3. ABO-KONZERT SONNTAG, 19 UHR
18.01.26
/ HEILUNG
STADTCASINO BASEL
TRAUMA
AMYRA LEÓN, SÄNGERIN GENEVIÈVE STROSSER, BRATSCHISTIN ELENA SCHWARZ, DIRIGENTIN MIT WERKEN VON BASEL SINFONIETTA
SARA GLOJNARIĆ CASSANDRA MILLER SIVAN ELDAR JOANA ADERI AMYRA LEÓN
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TRAUMA Sivan Eldar Una Mujer Derramada CH
DAUER: 10‘
Cassandra Miller I cannot love without trembling CH
DAUER: 25‘
CH Schweizer Erstaufführung
3
UA Uraufführung
Konzerteinführung um 18.15 Uhr Einzelkartenpreise: CHF 76.– / 54.– / 34.–
Pause Joana Aderi Lizard UA
DAUER: 20‘
Amyra León 23 Days UA
DAUER: 10‘
Sara Glojnarić sugarcoating #4
DAUER: 10‘
AMYRA LEÓN, SÄNGERIN GENEVIÈVE STROSSER, BRATSCHISTIN ELENA SCHWARZ, DIRIGENTIN JOSEPH SIEBER, ASSISTANT CONDUCTOR BASEL SINFONIETTA
Mit Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
/ HEILUNG
3. ABO-KONZERT SONNTAG, 18.01.2026, 19 UHR STADTCASINO BASEL
TRAUMA/ HEILUNG Laut einer antiken Inschrift in den Caracalla-Thermen in Rom findet keine Heilung, wer Sorgen hegt (Non hic curator, qui curat). Wenn es nur so einfach wäre. Oder ist dieser Spruch gar nicht so schlau? Für Nelson Mandela, langjährig inhaftierter Gegner des Apartheid-Regimes in Südafrika und Friedensnobelpreisträger, steht jedenfalls fest: «Der grösste Ruhm im Leben besteht nicht darin, niemals zu fallen, sondern jedes Mal aufzustehen, wenn wir fallen.» Der persische Sufi-Mystiker Rumi geht, im 13. Jahrhundert, noch weiter. «Die Wunde ist der Ort, an dem das Licht in dich eindringt.» Der heutige Abend vereint Werke, die von traumatischen Erlebnissen und ihrer Überwindung erzählen – von Frauen, aber nicht einzig aus weiblicher Perspektive. Allein die beiden Uraufführungen offenbaren eine ungeheure Komplexität und Diversität. Da ist «23 Days» von Amyra León: Schon im Werktitel eröffnet sich ein weites Feld.
23 TAGE
4
So hat Antoni «Joe» Podolski in den 1980er-Jahren mit «23 Days: A Memoir of 1939» ein Buch vorgelegt, in dem er über seine traumatischen Erlebnisse berichtet, als seine Heimat Polen am 1. September 1939 von NaziDeutschland und am 17. September 1939 von Sowjet-Russland angegriffen wurde. In seiner Erzählung «23 Days» von 2016 entwirft hingegen Matthew Mikula das Porträt eines Lehrers, der die Tage bis zum Ende des Schuljahres zählt, um den verstörenden Dauerstress im Klassenzimmer zu überstehen.
Der Song «23 Days» der Rockband Framing Hanley beschreibt wiederum das traumatische Ende einer Partnerschaft. In «23 Days», ein Auszug aus ihrer musiktheatralischpoetischen Sinfonie «Blood & Thirst», thematisiert León hingegen ihr 20 Jahre andauerndes Martyrium bis zur Diagnose Endometriose. León spricht von einer «systemischen Autoimmunerkrankung, bei der schleimhautähnliches Gewebe ausserhalb der Gebärmutter wächst und innere Blutungen, Organschäden, Unfruchtbarkeit und chronische Schmerzen» verursache. «Es handelt sich nicht um eine reine Gebärmuttererkrankung, sondern um eine Erkrankung des gesamten Körpers, die oft jahrelang unentdeckt bleibt.» Dieser Körper ist das Orchester. Manchmal löse es sich vom Libretto, agiere aus eigenem Antrieb und offenbare, was «der Körper jenseits der Sprache weiss». Die Orchestration stammt von Eliana Echeverry, wobei sie Demo-Bänder transkribierte. Gleichzeitig bleibt die Improvisation zentral. Das Komponieren mit Orchester nennt León für sich ein «neues Kapitel» und eine «Quelle der Ruhe». Alle Facetten ihres Seins und Wollens kämen zusammen und gäben ihrem Geist Klarheit.
POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG Während León mit «23 Days» die «Gesundheitspolitik für Frauen verändern und Bewusstsein und Wandel auf systemischer Ebene fördern» möchte, ist für Joana Aderi die Verbindung von psychischen Erkrankungen und Musik ganz zentral – so wie im neuen Werk «Lizard». In dieser «posttraumatischen KlangRealität» für Stimme und Orchester, mit einer exponierten Rolle der Tuba, werden vier Stadien einer posttraumatischen Belastungsstörung durchlebt. Mit dem anfänglichen «Mayhem» ist gemeinhin
Chaos oder Durcheinander gemeint, im rechtlichen Sinn auch schwere Körperverletzung oder Verstümmelung. «Erinnerung ist nur ein beschönigendes Wort für Auslöser», so die Partitur. «Sie hat sich an Chaos, Isolation und den Verlust der gemeinsamen Sprache gewöhnt.» Es folgt das «Terrarium». «Sie spürt kaum etwas. Jeden Tag erkundet sie ihr Terrarium. Auf der anderen Seite des Glases sieht sie die Welt der Menschen, und ihre Füsse spüren gedämpfte Geräusche. Manchmal spähen sie in das Terrarium hinein. Es gibt ihr das Gefühl, durchsichtig zu sein, und sie braucht Ruhe, denn sie ist Gefühle nicht gewohnt.» Eine Wut («Anger») erwächst in ihr. «Eine starke Emotion, die mit Identität, aber auch mit Selbstzerstörung und Nähe einhergeht, denn Wut ist Beziehung. Die Angst, ihren gläsernen Tempel zu zerbrechen, ist überwältigend.» Nach dem Zorn folgt Trauer, und Grundlagen müssen wieder erlernt werden. Dieses finale Stadium heisst «Blue Tongue Lizard» (Blauzungenechse). Wenn sich dieses Tier bedroht fühlt, zeigt es seine giftig-blau leuchtende Zunge. Hier will zunächst wieder das Schlafen gelernt sein – oder zu akzeptieren, dass man nicht gut schlafen kann. «Und dann, ganz plötzlich, verlässt sie ihren sicheren Raum und betritt die Welt. Spricht mit Menschen.» Zwar zeigten sich mitunter noch dysfunktionale Bewältigungsstrategien, aber: «Trotz allem erlaubt sie sich, etwas zu fühlen, während sie dem verklingenden Rhythmus in f-Moll lauscht.»
