SEHR UNTERSCHIEDLICHEN ANBAUBEDINGUNGEN HAT DAS UNTERNEHMEN EIN PRODUKTIONSMODELL ENTWICKELT, DAS ES IHM ERMÖGLICHT, DEN MARKT FAST DAS GANZE JAHR ÜBER MIT FRISCHEN MÖHREN ZU VERSORGEN. DIESE LEISTUNG SPIEGELT NICHT NUR FUNDIERTE LOKALE KENNTNISSE WIDER, SONDERN AUCH DAS STÄNDIGE BESTREBEN, DIE MÖHRENPRODUKTION IM LIBANON ZU INNOVIEREN, ZU VERBESSERN UND ZU PROFESSIONALISIEREN.
Über die Saatgutversorgung hinaus haben Bejo und die Quinta Group Fresh Products dabei unterstützt, die libanesische Möhrenindustrie voranzubringen. Unter Nutzung des umfangreichen Möhrenportfolios von Bejo identifizierten die Partner die am besten geeigneten Sorten für verschiedene Klimazonen, Jahreszeiten und Bodenbedingungen und stellten so eine gleichbleibende Leistung in unterschiedlichen Anbauumgebungen sicher. Die Quinta Group ergänzte dieses Fachwissen durch lokale Marktkenntnisse, technische Beratung und Unterstützung vor Ort und trug so dazu bei, die Sortenleistung und den kommerziellen Erfolg zu maximieren.
Ein einzigartiges Produktionsmodell über mehrere Klimazonen hinweg Der Libanon bietet eine außergewöhnliche Agrarlandschaft mit unterschiedlichen Klimazonen auf relativ kleinem geografischem Raum. Fresh Products hat diese natürliche Vielfalt in einen strategischen Vorteil verwandelt. Das Unternehmen baut auf 500 Hektar in zwei Schlüsselregionen Möhren an: in Akkar, einem Gebiet mit mediterranem Klima nahe dem Meeresspiegel, und im Bekaa-Tal, einer Zone mit kontinentalem Klima auf etwa 800 Metern Höhe. Durch den saisonalen Wechsel der Produktion zwischen diesen Regionen sowie den Einsatz von Kühlhäusern gewährleistet Fresh Products das ganze Jahr über eine konstante Versorgung mit frischen Möhren.
Strategische Partnerschaft mit Bejo und der Quinta Group Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Fresh Products war die strategische Partnerschaft zwischen Fresh Products, Bejo und der Quinta Group: Bejo ist seit dem Jahr 2000 der vertrauenswürdige Partner und Vertreiber von Gemüsesaatgut im Libanon.
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BEJO MÖHREN-MAGAZIN
ÜBER FRESH PRODUCTS Fresh Products im Libanon wurde 2011 unter der Leitung von Ahmad Mostafa Khodr gegründet, der seit 1999 in der Landwirtschaft tätig ist. Heute ist das Unternehmen ein führender Agrarbetrieb im Nahen Osten mit dem Ziel, Gemüse von höchster Qualität nachhaltig zu produzieren, wobei fortschrittliche Technologien zum Einsatz kommen und jeder Schritt vom Saatgut bis zum Endprodukt beherrscht wird.
ANBAU UND ERNTE
Ahmad Mostafa Khodr
Die strategische Partnerschaft eröffnete zudem Zugang zum internationalen Netzwerk von Bejo. Durch die Teilnahme an den „Open Days“ in Warmenhuizen, Niederlande, knüpfte Fresh Products Kontakte zu Erzeugern und Fachleuten weltweit. Diese Teilnahmen schufen wertvolle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit führenden Landmaschinen- und Technologieunternehmen und trugen so zur Weiterentwicklung und Modernisierung landwirtschaftlicher Praktiken bei. Heute führen diese gemeinsamen Anstrengungen zu einem jährlichen Karottenproduktionsvolumen von rund 25.000 Tonnen.
Innovation als Antwort auf neue Herausforderungen Wie Landwirte weltweit sieht sich auch Fresh Products zunehmendem Druck durch Energieunsicherheit, Wetterextreme, den Verlust der Artenvielfalt und steigenden Krankheitsdruck ausgesetzt. Das Unternehmen begegnet diesen Herausforderungen auf dieselbe Weise, wie es sein Geschäft aufgebaut hat: durch Investitionen in Innovation und langfristige Widerstandsfähigkeit. Beide Produktionsstandorte in Akkar und im Bekaa-Tal sind mit einer fortschrittlichen Infrastruktur ausgestattet, die die gesamte Wertschöpfungskette unterstützt. Zu den wichtigsten Kompetenzen gehören: u
GPS-gesteuerte Aussaat- und Erntemaschinen
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Wasch-, Verarbeitungs- und Verpackungsanlagen
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Kühlhäuser
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Solarenergieanlagen – im Außenbereich und in der Anlage – mit Batteriespeicher
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Moderne Tropfbewässerung mit Wasser aus eigenen Brunnen
Dieser integrierte Ansatz zeigt, wie Fresh Products sein Produktionsmodell als Reaktion auf sich ändernde Umweltbedingungen kontinuierlich stärkt. Er ermöglicht ein lückenloses Kettenmanagement vom Saatgut bis zum Endprodukt und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von externer Energie sowie optimiert den Wasserverbrauch angesichts zunehmender Dürreprobleme.
SORTENAUSWAHL UND SAATGUT INNOVATION Fresh Products verfolgt eine gezielte Sortenstrategie, um die Erträge über alle Jahreszeiten und Anbaugebiete hinweg zu optimieren u
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Die frühen Nantes-Sorten „Napoli“ und „Nagasaki“ bedienen den Frühmarkt und zeigen sowohl im kühleren Bekaa-Tal als auch in der wärmeren Akkar-Region zuverlässige Leistungen. Die kontinentalen Nantes-Sorten „Newhall“ und „Natuna“ sind die wichtigsten Hauptsaison-Sorten. Die kontinentale Nantes-Sorte „Nevis“ wird für die Lagerung im Boden verwendet, um ein Nachwachsen bei extremer Hitze zu verhindern. Die Bio-Sorte „Newhall“ unterstützt die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens.
Da die Widerstandsfähigkeit zunehmend von der Genetik des Saatguts und weniger von chemischen Eingriffen abhängt, hat Fresh Products erfolgreiche Versuche mit den „B-Mox®“-behandelten Samen von Bejo durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen Verbesserungen hinsichtlich der Gleichmäßigkeit, der Robustheit der Pflanzen und der Widerstandsfähigkeit gegenüber extremen Wetterbedingungen – was das langfristige Engagement des Unternehmens für einen nachhaltigen und leistungsstarken Möhrenanbau im Libanon unterstreicht.
