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So schmeckt Berlin (Leseprobe)

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JAËLE VANULS

So schmeckt

BERLIN Kulinarische Streifzüge durch die Stadt

BeBra Verlag


INHALT

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Vorwort

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Im Frühstücks­paradies A Never Ever Ending Love Story

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Totally tasty, totally Australian ABC – Allan’s Breakfast Club

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Komm, lass uns frühstücken gehen Adda Café & Restaurant

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Benvenuti in Sicilia! Antonello’s Cevicheria & StreetFood

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Deftig in der Gartenkolonie Bollenpiepe

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Pariser Flair in Berlin Brasserie Le Paris

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Ein Traum in Äpfeln und Baiser Café Katulki

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Knödel, Kuchen, Kaiserschmarrn Café Liebig

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Tabbouleh steht für Willkommen! Chez Nassib

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Algerische Gast­freundschaft in Berlin Chez Zola

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Nordeutschland trifft Mittelmeer Fisch Frank

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Traditionell Ukrainisch in Neukölln Guzulka

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Auf dem Heiligen Berg Holy Everest

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Tölöö und guten Appetit! Huushuur House

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Italien im französischen Bistro Irma la Douce

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Ein bisschen Tunesien mitten in Berlin La Maison Bleue

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Frankreich in Charlottenburg Le Garage

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Ein kleines Stück Marseille MASTAN

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Miso-Pasten-Alchemist Merold

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Ceviche vom Küchen-Gangster Mkhunaa

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Tanz und Harmonie in der Küche Moon Exquisite

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Ein bisschen Antalya mitten in Berlin Müşterek Meyhane

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Italien in Karls­horst Olio Sabato

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Brasilien in Kreuzberg Pop Kultur

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Eine Reise nach Indien Rasas

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Die Schweizer Alm in Berlin Schwarze Heidi Fondue Hütte

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Das Gold des Meeres auf Brot Skål – nordic tapas

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Floßfahrt zum Genuss SpreeArche

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Ein Bissen Vietnam Spree Fumée

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Georgische Küche in Schöneberg Stumari

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Ein Zeichen der Liebe TAMIA – The Soul Of Vietnam

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Fleisch oder nicht, Hauptsache Griechisch! Taverna Athene

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Zwischen Ruhe und Live-Musik Taverna Inos

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Ein Stück Heimat Umami

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Ein Stück Kuba in Schöneberg Varadero

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Keep Cool, Darling YA-MAN Caribbean Soul Food

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Indien mitten in Schöneberg Yogi Haus

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Essen wie zur Kaiserzeit Zum Alten Krug

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Gulasch wie am Balaton Zum Ziehbrunnen

