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EDITORIAL

Foto: Sebastian Brunn

Foto: Sebastian Brunn

SPORTAKUS | Heft 2/2012

Fit! Fisherman's Friend StrongMan Run 2012.

EDITORIAL

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us und vorbei! So oder so ähnlich werden momentan sowohl Studierende als auch Sportler und Fans denken. Das Erscheinen des SPORTAKUS erinnert viele an der Sportwissenschaftlichen Fakultät mal wieder ans Semesterende. Nach uns kann man wenigstens den Kalender stellen, das Wetter eignet sich dazu ja nur begrenzt. Vorbei ist auch die Fußball-Europameisterschaft. Da über dieses Großevent schon alles gesagt und geschrieben wurde, wird man dieses Thema vergeblich im Heft suchen. Warum auch? Mit Fußball haben wir es in Leipzig ohnehin nicht so am Hut. Absteiger, Nicht-Aufsteiger - das sind nicht die Attribute, mit denen man sich schmücken möchte. Zweiter Sieger war die Messestadt schon 2005, als das Event mit den fünf Ringen in die Regenhauptstadt Europas vergeben wurde. Da wären wir in Leipzig sicher besser dran gewesen - zumal die Autos bei uns auf der richtigen Straßenseite fahren. Wer als Student die richtige Straßenseite gewählt hat, darf (oder muss) muss auch die Klausurenverkehrsordnung beherrschen. Welche Prüfungen ab dem Wintersemester abgenommen werden, berichten wir euch brandaktuell. Apropos „Brand“: Alle Mitarbeiter des SPORTAKUS brannten für das aktuelle Heft und liefern euch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller Zeiten: 60 Seiten - in Farbe. Für höchstens 100 Cent. Keine Sorge, eure Seele kaufen wir nicht. Warum auch? Viel Spaß beim Lesen! Euer

Auch fit! „RUNiversität“ Ausgabe eins.

INHALT 4 Neues aus der Fakultät Dekan Prof. Dr. Dr. Busse im Gespräch

6 Titelthema: Olympia 2012 „Leipzig 2012”-Marketing-Chef Bruckner im Interview | Architektur historischer Londoner Sportstätten | Sparkassen-Team London | Olympia-Kalender

22 Reform im Lehramtsstudium Nach Bachelor und Master wieder zurück zum Staatsexamen

26 Sommerfest & ZfH-Gala Bericht und Fotos

44 Faustball Bundesliga-Spielerin Susann Vogel im Interview

48 Leipziger Sport Rückblick auf die Saison 2011/2012 | Fußballfrauen der SG LVB starten im DFB-Pokal | Leipzig Marathon

Titelbild: Leipzig wollte sie... London hat sie! Die Olympischen Spiele 2012 stehen vor der Tür. Gestaltung: Fotos & Grafiken:

Sebastian Brunn Sebastian Brunn Prof. Dr. Peter Kulka

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„Die Fakultät muss sich Fakultätsdekan Prof. Busse im Gespräch INTERVIEW

Jan Grönewald & Martin Sturm

Dass die Universität Leipzig sparen muss, ist in aller Munde. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Sportwissenschaftliche Fakultät? Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking spricht vom Erhalt der Fakultät sowie von der Fokussierung auf die Lehramtsausbildung. Währenddessen kündigt der sportpolitische Sprecher der CDU, Wolf-Dietrich Rost, einen „Sport- und Gesundheitscampus“ an. Noch vor einem Jahr forderte Prof. Dr. Dr. Martin Busse, Dekan der Sportwissenschafltichen Fakultät, unter dem Schlagwort „��������� ���������� Life Sciences“ eine ähnliche Ausrichtung. Dem SPORTAKUS erklärt der Dekan, warum jetzt der Leistungssport die Zukunft ist, was die Fakultät zu etwas Besonderem macht, und wie die Studierenden von all den Diskussionen profitieren.

zu stärken. Wir befinden uns in einem universitären Rahmen, aber die Ausbildung der Sportwissensschaft benötigt im Prinzip keinen Lehrimport von außen. Diese gewisse Autarkie macht die Fakultät zu etwas Besonderem.

Die drei Säulen decken jedoch nur zwei der drei Studiengänge ab, planen Sie das Lehramt zukünftig separat auszubilden? Ganz im Gegenteil. Das Lehramt soll komplett integriert werden und von diesen Säulen profitieren. Das kritisiere ich ja auch am heutigen Sportunterricht, wo die Sportlehrer bloß als Übungsleiter fungieren. Die Theorie, die sich die Studierenden im Studium erarbeiten, bedarf einer größeren Foto: Sebastian Brunn

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Fakultät im Wandel: Dekan Prof. Dr. Dr. Martin Busse blickt optimistisch in die Zukunft der Fakultät.

Herr Prof. Dr. Dr. Busse, in der Universitätsleitung und der Politik gibt es verschiedenste Pläne für unsere Fakultät. Klären Sie uns auf, wie sieht die Zukunft der Leipziger Sportfakultät aus? Ich denke, wenn man alle Dinge zusammen nimmt, liegt man richtig. Wie bereits seit längerem geplant, werden der Leistungssport, der Freizeit-, Breiten- und Gesundheitssport sowie das Sportmanagement die drei Säulen unserer komplexen Fakultät in Zukunft bilden, und diese Säulen gilt es jetzt

Beachtung an den Schulen.

Was wird sich konkret im Bereich der sportwissenschaftlichen Ausbildung ändern?

Wir planen eine Fusion der Lizenztrainerausbildung der Spitzenverbände mit dem akademischen Studium. Diese duale Ausbildung befindet sich seit Jahren in der Planung und jetzt endlich stellt uns das Ministerium die nötigen Mittel zur Verfügung.

Eine Art „akademischer Trainer“? Genau. Zukünftig sollen die Studenten der Fachrichtung Leistungssport im Bachelorstudium die BLizenzen und im Masterstudium die A-Lizenzen der


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als Einheit darstellen“ Spitzenverbände erwerben. Aktuell führen wir die dazu nötigen Gespräche mit den Verbänden und dem Landessportbund. Von dieser verbesserten Sportartenausbildung wird schließlich auch das Lehramt profitieren. In der Sportrehabilitation als Spezialisierung des Leistungssports wird dann die Lizenz des Behindertensportverbands vergeben.

Wenn Sie im letzten Jahr über die Zukunft der Fakultät gesprochen haben, so war „Life Sciences“ das meist genutzte Schlagwort. Wurden diese Pläne nun ad acta gelegt? Das Thema „Life Sciences“ ist weiterhin aktuell, momentan aber lediglich in den Schatten des Leistungssports gerückt.

tät schwerpunktsmäßig die komplexe Sportwissenschaft gelehrt wird. Um diese Schnittstelle zu koordinieren, bedarf es eines bei uns angestellten Sportartenvertreters. Die offenen Stellen im Fußball und Judo werden wieder besetzt, sobald wir die optimale Lösung gefunden haben. Im Bereich Volleyball wird es bei einer halben Stelle bleiben, da der Fokus momentan auf andere Sportarten gelegt ist.

Was wird sich konkret für die Studierenden ändern? Ab dem Wintersemester 2012/13 wird die Professur im Sportmanagement besetzt sein, durch die Zusammenarbeit mit den Bundesverbänden wird der Lizenzerwerb vereinfacht und der Bereich der Rehabilitation in der Spezifik des Leistungssports angeboten.

„Niemand kann in die Zu-

Gibt es Neuigkeiten kunft schauen, aber wir sind bei der Stellenbesetauf einem guten Weg." zung, beispielsweise im Sportmanagement und der AllgemeiIst die Zukunft der Fanen Bewegungs- und Traininingswissenschaft kultät somit gesichert? (ABTW)? Keiner kann in die Zukunft schauen. Die DiskussiDer Ruf für die Sportmanagement-Professur ist erteilt und wir befinden uns in Verhandlungen mit einem Kandidaten. Momentan spricht alles dafür, dass die Stelle ab dem kommenden Semester besetzt sein wird. Die Professur im Institut ABTW ist ebenfalls vom Rektorat freigegeben und wird ausgeschrieben, im Gegensatz zur Stelle im Institut der Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportarten I, wo wir noch keine Informationen erhalten haben. Die Professur der Pädagogik ist als ‚Exercise Psychology‘ ausgeschrieben.

Wie sieht das bei den Praxiskursen aus? Auch hier gibt es einige vakante Stellen. Wird die Praxis in Zukunft von den Verbänden übernommen? Die inhaltliche Hauptarbeit wird definitiv von den Verbänden kommen, während an der Fakul-

on in den Medien hat gezeigt, dass man die Fakultät stabilisieren oder sogar ausbauen will. Das wäre das ideale Ziel. Es wurde bereits zwei Professuren zugestimmt. Das deute ich als klares Zeichen für die Fakultät. Wichtig ist, dass wir die Außenwirkung der Fakultät optimieren. Wir sind auf einem guten Weg.

Wie steht es um den Umzug der Erziehungswissenschaft auf den Campus Jahnallee? Es gibt nichts Konkretes. Die Universitätsleitung spricht sich stark für dieses Vorhaben aus, für mich gehört die Erziehungswissenschaft aber ins Stadtzentrum. Hier gibt es zwar die Räumlichkeiten, um die Lehreranwärter auszubilden, aber für die Bedeutung der Fakultät wäre es besser, die fakultätsbezogenen Bereiche auf dem Campus anzusiedeln. Die Fakultät muss eine Einheit darstellen.

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Sportstadt Leipzig: von Martin Sturm Nur wenige Meter vom Campus Jahnallee zum Olympiastadion? Ein „schwebendes“ Schwimmstadion am Elsterflutbecken? Auf Autogrammjagd der Weltstars in Lindenau? Leider nur eine Wunschvorstellung, aber fast wäre es dazu gekommen. Am Ende ist es doch die britische Hauptstadt geworden, die sich der Welt als Ausrichter der XXX. Olympischen Sommerspiele und Paralympics präsentieren darf. Während sich die Leipziger TopAthleten intensiv auf die Wettkämpfe vorbereiten (siehe Seite 14), haben nur noch wenige im Hinterkopf, dass man mit etwas mehr Glück gar nicht zu den Spielen 2012 hätte reisen müssen: Unter dem Motto „One Family - die Freundlichen Spiele“ wäre ein Leipziger Traum fast wahr geworden.

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s hätte sich definitiv einiges in der Messestadt und der gesamten Region getan. Sowohl finanziell als auch strukturell wären für das Projekt „Olympia“ über Jahre hinweg wohl größere

Fotomontage: Sebastian Brunn

Brötchen gebacken worden (siehe Seite 10). Dass es überhaupt möglich gewesen wäre, da ist sich der Marketing-Chef der Leipziger Olympiabewerbung Stefan Bruckner sicher (siehe Seite 8). Was nur wenigen bekannt ist: In London heißt es in diesem Sommer „Aller guten Dinge sind drei!“, denn die Metropole wird nach 1908 und 1948 bereits zum dritten Mal Ausrichter des Großevents sein (siehe Seite 12). Für Kenner: Auch Queen Elisabeth II erlebt trotz ihres inzwischen sechzigsten Amtsjubiläums in diesem Jahr zum ersten Mal Olympische Spiele im eigenen „Vorgarten“. Doch wenn ganz Leipzig, ja sogar die gesamte Nation jetzt im Olympiafieber wäre, hätte sich ein weiteres sportliches Großprojekt wohl nie hier angesiedelt. Die Rede ist von RB Leipzig, die auch gern größere Brötchen backen würden. Den sportlichen Erfolg müssen sie aber - vorerst noch - anderen überlassen. So können sich die Fußballbegeisterten der Region durch den Regionalliga-Aufstieg des 1. FC Lokomotive Leipzig auf ein echtes Stadtderby freuen. Ein weiteres Erfolgsbeispiel sind die Basketballer des USC Leipzig. Nach einer sehr guten Saison


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Londons kleine Schwester spielen sie, wenn auch nur als Nachrücker, in der nächsten Spielzeit in Liga zwei. Ernüchternd hingegen war das letzte Jahr für Leipzigs Frauen. Der HC Leipzig verpasste den dritten Titel in vier Jahren und für die Damen vom 1. FC Lok endete das Abenteuer „erste Bundesliga“ nach nur einem Jahr frühzeitig (siehe Seite 48). Besser machten es die FußballFrauen der SG LVB Leipzig: Der Viertligist zog ins Landespokalfinale ein und will nächstes Jahr im DFB-Pokal den Bundesligisten möglichst viele Beine stellen (siehe Seite 52). Weitere Glanzlichter sind die Handballer des SC DHfK, die sich in der zweithöchsten Spielklasse etablierten. Auch im Individualsport kann sich Leipzig sehen lassen: Mit Jakob Stiller und Carina Schipp tragen sich zwei Lokalmatodoren zum wiederholten Mal in die Siegerliste des hiesigen Marathons ein (siehe Seite 50). Nicht nur London steht im Fokus des Geschehens: Neben der Euphorie in der Welt des Sports steht der studentische Alltag selbstverständlich nicht still. Genauso unklar wie der Sieg eines gewissen Jamaikaners über die 100 Meter ist die aktuelle Finanzpolitik der sächsischen Hochschulen (siehe Seite 24): Es

gibt Tendenzen, aber ob es wirklich eintreffen wird, bleibt abzuwarten. Ob alle zufrieden sind, steht eh auf einem anderen Blatt. Hauptsache kein Fehlstart. Apropos „Blatt“: Auch wenn es „das Blatt“, in dem Fall die sächsische Lehramtsprüfungsordnung, noch nicht gibt, ist die Rückkehr zum Staatsexamen inzwischen beschlossene Sache (siehe Seite 22). Noch nicht beschlossen, ist die Zukunft der Sportwissenschaftlichen Fakultät, aber der Dekan verkörpert zuversichtlich den olympischen Gedanken für die Fakultät: „Dabei sein ist alles!“ (siehe Seite 4). Noch nicht olympisch ist der Fisherman's Friend StrongmanRun. Falls es doch einmal soweit sein sollte, kann Leipzig erfahrene Athleten zu den Spielen entsenden (siehe Seite 40). Die Stadt Leipzig zeigt sich mit ihren Sportevents, Top-Athleten und Sportbegeisterten in den unterschiedlichsten Bereichen im Olympiasommer von ihrer besten Seite und hat sich somit als FastOlympia-Austragungsstätte den Titel „Londons kleine Schwester“ redlich verdient. Wer weiß, vielleicht wird der erste Olympiasieger des Fisherman's Friend StrongmanRun irgendwann in Leipzig gekürt?

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„Es wäre definitiv machbar gewesen“

Ein Blick auf die Leipziger Olympiabewerbung INTERVIEW

Jan Grönewald

Es ist soweit: Die XXX. Olympischen Spiele finden bekanntlich in London an der Themse statt. Dass 2012 das Jahr der Olympischen Spiele in Leipzig hätte sein können, wissen aber nur noch die Wenigsten. Einer weiß das ganz gewiss, denn er war der Marketingdirektor der Leipziger Bewerbung und später in gleicher Position tätig beim Versuch, die Winterspiele nach München zu holen. Heute leitet Stefan Bruckner seine eigene Werbeagentur und lässt im Gespräch mit dem SPORTAKUS die damalige Zeit nochmal aufleben.

Das Motto war „One family“ und so meinten wir es auch. Die ganze Stadt, ja das ganze Land sollte sich angesprochen fühlen. Die „Familie“ bestand neben dem Sport und den Sportlern selbst auch aus dem Nationalen Olympischen Komitee, der Politik, den verschiedensten Institutionen in Leipzig und letztendlich auch der Wirtschaft, die uns großartig unterstützt hat. Bis hin zur Kunst- und Kulturszene halfen alle mit, die Leipziger Bevölkerung von der Idee „Olympia“ zu begeistern. Unsere Marketingstrategie war es, diese Euphorie von Leipzig auf die gesamte Region, am Ende auf ganz Deutschland überspringen zu lassen. Foto und Logos (2): marcon

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Herr Bruckner, am 27. Juli werÜber 20.000 Menschen, die den Sie und Milliarden andere am Tag der Entscheidung live Menschen nach London zur Entwickelte die Marketingstravor drei Bühnen mitfieberten, Eröffnungsfeier blicken, denn tegie der Leipziger Olympiabeschienen den Erfolg Ihres Sie haben ein Jahr hart daran werbung: Stefan Bruckner. Teams zu bestätigen. gearbeitet, die Olympischen Richtig, es zogen alle an Spiele in Leipzig stattfinden zu lassen. Was war einem Strang und das wollten wir auch dem Interdabei ihre konkrete Aufgabe? nationalen Olympischen Comitee (IOC) vermitteln. Als Marketingchef saß ich damals mit einem 40-köpfigen Team im MDR-Tower und dort haben wir bis zu 20 Stunden am Tag daran gearbeitet, die Bewerbung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Leute von der Idee zu überzeugen.

Mit dem Olympiapark an der Elster und dem zentrumsnahen olympischen Dorf wollten wir zeigen, dass bei uns die olympische Stimmung ganz nah an der Bevölkerung steht. Das sollte uns so von den Mega-Städten, wie Moskau und London absetzen.

In München warben Sie mit dem Slogan „Die freundlichen Spiele“. Wie sah ihre Strategie in der Messestadt Leipzig aus?

Dies ist ja leider nicht gelungen. Entgegen aller vorhergehenden Bewertungen entschied sich das IOC im Mai 2004 Moskau statt Leipzig als of-


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fizielle Bewerber-Stadt aufzunehmen. Ist Leipzig wirklich zu klein, wie IOC-Präsident Jacques Rogge damals behauptete?

tingdirektor der Bewerbung um die Winterspiele in München. Wie viele Leipziger Erfahrungen steckten in der Münchener Bewerbung?

Die Spiele in Leipzig wären unserer Ansicht nach definitiv machbar gewesen, aber Leipzig ist einfach viel zu unbekannt auf der IOC-Weltkarte, wenn sich dagegen Weltmetropolen wie Paris, Moskau oder eben London bewerben. Höchstens einigen afrikanischen Vertretern ist Leipzig durch die internationale Ausbildung zu Zeiten der DDR an der DHfK ein Begriff. Dazu fehlte uns dann auch am Ende die politische Unterstützung von ganz oben.

