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Programmheft 5. Abo-Konzert Saison 2025/26

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STADTCASINO BASEL

GESPRENGTE WELTEN /

RAPHAEL CLAMER & JOHANNES WERNER, SPRECHER

TITUS ENGEL, DIRIGENT BASEL SINFONIETTA MIT

ANNA S. THORVALDSDOTTIR

LEO DICK OLIVIER MESSIAEN

Unterstützt von:

Hoch kommen, dabei sein!

Balsam für deine Stimme

Weichpastillen ihren unvergleichlichen Geschmack. Dank pflanzlichem Glycerin

verleihen sie strapazierten Stimmbändern einen wohltuenden Schutzfilm.

Naturreine, sonnengereiften Beeren und Blüten geben den Grether’s grethers.ch

5. ABO-KONZERT SONNTAG, 03.05.2026, 19 UHR

Anna S. Thorvaldsdottir

Archora (2022)

GESPRENGTE WELTEN / LSD

Leo Dick

Hofmann in Death Valley (2026) UA

Pause

Olivier Messiaen

Et exspecto resurrectionem mortuorum (1964)

RAPHAEL CLAMER & JOHANNES WERNER, SPRECHER TITUS ENGEL, DIRIGENT

JOSEPH SIEBER, ASSISTANT CONDUCTOR BASEL SINFONIETTA

DAUER: 19‘

DAUER: 20‘

DAUER: 30‘

Mit Unterstützung der UBS Kulturstiftung und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

Wir danken der Doetsch Grether AG herzlich für das zur Verfügung stellen der Grether’s Pastillen.

Basel Sinfonietta #ONTOUR

Kölner Philharmonie 10.05.2026

GESPRENGTE WELTEN / LSD

Für Helmut Lachenmann ist Olivier Messiaen ein «mystischer Strukturalist». Diese Charakterisierung des 90-jährigen Komponisten aus Deutschland verdeutlicht punktgenau, warum Messiaen den heutigen Abend sinnstiftend ergänzt. Wenn es um erweiterte Wahrnehmungen geht, so unterzieht der französische Grossmeister der Moderne Klang und Farbe, Rhythmik und Harmonik einem schier unerschöpflichen Wandlungsprozess. In Struktur und Dramaturgie folgt dieser einem klaren Aufbau, der sich aus spirituell-religiöser Kraft speist.

ERWEITERTE WAHRNEHMUNGEN

Eine Art synästhetische Wahrnehmung, in der sich Klang, Farbe und Rhythmus zu einer Klanglandschaft koppeln, verfolgt überdies Anna Thorvaldsdottir aus Island. In «Hofmann in Death Valley » des Schweizers Leo Dick für grosses Orchester, Fernensemble und zwei Sprecher, der Dreh- und Angelpunkt des heutigen Programms, geht die erweiterte Wahrnehmung auf halluzinogene Erfahrungen zurück. Bei dieser Uraufführung geht es

konkret um die Einnahme von Lysergsäurediethylamid (LSD).

Dabei werden zwei historische Ereignisse zusammengeführt. Einerseits entdeckte 1938 der Basler Chemiker Albert Hofmann den Stoff und durchlebte im Eigenexperiment den ersten LSDTrip der Geschichte – legendär seine Velo-Fahrt im Rausch durch Basel. Andererseits lässt sich der französische Philosoph Michel Foucault 1975 von Freunden dazu überreden, zum ersten und einzigen Mal LSD einzunehmen – an einem Wochenende im kalifornischen Death Valley. Daraus wird nun ein «psychedelisches ‹Western Road Movie›».