ANWESENHEIT IN ABWESENHEIT
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Mit dem Bratschenkonzert «I cannot love without trembling» von 2022 zitiert die Kanadierin Cassandra Miller im Titel eine Briefzeile der 1943 in England verstorbenen französisch-jüdischen
Philosophin und Sozialrevolutionärin Simone Weil an Gustave Thibon. «Die menschliche Existenz ist ein so zerbrechliches Ding und solchen Gefahren ausgesetzt, dass ich nicht lieben kann, ohne zu zittern.» Nach der Besetzung Frankreichs durch Nazi-Deutschland flüchtet sie mit ihrer Familie. In England schliesst sie sich dem Befreiungskomitee um Charles de Gaulle an, der Weil als verrückt abtut. Sie stirbt mit 34 Jahren an Tuberkulose und Magersucht. «Vielleicht muss der Mensch (jedes Mal bis zum höchsten Zustand?) die Prüfung der fortwährenden Dauer durchlaufen (Hölle), bevor er Zutritt zur Ewigkeit erhält?», fragt sie in einer ihrer letzten Notizen. Das Bratschenkonzert reflektiert Weils mystische Philosophie, wonach jede Abwesenheit eine Anwesenheit ist. Die vier Abschnitte des Werks sind als Verse bezeichnet, mit einer finalen Kadenz. Jeder Teil ist mit einem Zitat von Weil überschrieben, der zweite Teil mit dem Werktitel. Mit «Rein zu lieben bedeutet, Distanz zu akzeptieren» beginnt das Werk. Nach dem zweiten Teil folgen «Tief unter dem Klang der eigenen Klagen liegt die Perle der Stille» sowie «Absolut ungeteilte Aufmerksamkeit ist Gebet». Die Kadenz trägt den Titel «Sterne und blühende Obstbäume: Absolute Beständigkeit und extreme Zerbrechlichkeit vermitteln gleichermassen ein Gefühl der Ewigkeit». Dieses Changieren zwischen Nähe und Distanz wird zusätzlich verlebendigt durch Moiroloi-Musik, also Trauergesänge von Frauen aus der Epirus-Region im griechischen Nordwesten. Der Geiger Alexis Zoumbas hat sie aufgezeichnet, nachdem er in den 1910er-Jahren aus seiner Heimat wegen der osmanischen Herrschaft in die USA geflohen war. Die klagenden Gesten und flammenden Verzierungen dieser Gesänge finden ihre Entsprechung in tremolierenden,
klagenden Seufzern der Bratsche. Einen «metaphysischen Raum zum Träumen» habe sie erschaffen wollen, so Miller – einen «Raum der Trennung, der Verbindung, der Abwesenheit und der Anwesenheit». Um das Hörbarmachen der Stimme einer verschütteten, gebeutelten Frau geht es hingegen der Israelin Sivan Eldar in «Una Mujer Derramada» (A Woman Spilled) von 2019.
FRAGILE EXISTENZEN «In viele übergehen und sich doch als Einheit bewegen», heisst es. Der Text stammt von Amyra León, die gemeinsam mit Eldar auch den Gesang entworfen hat. Sie gestaltet heute den Solopart und ist zugleich mit ihrer Uraufführung «23 Days» vertreten. Die Frau zwischen Identität und Fremdbestimmtheit ist ein zentrales Thema im Schaffen
4. ABO-KONZERT SONNTAG, 19 UHR
29.03.26
IDENTITÄT
BASELSINFONIETTA.CH
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VORVERKAUF: BIDER & TANNER, IHR KULTURHAUS IN BASEL Öffnungszeiten: Montag – Samstag, 09.00 bis 17.00 Uhr Tel. +41 (0)61 206 99 96
STADTCASINO BASEL BASELSINFONIETTA.CH
— Marco Frei
/ DIALOG
GESTALTUNG: CHRISTOPHE CAFFIER ONCLAME.COM. FOTO: © KONZEPT UND REALISATION: LUCIA HUNZIKER
Eldars. In der Kammeroper «Like flesh» von 2022, eine Umdeutung von Ovids «Metamorphosen», ist eine Frau in einer unglücklichen Ehe gefangen. Einen Rausch an Kraft und Energie entfachtet Sara Glojnarić in «sugarcoating #4» von 2022. Mit diesem Werk endet ein vierteiliger Zyklus, bei dem Klangfetische aus der Popmusik auf die Spitze getrieben werden. Die Datenbank Million Songs Dataset mit aktuellen Poptiteln bildete die Grundlage. Sie werden nach bestimmten Parametern seziert und auf die Ausübenden zurückübertragen, indem sie «mit Informationen und mikromechanischer Perfektion überhäuft» werden – eine Reizüberflutung mit Verstörungspotenzial.