Sehr viele. Die Erfahrungen, die ich in Leipzig und in meiner alltäglichen Agenturarbeit gemacht hatte, konnte ich für die Herausforderung, die Winterspiele 2018 nach München, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden zu holen, nutzen. Ich wusste von Anfang an, worauf es ankommt, ein solches Megaereignis nach Deutschland zu holen.

Wie meinen Sie das genau? Am Tag vor der Entscheidung war der damalige russische Präsident Putin nach Lausanne angereist, um für Moskau zu werben. Unterstützung aus der Politik in dieser Form haben wir leider vermisst. Das war einer der Puzzlesteine, die im Endeffekt dafür sorgten, dass wir in der Bewertung einen Platz zurückfielen. Schade, dass unser Team und vor allem die gesamte Sportstadt Leipzig für die immense Arbeit nicht belohnt wurden.

Sehen Sie Chancen, dass sich Leipzig wieder bewerben wird?

Woran ist Ihrer Meinung nach die Münchener Bewerbung gescheitert? War es tatsächlich eine Entscheidung zu Gunsten neuer Märkte? Dieses Argument ist eines von mehreren und hat aus wirtschaftlicher Sicht seine Berechtigung. Viel mehr lag es daran, dass sich Pyeongchang bereits zweimal vergeblich beworben und gemäß den Kritikpunkten des IOC nachgebessert hatte. Wenn sich das IOC wieder gegen die südkoreanische Stadt ent-

„Olympia in Deutschland nur in Berlin, Hamburg oder München."

Schauen Sie sich an, was für Mega-Städte zuletzt den Zuschlag erhalten haben: Rio de Janeiro, London, Peking. Da würde es für eine kleine Stadt wie Leipzig bei all ihrem Charme und Begeisterung unglaublich schwer werden.

Glauben Sie, dass es in naher Zukunft Olympische Spiele in Deutschland geben wird? Realistisch wäre eine Bewerbung um die Sommerspiele nur für Hamburg und Berlin. Die größten Erfolgschancen räume ich einer erneuten Bewerbung Münchens für die Winterspiele ein, da weniger Städte in Frage kommen als bei den Sommerspielen und es leichter ist, den Zuschlag zu bekommen.

Wenige Jahre später waren Sie ebenfalls Marke-

schieden hätte, dann würde das Komitee an Glaubwürdigkeit verlieren.

Noch eine Frage, die viele Sportstudenten interessiert. Bei einem solchen Mega-Event geht es um enorme Geldbeträge. Muss man deshalb zwangsläufig Wirtschaft studiert haben, um bei der Organisation mitzuarbeiten oder wie sehen Sie die Chancen unserer Absolventen? Am wichtigsten ist vor allem eins: Die Leidenschaft für den Sport. Der Ausbildungshintergrund ist dabei eher zweitrangig, so lange man dafür brennt, die Spiele ins eigene Land zu holen. Wir hatten ein junges Team mit einigen Absolventen von Hochschulen sowie Universitäten aus verschiedensten Fachrichtungen. Der Werbespot zur Leipziger Olympiabewerbung: www.youtube.com/watch?v=fOqfiVsJAh4

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Was wäre wenn ... von Thomas Elpel Unter dem Motto „Leipzig 2012 – One Family“ bewarb sich Leipzig als „Candidate City“ um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012. Schlussendlich fiel die Wahl auf London. Was aber hätte sich in Leipzig getan, wären wir Ausrichter des größten Sportereignisses der Welt geworden? Werfen wir einen Blick auf das Olympiakonzept der Messestadt mit besonderem Augenmerk auf die verschiedenen Sportstätten und vergleichen mit der Londoner Umsetzung.

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as Frankfurter Architektur- und Stadtplanungsbüro Albert Speer und Partner GmbH war vor etwa zehn Jahren stark beschäftigt. Leipzig beauftragte dieses Büro mit der Aufgabe ein olympiataugliches Konzept zu entwickeln. Mit dem Olympiapark sollte sich das Herzstück der Olympischen Spiele Leipzigs nur etwa 1500 Meter vom Stadtkern entfernt rund um das Gebiet von Sportforum, Zentralstadion (jetzige Red Bull Arena) und Jahnallee sowie an den Ufern der Weißen Elster befinden. Zusätzlich zum Zentralstadion war ein 80.000 Zuschauer fassendes Olympiastadion westlich des Elsterbeckens für die Leichtathletikwettbewerbe sowie Eröffnungs- und Schlusszeremonie geplant. Das Nachhaltigkeitsprinzip sah vor, 20.000 Zuschauer auf einem aufgeschütteten Hügel und 60.000 Zuschauer auf einer reversiblen Tribünenlandschaft zu fassen. Nach Beendigung der Spiele sollten die konstruktionell unabhängigen Tribünen abgebaut werden und ein Park zur Weiternutzung für Leipzigs Bürger entstehen. Fünf Brücken waren zur Verbindung zwischen Zentralstadion und Olympiastadion vorgesehen. Als architektonisches Highlight der

Ein Blick auf die Leipziger Olympiabewerbung im Vergleich mit London Spiele war das neue „Swimming Stadium“, schwebend über dem Elsterbecken für 15.000 Zuschauer angedacht. Nach den Wettkämpfen sollte das Fassungsvermögen auf 3.000 Plätze reduziert und die Sportstätte als Freizeit- und Sportbad nutzbar gemacht werden. Ebenfalls im Olympiapark sollten die Sieger im Rudern, Pferdesport und modernen Fünfkampf sowie im Schießen und Bogenschießen, Wasserball und Radsport ermittelt werden. Dafür waren der Neubau einer weiteren Multifunktionshalle und ein neu angelegtes Velodrom angedacht. In Londons Olympiapark östlich des Stadtzentrums befinden sich alle zentralen Wettkampfstätten, wie das 80.000 Zuschauer fassende Olympiastadion (Leichtathletik), das Aquatics Centre (Schwimmen, Wasserspringen, Synchronschwimmen), die Wasserball-, Basketball- und Handballarenen, das Velodrom und das Olympic Hockey Centre. Bis heute ist unklar, wie das Olympiastadion nach den Spielen weitergenutzt wird. Erste Pläne sahen eine Umwandlung der 486 Millionen Pfund teuren Arena in ein reines Leichtathletikstadion mit 25.000 Sitzplätzen vor. Ein sportmedizinisches Zentrum würde durch den Umbau integriert werden. Die Bewerbungsfrist für mögliche Nachnutzer läuft bis 2014, unter den Interessenten befindet sich auch der englische FußballErstligist West Ham United. Das Olympia- und Schwimmstadion bleiben dem Londoner Stadtbild mit reduziertem Fassungsvermögen auch nach den Spielen erhalten. Bei den Wasserball-, Basketball- und Hockeyarenen handelt es sich um mobile Strukturen, die später ab- und an

Über dem Elsterbecken sollte ein Schwimmstadion „schweben“


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Entwurf: Prof. Dr. P. Kulka, Dresden

... Olympia in Leipzig wäre?

Nur auf dem Reißbrett entstanden: Der Leipziger Olympiapark mit dem Olympiastadion und dem ehemaligen Zentralstadion. Beide Komplexe sind mit Brücken über das Elsterflutbecken hinweg verbunden. anderen Stellen wieder aufgebaut werden sollen. Ein großer Unterschied zwischen der Leipziger Planung und Londons Olympiapark sind die Platzierung des Olympischen Dorfes und des Medienzentrums. London vereint beides im Olympiapark, in Leipzig sollte das Olympische Dorf außerhalb des Olympiaparks im nahegelegenen Lindenau entstehen. 11.000 Sportler und 5.000 Offizielle wären auf einem Areal von 40 Hektar untergebracht worden. Das Medienzentrum wäre auf einer Brachfläche östlich des Hauptbahnhofes, gegenüber des Neuen Rathauses und des Wilhelm-Leuschner-Platzes entstanden. Im Olympiakonzept Leipzigs war weiterhin die Nutzung des Alten und Neuen Messegeländes vorgesehen. Die Alte Messe mit ihrer bestehenden Messe- und Großmarkthalle sollte, um eine neue Mehrzweckhalle erweitert, die Sportarten Boxen, Ringen, Judo, Taekwondo, Gewichtheben und Badminton beherbergen. Bis zu 12.000 Zuschauer hätten dort Platz gefunden. In nur 300 Metern Entfernung, am Fuße des Völkerschlachtdenkmals, wären Straßenradrennen, Hockey und Beachvolleyball zu bestaunen gewesen. Die Neue Messe mit ihren insgesamt

sieben Hallen, eines der modernsten Messegelände Europas, wäre zum Zentrum für die Sportarten Basketball, Handball, Volleyball sowie die Turn- und Fechtwettbewerbe geworden. Die Planungen sahen auch vor, die Neuseenlandschaft als Austragungsort für Gelände- und Wassersportarten (Mountainbike, Kanuregatta, Kanuslalom, Triathlon und Wurfscheibenschießen) zu nutzen. Einzig die Segelwettbewerbe sollten dezentral in Rostock stattfinden. In London werden diese 190km südwestlich der Hauptstadt an der Küste ausgetragen. Der Finanzplan der Messestadt sah zum Bewerbungszeitpunkt 2004 eine Veranschlagung von 1,85 Milliarden Euro zur Verwirklichung des Olympiakonzepts vor. In London rechnete man mit Kosten von 2,9 Milliarden Euro, musste diesen Betrag aber bereits 2007 auf 11,3 Milliarden Euro korrigieren. Eine erfolgreiche OlympiaBewerbung Leipzigs hätte für viele Sportstätten der Stadt eine Möglichkeit zur inzwischen dringend notwendigen Modernisierung dargestellt. Diese Maßnahmen müssen nun mit den knappen Budgets von Land, Stadt und Vereinen gestemmt werden, um Leipzig langfristig als Sportstadt zu erhalten.

Spiele in Leipzig waren mit fast zwei Milliarden Euro kalkuliert


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Die Architektur olympischer von Juliane Gansera Olympische Sommerspiele finden nicht zum ersten Mal in London statt. Bereits 1908 und 1948 wurden die Wettkämpfe in der Hauptstadt Großbrittaniens ausgetragen. Die Architektur der damaligen Wettkampfstätten, die aufgrund der aktuellen Neubauten in Vergessenheit geraten sind, nimmt der SPORTAKUS für euch unter die Lupe - und erzählt die Geschichte Olympias in London.

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ie ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 im Panathinaikon Stadion in Athen statt. Dabei wurde deutlich, dass die Austragung moderner Sportarten in Stadien des griechisch-antiken Typus unzweckmäßig war. Deren u-förmiger Grundriss zwang die Läufer in den engen Kurvenradien ihre Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren, um nicht aus der Bahn getragen zu werden. Zwar fanden die folgenden Spiele in Paris und St. Louis auf moderneren Sportanlagen statt, die Bedingungen erwiesen sich jedoch ebenfalls als unzulänglich. London erhielt 1906 den Zuschlag für die Austragung der Olympischen Spiele von 1908, die ursprünglich in Rom stattfinden sollten. Für die Wahl der Themse-Metropole sollen die seit der Gründung der British Olympic Association 1905 bestehenden Organisationsstrukturen sowie der Einfluss ihres Vorsitzenden Lord Desborough gewesen seien. Dieser erklärte am 26. November 1906: „Es ist für England, das die Wiege so vieler Sportarten des Athletismus gewesen ist, unerläßlich, die Olympischen Spiele für den Tag, an dem sie hier stattfinden, in einer Weise vorzubereiten und feierlich zu begehen, die seines sportlichen Rufes würdig ist.“ Diesem Anspruch wurden die Organisatoren vor allem hinsichtlich der Sportanlagen gerecht. Das

1908: Eine der ersten Multifunktions-Arenen wird geboren

Das White City Stadium der Spiele 1908. im Stadtteil Shepherd's Bush errichtete White City Stadium war das erste eigens für den Zweck der Austragung Olympischer Spiele gebaute Stadion. Während in den letzten Jahrzehnten verstärkt spezialisierte Sportanlagen entstehen, sah das Londoner Konzept eine Konzentration der Wettkampfstätten in einem einzigen Stadion vor. Das ellipsoide Ein-Rang-Stadion verfügte über ein Innenfeld von 213 x 91 Metern, eine 536-Meter-Aschenbahn, ein Schwimmbecken mit den Maßen 17 x 100 Meter sowie ein separates Becken für das Wasserspringen und eine knapp 604 Meter lange Radrennbahn. Dabei bot es 70.000 Zuschauern Platz. Besonderes Highlight dieser frühen Multifunktions-Arena war ein zehn Meter hoher Sprungturm, der bei Bedarf mechanisch abgehoben werden konnte, um die Sicht nicht zu beeinträchtigen. Als Architekt wird James B. Fulton vermutet. Für diesen innovativen Neubau sind bisher keine Vorläufer bekannt. Auch wenn die Architektur von den Zeitgenossen als zu nüchtern kritisiert wurde und die große Distanz zwischen Zuschauern und Wettkampfgeschehen ein unbestreitbarer Nachteil war, ist das funktionale Sportstättendesign der erste Meilenstein der Entwicklung einer olympischen Architektur.

Foto: Wimmer (1976, S. 93)

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Wettkampfstätten in London Friedlicher Wettstreit im kriegszerstörten London 1948 Während bei den Olympischen Spielen von 1908 der Wechsel „[...] from sideshow status to being a world sports event“ vollzogen wurde, ergibt sich die Bedeutung der 1948er Spiele für die Olympische Bewegung aus dem friedlichen Wettstreit, der vom Krieg gebeutelten Nationen.

wurde. Die gestiegene Solidarität der teilnehmenden Nationen zeigte sich auch in einer Spende der Finnen, die das Holz für einen neuen BasketballBelag in der Harringay Arena stifteten. Deutschland und Japan durften als besetzte Staaten keine Athleten entsenden. Zu den sportlichen Höhepunkten zählten die abei verhinderte die prekäre Finanzlage Erfolge von Emil Zatopek über 5000 (Silber) und sowie der knapp bemessene Zeitrahmen 10.000 Meter (Gold) sowie die Auftritte der Niederfür die Organisation in einer politisch länderin Fanny Blankers-Koen. Die „Flying Dutchschwierigen Situation den Bau neuer Sportstätten. mam“ war mit vier Goldmedaillen erfolgreichste So wurden lediglich die Anlagen, die den Krieg Athletin (100m, 200m, 80m-Hürden, 4x100m). überstanden hatten, in einen nutzbaren Zustand Durch ihre Leistungen wurden die sportlichen Leisgesetzt. Zwar sollte deren Zahl so niedrig wie mögtungen der Frauen erstmals auf einen den Männern lich gehalten werden, in Rücksprache mit den intergleichberechtigten Status gehoben. 1999 wurde nationalen Fachverbänden wurde jedoch deutlich, sie zur Sportlerin des Jahrhunderts gewählt. Einer dass auf diese Weise keine ausreichenden Wettder emotionalsten Momente der Spiele war die kampfbedingungen geschaffen werden konnten. olympische Hymne zum Musikstück „The LondonGrund war die große Zahl teilnehmender Nationen derry Air“ bei der Abschlussfeier. Bis 1960, als die und die Einführung neuer Wettbewerbsklassen. Komposition von Samaras und Palamas zur offizielIm Zuge dieser Renovierungen erhielt das Emlen olympischen Hymne erklärt wurde, hatte jeder pire Stadium in Wembley eine neue Aschenbahn. Ausrichter seine eigene Musik gewählt. Pläne für den Neubau eines Schwimmstadions Das Kriegstrauma änderte die Einstellung gescheiterten bereits an den kalkulierten Kosten. Ergenüber Sportlern mit Behinderung. Bei den noch satzweise wurde das im selben Jahr ausBecken des Empire getragenen Stoke Pool renoviert. ZuMandeville Games nächst fanden hier konkurrierten erstdas Schwimmen mals kriegsversehrund Wasserspringen te Soldaten im Bostatt, später fielen genschießen und hier außerdem die Rollstuhlfahren. Vier Entscheidungen im Jahre später wurden Boxen. Zu diesem die Spiele internatioZweck wurde im nal ausgetragen und Wasser ein Gerüst werden seit 1960 als installiert, auf dem Das Empire Stadium in Wembley: Aus der Not geboreParalympische Spieein Boxring errichtet nes Olympiastadion der Spiele 1948. le gefeiert. Foto: Wimmer (1976, S.104)

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Sparkassen-Team London von Sara Korschewski Nur noch wenige Tage bis zum Start der XXX. Olympischen Sommerspiele 2012 in London, dem größten Sportereignis der Welt. Spitzensportler der ganzen Welt befinden sich gerade im Endspurt der Vorbereitung. So auch die Athleten des Sparkassen- Teams London, die es sich als Ziel gesetzt haben, 15 TeilnehmerInnen der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen zu stellen und mindestens fünf Medaillen zu gewinnen.

Leipzigs Top-Athleten wollen Olympia-Gold

feld optimal abzustimmen, wie zum Beispiel eine passende Ausbildungsmöglichkeit zu finden, die Rücksicht auf den Leistungssport nimmt. So kann sich jeder Sportler voll und ganz auf seine sportliche Entwicklung konzentrieren. Die meisten der Topathleten befinden sich in der Sportfördergruppe der Bundeswehr, der Bundes- oder Landespolizei oder in der Berufsausbildung. Ob als Student oder in der nter der Schirmherrschaft des OberbürBerufstätigkeit gelingt den Athleten der Spagat zwigermeisters (OB) der Stadt Leipzig, Burkschen Bildung und Spitzensport. hard Jung, kämpfen 25 olympische und Der OSP Leipzig übernimmt vorrangig betreuende paralympische Spitzensportler des Olympiastützund koordinative Aufgaben und stellt Verbindungen punktes Leipzig e. V. (OSP), die neben ihrem Weg zu zu sportwissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Olympia auch bei Europa- und Weltmeisterschaften Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) teilgenommen haben, um Erfolge. und der Sportwissenschaftlichen Fakultät der UniTitelsponsor des Teams ist die Sparkasse Leipzig, versität Leipzig her, so dass diese im methodischen, die der Sparkassen-Finanzgruppe, dem größten technischen und praktischen Bereich den Sportlern nichtstaatlichen Sportförderer in Deutschland, anhelfend zur Seite stehen. Die Mehrzahl der Athleten gehört. Die Träger haben sich bereits des Projekts sind für das Großevent neben dem OSP qualifiziert, so auch Leipzig die Stadt Zeitfahr weltmeiLeipzig und die sterin Judith Arndt Olympia-Sport (Radsport) und HeiLeipzig GmbH. de Wollert (Judo). Das Konzept Am 13. Juli werden des Sparkassendie Athleten und Teams zielt darauf Trainer im Rathaus ab, das sportliche, offiziell von OB Jung soziale und auch nach London verabberufliche Umschiedet. Die 25 Mitglieder des Sparkassen-Teams Leipzig.

