EusiRegion Läbe, schaffe und gnüsse
Unterwegs
Ob mit der Polizei, Feuerwehr oder der Spitex. Wir erleben einige Alltagshelden bei der Arbeit.
Genuss
Gefängniswähe, CabrioRestaurant oder eine Kneipptour beim Stierenberg. Genuss kennt keine Grenzen.
Verlagsbeilage zum Lenzburger Bezirks-Anzeiger vom 19. Mai 2022
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Liebe Leserinnen und Leser Für uns Redaktoren – vor allem für die nicht hier ansässigen – ist diese Beilage immer eine tolle Gelegenheit, die Region kennen zu lernen und gesammelte Erfahrungen weiterzugeben. Wir sind jedes Mal begeistert von der Vielfalt dieser Region und ihren herzlichen Bewohnern. So auch diesmal. Interessant bei dieser Ausgabe war insbesondere der Perspektivenwechsel: Unterwegs mit der Spitex oder der Polizei sieht man die Region mit anderen Augen als beim Besuch von Sehenswürdigkeiten oder beim «Käffele» in der schönen Altstadt von Lenzburg. Klar eingeschränkt eher die Sicht im Zentralgefängnis der JVA Lenzburg. Dafür produzieren die Insassen einiges für die Bewohner ausserhalb der Mauern. Wussten Sie übrigens, dass die JVA sich grösstenteils selbst versorgt? Und dass die Wähen so beliebt sind, dass man teilweise vorm 5-Stern-Lädeli dafür Schlange stehen muss? Apropos Essen, da passiert einiges auf dem Eichberg, ein neues Cabrio-Restaurant wird gebaut und im Oktober dieses Jahrs eröffnet. Vorfreude absolut erlaubt, denn da entsteht etwas ganz Aussergewöhnliches.
Hat man von da oben einen atemberaubenden Blick über die Region, überblickt man vom hohen Sitz des Feuerwehrwagens vor allem die Strassen. Das ist nicht minder spannend, erhält man dabei doch Einblick in die Arbeit der Feuerwehr, z. B. des Oberen Seetals – und die holt auf keinen Fall nur Katzen von Bäumen, sondern hat vielfältigere Aufgaben, als man denkt. Vielfältigkeit zeigt sich auch in den hiesigen Gemeindebibliotheken, beispielsweise im Läsi -Huus in Fahrwangen. Hier bekommen Kinder grosse Augen, wenn Lesestunde ist. Und Eltern können in Ruhe stöbern – oder ebenfalls zuhören. Für bestimmte Dinge ist man nie zu alt, oder? Insbesondere nicht, wenn es um die Fürsorge für Körper und Geist geht. Aber beides zusammen bitte, denn so sehr der Spruch «In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist» abgedroschen wirkt, hat er an Aktualität nichts verloren. Ganz im Gegenteil. Daher zielen auch junge Ärzte auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und betrachten ihre Patienten immer ganzheitlicher. Und auch im Gesundheitszentrum MTTZ in Meisterschwanden kommt man gar nicht auf die Idee, beides voneinan-
der zu trennen. Trennen müssen wir uns allerdings nun von der Region. Vorerst. Denn im Herbst kommen wir wieder.
Inhalt Auftakt mit einer Leiche Besuch bei der Polizei Lenzburg Seite 5 Feuerwehr Oberes Seetal Interessantes über die Feuerwehrarbeit Seite 6 Neue Hausarztmodelle Arztpraxis im Lenzhof Seite 11 Spitex Region Lenzburg Klientenbesuch mit Lule Hasani Seite 13 Ein Nachmittag im Hallenbad Sport und Entspannung im Hallenbad Seon Seite 15 Läsi-Huus Fahrwangen Die Bibliothek im Schulhausareal Seite 17
Herzlichst Dominique Simonnot
Der Gesundheitstempel Aus der alten Turnhalle in Meisterschwanden wurde ein modernes Gesundheitszentrum Seite 18 Barfuss ins kalte Nass Die Gemeinde Menziken hat einen Kneipp-Trail eingerichtet Seite 21 JVA Lenzburg Ein Besuch innerhalb und ausserhalb der Mauern Seite 23
IMPRESSUM: Verlagsbeilage zum Lenzburger Bezirks-Anzeiger, Der Seetaler/Der Lindenberg, Donnerstag, 19. Mai 2022 Auflage: 37162 Exemplare (WEMF 2020) Herausgeber: CH Regionalmedien AG, Kronenplatz 12, 5600 Lenzburg, Tel. 058 200 58 20 Geschäftsführer: Stefan Biedermann Redaktion: Dominique Simonnot Eine Publikation der Layout: CH Regionalmedien AG Anzeigen: Kronenplatz 12, 5600 Lenzburg, Tel. 058 200 53 53, inseratlba@chmedia.ch Druck: CH Media Print AG, Aarau
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Auftakt mit einer Leiche Mit viel Neugier und Naivität begleiten wir die Regionalpolizei Lenzburg auf Patrouille. Die kugelsichere Schutzweste dämpft dabei vielleicht Kugeln, nicht aber unsere Vorfreude. Von Dominique Simonnot
Glänzende Kinderaugen, fragende Erwachsenengesichter. Das blauweisse Auto zieht Blicke auf sich. Bewunderung und Respekt. Manchmal auch Misstrauen und Wut. Unterschiedliche Assoziationen, ein Wort: Polizei. Wir sind unterwegs mit Roman Hochstrasser und Simon Gloor, Gruppenchef einer der drei Gruppen der Regionalpolizei Lenzburg. Mit kugelsicherer Weste natürlich, das ist Pflicht. Hilft allerdings nur gegen Pistolenkugeln. Wie beruhigend. Gegen ein Sturmgewehr hätten wir also keine Chance. Warten zwischen Einsätzen Gleich der erste Einsatz führt zu einer Siedlung am Rande von Lenzburg. Hier wurde von einem Nachbarn ein «komischer» Geruch und ein überquellender Briefkasten gemeldet. Die beiden Polizisten ahnen, was das bedeutet. Als wir eintreffen, ist der Schlosser gerade dabei, das Schloss aufzubohren. Im Gang eine neugierige Nachbarin, die den Nachbarn schon lange nicht mehr gesehen hat. Sie hat wohl mal geklingelt, keiner hat die Tür geöffnet. Vermisst gemeldet wurde der 86-Jährige nicht. «Ein tragisches Schicksal, aber typisch für unsere Zeit, wo Einsamkeit, besonders im Alter, ein grosses Thema ist», so Simon Gloor. Als der Schlosser das Zeichen gibt, geht es los. Durch Klopfen vergewissern sich die Polizisten, dass keiner in der Wohnung ist. Dann öffnen sie die Türe und ein Schwall von Verwesung schwappt in den Flur. Durch die offene Tür sehen wir nur ein paar Beine von einem Sessel herunterhängen. So schnell die beiden Polizisten reingegangen sind, so schnell sind sie wieder draussen. «Kein schöner Anblick», damit bestätigt der Gruppenchef gleichzeitig die Vermutung. «Laut den ersten
Begleiter für ein paar unvergessliche Stunden: Simon Gloor (links) und Roman Hochstrasser. Bild: dom
Zeitungen in seinem Briefkasten liegt er da schon seit etwa zehn Tagen.» Wir müssen alle raus an die frische Luft. Roman Hochstrasser gibt die Information über Funk an die Kantonale Notrufzentrale weiter, die wiederum ruft die Kantonspolizei sowie einen Gerichtsmediziner. Wäre die Tür nicht wiederverschliessbar, hiesse das für die zwei Polizisten und uns: warten. Ziemlich lange. «Die Arbeit als Polizist besteht häufig aus Warten, weniger aus Action, wie das manche vermuten.» Wir können heute also den Tatort verlassen und gehen Richtung Auto. Auf dem Weg zum Parkplatz läuft Roman Hochstrasser plötzlich einem schwarzen BMW hinterher. «Roman ist auf Tuning spezialisiert», erklärt uns sein Kollege, «er erkennt von Weitem, ob da jemand unerlaubt getunt hat». Auch das ein wachsendes Delikt in der Region, 200 Autos wurden allein 2021 sichergestellt. Über den «typischen Tuner» möchten sich die beiden nicht äussern, also denken wir uns unseren Teil. Im Falle des schwarzen BMW war es ein Fehlalarm, «der sieht ok aus». Doch Roman Hochstrasser zeigt uns Fotos von getunten Fahrzeugen. «Durch die Elektrik ist heute vieles möglich,
