Naturräume. Von oben eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf unberührte Landschaften, auf Schlösser und Herrenhäuser, auf verträumte märkische Dörfer und liebevoll restaurierte Stadtkerne, aber auch auf Technik und Industriekultur wie das Schiffshebewerk in Niederfinow oder die zerklüftete Tagebaulandschaft in der Niederlausitz. Vom seenreichen Havelland über die Elbauen bei Wittenberge, von der Uckermark bis hin zum Spreewald – der Fotograf Dirk Laubner hat kein Highlight ausgelassen.
Fast 100 großformatige Luftaufnahmen aus allen Regionen Brandenburgs
ISBN 978-3-86124-726-5
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Brandenburg von oben
einen faszinierenden Blick auf Brandenburgs Städte und
Brandenburg von oben
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dirk laubner
DIRK LAUBNER
Mit spektakulären Luftaufnahmen bietet dieser Bildband
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Schiffshebewerk Niederfinow
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mit Texten von Diethelm Kaiser
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Das Bild auf der vorderen Umschlagseite zeigt die Stadt Werder.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © edition q im be.bra verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2019 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebraverlag.de Lektorat: Katrin Endres, Berlin Umschlag und Satz: typegerecht, Berlin Schrift: Milo Serif, Frutiger Druck und Bindung: Finidr, Český Těšín ISBN 978-3-86124-726-5 www.bebraverlag.de
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Inhalt 7
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Von Helden, Träumern und Genießern Ein Streifzug durch die märkische Geschichte
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Literatur, Fotograf und Autor
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Prenzlau Od er
Unteruckersee
Schloss Boitzenburg
Uckermark Wittstock
Prignitz Pritzwalk
Elbe
Perleberg Wittenberge
Großer Stechlinsee
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Templin
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Rheinsberg
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Grimnitzsee
Ruppiner Land
Joachimsthal
Barnimer Kloster Chorin
Kyritz
Bad Wilsnack
Schwedt Angermünde
Neuruppin Neustadt (Dosse)
Parsteiner See
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Ruppiner See
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Niederfinow Eberswalde
Sachsenhausen Oranienburg
Neuhardenberg
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Brandenburg an der Havel
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Kloster Lehnin
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Von Helden, Träumern und Genießern Ein Streifzug durch die märkische Geschichte
»In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!« Mit diesem grimmigen Schlachtruf – dem ein selbstgewisses »Zum Sieg! Zum Sieg!« vorausgeht – schließt Heinrich von Kleists letztes Drama, das 1811 vollendete Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg. Ein Stück um »Heldenhäupter« und das »heilige Gesetz des Krieges«, das so ganz dem martialischen Bild zu entsprechen scheint, das man vom brandenburgisch-preußischen Staat immer wieder gezeichnet hat. Geschrieben hat Kleist das Drama übrigens zu einer Zeit, als Preußen schwach war: militärisch gedemütigt von der napoleonischen Armee und abhängig vom französischen Besatzungsdiktat. Da war es auch ein klares politisches Bekenntnis, ein Schauspiel über den bedeutenden Sieg zu verfassen, den der Große Kurfürst und sein General Friedrich von Hessen-Homburg bei Fehrbellin im Jahr 1675 über einen anderen ausländischen Usurpator, die Truppen des schwedischen Königs Karl XI., errungen hatten. Mit diesem militärischen Erfolg gegen einen übermächtig scheinenden Gegner hatte Brandenburg damals seine Eigenständigkeit bewahrt. Und eine vergleichbare Aufgabe stellte sich nun erneut im Jahr 1811. Das Land zwischen Elbe und Oder war schon immer hart umkämpft gewesen. Bei seinen Eroberungszügen traf Albrecht der Bär, der 1157 erster Markgraf