

MÜNCHNER BACHFEST 2025
PHILLUDIKER
BACH
ROSSINI
MENDELSSOHN
NOVEMBER 2025

DAS BACHFEST
Die Wurzeln der Münchner Bach-Tradition reichen zurück bis zur Erstaufführung der „MatthäusPassion“ 1842 durch Franz Lachner und stehen damit in direktem Zusammenhang mit der einzigartigen Wiederentdeckung des barocken Komponisten im 19. Jahrhundert. Die vielfältige Kirchenmusik und nach der Jahrhundertwende nicht zuletzt der „Münchener Bach-Verein“ unter der Leitung von Christian Döbereiner etablierten allmählich eine eigene BachTradition in der Stadt. Döbereiner gilt als Pionier der historischen Aufführungspraxis. Bereits 1925 fand ein „Erstes Münchener Bachfest“ des Vereins statt, unter anderem mit den „Brandenburgischen Konzerten“ in historischen Kostümen in Schloss Nymphenburg.
Im Jahr 1900 hatte sich die Neue Bachgesellschaft in Leipzig gegründet, um das reiche musikalische Erbe von Johann Sebastian Bach vielen Menschen bekannt zu machen. Seit 1901 fand nun fast jedes Jahr ein von ihr vergebenes Bachfest an einem anderen Ort statt: Von Görlitz nach Wetzlar, von Hamburg nach Freiburg i.Br. und es war ebenso in Paris, Salzburg, Graz, Straßburg und Prag zu Gast. Zweimal bereits kam dieses „offizielle“ Bachfest 1927 und 1990 nach München.
Insbesondere durch das jahrzehntelange Wirken von Karl Richter ab den 1950er Jahren stieg die Stadt zur international anerkannten Bach-Metropole auf. Seine Tourneen und Aufnahmen sorgten für eine weltweite Renaissance des Komponisten nach dem 2. Weltkrieg und viele Menschen kamen erstmals mit seiner Musik in Berührung. Bis ins Jahr 2000 fanden so weitere Bachfeste an der Isar statt.
Das Bachfest München 2025 knüpft an diese wunderbare Tradition in der Stadt an und feiert das mittlerweile 99. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft zum ersten Mal mit einem partizipativen Ansatz: Alle veranstaltenden Partner:innen finden sich unter seinem Dach zusammen und eröffnen ihre eigenen Wege zu Bach. Durch die Fülle an hervorragenden Klangkörpern, Ensembles und Künstler:innen in München und ganz Bayern sowie die Dichte an exzellenten Spielstätten und tatkräftigen Institutionen ist das Universum Bach in einem umfangreichen Programm in seiner ganzen Vielfalt zu erleben.
Die Bandbreite, Bach heute zu erleben und zu hören, ist einfach großartig. Ich bin immer wieder begeistert, mit welcher Dynamik und Kreativität sich das Festival seit unserem ersten Aufruf zur Mitwirkung entwickelt hat. Ein großartiges Fest, um den 100. Geburtstag des Bachfests in München zu feiern.
HANSJÖRG ALBRECHT
ANNA KLEEBLATT
Dass wir mit unserer Idee des Bachfests auch Kulturschaffende in ganz Bayern zum Mitmachen motivieren können, freut mich sehr. Neben Kirchen, Chören und Musiker:innen sind auch bildende und darstellende Künstler:innen dabei. Vielfalt ist Programm –und das Festival wächst weiter ...
Nach den fantastischen Veranstaltungen FaustFestival und Flower Power Festival ist das Bachfest das dritte große partizipative Festival in München – und der Gasteig ist natürlich wieder dabei! Als Festivalzentrum lädt der Gasteig HP8 alle dazu ein, mitzumachen, gemeinsam Kultur zu erleben und kreativ zu sein. Vor allem aber wollen wir Raum dafür schaffen, Bach mal aus ganz anderen Blickwinkeln zu erleben.
STEPHANIE JENKE
PHILLUDIKER

BENOÎTLECLERC OBOE
Benoît Leclerc wurde in Paris geboren und studierte am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris.
Er schloss sein Studium mit dem Premier Prix für Ob d dem Premier Prix für Kammermusik in der Klasse v Bourgues ab.
1982 war er Preisträger beim internationalen We von Genf.
1984 wird Benoît Leclerc von Daniel Barenboim als Oboist des orchestre Paris engagiert.
Er wirkt regelmäßigt im Kammermusikzyklus des O de Paris mit und gibt dem von ihm gegründeten En Hyprocrène zahlreiche internationale Konzerte.
Benoît Leclerc ist Professor für Oboe am Conserv National de Musique. Im Mai 2007 wurde er vom französischen Kulturm
dem Orden “Chevalier des Arts et Lettres” ausgez