da gibt es viele Tricks.» Seit einiger Zeit greift der Kanton härter durch, denn insbesondere der Lärm – z.B. durch die typisch knallenden Auspuffe – ist für viele lästig,. Je lauter und grösser, desto besser. Kompensationszwang? Vielleicht. Poserterror. Auf jeden Fall. Ein Funkspruch meldet einen Einsatz, doch die Kantonspolizei ist schon dort. Das bedeutet für das Polizeiteam: erst mal kein Einsatz, also abwarten. Und sich unseren Fragen stellen. Wie ist das eigentlich mit der Kapo und der Repol? Kapo und Repol «Kantonspolizei und Regionalpolizei haben zwar ähnliche Arbeitseinsätze, doch in manchen Dingen unterscheidet sich ihre Arbeit. Zum Beispiel ist nur die Kapo auf der Autobahn unterwegs», so Simon Gloor. «Wir hingegen sind viel mehr auf der Strasse, an der Front unterwegs, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wir sind vielleicht näher am Volk und präsenter», ergänzt Roman Hochstrasser, der seit neun Jahren Polizist ist. Gruppenchef Simon Gloor bereits seit 16 Jahren. Beide waren zuvor bei der Kantonspolizei. «Mein Grossvater und mein Vater waren schon Polizisten
und auch mein Sohn will nun Polizist werden.» Eine richtige Polizistenfamilie. Für beide ist es der Traumberuf und die Erfüllung ihres Kinderwunsches. «Natürlich müssen wir auch ungeliebte Dinge tun, wie Strafzettel ausstellen oder Autos kontrollieren», stellt der Gruppenchef klar. «Schöner ist, wenn wir jemanden schützen oder Vermisste wieder finden können.» Ob die Gewalt denn zugenommen habe während der letzten beiden Jahre, wollen wir wissen. «Die ist auf einem unerwünschten, aber konstanten Niveau», erklärt Kollege Roman Hochstrasser. «Hier merkt man eher andere Einflussfaktoren wie den Mond oder die finanzielle Situation.» Vollmond und Lohnauszahlung als explosive Mischung. Während häusliche Gewalt konstant geblieben ist, haben psychische Probleme deutlich zugenommen – v.a. seit dem ersten Lockdown. «Wir müssen immer häufiger Personen vor sich selber schützen und psychologische Konsultation anfordern.» Dabei kommt uns eine Frage: Wer schützt eigentlich die Polizei? Denn Angriffe und Gewalt gegenüber Beamten nehmen ebenfalls zu, ein weiterer fraglicher Trend unserer Gesellschaft. Der Gruppenchef schmunzelt: «Noch können wir uns gut selber schützen. Und wir erstatten auch regelmässig Anzeige – selbst bei verbalen Attacken.»
Regionalpolizei Lenzburg Einsatzgebiet: 24 Gemeinden Korps: 22 Polizisten, eine Polizistin und aktuell 3 Aspiranten an der IPH Flotte: 4 angeschriebene, 2 zivile Einsatzwagen Arbeitszeit: 24/7 Notfallnummer: 117
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Tatütata, die Feuerwehr ist da Einmal im Feuerwehrauto sitzen. Davon träumen nicht nur kleine Jungs. Davon träumen auch erwachsene Redaktorinnen. Vor allem, wenn der Einsatz mit einem Mohrenkopf belohnt wird. Von Dominique Simonnot
Von hier oben hat man einen herrlichen Ausblick. Ich sitze auf dem Beifahrersitz neben Vizekommandant Christian Siegrist und fahre mit dem Feuerwehrwagen durch Fahrwangen. Hinten in der Mannschaftskabine sitzt sein Kollege, Ueli Gutknecht, Hauptkommandant und seit 20 Jahren aktiv. Beide leiten das Team der freiwilligen Feuerwehr Oberes Seetal, die etwa 105 Freiwillige zählt. Nachwuchsprobleme kennen sie hier im oberen Seetal nicht – im Gegensatz zu anderen Gemeinden. Das könnte an ihrem guten Ruf liegen. Tatsächlich kommt im Gespräch mit den beiden sympathischen Feuerwehrmännern bereits rüber, wie wichtig ihnen Wertschätzung im Team sowie ein gutes Portfolio der Feuerwehrarbeit ist. «Die Milizfeuerwehr in der Schweiz ist in allen Bereichen sehr professionalisiert. Die Arbeit ist sehr interessant und abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll», weiss Ueli Gutknecht. «Wir schätzen es daher sehr, wenn das jemand freiwillig übernimmt und seine Freizeit opfert.» Militärton nicht zielführend Der scharfe Befehlston von früher geht dabei schon lange nicht mehr, die Leute wären schneller wieder weg, als sie gekommen sind – da sind sich beide einig. Hier im oberen Seetal hat man das rechtzeitig erkannt und setzt auf Wertschätzung und Teambildung. «Viele kommen erst einmal aus Interesse an der Feuerwehrarbeit zu uns», so der Vizekommandant. «Wenn das Team stimmt und sie ihre Arbeit gerne machen, bleiben sie auch für Jahre.» Neben den Einsätzen gibt es jährlich etwa 65 bis 77 Übungen, wo Schnelligkeit, Ausdauer und die Anwendung des technischen Equipments geübt werden. Die sind in einem Jahr wie 2022,
wo es bisher weniger Einsätze gab, umso wichtiger. Ganz im Gegensatz zu letztem Jahr, das eine hohe Kadenz aufwies. Wovon das abhängt? «Das lässt sich schlecht sagen, sicherlich aber spielt das Wetter eine wichtige Rolle», weiss der Kommandant. «Allgemein nimmt die Trockenheit seit Jahren zu und damit die Waldbrandgefahr.» Lange Trockenperioden führen dann immer häufiger zu regionalen Feuerverboten. Und in der föderalen Schweiz auch mal zu Chaos. «Für den 1. August 2021 galt im Kanton ein Feuerverbot, doch den einzelnen Gemeinden war es frei, Höhenfeuer zu genehmigen», erinnert sich Ueli Gutknecht. «Die Anwohner konnten das nicht wissen, weshalb einige Alarm meldeten, wenn sie am anderen Seeufer ein Feuer sichteten.» Die Trockenheit führt aber nicht nur zu Bränden, sondern auch zu Hochwasser. Ist das kein Widerspruch? «Nein, denn wenn die Böden extrem trocken sind und es dann intensiv regnet, kann der Boden das nicht wie sonst aufnehmen. Das Wasser fliesst über die
Oberfläche ab, anstatt im Boden zu versickern.» Schnell entstehen dann Bäche, die auf ihrem Weg Schaden anrichten können. Selbst in einem Ort wie Bettwil, wo die Einflussfläche gering ist. Wandel der Kommunikation «Wir werden in Zukunft ein ausgefeilteres Notrufsystem und die Mithilfe der Bevölkerung brauchen», so Christian Siegrist. «Zumal wir mit mehr Stromausfällen rechnen, wodurch die herkömmliche Kommunikation ausfällt.» Dann ist es wichtig, dass die Bevölkerung weiss, wo sie im Ernstfall hinmuss. Wo die Notfalltreffpunkte sind und wie sie sich zu verhalten hat. «Und wir bräuchten – wie früher – wieder Zugriff auf die Sirene, um bei Kommunikationsausfall unsere Leute aktivieren zu können», wünscht sich Ueli Gutknecht. Für die Zukunft ist zudem der Einsatz von «First Respondern» geplant, eine Art Herznotfallgruppe, die sich aus freiwilligen Teilnehmern aus den Gemeinden
Dream-Team Ueli Gutknecht (am Steuer) und Christian Siegrist. Bild: dom
des oberen Seetals zusammensetzt. Ergänzend zum Rettungsdienst leisten diese erweiterte Erste Hilfe entsprechend ihrer Ausbildung und können Patienten in den kritischen Minuten vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes erstversorgen. Die ersten «First Responder» sind bereits seit Januar im Einsatz. Als wir nach der Fahrt bei Kaffee und Mohrenköpfen im Magazin über die Zukunft sprechen, fällt unser Blick auf einen Anhänger mit einem unbekannten Gerät. «Das ist ein neuer Rampenmanipulator, keine Selbstverständlichkeit bei der Milizfeuerwehr», erklärt uns Christian Siegrist stolz. «Er kann als mobile Trägerplattform genutzt werden. Die Tragkraftspritze und die Saugleitung kann mit wenig Mann in kürzerer Zeit aufgebaut werden, früher brauchte es die doppelte Anzahl an Leuten. Apropos Mann: Gibt es auch Frauen im Team? «Wir haben 15% Frauen im Team, das ist mehr als bei vielen anderen.» Auch darauf darf man stolz sein.
