Skip to main content

066_2023

Page 1

CH Regionalmedien AG I Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern I Obere Bahnhofstrasse 5 I 8910 Affoltern am Albis I Telefon 058 200 5700 I www.affolteranzeiger.ch I Auflage 27 313 I AZ 8910 Affoltern a. A. I Post CH AG

FORD KUGA HYBRID FÜR ABENTEUER GEMACHT

AUS DEM BEZIRK AFFOLTERN I Nr. 66 I 177. Jahrgang I Freitag, 1. September 2023

Wohnraum immer knapper

Openair mit Besucherrekord

Anfang Juli standen im Säuliamt nur gerade 184 Wohneinheiten leer. Damit liegt der Anteil leerer Wohnungen bei 0,71 Prozent. Seite 5

Die zehnte Ausgabe des Rampe Openair in Hausen lockte trotz unsicherer Wetterprognose so viele Besucher an wie noch nie. Seite 7

KOMMENTAR

Die richtige Entscheidung LIVIA HÄBERLING

38-Stunden-Woche kommt vors Volk Die Affoltemer Stimmberechtigten entscheiden im März 2024

Es fing denkbar ungünstig an: Mit einer undichten Stelle, durch welche vor den Sommerferien die Absicht des Stadtrats Affoltern durchsickerte, für einen Teil der Mitarbeitenden die 38-Stunden-Woche einzuführen. Das Leck veranlasste die Stadt, in die Offensive zu gehen. Damit gab sie das Heft aus der Hand: Während die interne Vernehmlassung zum Geschäft noch lief, startete aufgrund der Berichterstattung zeitgleich quasi eine externe Vernehmlassung. Die Idee polarisierte und sorgte für Wirbel.

Nun hat der Stadtrat die UrnenAbstimmung zur überarbeiteten Personalverordnung verschoben und legt die 38-Stunden-Woche im Frühling den Stimmberechtigten vor. Das Volk über das Geschäft entscheiden zu lassen, ist der richtige Weg. Ein Knackpunkt an der Vorlage dürfte sein, dass darin zwei Punkte verschmolzen werden, die getrennt Teil der Debatte waren: Wer nur dem Passus zustimmen will, dass nicht mehr der Stadtrat, sondern das Volk über die Wochenarbeitszeit entscheidet, kann dies nicht. Ein «Ja» bedeutet auch «Ja» zur 38-Stunden-Woche. Dass die Gegner diese Kröte schlucken, scheint fraglich. Ob es sich bei ihnen um die Mehrheit oder bloss um eine laute Minderheit handelt, wird sich zeigen. Der 3. März 2024 bringt Klärung.

33

Jahre wirtete Claire Lienhard in der Linde in Bonstetten. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Seite 9

Livia HäberLing Dass das letzte Wort zur 38-StundenWoche für Teile der Stimmbevölkerung noch nicht gesprochen sein dürfte, legte die kontroverse Debatte der letzten Wochen nahe. Zuletzt hatte diese darin gegipfelt, dass ein Trio um alt Kantonsrat Hans Rudolf Haegi und alt Stadtpräsident Clemens Grötsch zwei Einzelinitiativen einreichte (der «Anzeiger» hat berichtet). Eine davon hatte zum Ziel, die 38-Stunden-Woche höchstens im Pflegebereich einzuführen; die andere zielte darauf ab, die Entscheidungskompetenz über die Wochenarbeitszeit des städtischen Personals an die Stimmberechtigten zu delegieren. Dann sickerte vergangene Woche zwischen den Zeilen ein erstes Zeichen des Stadtrats durch: Am Montag hatten sich der Gewerbeverein Affoltern und der Arbeitgeberverband Bezirk Affoltern mit Stadtpräsidentin Eveline Fenner zum Gespräch getroffen. Gewerbevereinspräsident René Ammann zeigte sich hinterher zuversichtlich. «Die Angelegenheit klingt nicht mehr so definitiv wie auch schon», sagte er nach dem Gespräch. Die Stadt habe ihre Beweggründe erläutert, aber auch daran erinnert, dass «noch nichts definitiv entschieden» sei. Und tatsächlich: Am Mittwoch gab die Stadt bekannt, dass die Affoltemerinnen und Affoltemer am 3. März 2024 an der Urne über die Einführung der 38-Stunden-Woche entscheiden werden. Ursprünglich hatte der Stadtrat nicht geplant, die Meinung des Stimmvolks einzuholen. Die aktuelle Gesetzeslage sieht dies auch nicht vor: Gemäss dieser liegt die Entscheidungskompetenz über die Soll-Arbeitszeit des städtischen Personals bei der Exekutive. Mitbestimmt hätten die Stimmberechtigten dagegen über die teilrevidierte Personalverordnung (PVO). Darin sind Anpassungen vorgesehen, welche die Stadt als Arbeitgeberin attraktiver machen sollen; zum Beispiel ein Dienstaltersgeschenk zum Fünf-Jahre-Jubiläum. Die Urnenabstimmung zur überarbeiteten PVO war ursprünglich auf den 22. Oktober angesetzt worden.

