Deutschland und Aserbaidschan (Leseprobe)

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D OR N F E L D T · SE E WA L D

Im Ersten Weltkrieg förderte die Reichsregierung die Unabhängigkeit der transkaukasischen Staaten von Russland und nahm offizielle Kontakte zur Aserbaidschanischen Demokratischen Republik auf, dem ersten demokratischen Staat in der muslimischen Welt. Das deutsche Interesse blieb auch bestehen, als Aserbaidschan ein Teil der Sowjetunion war. Nach der erneuten Unabhängigkeit wurden am 20. Februar 1992 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Heute sind Aserbaidschan und Deutschland in Freundschaft miteinander verbunden.

Deutschland und Aserbaidschan

Der vorliegende Band bietet die erste quellenbasierte Darstellung zu den deutsch-aserbaidschanischen amtlichen Beziehungen von 1918 bis zur Gegenwart. Zahlreiche Fotografien und in Faksimile wiedergegebene Schlüsseldokumente ergeben zusammen mit dem Text ein anschauliches und facettenreiches Bild der bilateralen Kontakte in den letzten hundert Jahren – beginnend mit der Ankunft schwäbischer Emigranten im Kaukasus im frühen 19. Jahrhundert.

ISBN 978-3-95410-252-5

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M AT T H I A S D OR N F E L D T / E N R IC O SE E WA L D

Deutschland und Aserbaidschan

Die Geschichte der amtlichen Beziehungen

www.bebra-wissenschaft.de

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Matthias Dornfeldt ¡ Enrico Seewald

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen. © be.bra wissenschaft verlag GmbH Berlin-Brandenburg, 2021 KulturBrauerei Haus 2 Schönhauser Allee 37, 10435 Berlin post@bebraverlag.de Lektorat: Marijke Leege-Topp, Berlin Umschlag und Satzbild: typegerecht berlin Schrift: Swift, DTL Argo Druck und Bindung: Finidr, Český Těšín ISBN 978-3-95410-252-5 www.bebra-wissenschaft.de

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Inhalt

Geleitwort

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Vorwort

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1 Aserbaidschan und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg

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Deutsche Kenntnisse von Aserbaidschan

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Deutsche Siedlungen in Aserbaidschan

21

Die Errichtung deutscher konsularischer Missionen in Aserbaidschan

25

Die Unruhen im Kaukasus und die deutschen konsularischen Vertretungen

34

Das Konsulat in Baku und der Beginn des Ersten Weltkriegs

37

2 Deutschland und Aserbaidschan im Ersten Weltkrieg

39

Die deutsche Revolutionierungspolitik und Kaukasien

43

Der Friede im Osten und seine Wirkungen fĂźr Transkaukasien

48

Die deutsche amtliche Vertretung bei der aserbaidschanischen Regierung 3 Deutschland und Aserbaidschan in der Zwischenkriegszeit

67 73

Die deutsche Vertretung in Tiflis und die Bildung

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der Sowjetunion

82

Die deutschen Vertretungen in Baku, Batumi und Poti

88

Die Auswirkungen des Stalinismus auf Aserbaidschan

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4 Deutschland und Aserbaidschan im Zweiten Weltkrieg

105

5 Aserbaidschan und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg

117

Die Emigration aus der Sowjetunion nach Westdeutschland

117

Botschafterbesuche und Städtepartnerschaften

121

Die Unruhen in Kaukasien 1988 und die westdeutsche Haltung

129

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Aserbaidschanischen Republik

130

Die Entwicklung der bilateralen Beziehungen

141

6 Die gegenwärtigen bilateralen Beziehungen Wirtschaftliche Zusammenarbeit

149 152

Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft

154

Deutsche Positionen in Bezug auf den Konflikt um Berg-Karabach

157

7 Die beiderseitigen amtlichen und kulturellen Vertretungen

159

Anhang

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Vertragliche Grundlagen der bilateralen Beziehungen (Auswahl)

165

Hochrangige gegenseitige Besuche von 1995 bis 2020

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Anmerkungen

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Quellen

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Abbildungsnachweis

183

Die Autoren

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Geleitwort

Die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland sind so facettenreich, dass es kaum möglich wäre, diese in einem Werk zusammenzufassend darzustellen. In der Tat wurde darüber viel geschrieben, viele Forschungsarbeiten wurden angefertigt. Aber das vorliegende Buch von Matthias Dornfeldt und Enrico Seewald, das einen ausführlichen Überblick über die knapp hundertjährigen amtlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern bietet, finde ich sehr besonders und hoch interessant. Diese historische Studie veranschaulicht insbesondere jene Aspekte der Beziehungen, die bisher überwiegend in den Archiven steckten und somit zum ersten Mal dem Publikum zur Kenntnis gebracht werden. Wenn man beispielsweise die Passagen über die Eröffnung erster konsularischer Vertretungen des kaiserlichen Deutschlands in Aserbaidschan oder über die Verfolgung politischer Prozesse im sowjetischen Aserbaidschan seitens des Auswärtigen Amtes des »Dritten Reiches« liest, wird man sich vielleicht erst jetzt darüber klar, dass mein Land immer stark im Fokus der großen europäischen Macht Deutschland war. Durch den Blick hinter die Kulissen der offiziellen Politik bekommt man auch mit, dass der Fakt, dass Aserbaidschan friedliche Heimat etlicher deutscher Siedlungen war, in der Tat von den deutschen Behörden jederzeit mit Respekt und Würde geschätzt wurde und für eine besondere Meinung über mein Land hier in Berlin sorgte. Das Buch vermittelt auch den Eindruck, dass man über unsere amtlichen Beziehungen in diversen Epochen der Geschichte noch viel weiter forschen könnte. Nachdem ich dieses gelungene Werk gelesen habe, bin ich jetzt der festen Überzeugung, dass je tiefer man in die Archivmaterialien über diese

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Geleitwort

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Akkreditierung von Ramin Hasanov als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Aserbaidschan in Deutschland am 11. Oktober 2016 bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue in Berlin.