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Bodenhaftung nie verloren Die Gehrig Bodenbeläge AG aus Seon hat dieses Jahr ihr 40-Jahr-Jubiläum. Das Unternehmen zählt zehn Mitarbeiter und ist stolz darauf, ein Familienbetrieb zu sein. Von Deborah Bläuer
Auf den Führungswechsel habe man sich gut vorbereitet, erzählt Beat Matthias Gehrig, der vor ein paar Jahren das in Seon beheimatete Unternehmen Gehrig Bodenbeläge AG von seinem Vater übernommen hat. Letzten Endes sei der Wechsel dann aber doch relativ überraschend gekommen. Nachdem Beat Gehrig Senior von einem dreiwöchigen Urlaub, dem ersten längeren seit Jahren, zurückgekommen war, setzte er sich an den Schreibtisch, schaute sich um und sagte zu seinem Sohn: «Es hat ja alles gut funktioniert, während ich weg war. Du kannst übernehmen.» Das war Ende 2018, seither führt der 34-jährige Beat Gehrig als Geschäftsführer die Geschicke des Unternehmens. Dass er einmal die Firma, die seine Eltern 1982 gegründet hatten, leiten würde,
Das Familienunternehmen (von links): Beat Gehrig Senior, Theres Gehrig, Beat Matthias Gehrig und Silvia Gehrig. Bild: zVg
stand für Beat Gehrig nicht immer fest. Zuerst machte er eine Ausbildung im Detailhandel, aber irgendwie zog es ihn immer mehr zum Familienbetrieb hin. Schliesslich fiel der Entschluss, eine Zweitausbildung als Boden-Parkettleger EFZ zu absolvieren. Es folgten mehrere Weiterbildungen bis hin zum Chefbodenleger.
Auch in der Lehrlingsausbildung ist sie aktiv. Beat Gehrig ist stolz darauf, dass die Gehrig Bodenbeläge AG als einzige Firma im Kanton Aargau einen Erstlehrjahrlehrling mit der Fachrichtung textile und elastische Beläge beschäftigt. Zudem arbeitet auch ein weiterer Lehrling in der Firma, die insgesamt zehn Mitarbeiter zählt. Sie ist durch und durch ein Familienbetrieb. So arbeiten neben Beat Gehrig weiterhin sein Vater mit und auch Mutter Theres und Ehefrau Silvia sind im Unternehmen tätig. Die Übernahme habe gut funktioniert, erklärt Beat Gehrig und fügt an: «Mein Vater hat mich wirklich machen lassen.» In eineinhalb Jahren wird der Betrieb voraussichtlich auf Beat Gehrig überschrieben werden, sodass er dann der Inhaber ist. Der Seoner überlegt sich, dies kombiniert mit dem 40-Jahre-Jubiläum, welches das Unternehmen dieses Jahr hat, zu feiern. Wie dieser Anlass konkret aussehen wird, ist allerdings noch offen.
Vielfalt an Böden Die Gehrig Bodenbeläge AG bietet diverse Böden vom Parkett über Teppich bis hin zu Korkböden an.
Aus der Wand kam Rauch Langweilig wurde es in der Firma Gehrig in 40 Jahren nie. Besonders in Erinnerung geblieben sind Beat
Es hat ja alles gut funktioniert. Du kannst übernehmen.» Beat Gehrig Senior
Gehrig zwei Ereignisse. Das eine war, als 2000 ein Elektroboiler einen Brand verursachte. Das zweite, als ein Mitarbeiter, der in einem alten Bauernhaus einen Parkettboden schliff, aufgeregt in der Zentrale anrief und berichtete, dass Rauch aus der Wand käme. Er schaute nach, was hinter der Tür war, und rief kurz danach wieder an: «Jetzt brennt es!» Die Feuerwehr war rasch vor Ort und es stellte sich heraus, dass die Hausbesitzerin den Kachelofen wohl etwas zu stark eingeheizt hatte.
40 Jahre Geschäftstätigkeit ist eine lange Zeit. Was ist das Erfolgsrezept der Firma? «Gute Arbeit zu leisten und Termine einzuhalten. Wir dürfen viele Kunden aus der Anfangszeit auch heute noch zu unseren Kunden zählen», erklärt Beat Gehrig. Höfliche Mitarbeiter, gute und saubere Arbeit, zufriedene Kunden – darauf legt das Unternehmen grossen Wert. Für die nächsten 40 Jahre wünscht sich Beat Gehrig Gesundheit, bleibende Freude am Beruf und weiterhin zufriedene Kunden.
