Einzelveroffentlichungen der Brandenburgischen Historischen Kommission e. V. Band XVIII EinzelverÜffentlichungen des Kreisarchivs Dahme-Spreewald Band 3
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Kristina Hübener · Thomas Mietk (Hrsg.)
Der Landkreis Dahme-Spreewald Eine Kreiskunde
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2016 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebra-wissenschaft.de Lektorat: Matthias Zimmermann, Berlin Umschlag und Satz: typegerecht, Berlin Schrift: FoundrySans 10/15 pt Druck und Bindung: Finidr, Cˇ esky´ Teˇ sˇ ín ISBN 978 -3 -95410 -067-5
www.bebra-wissenschaft.de
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Inhalt
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Grußwort des Landrates Grußwort der Vorsitzenden des Kreistages
Joachim Wacker Archäologische Spuren vom Spätpaläolithikum bis zum ausgehenden Mittelalter im Gebiet des heutigen Landkreises Dahme-Spreewald Frank Göse Die brandenburgischen Territorien bis 1815 Klaus Neitmann Das Markgraftum Niederlausitz, seine »Regierungsstadt« Lübben und »Hauptstadt« Luckau, seine Kreise L übben (»Krummspreekreis«) und Luckau Kristina Hübener und Tobias Scholta Die Kreise Luckau, Lübben und Teltow zwischen 1815 und 1945
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Thomas Mietk und Burghard Ciesla Die Kreise in der SBZ und DDR
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Christiane Büchner und Jochen Franzke Der Landkreis in der Bundesrepublik
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Dieter Hübener Denkmalpflege und Tourismus im Landkreis Dahme-Spreewald
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Landräte und Vorsitzende des Kreises 1815–2015 Weiterführende Literatur Abbildungsnachweis Autoren Dank
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Grußwort des Landrates
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, vor vier Jahren ist durch die Umgestaltung der ehemaligen Haftanstalt ein zentrales Archiv für den Kreis in Luckau möglich geworden. Gleichzeitig zog mit dieser Nutzung ein völlig neuer Gedanke des »Bewahrens« mit ein, der auch eine Schriftenreihe umfasste. Innerhalb kurzer Zeit – also schon in den ersten drei Jahren – entstanden in ihr zwei Publikationen. Zudem kam der Wunsch nach einer Kreischronik auf, die den Werdegang des Kreises, beginnend ab der Gebietsreform im Jahr 1993 mit Blick auf das 20 -jährige Kreisjubiläum im Jahr 2013, darstellen sollte.
Konkrete Pläne sollten aber erst zum 25 -jährigen Kreisjubiläum, im Jahr 2018, verwirklicht werden. Nunmehr freue ich mich, dass bereits jetzt ein so wunderbarer historischer Sammelband aus unserem Kreisarchiv erscheint. Dank einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der Brandenburgischen Historischen Kommission und dem Kreisarchiv des Landkreises Dahme-Spreewald wurde das Projektvorhaben bereits 2013 begonnen. Eine Chronik – mit Schwerpunkt des Zeitraumes ab 1993 – sollte dabei jedoch nicht das alleinige Ziel sein. Vielmehr sollte es sich um eine geschichtliche Aufarbeitung von der Archäologie bis in die Gegenwart handeln. Mit der populärwissenschaftlichen Aufbereitung der Thematik hoffen die Autoren und ich auf vielfältige Interessenten und einen großen Nutzerkreis – von der politischen Bildungsarbeit bis hin zur Heimatforschung – zu stoßen. Aber ich bin mir sicher, dass dieses Ziel verwirklicht worden ist. Ja darüber hinaus wirkt es sogar identitätsstiftend. Grußwort des Landrates
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Kernpunkt der »Kreiskunde LDS“ stellen die drei Altkreise Luckau, Lübben und Teltow, später Königs Wusterhausen, dar. Bisherige Forschungsergebnisse konzentrieren sich auf die Zeit vor 1945. Für das Gebiet des heutigen Landkreises Dahme-Spreewald sind vor allem die Arbeiten von Willy Spatz und Adolf Hannemann zu nennen. Beide Verfasser bieten in ihren Werken eine Art »Kreiskunde« für den Altkreis Teltow. So dokumentieren sie u. a. die Entwicklungen des Territoriums, der Bevölkerung und der Wirtschaft. Einen wichtigen Teil nehmen darin partielle Darstellungen zur Entwicklung des Landratsamtes ein. Die Kreise Luckau und Lübben können hingegen derartige Zusammenstellungen ihrer Entwicklungsgeschichte nicht vorweisen. Die nun »vorzeitige« Vollendung der Kreischronik wurde aus zwei Gründen gewählt: Zum einen jährt sich 2015 die Zugehörigkeit der Niederlausitz zum ehemaligen preußischen Staat zum zweihundertsten Mal. Für die Altkreise Lübben und Luckau bedeutet dies de facto, dass seit diesem Zeitpunkt die Institution des Landratsamtes – in Preußen im Jahr 1702 eingeführt – auf ihrem Territorium überhaupt besteht. Zum andern fanden in den Jahren 1815/ 1816 in Preußen selbst umfassende Verwaltungsreformen statt, die mit der Kreisordnung für die östlichen Provinzen aus dem Jahr 1872 ihren Abschluss fanden. In diesem Zusammenhang wurden die Grundzüge einer Kreisverwaltung mit ihren Organen Kreistag, Kreisausschuss und Landrat – so wie wir sie auch heute kennen –, geschaffen. 7
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Der Landkreis Dahme-Spreewald hat sich seit seinem Bestehen durch eine erlebbare Lebensqualität, die mit einer wirtschaftlichen Solidität einhergeht, deutlich verbessert und wird über die Region hinaus wahrgenommen. Wagt man einen Blick auf zukünftige perspektivische Entwicklungen unseres Landkreises, so kann dies nur mit dem Besinnen auf Vergangenes geschehen. So gesehen erscheint das Buch zu einem guten Zeitpunkt. Die vorliegende Kreiskunde wird zudem eine unverzichtbare Grundlage für die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte unseres Landkreises. Wir gehören nunmehr zu den wenigen Landkreisen in der
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Bundesrepublik, die über eine Aufarbeitung ihrer Kreisgeschichte verfügen. Für diese Leistung danke ich den Autoren sehr und möchte Ihnen hiermit meine große Anerkennung aussprechen. Ich wünsche dem Buch auch über die Kreisgrenzen hinaus eine gute Annahme.
Stephan Loge Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald
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Grußwort der Vorsitzenden des Kreistages
Liebe Leserinnen, liebe Leser, kultureller Reichtum und regionale Vielfalt prägen unseren Landkreis Dahme-Spreewald. Einzigartige Natur zwischen Niederlausitzer Landrücken im Süden und dem Dahmeland im Norden kennzeichnen das Kreisgebiet. Verbunden mit dieser kulturlandschaftlichen Vielfalt ist der Landkreis heute einer der wirtschaftsstärksten Regionen in Ostdeutschland. Die vorliegende Kreiskunde gibt einen facettenreichen Überblick über den Landkreis Dahme-Spreewald. Neben der Darstellung der historischen Entwicklung seiner ehemaligen Teilgebiete um die Kreise Königs Wusterhausen, Lübben, Luckau und Teltow erläutern die Autoren die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen bis in die Gegenwart. Eine in ihrer Zusammenstellung bisher einzigartige Bebilderung komplettiert die Beiträge. Der Band, der in Zusammenarbeit zwischen der Brandenburgischen Historischen Kommission und dem Kreisarchiv des Landkreises Dahme-Spreewald entstand, ist daher ein Werk, dessen regionalgeschichtliche Bedeutung nicht hoch genug zu schätzen ist. Denn der im Zuge der Verwaltungsreform 1993 geschaffene Kreis entstand neu. Er ruft mit seinem Namen nicht wie der eine oder andere zugleich eingerichtete neue Landkreis eine jahrhundertealte historische Landschaft mit gewachsener politischer Eigenständigkeit wie etwa die Uckermark, den Barnim oder die Prignitz in Erinnerung. Dabei richtet sich
Grußwort der Kreistagsvorsitzenden
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der Band bewusst nicht nur an Heimatforscher und Ortschronisten sondern auch an die Bürgerinnen und Bürger, die mehr über unseren Landkreis erfahren wollen. Diese Kreiskunde soll den Lesern mehr als ein Nachschlagewerk bieten. Sie soll den Menschen die Möglichkeit geben, ihr regionales und lokales Bewusstsein sowie den Blick für die zukünftigen Herausforderungen zu schärfen und so einen Beitrag zur Identitätsbildung schaffen. Wir haben daher gern die Schirmherrschaft für die vorliegende Kreiskunde übernommen. Unser Dank gilt den Autorinnen und Autoren für ihre wertvolle Arbeit. Die Umsetzung eines solch umfassenden Vorhabens bedarf auch einer soliden Finanzierung. Gefördert wurde das Projekt durch den Landkreis, aber auch durch Sponsoren wie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam, der Investitions- und Landesbank Brandenburg und die Asklepios Kliniken in Lübben und Teupitz. Gemeinsam wurde so das vorliegende Buch möglich.