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DIE ZUKUNFT VON TK MÖHREN IN EINER KATEGORIE, IN DER ZUVERLÄSSIGKEIT ALLES IST, BEWEISEN TIEFKÜHLMÖHREN WEITERHIN IHREN WERT. DA SIE DAS GANZE JAHR ÜBER VERFÜGBAR SIND, NUR MINIMALE ABFÄLLE VERURSACHEN UND EINE GLEICHBLEIBENDE QUALITÄT BIETEN, SPIELEN SIE SOWOHL IM EINZELHANDEL ALS AUCH IN DER GASTRONOMIE EINE SCHLÜSSELROLLE. DOCH HINTER DIESER SCHEINBAREN STABILITÄT VERBIRGT SICH EINE BRANCHE, DIE SICH IN EINEM TIEFGREIFENDEN WANDEL BEFINDET – VON SICH WANDELNDEN VERBRAUCHERERWARTUNGEN ÜBER KLIMATISCHEN DRUCK BIS HIN ZU STEIGENDEN ENERGIEKOSTEN. Einblicke von Congelados Navarra, vermittelt von Ángel Castillejo, agronomischer Leiter, verdeutlichen, wie sich das Segment der TK - Möhren entwickelt und was erforderlich ist, um in den kommenden Jahren widerstandsfähig zu bleiben.
Den sich wandelnden Verbraucher erwartungen gerecht werden
Die Erwartungen der Verbraucher an Tiefkühlgemüse sind spezifischer und anspruchsvoller geworden. Bequemlichkeit steht nach wie vor im Mittelpunkt, geht heute jedoch über die einfache Lagerung hinaus. „Gebrauchsfertige Produkte, wie geschnittenes, portioniertes oder kombiniertes Gemüse, werden zunehmend geschätzt“, sagt Castillejo und spiegelt damit einen allgemeinen Trend hin zu zeitsparenden Mahlzeitenlösungen wider. Auch Gesundheit und Natürlichkeit sind wichtige Faktoren. „Clean-Label“-Produkte, frei von Zusatzstoffen
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und mit transparenten Nährwertangaben, werden mittlerweile als Standard erwartet. Gleichzeitig bleibt die gleichbleibende Qualität einer der größten Vorteile von Tiefkühlgemüse. Wie Castillejo anmerkt, wünschen sich die Verbraucher eine vorhersehbare Konsistenz und einen verlässlichen Geschmack; sie erwarten, genau zu wissen, was sie kaufen. Nachhaltigkeit und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis prägen die Kaufentscheidungen zusätzlich. Tiefkühlgemüse wird zunehmend als effiziente Option angesehen, die dazu beiträgt, Haushaltsabfälle zu reduzieren und gleichzeitig den ganzjährigen Verzehr saisonaler Erzeugnisse ermöglicht. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Belastungen stärkt diese Kombination die Relevanz von Tiefkühlmöhren.
Risiken und Chancen in der Versorgung abwägen Die Sicherung einer stabilen Versorgung mit hochwertigen Möhren wird immer komplexer. Laut Castillejo stechen zwei zentrale Risiken hervor: die Verfügbarkeit von hochwertigem Saatgut und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Beide wirken sich direkt auf Ertrag, Produktqualität und Versorgungssicherheit aus. Gleichzeitig bieten sich klare Chancen. Durch die Nutzung mehrerer Anbaugebiete und einer breiten Sortenpalette können Verarbeiter Risiken streuen und die Erntezeiträume verlängern. Diese Vielfalt ist unerlässlich für die Aufrechterhaltung einer ganzjährigen Versorgung – eine der entscheidenden Stärken des Tiefkühlsegments. In diesem Zusammenhang ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Saatgutspezialisten von entscheidender Bedeutung. Eine bessere Abstimmung entlang der gesamten Lieferkette ermöglicht widerstandsfähigere Produktionssysteme und eine verbesserte Planung.
Abfallvermeidung durch intelligentere Entscheidungen Die Verbesserung der Effizienz bleibt ein zentraler Schwerpunkt, insbesondere wenn es um die Reduzierung von Rohstoffverlusten geht. Zwar schreiten die Fortschritte bei der Schäl-, Sortier- und Schneidetechnik weiter voran, doch dürften künftige Gewinne eher schrittweise ausfallen.
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Auch die Verarbeitungsentscheidungen selbst spielen eine wichtige Rolle. Kleinere Schnitte, wie beispielsweise Würfel, führen in der Regel zu höheren Ausbeuten als größere Formate wie Stifte oder Scheiben. Wie Castillejo erklärt: „Die Art und Weise, wie Möhren geschnitten werden, hat einen direkten Einfluss auf das Abfallaufkommen.“ Über die Verarbeitung hinaus bieten Pflanzenzüchtung und Agronomie wichtige Möglichkeiten. Sorten mit weniger grünen Köpfen, verbesserter Fäulnisresistenz und höherer Toleranz gegenüber Beschädigungen können den verwertbaren Ertrag deutlich steigern. In Kombination mit optimierten Anbaumethoden können diese Entwicklungen dazu beitragen, den Abfall entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.
Innovation jenseits des Rohguts Um die Marktposition zu stärken, verlagert sich der Innovationsschwerpunkt in Richtung Differenzierung. Neue Produktkonzepte, Formate und sogar Farben werden untersucht, um einen Mehrwert zu schaffen. Castillejo betont, wie wichtig es ist, „neue Konzepte und differenzierte Produkte“ zu entwickeln, die über die traditionelle Wahrnehmung von Möhren als Rohware hinausgehen. Parallel dazu entwickelt sich auch die Verpackung weiter. Kleinere Verpackungen und verzehrfertige Optionen werden im Einklang mit den sich ändernden Verbrauchergewohnheiten immer häufiger angeboten. Gleichzeitig muss die Verpackung einen Ausgleich zwischen Produktschutz und Nachhaltigkeits-
anforderungen schaffen, um die Qualität zu gewährleisten und gleichzeitig die Umweltbelastung zu verringern.
Umgang mit Energie- und Kostendruck Energie bleibt eine entscheidende Herausforderung. Das Einfrieren und die Lagerung sind von Natur aus energieintensiv, wodurch Verarbeitungsbetriebe sehr anfällig für Schwankungen der Energiepreise sind. Da die Nachhaltigkeitsziele immer ehrgeiziger werden, sind Investitionen in Effizienz, Prozessoptimierung und Kühlkettenmanagement unerlässlich – nicht nur zur Kostenkontrolle, sondern auch zur Verringerung der Umweltbelastung. Dieser Druck unterstreicht die Bedeutung eines koordinierten Ansatzes entlang der gesamten Wertschöpfungskette anstelle von isolierten Maßnahmen in einzelnen Phasen.
Zusammenarbeit als Schlüssel für zukünftiges Wachstum Mit Blick auf die Zukunft wird Zusammenarbeit entscheidend sein, um das volle Potenzial von Tiefkühlkarotten auszuschöpfen. Von der Saatgutentwicklung und dem Anbau bis hin zur Verarbeitung, Verpackung und Marktpositionierung trägt jedes Glied in der Kette zum Endprodukt bei. Castillejo betont die Notwendigkeit, gemeinsam an einem Imagewandel zu arbeiten: Die Chance liegt darin, den Übergang von einem Massenprodukt zu einem Produkt zu schaffen, dessen Wert klar anerkannt wird. Um dies zu erreichen, sind eine Abstimmung entlang der gesamten Kette und eine engere Zusammenarbeit mit den Kunden erforderlich, um den sich wandelnden Erwartungen gerecht zu werden.