von Brandenburg werden sollte, auf den erbitterten Widerstand der dort lebenden slawischen Stämme. Rund 150 Jahre dauerte es, bis seine Nachfahren aus dem Adelsgeschlecht der Askanier ihren Herrschaftsbereich bis an die Oder ausdehnen konnten. Als 1319 die Linie der Askanier erlosch und die Mark für nahezu 100 Jahre ohne starke Regentschaft blieb, herrschten Unsicherheit und Not; Raubritter und regionale Warlords terrorisierten das Land. Erst den Hohenzollern, die 1415 mit der Mark Brandenburg belehnt wurden, gelang es, wieder geordnete Verhältnisse zu schaffen. Im Dreißigjährigen Krieg – das im Baltikum gelegene Herzogtum Preußen war gerade, 1618, durch Erbschaft an Brandenburg gefallen – zogen sowohl schwedische als auch kaiserliche Truppen wiederholt durch die Mark; die einen wie die anderen mordeten, plünderten, brannten ganze Dörfer nieder. Kaum eine Ortschaft blieb von Zerstörungen verschont, jeder zweite Einwohner Brandenburgs verlor sein Leben. Bei Wittstock an der Dosse fand 1636 eine der großen, überaus verlustreichen Schlachten dieses Krieges statt: Die kaiserlich-sächsische Armee unterlag den zahlenmäßig weit schwächeren Schweden. 7
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Einen verlässlichen Schutz des brandenburgisch-preußischen Territoriums und seiner Einwohner konnte erst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, gewährleisten. Er verlieh dem verwüsteten und verarmten Land nach dem großen Krieg wieder Stabilität, verbesserte die Infrastruktur und schuf eine funktionierende Verwaltung mit einem effektiven Steuersystem. Außerdem stellte er ein ständiges Heer auf, das sich in der Schlacht bei Fehrbellin grandios bewähren sollte. Einen harten Kampf hatten die Brandenburger allerdings nicht nur um ihr Land, sondern stets auch mit dem Land zu führen. In den Urstromtälern, Relikten der Eiszeit, gab es viele Sumpfgebiete, von denen einige schon im 18. Jahrhundert unter großen Anstrengungen trockengelegt wurden. Die weitgehend flachen Gebiete im mittleren und südlichen Brandenburg weisen überwiegend nährstoffarme Sandböden auf, die selbst bei mühevoller Arbeit nur magere Erträge bringen. So hat sich ein Bild von kargen und wilden märkischen Landschaften geformt, das für manche freilich nicht ohne Reiz ist. In Theodor Fontanes großem Alterswerk Der Stechlin gibt die junge Komtesse Armgard in einer Plauderei mit Woldemar von Stechlin, ihrem künftigen Gatten, ihre Vorstellungen über »das eigentliche brandenburgische Land« preis: »Es soll alles so romantisch sein und so melancholisch, Sand und Sumpf und im Wasser ein paar Binsen oder eine Birke, daran das Laub zittert.« Und am Schluss des Romans wundert sich der Baron Berchtesgaden bei einem Aufenthalt im Ruppiner Land sogar über die Schönheit der märkischen Frühlingslandschaft – eine Überraschung für ihn schon deshalb, weil man, wie er hinzufügt, doch »immer von der Dürftigkeit und Prosa dieser Gegenden« spreche. Ganz so »prosaisch« ist dieses Brandenburg aber offenbar nicht, es gibt wohl auch eine andere Seite. Vielleicht zeichnet ja gerade dies das brandenburgisch-preußische Staatsgebilde und seine Menschen aus: das Bestreben, der »Dürftigkeit«, die man freilich als Grundlage der eigenen Existenz zu akzeptieren hat, etwas entgegenzusetzen; der Anspruch, aus dem Nüchternen und Akkuraten auch das Anmutige und Verspielte zu entwickeln; am Ende gar die Sehnsucht nach einer »Poesie der Verhältnisse«? Kleists Drama über Brandenburgs Sieg bei Fehrbellin schließt, wie es sich gehört, mit Kanonendonner und der Beschwörung weiterer Triumphe. Wer sich nicht so recht in dieses finale Ta bleau fügen will, ist ausgerechnet der Prinz von Homburg, die Hauptfigur des Stückes. Der General der »Reuterei« ist zwar ein tapferer, ja tollkühner Soldat, aber auch ungeduldig und leidenschaftlich, durchaus nicht preußisch diszipliniert. Und vor allem: Er ist ein Idealist, ein Träumer, der sich, während der Kurfürst vor seinen Offizieren den Schlachtplan entwickelt, in Gedanken über die »Traumgestalt« einer »lieblichen Prinzessin« verliert. Und in der Schlacht selbst dann gegen die ausdrückliche Ordre des Kurfürsten handelt und ihm damit die Freude am glorreichen Sieg verdirbt. 8