JOSÉJESÚSOLIVETTI DIRIGENT
Junger venezolanischer Geiger und Orchesterdirigent, der im Das nationale System der Kinder- und Jugendorchester in Venezuela ausgebildet wurde, in dem er im Alter von 8 Jahren begann. Er begann sein Studium des Orchesterdirigierens in Venezuela unter der Leitung von Tarcísio Barreto und setzte seine Ausbildung bei den Maestros Jorma Panula und Colin Metters fort. Er nahm an internationalen Festivals teil als Dirigent , wie dem Bruckner-BerliozStrawinsky-Dirigier festival, bei dem er das Philharmonische Orchester von Ruse dirigierte, dem Blue Danube Opera Conducting, bei dem er die Staatsoper von Burgas dirigierte, dem Internationalen Musikfestival Schlern in Italien und dem Philharmonischen Kammerorchester Berlin, bei dem er das Litauische Staatssinfonieorchester dirigierte, und anderen Festivals.
Olivetti wurde von Maestro José Antonio Abreu unterrichtet, bei dem er seine Ausbildung zum Dirigenten fortsetzte und von dem er auch in der Entwicklung von Orchesterprojekten geschult wurde. Als Dirigent hat Olivetti an Konzerten, Festivals und musikalischen Aktivitäten in Amerika, Europa und Afrika teilgenommen, unter anderem in Italien, Russland, Belgien, der Tschechischen Republik, Brasilien, Kolumbien, Deutschland, Österreich, Portugal, Angola, Finnland, Litauen, dem Vereinigten Königreich, Bulgarien und Mosambik. José Jesús Olivetti verbindet seine Tätigkeit als Orchesterdirigent mit dem Engagement für sozio-musikalische Projekte, die er über die von ihm gegründete Olivetti-Stiftung realisiert. Zu den zentralen Initiativen zählen der „Concurso Tocar y Luchar“, der junge venezolanische Talente fördert, die nachhaltige Unterstützung von Orchestern in Angola und Mosambik sowie die Durchführung von Fortbildungen und Fachvorträgen für Musiker und Pädagogen in Medellín, Kolumbien. Die Stiftung entwickelt derzeit neue Projekte, um junge Menschen weiterhin durch Musik, Kultur und Kunst zu unterstützen und zu inspirieren.
Olivetti absolvierte sein Studium an der Leopold Mozart College of Music der Universität Augsburg als Dirigent bei Professor Maurice Hamers und als Geiger bei Professorin Senta Kraemer. Er ist Stipendiat der Theodor Rogler Stiftung in Deutschland und der Elena Probst Stiftung in der Schweiz. Im Januar 2023 wird er zum Gewinner des Dirigentenfestivals in Düsseldorf, Deutschland, ernannt. Olivetti ist Musikdirektor des Philludiker Orchesters München, Bodensee Ärzteorchester und des Garchinger Sinfonieorchesters sowie Erster Gastdirigent des Geração Symphony Orchestra von Portugal und ist als Gastdirigent bei Orchestern in Europa, Afrika und Amerika tätig. Er ist Geiger des SeraphinEnsembles München und der Münchner Kammerphilharmonie Dacapo.