Es versinnbildlicht den «transzendierenden Erkundungsdrang des Menschen mit all seinen wunderbaren und schreckenerregenden Aspekten», so Dick im Werkkommentar. Wie bei einem LSD-Trip bilden Veränderungen in der sensorischen Wahrnehmung von Zeit, Raum, Klang, Sprache und Körper die Grundlage der Komposition. Als klangliches Ausgangsmaterial fungieren Aufnahmen von Herzund Atemgeräuschen sowie von medizinischen Messgeräten wie EKG und MRI. Dick hat sie frei transkribiert und orchestriert. Im Werkverlauf gleiten sie immer mehr ins Surreale ab. Zudem integriert Dick kompilierte Auszüge aus Erfahrungsberichten und -protokollen zu LSD-Erlebnissen. «Diese Textfragmente, vorgetragen von zwei Sprechern, durchlaufen vielfältige kompositorische Transformationen. Sie werden gestaucht, gedehnt, aufgesprengt, neu zusammengesetzt, repetiert,

rhythmisiert und überlagern einander zunehmend.» Das anfänglich untermalende Instrumentalspiel greife, so Dick weiter, allmählich ihre prosodischen Merkmale auf und übertrage sie in Klang.

PSYCHEDELISCHE KONZERT-PERFORMANCE

«Die Grenzen zwischen Sprache und Musik verschwimmen ebenso wie diejenigen zwischen Konzert und Theater.» So leitet Sprecher 1, bei der heutigen Uraufführung der als MarthalerSchauspieler bekannte Basler Raphael Clamer, als «Guide» einen spirituellen Gruppentrip. Mit klischeehaften Meditations- und Achtsamkeitsformeln wendet er sich direkt ans Publikum, um das Bewusstsein für die Klänge im Raum zu weiten. Seine Stimme wird vom Sprecher 2, hinten auf dem Balkon platziert und mit Megaphon verstärkt, verdoppelt. Dieser imitiert und verdreht einzelne Phrasen, übernimmt die Rezitation und gibt sie wieder zurück.

«Die Identität des Meditationsguides verschwimmt immer mehr, die einsetzenden Orchesterklänge saugen die Sprecherstimmen allmählich auf», so Dick. «Zum Ende des Stückes hin treten die beiden Sprechperformer buchstäblich eine Velofahrt durchs Casino Basel an und funktionieren als Coda der Sinfonie ihr Fahrrad zu Schlaginstrument und Lichtgenerator um. Eine virtuose audiovisuelle Solo-Kadenz auf Rahmen und Speichen des Velos, ausgestellt auf der Orgelempore, beschliesst das psychedelische Konzert.»

Für Dicks Arbeitsweise sind das performativ-theatralische Element wie auch eine grundsätzliche poetische Idee nicht ungewöhnlich. Bis vor Kurzem hat er vornehmlich für Musiktheater oder «interdisziplinäre Settings» geschrieben. Wenn Dick seit der Pandemie verstärkt klassische Besetzungen und Genres bespielt, so reiht sich das neue Werk in diese Tendenz ein. Das neue Stück ist jedoch sein erstes sinfonisches Werk dieses Ausmasses: sowohl was die Länge betrifft als auch die Grösse der Besetzung.

Er fokussiere sich zunehmend auf Klang und Instrumentalspiel, so Dick auf Nachfrage. «Performative und choreographische Momente, Szenographie, der Einbezug von Sprache und Stimme sind immer noch selbstverständliche Gestaltungsmittel, drängen aber nicht mehr in den Vordergrund, sondern gliedern sich gleichsam ‹natürlich› in den Musikvortrag ein.» Eine «gewisse Abneigung» verspürt Dick inzwischen gegen die Integration audiovisueller Medien. Die Verarbeitung von bereits existierendem Material bleibt aber ein wesentlicher Aspekt seines Komponierens, so auch in «Hofmann in Death Valley».