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Foto & Logo: Sparkasse

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Profi-Radsportlerin Judith Arndt „goes for gold”

Olympiavorbereitung mit Trainerwechsel Foto: CJ Farquharson / CJFoto 2012

von Sara Korschewski Judith Arndt (36), die amtierende Zeitfahrweltmeisterin, hat sich auch für ihre fünften Olympischen Spiele wieder Großes vorgenommen. Sie wird neben dem Einzelzeitfahren und dem Straßenrennen, die für sie „beide den gleichen Stellenwert haben“, auch auf der Bahn an den Start gehen. „Ich würde mich freuen, in London auch in der Mannschaftsverfolgung zu starten.“

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ie Bedeutung vom Sparkassen-Team London ist für die frischgebackene deutsche Meisterin auf der Straße und im Einzelzeitfahren klar: „Ich werde finanziell und organisatorisch bei der Deutschen Meisterschaft unterstützt. Sonst bin ich durch mein Team GreenEdge-AI zu 100 Prozent abgedeckt“. Dennoch habe sie das Gefühl, vom Olympiastützpunkt in Leipzig jederzeit volle Unterstützung zu bekommen. Die Olympiavorbereitungen verlaufen nach einer bisher für sie sehr erfolgreichen Saison nach Plan. „Die heiße Phase kommt jetzt erst“, so Arndt. Kürzlich wurden die Vorbereitungen auf London vom krankheitsbedingten Ausfall des Frauen-Bundestrainers Thomas Liese, der voraussichtlich länger fehlen wird, überschattet. Dem damit verbunden Betreuerwechsel auf Bahn und Straße sieht Arndt positiv entgegen. „Es tut mir sehr leid für Thomas, dass er nach all den Jahren harter Arbeit kurz vor Olympia das Handtuch werfen musste. Wir werden jedoch trotz allem in London sehr gut betreut“, erklärt die Radsportlerin. In diesem Zusammenhang erklärte sie, dass sie die Berufung des derzeitigen sportlichen Leiters des Frauenteams Specialized-Lululemon, Ronny Lauke, als Ersatz für Liese für eine sehr gute Entscheidung hält. Lauke war bis 2011 Sportlicher Leiter des Teams

Fahren für den Sieg: Judith Arndt siegte 2012 bei der spanischen Rundfahrt Emakumeen Euskal Bira. HTC-Columbia, für das Arndt aktiv war. Auf die häufig gestellte Frage bezüglich des Erwartungsdrucks entgegnet die Topathletin gelassen: „Ich habe immer Erwartungsdruck, wenn ich am Start stehe. Daher ist das nicht anders als bei anderen Rennen“, erklärt sie. Vergleicht sie die Olympischen Spiele 2008 in Peking mit dem diesjährigen Austragungsort London, ist sich die Radsportlerin sicher, in der britischen Hauptstadt einen völlig unterschiedlichen Charakter zu erleben. „Nicht wegen der Organisation, sondern aufgrund der völlig anderen Kultur wird eine ganz andere Atmosphäre herrschen. Ich habe schon Spiele auf vier verschiedenen Kontinenten erlebt. Alle waren einzigartig“, blickt Arndt zurück. Am meisten freut sie sich in London auf die Rennen und das Olympische Dorf. „Ich wünsche mir natürlich, dass wir sehr erfolgreich sein werden, dann wird alles noch um ein Vielfaches schöner.“ Im Herbst dieses Jahres nach der WM in Limburg beendet die Athletin dann hoffentlich mit einer Medaille mehr im Gepäck ihre fast 15-jährige Profikarriere: „2012 ist definitiv meine letzte Saison.“


SPORTAKUS

TITELTHEMA

„Es muss alles passen“ Leipziger Judo-Hoffnung Heide Wollert will Edelmetall Olympiaticket für Peking zu ergattern, beschloss die Judoka in der Klasse bis 78 kg anzutreten. Zwar ist sie mit nur gut 72 kg ein „Fliegengewicht“, ihr Erfolg „Wir für Deutschland“. Unter diesem Motto nomispricht aber für den Wechsel. Denn seitdem geht es nierte der Deutsche Olympische Sportbund Ende für Wollert, die an der Martin-Luther-Universität in Mai die ersten 85 Athleten für die Londoner OlymHalle-Wittenberg Sportwissenschaft studiert, sportpiamannschaft. Eine von den Nominierten ist die lich nur bergauf. 2008 wurde sie Europameisterin in mehrfache deutsche Judo-Meisterin und Mitglied Lissabon, erreichte im gleichen Jahr die Olympiades Sparkassen-Teams London, Heide Wollert. teilnahme in Peking (Platz sieben) und belegte ein Dem SPORTAKUS erzählt sie, wie sie ihren siebten Jahr später den Bronzerang bei den EuropameisterPlatz von Olympia schaften im geor2008 noch verbesgischen Tiflis. Heusern will. te gehört sie zu den 14 Weltbesten och fährt ihrer Gewichtsnur ihr Geklasse, was die sicht durch Qualifikation für Leipzig, doch bald die anstehenden soll es mit einer MeSommerspiele in daille verziert auf der London bedeutet. ganzen Welt zu seFür ihre zweite hen sein. Zusammen Olympiateilnahme mit anderen Athsetzt sich die Euleten des Sparkasropameisterin jesen-Teams London Will bei ihrer zweiten Olympiateilnahme nach Peking doch höhere Ziele 2008 endlich aufs Treppchen: Judoka Heide Wollert. schmückt Wollerts als noch vor vier Bild eine StraßenJahren: „Natürlich bahn der Leipziger Verkehrsbetriebe. Der Werbeaufwill ich meinen siebten Platz aus Peking druck mit den Gesichtern der Olympiakandidaten verbessern. Wer will keine Medaille?“ soll den Leipzigern die Spitzensportler ihrer Stadt Am 2. August findet das Finale der Frauen in der noch näher bringen. Eine derartige Werbung macht Klasse bis 78 kg statt und dann wird es Ernst für die das Judo-Ass nur zusätzlich „stolz“. Obwohl in Halle Leipziger Judosportlerin des Jahres 2007. Für den an der Saale geboren, wird die 30-Jährige als „LeipTraum vom olympischen Edelmetall muss laut der zigs Judo Olympia–Hoffnung“ gehandelt, denn sie Olympionikin alles passen: „Die Auslosung, die Gegtrainiert seit über drei Jahren in der Messestadt und ner, der richtige Wurf, der richtige Ansatz, die richsteht für den JC Leipzig auf der Matte. tige Attacke im richtigen Moment, die Form meines Die großen Erfolge gelangen ihr allerdings erst ab Lebens und natürlich auch das notwendige Quäntdem Wechsel in eine höhere Gewichtsklasse: Um das chen Glück…“

von Jannik Schröder

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Foto: Heike Fischer

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TITELTHEMA

Wie verfolgst du die Spiele? Stimmungsbarometer Sportfakultät

UMFRAGE

Helen Theißen & Rick Jakob

André Haber 4. Semester Master Sportwissenschaft, 25 Jahre „Klar, ich wäre lieber nach London gefahren, aber das lassen weder der Zeitrahmen, noch der Geldbeutel zu. Also bleibt mir nur übrig, die Wettkämpfe im TV zu verfolgen. Noch denkt hier kaum jemand an Olympia, aber wenn das Feuer erst brennt, geht es ganz schnell. Ich denke, dass vor allem Robert Harting, David Storl und die Hockey-Männer Medaillen-Chancen haben.“

Gabriele Pfizenmaier 2. Semester BA Sportwissenschaft, 22 Jahre „Bei den großen Fußballturnieren wird man irgendwie mehr mitgezogen. Olympia verfolge ich trotzdem. Da ich keinen TV habe, nutze ich dafür das Internet und das Radio oder schaue bei Freunden. Turnen, aber vor allem Leichtathletik und Schwimmen interessieren mich, weil ich das jetzt gerade selbst belegt habe. Dass Leipzig sich beworben hatte, wusste ich gar nicht.“

José Portela Absolvent Sportwissenschaft Diagnostik und Intervention, 27Jahre

Fotos (4): Sebastian Brunn

„Ich werde alle Medien nutzen, um bei den Spielen mitzufiebern. Besonders interessieren mich dabei Fußball und alle anderen Spielsportarten. Auch die Leichtathletikdisziplinen schaue ich mir immer gern an. Medaillenkandidaten habe ich keine, aber ich kenne ja auch keine Leipziger Sportler, die bei Olympia antreten. Vielleicht schaffen die es ja aufs Treppchen.“

Tina Haase 2. Semester BA Sportwissenschaft, 20 Jahre „Leider kann ich mir die Reise zum olympischen Beachvolleyball-Turnier nicht leisten. Karten hätte ich gehabt. Schade, dass die Spiele nicht nach Leipzig kamen! Besonders die Wettbewerbe im Beachvolleyball und der Leichtathletik werde ich mir im Fernsehen ansehen. Ich hoffe, dass der Leipziger Wasserspringer Stefan Feck das Springen vom 3-Meter-Brett gewinnt."

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Olympiakalender London 2012 von Rick Jakob Wenn Olympia schon nicht in Leipzig stattfindet, dann möchte der SPORTAKUS seinen Leserinnen und Lesern helfen, kein Highlight der Wettkämpfe in London zu verpassen. Alle Zeitangaben in Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ).

Mittwoch, 25. Juli Beginn der Wettkämpfe mit den Vorrunden des Olympischen Frauenfußballturniers in Cardiff

Freitag, 27. Juli 20:30 - Eröffnungszeremonie im Olympiastadion

Samstag, 28. Juli 11:00 - Radsport: Herren Straßenrennen 16:00 - Bogenschießen: Herren Mannschaft 19:00 - Fechten: Frauen Florett 20:30 - Schwimmen: u.a. 400m Lagen

Sonntag, 29. Juli 10:30 - Judo: Herren <66kg, Frauen <52kg 11:00 - Gewichtheben: Herren <56kg, Fr. <53kg 13:00 - Radsport: Frauen Straßenrennen 16:00 - Wasserspringen: Frauen 3m synchron

Montag, 30. Juli 10:00 - Schießen: Herren 10m Luftgewehr 16:00 - Wasserspringen: Herren 10m synchron 20:30 - Schwimmen: u.a. Herren 200m Freistil

Dienstag, 31. Juli 11:30 - Springreiten: Einzel und Team 14:30 - Kanuslalom: Herren Einzel 17:30 - Turnen: Frauen Einzel Mehrkampf 19:00 - Fechten: Herren Florett Foto: Cmglee / Wikimedia Commons

Mittwoch, 1. August 10:30 - Rudern: Herren 8, Frauen 2, 4x 10:30 - Judo: Herren <90kg, Frauen <70kg 11:00 - Radsport: Einzel-Zeitfahren 14:30 - Kanuslalom: Männer Kayak (K1) 17:30 - Turnen: Herren Mehrkampf

Donnerstag, 2. August 11:00 - Tischtennis: Herren Einzel 15:00 - Bogenschießen: Frauen Einzel 17:00 - Bahnrad: Teamsprint 17:30 - Turnen: Frauen Mehrkampf 19:00 - Fechten: Frauen-Team Florett

Freitag, 3. August 10:30 - Judo: Herren >100kg, Fr. >78kg 14:30 - Badminton: Mixed 15:00 - Trampolinturnen: Herren 20:00 - Leichtathletik: He. Kugel, Fr. 10km 20:30 - Schwimmen: u.a. He. 50m Freistil

Samstag, 4. August 10:00 - Triathlon: Frauen 14:30 - Badminton: Frauen Einzel, Doppel 17:00 - Bahnrad: Frauen Team-Verfolgung 18:00 - Leichtathletik: u.a. Herren 20km Gehen, Frauen Diskus, Siebenkampf

Sonntag, 5. August 12:00 - Marathon: Frauen 13:00 - Segeln: Herren Finn, Star 13:00 - Tennis: Herren Einzel, Frauen Doppel 14:00 - Badminton: Herren Einzel, Doppel 14:00 - Ringen: Herren Griech.-Römisch 19:50 - Leichtathletik: u.a. Herren 100m, Hammer, Frauen Dreisprung, 400m Piktogramme: http://www.london2012.com/sports


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TITELTHEMA

Montag, 6. August 13:00 - Segeln: u.a. 470, Laser 15:00 - Reiten: Team-Springen 17:00 - Bahnrad: He. Sprint, Fr. Omnium 20:00 - Gewichtheben: Herren <105kg

Dienstag, 7. August 12:00 - Tischtennis: Frauen-Team 12:30 - Triathlon: Herren 15:00 - Turnen: Herren Reck, Barren, Frauen Boden, Balken 16:00 - Synchron-Schwimmen: Paare 20:00 - Wasserspringen: Herren 3m

Mittwoch, 8. August 10:00 - Taekwondo: He. <68kg, Frauen <57kg 10:30 - Kanusprint: Herren C1, K1, K2 1000m Frauen K4 500m 12:00 - Tischtennis: Männer-Team 14:00 - Ringen: Frauen Freistil 20:00 - Beach-Volleyball: Frauen

Donnerstag, 9. August 13:00 - Schwimmen: Frauen 10km 13:30 - Reiten: Dressur Einzel 15:30 - Wasserball: Frauen 17:30 - Boxen: Frauen 19:30 - Leichtathletik: u.a. Herren 200m 20:00 - Beach-Volleyball: Herren 20:45 - Fußball: Frauen

Freitag, 10. August 14:00 - Ringen: Männer Freistil 16:00 - Synchron-Schwimmen: Team 16:00 - BMX: Herren und Frauen 20:00 - Leichtathletik: U.a. Herren 4x400m, Frauen 1500m, 5000m, 4x100m 21:00 - Hockey: Frauen

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Samstag, 11. August 10:00 - Gehen: Herren 50km 10:00 - Moderner Fünfkampf: Herren 10:00 - Taekwondo: He. <80kg, Fr. <67kg 10:30 - Kanu-Sprint: He. C1, K1, K2 200m, Frauen K1 200m 11:00 - Wasserspringen: Herren 10m 12:30 - Volleyball: Frauen 13:00 - Segeln: Frauen Elliot 6m 13:30 - Mountain Bike: Frauen X-Country 14:00 - Ringen: Freistil Herren 14:30 - RS-Gymnastik: Einzel Mehrkampf 16:00 - Fußball: Herren 18:00 - Gehen: Frauen 20km 18:00 - Basketball: Frauen 19:45 - Leichtathletik: Herren 4x100m, Speer, Frauen 4x400m, Hochsprung 21:00 - Hockey: Herren 21:30 - Boxen: Herren 21:30 - Handball: Frauen

Sonntag, 12. August 09:00 - Moderner Fünfkampf: Frauen 09:30 - Ringen: Herren Freistil 10:30 - Volleyball: Herren 11:20 - Wasserball: Herren 12:00 - Marathon: Herren 12:00 - Basketball: Herren 14:30 - RS-Gymnastik: Team Mehrkampf 14:30 - Boxen: Herren 16:00 - Handball: Herren 20:30 - Abschlusszeremonie Hinweis: Die Piktogramme geben alle Sportarten an, in denen an diesem Wettkampftag MedaillenEntscheidungen fallen.

Paralympics-Wettkampfkalender: www.london2012.com/paralympics/schedule-and-results

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IMPRESSUM

IMPRESSUM Ausgabe:

Nr. 2 / Jahrgang 13 | Juli 2012

Chefredakteur:

Redaktionsschluss:

28. Juni 2012

Herausgeber:

Projekt „Sport & Medien – SPORTAKUS“

Betreuer:

Dr. Christian Hartmann

Anja Fricke, Juliane Gansera, Kristin Gebhardt, Jan Grönewald,

Anschrift:

Jahnallee 59, 04109 Leipzig

per, Sara Kerschowski, Sophie Körner, Anja Kanitz, Robert Mül-

Poststelle Sportwissenschaftliche Fakultät Postfach 44.

lers, Isabella Renners, Mario Schiebold, Jannik Schröder, Daniela

E-Mail:

chefredaktion@sportakus-online.de

Internet:

www.sportakus-online.de

Telefon:

0341 - 97 31 684 (Redaktion)

Anmerkung: Alle Rechte und Irrtümer vorbehalten. Die Zeitschrift und die in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Material keine Gewähr. Die Redaktion behält sich bei der Veröffentlichung von Zuschriften das Recht sinnwahrer Kürzungen vor.

Druck:

www.diedruckerei.de

Martin Sturm

Autoren & Mitarbeiter: Vicky Andrä, Sebastian Brunn, Sebastian Ebell, Thomas Elpel, Amelie Heinrich, John Hennig, Rick Jakob, Nico Jekov, Jana Kas-

Schuppener, Anika Schwager, Helen Theißen, Sebastian Würfel

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

„Ein bisschen Abenteuer" Lehramtsreform die Zweite – es holpert noch von Helen Theißen, Sophie Körner & Sebastian Ebell In drei Monaten sitzen wieder zukünftige Lehrer in Sachsens Hörsälen, die ihr Studium mit dem Staatsexamen abschließen werden. Die Zeit drängt. So wird die Studien- und Prüfungsordnung (SPO) anstatt bereits im Mai nun erst im Juli verabschiedet werden - und das ohne rechtliche Grundlage. Diese müsste die sächsische Lehramtsprüfungsordnung sein, die jedoch für Oktober geplant ist.

Claus Altmeyer, Prorektor für Bildung und Internationales, und Dr. Solveig Rhinow von der zentralen Studienberatung Rede und Antwort standen.