Beziehungen ginge, umso mehr Indizien man feststellen würde, dass die intensiven freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern und Völkern, die sich inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit verfestigt haben, kein neues Phänomen nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit von Aserbaidschan sind. Weder das gegenseitige Interesse noch die Interaktionen zwischen Aserbaidschanern und Deutschen waren in früheren Zeiten geringer. Kurzgefasst, die Geschichte der amtlichen Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland ist in jeder ihrer Phase spannend und diese Tatsache zu vermitteln, ist eine der Errungenschaften dieses Buches. Das Buch schildert die bilateralen Beziehungen, seitdem Aserbaidschan, das 1918 seine Eigenstaatlichkeit wiederherstellte und die erste demokrati8 Geleitwort

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sche Republik im Orient war, wieder in die Arena zwischenstaatlicher Beziehungen eintrat. Aber die Beziehungen zwischen unseren Völkern haben eine 200-jährige gemeinsame Geschichte. 1817 kamen hunderte schwäbische Familien in den Südkaukasus bzw. nach Aserbaidschan, mit dem Ziel, dort für sich eine neue Heimat zu finden. Die Geschichte der deutschen Siedler in Aserbaidschan ist von einem friedlichen und erfolgreichen Miteinander geprägt. 1919 beging die damalige Regierung Aserbaidschans feierlich das 100-jährige Bestehen der deutschen Siedlungen. 2017 unterzeichnete der Präsident der 1991 ihre Unabhängigkeit wiedererlangten Republik Aserbaidschan einen Erlass über das 200-jährige Jubiläum der Gründung der deutschen Siedlungen im Südkaukasus. Die Erfolgsgeschichte der deutschen Siedler stellt ein festes Fundament der gegenwärtigen Beziehungen dar. Nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern 1992 war der Aufbau von Verbindungen und der Zusammenarbeit in allen Bereichen konstant aufsteigend und sehr dynamisch. Dass die amtlichen Beziehungen in der jüngsten Phase ihrer Geschichte schnell einen Aufschwung bekommen haben, hängt auch damit zusammen, dass Deutschland in der Außenpolitik des modernen Aserbaidschans einen besonderen Stellenwert hat und unser Land ein verlässlicher Partner, wichtiger Stabilitätsanker und die führende Wirtschaftskraft in der Region ist. Zahlreiche gegenseitige hochrangige Besuche sind sehr prägend für die Entwicklung bilateraler Beziehungen während der Unabhängigkeitsjahre. Heute bewähren sich unsere Beziehungen als würdig gegenüber ihrer historischen Basis. Sie sind dichter und vielfältiger denn je. Wir haben einen regen politischen Dialog auf höchster Ebene. Aserbaidschan ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner im Südkaukasus. Die Zusammenarbeit auf kultureller und humanitärer Ebene wird immer breiter und tiefer. All die genannten Bereiche werden von engeren zwischengesellschaftlichen Verhältnissen begleitet. Deutschland ist auch ein wichtiger außen- und sicherheitspolitischer Partner, mit dem mein Land im Rahmen multilateraler Institutionen und der Europäischen Union gut zusammenarbeitet. Zu der genannten Partnerqualität Deutschlands für Aserbaidschan gehört natürlich auch seine Mitglied

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Geleitwort

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schaft in der Minsker Gruppe der OSZE, die sich mit der friedlichen Lösung des Armenien-Aserbaidschanischen Berg-Karabach-Konflikts beschäftigt. Wir schätzen Deutschland für sein Bekenntnis zur territorialen Integrität Aserbaidschans und zur Lösung des Konflikts im Rahmen der völkerrechtlichen Prinzipien sehr hoch. Sicher kann das vorliegende Buch den Lesern ein großes Interesse an all den genannten Aspekten unserer Beziehungen und darüber hinaus verschaffen. Denn die Geschichtsbücher sind auch deshalb zu schätzen, weil sie die Fakten dokumentieren, die vielen anderen Sozialwissenschaftsbereichen wie etwa der Kulturologie, den Sprachwissenschaften, der Ethnologie oder der Politikwissenschaft Material zukommen lassen. Ich bin mir sicher, dass dieses lesenswerte Werk viele Experten und Interessierte über diverse Seiten der erforschten Beziehungen begeistern und einen Anstoß für das Erscheinen vieler weiterer Werke über die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland geben wird. In diesem Sinne bedanke ich mich sehr herzlich bei den Autoren für ihre geschätzte Arbeit und wünsche viel Spaß bei der Lektüre. Berlin, im Juni 2020 Ramin Hasanov Botschafter der Republik Aserbaidschan in der Bundesrepublik Deutschland

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Vorwort

Die Traditionen aserbaidschanischer Staatlichkeit reichen Jahrtausende zurück, weiter als die deutsche Geschichte; amtliche Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden aber erst vor hundert Jahren aufgenommen. Viele Ethnien des Russischen Reiches begannen nach dem Ende des Zarismus eine eigenständige Entwicklung, das aserbaidschanische Volk auch. Seine Repräsentanten erklärten am 28. Mai 1918 die Unabhängigkeit der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik, dem ersten demokratischen Staat in der muslimischen Welt. Abgesandte der Reichsregierung stellten bald darauf offizielle Kontakte her. Das deutsche Interesse blieb auch bestehen, als Aserbaidschan ein Teil der Sowjetunion war. Nach seiner erneuten Unabhängigkeit wurden am 20. Februar 1992 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Heute sind Deutschland und Aserbaidschan in Freundschaft miteinander verbunden. Dennoch sind die deutschen Kenntnisse über das Land zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer gering. Nach der 2020 erschienenen vierten Auflage des einzigen deutschsprachigen Reiseführers ist Aserbaidschan ein im Westen fast unbekanntes Land mit überraschender Vielfalt, die Hauptstadt Baku habe das Flair einer internationalen Metropole. Eine Gesamtdarstellung zur aserbaidschanischen Geschichte liegt in deutscher Sprache nicht vor, auch kein Werk über die bilateralen amtlichen Beziehungen. Dabei sind in Deutschland viele Archivalien dazu vorhanden; sie bilden die Basis unseres Buches. Wir wollen anhand der Papiere deutscher Vertreter vor Ort und der Berliner Behörden die Betrachtung und Bewertung der kaukasischen Angelegenheiten direkt wiedergeben. Das Publikum soll die deutsche Haltung zu Aserbaidschan ungefiltert zur Kenntnis nehmen

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Vorwort

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können. Hauptaufgabe der Autoren war die Auswertung der Quellen und ihre Einfügung in den Kontext der Entwicklung. Sie konnten dabei auf viele eigene Veröffentlichungen zurückgreifen. Dieses Buch gibt einen quellenbasierten Überblick über die deutsch-aserbaidschanischen amtlichen Beziehungen von 1918 bis zur Gegenwart. Viele Illustrationen und in Faksimile wiedergegebene Schlüsseldokumente zeichnen zusammen mit dem Text ein lebendiges und facettenreiches Bild der intensiven bilateralen Kontakte in den letzten hundert Jahren. Berlin, im Mai 2020 Matthias Dornfeldt  Enrico Seewald