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Merci

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Übersichtskarte

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Verzeichnis der Restaurants

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Rezeptregister

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VORWORT Wie schmeckt Berlin? Wie kann eine Großstadt mit fast vier Millionen Menschen überhaupt schmecken? Eine Stadt voller Menschen mit unterschiedlichsten Wurzeln, Lebenswegen und Geschichten. Und doch verbindet sie etwas: der Wunsch, ihre ­Lieblingsrezepte zu teilen und damit auch ein Stück Heimat weiterzugeben. Seit zehn Jahren besuche ich für das Radioprogramm rbb 88.8 Restaurants, Cafés und besondere Orte in Berlin. Einige davon durfte ich auch für das rbb Fernsehen ­kennenlernen. Auf diesen Reisen hatte ich unvergessliche Begegnungen mit Men­ schen, die mich auf ganz unterschiedliche Weise tief berührt haben. Wir haben gemeinsam gekocht und gegessen. Vor allem haben sie mir ihre Geschichten erzählt: Woher sie kommen, was sie nach Berlin geführt hat und welche Erinnerungen sie mit ihren Rezepten verbinden. Dabei trat immer wieder die »Mama« als wichtige Einflussquelle hervor. Als Hüterinnen von Rezepten, Erinne­ rungen und Traditionen vermitteln Mütter nicht selten das Gefühl von Heimat und Geborgenheit. So standen wir oft gemeinsam vor einem Teller voller Erinnerungen und Emotio­ nen. Mir wurde bewusst, dass jedes dieser Gerichte weit mehr ist als eine Mahlzeit. Es ist ein Stück zu Hause, ein Stück Herkunft, manchmal sogar ein Stück Sehnsucht. Und in diesen Momenten haben wir viel mehr geteilt als nur ein Essen. Für all diese Begegnungen bin ich von Herzen dankbar. Die Menschen, die in diesem Buch vorgestellt werden, sind so unterschiedlich wie ihre Lebensgeschichten. Jede und jeder von ihnen ist einzigartig. In diesen Restau­ rants kann man daher mehr als nur ein Essen erleben – man kann die Geschichten dahinter spüren. Denn Essen ist auch Erinnerung, Identität, und vor allem: Gefühl. Eine besonders bewegende Begegnung hatte ich mit einem Chefkoch aus Jerusa­ lem. Nachdem ich sein Gericht probiert hatte, fragte er mich: »Und, wie ist es?« Er sah mich dabei an wie ein kleiner Junge und wartete gespannt auf meine Antwort. Dann sagte er lächelnd: »I’m happy when you’re happy.« Gemeinsam zu essen ist eine intensive Form der Begegnung. Es schafft Nähe, ­Verbindung und Verständnis füreinander. Diese Erfahrung möchte ich teilen und hier meine Berliner Lieblingsorte vorstellen. Ich wünsche von ganzem Herzen: Bon ­appétit! Eure Jaële

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Vorwort


IM FRÜHSTÜCKS ­ PARADIES

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A Never Ever Ending Love Story

Willkommen im Frühstücksparadies: Von kunstvoll süß bis herzhaft raffiniert, hier gibt es alles, was das Frühstücksherz begehrt. In Leonis Café steckt aber vor allem ganz viel Liebe, denn beim Betre­ ten des Ladens spürt man sofort die nie­ mals endende Liebesgeschichte zwischen gutem Essen, gemütlicher Atmosphäre und echter Leidenschaft. In der Bleibtreustraße in Charlotten­ burg wird täglich das Frühstück zele­ briert. Das Café ist gleichermaßen Treff­ punkt für Frühaufsteher, die ihren Tag genussvoll beginnen möchten, wie auch für Langschläfer, die sich Zeit für einen entspannten Start in den Tag nehmen. Leoni selbst ist halb Argentinierin, ihr Vater stammt aus Buenos Aires. Auf­ gewachsen ist sie in Heidelberg, doch ihre Kindheit war geprägt von vielen Reisen nach Südamerika. Diese kultu­ relle Mischung spiegelt sich heute in ihrem Café wider. Auch wenn sie sagt, sie sei eher deutsch geprägt, kommt ihre argentinische Seite immer wieder durch – vor allem in ihrer großen Liebe zu gutem Essen, insbesondere zu hoch­ wertigem Fleisch. Sie erinnert sich noch genau daran, wie in Argentinien geges­ sen wird: Fleisch in seiner reinsten Form, oft ohne Beilagen, dafür mit umso mehr A Never E ver Ending Love Story

Geschmack. Diese Erinnerungen haben sie nachhaltig geprägt und fließen subtil in ihr Konzept ein. Die Inspirationen für die Speisekarte stammen aus internationalen Metropo­ len wie Paris und New York. So entsteht eine spannende Mischung aus klassi­ schem Frühstück, modernen Trends und persönlichen Einflüssen. Neben French Toast und hausgemachtem Gra­ nola mit frischen Früchten finden sich zahlreiche herzhafte Optionen auf der Karte. Ein fester Bestandteil ist Rührei 11