Leipzig plädiert für eine „2-aus-3-Regelung“

Die neue SPO ist mittlerweile fast vollständig ausgearbeitet, es fehlt nur noch der letzte Feinschliff. So rst vor sechs Jahren gab es den letzten Wechdiskutieren die Hochschulen Dresden und Leipzig sel – damals noch zum Bachelor- und Masterüber die Leistungspunktevergabe. Da im StaatseModell (B.A./M.A.). Wie wir bereits in unserer xamen die Modularisierung aus dem Bachelor- und Ausgabe 1/2012 berichteten, wird jetzt wieder auf Master-Modell beibehalten wird, sind in den einzeldas Staatsexamen umgestellt. „Der Wechsel war unnen Modulen nur wenige Änderungen vorgesehen. nötig, da man ohnehin den Master machen muss, Die Ausbildung zum Gymnasiallehrer umfasst wenn man Lehrer werden möchte“, meint Daniela, weiterhin zehn Semester und wird daher wohl alle Lehramtsstudentin im 4. Semester Rehabilitationsbisherigen Module übernehmen. Angehende Mitund Intregrationspädagogik und Deutsch. „Aber telschul- und Grundschullehrer studieren zukünftig vor dem Hintergrund, dass inzwischen fast alle jeweils ein bzw. zwei Semester weniger. Generell Bundesländer den neuen Studiengang anbieten, entstehen Diskussionen über die Kürzungen, da ist die Umstellung zum Staatsexamen inzwischen jeder Modulverantwortliche sein Modul im bisheabsolut fragwürdig. Außerdem ist die Informationsrigen Umfang erhalten möchte. Der Fachschaftsrat lage über den Wechsel für bereits immatrikulierte Sport ist sich sicher, dass die Qualität der Lehre im Lehramtsstudenten Grundschul- und Mitbisher eher schlecht“, telschulbereich durch erläutert die Studendie Herabsetzung der tin aufgebracht. Am Studienzeit leiden 3. Juli organisierte wird. das Zentrum für Die Abschlussnote Lehrerbildung und wird sich zu 70 ProSchulforschung eine zent aus den ModulInformationsveranabschlussprüfungen staltung, in welLehramtsreform: Das Durcheinander der letzten Mona- und nur zu 30 Prozent cher u.a. Prof. Dr. te sorgte für viele Fragezeichen. Foto: Sebastian Brunn aus der Staatsexa-

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FAKULTÄT

mensprüfung zusammensetzen. Bezüglich des Ablaufes herrschen Differenzen zwischen den beiden führenden Hochschulen in Sachsen. Leipzig plädiert für eine „2-aus-3-Regelung“. Dabei soll in einem der

über Dresden hinaus nicht gültig. Dies war einer der Hauptgründe, weshalb sich die TU Dresden für die erneute Lehramtsreform stark gemacht hat. Das sächsische Kultusministerium hat festge-

drei Fächer (erstes und zweites Kernfach sowie Bildungswissenschaft) eine Abschlussarbeit geschrieben werden und in den anderen beiden Fächern die Prüfungen stattfinden. Dresden will hingegen neben der Abschlussarbeit in allen drei Fächern prüfen. Der Aufwand und die entstehenden Kosten dafür wären jedoch höher. Bis die ersten Studierenden im Sommer 2016 bei der Staatsexamensprüfung angelangt sind, wird diese Frage aber geklärt sein. Am 13. Juni hat der Senat die Aufhebung der vor sechs Jahren eingeführten Lehramtsstudiengänge beschlossen. Die Universitäten können somit nicht beide Abschlüsse nebeneinander anbieten, da der finanzielle Aufwand zu hoch wäre. Was passiert aber mit den jetzigen Bachelorund Master-Studierenden im zweiten Semester, welche die Regelstudienzeit aus verschiedenen Gründen wie einem Auslandsaufenthalt oder einer Schwangerschaft nicht einhalten können? Für diese wird es laut Dr. Gunar Senf, Studiendekan der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät und in allen entscheidungsrelevanten Gremien vertreten, Einzelregelungen geben. „Generell ist ein Wechsel zum Staatsexamen nicht systematisch geplant“, betont er. Dieser würde als Zweitstudium gelten und somit für alle betroffenen Studierenden einen Nachteil in Bezug auf eine BAföG-Unterstützung bringen. Die Erziehungwissenschaftliche Fakultät Leipzig rät deshalb allen, im B.A./M.A.-Studium zu bleiben. Senf fügt hinzu: „Ein Wechsel in das Staatsexamen würde in der Tat bedeuten, dass die Studierenden neu anfangen müssten, da wir im Herbst nur Lehrveranstaltungen für das 1. Semester anbieten können.“ Die Universität Dresden möchte ihre Studenten überreden, zum Staatsexamen zu wechseln. Da ihre Lehramtsstudiengänge für den B.A./M.A. nicht akkreditiert wurden, ist der momentane Abschluss

stellt, dass jährlich 2.000 neue Lehrer eingestellt werden müssten, um den Bedarf an sächsischen Schulen zu decken. Leipzig muss daher zum nächsten Semester 1.000, statt wie in den vergangen Jahren ca. 500 immatrikulieren. In Dresden sollen es 600 und in Chemnitz 100 Lehramtsstudenten sein. Unabhängig der Abbruchquote und den „Langzeitstudenten“ reichen die insgesamt 1.700 Neustudenten letztendlich nicht aus. Zur Realisierung des gesteigerten Lehraufwandes für die Fakultäten sollen, entgegen dem allgemeinen Einstellungsstopp an der Uni Leipzig, 114 neue Stellen bis zum Jahr 2016 besetzt werden. Die Verteilung auf die einzelnen Fächer wurde vom Kultusministerium festgelegt, wobei der jeweilige Bedarf an Lehrkräften ausschlaggebend ist. Die Sportwissenschaftliche Fakultät soll dabei nur eine halbe Stelle zugeteilt bekommen. Doch wird aus dem „kleinen Abenteuer Staatsexamen“ eine dauerhafte Lösung entstehen? Senf meint dazu augenzwinkernd: „Ich bin mir sicher, in fünf oder sechs Jahren wird wieder das Bachelorund Master-System eingeführt.“

„In fünf Jahren haben wir im Lehramt wieder Bachelorund Masterstudiengänge.“

INFORMATIONEN Regelstudienzeit der neuen Staatsexamensstudiengänge Lehramt an Grundschulen: 8 Semester Lehramt an Mittelschulen: 9 Semester Lehramt Sonderpädagogik: 10 Semester Lehramt an Gymnasien: 10 Semester Zusammensetzung der Abschlussnote: 70% Modulabschlussprüfungen 30% Staatsexamensprüfung

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FAKULTÄT

Die Tage länger –

SPORTAKUS

die Mittel kürzer! von Anja Kanitz (FSR Sport) Donnerstag, 10. Mai 2012. Über 700 SchülerInnen und StudentInnen strömen in die Bahnhofshalle des Leipziger Hauptbahnhofes. Sie alle haben nur ein Ziel: Den Sonderzug nach Dresden.

D

er LandesSchülerInnenRat und die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) luden an diesem Donnerstag zu einem Spaziergang zum sächsischen Landtag ein, wo am Mittag über die Zukunft der sächsischen Hochschulen und Schulen beraten wurde. In Dresden formierten sich dann etwa 4.000 Teilnehmer und übten scharfe Kritik an der Kürzungspolitik der Landesregierung. Protestrufe wie: „Wir sind sauer, wir sind laut - weil ihr uns die Bildung klaut“ unterstrichen dabei den Unmut der Studenten. Die Auswirkungen der Sparmaßnahmen waren zu Beginn des Semesters für jeden, auch an unserer Fakultät, deutlich spürbar: Der Semesterbeitrag ist gestiegen, Praxiskurse waren entweder hoffnungslos überfüllt oder wurden gestrichen. Sogar über die Schließung ganzer Fakultäten wurde spekuliert. Dass es so nicht weitergehen kann, wissen nicht nur mitgereiste Studierende unserer Fakultät. Eine Gruppe zukünftiger Bauingenieure sprach noch auf dem Weg zur Demo über ihre Motive: Präsenz zeigen und Veränderungen fordern. Parolen wie „���������������������������������������������������� Schluss mit dem Irrsinn, erhaltet die Bildung!“ finden sich an jenem besagten Donnerstag zuhauf. Am Ende zeigte sich der Sprecher der KSS, Flori-

Protest! Politiker sparen an der falschen Stelle an Sperber, zufrieden über die rege Teilnahme und versprach, dass es auch in Zukunft weitere Aktionen gegen die Kürzungen geben wird. Mittlerweile sind nun einige Wochen vergangen - was hat sich seitdem getan? Zum Einen dürfen wir der TU Dresden zum Titel der „Exzellenz-Uni“ gratulieren. Zum Anderen sollte auch hier der Ton der KSS mitschwingen: Diese sieht in der Anerkennung keine spürbare Verbesserung für die Studierenden. Ein Sprecher berichtete von einem teuer erkauften Sieg, „der zu Lasten der Personalstellen anderer Hochschulstandorte“ errungen wurde. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuerung auf unsere Universität auswirkt. Des Weiteren endete am 20. Juni eine Online-Petition gegen die Kürzungen. In dieser bekundeten 12.320 Unterzeichner, darunter auch viele ProfessorInnen und DozentInnen der Universität Leipzig, ihren Ärger gegen die Entscheidungen der Landesregierung. Ob die Forderungen den Landtag erreichen und ihre Wirkung zeigen, wird erst in den kommenden Wochen ersichtlich. Am 2. Juli luden der CDUOrtsverband Leipzig-Mitte und -Nord zur Diskussionsrunde in den Konferenzraum der Mensa am Elsterbecken ein. Dabei äußerten sich sowohl der Dekan der Sportwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Dr. Busse, als auch die Rektorin der Universität, Frau Prof. Dr. Schücking sowie der CDU-Politiker und Abgeordnete des sächsischen Landtages, Wolf-Dietrich Rost, über die Zukunft Fakultät.

Foto: Fachschaftsrat Sport

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FAKULTÄT

Organisiere dein Studium per Mausklick! von Anja Fricke

Das Projekt AlmaWeb ist ein hochschulweites Vorhaben der Universität Leipzig zur Unterstützung der Abläufe von der Bewerbung bis zum Alumni-Status der Studierenden.

Pilotbetrieb an der SpoWi für Master-Studierende

wurde ein Rollen- und Organisationsentwicklungskonzept entwickelt, das Veränderungen in eit der Umsetzung der Bologna-Reformen den Fakultätsverwaltungen vorschlägt und derist der Organisationsaufwand an deutschen zeit konkretisiert wird. Es soll dazu beitragen, Hochschulen immens gestiegen. Viele von Abläufe bei der Planung, Verwaltung und Organiihnen setzen verstärkt auf Campus Management sation von Lehre und Studium zu erleichtern und Systeme, die der Unterstützung des Prozesses des untereinander abzustimmen. Neue Rollen (z.B. studentischen Lebenszyklus‘ dienen. Dazu gehören Prüfungsmanager/-innen, Studienkoordinatoren/insbesondere die Studien-, Studiengangs- und innen, Semesterplaner/-innen) sollen konkrete Prüfungsverwaltung. Bei der Universität Leipzig Ansprechpartner mit universitätsweit sehr ähnlifiel dabei die Wahl auf das System CampusNet der chen Aufgabenfeldern schaffen. Hamburger IT-Firma „Datenlotsen“, das derzeit an Die Sportwissenschaftliche Fakultät spielt seit die Leipziger Bedürfnisse angepasst wird. Hier wird Mai 2012 eine besondere Rolle in der Projektpladas System den Namen „AlmaWeb“ tragen. nung. Im Rahmen des zweiten Pilotbetriebes wurde AlmaWeb vernetzt zukünftig alle VerwaltungAlmaWeb mit eingeschränkten Funktionsumfang sprozesse von Lehre und Studium auf einer Onlinezur Bewerbung und Zulassung zum WintersemesPlattform: Moduleinschreibung, Prüfungsanmelter 2012/2013 für die zulassungsbeschränkten dung, Noteneinsicht, Master-Studiengänge Rückmeldung und freigeschaltet. vieles mehr. Die StudDie Uni Leipzig ierenden werden ihr geht mit diesen techStudium ganz einnischen und organisafach per Mausklick torischen Erneuerunorganisieren können, gen einen wichtigen zu jeder Tages- und Schritt zu einer modNachtzeit, von jedem ernen, digitalisierten Startschuss 09.12.2010 für AlmaWeb: ProjektleiOrt der Welt. Hochschule. Bis 2013 Aber nicht nur die ter Dr. Gunnar Auth und Kanzler Frank Nolden (v.l.). sollen alle Prozesse IT-Landschaft der der Verwaltung von Uni soll im Zuge des Projektes verändert werden. Studium und Lehre nach und nach im AlmaWeb Einhergehend mit der Einführung von AlmaWeb online gehen. Foto: Swen Reichhold

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SPORTAKUS

SOMMERFEST

Sommer ist eine von Anika Schwager Die Vorbereitungen zum diesjährigen SPORTAKUS-Sommerfest wurden noch ab und zu von Sonnenstrahlen begleitet. Abends wurde es dann doch nass von oben. Trotz des unsommerlichen Wetters kam echtes Sommerfeeling auf.

Einstellung Das SPORTAKUSSommerfest 2012

M

it dem Sommerfest, das erneut die Gala wieder ein großes Publikum. Nach einem vielfältides Zentrums für Hochschulsport abrungen Programm wurden die knapp 500 begeisterten dete, begann der Auftakt zu einer Woche, Zuschauer mit einer mitreißenden Vorführung des die mit dem folgenden Campusfest ganz im Zeichen Electric Boogaloo Kurses auf den Hof zum Sommerdes Sports und guter Partys stehen sollte. fest entlassen. Kurz vor 18 Uhr trafen sich vier Teams zum GeoVor der Durchführung des Kraftdreikampfes der Caching-Staffellauf, der in Kooperation mit Philipp Männer, gab es eine zweite Premiere an diesem Heinrich von „ABSOLUT-GPS“ seine Premiere beim „Sommer“festtag: Einen Koordinationsdreikampf Sommerfest feierte. Die GPS-geleitete Schnitzeljagd der Frauen mit Eier-Hindernis-Lauf, Zielwerfen und mit sechs Stationen führte die Teilnehmer zwischen Hula-Hoop-Wettbewerb unter Aufsicht von Dr. KersJahnallee und Käthe-Kollwitz-Straße quer über tin Schlegel. „Koordinationskönigin“ wurde Nele den Campus und durch den Palmengarten. Nach Stürmer und erhielt das „königliche Steinchen“ der kniffligen Rätseln und knobeligen Fragen, die an Fakultät. Im Kraftdreikampf, geleitet von Dr. Steffen längst vergessene SportKeine, konnte sich dieses motorik- und TrainingsJahr Pablo Talavera vom ITK wissenschafts-Klausuren durchsetzen und wurde unerinnerten, konnte am Ende ser „Stärkster Brocken 2012“. das SPORTAKUS-Team den Nach der Siegerehrung Lauf für sich entscheiden. übernahm dann der Regen Auf Platz zwei landeten die das Kommando. Davon unMitarbeiter der Fakultät beeindruckt zeigten einige unter Leitung des erfahrePartygäste, was wahres Somnen GPS-Schatzsuchers Dr. merfestfeeling bedeutet: Hans-Joachim Minow. Den Tanzen im Regen – egal wie Bronzerang belegte die nass oder kalt. Der SPORStaffel des Internationalen TAKUS möchte sich für die Trainerkurses (ITK). hervorragende Stimmung Im Anschluss unterhielt bedanken, die dem Wetter die Hochschulsportgala in zum Trotz das Sommerfest der bis zum letzten Platz Gleichberechtigung beim Sommerfest: wieder zu einem Erfolg hat Nele Stürmer ist die erste Siegerin des Kogefüllten Ernst-Grube-Halle werden lassen. ordinationsdreikampfes der Frauen. Fotos (12) : Sebastian Brunn

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Große Jagd nach kleinen Schätzen von Rick Jakob Mit dem 2. Mai 2000 fiel der Startschuss für eines der am weitesten verbreiteten Spiele der Welt. Mit der zivilen Freigabe der 24 globalen PositionsSatelliten (GPS) wurde in den USA durch den Ingenieur und Erfinder Dave Ulmer das Spiel GeoCaching per Zufall geboren.

U

lmer wollte die Genauigeit des GPS-Systems testen und versteckte zu diesem Zweck einen Eimer in einem Wald bei Beavercreek, Oregon. Er notierte die durch GPS erhaltenen Daten und veröffentlichte sie für seine Freunde im Internet, welche die Dose im Wald finden sollten. Um den Fund zu beweisen, sollte jeder, der fündig wird, sich in das Logbuch eintragen, sich etwas aus der Dose mitnehmen und selbst etwas dort hinterlassen. Ulmers Freunde revanchierten sich und versteckten eigene „stashs“, zu deutsch Lager oder Geheimverstecke, deren Koordinaten sie veröffentlichten, so dass sich binnen kurzer Zeit eine Liste mit rapide wachsender Versteck- und Teilnehmerzahl entwickelte. Im Juni 2000 wurde der Begriff „stash“ durch den heute bekannten Begriff „GeoCache“ ersetzt, da dieser im amerikanischen Sprachraum negativ besetzt ist (Waffen- oder Drogenversteck). Ulmers Dose wurde im Laufe der Zeit stark beschädigt, sodass man ihn durch eine Gedenktafel ersetzte.

Was brauche ich zum Cachen? kostenlose Anmeldung auf geocaching.com Zugang zur Datenbank für Zielkoordinaten ein GPS-fähigs Gerät (z.B. Smartphone) Geduld und Freude an der Natur

Gefunden! Ein großer GeoCache und sein Inhalt: Logbuch und Tauschmaterial.

Fakten Anz. Verstecke: BRD: 246.063, Sachsen 14.726 Anzahl Cacher: Welt: >5 Mio., BRD: ca. 0,7 Mio. Anz. Cacher: Sachsen 51.300, Leipzig 13.800 46,7 Millionen Funde Deutschlandweit SpoWi-Caches: 29 (r = 1km), 303 (r = 3km) Heute wird GeoCaching global nach dem UlmerPrinzip gespielt. Meist sind die Fundstücke so platziert, dass sie die Schatzjäger an besonders sehenswerte Orte führen. Die Vorbereitung und Suche gestaltet sich abwechslungsreich: Ein „Standard Cache“ befindet sich direkt an den vorgegeben Koordinaten. „Multis“ nehmen die Suchenden auf eine Reise zu mehreren Verstecken hintereinander. „Mysticals“ erfordern zunächst die Lösung eines Rätsels, um den richtigen Fundort zu bestimmen. Streng trennen lassen sich diese Arten jedoch nicht. Eine wichtige Grundregel ist: Lass dich nicht beim „Heben“ des Schatzes erwischen! Cacher sollen bei der Suche nicht auffallen - das macht die Suche nach scheinbar leicht versteckten Zielen zum Erlebnis besonders an zentral gelegenen Orten eine echte Herausforderung. Nach dem Eintrag ins Logbuch muss der Schatz wieder ins Versteck zurückgelegt werden. Und das ebenso unauffällig wie zuvor! GeoCaching ist für Kinder genauso geeignet, wie für Erwachsene. Die Anforderungen variieren dabei stark: Manche Verstecke sind nur mit Boot, Taucheroder Kletterausrüstung zu erreichen.