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Aserbaidschan und Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg

Das Land zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer wird vom mächtigen Massiv des Kaukasus beherrscht. Im Altertum galt es als östliches Ende der Welt. Die südlich des Gebirges gelegene Gegend wird in Deutschland meist Transkaukasien genannt, dazu gehört Aserbaidschan. Es erlebte viele territoriale Veränderungen. Heute existieren neben der Aserbaidschanischen Republik die iranischen Provinzen Ost- und Westaserbaidschan. Das aserbaidschanische Volk bilden in der Republik etwa zehn und im Iran zwanzig bis dreißig Millionen Menschen. Es gehört zu den turksprachigen Völkern. Seine Sprache wird Aserbaidschanisch oder Aseri genannt und das sie sprechende Volk Aserbaidschaner oder Aseris. Frühe Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet der aserbaidschanischen Republik sind steinzeitliche Felszeichnungen im Nationalpark Gobustan, die Tiere und Jäger sowie rituelle Szenen darstellen. Erste staatliche Strukturen bildeten sich im 9. vorchristlichen Jahrhundert. Später gehörte das Land zum Mederreich, zum Herrschaftsgebiet der persischen Achämeniden-Dynastie und nach der Zeitenwende unter dem Namen Albania zum Römischen Reich. Die in einen Felsblock in Gobustan vom Centurio Lucius Julius von der XII. Legion im 1. nachchristlichen Jahrhundert eingemeißelte Inschrift gilt als östlichste ihrer Art. Nach der Beschreibung des griechischen Geografen Strabo besaß das albanische Volk »ein gesegnetes Land, in welchem sich sehr angenehm wohnen lässt«.1 Im 5. Jahrhundert geriet Aserbaidschan unter die Herrschaft der persischen Sassaniden. In jener Zeit verbreitete sich das Christentum; ab dem 8. Jahrhundert mit der arabischen Eroberung der Islam. »Das Christentum wurde jedoch nicht verfolgt und verlor nur langsam

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an Boden.« In manchen Gegenden blieb es bis ins 10. Jahrhundert hinein Mehrheitsreligion.2 Die an der Seidenstraße liegende Stadt Scheki war solch ein Zentrum des Christentums. Einige Kirchen sind dort erhalten geblieben. Anfänge der aserbaidschanischen Literatur finden sich im 12. Jahrhundert. In Gandscha lebte damals der Dichter Abu Mohammed Ilias ibn Jusuf, genannt Nizami. Er verfasste seine Werke noch in persischer Sprache. Christoph Bürgel beschrieb ihn als einen der bedeutendsten Vertreter der mittelalterlichen persischen Lyrik und des islamischen Kulturkreises; »er zählt zu den ganz großen Gestalten der Weltliteratur. (…) In Nizamis Werk vereinigen sich Fabulierfreude, Einfallsreichtum und poetische Imagination mit reifer Sprachkunst, Gedankentiefe, subtiler Einsicht in die menschliche Psyche und hohem Ethos der Gesinnung.«3 Im deutschen Sprachraum wurde er durch die 1818 erschienenen Übersetzungen des österreichischen Diplomaten und Orientalisten Joseph von Hammer bekannt. Johann Wolfgang von Goethe nutzte sie für seine Dichtung »West-östlicher Diwan«, wo Nizami als »zarter, hochbegabter Geist« gewürdigt ist. Ab dem 13. Jahrhundert verwendeten manche Poeten auch Aseri. »Ihre Dichtkunst erhob das aserbaidschanische Türkisch in den Rang einer Literatursprache.«4 Die Werke des in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebenden Dichters Imadaddin Nesimi gelten als erste eindeutig aserbaidschanische Sprachdenkmäler.5 In Aserbaidschan erinnern viele Denkmäler an ihn, eins steht in seiner vermeintlichen Geburtsstadt Schemacha. Der alte Handelsort Schemacha war einst das Zentrum des Fürstentums Schirwan. Seine Herrscher residierten auch in Baku am Kaspischen Meer und bauten die Stadt prächtig aus. Die Hauptmoschee sowie der Fürstenpalast und der Jungfrauenturm erinnern an diese Zeiten. Die Gegend ist seit jeher auch durch das Erdöl bekannt, von dem schon Marco Polo im 13. Jahrhundert berichtete. Nach dem ersten deutschen Konversationslexikon war Baku eine alte, feste und gute Handelsstadt nebst einem Hafen am Kaspischen Meer. »Nahe hierbey (…) ist eine Quelle, welche (…) schwarzes Öl hervor bringet, welches in grosser Menge geschöpffet, in ganz Persien herum geführet und zum brennen verkauffet wird.«6 Das Öl lockte oft fremde Eroberer an, aus dem Norden kamen die Armeen des Moskowiterreiches. 14

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Der Berliner Maler Wilhelm Kiesewetter kam auf einer mehrjährigen Reise 1848 nach ­A serbaidschan. Das Gemälde zeigt eine Ansicht von Baku. Der Name des Ortes wird als »Stadt der Winde« gedeutet.

Eine Mitte des 12. Jahrhunderts am Fluss Moskwa errichtete Festung war der Kern des später Russland genannten Staates. Nachkommen der Großfürsten von Kiew wählten die russisch als Kreml bezeichnete Festung zur Residenz, die mit der sie umgebenden Siedlung Moskau zum Zentrum des Reiches wurde. Der Moskauer Großfürst Iwan IV. ließ sich am 16. Januar 1547 in der Himmelfahrtskathedrale des Kremls zum ersten Zaren und Selbstherrscher von ganz Russland krönen. Er fügte 1552 und 1554 die muslimischen Khanate Kasan und Astrachan seinem Reich hinzu. Mit diesen Erwerbungen wurde der Moskauer Staat zu einem polyethnischen und multireligiösen Imperium.7 Später initiierte Iwan IV. die Eroberung des Khanats Sibir und nannte sich Zar von Sibirien. Zar Peter der Große erweiterte das Reich um Gebiete im Norden und bestimmte 1712 den neu erbauten Ort Petersburg

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Darstellung des auf der Halbinsel Apscheron befindlichen Feuertempels. In sein Tagebuch schrieb Wilhelm Kiesewetter über die »ewigen Feuer« und das Erdgas: »Dasselbe brennt schon seit Jahrhunderten überall, wo es durch Zufall oder absichtlich entzündet wurde, und die Menge der Flammen, welche blendend weiß und rein sich der geheimnisvollen Unterwelt entwinden, gewährt den herrlichsten Anblick.« Damals lebten im Tempelbezirk indische Feueranbeter. Aserbaidschan bedeutet »Land der Feuer«.