Martin Wille Vorsitzender des Kreistages
Uta Tölpe Vorsitzende des Kreistages a. D.
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Fibel der Vรถlkerwanderungszeit als Grabbeigabe einer Bestattung, ausgegraben beim Ausbau der BAB 113 nahe Waltersdorf bei Kรถnigs Wusterhausen.
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Joachim Wacker
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Archäologische Spuren vom Spätpaläolithikum bis zum ausgehenden Mittelalter im Gebiet des heutigen Landkreises Dahme-Spreewald Joachim Wacker
Die ältesten Nachweise der Ausbreitung menschlicher Existenz im heutigen Land Brandenburg fanden sich im Jahr 2013 in der Niederlausitz im Braunkohletagebau. Unter 20 Meter mächtigen Erdschichten, die geologisch in das Ende der vorletzten Eiszeit (Saale-Kaltzeit) datieren, wurden 130.000 Jahre alte Knochen von Pferd, Elch, Wolf und Bison ausgegraben. Überaus bedeutend sind jedoch die aufgefundenen Werkzeuge aus Feuerstein, die von Neandertalern hergestellt wurden. Bis dahin reichten die ältesten Funde, die den Menschen im brandenburgischen Raum nachwiesen, 40.000 Jahre zurück. Das Gebiet des heutigen Landkreises Dahme-Spreewald ist überaus reich an Zeugnissen menschlicher Besiedlung, die bis zum Ende der letzten Eiszeit zurückreichen. Die riesigen aus Nordeuropa vorgedrungenen Eismassen schmolzen ab und aufgrund der Erwärmungen konnten sich lichte Wälder bilden. Diese Warmzeit dauert inzwischen ca. 12.000 Jahre an. Um 7500 v. Chr. erreichten die Temperaturen den heutigen Durchschnitt, die Landschaft bestand aus ausgedehnten Wäldern mit Hasel, Eiche, Ulme, Esche und Ahorn, in den Niederungen standen dichte Erlenbestände. Früheste Siedlungsspuren des modernen Menschen zeigen sich in der Mittelsteinzeit (Mesolithikum) bei Golßen auf dem Dünenzug »Gehmlitz«1 und in Wernsdorf bei Königs Wusterhausen2. Die annähernd 4.000 Jahre andauernde Mittelsteinzeit begann um 9600 v. Chr. Dieser Zeitabschnitt wird als die letzte Phase der nacheiszeitlichen Jäger, Fischer und Sammler angesehen, die nicht
sesshaft waren und jahreszeitlich bedingt von Jagdgebiet zu Jagdgebiet zogen. Die Jäger stellten ihre Waffen aus Feuerstein, Holz, Geweih und Knochen her. Kleine Feuersteinspitzen befestigten sie mit Baumteer oder -harz an hölzerne Schäfte von Pfeilen und Speeren. Mit Pfeil und Bogen sowie Speer besaßen unsere Vorfahren effektive Waffen zur Jagd auf Wildtiere und Vögel. Anhand aufgefundener Knochen lassen sich die Jagd von Hirsch, Reh, Wildschwein, Ur, Elch und Biber, aber auch von Greif- und Wasservögeln nachweisen. Für den Fischfang sind von brandenburgischen Moorfundplätzen Angelhaken, Querangeln und Aalstecher bekannt, zudem konnten Relikte von Reusen und Netzen geborgen werden. Die weitaus wichtigste Quelle des Nahrungserwerbs war jedoch das Sammeln von Früchten aus der Natur. Je nach Jahreszeit konnten neben Beeren, Nüssen, Wurzeln und Pilzen auch Gemüse, Blüten, Gräser und Blätter geerntet werden. Es ist davon auszugehen, dass Vogeleier, Honig sowie Kleingetier wie Frösche, Schnecken oder Larven den Speiseplan ergänzten. Aus dem Landkreis Dahme-Spreewald gibt es, abgesehen von den aus dem Schwielochsee bei Goyatz ausgebaggerten Knochen- und Geweihgeräten, nur wenige organische Funde aus diesem Zeitraum.3 Das Ende der Mittelsteinzeit kann zwischen 5300 und 4500 v. Chr. erfasst werden, als sich die Lebensweise zur
produzierenden Acker- und Viehzüchtergesellschaft der Linienbandkeramiker wandelte. Dies bedeutete auch den Wandel zur Sesshaftigkeit und das Errichten von
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Auswahl von Feuersteingeräten des spätpaläolithischen Fundplatzes bei Golßen.
Baggerfunde aus dem Schwielochsee: steinzeitlicher Angelhaken aus Knochen und bronzene Angelhaken aus der Bronzezeit.
festen Wohnbauten aus Holz. Die Klimaentwicklung änderte sich in dieser Zeit von lichten Wäldern aus Kiefern und Birken zu dichten Wäldern, die je nach Bodenart aus Eichen, Eschen, Linden, Ahorn und Buchen bestanden. Wichtige technische Innovationen waren die durch Schleifen und Bohren hergestellten Werkzeuge aus oftmals über weite Strecken importierten Felsgesteinen und Gefäße aus gebranntem Ton. Ob die nach den charakteristisch verzierten Keramikgefäßen benannte Linienbandkeramik als älteste jungsteinzeitliche Kulturgruppe im Landkreis Dahme-Spreewald ansässig wurde, wissen wir bisher nicht mit Sicherheit. Die etwas jüngere Stichbandkeramik jedoch lässt sich im Luckauer Becken bei Zöllmersdorf anhand von Keramikfunden nachweisen.4 Aufgrund der hier vorherrschenden guten Bodenqualität ist mit festen Siedlungen und Hausgrundrissen zu rechnen. Das Spektrum der angebauten Pflanzen war relativ klein, die frühesten Bauern pflanzten die Weizenarten Einkorn und Emmer sowie Erbsen, Linsen und Lein an. Um die Wende des 4. zum 3. Jahrtausend zeigen sich dann Funde und Befunde der sogenannten Trichterbecherkultur, benannt nach der typischen Gefäßform in der
Keramik dieser Zeit. Sonderformen zeigen sich auch in der charakteristischen und äußerst seltenen Variante der Kragenflaschen, wie sie von Freesdorf bei Luckau5 und von Selchow bei Schönefeld6 zu finden sind. Für Brandenburg einzigartig ist der beim Bahnanschluss an den neuen Flughafen Berlin-Schönefeld BBI angetroffene neolithische Bestattungsplatz mit einem steinkammerlosen Langhügel auf der Gemarkung Selchow.7 Die Selchower Grabanlage ist die erste ihrer Art, die in Brandenburg gefunden und vollständig ausgegraben wurde. Da der Hügel nicht mit Steinen, sondern mit Holzstämmen errichtet wurde, handelt es sich um eine nichtmegalithische Grabanlage. Der monumentale Langhügel von 54 mal 14 Metern Größe bestand aus einem langgestreckten trapezförmigen, durchschnittlich 1,8 Meter breiten Graben, einer umlaufenden, inneren Pfostenstellung, drei Hockerbestattungen in der Südhälfte und einer zentralen Grube mit Steinpackung und Gefäß in der nördlichen Hälfte. Eine weitere Hockerbestattung schloss sich außerhalb im Norden an. Gruben mit möglichen Brandbestattungen lagen im Norden des Langhügels und weiter östlich, eine mit Steinpackung und Gefäß
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Verbreitungskarte Neolithikum und Bronzezeit im Landkreis Dahme-Spreewald.
lag östlich des Langhügels. Zu den weiteren Siedlungsspuren gehören drei Gruben mit großen Vorratsgefäßen, einige weitere Gruben und Pfostenlöcher. Die Funde aus dem Graben des Langhügels umfassen neben Gefäßkeramik auch Spinnwirtel und verschiedene Feuersteingeräte, u. a. vier Querschneider, ein Klingenfragment mit Sichelglanz, drei klingenförmige Abschläge, zwei Rundkratzer sowie eine große Anzahl an Tierknochen. Diese Funde
legen eine Datierung in die frühe Trichterbecherkultur bzw. in den Übergangszeitraum zur älteren Trichterbecherkultur nahe. Aufgrund des Steinmangels wurde beim Langhügel in Selchow der in Nordeuropa vorherrschende Megalithgedanke im Totenbrauchtum in Holz statt in Stein umgesetzt. Bei den aufgefundenen Knochen und Keramikfragmenten wird es sich um Überreste des Bestattungsrituals
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Kult- und Bestattungsplatz der Trichterbecherkultur mit Langhügel bei Selchow.