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Vorfreude auf den Lehrling Christoph Brunner aus Niederlenz ist ein gutes Beispiel, wie man als Einmannbetrieb in der Gartenbaubranche Fuss fassen kann – und trotzdem seinen Prinzipien treu bleibt. Von Dominique Simonnot
Es ist der typische Werdegang. Nach seiner Lehre als Landschaftsgärtner hat Christoph Brunner erste einmal einige Jahre gearbeitet und anschliessend seine Weiterbildung zum Obergärtner gemacht. Irgendwann entstand aus der Not seines damaligen Chefs entstand die Idee des sympathischen Gärtners: «Mein Chef wollte reduzieren und ich habe nach 24 Jahren Berufserfahrung eh schon mit der Selbstständigkeit geliebäugelt.» Die ersten drei Jahre waren eine grosse Herausforderung, denn Brunner musste bei null anfangen. «Meine Frau und ich haben 6000 Flyer verteilt, um Kunden zu gewinnen», erinnert sich Christoph Brunner. «Von Anfang an haben wir auf die Gartenpflege gezielt, die uns regelmässige Aufträge garantiert. Das gibt uns Planungssicherheit. Heute sind wir froh, dass wir das zur Hälfte geschafft haben.» Naturnahe Gärten Geht es um die Neu- oder Umgestaltung eines Gartens, rät Brunner seinen Kunden gerne zu einem naturnahen Garten. «Wir sind schweizweit verpflichtet, 30% der Fläche müssen
naturnah gestaltet werden», erklärt er. «Und auch die Gemeinden rücken immer weiter vor. Bricht man das auf jeden Garten runter, hat jeder Garten einen Teil, mit dem er der Natur auch etwas zurückgibt.» Heisst Blüemliwiese statt steril grünem Rasen, heisst Eibe statt umstrittener Kirschlorbeerhecke oder Buchs. «Es gibt viele heimische Alternativen, nur kennen sie viele nicht. Und für Allergiker können eingeschleppte Pflanzen, sogenannte Neophyten, gefährlich werden. Dafür sind wir dann da.» Damit Kunden- und Gärtnervision harmonisieren, ist eine gute Zusammenarbeit wichtig. Der erste Lehrling Diesen Sommer kann er das erste Mal einen Lehrling ausbilden. «Er wird eine dreijährige EFZ-Ausbildung machen und ich bin froh, Unterstützung zu bekommen.» Schliesslich gibt es einen Mangel an ausgebildeten Fachkräften. «Gleichzeitig gilt es ihn zu motivieren, schliesslich müssen Lehrlinge Ausbildung, Familie und Schule unter einen Hut kriegen, das ist oft gar nicht einfach. Schliesslich soll ihm der Beruf ja Spass machen.» Bis dahin hat Christoph Brunner alle Hän-
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Lebendiger Garten des Ehepaars Brunner. Bild: zvg
de voll zu tun. Nach Ostern hat die Hochsaison begonnen. Jetzt wird gemäht, vertikutiert, gedüngt, gesät... Auf Spritzmittel möchte er so gut es geht verzichten und schlägt lieber Alternativen vor. Abflammgeräte stellen eine gute und umwelt-
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Den Generationenwechsel begleiten gerecht werden Das gängige Hausarztmodell wird es in Zukunft immer weniger geben. Kein Grund, dem nachzutrauern, denn spannende Konzepte sorgen für Ersatz - wie die Praxis im Lenzhof zeigt. Von Dominique Simonnot
Zahlreiche Hausärzte stehen vor der Pension und es gibt kaum junge, die nachrücken. Das hat mehrere Gründe. Junge Ärzte möchten nicht mehr unbedingt in der eigenen Praxis rund um die Uhr ein einziger Ansprechpartner sein. Dienst am Menschen ja, aber nicht auf Kosten der eigenen Freizeit und Gesundheit. Eine gute Work-Life-Balance wird immer wichtiger. Zudem möchte die junge Generation interdisziplinär arbeiten, sich zusammenschliessen mit Spezialisten aus anderen Fachbereichen. Dem Patienten kommt das entgegen, hat er in einer Praxis nicht nur mehrere Allgemeinärzte zur Auswahl, sondern auch Fachspezialisten. Neue Praxismodelle müssen also Ganzheitlichkeit, Austausch, Interdisziplinarität und den Fokus auf das Wesentliche vereinen. Fokus auf die Patienten So wie die Praxis im Lenzhof in Lenzburg. Hier teilen sich die beiden Hausärzte Dr. med. Marc Meili und Dr. med. Magdalena Schaub die Praxis, sind in Austausch und Zusammenarbeit mit verschiedenen Gesundheitspartnern. Eine Physiopraxis befindet sich im Untergeschoss, eine TCM-Praxis im Obergeschoss. Ab Sommer wird das Team mit zusätzlichen Spezialisten aus dem Kantonsspital Baden ergänzt. Das Besondere: Die beiden Hausärzte können sich mehr als woanders einzig und allein auf das gesundheitliche Wohlergehen der Patienten fokussieren. Bereiche wie Administration, Buchhaltung und IT übernimmt eine externe Firma: Enzian Health, die ebenso zwei Praxen in Basel und Pfäffikon ZH un-
Auch bei der Inneneinrichtung aufs Wesentliche konzentriert: die Praxis im Lenzhof in Lenzburg.
Magdalena Schaub.
Marc Meili. Bilder zvg
terstützt. Als Matchmaker begleitet Enzian Health junge Hausärztinnen und Hausärzte bei der Nachfolge von etablierten Praxen von Ärzten im pensionsfähigen Alter. «Mein Geschäftspartner und ich sind auf das Nachfolgeproblem von Hausärzten gestossen, die erfolglos einen Nachfolger suchten», erzählt Fabian Müller, einer der Geschäftsführer von Enzian Health. «Das Problem wollten wir lösen, wussten aber um die wechselnden Arbeitsbedürfnisse der nachrückenden jungen Ärztinnen und Ärzte.» Eine Generation, die zunehmend in Teil-
zeitpensen und grösseren Gruppenpraxen arbeiten will und an einem interdisziplinären Austausch interessiert ist. Begleitung von Anfang an «Wir unterstützen junge Ärzte dabei, sich selbstständig zu machen», so Fabian Müller. «Bereits bei der Standortsuche.» Enzian Health führt dann Gespräche mit Eigentümern, verhandelt über Mietpreise, Finanzierungen, kümmert sich um sämtliche Bewilligungen und koordiniert über den Innenausbau. «Wir haben mittlerweile einige Partnerschaften mit
kompetenten Partnern z. B. aus der Architektur oder dem Bankwesen aufgebaut. Oftmals stossen sie auf bereits existierende Hausärzte, die in den nächsten Jahren ihre Praxis weitergeben wollen. «Im besten Fall verknüpfen wir die Neugründung unserer Gesundheitszentren mit einer Nachfolgelösung vor Ort. Eingesessene und nachfolgende Hausärzte arbeiten dann einige Zeit zusammen.» Eine Win-win-Situation: Die jungen profitieren von der Erfahrung der etablierten Ärzte, während diese sich schrittweise zurückziehen und damit ihren Patientenstamm in gute Hände übergeben können. «Unser Ziel ist jeweils eine nahtlose Übergabe», so Fabian Müller. Mit dem Praxismodell des Lenzhof wird auch der steigenden Komplexität der Aufgaben eines Hausarztes Genüge getan. Durch die administrative Entlastung haben die Ärzte und Ärztinnen mehr Zeit, sich als erste Anlaufstelle um die zunehmend chronisch kranken Patientinnen/Patienten zu kümmern, um damit ihrer wichtigen Rolle im schweizerischen Gesundheitssystem Rechnung zu tragen.