NOA FRENKEL, ALTISTIN TITUS ENGEL, DIRIGENT BASEL SINFONIETTA
MIT WERKEN VON
AMEN FEIZABADI GOLFAM KHAYAM YAIR KLARTAG OSCAR BIANCHI
Die Musik der Komponistin Sivan Eldar wurde als «entschieden zeitgenössisch», «einzigartig in ihrer Bildkraft» und «von besonderer dramaturgischer Sensibilität» beschrieben. Zu ihren jüngeren Projekten zählen die Oper «Like Flesh» (Lille, Montpellier, Lorraine, Antwerpen), «After Arethusa» und «The stone the tree the well» (Biennale Venedig, Louvre Auditorium, La Seine Musicale), «Una Mujer Derramada» (Théâtre du Châtelet), «Heave» (Centre Pompidou, November Music, Time:Spans) sowie «Solicitations» (Philharmonie Luxemburg, Ultraschall Berlin, Wien Modern). Eldar erhielt u. a. den Fedora Opera Prize, den Prix de Rome und den Opera America Discovery Prize und war Stipendiatin renommierter internationaler Residenzen. Sie war Composer-in-Residence an der Opéra National de Montpellier und ist derzeit am IRCAM tätig. Eldar studierte an der University of California, Berkeley (MA/PhD) und am IRCAM.
CASSANDRA MILLER Cassandra Miller ist eine kanadischbritische Komponistin mit Wohnsitz in London. Ihre Arbeitsweise verbindet meditationbasiertes, unkontrolliertes Singen mit Transkriptionsprozessen, um bestehende musikalische Quellen zu transformieren und deren expressive oder fragile Qualitäten freizulegen. Ihre Musik wurde international vielfach aufgeführt; «Duet for Cello and Orchestra» gilt laut The Guardian als eines der bedeutendsten Orchesterwerke des 21. Jahrhunderts. Enge künstlerische Kooperationen verbinden sie u. a. mit Quatuor Bozzini, Juliet Fraser, Mira Benjamin und Philip Thomas. Zu ihren jüngeren Arbeiten zählen «Thanksong», «Perfect Offering», «La Donna» sowie das Bratschenkonzert «I cannot love without trembling», das 2023 in Brüssel uraufgeführt und u. a. bei den BBC Proms gespielt wurde. Miller erhielt zahlreiche Auszeichnungen und lehrte an internationalen Institutionen; sie promovierte an der University of Huddersfield. 7
KOMPONISTINNEN / INTERPRETINNEN
SIVAN ELDAR
JOANA ADERI Joana Aderi ist Sängerin, Musikerin und Komponistin. Ihre Jugend verbrachte sie in einem Innerschweizer Internat, wo sie sich intensiv mit Renaissancegesang befasste. Nach dem Studium Alter Musik an der Akademie für Kirchenmusik Luzern folgte der Wechsel zur zeitgenössischen Produktion; an der Musikhochschule Trondheim erwarb sie ein Masterdiplom in Performing and Composing Electronic Music. Aderis Arbeit bewegt sich zwischen elektronischen und menschlichen Klangwelten, zwischen Improvisation und Song. Mit ihrem Soloprojekt «EIKO» ist sie seit 2004 international präsent; ihre Stimme dient ihr dabei als Ausgangsmaterial für experimentelle Elektronik. Mit ihrer Electropop-Band SISSY FOX entwickelt sie eingängige, doch kantige Songs jenseits perfektionistischer Hochglanzästhetik. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet Aderi als Musiktherapeutin in der Erwachsenenpsychiatrie. Nach Stationen von Oslo bis Brisbane lebt sie heute in Zürich.
AMYRA LEÓN Amyra León ist Musikerin, Autorin, Regisseurin und in Harlem geboren. Ihre Arbeit überschreitet mühelos Genres und Medien. Für sie sind Zuhören und ehrlicher Austausch zentrale Werkzeuge für nachhaltige Veränderung; ihr Ziel ist es, Gemeinschaften zu stärken und Menschen in der Bedeutung ihrer eigenen Geschichten zu bestärken. Ihre meist autobiografischen Werke beschäftigen sich mit generationsübergreifendem Trauma, Black Liberation und gemeinschaftlicher Heilung. Indem sie das Staunen und die Verletzungen ihrer eigenen Geschichte offenlegt, lädt sie dazu ein, sich der eigenen zuzuwenden. León veröffentlicht Musik, Literatur und performative Arbeiten, tritt international auf und arbeitet mit Ensembles, Häusern und Festivals in den USA und Europa zusammen. Sie ist die erste Trägerin des Battersea Arts Centre Phoenix Award, der 2019 zur Londoner Premiere ihres Debütstücks «VASELINE», co-kommissioniert vom Arts Council England, führte.