handeln, die im Zuge eines Totenmahls weggeworfen wurden. Ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. boten die klimatischen Verhältnisse optimale Lebensbedingungen. Es war trocken und warm. Das Grundwasser sank ab, sodass eine intensive Bodennutzung auch der tiefer gelegenen Regionen möglich war. Damit war die Ernährungsgrundlage für eine ständig wachsende Bevölkerung geschaffen. Gleichzeitig hat sich in Europa ein neuer Werkstoff ausgebreitet – Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Beide Grundstoffe der Bronze sind in Brandenburg nicht vorhanden, es ist daher anzunehmen, dass bereits fertige Bronze importiert wurde. Grundvoraussetzung dazu ist ein weitläufiges Tauschnetz, um überall den Rohstoffbedarf decken zu können. Flusssysteme waren sicherlich häufig genutzte Transportwege. Aus diesem harten, aber gut zu bearbeitenden Metall wurden Werkzeuge, Schmuckgegenstände, aber auch Waffen gegossen. In unserer Region herrschte die nach den aufgefundenen Gefäßen (Buckelurnen) genannte »Lausitzer Kultur« vor. Das Besondere hieran ist ihre Rolle in einem weit verzweigten Handelsnetz zwischen 14
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dem Mittelmeerraum und Skandinavien. Auf diesen Verbindungen gelangten nicht nur Handelswaren in unseren Raum, nachweisen lässt sich auch der Austausch kulturellen Gedankenguts. Religiöse Vorstellungen spiegeln sich in der Verwendung von Symbolen in der Rolle des Vogels, des Sonnenrades und des Wagens wider. Eines der wesentlichen Merkmale der »Lausitzer Kultur« sind die großen Gräberfelder, die oft über viele Generationen, das heißt, über mehrere 100 Jahre hinweg, belegt waren. Es finden sich viele mit weit über 500 Gräbern, wie zum Beispiel die Gräberfelder von Freiwalde, Zützen und Zaacko, im heutigen Landkreis Dahme-Spreewald. Zu Beginn der Epoche der »Lausitzer Kultur« nutzte man leichte Anhöhen als Bestattungsplätze. Diese Friedhöfe verdeutlichen die Struktur der Bevölkerung, die in Streusiedlungen mit einzelnen Höfen lebte. Gegen Ende der Bronzezeit werden die Gräberfelder größer, was für eine Zunahme der Bevölkerung spricht. Neben Unmengen von Keramik und Bestattungen mit bis zu 45 Beigefäßen finden sich auch tönerne Rasseln. In der jüngsten Bronzezeit zeigen sich die Friedhöfe mit dicht beieinander liegenden Steinkreisen. Diese weisen rechteckige, gruftartige Grabkammern auf, in die die Urnen gestellt wurden. Einen seltenen Einblick in die bronzezeitlichen Siedlungstätigkeiten bot die Verlegung der OPAL-Erdgasleitung bei Rüdingsdorf. Hier konnte der Grundriss eines jungbronzezeitlichen Wandgrabenhauses freigelegt werden. Das regelmäßig erbaute Haus wies eine Länge von zehn Metern und eine Breite von sechs Metern auf.8 Der Grundriss zeigte sich durch den um das Haus herumführenden Wandgraben, der das eigentliche Haus gegen eindringendes Wasser schützte. Pfostengruben markierten die Standorte der tragenden Elemente für Wände und Dach. Hinweise auf Raumteilung konnten nicht gefunden werden. Daher kann davon ausgegangen werden, dass das Haus nur einen einzigen Raum besaß. Aufgrund der umliegenden Befundlage ist überdies davon auszugehen, dass es sich um ein Einzelgehöft gehandelt hat. Große Umwälzungen und Veränderungen begannen um 800 v. Chr. aufgrund einer einsetzenden Klimaveränderung. Zunehmende Niederschläge und absinkende Temperaturen führten zur Verschlechterung der Lebensbedingungen. Zerstörungshorizonte in Siedlungen Joachim Wacker
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Bronzezeitliche Urnenbestattung mit Beigefäßen von Rüdingsdorf.
Bronzezeitliches Wandgrabenhaus bei Rüdingsdorf.
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Verbreitungskarte Eisenzeit und römische Kaiserzeit im Landkreis Dahme-Spreewald.
können als Anzeichen für äußere Konflikte oder interne Unruhen gedeutet werden. Verlässliche archäologische Hinweise auf kriegerische oder gewaltsame Handlungen gibt es jedoch nicht. Seit Mitte des 7. Jahrhunderts bildeten sich im Gebiet der »Lausitzer Kultur« größere regionale Unterschiede und Besonderheiten bei Grabanlagen und Keramikformen heraus. Die »Lausitzer Kultur« löste sich dabei in einzelne Gruppen auf. In Brandenburg ent16
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wickelte sich aus der bronzezeitlichen »Lausitzer Kultur« die Billendorfer Gruppe. Die Bedeutung von Eisen gewann bald an Bedeutung. Durch seine einfache Verfügbarkeit in Form von Raseneisenerz, das vielfach oberflächennah vorkommt, war es leichter zu beschaffen als Kupfer und Zinn. Aufgrund seiner Härte war es zudem zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen besser geeignet. Die Verhüttung des Joachim Wacker
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Raseneisenerzes wurde in Rennöfen vorgenommen. Dabei wurden ungewünschte Stoffe ausgeschmolzen und das im Ofen zurückbleibende Eisen anschließend durch Schmieden in die gewünschte Form gebracht. Mit Beginn der frühen Eisenzeit änderten sich die Bestattungssitten zunächst kaum. Weiterhin gab es Gräber mit aufwendigen Holz- oder Steinkammern und einfache Grabgruben. Oftmals wurden in der späten Bronzezeit angelegte Kammergräber weiter genutzt. Auffällig ist jedoch, dass die Anzahl der beigegebenen Gefäße zunahm, welche selbst aber kleiner wurden. Einen metallähnlichen Glanz verlieh Graphit, mit dem die Gefäßoberflächen überzogen wurden. In der weiteren kulturellen Entwicklung der Billendorfer Gruppe lässt sich ein Wandel ablesen, der sich vor allem in der Grabausstattung abzeichnet. Die Vielfalt in der Ausstattung und im Aufbau der Gräber ging zurück. Die Herstellung der Keramik weist eine geringere Formenvielfalt auf und sie ist bis auf die Urnen nachlässiger gearbeitet. An die Stelle der großen Gefäße traten nun immer häufiger miniaturisierte Gefäße in besonders großer Anzahl. Lehrgrabungen des Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte der HumboldtUniversität in Berlin wiesen nahe Waltersdorf bei Königs Wusterhausen eine latènezeitliche Siedlung (jüngere vorrömische Eisenzeit) nach.9 Neben Siedlungsbefunden wie Gruben konnten auch ein Ofen und Relikte der Eisenherstellung nachgewiesen werden. Von der ersten bis in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. war die von uns hier zu behandelnde Region nahezu siedlungsfrei. Nur bei Gehren, südlich von Luckau, treten Keramikfunde mit der für den elbgermanischen Kulturkreis signifikanten Rollrädchenverzierungen auf.10 Erst am Ende des zweiten und Anfang des dritten Jahrhunderts kam es zur Aufsiedlung durch einwandernde germanische Bevölkerungsgruppen, vorwiegend aus Gebieten östlich der Neiße. Die Siedlungsformen bestanden aus Einzelgehöften, Streusiedlungen oder dörflichen Ansiedlungen. Typisch für Gehöfte waren ein langgestrecktes ebenerdiges Wohnhaus mit integriertem Viehstall (Wohnstallhaus), dazu ein Speicherund Wirtschaftsgebäude, oftmals als Grubenhäuser ausgeführt. Wichtig für das tägliche Leben waren die benachbarten Brunnen und Backöfen, Handwerkareale mit technischen Anlagen wie Kalkbrennöfen oder Eisen-
Brunnen der römischen Kaiserzeit beim Bau der Ortsumgehung Königs Wusterhausen bei Schenkendorf.
verhüttungsplätze lagen im Randbereich der Ansiedlungen. Wie in den vorangegangenen Kulturepochen waren Ackerbau und Viehzucht die wesentliche ökonomische Grundlage. Zu den Siedlungen gehörende Gräberfelder liegen meist in unmittelbarer Nähe in Hanglage oder in erhöhtem Geländeareal. Die Bestattungsformen bestanden aus Urnengräbern und Brandschüttungsgräbern, im weiteren Verlauf treten wiederholt Hügelgräber und Körperbestattungen auf. Auf den Gräberfeldern wurden Kinder und Erwachsene, Männer und Frauen unterschiedlicher Altersstufen nebeneinander bestattet.11 Neueste Erkenntnisse zum spätkaiserzeitlichen Hausbau zeigten sich beim Bau der gerade eröffneten Ortsumgehung Königs Wusterhausen (B 179). Dabei wurde ein zentraler Siedlungsbereich mit 14 ebenerdigen Pfostenbauten und 21 Grubenhäusern an der hier früher breit mäandrierenden Notte dokumentiert.12 Im nördlichen Bereich der Siedlung gruppierten sich die Gebäude um einen freien, 30 Meter breiten Platz, auf dem sich auch drei Brunnen fanden. Die gut erhaltenen archäologischen Befunde zeigen eine Siedlungsdauer von ca. 200 Jahren.