Bei der konkreten Bearbeitung des Fremdmaterials betritt Dick in dieser Uraufführung hingegen Neuland. Die Aufnahmen von Herzund Atemgeräuschen sowie von medizinischen Apparaturen wurden einer Audio-to-MIDI-Konversion unterzogen. «Das bedeutet eine Rasterung und Filterung der Samples, aber auch eine Anreicherung mit unberechenbaren Artefakten», erklärt Dick. «Die

MIDI-Daten werden dann in eine Sequenzersoftware importiert und können von da in Noten übersetzt und instrumentiert werden.» Es entstünden «vielschichtige Texturen», und genau das möchte Dick künftig in grossen Besetzungen weiter eruieren.

KLANGLANDSCHAFTEN MIT KRIEGSGEDENKEN

Dagegen fertigt Thorvaldsdottir vor dem eigentlichen Komponieren oftmals Zeichnungen an, um Klanglandschaften einzufangen –so auch in «Archora» von 2022 für Orchester mit optionaler Orgel, aber ohne Trompeten. Der Titel vereint die griechischen Begriffe für Urbeginn (arche) und Raum (chora). «Im Zentrum steht die Vorstellung einer Urenergie und die Idee eines allgegenwärtigen Parallelreichs –eine Welt, die zugleich vertraut und fremd, statisch und sich wandelnd, nirgendwo und überall zugleich ist», so Thorvaldsdottir.

«Das Werk kreist um die Extreme zwischen der Urkraft und ihrem Nachglühen – und den Konflikt zwischen diesen Elementen, die dennoch im Grunde eins sind.» Am Anfang steht ein langsames, tiefes Grollen im Orchester. Es steigert sich zu einer dunklen Klangmasse, aus der Details hervorblitzen. In der Partitur findet sich oft die Anweisung «sustained», also lange, tiefe Haltetöne, zumeist gespielt von tiefen Bläsern und der Orgel. Auch die für Thorvaldsdottir typischen tonlosen «airy notes» in den Streichern oder Luftgeräusche in den Bläsern sind vertreten. Das alles lässt eine Art nordischen Spektralismus entstehen, reich an melodischen Konturen, die

sich am Ende zusehends auflösen. Auch in Messiaens «Et exspecto resurrectionem mortuorum » von 1964 für reines Blasorchester ohne Streicher mit umfangreichem Metallschlagwerk dominiert melodisch-spektralistisches Geschehen. Die gesprengten Welten des heutigen Konzerttitels sind hier überdies wörtlich zu nehmen, denn: Das Werk gedenkt, ähnlich wie das zwei Jahre zuvor aufgeführte «War Requiem» von Benjamin Britten, der Toten beider Weltkriege.

Die fünf Teile des Werks beziehen sich auf Bibelworte und kreisen um die Auferstehung. Sie werden teils bildhaft in Musik übertragen, so im ersten Teil das Psalmzitat «Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir» die dunkle Melodie im tiefen Bläserregister. Sonst aber changiert das Werk zwischen Einstimmigkeit und choralartigen Passagen. Auch Einflüsse indischer Musik sind zu hören. Das Ergebnis ist ein atmosphärisch dichtes Werk, das zwischen Klanggewalt und Meditation wechselt – reich in der Reflexion und angesichts des aktuellen Weltlaufs überaus tröstlich.

Marco Frei

ANNA S. THORVALDSDOTTIR

Anna Thorvaldsdottir, 1977 in Island geboren, zählt zu den markantesten Stimmen der Gegenwartsmusik. Ihre «scheinbar grenzenlose Vorstellungskraft für Klangtexturen» (New York Times) prägt eine unverwechselbare Klangsprache, in der sich Textur, Nuance, Harmonik und lyrische Linien zu organisch wachsenden Klangräumen verbinden. So entstehen Werke, in denen Klangfarben und feine Übergänge ebenso tragend sind wie harmonische und melodische Prozesse. Internationale Aufmerksamkeit erhielt sie mit Orchesterwerken wie «Metacosmos», «Catamorphosis» und «Archora». Auch ihre Kammermusik, darunter die Streichquartette «Enigma» und «Rituals», wird weltweit aufgeführt; Porträtalben erschienen bei Deutsche Grammophon, Sono Luminus und Innova. Thorvaldsdottirs Musik ist bei internationalen Festivals und in renommierten Häusern wie den BBC Proms, dem Lucerne Festival und dem Kennedy Center zu erleben. Sie lebt in London und war 2024/25 Creative Chair des TonhalleOrchesters.

