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SWZ Bericht Juli 2026

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Auftraggeber: Baukollegium

BAUWIRTSCHAFT Die Seite des Baukollegiums

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Sicherung mineralischer Roh­ stoffe im öffentlichen Interesse

gestellt werden, ob für die Versorgung Südtirols ausreichend mineralische Rohstoffe zur Verfügung stehen. Dadurch kann gegebeChristian Grünfelder nenfalls auch möglichen Preissteigerungen vorgebeugt werden, die sich durch eine Knappheit bzw. die Abhängigkeit von Importen ergeben würden“, so Christian Grünfelder, Präsidiumsmitglied des Kollegiums mit Vollmacht zum Thema Steinbrüche und Gruben.

MINERALISCHE ROHSTOFFE – Omnibus-Gesetz erkennt Bedeutung der mineralischen Rohstoffe für die Entwicklung Südtirols an. Bei der Projektbewertung wäre jedoch wichtig, alle drei Säulen der Nachhaltigkeit einzubeziehen.

Alle drei Säulen der Nachhaltigkeit bewerten

Umweltausgleichsmaßnahmen müssen weiterhin garantiert werden Durch die Anerkennung des öffentli-

Foto: Shutterstock / Jesse Hamble

Bozen – Mit der Genehmigung des Omnibusgesetzes Anfang Juli wurde auch in Südtirol, so wie z. B. in Österreich und Bayern, beschlossen, dass die ausreichende Sicherung mit mineralischen Rohstoffen im öffentlichen Interesse ist. Ein wichtiger Schritt und ein für ganz Südtirol positives Signal, wie der Präsident des Baukollegiums, Christian Egartner, betont: „Damit wird die Christian Egartner strategische Bedeutung der ausreichenden Versorgung Südtirols mit mineralischen Rohstoffen wie Sand, Kies und Steinen anerkannt. Dies ist zentral, um nicht von Importen in diesem Bereich abhängig zu sein. Importe, die sicher nicht im Sinne der Nachhaltigkeit wären“. Das Baukollegium hat sich dafür bereits seit geraumer Zeit eingesetzt. chen Interesses entstehen keine Nachteile für die Umwelt oder die Bevölkerung, denn die Umweltausgleichsmaßnahmen müssen so wie bisher garantiert werden.

Periodische Erhebung des Bedarfs und der Versorgungssituation Begrüßt wird vom Baukollegium zudem die im Gesetz vorgesehene periodische

Erhebung des Bedarfs und der Versorgungssituation mit mineralischen Rohstoffen in Südtirol. „Die Bedarfserhebung sehen wir als zentrales Instrument an. Durch klare Daten und Fakten kann fest-

Wenn es darauf ankommt, halten alle zusammen INTERVIEW – Im Gespräch mit Felizitas Wieser – Wieso der Bausektor einfach zu ihr passt, welche Herausforderungen der Sektor in Südtirol hat und wie man diesen begegnen kann. Bozen – Die Frauen in der Bauwirtschaft stärken, ihnen mehr Sichtbarkeit geben und die Vernetzung fördern: dies sind die zentralen Ziele der Initiative „She Builds“ des Baukollegiums. In dieser neuen Serie auf der SWZ-Seite des Baukollegiums werden in den kommenden Ausgaben jene Frauen, die dieses Netzwerk ausmachen, vorgestellt. Den Anfang macht Felizitas Wieser, die von Beginn an Vorsitzende der Initiative ist. Sie ist Präsidentin des Verwaltungsrates von Wieser, das Unternehmen ist auf den Bau von Skipisten, traditionelle Beschneiungstechnik, All-WeatherSnow, Speicherteiche und alpine Erdbewegungs- und Tiefbauarbeiten spezialisiert. Frau Wieser, würden Sie uns etwas über Ihren persönlichen Werdegang erzählen? Warum haben Sie sich ent­ schieden, den Weg in die Bauwirt­ schaft einzuschlagen? Felizitas Wieser: Für mich war der Weg in die Bauwirtschaft eigentlich immer klar. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der alle an einem Strang ziehen, das Unternehmen wur-