in unterschiedlichsten Variationen. Die Eier dafür stammen sogar aus eigener, tierfreundlicher Haltung. Dieses Detail schmeckt man heraus. Das Rührei kann ganz nach eigenen Vorlieben kombiniert werden. Denn ob mit Tomaten und hausgemachter Guacamole, mit würziger Chorizo oder mit A Never Ever Feta und Spinat, für jeden Ending Love Story, Geschmack ist etwas dabei. Kantstraße 25, Wer es besonders edel mag, 10623 BerlinCharlottenburg kann eine Variante mit Trüffel und Parmesan probie­ ren. J’adore! Und dann sind da noch die Pancakes: dick, fluffig und per­ fekt ausbalanciert in ihrer Süße. Ich habe mich sofort in die Variante mit Nutella und Erdbeertopping in Form einer Blume verliebt, die fast zu schön war, um sie zu essen! Ein weiteres Highlight ist das 12

French Toast mit hausgemachtem Lemon Curd und Mascarpone, das besonders im Sommer eine perfekte Wahl ist. Die fruchtige Säure der Zitrone trifft auf eine feine Süße und sorgt für ein wunderbar ausgewogenes Geschmackserlebnis. Auch hier sehe ich, dass mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet und zubereitet wird. Dieses French Toast ist tatsächlich auch Leonis persönlicher süßer Favorit. Überhaupt sind es die kleinen Details, die dieses Café so besonders machen: frische Rosen auf den Tischen, eine liebe­ volle Einrichtung und zartroséfarbene Wände, die eine warme, fast verträumte Atmosphäre schaffen. Für einen Moment fühlt es sich an, als würde man die Welt durch eine rosarote Brille betrachten. Ein Ort, der entschleunigt und einfach gut­ tut. Im Frühstück s­par adies


LEMON CURD à la Leonie ZUTATEN Frischer Zitronensaft Fein geriebene Zitronenschale 1 Eigelb Zucker (je nach Geschmack) 1–2 EL Butter ZUBEREITUNG Butter in einem Topf bei mittlerer • Die Hitze zerlassen. Anschließend werden Zitronensaft, Zitronenschale und

A Never E ver Ending Love Story

Zucker hinzugefügt und gut verrührt. Das Eigelb aufschlagen und verquirlen. Danach durch ein feines Sieb in die Masse geben, um eine besonders zarte Konsistenz zu erhalten. Alles unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen erhitzen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Wichtig ist, die Masse nicht zum Kochen zu bringen, da sie sonst gerinnt. Geduld und gleichmäßiges Rühren sind hier der Schlüssel zu einer perfekten, samtigen Creme.

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Im Frühstück s­par adies


TOTALLY TAST Y, TOTALLY AUSTRALIAN

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ABC – Allan’s Breakfast Club

In Allans Breakfast Club dreht sich alles um Frühstück! Allan selbst ist zwar in Paris geboren, hat aber 18 Jahre in Aus­ tralien gelebt und sich dort in die sehr besondere Frühstückskultur verliebt. Vor zehn Jahren hat der 50-jährige Franzose sein Lokal in der Rykestraße in Prenz­ lauer Berg eröffnet. Hier wird Gesundes neben leckeren Drinks gereicht. Und man kann auch draußen sehr schön sit­ zen und den Blick auf den Wasserturm genießen. Wenn ich in Allans kleines Café ankomme, das er 9:30 Uhr öffnet, bestelle ich erstmal einen Flat White. That’s definitively typically Australian. Der Kaffee ist perfekt, um in den Tag zu starten. Ein Flat White wird mit einem doppelten Espresso zubereitet, auf den aufge­ schäumte Milch kommt. Allan zeichnet gern noch ein Herz in den Schaum. Merci! Er kümmert sich aber vor allem um die lockere Atmosphäre, die das ABC so beliebt macht. Der Chef steht hier also nicht in der Küche, sondern redet viel mit seinen Gästen und füllt den Raum herzlich mit seinem lauten Lachen. Seine gute Laune ist wirklich ansteckend. Aber Violetta, die Chefköchin, hat alles im Griff und macht perfekte Eggs Benedict. Hier bekommt man nämlich die austra­ ABC – Allan ’ s Breakfast Club