an der Ostsee zur Hauptstadt; am 22. Oktober 1721 nahm er die kaiserliche Würde an. Kaiserin Katharina II. richtete die Expansion nach Süden und annektierte das Land am Nordufer des Schwarzen Meeres. Die Bedrohung durch die Türken im Westen und die Perser im Osten veranlassten König Heraklius II. von Georgien 1783 zum Abschluss eines Vertrags mit Katharina II. zur Anerkennung ihrer Oberhoheit und des Protektorats über sein Land. Die Russen errichteten auf ossetischem Gebiet eine Festung mit dem Namen Wladikawkas, deutsch: Beherrscher des Kaukasus. Nahe der ehemals türkischen Festung Hadschibey ließ die Kaiserin die Stadt 16

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Odessa anlegen, die sich zum wichtigsten Hafen am Schwarzen Meer entwickelte. Ihr Sohn Paul I. und ihr Enkel Alexander I. nahmen Georgien 1801 formell in Besitz. Alexander I. wünschte auch die Einnahme der unabhängigen Khanate Gandscha, Schirwan und Baku. Die Stadt Gandscha wurde 1804 erobert und nach der Gemahlin des Zaren Elisabethpol benannt; Fürst Mustafa von Schirwan leistete 1805 den Untertaneneid und Baku wurde am 15. Oktober 1806 besetzt. Die Vertreter der Zaren im Kaukasus residierten als Statthalter oder Generalgouverneure in der georgischen Hauptstadt Tbilissi, russisch Tiflis genannt. Ein deutsches Lexikon von 1821 schildert Baku als berühmte Hauptstadt der Provinz Schirwan. Neben dem Erdöl wären der Anbau von Safran, der Salzhandel und der Fischfang sowie die Produktion von Seide die Erwerbszweige der Bewohner.8 Zwanzig Jahre später kennen deutsche Nachschlagewerke auch ein Gebiet namens Aserbaidschan. Die Grenzveränderung habe seine Bedeutung als Vermittlungsland zwischen der persischen und der europäischen Welt sehr vermehrt.9 Die Grenzen zu Persien und zur Türkei wurden in den Verträgen von Turkmantschai vom 22. Februar 1828 und von Adrianopel vom 14. September 1829 bestimmt. Damit war Aserbaidschan in einen russischen und einen persischen Teil getrennt. Die 1828 fixierte Grenze am Fluss Arax besteht bis heute.

Deutsche Kenntnisse von Aserbaidschan In Deutschland bestand trotz der räumlichen Entfernung immer ­großes Interesse an den kaukasischen Gebieten. Bekannt war die Sage von Prometheus, der den Göttern das Feuer gestohlen und den Menschen gebracht hatte und deshalb zur Strafe an den Kaukasus angeschmiedet wurde. Der erste Deutsche in jener Gegend war vermutlich der aus Bayern stammende Militär Johannes Schiltberger, der im 15. Jahrhundert auf der Flucht aus tatarischer Gefangenschaft Richtung Heimat dort durchkam und den frühesten publizierten Bericht über Kaukasien verfasste. Die nächsten Besucher aus Deutschland befuhren die Kaspische See als Sekretäre diplomatischer

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Missionen. Der Deutschböhme Georg Tectander nahm Anfang des 17. Jahrhunderts an der im Auftrag Kaiser Rudolfs II. von dem Klausenburger Bürger Stephan Kakasch geleiteten Mission an den persischen Hof teil. Nach seinem Bericht war das Land sehr gebirgig, »an der seiten des Caspischen Meeres aber doch von Baumwolle, Seide, Wein und Obst gar fruchtbar«.10 Dreißig Jahre später kam der aus Aschersleben stammende und im Dienst des Herzogs Friedrichs III. von Holstein-Gottorp stehende Gelehrte Adam Ölschläger durch Kaukasien. Sein unter dem Namen Olearius erstmals 1647 in Schleswig publizierter Bericht gilt als Klassiker wissenschaftlicher Reiseliteratur. Anfang 1684 verbrachte eine auf dem Weg nach Persien befindliche schwedische Gesandtschaft einige Wochen in Schemacha. Ihr gehörte Engelbert Kaempfer aus Lemgo in Westfalen an. Einheimische empfahlen ihm auf seine Frage nach der Herkunft des Öls ihrer Lampen einen Besuch der Halbinsel Abscheron. »Es gäbe dort außer den Naphtaquellen noch manch andere Seltsamkeiten zu sehen. (…) Auch liege in der Nähe die alte, durch mancherlei Baulichkeiten bemerkenswerte Stadt Baku.« Mit einigen Begleitern und dem Dolmetscher besuchte der Westfale die Stadt und ihre Umgebung und beschrieb sie ausführlich in seinem 1712 in Lemgo in lateinischer Sprache erschienenen Werk »Amoenitates exoticae«. Engelbert Kaempfer »war der erste Europäer, der eine Darstellung jenes merkwürdigen Naphtagebiets gab.«11 Lange Schilderungen von Baku und Umgebung enthält auch die 1793 in Deutschland und Russland in zwei Bänden herausgegebene »Allgemeine historisch-topographische Beschreibung des Kaukasus« von Jacob Reineggs aus Eisleben, der in Tiflis am Hof von König Heraklius II. von Georgien gelebt hatte. Im folgenden Jahrhundert manifestierte sich das aserbaidschanische Nationalbewusstsein erneut, zunächst auf literarischem Gebiet. Einer der Initiatoren der Renaissance aserbaidschanischer Kultur war Abbas Kuli Aga Bakihanli. Er entstammte der Familie der Khane von Baku und wirkte als Dichter und Historiker.12 Sein Zeitgenosse Mirza Schaffy aus Gandscha war in Tiflis als Pädagoge tätig. »In seinen Gedichten vertritt er (…) liberale Ansichten, in der Dichtungsart ist er hingegen ein Anhänger der alten klassischen Schule.«13 Unterricht in Türkisch und Persisch nahm bei ihm auch Friedrich Bodenstedt aus dem Königreich Hannover. Er war Erzie18

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Engelbert Kaempfer (1651–1716) gilt als erster deutscher Forschungs­ reisender. Er schilderte in seinen »Amoenitates exoticae« das Naphtagebiet am Kaspischen Meer.