Eine widerstandsfähige Zukunft Der Sektor für Tiefkühlmöhren schafft einen Ausgleich zwischen Effizienz und Innovation sowie zwischen Kostendruck und Nachhaltigkeitszielen. Durch die Kombination aus technologischem Fortschritt, verbesserter Ernteerträge und engerer Zusammenarbeit ist die Branche gut für die Zukunft aufgestellt. Gemeinsam kann die Wertschöpfungskette weiterhin gleichbleibend hochwertige Möhren liefern, die den Erwartungen einer sich wandelnden Welt gerecht werden.
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DER WEG EINER MÖHRE VOM FELD BIS ZUM VERBRAUCHER HAT SICH IN DEN LETZTEN JAHREN DRAMATISCH VERÄNDERT. DER EINZELHANDEL STELLT HÖHERE ANFORDERUNGEN, DIE VERBRAUCHER ERWARTEN GLEICHBLEIBENDE QUALITÄT, UND DIE VERARBEITUNGSBETRIEBE MÜSSEN IHRE ABLÄUFE MIT WENIGER PERSONAL EFFIZIENTER GESTALTEN. GLEICHZEITIG WÄCHST DER DRUCK, ABFALL ZU MINIMIEREN UND ROHSTOFFE BESTMÖGLICH ZU NUTZEN.
Ein Markt, der Präzision verlangt
Hinter den Kulissen der Möhren-Lieferkette vollzieht sich daher eine stille, aber grundlegende Entwicklung. Während Verarbeitung und Verpackung früher hauptsächlich auf festgelegten, mechanischen Prozessen und menschlichem Urteilsvermögen beruhten, spielen intelligente Technologien, Datenanalyse und Automatisierung heute eine immer wichtigere Rolle.
Diese Vielfalt macht eine genaue Sortierung unerlässlich. Gleichzeitig sinkt die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, während die Kosten und der Druck zur Effizienzsteigerung steigen. Die Herausforderung liegt daher nicht nur darin, was technisch möglich ist, sondern vielmehr darin, wie Unternehmen dies in die Praxis umsetzen können.
Laut Ruurd Schut, Business Development Manager bei JASA Packaging Solutions, einem Spezialisten für Sortier-, Verarbeitungs- und Verpackungslösungen, liegt der Schlüssel nicht in der Technologie an sich. Er konzentriert sich in erster Linie auf die Art und Weise, wie sie eingesetzt wird. „Es geht darum, mit derselben Möhre mehr erreichen zu können und den Marktanforderungen besser gerecht zu werden“, betont er.
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Der Möhrenmarkt ist stark fragmentiert. Verarbeiter liefern nicht mehr ein einziges Standardprodukt, sondern müssen je nach Land, Einzelhändler und Verwendungszweck auf unterschiedliche Anforderungen reagieren. „Was ein Kunde als perfekt ansieht, hängt ganz von der Endverwendung ab“, erklärt Schut. „Genau darin liegt heute die Herausforderung für die Verarbeiter.“ Was in einem Markt wünschenswert ist, kann in einem anderen weniger relevant sein. Unterschiede in Länge, Durchmesser, Farbe und Verwendungszweck (vom Frischverzehr bis hin zu Fertiggerichten) erfordern Flexibilität und Präzision.
Von der Bewertung zum Verständnis Eine der bedeutendsten Entwicklungen ist der Vormarsch der optischen Sortierung und der KI-gesteuerten Qualitätskontrolle. Moderne Systeme analysieren jede einzelne Möhre mithilfe fortschrittlicher Kameras. Dabei wird ein Produkt bis zu 30- bis 40-mal erfasst, wodurch ein detailliertes digitales Bild entsteht. Auf dieser Grundlage können die Systeme Abweichungen erkennen, die für das menschliche Auge nur schwer zu erkennen sind. Zudem werden diese Systeme immer intelligenter. Dadurch verlagert sich der Fokus von der manuellen Beurteilung hin zu datengestützten Erkenntnissen. Während die Sortierung früher vor allem nach der Größe erfolgte, lässt sie sich nun viel präziser auf die Qualität und spezifische Kundenanforderungen abstimmen.
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INNOVATION HINTER DEN KULISSEN Insbesondere im Bereich der Qualität werden laut Schut erhebliche Fortschritte erzielt: „Manche Abweichungen sind schwer zu erkennen, haben aber Auswirkungen weiter unten in der Lieferkette. Indem man sie früher identifiziert, kann man Probleme verhindern und eine gleichmäßigere Qualität sicherstellen.“
Mehr Wert aus der Ernte schöpfen Die Auswirkungen künstlicher Intelligenz reichen über die Verarbeitungshalle hinaus. Intelligentes Sortieren trägt direkt zu einer höheren Verwertungsquote der Ernte bei. „Man kann viel genauer bestimmen, welches Produkt auf welchen Markt gelangt“, erklärt Schut. „So lässt sich aus derselben Charge mehr Wert schöpfen.“ In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass das korrekte Gewicht pro Verpackungseinheit präzise berechnet werden kann. Dadurch wird übermäßiges Übergewicht vermieden – Gewicht, für das der Erzeuger nicht bezahlt wird. Entscheidungen über Sorte und Anbaustrategie werden zunehmend mit Blick auf den Endmarkt und mit dem Wissen darüber getroffen, wie sich das Produkt später
in der Lieferkette verhalten wird. Auch hier spielt KI eine wesentliche Rolle.
Die Verpackung als nächster Schritt Die Verpackung gewinnt zunehmend an Bedeutung dafür, wie Möhren ihren Weg zum Verbraucher finden. Nicht nur als Schutz für das Produkt, sondern auch als Mittel, um Abfall zu reduzieren und spezifische Marktbedürfnisse besser zu erfüllen. „Die Verpackung ist längst nicht mehr nur die letzte Stufe des Prozesses“, sagt Schut. „Sie ist ein integraler Bestandteil der Wertschöpfung und der Differenzierung auf dem Markt.“ Innovationen konzentrieren sich unter anderem auf flexiblere Verpackungslösungen und nachhaltigere Materialien. Man denke an Verpackungen, die besser
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„Daten helfen dabei, unterschiedliche Szenarien im Voraus zu bewerten, bevor die Verarbeitung beginnt.“ Ruurd Schut
auf Portionsgrößen oder den Zeitpunkt der Verwendung abgestimmt sind. Gleichzeitig richtet sich das Augenmerk zunehmend auf den Materialeinsatz, mit einer deutlichen Verlagerung hin zu recycelbaren und leichteren Verpackungen. Verpackungen werden somit zunehmend zu einem Bindeglied zwischen der Verarbeitung und dem Verbraucher, an dem Qualität, Nachhaltigkeit und Marktpositionierung zusammenlaufen.
Der Aufstieg integrierter Prozesse Neben der Qualität spielt auch die Effizienz eine immer größere Rolle. Moderne Verarbeitungslinien werden daher zunehmend automatisiert und integriert. Während Bediener früher Einstellungen manuell vornehmen mussten, arbeiten die Systeme heute mit digitalen Programmen. Eine einzige Programmauswahl richtet eine gesamte Linie ein und koordiniert Sortierer, Waagen und Verpackungsmaschinen. Auch die Wartung wird intelligenter. Maschinen erfassen kontinuierlich Daten zu ihrer eigenen Leistung und können vorhersagen, wann Teile gewartet werden müssen. „Man beugt Ausfallzeiten vor, indem man vorausschauend handelt“, sagt Schut. „Das macht die Prozesse zuverlässiger und einfacher zu steuern.“ Die Verarbeitungsumgebung entwickelt sich zu einer datengesteuerten Umgebung, in der Prozesse zentral überwacht und optimiert werden.