JOHANN SEBASTIAN BACH
Johann Sebastian Bach, geboren 1685 in Eisenach, entstammt einer traditionsreichen Musikerfamilie, die über Generationen hinweg zahlreiche Stadtpfeifer, Organisten und Komponisten hervorgebracht hatte. Schon in jungen Jahren zeigte er außergewöhnliche Fähigkeiten auf der Orgel und im Komponieren. Seine wichtigsten Stationen waren Arnstadt, Mühlhausen, Weimar, Köthen und schließlich Leipzig, wo er als Thomaskantor von 1723 bis zu seinem Tod 1750 wirkte. Bachs Werk umfasst nahezu alle Gattungen seiner Zeit: Kirchenkantaten, Passionen, Orgel- und Klavierwerke, Kammer- und Orchestermusik.
Was Bach von vielen Zeitgenossen unterscheidet, ist die unerschöpfliche Tiefe seines musikalischen Denkens. In seiner Kunst verbinden sich höchste technische Meisterschaft im Kontrapunkt mit einer universellen Ausdruckskraft. Seine Musik gilt bis heute als ein Höhepunkt der europäischen Kulturgeschichte und wirkt auf unzählige Komponisten bis in die Moderne hinein.
Die vier Orchestersuiten entstanden vermutlich in Bachs Köthener Zeit (1717–1723), in der er als Kapellmeister eines weltlich orientierten Hofes tätig war. Sie sind im französischen Stil gehalten und folgen einem klaren Aufbau: Zunächst steht jeweils eine Ouvertüre mit repräsentativem Charakter, die an höfische Festlichkeit erinnert. Darauf folgen eine Reihe von Tanzsätzen – etwa Gavotte, Bourrée, Sarabande, Menuett oder Badinerie –, die ursprünglich höfische Gesellschaftstänze waren, in Bachs Händen jedoch zu künstlerisch veredelten Charakterstücken werden.
Die Suiten zeigen Bachs Fähigkeit, französische Eleganz mit deutscher Strenge und kontrapunktischem Reichtum zu verbinden. Besonders berühmt wurde die „Badinerie“ aus der Suite Nr. 2 h-Moll, ein virtuoses Stück für Flöte, das zum Inbegriff barocker Leichtigkeit geworden ist. In unserem Konzert erklingen ausgewählte Sätze aus verschiedenen Suiten, die einen Einblick in die Vielseitigkeit dieser Werke geben: mal feierlich und repräsentativ, mal tänzerisch und voller Lebensfreude.
Das Konzert für Oboe d’amore A-Dur ist ein Beispiel für Bachs Praxis, eigene Werke mehrfach zu verwenden und in neuer Form zu präsentieren. Das Original ist verloren, doch Musikwissenschaftler haben das Konzert aus Bachs Kantaten und aus einem späteren Cembalokonzert rekonstruiert. Die Oboe d’amore – etwas größer als die Oboe und eine Terz tiefer gestimmt – besitzt einen warmen, samtigen Klang, der sich besonders für innige Melodien eignet.
Das Konzert ist dreisätzig angelegt: Ein lebhaftes Eingangsallegro stellt die Virtuosität des Soloinstruments in den Vordergrund, gefolgt von einem Adagio, das zu den innigsten und ausdrucksvollsten langsamen Sätzen Bachs zählt. Hier verschmilzt die Oboe d’amore mit dem Orchester zu einer fast vokal wirkenden Kantilene. Das abschließende Allegro bringt mit tänzerischem Schwung und kontrapunktischer Dichte einen heiteren Ausklang. Das Werk ist ein wunderbares Beispiel für Bachs Fähigkeit, virtuose Instrumentalmusik mit tiefer Empfindung zu verbinden.

GIOACHINO ROSSINI
Gioachino Rossini, 1792 in Pesaro geboren, war der erfolgreichste Opernkomponist seiner Generation und prägte die italienische Oper im frühen 19. Jahrhundert maßgeblich. Schon mit jungen Jahren bewies er ein außergewöhnliches Talent für Melodie und dramatische Wirkung. Mit 18 Jahren schrieb er seine erste Oper, und bereits in den folgenden zwei Jahrzehnten entstanden nahezu 40 Werke, die ihn in ganz Europa berühmt machten. Stationen seiner Karriere führten ihn nach Venedig, Mailand, Neapel, Wien, Paris und London.
Rossinis Opern bestechen durch ihre unvergleichliche Leichtigkeit, melodischen Glanz und rhythmische Energie. Er gilt als Meister des „crescendo rossiniano“, einer Technik, bei der durch geschickte Wiederholung und Steigerung eine mitreißende Spannung aufgebaut wird. 1829, im Alter von nur 37 Jahren, zog er sich nach der Uraufführung seiner letzten Oper „Guillaume Tell“ überraschend vom Opernschaffen zurück. Den Rest seines Lebens verbrachte er in Paris und Bologna, wo er als angesehene Persönlichkeit der Gesellschaft galt und kleinere geistliche Werke sowie Salonmusik schrieb.
„Il barbiere di Siviglia“ wurde 1816 in Rom uraufgeführt und ist heute eine der beliebtesten und meistgespielten komischen Opern weltweit. Grundlage ist ein Schauspiel von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, das die Abenteuer des gewitzten Barbiers Figaro erzählt. Figaro hilft dem Grafen Almaviva, die schöne Rosina aus den Händen ihres Vormunds Bartolo zu befreien.
Die Oper ist voller unvergesslicher Melodien und musikalischer Überraschungen. Schon die Ouvertüre ist ein Feuerwerk an Energie, das sofort in Rossinis unverwechselbare Klangwelt hineinführt. Die berühmte
Arie „Largo al factotum“, in der Figaro seine Vielseitigkeit und Schlagfertigkeit besingt, gehört zu den populärsten Nummern der gesamten Operngeschichte. Rossini verbindet in diesem Werk virtuosen Gesang, sprühenden Humor und raffinierte Ensembleszenen zu einer perfekten Balance aus Unterhaltung und musikalischer Meisterschaft.
Trotz eines turbulenten Premierenerfolges – die Uraufführung wurde von Missgeschicken überschattet – entwickelte sich „Il barbiere di Siviglia“ schnell zu einem Triumph, der Rossinis Ruhm festigte. Bis heute begeistert das Werk durch seine Frische, Lebendigkeit und seinen unwiderstehlichen Witz.

