Roter Teppich Kultur.indb 2
06.12.11 17:11
Bernd Neumann zum 70. Geburtstag
Roter Teppich Kultur.indb 3
06.12.11 17:11
Roter Teppich Kultur.indb 4
06.12.11 17:11
Wolfgang Börnsen (Bönstrup) Eberhard Junkersdorf Olaf Zimmermann (Hgg.)
Roter Teppich für die Kultur Wortmeldungen zur Kulturpolitik
Roter Teppich Kultur.indb 5
06.12.11 17:11
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheber rechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Ver arbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2012 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebraverlag.de Verantwortlicher Herausgeber: Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB Lektorat: Dr. Robert Zagolla, Berlin Gesamtgestaltung: typegerecht berlin Schrift: Eureka 9,5/13pt Druck und Bindung: Bosch-Druck GmbH, Landshut ISBN 978-3-95410-000-2 www.bebra-wissenschaft.de
Roter Teppich Kultur.indb 6
06.12.11 17:11
Inhalt
Vorwort
11
• Wortmeldungen
Iris Berben
Filmförderung – Erfolge und Wünsche
15
Erik Bettermann
Bernd Neumann und der sowjetische Komsomol
17
Wolfgang Börnsen
Ein Parlamentarier als Staatsminister
19
Heinrich Detering
Ein fiktives Gespräch
22
Reiner Deutschmann
Kulturförderung ist keine Subvention, sondern eine Investition
25
Jürgen Doetz
Ein Leben im Dienste der Kultur- und Kreativwirtschaft
28
Siegmund Ehrmann
Exposé für ein Drehbuch zum Film »Der Parlamentarier-Flüsterer«
31
Dieter Gorny
Wo bleibt die Kultur?
34
Monika Grütters
Berlin – die kulturell strahlende Hauptstadt
37
Wulf Herzogenrath
Der Preis der Kunst – Private Förderung der Zeitgenossenschaft
40
Michael Hollmann
Das Bundesarchiv im digitalen Zeitalter
43
Christian Höppner
Ein wirkungsreicher Dirigent für die kulturelle Vielfalt
46
Gottfried Honnefelder
Das Verlagswesen – eine kulturelle Institution
48
Hans Walter Hütter
Erinnern und Gedenken
50
Roland Jahn
Kultur des Erinnerns
53
Lukrezia Jochimsen
Erfahrungen mit dem BKM
56
Roter Teppich Kultur.indb 7
06.12.11 17:11
Roter Teppich Kultur.indb 8
Eberhard Junkersdorf
Ein Glücksfall
58
Anna Kaminsky
Filmförderung im Dienst der Diktaturbewältigung
61
Volker Kauder
Die Bedeutung der deutschen Kulturpolitik in Europa
64
Manfred Kittel
Die Ausstellung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
67
Volkhard Knigge
Von der Erinnerung zum reflektierten Geschichtsbewusstsein
70
Dieter Kosslick
Kultureller Rettungsschirm
73
Agnes Krumwiede
Die Bundeskulturpolitik aus Sicht der Grünen
74
Norbert Lammert
Macht und Freiheit – Politik zwischen Theater und Wirklichkeit
77
Frédéric Mitterrand
Deutsch-französische Gemeinsamkeiten
81
Michael Naumann
Kulturstaatsminister kamen und gingen, Bernd Neumann blieb
83
Julian Nida-Rümelin
Kulturelle Integration als kulturpolitische Leitidee
85
Hans-Joachim Otto
Kultur- und Kreativwirtschaft – Bedeutung, Stellenwert, Zukunft
88
Hermann Parzinger Verantwortungsvolle Wege zu einer späten Wiedergutmachung
91
Isabel Pfeiffer-Poensgen Koalitionen für die Kunst
94
André Schmitz
Berlin? Berlin!