Sara Glojnarić ist eine kroatische Komponistin mit Wohnsitz in Leipzig. In ihrer Arbeit untersucht sie Popkultur in ihren ästhetischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen, sowie in Bezug auf kollektive Erinnerung, Nostalgie und die komplexe Dynamik kultureller Daten. Ihr Schaffen umfasst Oper, Orchester- und Kammermusik sowie Videoarbeiten. Sie arbeitet mit international renommierten Ensembles und Orchestern zusammen und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Ernst von Siemens Förderpreis (2023), dem Kompositionspreis der Stadt Stuttgart (2024), dem Erste Bank Kompositionspreis und dem Kranichsteiner Musikpreis. Jüngst erhielt sie den SWR Orchesterpreis für «DING, DONG, DARLING!» bei den Donaueschinger Musiktagen 2024 sowie den GEMA Musikautor*innenpreis (Nachwuchs). Neben ihrer kompositorischen Tätigkeit ist sie als Mentorin aktiv und unterrichtet zu kulturellen, linguistischen und queerfeministischen Kontexten. Ihre Werke erscheinen bei Topus Musikverlag.
GENEVIÈVE STROSSER Geneviève Strosser gehört zu den profilierten Bratschistinnen ihrer Generation. Als Solistin tritt sie u. a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, Ensemble Resonanz, der NDR Elbphilharmonie, dem Tokyo Symphony und dem Budapest Festival Orchestra auf und arbeitet mit Dirigenten wie Peter Eötvös, Brad Lubman, Heinz Holliger, Bas Wiegers und Emilio Pomarico. Recitals führen sie regelmässig nach Frankreich, Italien, Deutschland, Polen und in die Schweiz. Strosser ist eine engagierte Interpretin der Musik unserer Zeit und gehört zu den prägenden Bratschistinnen im Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie realisiert zahlreiche Uraufführungen und arbeitet eng mit Komponist:innen wie Helmut Lachenmann, Franco Donatoni, Heinz Holliger, Isabel Mundry, Alberto Posadas, Peter Eötvös und George Benjamin zusammen. 8
KOMPONISTINNEN / INTERPRETINNEN
SARA GLOJNARIĆ
ELENA SCHWARZ Elena Schwarz ist für präzise und frische Interpretationen bekannt, die sowohl dem klassischen Kernrepertoire als auch zeitgenössischer Musik besondere Klarheit verleihen. Sie arbeitet regelmässig mit Orchestern wie dem BBC Philharmonic, dem WDR Sinfonieorchester, dem Royal Liverpool Philharmonic und Klangforum Wien. Ein Schwerpunkt ihres Schaffens liegt auf neuer Musik: Schwarz leitete Uraufführungen von Peter Eötvös und Georges Aperghis und arbeitet eng mit Ensembles wie MusikFabrik, Ensemble Intercontemporain und Ensemble Modern. Opernproduktionen führten sie u. a. an die Dutch National Opera, nach Lyon, Nizza und Stuttgart. Als ehemalige Dudamel Fellow erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und studierte u. a. bei Peter Eötvös, Matthias Pintscher und Bernard Haitink. Assistenzen in Paris, Perth und Tasmanien prägten ihre frühe Laufbahn, bevor sie Associate Conductor des Tasmanian Symphony Orchestra wurde.
BASEL SINFONIETTA Die Basel Sinfonietta ist ein auf zeitgenössische Musik spezialisiertes Orchester mit sinfonischer Besetzung – und insofern ein in der klassischen Musikszene einzigartiger Klangkörper. Getragen vom Anspruch, Musik am Puls der Zeit zur Aufführung zu bringen, überwindet die Basel Sinfonietta seit ihrer Gründung im Jahr 1980 klassische Konzertkonventionen und zeigt sich in ihren Programmen erkundungsfreudig gegenüber anderen Genres und Kulturen. Die Basel Sinfonietta arbeitet mit den führenden Komponist:innen der Gegenwart zusammen. Das Orchester hat zahlreiche Werke in Auftrag gegeben und konnte seit seiner Gründung mehr als 240 Uraufführungen und nationale Erstaufführungen präsentieren.