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Daten als verbindendes Element Jede sortierte Möhre generiert Daten. Die Analyse dieser Daten liefert Erkenntnisse, die über den Moment der Verarbeitung hinausgehen. So können Verarbeiter beispielsweise besser vorhersagen, wie sich eine Charge verhalten wird und welche Erträge zu erwarten sind. „Dank der Daten kann man verschiedene Szenarien durchspielen, bevor man mit der Verarbeitung beginnt“, sagt Schut. „Das hilft dabei, bessere Entscheidungen zu treffen und Rohstoffe effizienter zu nutzen.“ Wenn diese Erkenntnisse mit Erntedaten verknüpft werden, ergibt sich ein klareres Bild vom Zusammenhang zwischen Sorte, Anbaubedingungen und Marktwert. Dies bietet auch Möglichkeiten, Sorten zu entwickeln, die besser für die Verarbeitung und die Marktbedürfnisse geeignet sind.
Zusammenarbeit als Katalysator Gerade diese Verbindung zwischen den verschiedenen Gliedern der Kette macht die Zusammenarbeit immer wichtiger. Innovation entsteht nicht innerhalb eines einzelnen Unternehmens, sondern an der Schnittstelle zwischen Züchtung, Anbau, Verarbeitung und Technologie. So arbeiten beispielsweise Technologie- und Züchtungsunternehmen gemeinsam an der Phänotypisierung und Qualitätsvorhersage mithilfe von Kamera- und Datensystemen. „Echter Fortschritt liegt in der Bündelung von Wissen“, betont Schut. „Wenn man versteht, wie Genetik, Anbau und Verarbeitung miteinander verknüpft sind, kann man viel gezieltere Verbesserungen vornehmen.“
Blick in die Zukunft Was sich hinter den Kulissen entwickelt, bestimmt zunehmend, was am vorderen Ende der Lieferkette möglich wird. Nicht als isolierte Innovationen, sondern als Arbeitsweise, bei der Entscheidungen, Prozesse und Marktnachfrage nahtlos ineinandergreifen. Genau darin liegt die Chance, etwas zu bewirken.
EINZELHANDEL UND GAS TRONOMIE
VOM MASSENPRODUKT ZUM KONZEPT: HARVEST MOON ÜBER DEN AUFSTIEG DER SNACK-MÖHREN
DIE KATEGORIE DER MÖHREN BEFINDET SICH IM WANDEL. WAS LANGE ZEIT EIN ZUVERLÄSSIGES, UMSATZSTARKES GRUNDNAHRUNGSMITTEL WAR, STEHT NUN UNTER DRUCK UND BIETET GLEICHZEITIG ZAHLREICHE CHANCEN. IN DIESEM INTERVIEW ERKLÄRT MARK KABLE, GESCHÄFTSFÜHRER VON HARVEST MOON, WIE EINE NEUAUSRICHTUNG AUF DIE VERBRAUCHERBEDÜRFNISSE DAZU BEIGETRAGEN HAT, MÖHREN IN EIN DIFFERENZIERTES, WERTORIENTIERTES PRODUKT ZU VERWANDELN.
Eine Kategorie unter Druck „Möhren sind in den letzten fünf bis zehn Jahren zu einem Massenprodukt geworden, und wir standen unter großem Preisdruck“, sagt Kable. Er erklärt, dass kontinuierliche Verbesserungen in der Agronomie und Genetik die Erträge von Jahr zu Jahr gesteigert haben. Dies ist zwar ein technischer Erfolg, hat aber auch das Angebot und damit den Wettbewerb erhöht. „Jedes Jahr wird die Messlatte höher gelegt, und weltweit werden einfach mehr Möhren produziert. Gleichzeitig hat die Dynamik im Einzelhandel den Druck noch verstärkt. Möhren werden oft als Lockvogelangebot eingesetzt, was die gesamte Kategorie stark unterbewertet hat.“ Für die Erzeuger ergibt sich daraus eine klare Herausforderung: Wie kann man in einem Markt, in dem der Preis allein
keine nachhaltigen Erträge mehr bringt, über die mengenorientierte Produktion hinauskommen?
Sich wandelnde Verbraucherbedürfnisse Laut Kable verändert sich das Verbraucherverhalten rasant. Bequemlichkeit, Gesundheit und einfache Handhabung werden zu entscheidenden Faktoren. „Die gesamte Snack-Kategorie ist rasant gewachsen“, erklärt er und verweist auf den Erfolg von Produkten wie Kirschtomaten und Minigurken. „Das kommt bei Familien, bei Kindern und bei Büroangestellten wirklich gut an – die Menschen wollen etwas Gesundes und Praktisches.“ Dieser Wandel verändert die Positionierung von Gemüse grundlegend. Möhren werden nicht mehr nur als Zutat zum Kochen gesehen – von ihnen wird zunehmend erwartet, dass sie bestimmte Verzehrsituationen abdecken, wie zum Beispiel das Snacken für unterwegs.
Neue Wege gehen: Vom Erzeuger zum verbraucherorientierten Unternehmen
„Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt“, sagt Kable. „Herkömmliche Möhren wurden zu einer weiteren Massenware, also mussten wir uns abheben.“ Was folgte, war ein grundlegender Umdenkprozess. Harvest Moon, das sich traditionell auf Anbau und Produktion konzentriert hatte, traf die bewusste Entscheidung, sich stärker am Markt und am Verbraucher zu orientieren. „Zum ersten Mal verließen wir uns nicht nur auf unsere landwirtschaftliche Erfahrung, sondern zogen externe Agenturen und Berater hinzu, um Verbrauchertrends und -verhalten besser zu verstehen.“ Dazu gehörten Investitionen in Marktforschung, Verbrauchertests und professionelle Beratung. Spezialisten wurden hinzugezogen, um die Bereiche Markenbildung, Verpackung und Produktpositionierung zu unterstützen – Bereiche, die normalerweise nicht zum Kernkompetenzbereich eines Erzeugers gehören.
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ÜBER HARVEST MOON Harvest Moon ist einer der führenden integrierten Frischgemüseproduzenten Australiens, der Anbau, Verpackung und Verarbeitung unter einem Dach vereint. Das Unternehmen ist in mehreren Regionen Australiens tätig, darunter Tasmanien, Queensland, New South Wales und Victoria. Mit einer Anbaufläche von mehr als 3.000 Hektar und einem Jahresvolumen von rund 80.000 Tonnen liefert Harvest Moon eine breite Palette an Erzeugnissen, darunter Möhren, Zwiebeln, Brokkoli und Blumenkohl. Möhren gehören nach wie vor zu den Kernprodukten des Unternehmens, gestützt auf jahrzehntelange Erfahrung sowohl auf dem heimischen Markt als auch im Export. Mit einem starken Fokus auf Essqualität, Innovation und Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette hat sich Harvest Moon als Vorreiter bei der Umwandlung von Möhren als Massenprodukt in ein differenziertes, verbraucherorientiertes Produkt positioniert.