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Blick in das Freilichtmuseum »Germanische Siedlung Klein Köris e.V.«. An den originalen Standorten wurden die rekonstruierten Gebäude wieder aufgebaut.
Die Gründungsphase lässt sich anhand der Jahresringe des aufgefundenen Bauholzes eines der Brunnen nachweisen. Die dendrochronologische Untersuchung erbrachte ein Fälldatum im Sommer des Jahres 231. Nach der Bestimmung und Datierung der Funde wie Keramik und Fibeln kann die Aufgabe der Siedlung um 400 vermutet werden. Das herausragende Gebäude der Ansiedlung war ein 13,5 Meter langes vierschiffiges Langhaus mit vorgelagertem Laubengang und einer Breite von fünf Metern. Die meisten der bis zu sieben Meter langen ein- und zweischiffigen Gebäude hatten einen rechteckigen Grundriss mit halbrunder Apsis. Dazu waren Pfostenspeicher unterschiedlicher Größe ein wichtiger Bestandteil kaiserzeitlicher Gehöfte, wie auch Grubenhäuser mit Grundformen sechs- und achtpfostiger Gebäude. Die durchschnittliche Größe der Grubenhäuser betrug annähernd zehn Quadratmeter. In Klein Köris wurde 1971 eine germanische Siedlung des 2. bis 5. Jahrhunderts n. Chr. entdeckt und von 1976 bis 1995 großflächig untersucht. Diese über 20 Jahre dauernden Grabungskampagnen erbrachten sehr gut erhaltene und bedeutende Befunde. 18
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Ausgegraben wurden Hinterlassenschaften der ehemals ebenerdigen Wohnstallhäuser mit Lehmfußböden und dazugehörigem Herd im Wohnbereich. Diese Wohnhäuser, Wirtschaftsbauten wie Ofenhallen, Speicher und in die Erde eingetiefte Grubenhäuser, in denen man Hinweise auf Textilverarbeitung, Feinschmiedearbeiten und Kammherstellung fand, liefern ein anschauliches Bild der damaligen Siedlung. Die unterschiedlichen Hausgrundrisse, die sich zum Teil überlagerten, zeugen von Dynamik und Veränderung im Siedlungsgeschehen. Die archäologischen Ausgrabungsarbeiten mit den erbrachten, datierenden Fundgegenständen beweisen die Existenz der Siedlung über eine Dauer von etwa vier Jahrhunderten. Den Alltag und das handwerkliche Geschick der hier ansässigen Germanen verdeutlichen die zahlreich geborgenen Funde. Neben Gebrauchsgegenständen aus Holz, Ton und Metall ermöglichen aufgefundene Tierknochen Aussagen zum Viehbestand bzw. zur Nutztierhaltung bei den Germanen. Dazu ergaben naturwissenschaftliche Untersuchungen, dass das germanische Dorf ehemals an einem flachen See lag. Pflanzenpollen, die sich in den Feuchtsedimenten erhalten hatten, liefern wichtige Informationen zu Vegetation und Nutzpflanzen. Joachim Wacker
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Aus diesen Erkenntnissen heraus entstand bei den Ausgräbern der Gedanke, ein Freilichtmuseum zu errichten und eine konsequente Umsetzung der Grabungsergebnisse in eine anschauliche Rekonstruktion durchzuführen. Dazu wurden Nachbauten aller typischen Gebäude und Installationen eines germanischen Gehöftes am originalen Standort errichtet. Bisher konnte der Verein »Germanische Siedlung Klein Köris«13 folgende Vorhaben realisieren: ein erstes Grubenhaus mit Gewichtswebstuhl zur Vorführung textiler Handwerkstechniken, ein Kastenbrunnen, zwei Backöfen, ein Langhaus (Wohnhaus), eine Schmiede zur Eisenbearbeitung, einen Schaugarten mit den wichtigsten, archäologisch nachgewiesenen Getreidesorten und Hülsenfrüchten sowie Nutzpflanzen zur Fasergewinnung (Leinen) und Färbepflanzen sowie einen Sechspfosten-Speicher. Das Freilichtmuseum »Germanische Siedlung Klein Köris« hat sich inzwischen auch in der deutschen Museumslandschaft etabliert und ist in mehreren Führern zu archäologischen Stätten in Deutschland enthalten. Mit seinem großen ehrenamtlichen Engagement trägt der Verein wesentlich dazu bei, die Arbeit der archäologischen Denkmalpflege einem breiten Publikum vor Augen zu führen. Durch den wissenschaftlichen Anspruch des Museumskonzeptes wird den Besuchern ein realistisches Bild des Lebens in einer germanischen Siedlung vermittelt. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts kam es zu großen machtpolitischen Umwälzungen, als die Hunnen aus den zentralen Steppen Asiens in Mitteleuropa einfielen. Diese kriegerischen Ereignisse lösten die Abwanderung germanischer Gruppen aus, die somit eine Fluchtbewegung anderer Gruppen in den eingewanderten Gebieten in Gang setzte. Eindeutige Funde und Befunde aus der Völkerwanderungszeit lassen sich im gesamten Land Brandenburg spärlich fassen. Die vorherrschende Forschungsmeinung geht eher von einer Abwanderung der Bevölkerung in mehreren Etappen aus, eine letzte ist für die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts nachweisbar.14 Viele der Siedlungen bestanden bis zur zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts weiter. Eine Einwanderungswelle fremder Kulturgruppen lässt sich nicht nachweisen. Gräberfelder und Siedlungen wurden zum Teil weiter benutzt. Veränderungen lassen
sich im Bestattungsritus nachvollziehen. Nach und nach ersetzte im Gebiet zwischen Elbe und Oder die Körperbestattung die Verbrennung der Toten. Die wenigen archäologischen Funde sprechen für eine kulturelle Bindung der damaligen Bewohner an das Reich der Thüringer. Dass dies auch politisch so gewesen ist, lässt sich nur vermuten. Für unseren Landkreis ist das kleine Körpergräberfeld von Waltersdorf bei Königs Wusterhausen aufgrund der Seltenheit von überregionaler Bedeutung. Eine Bestattung (Grab 11) stach durch seine reichhaltigen Grabbeigaben besonders hervor. Die dabei aufgefundene Bügelfibel mit einem Tierkopf am Fußabschluss datiert die Grablegung in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts.15 Die wenig sorgfältige Ausführung bei der Keramikherstellung zeigt die Tendenz zur Verarmung in der materiellen Kultur des 5. und 6. Jahrhunderts. Dies resultiert aus dem schleichenden ökonomischen Niedergang durch die Abwanderung großer Bevölkerungsgruppen. Historisch überliefert ist die Zerschlagung des Thüringischen Reiches durch die Franken im Jahr 531. Wenige Jahrzehnte später siedelten die fränkischen Könige den Großteil der noch vorhandenen germanischen Bevölkerung aus dem brandenburgischen Raum in die Gebiete westlich von Elbe und Unstrut um. So endete im 6. Jahrhundert eine Jahrtausende andauernde Kontinuität der Bevölkerung. Erst nach einer vermutlich weitgehend besiedlungsfreien Zeit von etwa 140 Jahren begann im frühen Mittelalter die Zeit der slawischen Besiedlung. Seit dem Ende des 7. Jahrhunderts besiedelten verschiedene slawische Stämme aus dem Osten Europas die von den Germanen weitgehend verlassenen Gebiete zwischen Elbe und Oder. Diese Epoche bringt völlig neue Formen des Sachguts, der Siedlung und Bestattung mit sich.16 In unserem Bereich lebten die Volksstämme der Lusizi und Heveller. Die slawische Bevölkerung lebte in kleinen Siedlungen entlang der Wasserläufe oder an den Seen. Daneben gab es Burgen, die teilweise auch Fürstensitze waren. Die zu Beginn des 8. und 9. Jahrhunderts noch sporadische Besiedlung erfuhr in mittel- und spätslawischer Zeit eine starke Verdichtung. Eine der herausragenden Siedlungskammern in unserem Landkreis liegt bei Mittenwalde. Aufgrund ihrer Lage zwischen Teltow und Lausitz erfuhr sie als Grenzort er-