lische Variante: pochierte Eier auf einem Brioche-Brötchen getoppt mit Lachs, nicht mit Schinken, und obendrauf selbstgemachte Sauce Hollandaise. Den Lachs räuchert Allan selbst mit Wodka, was dem Fisch eine feine Note verleiht. Dazu ein frischer bunter Salat. Sehr köst­ lich, diese gelungene Kombination. Mein Teller sieht aus wie ein Kunstwerk, ich sehe so viele Farben auf einmal. Das ist für mich ein perfekter Start in den Tag! Auf der Menükarte findet man außer­ dem einige Toastvarianten mit Avocado, eine Käsewaffel mit Kimchi oder eine Acai-Bowl. Neben dem Gesunden reicht Allan allerdings auch Mimosas und andere Drinks. Die Mischung aus Sekt und frisch gepresstem Orangensaft 15


ist wohl ein sehr beliebter Bestandteil des australischen Brunchs. D’accord! An ausgewählten Tagen verwandelt sich Allan’s Breakfast Club abends ab 18 Uhr auch mal in eine Wein- und Cocktailbar. Ob Frühstück oder Aperitif – im ABC bekommt man zu Beginn erstmal eine Mimosa. Als Franzose hat Allan den Wein in Australien natürlich sehr genossen: Shi­ raz, Cabernet Sauvignon, Chardonnay. »Das vermisse ich, sie haben beim Wein­ machen weniger Regeln als in Frank­ reich. Er ist also moderner«, erzählt er mir. Doch australischen Wein zu impor­ tieren, wäre zu teuer. Deshalb kommt der angebotene Rosé im ABC aus der Provence. Da Allan lang und ABC – Allan’s Breakfast Club gern in Australien gelebt

hat, vermisst er aber auch den dortigen Lebensstil. »In Australien treiben die Leute viel Sport, bevor sie zur Arbeit gehen. Sport bis zum Umfallen. Sie ste­ hen früh auf, machen Sport, frühstücken, arbeiten und wenn sie nicht arbeiten … – Brunch, Brunch, Brunch«. Als Allan dann aber 2013 das erste Mal nach Berlin kam, mochte er die Stadt sofort und ent­ schied spontan, hierher zu ziehen. Drei Jahre später hat er seinen Breakfast Club eröffnet. Ich bin ganz froh darüber, denn mein Frühstück gefällt mir hier viel besser, als beispielsweise nur ein Crois­ sant vom Bäcker zu essen. Definitely! Das nächste Mal probiere ich die Käsewaffel mit Kimchi. Ich bin zwar sehr gespannt, jedoch bin ich mir sicher, dass sie totally tasty sein wird.

Rykestraße 13 10405 BerlinPrenzlauer Berg

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Totally tast y, totally Austr alian


MIMOSA ZUTATEN Orangen kaltgestellter Sekt ggf. Cointreau

ABC – Allan ’ s Breakfast Club

ZUBEREITUNG Die Orangen auspressen und das Fruchtfleisch aussieben. Den ­kühlen Sekt im Verhältnis 1:1 mit dem ­frischen Orangensaft mischen. Nach Geschmack etwas Cointreau hinzugeben oder für die klassische Variante einfach weglassen.