Foto: Pavel Ševela / Wikimedia Commons

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FAKULTÄT

Die Fitness-App! Individuelles Training mit deinem Handy - vom Breiten- bis zum Leistungssport Am Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft (ABTW) entwickelt die Projektgruppe „GeoTrainer“ um Philipp Heinrich eine GPS-gestützte Trainingsapplikation (App) für Smartphones, die für den Laien nutzbar sein soll.

von Jana Kasper

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ls Nachteile der Nutzung bereits vorhander Trainings-Apps sieht Philipp die statische Funktionsweise sowie fehlende Regenerationszeiten für den Anwender. Die Besonderheit der „GeoTrainer“-App sei hingegen die dynamische Echtzeit-Trainingssteuerung, verdeutlicht er. Aus den Trainingsdaten wird der aktuelle Zustand des Nutzers ermittelt. Nach dem Training erfolgt eine Befragung per Handy über die Befindlichkeit des Sportlers. Aus diesen Informationen wird die kommende Trainingseinheit in ihrer Belastung angepasst. Als Zielvorgabe hat sich die Projektgruppe mit Tilman Sobek, Philipp Schaffer und Natascha sowie Philipp Heinrich die Breitensporttauglichkeit des Produkts gesetzt. Es soll eine einfache Kommunikation hergestellt werden, d.h. die Übersetzung der Daten in eine für den Endnutzer verständliche Sprache. Beispielsweise in Form einess Ampelsystems. Möglich wäre, die App im Anschluss einer Rehabilitation zur Weiterführung im Alltag einzusetzen. Dabei spielt die Suche nach Alternativen für die Pulsmessung mittels Brustgurt eine große Rolle. Messungen über Arm oder Ohr werden als Vereinfachung für Patienten in Betracht gezogen. „Die Projektgruppe befindet sich in der Grundlagenforschung“, äußert der GPS-Experte und ehemalige Sportstudent. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und des Europäischen Sozialfonds.

GPS-Experte mit Erfahrung in der Trainingssteierung: Philipp Heinrich. Foto: privat In vier Probandengruppen mit insgesamt zehn Studierenden wird die Datenerhebung, die später durch Smartphones geschehen soll, mittels GPSGerät und Pulsuhr simuliert. Aus den GPS-Daten lassen sich Strecke, Distanz, Höhenunterschiede und Geschwindigkeit ableiten. Die Herzfrequenz wird über die Pulsuhr ermittelt. Die Bearbeitung der Streckenerfassung, des sogenannten „Trackings“ ist schon weit fortgeschritten. Die Kopplung mit einem Pulssensor befindet sich hingegen noch in der Anfangsphase. Die Entscheidung über einen Sensor kann noch nicht getroffen werden, da entsprechende Kooperationspartner bei Fragen der Hardware berücksichtigt werden müssen. Der Prototyp wird mit Spannung erwartet.

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Die Königsdisziplin von Rick Jakob Es ist der absolute Wille, der Sportler immer wieder zu Höchleistungen treibt. Dabei sein ist alles jeder will es, jeder versucht es. Jeder gegen jeden, Kopf an Kopf. So auch im Olympia-Sommer 2012. Aus dem Tagebuch eines SpoWi-Olympioniken.

Einschreibe-Zehnkampf SpoWi-Fakultät 2012

Startnummer mehr erhalte und gestern bereits alle vergeben habe, muss ich mir eigene Scheine malen und ausschneiden. 8.00 Uhr: der erste Start. Es geht über 110 Meter Hürden, Tische und Bänke. Wieder keine gute Zeit, doch mit dem rechten Dreh fliegt die Scheibe noch ins Ziel. Insgsammt ist es noch übag 1. Seit Tagen bin ich fokussiert, endlich ler als gestern: Viele Wettkampfplätze wurden kurzgeht es los! Alle Teilnehmer haben sich am fristig wegen finanzieller Kürzungen gestrichen. Das Ort der Entscheidung eingefunden, alle sind reduziert die Kaderplätze, der Stapel türmt sich auf in Hochform. Wettkampfleiter Dr. Schicke gibt die 4,86m. Der Wettkampfleiter prüft seinen Stab. Nach Startnummern aus, in drei langem Anlauf gelingt mir Wettkampfklassen werden der hohe Sprung - gerade die Sommer-Teilnehmer geso. Fast wäre die Latte gefalsucht. Angespannt warte ich len und der Sommertraum auf den Startschuss. Als dievorbei. Mit dem Mut der ser fällt, klappern die Bänke Verzweiflung greife ich zum (hunderte!) - nur Meter vor Speer. Dieser landet genau mir. Im Ziel stelle ich fest: im Ziel und meine hand10,25 Sekunden waren gut, gemalte Startnummer wird aber nicht gut genug. Mein in den Olympischen Kader Zettel liegt auf dem größten gelost. Haufen, meine Startnummer Die finalen 3,75-(GeStartnummern eines glücklosen SpoWiwird vom Stadionsprecher sprächs-)Runden geraten Olympioniken 2012. Fotos (2): privat verlesen. Was nun? Ich muss zur Farce, denn viele potenden weiten Sprung wagen! zielle Teilnehmer sind aus Endlich, beim dritten Versuch klappt es. 7,25 Kilo Frustration über die vorherigen Disziplinen bereits schwer wiegt die nächste Aufgabe. schimpfend nach Hause gegangen. Fünf Minuten Meine Startnummer stoße ich auf den gewünschspäter sitze ich vor einem Teller Nudeln und versuche ten, 19,72 Meter entfernten, Papierstapel. Doch der die Ereignisse der letzten zwei Tage zu verarbeiten. nächste Tiefschlag: Der Stapel misst 2,12m Höhe, Ein Blick auf meine Ergebnisliste zeigt: Sommerhalbdenn es mangelte den Organisatoren an gleichwerjahr 2012 - nur mit mir! Damit bin ich einer der wenitigen Alternativen. Doch ich überquere die hoch gen Leipziger Sportler, der das von sich behaupten gelegte Messlatte. „Weiter, immer weiter“, denke ich. kann. Wahnsinn! Nun will ich drei Monate RegeIn der letzten (Stadion-)Runde des Tages komme ich neration. Doch schon Montag geht es richtig los. nach 45,86s zum Ziel. Schwach, aber es reicht. Dankbar denke ich an das Motto, das mich antreibt: Tag 2. Auch heute bin ich aktiv. Da ich heute keine Olympia Sportstudium: Dabei sein ist alles!

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22.08.12


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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Herzlich willkommen Vorgestellt: Vier Mitarbeiter der Sportwissenschaftlichen Fakultät

Fotos (3): Sebastian Brunn

Kurz vor Ende ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Bürokommunikation an der Zentralverwaltung der Universität Leipzig wurde Fanny Jentzsch im Mai 2010 als Sekretärin vom Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft (ABTW) angestellt.

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anny Jentzsch ist als Nachfolge von Frau Goldammer mit 23 Jahren das jüngste Mitglied im Institut ABTW. Sie meistert seit bereits zwei Jahren den Spagat zwischen Job und Studium mit Bravour Fanny Jentzsch. und behält trotz Doppelbelastung in jeder Situation einen kühlen Kopf. Die ehemalige Leistungsschwimmerin aus Pirna wollte nach der Aubildung gern in Leipzig bleiben und hätte sich keine bessere erste Arbeitsstelle vorstellen können. Als besonders angenehm an ihrem Job empfindet sie die KollegInnen und das gute Betriebsklima. Derzeit absolviert sie ein berufsbegleitendes Abendstudium zur Diplom-Verwaltungsbetriebswirtin an der Verwaltungs- und WirtschaftsAkademie Leipzig, welches sie 2013 beenden möchte. In ihrer Freizeit geht sie gern ins Fitnessstudio, joggen oder schwimmen. Sich selbst sieht sie als ruhig und gelassen, was bei der Zusammenarbeit mit den Studierenden oft von Vorteil ist. Dabei freut sie sich über jeden, der bei ihr vorbeischaut.

Alles neu machte der Mai bereits im vergangenen Jahr, als Manuel Prager im Institut für Sportpsychologie und Sportpädagogik als technischer Angestellter die erste Hälfte des Zepters von Dr. Uwe-Carsten Zehl übernahm, der das Altersteilzeitmodell in Anspruch nahm.

M

it seinen Erfahrungen in den Bereichen Fach-, Geo-, Sport- und Medieninformatik, sieht sich Manuel Prager selbst als Rock'n'Roll-Informatiker. Der 28-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern kam über Umwege der Liebe wegen nach Leipzig und trat im Mai 2011 die Stelle als technischer Angestellter an. Zu seinen Aufgaben gehören Administratives, die Pflege der Institutshomepage sowie die Betreuung des Geräteparks. In Zukunft möchte Prager mehr mit den Studierenden zusammenarbeiten Manuel Prager. und wird u. a. im Bereich der sportpsychologischen Diagnostik Aufgaben übernehmen. Seinen Bachelor of Engineering, den er an der Hochschule von Neubrandenburg ablegte, möchte er außerdem mit einem Master in Medieninformatik ergänzen. Neben dem großen Interesse für Politik, Wirtschaft und Finanzwesen, ist der studierte Geoinformatiker auf dem Skateboard zuhause, geht gern wakeboarden und schnürt regelmäßige seine Laufschuhe.


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FAKULTÄT

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an der Sportfakultät! von Anika Schwager & Sara Korschewski

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er 28-Jährige aus Hamm studierte bis 2010 Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Rehabilitation und Sporttherapie bei Erkrankung der inneren Organe an der hiesigen Einrichtung. Das Steckenpferd des wissenschaftlichen Mitarbeiters ist die Arbeit an Disease Management Programmen, mit denen er sich bereits im Rahmen seiner Diplomarbeit intensiv beschäftigte. Eines seiner Arbeitsfelder ist die Versorgungsforschung, welche Martin Lange. sich als Teilgebiet der Gesundheitssystemforschung mit der Kranken- und Gesundheitsforschung befasst. Sein nächstes Ziel ist die Promotion, für die er seit April dieses Jahres ein Landesgraduierten-Stipendium des Freistaates Sachsen erhalten hat. Die Tätigkeit am Institut sieht Lange als umfassend und abwechslungsreich. Er schätzt das kreative Arbeiten, die Möglichkeit eigene Projekte beginnen zu können und von allen Seiten Input zu bekommen. In der Freizeit geht er Mountainbiken, spielt Posaune sowie Trompete.

Aus eins mach zwei – Seit 2010 arbeitet ein weiterer wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesundheitssport und Public Health (IGPH), der sich auf die gute und kreative Zusammenarbeit mit Studierenden freut: Hagen Wulff (27) aus Vacha in Thüringen.

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ulff legte 2010 seinen Magister Artium mit dem Hauptfach Sport (Nebenfächer: Psychologie, Erziehungswissenschaft) an der Gießener Justus-Liebig-Universität ab, wo er im Anschluss Grundschullehramt studierte. Als Nachwuchswissenschaftler im Bereich der „körperlichen Aktivität in Prävention und Rehabilitation“ zählen zu seinen Aufgaben am IGPH die Lehre, die Arbeit mit Adipositasgruppen und neuen Medien. Die Betreuung von Abschlussarbeiten, die Arbeit mit Studenten und die gegenseitige Unterstützung im Institut gefallen Wulff dabei besonders. Für die Zukunft strebt er seine Promotion an und freut sich auf die Leitung von Projekten, „in denen sich die Studierenden Hagen Wulff. wiederfinden“. Bevor er nach Leipzig kam, war er in einem Auslandspraktikum für eine Hilfsorganisation für Kinder und Jugendliche in Bosnien und als Lehrer in der deutschen Botschaftsschule in Peking tätig. In seiner Freizeit ist er gern auf Reisen und kocht für die Familie. Zu seinen bevorzugten Sportarten zählen Squash und Skaten.

Foto: privat

Mit dem Westfalen Martin Lange erhielt das Institut für Gesundheitssport und Public Health (IGPH) 2010 ambitionierte Unterstützung für Forschung und Lehre. Der Diplomsportlehrer und Nachwuchswissenschaftler hat sich vor allem der Aktivitätsforschung verschrieben.


SPORTAKUS

FAKULTÄT

Gemeinsam für die Sportwissenschaft von Rick Jakob

Förderverein sucht Mitglieder

Es ist und bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge. Man stelle sich folgende Situation vor: Die kreativen Köpfe der Sportwissenschaftlichen Fakultät arbeiteten an einem bahnbrechenden Projekt, stehen kurz vor dem Durchbruch. Was aber tun, wenn die Mittel vom Land immer knapper werden? Wenn eine Weiterarbeit durch finanzielle Engpässe gefährdet ist? Dann kann nur noch der Verein zur Förderung der Sportwissenschaft an der Universität Leipzig e.V. helfen.

gene Laufveranstaltung „RUNiversität“. Ein weiteres Betätigungsfeld ist der Versuch, ehemalige und aktuelle Absolventen aller sportwissenschaftlichen Studiengänge sowie Lehrende Leipzigs zusammenzuführen und dadurch ein Netzwerk zu etablieren. Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Engagement ist eine möglichst große Mitgliederzahl. Als AbsolventIn wird durch eine Mitgliedschaft eine Bindung an die eigene Ausbildungsstätte dokumentiert. Auch Sportbegeisterte, die nicht an der hiesigen Fakultät studiert oder gelehrt haben, könine wichtige Rolle spielt der Förderverein bei nen ihr Interesse an der Sportwissenschaft somit der Unterstützung junzum Ausdruck bringen. ger Forscher. Dabei geDurch die Mitgliedhören nicht nur aktuelle Proschaft ist ein Austausch fessoren zu den Mitgliedern, mit anderen Unterstütauch Sportinteressierte aus zern, Absolventen sowie allen Lebensbereichen sind potenziellen Arbeitgewillkommen. bern möglich. Jeder FörDer Verein fördert die derer erhält stets aktuelle Sportwissenschaft und die Informationen zu VeranAusbildung des sportwissenstaltungen der Fakultät schaftlichen Nachwuchses an und des Vereins. Darüber der Universität Leipzig. Dazu hinaus ist jeder aufgeruunterstützt er im besonderen fen sich kreativ in das VerMaße Veranstaltungen und einsleben einzubringen. Projekte der SportwissenZudem wird der Verein schaftlichen Fakultät. Dies in Zukunft eigene Veransind u.a. der wissenschaftliche staltungen organisieren, Wettstreit der Studierenden, um einen gehaltvollen ExmatrikulationsveranstaltunAustausch aller Sportwisgen, der Fakultätsball, Symposenschaftler und SportAb Juli 2012 erhältlich: Die neueste Aussien und Exkursionen oder die manager aus Leipzig angabe der Leipziger Sportwissenschaftlidieses Jahr erstmals ausgetra- chen Beiträge. zuregen.

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Gestaltung: Wolf-Dieter Kaeubler

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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Internationales Flair seit fast 50 Jahren von Daniela Schuppener

Leipziger Know-How für Sportlehrer in aller Welt

In der Mensa sprechen am Nachbartisch einige Studenten französisch, auf dem Testfeld spielt eine kleine Gruppe Fußball, die sich gegenseitig Anweisungen auf Spanisch gibt und in der Fechthalle wird arabisch gesprochen. Es wird Zeit, dieses „Mysterium“ aufzuklären!

Lindhammer, Geschäftsführer seit 2011, zufrieden. Dieses Semester studieren 52 Studenten aus 33 Ländern auf dem Campus Jahnallee. In der 49-jährigen Historie des ITK besuchten so Teilnehmer aus 115 Ländern die international anerkannte Trainerschule. Da lassen sich in sechs Semestern rein rechs handelt sich um Studierende des Internanerisch über 300 persönliche Kontakte knüpfen, tionalen Trainerkurses (ITK), die in Leipzig „womit dir bis zur Rente eine freie Unterkunft in nafünf Mohezu jedem Land nate lang Weider Erde sicher terbildungskurse ist“, kalkuliert für Trainer und Eckert-LindhamSportlehrer bemer augenzwinsuchen. Sie komkernd. Die Weimen aus allen terbildung hilft Teilen der Welt. auch der SportDie Kurse sind artenverbreitung eine Art „Hilfe in den jeweiligen zur Selbsthilfe“ Ländern. So hat und befähigen sich in Paraguay die Absolventen Sport verbindet: Der algerische Fußballer Lyes Benbakir (l.) und das Gerätturnen in ihren Heimat- der nigerianische Leichtathlet Akuh Purity (r.) beim ITK-Sportfest. erst durch zwei ländern fachlich ITK-Absolventen fundiert eigene Projekte zu starten. Der Unterricht entwickelt. „Neulich habe ich ein Foto eines Absolerfolgt auf Englisch, Französisch, Spanisch sowie venten gesehen, der eine Tischtennisschule in Haiti Arabisch und ermöglicht so oft die Vermittlung in eröffnet hat. Das war schon ein ergreifender Moder Muttersprache. ment“, berichtet der 35-jährige stolz. Im Mai fand das erste internationale Sportfest Das nächste Projekt hat er bereits ins Auge gestatt, welches ein Schritt in die zum Ziel erklärte fasst: Eine Kooperation mit dem Sprachenzentrum, Richtung ist: Die internationale Trainerausbildung um ein festes Mentoren-Programm mit Sprachtanbekannter machen und eine Verbindung unter ausdem für die ausländischen Studenten anbieten zu ländischen und deutschen Studierenden herstellen. können. Eine weitere Gelegenheit, den Bekannt„Das Sportfest war eine gelungene Premiere und heitsgrad des ITK zu fördern, bietet sich 2014, wenn wird definitiv fortgeführt“, äußert sich Daniel Eckertdieser sein bereits 50-jähriges Bestehen feiert.