LEO DICK

Leo Dick, 1976 in der Schweiz geboren und in Bern ansässig, ist Komponist und Regisseur. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Konzert und Musiktheater; ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Formen des Neuen Musiktheaters. Er studierte Komposition und Musiktheaterregie in Berlin und setzte sein Studium an der Hochschule der Künste Bern fort, wo er wichtige Impulse von Georges Aperghis erhielt. In Zusammenarbeit mit Ensembles wie Ensemble Mosaik und Ensemble Adapter entstanden Arbeiten, die

bei Festivals wie Ultraschall und Les Amplitudes präsentiert wurden. Seine Kompositionen und Inszenierungen eigener Werke waren unter anderem in Bielefeld, Oldenburg, Bern, Luxemburg und Stuttgart zu erleben; Gastspiele führten ihn zu den World New Music Theatre Days und zum Hellenic Festival. Seit 2008 lehrt Leo Dick an der Hochschule der Künste Bern. 2017 wurde er dort mit einer Arbeit über Sprech-Performance im komponierten Theater promoviert.

OLIVIER MESSIAEN

Olivier Messiaen (1908–1992) war einer der prägenden Komponisten des 20. Jahrhunderts, Organist, Lehrer und Ornithologe. In seinem Werk verbinden sich katholische Mystik, rhythmische Komplexität und eine aussergewöhnliche Sensibilität für Klangfarbe zu einer unverwechselbaren musikalischen Sprache. Einflüsse gregorianischer Melodik, aussereuropäischer Musik und der Vogelgesänge prägten sein Schaffen ebenso wie seine Faszination für Zeit, Farbe und Transzendenz. Messiaen studierte am Pariser Conservatoire unter anderem bei Paul Dukas und Marcel Dupré. 1931 wurde er Organist an der Église de la Sainte-Trinité in Paris, ein Amt, das er bis zu seinem Tod innehatte. Während der deutschen Kriegsgefangenschaft komponierte er 1940/41 das «Quatuor pour la fin du temps». Ab 1941 lehrte er am Pariser Conservatoire; zu seinen Schülern zählten Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis und George Benjamin. Zu seinen Hauptwerken gehören die «Turangalîla-Sinfonie» und die Oper «Saint François d’Assise».

RAPHAEL CLAMER

Raphael Clamer stammt aus Basel und studierte von 1993 bis 1996 an der Neuen Münchner Schauspielschule. Nach ersten Gastengagements an deutschen Bühnen gab er 1998 sein Debüt am Opernhaus Zürich in Webers «Oberon» in der Inszenierung von Johannes Schaaf. Es folgten Festengagements am Nationaltheater Mannheim und am Schauspielhaus Zürich unter Christoph Marthaler. Seither arbeitet er als freier Schauspieler für Theater, Film und Fernsehen sowie als Sprecher für Hörspiel und Hörbuch. Er gastierte unter anderem am Wiener Burgtheater, bei den Ruhrfestspielen, den Wiener Festwochen und am Theater Basel. Regelmässig arbeitet er mit Christoph Marthaler und seit 2013 zudem eng mit der Berliner Opernkompanie Novoflot zusammen.

JOHANNES WERNER

Johannes Werner studierte

Schlagzeug und Neue Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und Stockholm sowie Komposition und Neues Musiktheater an der Hochschule der Künste Bern. Er arbeitet multimedial an den Schnittstellen zwischen aktueller Musik, Performance und Musiktheater. Körper, Sprache und Text sind dabei ebenso Gegenstand seines Schaffens wie Audio- und Videoprogrammierung oder Lichtdesign. Als Schlagzeuger, Performer und Sprecher gastiert er auf international renommierten Bühnen und Festivals zeitgenössischer Klangkunst wie dem ZKM Karlsruhe, dem ECLAT Festival, den Donaueschinger Musiktagen und dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt. Johannes Werner lebt und arbeitet in Bern und Stuttgart.