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Unterstützung für daheim Die Spitex Region Lenzburg ermöglicht im Alter, bei Krankheit, bei Unfall oder nach Spitalentlassungen mit ihren Dienstleistungen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause. Lule Hasani besucht zwei Klienten und gibt Einblick in ihre wertvolle Arbeit. Von Isabel Iten
Es ist 9.45 Uhr. Gutgelaunt steigt Lule Hasani in einen der achtzehn Spitex-Smarts. An diesem Morgen ist sie unterwegs zu zwei Klienten in der Region Lenzburg. Den grössten Teil ihrer heutigen Arbeitszeit verbringt die Tagesverantwortliche der Abteilung Betreuung jedoch in der Spitex-Zentrale. «Nun bin ich zuerst Gast bei dem Ehepaar H.», erzählt Lule Hasani. Herr H. leidet an Krebs. Die Spitex-Mitarbeiterin muss ihm die Nieren-Katheter spülen sowie die Einstichstellen kontrollieren und neu verbinden. Lule Hasani wird von Frau und Herrn H. herzlich begrüsst. Die drei sind sich vertraut. Die Fachfrau arbeitet rücksichtsvoll. Sie überzeugt sich davon, dass es keine Komplikationen gibt. Während der Pflege wird erzählt, gelacht und gescherzt. «Ein Glück, dass es Spitex gibt. Ohne die Unterstützung müsste ich ins Pflegeheim. So aber werde ich bestens umsorgt. Sicher war es am Anfang nicht einfach,
Unterstützung anzunehmen. Zuvorkommend und professionell hat das Spitex-Team es uns leicht gemacht.» Seit Februar wird Herr H. zweimal täglich von der Spitex versorgt. Schon jahrelang ist der nächste Klient auf die Unterstützung von Spitex angewiesen. Er hat ein Prostataleiden und zudem Kehlkopfkrebs. Lule Hasani behandelt den Klienten konzentriert und professionell. Während der Behandlung bleibt auch Zeit, um einander aus dem Alltag zu berichten. Die SpitexMitarbeiterin erhellt dem Klienten den Alltag. «Dank Spitex kann ich alleine leben. Die Mitarbeiterinnen geben mir Sicherheit.» Vollumfängliche Versorgung Der Arbeitstag von Lule Hasani beginnt bereits um 6.45 Uhr an. Seit einem Jahr ist die diplomierte Pflegefachfrau HF Teamleiterin der Abteilung Somatik. Zuerst organisiert sie jeweils die Tageseinsätze. Grosse Flexibilität ist oft gefragt. Die Arbeiten des Spitex-Teams sind viel-
Behutsam und konzentriert: Bei der Pflege kommt es auf Feingefühl an. Bild: Isabel Iten
Hat stets ein Lächeln parat: SpitexMitarbeiterin Lule Hasani. Bild: Isabel Iten
schichtig. Spitex setzt sich für kranke und hilfsbedürftige Menschen jedes Alters ein, damit diese im gewohnten Umfeld und in allen Lebenslagen selbstständig leben können. «Bei Krankheit, Unfall, Rekonvaleszenz oder Spitalentlassung sowie im Alter bieten wir vollumfängliche Versorgung an. Vor jedem Ersteinsatz ermitteln wir mit einer persönlichen Bedarfsabklärung den Betreuungsbedarf», erklärte Hasani. «Zu unserem Angebot gehören Behandlungspflege, Grundpflege, palliative Spitex, ambulante Psy-
chiatrie und Hauswirtschaft. Jeder Bereich ist notwendig, um möglichst grosse Selbstständigkeit und Selbstbestimmung im eigenen Umfeld zu ermöglichen. Spitex wird motiviert, engagiert und professionell in der Zukunft der Versorgung immer eine bedeutendere Rolle spielen», sagt Lule Hasani überzeugt. Die Spitex Region Lenzburg zählt heute rund neunzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Um den Teamgeist zu stärken, wird viel unternommen. Es werden Aus- und Weiterbildungen organisiert und die Hilfsmittel zur Arbeitserledigung laufend aufgebaut.» Gemeinsam im Einsatz Als Tagesverantwortliche ist Lule Hasani die Ansprechperson für die Mitarbeitenden im Bereich Behandlungspflege. Vielfach wissen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erst vor Ort, wie es den Klientinnen und Klienten geht. Unsicherheiten, Fragen oder Probleme können entstehen. Die Teamleiterin unterstützt in dringenden Fällen telefonisch oder in weniger dringenden Fällen schriftlich über den internen Chat. «Ich reflektiere gerne über die Arbeit und überlege, was optimiert werden könnte.» Lule Hasani kann sich keinen besseren Arbeitsort vorstellen. «Im Team zu arbeiten, macht Freude. Wir alle können vom Wissen jedes Einzelnen täglich dazulernen.» Zu den Aufgaben der Teamleiterin gehören nebst Bedarfsabklärungen auch Mitarbeitergespräche, administrative Arbeiten und bei komplexen Pflegefällen Einsätze vor Ort. Um den hohen Anforderungen als Vorgesetzte gewachsen zu sein, absolviert die diplomierte Pflegefachfrau berufsbegleitend zurzeit den Lehrgang Leadership an der Fachhochschule Luzern.
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Ein Nachmittag im Hallenbad Immer wieder bin ich am Hallenbad Seon vorbeigefahren. Immer war ich neugierig, wie es drinnen aussieht. Diesmal wollte ich es ganz genau wissen. Von Deborah Bläuer
Das Hallenbad Seon geht mit der Zeit, keine Frage. Nicht nur dass der Eintritt am Automaten gelöst wird, auch die Umkleideräume sind modern. In Grau, Weiss und Blau gehalten muten sie schon leicht marin an, quasi eine Einstimmung aufs Schwimmen. Nach der obligatorischen Dusche betrete ich das helle Hallenbad. Es ist gross genug, dass sich die Besucher nicht im Weg stehen, aber auch nicht zu riesig, sodass man sich verloren fühlt. Das Design mit den blauen, grauen und roten Streifen an der Wand wirkt sportlich und clean. Ein besonderer Blickfang ist die Rutsche in Schlangenform beim Kinderbecken. Die ersten Schritte ins Wasser sind noch zögerlich, das kühle Nass lockt und gleichzeitig traue ich mich nicht so recht. Es folgt ein kurzer Moment der Überwindung, ein paar Sekunden ist es kalt und dann stellt sich das wohlig leichte Gefühl ein, wenn einen das Wasser umfängt. Und schon bald fühle ich mich wie
der sprichwörtliche Fisch im Wasser. In der eigens für die Sportschwimmer gedachte Bahn crawlen ein Mann und eine Frau rasant durchs Wasser. Ich gehöre eher zu den gemütlicheren Schwimmern und lasse meine Gedanken und meinen Blick schweifen. Auf der anderen Seite entdecke ich das Ein-Meter-Sprungbrett. Schnell aus dem Bassin klettern, hinauf und Sprung: Herrlich, wie das Wasser beim Eintauchen spritzt! Unterhaltsam ist auch das Beobachten der Kinder der Schwimmkurse mit ihren grünen und gelben Badekappen. Während die kleineren noch gebannt und hoch konzentriert den Anweisungen der Schwimmlehrerin lauschen, haben die grösseren allerlei Schabernack im Sinn und müssen mehrfach gemahnt werden, doch bitte zuzuhören. Das Hallenbad bietet viele Angebote für Gross und Klein, von Aquafit-Kursen über Baby- und ELKI-Schwimmen bis hin zu Kinder -und Erwachsenenschwimmkursen und Sportgruppen. Auch weitere Angebote wie Privatlektionen,
Das optimale Angebot für Sportgruppen und Familien. Bild: Thomi Strütt
Das Hallenbad Seon ist fast das ganze Jahr geöffnet. Bild: Thomi Strütt
Frühschwimmen sowie Spielnachmittage für Kinder und Familien gibt es. Wegen der grossen Nachfrage wird das Aquafitangebot sogar erweitert. Im Garten, wo es auch Be-
cken für die Kinder hat, soll bald eine Slackline entstehen. «Wir legen grossen Wert darauf, dass wir alle Altersund Nutzergruppen berücksichtigen und eine grosse Dienstleistungskultur gelebt wird», erklärt Betriebsleiterin Sarah Meister. Gebaut wurde das Hallenbad 1975, die Blockhaussauna gehört seit 1997 dazu. Vor drei Jahren erfolgte eine Komplettsanierung. Wie Sarah Meister erzählt, wurde dabei auch die Frauensauna im Untergeschoss erstellt. Und der Garten wurde um neue Attraktionen für die Kleinen, eine Brätelstelle und einen Pingpongtisch erweitert. Das Schwimmen hat mich hungrig gemacht. Ich gehe ins Restaurant und frage die Küchencrew, was denn die meisten Gäste bestelle würden. «Eine einfache, gute Portion Pommes», bekomme ich als Antwort. Und so lasse ich mir Pommes frites mit der hauseigenen Gewürzmischung schmecken. Ich fühle mich satt, zufrieden, erfrischt und bin mit mir und der Welt im Reinen.
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Maler Bryner verhilft Fassaden zu neuem Glanz Das Malergeschäft Bryner in Möriken ist nicht nur der Ansprechpartner für sämtliche Malerarbeiten im Innen- und Aussenbereich, sondern auch für eine kompetente und effiziente Fassadenreinigung bei Befall von Moos, Algen, Flechten und Schimmel. Mikroorganismen wie Algen, Flechten, Moos und Schimmel sind für 90 Prozent aller Fassadenverschmutzungen verantwortlich. Begünstigt wird ihr Entstehen durch das immer intensivere Dämmen, was verhindert, dass Wärme nach draussen dringt. Dadurch entsteht eine tiefere Oberflächentemperatur, die Fassadenfarbe bleibt länger feucht. Feuchtigkeit ist jedoch die Voraussetzung für Algen- und Flechtenbewuchs. Was kann man dagegen tun? «Eine rechtzeitige Behandlung mit einem speziellen Produkt, das weder Chlor noch Javelwasser enthält, verhindert eine teure Sanierung. Die befallene Fläche wird mit Teleskopreinigungslanzen besprüht. Es wird kein Hochdruckreiniger benötigt, der die Fassadenstruktur beschädigen kann, und das Haus muss nicht mit einem Gerüst versehen werden. Das spart Zeit und Geld», sagt Malermeister Robert Schimmer. Dank der Tiefenwirkung des Reinigungsprodukts werden sämtliche Mikroorganismen vernichtet, ohne jedoch
Zeitpunkt für eine Fassadenreinigung ist von März bis Oktober. Zum Service des Fachbetriebs gehört eine Nachkontrolle innerhalb von zwei Jahren und falls nötig, eine Nachbesserung.