Violine 1 Simone Zgraggen 1 Katarzyna Seremak Franziska Németi-Mosimann Sylvia Oelkrug Friedemann A. Treiber Simone Flück Nadia Strijbos Claudine Ostermann Stephanie Ruf Delphine Granges Marzena Treiber-Toczko Leonie Flaksman
Viola Marie Stockmarr Becker 2 Sebastian Heimann Carlos Vallés Garcia, Anja Martin-Glatthard Elia Portabales Rodríguez Mariateresa Pagano Christina Anger Anton Vilkhov
Kontrabass Benedict Ziervogel 2 Mariona Mateu Carles Philippe Dreger Lukas Burri Flöte Julian Cawdrey Regula Bernath Oboe Marita Kohler Kelsey Maiorano Klarinette Richard Elliot Haynes Hanna Langmeier Stenz Fagott Mehdi El Hammami Elise Jacoberger Horn Christian Schweizer Simon Kissling Carl-Philipp Rombach Mira Buzanszky Trompete Jens Bracher Emma Viellard-Goillot Matthieu Chpelitch
Harfe Manon Pierrehumbert
2
Schlagzeug Kai Littkopf Fran Lorkovic Matthias Würsch
1
Tuba Cyrill Schaub
Konzertmeisterin Stimmführer:in
Posaune Stephen Menotti Anita Kuster Artur Smolyn Rudi Hermann
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MUSIKER:INNEN
Violine 2 William Overcash 2 Tamás Dávid Cornelius Bauer Livia Schwartz Sandra Schütz Virginie Raemy Sabine Schädelin Martina Albisetti Iliana Hristova-Schierer Alicja Pilarczyk
Violoncello Martin Jaggi 2 Ekachai Maskulrat Aude Pivôt Josep Oriol Miró Cogul, Lisa Hofer Friederike Arnold
AMYRA LEÓN «23 DAYS»
DEUTSCHE TEXTÜBETRAGUNG
oh me, oh me, is all you can do now pray for me, pray for me Doctors don’t believe me when I say I’m in pain
Sie schauen mich verwirrt an und schicken mich weg Ich blute jetzt seit dreiundzwanzig Tagen aus
WERKTEXTE
They look at me confused and send me away I've been bleeding out now for twenty three days
Oh weh, oh weh – ist alles, was du jetzt tun kannst, für mich zu beten, für mich zu beten Ärzte glauben mir nicht, wenn ich sage, dass ich Schmerzen habe
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Textwiedergabe wie in den Partituren gedruckt
JOANA ADERI «LIZARD»
DEUTSCHE TEXTÜBETRAGUNG
1. Mayhem
1. Chaos
How empty a word can be. Would you please stop talking, I feel numb and isolated.
Wie leer ein Wort sein kann. Könntest du bitte aufhören zu reden, ich fühle mich taub und isoliert.
The sound of stillness is louder than your skin. How empty a skin.
Der Klang der Stille ist lauter als deine Haut. Wie leer eine Haut.
3. Anger
3. Wut
I don’t know whether I’m a warrior what the hell should I fight for? Who to conquer, who to rout? What’s it all about, warrior?
Ich weiss nicht, ob ich ein Krieger bin Für was zur Hölle sollte ich kämpfen? Wen besiegen, wen vertreiben? Worum geht es überhaupt, Krieger?
I don’t know whether I’m a newborn in the land of hope clenched fists unshielded hearts ashes and broken spears at my feet I think I come from the old country
Ich weiss nicht, ob ich ein Neugeborenes im Land der Hoffnung bin Gekrümmte Fäuste ungeschützte Herzen Asche und zerbrochene Speere zu meinen Füssen Ich glaube, ich komme aus dem alten Land
Vague and blurry is my idea of everything shapes, words, unspoken things, be alert warrior! Where is my anger, where is my peace? What the hell should I fight for? Who to conquer, who to rout? What’s it all about? Where is my anger where is my peace? What the hell should I fight for? Who to conquer, who to rout? What’s it all about, warrior?
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WERKTEXTE
I built my home on the icy shore, where the sun refuses to rise.