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hebliche wirtschaftlich-politische und militärische Bedeutung.17 Wichtig für die Besiedlung waren die vom 9. bis zum 10. Jahrhundert einander zeitlich folgenden Burgen »Penningsberg« und »Burgwallwiesen«. Diese beiden Befestigungen mit sich ablösenden Besiedlungen können als Sitz von Kleinherrschaften im Vorfeld des hevellischen Machtbereichs angesehen werden. Neuere Untersuchungen am »Penningsberg« im Jahr 2010 zeigen eine für die mittelslawische Zeit typische runde Ringwallanlage von 65 Metern Durchmesser. Die rundliche Hauptburg und die südöstlich an diese grenzende Vorburg lassen sich mit einem Wall- und Grabensystem rekonstruieren.18 Die mehrphasige Befestigung weist dazu eine dichte Besiedlung auf. Da Pfostenspuren fehlen, werden die Häuser in Blockbauweise errichtet worden sein. Eine weitere wichtige Siedlungskammer befindet sich im Luckau-Calauer Becken entlang des Lausitzer Grenzwall. Hier liegen die slawischen Ringwälle und Burgen von Langengrassau, Luckau, Luckau-Freesdorf, »Alte Schanze« bei Riedebeck und auf dem Grünen Berg bei Gehren eng zusammen. Bei Gehren bilden Siedlung, Burg (»Alte Schanze« bei Riedebeck) und Bestattungsplatz eine Einheit. Im Zuge des Baues der OPAL-Ferngasleitung konnten drei Grabhügel aus mittelslawischer Zeit freigelegt werden. Sie wiesen einen rechteckigen Grundriss auf.19 Zwei Kilometer nördlich des Bestattungsplatzes von Gehren befindet sich auf der Gemarkung Waltersdorf bei Luckau ebenfalls ein mittelslawischer Bestattungsplatz, der auch durch die OPAL-Ferngasleitung geschnitten wurde. Dabei wurden zwei wiederum rechteckige Grabhügel dokumentiert.20 Eine Besonderheit dieser mittelslawischen Grabhügelgruppen ist der Totenritus, da die Asche der Toten nicht unter-, sondern oberirdisch auf den Grabhügeln bestattet wurde. Sowohl der Bestattungsplatz von Gehren als auch der von Waltersdorf wurden in jungslawischer Zeit erneut aufgesucht und im direkten Umfeld der damals noch sichtbaren Grabhügel wieder mit Bestattungen belegt. Der Bestattungsbrauch hatte sich jedoch im Laufe der Zeit durch die einsetzende Christianisierung geändert. Die Bestattungen zeigen bereits typische christliche Elemente. Der Leichnam wurde nicht mehr verbrannt, sondern in gestreckter Rückenlage beigesetzt. 20
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Die Grabgruben sind nach Ost-West ausgerichtet. Der Kopf wird dabei im westlichen Bereich niedergelegt, damit am ‚jüngsten Tag‘ der Blick zur aufgehenden Sonne im Osten gerichtet werden kann. Dabei kommen noch Beigaben von Gefäßen, kleinen Messern oder Trachtenbestandteilen vor. Der 1.147 von Havelberg ausgehende Wendenkreuzzug ostsächsischer Fürsten und die Eroberung des Fürstensitzes Brandenburg durch den askanischen Markgrafen Albrecht den Bären und den Erzbischof von Magdeburg bedeuteten die endgültige Eroberung der bis dahin unabhängigen slawischen Stammesgebiete. Erst jetzt konnte der 948 gegründete und 983 durch Aufstände verloren gegangene Bistumssitz in der Burg Brandenburg wieder errichtet werden. Albrecht der Bär, seit 1134 Markgraf der Nordmark, hatte um 1130 von dem kinderlosen Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich bereits das Gebiet der Zauche für seinen Sohn Otto als Patengeschenk erhalten.21 Die relativ kleinräumig organisierten slawischen Stämme gruppierten sich um zahlreiche Burgen, von denen die größeren durchaus zentralörtliche Funktionen erfüllten. Sie waren Ziel und Etappe des Fernhandels, beherbergten spezielles Handwerk und viele Bewohner in angelagerten Siedlungen, die man als Frühstädte bezeichnet. Es fehlte jedoch das wesentliche, die Stadt definierende Bündel von Merkmalen wie Stadtrecht, Marktrecht, Bürgerrecht und Befestigung. Hier sind für den Landkreis Dahme-Spreewald beispielhaft die Burgen von Mittenwalde, Teupitz, Golßen, Lieberose, Märkisch Buchholz, Gehren und Bornsdorf zu nennen. Stadtburgen fügen sich in die Stadtbefestigungen ein, sind aber von der Stadt wiederum durch eine Mauer gesichert. Die darauf einsetzende Siedlungspolitik zur Sicherung und zum Ausbau lockte Siedler aus Altsiedlungsgebieten westlich der Elbe bis in die Niederlande und bis nach Flandern in die bislang von Slawen bewohnten Herrschaftsgebiete. Der Anreiz für die Urbarmachung und den Bau von Dörfern und Städten bestand aus langjährigen Vergünstigungen bei den Abgaben. Neben den planmäßig angelegten Städten war das Angerdorf die typische Siedlungsform der deutschen und niederländisch-flämischen Einwanderer. Die Masse der Dörfer und Städte ist in der Zeit des hochmittelalterlichen Landesausbaues vom späten 12. Jahrhundert bis zum beginnenden 14. JahrhunJoachim Wacker
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Verbreitungskarte slawisches Mittelalter und deutsches Mittelalter.
dert entstanden. Der eigentliche Urbanisierungsprozess begann um die Mitte des 12. Jahrhunderts und erreichte seinen Höhepunkt im 13. Jahrhundert. Diese Urbanisierungswelle mit einem neuen Stadttypus, der geschlossenen kommunalen Stadt, zeichnete sich durch ein Netz von verbundenen Stadtgründungen aus. Diese kommunalen Stadtbildungen entstanden als einfache Marktsiedlungen an einem älteren zentralen Ort wie Mittenwalde
oder Luckau, aber auch an Fernhandelsstraßen gelegen als Stationen oder Märkte in verkehrsgünstiger topographischer Lage innerhalb des aufgesiedelten Landes. Dabei ist eindeutig zunächst die wirtschaftliche Bedeutung in Betracht gezogen worden. Durch die landesherrliche Städteförderung sollte mit den gleichmäßig verteilten Städten ebenso eine Sicherung des ländlichen Raumes durchgeführt werden.
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Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es insgesamt sieben Städte mit mittelalterlicher Gründung und Ersterwähnungen, die zumeist auf das 13. Jahrhundert zurückgehen: Golßen (1276), Lieberose (1272), Luckau (1276), Lübben (1150), Märkisch Buchholz (1301), Mittenwalde (1239) und Teupitz (1307). Ein kleiner Anteil der Gründungen verlor das Stadtrecht aufgrund der geringen wirtschaftlichen Entwicklung oder durch Streitigkeiten der adeligen Stadtherren. Diese Städte sind dann wieder zu Dörfern oder Flecken herabgesunken, wie Straupitz oder Fürstlich Drehna. Flecken bildeten für umliegende Dörfer zumeist einen Mittelpunkt und nahmen zentralörtliche Funktionen wahr. Dazu verfügten sie noch immer über einige städtische Privilegien, wie zum Beispiel das Marktrecht. Die Erbauung der Stadtmauern und Stadttore setzte im späten 13. Jahrhundert ein und erreichte ihren Höhepunkt im unruhigen 14. Jahrhundert. Von der Mitte des 14. bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts erwachte in den
meisten Städten selbst eine rege Bautätigkeit. Neben den Befestigungsanlagen entstanden in dieser Zeit die heute noch erlebbaren Kirchen und Rathausbauten.22 Anlass zur Gründung einer Burg, eines Ortes und einer Stadt war immer die geografische Lage. Deren Bedeutung entscheidet direkt über den Erfolg einer Siedlung. Burgen und Städte sind daher an wichtigen Punkten des im Mittelalter vorhandenen Verkehrsnetzes entstanden. Vorzugsweise geschah dies an Wegekreuzungen, wichtigen Flussübergängen oder leicht nutzbaren Flussanlegestellen, die der Fernverkehr und somit der Handel nicht umgehen konnte. Die Qualität der Positionierung im Verkehrsnetz ist der zentrale Faktor für Gedeihen und Erfolg der städtischen Zentren. Charakteristisch für viele der Städte ist dabei die sehr begrenzte, von Feuchtgebieten eingefasste Siedlungsfläche, die oftmals erhebliche Anstrengungen für Baulandgewinnung und Wegebau erforderte. Im Land Brandenburg gibt es wenige Städte, die »aus wilder Wurzel«, das heißt, an einem bis dahin gänzlich
Die ringförmig angeordneten Bäume vorn rechts stehen auf den Wallanlagen der »Alten Schanze« bei Riedebeck. Im Hintergrund sind die Grabungen auf dem slawischen Gräberfeld bei Gehren zu sehen.
