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CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

DER NEUE FORD BRONCO AB SOFORT ERHÄLTLICH

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 69 I 178. Jahrgang I Freitag, 6. September 2024

«Darüber muss man sprechen»

Schattenplätze im heissen Sommer

Roy Gerber verschafft mit dem Verein Be Unlimited missbrauchten Kindern ein Gehör. Sexuelle Gewalt dürfe kein Tabuthema sein. Seite 5

Nach ihrer beruflichen Wende befasste sich Elisabeth Jacob mit der Vielfalt der Schattenpflanzen in ihrer eigenen Staudengärtnerei. Seite 9

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Einsätze absolvierten Feuerwehren im Säuliamt in der Nacht von Sonntag auf Montag. Seite 3

Kein Geld für Ämtler Kantonsschule Regierungsrat verschiebt Projekt ohne Angabe von Gründen und Zahlen Dominik Stierli

«Der Chef plante, und ich setzte um.» Seite 24 Rolf Schürch, Architekt und Musiker. (Bild Marianne Voss)

Vergangene Woche hat der Zürcher Regierungsrat den Budgetentwurf für 2025 zusammen mit dem konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan für die Jahre 2025 bis 2028 präsentiert. Dabei wurden die geplanten Investitionen einer «umfassenden und herausfordernden Priorisierung» unterzogen, wie der Kanton schreibt. Was bei den Investitionen gekürzt wird, erfährt man nur durch eine Nachfrage eines Journalisten an der Medienkonferenz. Regierungsrat und Vorsteher der Finanzdirektion Ernst Stocker erklärt, «dass es dort natürlich eine riesige Liste gibt». Er könne aber drei Beispiele nennen und erwähnt neben der Verschiebung des Trams für Zürich– Affoltern und dem Gefängnis der Stadt Zürich auch, dass man die Kantonsschule Knonauer Amt nach hinten verschoben habe.

Bereits lange Geschichte Dieser Entscheid wurde so nicht erwartet. Der Weg zum geplanten Mittelschulprovisorium war bereits steinig. Trotz politischer Vorstösse seit 2012 wurde dem Säuliamt immer wieder beschie-

Mit Tempo 104 durch Bonstetten

Auf dem Schwanden-Areal in Affoltern, zwischen dem Einrichtungshaus und der Landwirtschaftsschule, wäre das Provisorium der neuen Kantonsschule geplant. (Archivbild Dominik Stierli) im westlichen Ortsrand, in der Nähe eines Einrichtungshauses. Um das Gebiet zu nutzen, musste die bestehende Gestaltungsplanpflicht aufgehoben werden. Anfang März dieses Jahres stimmte die Affoltemer Bevölkerung mit 71 Prozent der benötigten Teilrevision der Bau- und Zonenordnung zu. Kurz darauf nahm der Kantonsrat den neuen Mittelschulstandort Schwanden in Affoltern in den Richtplan auf. Dabei wurde die Priorität auf «kurzfristig» geändert und der Standort angepasst.

viel Geld mit der Verschiebung gespart wird und wie und wann es nun mit der Kantonsschule weitergeht. Auch über die Beweggründe wollte der «Anzeiger» mehr erfahren. Zu all diesen Punkten schweigt die Medienstelle. Die Rückmeldung schliesst mit den Worten: «Das Geschäft nimmt nun seinen parlamen-

Ernst Stocker, Regierungsrat SVP den, man sei zu klein für eine eigene Mittelschule. Erst im Herbst 2021 folgte die Kehrtwende. Eine Potenzialstudie kam zum Schluss, dass bis 2035 mit 800 Mittelschülerinnen und -schülern im Amt zu rechnen sei. Als Standort wählte der Kanton Zürich in Zusammenarbeit mit der Stadt Affoltern das Gebiet Schwanden. Das ist

Gemäss Stadtschreiber Stefan Trottmann sei die Teilrevision seit wenigen Tagen rechtskräftig. Man warte jetzt eigentlich auf die Baubewilligung. «Wir sind bereit», sagt er. Daraus wird momentan aber nichts. Der Regierungssprecher Andreas Melchior zitiert auf Anfrage des «Anzeigers» aus der Medienmitteilung. Der Kanton Zürich investiere in grossem Umfang in seine Infrastruktur. Im Budgetentwurf 2025 seien Investitionen von rund 1,3 Milliarden Franken vorgesehen. Um das Schuldenwachstum zu bremsen, entwickele der Kanton eine Methodik zur Investitionspriorisierung. «Auf dieser Basis fällte der Regierungsrat seinen Beschluss», schreibt der Kanton. Der «Anzeiger» wollte wissen, wie

Seite 6 ANZEIGEN

Politischer Vorstoss geplant

Vonseiten Stadt alles bereit

«Die Kantonsschule Knonauer Amt hat man auch nach hinten verschoben.»

geht: Bis Dezember folgt der Budgetprozess. Kommissionen und Gremien beraten über die Entscheide und es können Eingaben gemacht werden. Definitiv abgenommen wird der Budgetentwurf im Dezember. Wenn der Regierungsrat aber solch starke Vorgaben mache, werde es schwierig, noch etwas zu ändern. «Der Regierungsrat hat einen Pflock gesetzt», meint Sommer konsterniert.