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Totally tast y, totally Austr alian


KOMM, LASS UNS FRÜHSTÜCKEN GEHEN

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Adda Café & Restaurant

Wasser, Boote und Sonnenschein – für einen Moment fühlt es sich an wie in Südfrankreich, dabei bin ich in Spandau bei Narin Aksu im Restaurant Adda. Arbeiten könnte ich hier wohl kaum, denn die Versuchung wäre einfach zu groß, den ganzen Tag am Wasser zu ver­ bringen. Das Adda liegt direkt am Jacht­ hafen Marina Lanke, weswegen man beim ersten Besuch den Weg erst einmal finden muss. Am besten fährt man bis zur Schranke, dort kann man parken und geht zu Fuß weiter, am Hafenbüro vorbei, immer Richtung Wasser und anschließend links. Unten am Bootssteg wartet schließlich das Restaurant. Draußen herrscht entspannte Urlaubsstimmung, während drinnen schon seit dem frühen Morgen gearbei­ tet wird. Gemeinsam mit ihrem Mann Selahattin öffnet Narin das Restaurant bereits um neun Uhr zur Frühstückszeit, denn in Narins Familie hat das Früh­ stück einen ganz besonderen Stellenwert. Die Familie kommt zusammen, man sitzt gemeinsam am Tisch – so, wie sie es von ihrer Mama kennt. Narin ist gebürtige Berlinerin, Sela­ hattin stammt aus Gaziantep im Südos­ ten der Türkei, ebenso wie Narins Eltern. Vor rund 50 Jahren kamen diese nach Adda Café & Restaur ant

Berlin und eröffneten am Kurfürsten­ damm ein Döner-Restaurant. Seit zehn Jahren führen Narin und Selahattin ihr eigenes Restaurant, in dem auch Narins jüngerer Bruder Eray arbeitet. Am Anfang stand Narins Vater oft noch selbst mit in der Küche, aber die Zeiten sind vorbei, denn sie hat mittlerweile Angestellte, ihr Papa ist sehr stolz auf sie. Die Gerichte orientieren sich aber an den Rezepten, mit denen Narin und Selahat­ 19


MENEMEM à la Narin ZUTATEN für 2 Portionen 1 kleine Zwiebel 1 Tomate ½ Paprika 2 Eier

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ZUBEREITUNG Zwiebeln und Paprika in kleine • Die Würfel schneiden und in Olivenöl

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­braten. Anschließend die Tomaten schälen, ebenfalls in Würfel schneiden und ­hinzugeben. Zum Schluss die Eier in einer ­Schüssel aufschlagen und dann über das Gemüse geben. 3 bis 4 Minuten mitbraten. Dabei nicht zu viel rühren.

Komm, lass uns frühstücken gehen


tin aufgewachsen sind. Adda ist übrigens türkisch und bedeutet so viel wie Komm, lass uns gehen. Ein Klassiker im Adda ist das türki­ sche Frühstück. Die Frühstücksplatte für zwei Personen mit zwölf verschie­ denen Vorspeisen bekommt man für 30 Euro. Narin isst sie selbst sehr gerne. Am liebsten belegt sie sich eine Schrippe mit Knoblauchwurst, darunter etwas Frischkäse. Das muss ich sofort aus­ probieren und bin überrascht. Es passt perfekt zum Frühstück! Dazu gehört aber unbedingt noch Menemen, sagte Narin. Das ist Rührei mit Tomaten, Paprika und Zwiebeln. Mittags stehen dann unter anderem eine Mezze-Platte, also eine

Adda Café & Restaur ant

Auswahl an verschiedenen Vorspeisen, hausgemachte Köfte oder Lachs auf der Speisekarte. Auch die Manti, die kleinen Teigtaschen mit Hackfleischfüllung, sind sehr zu empfehlen. Gerade an sonnigen Tagen legen viele Bootsfahrer hier eine Pause ein. Auch Gäste von außerhalb Berlins finden den Weg an die Scharfe Lanke. Die Haupt­ gerichte beginnen bei etwa 23 Euro. Das mediterrane Gefühl gibt es kostenlos dazu. Ein Tag am Wasser, gutes Essen und diese besondere Atmosphäre – da vergisst man fast, dass man eigentlich in Berlin ist. Adda Café &

Restaurant Scharfe Lanke 131 13595 BerlinSpandau

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Komm, lass uns frühstücken gehen


BENVENUTI IN SICILIA!