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Foto: ITK Leipzig 2012

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FAKULTÄT

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Die Spieler-TrainerWissenschaftlerin

„I

ch habe das Ziel, Nationaltrainerin von Mexiko zu werden“, sagt Vanessa Martínez Lagunas selbstbewusst, schiebt aber sogleich lächelnd nach, „es muss aber nicht sofort sein." Martínez, im mexikanischen Toluca geboren, kann sich vorstellen, nahezu überall zu arbeiten. Und sie dürfte auch, denn sie hat seit Ende März die FußballLehrer-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die als die höchste Trainerausbildung der Welt gilt. Für ihre Pläne kommt ihr entgegen, dass sich der Frauenfußball weltweit weiterentwickelt. Für den Weltverband FIFA bildet die ehemalige Nationalspielerin Mexikos seit 2008 in diversen Kontinenten selbst Trainer aus: „Da kann ich etwas leisten“, sagt sie zu ihrem Anteil am Entwicklungsprojekt. Sprachlich gibt es kaum Barrieren für die Mexikanerin. Neben Spanisch spricht sie perfekt Deutsch und Englisch. Das Bachelor- und Master-Studium der Sportwissenschaft absolvierte sie dank eines Stipendiums an der University of Texas in Austin (USA). Seit 2008 lebt Martínez in Deutschland, wohin es sie eher als Wissenschaftlerin denn als Fußballerin verschlug. An der Trainerkarriere arbeitete sie fleißig weiter. Obwohl Martínez in den USA bereits eine Trainerausbildung abschloss, nahm sie den Umweg über B- und A-Lizenz zur Fußball-Lehrerin in Kauf. Kaum in Deutschland angekommen, erwarb sie die B-Lizenz: „Das war am schwersten“, findet Martínez heute. Sie hatte zu Schulzeiten Deutsch gelernt, später nochmals aufgefrischt, aber vor allem die spezfischen Fachbegriffe musste sie pauken.

von John Hennig

Mexikanische Fußballlehrerin promoviert an der Fakultät

Foto: Peter Aswendt

Es klingt nach einer Karriere im Schnelldurchlauf: Im Alter von 30 Jahren könnte Vanessa Martínez Lagunas theoretisch bereits jede Mannschaft der Welt trainieren. Doch zunächst konzentriert sich die Mexikanerin auf ihre Promotion an der Sportwissenschaftlichen Fakultät.

Als Trainerin und Sportwissenschaftlerin im Einsatz: Die Mexikanerin Vanessa Martínez Lagunas. Die Mexikanerin will nach der erfolgreich abgeschlossenen Trainerausbildung im kommenden Jahr ihre Promotion zum physiologischen Anforderungsprofil im Frauenfußball an der Universität Leipzig beenden: „Meine größte Leidenschaft ist das Trainer-Dasein, zunächst will ich aber meine anderen Aufgaben beenden“, sagt sie. Beides lässt sich gut kombinieren und "es gibt wenige, die Spieler, Trainer und Wissenschaftler in sich vereinen.“ Zu der Fülle ihrer Tätigkeiten sagt sie schmunzelnd: „Ich brauche das. Ich bin höher motiviert, wenn ich viele Projekte habe.“ Erst bei der Trainerausbildung merkte sie, wie ihr die wissenschaftliche Arbeit hilft: „Wir machten Messungen mit Spirometrie-Masken, das war für viele neu“, sagt Martínez mit Verweis auf die ehemaligen Profis und erfahrenen Trainer von den Nachwuchsleistungszentren der Bundesligisten in ihrem Jahrgang, „nur ich kannte das schon.“


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SPORTAKUS

FAKULTÄT

Fisherman's Friend StrongmanRun 2012

Foto: Sebastian Brunn

In sechs europäischen Ländern findet jährlich eine Laufveranstaltung der etwas anderen Art statt: Der Fisherman's Friend StrongmanRun. Der selbsternannte „stärkste Lauf aller Zeiten“ verlangt den Sportlern und Trainern Außergewöhnliches ab. Zwei Runden à zehn Kilometer sind zu absolvieren.

Gemeinsam stark: Das Team um die Trainer JaninaKristin Götz (Mitte) und Christian Gustedt (3. v.r.).

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ro Runde müssen 15 Hindernisse, die Namen wie „Panik-Pool“ oder „Final Destination“ tragen, überwunden werden. Probleme bei der Bewältigung einer Hürde können neben Zeitverlust auch unangenehmere Folgen mit sich bringen. So wird eine falsche Ausführung auch schon mal mit einem Zwölf- Volt-Stromschlag bestraft. Vier LVZ-Leser stellten sich am 5. Mai auf dem Nürburgring dieser Herausforderung. Dass ein Athlet für diese Art von Wettkampf eine besondere Vorbereitung benötigt, liegt auf der Hand. Um die Sportler vor Stromschlägen zu bewahren, trainierte Janina-Kristin Götz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Schwimmsport, die buntgewürfelte Gruppe seit Anfang März.

von Amelie Heinrich

Sind sie zu stark, bist Du zu schwach! „Die Stimmung während der Trainingseinheiten war immer sehr gut. Statt Konkurrenzdenken herrschte Teamgeist“, so die Trainerin. Dafür spricht, dass ein Großteil der ursprünglich 22 Athleten, die bei der Auslosung um die vier Plätze kein Glück hatten, weiter am Training teilnahmen und sich privat für den Wettkampf anmeldeten. So waren elf Ausdauersportler zwischen 22 und 50 Jahren regelmäßig bei den Vorbereitungseinheiten anwesend. Unterstützt wurde Janina-Kristin durch ihren Kollegen Christian Gustedt, angestellt im Fachgebiet Leichtathletik, den sie aufgrund seiner Erfahrungen im Parkoursport angesprochen hatte. Ursprünglich für eine Trainingseinheit engagiert, blieb er bis zum Ende und sorgte stets für Motivation und abwechslungsreiche Trainingsinhalte. Auf dem Trainingsplan stand neben der Schulung der Grundlagenausdauer vor allem Koordinations- und Krafttraining, wobei die Originalstationen im Training leider nicht simuliert werden konnten. Kompensiert wurde dies durch Lauftraining, Intervallkrafttraining und der Überwindung leichter Hindernisse aus Reifen oder auch mal einem Mülleimer. „Ich fühle mich topfit und gut vorbereitet. Schade, dass es vorbei ist“, meinte eine Teilnehmerin nach dem Training. Das Ziel der Sportler, engagiert und mit Spaß zu laufen, wurde trotz der Wettkampfstrapazen erreicht. Auch Trainerin Götz bewältigte den kräftezehrenden Lauf erfolgreich. Den beiden Dozenten gefiel das Training mit der Gruppe so gut, dass sie bereits weitere Projekte planen.


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FAKULTÄT

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Management mit Mannschaftsgeist von Mario Schiebold

Mit dem „Alma Masters“ in Leipzig und dem „Sportmanagement Deutschland-Cup“ in Remagen waren Studenten der Sportwissenschaftlichen Fakultät zum einen als Ausrichter, zum anderen als Gäste an zwei zukunftsträchtigen Fußballturnieren beteiligt.

L

eipzig. „Für das nächste Spiel machen sich bitte bereit: ‚How I Met Your Schienbein‘ gegen ‚Leipzigs Vollstrecker‘ auf Feld A und ‚Atze Milan‘ gegen ‚FC Investigativ Leipzig‘ auf Feld B“. So ähnlich schallte es am 15. April anlässlich des „Alma Masters“ durch die altehrwürdige Ernst-GrubeHalle. Auch wenn es die Teamnamen nicht verraten: Hier wurde professionelle Organisationsarbeit in puncto Fußball geleistet und in die Tat umgesetzt. Angehende Sportmanager waren im Rahmen einer Projektarbeit für die Neuauflage des studentischen Hallenfußballturniers verantwortlich. Sowohl Bachelor- als auch Masterstudenten ergänzten sich mit ihren Erfahrungen und Ideen optimal. „Die Verteilung organisatorischer Aufgaben, von der Turnierausschreibung, über die Sponsorenakquise bishin zur Spielleitung, wurden gut auf die einzelnen Schultern verteilt“, befanden Felix und Christoph vom Organisationskomitee. Die gute Stimmung und das durchweg positive Feedback hält den Leipziger Studenten als Ausrichter Tür und Tor für eine Fortsetzung offen. Strahlende Sieger des Turniers wurden „Die 7 schizophrenen

Foto: privat

Sportmanager organisieren Fußballturniere

Theorie praktisch angewendet: Sportmanagementstudierende organisierten das „Alma Masters“. 14“. In Zukunft hegt man in Leipzig die Ambitionen, es den Studierenden der Fachhochschule Remagen gleich zu tun und ein solches Turnier dauerhaft an der Fakultät zu etablieren. Im Juni fand mit dem „Sportmanagement Deutschland-Cup“ im westfälischen Remagen das Rückspiel zum „Alma Masters“ statt. Bereits seit 2005 organisieren künftige Sportmanager verschiedener Standorte ein Fußballturnier mit aufwändigem Rahmenprogramm, bestehend aus diversen Showeinlagen, Barbecue und gemeinsamer Abschlussfeier. Zum ersten Mal war auch die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig vertreten. Letztlich reichte es jedoch nicht zum Weiterkommen des Leipziger Teams. Neben dem Kampf um Siege und Trophäen dient der Cup vor allem dem gegenseitigen Austausch und Kennenlernen aller Beteiligten. „Der Trip nach Remagen war eine gute Gelegenheit, sich über alternative Angebote bezüglich des Fachs Sportmanagement in Deutschland zu informieren und neue, gleichgesinnte Leute kennen zu lernen“, meinte Teilnehmer Jannik. Alles in allem hat sich die lange Anreise für alle Beteiligten also gelohnt.


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FAKULTÄT

WG Stuttgart wird deutscher Hochschulmeister im Handball Foto: Christoph Masche

von Isabella Renner

DHM in Leipzig: Studierende aus ganz Deutschland kamen zum dritten Mal in Folge in die Messestadt. Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten Mal in Folge richteten das Zentrum für Hochschulsport, die Universität Leipzig und die Handballabteilung des SC DHfK Leipzig die deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) im Handball aus. Vom 22. bis 24. Juni waren die kleine Arena und die Ernst-GrubeHalle Spielstätten des nationalen Studententurniers. Für die Herren des Lokalmatadors und Vorjahresmeisters aus Leipzig blieb beim Heimturnier nur der fünfte Rang. Die Leipziger Frauen beendeten den Wettkampf auf Platz acht.

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it Favoritensiegen endete die diesjärige DHM der Handballer. Die mit Bundesligaspielern gespickte Wettkampfgemeinschaft (WG) Stuttgart holte den Titel bei den Männern nach einem 23:16 über aufopferungsvoll kämpfende Münsteraner. Die gastgebenden Leipziger, durch den Vorjahressieg direkt für die Finalrunde der diesjährigen Ausgabe qualifiziert, konnten im Turnierverlauf nicht an die Erfolge der letzten beiden Jahre anknüpfen. Schon in der Gruppenpha-

Titelverteidiger aus Leipzig wird nur Fünfter se schied man nach nur einem Sieg bei zwei Niederlagen aus und wurde am Ende Fünfter - mit 25:24 n.V. behielt man im Platzierungsspiel gegen die WG Hamburg die Oberhand. Zum ersten Mal seit einigen Jahren gingen auch wieder Leipziger Frauen an den DHM-Start. Die Teilnahme, mit dem achten Rang sportlich wenig erfolgreich, hatte aber allen Spielerinnen des kurzfristig zusammengestellten Teams viel Freude bereitet. Den Siegerpokal nahm die WG Berlin entgegen. Diese besiegte in einem hochklassigen, jedoch etwas einseitigen Finale die WG Heidelberg mit 23:13. In den Vorrundenspielen ging es am Freitag ab 16 Uhr sowie Samstag ab 10 Uhr um den Einzug in die Finalspiele. Diese fanden am Sonntag ab 12 Uhr in der Ernst-Grube-Halle statt. Doch es wurde nicht nur Handball gespielt. Nebenbei gab es ein buntes Rahmenprogramm, in welchem unter anderem einige Tanzgruppen des Hochschulsports auftraten. Das ganze Wochenende kümmerten sich Teamguides um das leibliche Wohl der Mannschaften. Highlight des Freitagabends war die Sommerparty auf dem Campus der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Mit Public Viewing des deutschen FußballEM-Viertelfinalspiels gegen Griechenland, Musik und Beköstigung klang der erste Abend aus. In der Nacht auf Sonntag war die Sportlerparty in den Gewölben der Moritzbastei perfekter Anlass, um gemeinsam mit den sportlichen Konkurrenten zu feiern und ins Gspräch zu kommen. Auch wenn die Leipziger letztendlich mit leeren Händen in der Grube-Halle standen, so hatten sie doch in den drei Tagen DHM viele Sympathien und auch an Erfahrung gewonnen.


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LEIPZIGSPORT

Weltmeister! Und keiner kennt's! von Sebastian Würfel „Vier edle Veroneser schlugen den Ball, gegen vier Vicentiner“ - so schreibt es Goethe in seinem Tagebuch „Italienische Reise“ von 1786. Erstmals erwähnt wurde Faustball in der römischen Kaiserzeit und zählt zu den ältesten Sportarten der Welt, allerdings nicht zu den bekanntesten. Das soll sich ändern! Im Gespräch mit Susann Vogel, Bundesligaspielerin, Jugend-Landestrainerin von Sachsen und deutsche U23-Meisterin mit der Sachsenauswahl, ist der SPORTAKUS der altehrwürdigen Sportart auf der Spur.

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eit fast 20 Jahren spielt Susann schon für den FSV 1911 Hirschfelde Faustball. Auch 200 Kilometer Enterfernung in die Oberlausitz halten die Leipziger Sportstudentin nicht davon ab: „In Leipzig kann ich leider nicht auf dem höchsten Niveau spielen. Faustball ist ein toller Mannschaftssport, bei dem eine sehr gute Atmosphäre zwischen allen Spielern herrscht", schwärmt Susann. die im Jugendbereich Vizeeuropameisterin wurde. Vor allem der Kampfgeist, das Hechten nach dem Ball und das „Adrenalin in den wichtigen Spielen" imponieren ihr beim Faustball. Die letzten Jahre

Faustball: Auf den Spuren der römischen Kaiserzeit kämpfte sie stets um die Meisterschaft, für den Titel in der Bundesliga reichte leider noch nicht. In Deutschland gibt es im Männer- und Frauenbereich je zwei Bundesligen, unterteilt in die Staffeln Nord und Süd. Die drei bestplatzierten Mannschaften aus beiden Staffeln spielen dann untereinander den Deutschen Meister aus. Die Männernationalmannschaft ist amtierender Weltmeister, die Frauen haben den Vizetitel inne. 2014 findet die Weltmeisterschaft der Frauen zum ersten Mal in Deutschland statt. Da Faustball als Randsportart für Sponsoren noch uninteressant ist, müssen die SportlerInnen viel Geld aus der eigenen Tasche zahlen. „Ab und zu geben Privatpersonen etwas Geld, aber insgesamt sieht es, was Geldgeber betrifft, sehr schlecht aus“, gibt Susann zu. Dabei ist der Zugang zur Sportart denkbar leicht: „Für Kinder ist Faustball einfacher zu erlernen als Volleyball, da der Ball einmal aufkommen darf. So entsteht zeitiger ein Spiel, was schnelle Erfolgserlebnisse schafft“, erklärt die Faustballerin. In einigen Bundesländern wie Niedersachsen ist Faustball schon im Schulsport integriert. In den nächsten Jahren wird eine Faustball-Weiterbildung

In voller Aktion: Susann Vogel demonstriert die Zuspiel- und Abwehrtechnik.

Fotoreihe: Sebastian Würfel


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LEIPZIGSPORT

für Sportlehrer in Sachsen organisiert. Susann wird maßgeblich beteiligt sein. Wer Lust bekommen hat, diese außergewöhnliche Sportart auszuprobieren und seine Arme und Fäuste

gern beim Hochschulsport vorbeischauen. Unter der Leitung von Susann findet jeden Mittwoch auf dem Sportgelände „Wettinbrücke“ von 18 bis 19.30 Uhr der Anfängerkurs statt, der jedem Interessierten

über das Spielfeld schwingen zu lassen, der kann

offen steht - nicht nur Historikern.

Und so wird's gespielt: Rückschlagspiel, zwei Teams stehen sich gegenüber

Spielerzahl:

Fünf Spieler und bis zu drei Auswechselspieler pro Mannschaft

Spielfeld:

Feld: 50m x 20m, Halle: 40m x 20m, durch ein in zwei Meter

Höhe gespanntes Band in zwei Spielfeldhälften geteilt

Ziel des Spiels: Dauer des Spiels:

Den Faustball so über das Band schlagen, dass der gegnerischen Mannschaft der Rückschlag nicht gelingt. Es wird nach Gewinnsätzen bis elf Punkte gespielt. Außerdem werden mindestens zwei Punkte Abstand benötigt, um einen Satz zu gewinnen, maximal jedoch 15. Benötigt werden, je nach Liga, zwei bis fünf Gewinnsätze.

Quelle: wikimedia / Flingeflung

Art des Spiels:

Spielbeginn: Fehler: Durch einen Aufschlag von der Drei-Meter-Linie in - Ball oder Spieler berührt das Band/einen Pfosten das gegnerische Feld. - Ball berüht mehr als einmal den Boden, bevor er Aufschlagrecht: vom nächsten Spieler gespielt wird Die Mannschaft, die den letzten Fehler begangen - Ball wird von mehr als drei Spielern während eines hat, schlägt zum nächsten Punkt auf. Spielzuges berührt Spielverlauf: - Ball wird mit der offenen Handfläche oder einem Jeder Punkt beginnt mit anderen Körperteil als einem Aufschlag und endet Ober-, Unterarm oder Faust Weitere Informationen unter: mit einem Fehler. gespielt www.faustballsport.com - Ball berührt den Boden www.faustball-liga.de außerhalb des Spielfeldes www.faustball-ergebnisse.de www.sachsenfaustball.de

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SPORTAKUS

NEWS

FAKULTÄTSNEWS Lange Nacht der Wissenschaften

Foto: Sebastian Brunn

Zur dritten Auflage der „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 29.06. präsentierte sich die Sportwissenschaftliche Fakultät gemeinsam mit der Handelshochschule Leipzig unter dem Motto „Campus Jahnallee: Sport- und Wirtschaftswissenschaften erleben!“ Neben Vorträgen zu Themen rund um den Sport konnten die Besucher selbst aktiv werden: Mit dem Leipziger Testprofil "50Plus" wurde die motorische Leistungsfähigkeit getestet und ein Biathlonschießmessplatz lud zur Selbsterprobung ein. Schnellste nach 8048m beim 1. „RUNiversität“: Der Zweitplatzierte Seamus Müller, Sieger Jakob Aurin und der Drittplatzierte Christian Rudolf (v.l.).

