CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 155 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG
AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 94 I 176. Jahrgang I Dienstag, 6. Dezember 2022
Hohe Investitionen
Ottenbach: In den kommenden vier Jahren stehen Investitionen von 13,8 Mio. Franken an. > Seite 3
Höhere Einnahmen
Die Sekundarschule Bonstetten rechnet ab 2025 mit mehr Steuereinnahmen. > Seite 5
Grosses Interesse
Historischer Rundgang in Hedingen stiess auf grosses Interesse bei der Bevölkerung. > Seite 6
Weitere Unterstützung Fesselnde Persönlichkeit
Alle 14 Ämtler Gemeinden unterstützen den Ämtlerweg für weitere vier Jahre finanziell . > Seite 8
So schmeckt es auch den Bauern Die «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt» vermarktet ihr Produkt selber – mit Erfolg Seit fünf Jahren gibt es im Säuliamt Milch zu fairem Preis – eine Bilanz. von Luc MüLLer Seit fünf Jahren haben die Kundinnen und Kunden im Säuliamt die Wahl: Kaufen sie eine normale Standardmilch oder entscheiden sie sich für «di fair Milch» aus dem Säuliamt. Der Unterschied: Die herkömmliche Milch, wie sie bei allen Grossverteilern zu haben ist, kostet rund 20 bis 25 Rappen weniger. Die Milch aus dem Säuliamt ist teurer und kostet zurzeit 2 Franken. «Der Milchpreis in der Schweiz ist seit Jahren unter Druck», erklärt Werner Locher. Der 68-Jährige war selber Bauer an der Islisbergstrasse in Bonstetten. Heute ist er Präsident der «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt», in der 43 Bauernbetriebe aus dem Knonauer Amt zusammengeschlossen sind. Mit ihrem Projekt sind sie Teil einer europäischen Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, dass die Bauern einen Milchpreis erhalten, der kostendeckend ist und von dem die Bauern auch wirklich leben können. Die Rechnung, die dahintersteckt: Für einen Liter Milch sollten die Landwirte im Talgebiet einen Franken erhalten, damit sie kostendeckend arbeiten können und fair entlöhnt sind. Diese Vollkostenrechnung basiert auf der Kalkulation von 2016, die Markus Höltschi vom landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) in Hohenrain LU errechnet hat. 20 Rappen werden schon von den Direktzahlungen abgedeckt, bleiben noch 80 Rappen, welche der Bauer mit dem Milchverkauf pro Liter erhalten muss. Die Milchverarbeiter und Grossverteiler veröffentlichen keine genauen Zahlen, wie sich der Milchpreis zusammensetzt.
Bauern bleiben Milchbesitzer Abnehmer der fairen Milch aus dem Säuliamt ist die Landi Albis Genossenschaft, die im Säuliamt elf Volg-Läden und einen Prima Laden betreibt. Neben der 1 Liter Packung wird die Milch als 10 Liter Beutel beim Albis Beck in Mettmenstetten für viele ihrer Produkte und in den drei Albis Beck Cafés verwendet. Nach Angaben von Werner Locher lösen die Bauern beim Verkauf an die Landi für einen Liter «Faire-Milch» 85 Rappen – rund 25 Rappen mehr als für eine herkömmliche Milch. «Wir haben in diesem
Werner Locher ist Präsident der «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt». (Bild uc) Projekt jederzeit die Milch selber in der Hand. Wir sind bis am Schluss die Besitzer des Produktes. Den Preis setzen in diesem Fall wir Bauern fest – von unten nach oben», erklärt Locher. Und so läuft der Handel mit der fairen Milch aus dem Säuliamt: Im Auftrag der «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt» sammelt die Firma Zentralschweizer Milchproduzenten (ZPM) die Milch, die als faire Milch produziert wird, bei den Säuliämtler Bauern ein. Sie wird zur Molkerei Höhn im Hirzel transportiert, wo die Milch pasteurisiert und homogenisiert wird. Für diese Dienstleistungen der ZMP und der Molkerei zahlt die «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt». Danach kommt die abgefüllte Milch direkt zur Landi Albis Genossenschaft, welche sie der «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt» abkauft. Im Normalfall kauft die ZMP die Milch den Bauern ab und bestimmt somit auch den Milchpreis
– für einen Liter Milch erhalten die Bauern rund 60 bis 65 Rappen – also rund 20 Rappen weniger als für die faire Milch.