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Antonello’s Cevicheria & StreetFood

Antonellos Cevicheria befindet sich mit­ ten in Kreuzberg in der Nostitzstraße. Doch wie Berlin fühlt es sich hier gar nicht an, wenn man auf die Speisekarte schaut. Bei Antonello und seiner Frau Maria gibt es Gerichte, die man sonst nur aus dem Urlaub kennt. Antonello kommt aus der Nähe von Palermo. Schon als junger Mann hat er in Berlin in der Gastronomie gearbeitet. Seine Frau Maria hat er 1986 in ihrer Hei­ mat Mexiko kennengelernt. Gemeinsam ging es für beide zurück nach Berlin. 2015 gründete er sein eigenes Restaurant, das Maria und er zusammen schmeißen. Antonello steht in der Küche, Maria kümmert sich um die Cocktails. Die alten Fotos, die die Wände des Lokals schmücken, zeigen Antonellos Heimat. Der kleine Gastraum mit pastellfarbenen Wänden gibt mir das Gefühl, in Sizilien zu sein. Und dort, in den Straßen des Ortes auf den Bildern, hat Antonello als kleiner Junge vor allem eines gegessen: Panelle. Die Kichererbsenmehl-Fladen sind ein typisches sizilianisches Streetfood und für ihn ein Stück Kindheit. Panelle gibt es natürlich auch in seinem Restaurant. Diese zuzubereiten, erfordert jedoch etwas Kraft. Man muss Wasser mit Kichererbsenmehl über zehn Minuten in einem großen Kochtopf kräftig ver­ Antonello’ s Cevicheria & StreetFood

rühren, bis der Teig die richtige Konsis­ tenz erreicht hat. In den Teig kommen danach noch Salz und Petersilie. Nun werden jeweils ganz kleine Mengen Teig frittiert. Die Fladen sind sehr dünn, fast wie Chips. Die Anstrengung lohnt sich auf jeden Fall, sie schmecken formidable. Maria hat auch gleich den passenden Drink parat: einen Pisco Sour aus einem südamerikanischen Weinbrand, Limette, Zuckersirup und Eiweiß – passt wunder­ bar zu den knusprigen Panelle. Maria bietet außerdem noch Margarita (Tequila, Orangenlikör, Limette, Salz), Whiskey Sour (Whiskey mit Limette, Sirup und Eiweiß) oder auch Basil Badaboom (Gin, Basilikum, Zucker, Limette) an. Antonello ist hier in seinem Lokal aber nicht der einzige Koch. Sein Sohn Michele ist verantwortlich für die Aran­ cini, die typisch sizilianischen gefüllten 23


ARANCINI à la Michele

ZUBEREITUNG das Ragù das Hackfleisch anbraten, • Für abtropfen lassen und fein gewürfelte

ZUTATEN für ca. 8 Stück Für das Ragù: 400 g gemischtes Hackfleisch · 2 Karotten, fein gewürfelt · 2 Stangen Staudensellerie, fein g ­ ewürfelt · 1 Zwiebel, fein gewürfelt · 2 EL Tomatenmark · 100 g Erbsen (TK) · Salz · schwarzer Pfeffer · etwas Olivenöl Für das Safranrisotto: 500 g Riso Arborio · 2 weiße Zwiebeln, fein gehackt · 1,2 l Gemüsebrühe (nur flüssig ohne Gemüsestückchen) · 1 g Safranfäden · 60 g Butter · 80 g Parmesan, frisch gerieben · 3 Eigelb Zum Füllen und Panieren: 150 g Mozzarella, fein gewürfelt · 3 Eiweiß · 200 g Paniermehl · 1 l Frittieröl