Fassade mit Befall
Fassade nach der Behandlung und der nötigen Einwirkungszeit
die Fassadenoberfläche zu tangieren. Der Schutz bleibt dank der Depotwirkung über Jahre aktiv in der Farbe und schützt so vor einem Neubefall.
partielle Reinigungen, etwa im Sockelbereich oder oberhalb von Fenstern. Wenn Fenster häufig offen oder permanent gekippt sind, bildet sich dort, wo die Innenluft austritt, ein Kondensat, was den Befall von Moos, Algen, Flechten und Schimmel begünstigt. Idealer
Nicht immer muss die ganze Fassade behandelt werden. Manchmal reichen
Die Bryner AG ist aber auch die Adresse für sämtliche Maler- und Spritzarbeiten. Und die Bryner AG ist zudem ein Ausbildungsbetrieb, der jungen Menschen das nötige Rüstzeug für den Malerberuf vermittelt. Ein Betrieb also, dessen Dienstleistungen man gerne in Anspruch nimmt.
Befallene Fassade vor der Behandlung
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Keiner zu klein, ein Bücherwurm zu sein Ein bunter Klecks im Schulhausareal Fahrwangen, das ist das Läsi-Huus. Die Bibliothek bietet Medien aller Art und organisiert verschiedene Anlässe für Erwachsene und Kinder. Von Yvonne Imbach
Die Zeiten, als Bibliotheken grosse, muffige Säle waren, in denen jedes Hüsteln mit einem zischenden «Pssst» kommentiert wurde, sind vorbei. Heute sind sie ein offener, lebendiger Ort, wo man seinen Wissensdurst stillt. Bibliotheken sollen die Menschen mit allen Informationen versorgen, die sie brauchen. Ob Universalbibliotheken, Stadtbibliotheken, Gemeindebüchereien, Bücherbusse – sie haben zwar nicht alles, aber sie haben die Kontakte und die Kooperationsmöglichkeiten, um alles zu beschaffen. Natürlich will man in der Bibliothek Bücher vorfinden. Die Medienvielfalt hat aber enorm zugenommen: Zum kurzen Nachschlagen und Suchen gibt’s das E-Book, zur Unterhaltung das Hörbuch und zum intensiven Studium oder zum Schmökern das gedruckte Buch. Die Bibliothek muss da sein, wo ihre Nutzenden sind – auch im Dorf. Unser Besuch im Läsi-Huus in Fahrwangen zeigte eindrücklich, welchen wichtigen Stellenwert die Gemeindebibliothek bei den grossen und kleinen Gästen hat. «Versli und Lieder fördern die Sprache» An diesem Frühlingsmorgen begrüsst Bibliotheksmitarbeiterin Margrit Lanz die Besucherinnen und Besucher an der Türe, in der Hand hält sie das «Läsi-Huus-Müsli», das die Kinder im Vorschulalter nach ihren Namen fragt. Denn an diesem Tag steht die «ZwergliGschichtestund» auf dem Programm. Die 18 Mädchen und Buben sind nicht allein gekommen: Plüschtier, Schnufeltuch, Nuggi und natür-
Margrit Lanz leitet die «Zwergli-Gschichtestund», ihre noch kleinen Zuhörerinnen und Zuhören sind konzentriert dabei. Bild: Yvonne Imbach
lich Mamas, ein Papa, ein Grossmami und ein Gotti setzen sich mit den Kleinen in die mehrstufige Leseecke. Kissen und ein Teppich sorgen für Gemütlichkeit, die Schuhe dürfen ausgezogen werden. Es ist kurz vor Ostern, das Thema Hasen steht im Mittelpunkt der Verse und Lieder, die Margrit Lanz ihren jungen Gästen mitgebracht hat. «Grüezi Frau Häsli, ich striche dir öbers Näsli», sagt sie vor und animiert die 1- bis 3-jährigen Kinder, den Reim nachzusprechen und mit passenden Bewegungen zu verinnerlichen. Kleine Hoppeleinlagen machen zusätzlich Spass. «Versli und Lieder fördern die Sprache und wecken die Freude an Büchern», weiss Margrit Lanz. Nach der Geschichtenstunde wartet an den Lesetischen das Znüni auf die kleinen Bücherwür-
mer: Zwieback, Petit Beurre, Saft und für die Grossen ein Kaffee werden gerne angenommen. Im lockeren Gespräch gibt Margrit Lanz Büchertipps. Natürlich dürfen anschliessend Bücher auch ausgeliehen werden. Projekt «Buchstart» wurde 2008 ins Leben gerufen Die beliebte Veranstaltung konnte nach zweijähriger, pandemiebedingter Zwangspause an diesem Morgen endlich wieder stattfinden. Die «Zwergli-Gschichtestund» wurde lanciert, nachdem das Projekt «Buchstart Schweiz» 2008 von der Stiftung Bibliomedia Schweiz und dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM ins Leben gerufen wurde und die Bibliotheken angegangen wurden,
die erste Begegnung von Kindern mit Büchern zu fördern. «Es ist ein Ort, wo man sich frei aufhalten kann» Monique Cecuta leitet seit bald acht Jahren das Läsi-Huus. Sie weiss, warum der Ort für die Bevölkerung wichtig ist: «Das Läsi-Huus ist in verschiedenen Bereichen aktiv. Sprachförderung, Leseförderung, Treffpunkt und Kultur sind unsere Schwerpunkte, von denen die gesamte Bevölkerung profitieren kann. Wir bieten ein attraktives Angebot an Medien, aber auch an Veranstaltungen. Zudem arbeiten wir eng mit den Schulen im Dorf zusammen. Es ist ein Ort ohne Konsumzwang, wo man sich frei aufhalten kann und Gross und Klein herzlich willkommen sind.»
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Gesundheitstempel MTTZ Aus der alten Dorfturnhalle in Meisterschwanden ist ein modernes Gesundheitszentrum entstanden. Dahinter steckt die Vision einer aussergewöhnlichen Unternehmerin.