Dieser Termin wird nun verschoben: Statt im Herbst entscheidet das Stimmvolk neu im Frühling 2024 über das Geschäft, das um einen entscheidenden Satz ergänzt wird: Neu in die PVO aufgenommen wird die zu leistende Wochenarbeitszeit. Der Absatz, der die Kompetenz zur Regelung der SollArbeitszeit an den Stadtrat delegiert,

und sie von den Argumenten für die 38-Stunden-Woche zu überzeugen. Gelinge dieser Dialog, sei man optimistisch, dass das Geschäft an der Urne mehrheitsfähig sei, so Fenner. Der Stadtrat sei nach wie vor der Ansicht, dass die 38-Stunden-Woche die passende Lösung sei, um dem Personalmangel entgegenzutreten. Bei einem Ja würde das Geschäft an der Urne legitimiert. «Wird es abgelehnt, muss der Stadtrat nach neuen Lösungen suchen.»

Bortoluzzi plant neue Einzelinitiative

«Wird das Geschäft an der Urne abgelehnt, muss der Stadtrat nach neuen Lösungen suchen.» Eveline Fenner, Stadtpräsidentin Affoltern fällt weg. Konkret bedeutet das: Sagen die Stimmberechtigten im nächsten Frühling Ja zur überarbeiteten Personalverordnung, sagen sie auch Ja zur 38-Stunden-Woche; und zukünftige Änderungen der Soll-Wochenarbeitszeit würden nicht mehr in die Kompetenz des Stadtrats fallen, sondern eine Urnenabstimmung erfordern.

Mehr Austausch mit dem Stimmvolk Stadtpräsidentin Eveline Fenner sagt auf Anfrage, das Echo der vergangenen Wochen habe den Stadtrat Affoltern dazu bewogen, die Entscheidungskompetenz in diesem Geschäft an die Stimmberechtigten abzugeben. «Die bisherigen Rückmeldungen ergaben ein erstes Stimmungsbild. Nun möchten wir wissen, was die Mehrheit der Stimmbevölkerung tatsächlich will.» Die Zeit bis im März wolle man nutzen, um mit der Bevölkerung das Gespräch zu suchen

«Spannend» findet Toni Bortoluzzi den jüngsten Entscheid des Stadtrats zur Urnenabstimmung. Aus seiner Sicht war das Vorgehen der Stadt Affoltern zur 38-Stunden-Woche gegenüber den anderen Gemeinden, dem Spital und der Wirtschaft unangebracht. Deshalb habe man in den vergangenen Tagen einen «bürgerlichen Schulterschluss» angestrebt. Mithilfe der Wirtschaft wolle man versuchen, «die Fehlentwicklung städtischer Personalpolitik in erträgliche Bahnen zu lenken» und die geänderte Personalverordnung bachab zu schicken, so der Präsident der SVP Affoltern. Die Einladungen zur SVP-Mitgliederversammlung am 14. September waren bereits verschickt, die Geschäfte Personalverordnung und 38-Stunden-Woche auf der Traktandenliste vorgesehen. Und nun die Absage der Urnenabstimmung. «Das isch na dä Bescht», sagt Bortoluzzi, «aber es ändert natürlich nichts an der Aktualität des Themas für unsere Mitglieder». Ruhig werden dürfte es um Bortoluzzi in den nächsten Wochen kaum: In seiner Schublade wartet eine Einzelinitiative an den Stadtrat Affoltern, für die bloss noch die Unterschriften der Mitunterzeichnenden fehlen. Die Forderung: Eine Anpassung der Personalverordnung, sodass die Kompetenz zur Festlegung der Wochenarbeitszeit beim Stimmvolk liegt. Allerdings ohne dass die neue Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden gesetzt wird (wie dies die Vorlage im Frühling 2024 vorsähe). Affaire à suivre ...

«Dass sich so viele Mädchen angemeldet haben, hat uns sehr überrascht.» Michael Hinderling, Trainer FCWB. (Bild zvg)

Seite 15

Schweizer Meister im 10-Tanz Davide Corrodi und seine Tanzpartnerin Maja Kucharczyk überzeugten an der Schweizer Meisterschaft auf der ganzen Linie: Bei seinem sechsten Titelgewinn im 10-Tanz gewann das Hausemer Duo sämtliche Tänze. Der Titel bringt ihnen nun die Nominierung für die Weltmeisterschaften. (red)

Seite 16 ANZEIGEN

Günstig tanken im Amt

Unabhängige Tankstellen am günstigsten

Inhaber Marcel Staub vor seiner Tankstelle in Ottenbach. (Bild Dominik Stierli)

Der «Anzeiger» hat diese Woche alle ihm bekannten Tankstellen besucht und die Preise verglichen. Am günstigsten lässt sich im Säuliamt in den Gemeinden Ottenbach, Zwillikon und Hedingen tanken. Abseits der Transitrouten bieten dabei zwei eigenständige Anbieter und zwei Ruedi-Rüssel-Tankstellen die besten Preise an. Wie erwartet ist der Treibstoff auf der Autobahnraststätte, aber auch in Obfelden und Affoltern am teuersten. Mit Preisunterschieden von bis zu 20

Rappen pro Liter ergibt sich ein Einsparpotenzial von mehreren Franken pro Tankfüllung. Die beiden unabhängigen Betreiber sagten gegenüber dem «Anzeiger», dass dank Einkäufen auf dem freien Markt und einer grossen Absatzmenge die Preise bei ihnen tiefer sind als bei anderen Anbietern. Auch wenn dies auf Kosten der Marge geht, scheint das Geschäft für sie aufzugehen. (dst)

Seite 3

Mobilität für alle. Erstklassiger Service für alle Marken.

ruckstuhlgaragen.ch/affoltern

50035 9 771661 391004


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
066_2023 by AZ-Anzeiger - Issuu