In der Universität läuft's

Der vom FG Leichtathletik und dem Verein zur Förderung der Sportwissenschaft an der Universität Leipzig e.V. ausgetragene Lauf „RUNiversität Leipzig“ feierte am 27. Juni seine erfolgreiche Premiere. Die 224 TeilnehmerInnen hatten die Wahl zwischen dem 4024 Meter langen FUN Run oder FUN Walk und dem Fitness Run über 8048 Meter. Außerdem gab es den 400 Meter langen KIDS Run. Die Sieger über die längste Distanz studieren beide an der Sportfakultät: Jakob Aurin gewann in 24:23 min bei den Männern und Lisa Schubert in 28:22 min in der Frauenkonkurrenz. Über 4024 Meter waren Steffen Peters (12:48 min; Sportwissenschaftliche Fakultät) und Juliane Wulff (16:16 min; Zentrale Einrichtungen) erfolgreich. Die Sportwissenschaftliche Fakultät stellte die meisten Teilnehmer (77).

2. großes Alumnitreffen In Anlehnung an das Alumnitreffen von 2009 fand vom 29.06. bis 01.07. das zweite internationale Alumnitreffen statt. Ziel war die nachhaltige Bindung der Alumni an die Universität und die Stadt Leipzig. Das Rahmenprogramm bildeten Vorlesungen, Führungen, Konzerte und Ausstellungen. Die Sportwissenschaft beteiligte sich mit einer Campusführung und dem AlumniFußballturnier.

Wahl des FSR 2012 Ende Juni wählten die Studierenden die neuen Mitglieder des Fachschaftsrates Sport (FSR). Das vorläufige Wahlergebnis: Bei 139 abgegebenen gültigen Stimmzetteln, auf denen drei Stimmen verteilt werden konnten, erhielt Aileen Lang (B.A. Sportwissenschaft) mit 103 Stimmen die Mehrzahl aller Stimmen. Kurz gefolgt von Tobias Beyer (M.A. Lehramt, 99 Stimmen und Anja Kanitz (B.A. Lehramt, 86 Stimmen).


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NEWS

von Amelie Heinrich und Anika Schwager

Eignungstest

Neuer Studiengang

Zur diesjährigen Eignungsfestellung im Mai bzw. Juni gab es insgesamt 547 Anmeldungen. Von den 422 angetretenen Bewerbern haben den Test 242 bestanden (57 %). Die durchschnittlich erreichte Punktzahl lag bei 29 von 50 Punkten. Die erreichte Höchstpunktzahl betrug 47. Trotzdem die hiesige Eignungsprüfung nur an wenigen Hochschulen anerkannt wird, können sich Teilnehmer mit externen Eignungsnachweisen von ingesamt 14 Hochschulen an der Fakultät bewerben.

Die Goethe-Universität in Frankfurt am Main bietet ab sofort den Masterstudiengang "Sozialwissenschaften des Sports" an. Inhaltlich werden in den zehn Modulen des Studiums vier Kernbereiche thematisiert: die Wissenschaftsorientierung, die Sportpraxis, die Berufsfeldorientierung sowie diverse Schlüsselkompetenzen. Der Studiengang umfasst vier Semester und startet jeweils zum Wintersemester. Weitere Informationen unter www.sozialwissenschaften-sport. uni-frankfurt.de.

Leipziger Sportwissenschaft ganz vorn dabei Im aktuellen Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung landete die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig mit ihrem Bachelorstudiengang Sportwissenschaft unter den Top sechs von insgesamt 33 Einrichtungen mit vergleichbaren Abschlüssen. Spitzenplätze belegt die Fakultät bei der Akquise von Forschungsgeldern und der Bewertung der Sportstätten. Hinsichtlich des Forschungsrankings rangiert sie im vordersten Mittelfeld, bei den Veröffentlichungen pro Wissenschaftler im hinteren Bereich. Nähere Informationen gibt es unter http://ranking.zeit.de/che2012/de/.

Foto: Alexander Fugmann

Der SPORTAKUS gratuliert...

Wem Ehre gebührt: Chefredakteur Martin Sturm überreicht eine SPORTAKUS-Sonderausgabe an den Jubilar Dr. Christian Hartmann.

... ganz herzlich Dr. Christian Hartmann zum Geburtstag. Hartmann, Fachgebietsleiter der Sportmotorik, betreut das Projekt „����������� ������������ Sport & Medien - SPORTAKUS“ seit 1999 und kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken: 48 publizierte SPORTAKUS-Ausgaben, zwei Symposien „Leipzig Sportfrei?!“, diverse ausgerichtete Schwimmund Sommerfeste sowie mehrere Fakultätsbälle sind unter seiner betreuenden Funktion entstanden. Über 150 Mitglieder in fast 14 Jahren bedanken sich und wünschen ALLES GUTE!

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Rückblick: Nach verheißungsvollem Start scheiterten viele Leipziger Sportvereine wieder an ihren eigenen Zielen

Es geht nicht nur bergauf von Kristin Gebhardt

ningsboykott zum Rückrundenstart Wo Hoffnungen geweckt werden, gibt es auch und insgesamt drei Enttäuschungen. Nicht alle Leipziger MannschafTrainerwechsel. ten, die wir in der letzten SPORTAKUS-Ausgabe Wie sollte es anvorgestellt haben, gehen zufrieden in die Vorders sein, kam bereitung für die neue Saison. Aufgestiegen sind in den entSPORTAKUSlediglich die Uni-Riesen des USC Leipzig und die scheidenden Ausgabe vom Herren des 1. FC Lokomotive Leipzig. Doch die Spielen auch Januar 2012 Teams von RB Leipzig, die Frauen vom 1. FC Lok noch Pech hinoder Handballerinnen des HC Leipzig haben ihr zu. So viel Disharmonie in angepriesenes Ziel, sei es Aufstieg, Klassenereinem Verein kann gerade ein Bundesliga-Aufsteihalt oder Meisterschaft, nicht erreicht. Besser ger nicht verkraften. Hoffentlich sind die richtigen machte es die A-Jugend der Handball-Akademie Schlüsse aus dieser Erfahrung bereits gezogen, so Leipzig/Delitzsch. Sie spielen auch nächstes Jahr dass es bald wieder Frauenfußball aus Deutschlands in der Jugend-Bundesliga. höchster Spielklasse in Leipzig zu sehen gibt. Einen ernüchternden Saisonabschluss erlebngefangen bei den Fußball-Frauen von ten auch die Bundesliga-Handballerinnen vom HC Lokomotive Leipzig: Keine andere MannLeipzig (HCL). Nach 22 Spieltagen belegten sie nur schaft hat eine so Platz drei. Viel zu wenig für chaotische Saison erlebt. Von den deutschen Meister von Beginn an war allen bewusst, 2009 und 2010. Besonders dass man als Liga-Neuling gebitter: Im Halbfinalhinspiel gen den Abstieg kämpft. Um der deutschen Meisterschaft diesen Kampf zu gewinnen, erspielte sich der HCL gegen braucht man nicht nur eine den Buxtehuder SV einen qualitativ sehr gute MannAcht-Tore-Vorsprung. Doch schaft und einen engagierten die Mannschaft von Trainer Trainer, sondern auch einen Stefan Madsen verspielte im Verein, der in jeder Situation Rückspiel noch den sicher hinter den Spielern steht. Das geglaubten Finaleinzug. alles war bei dem Leipziger Nach diesem überraschenBundesligisten für Außenden Saisonende kam es auf stehende kaum erkennbar. Vorschlag des HCL Ende Mai Dafür aber Suspendierungen Wie alle im Team ratlos, warum es wieder zu einem Treffen mit den Vervon Stammspielerinnen, Trai- nicht reichte: RB-Stürmer Roman Wallner. einsanhängern, bei welchem

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der Saisonausgang diskutiert, aber sich dennoch für die gute Unterstützung bedankt wurde. Immerhin konnten sich die Spielerinnen beim Cup Winner’s Cup durchsetzen und scheiterten erst im Halbfinale.

Halle und Kiel konnte sich RB Leipzig nicht durchsetzen und ist folglich ein weiteres Jahr in Meuselwitz, Auerbach und Co. zu Gast. Bitterer Beigeschmack: Durch die Ligenreform würde Platz eins alleine nicht

Fotos (2): Sebastian Brunn

Die Uni-Riesen spielten hingegen ihre bislang mehr genügen. Für den Sprung in den Profi-Fußball beste und mitreißendste Saison in der Zweiten muss ein weiterer Verein in der Relegation ausgeBasketball-Bundesliga ProB Süd, Deutschlands schaltet werden. Neuer Hoffnungsträger ist Sportdritthöchster Spielklasse. Sie erreichten sensatiodirektor Ralf Rangnick, der bereits Hoffenheim und nell Tabellenplatz drei und überzeugten besonders Ulm Bundesliga-Fußball bescherte. In der NOFVin den Play-Off-Spielen, wo sie jedoch im ViertelfiRegionalliga kommt es 2012/13 zum Stadtderby mit nale scheiterten. Die Vorbereitungen liefen bereits dem Aufsteiger vom 1. FC Lok. Dem Team reichte auf Hochtouren, als der Verein das Angebot bekam dank der Reform ein sechster Platz in der Oberliga und annahm, als Nachrücker in die eingleisige ProA Süd. Das Leipziger Glück: Die vor ihnen platzierten aufzusteigen. Geschäftsführer Werner Scholz hofft, zweiten Teams von RW Erfurt, Dynamo Dresden und dass die neue Herausforderung gemeinsam mit den Carl-Zeiss Jena waren nicht zum Aufstieg berechtigt Sponsoren und den Fans angenommen wird. oder scheiterten aus finanziellen Gründen. Daher Der Volleyballrückten die BlauVizemeister von Gelben als drittbeste 2011, die L.E. Volleys, „Erste“ nach. erreichte in diesem Nach einer erJahr „nur“ den dritten folgreichen Saison Tabellenplatz in der 2011/12 darf sich 2. Bundesliga Süd. die A-Jugend der Man hatte sich deHandball-Akademie finitiv mehr erhofft. Leipzig/Delitzsch auf Rückblickend sind die erneute Teilnahdie Leipziger Volleyme an der JugendErfolg wird belohnt: Die Fans des USC feiern ihr Team baller aufgrund des Bundesliga freuen. für die besten Saison der Vereinsgeschichte. Saisonverlaufs denDen Grundstein dafür noch zufrieden, denn der Beginn der Spielzeit hätte mit vier Heimniederlagen in Folge nicht schlechter sein können. Doch die Mannschaft von Trainer Steffen Busse hat sich zurückgekämpft: Kurzfristig wurden Spieler aus der eigenen Regionalliga-Reserve integriert. Danach verloren sie lediglich drei Spiele und sicherten sich den Bronzerang. Die Roten Bullen aus Leipzig haben ihr Nah-Ziel, den Aufstieg in den Profi-Fußball, auch in dieser Saison wieder verpasst. Am Ende belegte die Mannschaft von Trainer Peter Pacult lediglich Platz drei in der Regionallliga Nord, vier Punkte hinter dem Aufsteiger und Lokalrivalen aus Halle. Gerade in den entscheidenden Spielen gegen die Mitfavoriten aus

legten sie im Qualifikationsturnier im sächsischen Großhain, welches mit vier Siegen in vier Spielen deutlich gewonnen wurde. Damit treten die Jungs im nächsten Jahr wieder gegen elf Teams aus dem Osten und Norden Deutschlands an. Das Ziel hat Akademie-Vorstandschef Michael Weßner bereits ausgegeben: Die Spieler sollen sich weiterentwickeln und mindestens Platz vier und somit die direkte Qualifikation für die nächste Saison erreichen. Für alle Vereine - egal wie erfolgreich sie im vergangenen Jahr waren - wurde eins deutlich: Der Weg nach oben ist steinig. Eventuell müssen auch mal Talfahrten in Kauf genommen werden, um am Ende hoffentlich ganz oben anzukommen.

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Titelverteidiger und Lokalpatrioten ganz vorn: Gewinnerpaar des 36. Stadtvon Kristin Gebhardt Zwei Starts, zwei Siege. So lautet die perfekte Bilanz von Jakob Stiller. Nach seinem Überraschungssieg im Vorjahr gelang es ihm, in diesem Jahr seinen Titel beim 36. Stadtwerke Leipzig Marathon zu verteidigen. Über 8.600 begeisterte Läufer jeden Alters sorgten für eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der Jakobs Teamkollegin Carina Schipp dafür sorgte, dass auch bei den Frauen eine Lokalmatadorin ganz oben auf dem Siegerstreppchen strahlte.

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ie meisten Sportler, die zum ersten oder zweiten Mal in ihrem Leben einen Marathon absolvieren, haben nur ein Ziel: Ankommen! Für Vorjahressieger Jakob Stiller zählte jedoch nur die Titelverteidigung - bei seinem erst zweiten Wettkampfstart über die 42,195 Kilometer überhaupt. Am 22. April um 10 Uhr fiel der Startschuss für die knapp 800 Teilnehmer der Marathon-Distanz. Beginnend am Sportforum ging es am neuen Rathaus vorbei, über den Augustusplatz zur Alten Messe, vom Völkerschlachtdenkmal zum Bruno-Plache-Stadion, durch den Leipziger Auwald, über die weiße Elster nach Plagwitz und wieder zurück zur Jahnallee. Entlang der Strecke fanden sich tausende Schaulustige ein, die den Sportlern zujubelten. „Die Stimmung war klasse. Es waren viele Zuschauer da, die anfeuerten. Das gibt dir noch mal einen zusätzlichen Schub“, erzählt Jakob, Leipzigs Sportler des Jahres

2011. „Natürlich ist es nicht vergleichbar mit der Atmosphäre in Berlin. Dafür hat die Veranstaltung aber einen ganz besonders familiären Charakter“, lobt er die Veranstaltung. Der Leipziger Marathon soll ein Lauf für Jedermann sein, so wünschen es sich die Organisatoren. Das bedeutet, dass keine Profisportler, sondern viel mehr Lokalläufer wie Jakob Stiller an den Start gehen. Der 25-jährigen Lehramtsstudent der Uni Leipzig, der für die Paunsdorfer Filiale Runners Point antritt, wusste, „dass ich mit zu den Stärksten zählte. Ich hatte mich sehr gut vorbereitet, noch besser als 2011 und fühlte mich fit.“ Fünf Monate lang absolvierte er beinahe täglich Umfänge zwischen 20 und 30 Kilometern. Auch Tempoläufe standen auf dem Trainingsplan. Den wenig später ausgetragenen Firmenlauf gewann Jakob souverän vor 7.700 weiteren Startern. Die Marathon-Bestmarke aus dem Jahr 2004 konnte auch er auf Grund der widrigen Witterungsbedingungen nicht knacken. Damals absolvierte der Kenianer Christopher Cheboiboch die Strecke in 2:10,16 Stunden. Die Siegerzeit 2012 war um 23,16 Minuten langsamer. „Die Zeit ist vollkommen in Ordnung. Es zählte nur der Sieg und das habe ich geschafft“, freut er sich. Runners-Point-Teamkollegin Carina Schipp kam als erste Frau nach 2:57,35 Stunden ins Ziel - schon wieder! Die Vorjahressiegerin, die auf Grund einer Bandscheibenverletzung nicht optimal trainieren konnte und auf den letzten zwölf Kilometern von Rückenschmerzen geplagt wurde, konnte ihre Kontrahentinnen Katja Borggrefe (Halle/Saale) und Juliane Heinze (Apolda) auf die Plätze verweisen. Damit gelang Carina der vierte

Fünf Monate lang 20 bis 30 Kilometer laufen – fast täglich!


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Wiederholungstäterin werke Leipzig Marathons kommt aus der Messestadt Sieg beim Leipziger Marathon in nur fünf Jahren. „Es ist ein cooles Gefühl, wenn die Teamkameradin gewinnt. Das ist der maximale Mannschafts-Erfolg“, so Jakob. Das Altersspektrum der 8.600 begeisterten Läufer reichte von zwei bis 85 Jahren. Laufbegeisterte aus 60 Nationen traten über die verschiedenen Distanzen an. Neben dem eigentlichen Marathon konnten unter anderem Rollstuhlfahrer, Walker und Inline-Skater den Halbmarathon bestreiten, Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren durften beim „Enni-Lauf“ auf einer Strecke von 600 Metern erste Wettkampferfahrungen sammeln. Ebenfalls Kurzstreckenläufe von vier und zehn Kilometern Länge wurden angeboten. Auch vor und nach der Hauptveranstaltung war einiges los, so konnten vor allem Anfänger und Wiedereinsteiger im Vorfeld an einem Laufseminar teilnehmen, welches die Teilnehmer über 20 Wochen auf die vier, beziehungsweise zehn Kilometer oder den Halbmarathon vorbereitete. Nach den Strapazen feierten Läufer mit Veranstaltern gemeinsam und ließen den gelungenen Tag ausklingen. Blicken wir kurz ins Jahr 1897 zurück: Nicht ganz so viele Teilnehmer konnte der erste Leipziger Marathon verzeichnen, als am 5. September 18 Läufer an den Start gingen, von denen 13 das Ziel erreichten. Was mit dem vom Leipziger Club Sportbrüder organisierten „Distanzlauf über 40 Kilometer“ begann, entwickelte sich zu einem der größten Sport-Events der Stadt. 80 Jahre später wurde der erste Stadtwerke Leipzig Marathon ausgetragen und findet seit 2000 regelmäßig im April statt.