TITUS ENGEL

Titus Engel studierte Musikwissenschaften und Philosophie in Zürich und Berlin und erlernte sein Dirigierhandwerk in Dresden bei Christian Kluttig. Der Schweizer ist nicht nur der Mann für die komplizierten OpernpartiturFälle, er beweist auch in seinen Konzertprogrammen eine Repertoire und Stilistik-Bandbreite wie kaum ein Zweiter. Der Principal Conductor der Basel Sinfonietta ist stets auf der Suche nach dem nicht Offensichtlichen, einer Subebene der Partitur, die er offenlegen und in ihrer (gesellschaftlichen) Relevanz dem Hörer vor Ohren führen möchte. Und das mit aussergewöhnlichem Erfolg –nicht nur in der Presse, sondern und vor allem beim Publikum.

BASEL SINFONIETTA

Die Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung – und insofern ein in der klassischen Musikszene einzigartiger Klangkörper. Getragen vom Anspruch, Musik am Puls der Zeit zur Aufführung zu bringen, überwindet die Basel Sinfonietta seit ihrer Gründung im Jahr 1980 klassische Konzertkonventionen und zeigt sich in ihren Programmen erkundungsfreudig gegenüber anderen Genres und Kulturen. Die Basel Sinfonietta arbeitet mit den führenden Komponist:innen der Gegenwart zusammen. Das Orchester hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 240 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.

MUSIKER:INNEN

Violine 1

William Overcash 1

Franziska Németi-Mosimann

Alicja Pilarczyk

Martina Albisetti

Claudine Ostermann

Cornelius Bauer

Marzena Treiber-Toczko

Mirjam Sahli

Sylvia Oelkrug

Nadia Strijbos

Lisa Rieder

Stephanie Ruf

Violine 2

Katarzyna Seremak 2

Claudia Troxler

Ulrich Bürgi

Sabine Schädelin

Livia Schwartz

Simone Flück

Renate Hofstetter

Sandra Schütz

Iliana Hristova-Schierer

Tamás Dávid

Viola

Elise Lehec 2

Marie Stockmarr Becker

Mariateresa Pagano

Anja Martin-Glatthard

Elia Portabales Rodríguez

Elisabeth Kappus

Anton Vilkhov

Anouk Obschlager

Violoncello

Ekachai Maskulrat 2

Josep Oriol Miró Cogul

Gaëlle Lefebvre

Friederike Arnold

Lisa Hofer

Katarina Leskovar

Kontrabass

Benedict Ziervogel 2

Mariona Mateu Carles

Lukas Burri

Philippe Dreger

Flöte

Regula Bernath

Julian Cawdrey

Marina Tantanozi

Franziska Stadelmann

Vera Leibacher

Oboe

Edoardo Pezzini

Sylvain Faucon

Martin Bliggenstorfer

Eduardo Olloqui

Klarinette

Hanna Langmeier Stenz

Richard Elliot Haynes

Mariella Bachmann

Claudia Reyes Segovia

Lanet Flores Fagott

Timm Kornelius

Elise Jacoberger

Andrea Matés Pro

Elisa Horrer

Horn

Carl-Philipp Rombach

Udo Schmitz

Christian Schweizer

Simon Kissling

Delphine Gauthier-Guiche

Mira Buzanszky

Trompete

Noe Nillni

Jens Bracher

Jude Thaïs

Julien Wurtz

Posaune

Stephen Menotti

Artur Smolyn

Anita Kuster

Rudi Hermann

Tuba

Sophia Nidecker

Maxime Morel

Schlagzeug

Kai Littkopf

Fran Lorkovic

Thomas Waldner

Matthias Würsch

Víctor Barceló

Santiago Villar Martín

«HOFMANN IN DEATH VALLEY»

PROLOG

Sprecher

tritt zusammen mit dem Dirigenten/ der Dirigentin auf und richtet vor Beginn des Stücks den folgenden Text direkt ans Publikum.