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Städte in Brandenburg mit Gründungsdaten.
unbesiedelten Platz entstanden sind bzw. gegründet wurden. Dies liegt daran, dass Städte zumeist strategisch günstige Punkte besetzen, die auch zuvor schon von Bedeutung waren. Der allergrößte Teil der brandenburgischen Städte steht oder stand in Verbindung mit einer in aller Regel älteren Burg, auch wenn diese heute in vielen Fällen nicht mehr existieren, zum Teil gar nicht mehr lokalisierbar sind. Die archäologische Forschung hat in den letzten Jahren manche dieser Anlagen wieder gefunden, so beispielsweise in Mittenwalde. Die Burgen, oft auf slawische Wurzeln zurückgehend und mit slawischen oder frühdeutschen Siedlungen verbunden, gehen dem eigentlichen Ausbau zur Stadt zeitlich voran.23 Der archäologische Nachweis eines planmäßigen Stadtausbaus ist in bis heute bewohnten Städten nur
schwer bzw. nur unter Heranziehung aller greifbaren Quellen zu erbringen. Sicherlich erforderte auch der planmäßige Ausbau einer Stadt ein Mindestmaß an vorhandener Infrastruktur, Verkehrswege, gesicherte Herrschaft und den Zugriff auf die Arbeitskraft einer ansässigen Bevölkerung. Mittlerweile hat sich aufgrund der Vielzahl der großflächigen Stadtkerngrabungen gezeigt, dass für die Stadtgründungsphasen immer mehr die Schaffung der notwendigen Infrastruktur an Erkenntnis gewinnt. Eher selten sind aussagekräftige Befunde zu frühen Stadtbefestigungen wie in Lübben. Die Stadt Lübben war der »zentrale Ort« der mittelalterlichen Niederlausitz. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts erlangte die Stadt Bedeutung als kirchliches Zentrum, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie Sitz
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der Landvögte und Tagungsort der Landstände. Infolge schwerer Kriegszerstörungen im Jahr 1945 konnten hier im Zuge der Neubebauung größere zusammenhängende Altstadtareale archäologisch dokumentiert werden. Die erste frühdeutsche Besiedlung lässt sich durch Erdkeller in das beginnende 13. Jahrhundert datieren. Im südwestlichen Altstadtareal steht die Auflassung und Aufgabe von bewohntem Siedlungsareal in Verbindung mit der Anlage einer Nord-Süd-verlaufenden Palisadenreihe, die einen verfüllten Erdkeller überbaut und zu einer ersten hölzernen Stadtbefestigung gehört. Die progressive Stadtentwicklung Lübbens im 14. Jahrhundert führte schließlich zur Niederlegung der Palisadenreihe. Sie zeigt sich durch die Errichtung der westlich liegenden, noch heute sichtbaren Stadtmauer. Schriftliche Quellen sprechen erstmals 1395 von einer Stadtbefestigung in Zusammenhang mit einem Stadtbrand. Obertägig ist die Stadtbefestigung heute nur noch an zwei Stellen sichtbar: am westlichen Altstadtrand zwischen zwei erhaltenen Wachtürmen sowie im südlichen Altstadtbereich in der Nähe des Amtsgerichtes. Im Bereich der westlichen Stadtmauer gelang auch der erste archäologische Nachweis einer Badeanlage. Der Standort des 1423 erstmals erwähnten Badehauses ist eine Konsequenz der historischen Entwicklung der Stadtbefestigung. Auffallend ist, wie bei vergleichbaren Badehäusern, die städtebauliche Lage. Sie befanden sich stets im Randbereich der Städte, direkt an der Stadtmauer. Von äußerster Wichtigkeit für eine Badeanlage war der direkte Zugriff auf eine Wasserquelle aus fließenden Gewässern, die auch eine unproblematische Schmutzwasserentsorgung ermöglichte. In Lübben konnte hierzu die westlich der Stadtmauer fließende Spree genutzt werden. Die planmäßige Gründung der Stadt steht in enger Verbindung mit dem schon beschriebenen Bau der Stadtmauer. Entlang der Hauptstraße, des Marktplatzes und in den Randbereichen zeitlich verzögert lassen sich in den Grundstücken eine Abfolge von Erdkellern und ebenerdigen Gebäuden seit dem 14. Jahrhundert nachweisen. Aufgrund der massiven Konzentrationen von Hüttenlehm und Holzkohle in den Brandhorizonten kann auf eine einheitliche Fachwerkbauweise geschlossen werden. Die Befestigung der Hauptstraße erfolgte in Form von Knüp24
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peldämmen. Die durchgeführten archäologischen Dokumentationen zeigten, dass sich chronologische Abfolgen von bis zu fünf Holzlagen erhalten haben.24 Im Süden ist die Stadt Luckau das Eintrittstor zum Landkreis. Die Stadt liegt nördlich des Lausitzer Grenzwalles, der sich vom Niederen Fläming über die Cottbuser Sandplatte bis zur Neiße erstreckt. Luckau ist eine der wenigen brandenburgischen Städte, die noch fast vollständig von einem Graben und einer Stadtmauer umgeben sind. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte 1276, bereits 1285 wird Luckau als Stadt bezeugt. Unter deutscher Herrschaft ist die Stadt am Kreuzpunkt der Straßen Magdeburg-Cottbus und Leipzig-Frankfurt jedoch bereits im 12. Jahrhundert archäologisch nachweisbar. Wiederum wurde vor der planmäßigen Anlage der Stadt die dazu notwendige Infrastruktur geschaffen. Das Gelände wurde durch bis zu 1,6 Meter breite Drainagegräben trockengelegt. Die bis in vier Meter Tiefe unterhalb der heutigen Marktplatzoberfläche angelegten Gräben wurden mit Birkenästen und -reisig ausgelegt, durch die das Wasser abgeführt wurde. Sowohl auf dem Markt als auch in den angrenzenden Straßen konnte die hölzerne Wegebefestigung nachgewiesen werden. Die Bohlenwege hatten eine Breite von drei bis vier Metern und waren bis zu dreimal erneuert worden. Mithilfe der Dendrochronologie konnte der Bau der Wegebefestigungen zwischen 1175 und 1190 datiert werden.25 Die Bedeutung der sich in Luckau kreuzenden Fern straßen für den Handel lässt sich an den herausragenden Befunden und Funden ablesen, die im Zuge der Ausgrabungen zur Sanierung des an den Marktplatz angrenzenden Rathauses angetroffen wurden. An der Südseite des Rathauses fanden sich Spuren von mittelalterlichen Marktständen. Die zeilenartige Bebauung bestand aus kleinräumigen Holzgebäuden in unterschiedlicher Konstruktionsweise. Dendrochronologisch konnte die Erbauung dieser Marktbuden in das beginnende 13. Jahrhundert datiert werden. Die immer wieder ausgebesserten Gebäude wurden schließlich durch Feldsteinbauten ersetzt, deren Fundamente parallel zum heutigen Rathaus verlaufen. Der direkte Nachweis für den Handel ist der Fund einer Klappwaage. Daneben zeugen aber auch Lederreste, Holz- und Keramikgefäßteile sowie zahlreiche Tierknochen und Schlachtabfälle vom vielseitigen Marktgeschehen. Joachim Wacker
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Spätmittelalterlicher Gesichtskrug aus der Badeanlage in der Stadt Lübben.