97
Klaus Schroeder
Der schwierige Umgang mit zwei Diktaturen in Deutschland
101
Hellmut Seemann
Die Kulturelle Bildung und der BKM
105
Klaus Staeck
Urheberrecht im Piratenzeitalter
108
Hortensia Völckers
Doppelpässe für Kulturelle Bildung
112
06.12.11 17:11
Eva Wagner-Pasquier /
Katharina Wagner
Christina Weiss
Bogdan Zdrojewski
Hans Zehetmair
Olaf Zimmermann
•
Das Mögliche und das Machbare
114
Mut zur Kunst!
117
Deutsch-polnischer Kulturdialog
120
Stützpfeiler zukunftsorientierter Medienpolitik
122
Der Antennenpolitiker
125
Über Bernd Neumann
Biographie
133
Bernd Neumann über sich selbst
137
Die Herausgeber
141
Bildnachweis
142
Dank
143
Roter Teppich Kultur.indb 9
06.12.11 17:11
Roter Teppich Kultur.indb 10
06.12.11 17:11
Vorwort Der 6. Januar ist für Bernd Neumann ein besonderes Datum, denn an diesem Tag hat er – Jahrgang 1942 – Geburtstag. Mithin wurde er im Jahr 2012 70 Jahre alt und wie in den Jahren zuvor wollte er kein Aufheben um seinen Ehrentag machen. Es sollte ein Tag wie jeder andere sein. Wir haben dies anders gesehen und uns deshalb entschlossen, den nunmehr vorliegenden Band zu veröffentlichen. Wir haben Weggefährten, Freunde, Kulturpolitiker und Akteure aus Kulturinstitutionen um Beiträge gebeten, bei denen es sich ausdrücklich nicht um »Lob hudeleien« oder »Zuckersüßes« zum 70. Geburtstag handeln sollte. Denn Bernd Neumann ist kein Jubilar, dem ein Präsentkorb mit einer angehefteten silbernen 70 überreicht wird. Er ist ein tatkräftiger Politiker, die 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages dauert weitere fast zwei Jahre und einiges gilt es in dieser Zeit zu bewerkstelligen. Bernd Neumann selbst hat sich noch einiges vorgenommen: Das Bewusstsein für den Wert kreativer Leistungen zu schärfen, die kulturelle Bildung zu stärken, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage durchzusetzen, das Staatsziel Kultur im Grundgesetz zu verankern, den deutschen Film weiter zu stärken, das Re formationsjubiläum 2017 als kulturelles Ereignis zu verankern, für Printmedien bei Kindern und Jugend
lichen zu werben, allgemein die Rahmenbedingungen für Kunst und Kultur zu verbessern und so weiter und so fort. Ganz in diesem Sinne werden auf den folgenden Seiten Forderungen an Bernd Neumann laut. Natürlich findet sich dort auch Lob über das, was bisher gelungen ist. Andererseits wird aber offen beschrieben, was noch geschehen muss. Eine Gratulation in Form von Erwartungen an ein 70-jähriges Geburtstagskind bedeutet zweifellos Anerkennung und ist sehr wohl als Kompliment zu bewerten. Die Beiträge zeigen das große Spektrum des Amtes des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf. Oftmals stehen sich der Kultur- und Me dienbereich wie zwei fremde Welten gegenüber, obwohl es starke Wechselbeziehungen gibt. Gerade angesichts der digitalen Revolution ist es umso wichtiger, dass Kultur und Medien als Einheit betrachtet werden. Dieser Band weist zum einen die Spannweite und zum anderen die Notwendigkeit der Verknüpfung nach, wie sie im Amt des Beauftragten für Kultur und Medien angelegt ist und wie sie von Bernd Neumann angenommen wird. Wir haben die Autorinnen und Autoren aufgrund ihrer persönlichen und institutionellen Beziehung zu Bernd Neumann ausgewählt. An erster Stelle stand
11
Vorwort
Roter Teppich Kultur.indb 11
06.12.11 17:11
12
nicht deren Funktion, sondern ihre Zusammenarbeit oder auch kollegiale Auseinandersetzung mit ihm als Person und mit seinem Amt. Wir danken ihnen allen für ihre Aufsätze, die freundschaftlich, anregend, nachdenklich, kritisch und fordernd sind und die Vielfalt und Komplexität der kulturpolitischen Herausforderungen belegen. Die Beiträge sind allesamt eigenständig und stehen für sich. Da allen derselbe Rang gebührt, veröffentlichen