Schön, dass Du hier bist. Dieses Konzert hilft Dir, zu einem tiefen Gefühl von Ruhe, Entspannung und Frische zu kommen. Suche Dir eine angenehme Hörposition. Nimm Dir einen Moment Zeit, um es Dir ganz bequem zu machen. Schaukle deine Hüften von einer Seite zur anderen, bis du einen zentralen Gleichgewichtspunkt gefunden hast. Entspanne deinen Bauch. Oft verkrampfen wir hier unbewusst, lass also ganz los und spüre den Atem sanft in den Bauch strömen. Lass die Schultern etwas absinken… Erlaube diesem Gefühl des Loslassens in die Arme… Hände… und Fingerspitzen zu wandern. Löse den Kiefer. Entspanne die kleinen Muskeln um den Augenbereich herum. Lass die Stirn glatt und weich werden. Wenn Du bereit bist, lass uns gemeinsam die Substanz einnehmen, die wir zusammen mit dem Programmheft erhalten haben. Spüre, wie die Wirkstoffe in Deinen Körper ziehen, wie deine Wahrnehmung sich weitet, dein Herz sich öffnet, dein Geist sich klärt. Nun verbinde dich mit deinem Hörsinn, ...

SENZA TEMPO

Sprecher 1&2: ...indem du die Geräusche um dich herum wahrnimmst. Höre nicht nur mit den Ohren, sondern mit deinem ganzen Körper. Ohne zu urteilen, oder.... zu analysieren. Erlaube den Geräuschen einfach zu kommen... und zu gehen. Du musst nicht nach neuen Geräuschen Ausschau halten. Nimm einfach wahr, wie sie zu dir fIiessen. Es gibt nichts zu tun, zu erledigen oder zu regeln, du musst nirgendwo hin. Du bist bereits angekommen. Es ist alles getan. Fühle jetzt in Dein Herz und sage zu Dir selbst: «Mein Herz schlägt ruhig und gleichmässig.»

Sprecher 1: «Mein...schlägt...und.... mässig»

Sprecher 2: «...Herz...ruhig... gleich....»

1: Verbinde Dich… und lass den Geist… die Geräusche des Lebens 2: Du bist sicher. – Geborgen. – Und alles ist

1: Lass Dich ganz in diesen Zustand… von einem Geräusch zum nächsten… erlaube Dir

2: Du bist wertvoll. – Du bist stark. –Und alles

1: Mit der Zeit können… ins Bewusstsein dringen… und wieder verklingen… ohne festzuhalten. 2: Du bist selbstsicher. – Du bist beschützt. – Zu jeder Zeit. – Alles ist gut.

1: Nimm auch die Stille… zwischen und unter und jenseits… sie brauchen Dich nicht mehr… es ist alles 2: Du bist motiviert. – Mutig und stark. – Kraftvoll. Und es geht dir

Sprecher 2:

Lenke nun Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Atem. Atme tief ein und spüre, wie sich Dein Bauch hebt. Halte den Atem an und zähle bis 7. Atme dann laut und vollständig durch den Mund aus. Sage in Gedanken zu Dir selbst: Mein Atem fIiesst ruhig und gleichmässig. Atme tief ein und langsam wieder aus. Spüre, wie Du mit jedem Atemzug ruhiger und entspannter wirst.

Sprecher 1:

3. Mai, 2026, 16:30 Uhr: Habe das Gefühl, dass nichts passiert, warte auf Nachschub.

16:38 Uhr: Puls Leicht erhöht; meine Stimme erscheint mir heiser, ohne Nachklang.