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Karotten, Sellerie und Zwiebeln hinzufügen. Auch Tomatenmark und Erbsen dazugeben. Bei niedriger Hitze alles einkochen lassen. Danach abkühlen. Für das Risotto den Riso Arborio in Öl mit Zwiebeln anrösten, dann unter ständigem Rühren kellenweise heiße, klare Gemüsebrühe eingießen. Am Ende Wasser mit etwas Safran einrühren, das gibt die Farbe und das Aroma. Butter und Parmesan kräftig unterheben, bis das Risotto cremig und seidig ist. Dann auf einem kalten Blech ausbreiten, schnell abkühlen lassen und die Eigelbe untermischen. Den gewürfelten Mozzarella unter das Ragù mischen. Nun muss jede Arancina mit feuchten Händen geformt werden. Dafür Risotto flach in die Handfläche nehmen, Füllung in die Mitte geben, Kugel schließen. Durch das Eiweiß ziehen und anschließend in Paniermehl wenden. Bei 175 bis 180 Grad goldbraun frittieren. Benvenuti in Sicilia!


Reisbällchen. Im Kern dieser Reisbäll­ chen befindet sich ein pikantes Fleisch­ ragù, Erbsen und geschmolzener Moz­ zarella. Der erwachsene Sohn kann sie mittlerweile besser zubereiten als sein Papa, obwohl er das Kochen von seinem Vater gelernt hat. Schaut man weiter auf die Menü-Karte, ist es fast schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Es gibt bei Antonello unter anderem verschiedene Ceviche-Varianten, ein kaltes Salatgericht aus rohem Fisch – hier aus Sardellen mit Mango und Granatäpfeln. Außerdem wird Fritto Misto empfohlen. Das sind

bei Antonello typisch sizilianisch frit­ tierte Sardellen und Calamari. Antonello ist mit all den Grundre­ zepten aufgewachsen und hat sich dann seine eigenen Kreationen ausgedacht. Am liebsten isst die Familie gemeinsam, bevor das Restaurant für Gäste öffnet. Es wird laut diskutiert und gelacht – wir sind ja in Sizilien! In Antonellos Cevicheria werde ich immer wieder an meinen letzten Trip nach Sizilien erinnert. Es ist ein­ fach schön, mitten in Kreuzberg diese Urlaubsgefühle zu spüren. Grazie mille! Antonello’s Cevicheria & Streetfood Nostitzstr. 22 10961 BerlinKreuzberg

Antonello’ s Cevicheria & StreetFood

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Benvenuti in Sicilia!


DEFTIG IN DER GARTENKOLONIE

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Bollenpiepe

Oui, so einen Ort findet man wirklich nicht alle Tage. In Rosenthal, einem eher ruhigen Teil Pankows, mitten in der Gartenkolonie mit dem schönen Namen »Einigkeit«, bin ich auf ein kleines Res­ taurant gestoßen, das von außen ganz unscheinbar wirkt. Mit einer Gartenkolonie verbinde ich eher kleine gemütliche Lauben, gepflegte Blumenbeete, Gemüseanbau und ent­ spannte Wochenenden im Grünen. Doch zwischen den Gärten hat Marcus Küm­ mel, ein Koch mit großem Talent und viel Haltung, im Winter 2023 ein kleines, ganz besonderes Restaurant eröffnet. Man spürt sofort, dass hier mit viel Liebe gearbeitet wird. Das Lokal zeigt weder zu viel Dekoration noch unnötigen Luxus, stattdessen eine warme Atmosphäre und den klaren Fokus auf hochwertige sowie ehrliche Küche. Das Konzept des Restaurants basiert auf saisonalen und regionalen Produk­ ten. Marcus legt großen Wert darauf, mit den Rohstoffen zu arbeiten, die gerade natürlich verfügbar sind. Seine Küche orientiert sich stark an klassischen deutschen Gerichten, interpretiert diese aber auf moderne und kreative Weise. Je nach Jahreszeit stehen beispielsweise eine cremige Kürbissuppe, deftiger Boh­ Bollenpiepe