vom Bau des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International überprägt. Die brandenburgischen Markgrafen aus dem Haus der Askanier und auch die im späten 12. Jahrhundert im südlichen Teltow herrschenden wettinischen Markgrafen von Meißen boten für das Urbarmachen von Land und den Bau von Siedlungen langjährige steuerliche Vergünstigungen. Die Neusiedler bekamen dabei ein bis vier Hufen Land zugeteilt. Eine Hufe umfasst die Fläche, die eine bäuerliche Familie benötigte, um ihre Ernährung sicherzustellen. Zudem erhielten die Siedler das Recht, Bauholz zu schlagen. Bei der Dorfform von Diepensee handelt es sich um ein Angerdorf, eine typische Siedlungsform deutscher Kolonisten. Um den zentral gelegenen Dorfplatz mit dem ganzjährig wasserführenden Dorfteich wurden die zu besiedelnden Parzellen so angeordnet, dass die Höfe dabei entlang der Straßen ausgerichtet werden konnten. Jedes der Grundstücke hatte einen direkten Zugang zur Straße. Die Parzellen waren ca. 20 Meter breit und reichten etwa 80 Meter tief bis zum Zaun am Dorfrand. Das Dorf war
Der ehemalige Ort Diepensee im Landkreis DahmeSpreewald, am südwestlichen Ende des alten Flughafens Berlin-Schönefeld gelegen, hat eine besondere Bedeutung für die Erforschung des mittelalterlichen ländlichen Siedlungsraumes. Diepensee, der Ort am Tiefen See, wurde zweimal besiedelt und zweimal wieder verlassen. Die erste Gründung erfolgte aufgrund einer gezielten Siedlungspolitik im frühen 13. Jahrhundert im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung durch Siedler, die nach momentanem Forschungsstand aus niedersächsischen Gebieten bzw. aus den Harzregionen stammten. Schriftlich erwähnt wird Diepensee in einer Urkunde vom 23. März 1348. Darin tritt ein Jacob Dypense, möglicherweise der Dorfschulze oder ein Dorfherr niederen Adels, als Zeuge eines Kaufvertrages auf. Nach kaum mehr als 200 Jahren war das Dorf bereits wieder verlassen. Im Landbuch Karls IV. aus dem Jahr 1375 wird Diepensee bereits als »desertum«, also als wüst beschrieben. Somit hatte das Dorf eine Bestehungszeit von knapp 200 Jahren. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Areal mit der Errichtung eines Gutes wieder besiedelt. 2004 wurde der Ort endgültig aufgegeben und ist heute
durch einen Graben mit Wall und Zaun eingefasst. Die Wohnhäuser standen auf den Parzellen zur Straße hin orientiert. Es wurden 42 Steinkeller als Haupt- und 22 Holzkeller als Nebengebäude freigelegt.26 Aufgehendes Mauerwerk fehlt vollständig, dennoch lassen sich an den Kellern, Pfostengruben und Auflegsteinen für Schwellbalken Hinweise auf ihr Aussehen ablesen. Spärlich wird die Ausstattung der Häuser gewesen sein. Anhand der verkohlten Inventare in den Kellerverfüllungen lassen sich einfache Türen mit Türbeschlägen und Schlössern rekonstruieren. Dazu sind relativ kleine Fenster zu vermuten, die man durch Klapp- oder Schiebeläden verschloss. Da Glasfunde fehlen, werden die Fenster aus dünn geschabtem Leder oder geöltem Leinestoff verhangen gewesen sein. Der Fußboden war mit Dielen ausgelegt, auf denen sich schlichte Einrichtungsgegenstände, wie zum Beispiel Tisch, Bank, Hocker, Bett und Truhe befanden. Seitlich und hinter den Wohnhäusern erstreckte sich der Wirtschaftsbereich mit Hof und Wirtschaftsgebäuden. Hier standen ebenerdige Pfostenbauten sowie eingetiefte Grubenhäuser. Große Gruben weisen auf Lehmentnahme für den Hausbau. Diese wurden dann als Abfallgruben verwendet und nach und nach wieder verfüllt.
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Großer Keller mit zwei Räumen aus der Dorfwüstung Diepensee.
und angekeimten Gerstenmalzresten lassen sich der gewerblichen Bierbrauerei zuordnen. Unmittelbar außerhalb des Dorfzaunes begann die in Dreifelderwirtschaft bebaute Feldflur. Die Ackerfläche des ganzen Dorfes wurde dreigeteilt. Auf zwei Dritteln säten die Bauern im jährlichen Wechsel Sommer- und Wintergetreide an. Das jeweils verbleibende Drittel blieb brach liegen, sodass die sich ausbreitenden Wildpflanzen zuerst als Futter für weidende Schafe und dann als Gründünger dienen konnten. Die Felder bestanden aus lang gestreckten, schmalen Wölbäckern, die ihre Form durch den damals üblichen Streichbrettpflug erhielten. Die eiserne Schar warf die Schollen immer nur in eine Richtung, sodass zwischen jeweils zwei Bahnen tiefer liegende Streifen, die sogenannten Fahren, entstanden. Die Äcker erhöhten sich dadurch wallartig. Roggen war die wichtigste Feldfrucht des Mittelalters und diente hauptsächlich zur Brotherstellung. Daneben gab es noch Dinkel, Gerste, Hafer und Buchweizen für Getreidebrei und Suppen.28
Die Lebensgrundlage der dörflichen Bevölkerung war der Ackerbau. Zwar wurde Vieh gehalten, doch deckte Fleisch lediglich einen geringen Anteil an der Ernährung. Daneben ließ sich archäologisch aber auch eine große Anzahl von Handwerkszweigen nachweisen. Eindrucksvoll sind die Ergebnisse naturwissenschaftlicher und archäologischer Untersuchungen zum Textilhandwerk.27 Dabei konnten verschiedene Arbeitsbereiche zum differenzierten Handwerk wie Webstühle und Wollbearbeitung mit Färberei dokumentiert werden. Die große Anzahl von Spinnwirtel weist auf die Verarbeitung von Wolle auf vielen Grundstücken hin. Daneben gibt es auch den Nachweis von Faserpflanzen wie Flachs und großen Brennnessel sowie von Flachs und Hanfrösten. Die dabei entstandenen Fäden konnten zu Stoffen gewebt werden. Es ergibt sich das Bild, als habe eine auf Handel ausgerichtete Textilproduktion stattgefunden, bei der Großteile des Dorfes Diepensee beteiligt waren. Die Herstellung von Pech und Teer lässt sich anhand von Teerschwelgruben fassen, eine Verarbeitung von Buntmetall sowie das Brennen von Kalk konnten aufgrund der archäologischen Befunde aufgezeigt werden. Der Fund von Braugerste
Eine große Überraschung bei den Ausgrabungsarbeiten stellte das Auftreten eines Kirchenstandortes mit Friedhof im nördlichen Angerbereich dar, da dieser in keinen schriftlichen Quellen erwähnt wird. Archäologisch fanden sich von der ersten, hölzernen Kirche die Pfostengruben, die sich zu einer Saalkirche mit Apsis rekonstruieren lassen. Vom spätromanischen Nachfolgerbau fanden sich nur geringe Reste der Fundamente aus Feldsteinen und Mörtel. Die Fundamentgräben sind im unteren Bereich fast vollständig erhalten, sodass sich der Grundriss nachvollziehen lässt. Die Form entspricht einem einfachen romanischen Saalbau von etwa 20 mal zehn Meter Größe mit eingezogenem Chorquadrat und halbrunder Apsis. Hinweise auf einen Glockenturm gibt es nicht. Der Friedhof mit etwa 420 Gräbern erstreckt sich rings um die Kirchen, aber sowohl in der Holzkirche als auch in der Steinkirche wurde bestattet.29 Eine äußere Begrenzung des Friedhofes, etwa in Form einer Mauer oder eines Zaunes, konnte nicht nachgewiesen werden. Die kreisförmige Anordnung der Gräber rund um die Kirche erlaubt es, den Durchmesser des Friedhofs mit ca. 40 Meter zu rekonstruieren. Fast alle Bestattungen waren dem christlichen Glauben entsprechend in gestreckter Rückenlage west-östlich ausgerichtet. Während bei einigen Verstorbenen die Hände im Beckenbereich gekreuzt wurden,
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Luftbild der Ausgrabungen in der Dorflage Diepensee mit dem Kirchengrundriss und der Lage des Dorfbrunnens.