16:47 Uhr: Sage weiter meinen Text auf, höre mir selbst zu wie von weit weg. Unterdrückter Lachreiz. Immer noch 16:47 Uhr: Die Sekunden dehnen sich. Mein Zeitempfinden schwindet.

16:49 Uhr: Einsetzende Wirkung: Heiterkeit, Redebedürfnis, leichtes, aber angenehmes Schwindelgefühl.

17:04 Uhr: Raum beginnt zu atmen, bald hier, bald dort. Die Dinge atmen.

17.07 Uhr: innere Erregtheit, Händezittern, Hautschauern, Metallgeschmack im Gaumen.

10.41 Uhr: aufgeregt: Intensität der Farben: alles rosa bis rot. Habe

grösste Mühe zu schreiben. Diktiere stattdessen der Laborantin. Ich will fort, die Nähe des Publikums stört mich. Die Gesichter haben etwas Animalisches. Bösartige, heimtückische Fratzen. Die Leuten da unten verachten mich – und ich sie auch.

Mit dem Velo nach Hause. Komme nicht vom Fleck.

Der Himmel ist explodiert, und die Sterne regnen auf mich herab. Ich weiss, dass das nicht wahr ist, aber es ist die Wahrheit.

A440 LIVE

Vielleicht haben Sie A440 Live bereits über unsere Website entdeckt. Mit diesem neuen Angebot erweitern wir das Programmheft um einen digitalen Konzertbegleiter, der Sie noch näher an die Musik heranführt.

Hier finden Sie nicht nur Hintergründe zum Programm, sondern erleben unmittelbare, ungefilterte Einblicke aus erster Hand: Musiker:innen der Basel Sinfonietta sprechen über ihre persönlichen Lieblingsmomente, über klangliche Details, überraschende Wendungen und über das, was sie beim Spielen besonders bewegt. Auch die Komponist:innen geben Einblicke in ihre Arbeitsweise und in die Inspirationen hinter den von uns aufgeführten Werken.

Zu «Gesprengte Welten / LSD» gibt der Komponist Leo Dick spannende Einblicke in sein neues Werk «Hofmann in Death Valley», das in diesem Konzert zur Uraufführung kommt.

So eröffnet A440 Live einen Raum für vertiefende Perspektiven, die über das gedruckte Heft hinausgehen – nah an den Werken, nah an den Interpret:innen und ganz nah an dem, was diesen Konzertabend ausmacht.

FELDMAN

BROWN JOHN ADAMS

SUBVENTIONSGEBER, GEMEINDEN

KULTUR-POOL DER REGION LEIMENTAL PLUS Allschwil, Biel-Benken, Binningen, Bottmingen, Burg, Ettingen, Oberwil, Schönenbuch, Therwil

HAUPTGÖNNER, STIFTUNGEN

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Fiona Stevens, Geschäftsführerin fiona.stevens@baselsinfonietta.ch

Elena D’Orta, Orchestermanagerin elena.dorta@baselsinfonietta.ch

Luca Romiti, Notenverwaltung und Interim Orchestertechnik luca.romiti@baselsinfonietta.ch

Lina Schumacher, Kommunikationsmanagerin lina.schumacher@baselsinfonietta.ch

Abo-Service & Ticketing

Sarina Leuenberger sarina.leuenberger@baselsinfonietta.ch Pressekontakt

Ophelias Culture PR, Bene Klauser baselsinfonietta@ophelias-pr.com Vorverkauf

Bider & Tanner, Ihr Kulturhaus in Basel Öffnungszeiten: Montag – Samstag, 09.00 bis 17.00 Uhr Tel. +41 (0)61 206 99 96

IMPRESSUM

Konzeption und Redaktion: Ophelias Culture PR

Texte: Dr. Marco Frei

Gestaltung: Christophe Caffier

Foto: Lucia Hunziker

Cartoon: Magi Wechsler

Programmänderungen vorbehalten

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