Mittlerweile zeichnet sich der Leipziger Marathon nicht mehr nur als eine hervorragende Laufveranstaltung aus, er verfolgt auch einen gemeinnützigen Aspekt. Für jeden Prominenten, der an dem Vier-Kilometer-Lauf teilnahm, übernahmen die Stadtwerke die Startgebühr und spendete sie der Myelin Projekt gGmbH. Als Förderkörperschaft für den Verein Myelin Projekt Deutschland e.V. wurde es 2004 in Leipzig gegründet und sammelt seitdem Geld für den Verein. Die Mittel werden in die Forschung gegen Multiple Sklerose und Leukodystrophie investiert. Die beiden Schirmherren des Projekts, Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler und Motorsport-Talent Marvin Kirchhöfer starteten ebenfalls und konnten nach der Veranstaltung einen Scheck in Höhe von 8.000 Euro entgegennehmen. Die 36. Auflage der Großveranstaltung war trotz des nicht idealen Wetters ein voller Erfolg: Tolle sportliche Leistungen wurden geboten, eine Menge Freude bereitet und gesellschaftliche Verantwortung übernommen. Auch wenn nicht jeder gewinnen konnte: Am Ende hatten alle Grund zum Jubeln.

Foto: privat

8.600 Teilnehmer im Alter von 2 bis 85 Jahren aus 60 Nationen

Strahlender Sieger: Jakob Stiller.

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Warten auf's große Los von Kristin Gebhardt Die Spielerinnen der SG LVB Leipzig e.V. treten in der Saison 2012/2013 im DFB-Pokal der Frauen an. Dank dem Einzug ins Sachsenpokal-Finale sicherten sich die Fußballerinnen des Viertligisten einen von 56 begehrten Plätzen bei Deutschlands höchstem Pokalwettbewerb.

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Foto: Christoph Lippold

ls die LVB-Damen am 11. Dezember 2011 das Halbfinale gegen den VfL 05 Hohenstein-Ernstthal mit 2:1 gewannen und somit die Finalteilnahme im Sachsenpokal perfekt machten, gab es kein Halten mehr. „Es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass man im Finale steht. Als wir erfuhren, dass wir dadurch nächste Saison im DFBPokal spielen, war die Freude riesig“, berichtet Helen Theißen. Die 21-Jährige, die im vierten Semester Lehramt Sport und Französisch an der Universität Leipzig studiert, spielt zwar erst seit 2011 bei der SG LVB, wurde jedoch schnell zur Leistungsträgerin. In allen Spielen stand sie in der Startformation. Die Landesliga-Saison 2011/12 verlief für die „Straßenbahnerinnen“ wechselhaft. Mit acht Siegen

Verloren und trotzdem gewonnen: Die LVB-Frauen (gelb) unterliegen im Sachsenpokal-Finale.

Straßenbahnerinnen qualifizieren sich für DFB-Pokal aus 22 Spielen belegten sie Platz sechs. Besser liefen dagegen die Partien im Sachsenpokal. In den ersten beiden Runden schlugen die Leipzigerinnen ihre Gegner vom TuS Pegau (13:0) und den Reichenbacher FC (5:1). Richtig spannend wurde das Viertelfinale beim SV Eintracht Leipzig Süd, in der Landesliga mit 62 von 66 möglichen Punkten das Maß aller Dinge. Doch der Pokal schreibt bekanntlich eigene Gesetze: Mit viel Einsatz, Kampf und Willen bezwangen Helen und ihre Mitspielerinnen den Meister im Elfmeterschießen und zogen ins Halbfinale ein. „Das Spiel gegen Eintracht war ein großer Moment für uns. In der Liga haben wir nicht einen Punkt gegen sie geholt und dann gewinnen wir dieses Spiel“, blickt Helen erfreut zurück. Der Einzug ins Landespokalfinale war für die BlauGelben sensationell. Gegen das Regionalliga-Team 1. FC Lokomotive Leipzig II wollten sie zeigen, dass sie zu Recht im Finale standen. Doch schon nach wenigen Minuten hieß es 0:3. Somit war früh klar, dass die ganz große Sensation ausbleiben würde. Dennoch gab sich die Mannschaft von Trainer Martin Holzendorf nicht auf. Mehr als der Ehrentreffer in der 89. Minute kam allerdings nicht zu Stande. Dass das Endspiel mit 1:7 verloren ging, spielte eher eine untergeordnete Rolle: Da die erste Vertretung der Lok-Frauen als Erstigist der Vorsaison für den DFBPokal qualifiziert ist und jeder Verein nur mit einer Mannschaft vertreten sein darf, sicherten sich die LVB-Damen den größten Erfolg der Abteilungsgeschichte: einen Startplatz im DFB-Pokal der Frauen. Mannschaft und Betreuer erwarten gespannt den 13. Juli. Dann wird Ulrike Ballweg, Assistenztrainerin der Frauen-Nationalmannschaft, die erste Hauptrunde des DFB-Pokals auslosen, die am 25. und 26. August stattfinden wird.


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Gegen das Vergessen... Sportanlage Teichstraße in Connewitz

SPORTAKUS-Serie

Nico Jekov

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uf den ersten Blick flößt einem der alte Sandsteinbau Ehrfurcht ein, der den Zugang zur Sportanlage Teichstraße bildet. Die verwitterte Fassade beherbergt eine Turnhalle, die wie aus Großvaters Zeiten daherkommt: Im Eingangsbereich steht ein Kachelofen, das Parkett ist abgewetzt, die hölzerne Deckenkonstruktion weist Wasserflecken und lose Latten auf. Die Empore ist von einer eisernen Balustrade gesäumt, dahinter lassen große, historische Fenster gerade so viel Tageslicht einfallen, dass einem jeglicher Gedanke an die modernen und weniger charmanten Turnhallen unserer Zeit fernbleibt. Das hinter der Halle liegende Sportplatzgelände ist weitläufig. Spielfeldbegrenzungen sind kaum noch sichtbar. Fast fünf Hektar sind es, die zuweilen den Eindruck vermitteln, als sei die Zeit stehengeblieben – mit Fahnenmasten, betonierten Flachbauten und einem Appellplatz.

Kaum noch erkennbar: Tennis- und Basketballplatz.

Fotos (2): privat

Zentralstadion? - Logisch! Arena? - Na klar! Stadion des Friedens? - Wahrscheinlich. Sportplatz Mühlwiese? - Da wird's schon schwieriger. In der Stadt gibt es eine Fülle von Sportplätzen und -hallen, die einem nicht auf Anhieb einfallen oder sogar gänzlich unbekannt sein dürften. Der SPORTAKUS stellt in einer neuen Serie Leipzigs weniger bekannte Sportstätten vor.

Alt-Ehrwürdig: Die Turnhalle in der Teichstraße. Ursprünglich ausgestattet mit zwei vollwertigen Fußballfeldern, je einem Tennis- und Basketballplatz sowie einer Aschenbahn, sind im Laufe der Zeit ein Beachsoccerfeld und zwei Beachvolleyballplätze hinzugekommen. Seit 1992 ist hier der SV Azubi Leipzig angesiedelt. Vom einstigen Sportangebot sind nur die Sparten Volleyball und Jugendfußball übrig gebliebent. Große Teile der Außenanlagen sind inzwischen überwuchert, die Aschenbahn ist als solche nicht mehr erkennbar, Basketball- und Tennisplatz haben sich zur Blumenwiese gewandelt und am Fahnenmast wehen noch zwei Werbefahnen aus längst vergangenen Tagen. Es ist keineswegs so, als würde die Sportstätte gar nicht genutzt, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass beachtliches Potenzial unausgeschöpft bleibt. Eine Handvoll Volleyballer tummeln sich auf der sehr ordentlichen Beachanlage. Sie suchen Verstärkung für ihre Sektion, würden sich über Zulauf sicher freuen. Die Fußballschule des SV Azubi umfasst zehn Trainingsgruppen bis zu den 18-Jährigen. Sie trainieren auf dem gepflegten Rasenplatz, der gut bespielbar ist. Die Bewirtschaftung und Pflege des großen Areals ist aufwändig - die Nutzung steht im Moment in keinem guten Verhältnis dazu.


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SONSTIGES

Arbeite, wo andere Urlaub machen! von Robert Müllers

Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, später sein Geld mit Reisen zu verdienen und dabei unter anderem den Menschen Land und Leute näher zu bringen. Neben den klassischen Beschäftigungsmöglichkeiten als Sportlehrer bzw. den Bereichen der Gesundheitsvorsorge oder Fitnessund Wellnesszentren bietet ein Sportstudium noch eine weitere Möglichkeit: Im Tourismussektor.

„Välkommen till Sverige!“ ein Erfahrungsbericht

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er Tourismus gilt als einer der wichtigsten und zukunftsfähigsten Wirtschaftsbereiche und erfreut sich in sportbezogener Form in den letzten Jahren an immer weiter wachsender Popularität in Folge moderner, erlebnisorientierter Urlaubsgewohnheiten. Im April machte ich mich für einen Monat auf nach Schweden um für die „scandtrack touristik GmbH“, einen Reisedienstleister im hohen Norden, zu arbeiten. Wenn man an Schweden denkt, fallen einem sofort Stichwörter wie Köttbullar, Pippi Langstrumpf, ein bekanntes Einrichtungshaus, Elche und ganz viel Natur ein. Jedoch bieten sich für Sportstudenten auch vor Ort, sowohl es als Reiseleiter oder freie Mitarbeiter, berufliche Chancen. Zu meinen Aufgaben in der Höglund gehörten dabei der Aufbau und die Inbetriebnahme des Camps sowie die Planung der für die Sommersaison benötigten Ressourcen. Des Weiteren verantwortete ich die für den laufenden Betrieb notwendigen Infrastrukturprojekte, die handwerkliches Geschick erforderten und ich habe vor Ort sämtliche Reiseleistungen für die Kunden wie Kanus, Verpflegung und Materialien zusammengestellt. Zum Einen gewinnen gesundheits- und erholungsorientierte Sportangebote im Urlaub immer mehr an Bedeutung und andererseits stellen glo-

Unberührte Natur: Auch eine schwedische Seenlandschaft stellt einen möglichen Arbeitsplatz für einen Sportstudenten dar. Foto: privat bale Sportevents wie die Olympischen Spiele aber auch kleinere Veranstaltungen interessante touristische Ereignisse dar. Der Bedarf nach ausgebildeten Arbeitskräften mit einem fundiertem Fach- und Methodenwissen ist dabei hoch. Absolventen aus sportwissenschaftlichen bzw. SportmanagementStudiengängen können diese Ansprüche gut erfüllen. Hierbei kann zum einen in touristischen Gebieten, schwerpunktmäßig in Verbindung mit Sport, oder aber in Tourismusagenturen, die für die Vermarktung regionaler Sportangebote zuständig sind, gearbeitet werden. Außerdem bieten sich Möglichkeiten bei Reiseveranstaltern im Sportveranstaltungsbereich oder bei Vereinen und Verbänden. Insbesondere Sportstudenten wie mir hat es gezeigt, dass im Tourismus bzw. dem Dienstleistungssektor viele Möglichkeiten für eine Beschäftigung offen stehen.

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SPORTAKUS

PRAKTIKA

PRAKTIKUMSANGEBOTE Schweriner SC Sport-Marketing GmbH Praktikant (m/w) Geschäftsstelle Anforderungsprofil: Die Vertriebsgesellschaft des deutschen Meisters im Damenvolleyball sucht ab dem 1.8.2012 für mindestens 6 Monate eine/n Praktikanten/in für die Geschäftsstelle. Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Studium in Sportmanagement oder -Wissenschaft, Begeisterung für Volleyball und Journalistik. EnglischKenntnisse sind genauso wichtig wie zeitliche Flexibilität. Vergütet wird die Tätigkeit in Abhängigkeit von den vorhanden Abschlüssen des Bewerbers. Aufgaben: - Organisation Geschäftsstelle, Akquise & Betreuung von Vereinssponsoren, Finanz-& Kostenmanagement - Planung & Durchführung von Spielen und Terminen - Unterstützung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Zusammenarbeit mit dem Präsidium und allgemeine administrative und Sekretariats-Aufgaben

Bewerbung an: SSC Sport-Marketing GmbH ever@osp-mv.de Von-Flotow-Str. 20 19059 Schwerin

Basketball Länderspiel in der Arena Leipzig Volunteer (m/w) beim Länderspiel Anforderungsprofil: Es werden Volunteers für das Länderspiel zwischen Deutschland und Georgien am 13. August 2012 in der Arena Leipzig gesucht. Jeder Volunteer erhält, neben dem freien Eintritt zum Spiel, vermutlich ein T-Shirt sowie Verpflegung. Der Einsatzzeitraum bezieht sich lediglich auf den Spieltag, das heißt Montag den 13. August 2012 ab ca. 16 Uhr beziehungsweise für den Aufbau auch schon eher.

Aufgabenbereich: - Betreuung der deutschen Nationalmannschaft - evtl. Betreuung der offiziellen deutschen Delegation - Betreuung der Schiedsrichter, techn. Kommissare - Verteilung von Give Aways/Flyern - Betreuung der Einlaufkinder - Helfer im Auf- und Abbau - evtl. Betreuung am Merchandisingstand

Bewerbung & mehr Infos: Mark Hoffmann, Arena Leipzig m.hoffmann@arena-leipzig.de 0341-2341118 oder facebook.com/ArenaLeipzig


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PRAKTIKA

Recherchiert von Rick Jakob

young mountain marketing gmbh Praktikant (m/w) Redaktion/Online Marketing/PR Anforderungsprofil: Im österreichischen Graz werden Kenner des Snowboard-/Freeski-Sports mit besten Kenntnissen der deutschen Sprache gesucht. Gefordert wird außerdem der sichere Umgang mit einer weiteren Fremdsprache: Englisch und/oder Italienisch. Eine Ausbildung oder Berufserfahrung in Journalismus wird vorausgesetzt, wichtig ist auch das Beherrschen von Textverarbeitungs- und Bildbearbeitungsprogrammen an deinem eigenen PC, den du zum Praktikum mitbringen musst. Erfahrungen mit den gängigen sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter) sind von Vorteil. Zeitrahmen:

8 Monate, 40 Stunden/Woche

Aufgaben: - Storys, Interviews, Recherche, Blogging - Zusammenarbeit mit der Abteilung PR und Onlinemarketing

Kontakt & Bewerbung an: Chefredakteur Hartwin Kastron hartwin@gparks.com Graz / Österreich

TATsache Unternehmensberatung GmbH Trainee zur Vertriebsleitung (m/w) in Vollzeit Anforderungsprofil: Für den Raum Stuttgart sucht die auf die Fitnessbranche spezialisierte Unternehmensberatung TATsache eine neue Mitarbeiterin oder Mitarbeiter mit abgeschlossener Ausbildung und/oder Studium. Berufserfahrung im Vertrieb/Verkauf (optimalerweise in der Fitnessbranche) sind erforderlich, genauso wie die Bereitschaft, von Anfang an Führungsverantwortung zu übernehmen. Kommunikations- und Organisationsstärke, ein überdurchschnittliches Maß an Kunden- und Dienstleistungsorientierung, sowie Motivationsstärke, Disziplin und Begeisterungsfähigkeit sind erwünscht. Bitte bei Bewerbung Gehaltsvorstellungen angeben! Aufgaben: - Aktive Neukundengewinnung & Aufbau Empfehlungsgeschäft - Telefonische Vor- und Nachbereitung von Verkaufsgesprächen - Führung von Promotionteams und aktive Mitarbeit - Organisation & Durchführung von Marketingmaßnahmen - Personalführung und –coaching - Personaleinsatzplanung und Vertriebscontrolling

Bewerbung an: Stevka Scheel jobs@tat-sache.eu Lokstedter Weg 28 20251 Hamburg

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ABSOLVENT

Raus aus der Uni rein zu Decathlon von Vicky Andrä Bei vielen Studierenden herrscht noch Unsicherheit darüber, wie sie den Berufseinstieg erfolgreich schaffen. Absolvent Steffen Böhm ist ein gutes Beispiel dafür, wie es funktioniert.

Eine Erfolgsgeschichte

Kenntnisse als Ladenbesitzer zu Gute. „Es war gut, sich mit meinem sportlichen Hintergrund zu bewerben, aber auch mit meinen Erfahrungen aus dem Einzelhandel. Dadurch habe ich Erfahrungen mit der Buchhaltung und im Einchon während seines kauf gehabt“, erzählt Steffen. Studiums arbeitet er viel Der 33-Jährige wird während und gründet gemeinsam seines Auslandssemesters in mit einem Freund den OstalBarcelona das erste Mal auf gieladen „Meinosten“, wo sie den Decathlon aufmerksam. Ampelmännchenprodukte und Vor allem das Motto des Unterandere Souvenirs aus der ehenehmens „70 Sportarten unter maligen DDR verkaufen. Dort einem Dach“ überzeugt ihn. arbeitet der gebürtige DesSchnell steht fest, dass er sich sauer auch noch nach seinem bei Decathlon bewerben wird. Diplomabschluss, den er 2007 Mit Erfolg. Nach der Schließung im Bereich Freizeit, Prävention seines Ladens in Leipzig ist er und Fitness an der Sportwis- Vom SpoWi zum Expansionsleiter: fortan Abteilungsleiter in Würzsenschaftlichn Fakultät der Uni- Steffen Böhm. burg, wo er für die RadsportabFoto: privat versität Leipzig macht. Als aber teilung verantwortlich ist. absehbar ist, dass die Freunde den Laden schließen Nach zwei Jahren steigt er zum Organisationsleiter müssen, geht Steffen auf Jobsuche. auf und wechselt nach Plochingen, in die der FirDafür schreibt er gerademal eine Bewerbung - an menzentrale angegliederte Filiale. Decathlon. Das französische Unternehmen entwiHeute ist Steffen Expansionsleiter für die Region ckelt, produziert und verkauft Sportartikel in ganz Thüringen und Sachsen. Seine Aufgaben bestehen Europa, inzwischen auch in 15 Filialen in Deutschdarin, Städte zu finden, die das Potenzial für eine land. Manch einer könnte jetzt meinen, alles nur Filialgründung haben. Seit Mitte Juni gibt es in DesGlück. Aber weit gefehlt. Steffen ist sich seiner sau die erste Filiale in den neuen Bundesländern. Qualitäten bewusst und konnte seinen zukünftigen Drei Aufstiege innerhalb kürzester Zeit. Das ist Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch auch genau bemerkenswert. Dabei ist Steffens Erfolgsrezept so davon überzeugen. Dabei war es vor allem wichtig, simpel: „Einfach machen! Man muss mal mit irgendselbstbewusst aufzutreten und klar zu formulieren, etwas anfangen. Erst dann kann man feststellen, wo er innerhalb des Unternehmens hin will. Sicherwas macht mir Spaß und sich die nächsten Schritte lich kamen ihm bei seiner Bewerbung auch seine überlegen.“

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Ausgabe 02 / 13. Jahrgang 2012

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