lagen bei der Mehrzahl die Arme seitlich am Körper.30 Gemäß dem christlichen Brauch setzte man die Verstorbenen weitgehend ohne Beigaben bei. Die meisten Toten wurden nicht in einem Sarg bestattet, sondern in ein Leichentuch gehüllt. Diese Art der Beisetzung ist in der Regel an den sehr eng zusammengepressten Füßen und den eng am Körper liegenden Armen zu erkennen, da die Verstorbenen in das sackförmige Tuch passgenau eingenäht wurden und so in die Grabgrube herunter gelassen wurden. Die anthropologische Untersuchung zeigt eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 30 Jahren. Überlebte der Einwohner die Risiken der frühen Kindheit, so konnte er durchaus über 60 Jahre alt werden. Untersuchungen in anderen mittelalterlichen Dörfern Brandenburgs wie Treskow, Tasdorf oder Göritz zeigen jedoch, dass die Lebenserwartungen in Diepensee am höchsten waren. Dies weist darauf hin, dass Lebensumstände und Ernährungslage vergleichsweise günstig gewesen sein müssen. Die Gründe für die Aufgabe des Dorfes sind vielfältig und man muss immer mehrere Ursachen für einen Wüstungsvorgang in Betracht zeihen. In Einzelfällen haben kriegerische Auseinandersetzungen, die nach dem Aus-
sterben des Fürstengeschlechtes der herrschenden Askanier (um 1320) häufiger wurden, zur Zerstörung von Höfen und Tötung oder Vertreibung ihrer Bewohner geführt. Zumeist handelte es sich jedoch um einen schleichenden Niedergang. Eine Erschöpfung der landwirtschaftlichen Flächen aufgrund der mageren Sandböden wäre denkbar. Zudem kommen die heute nachweisbaren Klimaschwankungen im ausgehenden 13. und frühen 14. Jahrhundert als Ursache infrage. Diese führten zu Ernteausfällen und somit zu einem Anstieg der Getreidepreise. Die stark angewachsene Bevölkerung konnte nicht mehr ausreichend ernährt werden und hungerte. Durch weitere Missernten breitete sich der Hungertyphus aus. Auf seinen Fersen folgte die Beulenpest, der Schwarze Tod, die 1347 aus dem Orient über Italien eingeschleppt worden war und schon zwei Jahre später Brandenburg erreichte. Dies lässt sich jedoch nicht archäologisch nachweisen, Hinweise dazu könnte es beim Auftreten von Massengräbern geben, diese kommen aber in der Ortslage Diepensee nicht vor.
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Archäologische Zeitleiste.
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1 Katja Winkler, Der spätpaläolithische Fundplatz Golßen, Lkr. Dahme-Spreewald. Analyse der Steinartefakte und Befunde der Grabung von 1968, in: Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie, Bd. 41/42 (2010), S. 7–93. 2 Stefan Wenzel, Wernsdorf 5, Ldkr. Dahme-Spreewald. Ein Fundplatz des Boreals oder frühen Atlantikums am südlichen Berliner Ring, in: Birgit Gehlen/Martin Heinen/Andreas Tillmann (Hrsg.), Zeit-Räume. Gedenkschrift für Wolfgang Taute, Bd. 2 (= Archäologische Berichte, Bd. 14), Bonn 2001, S. 423 – 439. 3 Gundula Christl, Ur- und frühgeschichtliche Fundplätze im Uferbereich des Schwielochsees sowie im nördlich angrenzenden Spreetal. Befunde und Aussagen zur Besiedlungs- und Landschaftsentwicklung, in: Veröffentlichungen des Museums für Ur- und Frühgeschichte Potsdam, Bd. 22 (1988), S. 229 –244. 4 Karl Heinrich Marschalleck, Urgeschichte des Kreises Luckau (Nieder-Lausitz), Kirchhain 1944, S. 43. 5 Jonas Beran/Günter Wetzel, Die ersten Bauern, in: Franz Schopper/Detlev Dähnert (Hrsg.), Archäologie in der Niederlausitz. Frühe Geschichte einer Region im Herzen Europas, Cottbus 2012, S. 88 –94. 6 Günter Wetzel/René Irrgang, Eine Kragenflasche von Hänchen bei Cottbus, Landkreis Spree-Neiße, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2006/2007 (= Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, H. 18) (2008), S. 197–212, hier S. 201. 7 Antje Köllner, Der neolithische Kult- und Bestattungsplatz mit Langhügel von Selchow 24, Landkreis Dahme-Spreewald, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2006/2007, S. 313 –329. 8 Ursula Uhl, Unerwartet und tiefgründig. Bronzezeitliches Wandgrabenhaus bei Rüdingsdorf, Lkr. Dahme-Spreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2010 (2012), S. 49 ff. 9 Michael Meyer, Lehrgrabung fortgeführt. Eine Siedlung der jüngeren vorrömischen Eisenzeit bei Waltersdorf, Landkreis DahmeSpreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2002 (2004), S. 86 f., hier S. 86. 10 Ingrid Wetzel, Die Germanen in der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit, in: Schopper/Dähnert (Hrsg.), Archäologie in der Niederlausitz, S. 160 –167. 11 Dies., Germanische Gräber, in: Schopper/Dähnert (Hrsg.), Archäologie in der Niederlausitz, S. 186 –189. 12 Joachim Stark, Wie viele Schiffe hat das Langhaus? Hauslandschaften in Deutsch Wusterhausen, Lkr. Dahme-Spreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2010, S. 80 – 83. 13 www.germanische-siedlung-klein-koeris.de 14 Achim Leube, Germanische Völkerwanderungen und ihr archäologischer Fundniederschlag. Das 5. und 6. Jahrhundert östlich der Elbe. Ein Forschungsbericht (I), in: Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift, Bd. 36 (1995), S. 3 – 85. 15 Martina-Johanna Brather/Blagoje Govedarica, Drei frühgeschichtliche Körpergräber aus Waltersdorf, Landkreis Dahme-Spreewald, in: Veröffentlichungen zur brandenburgischen Landesarchäologie, Bd. 35.2001 (2004), S. 103 –117. 16 Thomas Kersting, Slawen in Brandenburg. Eine archäologische Momentaufnahme, in: Joachim Müller/Klaus Neitmann/Franz Schopper (Hrsg.), Wie die Mark entstand. 850 Jahre Mark Brandenburg (= Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, Bd. 11; Ein-
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zelveröffentlichung des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Bd. 9), Wünsdorf 2009, S. 15 –30. Felix Biermann/Andreas Kieseler, Altes Dorf und neue Stadt. Forschungen im Nottetal bei Mittenwalde, Lkr. Dahme-Spreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2009 (2011), S. 68 f. Dies., Neue Ausgrabungen im Nottetal bei Mittenwalde, Landkreis Dahme-Spreewald. Die Vorburgsiedlung des slawischen Burgwalls »Pennigsberg«, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2010/2011 (= Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, H. 24) (2014), S. 145 –151. Katharina Wenzel, Zwei birituelle Gräberfelder der Slawenzeit. Die Fundplätze Gehren 21 und Waltersdorf 22 in der Niederlausitz, beide im Landkreis Dahme-Spreewald, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2010/2011, S. 55 – 80. Antje Köllner, Grabhügel und Flachgräber. Der slawische Bestattungsplatz Waltersdorf 22, Lkr. Dahme-Spreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2010, S. 89 ff. Zum historischen Hintergrund siehe bspw. Lutz Partenheimer, Albrecht der Bär. Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt, 2., durchges. und um ein Ortsreg. erg. Aufl., Köln/ Weimar/Wien 2003. Zur Bautätigkeit in der mittelalterlichen Stadt siehe z. B. Eberhard Isenmann, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150 –1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, 2., durchges. Aufl., Köln/Weimar/Wien 2014, S. 99 –123. Felix Biermann, Burgstädtische Zentren der Slawenzeit in Brandenburg, in: Müller/Neitmann/Schopper (Hrsg.), Wie die Mark entstand, S. 101–121. Joachim Wacker, Eine Badestube an der Lübbener Stadtmauer – Konsequenz zur historischen Entwicklung der Stadtbefestigung, in: Jürgen Kunow (Hrsg.), Befestigungen brandenburgischer Städte in der archäologischen Überlieferung (= Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, H. 5), Wünsdorf 2000, S. 103 –109, hier S. 103. Andreas Ströbl, Neues aus dem alten Luckau. Ein Überblick nach fünf Jahren intensiver Grabungstätigkeit, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 1999 (= Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg, H. 4) (2000), S. 125 –145. Blandine Wittkopp/Kerstin Kirsch/Jens Henker, Ländliche Siedlung und kulturelle Transformation. Dorfkernforschung in Diepensee, Lkr. Dahme-Spreewald, und Horno, Lkr. Spree-Neiße in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2009, S. 103 –114. Blandine Wittkopp, Dynamisch gesiedelt. Befundauswertung für Diepensee, Lkr. Dahme-Spreewald, in: Archäologie in Berlin und Brandenburg 2012 (2014), S. 118 –122. Sabine Eickhoff (Red.), Zwischenlandung im Mittelalter. Archäologie für den Hauptstadtflughafen BBI. Die Ausgrabungen in Diepensee, Wünsdorf 2006. Bettina Jungklaus, Ein kompletter Dorffriedhof aus dem späten Mittelalter: Diepensee – ein Glücksfall für die Anthropologie, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2006/2007, S. 123 –131. Alexander Marx/Joachim Stark, Spätmittelalterliche Befunde des Angerdorfes Diepensee, Landkreis Dahme-Spreewald. Ein Vorbericht, in: Einsichten. Archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 2006/2007, S. 75 –122.
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Wilhelm Barth: Schloss Kรถnigs Wusterhausen, Aquarell Anfang des 19. Jahrhunderts.
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