Modern, hell und freundlich. Die Behandlungszimmer im ersten OG. Bild: dom
Von Dominique Simonnot
Obwohl das Gebäude an der Hauptstrasse 17 in Meisterschwanden markant aus der Reihe fällt, fahren wir erst vorbei. Vielleicht erwarten wir einfach nicht, dass ein so altehrwürdiges Gebäude ein so modernes Gesundheitszentrum birgt. Vor mehr als 18 Jahren startete Sylvia Bugmann hier die Erfolgsgeschichte des MTTZ. Und die ist unmittelbar mit ihrer Persönlichkeit verknüpft. Mit offenen Armen und freundlich lachend empfängt uns die aufgestellte Physio- und Hypnosetherapeutin. Oder passender: Physio-Coach. «Ich habe mehrere Berufe und viele Weiterbildungen, dich sich aufs Beste ergänzen, um ein ganzheitliches Angebot zu bieten.» Ganzheitlichkeit als Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens. Im MTTZ ist es kein Schlagwort, son-
dern wird überzeugt gelebt. «Das körperliche, seelische und geistige Wohlbefinden unserer Kunden wird unter unserem Dach stets zusammen betrachtet», so Sylvia Bugmann. Nur wer sich als Mensch willkommen fühlt, kann auch Vertrauen aufbauen und seine körperlichen und mentalen Anliegen preisgeben. Das geht bei der Einrichtung weiter: Das MTTZ mit seinen sechs Metern Raumhöhe ist hell, modern und grösstenteils nach Feng Shui eingerichtet. Im Parterre der Trainingsraum mit den Geräten und der Rezeption. Im oberen Geschoss die Behandlungs- und Gruppenräume. Alles wirkt ruhig und harmonisch. Menu complet Alles andere also als eine typische Physio-Praxis mit Trainingscenter. «Die Bodybuilder sucht man bei uns vergeblich», schmunzelt Sylvia Bugmann. «Wir bieten gesundheitsori-
Sylvia Bugmann bei der Anweisung. Bild: dom
entierte Training zur Physiotherapie. Unsere Angestellten haben hochqualifizierte Ausbildungen und sind allesamt Krankenkassen-anerkannt.» Entsprechend behutsam und umsichtig weisen sie die Kunden in das Training ein, überprüfen stets mit einem aufmerksamen Auge die Ausführungen und stehen für Fragen zur Verfügung. Neu im Angebot sind die digitalen milonGeräte. Dort kann der Kunde fast nichts mehr falsch machen. Wer Mitglied werden möchte, wird vorab gründlichst untersucht und getestet, damit ein entsprechender und zielführender Trainingsplan erstellt werden kann. Zu den Testings gehören Bio-Impedanz-Analyse, Wirbelsäulenvermessung, Muskellängentests, Faszientests und Atemcheck. «Atembeschwerden haben seit Ausbruch der Coronapandemie stark zugenommen. Dementsprechend häufig bieten wir eine Atemphysiotherapie und das Atemtrai-
ning an.» Und glaubt man der sympathischen Inhaberin, kann die eigene Atemtechnik immer verbessert werden und sogar das Schnarchen kann man in den Griff kriegen. «Wir haben auch Kunden betreut, die lange mit einer Sauerstoffmaske geschlafen haben. Nach einigen Monaten Atemtraining (das ist ein komplexes Programm) brauchten sie die nicht mehr», erklärt Sylvia Bugmann. Im ersten Stock (Attika eröffnet im Dezember 2019) werden Behandlungen und Gruppenkurse (Beckenbodentraining, autogenes Training, Rückenstark) durchgeführt. «Das Gesundheitstraining dient der Rehabilitation und ganz wichtig auch der Prävention. Behandlungen wie Physiotherapie, Massage oder Hypnosetherapie helfen ausgesprochen gut bei chronischen Beschwerden. Das ist Ganzheitlichkeit. Wir möchten den Menschen ins Gleichgewicht bringen.»
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Speisen im Cabriolet Auf dem Eichberg entsteht das erste Cabrio-Restaurant der Schweiz, das sich zukünftig auf flexible Weise dem Wetter anpasst. Effizient, nachhaltig und modern. Von Dominique Simonnot
Normalerweise ist es ruhig hier oben. Nur landwirtschaftliches Treiben, Vogelgezwitscher, blökende Kühe, gackernde Hühner. Immer wieder ein paar Spaziergänger und Gäste, die zum Hotel oder Restaurant an- oder abreisen. Der Eichberg ist als Ausflugsziel weit über die Region hinaus bekannt und die Küche geniesst einen hervorragenden Ruf. Vorüber-
gehend leidet allerdings die Idylle ein wenig auf dem Eichberg, auch wenn das beliebte Restaurant immer noch zu besonderen Genüssen einlädt – im eigens dafür gebauten Holzbau. Wo sonst Ruhe und Einsamkeit vorherrschen, bestimmt aktuell eine Grossbaustelle die Szenerie. Bis Oktober 2022. Dann wird die übliche Idylle wieder einkehren, allerdings um eine Attraktion reicher. Bereits die Baustelle lässt einiges erwarten, eine
Die Visualisierung des Neubaus verspricht ein modernes Gastroerlebnis. Bild: zvg
Visualisierung zeigt es deutlich: hier oben entsteht Aussergewöhnliches – nämlich das erste Cabrio-Restaurant der Schweiz. Das Prinzip ist einfach. Wie bei einem Auto-Cabriolet kann bei dem neuen Restaurant das Dach eingezogen, die Fenster runtergefahren werden. Auf Schienen und fast geräuschlos. «Damit können wir viel flexibler auf Wetterkapriolen reagieren», erklärt Eli Wengenmaier, der Gastgeber des Restaurants Eichberg, «und so 100 Plätze schnell in Terrassenplätze verwandeln.» Insgesamt können dadurch 150 Gäste bewirtschaftet werden. Im Sommer wie im Winter. Abschied und Neuanfang Im ersten Stock ist ein Eventbereich mit zusätzlich 200 Plätzen vorgesehen – natürlich auch hier mit Blick auf den Hallwilersee. Für dieses Grossprojekt musste das altehrwürdige 150 Jahre alte Gebäude weichen. «Das war kein leichter Abschied», so der Gastgeber. «Immerhin hat es sehr viel geleistet, sehr viele Gäste glücklich gemacht und vielen Mitarbeitern mit ihren Familien ein sicheres Einkommen ermöglicht.» Doch die jahrelange Nutzung – teils über seine Kapazitätsgrenzen – hat
Spuren hinterlassen. «Die Bausubstanz liess keine wirtschaftlich tragbare Sanierung mehr zu, so dass wir uns für einen kompletten Neubau entschieden haben. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge.» In Südtirol besichtigte das Team erstmals ein ähnliches Konzept eines flexiblen Restaurants. Doch die individuelle Idee des Cabrio-Restaurants entwickelte sich erst mit der Zeit. Für die konkrete Umsetzung fanden sie mit dem Architekturbüro Fliri in Sins einen kompetenten Partner. Und bleiben mit der Auswahl der anderen Partner ihrem Konzept der Regionalität treu. Die vertraglich beauftragten Unternehmen kommen fast ausschliesslich aus der Region Lenzburg oder dem Aargau. Neben dem Restaurant wird es auch einen Loungebereich innen und aussen geben, eine Apéro-Bar und einen Verkaufsladen für die ManufakturProdukte, die teilweise direkt in dem Neubau hergestellt werden. Auch der Aussenbereich wird neu gestaltet. Es scheint, dass alles – von der Produktionsplanung der Gastronomie bis zur Energiegewinnung für das Gebäude – in einer vorbildlichen Effizienz gipfelt. Das Cabrio-Restaurant wird sicherlich Schule machen.
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Barfuss ins kalte Nass Alles, was Sebastian Kneipp in seiner Lehre verinnerlicht, ist im Wald vorhanden. Darum hat die Gemeinde Menziken beim Stierenberg einen Kneipp-Trail eingerichtet. Von Monika Burri
Wasser, gute Luft, Ruhe und eine positive Aura: Am Fusse des höchsten Berges im Kanton Aargau, dem Stierenberg bei Menziken, bietet der Wald alles, was es für einen schönen Kneipp-Trail braucht. Anhand von zehn Posten mit verschiedenen Kneipp-Schwerpunkten führt der Rundweg des Kneipp-Vereins Seetal durch die Natur. Beim Kneippen geht es um gesundheitliche Aspekte, die gemäss Kneipp im Einklang von Körper, Geist und Seele stehen. Heute treffen sich Kneipp-Interessierte beim Parkplatz Burg am Fusse des Stierenbergs, um den Barfussweg im Wald gemeinsam abzulaufen und ihn von Unkraut zu befreien. Mit von der Partie sind auch Monika Beeler, Präsidentin, und Regula Schraner, Vizepräsidentin des Kneipp-Vereins Seetal. Beide bezeichnen den Kneipp-Trail als eine der schönsten Anlage in ihrem Vereinsgebiet. «Kneippen und zugleich im Wald unterwegs sein ist einfach eine herrliche Ergänzung», schwärmt Beeler. Die Gruppe, bestehend aus Erwachsenen und einem neunjährigen Buben, macht sich auf den Weg. Füsse baden wirkt belebend Vorbei an Kneipp-Posten zu den Themen Atmung und Ernährung spaziert das Grüppchen den geschlängelten, sanft ansteigenden Weg hinauf. Einige laufen alleine und geniessen die Ruhe, andere wiederum sind in ein Gespräch vertieft. «In diesem Umfeld entsteht meistens ein schöner Austausch», weiss Monika Beeler. Nach einer halben Stunde Marschzeit sind der Posten Wassertreten und der Barfussweg erreicht. Innert Sekunden hat der neunjährige Joel Turnschuhe und Socken ausgezogen und will in das natürliche Wasserbecken steigen. Zusammen mit der Mutter wagt er
Wassertreten im Naturbecken ist ein äusserst erfrischendes Erlebnis, findet auch der neunjährige Joel Meier. Bilder: mbu
sächlich alle beschwingt und voller Energie.