her in der fürstlich-galizinschen Familie in Moskau gewesen und 1843 einem Ruf an das Gymnasium in Tiflis gefolgt. »Im Kaukasus erlebte Bodenstedt die erregten Zeitläufte mit (…) und fand genug Gelegenheit, die einheimischen Stämme nach Gegenwart und Vergangenheit, nach Sprache, Brauch und Kultur zu studieren.«14 Diese Erkenntnisse verarbeitete er nach seiner Rückkehr 1845 literarisch. Sein Buch »Die Lieder des Mirza Schaffy« erreichte vor dem Ersten Weltkrieg über 250 Auflagen. Obwohl die meisten der darin enthaltenen Dichtungen wohl von Bodenstedt stammten, setzte er dennoch Schaffy damit ein bleibendes Denkmal und machte dessen Namen »in der ganzen Welt bekannt.«15 In einem anderen Werk Friedrich Bodenstedts steht über die aserbaidschanischen Gebiete: »Die hart am Meere gelegene, alte, berühmte Hauptstadt Baku zählt etwa 5000 Einwohner und zeichnet sich durch schöne Lage und ein sehr gesundes Klima aus.« Merkwürdig in der Stadt seien unter

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Friedrich Bodenstedt (1819 –1892) war einer der produktivsten deutschen Literaten. Sein Buch »Die Lieder des Mirza Schaffy« erschien in über 250 Auflagen.

anderem die Ruinen des Herrscherpalastes und der aus alter Zeit stammende gigantische Jungfrauenturm. Der Mittelpunkt des Feuerkultes liege auf der Halbinsel Apscheron, wo an einem viereckigen Gebäude aus der Öffnung von vier turmartigen Röhren »die vier größten Flammen in wunderbarer Pracht hervorbrechen. Besonders zur Nachtzeit, wo diese Feuersäulen den irrenden Schiffen auf dem Meere zugleich als Leuchttürme dienen, ist der erhabene Anblick (…) von unbeschreiblich bezaubernder Wirkung.« Der Distrikt von Schirwan könne sich »an Fruchtbarkeit mit den gesegnetsten Ländern der Erde messen. Besonders große Vorteile bieten der hier mit Eifer betriebene Wein- und Seidenbau.« Die Stadt Schemacha habe hohe steinerne Gebäude, »merkwürdige, alte Moscheen und ist (…) durch neue Anlagen und Bauten verschönert.«16 Diese Angaben beeindruckten auch den Industriellen Werner Siemens, der mit seinem Bruder Walter 1865 zum ersten Mal Kaukasien besuchte. Wer20

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ner zählte diese Reise »zu den angenehmsten Erinnerungen meines Lebens.« Bodenstedts »glühende Schilderungen der üppigen kaukasischen Natur hatten dieses Sehnen nach dem Kaukasus geleitet und längst den Wunsch in mir rege gemacht, ihn kennen zu lernen.« Auch habe er sich nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Amalie geistig und körperlich sehr angegriffen gefühlt und einer Auffrischung dringend bedurft.17 Ein weiterer Grund für die Reise war das von den Brüdern Siemens erworbene Kupferbergwerk Kedabeg. Walter hatte auch die Errichtung einer preußischen konsularischen Vertretung in Kaukasien initiiert. Ein Ziel deutscher Auswanderung war das Land am Kaukasus schon fünfzig Jahre zuvor gewesen.

Deutsche Siedlungen in Aserbaidschan Pläne zur Ansiedlung Deutscher in Russland gab es bereits zur Zeit der Kaiserin Elisabeth. Die dem mitteldeutschen Fürstenhaus Anhalt-Zerbst entstammende Kaiserin Katharina II. begann noch im Jahr ihres Regierungsantritts 1762 mit einer gezielten Anwerbungspolitik und initiierte entsprechende Erlasse. Ihr zweites Manifest vom 22. Juli 1763 garantierte den Zuwanderern viele Rechte und Privilegien. Es wurde in mehreren Sprachen gedruckt und im Ausland verbreitet. Nach einem Rundschreiben vom Oktober 1763 an die russischen Gesandten bestehe großes Interesse an Ackerbauern. »Sie sollten, soviele sich auch melden mögen, ohne jegliche Behinderung nach Rußland befördert werden.«18 Iwan Matwejewitsch Simolin, der russische Resident am Reichstag in Regensburg, veranlasste durch die Kommissare Karl Friedrich Meixner und Johann Facius die Anwerbung in Hessen. Die Auswanderer wurden in Sammellagern zu Transporten zusammengefasst und nach der Ankunft auf Gebiete an der Wolga bei Saratow verteilt. Später erfasste die Emigration auch andere deutsche Stämme. Die Folgen der Napoleonischen Kriege und die Missernte von 1816 führten zu einer Migrationsbewegung aus Schwaben. Katharinas Enkel Ale­xander I. erließ dazu neue Vorschriften. Die Kolonisten erhielten Land und Kredit und waren von Steuern und Abgaben entbunden. Nach Transkaukasien kamen

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viele Auswanderer aus Württemberg, dafür waren vermutlich verwandtschaftliche Beziehungen ein Grund. Alexanders Mutter Maria war eine württembergische Prinzessin, seine Schwester Katharina mit König Wilhelm I. von Württemberg verheiratet. Die Emigranten aus Schwaben gaben meist wirtschaftliche Gründe für die Auswanderung an. Sie machten sich nach Erhalt der Pässe durch die russische Gesandtschaft in Stuttgart im Herbst 1816 auf den Weg entlang der Donau zum Schwarzen Meer und überwinterten in der Nähe von Odessa. Die erste Gruppe erreichte Tiflis im Herbst 1817. Sie wurde in der nahegelegenen Kolonie Marienfeld angesiedelt. Im folgenden Jahr kamen weitere Familien. Damals entstanden die auf aserbaidschanischem Gebiet liegenden Orte Helenendorf und Annenfeld. Die Siedlungen wurden nach Angehörigen des Kaiserhauses benannt: Marienfeld nach der Kaiserin Maria, der Mutter Alexanders I., Helenendorf und Annenfeld nach seinen Schwestern Helene und Anna, die den Erbprinzen Friedrich von Mecklenburg-Schwerin bzw. den späteren König Wilhelm II. der Niederlande geheiratet hatten. Der Siedlungsbeginn war sehr schwer und der wirtschaftliche Erfolg der Kolonien stellte sich nur langsam ein. »Ging es in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts noch um das reine Überleben der Kolonisten, stabilisierte sich die Situation allmählich in den dreißiger Jahren, die Anzahl der Geburten stieg über die der Todesfälle.« Die russische Regierung förderte den Maulbeer- und Olivenanbau. Den Durchbruch brachte die Produktion von Spirituosen, die in weite Gebiete des Zarenreiches geliefert wurden. Nach Meinung von Eva-Maria Auch zeigte sich, »daß die soziale Struktur der Mutterkolonien über Generationen durch eine Verbindung von Ackerbau, Viehzucht und Handwerk gekennzeichnet blieb, die eine relativ autarke Siedlungs- und Wirtschaftsform und schließlich eine über die Eigenversorgung hinausgehende Mehrproduktion ermöglichte.«19 Mit der Industrialisierung des Gebiets von Baku stieg der Wohlstand der Kolonien weiter. Probleme mit der Obrigkeit und Streitigkeiten untereinander waren selten. Nach den Erkenntnissen des Transkaukasien im Jahre 1900 bereisenden Landwirtschaftsexperten Paul Hoffmann wären die deutschen Kolonisten sich sehr wohl bewusst, in welch hohem Maße sie der russischen 22