Der damals 20-jährige Schweizer aus dem Bezirk Affoltern beschleunigte im August 2021 beim Bahnhof Bonstetten-Wettswil in einer 50er-Zone auf 104 km/h und verlor die Herrschaft über sein Fahrzeug. Nach einer 60 Meter langen Schleuderfahrt prallte er in eine Gartenmauer. Im März 2023 verurteilte ihn das Bezirksgericht Affoltern zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 13 Monaten, sprach ihn aber frei vom Tatvorwurf einer Gefährdung des Lebens. Am 2. September kam es nun zur Berufungsverhandlung vor dem Obergericht. Das noch nicht rechtskräftige Urteil wurde nun etwas abgeschwächt. (red)

«Ein Affront gegenüber der Bevölkerung.» Daniel Sommer, Kantonsrat EVP

tarischen Lauf und liegt beim Kantonsrat. Gemäss geltender Praxis äussert sich der Regierungsrat daher derzeit nicht weiter dazu.» Kantonsrat und EVP-Politiker Daniel Sommer spricht gegenüber dem «Anzeiger» von einem Affront gegenüber der Bevölkerung. «Der Entscheid ist ein Widerspruch zu den früheren Aussagen der Regierung», führt er aus. Der Affoltemer Kantonsrat erklärt, wie es jetzt auf politischer Ebene weiter

Er versuche nun aber im Kantonsrat eine Dringliche Anfrage zu stellen, um etwas über die Beweggründe zu erfahren und etwas Druck zu machen. Er möchte dazu die anderen Kantonsräte aus dem Amt miteinbeziehen. Ein entsprechender Vorstoss sei aktuell in Vorbereitung. «Wir versuchen, ein starkes Signal zu geben», sagt Sommer. Eine Dringliche Anfrage muss innert dreier Monate beantwortet werden. Das sei schon ziemlich knapp, dass das noch vor der Verabschiedung des Budgets reiche. Geplant war gewesen, den neuen Mittelschulstandort aufs Schuljahr 2028/2029 in Betrieb zu nehmen. Vorgesehen war der Betrieb als Filiale der Kantonsschule Limmattal. Aktuell bleibt ungewiss, wie es weitergeht.

Kommentar Seite 3

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Versteigerungen in Hausen Eine Gruppe macht Druck Ein Objekt war hart umkämpft

Wie die Biodiversität vors Stimmvolk kam

Gleich zu zwei Grundstückversteigerungen ist es am Dienstag durch das Betreibungsamt in Hausen gekommen. Ein Objekt war ein Wohnhaus in Ebertswil mit einem Schätzwert von 587 600 Franken. Zudem kam ein Rifferswiler Wohnhaus mit Nebengebäude unter den Hammer. Dessen Schätzwert lag bei rund 2,46 Millionen Franken. Beim ersten Objekt war die Sache nach wenigen Minuten bereits vorbei, aber nicht von Erfolg gekrönt. Niemand war bereit, das

Im zweiten Teil der Serie Biodiversität («Anzeiger» vom 30. August) wurde erklärt, wie das Naturnetz Knonauer Amt entstand, wie es finanziert wird und was es seit seiner Gründung im Januar 2020 bewirkt hat. Der dritte Teil ist nun den Einzelinitiativen gewidmet, die ab Frühjahr 2023 in sechs Gemeinden im Bezirk eingereicht wurden; also in Affoltern, Bonstetten, Hedingen, Hausen, Ottenbach und Wettswil. Darin forderten die Initiantinnen und Initianten, dass die

Mindestgebot zu bezahlen. Beim Wohnhaus in Rifferswil war das Interesse um einiges grösser. Nach 37 Geboten ging der Zuschlag an ein junges Paar aus Zug, das samt ihrem Kind angereist war. Eine nächste Grundstückversteigerung im Bezirk findet am 5. November in Affoltern statt. Dabei geht es um eine Wohnung im Stockwerkeigentum. Die Eingabefrist läuft bis 12. September. (dst)

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Gemeinden für die kommenden Jahre zusätzliches Geld für Biodiversitätsprojekte bereitstellen. Eingereicht wurden die Initiativen zwar von Einzelpersonen, doch dahinter stand eine Gruppierung von Personen, welche sich in den Monaten davor zum «Netzwerk Biodiversität Säuliamt» zusammengefunden hatten. Wie kam es dazu und wie viel Erfolg hatte die Gruppierung bisher? (lhä)

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