Positive Verkaufsbilanz Im Säuliamt gibt es rund 100 Milchproduzenten, aber nur 43 sind beim Projekt der fairen Milch dabei. Locher erklärt: «Ein Hindernis bei der Gründung war sicher, dass man sich als Bauer mit 1000 Franken in der Genossenschaft einkaufen musste. Dabei gab es keine Garantie, wie erfolgreich das Projekt in Zukunft ist.» Rund 200 000 Liter Milch produziert jeder der 43 Bauernbetriebe der «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt». Nur ein Bruchteil davon werde zu den Preisen der fairen Milch verkauft, sagt Locher. Es sind jährlich knapp 200 000 Liter – der Grossteil landet immer noch zu tiefen Preisen bei den grossen Milchkäu-
fern wie Emmi, Mooh oder Züger. Und wie sieht die Bilanz nach fünf Jahren aus? «Wir sind sehr zufrieden», erklärt Werner Locher. In den Volgläden hat die faire Milch nach Angaben von Locher einen Verkaufsanteil von 80 Prozent. Heisst: Haben die Kunden die Wahl zwischen der herkömmlichen Milch zum tieferen Preis und der teureren FairMilch, greifen sie mit Vorliebe zum besser bezahlten Regionalprodukt. «Die Frequenz in den Volgläden sei durch die faire Milch auch gestiegen. Die Leute gehen wegen der Milch öfters schnell in den Laden», betont Locher. Die faire Milch gibt es als Vollmilch oder teilentrahmter Milch-Drink. Übrigens sei die faire Milch keine Konkurrenz zur Biomilch, die rund Fr. 2.05 kostet. «Für die Biomilch gibt es noch strengere Bedingungen bei der Produktion – nur was schon die Fütterung betrifft», erklärt Locher. Die faire Milch aus dem Säuliamt kommt von Betrieben, die mindestens an einem der beiden Tierwohlprogramme BTS (besonders tierfreundliche Stallsysteme) oder RAUS (regelmässiger Auslauf) teilnehmen. «Di fair Milch Säuliamt» sei ein natürliches Produkt von Tieren, die mit gesundem Futter versorgt wurden und sie werde eins zu eins so verkauft, wie sie die Kühe gegeben haben. Und Locher weiter: «In der Schweiz dürfen keine gentechnisch veränderten Futterpflanzen angebaut und verfüttert werden – dies im Gegensatz zu den meisten Ländern der EU.»
Gerne möchte die «Genossenschaft Faire Milch Säuliamt» ihren Absatzmarkt vergrössern. Sie möchte den Verkauf ihrer Milch, die es auch in Hofläden zu kaufen gibt, ausdehnen. Interessant wäre es beispielsweise, in der Stadt Zürich die faire Milch verkaufen zu können. In der Deutschschweiz sind die Säuliämtler bisher die Einzigen, die eine fair bezahlte Milch selber vermarkten. In der Westschweiz läuft ebenfalls ein erfolgreiches Projekt. Wieso verkaufen Coop, Migros oder Aldi ihr Produkt nicht? «Wir haben allen unser Projekt vorgestellt. Die Grossverteiler wollen aber Marge und Preis lieber selber in den Händen haben.» Bei Aldi gibt es nun eine faire Milch: Jedoch zahle Aldi den fünf Bauern nur rund sieben Rappen mehr als zum durchschnittlichen Milchpreis, wie Werner Locher erklärt.
Als Bortoluzzi Bundesrat werden wollte
Das Vogelgrippe-Virus breitet sich in der Schweiz wieder aus. Der Kanton Zürich hat Massnahmen verordnet.
Morgen Mittwoch finden die Bundesrats-Ersatzwahlen statt. Vor 20 Jahren versuchte die SVP, mit Toni Bortoluzzi einen zweiten Sitz zu holen.
Nun müssen alle Geflügelhalter seit vergangenem Montag vorbeugende Massnahmen einhalten. Die zentralen Punkte sind das Halten des Hausgeflügels im
> Bericht auf Seite 5
Ihren Anspruch auf zwei Sitze in der Landesregierung erhob die SVP nach den Wahlen von 1999, als sie – mit einem
Schnabelgeissen klappern wieder Klappernde Monster, die auch gerne mal Mützen vom Kopf klauen – dahinter steckt ein alter Brauch, der nur noch in Ottenbach gelebt wird. Am Freitag strömen die Schnabelgeissen aus verschiedenen Richtungen schlussendlich zum Dorfplatz, wo gleichzeitig der Spräggele-Määrt stattfindet, den jeweils der Kulturverein Ottenbach organisiert, hier treffen sich Jung und Alt zum Beisammensein. (red.)
> Bericht auf Seite 14
Triumph zum Auftakt Die neue Saison der Aerials-Athleten startet für das Schweizer Team optimal. Die beiden jungen Ski-Freestyler Pirmin Werner als Sieger und Noé Roth als Zweiter bescheren der Schweiz im finnischen Ruka einen fabelhaften Auftakt in die Weltcup-Saison der Aerials-Athleten. Der Aerials-Weltcup wird in dieser Saison erstmals seit 15 Jahren wieder in der Schweiz vorbeikommen. Die Wettkämpfe stehen für den 5. März 2023 in St. Moritz im Programm. (red.)
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Carrosserie/Spritzwerk
Lido Galli
Kein Interesse bei Migros und Coop
Geflügel muss drinnen bleiben geschlossenen Stall sowie die Beschränkung des Auslaufs auf einen vor Wildvögeln geschützten Bereich. Diese Vorschrift gilt für sämtliches Geflügel, also auch für Enten oder Gänse. Doch nicht alle Geflügelhalter im Säuliamt hatten das Schreiben des Veterinäramts erhalten. (red.)
Autorin Hildegard Keller schrieb einen Roman über die Jüdin Hannah Arendt. > Seite 9
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Wähleranteil von 22,6 Prozent – ihre Sitzzahl im Nationalrat von 29 auf 44 steigern konnte. «Rechnerisch hatten wir also Anrecht auf diesen zweiten Sitz; die SP kam damals auf 22,5 Prozent», erinnert sich Toni Bortoluzzi. Die Vereinigte Bundesversammlung sah dies aber dann anders. (red.)
> Bericht auf Seite 7
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