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Dieses einst der Familie Vohrer gehörende Haus wurde wie viele andere Gebäude in ­Helenendorf liebevoll restauriert. Helenendorf heisst heute Göygöl nach dem in der Nähe gelegenen Blauen See.

Regierung zu Dank verpflichtet seien und deshalb seien sie die denkbar loyalsten Untertanen des Zaren. »Mit ihrer alten Heimat stehen nur noch ganz vereinzelte Familien in loser Fühlung.« Die Liebe zur neuen Heimat würden die Kolonisten nicht anzweifeln lassen. »Auffallend ist in den deutschen Kolonien das gute Verhältnis der verschiedenen Familien untereinander. (…) Hat ein Gemeindemitglied sich dank seiner Fähigkeit wirtschaftliche Vorteile verschafft, so scheint diese Fähigkeit auch Anerkennung zu finden. Diese erfreuliche Erscheinung mag zum großen Teil durch die vielseitigen verwandtschaftlichen Beziehungen in den Gemeinden bedingt sein. (…) Es ist wohl zu verstehen, daß sich die Kolonisten in ihren Dörfern wohl fühlen, und daß sie sich scheuen, die gewohnten, geordneten Verhältnisse zu verlassen.« Äußerlich würden sie sich von den Einheimischen sehr unterschei

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den. »Die Kleidung der Kolonisten ist von derjenigen deutscher Bauern oder landwirtschaftlicher Arbeiter nicht wesentlich verschieden. In der Stadt (…) erkennt jeder, der sich einige Zeit in Transkaukasien aufgehalten hat, sofort den Kolonisten. Gewöhnlich tragen dieselben einen Vollbart und eine Tuchmütze mit glänzendem Schirm, doch würden die Kolonisten auch ohne diese Merkmale schon an ihrem Gesichtsausdruck als Deutsche leicht zu erkennen sein.« Der Autor betonte dann den weiblichen Anteil am Wohlstand der Kolonien. »Die Frauen der Kolonisten arbeiten sehr schwer, sie kochen für die Familie und für die Arbeiter, sie halten die Wohnung und die Kleider der großen Familien in Ordnung, sie sorgen häufig fürs Vieh und helfen (…) noch in den Gärten. Nur im äußersten Falle wird eine Magd angenommen, die dann wie eine Tochter gehalten wird.«20 Die größte deutsche Kolonie in Transkaukasien war Helenendorf. Werner von Siemens besuchte bei seiner dritten Kaukasusreise 1891 mit seiner zweiten aus der Nähe von Stuttgart stammenden Ehefrau Antonie und der gemeinsamen Tochter Hertha den Ort und schrieb dazu: »Helenendorf ist die blühendste und wohlhabendste aller schwäbischen Kolonien und verdankt dies zum Teil wohl dem gesunden Klima und der guten Lage in schöner, bergiger und wohlbewässerter Gegend. (…) Neuerdings hat sich die Kolonie auf den Weinbau gelegt und stellt aus den einheimischen Trauben durch moderne Weinpflege ausgezeichnete Produkte her.«21 Graf Hans-Hermann und Gräfin Erna von Schweinitz besuchten Helenendorf Ende 1908. Der Graf verwies in seinem Buch auf das Schicksal der Namenspatin Helene, die mit 14 Jahren an den Erbprinzen Friedrich von Mecklenburg-Schwerin vermählt wurde und 1803 als Neunzehnjährige starb. Mit Todesverachtung und schwäbischer Energie hätten die 118 Helenendorfer Familien seinerzeit den Kampf ums Dasein aufgenommen. Er sei davon überzeugt, »daß sich unsere alten Stammesgenossen in ihrem neuen Vaterlande glücklich fühlen, daß sie die ihnen dort erwiesene stete Fürsorge voll anerkennen und die treuesten Anhänger des Zaren und die besten Untertanen des russischen Reiches sind.« Sie hätten dabei aber das Vaterland ihrer Vorväter nicht vergessen und würden mit regem Interesse alle Vorgänge in Deutschland verfolgen und lebhaften Anteil an allem nehmen.22 Im Gegenzug waren die schwäbischen 24

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Siedlungen in Transkaukasien auch Thema in der Berichterstattung der deutschen amtlichen Vertretungen im Zarenreich.

Die Errichtung deutscher konsularischer Missionen in Aserbaidschan Nach den Napoleonischen Kriegen hatte sich Deutschland als Staatenbund organisiert, in dem das Kaisertum Österreich und das Königreich Preußen dominierten. Beide Staaten waren im Osmanischen Reich diplomatisch und konsularisch vertreten. Das 1858 von Otto Blau in der am Südufer des Schwarzen Meeres gelegenen Hafenstadt Trapezunt errichtete preußische Konsulat war auch für Transkaukasien zuständig. In Tiflis unterhielten Frankreich und die Türkei als erste Staaten konsularische Missionen. Das preußische Konsulat dort verdankt seine Entstehung der Familie Siemens. Der Erfinder Werner Siemens und der Mechaniker Johann Georg ­Halske hatten 1847 in Berlin eine Telegraphen-Bau-Anstalt gegründet. Neben der preußischen zeigte auch die russische Regierung starkes Interesse an deren Produkten. Der im Krieg Russlands gegen die Türkei 1854 erkennbar werdende militärische Nutzen der Telegrafie bewirkte große staatliche Investitionen auf diesem Gebiet. »Unter geschickter Ausnutzung der nachrichtentechnischen Bedürfnisse Rußlands errang die Firma Siemens & Halske eine einzigartige Stellung im Zarenreich. Ihre technischen Leistungen sowie ihre Liefer- und Wartungsfähigkeiten brachten Millionenprofite.«23 In Russland agierten Werners jüngere Brüder Carl und Walter: Carl war für das Gesamtgeschäft zuständig und Walter koordinierte von Tiflis aus den Bau kaukasischer Telegrafenlinien. Er fungierte dort auch als erster preußischer Konsul. In einer an den preußischen Außenminister Albrecht von Bernstorff aus Tiflis gerichteten Eingabe deutscher Unternehmer vom 18. Februar 1862 steht Folgendes: »Unter den hier lebenden Ausländern sind wir Deutsche der weit bedeutendste Theil; die französischen Unterthanen, so gering auch ihre Zahl ist, sind (…) durch einen Consul vertreten, welcher – Kraft seiner Stellung – bei den russischen Behörden in großem Ansehen steht und dadurch seinen