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Das »andere« Preußen, das Preußen jenseits von soldatischem Gehorsam und fantasieloser Beamtentreue, begegnet uns in vielerlei Gestalt: in religiöser Toleranz und aufklärerischer Selbstverantwortung, in kunstsinnigen Herrschern wie Friedrich II. und Friedrich Wilhelm IV., in der Generation der Reformer um Stein, Hardenberg, Scharnhorst und Gneisenau, in den Vertretern einer modernen Philosophie und Wissenschaft wie Kant, Fichte, Hegel, Savigny, Alexander und Wilhelm von Humboldt. Sogar der Traum eines preußischen Arkadiens wurde verwirklicht, mit der Hilfe vieler Künstler und Baumeister: Zu nennen sind, an allererster Stelle, Karl Friedrich Schinkel, der den preußischen Klassizismus zur Vollendung führte, aber auch Knobelsdorff, David und Friedrich Gilly, Persius, Gontard, Stüler, nicht zu vergessen die Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné und Hermann von Pückler-Muskau. Ihre Kirchen, Museumsbauten, Gutshäuser, Villen, Schlösser, Gartenanlagen und Landschaftsparks prägen bis heute das Gesicht vieler Orte Brandenburgs. Den Gegensatz von Militärischem und Künstlerischem hat wohl keine Person so sehr verkörpert wie Friedrich II., die mit Recht berühmteste Herrscherfigur Preußens: brutale Großmachtpolitik, der kaltblütig Hunderttausende von Menschen geopfert wurden, auf der einen, Baukunst, Flötenspiel und philosophische Plaudereien mit dem Aufklärer Voltaire auf der anderen Seite. Diesen Widerspruch hat er nie auszugleichen vermocht, allmählich versteinerte der einsame König in seinem Sommerschloss bei Potsdam, das ihm eigentlich einen heiteren Lebensabend gewähren sollte, einen Ausklang ohne Sorge, sans souci. Das Schloss und der dazugehörige Park sind mittlerweile zum UNESCO-Welterbe erklärt worden und zählen heute zu den meistbesuchten touristischen Stätten in Deutschland. Auch viele andere von den großen preußischen Architekten erbauten Königs- und Adelsresidenzen in Brandenburg wie Oranienburg, Rheinsberg, Boitzenburg, Neuhardenberg und Branitz sind wieder touristische Anziehungspunkte. In ihnen haben sich der Glanz, die Pracht und Anmut Preußens, das als Staat längst untergegangen ist, erhalten. Aber nicht nur Schlösser, Parks und Herrenhäuser machen den Reiz Brandenburgs aus. Nach langen Jahrzehnten der provinziellen Tristesse haben viele der traditionsreichen märkischen Kleinstädte – etwa Perleberg, Templin, Angermünde oder Luckau – einen Aufschwung erlebt. Historische Ortskerne, Rathäuser, Kirchen und Klöster sind seit der Wende mit erheblichem Aufwand restauriert worden, in alten Bürgerhäusern, Türmen und Stadttoren untergebrachte Kultureinrichtungen und Museen informieren über die wechselvolle Geschichte der Ortschaften und Regionen. Ein besonderer Reichtum Brandenburgs ist seine Natur – auch wenn die zumeist ebene Landschaft keine spektakulären Anblicke bietet. Der Berliner Aufklärer und Verleger Friedrich Nicolai 9
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schrieb 1786: »Die Gegend um Potsdam ist so schön, als sie in einem flachen und sandigen Land nur seyn kann.« Bei allem Lob also auch hier schon der Hinweis auf das Flache und Sandige, mithin eher »Prosaische« – wie es dann im bereits erwähnten Fontane-Roman ein Jahrhundert später heißen sollte. Dabei wartet Brandenburg mit zahlreichen wald- und seenreichen Regionen auf, die beliebte Ausflugsziele darstellen. Viele davon sind als Naturparks deklariert, insgesamt ist rund ein Drittel der Landesfläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der leichte sandige Boden, der für einige Teile Brandenburgs typisch ist, bietet allerdings einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Auf ihm gedeiht Spargel besonders gut. In der traditionellen »Spargelstadt« Beelitz zum Beispiel ist die Produktion nach der Wende wieder erheblich gesteigert worden, seither trägt das noble Gemüse zur Verfeinerung der eher als bodenständig zu bezeichnenden Küche Brandenburgs bei. Aus den Flüssen und Seen