neneintopf oder verschiedene Gemüse­ gerichte auf der Karte. Viele Zutaten stammen direkt aus der Umgebung und für die Salate werden sogar Kräuter aus der Gartenkolonie verwendet. Auch die Dressings und Öle sind komplett hausge­ macht. Dadurch entsteht ein Geschmack, der deutlich natürlicher und intensiver wirkt als das, was man sonst kennt. Marcus ist in Rosenthal großgewor­ den. Der Berliner hat die weite Welt gesehen und hat im großen Stil in Aus­ tralien und auch auf Rügen gekocht. Dann entschied er Ende 2014, nach Ber­ lin zurückzukehren. Zurück an seinen Wurzeln ging es ihm darum, aus authen­ tischen und hochwertigen Zutaten etwas Besonderes entstehen zu lassen. Sein 27


Restaurant bleibt dabei aber erstaun­ lich bezahlbar – keine hohen Preise und kein exklusives Publikum. Marcus ver­ folgt bewusst die Idee, gutes Essen für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Viele Hauptgerichte kosten ungefähr vierzehn Euro, was für diese Qualität wirklich bemerkenswert ist. Seine Küche ist ehrlich, bodenständig und gleichzeitig kreativ. Er möchte zei­ gen, dass hochwertige Zutaten, traditio­ nelles Kochen und bezahlbare Preise kein Widerspruch sein müssen. Früher hat sich Marcus hauptsäch­ lich auf die vegetarische Küche konzen­ triert. Gemüse und saisonale Zutaten spielen zwar noch immer eine große Rolle, aber – nicht ganz vegetarisch – ich habe dort tatsächlich die beste Boulette meines Lebens gegessen. Sie war locker und fluffig, im Inneren aber gleichzeitig wunderbar saftig und perfekt gewürzt. Nichts Bollenpiepe

daran wirkte irgendwie gewöhnlich. Man spürt, dass hier viel Erfahrung und Leidenschaft dahinterstecken. Denn die Bouletten basieren auf einem alten Familienrezept seiner Großmutter, das seit vielen Jahren weitergegeben wird. Serviert werden die drei Bouletten mit frisch gebackenem hausgemachtem Brot und einem selbst hergestellten Senf, der perfekt dazu passt. Die Kombination aus traditioneller Hausmannskost und moderner Präsentation beeindruckt. Merci Marcus! Und dieser wunderschön angerichtete Teller mit drei Bouletten kostet gerade einmal 8,50 Euro. Für den, der Lust auf ehrliche Küche mit viel Herz hat, lohnt sich ein Ausflug nach Rosenthal in die Bollenpiepe. Und wer selbst Lust bekommen hat, diese legendären Bouletten nachzukochen, kann froh sein, denn Marcus hat mir freundlicherweise sogar sein Familien­ rezept verraten.

Kräuterpaltz 3 13158 BerlinWilhelmsruh

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Def tig in der Gartenkolonie


MARCUS’ BERLINER BOULETTE ZUTATEN 500 g gemischtes Hackfleisch 150 g Weißbrot-Würfel 200 ml Milch 3 Eier 300 g Zwiebelwürfel (klein) Salz Pfeffer Prise Zucker

Bollenpiepe

ZUBEREITUNG Weißbrot in Würfel schneiden. • Das Auch die Zwiebeln fein würfeln. Brot, Zwiebel und Milch gut ver• Nun mengen. Auch Eier und das Hackfleisch

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dazugeben und vermengen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Die Bouletten einzeln formen. Die Bouletten kurz in der Pfanne anbraten. Anschließend bei 150 Grad Ober-/ Unterhitze in den Ofen für 20 bis 25 Minuten.

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Def tig in der Gartenkolonie


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