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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

Frühlingsgefühle an der Herbstausstellung. Besuchen Sie uns und fahren Sie den all-new KONA zur Probe.

Samstag, Sonntag,

23.09.2023 24.09.2023

von 10:00 - 17:00 Uhr von 10:00 - 17:00 Uhr

Karl Graf Automobile AG 8932 Mettmenstetten

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 70 I 177. Jahrgang I Freitag, 15. September 2023

Blutige Szenen

Zwei Rücktritte

In der Nacht auf Sonntag eskalierte in Affoltern ein Streit. Ein Mann wurde bei der Schlägerei schwer verletzt. Seite 3

Christina Kappeler und Markus Reich treten aus dem Gemeinderat Bonstetten zurück – aus unterschiedlichen Gründen. Seite 7

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Medaillen holte das Affoltemer Kung Fu-Team an seinem jüngsten Wettkampf in Muri. Seite 20

Europameisterin zurück im Job Die Affoltemerin Marlena Senne ist nach ihrem Titelgewinn wieder an der Arbeit Dominik Stierli

SwissSkills, ihre mitgereisten Eltern, vier von ihren sechs Geschwistern sowie die Konkurrenten selbst. Doch auch danach blieb es emotional: Am Samstagabend wurden am Austragungsort die Medaillen verteilt und Senne erhielt mit knappem Vorsprung vor Deutschland und Frankreich die goldene Auszeichnung. Am Sonntag folgte zudem ein Empfang beim Flughafen in Kloten. Auch hier gingen die Emotionen nochmals hoch: «Als wir Kandidaten hinter der Bühne auf unseren Auftritt warteten, lief fürs Publikum ein Videozusammenschnitt mit Highlights des Wettkampfes. Wir konnten nur zuhören, aber alleine dies brachte nochmals alle Emotionen hervor.» Bereits im letzten Jahr hätte Marlena Senne an den Weltmeisterschaften in Shanghai teilnehmen können. Allerdings waren es in ihrer Kategorie zuwenig Kandidaten. Es gebe im nächsten Jahr in Lyon nochmals einen Anlauf, eine Weltmeisterschaft durchzuführen, allerdings habe sie da die Alterslimite von 21 Jahren bereits überschritten. Daher ist keine Teilnahme mehr möglich.

Vergangene Woche durfte die Affoltemerin Marlena Senne jubeln. An den europäischen Berufsmeisterschaften in der polnischen Stadt Gdańsk (auf Deutsch Danzig) gewann die 23-jährige Steinmetzin die Goldmedaille (der «Anzeiger» berichtete). Bereits am Mittwoch war die Gewinnerin wieder an der Arbeit. In der Stadt Zug wird eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Stadtmauer beim Huwiler-Turm mit ihrer Mithilfe restauriert. Als der «Anzeiger» vor Ort eintrifft, geht es direkt hoch hinaus aufs Gerüst. Flink huscht die Steinmetzin darüber und eine Treppe hinauf. Überall stehen Arbeitsmaterialien im Weg. Zudem ist der Gerüstbau auch eher niedrig gehalten, so dass der Schreibende selbst froh um seinen Helm ist. Senne erklärt die verschiedenen verwendeten Steinarten, aus denen die Mauer im Mittelalter erbaut wurde. Es muss nicht alles ersetzt werden. Um fehlerhafte Stücke zu finden, werden diese abgeklopft und je nach Ton ersetzt oder auch neu befestigt. Ersatz gibt es im zur Baustelle gehörenden Steinlager, wo die entsprechenden Stücke mit grobem Werkzeug zugehauen werden.

Ohne Sponsoren geht es nicht

Es geht hoch hinaus Noch eine Etage höher ist die Mauer schon fast fertig restauriert. Hier werde mit passendem Mörtel die Restauration abgeschlossen. Zum Einsatz kommt dabei ein Spezialmörtel, welcher in ähnlicher Weise bereits beim Bau im Mittelalter verwendet wurde. Marlena Senne ist für dieses denkmalgeschützte Bauwerk die ideale Besetzung: Seit Juni hat sie den eidgenössisch anerkannten Abschluss als «Handwerkerin in der Denkmalpflege FA». Nun kann sie ihre Kenntnisse direkt anwenden. Die Arbeiten an der Zuger Stadtmauer dauern noch bis in den Oktober hinein. Während der Ausbildung habe sie die Arbeit in der Werkstatt in Freienbach geschätzt. Unterdessen und gerade wenn es eine so spezielle Baustelle sei, gefalle ihr die Arbeit draussen aber auch, sagt die Steinmetzin. Nach der Baustellen-Tour bleibt Zeit, auf die EuroSkills von vergangener

Die neue Europameisterin Marlena Senne bei ihrer Arbeit am Mittwochmorgen an der Zuger Stadtmauer. (Bild Dominik Stierli) Woche zurückzublicken. Beim Wettkampf in der Kategorie «Architectural Stonemasonry» setzte sich Senne gegen sechs Kontrahenten durch und wurde Europameisterin.