FELIX MENDELSSOHN
Felix Mendelssohn Bartholdy, 1809 in Hamburg geboren, gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik und zugleich als Vermittler zwischen klassischer Tradition und romantischem Ausdruck. Bereits in seiner Kindheit fiel seine außergewöhnliche musikalische Begabung auf; er komponierte schon mit 13 Jahren Streichersinfonien von bemerkenswerter Reife. Nach seiner Ausbildung in Berlin entwickelte er sich nicht nur zum gefeierten Komponisten, sondern auch zu einem der gefragtesten Pianisten und Dirigenten seiner Zeit.
Seine Aufführung von Bachs „Matthäus-Passion“ im Jahr 1829 in Berlin leitete eine Renaissance der Bach-Rezeption ein und machte ihn selbst international bekannt. Mendelssohn war ein wahrer Kosmopolit: Er bereiste England, Italien, Frankreich und die Schweiz, knüpfte Kontakte mit führenden Künstlern seiner Zeit und verband in seinem Schaffen die Klarheit der Klassik mit der Farbenvielfalt der Romantik. Seine Musik zeichnet sich durch Transparenz, melodischen Reichtum und eine unerschütterliche Eleganz aus.
Die sogenannte „Italienische“ Sinfonie entstand während Mendelssohns Grand Tour durch Europa zwischen 1830 und 1831, bei der er mehrere Monate in Italien verbrachte. Die Eindrücke von Landschaft, Architektur, Kunst und vor allem das lebendige Straßen- und Alltagsleben inspirierten ihn zu einer Sinfonie, die das mediterrane Licht, die Leichtigkeit und die Lebensfreude in klingende Bilder verwandelt. Uraufgeführt wurde das Werk 1833 in London, wo Mendelssohn als Dirigent großen Erfolg feierte.
Die viersätzige Sinfonie beginnt mit einem strahlenden Allegro vivace, das sofort von sonnendurchfluteter Heiterkeit erfüllt ist.
Das zweite Thema bringt eine gesangliche Ruhe, die die Balance zwischen Leidenschaft und Klarheit widerspiegelt. Der zweite Satz, ein Andante con moto, wird oft als Prozession gedeutet, deren schreitende Rhythmen an religiöse Zeremonien erinnern. Der dritte Satz, ein graziles Menuett, verbindet höfische Eleganz mit intimer Empfindung. Den Höhepunkt bildet das Finale, ein wirbelnder „Saltarello“, der an italienische Volkstänze angelehnt ist und mit unbändiger Energie die Sinfonie in einem furiosen Ausklang beschließt.
Die „Italienische“ ist nicht nur ein Reisebericht in Tönen, sondern ein Meisterwerk, das Mendelssohns Fähigkeit zeigt, Naturerlebnisse, nationale Farben und klassische Formkunst zu vereinen.
22.11. 18.00 UHR - HL. KREUZ IN FORSTENRIED
23.11. 11.00 UHR - ADALBERT-STIFTER-SAAL DES SUDETENDEUTSCHEN HAUSES
PHIL LUDI KER MÜNCHNER BACHFEST 2025 BACH
NOVEMBER
MÜNCHNER BACHFEST2025