de von meinen Großeltern aufgebaut, und auch meine Eltern haben dort immer gearbeitet. Für uns alle war und ist es mehr als nur ein Job. Dazu kommt, dass ich schon immer eine Leidenschaft für Maschinen und Technik hatte und gerne Verantwortung übernehme und Entscheidungen treffe. Der Bausektor passt einfach zu mir: Es ist immer etwas los, es ist fordernd und man muss flexibel sein, aber wenn es darauf ankommt, halten alle zusammen – in der Familie genauso wie im Beruf und auf der Baustelle. Genau das schätze ich. Was ist Ihre Rolle im Unternehmen? Welche Aufgaben gefallen Ihnen be­ sonders gut? Heute bin ich Mehrheitseigentümerin und Geschäftsführerin des Unternehmens. Am meisten Freude bereitet mir, Entscheidungen zu treffen, vor allem strategische. Die eigentliche Herausforderung – und für mich eine schöne – ist es, einen langjährigen Familienbetrieb zu übernehmen und dabei Traditionen und Werte weiterzuleben, ihn aber gleichzeitig mit

In Anbetracht einer grundsätzlich positiven Bewertung der Gesetzesänderung, bedauert das Baukollegium jedoch die Streichung des Absatzes, mit welchem bei der Genehmigung neuer Gruben und Steinbrüchen die Nachhaltigkeit in allen drei Säulen bewertet werden sollte. Es zählen nicht nur der Umweltaspekt, sondern auch der soziale und der wirtschaftliche Aspekt. „Die Nachhaltigkeit muss immer als Ganzes gesehen werden. Das Gleichgewicht zwischen Umwelt, Sozialem und Wirtschaft ist grundlegend, damit Südtirol als Gesamtes seinen Standard halten bzw. sich entwickeln kann. Die gestrichene Bestimmung ging in diese Richtung. Wir hoffen, dass dieser Aspekt künftig berücksichtigt werden kann“, so Egartner und Grünfelder.

Torfstiche für die Ablagerung von Aushubmaterial Für die Zukunft regt das Baukollegium an, immer auch unter Berücksichtigung der drei Säulen der Nachhaltigkeit, die Erweiterung bestehender Torfstiche wieder möglich zu machen, denn gerade für die Ablagerung von unbedenklichem Aushubmaterial wäre dies wichtig.

meinem eigenen Stil zu führen. Besonders am Herzen liegt mir außerdem der Kontakt zu unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Wir haben viele langjährige Kolleginnen und Kollegen und sind ein wirklich tolles Team. Wo sehen Sie die größten Heraus­ forderungen für den Bausektor in Südtirol? Und welche Lösungsansätze würden Sie vorschlagen? Die größte Herausforderung ist für mich ganz klar die Bürokratie. Ich sage oft: Das Arbeiten an sich wäre eigentlich einfach, wenn es diese ständig wachsende Bürokratie nicht gäbe – obwohl uns seit Jahren eine Vereinfachung versprochen wird. Ein gutes Beispiel für unsere Arbeit sind die Anträge für Sondertransportgenehmigungen: Unsere Nachbarländer zeigen uns, dass es auch einfacher gehen würde. Das kostet enorm viel Zeit, die wir eigentlich für Wichtigeres investieren könnten, wenn unnötige Verwaltungsaufwände wegfallen würden. Als Lösungsansatz würde ich mir vor allem eine echte Digitalisierung und Vereinheitlichung der Genehmigungsverfahren wünschen – also weniger Doppelgleisigkeiten zwischen den verschiedenen Ämtern und eine zentrale Anlaufstelle statt vieler Einzelschritte. Und natürlich ist es mir als Vorsitzende von „She Builds“ ein besonderes Anliegen, junge Frauen für die Baubranche zu begeistern – und das nicht nur, weil wir dadurch dem Fachkräftemangel entgegenwirken, sondern vor allem auch, weil Frauen in einem männerdominierten Sektor einen wertvollen Beitrag leisten und oft einen anderen Denkansatz haben, Probleme zu lösen, der allen zugutekommt. ®© Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata


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