der Region kommen weitere Köstlichkeiten: Havelzander etwa, Hechte aus dem Spreewald oder die Zuchtkarpfen aus den Peitzer Teichen. Sie sorgen mit dafür, dass das »Dürftige« veredelt wird, diesmal hin zum Kulinarischen. Ganz neu ist auch das freilich nicht. Die Peitzer Fischer durften sich schon 1867 mit dem stolzen Titel eines preußischen Hoflieferanten schmücken. Und Theodor Fontane hat bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg von Tafelfreuden in Schlössern und zünftigen Gasthäusern zu berichten gewusst – manche dabei gekostete Spezialität fand danach den Weg in seine Romane, im Stechlin etwa werden an einem Abend Krammetsvögelbrüste, am folgenden Tag Rebhuhnflügel serviert. Und im sanften Licht dieses reifen Alterswerkes wird schließlich auch das historisch so bedeutsame preußisch-brandenburgische Heldenpathos ironisch entschärft. Nachdem der alte Dubslav von Stechlin als Kandidat der Konservativen bei Wahlen zum Reichstag gescheitert ist, will sich keiner so recht über die Niederlage ärgern. Vielmehr sind der Kandidat und seine Parteigänger froh, die »langweilige Prozedur« hinter sich zu haben und sich nun anderem zuwenden zu können, nach der komfortablen Devise: »Siegen ist gut, aber Zu-Tische-Gehen ist noch besser.«
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Das ausgedehnte Stadtgebiet Brandenburgs ist durchschnitten von der Havel und ihren Seitenarmen sowie von einigen Kanälen, die im Laufe der letzten Jahrhunderte angelegt wurden. Im Zentrum des Bildes ist die Neustadt von Brandenburg an der Havel zu sehen, die, wie die Altstadt
(am linken Bildrand), bereits im hohen Mittelalter gegründet wurde. In der Bildmitte erhebt sich der mächtige Bau der 1401 bis 1434 errichteten Katharinenkirche, die als Hauptwerk des Stettiner Baumeisters Hinrich Brunsberg gilt. In der oberen Bildmitte ist die Dominsel zu erkennen.
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Brandenburg an der Havel war ursprünglich nicht nur durch einen Wassergraben, sondern auch durch Wallanlagen und eine durchgehende Stadtmauer vor Angriffen geschützt. Vier ihrer alten Türme sind erhal-
ten, der auf diesem Bild zu sehende Steintorturm steht am südwestlichen Rand der Neustadt. Das Stadtmuseum zeigt hier eine Dauerausstellung zur Brandenburger Havelschifffahrt.
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Die Dominsel ist vermutlich die älteste Siedlungsstätte in der Mark Brandenburg. Bereits die slawischen Heveller hatten hier eine Burg errichtet, die der ostfränkische König Heinrich I. auf seinem Winterfeldzug 928/929 eroberte. Laut Gründungsurkunde wurde im Jahr 948 die Dom insel Sitz des Bistums Brandenburg. Den ursprünglichen romanischen Dom zerstörten die Slawen während eines Aufstands im Jahr 983. Die heutige kreuzförmige Basilika stammt vom Ende des 12. Jahrhunderts. Von den geplanten zwei Westtürmen wurde lediglich einer vollendet.
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Eine der kulturgeschichtlich bedeutendsten Stätten Brandenburgs ist das 1180 von Markgraf Otto I. gegründete Zisterzienserkloster Lehnin. Es war lange Zeit das Hauskloster und die Grablege der brandenburgischen Askanier, später auch der Hohenzollern. Kurfürst Joachim II. säkularisierte es 1542 und wandelte es in ein Domänengut um. Heute ist der aus-
gedehnte Gebäudekomplex Sitz des Luise-Henrietten-Stifts, einer evangelischen diakonischen Einrichtung, die hier unter anderem Kliniken, Alten- und Pflegeheime unterhält. In der Bildmitte oben erstreckt sich der zur Gemeinde Kloster Lehnin gehörende Mühlensee.
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Das Bild zeigt die zentrale Klosteranlage, die sich um einen Innenhof gruppiert. Dominiert wird das Ensemble von der St.-Marien-Kirche, einer kreuzförmigen, dreischiffigen Basilika mit Apsis und zwei Nebenkapellen beiderseits des Chores. Rechts oben ist das Luise-Henrietten-Haus zu
sehen, Wohnhaus der Diakoniemitarbeiter, gegenüber liegt das Cecilienhaus, in dem die Stiftsverwaltung untergebracht ist. Der sich anschließende Südflügel (oben links) beherbergt eine Rehabilitationsklinik.