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Schutzbefohlenen in jeder Hinsicht eine bedeutende Stütze ist.« Französische Artikel würden deshalb vor Ort den preisgünstigeren deutschen gegenüber bevorzugt. Die Bittschrift solle diesen Zustand ändern helfen. Einziges Mittel zur Vertretung der vaterländischen Interessen sei ein preußisches Konsulat. Walter Siemens unterschrieb das Dokument als erster von achtundsechzig Signataren. Otto Blau äußerte sich in einem Schreiben aus Trapezunt vom 6. März 1863 an den preußischen Ministerpräsidenten und Außenminister Otto von Bismarck ähnlich; allerdings aus politischen Erwägungen. Die Stellung Russlands zu seinen Nationalitäten würde inzwischen das Interesse ganz Europas erregen. Die konsularischen Vertretungen Frankreichs und der Türkei in Tiflis seien rein politischer Natur und hätten den Zweck, »dieses Grenzgebiet zwischen Rußland, der Türkei und Persien im Auge zu behalten.«24 Im Sommer 1864 endeten die letzten Aufstände der Bergvölker im Kaukasus gegen die russischen Besatzer. In einer neuen Bittschrift aus Tiflis vom 4. Juli 1865 an Bismarck wird Siemens als Konsul vorgeschlagen, der sich zur Annahme des Postens ohne Vergütung bereit erklärt habe. »Er hat sich schon seit mehreren Jahren mit bedeutenden eigenen Kapitalien an hiesigen industriellen Unternehmungen beteiligt und ist bei der Kaiserlichen Regierung von Kaukasien (…) eine persona grata.« Bei allen im Lande wohnenden Deutschen würde er vollstes Vertrauen und höchste Achtung geniessen. Er sei als Konsul bestens geeignet. Der erste Satz der von König Wilhelm I. am 20. Dezember 1865 in Berlin unterzeichneten und von Bismarck gegensignierten Bestallungsurkunde lautet: »Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen u.s.w. thun kund und fügen hiermit zu wissen: daß nachdem Wir gut gefunden haben, in Tiflis einen Consul zu bestellen, Wir dazu den wegen seiner Handlungskenntnisse und übrigen guten Eigenschaften Uns angerühmten Berg- und HüttenBesitzer Walter Siemens daselbst in Gnaden ausersehen und angenommen haben.« Im Jahr darauf genehmigte Otto von Bismarck auf Wunsch von ­Walter Siemens die Anstellung von dessen Bevollmächtigtem Georg William Bolton als Konsularagenten.25 Die Brüder Siemens engagierten sich in Kaukasien wirtschaftlich sehr stark. Sie erwarben unter anderem das Kupferbergwerk Kedabeg bei Elisa­ 26

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bethpol, Erdölquellen bei Tiflis und eine Kobaltgrube bei Kedabeg. Das wichtigste Unternehmen war aber der Bau der durch Kaukasien führenden Telegrafenlinie London–Kalkutta. Der erste Telegrammwechsel auf der etwa 11.000 Kilometer langen Strecke erfolgte am 12. April 1870 binnen einer Stunde. Es war das bis dahin größte Projekt des Hauses Siemens und brachte der Firma internationales Ansehen. Otto von Bismarck hatte 1866 die Konkurrenz mit Österreich auf militärische Weise beendet und nach dem Sieg den Deutschen Bund aufgelöst. Die deutschen Staaten nördlich der Mainlinie wurden zu einem neuen Bund mit eigener Verfassung und eigenem Parlament geeint. Dessen politische Geschäfte führte er als Bundeskanzler, während der preußische König das Präsidium des Bundes vertrat. Der Bund erhielt ein einheitliches Konsularwesen. Walter Siemens wurde am 6. März 1868 dessen Konsul in Tiflis. Er starb dort am 24. Juni an innerer Verblutung infolge eines Sturzes mit dem Pferd. Sein Bruder Otto telegrafierte den Sachverhalt sofort nach Berlin und Wilhelm informierte das Bundeskanzleramt darüber schriftlich. Otto von Bismarck ersuchte den Gesandten Heinrich Reuß in Petersburg um Vorschläge zur Wiederbesetzung des Postens. Nach dessen Antwort vom 11. Juli sei bei seinen Erkundungen immer nur der Name Siemens genannt worden. Er wolle die Aufmerksamkeit auf des Konsuls Bruder Carl lenken. Dieser habe den Wunsch, »das Amt seines verstorbenen Bruders zu übernehmen.« Bis dahin würden die Konsulatsgeschäfte durch William Bolton geführt. Werner und Carl Siemens sprachen am 1. September bei Legationsrat Ferdinand von Gerstorff im Außenministerium in Berlin vor und empfahlen ihren jüngsten Bruder Otto für den Posten in Tiflis. Seine Ernennung erfolgte am 12. Dezember 1868. Nach seinem Bericht von April 1869 würden sich Handel und Industrie in Transkaukasien nach Beendigung der inneren Unruhen lebhaft entwickeln. »Wie bekannt gebührt dem Kaukasus in der Naphtaproduktion, nächst Amerika, der erste Platz auf dem Erdball. (…) Die vorzüglichsten Orte für Naphtagewinnung sind die Halbinsel Apscheron und andere Gegenden des Gouvernements Baku (…) und im Gouvernement Tiflis bei der Stadt Tiflis und im Kreise Signach am Flusse Jora.« Bei besserer Erschließung der Vorkommen werde das Erdöl große Bedeutung im inneren und auswärtigen