Mark Kable
„Dadurch sind wir als Landwirte viel verbraucherorientierter geworden“, reflektiert er. „Es war ein zeitaufwändiger und kostspieliger Prozess, aber er hat sich gelohnt.“
Der Aufstieg von Snackables® Das Ergebnis war die Entwicklung von Snackables®, einem speziell für den direkten Verzehr konzipierten Möhrenkonzept. Von Anfang an traf Harvest Moon eine klare strategische Entscheidung: Das Produkt sollte nicht als gewöhnliche Möhre vermarktet werden. Diese Positionierung erwies sich als entscheidend. Als Snackables® zunächst in der traditionellen Karottenkategorie platziert wurden, blieben die Ergebnisse begrenzt. Doch als die Einzelhändler sie neben anderen frischen Snacks positionierten, stiegen die Verkaufszahlen rasch an. „Als wir das Produkt in die Snackkategorie verlegten, ging es richtig los.“ Dies verdeutlicht eine wichtige Erkenntnis für Erzeuger: Bei der Differenzierung geht es nicht nur um das Produkt selbst, sondern auch darum, wie es positioniert und dem Markt vermittelt wird.
Erfolgsfaktoren Laut Kable beruht der Erfolg auf einer Kombination verschiedener Faktoren, angefangen bei der Zusammenarbeit. „Es war von Anfang an eine Teamleistung“, sagt er. „Die gesamte Lieferkette war Teil die-
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EINZELHANDEL UND GAS TRONOMIE
„Vom ersten Tag an sagten wir: Das ist keine Möhre. Das ist ein Snackprodukt! Mark Kable
ses Projekts.“ Von Züchtern und Erzeugern bis hin zu Verpackungsspezialisten, Maschinenlieferanten und Handelspartnern – jedes Glied in der Kette spielt eine Rolle bei der Bereitstellung eines gleichbleibend hochwertigen Produkts. Gleichzeitig betont er die Bedeutung der Genetik. Kable stieß erstmals bei seinem Besuch der Bejo Open Days in den Niederlanden auf eine Bejo-Sorte, die sich als genau das erwies, was Harvest Moon suchte. Von diesem Moment an nahm die Entwicklung ihres Snack-Möhren-Konzepts wirklich Gestalt an. „Es liegt an der Genetik. Die Geschmackseigenschaften sind hervorragend, das ist es, was sie auszeichnet.“ Auf dem heutigen Markt reicht die optische Qualität allein nicht mehr aus. Geschmack, Textur und das gesamte Esserlebnis gewinnen zunehmend an Bedeutung. „Sie muss süß, saftig und schmackhaft sein und diesen knackigen Biss haben. Die Geschmackseigenschaften stehen an erster Stelle.“
Blick in die Zukunft Trotz des derzeitigen Marktdrucks bleibt Kable optimistisch. Die Entwicklung von Snack-Möhren ist noch lange nicht abgeschlossen. „Die Produktion ist nicht das Problem – es geht darum, die Märkte zu erschließen“, erklärt er. Es gibt nach wie vor erhebliches
Potenzial, den Verbrauch zu steigern, insbesondere in Exportmärkten, in denen frische, verzehrfertige Möhren noch nicht so etabliert sind. Dies erfordert oft Aufklärungsarbeit und Maßnahmen im Laden, um neue Essgewohnheiten einzuführen. Gleichzeitig schreitet die Produktinnovation weiter voran. Konzepte wie Snackpackungen mit Dips oder Partnerschaften mit ergänzenden Produkten bieten neue Möglichkeiten zur Wertschöpfung. Mit Blick auf die Zukunft sieht er die Essqualität als entscheidenden Erfolgsfaktor. „Wir müssen sicherstellen, dass das, was wir anbauen, jedes Mal genau den Geschmack der Verbraucher trifft.“ Für Gemüseanbauer ist die Botschaft klar: Die Kategorie Möhren wandelt sich von einer mengenorientierten zu einer wertorientierten Kategorie. Der Erfolg hängt zunehmend davon ab, die Produktion an definierte Marktkonzepte anzupassen und ein gleichbleibendes Geschmackserlebnis zu bieten.
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KAROTTEN AM SCHEIDEWEG: STIMMEN AUS DEM WELTWEITEN EINZELHANDEL ZU WERT, QUALITÄT UND DEM NÄCHSTEN SCHRITT NACH VORN MÖHREN SIND NACH WIE VOR EINE WICHTIGE KULTURPFLANZE, DOCH DIE KATEGORIE STEHT UNTER DRUCK. STEIGENDE KOSTEN, KLIMATISCHE SCHWANKUNGEN UND SICH WANDELNDE VERBRAUCHERERWARTUNGEN VERÄNDERN DIE ART UND WEISE, WIE MÖHREN PRODUZIERT, POSITIONIERT UND VERKAUFT WERDEN. GLEICHZEITIG SUCHEN EINZELHÄNDLER UND PARTNER IN DER LIEFERKETTE NACH NEUEN WEGEN, UM DURCH QUALITÄT, CONVENIENCE UND EINE ENGERE ZUSAMMENARBEIT MEHRWERT ZU SCHAFFEN. Um besser zu verstehen, wie sich die Kategorie in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln könnte, wurden Perspektiven von Partnern aus dem Einzelhandel und Experten der Lieferkette in wichtigen Märkten wie Deutschland, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich eingeholt. Als Vertreter von Erzeugern, Verpackungsbetrieben und Einzelhändlern bieten diese Beitragenden einen vielschichtigen Einblick sowohl in gemeinsame globale Trends als auch in spezifische regionale Prioritäten. Ihre gemeinsamen Erkenntnisse zeigen eine Kategorie, die Erschwinglichkeit mit Innovation und Kosteneffizienz mit Differenzierung in Einklang bringt und zunehmend auf die Abstimmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen ist. In diesem Sinne ist die Botschaft, die sich über alle Märkte hinweg abzeichnet, klar: Die Zukunft der Möhren wird nicht isoliert, sondern gemeinsam gestaltet.