Ich habe mein Zuhause am eisigen Ufer gebaut, wo die Sonne sich weigert, aufzugehen. Vage und verschwommen ist meine Vorstellung von allem Formen, Worte, Ungesagtes, sei wachsam, Krieger! Wo ist meine Wut, wo ist mein Frieden? Für was zur Hölle sollte ich kämpfen? Wen besiegen, wen vertreiben? Worum geht es überhaupt? Wo ist meine Wut, wo ist mein Frieden? Für was zur Hölle sollte ich kämpfen? Wen besiegen, wen vertreiben? Worum geht es überhaupt, Krieger?
survive survive survive warrior warrior warrior… survive
überlebe überlebe überlebe Krieger Krieger Krieger… überlebe
4. Blue Tongue Lizard
4. Blauzungenechse
A church bell shatters my sleepless night, a broken order of places in time.
Eine Kirchenglocke zerschlägt meine schlaflose Nacht, eine zerbrochene Ordnung von Orten in der Zeit.
When I’m the lizard my tongue is blue and yellow is the color of my mind. Fragments floating through my tank, a pattern of stories, repeating days. Now I’m the bower bird, you’ve brought me all those flowers, but fantasy can’t comfort me.
Crossin a phantom horizon, the reptile steps on the hourglass My name is mellow, like sand. I broke the arrow to shape a future memory. To the sound of the morning birds I’d only fall asleep, to the sound of the morning birds sound of the morning …
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WERKTEXTE
To the sound of the morning birds I’d only fall asleep, to the sound of the morning birds sound of the morning …
Wenn ich die Echse bin ist meine Zunge blau und Gelb ist die Farbe meines Geistes. Fragmente treiben durch mein Terrarium, ein Muster aus Geschichten, wiederkehrenden Tagen. Jetzt bin ich der Laubenvogel, du hast mir all diese Blumen gebracht, aber Fantasie kann mich nicht trösten. Zum Klang der morgendlichen Vögel würde ich erst einschlafen, zum Klang der morgendlichen Vögel Klang des Morgens … Eine Phantom-Horizontlinie überquerend, tritt das Reptil auf die Sanduhr. Mein Name ist mild, wie Sand. Ich habe den Pfeil zerbrochen, um eine zukünftige Erinnerung zu formen. Zum Klang der morgendlichen Vögel würde ich erst einschlafen, zum Klang der morgendlichen Vögel Klang des Morgens …
SIVAN ELDAR «UNA MUJER DERRAMADA»
DEUTSCHE TEXTÜBETRAGUNG
el cielo salvará mi hermana una mujer derramada Ojalá que llueva, ojalá que llueva. ojalá que llueva el cielo salvará al agua salvará mi hermana Una mujer derramada ojala, ojala. there’s something in the water it’s poisoning the flowers there’s something in the water misericordia cordia. this water is killing all the flowers
y la misericordia habla sin lengua habla sin guerra guerra liberta
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WERKTEXTE
there’s something in the water it’s poisoning our daughters.
Der Himmel wird meine Schwester retten eine vergossene Frau. Hoffentlich wird es regnen, hoffentlich wird es regnen. hoffentlich wird es regnen der Himmel wird das Wasser retten wird meine Schwester retten. Eine verschüttete Frau hoffentlich, hoffentlich. da ist etwas im Wasser es vergiftet die Blumen da ist etwas im Wasser Barmherzigkeit Herzigkeit. dieses Wasser tötet alle Blumen. da ist etwas im Wasser es vergiftet unsere Töchter. und die Barmherzigkeit spricht ohne Zunge spricht ohne Krieg Krieg Freiheit
SUBVENTIONSGEBER, GEMEINDEN
KULTUR-POOL DER PLATTFORM LEIMENTAL Biel-Benken, Binningen, Bottmingen, Burg, Ettingen, Oberwil, Schönenbuch, Therwil HAUPTGÖNNER, STIF TUNGEN
P R O D U K T S P O N S O R E N , M E D I E N PA R T N E R , W E I T E R E PA R T N E R
DRUCKEREI KROPF & HERZ GMBH
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