Fast 20 Stunden Wettkampf Ihr Wettkampf, welcher über 19 1/2 Stunden verteilt auf drei Tage dauerte, bestand aus drei Modulen. Die bei Modul eins erstellen Blechschablonen dienten danach als Vorgabe für das dritte Modul. Beim zweiten Modul war Senne mit einem Steinwürfel gefordert. Es musste ein Relief und ein Schriftzug eingearbeitet werden. Für die ersten beiden Module waren vier Stunden vorgegeben, die restliche Zeit galt Modul drei. In diesem

wurde ein grösseres Stück Stein entsprechend den Vorgaben und mit Hilfe der erstellten Schablonen bearbeitet. Bei dieser Aufgabe wurde die Zeit für Marlena Senne knapp. «In den Pausen habe ich bei den Kollegen aus Frankreich und Deutschland gesehen, dass diese gut fertig werden. Ich selber dachte am Morgen des letzten Tages, dass ich wenig Chance habe, noch fertig zu werden. Irgendwie gelang mir das aber doch noch.»

Grosse Emotionen Vom Wettkampfende am Freitagnachmittag berichtet die Affoltemerin, dass nach Ablauf der Zeit der ganze Druck abgefallen sei und sich alle in den Armen gelegen hätten. So das Team von

Arbeitgeber und Steinmetzmeister Franz Kuster, der ebenfalls auf der Baustelle ist, erklärt gegenüber dem «Anzeiger», dass ihr Lehrbetrieb J. & A. Kuster Steinbrüche AG Bäch sehr stolz auf Marlena Senne sei. Man gönne ihr den Erfolg von Herzen. Damit sei auch an grosser Dank an die Sponsoren verbunden. Marlena Senne sagt dazu, dass ihr Erfolg auch mit genügend Sponsoren zusammenhänge. Dies sei so fast nur in der Schweiz möglich. Sie wendete viele Samstage auf, um zu üben. Dazu wurde extra polnischer Kalkstein beschafft, damit sie mit dem gleichen Material wie am Wettbewerb trainieren konnte. Kuster ergänzt, dass man auf gute Handwerker angewiesen sei. Darum würden bei ihnen auch Lehrlinge gefördert. Und auch Marlene Senne ist dies ein grosses Anliegen. Im November übernimmt sie nach abgeschlossener Ausbildung zur Lehrmeisterin die Betreuung des Lehrlings. Natürlich auch mit dem Ziel, diesen an die Meisterschaften zu bringen.

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«Mein Schmerz wegen des Erdbebens ist gross.» Seite 3 Said Ousaadane, Obfelder Marokkaner. (Bild uc)

Kulturelle Genüsse Was läuft am Wochenende im Säuliamt? So Einiges, lässt sich mit Blick auf die Agenda sagen: Für Musikbegeisterte spielt am Freitag Paul Ubana Jones im «Pöschli» Aeugstertal, in Bonstetten wartet auf der Rotenbirben ein weiteres LiveKonzert. Musikalisch wird es auch im Kulturkeller lamarotte, wo das Leben von Florence Foster Jenkins intoniert wird. Wer eher für einen Film zu haben ist, kann sich im Kino Kafimüli «Die Herbstzeitlosen» zu Gemüte führen. Und auch der Sonntag wird nochmals musikalisch: In der reformierten Kirche gibts ein Orgelkonzert mit Hackbrett-Einlagen, zudem präsentieren KulturAffoltern und lamarotte am Centralweg ein Familientheater. Und in Kappel wird ein musikalisches Theaterstück gezeigt. (red)

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Fische und Krebse freuts Tanz zum nächsten Titel

Chrebsbach beim Türlersee aufgewertet Bei Revitalisierungsprojekten für einen Bachlauf ist viel Geduld gefragt: Von der Startphase bis zur Realisierung vergehen normalerweise Jahre. Es gibt im Rahmen des Programms «Vielfältige Zürcher Gewässer» allerdings auch weniger umfangreiche Aufwertungsprojekte, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden können. Mit diesem Programm fördert der Kanton Zürich die Biodiversität von Kleingewässern und Weihern. Dafür stehen aus dem Natur- und Heimatschutzfonds jährlich rund fünf Millionen

Franken zur Verfügung. Der Gemeinderat Hausen hat sich auf Initiative von «Rundum Natur» entschlossen, den Chrebsbach beim Türlersee im Rahmen dieses Programms auf einer Länge von rund 300 Metern aufwerten zu lassen. Innerhalb eines knappen Jahres wurde das Projekt umgesetzt. Welche positiven Auswirkungen die Aufwertung für die Natur bringt, erklärten die Beteiligten bei einer Begehung vor Ort. (red)

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Erneut Gold für Corrodi/Kucharczyk

Sie tanzen auf der Erfolgswelle: Ende August war das Hausemer Tanzpaar Davide Corrodi und Maja Kucharczyk seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hatte sich zum sechsten Mal den Schweizer Meistertitel im Zehntanz gesichert. Nun stand am vergangenen Wochenende ein nächster SaisonHöhepunkt bevor: Die Schweizer Meisterschaft in Standard-Tänzen. In dieser Disziplin hatten sich die beiden in den vergangenen drei Jahren mit Ehrenplätzen zufriedengeben müssen. Doch nun

eroberten sie sich den Schweizer Standard-Meistertitel zurück. In einem beeindruckenden Finalfeld setzten sie sich vor rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauern in Uitikon gegen die Titelverteidiger Völva Kasilov/Yulia Dreier durch. Die Spannung in der Luft sei förmlich spürbar gewesen, als am Abend die besten Tanzpaare des Landes um den begehrten Titel kämpften, berichtet der Tanzsportclub Zug. (red)

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