Was werden die Verbraucher schätzen, und wie werden sie ihre Wahl treffen? Über alle Märkte hinweg zeichnet sich eine doppelte Dynamik ab: Während Erschwinglichkeit nach wie vor entscheidend ist, werden die Verbraucher auch wählerischer und legen zunehmend Wert auf Qualität, Geschmack und Inspiration. In Deutschland betont ein großer konventioneller Anbauer und Verpacker in Nordrhein-Westfalen (NRW), dass der Preis angesichts sinkender verfügbarer Einkommen der Haupttreiber bleiben wird. Erschwinglichkeit hat in diesem Zusammenhang Vorrang vor Differenzierung. Ähnlich stellt Martin Koller von Innoplattform.bio (Schweiz), der Fachwissen im Bereich Bio-Möhren bietet, fest, dass Verbraucher wahrscheinlich kleinere Verpackungsgrößen, verlässliche Produktionssiegel und regionale Herkunft bevorzugen, dabei aber weiterhin wettbewerbsfähige Preise erwarten. Im Gegensatz dazu sieht Matt Hiltner, Marketingmanager bei Babé Farms (Pionier im Bereich Spezialgemüse) in den Vereinigten Staaten eine anhaltende Nachfrage nach den Kernmerkmalen von Möhren – Zugänglichkeit, Vielseitigkeit und gesundheitliche Vorteile –, verbunden mit einem steigenden Interesse an optisch auffälligen und besonderen Sorten wie violetten oder gelben BabyMöhren. Hier lassen sich die Käufer nicht nur von Frischemerkmalen leiten, sondern auch von der Warenpräsentation und Inspiration, einschließlich Rezepten und kategorieübergreifenden Kombinationen. In Großbritannien hebt Stephen Shields von Huntapac Konsistenz und Nährwert als zentrale Erwartungen hervor, neben einer zunehmenden Bedeutung des Geschmacks als Kaufmotiv. Dies spiegelt sich auch in den Niederlanden wider, wo Naushad Aliradja (Crisp) einen zunehmenden Fokus auf Geschmack und Sortenunterscheidung erwartet. Zusammengenommen deuten diese Perspektiven auf eine Kategorie hin, die von einem Spannungsfeld geprägt ist: zwischen preisgetriebenen Fundamentaldaten in einigen Märkten und einer aufkommenden Nachfrage nach hochwertigen, erlebnisorientierten Produkten in anderen.
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In Deutschland dominiert weiterhin der Preis. US-Verbraucher schätzen Convenience und farbige Möhren. Rückverfolgbarkeit wird zum Standard.
Risiken und Chancen bei Qualität und Verfügbarkeit Klimaschwankungen und regulatorische Herausforderungen werden durchweg als die Hauptrisiken für die Sicherstellung einer ganzjährigen Versorgung und gleichbleibender Qualität identifiziert. Allerdings bestimmen regionale Gegebenheiten, wie sich diese Herausforderungen konkret auswirken und wo Chancen liegen. Deutsche Befragte heben strukturelle Belastungen hervor. Der in Nordrhein-Westfalen ansässige Erzeuger nennt verschärfte Auflagen für Pflanzenschutzmittel und steigende Betriebskosten – von Arbeitskräften bis hin zu Energie – als wesentliche Bedrohungen für die Versorgungssicherheit. Martin Koller fügt hinzu, dass zunehmend extreme Wetterbedingungen wie hohe Temperaturen während der Aussaat und unbeständige Erntebedingungen die Produktion erschweren, ebenso wie der steigende Krankheitsdruck. Im Vereinigten Königreich nennt Stephen Shields ebenfalls Wetterextreme und eine sinkende Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln als zentrale Herausforderungen. Im Gegensatz dazu bietet die US-amerikanische Perspektive einen klimatisch günstigeren Ausblick. Matt Hiltner erklärt, dass Babé Farms vom mediterranen Klima Kaliforniens profitiert, das eine relativ stabile Produktion über das ganze Jahr hinweg ermöglicht. Dennoch bleiben Risiken wie die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Inputkosten und die Einhaltung visueller Qualitätsstandards erheblich. Gleichzeitig bieten stabile Anbaubedingungen die Chance, insbesondere für Spezialsorten konsistente Anbauprogramme aufzubauen. Über alle Regionen hinweg ist der rote Faden klar: Auch wenn die Art der Risiken variiert, wird sowohl agronomische als auch betriebliche Widerstandsfähigkeit entscheidend sein, um die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten.
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Abfallvermeidung: Optimierung des Systems
Welche Innovationen werden am wichtigsten sein?
Die Reduzierung von Abfall wird allgemein als eine Kombination aus besserer agronomischer Entscheidungsfindung, intelligenterer Verarbeitung und breiteren Absatzkanälen angesehen.
Es wird erwartet, dass sich die Innovationen bei Möhren je nach Markt erheblich unterscheiden werden, was die unterschiedlichen Prioritäten der Verbraucher widerspiegelt.
In Deutschland betont der Erzeuger aus NRW, wie wichtig es ist, den Nettoertrag statt des Bruttoertrags zu maximieren. Die Auswahl der richtigen Sorte für den jeweiligen Standort kann Verluste erheblich reduzieren und so sicherstellen, dass ein größerer Teil der Ernte vermarktbar ist. Für Martin Koller bietet eine verbesserte Verarbeitung einen weiteren Ansatz. Er hebt das Potenzial hervor, Möhren zweiter Wahl in Verarbeitungskanäle wie Fertiggerichte oder Tiefkühlprodukte umzuleiten, unterstützt durch Fortschritte bei der optischen Sortierung. Der Einzelhandel dürfte sich jedoch weiterhin auf Produkte der Premium-Qualität konzentrieren. Der US-amerikanische Ansatz fügt eine soziale Dimension hinzu. Matt Hiltner beschreibt, wie Produktionsüberschüsse an Tafeln und gemeinnützige Partner weitergeleitet werden können, um eine Umverteilung statt einer Verschwendung zu gewährleisten. Er betont zudem die Bedeutung diversifizierter Vertriebskanäle im Einzelhandel und in der Gastronomie. In Großbritannien sieht Stephen Shields Innovationen, insbesondere bei Verpackungen und in der Pflanzenzüchtung, als zentral für die Abfallreduzierung an, darunter eine längere Haltbarkeit und eine verbesserte Krankheitsresistenz. Insgesamt wird eine „gute“ Abfallreduzierung nicht durch eine einzelne Lösung definiert, sondern durch integrierte Systeme, die Produktion, Verarbeitung und Vertrieb effektiver miteinander verknüpfen.
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In Deutschland liegt der Fokus weiterhin auf Robustheit und Kosteneffizienz. Der Erzeuger aus Nordrhein-Westfalen rechnet mit einer Verlagerung hin zu Sorten, die einfacher anzubauen und weniger anfällig für Krankheiten sind, anstatt auf Nischeninnovationen. Angesichts des Kostendrucks stellt er zudem die langfristige Rentabilität arbeitsintensiver Produkte wie Snackmöhren in Frage. Im Gegensatz dazu konzentrieren sich Innovationen in den USA auf Komfort und Premiumisierung. Matt Hiltner hebt den Aufstieg von handgeschälten Möhren hervor, die einfache Handhabung mit einem frischen, hochwertigen Angebot verbinden. Bunte Sorten gewinnen bei großen Einzelhändlern an Beliebtheit, was das wachsende Interesse der Verbraucher an Vielfalt und optischer Attraktivität widerspiegelt. In ganz Europa entwickelt sich die Rückverfolgbarkeit zu einem zentralen Innovationsthema. Martin Koller stellt fest, dass transparente Beschaffung zunehmend an Bedeutung gewinnt, während Stephen Shields QR-Codes und benannte Sorten als Instrumente zur Wertsteigerung und Produktdifferenzierung betrachtet. In den Niederlanden identifiziert Naushad Aliradja Geschmacksinnovationen, Rückverfolgbarkeit und den Aufstieg der biologischen oder regenerativen Produktion als wichtige Triebkräfte des Wandels. Die Kategorie dürfte sich daher auf zwei parallelen Pfaden entwickeln: effizienzorientierte Innovation in preissensiblen Märkten und verbraucherorientierte Innovation in eher premiumorientierten Segmenten.