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Handel bekommen. Wichtig sei der Bau der Eisenbahn von Poti nach Tiflis.26 Die Linie wurde im Oktober 1872 in Betrieb genommen, die Strecke von Tiflis nach Baku folgte im März 1883. Die Stadt am Kaspischen Meer profitierte stark von der Privatisierung der Erdölförderung auf der Halbinsel Apscheron und eignete sich als Platz für ein deutsches Konsulat. Anfang 1871 konnte Otto von Bismarck nach dem Sieg in dem von ihm provozierten Krieg gegen Frankreich alle deutschen Staaten zu einem Reich einigen. König Wilhelm I. von Preußen nahm am 18. Januar 1871 die kaiser­ liche Würde an. Der auswärtige Dienst des Norddeutschen Bundes einschließlich der Konsulate wurde auf das Reich übertragen. Dessen Politik führte Bismarck als Reichskanzler; für die auswärtigen Angelegenheiten war das aus dem preußischen Außenministerium gebildete Auswärtige Amt unter Leitung eines Staatssekretärs zuständig. Die Gesandtschaften in Petersburg und Berlin wurden in Botschaften umgewandelt. Die konsularischen Beziehungen zwischen deutschem und russischem Reich regelte der Konsularvertrag vom 8. Dezember 1874. Danach konnten die vertragschließenden Parteien in den Häfen oder Handelsplätzen des Gebiets der anderen Partei Generalkonsuln, Konsuln, Vizekonsuln oder Konsularagenten bestellen. Der Vertrag trat nach Austausch der Ratifikationsurkunden am 8. Februar 1875 in Kraft.27 Kaiser Wilhelm I. hatte Otto Siemens am 14. Juni 1871 zum Konsul des Reiches in Tiflis ernannt. Er starb dort am 10. Oktober 1871 an Lungenentzündung. William Bolton führte die Konsulatsgeschäfte weiter.28 Im Jahr darauf wurde der erste deutsche Berufskonsul entsandt. Wilhelm I. ernannte dazu am 30. November 1872 Gustav Brüning, den bisherigen Vizekonsul in ­Alexandria. Er amtierte in Tiflis bis April 1876 und übernahm im Monat darauf die Leitung des Konsulats in Beirut. Neuer deutscher Konsul in Tiflis wurde Freiherr Alfred von Ifflinger. Er initiierte ein Jahr später die Ernennung von William Bolton zum Konsularagenten in Kedabeg mit der Begründung, dieser habe »durch seine bewährten Kenntnisse sowie eine infolge langjährigen Aufenthaltes im Kaukasus gesammelte reichhaltige Erfahrung dem diesseitigen Kaiserlichen Konsulate sehr wesentliche und ersprießliche Dienste geleistet«.29 Er wirkte dort mehr als fünfzehn Jahre und wurde auf eigenen Wunsch von der Funktion entbunden. Einen Nachfolger gab es 28

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Ansicht der Uferpromenade von Baku aus dem Jahre 1905. Die Stadt war damals die prosperierendste in Kaukasien.

nicht; andere Orte in Transkaukasien waren inzwischen wichtiger für konsularische Posten geworden. Russland hatte nach dem Sieg über die Türkei im Krieg von 1877/78 gemäß Schlussakte des Berliner Kongresses vom 13. Juli 1878 die Gebiete von Erdahan, Kars und Batumi erhalten. Der Hafen von Batumi am Schwarzen Meer wurde ausgebaut und die Stadt an die Eisenbahnlinie nach Tiflis angeschlossen. Wilhelm I. ernannte am 14. Februar 1887 die Kaufleute Friedrich Burkhardt in Batumi und Adolf Beer in Poti zu Vize-Konsuln. Ein Konsulat in Baku wurde 1890 eingerichtet. Es unterstand wie die Vize-Konsulate in Batumi und Poti und die Konsularagentur in Kedabeg dem Konsulat in Tiflis. In der Zentrale wurde wegen der zunehmenden Bedeutung Kaukasiens ein eigener Bestand angelegt, der bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 28 Akten

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mit Beiheften erreichte.30 Auszüge aus den Berichten der Konsulate wurden nach Bearbeitung im Auswärtigen Amt in dem vom Reichsamt des Innern herausgegebenen Deutschen Handelsarchiv publiziert. Die prosperierendste Stadt Kaukasiens war damals Baku. Ihre Bevölkerung verzehnfachte sich von 1863 bis zum Jahrhundertende. Diese rasante Entwicklung verdankte Baku hauptsächlich der industrialisierten Ausbeutung der Erdölquellen. Die Förderung dieses Naphta genannten Bodenschatzes prägte das ganze Gebiet. Deutsche fühlten »sich in der Umgebung von Baku in die Sahara versetzt. Sanddünen türmen sich, soweit das Auge reicht, in endlosen Wellen zum Meer. Kein Baum, kein Strauch unterbricht die Wüstenlandschaft. Nur vereinzelte Spuren von Kamelen, Pferden und Eseln deuten auf die Anwesenheit von belebten Wesen. (…) In diese Landschaft passen die kahlen Wälder geschwärzter Bohrtürme, wie sie charakteristisch sind für die nähere Umgebung Bakus. Sind die Bohrtürme erschöpft, dann stehen die Holzgerüste verlassen da, bis sie einfallen. Wo sie in Betrieb sind, da mischt sich grünliche Naphta mit dem Sand, ein trostloses Bild. Das Meer (…) schillert selbst in allen Tönen der Farbenskala, denn es ist überzogen von einer feinen Schicht Erdöls, wie alles in und bei Baku.«31 So schilderte der deutsche Diplomat Otto-Günther von Wesendonk 1925 seine Eindrücke nach einem Einsatz im Kaukasus. Im Jahre 1874 waren die Brüder Ludwig und Robert Nobel ins Geschäft mit dem Erdöl eingestiegen. Sie erzielten im Russisch-Türkischen Krieg durch Lieferungen an die russische Armee große Gewinne, mit denen sie 1879 die Naphta-Produktions-Gesellschaft gründeten. Interesse an der wirtschaftlichen Entwicklung zeigte Freiherr Gustav Schenck zu Schweinsberg, der deutsche Gesandte in Teheran. Er besuchte Baku 1886 zum ersten Mal und schrieb Otto von Bismarck am 15. November 1888 vom bemerkenswerten Aufschwung der Stadt und der wachsenden Bedeutung der Erdöl-Industrie dort. Die Fertigstellung der transkaukasischen Eisenbahn würde Baku auch als Handelszentrum stärken, weshalb eine deutsche konsularische Vertretung an diesem Ort wichtig sei. »Baku ist der einzige Platz, an welchem man zuverlässige Nachrichten über den Handels- und sonstigen Verkehr erhalten kann, welcher von Rußland sich Zentralasien und Persien zuwendet.« Des30

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