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Westlich von Potsdam liegt das kleine Städtchen Werder, malerisch eingebettet in die Seenlandschaft der Havel. Die Ortschaft existiert mindestens seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts, auch die Brücke zur Havel insel wurde zu jener Zeit schon urkundlich erwähnt. Weithin bekannt ist Werder nicht nur als Erholungsort, sondern auch wegen seines Obstund Weinanbaus. Vor allem mit Äpfeln, Kirschen und Erdbeeren wird die
weitere Umgebung bis nach Berlin versorgt. Auf eine nahezu 140-jährige Tradition kann das Ende April/Anfang Mai gefeierte Baumblütenfest zurückblicken, das als eines der größten Volksfeste Deutschlands gilt. Oben im Bild ist, jenseits der Eisenbahnbrücke, auf der Züge von Berlin und Potsdam Richtung Magdeburg verkehren, der von der Havel gebildete Große Zernsee zu erkennen.
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Die Kernstadt Werders befindet sich in prominenter Lage auf der ein großes Oval bildenden Havelinsel. Die meisten der Wohnhäuser in der Altstadt wurden im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert gebaut. In der Bildmitte erhebt sich das markanteste Gebäude der Stadt, die Hei-
lig-Geist-Kirche mit ihrem etwa 50 Meter hohen Turm. Sie wurde zwischen 1856 und 1858 nach einem Entwurf des Architekten Friedrich August Stüler im neugotischen Stil errichtet.
Havelland › Werder 19
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An einer Havelbucht zwischen dem Schwielowsee und dem Templinsee erstreckt sich das Zentrum Capuths. Das Dorf, im 19. Jahrhundert eine bedeutende Umladestation für nach Berlin verschiffte Ziegel, entwickelte sich am Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem beliebten Ausflugsort. Albert Einstein ließ sich 1929 hier ein Sommerhaus bauen, von dem aus er mit seinem Jollenkreuzer Tümmler ausgedehnte Segeltouren auf den umliegenden Gewässern unternahm. Mit dem Nachbarort Geltow ist Caputh durch die Wagenseilfähre Caputh verbunden. Der Fährverkehr über dem Caputher Gemünde, einer nur etwa 50 Meter breiten Engstelle der Havel (rechte Bildhälfte unten), besteht seit 1853.
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22 Havelland › Schleuse Kleinmachnow am Teltowkanal
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Unweit des Machnower Sees sorgt die einzige Schleuse des Teltowkanals dafür, dass der zwischen Spree und Havel bestehende Höhenunterschied von 2,7 Metern überwunden wird. Die denkmalgeschützte Anlage der Schleuse Kleinmachnow wurde von 1900 bis 1906 nach Plänen der Königlichen Bauräte Max Contag und Christian Havestadt erbaut und im Juni 1906 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Ursprünglich eine Zwillingsschleuse mit zwei Kammern von jeweils 67 Metern Länge und 10 Metern Breite, wurde 1939/1940 eine weitere, etwas längere Kammer hinzugefügt, die sogenannte Nordschleuse. In den Jahren 2000 bis 2005 wurde die Kleinmachnower Schleuse aufwendig instand gesetzt. Unten im Bild sieht man die vier Hubtore der Schleuse, oben das Schleusengebäude an der Straßenbrücke. Auf der Plattform zwischen den beiden ursprünglichen Kammern ist die Schleusnerbude zu erkennen, in der einst der Schleusenmeister über Fernsprecher oder mittels Klopfzeichen seine Anweisungen an die Schaltwärter und Schleusenknechte gab. Heute ist dort eine Informationsstelle untergebracht.
Havelland › Schleuse Kleinmachnow am Teltowkanal 23
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Naturräume. Von oben eröffnen sich völlig neue Perspektiven auf unberührte Landschaften, auf Schlösser und Herrenhäuser, auf verträumte märkische Dörfer und liebevoll restaurierte Stadtkerne, aber auch auf Technik und Industriekultur wie das Schiffshebewerk in Niederfinow oder die zerklüftete Tagebaulandschaft in der Niederlausitz. Vom seenreichen Havelland über die Elbauen bei Wittenberge, von der Uckermark bis hin zum Spreewald – der Fotograf Dirk Laubner hat kein Highlight ausgelassen.
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Mit spektakulären Luftaufnahmen bietet dieser Bildband
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