EINZELHANDEL UND GAS TRONOMIE
Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette Mit Blick auf die Zukunft betonen alle Beteiligten die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit, die sowohl durch Innovationsanforderungen als auch durch steigende Produktionsrisiken vorangetrieben wird.
Verpackungen der Zukunft Von Verpackungen wird erwartet, dass sie Nachhaltigkeit und Funktionalität in Einklang bringen – eine Herausforderung, die marktübergreifend nach wie vor ungelöst ist. Es herrscht breiter Konsens darüber, den Kunststoffverbrauch zu reduzieren. Naushad Aliradja plädiert für eine Umstellung auf Lösungen auf Papier- oder Kartonbasis, möglicherweise in Kombination mit minimalistischen Verpackungsformaten wie Bändern oder teilweise offenen Schachteln. In ähnlicher Weise betont Martin Koller die Bedeutung kunststofffreier Materialien und kleinerer Verpackungsgrößen – warnt jedoch davor, dass die Haltbarkeit nicht beeinträchtigt werden darf. In Großbritannien betont Stephen Shields, dass Verpackungen auch die Produktqualität und die optische Attraktivität unterstützen müssen, damit Möhren im Regal frisch und ansprechend bleiben. Recyclingfähigkeit ist eine unverzichtbare Anforderung. Die sich abzeichnende Richtung ist klar: Eine „gute“ Verpackung muss in mehrfacher Hinsicht überzeugen – Nachhaltigkeit, Haltbarkeit und Verbraucherfreundlichkeit –, ohne dabei die Sichtbarkeit oder Qualität des Produkts zu beeinträchtigen.
In Großbritannien fordert Stephen Shields eine engere Abstimmung zwischen Saatgutunternehmen, Erzeugern, Verpackungsbetrieben und Einzelhändlern, insbesondere hinsichtlich der Geschmacksentwicklung und der Sortenleistung. Er betont, dass Verbraucher heute mehr als nur grundlegende Funktionalität erwarten – sie erwarten ein verbessertes Geschmackserlebnis. Aus der Perspektive des niederländischen Einzelhandels hebt Naushad Aliradja die wachsende Herausforderung der Verfügbarkeit aufgrund des Klimawandels hervor. Er sieht eine intensivierte Zusammenarbeit als unerlässlich an, um die Versorgung sicherzustellen, den Geschmack zu verbessern und Sorten mit besserer agronomischer Leistung zu entwickeln. Über alle Bereiche hinweg erweisen sich Transparenz, Datenaustausch und langfristige Partnerschaften als entscheidende Faktoren für die Zukunft dieser Produktkategorie.
Fazit Die Zukunft der Möhren wird durch ein komplexes Zusammenspiel aus globaler Angleichung und regionalen Unterschieden geprägt. Zwar erkennen alle Märkte die Bedeutung von Qualität, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit an, doch unterscheiden sich ihre Prioritäten: von Preissensibilität in Deutschland über die Premiumisierung in den USA bis hin zu Rückverfolgbarkeit in Europa und Geschmacksinnovationen in zahlreichen Regionen. Im Zentrum dieser Perspektiven steht ein grundlegender Spannungsbogen zwischen Erschwinglichkeit und Mehrwert sowie zwischen Standardisierung und Differenzierung. Die Bewältigung dieses Gleichgewichts wird den Erfolg der Kategorie bestimmen. Klar ist jedoch, dass kein einzelner Akteur diesen Wandel allein vorantreiben kann. Die Zukunft der Möhren wird von koordinierten Anstrengungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abhängen, bei denen agronomische Widerstandsfähigkeit, Einblicke in den Einzelhandel und Verständnis für die Verbraucher zusammenkommen. In einer Kategorie, die lange Zeit von Einfachheit geprägt war, wird Komplexität zur neuen Chance.
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MÖHREN IM REGAL: INSPIRATION AUS DEM EINZELHANDEL WELTWEIT MÖHREN GIBT ES WELTWEIT IN VIELEN FORMEN, VON FRISCH UND LOSE IM REGAL BIS HIN ZU VERZEHRFERTIGEN SNACKS UND VERARBEITETEN PRODUKTEN. WIE SIE IM EINZELHANDEL PRÄSENTIERT WERDEN, VARIIERT STARK UND WIRD VON LOKALEN GEWOHNHEITEN, VERBRAUCHERBEDÜRFNISSEN UND DEM WUNSCH NACH SCHNELLER ZUBEREITUNG GEPRÄGT. ÜBER ALLE MÄRKTE HINWEG ZEICHNEN SICH EINIGE TRENDS AB. BEQUEMLICHKEIT GEWINNT ZUNEHMEND AN BEDEUTUNG, WAS SICH IM WACHSTUM BEI VERZEHRFERTIGEN UND VORGESCHNITTENEN FORMATEN WIDERSPIEGELT. GEMÜSEMISCHUNGEN UND KOCHFERTIGE MAHLZEITKOMPONENTEN, WIE BEISPIELSWEISE PFANNENGERICHTE, SIND IN DEN REGALEN IMMER HÄUFIGER ZU FINDEN. DIESE VISUELLE ÜBERSICHT VERDEUTLICHT VERSCHIEDENE ANSÄTZE AUS ALLER WELT. AUF DIESE WEISE BIETET SIE INSPIRATION FÜR NEUE PRODUKTIDEEN, FORMATE UND PRÄSENTATIONSMÖGLICHKEITEN FÜR MÖHREN IM EINZELHANDEL UND IN DER GASTRONOMIE.
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VER ARBEITET
EINZELHANDEL UND GAS TRONOMIE
FRISCH
FRISCH VERARBEITET
TIEFGEKÜHLT
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EIN GEMÜSE FÜR JEDEN DIE MÖHRE IST EIN GEMÜSE, DAS UNS AUF ÜBERRASCHENDE WEISE VERBINDET. ÜBERALL AUF DER WELT VERWENDEN MENSCHEN MÖHREN IN IHREN GANZ EIGENEN GERICHTEN. VON ALLTÄGLICHEN MAHLZEITEN ÜBER FESTLICHE BEILAGEN BIS HIN ZU SÜSSEN DESSERTS. WAS DIESE REZEPTE VERBINDET, IST MEHR ALS NUR EINE ZUTAT. JEDES EINZELNE ERZÄHLT EINE GESCHICHTE VON HEIMAT, TRADITION UND KREATIVITÄT.
S A L Z G E B E I Z T E U N D G E R Ä U C H E R T E M Ö H R E N NIEDERLANDE
G A J A R
K A
H A L W A
INDIEN In Indien wird die Möhre vor allem als „Gajar ka Halwa“ gegessen, ein traditionelles Süßgericht, das besonders im Winter beliebt ist. Es wird oft bei Familienfeiern, Festen oder einfach an kalten Wintertagen zubereitet, wenn frische Möhren der Saison erhältlich sind. In vielen indischen Haushalten vermittelt der Duft von frisch zubereitetem Gajar ka Halwa sofort ein Gefühl von Wärme, Festlichkeit und Zuhause.