Wasser treten macht Spass: Die Wassertretanlage am Erusbach bei Schongau ist eine modern gebaute Kneipp-Anlage.
dann den ersten Schritt in den weniger tiefen Bereich: «Uhi, das ist ja mega kalt!», ruft Joel sogleich. Die erfahrenen Kneipper lächeln und nicken bestätigend. «Anfänglich braucht es schon ein wenig Überwindung, durch das eisige Wasser zu laufen. Wassertreten hat eine ausgleichende Wirkung – es erfrischt am Tag und beruhigt am Abend», erklärt Regula Schraner. Umso schöner sei es danach, barfuss auf dem moosigen Weg zu laufen und die Fussreflexmassage zu erleben. Nach dem Barfusserlebnis fühlen sich tat-
Federleicht auf moosigem Untergrund Der Barfussweg ist ein Highlight auf dem Stierenberg-Kneipp-Trail. Er ist wunderschön gelegen, schlängelt sich an Bäumen und Büschen entlang und über kleine Lichtungen. In aller Ruhe machen sich die Teilnehmenden daran, den Weg von Steinchen und Unkraut zu befreien. «Wir
machen das in regelmässigen Abständen. So bleibt der Weg weich und ist gepflegt», sagt die Präsidentin des Kneipp-Vereins Seetal. Das anschliessende Gehen auf dem weichen Moos ist äusserst angenehm und wirkt beruhigend. Nach rund 3,5 Kilometern Walderlebnis beendet die Gruppe mit warmen Füssen und offenem Geist den Rundgang, am Kräutergarten und dem Armbad vorbei. Alle sind sich einig: Hier sind sie nicht zum letzten Mal gewesen.
Kneippen: Die fünf Säulen aktueller denn je Bereits vor über 150 Jahren erkannte der Pfarrer Sebastian Kneipp, dass der Schlüssel zur Gesundheit im harmonischen Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele liegt. Die Herstellung des Gleichgewichts dieser Einheit fördert das Wohlbefinden und hilft, das Fundament für ein gesundes, erfülltes Leben zu errichten. Die Kneipp-Medizin oder auch die Kneipp-Therapie beruht auf einem Konzept, das auf fünf Säulen basiert,
die zusammen agieren und sowohl als präventive wie auch heilende Behandlungen bis heute genutzt werden: Wasser, Kräuter, Ernährung, Bewegung und Balance. Die Behandlung nach Kneipp hat in den letzten Jahren aufgrund teilweise ungesunder Lebensumstände an Bedeutung gewonnen. Im Seetal finden die Menschen sieben tolle Kneipp-Anlagen. Infos und Veranstaltungen zu Kneipp gibt es auf kneipp.ch/kneippverein seetal.
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Beliebte Gefängniswähe Mit dem integrierten Landwirtschaftsbetrieb und den Betrieben zur Verarbeitung versorgt sich die JVA Lenzburg zu einem Grossteil selbst. Darüber hinaus geht einiges in den Verkauf – und sorgt für Schlangen vor dem Hofladen. uns Marcel Ruf, Direktor der JVA. «Leider ging der unter der Hand direkt zu den Alkoholikern, was zu Problemen geführt hatte.»
Dafür lohnt es sich, anzustehen: Verkaufsschlager Wähe.
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Es wird geschweisst, gehämmert, geflechtet, geknetet oder gedüngt. Innerhalb der Gefängnismauern gehen die etwa 200 Insassen des geschlossenen Vollzugs auf kleinster Fläche den verschiedensten Aufgaben nach. Sei es in der Schreinerei, Korbflechterei, Bäckerei oder Gärtnerei. Hier ist einiges los. Ausserhalb der Mauern ist alles etwas beschaulicher, ruhiger. Hier sind die zur JVA gehörenden Kühe und Schafe in der Überzahl, nur einzelne Insassen sind damit beschäftigt, den Landwirten das liebe Vieh zu versorgen und beim Gemüseanbau oder beim Rückschnitt der Obstbäume zu helfen. Der Landwirtschaftsbetrieb gehört zu insgesamt 17 Gewerbebetrieben der Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Während die Schafe reine Rasenmäherfunktion haben, liefern die Milchkühe die Milch für die Insassen und zur Weiterverarbeitung, z.B. in der Joghurterie. Die gehört mit der Bäckerei und der Küche zu den lebensmittel-
verarbeitenden Betrieben. Hier werden rund 15 Sorten cremiger Joghurt hergestellt. Etwa 18 Tonnen jährlich. Vom Klassiker bis zu exklusiven Dattel/Orange- oder Marroni-Joghurts. Von glücklichen Kühen, die in Freiheit ein paar Meter weiter grasen. Suisse Garantie. Die leckeren Joghurts gehen aber auch an Nichtinsassen: mittels des 5*-Ladens, der als Quartierladen ausserhalb der Mauern bereits einen festen Kundenstamm hat. Hier liegen Gürkchen neben Rüeblis oder Salat, alles saisonal und regional. Um das Sortiment zu erweitern, werden auch Produkte von anderen Produktionsstätten angeboten, z.B. Bioeier vom Eichberg. Der Name «5 Stern» bezieht sich auf das fünfflügelige Gebäude, den Haupttrakt der Strafanstalt. Vielleicht auch ein bisschen auf die Qualität. Das hat vor allem mittwochs den Anschein. Dann muss man Schlange stehen, will man einen der Verkaufsschlager haben: die Wähe. «Wir bieten 10 verschiedene Wähen – von süss bis salzig», so Fabian Bucher, der für den
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Verkauf der JVA-Produkte zuständig ist. «Aktuell freuen sich viele auf die Spargelwähe, eine Vorbestellung wird sehr empfohlen.» Auch Weine, Spirituosen und Schaumwein vom eigenen Rebberg am Goffersberg gibt es im Lädeli zu kaufen. Das sind stille Boten der Freiheit, denn der Alkohol ist nur für die Kunden, auch wenn es bis in die früheren 1980er-Jahren anders war. «Der Wein wurde damals am Wochenende auch den Gefangenen abgegeben», erzählt
Tomaten aus der Gefängnisgärtnerei.
Für das Leben «danach» Die vielfältigen Möglichkeiten der Beschäftigung und die Beliebtheit der Produkte freut auch die Insassen, die damit ihr Geld verdienen. Die regelmässigen Arbeitszeiten und geregelten Arbeitsabläufe helfen ihnen zudem, sich schon im Gefängnis an ein Arbeitsleben zu gewöhnen und auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Ihr Leben erhält Struktur. Ein wichtiger Teil der Sozialisierungs- und Wiedereingliederungsmassnahme. «Das in den Produktionsbetrieben Erlernte ist für viele auch eine Motivation und bereitet sie auf das Leben ausserhalb der Mauern vor», so der Direktor. Viele entdecken zudem neue Talente, sei es in den Landwirtschaftsbetrieben oder den handwerklichen Gewerbebetrieben. Auch davon finden sich einige Produkte im Lädeli. Es kann also gut sein, dass man dieses mit einem selbst geflochtenen Korb voller Gurken, Rüebli, Auberginen, Zucchetti, Beeren, Brot, Milch, Eier, Wein etc. verlässt. Alles aus der Strafanstalt. Und zum Teil kriminell lecker.
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