wir sie alphabetisch geordnet nach den Namen der Autorinnen und Autoren. In erster Linie wünschen wir Bernd Neumann mit diesem Band für die Zukunft alles Gute und freuen uns auf die Fortsetzung einer starken Kulturpolitik mit ihm. Die Leserinnen und Leser haben – hoffentlich – ebenso Freude an dieser einzigartigen Sammlung von Aufsätzen. Wenn sie zu weiteren kulturpolitischen D ebatten anregen, freuen wir uns umso mehr. Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB Eberhard Junkersdorf Olaf Zimmermann
Vorwort
Roter Teppich Kultur.indb 12
06.12.11 17:11
Wortmeldungen
Roter Teppich Kultur.indb 13
06.12.11 17:11
Roter Teppich Kultur.indb 14
06.12.11 17:11
Iris Berben
Filmförderung – Erfolge und Wünsche Selbstverständlich wünsche ich dem Kulturstaatsminister zunächst einmal alles, was er sich selber wünscht. Und ganz viel von dem, was er schon hat: Leidenschaft für sein Amt, Empathie für die Personen und Themen, mit denen er sich täglich auseinandersetzt, Ideen, Visionen, Lösungen. Dafür braucht er Gesundheit und Energie. Die wünsche ich ihm auch. Wenn (und weil) Bernd Neumann das alles bekommt und hat, kann ich mir aber auch etwas von ihm wünschen – als Künstlerin und Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Das kulturpolitische Klima, in dem die Deutsche Filmakademie entstanden ist und in dem sie – das wird niemand bestreiten – ganz ordentlich und kontinuierlich gedeiht, hat sich gewandelt. Ein Klimawandel, den man ausnahmsweise nicht beklagen muss. Seit auch im Kabinett jemand sitzt, der sich ausdrücklich um die Belange der Kultur kümmert und um die politischen Rahmenbedingungen bemüht, hat gerade die Kunst des Kinos aus unserem Land beständig an nationalem Interesse und internationaler Anerkennung gewonnen. Die damit einhergehende Stärkung des Selbstbewusstseins der in der Filmkunst Tätigen, machte die Gründung der Deutschen Filmakademie, die längst nötig war, möglich. Hier ist versammelt, was den Film
in unserem Land ausmacht. Hier treffen seine Stärken auf seine Schwächen, seine Leidenschaftlichkeit auf seine Verschlafenheit, sein Mut auf seine Ängstlichkeit, sein Witz auf seinen Ernst und sein Wahnsinn auf seine Ordnungswut. Es ist die Vielfalt, es sind die Enttäuschungen und die Erfolge, es sind die schwere Kost und die leichte Muse, die unsere Kunst, die ja immer auch unsere Arbeit ist, ausmachen. Diese Vielfalt zu erhalten, ist natürlich eine Herausforderung für die Künstler, eine lebens- und überlebensnotwendige Herausforderung sogar. Und damit ist es auch eine Herausforderung für die Politik, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Leben und Überleben der Kunst zu sichern. Dazu gehört die Fortführung einer strukturfördernden Initiative wie des Deutschen Filmförderfonds, der ja nebenbei auch als Weiterbildungsmaßnahme für deutsche Filmschaffende der unterschiedlichsten Gewerke funktioniert, und dazu gehört auch eine kluge, den aktuellen Entwicklungen in den Bereichen FilmProduktion und Filmverwertung angemessenen Reform des Modells, das seine Testphase längst verlassen hat. Nicht zuletzt gehört dazu die Garantie für ein na tionales Filmförderungsinstrument wie das Filmförderungsgesetz, das nun vor seiner möglicher Weise um-
15
Iris Berben, Schauspielerin, ist Präsidentin der Deutschen Filmakademie
Roter Teppich Kultur.indb 15
06.12.11 17:11