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In den Niederlanden werden Möhren auf viele vertraute Arten genossen: in Möhrenkuchen, als roher Snack und natürlich im traditionellen „Hutspot“. Dieses wohltuende Gericht kombiniert Kartoffelpüree, Möhren und Zwiebeln. Da das Interesse an vegetarischer Küche weiter wächst, entdecken die Menschen auch neue Zubereitungsarten für Möhren und bringen so mehr Abwechslung und Geschmack in pflanzliche Mahlzeiten. Eine dieser Ideen ist vom Pökeln und Räuchern inspiriert, wie es traditionell bei Lachs angewendet wird. Wendet man diese Technik auf Möhren an, verwandeln sie sich in etwas Unerwartetes. Das Ergebnis ist ein Gericht mit einer wunderbaren Textur und einem reichhaltigen, rauchigen Geschmack.
ZUBEREITUNG UND VER ZEHR
INSPIRATION AUS ALLER WELT Y U S H I A N G M I T S C H W E I N E F L E I S C H S T R E I F E N CHINA Möhren spielen in der chinesischen Alltagsküche eine vertraute Rolle und werden wegen ihrer Vielseitigkeit geschätzt. Sie sind eine gängige Zutat in vielen verschiedenen Gerichten, von herzhaften Eintöpfen und schnellen Pfannengerichten bis hin zu frischen Salaten und einfachen Snacks. Möhren werden oft mit anderen Zutaten kombiniert, um einem Gericht Farbe, Textur und Ausgewogenheit zu verleihen. In Pfannengerichten wie dem bekannten „Yu Shiang“ mit Schweinefleischstreifen sorgen fein geschnittene Möhren für eine natürliche Süße und einen angenehmen Biss. Diese alltägliche Verwendung zeigt, wie gut sich Möhren in verschiedene Kochstile einfügen und dass sie in der gesamten chinesischen Küche eine geschätzte Zutat bleiben.
P A L O V K ASACHSTAN Palov, auch bekannt als Osh, Palau oder Pilaw, blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Antike reicht. Man nimmt an, dass es seinen Ursprung in Zentralasien hat. Palov wird wegen seines reichhaltigen Geschmacks und seiner herzhaften Zutaten geschätzt und oft bei großen Zusammenkünften serviert. Als Symbol der Gastfreundschaft und wichtiger Bestandteil des kulturellen Erbes des Landes wurde es in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Traditionell wird Palov am besten mit Lammfleisch zubereitet. Sein reichhaltiger und herzhafter Geschmack ist das Markenzeichen des Gerichts. Viele verwenden jedoch auch gerne Rindfleisch. Das Gewichtsverhältnis von 1:1:1 zwischen Fleisch, Möhren und Reis ist eine bewährte Formel für einen ausgewogenen und schmackhaften Palov.
REZEPTE
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REZEPTE
A A L U G A J A R M A T A R S A B Z I INDIEN
M Ö H R E N - , M A I S U N D Z U C C H I N I P U D D I N G ARGENTINIEN In vielen argentinischen Haushalten ist ein einfacher Salat aus geriebenen Möhren und hartgekochten Eiern ein beliebter Klassiker. Derzeit gibt es jedoch einen wachsenden Trend zu gesünderer Ernährung, bei dem Möhren als Grundzutat in neuen Rezepten verwendet werden und oft teilweise Weizenmehl ersetzen. Daher werden Möhren neben dem klassischen Salat mittlerweile auch in Möhrenkuchen, Tortillas, gefüllten Pfannkuchen, herzhaften Puddings, gesunden Muffins, Gemüseröllchen und anderen kreativen, nahrhaften und innovativen Gerichten verwendet.
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Aalu Gajar Matar Sabzi ist ein traditionelles indisches Gemüsegericht mit Kartoffeln, Möhren und Erbsen. Der Name spiegelt die Zutaten wider: Aalu (Kartoffel), Gajar (Möhre), Matar (Erbsen) und Sabzi (Gemüse). Für viele Inder, die außerhalb ihres Heimatlandes leben, ist Aalu Gajar Matar Sabzi eine wohltuende Erinnerung an die Heimat. Die vertrauten Aromen wecken Erinnerungen an gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie, an die Kindheit und an geliebte Traditionen.
ZUBEREITUNG UND VER ZEHR
N A M A S U A U S M Ö H R E N U N D K O H L R A B I M I T F R I S C H E M Y U Z U H Ü H N C H E N M Ö H R E N - R E I S LIBANON Im Libanon ist die Möhre eine beliebte Zutat in der täglichen Küche. Sie wird oft in Reisgerichten, Eintöpfen und Gemüsebeilagen verwendet, wo sie für Farbe, einen Hauch von Süße und eine weiche Konsistenz sorgt. In Kombination mit Reis, Gewürzen und manchmal auch Fleisch trägt die Möhre dazu bei, warme, wohltuende Mahlzeiten zu kreieren, die man gemeinsam mit Familie und Freunden genießt.
JAPAN Dieses farbenfrohe und frische Gericht ist ein traditionelles japanisches Gericht, das vor allem um Neujahr herum gegessen wird. Wenn Familien zusammenkommen, um zu feiern, genießen sie Namasu gerne, da die langen, dünnen Streifen als Symbol für die Hoffnung auf dauerhafte Bindungen gelten. Die Farben des Gerichts – eine Kombination aus dem Rot/Orange der Möhre und dem Weiß des Kohlrabis – werden in Japan mit Glück assoziiert. Rot und Weiß sind traditionelle Festtagsfarben in Japan. Sie vermitteln sofort ein festliches Gefühl. Doch Möhren werden in der japanischen Küche nicht nur wegen ihrer schönen Farbe für festliche Gerichte verwendet, sondern sind aufgrund ihres reichhaltigen Geschmacks und ihres Nährwerts auch aus den alltäglichen Mahlzeiten nicht wegzudenken.
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WISSENSWERTES WUSSTEST D U S C H O N ? … G E K O C H T I S T B E S S E R Gekochte Möhren erleichtern es Ihrem Körper, Beta-Carotin aufzunehmen, das anschließend in Vitamin A umgewandelt wird – im Gegensatz zu rohen Möhren.
N A T Ü R L I C H E Z A H N B Ü R S T E Der Verzehr von rohen Möhren kann zur Zahnreinigung beitragen, da beim Kauen Zahnbelag entfernt wird.
W I N T E R L I C H E S Ü S S E Kaltes Wetter macht Möhren süßer, indem es Stärke in Zucker umwandelt.
B A B Y M Ö H R E N Baby-Möhren sind keine eigene Sorte. Sie werden aus herkömmlichen Möhren hergestellt, die zugeschnitten und in Form gebracht werden.
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W I N Z I G E
S A M E N
Manche Möhrensorten haben so winzige Samen, dass mehr als 2000 Samen in einen Esslöffel passen!
R I E S E N B L Ü T E Eine blühende Möhre kann bis zu 2 Meter hoch werden.
P U R P L E
P O W E R
In der Türkei wird aus violetten Möhren ein Getränk auf Essigbasis namens „Şalgam“ hergestellt.
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Die Erforschung der Natur hört nie auf
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